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16 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

serie, band 6, krimi, dutzle, reihe

Letzter Fasching

Herbert Dutzler
Flexibler Einband: 408 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 06.04.2017
ISBN 9783709978733
Genre: Krimi und Thriller

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194 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 47 Rezensionen

liebe, eis, italien, england, sommer

Viviens himmlisches Eiscafé

Abby Clements , Sina Hoffmann
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 21.04.2014
ISBN 9783442480432
Genre: Liebesromane

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194 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 50 Rezensionen

london, historischer roman, geheimnis, geheimnisse, historisches london

Das Haus in der Nebelgasse

Susanne Goga
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Diana, 09.01.2017
ISBN 9783453358850
Genre: Historische Romane

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60 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

paris, bücher, liebe, buchladen, rebecca raisin

Mein zauberhafter Buchladen am Ufer der Seine

Rebecca Raisin , Annette Hahn
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 11.04.2017
ISBN 9783352008979
Genre: Liebesromane

Rezension:

Manchmal braucht man zwischen Thriller oder einem historischen Roman auch mal wieder eine lockere und leichte Lektüre. Ganze besonders gerne greife ich dann zu Bücher über Bücher oder Buchhandlungen. Diese lassen jedes büchersüchtige Leserherz alleine schon beim Titel und Cover höher schlagen. So war es auch bei mir, als ich in der Vorschau des Aufbau Verlages "Mein zauberhafter Buchladen am Ufer der Seine" gesehen habe und ich war mir sicher, dass dieser Schatz bei mir einziehen muss.

Mit Sarah, unserer Protagonistin, lernen wir eine junge, eher zurückgezogene Frau kennen, die in ihrer eigenen Welt der Bücher lebt. In der amerikanischen Kleinstadt Ashford besitzt sie ein kleine, aber feine Buchhandlung, die sie mit ihrem ganzen Herzblut führt. Doch die Liebe zu den Büchern alleine genügt nicht, wenn der Buchladen immer mehr in die roten Zahlen rutscht. Da kommt das überraschende Angebot einer ebenfalls bibliophilen Bloggerfreundin und Buchhändlerin in Paris wie gerufen: Sophie, die einen englischsprachigen Büchershop namens "Once upon a Time" führt, braucht nach einer weiteren gescheiterten Beziehung eine Auszeit. Sie bietet Sarah an, mit ihr die Buchhandlungen zu tauschen. Sophie soll Sarahs "Bookshop on the corner" wieder höhere Verkaufszahlen bringen und Sarah soll inzwischen in Paris ihre Buchhandlung führen. Sarah's Freund Ridge, ein freier Journalist, der wegen seiner Auslandsreisen kaum Zeit mit ihr verbringt, ist nicht wirklich von dieser Idee begeistert. Sarah nimmt die Herausforderung jedoch an und hofft aus dem Trott ihres vorhersehbaren Lebens auszubrechen. Und vielleicht hilft die Stadt der Liebe auch, dass Ridge und sie sich öfters sehen....

Als Sarah in Paris ankommt, bemerkt sie schnell, dass sie etwas zu unüberlegt gehandelt hat. Die berühmte englische Buchhandlung ist riesig und ist komplett anders, als ihr kleiner Bookshop. Sarah steht anfangs im "Once upan a Time" eher wie ein Lehrmädchen da. Die Angestellten und Aushilfen kommen und gehen wie es ihnen passt, keiner nimmt sie ernst und Sarah kommt kaum zum Durchschnaufen. Auch die Großstadt Paris ist für Sarah wie ein Kulturschock im Vergleich zum beschaulichen und verschlafenden Ashford. Und Ridge lässt sich noch weniger sehen, als zuvor....

Die Geschichte ist leicht und locker und lässt sich in kürzester Zeit verschlingen. Rebecca Raisin fängt den Zauber der Stadt Paris und seinen Bewohnern liebevoll ein. Schon bald möchte man selbst durch die versteckten Gassen laufen und schicke Boutiquen besuchen, im Louvre die berühmten Gemälde bewundern oder im Künstlerviertel Montmarte verweilen. Die Stadt wird sehr bildhaft und detailliert beschrieben. Sarah beginnt die frankofile Atmosphäre aufzusaugen und verändert sich langsam, aber stetig. Sie verliert mehr und mehr ihre Schüchternheit und mit Océane und TJ findet sie auch bald nette Freunde. Doch in der Kasse der Buchhandlung fehlt laufend Geld und die monatlichen Einnahmen sinken und sinken...

Einen Satz habe ich mir unbedingt notieren müssen, denn er spiegelt so wunderbar meine Situation - und ich denke, vielen von euch geht es genauso - wider:

Meinen Noch-zu-lesen Stapel würde ich zu Lebzeiten wohl nie ganz abbauen können - die Verlockung neue Bücher, neue Erzählerstimmen, neue Romanfiguren kennenzulernen, war einfach zu groß - Seite 173

Überrascht hat mich, dass Sophie nur einen kleinen Teil der Geschichte einnimmt. Eigentlich hatte ich erwartet, dass der Roman abwechselnd aus der Sicht von Sarah und Sophie erzählt wird. Doch dann würde wahrscheinlich auch der Titel des Buches anders lauten....
Gut gefallen hat mir, dass nicht die Liebesgeschichte im Vordergrund steht, sondern eindeutig die Liebe zu den Büchern und die Wandlung von Sarah von einer schüchternen Frau, die sich lieber in ihre Bücher zurückgezogen hat, zu einer offenen und mutigen Protagonistin. Die kleinen Nebenhandlungen werden geschickt miteingebunden, die Kollegen in der Buchhandlung sind liebevoll gezeichnet und nicht alle sympathisch, was authentisch rüberkommt. Besonders ins Herz geschlossen habe ich den einfühlsamen Schriftsteller Luiz, der in der Buchhandlung versteckt im Obergeschoß seine Romane schreibt und Sarah anfangs unterstützt und ihr Mut zuspricht.

Es gibt bereits einen (englischsprachigen) Nachfolgeband mit dem Titel "Little Paris Collecion", der von einem Pariser Antiquitätenladen handelt, dessen Inhaberin Anouk wir bereits in "Mein zauberhafter Buchladen an der Seine" kennenlernen durften. Ich hoffe auch Band 2 wird übersetzt...

Fazit:
Ein warmherziger und lockerer Roman über die Liebe zu den Büchern, Freundschaft und vorallem den Mut in seinem Leben etwas zu verändern und Neues kennenzulernen. Zum Zurücklehnen und Genießen....

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Tags: bücher, buchladen, paris, rebecca raisin   (4)
 

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50 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

thriller, betrug, mordversuch, sanfte rache, amoklauf

Sanfte Rache

Sandra Brown , Christoph Göhler
Fester Einband
Erschienen bei Blanvalet, 12.12.2016
ISBN 9783764505622
Genre: Krimi und Thriller

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18 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

krimi, killer, brandner, oberösterreich, schuster

Mostschlinge

Helmut Scharner
Flexibler Einband: 373 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 05.04.2017
ISBN 9783839220467
Genre: Krimi und Thriller

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12 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

19. jahrhundert, dienstmädchen, identitätssuche, historischer roman, pastor

Esperanzas Weg

Ruth Axtell , Dorothee Dziewas
Flexibler Einband: 349 Seiten
Erschienen bei Francke-Buchhandlung, 01.03.2017
ISBN 9783868276312
Genre: Historische Romane

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51 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

roman, kochwettbewerb, die blütensammlerin, freundschaft, liebe

Die Blütensammlerin

Petra Durst-Benning
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 20.03.2017
ISBN 9783734100123
Genre: Liebesromane

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31 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

historischer roman, preußen, napoleon, ehrenbreitstein, koblenz

Die Festung am Rhein

Maria W. Peter
E-Buch Text: 609 Seiten
Erschienen bei Bastei Entertainment, 16.03.2017
ISBN 9783732539727
Genre: Sonstiges

Rezension:

Bewertung: 4 1/2 Sterne

Nachdem Napoleon bei Waterloo vernichtend geschlagen wurde, wird das Rheinland, das vor sieben Jahren noch zu Frankreich gehörte, den Preußen unterstellt. Die Bevölkerung ist alles andere als glücklich darüber und viele akzeptieren die neue Regelung nicht. Die Worte von Napoleon "Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit" gelten bei den Preußen nicht und die protestantische Religion trennt sie zusätzlich von den katholischen Rheinländern. Um sich gegen eventuelle neue Angriffe der Franzosen zu schützen wird in Coblenz die Feste Ehrenbreitstein errichtet. Der beauftragte Bauingenieur ist Rudolph Harten, ein preußischer Leutnant. Der Bau dieser Festung kommt einem Lebenstraum von ihm gleich. Umso entsetzter ist er, als Teile seiner geheimen Baupläne verschwinden. Bald ist ein Verdächtiger verhaftet: der junge Halbfranzose Christian Berger, der zum Militärdienst gezwungen und beim Aufbau der Feste beteiligt ist. Er wird des Landesverrat angeklagt. Seine Schwester Franziska ist von seiner Unschuld überzeugt und beginnt Nachzuforschungen anzustellen. Dabei trifft sie immer wieder auf Rudolph Harten, der seinerseits den Befehl hat, den Landesverräter so schnell wie möglich vor Gericht zu bringen und ihn zu verurteilen. Doch auch Rudolph Harten ist nach einigen Befragungen gar nicht mehr so sicher, den wahren Verbrecher vor sich zu haben. Doch Christian schweigt beharrlich....

