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118 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 24 Rezensionen

berlin, russland, krieg, erster weltkrieg, st. petersburg

Sturmwolken am Horizont

Elisabeth Büchle
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Gerth Medien, 05.09.2013
ISBN 9783865919212
Genre: Historische Romane

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85 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

menschenhandel, scarlett bishop, fbi, journalist, tötung

Dornenkleid

Karen Rose , Kerstin Winter
Flexibler Einband: 928 Seiten
Erschienen bei Knaur, 02.11.2016
ISBN 9783426653616
Genre: Krimi und Thriller

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23 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

marco, lösegeld, party, geld, insolvenz

The Couple Next Door

Shari Lapena , Rainer Schumacher
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.03.2017
ISBN 9783785725856
Genre: Krimi und Thriller

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37 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

holocaust, polen, familie, geschichte, judenverfolgung

Der letzte Überlebende

Sam Pivnik , Ulrike Strerath-Bolz
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Theiss, Konrad, 01.03.2017
ISBN 9783806234787
Genre: Biografien

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282 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 73 Rezensionen

freundschaft, blindheit, liebe, blind, musik

Alles, was ich sehe

Marci Lyn Curtis , Nadine Püschel
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 18.03.2016
ISBN 9783551560223
Genre: Jugendbuch

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15 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

liebesroman, schicksal

Weil du die Liebe meines Lebens bist

Sarah Kleck
Flexibler Einband: 366 Seiten
Erschienen bei Montlake Romance, 13.12.2016
ISBN 9781503943292
Genre: Liebesromane

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15 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

entführung, rumänien;, psychologin, thriller, rumänien

Bring mich ans Licht

Kim Rylee
Flexibler Einband: 372 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 18.10.2016
ISBN 9783741271403
Genre: Krimi und Thriller

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9 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

alaska, christlicher roman, familie, liebesroman, erpressung

Tödliche Frist

Dani Pettrey , Dorothee Dziewas
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Francke-Buchhandlung, 01.01.2017
ISBN 9783868276275
Genre: Romane

Rezension:

Im letzten Teil der Reihe rund um die McKenna's begleiten wir Reef McKenna und Kirra Jacobs, die als freiwillige Helfer bei einem Schlittenhunderennen teilnehmen. Kirra's Onkel Frank ist einer der erfolgreichsten Teilnehmer des Iditarod-Rennens, doch diesmal taucht er nach dem ersten Rennabschnitt nicht am zweiten Checkpoint auf. Kirra und Reef starten noch mitten in der Nacht eine Suche nach Frank und entdecken ihn tatsächlich abseits der Route. Er ist ziemlich verstört und erzählt, dass seine Tochter Meg, Kirra's Kusine entführt wurde und er einen Auftrag auf Leben und Tod erhalten hat, den er bis zum Rennende durchführen muss, damit Meg frei kommt. Bevor Kirra und Reef mehr erfahren, kommt es zu einem Schusswechsel und die Beiden werden von einem vermummten Mann auf einem Schneemobil verfolgt. In letzter Sekunde können sich die Beiden in einer Höhle verstecken. Die völlig verstörte Kirra macht sich gemeinsam mit Reef auf die Suche nach Meg, die wirklich verschwunden zu sein scheint. Natürlich unterstützt sie fast der gesamte McKenna Clan, denn das Ultimatum an Frank läuft bald ab und soll das Leben vieler Menschen gefährden. Für Reef, Kirra und die McKennas beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.....

Wie immer bei Dani Pettreys Romanen ist der Leser bereits im Prolog mitten im Geschehen und entkommt der Geschichte nicht mehr ;) Es geht diesmal um Reef, den Jüngsten und dem ehemaligen Sorgenkind der McKennas. Reef liebt die Gefahr, insbesondere bei verschiednenen Extremsportarten. Außer zu seiner Schwester Piper hatte er die letzten Jahre kaum Kontakt zum Rest der Familie. Bis er eines Tages des Mordes verdächtigt wird (Band 2) und zurück zur Familie und zu Gott findet. Seitdem ist er besonnener und umsichtiger geworden. Kirra und Reef kennen sich schon seit ihrer Kindheit. Nachdem sie nun beide erwachsen sind, sehen sie sich plötzlich mit anderen Augen. Aber auch Kirra hat eine nicht so einfache Vergangenheit, die im Laufe des Romans aufgedeckt wird und die sie daran hindert Vetrauen zu Reef zu fassen.
Mit dem Verschwinden von Meg stoßen die McKennas auf eine Umweltorganisation, bei der sie seit kurzem Mitglied war, aber auch auf eine kriminelle Vergangenheit von Onkle Frank. Welche Spur führt tatsächlich zu den Erpressern? Mit vielen überraschenden Wendungen und neuen Erkenntnissen gelingt es der Autorin den Leser auf viele falsche Fährten zu locken......

Dies ist nun der Abschlussband rund um die McKennas und ich bin etwas traurig, dass ich mich von den liebgewonnen Figuren der Familie verabschieden muss. Im finalen Band beschreibt die Autorin eine atemberaubende Jagd durch Alaska, die an Spannung mit jedem guten Krimi und Thriller mithalten kann.
Wie immer fällt es schwer diese Reihe einem bestimmten Genre zuzuorden. Als christlicher Roman im Francke Verlag erschienen, wird dieser Aspekt durch Gebete und Gedanken der beiden Hauptprotagonisten ausgedrückt, sowie deren Zuversicht, dass alles gut werden wird, da ihr Schicksal in Gottes Hand liegt.
Wie in allen Bänden haben wir auch eine Liebesgeschichte zwischen einem/einer McKenna und einer anderen Person. Die Haupthandlung macht aber meiner Meinung fast immer der kriminale Touch aus bzw. kann man auch von einem Spannungs- oder Abenteuerroman sprechen. Alle diese Genres treffen auf diese Reihe zu, die mich begeistern konnte. Besonders hervorheben möchte ich auch den tollen Familienzusammenhalt der McKennas. Man spürt die Verbundenheit und das gegenseitige Vertrauen. Jeder von ihnen steht bedingunglos für den anderen ein. Schon nach dem ersten Band "Wilde Wasser" liebte ich diese Familie.

Band 5 konnte mich absolut überzeugen und hat diesmal auch Täter zu bieten, die nicht plötzlich aus der Hand geschüttelt wurden (wie bei Band 2 und 3). Fünf Sterne!

Schreibstil:
Dani Pettrey hat einen sehr fesselnden, rasanten und flüssigen Schreibstil, der mich völlig gefangen nimmt. Wie bei jedem ihrer Romane, konnte ich, kaum angefangen, das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Der Spannungsbogen ist bereits im Prolog hoch und kann sich während der Geschichte noch steigern. Viele überraschende Wendungen und falsche Fährten lassen dem Leser lange im Dunkeln tappen. Den Genremix finde ich absolut gelungen, da ich als Querbeetleserin gerne Abwechslung habe. Auch die tollen Landschaftsbeschreibungen Alaskas sind sehr bildhaft beschrieben und die fröstelnden Temperaturen unter -20°C lassen einem noch mehr in die dicke Decke kuscheln....

Fazit:
Ein spannender Finalband mit einer atemberaubender Jagd quer durch Alaska. "Tödliche Frist" konnte mich absolut überzeugen und ich finde es schade, dass die Reihe um die Familie McKenna hier zu Ende geht.
Man kann das Buch auch einzeln lesen, aber ich würde empfehlen diese Reihe von Beginn an kennenzulernen.

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Tags: abenteuerroman, alaska, christlicher roman, dani pettrey, erpressung, hundeschlittenrennen, krimi, liebesroman   (8)
 

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1.164 Bibliotheken, 34 Leser, 2 Gruppen, 224 Rezensionen

dystopie, flawed, jugendbuch, cecelia ahern, fehlerhaft

Flawed – Wie perfekt willst du sein?

Cecelia Ahern , Anna Julia Strüh , Christine Strüh
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 29.09.2016
ISBN 9783841422354
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ziemlich gespannt war ich auf Cecilia Aherns Versuch in der Jugendystopie Fuß zu fassen. Wer das Buch noch nicht gelesen hat, dem kann ich sagen, dass es ihr gelungen ist!
Bis jetzt habe ich (fast) alle Bücher der Autorin gelesen, die ja einem anderen Genre zuzuordnen sind. Manche haben mir sehr gut gefallen, manche weniger gut. Bei ihr ist man nie sicher, was man als nächstes in den Händen halten wird....
Mit "Flawed - wie perfekt willst du sein?" hat sie zwar nicht etwas vollkommen Neues erfunden, aber ich finde den Auftakt der Dilogie gelungen.

