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20 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

fähre, familie, familienunternehmen, ferien, ferienhaus, freundschaft, geldnot, hunde, insel, kind, liebe, roman, scheidung, sommer, vergangenheit

Sommernachtsträume

Mary Kay Andrews , Andrea Fischer
Fester Einband: 752 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 23.05.2018
ISBN 9783596521821
Genre: Romane

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52 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

dt autor, ermitteln, folter, geheimnis, karen hallstern, kolumbien, krimi, kriminalbiologie, manipulation, mannheim, massenmord, massenmörder, medaillon, spinnen, thriller

Das Gift der Wahrheit

Julia Corbin
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Diana, 09.07.2018
ISBN 9783453359772
Genre: Krimi und Thriller

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15 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

hist. krimi, krimi, krimi-reihe, österr. krimi

Donaudämmerung

Thomas Buchner
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 11.06.2018
ISBN 9783709978849
Genre: Krimi und Thriller

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130 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 66 Rezensionen

berlin, charite, heilmittel, historie, historischer roman, historischer roman, roman, historisc, hoffnung, intrigen, kampf gegen die zeit, krankenhaus, liebe, liebe zur medizin, medizin, medizingeschichte, missgunst

Die Charité

Ulrike Schweikert
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 26.06.2018
ISBN 9783499274510
Genre: Historische Romane

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13 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

1980erjahre, bittersüß, liebesroman, teenager

Für dich bricht meine Welt zusammen

Kai Everstein
Flexibler Einband: 284 Seiten
Erschienen bei Independently published, 27.04.2018
ISBN 9781980912378
Genre: Sonstiges

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47 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

2018, entführung, hund, jutta maria herrmann, kinder, lügen, mord, psychothriller, rache, schuld, spannung, thriller, tot, vergangenheit, wähle den tod

Wähle den Tod

Jutta Maria Herrmann
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.07.2018
ISBN 9783426519981
Genre: Krimi und Thriller

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50 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

entführung, ermittlungen, hammesfahr, kidnapping, kind, krimi, petra hammesfahr, roman, roman, petra hammesfahr, verwirrte alte frau, www.die-rezensentin.de

Als Luca verschwand

Petra Hammesfahr
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Diana, 12.03.2018
ISBN 9783453292093
Genre: Krimi und Thriller

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137 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

england, entführung, geheimnis, geheimniss, gewalt, goldmann, kind, kinder, kindesentführung, kindsentführung, leben, liebe, michael robotham, neid, thriller

Die Rivalin

Michael Robotham , Kristian Lutze
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 27.12.2017
ISBN 9783442314096
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Schon seit einige Zeit lese ich die Bücher von Michael Robotham und konnte somit auch nicht an seinem letzten Buch vorübergehen. Diesmal haben wir es mit einem Thriller abseits der Reihe um den Psychologen Joe O'Loughlin und seinem Freund und Ermittler Vincent Ruiz zu tun.

In "Die Rivalin" (den Titel finde ich nicht ganz passend) geht es um Agatha und Meghan. Beide Frauen sind schwanger und erwarten etwa zur gleichen Zeit Nachwuchs. Für Meghan ist es ihr drittes und für Agatha das erste Kind. Beide Frauen kommen aus völlig unterschiedlichen Schichten und laufen sich im Supermarkt über den Weg, wo Agatha arbeitet und Meghan von der Ferne bewundert. Ihr Leben erscheint nach außen hin perfekt. Meghan lebt in einem tollen Haus mit Garten, hat bereits zwei süße Kinder und einen erfolgreichen Ehemann, der beim Fernsehen arbeitet. Außerdem betreibt sie einen erfolgreichen Mami-Blog, wo sie aus ihrem Leben erzählt. Doch so rosig, wie es aussieht, ist es in ihrer Ehe nicht. Der Schein trügt...

Agatha hingegen kommt aus ärmlichen Verhältnissen, hatte eine schlimme Kindheit und bereits eine Ehe hinter sich. Sie hat in ihrem Leben bereits viel erleiden müssen. Nach einigen Fehlgeburten und vergeblichen Fruchtbarkeitsbehandlungen ist sie nach einer kurzen Liason mit Hayden, einem jüngeren Kommunikationstechniker der Royal Navi schwanger und tut alles dafür, um endlich eine glückliche Mutter zu sein.

Das Buch ist in zwei Teile geteilt, wobei der erste Abschnitt sehr ruhig beginnt und sich langsam aufbaut. Dies ist jedoch sehr wichtig, da man als Leser mehr über die Lebensumstände und die Vergangenheit der beiden Frauen erfährt. Hier geht es vorallem um Schwangerschaft, Verluste, Missbrauch, Unfruchtbarkeit und Eheprobleme. Der Leser hat keinen typischer Ermittler-Thriller in den Händen, sondern mehr ein Drama.
Beide Frauen erzählen abwechselnd in der Ich-Perspektive. Dabei kommt es etwa im Mittelteil zu einigen kleinen Längen. Unterschwellig spürt man aber bereits die aufkommende Spannung - bis es zum großen "Knall" kommt. Danach beginnt der zweite Abschnitt des Buches und die Ereignisse beginnen sich zu überschlagen. Ab diesem Zeitpunkt blickt man als Leser in die Abgründe der menschlichen Seele.

Der Spannungsroman/das Drama (als Thriller würde ich das Buch nicht bezeichnen - oder nur den 2. Teil davon) ist eindringlich und emotional. Die Charaktere hat Robotham einfach großartig ausgearbeitet. Ich konnte mich in beide Frauen hineinversetzen. Als Leser hat man immer wieder Zweifel, auf welcher Seite man stehen soll. Manchmal lassen die Lebensumstände Menschen Dinge tun, die nicht richtig sind, aber bei denen man auch Verständnis aufbringen kann. Einige Vorkommnisse aus Agathas oder Meghans Leben könnten jeder Frau passieren. Der Autor spielt hier gekonnt mit der Psyche und hat auch einige unvorhersehbare Szenen eingebaut. Es gibt kein schwarz-weiß, nur grau.
Man hat nicht das Empfinden, dass die Täterin gewollt grausam ist und kann ihre Gedanken und Taten teilweise wirklich nachvollziehen. Sie ist eine gebrochene Frau und ich hatte Mitleid mit ihr. Jedoch gab es auch einige Szenen, die mir kurz die Luft nahmen und unglaublich den Kopf schütteln ließen. Agatha versinkt in ihrem eigenen Lügengebilde und als Leser weiß man oft nicht, was Lüge und Wahrheit ist.

Die Nebencharaktere komnnten mich hingegen nicht zu 100% überzeugen. Vorallem die Wandlung von Hayden fand ich nicht wirklich nachvollziehbar.
Respekt muss ich dem Autor zollen, wie er sich in die beiden Frauencharaktere hineinversetzt hat. Außerdem konnte er mich mit seinen Kenntnissen betreffend Schwangerschaften überraschen.
Das Ende überrascht und lässt mich nach einigen spannenden Stunden das Buch zufrieden zuklappen.

Schreibstil:
Robotham schreibt flüssig und lebendig. Die Spannungskurve beginnt diesmal erst ab der zweiten Hälfte zu steigen. Der Autor baut mehr auf die unterschwellige Spannung auf.
Die Kapitel sind eher kurz gehalten. Es wird abwechselnd aus der Perspektive von Meghan und Agatha in der Ich-Form erzählt.

Fazit:
Ein emotional packendes Drama, das ruhig und langsam beginnt und sich ab der zweiten Hälfte zu einem spannenden Psychothriller mausert. Ein interessantes Thema und großartig ausgearbeitete Charaktere verdecken kleine Schwächen.

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Tags: entführung, michael robotham, thriller   (3)
 

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28 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

1. weltkrieg, alex beer, erster weltkrieg, hist. krimi, historischer krimi, krimi, mard an stadtrat, nachkriegszeit, österr. krimi, reihe, wien, wien 1920, wien-krimi, zwischenkriegszeit

Die rote Frau

Alex Beer
Fester Einband
Erschienen bei Limes, 21.05.2018
ISBN 9783809026761
Genre: Historische Romane

Rezension:

Bewertung: 4 1/2 Sterne

Nachdem mich der erste Band rund um Rayonsinspektor August Emmerich sehr gut gefallen hat, war es selbstverständlich, dass ich auch den neuen Fall lesen werde. Und ich kann euch gleich zu Beginn verraten: Auch "Die rote Frau" ist wieder richtig gut!

August Emmerich und sein junger Assistent Ferdinand Winter haben es nach der erfolgreichen Auflösung des Kriminalfalles aus Band 1 tatsächlich geschafft und sind in die Abteilung "Leib und Leben" aufgestiegen. Allerdings gestaltet sich das Berufsleben am neuen Arbeitsplatz nicht so, wie es sich Emmerich vorgestellt hat. Anstatt endlich durch die Straßen von Wien auf Verbrecherjagd zu gehen, sitzen er und Winter gemeinsam neben Bürofräuleins und "dürfen" Protokolle tippen. Von den Kollegen werden sie als "Krüppelbrigade" beschimpft, nachdem Winter wegen eines Dienstunfalles noch seinen Arm in der Schlinge trägt und Emmerich wegen eines Granatsplitters im Bein hinkt. Vom Heroin, das ihm im ersten Teil Linderung verschaffte, ist er losgekommen, aber seine Wohnung bei Luise hat er trotzdem verloren als ihr Mann aus dem Krieg zurückkehrte. Nun lebt er in einem Männerwohnheim für Kriegsverletze. Als Stadtrat Richard Fürst, der sich für die Belange der sozial Schwachen einsetzt, ermordet wird, hofft Emmerich den Fall zu übernehmen, doch Polizeichef Gonka zieht ihn gar nicht erst in Betracht. Bald darauf geschieht ein weiterer Mord. Die Tote ist ebenfalls gut situiert und eine Wohltäterin, wie Stadtrat Fürst. Wer bringt schon Menschen um, die sich für Andere einsetzen? Welches Motiv hat der Täter?
Kollege Brühl fasst kurz darauf einen Verdächtigen: Es ist Peppi, der im selben Männerlogierheim, wie Emmerich wohnt. Dieser ist fassungslos und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Seine Wege führen ihn und Winter wieder in den Wiener Untergrund: Illegale Wettlokale, Bordelle und Bäder, aber auch ein Sanatorien und die Welt des Theaters und des Films sind ihre Ziele. Doch Emmerich und Winter bleiben nur 72 Stunden, die Gonka der "Krüppelbrigade" gibt, um die Mordefälle zu lösen....