Besonders gelungen fand ich die Beschreibung der politischen Situation zu dieser Zeit und Gegend. Maria W. Peter gelingt es mühelos die Stimmung der Bevölkerung einzufangen und die Gegebenheiten sehr plastisch darzustellen. Denn hier prallen zwei sehr gegensätzliche Welten zusammen, die plötzlich und ungewollt Eins geworden sind....ein Zusammenleben erscheint unmöglich. So finden wir auch jede Menge Vorurteile und Antipathie auf beiden Seiten. Dabei erhält der Leser auch viel Nachhilfe in Geschichte, die so interessant und lebendig miteingewoben und erklärt wird, dass man das Gefühl hat, man sei mitten im Geschehen.
Die sehr bildhaften und lebendigen Landschaftsbeschreibungen des Gebietes entlang des Rheins sind eindrucksvoll beschrieben. Da ich selbst in einer Gegend wohne, wo sich Burgen, Schlösser und zwei große Stiftskirchen in luftigen Höhen entlang der Donau befinden, fühlte ich mich fast wie zuhause. Ich hatte die liebliche Landschaft immer vor meinen Augen und konnte die Gefühle von Franziska für ihre Heimat gut nachvollziehen und verstehen.

Die Charaktere sind wunderbar skizziert. Franziska ist eine für ihre Zeit sehr energische und moderne Frau. Sie steht hinter ihrer Meinung und hinter ihrem Bruder. Rudolph fand ich lange Zeit etwas steif und undurchschaubar. Er wurde erst nach und nach greifbarer. Trotzdem wurde ich erst ganz zum Schluss so richtig mit ihm warm.

Natürlich betragen auch die Spionagevorwürfe einen größeren Anteil in diesem historischen Roman mit leichten Krimitouch. Hier hätte ich mir allerdings ein bisschen mehr Spannung erhofft. Ebenso war mir sehr schnell klar, aus welcher Richtung die Gefahr drohte, auch wenn die Autorin am Ende noch eine Überraschung bereithielt, mit der ich so nicht gerechnet hatte.

Maria W. Peter hat zum 200-jährigen Jubiläum der Festungsstadt und der Fest Ehrenbreitstein (erbaut 1817 bis 1828) diesen hervorragenden historischen Roman geschrieben


Schreibstil:
Der Schreibstil ist der damaligen Zeit angepasst und trotzdem flüssig zu lesen. Die sehr lebendigen Beschreibungen der Charaktere und der Landschaft lassen das Kopfkino laufen. Die Geschichte wird sowohl aus der Sicht von Franziska, als auch aus der von Rudolph erzählt.
Maria W. Peter hat den Roman in fünf Teile gegliedert. Jeder Part ist mit einer Überschrift und einigen Zeilen aus einem Gedicht oder einer Schrift versehen. Danach folgen kurze Rückblenden in das Jahr 1815 und die Schlacht bei Belle-Alliance.
Die Autorin hat sehr gründlich recherchiert und man merkt, dass sie ihr ganzes Herzblut in diese Geschichte gesteckt hat.

Am Buchanfang ist eine Karte der der Rheinprovinzen und der Stadt Coblenz abgebildet. Im Glossar werden zwei Personenverzeichnisse angeführt, getrennt nach historischen und fiktiven Personen. Nützliche zusätzliche Informationen gibt es im Nachwort der Autorin.

Fazit
Ein absolut gelungener historischer Roman, sehr facettenreich erzählt und hervorragend recherchiert. Eine Verneigung der Autorin zum 200-jährigen Jubiläum der Erbauung der Feste Ehrenbreitsein und an die Stadt Koblenz. Gerne empfehle ich dieses Buch weiter!

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Tags: historischer roman, maria w. peter, napoleon, spionage   (4)
 

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677 Bibliotheken, 29 Leser, 1 Gruppe, 112 Rezensionen

dystopie, cecelia ahern, liebe, perfect, fehlerhaft

Perfect – Willst du die perfekte Welt?

Cecelia Ahern , Christine Strüh , Christine Strüh
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 17.11.2016
ISBN 9783841422361
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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58 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

jeffrey archer, archer, die wege der macht, die clifton-saga, historischer roma

Die Wege der Macht

Jeffrey Archer , Martin Ruf
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.04.2017
ISBN 9783453419926
Genre: Historische Romane

Rezension:

Gleich zu Beginn löst sich der fiese Cliffhanger aus dem letzten Band der Reihe auf und wir alle atmen wohl erleichtert durch, dass nicht wirklich etwas Schlimmes passiert ist. So ist man auch schnell wieder mitten in der Geschichte und hofft und bangt mit den Barringtons und Cliftons fast weitere 600 Seiten lang...
Band 5 spielt in den Jahren von 1964 bis 1970 und leider gibt es auch diesmal wieder einige Zeitsprünge, die aber nicht so eklatant wie im letzten Band sind.
Gefallen hat mir am fünften Teil, dass Harry wieder etwas mehr Aufmerksamkeit bekommt, auch wenn er sich meiner Meinung nach in Russland teilweise sehr naiv benimmt. Er setzt sich als Präsident des englischen PEN-Zentrums für den russischen Autor Anatoli Babakov ein, der zu einer Strafe von 20 Jahren in Sibirien verurteilt wurde, weil er eine verboten Biografie über Stalin geschrieben hat. Harry setzt alles daran, das einzige noch existierende Exemplar zu finden und zu veröffentlichen. Jeffrey Archer versucht hier die Ära Breschnew nach Stalin zu skizzieren, was ich jedoch ein bisschen zu aufgesetzt fand.
Emma hat diesmal massive Probleme ihre Vorherrschaft bei Barrington halten zu können und Giles steht in diesem Band vor neuen Herausforderungen. Auch Sebastian hat mit einigen Problemen und Hindernissen zu kämpfen, während er versucht einen Fuß in den Vorstand einer Bank zu bekommen. Das Leben der Barringtons und Cliftons bleibt ein Wechselbad der Gefühle und genau das macht die Famliengeschichte auch weiterhin so spannend. Man weiß nie, was man als Nächstes von Jeffrey Archer vorgesetzt bekommt.

Einige Längen kamen eher dort auf, wo der Autor ähnliche Muster wie aus den Vorgängerbänden verwendet, wie die neuerliche Wahl um einen Sitz im Parlament, bei der Giles wiederum gegen seinen Erzfeind Fisher antreten muss. So sind auch die Bösewichte in "Die Wege der Macht" altbekannt und es kommen kaum neue Figuren hinzu. Auch bei den "Gutmenschen" ist dies der Fall, die sich nicht wirklich weiterentwickeln. Trotz alledem weiß der Autor wieder zu fesseln und man kann auch diesmal das Buch kaum aus der Hand legen. Der Schreibstil ist mitreißend und lässt sich wie gewohnt flüssig lesen.
Der gewohnte Cliffhanger ist auch wieder vorhanden, doch diesmal nicht ganz so drastisch wie in den beiden letzten Büchern.

Fazit :
Eine weiterhin spannende und dramatische Familiensaga, die richtig süchtig macht. Positiv fand ich, dass Harry diesmal wieder mehr im Mittelpunkt stand und alle Familienmitglieder vor neuen Herausforderungen standen. Und nun heißt es wieder warten bis September....

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Tags: familiensaga, jeffrey archer, london, macht, stalin, wahlen   (6)
 

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26 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

krimi, anschlag, skifahren, verlag: emons, unfall

Abfahrt in den Tod

Marc Girardelli , Michaela Grünig
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 13.02.2017
ISBN 9783740800512
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als ich sah, dass ein Buch von Marc Girardelli veröffentlicht wurde, musste ich als Österreicherin und Fan des Alpinen Schilaufes natürlich sofort zuschlagen und es kaufen. So lag es auch schon lesebereit bei mir zuhause, als es zu diesem Krimi aus dem Emons Verlag eine Leserunde bei Lovelybooks gab und mich dort anschloss. Denn die beiden Autoren begleiteten die Leserunde und hey....wann kann ich mal mit einem fünffachen Weltmeister plaudern? Zu Beginn gab es auch noch ein Grußwort von Hansi Hinterseer :) ....wer es nicht weiß...Hansi war früher Schirennläufer, bevor er zu singen begann!