Die 17jährige Celestine lebt mit ihren Eltern und Geschwistern im fiktiven Ort Humming. In ihrer Welt gibt es nur zwei Kategorien von Menschen: die Perfekten und die Fehlerhaften. Letztere werden gebranntmarkt und von der Gesellschaft ausgeschlossen. Die fünf Stellen, an denen das "F" für fehlerhaft eingebrannt wird, sagen aus, welche Fehler diese Menschen begangen haben: die Schläfe bei falschen Entscheidungen; die Zunge, wenn sie lügen; die rechte Fußsohle bei gesellschaftlich inakzeptablem Verhalten, die rechte Handfläche, wenn die Gesellschaft bestohlen wurde und die Brust direkt über dem Herz, wenn man sich gegenüber der Gilde illoyal verhalten hat. Außerdem werden sie mit einer Armbinde gekenntzeichnet und ihnen werden sogenannte Whistleblower als eine Art Aufpasser zur Seite gestellt. Fehlerhafte müssen sich strengen Kontrollen unterziehen und auf jeden Luxus verzichten. Manche Dinge finde ich gar nicht so weit hergeholt, wie die Armbinde, die damals auch die Juden kenntzeichnete. Deshalb bin ich mir auch nicht ganz sicher, ob man diese Geschichte wirklich als Dystopie einstufen kann, denn manchmal sind wir gar nicht so weit von der Realität entfernt.....

Celestine ist anfangs ein Mädchen, das sich dem System und der Gilde perfekt fügt. Sie ist hübsch, eine Musterschülerin und hat jede Menge Freunde. Außerdem ist sie mit Art, dem Sohn von Richter Crevan befreundet, dem Anführer der Gilde. In ihren Augen sind die Fehlerhaften zurecht von der Gesellschaft ausgeschlossen. Als jedoch ihre Nachbarin und Klavierlehrerin abgeholt und als fehlerhaft gekenntzeichnet wird, weil sie ihrer todkranken Mutter im Ausland Sterbehilfe geleistet hat, beginnt Celestine sich das erste Mal Gedanken zu machen, ob dieses Vergehen und die Bestrafung gerechtfertigt ist. Und kurz darauf macht sie selbst einen folgenschweren Fehler, der aus der perfekten Schülerin mit einer strahlenden Zukunft eine Fehlerhafte macht, an der der ehemalige Freund der Familie ein grausames Exempel startet....
Nachdem die Figuren alle vorgestellt sind, legt Ahern ein rasantes Tempo vor. Man ist sehr schnell in der Geschichte drinnen und nach den ersten hundert Seiten in der Handlung gefangen. Man will unbedingt wissen, wie es weitergeht.
Der Plot ist nicht ganz neu, trotzdem lässt Ahern einige frischen Ideen einfließen. Die Medien und die Überwachung spielen ebenso eine zentrale Rolle, wie die Moral und das brutale Vorgehen gehen alle, die sich nicht dem System beugen. Das Thema Ausgrenzung und Mitleidlosigkeit sind die zentralen Anliegen der Autorin, die sie gewohnt souverän anspricht.

Charaktere:
Während Celestine zu Beginn eine perfekte junge Frau ist, die sich ohne groß nachzudenken dem System anpasst, fand ich ihr plötzliches Umdenken etwas zu schnell. So wirkt es ein bisschen unglaubwürdig, denn eigentlich ist ihre ältere Schwester Juniper diejenige, die so einiges am System hinterfragt.
Trotzdem macht Celestine im Laufe des Romans eine große Wandlung durch. Zu Beginn handelt sie oft unüberlegt und leichtfertigt, sie ist priviligiert und oberflächlich. Celestine kann einfach nicht glauben, wozu Richter Crevan und die Gilde fähig sind. Verlassen von den Menschen, von denen sie dachte, dass sie ihre besten Freunde sind, gewinnt sie nach und nach an Stärke und wird ungewollt zur Heldin.
Die Nebencharaktere sind unterschiedlich gut beschrieben. Manche bleiben blass und ich konnte mir nicht wirklich ein Bild von ihnen machen, andere sind haben Ecken und Kanten. Besonders mochte ich Celestines Großvater, der ein Gegener des Systems, aber kein als fehlerhaft gekenntzeichneter Mensch ist. Er hilft Celestine, wo er nur kann und unterstützt sie, ohne ihr etwas aufzuzwingen. Am interessantesten ist natürlich Carrick, der "Bad Boy", der in Band Eins noch undurchschaubar bleibt ;), aber bereits Celestines Sympathie besitzt.

Schreibstil:
Wenn nicht Cecilia Ahern draufstehen würde, wäre ich nie auf die Idee gekommen, dass diese Autorin hinter der Geschichte steckt. Wenn man sich aber näher mit dem Aufbau, dem Schreibstil und der Aussage des Romans beschäftigt, entdeckt man doch viele Parallelen zu ihren anderen Büchern. Ihr Schreibstil lässt sich immer gut lesen und ihre Bücher stecken voller Lebensweisheiten, die sich hinter den Zeilen verstecken. In ihrem Jugendbuch entdeckt man aber auch eine "härtere" Seite der Autorin.

Fazit:
Ein spannender erster Teil der Dilogie, der mich fesseln konnte und Lust auf Band 2 macht. Einige Fragen sind noch unbeantwortet, manche Personen noch zu blass, aber ich hoffe auf eine baldige Antwort darauf und freue mich auf "Perfect", das ich hoffentlich bald lesen kann. Cecila Ahern überzeugt auch in einem für sie ungewohnten Genre und ließ mich als zufriedenen Leser zurück.

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Tags: ausgrenzung, cecilia ahern, dystopie, jugendbuch   (4)
 

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24 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

marie jansen, besatzung, geheimnis, zweiter weltkrieg, frankreich

Wo die ungesagten Worte bleiben

Marie Jansen
Flexibler Einband: 410 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 16.01.2017
ISBN 9783734103247
Genre: Liebesromane

Rezension:

Liest man die Kurzbeschreibung, denkt man wie ich, man hat hier eindeutig eine Familiensaga in der Hand, die aus zwei Zeitebenen besteht. Das ist auch richtig, jedoch übernimmt in "Wo die ungesagten Worte bleiben" der Gegenwartsstrang den Hauptteil des Buches ein.
Berlin 2016.
Sabine Beck arbeitet als erfolgreiche Architektin im Immobilienkontor Wilthman. Ihr Kollege Joachim Reineck und Sabine kämpfen um die Stelle des Junior Managers, wobei Reineck auch gerne zu unfaire Mittel greift. Als ihr Chef, Heinrich Wilthman, sie nach Frankreich schickt, um ein altes Château zu sanieren und dieses zu einem Hotel umzubauen, erhofft sich die ehrgeizige junge Frau endlich ihren Boss von sich überzeugen zu können.
Das Anwesen liegt sehr abgelegen und einsam an einem See im sagenumwobenen Wald von Brocéliande, wo einst der Zauberers Merlin sein Unwesen trieb. Schon bald bemerkt Sabine, dass ihr Chef zurecht von einem etwas schwierigen Projekt gesprochen hat, denn die Einwohner des kleinen Dorfes Paimpont in der Bretagne, von denen sich Sabine Hilfe durch örtliche Firmen versprochen hatte, wollen alle mit dem Château Maélis nichts zu tun haben. Einzig der Jungunternehmer Jacques Brion aus Rennes übernimmt die Arbeiten und der Fremdenführer Sebastien erzählt ihr etwas über die Geschichte des Châteaus, das er als Kind öfters besucht hat. Auch ihr Auftraggeber, Nicolas Geradin, der Besitzer des Schlosses, taut nach einiger Zeit etwas auf und bespricht mit ihr die Einzelheiten des Umbaus. Doch dann finden Sebastien und Sabine einen versteckten Raum mit Akten und einen Koffer mit einem blutdurchtränkten Kleid und alten Filmrollen. Und kurz darauf versucht jemand die Bauarbeiten zu boykottieren....