Noch immer ist das Leben der Menschen gekennzeichnet von bitterer Armut, Wohnungsnot, unzureichender medizinischer Versorgung, Hunger und hoher Arbeitslosigkeit. Die junge Republik ist instabil. Während Monarchisten die Rückkehr des Kaisers wünschen, bilden sich bereits neue politische braune Herde, die aus München nach Wien überschwappen. Zur selben Zeit befindet sich die Filmindustrie auf ihrem Höhenpunkt. Die Menschen flüchten in eine Scheinwelt.

Emmerich, der mittlerweile seine Meinung über seinen Assistenen Winter geändert hat, bleibt seiner unkonventionellen Arbeitsweise treu. Die Auslegung der Gesetze dreht und wendet er, wie er sie gerade braucht und Winter kommt durch Emmerichs Eskapaden nicht nur in eine brenzlige Situationen. Trotzdem unterscheidet er sehr wohl zwischen Gut und Böse und hat immer das Herz am rechten Fleck. Die Sorge um seine Geliebte Luise und die Kinder lassen ihn kaum schlafen, denn Luises Mann kehrt als anderer - als grausamer Mensch - aus dem Krieg zurück.
Während sich die Ermittlungen etwas im Kreis drehen, die Motive völlig unklar sind und Emmerich sich auch in eine Sackgasse manövriert, begleiten wir die beiden ungleichen Ermittler durch die Straßen Wiens. Manche Auflösungen erschienen mir dabei ein bisschen weit hergeholt, jedoch löst sich alles logisch auf, während sich das Ende diesmal zu einem richtigen Showdown entwickelt.

Alex Beer gelingt es wieder hervorragend das Lokalkolorit der Stadt Wien einzufangen. Der historische Krimi lebt neben den beiden eigenwilligen Ermittlern vorallem von der besonderen Atmosphäre, die die Nachwehen des Krieges brutal aufzeigen. Die atmosphärische Beschreibung der Nachkriegszeit habe ich noch bei keinem Autor/Autorin so perfekt umgesetzt gefunden, wie bei Alex Beer. Dazu gibt es, wie bereits im ersten Teil, interessante Details über bedeutende Bauwerke und Lokale, die heute noch existieren.

Schreibstil:
Wie schon im ersten Teil gelingt es der Autorin wieder fabelhaft, sich beim Lesen mitten im Wien der Zwanziger Jahre zu fühlen. Sie erzählt sehr intensiv und detailliert, aber genau in der richtigen Dosierung. Auch die Wiener Mundart darf nicht fehlen und bringt wieder das typische Lokalkolorit mit sich. Alex Beer alias Daniela Larcher hat hervorragend recherchiert und erzählt von einem Wien der gar nicht so goldenen Zwanziger Jahre.
Die Charaktere sind einzigartig und facettenreich. So wird das Wien der 1920iger Jahre wieder lebendig!

Fazit:
Auch der zweite Band rund um den charismatischen Inspektor August Emmerich und seinen Assistenten Winter ist wirklich gelungen. Der historische Krimi lebt vorallem wieder von der tollen Atmosphäre der Nachkriegszeit, dem typischen Wiener Flair und dem verzwickten Kriminalfall. Von mir gibt es eine Empfehlung für diese tolle Reihe!

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Tags: alex beer, erster weltkrieg, historischer krimi, wien, zwischenkriegszeit   (5)
 

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76 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

elisabeth büchle, gewalt, glaube, hautfarbe, historischer roman, juden, ku-klux-klan, martin luther king, mississippi, rassentrennung, rassenunruhen, rassismus, südstaaten, usa, vietnam

Mehr als nur ein Traum

Elisabeth Büchle
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Gerth Medien, 26.02.2018
ISBN 9783957344601
Genre: Romane

Rezension:

Bereits im Roman "Gute Geister" von Kathryn Stockett hat mich der Rassismus in den 1960igern im Süden der USA schockiert. Ich konnte es nicht fassen, dass es vor rund 50 Jahren im "fortschrittlichen" Amerika Zustände gab, die mich eher an die Zeit der Sklavenhaltung erinnerten. Die Gesichter derjenigen hätte ich gerne gesehen, als die USA den ersten schwarzen Präsidenten wählte! Nun...eine Frau hat es noch immer nicht geschafft...

Zurück zu den 1960igern. Zu dieser Zeit tritt Felicitas, eine junge Deutsche mit jüdischen Wurzeln, ein unverhofftes Erbe an. Als einzige Überlebende des Holocaust hält sie, außer ihrer Freundin Kerstin und ihrem Job als Fotografin, nichts mehr in Deutschland. Kerstin, die mit einem Piloten der US-Army liiert ist, überlegt allerdings ebenfalls mit Christopher nach Amerika auszuwandern. Als Felicitas in Wilkinson County, Mississippi ankommt, ist sie gänzlich unbefangen was Rassentrennung angeht - vorallem auch wegen ihrer eigenen Vergangenheit. Ihre offene und liebenswürdige Art hilft ihr schnell in der kleinen Stadt, sowie im eigens gelegenen Dorf der Schwarzen, Anschluss zu finden. Doch gerade ihre Unbeschwertheit den farbigen Menschen gegenüber ist manchen Bewohnern ein Dorn im Auge. Und so erhält Felicitas in ihrem neuen Heim, das zwar idyllisch, aber sehr abgeschieden liegt, bald Besuch von den berühmt berüchtigten weißen Kapuzenmännern, dem Klu-Klux-Klan. Als durchsickert, dass sie Jüdin ist, steht sie noch mehr im Zentrum der Vereinigung, die nicht nur auf Schwarze, sondern auch auf Juden und Katholiken Hatz macht. Nur durch die Hilfe der beiden engagierten Sheriffs Landon Brown und John Johnson ist sie erstmals sicher. Doch ihr fotografisches Gedächtnis erinnert sie an einen blinkenden Sheriffstern beim letzten Übergriff der Kapuzenmänner. Wen kann sie eigentlich noch trauen? Und was geschah mit der Frau, die vor ihr im Haus wohnte und auf mysteriöse Art gestorben ist? Als Kerstin in Deutschland auch noch Hinweise bekommt, dass die Nachlasspapiere Ungereimtheiten aufzeigen, sind beide Frauen mehr als beunruhigt...

Elisabeth Büchle ist mit "Mehr als nur ein Traum" ein wahrhaft großartiger Roman gelungen, der viele Themen beinhaltet und auch einen tollen Spannungsbogen aufweisen kann. In der Geschichte nehmen die Rassenunruhen in den Südstaaten der USA eine tragende Rolle ein. Dazu hat die Autorin auch einige historische Begebenheiten und Personen einflochten. J.F. Kennedy, Martin Luther King, sowie der bereits im Kern beginnende Vietnamkrieg sind genauso Themen, wie der Kampf gegen den Drogensumpf.
Mit dem Perspektivenwechsel nach Vietnam erzählt Büchle ebenso brilliant über den schwelenden Konflikt zwischen dem Norden und Süden des Landes, den Glaubenskriegen und dem Einsatz der US Army, sowie den beginnenden Drogenhandel und der Prostitution.

Charaktere:
Felicitas ist ein sehr vielschichtiger Charakter. Trotz ihrer schweren Kindheit ist sie eine offene, herzliche und hilfsbereite Frau. Sie hat ein fotografisches Gedächtnis und ist vollkommen unvoreingenommen. Auf der anderen Seite ist sie etwas tollpatschig, naiv und chaotisch. Sie hat Mut und lässt sich nicht so schnell von ihrem Weg abbringen. Sie setzt sich für Gerechtigkeit ein und nimmt auch selbst die Dinge in die Hand.
Sheriff Landon bleibt bis zum Ende hin ein undurchschhaubarer Charakter. Ich konnte ihn bis zum Ende nicht in Gut oder Böse einordnen, auch wenn ich immer etwas mehr zu den Guten tendierte. Das beruhte aber auch darauf, dass er ebenfalls den Schwarzen gegenüber gerecht und freundschaftlich gegenüber trat.
Kerstin und vorallem Christopher, den wir in einem eigenen Handlungsstrang nach Vietnam begleiten, nehmen ebenfalls einen Teil der Geschichte ein. Die restlichen Nebenfiguren sind ebenfalls sehr authenisch und sprühen teilweise nur so vor Leben. Besonders ans Herz gewachsen ist mir Birdie, die im Dorf der Schwarzen lebt.
Und noch kurz erwähnt...nicht nur der Inhalt, sondern auch das Cover ist einfach mehr als nur ein Traum!

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin ist einnehmend, lebendig und sehr bildhaft. Die beschriebene Zeitspanne wurde hervorragend recherchiert. Historische Persönlichkeiten wurden in die fiktive Geschichte miteinbezogen. Dadurch erhält man beim Lesen das Gefühl inmitten einer wahren Geschichte zu sein, die fesselt und mitreißt. Die wunderbare Erzählweise und Sprache der Autorin sind ein weiterer Pluspunkt.
Die Geschichte ist in fünf Teile aufgeteilt, die sich über die Jahre 1960-1964 aufteilen. Das Schriftbild des Buches ist eher klein und der Roman besitzt eine Dichte, die etwas mehr Lesezeit beansprucht. Zum einfach "kurz dazwischenlesen" ist die Geschichte nicht geeignet. Aber wer einmal begonnen hat, greift sowieso zu keinem anderen Roman.

Fazit:
Dieser tiefgründige Roman beinhaltet einfach alles, was man sich für einen bewegenden und interessanten Leseabend wünscht: spannende Handlung mit überraschenden Wendungen, lebendige Charaktere und Landschaften, sowie die hervorragende Recherche der Autorin.
Meiner Meinung ist "Mehr als nur ein Traum" das bisher beste Buch der Autorin! Von mir gibt es eine dicke Leseempfehlung und den "Lieblingsbuch" Status!

  (9)
Tags: drogen, elisabeth büchle, juden, klu-klux-klan, rassenproblem, südstaaten, usa, vietnam   (8)
 

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98 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 68 Rezensionen

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Der Flüstermann: Thriller

Catherine Shepherd
Buch: 336 Seiten
Erschienen bei Kafel Verlag, 01.07.2018
ISBN 9783944676203
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich habe bereits einige Thriller der Autorin, darunter auch Shepherds Zons-Thriller, die immer zwei Zeitstränge haben und nicht ganz so blutrünstig, wie ihre anderen Bücher sind, gelesen. In meinen letzten Rezensionen hatte ich immer nur einen, jedoch denselben Kritikpunkt, der einen kleinen Sterneabzug mit sich brachte. Diesen kann ich beim Flüstermann nun nicht mehr anbringen, denn der Thriller ist vom Anfang bis zum Ende hin schlüssig und sehr spannend geschrieben!