Michaela Grünig und Marc Girardelli gewähren mit ihrem Krimi "Abfahrt in den Tod" dem Leser einen Blick hinter die Kulissen des Schiweltcup. Die wirklich atemberaubende Beschreibung der letzten Sekunden vor dem Start und während eines Abfahrtslaufes auf den schwierigsten Hängen der Welt, wie Wengen und Kitzbühel, haben mich von Beginn an gefesselt.
Marc Gassmann, ein erfolgreicher Rennläufer, hat nach einer schweren Verletzung sein Ziel nicht aus den Augen verloren und will noch einmal die große Kristallkugel holen. Der sympathische Schweizer liegt am Lauberhorn bereits in Führung, als ihm etwas am Nacken und Rücken streift und er ganz knapp das Rennen verliert. Entsetzen macht sich breit, als man eine Drohne findet, die nur Sekunden hinter Marc auf die Piste gestürzt ist. Zuerst wird von einem Unfall ausgegangen, doch dann wird ein Sprengsatz an der Drohne gefunden und die Kantonspolizei wird hinzugezogen. Ausgerechnet Kantonspolizistin Andrea Brunner, Marcs Exfreundin, soll den Fall leiten. Da Andrea unbedingt zur Kripo wechseln möchte, kann sie den ihr befohlenen Personenschutz an Marc nicht ablehnen, auch wenn Ehemann Daniel, Marcs ehemaliger Freund aus Kindertagen, alles andere als begeistert ist.....

Mit viel Spannung und rasanten Einblicken in die Welt des Schisports erzählt das Autorenpaar nicht nur von bedrohlichen Dohnenangriffen, sondern auch von Sportwetten, Sponsorenkämpfe und Doping. Außerdem erhielt Marc Drohbriefe, von denen die Polizei erst nach dem Vorfall bei der Abfahrt erfährt. Wer bedroht den erfolgreichen Sportler und wer hat es auf Marcs Leben abgesehen?
Das habe ich mich auch gefragt und Seite um Seite verschlungen! So schnell wie möglich wollte ich des Rätsels Lösung finden.....
Der Plot rund um den Alpinen Schiweltcup ist auch für Wintersport-Uninteressierte sehr kurzweilig geschrieben und die Geschichte rundherum sehr vielschichtig. Auch die Ermittlungsarbeit nimmt einen wichtigen Teil davon ein und lässt auch einen Blick auf Andrea's Privatleben werfen.
Gekonnt haben Grünig und Girardelli noch einige überraschende Wendungen, die den Leser auf falsche Spuren führen, eingebaut. Und dann gibt es auch noch kurze Einschübe eines Unbekannten, der seine Gedanken in sehr düsteren Worten mit dem Leser teilt. Der Spannungsbogen beginnt langsam zu steigen und endet mit einen logischen Finale, das mich zufrieden die letzte Seite zuklappen ließ.

Schreibstil:
Hier hat sich ein tolles Team gefunden! Das Buch lässt sich richtig flüssig lesen und man ist mitten im Geschehen. Die Beschreibungen sind sehr anschaulich und man hat das Gefühl gemeinsam mit dem Rennläufer auf der Abfahrtsstrecke zu sein. Die Charaktere sind alle sehr authentisch und mitten aus dem Leben gegriffen.

Fazit:
Ein faszinierender und unblutiger Krimi aus der Welt des Alpinen Schizirkus, der mich fesselte und überzeugen konnte. Hier hat sich ein neues Dreamteam gefunden! Ich hoffe sehr auf weitere Fälle mit Andrea Brunner und empfehle "Abfahrt in den Tod" gerne weiter.

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Tags: alpiner schirennsport, drohne, krimi, marc girardelli, michaela grünig, sportwetten   (6)
 

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67 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

affäre, betrug, judith w. taschler, roman, krebs

bleiben

Judith W. Taschler
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Droemer, 01.09.2016
ISBN 9783426281321
Genre: Romane

Rezension:

Der Roman "bleiben" von der österreichischen Autorin Judith W. Taschler ist eine Geschichte, für die man sich Zeit nehmen sollte. Ihre vier Protagonisten, die sich vor zwanzig Jahren im Zugabteil kennengelernt und wieder aus den Augen verlieren, haben mich noch tagelang nicht verlassen.

Diese Vier sind Paul, Felix, Max und Juliane, die auf den Weg von Wien nach Rom nacheinander zusteigen und sich erst im Zugabteil kennenlernen. Doch in zwanzig Jahren werden sie wieder aufeinander treffen: Paul und Juliane als Ehepaar und Felix und Max als gute Freunde, die nach dieser schicksalshaften Zugfahrt gemeinsam eine Studentenwohnung in Wien gemietet haben. Felix ist heute Fotograf und Max ein berühmter Kunstmaler. Damals in Rom, als Juliane noch am Bahnhof ihr Cello auspackt und spielt, fotografierte Felix die junge Frau und Max fertigte Skizzen der spielenden Juliane an. Zwanzig Jahre später entdeckt Julianes Tochter ein Gemälde ihrer Mutter, versunken im Cellospiel, in einer Wiener Galerie. Max Bauer stellt dort seine Werke aus und als Juliane die Ausstellung besucht, trifft sie auch auf Felix. Die Beiden beginnen eine heftige Affäre, die Felix jedoch nach einem halben Jahr ohne Erklärung beendet.....

Die besondere Weise, wie die Autorin diese Geschichte erzählt, ist außerordentlich interessant, aber auch gewöhnungsbedürftigt. Jeder Protagonist erzählt abwechselnd aus der Ich-Perspektive. Außergewöhnlich macht diese Erzählform jedoch die direkte Ansprache an den Leser. Ich hatte das Gefühl, jeder der vier Figuren führt direkt ein Gespräch mit mir und erzählt seine bewegende Geschichte. Jedoch bemerkt man schnell, dass alle vier Protagonisten einen anderen Freund haben, der ihr Ansprechpartner ist und dem sie ihre Sicht der Dinge erzählen. Diese Personen bleiben jedoch bis zum Ende hin unbekannt. Das klingt jetzt etwas verwirrend, war für mich aber eine sehr interessante neue Leseerfahrung. Ich fand diese ungewöhnliche Perspektive sehr interessant. Diese bewirkt auch, dass man sich den vier Protagonusten näher fühlte, die ihre Geheimnisse "mir dir" teilen.

Mit der Zeit erfährt man mehr und mehr über die vier Freunde und deren Geheimnisse.
Juliane hat ein schreckliches Kindheitstrauma zu verarbeiten, bei dem ihr der ruhige Paul eine große Hilfe war. Ihre Ehe basiert nicht unbedingt auf Leidenschaft und der großen Liebe, aber sowohl Paul, als auch Juliane haben nicht wirklich danach gesucht.
Felix hat früh seine Mutter verloren und kommt aus Südtirol. Hier hat mir die geschichtliche Komponente sehr gut gefallen, die das Thema "Italianisierung" aufgreift. Gehörte Südtirol vor dem ersten Weltkrieg noch zu Österreich-Ungarn, wurde es 1919 Italien zugesprochen. Danach begann die Italianisieurung, die eine vollständige Ausmerzung der deutschen Sprache und den österreichischen Charakters der Region zum Ziel hatte. Nach bzw. während des Zweiten Weltkrieges hatten die Südtiroler die Wahl auszuwandern und sich dem Dritten Reich anzuschließen oder sich italianisieren zu lassen (ohne ethnischen Minderheitenschutz in ihrer Heimat zu bleiben). Die Probleme, die Felix Eltern und Großeltern durch diese willkürlichen politischen Änderungen hatten, wird hier sehr gut beschrieben.
Auch Max, der mit drei Jahren ins Heim kam und eine Kochlehre begann, hat keine einfache Kindheit und schafft trotzdem den Sprung zum Berufskünstler.

Ich muss zugeben, dass ich nicht mit einer Geschichte gerechnet habe, die so tief unter die Haut geht. Es geht um Beziehungen, Freundschaft, Toleranz, Verrat und den Tod - Stationen eines ganz normalen Lebens, welche in "bleiben" jedoch sehr tiefgründig beschrieben werden. Ich empfehle den Roman gerne weiter und werde nun nach anderen Werken der Autorin Ausschau halten....

Schreibstil:
Judith W. Taschler schreibt eindringlich und bildgewaltig. Ihre Charaktere sind wunderbar gezeichnet und haben Tiefe. Die besondere Art und Weise, wie sie diese Geschichte erzählt, hat mich fasziniert. Diese Erzählform ist zwar anfangs gewöhnungsbedürftig, aber trifft den Kern des Romanes perfekt.

Fazit:
Der Roman ist eindringlich und bietet hohes literarisches Niveau. Die Geschichte hat mich berührt und wirkte noch Tage später nach. Von mir gibt es eine eindeutige Leseempfehlung!

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Tags: affäre, betrug, gegenwartsliteratur, judith w. taschler, südtirol, tod, wien   (7)
 

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53 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

thriller, martin abel, brutal, gummersbach, schwangere

Der Näher

Rainer Löffler
Flexibler Einband
Erschienen bei Bastei Lübbe, 24.04.2017
ISBN 9783404174546
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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49 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

föhr, köln, roman, wohnungstausch, janne mommsen

Seeluft macht glücklich

Janne Mommsen
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 24.03.2017
ISBN 9783499290183
Genre: Liebesromane

Rezension:

Wenn ein neuer Roman von Janne Mommsen veröffentlicht wird, regt sich bei mir sofort der Wunsch diese Geschichte unbedingt lesen zu wollen. Wie ich schon in meiner Rezension zum letzten Buch "Zwischen den Bäumen das Meer" geschrieben habe, versteht es kein anderer Autor die Schönheit und das Flair der Nordsee so bildhaft rüberzubringen. Und so ist es auch wieder in "Seeluft macht glücklich". Am liebsten würde ich die Koffer packen und in den Norden aufbrechen....so ein Inseltrip ist schon lange mein Wunschtraum. Bis er Wirklichkeit wird, versinke ich in Janne Mommsen Geschichten....