Château Maélis 1940.
Die zweite Zeitebene, die im Roman nicht den Hauptteil einnimmt, aber eine sehr bewegende Geschichte erzählt, wird auf der Grundlage der gefunden Filmrollen im Koffer und den abgespielten Filmaufnahmen in Rückblenden beschrieben. Wir erfahren von Audrey Perriére, einem jungen Mädchen, das gerne in Paris an der Schule für Filmkunst, studieren möchte. Doch der Zweite Weltkrieg und die Besetzung durch die Deutschen machen ihre Pläne zunichte. Als in Paimpont die deutsche Wehrmacht einmarschiert, beschlagnahmen die Soldaten das Chateau, werfen die gesamte Familie hinaus und übernehmen es als Regionsstützpunkt. Das Leben von Audreys Familie ändert sich abrupt....

"Als wir Schwestern waren" der erste Roman der Autorin, die unter dem Pseudonym Marie Jansen schreibt, konnte mich bereits überzeugen und hat mir sehr gut gefallen. Auch diesmal wurden die beiden Zeitebenen wieder geschickt miteinander verbunden. Den fließenden Übergang zwischen Vergangenheit und Gegenwart bekommen nur wenige Autoren so richtig hin und fast immer gefällt mir die Handlung in der Vergangenheit besser. In "Wo die ungesagten Worte bleiben" werden beide Erzählstränge großartig miteinander vereint und jeder davon konnte mich restlos begeistern und fesseln. Während man in der Gegenwart unbedingt wissen möchte, welches Geheimnis der Koffer verbirgt und wer den Umbau verhindern möchte, erlebt man im Vergangenheitsstrang die völlige Hilflosigkeit der Familie Perriére gegenüber den Besatzern und die Grausamkeiten des Krieges hautnah mit. Marie Jansen versteht es dem Leser aufzuzeigen, was Krieg anrichten kann und wie alle Menschen, egal welcher Staatsangehörigkeit, darunter leiden. Zwischen den Zeilen tritt sie für mehr Völkerverständigung ein und zeigt auf, dass es in jedem Land gute und böse Menschen gibt.

Die Liebesgeschichte steht im Hintergrund und ist eher Randgeschehen, was für mich sehr positiv war. Trotzdem fehlten mir hier etwas die Emotionen bzw. die Glaubwürdigkeit der aufkommende Liebe zwischen den Protagonisten. Dies und einige blassere Nebencharaktere, sowie diverse kleine Rätsel, die nicht ganz aufgelöst wurden, lassen mich statt den 5 Sternen 4 1/2 Sternen vergeben.

Charaktere:
Beide Frauen, Sabine und Audrey, sind starke Charaktere, die nicht so schnell aufgeben und sich schnell an neue Begebenheiten anpassen, ohne ihre Pläne völlig aufzugeben. Besonders Audrey zeigt während der Besatzungszeit als einzige der Familie ihre pragmatischen Eigenschaften, die der Familie helfen zu überleben, während sich ihr Vater dem Alkohol hingibt und ihre Mutter die Tatsachen komplett verdrängt.
Sabine hingegen gibt auch nach weiteren Attacken nicht auf und setzt ihr Projekt fort.
Die Nebencharaktere sind ebenfalls gelungen, wobei ich mir bei manchen von ihnen etwas mehr Tiefe gewünscht hätte.

Schreibstil:
Die Autorin hat einen sehr flüssigen und angenehmen Schreibstil, der mich durch die Geschichte rasen ließ. Auf der einen Seite beschreibt sie in romantischen und sehr bildhafter Sprache den zauberhaften Wald von Brocéliande und kurz darauf die Gräuel des Krieges und die Machenschaften von Generaloberst Freiherr von Lickenwitz.
Die Kapitel haben eine angenehme Länge, sind datiert und haben Ortsangaben. Auch das Cover ist wieder ein echter Hingucker.

Fazit:
Eine spannende und sehr bildhaft erzählte Familiensaga, die größtenteils in der Gegenwart erzählt wird. Die beiden Zeitebenen wurden geschickt miteinander verbunden, wobei mir normaler Weise immer der Vergangenheitsstrang besser gefällt. Ausnahmweise konnten mich bei diesem Roman beide Handlungsstränge wirklich überzeugen. Ich freue mich schon auf einen weiteren Roman der Autorin.

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Tags: bretagne, familiensaga, frankreich, gegenwartsliteratur, historischer roman, marie jansen, zweiter weltkrieg   (7)
 

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38 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

historischer roman, usa, äpfel, apfelplantage, familie

Der Ruf der Bäume

Tracy Chevalier , Juliane Gräbener-Müller
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Knaus, 16.01.2017
ISBN 9783813507232
Genre: Romane

Rezension:

Dieser ruhige Roman der Bestsellerautorin Tracy Chevalier ("Das Mädchen mit dem Perlohrring", "Zwei bemerkenswerte Frauen") entfaltet sich erst so richtig, wie das Aroma bei einem Biss in einem Apfel. Denn die Geschichte wirkt frühestens nach dem zuklappen des Buches so richtig nach....

Es ist das Jahr 1838 und die Staaten sind noch jung. James und Sadie Goodenough brechen Richtung Westen auf, um eine neue Heimat zu suchen. Doch schon beim Black Swamp in Ohio ist ihre Reise zu Ende, denn das morastige Land stoppt ihr weiterkommen. Eher unfreiwillig beginnen sie in den Sümpfen ihre Farm zu bauen und Apfelbäume zu setzen, denn das Gesetz besagt, dass jeder neue Siedler mindestens 50 Obstbäume pflanzen muss. James, der von eine Apfelplantage wie bei seinen Eltern träumt, möchte süße Tafeläpfel anpflanzen, während Sadie Mostäpfel bevorzugt. Dieses Thema wird zum ewigen Streitpunkt der Beiden, der sich auch durch die Hälfte des Romans zieht.

Anfangs fiel es mir nicht so leicht Seite um Seite über Äpfelsorten, dem Pflanzen und Veredeln zu lesen, denn James liebt seine Bäume und das unwirtliche Land macht es den Goodenoughs nicht gerade leicht. Das jährliche Sumpffieber rafft von zehn Kindern, die Sadie gebiert, fünf hinweg. Ihren Kummer ertränkt sie immer mehr im selbstgebrauten Apfelschnaps. Schläge und Züchtigungen an den Kindern, sowie Bosheiten von Sadie ihrem Mann gegenüber, stehen an der Tagesordnung. Die Familie zerfällt immer mehr. Einzig Robert liebt die Apfelbäume genauso wie sein Vater. Gemeinsam mit der sanften Martha versuchen sie die Familie zusammenzuhalten. Aber auch sie werden sie getrennt, als die Familie auf gewaltsamer Weise auseinanderbricht.....

Ein Zitat auf Seite 105 zeigt wie mühsam und ereignislos das Leben der Goodenoughs in Black Swamp abläuft:
"Das Leben war oft nur eine Wiederholung derselben Bewegungen in einer anderen Reihenfolge, je nach Tag und Ort"

Während man zu Beginn der Geschichte den verzweifelten Kampf einer Familie erlebt, die nichts weiter möchte, als sich den Landstrich auf dem sie leben, untertan zu machen und über die Runden zu kommen, stoppt die Handlung plötzlich und der Leser erlebt die Jahre 1840-1856 in einer Art Zeitraffer. Robert hat sich auf den Weg in den Westen gemacht und schreibt jedes Jahr rund um Silvester einen Brief nach Hause. So erfährt man in kurzen Rückblicken, dass Robert, getrieben durch die Suche nach seinen Wurzeln, in Kalifornien das erste Mal Gerüchte über Mammutbäume hört. Er folgt den Ruf der Redwoods, den riesigen Bäumen in Calaveras Grove...

Dieser Teil, der aus der Sicht von Robert erzählt wird, hielt mich gefangen und der Zauber der Mammutbäume ging auch auf mich über. Der junge Mann ist ein sehr sympathischer Charakter, der jedoch ein Getriebener ist. Er ist ewig auf der Suche und fühlt nur innere Ruhe bei seinen Bäumen. Robert tut sich schwer mit Nähe und den Menschen. Doch mit William Lobbs, einem englischen Pflanzensammler, findet er eine verwandte Seele. Gemeinsam sammeln sie Samen und Setzlinge, um diese in die egnlische Heimat von William Lobbs zu schicken....