"Der Flüstermann" ist der dritte Band der Laura Kern Reihe, kann aber auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden.

Schon im Prolog bekommt der Leser einen heimtückischen Mord an einer Frau vorgesetzt, der es unmöglich macht das Buch nochmals aus der Hand zu legen. Als kurze Zeit später ein Snuff-Video im Internet auftaucht, bei dem eine Frau brutal getötet wird, werden Spezialermittlerin Laura Kern und ihr Team auf den Fall angesetzt. Doch kaum wird die Location des Mordes gefunden, steht ein weiteres Video im Netz. Eine Mordserie beginnt, wobei der Täter willkürlich seine Opfer wählt...oder doch nicht? Alle Tötungsarten sind sehr speziell und werden vom Mörder explizit ausgesucht. Was steckt dahinter?

Die Autorin lässt den Leser kaum zu Atem kommen. Videos und Todesfälle reihen sich wie Perlen auf einer Schnur, während Laura, Max und Taylor versuchen die Spur des Täters zu finden. Diese führt ebenso ins Rotlichtmilieu, wie zu einer Versicherungsagentur. Immer wieder eingeschobene Rückblenden, die von einer Afrikareise vor sechs Jahren berichten, ergeben erst nach und nach Sinn. Für Gänsehaut pur sorgen die detaillierten Beschreibungen der Opfer kurz vor ihrem Tod. Nicht nur das Ermittlerteam, sondern auch der Leser spekuliert und rätselt, wohin die Spuren führen könnten. Überraschende Wendungen und einige falsche Fährten sind geschickt von der Autorin platziert.
Ich hatte zwar zum Ende hin den richtigen Riecher, wer der Täter sein könnte, aber die Gewissheit kam erst am Schluss. Und diesmal war auch mein Kritikpunkt, den ich bei den letzten Thriller der Autorin hatte, nicht vorhanden. Ein richtiger Pageturner für spannende Stunden!

Die Charaktere sind wunderbar gezeichnet und die prickelnde Beziehung zwischen Laura und Taylor nimmt nicht zu großen Raum ein, was ich befürworte, da romantische Thriller nicht so mein Ding sind. Laura ist eine sehr sympathische Ermittlerin, die ihr eigenes Päckchen zu tragen hat. Taylor bleibt auch in diesem Band geheimnisvoll und Max ist diesmal ein kleiner Pechvogel, der die Risiken seines Berufes am eigenen Leib zu spüren bekommt.

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin ist rasant und fesselnd. Der Spannungsbogen ist sehr hoch und bleibt über die ganzen 334 Seiten konstant und gipfelt in einen dramtischen Showdown. Die Kapitel sind eher kurz gehalten. Die Abschnitten aus der Vergangenheit sind gekenntzeichnet. Die Perspektivenwechsel erhöhen den Spannungsfaktor.

Fazit:
Ein packender Thriller mit Gänsehautfeeling an dem ich diesmal nichts auszusetzen habe und volle Sternenzahl vergebe! Spannung und etwas andere Tötungsarten machen den Thriller zu einem Pageturner! (Und auch das Ende konnte mich diesmal zufriedenstellen)

  (23)
Tags: catherine shepherd, mordserie, snuff video, thriller   (4)
 

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28 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

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Ines und die grasgrüne Liebe

Greta Niels
Flexibler Einband: 446 Seiten
Erschienen bei Tinte & Feder, 13.02.2018
ISBN 9781503900875
Genre: Romane

Rezension:  
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247 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 151 Rezensionen

agnetas erbe, corina bomann, die frauen vom löwenhof, familie, familiensaga, frauen, frauenbewegung, frauenrecht, gelungene story, gutsherrin, hendrik, historischer roman, löwenhof, saga, schweden

Die Frauen vom Löwenhof - Agnetas Erbe

Corina Bomann
Flexibler Einband: 736 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 11.05.2018
ISBN 9783548289960
Genre: Historische Romane

Rezension:

Gemeinsam in einer kleiner Blogger-Leserunde habe ich den ersten Band der neuen Trilogie von Corina Bomann gelesen, die in Schweden kurz vor Beginn des ersten Weltkrieges beginnt und mit dem letzten Band der Reihe in den 1970igern abschließt.

Das erste Buch der "Die Frauen vom Löwenhof"- Trilogie liest sich leicht und die 700 Seiten sind wirklich schnell inhaliert. Wir befinden uns in Südschweden kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Noch herrscht das eher strenge Sittenbild von Anstand und Moral, doch die Welt befindet sich im Umbruch. Auch Agneta Lejongård gehört den aufgeschlossenen Frauen an, die sich für mehr Rechte einsetzen. Sie hat das Gutshaus ihrer Eltern im Streit verlassen, um in Stockholm Kunst zu studieren. Sie ist eine der wenigen Frauen, die an der Hochschule überhaupt zugelassen werden und hat sich in der Stadt den Suffragetten angeschlossen. Zuhause auf Gut Löwenstein wird ihr älterer Bruder Herndrik einmal die Pferezucht samt Herrenhaus übernehmen. Doch ein Unglück vereitelt diese Pläne. Agnetas Vater und Bruder sterben bei einem Brand und Agneta muss zurück zum Löwenhof und ihr Studium ad acta legen. Für die junge Frau, die sich mit ihrer Mutter nicht wirklich gut versteht, stehen große Herausforderungen an...

Der Auftakt der Trilogie ist gelungen und hat mich sofort gefesselt. Agneta ist ist eine selbstbewusste und für ihre Zeit sehr moderne Frau. Neben der großen Herausforderung die neue Gutsbesitzerin zu sein, wird auch der Brand, bei dem ihr Vater und ihr Bruder ums Leben gekommen sind, polizeilich untersucht. Das größte Hindernis ist allerdings, dass Agneta sich als unverheiratete Frau in der Männerdomäne als Gutsherrin nur schwer durchsetzen kann. Mit Hilfe eines Gutsverwalters, der sie in ihrer Arbeit unterstützt, würde die Sache nach außen hin ganz anders aussehen. Da kommt ihr Max von Bredenstein gerade richtig, den ihr Vater angeblich noch vor seinem Tod einen Job angeboten hat. Dem jungen Mann scheint aber ein Geheimnis zu umgeben.....

Das Leben auf dem Gutshof wird sehr lebendig beschrieben. Man begleitet nicht nur Agneta und ihre Mutter Stella, sondern auch einige ihrer Dienstboten, wie Susanna oder Lena durch den Tag. Corina Bomann hat sowohl ihnen, als auch den Herrschaften einige Steine und Schwierigkeiten in den Weg gelegt, die den Spannungsbogen der Geschichte höher halten. Einige Geschehnisse sind allerdings ein bisschen konstruiert, was aber der Spannung nicht schadet.
Durch die gute Beziehung der Familie Lejongård zum König werden auch einige politische Themen angesprochen, besonders nach dem Attentat am österreichischen Thronfolger Franz-Ferdinand in Sarajevo und der erst neu erschaffenen Neutralität Schwedens. Man bekommt hier sehr interessante Einblicke. Ebenso überrascht hat mich, dass in Schweden 1915 bereits Kaiserschnitte durchgeführt wurden und es Röntgenapparate gab. Dafür hätte ich mir mehr zum Thema des Frauenwahlrechtes oder generell über die Suffragetten gewünscht. Überrascht hat mich, dass Frauen die Möglichkeit hatten, sich ab 25 Jahren als volljährig erklären zu lassen und damit nicht ihren Eltern oder dem Ehemann gehörten. Auch den Dienstboten war es nur mit Genehmigung der Herrschaft erlaubt zu heiraten. Sie gehörten ebenso zum Besitz. Das kenne ich zwar aus den historischen Romanen, die ich gerne lese, aber dass diese Gesetze auch 1915 noch Gültigkeit besaßen, hat mich doch etwas geschockt.

Die Charaktere sind meiner Meinung nach etwas eindimensional. Die Männer im Roman kommen größtenteils nicht sehr gut weg. Sie sind schwach und wankelmütig.
Das starke Geschlecht sind hier eindeutig die Frauen, auch wenn Agnetas Mutter Stella eine sehr gefühlskalte und reservierte Frau ist. Sehr gefallen hat mir Agnetas Stockholmer Freundin Marit, eine Suffragette.

Die landschaftlichen Beschreibungen und Bräuche des Landes kamen meiner Meinung etwas zu kurz. Einzig der schwedische Mittsommer wird näher erklärt, indem auf Gut Lejongård jährlich ein großes Mittsommerfest gefeiert wird - wie es in Schweden üblich ist. Dafür wird das Herrenhaus und die Umgebung sehr detailreich und bildhaft beschrieben. Das Ende hatte eine Überraschung zu bieten, die mir nicht so gut gefiel und mir etwas zu konstruiert war. Es blieben außerdem einige Fragen offen, die sich hoffentlich im Folgeband aufklären werden.

Schreibstil:
Der Schreibstil von Corina Bomann ist, wie auch schon in ihren anderen Romanen, wunderbar flüssig und kurzweilig. Auch hier überrascht sie mich wieder mit Individualität, denn in dieser Trilogie erscheint mir ihre Schreibweise wieder etwas anders, als in ihren anderen Romanen. Das finde ich erfrischend und positiv. Bei manchen Autoren hat man doch öfters das Gefühl immer wieder etwas ähnliches zu lesen - bei Corina Bomann ist das definitiv nicht so.

Fazit:
Ein toller Auftakt mit kleinen Schwächen, aber einem sehr rasanten Tempo und dem Gefühl so bald wie möglich weiterlesen zu wollen. Ich freue mich schon auf den Folgeband.