Im aktuellen Buch geht es um einen Wohnungstausch. Jasmin aus Köln, Verwaltungsbeamte im Katholischen Krankenhaus, steht kurz vor dem Burn Out und bekommt drei Wochen Zwangsurlaub verschrieben. Neben ihrem Job hatte sie kaum Freizeit und ihre beste Freundin Alina lebt im Ausland. Als es in ihrem Bad auch noch zu einem Wasserrohrbruch kommt, bleibt ihr nichts anderes übrig, als die Koffer zu packen. Doch wohin? Da fällt ihr die Lösung ein: Als Fünfzehnjährige verbrachte sie sechs Wochen wegen Asthmabeschwerden auf der Nordseeinsel Föhr und so bricht Jasmin kurzfristig Richtung Nordfriesland auf. Bei der Zimmersuche lernt sie zufällig Thore kennen, der eben die Verlobungsfeier seiner Exfreundin Keike organisiert hat und die ihm ziemlich auf den Magen geschlagen hat. Am liebsten würde er die Insel für einige Zeit verlassen und seinen Kopf frei machen. So beschließen die Beiden ihre Wohnungen zu tauschen und erhalten in ihrer neuen Umgebung einen etwas anderen Blickwinkel auf ihr altes Leben.....

Mit Jasmin und Thore hat er diesmal zwei sehr verschiedene Hauptprotagonisten erschaffen, die Beide vor einem neuen Lebensabschnitt stehen. Thore hat genug vom Inselleben und vorallem schmerzt ihn die Verlobung seiner Exfreundin Keike mehr, als er eigentlich wahrhaben will. Der sonst lebenslustige Mann möchte einfach nur weg und sein Leben verändern. Dazu hat er in Köln jede Menge Gelegenheit. Durch seine Aufgeschlossenheit anderen Menschen gegenüber, schließt er schnell neue Freundschaften. Als ihm Ralf, ein katholischer Pfarrer und guter Freund von Jasmin, einen Job im Krankenhaus anbietet, ist Thore anfangs skeptisch. Doch schon bald erkennt er, welch tolle Chance ihm geboten wird. Durch diesen Job beginnt Thore sich und seine Mitmenschen besser kennzulernen. In diesen Abschnitten bekommt der Roman auch etwas Tiefe und regt zum Nachdenken an, was mir besonders gut gefallen hat.

Jasmin hat zuerst Anfangsschwierigkeiten auf Föhr. Sie igelt sich ein und ist so erschöpft, dass sie einfach mal ausspannt. Doch langsam beginnen sich ihre Lebensgeister zu regen und sie erkundet nach und nach die Insel. Dabei trifft sie auf allerlei kuriose Menschen, wie Inga, die sich um die Population von Föhr kümmert oder auch auf Thore's Freunde Jens und Lars, zwei Sonnyboys, knackig und braungebrannt....
Sehr unterhaltsam erzählt Janne Mommsen wie die Beiden sich in ihrer neuen Umgebung langsam anpassen, Freunde finden und sogar überlegen für immer in ihrer neuen Heimat zu bleiben.

Gewohnt witzig und trotzdem mit einigen sehr nachdenklichen Abschnitten versehen, bringt mir Janne Mommsen in seinem Romanen Norddeutschland näher, was gar nicht so einfach ist. Trotzdem gelingt es dem Autor in jedem seiner Bücher und ich kann es gar nicht erwarten wieder etwas Neues von ihm zu lesen.
Leider kam für mich das Ende in "Seeluft macht glücklich" etwas zu schnell und überhastet. Hier hätten dem Roman ein paar Seiten mehr gut getan, um mich restlos zufrieden zurückzulassen.

Schreibstil:
Der Roman liest sich leicht und locker, der Grundton ist heiter. Es ist die richtige Lektüre für den Frühling oder Sommer bzw. für eine zukünftige Urlaubsplanung ;) Die Insel und das Inselleben wird so lebendig dargestellt, dass man am Liebsten sofort die Koffer packen würde. Man spürt durch jede Zeile die Liebe des Autors zu seiner Heimat.
Durch den Perspektivenwechsel, in dem einmal aus Thores und ein anderes Mal aus Jasmins Sicht erzählt wird, erhalten wir tiefe Einblicke in ihre Gefühlswelt. Die Kapitel sind kurz und man ist fast zu schnell durch die Geschichte durch....

Fazit:
Ein Wohlfühlroman, der einem bereits an den Sommerurlaub denken lässt. Unterhaltsam, locker und mit viel Nordseeflair....lässt die Seele baumeln!

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Tags: föhr, janne mommsen, nordfriesland, wohnungstausch   (4)
 

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28 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

viktorianische krimis, scotland yard, london, historischer krimi, tierkämpfe

Das Geheimnis der Madame Yin

Nathan Winters
Buch: 400 Seiten
Erschienen bei Pro-Talk , 15.03.2017
ISBN 9783939990345
Genre: Historische Romane

Rezension:  
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25 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

wien, krimi, schönbrunn, mord, entführung

Mord in Schönbrunn

Beate Maxian
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 19.09.2016
ISBN 9783442482962
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im bereits sechsten Band der Reihe rund um die Journalistin Sarah Pauli haben wir es diesmal mit einem märchenhaften Thema zu tun.
Im Schlosspark von Schönbrunn wird die drapierte Leiche einer Frau gefunden, die vor fünf Jahren als vermisst gemeldet wurde. Es ist Daniela Müller, die ehemalige Verlobte des prominenten Wiener Hoteliers Felix Beermann, der neuerlich vor seiner Hochzeit steht. Die Tote wurde wie Schneewittchen zurecht gemacht und liegt im Brautkleid auf Rosen gebettet. Ausgerechnet Beermans aktuelle Verlobte, die Hochzeitsmanagerin Valentina, findet die Tote bei ihrer morgendlichen Joggerrunde im Schlosspark.

Sarah Pauli, die Journalistin des "Wiener Boten", die gerade für eine Reihe über Hochzeitsbräuche recherchiert, wird bei diesem außergewöhnlichen Mord hellhörig. Vor wenigen Tagen hat sie einen Strauß aus 108 roten Rosen bekommen, dem weitere Sträuße folgten. Die Kollegen denken an einen heimlichen Verehrer, doch Sarah ist sich einer geheimnisvollen Verbindung zum Mord in Schönbrunn sicher. Es werden Vermutungen und Theorien aufgestellt und vorallem fragt sich auch der Leser: Wo wurde Daniela Müller die letzten fünf Jahre versteckt gehalten? Und warum wurde sie gerade jetzt ermordet? Und ist auch Valentina in Gefahr?

Wer bereits die Bücher der Autorin kennt weiß, dass Beate Maxian immer mystische und spirituelle Themen in ihre Wien-Krimis miteinbringt. Durch ihre Protagonistin Sarah Pauli, die für den "Wiener Boten" in ihrer Rubrik über Aberglauben, Spiritualismus, geheime Zeichen usw. schreibt, bleibt das Mystische der rote Faden in allen Büchern der Reihe. Denn Sarah steckt ihre neugierige Nase zu oft in Dinge, die sie in gefährliche Situationen bringen. Genau diese Mischung macht die Krimis von Beate Maxian einzigartig.

Das Privatleben von Sarah bleibt diesmal dezent im Hintergrund und der Fall rund um die Tote ist das Hauptthema. Die Charaktere sind charismatisch und lebendig. Als Reihenleser freut man sich Altbekannte wiederzutreffen, aber wie in jedem Fall gibt es in der Krimihandlung natürlich auch neue Figuren.
Der Spannungsbogen steigt kontinuierlich an und wir begleiten Sarah wieder in die Welt des Journalismuses und lesen von vielen verschiedenen Bräuchen und Ritualen. Im sechsten Band der Reihe spielt allerdings auch die Märchenwelt der Gebrüder Grimm eine große Rolle. Die Autorin greift ebenfalls Themen wie Freundschaft, Solidarität und die Scheinwelt der Reichen und Schönen auf.

Wie immer sind auch die bildhaften Beschreibungen von Wien sehr gelungen. Man besucht diverse Schauplätze und Sehenswürdigkeiten der österreichischen Hauptstadt, aber manche doch in einer anderen Form😏 ....zum Beispiel wandert man mit Sarah Pauli nicht zwischen Rosenstöcken und Springbrunnen im Schönbrunner Schlossgarten, sondern zwischen geheimnisvollen Pentagonen.

Für mich war "Mord in Schönbrunn" der bisher beste Teil der Reihe und ich kann den Krimi wirklich weiterempfehlen!

Schreibstil:
Der Schreibstil ist angenehem zu lesen, flüssig und bildhaft. Man spürt den Charme von Wien und hat beim Lesen jede Menge Bilder im Kopf. Auch der Spannungsbogen ist gut aufgebaut und steigert sich kontinuierlich. Die Kapitel sind kurz gehalten und enden oft mit einem kleinen Cliffhanger, der den Leser anspornt weiterzulesen.