Tracy Chevalier erzählt hier eine melancholische Geschichte über eine Familie, die an den Anforderungen der Gegend und ihren Träumen zerbricht. Dies ist die Zeit der ersten Besiedlungen und dem Goldrausch. Dieser spielt hier ebenfalls eine Rolle, allerdings eine kleine. Chevalier nimmt sich eindeutig der Natur, besonders den Bäumen, an und bringt uns im ersten teil die Apfelbäume und danach die Mamutbäume näher.
Das Drama rund um die Goodenoughs wühlt auf und dem Leser wird erst nach Beenden des Buches so richtig klar, welche interessante Geschichte die Autorin hier geschaffen hat, die noch lange nachwirkt.

Schreibstil:
Tracy Chevalier ist eine Meisterin der leisen Töne. Ihre Romane sind ruhig und vermitteln zwischen den Zeilen doch so viel. Der Aufbau der Geschichte irritiert zu Beginn etwas, vorallem als man an der Stelle mit den Briefen von Robert kommt, jedoch passen diese Passagen perfekt in den Roman. Die Beschreibungen sind lebendig und bildhaft. Ich konnte mir das karge Land. das Sumpfgebiet und auch die Mammutbäume in Kaliforninen sehr lebhaft vorstellen.

Am Beginn des Buches ist eine Karte der vereinigten Staaten anno 1850 zu finden. Auf den letzten Seiten finden sich noch eine Auflistung historisch belegter Personen wie William Lobbs und Johnny Appleseeds.


Fazit:
Ein ruhiger, einfühlsamer, aber auch melancholischer und rauer Roman, der über das schwere Leben der ersten Planwagensiedler im beginnenden 19. Jahrhundert erzählt und sich erst so richtig entfaltet, nachdem man das Buch zugeklappt hat. Wunderschön!

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Tags: äpfel, apfelbäume, familiendrama, historischer roman, mammutbäume, siedler, tracy chevalier   (7)
 

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33 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

frieda klein, london, nicci french, psychatrie, krimi

Böser Samstag

Nicci French , Birgit Moosmüller
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei C. Bertelsmann, 31.10.2016
ISBN 9783570102282
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nachdem diese Reihe von Nicci French einige Höhen und Tiefen hatte, ist der sechste Band wieder absolut gelungen. In "Böser Samstag" dreht sich alles um einen alten Fall. Eigentlich will sich Frieda ja aus der Polizeiarbeit raushalten, aber ein alter Bekannter fordert von ihr einen Gefallen ein. Dabei geht es um einen Mord an der eigenen Familie, den vor 13 Jahren die damals 18jährige Hannah Doherty, begannen haben soll. Als Frieda die Frau in der Psychatrie besucht, ist sie entsetzt über den Zustand der Patientin. Sie wird misshandelt, mit Medikamente ruhig gestellt und wie ein Tier gehalten. Doch die Ärzte der Klinik und die Polizei sind sich einig: Die junge Frau sei psychisch gestört, gewalttätig und sicher die Täterin von damals. Frieda möchte den Fall neu aufrollen, doch die Polizei weigert sich und so handelt Frieda mal wieder auf eigene Faust. Karlsson kann ihr diesmal nicht dabei helfen, denn er liegt mit einem gebrochenem Fuß zuhause. Deshalb stellt er Frieda seine Kollegin Yvette zur Seite, die alles andere als erfreut ist. Frieda betritt bei ihrer Recherche gefährliches Terrain. Auch ihre alten Gegner, Polizeipräsident Crawford und Friedas größter Widersacher, Professor Hal Bradshow, sind nicht erfreut über ihre Schnüffeleien.

Gewohnt ruhig, wie die Bücher des Autorenpaares Nicci Gerard und Sean French sind, bleibt die Spannung im sechsten Band auf einem höheren Level als zuletzt. Die Doherty's erscheinen anfangs nach außen hin wie eine normale Familie, doch hinter der Fassade verbergen alle Familienmitglieder etwas - mit Ausnahme des kleinen Bruders von Hannah.
Der Leser macht sich gemeinsam mit Frieda Klein auf die Suche nach alten Beweismitteln und Unstimmigkeiten. Dabei helfen ihr ihre Nichte Chloe, Josef und auch Chloe's Exfreund Jack, der zurzeit in einer Sinnkrise steckt....

Wie auch schon in den Vorgängerromanen bemerkt, wirkt diese Reihe nicht wie ein Thriller, sondern wie ein klassischer englischer Krimi auf mich. Das stört keineswegs, denn auch die Protagonistin ist eine eher unkonventionelle Hobbydetektivin, die mit ihrem Bauchgefühl meistens richtig liegt. Mir ist Dr. Frieda Klein mittlerweile ans Herz gewachsen. Auch die atmosphärischen Beschreibungen von London finde ich immer wieder großartig. Wenn Frieda nachts durch die Straßen Londons wandert, hat das einen mystischen Touch. Trotzdem folgt der Leser gerne ihren Schritten und lernt die Stadt an der Themse einmal aus anderen Blickwinkeln kennen.
Auch unser alter bekannter Dean Reeve spielt wieder eine Rolle und Nicci French wartet am Ende des Buches mit einem echten Schockmoment auf!

Die Auflösung des Kriminalfalles finde ich nicht hundertprozentig gelungen, deswegen vergebe ich vier Sterne, obwohl "Böser Samstag" diesmal mit viel mehr Spannung aufwarten kann, als die letzten Bücher der Reihe.

Schreibstil:
Das Autorenpaar hat einen sehr ruhigen und detaillierten Schreibstil, mit dem sie eine besondere Atmosphäre in ihren Büchern aufbauen. Sicherlich trägt auch die wunderbare Beschreibung Londons dazu bei, ebenso wie die gut gezeichneten Charaktere, die ich mittlerweile alle liebgewonnen habe.

Fazit:
Der sechste Fall der Reihe wartet mit einer spannenden Geschichte und einem Schockmoment ganz am Ende auf. Für mich neben dem ersten Band das beste Buch der Reihe. Ich freue mich schon auf Band sieben und hoffe auf ein spannendes Finale.

  (21)
Tags: krimi, london, nicci french, psychatrie, thriller   (5)
 

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28 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

barbara leciejewski, schicksal, liebesroman, hellseherin, liebe

Die Nächte, die Tage und das ganze Leben

Barbara Leciejewski
E-Buch Text
Erschienen bei Montlake Romance, 14.02.2017
ISBN 9781477848050
Genre: Liebesromane

Rezension:

Wie schon in Barbara Leciejewski's letzten Roman, ist man von den ersten Seiten an mitten im Geschehen! Fanni, unsere Hauptprotagonistin, ist mit ihren besten Freundinnen Lore und Emma auf dem Münchner Winter-Tollwood unterwegs. Als Österreicherin musste ich das gleich mal googeln und fand heraus, dass es sich um eine Art "Markt der Ideen" handelt, sprich ein Kultur- und Umweltfestival. Und hier kommt es zwischen Lore und Fanni zu einer kleinen Debatte, in der es um Hellseherei geht. Während Lore fest an das Schicksal, Auren und gutes Karma glaubt, hält Fanni dies alles für Mumpitz. Kurz entschlossen will sie Lore davon überzeugen, schnappt sich den nächsten Typen und wandert mit ihm "als Pärchen" ins Hellseherzelt. Doch danach steht für Fanni und Horst, kurz genannt Nat, die Welt auf dem Kopf! Sie sollen sogenannte "Schicksalszwillinge" sein und dieses Glück seinen Gegenpart zu finden sei sehr selten, meint die Hellseherin. Ob das Horst's Freundin Antonia auch so sieht?

Was habe ich anfangs gelacht, als ich die ersten Seiten las, in denen Fanni sich den lieben Horst schnappt und sie gemeinsam ins Zelt der Wahrsagerin "Tanna Divina" stolpern. Fanni ist eine sehr impulsive und temperamentvolle Protagonistin, die meistens handelt bevor sie nachdenkt und so ist es auch nicht wirklich verwunderlich, dass sie öfters ins Fettnäpfchen tritt und einige skurille Situationen auslöst. Mit dem Hinweis der Wahrsagerin füreinander bestimmt zu sein, kommen Fanni und Nat nicht wirklich klar. Missverständnisse und Zweifel treiben die Beiden so schnell auseinander, wie sie sich gefunden haben. Wie die Beiden ihren weiteren, streckenweise sehr holprigen Weg beschreiten, liest sich amüsant, aber auch stellenweise mit einer kleinen Träne im Auge...oder mit unglaublichen und hilflosen Kopfschütteln!