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Tags: adel, corina bomann, erster weltkrieg, familiensaga, frauenrecht, historischer roman, mittsommer, pferdezucht, schweden, suffragetten, trilogie   (11)
 

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55 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

duft, frankfurt, frankreich, gabriele diechler, gegenwartsliteratur, grasse die stadt der düfte, hoffnung, immobilienvermittlung, kuckuckskinder, lavendel, lavendelträume, #lavendelträume #gefühle #roman, liebe, parfüm, provence

Lavendelträume

Gabriele Diechler
Flexibler Einband: 410 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 11.06.2018
ISBN 9783458363507
Genre: Liebesromane

Rezension:

Julia ist gelernte Grafikerin und lebt mit ihrem Partner Frank in München. Mit ihrer besten Freundin Maren betreut sie Immobilienprojekte, die Maren vermittelt und die durch Julias Zeichnungen den Kunden bildhafter dargestellt werden. Das Immobiliengeschäft ist hart, denn beide lieben ihre Eigenständigkeit. Doch Julias Leben gerät völlig aus der Bahn, als ihre Mutter bei einem Autounfall verstirbt und ihr Freund Frank nicht mit ihrer Trauer umgehen kann. Sie fühlt sich verlassen und schuldig am Tod ihrer Mutter, mit der sie telefonierte, als das Unglück geschah. Beim Ausräumen des Kleiderschrankes findet sie einen Schließfachschlüssel für ein Postfach. Darin befindet sich eine Schachtel mit dem Lieblingsparfum ihrer Mutter und eine kleine geheimnisvolle Liebesbotschaft, unterzeichnet von einem mysteriösen "A". Ihre Mutter hat nie ein anderes Parfum als "La vie" getragen, der Duft der sich in diesem Postfach befand. Doch wer hat ihr die romantischen Zeilen geschrieben?
Julia beschließt in das Dorf in der Provence zu fahren, in dem der Parfümeur von "La vie" wohnt. Sie möchte wissen, ob er etwas mit den Zeilen an ihre Mutter zu tun hat. Als sie in Roquefort-les-Pins ankommt, trifft sie nur mehr den Sohn des Mannes an, der den Duft ihrer Mutter kreierte. Nicolas ist ebenfalls gelernter Parfumeur, jedoch in der Zwischenzeit ein angesehener Maler. Erst vor wenigen Tagen hat er seinen Vater zu Grabe getragen und Julia kann Antoine nicht mehr wegen ihrer Mutter fragen. Deswegen beschließt sie Nicolas nicht sofort mit der angbelichen Liebesbotschaft seines Vaters an ihre Mutter zu konfrontieren. Julia beginnt sich langsam im Dorf einzuleben und fühlt sich auch von den Menschen in Roquefort-les-Pins angenommen. Die Gespräche mit Nicolas und die malerische Gegend lassen Julias Mauern langsam bröckeln. Das Innehalten und neue Kraft schöpfen tut ihr gut. Sie erhält Zuversicht und Zuspruch, gewinnt Selbstvertrauen und entdeckt neue Wege für sich selbst. Julia versinkt im Reich der Düfte und Farben und vergisst immer mehr den Grund ihrer Reise. Als Frank ankündigt zu ihr in die Provence zu reisen, muss sie endlich eine Entscheidung treffen und sich der Vergangenheit ihrer Mutter stellen.

Was für eine zauberhafte Geschichte! Gabriele Diechler ist eine Magierin der Worte. Der Roman besticht nicht nur durch seinen zauberhaften Inhalt, sondern vorallem durch den intensiven, gefühlvollen und warmherzigen Schreibstil. Denn die Idee über ein Familiengeheimnis zu schreiben, ist nicht wirklich neu. Die Romane zu diesem Thema vermehren sich wie von selbst und unterscheiden sich nur durch die Qualität der Geschichte und der Erzählweise. Und die stimmt hier einfach! Der warmherzige und großartige Schreibstil ließ Bilder im Kopf entstehen, die wunderbar lebendig wurden. Er verzauberte mich derart, dass ich gemeinsam mit Julia in die Provence gereist bin, mit ihr initensive Düfte gerochen und mich ebenfalls in Nicolas verliebt habe. Selten habe ich ein Buch gelesen, welches so mit den Worten spielt und diese ganz besondere Atmosphäre erweckt. Gleichzeitig erfährt der Leser mehr über die Arbeit eines Nischenparfümeurs.

Die Erzählung läuft allerdings nicht nach dem gewohnten 08/15 Schema ab, sondern hat noch einiges in petto. Dabei überrascht die Autorin mit geschickten Wendungen und unerwarteten Überraschungen. Einzig die letzte Wendung war mir dann fast zu viel - ist aber laut der Autorin nach einer wahren Begebenheit von ihr für den Roman übernommen worden.

Charaktere:
Auch die Charaktere sind sehr liebevoll gestaltet und entwickeln sich weiter. Julia ist sehr gefühlsbetont, künstlerisch begabt und doch sehr verunsichert. Sie versucht wieder ihr altes Leben aufzunehmen, doch die Schuldgefühle nagen an ihr.
Maren ist nach außen hin eine eher flippige und extrovertierte Frau, die jedoch noch immer nach der wahren Liebe sucht. Sie ist immer für Julia, aber auch für Frank da. Die Abschnitte mit Maren sind voller Leichtigkeit, Wortwitz und Elan. Aber auch in Maren sitzt eine verunsicherte Seele.
Frank ist Versicherungsmathematiker, ein Pragmatiker und Kopfmensch. Er versteht Julias zu lange Trauer um ihre Mutter nicht. Er ist allerdings ein offener Mensch, der sich wirklich große Mühe gibt.
Nicolas ist ein guter Zuhörer, künstlerisch begabt und eine "Nase"...ein Mensch mit einem absoluten Geruchsinn. Er ist einfühlsam und eher introvertiert, obwohl er viele Freunde hat.
Die übrigen Figuren wie Julias Vater Jakob, Camille, Anouk oder Pierre, Nicolas bester Freund, sind allesamt liebenswert und sind weit mehr als Nebenfiguren.

Die Autorin hat bei der gemeinsamem Leserunde mit all ihrem Herzblut kommentiert und sich wirklich für jeden Leser Zeit genommen...einfach wunderbar! Wäre nur jede Leserunde so, wie diese!

Fazit:
Ein Roman, der in diesem Genre heraussticht, da er zwar emotional, aber nicht kitschig ist und besonders durch den wundervollen Schreibstil der Autorin glänzt. Man wird als Leser abgeholt und taucht erst wieder nach 410 Seiten auf. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!

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Tags: duft, familiengeheimnis, gabriele diechler, gegenwartsliteratur, parfum, provence, trauer   (7)
 

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134 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 89 Rezensionen

entfremdung, enttäuschung, erwachsenwerden, familie, familiendrama, familiengeheimnis, familientragödie, hamburg, herz und witz, leben, liebe, schuld, tod, trauer, verlust

Bis zum Himmel und zurück

Catharina Junk
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Kindler, 13.03.2018
ISBN 9783463406947
Genre: Romane

Rezension:  
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50 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

freundschaft, hunde, krimi, mord, mord aus eifersucht, münchen, ring, sabine kornbichler, schuld, sterbehilfe, streit, testament, thriller, tot, unschuldig

Der letzte Gast

Sabine Kornbichler
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.05.2018
ISBN 9783492061063
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dogwalkerin Mia Kaminski lebt gemeinsam mit ihrer Freundin Charlotte, einer Personal Trainerin, und Video-Cutter Lukas in einer WG in München. Sie kennt den Großteil ihrer Kunden sehr gut. Zu diesen gehört auch die unheilbar kranke Berna Keining, die sich auf ihren selbstgewählten Tod in der Schweiz vorbereitet. Doch jemand scheint andere Pläne zu haben, denn als Mia Bernas Hund Coco abholen will, ist diese tot - brutal ermordet. Berna war Mia zuvor schon etwas merkwürdig und leicht benommen vorgekommen, als sie Coco vom Morgenspaziergang zurückbrachte. Auch ihr Verhalten war untypisch. Nun macht sich Mia schwere Vorwürfe und ist außerdem auch noch verdächtig. Wer war Bernas letzter Gast?

Der Krimi beginnt spannend und sehr vielversprechend. Man durchlebt mit Mia's Zweifel, ob sie richtig gehandelt hat oder ob sie nicht wegen Bernas merkwürdigen Verhalten Eintritt ins Haus hätte fordern sollen. Mias Aussage, dass Berna Besuch von ihrem Neffen Nico hatte, der ihr Ex-Freund ist, wird von Nico und seiner Familie natürlich nicht gern gesehen. Außerdem vermissten sie einen wertvoller Ring. Mia wird beschuldigt ihn gestohlen zu haben und wird von Nicos Familie gezwungen ihre Aussage zurückzunehmen. Doch Mia denkt gar nicht daran und wird bald darauf tätlich angegriffen. Obwohl sie sich nicht einschüchtern lässt, fand ich viele ihrer Aktionen einfach nur unglaublich dumm. Sie vernichtet Beweismittel, sieht vor lauter Bäumen den Wald nicht und reagiert total kopflos. Verhält man sich so, wenn man gleichzeitig Zeuge und Verdächtiger ist?

Der polizeiliche Ermittler war nur eine Randfigur, denn in diesem Krimi ist die Spürnase..nein, nicht vierbeinig, sondern Mia. Sie ist zwar tough, aber sehr unüberlegt.

Im Mittelteil des Krimis entstanden leider einige Längen. Es gab viele Wiederholungen und die Spur zum Täter drehte sich etwas im Kreis. Mias Gedanken kreisten in einer Dauerschleife um daselbe, was mit der Zeit etwas ermüdend war.
Ich habe gerne mitgerätselt, doch leider hatte ich ziemlich schnell den richtigen Riecher, wer hinter den Morden steckt. Ich wartetet nur noch darauf zu erfahren, welches Motiv der Täter hatte. So bereitete mir die zweite Hälfte des Krimis etwas weniger Spaß.

Die Charaktere fand ich facettenreich und authentisch. Ich hatte sie alle vor Augen - mit Ausnahme von Nicos Bruder, der für mich nicht greifbar war. Besonders ans Herz gewachsen ist mir Greta, eine ältere Dame, die mit ihrer Tochter einen Stock ober Mia wohnt. Die nächtlichen Spaziergänge durch München, die Mia und Greta unternehmen, lassen auch vor meinen Augen die Plätze und Straßen der Stadt bildhaft entstehen. Und dann sind natürlich noch die Vierbeiner, die eine nicht unwesentliche Rolle im Krimi spielen.

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin konnte mich hingegen überzeugen. Er ist flüssig, lebendig und man fliegt richtig durch die Seiten. Die Kapitel sind eher kurz , die Schrift eher groß gehalten. Die Story wird aus der Sicht von Mia erzählt.

Fazit:
Ein Krimi mit einer untypischen "Ermittlerin", der spannend beginnt, aber ab dem Mittelteil einige Längen aufweist. Mir war der Täter ebenfalls ziemlich schnell klar, was aber das Miträtseln nicht schmälerte. Trotzdem hätte ich mir mehr Wendungen und Überraschungen gewünscht.

