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69 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 27 Rezensionen

new york, suzanne rindell, die frau an der schreibmaschine, roman, emanzipation

Die Frau an der Schreibmaschine

Suzanne Rindell ,
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei btb, 14.09.2015
ISBN 9783442756322
Genre: Romane

Rezension:

Als ich das Cover zum Buch das erste Mal sah, dachte ich: "Faszinierender Blick dieser Frau, der mich gerade dazu bringt minutenlang auf dieses Cover zu starren." Dieser allererste Eindruck zog sich für mich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch & mein eigenes Lesegefühl!
Die Geschichte wird in Retrospektive durch die Stenotypistin Rose in den Zwanziger Jahren in New York erzählt. Es ist ein sehr ruhiges Buch, in dem Rose mehrer Episoden aus ihrer Vergangenheit & ihrem Leben erzählt, immer mit einem gewissen "geziertem Lächeln" was die Vorahnung & das womögliche Ende der Geschichte betrifft. Die größte Aufmerksamkeit gilt dabei einer anderen Frau an der Schreibmaschine: Odalie. Ich würde fast sagen es besteht eine leichte Obsession seitens Rose zu dieser Frau.
Trotz der ruhigen Erzählweise, die manchmal vom Hundertsten ins Tausendstel führt, bleibt immer eine gewisse Grundspannung erhalten die sich für mich bist zum Schluss kontinuierlich aufbaute. In meinem Lesegefühl schwebte ständig eine Vorahnung mit, und während die Autorin es meiner Meinung nach sehr gut geschafft hat, mich in eine Vertrautheit bezüglich der Charaktere zu hüllen, so liess mich das Gefühl nie los, dass da eine ganz besondere "Beziehung" unter der Oberfläche von "Rose & Odalie" verborgen ist. Es wurde mir sehr schnell klar, dass die gesamten kleinen Anekdoten, die das Buch und die Geschichte füllen, welche Rose in diesem Buch erzählt, nur kleine Puzzle Teile sein können die am Ende dann ein Gesamtbild ergeben, welches möglicherweise meine mitschwebende Vorahnung bestätigt und/oder mich nochmal ganz anders überraschen wird.

Und genau so war es letztendlich! Ich habe das letzte Kapitel, den letzten Abschnitt, und insbesondere den letzten Satz gelesen, und dachte mir: "Jetzt erst mal einen Whiskey auf dieses raffinierte, psychologisch-manipulativ erzählte, aber genial geschriebene Buch!"
Und um noch einmal auf meinen ersten Eindruck vom Buch-Cover zu sprechen zu kommen, kann ich nun sagen, dieses hätte kaum passender gewählt sein können. Ich möchte es jetzt noch mehr anschauen und mich vom Blick dieser Frau in den Bann ziehen lassen als vorher!

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(94)

219 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 73 Rezensionen

liebe, teresa driscoll, brustkrebs, familie, krebs

Für alle Tage, die noch kommen

Teresa Driscoll ,
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Knaur, 01.09.2015
ISBN 9783426653715
Genre: Romane

Rezension:

Melissa ist eine junge Frau, die zu ihrer eigenen Überraschung grade an ihrem 25. Geburtstag von einem Anwalt kontaktiert und ein geheimnisvolles Buch ausgehändigt bekommen hat - es handelt sich jedoch nicht nur um irgendein Buch, sondern um ein handgeschriebenes "Rezepte"-Buch ihrer Mutter, die vor vielen Jahren an Krebs erkrankte und verstarb. In "Für alle Tage die noch kommen" konnte ich Melissa dabei begleiten wie sie dieses Rezepte-Buch, welches eigentlich eine Kombination aus Familienrezepten, Anekdoten und Tagebucheinträgen ist, liest und wie sich dabei ihr Leben & die Erinnerungen wandeln.