Ich stehe nicht wirklich auf kitschige Liebesromane mit schwülstigen Texten, sondern brauche eine Geschichte rundherum, die mich entweder begeistern, wirklich mitnehmen oder amüsieren kann. Einige Turbulenzen, Hochs und Tiefs....wenn es sein muss auch traurige und schlechte Enden!.....das sollte ein Liebesroman beinhalten, der mich fesselt und berührt. Meistens liebe ich sogar diese Romane mit keinem Happy End mehr, als andere.....aber nicht immer!

Dass es diesmal keine 5 Sterne wurden liegt daran, dass ich einige Begebenheiten in diesem Roman - vorallem im Vergleich zu "In all den Jahren" doch teilweise unglaubwürdig bzw. überzogen fand. Vorallem die vielen Talente Fannis konnten mich nicht überzeugen. Soeben mal einen Bestseller schreiben (obwohl ich die Idee der Nackenbeißer echt grandios fand!), eine Radiosendung von heute auf morgen erfolgreich moderieren und und und ....das war mir doch ein bisschen too much. Auch konnte ich nicht glauben, dass ihre besten Freundinnen wochenlang nicht bemerkten, wie schlecht es Fanni geht.
Die "Hilfe" hingegen, die sie Nat angedeihen lässt, konnte ich mir sehr bildhaft vorstellen ;)

Charaktere:
Die einzelnen Charaktere sind großartig beschrieben und ich hatte sowohl Emma, Lore und Fanni bildlich vor Augen, ebenso wie Nat, Antonia, Nils oder Kring. Von den Hauptcharakteren bis hin zum kleinsten Nebencharakter sind alle einfach lebendig, haben ihre Macken und sind einfach Menschen wie du und ich. Wie auch in "In all den Jahren" spielt jede Figur eine wichtige Rolle und trotzdem bleiben Fanni und Nat immer der Mittelpunkt. Fanni ist zwar sehr chaotisch, aber da ich selbst in Künstlerkreisen (Musiker) arbeite, kenne ich viele Menschen wie diese. Deswegen habe ich mir auch eine Stelle im Buch markiert, die ich einfach zu hundert Prozent unterschreiben kann:

"Künstler" knurrte Florian. "Genial auf der Bühne, unzuverlässig und anstrengend im Leben" - Seite 201

Schreibstil:
Die Autorin schreibt einfach wunderbar gefühlvoll, amüsant und kurzweilig. Die Figuren leben und sind mitten aus dem Leben gegriffen. Mit viel Feingefühl erzählt Barbara Leciejewski eine berührende Geschichte voller Missverständnisse und Zweifel.
Der Roman wird aus der Ich-Perspektive der Hauptprotagonistin erzählt und lässt den Leser somit noch besser in ihre Gefühlswelt abtauchen.

Fazit:
Wieder ein absolut gelungener Roman der Autorin, der vorallem durch den berührenden Schreibstil und den authentischen Charakteren überzeugt. Wegen kleiner, für mich unglaubwürdigen Szenen, gibt es diesmal keine 5 Sterne...aber eine Leseempfehlung!

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Tags: barbara leciejewski, gegenwartsliteratur, liebesroman, wahrsagerei   (4)
 

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88 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

sarah morgan, manhattan, liebe, gegenwartsliteratur, schlaflos in manhattan

Schlaflos in Manhattan

Sarah Morgan , Stefanie Kruschandl
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 06.02.2017
ISBN 9783956496073
Genre: Romane

Rezension:

Die Bücher von Sarah Morgan sind in der Bloggergemeinde sehr gefragt und immer wieder in aller Munde. Mit "Schlaflos in Manhattan" habe auch ich das erste Mal zu einem Buch der Autorin gegriffen, denn ich hatte bei Lovelybooks Glück und durfte in der Leserunde mitlesen.
Erwartet habe ich eine nette Liebesgeschichte mit ein paar Turbulenzen und genau das habe ich auch bekommen - nicht mehr und nicht weniger.

Der Einstieg ist mir gut gelungen, denn Sarah Morgan schriebt sehr locker, leicht und flüssig und man fliegt richtig durch die Seiten. Mit Paige, unserer Hauptprotagonistin, lernen wir eine sehr organisierte junge Frau kennen, die ihren Job liebt und nach einer schweren Herz-OP ihr Glück in der Großstadt wagt. Schon immer war ihr Traum abseits von zuhause und ihren Eltern zu leben, die sich wegen ihrer Krankheit immer schrecklich um sie sorgen und für sie Entscheidungen treffen. Im Dschungel der Großstadt hofft sie ein normales Leben führen zu können und endlich auf eigenen Füßen zu stehen.
Gemeinsam mit ihren beiden Freundinnen Eva und Frankie, die genauso wie sie aus Puffin Island kommen, leben sie in einer WG und arbeiten in derselben Firma. Die drei jungen Frauen ergänzen sich beruflich und privat perfekt. Als Paige statt der erwarteten Beförderung jedoch gekündigt wird und ihre beiden Freundinnen ebenfalls den Job verlieren, reißt es ihr momentan den Boden unter den Füßen weg. Paige fühlt sich verantwortlich für Eva und Frankie, die ihr sehr nahe stehen. Jake, der beste Freund ihres Bruder Matt, in dem sie schon seit Jahren heimlich verliebt ist, macht ihr einen Vorschlag, den sie nicht ausschlagen kann. Doch zu Beginn läuft es gar nicht so, wie sich die drei Freundinnen das vorgestellt haben und Paige möchte einfach keine Hilfe annehmen - schon gar nicht von Jake, der sie vor Jahren ganz schrecklich enttäuscht hat.

In der ersten Hälfte des Romans werden die drei Freundinnen Paige, Eva und Frankie, sowie Matt und Jake vorgestellt. Man beginnt langsam eine Verbindung zu ihnen aufzubauen. Der Fokus liegt hier noch eindeutig beim Verlust des Jobs und den Willen von Paige ihr Leben endlich selbst in die Hand zu nehmen. Die Liebesgeschichte nimmt hier noch wenig Raum ein, was sich in der zweiten Hälfte dann rapide ändert. Jake, der sich nicht binden möchte und bei dem keine "Beziehung" länger als zwei Wochen dauert, geht Paige immer mehr aus dem Weg, da er seinen Gefühlen nicht mehr vertrauen kann. Außerdem hat er Matt versprochen, nie etwas mit seiner Schwester anzufangen...

Natürlich ist dieser Liebesroman vorhersehbar und man wäre enttäuscht, käme es zu keinem Happy End. Trotzdem beschlich mich beim Lesen immer wieder kurz das Gefühl der Langeweile. Ich vermisste überraschende Wendungen und ein klein wenig mehr "Pepp" in der Geschichte. Liebesromane wie diesen, habe ich schon einige gelesen und er sticht für mich nicht wirklich aus der breiten Masse heraus. Sicher hat die Autorin jede Menge Fans und auch ihr Schreibstil ist wirklich sehr angenehm zu lesen, aber ich empfinde diesen Roman als nette Geschichte mehr für zwischendurch - nicht mehr und nicht weniger.

Schreibstil:
Sarah Morgen hat einen eingängigen, flüssigen Schreibstil, den man sehr leicht lesen kann. Man fliegt durch die Seiten und kommt zügig voran, auch wenn einige in der Leserunde über die langen Kapitel gejammert haben.
Man liest abwechselnd aus der Perspektive von Paige oder Jake und hat einen guten Einblick in die Gefühlswelt des jeweils anderen.
Über jedem Kapitel steht ein sehr treffsicherer Spruch, der sich auf die kommenden Seiten bezieht.

Fazit:
Ein netter Liebesroman, der unterhält. Für mich ist es allerdings nur eine Geschichte wie viele andere gewesen, die nett zu lesen ist und bei der man kurz die Seele baumeln lassen kann.....leider aber nicht wirklich mehr. Für zwischendurch zum Träumen und für Freunde von Liebesromanen und Sarah Morgan.