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Tags: dogwalkerin, krimi, mord, münchen, sabine kornbichler   (5)
 

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coney island, frau, frauen, frauenprotest, frauenrechte, freiheit, freiheitsstatu, freiheitsstatue, freiheitsstaue, journalistin, lady-liberty, liebe, new york, paris, pulitzer

Lady Liberty

Annabelle Tilly
Flexibler Einband: 396 Seiten
Erschienen bei Tinte & Feder, 08.05.2018
ISBN 9782919800391
Genre: Historische Romane

Rezension:

Bewertung: 4 1/2 Sterne

Das Autorenduo Annabelle Fagner und Tilman Schepp, die gemeinsam unter dem Pseudonym Annabelle Tilly schreiben, haben mich bereits mit "Celeste - Zwischen Himmel und Erde" begeistert.

Im neuen Roman befinden wir uns anfangs in Frankreich und danach in den Vereinigten Staaten. Es ist das Jahr 1885 und Camille St. Laurent ist eine junge Frau, die sich nicht wie ihre Schwestern in die typische Frauenrolle pressen lassen möchte. Sie schreibt für ihr Leben gerne und durfte als eine der wenigen Frauen Sprachen und Geschichte studieren. Ihr Traum ist es Journalistin zu werden, doch zu dieser Zeit war es als Frau generell kaum möglich zu arbeiten. Trotzdem gibt Jules Aragon, der Chefredakteur des "Le Figaro" ihr die Chance und entsendet die talentierte junge Frau nach New York. Sie soll die französische Delegation auf der Fregatte Isère nach Amerika begleiten, dem Schiff, auf der die Freiheitsstatue befördert wird. Die Statue wurde von Frédéric-Auguste Bartholdi entworfen und ist ein Geschenk der Franzosen an die Amerikaner zum 100. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung. Camille erhält die Aufgabe über ihrem Aufbau und die bevorstehende Einweihung berichten. Da Camille sowohl ein männlicher, als auch ein weiblicher französischer Vorname ist, erhofft Jules Aragon keine Komplikationen bei seinen Leserin in Frankreich. In New York angekommen erhält Camille ein kleines Büro im Haus der größten Zeitung der Stadt, der "New York World". Der Herausgeber ist Joseph Pulitzer, der ihr seinen Mitarbeiter Patrick O'Sullivan zur Seite stellt. Dieser ist alles andere als erfreut über eine weibliche Kollegin. Die Berichterstattung wird jedoch noch einige Zeit in Anspruch nehmen, denn der Sockel der Freiheitsstatue ist noch lange nicht fertig. Pulitzer ruft zu Spenden auf und verspricht jeden Spendernamen zu verewigen. Für Patrick und Camille beginnt eine spannende Recherche...

Der Spannungsbogen steigt eher langsam, da der Krimianteil anfangs eher eine Nebenhandlung ist und erst zum Ende hin mehr Raum einnimmt. Der historische Hintergrund ist sehr lebendig beschrieben. Geschichtliche Fakten, wie die Schwierigkeiten beim Sockelbau, und die fiktive Geschichte rund um Camille und Patrick, sowie die Morde an den zwei Prostituierten, ergeben einen faszinierenden und atmosphärischen Roman. Auch die Themen Frauenbewegung, Wahlrecht und der kulturelle Schmelztiegel der Stadt sind zu erwähnen. Faszinierend auch die historischen Ereignisse, wie das Testen mit 21 Elefanten der Brooklyn Bridge oder die Demonstration der Sufragetten bei der Einweihung - steht doch die Freiheitsstatue für Freiheit und Menschenrechte und nicht für Unterdrückung der Frauen und Schwarzen. Das Autorenpaar hat in diesem Roman so viele interessante Fakten miteingebaut, dass man nur so durch die Seiten fliegt. Aber auch der Krimianteil bringt viel Nervenkitzel mit sich, bei dem ein sehr wertvolles Medaillon, welches eine der Prostituierten als Geschenk erhalten hat, eine große Rolle spielt. Dabei gerät die furchtlose Camille am Ende in Lebensgefahr...

Die Figuren sind vielschichtig und authentisch. Vorallem Camille ist ein sehr starker Charakter, die sich voller Tatendrang ihrer Arbeit widmet, sich für die Frauenrechte einsetzt und dabei auch ihren weiblichen Charme spielen lässt. Ihre Neugierde bringt sie vorallem zum Ende hin in eine gefährliche Situation.
Sehr gefallen hat mir auch ihre resolute Tante Catherine, die sich sehr schnell in mein Herz geschlichen hat. Ich sage nur: rauhe Schale, weicher Kern.
Auch Patrick ist ein sehr symapthischer junger Mann, dessen irische Abstammung so manches Mädchenherz höher schlagen lässt. Er hat Charme und sieht gut aus, gehört aber auch zu den besten Journalisten New Yorks. Die Nebencharaktere wie Jimmy oder Susan, sowie der berühmte Joseph Pulitzer wurden ebenfalls sehr facettenreich beschrieben.

Es gibt hier nur wenig Kritik und doch muss ich diese anbringen. Mir waren Teile der Liebesgeschichte etwas zu kitschig, was aber Ansichtssache ist. Hingegen hatte ich bei der Krimihandlung manchmal das Gefühl, dass die Auflösung nicht ganz rund sei. Es gab auch eine Szene, die ich nicht ganz schlüssig fand. Für mich als alte Thrillertante bedeutet dies deswegen einen halben Stern Abzug.

Schreibstil:
Das Autorenduo glänzt mit einem fesselnden und bildgewaltigen Schreibstil. Aber auch der Humor kommt nicht zu kurz.
Der Roman wird abwechselnd aus der Sicht von Camille und Patrick erzählt und sorgt deshalb für mehr persönliche Einblicke. Der Perspektivenwechsel sorgt auch für Spannung.

Fazit:
Das Autoren-Duo beherrscht es perfekt geschichtliche Ereignisse mit einer fesselnden Handlung zu einem tollen Roman zu vereinen. Die atmosphärische Erzählweise und die historischen Begebenheiten machen dieses Buch wieder zu einem Lese-Highlight. Einzig zwei kleine Details haben diesmal die volle Sternenzahl verhindert. Eine Lese-Empfehlung!

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Tags: annabelle tilly, frauenrechte, freiheitsstatue, historischer roman, new york, prostituiertenmorde, pulitzer, suffragetten-bewegung   (8)
 

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1348, die letzte stunde, england, historischer roman, lady anne, minette walters, pest, pest (schwarzer tod), starke frau, südengland, thaddeus

Die letzte Stunde

Minette Walters , Sabine Lohmann , Peter Pfaffinger
Fester Einband
Erschienen bei Heyne, 12.03.2018
ISBN 9783453271685
Genre: Historische Romane

Rezension:  
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22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

1944, beutekunst, denunzierung, fraknreich, hist. krimi, historischer krimi, krimi, kunstgeschichte, kunstraub, michelle cordier, mord, nazis, paris, paris nach der besatzung, zweiter weltkrieg

Die Toten von Paris

Michelle Cordier
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 25.05.2018
ISBN 9783404176847
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

1944. Jean Ricolet, ein junger Inspektor aus dem Süden Frankreichs erhält eine neue berufliche Chance in Paris. Sein erster Fall ist der Mord an einem Metzger, der Hundefleisch verkauft haben soll, und vom wütenden Mob erschlagen wurde. Ricolet ist enttäuscht, denn er hoffte in der Hauptstadt endlich interessantere Fälle zu bearbeiten. Zusätzlich wird seiner Gruppe noch der Form halber ein Mord an einem Nazi zur Untersuchung weitergeleitet, der geraubte Kunstwerke nach Deutschland schaffen sollte. Die Franzosen sind aber nicht wirklich daran interessiert, diesen Mord aufzuklären, nachdem der Krieg dem Ende zusteuert. Einzig Ricolet kann seine Finger nicht vom Fall des mysteriösen deutschen Toten in einer Dachkammer lassen. Als er auf Pauline Drucat trifft, die beim ERR (Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg), als Kunstexpertin für die Deutschen arbeitet, jedoch in Wahrheit der Résistance angehört, beschließen die Beiden den Fall näher zu betrachten. Pauline vermisst nämlich ein berühmtes Gemälde von Raffael mit dem Titel "Junger Mann", das im Besitz ihrer Familie war. Das Bild hatte der tote Deutsche zuletzt auf seiner Liste zur Überstellung nach Deutschland, doch nun ist es verschwunden. Jean ermittelt auf eigener Faust und entdeckt, dass einige Kollaboratuere noch dem Feind zuarbeiten....

Der Einstieg in den historischen Krimi hat mir gut gefallen. Das Parisfeeling ist vorhanden. Die Autorin lässt den Leser durch die Straßen der französischen Hauptstadt wandeln. Auch die Atmosphäre der Menschen, die das Kriegsende herbeisehnen und sich gegen Kollaboratuere auflehnen, wird gut eingefangen. Es geht noch immer ums Überleben, aber gleichzeitig kommt auch die Euphorie des Kriegsgewinner durch. Es werden viele französische Wörter eingestreut, die zusätzlich das besondere Flair vermitteln. Da ich Französisch gelernt habe, war es für mich kein Problem. Ich kann allerdings nicht sagen, wie es Nichtkenner der Sprache beim Lesen geht.
Michelle Cordier hat auch die grausame Geschichte des Arztes und Massenmörders Marcel Petiot miteinbezogen. Er hat untergetauchten Juden für viel Geld angeboten sie außer Landes zu schaffen. In seiner Praxis hat er sie betäubt, ermordet und ihre Habseligkeiten an sich genommen. Ich habe bereits in einem anderen Krimi über Petiot gelesen und fand die Erwähnung bzw. Miteinbeziehung in die Geschichte gut, hätte mir aber noch ein bisschen mehr davon gewünscht.

Leider fand ich die Umsetzung des Plots nicht ganz gelungen. Die anfängliche Spannung konnte die Autorin nicht halten und vieles war vorhersehbar. Einige Situationen waren zu unglaubwürdig. Erst zum Ende hin zog der Spannungsbogen wieder an, konnte aber den historischen Krimi nicht mehr retten.