Sehr schön empfand ich die Perspektivenwechsel: jedes Kapitel wird von einem anderen Charakter erzählt, und auch oft aus einer anderen Zeit. Einmal begleiten wir beispielsweise Melissa in 2011 (in der die Geschichte spielt) mit ihrem Vater Max und ihrem Freund Sam, und erfahren wie sie die Dinge erlebt und wie sie über das Gelesene in dem Buch das ihre Mutter ihr vermachte denkt. In einem anderen Kapitel begleiten wir Eleonor - Melissas verstorbene Mutter - im Jahre 1994 als dir Krankheit schon im Endstadium bei ihr war und sie den Entschluss fasste dieses besondere Buch an Melissa zu schreiben. Wir erfahren welche Motive und Gedanken hinter ihrem Handeln & der Entscheidung stecken, ihre Tochter Melissa damals nichts von ihrer Krankheit zu erzählen und sie so nicht auf ihren Tod vorzubereiten. Auch ihr Vater Max und ihr Freund Sam geben dem Leser die Chance das Geschehen aus ihrer Perspektive zu verfolgen.Dieser Schreibstil der sich durch das gesamte Buch zieht machte für mich beim Lesen den Reiz aus! Die Geschichte wird so von mehreren Charakteren zusammen erzählt, und ich als Leser konnte beim Entdecken von Erinnerungen, beim Auflösen von Geheimnissen und bei der Wandlung von Gedanken mittendrin dabei sein, wie ein über Allem stehender Beobachter. Ich habe Eleonor sowie auch ihre Tochter ganz besonders ins Herz geschlossen und konnte durch die Erzählweise aus beiderlei Sicht auch ihre ganz eigenen Motive und Gedanken nachvollziehen, auch wenn ich persönlich oft daran dachte, das ich es vielleicht anders machen würde und nicht den Weg wählen könnte den Elenor gewählt hat, wenn ich in ihrer Situation wäre.
Ich finde es auch besonders gelungen wie die eigentlichen Rezepte an Familienanekdoten, Erinnerungen und die Geschichte an sich gekoppelt sind und nicht einfach wahllos dazwischengeworfen weil Eleonor nun mal grade ein Rezepte-Heft zum Schreiben zur Hand hatte. Auch dies hat die Autorin geschickt umgesetzt.
Das Ende (die Auflösung) ging mir persönlich dann ein klein wenig zu rasant im Vergleich zum Tempo in dem die Geschichte sich bis dorthin entfalten konnte.

Zum Buchcover und Einband möchte ich noch sagen, das dieser ganz besonders schön geworden ist. Dieser türkisfarbene Hintergrund mit der goldenen Schrift, den goldenen Ornamenten und verstreuten Pusteblumen wirkt so sommerlich leicht auf mich, und auch Melissa erlebt eine Sommerreise in dem Buch die sie auf ihrem persönlichen Weg danach noch begleitet. Grade deshalb passt diese Buchaufmachung trotz des Themas der Krankheit und der Verarbeitung des Todes eines geliebten Menschen wunderbar zusammen. Einfach etwas Besonders, wie auch die Geschichte von Eleonor, Melissa, Max und Sam.

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242 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 88 Rezensionen

tschernobyl, heimat, alter, russland, familie

Baba Dunjas letzte Liebe

Alina Bronsky
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 17.08.2015
ISBN 9783462048025
Genre: Romane

Rezension:

Grade habe ich den letzten Satz des Buches gelesen, und bin ein klein wenig traurig, dass die Zeit die ich mit Baba Dunja verbringen konnte nun vorbei ist. Sie und all die (teils eigenartigen) Bewohner von Tschernowo sind mir von Anfang an gleich ans Herz gewachsen. Baba Dunja, die für mich nicht nur Protagonistin dieses Buch ist, sondern quasi aus dem Buch heraus wie meine Oma die ganze Zeit neben mir saß und alles erzählte. Vielleicht ist das so, weil sie wirklich viel Gemeinsamkeiten mit meiner lieben Oma hat. Vielleicht ist es aber auch einfach dieser Schreibstil von Alina Bronsky der einen sofort in das Geschehen und den Ort hineinzieht und ich von der ersten Seite an sozusagen im Buch lebte.

Es gelingt vielleicht nicht allen Autoren dieses Thema (Reaktorunglück & daraus entstandene Folgeschäden insbesondere gefährliche Strahlung) und das Leben solch alter Leute mit soviel Charme, witzigen Momenten, einer Prise Sarkasmus und dennoch unglaublich viel Einfühlungsvermögen für jeden einzelnen Charakter zu verbinden - Alina Bronsky hat es meiner Meinung nach geschafft!!

Ich habe das Buch genießerisch verschlungen und muss zugeben, auch etwas feuchte Augen zum Ende hin bekommen zu haben, weil ich derart mit Baba Dunja und ihrer Situation mitfieberte.Die Briefe Baba Dunjas, die ebenfalls für mich ein besonderer Bestandteil der Geschichte waren, habe ich teils so verinnerlicht als wären sie direkt an mich geschrieben worden - weniger vom Inhalt als einfach von der Art wie sie die Adressatin angesprochen haben.
Baba Dunja wird mir sicher noch länger im Gedächtnis bleiben, und ich werde hier und da an sie denken.

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