Fazit:
Für mich der beste Krimi der Reihe, die mit ihren einzigartigen mystischen Themen und mit Wiener Flair punkten kann. Auch der bildhafte Schreibstil und der kontinuierlich ansteigende Spannungsbogen runden die Geschichte perfekt ab. Ich freue mich schon auf das nächste Abenteuer von Sarah Pauli!

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Tags: aberglaube, beate maxian, krimi, märchen, schönbrunn, wien   (6)
 

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teepflückerin, freunde, tempel, engländer, unberührbar

Der Himmel über Ceylon

Linda Cuir
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Weltbild, 01.01.2016
ISBN 9783959732512
Genre: Romane

Rezension:

Als großer Fan von Sri Lanka, dem ehemaligen Ceylon, wanderte dieses Buch sehr schnell in mein Körbchen, als ich es vor ein paar Monaten bei Weltbild gesehen habe. Als es nun bei Lovelybooks eine Leserunde zum Ebook gab, habe ich die Chance genutzt mein Buch vom SuB zu holen und gemeinsam mit der Autorin mitzulesen.

Durch meine allererste englischsprachige Brieffreundin, die eben von dieser Insel im Indischen Ozean kommt, stammt meine Liebe zu Sri Lanka. Und so tauchte ich sehr schnell in die Geschichte rund um die wunderschöne Anjali, eine junge Teepflückerin, ein.
Unsere Protagonistin ist eine Dalit - eine Unberührbare aus der untersten Kaste des hinduistischen Glaubens. Gemeinsam mit ihrer Mutter Sita ist sie Teepflückerin in Nurwara Eliya, dem Hochland im Zentrum der Insel. Doch Anjali träumt von einem besseren Leben. Als sie im Tempel den Göttern Speisen darbringt und betet, lernt sie den Engländer Tom kennen. Durch ihn erhält sie tatsächlich die Chance bei einer englischen Familie in Colombo in der Küche zu arbeiten. Aber selbst ihre eigenen Landsleute stellen sich gegen das Mädchen, die daraufhin eine furchtbare Zeit durchmachen muss.....

Das Cover deutet eher auf einen romantischen Landscape-Roman hin, dies ist aber keineswegs der Fall! Bereits nach dem ersten Drittel war ich zutiefst erschüttert von Anjalis Schicksal. Vorallem wenn man sich vor Augen führt, dass dieses Kastendenken und der gesellschaftliche Unterschied in den 60-iger Jahren, also vor etwas mehr als 50 Jahren, stattfand und nicht vor einem Jahrhundert oder mehr.

Linda Cuir hat die Faszination und die landschaftliche Schönheit der Insel perfekt eingefangen. Aber auch die Probleme, die vorallem noch im Norden von Sri Lanka herrschen, wurden von der Autorin durchgehend miteinbezogen. Die Standesdünkel der Engländer, die sich teilweise noch immer als die Herrscher aus der Kolonialzeit ansehen, werden hier sehr genau aufgezeigt. Aber auch die Menschen, die zwischen den Kulturen keinen Unterschied machen, wie Sir Geoffrey und der Fotograf Fred, bleiben nicht unerwähnt und spielen im Roman größerer Rollen.

Anjali ist eine sehr starke junge Frau, die mit jedem Rückschlag über sich hinauszuwachsen scheint. Zum Ende hin waren mir allerdings ihre Fähigkeiten, die sie alle innerhalb kurzer Zeit erlernt und beherrscht, zu viel. Da wäre ja jeder Mensch der jahrelang etwas lernt ein Trottel im Vergleich zu Anjali, die zwar sehr kreativ und schön ist, aber alles aus dem kleinen Finger zu beuteln scheint. Das ist mein einziger Kritikpunkt an diesem wundervollen Roman, der mich sehr bewegt hat.

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin ist sehr emotional und bildgewaltig. Die Beschreibungen der exotischen und farbenfrohen Landschaft Sri Lankas und im Vergleich der Gegensatz der armen und ausgenutzen Landbevölkerung, hat Linda Cuir grandios gemeistert. Sie verwendet hier keineswegs den erhobenen Zeigefinger, sondern weist mit viel Gespür auf die noch immer schlimme Situation in Sri Lanka - auch nach Beendigung des Bürgerkrieges - hin.
Die einzelnen Charaktere sind sehr lebendig beschrieben. Anjali konnte ich nicht immer verstehen, aber ihre innere Kraft war bemerkenswert.

Fazit:
Ein Roman, der uns die Perle des Indischen Ozeans, das heutige Sri Lanka, von beiden Seiten zeigt. Einerseits die landschaftliche Schönheit und auf der anderen Seite die ärmlichen Verhältnisse der Tamilen, einer heutzutage kleinen Minderheit, der größtenteils buddhistischen Bevölkerung. Eine bewegende und emotionale Geschichte rund um eine junge starke Frau. Empfehlenswert!

  (26)
Tags: roman, sri lanka, tamilen, teepflücker, unberührbar   (5)
 

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krimi, ostfriesland, ulrike busch, teehändler, greetsiel

Tod am Deich

Ulrike Busch
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei Klarant, 03.03.2017
ISBN 9783955735845
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mit viel Lokalkolorit und sympathischen Ermittlern punktet Ulrike Busch gleich zu Beginn. Kaum begonnen, ist man bereits mitten im Geschehen!
Der Leser lernt Hauptkommissar Tammo Anders kennen, der im wahrsten Sinne des Wortes auf den ersten Seiten über eine Leiche stolpert. Als er am frühen Morgen mit seinem Rad und Hund Buddy unterwegs ist, muss er einen Jogger ausweichen. Daraufhin kommt er vom Weg ab und stürzt über eine Böschung. Dort findet er in einem Entwässerungsgraben am Deich die Leiche des örtlichen Teehändlers Folkert Petersen. Doch nicht nur der gewaltsame Tod des alten Petersen bringt den sonst so beschaulichen Ort Greetsiel in Aufruhr, sondern auch die Rückkehr von Enno Duwe, der sich nach 25 Jahren wieder in seiner Heimat niederlässt. Damals hat er Ostfriesland mit Tina Petersen, der Tochter des Toten verlassen, was einen ziemlichen Skandal gleichkam. Niemand hat den Störenfried und Querulanten vermisst. So sind die Greetsieler auch hundertprozentig sicher, dass nur er der Mörder von Folkert Petersen sein kann. Auch Tammo, der noch eine Rechnung mit Enno offen hat, ist derselben Meinung. Als Kommissar kann er sich aber eine Vorverurteilung nicht leisten. Seine neue Kollegin Fenna Stern, eine Fallanalytikerin, die genau an diesem Tag ihre neue Stelle antritt, sieht die Sache allerdings etwas anders als die Einwohner des Ortes.....

Dies ist mein erstes Buch der Autorin und ich kann sagen, dass ich mich schon nach den ersten Seiten im nordfriesischen Greetsiel heimisch fühlte. Als Österreicherin, die leider noch nie an der Nordsee war, erhielt ich viele Einblicke in die Gepflogenheiten der Einheimischen, die ich schnell ins Herz schloss. Hauptkommissar Tammo Anders, der manchmal etwas unüberlegt handelt, da er "seine" Greetsieler doch sehr gut kennt, war mir sofort sympathisch. Als Gegenpart ist Fenna eine toughe Frau, die sich nicht um diverse Gerüchte kümmert und sich davon ablenken lässt. Als Profilerin schätzt sie die Situationen einfach besser ein. So ergeben die Beiden ein tolles Team, zwischen dem auch ab und zu kleine Funken sprühen.

Auch die bildhaften Beschreibungen der Gegend fand ich gelungen. Ulrike Busch hat hier neben dem Kriminalfall auch viel Lokalkolorit miteingebaut. Die Spannung kommt ebenfalls nicht zu kurz. Als Leser rätsle ich immer gerne bei Krimis mit und hatte sogar in eine Richtung den richtigen Riecher ;) Trotzdem konnte mich die Autorin auch überraschen, denn sie hat doch einige überraschende Wendungen eingebaut.
"Tod am Deich" bildet den Auftakt einer neuen Krimiserie rund um die Kripo Greetsiel und ich freue mich schon auf die Folgebände.

Bemängeln muss ich allerdings das Schriftbild der Printausgabe aus dem Klarant Verlag. Die Schrift ist doch eher klein gehalten, es gibt keine Absätze und die Seitenränder sind (auch oben und unten) extrem schmal. So ergibt das Schriftbild ein eher unschönes Ganzes.

Schreibstil:
Der Krimi lässt sich sehr flüssig lesen und der Schreibstil von Ulrike Busch ist spritzig und lebendig. Die Handlung wird in der dritten Person erzählt und ist sehr dialoglastig. Die Charaktere, angefangen von den Dorfbewohnern bis hin zum Ermittlerteam, sind direkt aus dem Leben gegriffen und authetisch.