Ebenfalls fand ich die Charaktere flach. Jean Ricolt ist ein junger, dynamischer und ehrgeiziger Südfranzose. Er freut sich auf interessante Fälle in Paris und ist dementsprechend motiviert. Ein großes Plus, welches ihm beim Ermitteln hilft. Er lässt sich nicht so schnell ein x für ein u vormachen. Trotzdem fand ich es unglaubwürdig, dass seine Kollegen mit erheblich mehr Berufserfahrung im Vergleich zu Ricolet wie Trottel dastanden. Hier wirkte vieles sehr konstruiert und Ricolet wurde zum Superman....
Auch die Liebesbeziehung zu Pauline kam zu plötzlich, war unnötig und nicht nachvollziehbar. Ich konnte zwar Jeans Schwärmerei nachempfinden, aber mehr war da einfach nicht.
Pauline war für mich nicht wirklich greifbar. Sie ist ein widersprüchlicher Charakter. Sie ist egoistisch und verfolgt ihre eigenen Ziele.

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin konnte wiederum bei mir punkten. Er lässt sich gut lesen, ist flüssig und vorallem sehr bildhaft. Die atmosphärische Beschreibung von Paris zum Kriegsende konnte mich ebenfalls überzeugen.

Fazit:
Ein historischer Krimi mit nur teils guter Umsetzung. Der starke Anfang konnte nicht gehalten werden, ebenso die Spannung. Atmosphärisch gut, interessanter Plot, aber die Charaktere etwas flach. Kein schlechter historischer Krimi, aber mit sehr viel mehr Potential!

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Tags: denunzierung, historischer krimi, kunstraub, michelle cordier, mord, paris, zweiter weltkrieg   (7)
 

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hamptons, hunde, hundesitter, hundesitterin, jahrelange liebe, kindheitstrauma, liebe, liebesroman, meer, mira taschenbuch, morgan, roman, sarah morgan, verliebt bis in die fingerspitzen, zweite chance

Verliebt bis in die Fingerspitzen

Sarah Morgan , Ivonne Senn
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 04.06.2018
ISBN 9783956497858
Genre: Liebesromane

Rezension:

Dies ist der fünfte Band der "From Manhattan with Love" Reihe, die wie ich finde eher zwei Trilogien, als sechs Bände sind. Es gibt auch einige Unterscheidungen zwischen Titel und Cover, wobei alle drei Bücher aus dem Vorjahr das Wort "Manhattan" im Titel haben und die Romane aus diesem Jahr "Verliebt...".
Man kann die Geschichten meiner Meinung aber auch einzeln lesen....

Im Vordergrund der "Verliebt bis...." Romane steht die Hundesitter-Firma "Bark Rangers". Sie gehört den Zwillingen Felicity und Harriet. Diesmal begleiten wir Felicity, genannt Fliss, von Manhattan in die Hamptons, wo sie als Kind jeden Sommer bei ihrer Großmutter verbracht hat. Schon damals hat sie gelernt, dass es besser ist ihre Ängste und Gefühle nicht zu zeigen. Ihre schwierige Kindheit hat sie nachhaltig bis in die Gegenwart geprägt. Und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass sie ihren Ex-Mann Seth nicht über den Weg laufen will, als er ein paar Straßen weiter in einer Tierklinik in Manhattan aushilft. Auch nach zehn Jahren leidet sie noch immer unter der Trennung ihrer Jugendliebe. Da kommt der Anruf von ihrer Großmutter gerade richtig, die nach einem Krankenhausaufenthalt Hilfe braucht. Fliss flüchtet zur Grandma in die Hamptons und trifft trotzdem wieder auf ihren Ex, der sich um den Verkauf seines Elternhauses kümmert. Kurzfristig gibt sie sich als ihre Zwillingsschwester Harriet aus, doch das Schicksal hat einen ganz eigenen Plan...

Fliss ist kein einfacher Charakter. Sie nennt sich selbst "den bösen Zwilling". Schon als Kind hat sie ihre schüchterne Zwillingsschwester Harriet vor dem cholerischen Vater beschützt. Diesen Beschützerinstinkt hat sie auch noch heute intus. So hat sie die meisten Wutanfälle ihres Vaters abbekommen und um sich eine Schutzmauer gebaut. Neben Harriet waren nur ihr Bruder Daniel und sein bester Freund Seth immer für sie da. Als Erwachsene hat sie sich gemeinsam mit Harriet ihren Wunsch erfüllt und die Hundesitter-Firma "Bark Raners" aufgebaut. Hier ist sie erfolgreich und liebt ihre Arbeit über alles.

Seth ist ein sehr einfühlsamer Mann. Auch er leidet noch immer unter der Trennung von Fliss. Im Laufe der Geschichte nähern sich die Beiden wieder an, doch Fliss wurde so nachhaltig von ihrem Vater verletzt, dass sie zu niemanden - nicht einmal zu Harriet - vollstes Vertrauen aufbauen kann. Wird es Seth gelingen ihre Mauer einzureißen?
Besonders mochte ich Fliss und Harriets Großmutter und ihre weibliche Pokerrunde. Die amüsanten Szenen mit den älteren Damen haben mich richtig gut unterhalten.

Sarah Morgan erzählt in diesem Roman sehr eindringlich von schlimmen seelischen Verletzungen in der Kindheit und jeglichen Vertrauensverlust. Wunderbar dargestellt sind auch die landschaftlichen Beschreibungen. Man hört die ganze Zeit die Wellen rauschen und hat das Meer und den Sandstrand vor Augen. Genauso liebevoll sind die Hunde beschrieben....allen vorn Seth Hündin Lulu, und Seths Arbeit als Tierarzt. Was mir gut gefällt ist, dass auch immer wieder kurz Figuren aus den Vorgängerbänden auftauchen oder erwähnt werden.

Die Grundidee zu "Verliebt bis in die Fingerpsitzen" ist nicht unbedingt etwas Neues. Geschichten wie diese gibt es massenhaft mit ähnlichen Inhalten. Ebenso weiß man bei einem Liebesroman ganz einfach, wie er ausgehen wird (bei den meisten jedenfalls), aber der Weg bis dahin kann sehr unterschiedlich sein. Und dieser konnte mich in diesem Band der Reihe mehr überzeugen, als in den beiden anderen Romanen der "From Manhattan with love"-Reihe. Ich habe mich wirklich amüsiert und gehofft, dass Fliss endlich ihre Mauern niederreißt.

Fazit:
Eine schöne, romantische, aber auch humorvolle Liebesgeschichte, die nicht unbedingt neu ist, aber mir das Herz erwärmt hat. Mir hat dieser Band der "From Manhattan with Love..." Reihe bis jetzt am besten gefallen. Ich muss allerdings zugeben, dass ich noch nicht alle gelesen habe und die Reihenfolge nun etwas willkürlich geworden ist ;)

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Tags: hamptons, hundesitter, liebesroman, sarah morgan, schwere kindheit, with love from manhattan reihe   (6)
 

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alter, älter werden, beauty, botox, fadenlifting, faltenbügeleisen, fitnessarmband, fruchtsäurepeeling, gewichtsprobleme, gleitsichtbrille, glow, heike abidi, humorvoll, hyarolonsäure, lucinde hutzenlaub

Ich dachte, älter werden dauert länger

Heike Abidi , Lucinde Hutzenlaub
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Penguin, 11.06.2018
ISBN 9783328102694
Genre: Humor

Rezension:

In diesem humorvollen Ratgeber schreiben die beiden Autorinnen Lucinde Hutzenlaub und Heike Abidi über die magische Zahl 50, die Lucinde demnächst erreicht und Heike bereits überschritten hat. Da ich dieses Alter auch vor zwei Jahren erreicht habe und noch immer unglaublich auf diese Zahl starre, wenn ich sie niederschreibe, musste ich mich für die Leserunde bei Lovelybooks bewerben. Außerdem kenne ich bereits einige Bücher von Heike Abidi, deren humorvollen Schreibstil ich sehr mag.

Gemeinsam mit ihrer Co-Autorin Lucinda Hutzenlaub macht sich Heike Gedanken über die Veränderungen im "Mittelalter". Man merkt bereits auf den ersten Seiten, dass die Chemie zwischen den Beiden stimmt und man sich auf einen humorvollen Austausch freuen kann.
Wenn ich so an meine Mutter denke, als sie so alt war, wie ich jetzt bin, habe ich ein ganze anderes Bild vor Augen, als ich mich selbst in diesem Alter sehe. Meine Schwägerin hingegen hat mit 50 den Motorradführerschein gemacht und ist einige Jahre mit ihrer Jopper quer durch Europa gedüst. Natürlich gehören beide Frauen einer ganz anderen Generation an, aber auch charakterlich sind sie total unterschiedlich.
Und so greifen Heike und Lucinde verschiedene Themen auf, die uns Frauen zu diesem Zeitpunkt interessieren oder bewegen. Wie bei einem Tennismatch spielen sie sich abwechselnd die Bälle...äh...Themen zu. Da geht es um die Sache mit der Optik, wie sich das Alter anfühlt und wie jeder damit umgeht. Denkt man sich nicht des öfteren, wenn man jemand für längere Zeit nicht gesehen hat, der- oder diejenige ist aber alt geworden? Anders sieht das aus, wenn man eine Person sehr oft sieht und man mit ihr "mitaltert".

Heike und Lucinde besprechen deswegen auch welche kleine oder große Helferleins es gibt, dem äußeren Altern vorzubeugen, sie besprechen beginnende Wehwechen, was wir vermissen oder warum graue Schläfen bei einem Mann sexy sind, bei einer Frau aber nicht?

Die Themen sind im Großen und Ganzen in drei Hauptbereiche aufgeteilt:

- Wie es sich anfühlt - Bestandsaufnahme: Was bin ich und wenn ja, warum
- Die Sache mit der Optik - Wer schön sein will, muss reiben: Beauty im Selbstversuch
- Und was machen wir nun? - Spaß mit Sachen: Einfach mal was Neues probieren


Dazu gibt es im zweiten Teil auch viele Tipps und zum Abschluss jedes Themas eine Tabelle mit Kosten diverse Behandlungen, die vorallem Lucinde ausprobiert hat.

Vom Typ her sind Lucinde und Heike sehr unterschiedlich, was für den Leser sehr positiv ist. So möchte sich Lucinde mit der nahenden Fünfzig so gar nicht abfinden, während Heike eher gelassen dazu steht. Deshalb gibt es auch jede Menge Diskussionsstoff, die zu einigen heißen Themen, wie auch der Besuch eines Sexshops, führten.
Die Leserunde für uns Mittelalterfrauen war wirklich interessant und mit viel Humor gespickt. Jede von uns erkannte sich in dem einen oder anderen Thema wieder. Und gemeinsam schwelgten wir auch in Erinnerungen unserer Jugendzeit...