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Tags: gegenwartsliteratur, jobverlust, liebesroman, manhattan, sarah morgan   (5)
 

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13 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

unfall, schuld, geheimnis, familie, gefängnis

Wer Hoffnung sät

Chris Fabry
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Gerth Medien, 16.01.2017
ISBN 9783957341860
Genre: Romane

Rezension:

Vor wenigen Monaten habe ich von Chris Fabry "Junikäfer, flieg" gelesen, das mich wirklich begeistern konnte. Deshalb freute ich mich auf den neuen Roman des Autors. Leider ließ mich "Wer Hoffnung sät" ziemlich ratlos und verwirrt zurück.

Der Einstieg in die Geschichte war für mich - im Vergleich zu den meisten meiner Mitleser - problemlos. Es gab zwar einige Personen, die jeweils aus ihrer Sicht erzählten, aber ich konnte sie sehr schnell einordnen. Einen Bezug konnte ich jedoch nur zu Will aufbauen, der nach zwölf Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird und in seine Heimatstadt Dogwood zurückkehrt. Dort wird er allerdings alles andere als liebevoll aufgenommen. Im Gegenteil: Es beginnt eine regelrechte Hetzjagd auf den berüchtigten Schwerverbrecher, wie er im Buch genannt wird. Da begannen meine Probleme mit der Geschichte.
Denn dies ist bereits mein zweiter Roman aus amerikanischer Feder, der als Ausgangspunkt einen Autounfall unter Alkoholeinfluss hat, bei dem entweder Insassen oder Fußgänger getötet werden. Ich will das Ganze auf KEINEN Fall verharmlosen, aber was in diesen beiden Romanen an falscher Moral bis hin zur Menschenjagd dargestellt wird, ist in meinen Augen nichts weiter als die Doppelmoral eines Volkes, das zuhause Waffen hortet, kleine Kinder den Umgang damit lernen, die Waffen sogar zur Schule mitnehmen und wo die Todesstrafe noch heute eingesetzt wird! Es macht mich sprachlos!

Aber zurück zum Buch.....natürlich geht es hier um Schuld und Sühne, und um Vergebung durch Gott...nicht unbedingt durch die Menschen. Und es geht um Liebe - um die alles verzeihende Liebe. Karin ist Wills Traumfrau und das einzige Ziel vor Augen, das ihn die zwölf Jahre Gefägnis überstehen hat lassen. Doch seine große Liebe ist mit einem Pastor verheiratet und hat drei Kinder. Ihr Leben scheint jedoch nicht glücklich zu sein, denn es plagen sie Schlaflosigkeit und Schuldgefühle. Ruthie, eine ältere Frau aus der Nachbarschaft, ist ihr eine gute Freundin, die versucht in die Vergangenheit Karins vorzudringen und ihr Hilfe anzubieten.
Will ist ein sehr symapthischer, gutmütiger und ehrlicher Mann, der sofort meine Sympathie hatte. Er stellt sich seiner Verantwortung und auch der Gemeinde, die ihm nur Hass entgegenbringt.

Der Schreibstil des Autors lässt sich sehr gut lesen. Trotzdem konnte ich in seinem neuen Roman nicht mit den Figuren mitfühlen. Einzig Will und Eddy riefen heftige (zwar unterschiedliche) Emotionen in mir wach. Der Rest der Charaktere blieb verschwommen und blass. Auch die Beziehung zwischen Karin und Will konnte mich nicht überzeugen. Die Rückblenden in die Vergangenheit vermittelten mir eine eher einseitige Verliebtheit. Durch die immer wiederkehrenden Zeittsprünge, oft auch während eines Kapitels, ist die Geschichte manchmal etwas verwirrend. Die Rückblenden in die 1980er Jahre sind jedoch meist stimmig und auch markiert. Gefallen haben mir auch die kleinen Weiseheiten, die der Autor einstreut.
Einige wunderbare Aussprüche habe ich mir notiert, wie diesen hier:

„Im Grunde ist das Leben ein Tanz über eine Wiese voller Kuhfladen. Die meisten Menschen betreten die Wiese gar nicht erst. Sie gehen aussen herum und tun so, als hätten sie sie überquert.“ - Seite 103

Das Ende ist rasant und ich war schon sehr gespannt, wie der Autor die Auflösung präsentieren würde. Mit überraschenden Wendungen konnte er mich wirklich verblüffen. Die Auflösung ist letztendlich okay, aber für mich war sie nicht komplett logisch und das allerletzte Kapitel ließ mich ziemlich verwirrt zurück.

Schreibstil:
Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich gut lesen. Auch die Lebensweisheiten des Autors, die ab und an eingestreut werden, fand ich passend. Der christliche Aspekt hat diesmal einen größeren Stellenwert, als bei "Junikäfer, flieg".
Leider fand ich die Charaktere mit Ausnahme von Will ziemlich blass. Mir blieben sie fremd. Der Roman wird aus unterschiedlichen Sichtweisen erzählt. Es gibt einzelne Kapitel von Will, Karin, Ruthie, Bobby Ray und Danny Boyd, die alle aus ihrer Sicht in der ersten Person erzählt werden.

Fazit:
Der neue Roman des Autors konnte mich leider nicht überzeugen. Die Auflösung fand ich nicht ganz logisch, das letzte Kapitel ließ mich total verwirrt zurück. Auch die Charaktere - mit Ausnahme von Will - blieben zu blass. Für mich ist "Wer Hoffnung sät" leider eine Enttäuschung.

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Tags: chris fabry, christlicher roman, schuld, unfall, usa   (5)
 

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25 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

annabelle tilly, ballett, paris, katakomben, französische revolution

Celeste - Zwischen Himmel und Erde

Annabelle Tilly
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Amazon Publishing, 13.12.2016
ISBN 9781503943056
Genre: Historische Romane

Rezension:

Es ist die Zeit der französischen Revolution und der Niedergang des Adels. Die Guillotine ist im Dauereinsatz, das Bürgertum kämpft sich an die Macht. In dieser Zeit muss die kleine Celeste die Ermordung ihrer Eltern mitansehen. Das elterliche Gut wird in Brand gesteckt und alle Bewohner niedergemetzelt. Nur Celeste kann durch die Hilfe des alten Stallknechtes Pierre mit ihren Welpen Filou fliehen und überlebt das Massaker.
Paris 1804. Die ganze Stadt befindet sich in Aufruhr, denn die Krönung Napoleons zum Kaiser soll in wenigen Tagen stattfinden. Auch Celeste befindet sich mit der Gauklergruppe, die sie einst aufgenommen hat, im Zentrum der Stadt. Sie begeistert mit ihrem außergewöhnlichen Können auf dem Seil das Publikum und fällt nicht nur Viktor von Löwenstein, einem deutschen Adeligen, ins Auge, sondern auch dem Ballettdirektor der Pariser Oper. Celeste bekommt ihre große Chance und ist DIE Neuentdeckung im Opernhaus. Doch unter den Gästen und Bewunderern befindet sich auch der Mann, der damals ihre Eltern ermordet hat.....

Schon der Prolog zog mich völlig in den Bann. Das schreckliche Kindheitserlebnis von Celeste, das sie ihr ganzes Leben verfolgen soll, wird dermaßen dramatisch und bildhaft beschrieben, dass ich gar nicht anders konnte, als einfach weiterzulesen. Ich war derartig im Sog der Geschichte, die mit vielen interessanten historischen Hintergründen punkten kann. Der Leser lernt unter anderem auch den Erfinder des Fallbeils kennen, nachdem es benannt wurde: Joseph-Ignace Guillotin; ist Zeuge der Selbstkrönung von Napoleon Bonaparte oder erfährt Privates aus dem Leben von Marie Antoinette.
Außerdem halten wir uns mit Viktor von Löwenstein, dem Neffen des Louvre-Direktors Vivant Denon, in den Gängen des weltberühmten Museums, auf. So hat das Autorenduo, das unter den Namen Annabelle Tilly ihre Romane veröffentlicht, ihre fiktive Geschichte ganz wunderbar mit den historischen Begebenheiten verknüpft.