Fazit:
Ein kurzweiliger Krimi mit viel Lokalkolorit, der von Beginn an unterhält und mit einigen unerwarteten Wendungen punkten kann. Der Beginn einer neuen Reihe, bei dem mir das Zusammenspiel der beiden Ermittler und der Schauplatz gut gefällt. Ich bin schon gespannt auf Band Zwei.

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Tags: krimi, nordsee, ostfriesland, regionalkrimi, ulrike busch   (5)
 

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amsterdam, krimi, kongress, originell, britta bolt

Der Tote im fremden Mantel

Britta Bolt
E-Buch Text: 288 Seiten
Erschienen bei HOFFMANN UND CAMPE VERLAG GmbH, 17.02.2017
ISBN 9783455814224
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In Britta Bolts dritten Krimi begleiten wir wieder Pieter Posthumus durch die Straßen und Grachten von Amsterdam. Dem Mitarbeiter des Amtes für Katastrophenschutz und Bestattungen der Stadt, kurz genannt "Das Büro der einsamen Toten", mangelt es nie an neuen Fällen, für die er den Nachlass regeln und ein würdiges Begräbnis organisieren soll.

Dieses Mal findet in Amsterdam die Wirtschaftskonferenz "Earth 2050" statt und es wimmelt nur so von Delegierten und Demonstranten aus der ganzen Welt. Und bald hat auch Pieter wieder einen Fall zu bearbeiten. Frans Kamp, ein Junkie, für den er den Nachlass regeln soll, wurde in einem teuren Kamelhaarmantel mit einem Packen Geldscheinen gefunden. Das Geld hat ihm wohl zum "Goldenen Schuss" verholfen, der ihn schlussendlich zu Pieter brachte. Doch woher hatte der Junkie den teurenMantel und die große Geldsumme? Pieter findet außerdem noch in einer kleinen Seitentasche die Vistenkarte des Konferenzteilnehmers Ben Ollsen, der schwer verletzt auf der Intensivstation im Krankenhaus liegt. Kommissar de Boer und PP versuchen den Tathergang und eine Verbindung zwischen den beiden Männern zu finden, doch das ist schwieriger, als sie denken....

Nachdem ich bereits Band 1 und 2 aus der Reihe rund um Pieter Posthumus gelesen habe, fühlt man sich nach den ersten Seiten sofort wieder wie zuhause. Ich traf alte Bekannte wie Anna, die Besitzerin des "Dolle Hond", dem Stammlokal von Posthumus, als auch Cornelius, PPs Freund, der die Grabreden für die unbekannten Toten spricht und auch Pieters Nichte Merel kam im dritten Band wieder öfters vor und bescherte den Lesern einen kleinen Cliffhanger auf den letzten Seiten.

Ich liebe das besondere Flair dieser Reihe, die sich von anderen Krimis abhebt. Auch wenn Britta Bolt eher den ruhigen Schreibstil bevorzugt und das Autorenpaar des öfteren durch kleine Nebensächlichkeiten vom eigenen Fall abschweift, punktet der Krimi gerade durch seine Eigenheiten.

Die verschiedenen Handlungsstränge, die diesmal nicht ganz so zahlreich sind, wie im zweiten Band, sind wieder äußerst komplex aufgebaut und verknüpfen sich am Ende hin zu einem Ganzen. Der Fall ist diesmal äußerst brisant und kaum durchschaubar. So beginnt Kommissar de Boer Pieters Denkweise und Recherchen immer mehr zu schätzen und bindet Posthumus viel mehr als bisher in den Fall ein. Tina, die nun bei Anna im Lokal aushilft, nimmt ebenfalls in "Der Tote im fremden Mantel" eine größere Rolle ein und wird wohl ab diesem Krimi zu den "Stammfiguren" gehören.
Das Privatleben, sowie Posthumus Kollegen aus dem Büro der einsamen Toten, spielen diesmal nur eine Nebenrolle. Der Fokus liegt hier eindeutig beim Fall.

Schreibstil:
Der Schreibsstil des Autorenduos Britta Böhler und Rodney Bolt, die gemeinsam unter dem Pseudonym Britta Bolt schreiben, ist eher ruhig und detailliert. Wie schon in den Vorgängerbänden gibt es viele Charaktere und die Beschreibung der Figuren, und vorallem von Amsterdam, ist sehr bildgewaltig und lebendig. Der Plot ist dicht gewebt und erst am Ende führen alle Handlungsstränge zu einem Einzigen zusammen.

Fazit:
Ein weiterer gelungener Krimi aus der Reihe, die alleine schon mit einem außergewöhnlichen "Ermittler" und einem interessanten Schauplatz punkten kann. Das aktuelle umweltpolitische Thema und der interessante Plot ließen mich ein Auge zudrücken und die kleine Hänger im ersten Drittel vergessen. Wie immer ist der Krimi eher ruhig und detailverliebt. Ich freue mich schon auf den nächsten Fall und auf ein Wiedersehen in Amstersdam!

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Tags: amsterdam, bestattung, britta bolt, umwelt   (4)
 

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tod, trauer, verlust, roman, 70er jahre

Ein fauler Gott

Stephan Lohse
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 06.03.2017
ISBN 9783518425879
Genre: Romane

Rezension:

Als der achtjährige Jonas nach einem Wettschwimmen und einem darauffolgenden unerklärlichen Anfall ins Krankenhaus eingeliefert wird, denkt noch niemand daran, dass er bald sterben wird. Doch nach etwas mehr als einer Woche ist er tot. Eine eindeutige Diagnose von den Ärzten gibt es nicht. Alleine diese Vorstellung finde ich absolut furchtbar. Da ich selbst Mutter bin, kann ich nur sagen, dass der Tod eines Kindes wohl das Allerschlimmste überhaupt sein muss. Gefangen in ihrer Trauer und Fassungslosigkeit bleiben Ben, der elfjährige Bruder, und Ruth, die Mutter, zurück....jeder für sich und restlos mit der Situation überfordert.

Der Grundtenor dieses Romans ist der Verlust, Einsamkeit und die Trauerbewältigung. Kein einfaches Thema und trotzdem wurde es in einer Geschichte verpackt, die aus der Sicht des elfjährigen Bens erzählt wird. So erhält es einen leichteren Ton. Zu Beginn war ich wirklich sehr angetan von der Schreibweise, die besonders die Gefühlwelt von Ben und Ruth beschreibt. Beide trauern auf ihre Weise, wobei ich mich als Mutter zuerst mehr in Ruth hineinfühlen konnte. Sie tat mit unsagbar leid, denn Ruth hat wirklich niemanden.....keine Freundinnen, der Mann hat sie verlassen und gründet bereits mit seiner momentanen Freundin eine neue Familie, die Schwiegermutter dement und die eigenen Eltern in der DDR lebend, die nicht einmal zur Trauerfeier des Enkelkindes anreisen durften. In den Siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts war ich, wie Ben in dieser Geschichte, ebenfalls ein Kind und so erkannte ich viele Dinge aus dieser Zeit wieder - Dinge, die so typisch für diese Zeit waren und die viele Kindheiten geprägt haben. Und so hatte ich anfangs das Gefühlt ein kleines Buchjuwel in den Händen zu halten.

Leider ließ meine Euphorie aber nach dem ersten Drittel rasch nach. Der Lesefluss stoppte und es gab einige Handlungsstränge, die ins Leere führten und bei denen ich mich am Ende fragte, warum der Autor diese überhaupt in die Erzählung miteinbrachte. Diese zusammenhanglosen Ereignisse füllten zwar die Seiten, brachten die Geschichte aber nicht wirklich weiter. Außerdem begann sich beim Lesen eine Distanz zu den Figuren aufzubauen, der ich mich nicht entziehen konnte. So hatte ich das Gefühl an der Oberfläche der Geschichte zu kratzen und das Lesen wurde immer anstrengender. Durch einzelne Rückblenden, die sehr sprunghaft und abschweifend waren, erhielt der Roman einige Längen, die den Lesefluss stoppten.

Während Ruth mit ihrer Trauer auf der Stelle tritt, immer depressiver wird und mit der Situation vollkommen überfordert ist, hat Ben Freunde und erlebt gerade den Sprung vom Kind zum Teenager. Eine aufregende Zeit, die er sich aber manchmal nicht zu leben traut, wie etwa der Besuch des Schwimmbades mit seinen Freunden. In seinem Nachbarn, Herrn Gäbler, findet er endlich einen Erwachsenen, mit dem er über den Verlust reden kann, denn zwischen Ben und seiner Mutter steht eine tiefe Sprachlosigkeit. Langsam findet Ben wieder den Weg zurück in ein "normales Leben" und hat trotzdem immer noch das Gefühl mitschuldig am Tod seines Bruders zu sein.
Ich denke der Autor wollte im Großen und Ganzen ausdrücken, dass zwar die Trauer bleibt, aber das Leben weitergeht. Trotz der Thematik blieb diese Geschichte für mich zu sehr an der Oberfläche. Kein einfaches Buch...leider überzeugte es mich nur teilweise.

Schreibstil:
Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt. Einmal aus der Sicht von Ben in eher kindlicheren Worten und einige Teile aus der Sicht von Ruth. Stephan Lohse schreibt einerseits sehr poetisch, aber auch einfach. Es finden sich tolle Zitate auf den etwas mehr als 300 Seiten. Die Sätze sind eher kurz gehalten, die Kapitel sind lang und in weitere Unterteilungen gegliedert.