Nicht alle Bereiche haben mich zu 100% überzeugt, aber bei der Fülle, die Lucinde und Heike hier angesprochen haben, ist natürlich auch nicht alles für einem selbst interessant oder anwendbar. Gefallen hat mir, dass sich beide Autorinnen ihren Problemen stellen und dabei ehrlich sind, wenn es um gesundheitliche Probleme geht, die ersten tieferen Falten, Speckfalten oder graue Haare.

Fazit:
Ein humorvoller Ratgeber für Frauen um die Fünfzig, der viele Themen aufgreift und zwei verschiedene Sichtweisen aufzeigt. Ein Buch, das man sehr gut der Freundin, Schwester, Schwägerin, Schwiegermutter usw. schenken kann, wenn die Fünfzig näher kommt!

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Tags: älter werden, heike abidi, lucinde hutzenlaub, ratgeber   (4)
 

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familie, frauen, freiheit, haare, indien, italien, kanada, krankheit, krebs, leben, mut, schicksal, schicksale, starke frauen, zopf

Der Zopf

Laetitia Colombani , Claudia Marquardt
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 21.03.2018
ISBN 9783103973518
Genre: Romane

Rezension:

Bewertung: 4 1/2 Sterne

Ein richtiger Zopf besteht aus drei einzelnen Strähnen, die sich am Ende zusammenfügen. Genauso ist dieser Roman von Laetitia Colombani. Er erzählt von drei sehr unterschiedlichen Frauen, die auf den ersten Blick nicht wirklich viel gemeinsam haben. Und doch verbindet sie einiges...

Die Geschichten der drei Frauen wechseln sich immer wieder ab. Wir lesen zuerst über Smita aus Indien, dann über Giulia aus Sizilien und Sarah aus Kanada und jeder Part endet mit einem kleinen Cliffhanger, sodass man das Gefühl bekommt einfach weiterlesen zu wollen. So begleiten wir abwechselnd Smita, Giulia und Sarah in ihren sehr verschiedenen Leben.

Die Autorin hat mich besonders mit dem Strang rund um Smita beeindruckt. Diese ist eine Dalit, eine Unberührbare, die am untersten Ende der Gesellschaft steht. Sie hat keinerlei Rechte und null Chancen mehr aus ihrem Leben machen zu können. Die Beschreibung ihrer Aufgabe, der Einsammlung von Exkrementen höher gestellter Inder wird sehr eindringlich beschrieben. Den Gestank konnte ich durch die lebendige Beschreibung fast riechen. Ebenso erfährt man detailiert von der Arbeit ihres Ehemann Nagajaran, einem Rattenfänger. Sein Fang ist das tägliche Essen seiner Familie. Lohn erhält Smita keinen, bestenfalls ein paar Essenreste. Smita's größter Wunsch ist es ihre Tochter Lalita in die Schule zu schicken und ihr ein ähnliches Schicksal als Müllsammlerin zu ersparen. Mit Nagajaran hat sie einen guten Ehemann gefunden und die Beiden geben ihr gesamtes Erspartes einem Lehrer, damit Lalita die Schule besuchen kann. Dieser nimmt das Geld, verwehrt Lalita aber den Unterricht. Smita kann diese Schmach nicht hinnehmen und flieht mit ihrer Tochter...
Man erfährt in Smitas Abschnitt sehr viel über das Kastensystem, dem Glauben, die Armut und die Diskriminierung von Frauen. Nachdem man die Verbrennung der Witwen großteils abgeschafft hat, haben diese Frauen denselben Status wie Dalits und werden geächtet. Es ist schockierend zu lesen, wie Frauen in Indien behandelt und die Gesetzte missachtet werden.

Der Abschnitt um Giulia in Sizilien konnte mich anfangs nicht sofort begeistern. Giulia ist die jüngste Tochter der letzten sizillianischen Perückenmanufaktur in Palermo. Hier werden noch Echthaarperücken aus ausschließlich sizilianischen Haaren geflochten. Im Gegensatz zu ihren Schwestern interessiert sie sich für das kleine Firmenunternehmen und arbeitet selbst fleißig mit. Giulia möchte später in die Fußstapfen des Vaters treten. Das passiert allerdings schneller als ihr lieb ist, denn als ihr Vater nach einem Verkehrsunfall im Koma liegt, entdeckt sie, dass die Firma hoch verschuldet ist und auch der Privatbesitz samt Haus gepfändet werden kann. Ihre Mutter und ihre Schwestern tendieren zur Aufgabe der Fabrik. Kunsthaar oder Haare aus anderen Ländern kommen nicht in Frage. Sie bestehen auf Tradition oder Verkauf, doch Giullia glaubt an Weiterentwicklung und will nicht so schnell aufgeben. Als sie sich in einem Mann mit Flüchtlingsstatus verliebt, beginnt sie zu kämpfen - für die Fabrik, die Arbeiter und die Liebe.

Die Dritte im Bunde ist Sarah, die in Montreal, Kanada lebt. Sie erscheint neben Smita und Giulua wie ein Mensch von einem anderen Stern. Sie ist eine Karrierefrau, alleinerziehend und steht kurz davor Partner in der Anwaltskanklei zu werden, in der sie arbeitet. Als Frau muss sie noch härter arbeiten, Schwäche ist unerwünscht, denn "In einem Haifischbecken sollte man lieber nicht bluten". Sarah lebt den Perfektionismus und hat alles im Griff....bis ihr das Schicksal ein Schnippchen schlägt und sie schwer erkrankt. Sie verschweigt ihre Krankheit, wie sie auch ihre Kinder verschwiegen hat und bemerkt sehr schnell, dass Schwäche und Krankheit ein Hindernis ist, um mitspielen zu dürfen...

Sehr gefallen hat mir der Aufbau des Romans - die drei Handlungsstränge, die einander beeinflussen und sich am Ende verbinden...wie ein Zopf.

Smitas Erzählstrang ist eindeutig am intensivsten und hat mich sehr berührt. Alle drei Protagonistinnen kämpfen gegen Diskriminierung, Ausgrenzung, Missachtung der Menschen- und Frauenrechte und für ein besseres Leben, manchmal auch ums Überleben. Der rote Faden der sich durch den Roman zieht, ist das Haar. Für alle drei Frauen haben Haare eine besondere Bedeutung, die ich hier nicht verraten möchte.

Inhaltlich steckt in diesem nur 288 Seiten starken Buch sehr viel. Einzig die Nebenfiguren blieben etwas blass. Die Autorin hat sich größtenteils auf ihre drei Protagonistinnen fixiert.
Das Ende fand ich etwas abrupt und hier hätte ich mir gerne noch mehr Seiten gewünscht. Es werden zwar die wichtigsten Fragen beantwortet, es bleiben jedoch ein paar davon offen. Man kann sich aber selbst das weitere Schicksal von Smita, Giulia und Sarah vorstellen und blickt auf einen hoffnugsvollen Ausgang der Geschichte.

Schreibstil:
Der aussagekräftige und klare Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Laetitia Colombani schreibt sehr einfühlsam und bildhaft. Dialoge gibt es kaum, dafür viel indirekte Rede. Die Gedanken und Gefühle von Giulia und Sarah hätten noch mehr in die Tiefe gehen können.

Fazit:
Ein bemerkenswerter Debutroman über drei beeindruckende Frauen, der mir noch lange im Gedächtnis beleiben wird. Gerne hätte ich noch mehr über Smita, Giulia und Sarah gelesen...ein paar mehr Seiten hätten der Geschichte gut getan. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!

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Tags: dalit, fischer challenge, gegenwartsliteratur, haare, indien, laetitia colombani, perücken   (7)
 

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Solothurn spielt mit dem Feuer

Christof Gasser
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 24.05.2018
ISBN 9783740803056
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bewertung: 4 1/2 Sterne

Letztes Jahr habe ich die Krimis aus unserem Nachbarland, der Schweiz, entdeckt und bin seitdem ein richtiger Fan geworden ;) Mit "Solothurn spielt mit dem Feuer" darf ich nun den dritten Band der Reihe rund um die Solothurner Katonspolizei lesen.

Christof Gasser hat nichts mit einem langen Vorgeplänkel am Hut, sondern man wird als Leser bereits im Prolog Zeuge wie ein Scharfschütze einen serbischen Kriegsverbrecher eliminiert.
Danach sind wir im titelgebenden Solothurn, wo Kantonspolizist Dominik Dornnbach zu einem grausamen Fund gerufen wird. Unterhalb der Ruine Balm wurde ein Kinderskelett gefunden. Während er sich auf die Suche nach der Identität des Kindes macht, geht in der Kanzlei von Richter Scheurer eine Briefbombe hoch, die seine Sekretärin schwer verletzt. Vor wenigen Tagen hat er ein umstrittenes Urteil gesprochen, bei dem Dr. Weingarten, eine schweizer Juristin, die zum Islam konvertiert ist und die fundamentalistische Vizepräsidentin des Hamdala Rates ist, die Verteidigung inne hatte. Kurze Zeit später ist auch Scheurers Sohn Jonas verschwunden. Jana Casagrande hält sich zur selben Zeit in Genf auf, wo man eine islamische Terrorzelle hochgehen lassen möchte. Das Unterfangen misslangt und die Anführer konnten fliehen. Währenddessen steht die Identität des toten Jungen fest, der schon vor Jahren vom sogenannten "Bubenfresser" getötet wurde. Dieser starb im Gefängnis. Dornbach und Kollegin Maja sind ratlos, denn wer kannte außer dem Täter noch das Versteck der Leiche, die erst jetzt umgebettet wurde? Wurde damals der falsche Mörder verhaftet?

Fragen über Fragen....viele Personen und Namen erleichtern den Einstieg nicht gerade und die reichlichen Handlungsstränge tun das Übrige. Für mich war es etwas leichter, da ich den Vorgänger bereits kannte. Für Einsteiger dürfte es zu Beginn etwas schwer sein die vielen Figuren zuzuordnen. Der Krimi ist sehr vielschichtig und fordert Aufmerksamkeit.
Als Leser rätselt man, ob und wie die einzelnen Handlungsstränge zusammenhängen oder ob es sich um einzelne Straftaten handelt. Christoph Gasser versteht es immer wieder neue Fährten zu legen und überraschende Wendungen einzubauen. Ich habe bis zum Ende nicht erraten, wer der oder die Täter ist/sind.