Die Charaktere sind vielschichtig, größtenteils sympathisch, äußerst lebendig und tragen die Geschichte. Celeste, Gilles und Viktor, die Hauptcharaktere, entwickeln sich weiter und können absolut überzeugen. Auch die Welt der Gaukler und des Balletts wird sehr bildhaft beschrieben, genauso wie das Paris um die Jahrhundertwende. Man fühlt die Stimmung unter der Bevökerung, die bereits teilweise optimistisch ist. Jedoch spürt man auch die lauernde Gefahr durch die Polizei und die Willkür der Mächtigen, die sich an ihrer momentane Macht ausleben.

Schon lange war ich nicht mehr so in einer Geschichte gefangen und fieberte mit Celeste, den Gauklern, dem sympathischen Viktor, sowie dem kleinen Dieb und Wirbelwind Gilles, richtig mit. Nicht zu vergessen ist auch Filou, der die Menschen des öfteren aus einer heiklen Situation rettet.
Durch den Einbruch in den Louvre und dem Diebstahl der Edelsteine aus Napoleons Kaiserkrone, kommt viel Spannung auf. Ebenso spielen die Katakomben unter der Stadt eine große Rolle. Es gibt einige Erzählstränge, doch sind diese keinesfalls verwirrend, sondern machen die Geschichte erst komplett. Auch der Perspektivenwechsel trägt dazu bei, dass man an den Seiten kleben bleibt. Nur ganz zum Schluss kam bei mir das Gefühl auf, dass sich die Ereignisse zu sehr überschlagen und das Ende etwas überspitzt ist. Da ich jedoch von den restlichen 350 Seiten absolut begeistert war, gibt es dennoch 5 Sterne und eine Leseempfehlung!

Schreibstil:
Der Schreibstil ist absolut fesselnd, bildgewaltig und lässt sich wunderbar lesen. Man erlebt die Gefühle der Charaktere und spürt die Atmosphäre im Paris zur Zeit des großen Wandels hautnah mit.
Die Kapitel haben eine angenehme Länge, der Perspektivenwechsel hebt die Spannung. Auch der Humor blitzt ab und an durch.

Fazit:
Ein atmosphärische, spannende Geschichte in Paris kurz nach der Französischen Revolution. Hier ist alles vereint, was man sich von einem tollen Buch erwartet: tolle historische Recherche, Spannung, gute Unterhaltung, eine kleine Liebesgeschichte und interessante Auszüge aus der Welt der Gaukler und der Kunst. Für mich ein richtiges Lese-Highlight und meine Empfehlung!

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Tags: annabelle tilly, ballett, französische revolution, gaukler, katakomben, louvre, napoleon, paris   (8)
 

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83 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 36 Rezensionen

thriller, berlin, eismann, hospital, mord

Das Hospital

Oliver Ménard
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.02.2017
ISBN 9783426519721
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In einer sehr aktiven und lustigen Leserunde bei Lovelybooks durfte ich gemeinsam mit dem Autor seinen neuen Thriller "Das Hospital" lesen. Mit seinem Debut "Federspiel" hat sich Oliver Ménard eine hohe Latte gelegt, die er mit seinem zweiten Buch problemlos halten konnte.

In Berlin liegt eine brütende Hitze über der Stadt, als aus der Spree eine weibliche Leiche gefischt wird. Dem Opfer wurden die Lippen entfernt. Als Albert seine Lebensgefährtin Christine Lenéve von einer Auslandsreise vom Flughafen abholt, entdeckt er auf der Titelseite das Foto der Toten. Es ist seine frühere Kollegin und Freundin Nana. Beide arbeiteten verdeckt als Hacker im Untergrund, bevor Albert als Wirtschaftsredakteur zu einem Fernsehsender wechselte. Nana hatte sich besonders auf Pharmakonzerne eingeschossen, wobei ihr jedes Mittel recht war. Gemeinsam mit Christine und Benno, dem aktuellen Freund von Nana, versuchen sie dem Mörder auf die Spur zu kommen. Sie rechnen jedoch nicht mit einem eiskalten Serienkiller, der ein ganz besonderes Tötungsritual verfolgt....

Verschiedene Handlungsstränge machen es zu Beginn nicht ganz einfach in die Geschichte zu finden. Mit der ermittelnden Journalistin Christine Lenéve hatte ich bereits in "Federspiel" ein paar Probleme, was sich auch nicht im zweiten Teil geändert hat. Die Journalistin polarisiert und ist absolut kein Sympathieträger. Ihre teilweise sehr unüberlegten Alleingänge machen die Mörderjagd zwar spannender, ließen mich aber sehr oft den Kopf schütteln. Christine ist spontan, furcht- und kompromisslos. Sie handelt oft ohne zu denken und ist dabei auf der anderen Seite sehr intelligent und durchdacht. Eine Frau mit Widersprüchen!

Oliver Ménard zeichnet hier einen sehr eigenwilligen Charakter, der mit uns Lesern spielt und nicht um Sympathiepunkte bettelt. Das bereits in "Federspeil" angedeutete Problem von Christine wird auch in Teil 2 nicht gelöst, jedoch erfahren wir ein paar neue Einzelheiten zum Tod ihres Vater.
Als Gegenpart ist der ruhige Albert einfach perfekt. Bevor er handelt, überlegt er dreimal. Dass es trotzdem auch hier zu Reibereien kommen kann, ist jedoch aufgesetzt.
Unser Ermittler in den Mordfällen, Kommissar Tobias Dom, bleibt dem ganzen Roman über nur eine Randfigur und bekam seine Auftritte nur zu Beginn und am Ende des Thrillers. Christine ist und bleibt auch in Teil 2 die führende Kraft.

Oliver Ménard kann definitiv schreiben! Seine beiden Thriller leben von seinem detailverliebten und flüssigen Schreibstil. Wortwitz und Tempo lassen einem durch die Seiten fliegen. Nicht verschweigen sollte man allerdings einige brutale Grausamkeiten, die dieser Thriller ebenso beinhaltet. Die Auflösung ist logisch und alle Puzzlesteinchen ergänzen sich zu einem schlüssigem Gesamtbild.

Schreibstil:
Auch der zweite Thriller des Autors glänzt vorallem durch seinen mitreißenden Schreibstil, der sprachlich sehr gelungen und sogar leicht literarisch angehaucht ist. Von Beginn an gibt es einen hohen Spannungslevel, der allerdings nicht immer gehalten werden kann.
Das Buch ist in drei Abschnitte geteilt: "Sieben", "Eisiges Herz" und "Das Blut der Väter". Erzählt wird in der dritten Person aus der Sicht von Christine. Es gibt aber auch Einblicke in die Psyche des Mörders, die besonders spannend sind.

Fazit:
"Das Hospital" ist ein mitreißender und rasanter Thriller, der sich nicht hinter seinem Debüt verstecken muss. Der große Pluspunkt ist eindeutig der grandiose Schreibstil des Autors. Gerne gebe ich wieder 4 1/2 Sterne und freue mich schon auf die Fortsetzung.

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Tags: berlin, oliver ménard, serienmörder, thriller   (4)
 

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44 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

krieg, korsar, schiffsjunge, elisabeth büchle, historischer roman

Der Korsar und das Mädchen

Elisabeth Büchle
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Gerth Medien, 16.01.2017
ISBN 9783957341884
Genre: Historische Romane

Rezension:

USA 1814. Die Amerikaner führen den zweiten Unabhängigkeitskrieg gegen die Briten. Zu dieser unruhigen Zeit schickt der Plantagenbesitzer Frederick Hansen seine beiden Töchter Emily und Catherine übers Meer in die alte Welt. Stafford, der englisch-spanisch stämmige Schiffseigentümer der "Santiago de Cuba", ist der Verlobte von Emily, und soll die beiden Frauen gut über den Atlantik bringen. Catherine soll ihre Schwester begleiten, denn auch für sie interessiert sich der Sohn eines englischen Lords, der bei ihrem Vater um ihre Hand angehalten hat. Wegen des andauernden Krieges fährt Stafford unter spanischer Flagge, jedoch gibt es Informationen, dass er amerikanische Kriegsgefangene nach England bringen will. Diesen Gerüchten soll der junge Leutnant zur See, Lennart Montiniere, auf den Grund gehen. Mit seiner Korvette "Silver Eagle" ist er auf geheimer Mission unterwegs und als sich Stafford weigert ihn an Deck zu empfangen, kapert Lennart das Schiff mit Emily, Catherine und dem Sklavenjungen First an Board. Catherine, die auf der Plantage wie ein Junge aufgezogen wurde und gemeinsam mit First fechten und reiten lernte, verkleidet sich als Junge und nennt sich Cato. Für die beiden Frauen wird es eine sehr stürmische Fahrt....