Fazit:
Ein nicht einfacher Roman, der mich zu Beginn sehr berühte, jedoch durch zusammenhanglose Ereignisse und etliche Längen viel Substanz verliert. Leider konnte mich die Geschichte nicht wirklich packen und überzeugte mich nur bedingt.

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Tags: gegenwartsliteratur, siebziger jahre, stephan lohse, tod, trauer, verlust   (6)
 

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josie kju, finnland, liebe, musik, familie

Herzvibrieren

Josie Kju
E-Buch Text: 232 Seiten
Erschienen bei null, 01.03.2017
ISBN B06XCBV9ZF
Genre: Liebesromane

Rezension:

Bewertung: 3 1/2 Sterne

Hier muss ich erstmals zugeben, dass mich voralllem das Cover und das Thema Musik zum Lesen der Geschichte inspiriert hat. Bei Lovelybooks hatte ich das Glück, dass ich als Einzige mit einem Taschenbuch in einer eBook-Runde mitlesen durfte - nochmals herzlichen Dank an die Autorin!

Der Einstieg ins Buch ist mir sehr leicht gefallen. Mona und Leevi sind sehr sympathische Protagonisten, die einem sofort ans Herz wachsen. Leevi ist schnell zu begeistern, unbekümmert, lebt für die Musik und sprüht vor Leben. Mona ist hingegen eher bodenständig und hat schon schwere Zeiten hinter sich. Sie arbeitet in der Personalabteilung einer Lederwarenfirma. Die beiden verlieben sich auf den ersten Blick, jedoch stehen ihnen ihre Herkunft und ihr Alter erstmals im Weg. Mona kommt aus Deutschland, Leevi ist Finne und einige Jahre jünger als die Deutsche. Als sie sich trotz aller Hindernisse füreinander entscheiden, bekommt Leevi ein Angebot, das er nicht abschlagen kann: eine Ausbildung für ein Jahr in Australien.....

Gleich zu Beginn hat mich das Alter der Protagonisten überrascht, die ich eher als Achzehn bis Zwanzigjährige eingeschätzt hatte, die aber bereits um die Vierzig sind. Da ich selbst in der Musikbranche arbeite, weiß ich, dass die meisten Musiker Chaotiker sind und eher nicht erwachsen werden (Ausnahmen bestätigen die Regel!), jedoch war mir Leevi für sein Alter trotzdem zu kindisch. Auch bei Mona hatte ich oft das Gefühl keine Frau in meinem Alter vor mir zu haben, sondern einen verliebten Teenager. Versteht mich nicht falsch...man kann sich bis ins hohe Alter verlieben (auch dazu gibt es ein Beispiel im Buch, das ich aber sehr authentisch finde). Trotzdem fand ich es erfrischend, einmal eine etwas andere Liebesgeschichte mit Protagonisten in meinem Alter zu lesen. Und man sieht auch im Falle von Mona, die eher kopflastig ist, dass man durch die große Liebe auch einmal alles vorher dagewesene über Bord werfen kann....
Sehr gut gefallen hat mir der Familienzusammenhalt der Familie von Leevi und ich denke unser aller Liebling in der Leserunde war Großmutter Josie. Sie hat sofort den Weg in mein Herz gefunden. Aber auch die anderen Familienmitglieder sind überaus herzlich und wurden wunderbar charakterisiert.

Durch die Trennung wachsen sowohl Leevi, als auch Mona über sich hinaus. Leevi findet in seiner großen Liebe, der Musik, Halt und bringt seinen Schmerz in seinen Liedern zum Ausdruck. Mona erfüllt sich endlich ihren Herzenswunsch: Sie macht sich selbstständig und wächst über sich hinaus. Für mich ging Monas Vorhaben allerdings etwas zu schnell... Trotzdem fand ich die Entwicklung, die beide Figuren in dieser Zeit durchmachen, absolut gelungen.

Was viele Leser in der Leserunde entzückend fanden, nämlich Leevis Sprache, ein "denglisch" (Mix aus Deutsch und Englisch), fand ich nicht so gelungen. Hier muss ich mich meiner Tochter anschließen, die Versuche deutscher Autoren englischsprechende Figuren mit einem Kauderwelsch aus Deutsch und Englisch auszustatten, nicht identisch findet und meint, dass kein englischsprachiger Mensch so sprechen würde (sie ist einer eher internationalen Klasse und großteils mit englischsprachigen Schülern zusammen).
Ich muss aber zugeben, dass es Leevi dadurch im Roman noch sympathischer machte...

Die Geschichte ist in sich abgeschlossen, jedoch wird es auf jeden Fall noch mindestens eine Fortsetzung geben. Band zwei "Herzturbulenzen" wurde von der Autorin bereits angekündigt....

Schreibstil:
Der Schreibstil ist sehr flüssig, lebendig und emotional. Die Kapitel sind kurz und über jedem steht ein kurzes Zitat, das zum Nachdenken anregt.
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Mona und von Leevi erzählt. So erhält man tiefe Einblicke in ihre Gefühlswelt. Man ist mittendrin und erlebt ihre Up and Downs hautnah mit. Manchmal wurde es mir ein bisschen zu kitschig, aber an meiner eher fehlenden Romantik sollte man sich nicht unbedingt ein Beispiel nehmen ;)

Fazit:
Eine süße und leichte Liebesgeschichte mit viel Musik, Ups and Downs und schon etwas älteren Protagonisten. Für Romantiker und zum Abtauchen an einem Sonntag auf der Terrasse oder vor dem Kamin.

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Tags: finnland, josie kju, liebesroman, musik, trennung   (5)
 

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42 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

bundeswehr, ulm, silvia stolzenburg, stuttgart, thriller

Blutfährte

Silvia Stolzenburg
Fester Einband
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 08.03.2017
ISBN 9783839220696
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Silvia Stolzenburg ist für mich ein Garant für spannende und absolut gut recherchierte Geschichten, egal ob im historischen Bereich oder im Krimi-Genre. Nun hat sie sich an ihrem ersten Thriller gewagt und ich bin wieder absolut begeistert.

Bereits der Prolog macht unheimlich neugierig und man fragt sich, was hier eigentlich abgeht. Das Fragezeichen in meinem Gesicht wurde immer größer.... Danach folgt im ersten Kapitel ein Schwenk zur Bundeswehr und Sanitätsfeldwebel Tim Bergmann. Dieser beobachtet einige ungewöhnliche Vorkommnisse während seines Dienstes, die ihn neugierig machen. Als er beim Schnüffeln in den Unterlagen seines Vorgesetzten erwischt wird, ergreift er die Flucht und wird prompt verfolgt. Tim taucht unter und Oberleutnant Max Becker erhält den Auftrag ihn aufzuspüren, da er unerlaubt vom Dienst ferngeblieben ist. Becker ahnt nicht, worauf er sich einlässt, als er den Auftrag annimmt.
Als kurze Zeit später eine Leiche in einem Hotel gefunden wird und alle Spuren zu Tim führen, schaltet sich auch die Polizei ein. Oberkommissarin Lisa Schäfer beginnt zu ermitteln und zieht Max Becker hinzu. Doch die Zusammenarbeit zwischen Kripo und Bundeswehr ist nicht so einfach. Während sich Lisa auf Tim als Täter einschießt, hat Max Bedenken und glaubt nicht an seine Schuld.....

Die Beschreibungen und die Arbeitsweise der Bundeswehr, den Feldjäger und der Polizei wurden von der Autorin wieder hervorragend recherchiert.
Mit Max Becker hat Silvia Stolzenburg einen außergewöhnlichen "Ermittler" erschaffen. Dieser schnüffelt im Alleingang weiter, nachdem Lisa ihm den Fall wieder entzogen hat. Dabei entdeckt er wesentlich schneller die Hintergründe von Tims Verschwinden, als Lisa und ihr Team.
Die Handlung nimmt immer mehr Fahrt auf und der Spannungsbogen steigt kontinuierlich an. Man fühlt sich beim Lesen mittendrin im Geschehen. Durch die wechselnden Schauplätze und Personen, die sich oft kapitelweise ablösen, steigt die Spannung noch weiter an und man kann nicht aufhören zu lesen. Silvia Stolzenburg gelingt es wieder großartig falsche Spuren zu legen und den Leser in die Irre zu führen. Bis zum großartigen und dramatischen Finale, bei dem mich die Autorin absolut überraschen konnte, tappt man völlig im Dunkeln....und trotzdem fügt sich alles logisch und glaubwürdig zusammen. Ich freue mich, dass es eine Fortsetzung mit Feldjäger Max Becker geben wird.

Schreibstil:
Egal ob historischer Roman, Krimi oder Thriller...die Autorin beherrscht jedes Genre! Ihr Schreibstil ist wunderbar flüssig, mitreißend und angenehm zu lesen. Die Kapitel sind eher kurz gehalten und der Spannungsaufbau steigt stetig. Die Figuren sind lebendig und mitten aus dem Leben gegriffen. Durch den Perspektivenwechsel erhält man gute Einblicke in die Gedankengänger einzelner Figuren. Als Leser hat man einen kleinen Vorsprung an Wissen gegenüber den Ermittlern und rätselt gerne mit.