Auch diesmal hat sich der Autor dem Fremdenhass, sowie dem islamischen Terror gewidmet. Dabei versteht er es nicht zu polarisieren und differenziert sehr wohl zwischen Fanatiker und normale Anhänger einer Religion. Private Einblicke lassen hinter die Fassade von Dominik Dornbach, Jana Cranach von der Europol, Angela Casagrande oder Dornbachs Tochter Pia blicken. Dabei wetteifern Jana und Angela in diesem Band um Dornbach, was zu einigen problmatischen Handlungen führt.
Die Charaktere sind authentisch, wobei sich Casagrande diesmal in einer echten Lebenskrise befindet und deren Handeln mir des öfteren unglaublich den Kopf schütteln hat lassen.

Schreibstil:
Christof Gassers Schreibstil ist angenehm, aber temporeich. Spritzige Dialoge lockern die Krimihandlung auf. Lokalkolorit spielt ebenfalls eine große Rolle.
Ein Glossar mit Schweizer Ausdrücken und Begriffen findet man am Ende des Krimis. Mittlerweile habe ich mich schon an die Wörter wie "parkieren" (parken, einparken) oder dass es in der Schweiz kein "scharfes s" gibt, gewöhnt. Viele Wörter ähneln auch dem österreichischen Dialekt.

Fazit:
Der dritte Teil rund um die Solothurner Kantonspolizei ist vielschichtig, abwechslungsreich und komplex. Dabei ist er ebenso brandaktuell und brisant und liest sich äußerst spannend! Ich mag einfach die Krimis aus unserem Nachbarland Schweiz, die mit Hochspannung und Lokalkolorit punkten!

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Tags: christof gasser, fremdenhass, islamischer terror, krimi, regionalkrimi, schweiz   (6)
 

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alesia fridman, freundschaft, gefühle, glück, liebe, mode, nachdenklich-heiter, roman, schicksal, seifenblasen, unfall, wendepunkt

Seifenblasen

Alesia Fridman
Flexibler Einband: 275 Seiten
Erschienen bei M. Schmidt, 01.05.2018
ISBN 9783947651115
Genre: Sonstiges

Rezension:

Sabrina lebt ihren Traum. Schon als Kind wollte sie Modejournalistin werden und quer über den Erdball jetten. Sie liebt ihren Job und kann sich für schicke Klamotten und Taschen begeistern. Mit Marc hat sie einen Partner gefunden, der als Fotograf mit ihrem Leben Schritt halten kann. Seine Ungezwungenheit und sein Lebensmotto: "Lebe den Tag!" und nicht an die Zukunft zu denken, kommt ihr entgegen. Und doch träumt auch Sabrina von einer Familie und vielleicht auch Kindern....doch ist Marc der richtige Partner dafür?
Am Ende ihres Kurzurlaubes mit Marc in Nizza reist sie noch für ein Interview zu einem aufstrebenden Maler. Auf dem Heimweg verunglückt sie mit dem Mietwagen. Daraufhin zerplatzt ihr mondänes Leben wie eine Seifenblase. Es folgt eine lange Zeit im Krankenhaus, in der sie sich von Marc alleine gelassen fühlt und sich Tagträumen hingibt. Komplikationen, mehrere Operationen und anschließende Physiotherapie katapultieren sie in eine Art Parallelwelt, in der sie sich mit ganz anderen Themen auseinandersetzen muss.
Die Rückkehr ins Alltagsleben gestaltet sich schwierig. Sabrina beginnt ihr Leben zu reflektieren und bemerkt wie oberflächlich sie teilweise gelebt hat. Auch im Job hat sie das Gefühl plötzlich über Nichtigkeiten zu schreiben und verliert ihre Leichtigkeit. Sabrina realisiert erst nach ihrem Unfall, wie ein kleiner Moment ein Leben verändern kann. Sie passt plötzlich nicht mehr in die oberflächliche Welt, in der sie sich vorher aufgehalten hat. Wie soll ihr zukünftiges Leben aussehen?

Seifenblasen ist kein typisch kurzweiliger Liebesroman, sondern eine Geschichte über einen Neuanfang, über Freundschaften und die Liebe.
Mit viel Feingefühl erzählt Alesia Fridman über Zusammenhalt, Emotionen, Hoffnung und Träume.
Dabei spielen Freundschaften eine große Rolle. Sabrina verbringt viel Zeit mit ihren Freundinnen, die ihr eine große Stütze sind. Aber sie findet auch neue Freunde, wie den Künstler Serge oder das ehemalige Model Annemarie, das an Krebs erkrankt ist.
Die Charaktere sind authentisch und besonders Sabrina macht eine große Wandlung durch. Doch die Autorin lässt uns auch hinter die Fassade ihrer Freundinnen und schlussendlich auch hinter Marcs Geheimnis blicken.
Einzig Sabrinas Tagträume im Krankenhaus fand ich etwas langatmig und konnte diese auch nicht wirklich nachvollziehen. Das Ende war mir dann auch etwas zu viel Friede, Freude, Eierkuchen... Trotzdem gibt es von mir eine Empfehlung!

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, einfühlsam und teilweise sehr detailliert. Ich hatte jede Menge Bilder im Kopf und konnte mir sowohl die Figuren, als auch die Landschaft sehr gut vorstellen.

Fazit:
Ein Roman mit Tiefgang, der über eine Frau am Wendepunkt ihres Lebens erzählt. Die Autorin schreibt einfühlsam und bringt die Oberflächlichkeit der heutigen Zeit auf den Punkt. Dabei bleibt der Schreibstil locker und leicht. Nur das Ende war mir dann doch etwas zu viel "Happy-End". Trotzdem empfehle ich diesen Roman gerne weiter!

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Tags: alesia fridman, freundschaft, mode, schicksal, unfall, wendepunkt   (6)
 

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Sommerglück und Blütenzauber

Emilia Schilling
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 21.05.2018
ISBN 9783442485642
Genre: Romane

Rezension:

Gemeinsam mit ihrer Großmutter steht die Floristin Rita tagtäglich in ihrem Geschäft Ritas Blütenzauber. Nach dem frühen Tod ihrer Mutter hat sie den Blumenladen im Herzen von Wien geerbt. Umgeben von Rosen, Duftveilchen oder Lilien stellt Rita wunderschöne Sträuße und Blumenarrangements zusammen. Mit ihrer Kenntnis der Blumensprache verzaubert sie ihre Kunden. Auch für die Hochzeit ihrer Freundin Charlie und ihren zukünftigen Mann Daniel organisiert sie den gesamten Blumenschmuck, bevor sie selbst an den Feierlichkeiten teilnimmt. Als ihr Charlie verrät, dass sie nicht bei den Freunden, sondern am Singletisch Platz nehmen soll, ist Rita entsetzt. In ihrer Not erfindet sie einen neuen Partner - doch wo so schnell hernehmen? Freunde und Verwandte schicken sie zu Blind Dates, ihr Bruder quartiert seinen Eishockey-Kumpel René in der gemeinsamen Wohnung über dem Blumenladen ein und sogar ihre Stiefmutter möchte sie mit ihrem Lehrerkollegen verkuppeln. Als der charmante und gutaussehende Marcel eines Tages in ihrem Laden steht, ist Rita plötzlich sicher ihren Traummann gefunden zu haben. Er scheint der perfekte Mann für sie zu sein. Doch gibt es tatsächlich noch den "Prinzen auf dem weißen Pferd"?

Der erfrischende Roman der österreichischen Autorin Emilia Schilling lässt einem sofort eintauchen in die süße Liebesgeschichte, die zwischen zarten Blütenblättern und rauhen Eishockeyspielern angesiedelt ist. Rita ist nämlich, neben dem Blumenladen ihrer Mutter, in der Eishockeyhalle aufgewachsen. Ihr Vater ist Trainer einer Eishockeymannschaft und Bruder Clemens träumt schon Jahre von einer Profikarriere. Deshalb kommt auch für sie ein ruppiger Eishockeyspieler wie Bruder Clemens oder seine testosterongeschwängerten Kumpel als Hochzeitsbegleitung nie in Frage. Doch dann lässt ausgerechnet René Ritas Herz immer heftiger schlagen. Plötzlich hat sie zwei Männer zur Auswahl: Marcel und René.

Äußerst amüsant sind die Dates, die Freunde und Bekannte für Rita organisieren. Die Autorin hat die Suche nach dem Traummann humorvoll verpackt. Neben der Liebesgeschichte gibt es noch jede Menge andere Themen, die als Rahmenhandlung perfekt ins Bild passen und so die Geschichte ergänzen. Man fliegt hier wirklich durch die Seiten: Man sitzt als Zuschauer beim Eishockeyspiel, testet Rollschuhe auf der Donauinsel oder grillt Tofu im Garten von Ritas Vater.
Auch die Sprache der Blumen zieht sich wie ein roter Faden durch den Roman. Über den einzelnen Kapiteln steht keine Zahl oder ein Datum, sondern der Name einer Blume und darunter ihre Bedeutung. Diese hat im darauffolgenden Kapitel eine bedeutende Rolle.

Die Charaktere sind allesamt liebenswert, haben aber ihre Ecken und Kanten. Clemens ist der Sunnyboy, der die Finger nicht von den Mädchen lassen kann und immer auf einen neuen Aufriss aus. Eine feste Beziehung kommt nicht in Frage. Eishockey ist sein Leben. Sein Freund René hingegen scheint einige verdeckte Talente zu haben. Tanja, die neue Lebensgefährtin ihres Vaters ist Lehrerin und überzeugte Vegetarierin. Ritas beste und ziemlich schrille Freundin Klara ist Überlebenskünstlerin und möchte einen Rollschuhladen eröffnen. Mit diesem etwas chaotischen Haufen wird sowohl Rita, als auch dem Leser nie langweilig.

Ein toller Wohlfühlroman für laue Sommerabende - zum Entspannen und genießen!

Schreibstil:
Emilia Schillings Schreibstil ist leicht, humorvoll und lässt sich wunderbar lesen. Man taucht sofort in die Geschichte ein und lebt mit den Figuren mit. Man erfährt mehr über die Sprache der Blumen und auch die Stadt Wien wird bildhaft beschrieben.

Fazit:
Auch wenn die Handlung teilweise etwas vorhersehbar ist, hat man hier den perfekten Wohlfühl-Sommerroman mit zauberhaftem Flair, amüsanten Charakteren und einem Hauch Romantik. Ich werde mir nun auch den ersten Roman der Autorin kaufen, der vom Brautpaar Charlie und Daniel handelt und deren Geschichte ich gerne nachlesen möchte.

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Tags: blumensprache, eishockey, emilia schilling, liebesroman   (4)
 
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