Fazit:
Auch im Thriller-Genre ist Silvia Stolzenburg eine Klasse für sich. Toller Plot, konstante Spannungskurve und ein Ende, das absolut überrascht und überzeugt. Eine Leseempfehlung für Krimi- und Thrillerfans!

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Tags: bundeswehr, silvia stolzenburg, stuttgart, thriller   (4)
 

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19 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

frankreich, nora berger, paris, intrigen, 17. jahrhundert

Die gefährlichen Intrigen des Marquis de Cinq-Mars

Nora Berger
Buch: 544 Seiten
Erschienen bei Bookspot Verlag, 23.02.2017
ISBN 9783956690778
Genre: Historische Romane

Rezension:

Leider verrät der Klappentext oben wieder sehr viel von der Geschichte, doch mit 544 Seiten bleibt noch genug davon übrig und die erzählt Nora Berger in gewohnt bildhafter und lebendiger Sprache.
Die beiden Romane, die ich bereits von der Autorin gelesen habe, stachen durch hervorragende Recherchearbeit ihrer in verschiedenen historischen Zeitepochen handelnden Bücher, heraus. "Der Fluch der Zuckerrohrinsel" spielte im 19. Jahrhundert in Martinique, "Sturmwind über Auprèsmont" während des Zweiten Weltkrieges in Frankreich.

Auch diesmal sind wir wieder in Frankreich, aber zur Zeit von Richelieu und Ludwig, den XIII. Und wer wie ich die Verfilmungen der Musketiere kennt weiß, dass sich hier vieles um Politik- und Kirchenintrigen dreht. So auch bei "Die gefährlichen Intrigen (hier steckt ja schon das Wort im Titel!) des Marquis Cinq-Mars.
Doch zuerst lernen wir die junge Italienierin Gabriella di Montadori in Venedig kennen. Die Adelige soll mit dem französischen Lebemann Julian de Rochebonne verheiratet werden. Dieser hat vorallem ein Auge auf ihre Mitgift geworfen, um seine Schulden tilgen zu können. Gabriella hat ihr Herz allerdings bereits an Angelo, den Hirtenjungen, vergeben, obwohl sie weiß, dass diese Liebe nicht standesgemäß ist und keine Chancen hat. Als Julien mit seinem Freund Henri de Cinq-Mars bei Gabriellas Eltern die Formalitäten für die Hochzeit verhandelt, belauscht Gabriella ein Gespräch der beiden Männer, bei dem ein Mordanschlag auf Kardinal Richelieu geplant wird. Cinq-Mars selbst ist ein Günstling des regierenden Königs Ludwig des XIII und doch boykottiert er seinen Herrscher und begünstigt einen Thronwechsel. Gabriella hofft durch dieses Wissen der Hochzeit zu entgehen....

Historische und politische Ereignisse aus dieser Zeit hat Nora Berger geschickt mit einer fiktiven Geschichte verwebt und zu einem spannenden historischen Roman verarbeitet. Mein Kopfkino war immer eingeschaltet und im Hinterkopf hatte ich immer wieder opulente Festlichkeiten, farbenprächtige Kleider und weiße Perücken, Schlösser und Gärten vor Augen und natürlich Richelieu, der hier einen großen Part in der Geschichte einnimmt. Man hat das Gefühl selbst in dieser illustren Gesellschaft zu wandeln und den Ränkespielen der Reichen und Mächtigen ausgeliefert zu sein.

Atmosphärisch ist der Roman sehr dicht und äußerst detailreich erzählt. So hatte ich in der Mitte des Romans das Gefühl manchmal auf der Stelle zu treten. Doch danach steigt der Spannungsbogen wieder kontinuierlich an und endet in einem grandiosen Finale.

Die Charaktere sind hervorragend beschrieben und man hat von jedem Einzelnen ein absolut rundes Bild. Alle haben ihre Ecken und Kanten und besonders bei Cinq-Mars entdeckt man, wie unbekümmert er ist und vorallem seine Vorteile nutzt, auch bei den Frauen. Gabriella ist eine für ihre Zeit mutige und starrsinnige Frau, die versucht ihre Lage zu verbessern und der Heirat mit Julien Rochebonne zu entkommen. Dieser ist ein notorischer Spieler und Lebemann, der arrogant und selbstverliebt ist. Natürlich gibt es weitere unsympathische Figuren, die vorallem in die politischen Machtspielchen verwickelt sind. Die Charaktere sind jedoch keinesfalls schwarz-weiß, sondern haben alle ihre Facetten und sind vielfältig.

Das Personenverzeichnis am Anfang des Buches mit den historisch belegten und den fiktiven Figuren fand ich sehr hilfreich und aufschlussreich.

Schreibstil:
Wie bereits erwähnt hat Nora Berger einen absolut fesselnden und bildreichen Schreibstil. Die Geschichte ist detailreich erzählt, die historischen Fakten sind mit der fiktiven Handlung perfekt verwebt. Das Kopfkino ist dauernd am Laufen und der Roman wurde historisch sehr gut recherchiert. Es wird abwechselnd aus verschiedenen Sichtweisen erzählt, was die Gedanken und Gefühle der einzelnen Figuren noch deutlicher rüberbringt.

Fazit:
Wieder ein gelungener historischer Roman der Autorin, der so bildgewaltig ist, dass man sich selbst am Hof des Königs wähnt. Intrigen, Ränkespiele und Attentate wechseln neben der Liebesgeschichte und den historischen Ereignissen ab. Großartig recherchiert und erzählt. Ich freue mich schon auf das nächste Buch der Autorin!

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Tags: frankreich, historischer roman, ludwig xiii, nora berger, richelieu   (5)
 

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111 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

thriller, norwegen, mord, oslo, alkohol

Federgrab

Samuel Bjørk , Gabriele Haefs
Flexibler Einband: 540 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 17.10.2016
ISBN 9783442205257
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Auf einer Waldlichtung wird eine seltsam drapierte Leiche eines jungesn Mädchens gefunden. Sie liegt nackt auf einem Federbett, umgeben von einem Pentagram aus Lichtern und mit einer Blume im Mund. Die junge Frau ist außerdem sehr abgemagert und bei der Obduktion findet man in ihrem Magen Tierfutter. Das Ermittlerteam rund um Kommissar Holger Munch und Mia Krüger untersuchen den Fall, dessen Spur in eine Gärtneri führt. Die Inhaberin, Helene Eriksen, leitet dort ein Heim für Jugendliche, wo auch die Ermordete Camilla Green gewohnt hat. Als Gabriel Mørk, der Softwareentwickler, der im ersten Band als Neuzugang zum Ermittlerteam dazugestoßen ist, ein Video aus dem Dark Net zugespielt wird, hoffen Munch und Mia auf eine baldige Auflösung des Falles. Doch die Ermittlungen laufen schleppend....

Leider kann "Federgrab" nicht mir "Engelskalt", dem ersten Teil der Reihe, mithalten. Vieles scheint erscheint nicht wirklich neu. Auch die Probleme und Selbstmordgedanken von Mia waren schon in Band 1 ein großes Thema und wird auch hier wieder seitenweise behandelt. Mia scheint aus dem Dilirium aus Tabletten und Alkohol gar nicht herauszukommen und auch Munch hat die Trennung zu seiner Frau noch immer nicht überwunden. So war besonders der Mittelteil für mich ziemlich schleppend, denn die ewigen Wiederholungen ermutigten nicht wirklich zum weiterlesen.

Es ist zwar bekannt, dass skandinavische Autoren gerne kaputte Ermittler für ihre Thriller verwenden, jedoch sollten nicht immer dieselben Probleme wiedergekäut werden! Der Fokus liegt auch eher beim Privatleben der Ermittler und der Kriminalfall gerät dadurch immer mehr in den Hintergrund, was sehr schade ist.
Erst im letzten drittel steigt der Spannungsbogen an. Durch geschickt ausgelegte falsche Spuren und überraschende Wendungen gelingt es dem Autor den Leser in die Irre zu führen.
Die Auswahl eines Opfers fand ich allerdings unpassend und nicht besonders einfallsreich....mehr kann ich hier leider nicht verraten...

Schreibstil:
Der Schreibstil des Autors ist gut lesbar und flüssig, die Sätze sind eher kurz gehalten. Die aus verschiedenen Erzählperspektiven erzählte Geschichte lässt den Leser tiefe Einblicke in das Gefühlsleben der Ermittler, als auch des Täters zu.

Fazit:
Leider kann der zweite Band der Reihe nicht wirklich überzeugen bzw. mit Band Eins mithalten. Die Längen in der Mitte und der Fokus auf das kaputte Ermittlerteam gerichtet, war mir der Thriller einfach zu langatmig und konnte auch mit falsch gelegten Spuren und überraschenden Wendungen nicht "gerettet" werden. Ein eher mittelmäßiger Thriller, den man lesen kann, aber nicht muss.

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Tags: eulen, norwegen, ritual, samuel bjork, thriller   (5)
 
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