Als österreichische Landratte hatte ich anfänglich ziemliche Schwierigkeiten all die Begriffe, die mit dem Segeln und dem Schiff zu tun haben, zu verstehen. Die Autorin hat jedoch am Ende des Buches in einem Glossar viele dieser für mich unbekannten Ausdrücke erklärt. Ebenfalls ist eine Abbildung eines Segelschiffes mit den dazugehörigen Bezeichnungen zu finden. Dies erleichtert doch das Lesen ungemein.
Da ich erst vor kurzem den Piratenroman "Joli Rouge" gelesen habe, fühlte ich mich auf dem Meer schnell wieder wohl und verfolgte voller Spannung die abenteuerliche Fahrt der "Silver Eagle" samt seiner Mannschaft. Mit den Männern an Deck wurde man schnell vertraut und auch Emily und Cato finden ihren Platz. Während Catherine zuerst in der Schiffsküche schikaniert wird, darf sie später an Deck und wird bald unverzichtbares Mannschaftsmitglied. Oben in der Takelage fühlt sie sich wohl und so hat sie bald den Spitznamen "Äffchen" des Commanders. Lennart findet immer mehr Gefallen an dem flinken Jungen, der ihn immer mehr verwirrt. Catherine geht in ihrer Rolle als Schiffsjunge total auf und genießt alle Freiheiten. Doch auch sie fühlt sich immer mehr zu Lennart hingezogen....

Die bildhafte Darstellung des Lebens auf dem Schiff, die harte Arbeit und die totale Auslieferung der Männer an die Wetterlage, erzeugt eine sehr atmosphärische Stimmung. Und trotz der rauhen See bleibt auch die Romantik nicht auf der Strecke.
In der Mitte der Geschichte schlichen sich einige kleine Längen ein, da sich die Handlung etwas wiederholte bis einige unvorhersehbare Wendungen auftreten und die Spannungskurve wieder ansteigt. Besonders am Ende in Großbritannien gibt es einen Showdown, der die Seiten nur so dahinfliegen lassen und man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann.

Gut gefallen hat mir die Wandlung von Emily. Die zarte Südstaaten-Lady, die das komplette Gegenteil von der wilden Catherine ist, tritt aus ihren Schatten und hat bald eine ernstzunehmdene Aufgabe auf dem Schiff. Auch First fühlt sich auf der "Silver Eagle" wohl und hat als Beschützer ein Auge auf die beiden Frauen. Sämtliche Charaktere sind sehr liebevoll gezeichnet und lebendig. Man schließt sie schnell ins Herz und fiebert mit ihnen mit. Das einzige "Negative" bei den Figuren ist die doch sehr ausgeprägte "schwarz/weiß Malerei". Es gibt bei den Charakteren kaum Grauschattierungen: entweder sie sind gut oder böse. Das ist schade!

Schreibstil:
Dies ist nicht mein erster Roman von Elisabeth Büchle und wird auch nicht mein Letzter sein ;) Der Schreibstil ist sehr flüssig und liest sich einfach wunderbar. Auch der Humor kommt nicht zu kurz, der besonders mit scherzhaften Dialogen punktet. Die große Stärke sind die einzelnen Charaktere, die die Autorin zwar einseitig (gut/böse), aber sehr detailliert und lebendig zeichnet. Sie entwickeln sich weiter und treten oftmals aus ihrem Schatten.
Zu Beginn gibt es noch zwei Personenverzeichnisse (historische Personen und die Mannschaft der Silver Eagle) zur besseren Orientierung.

Fazit:
Ein atmosphärischer Abenteuerroman mit einer Prise Romantik und Spannung, interessantem historischen Hintergrund und einen Einblick in die Welt der Seefahrer. Ein wunderbares Leseerlebnis!

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Tags: abenteuerroman, elisabeth büchle, historischer roman, unabhängigkeitskrieg   (4)
 

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28 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

london, nightingale, liebe, schwesternschülerinnen, donna douglas

Die Nightingale Schwestern: Der Traum vom Glück

Donna Douglas , Ulrike Moreno
Flexibler Einband: 510 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 13.01.2017
ISBN 9783404174430
Genre: Romane

Rezension:

Beim Lesen hatte ich hatte sofort wieder das Gefühl London und das Nightingales gar nicht verlassen zu haben und war augenblicklich wieder mitten im Geschehen. Jedoch lernen wir diesmal zwei neue Protagonistinnen kennen, die in "Der Traum vom Glück" eine große Rolle spielen werden: Effie O'Hara, deren beiden Schwestern beide am Nightingales sind, und Jess Jago, die als neues Dienstmädchen vorallem Schwester Sutton und ihrem bissigen Hund Sparky unterstellt ist. Beide Mädchen sind sehr sympathische und liebenswerte Charaktere, die man sofort ins Herz schließt und doch könnten sie unterschiedlicher nicht sein.
Die etwas naive, aber lebenslustige Effie tritt unbekümmert denselben Weg, wie ihre beiden älteren Schwestern an. Wirklich Gedanken hat sie sich allerdings nicht über ihre kommenden drei Jahre im Nightingsgale gemacht, denn sie hofft endlich ihr kleines irisches Dorf hinter sich zu lassen und das Stadtleben Londons genießen zu können. Die blitzgescheite Jess, die aus einer der ärmsten Viertel Londons kommt und deren Familiemitglieder als Diebe und Gesindel verschrien sind, möchte diesem "Sumpf " entfliehen. Jess liebt Literatur und bildet sich auf dem zweiten Weg weiter. Der Job als Dienstmädchen im Nightingales ist ihre große Hoffnung endlich die Familie verlassen und auf eigenen Füßen stehen zu können.....
Natürlich ist auch wieder Dora mit von der Partie, die erneut vor einigen Hindernissen und schweren Entscheidungen steht. Nicht nur die Beziehung zu Nick bereitet ihr Sorgen, sondern auch ihre Arbeit in der Kinderstation des Krankenhauses. Ausgerechnet mit der arroganten Lucy Lane, die ihr seit dem ersten Tag im Nightingsales das Leben schwer macht, muss sie die Ausbildung antreten. Doch auch auf Lucy warten einige böse Überraschungen.
Millie tritt in Band vier ziemlich in den Hintergrund und ist vorallem mit ihren Hochzeitsvorbereitungen beschäftigt, während Helen leider nur einen kurzen Auftritt hat.

Während in Band 3 die politische Lage näher beleuchtet wird und sich Pete, Doras Bruder, den Schwarzhemden anschließt, die die jüdische Bevölkerung bedrohen, spielt diesmal die Gefahr des nahenden Zweiten Weltkrieges überhaupt keine Rolle. Hier habe ich Hintergrundinformation zum Jahr 1937 und den politischen Ausschreitungen bzw. Änderungen vermisst. Ebenfalls hatte ich vermehrt das Gefühl, als ob sich in diesem Buch der Reihe die Geschichte durch die beiden neu hinzugekommenden Mädchen in eine andere Richtung bewegt. Ich habe Helen und Millie vermisst!

Trotzdem machte es wieder wahnsinnig Spaß sich mit der knurrigen Schwester Sutton und einigen Schicksalschlägen auf der Kinderstation auseinanderzusetzen. Ich liebe die Reihe weiterhin und freu mich schon sehr auf den März und Band fünf!

Schreibstil:
Eigentlich brauche ich nichts mehr dazu sagen...wie immer wunderbar flüssig und lebendig. Auch die Charaktere sind wieder fantastisch beschrieben und sprühen nur so voller Leben!

Fazit:
Kein Band der Nightingale Schwestern hat mich bis jetzt enttäuscht....alle konnten mich absolut fesseln und überzeugen! Diese Reihe ist wirklich absolut klasse! Lasst euch nicht vom "trashigen" Cover irre leiten!
Ich freue mich bereits auf den fünften Band im März!

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Tags: donna douglas, london, nightingale   (3)
 

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48 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

china, liebesgeschichte, historischer roman, familie, goldmann challenge

Das Geheimnis der Schneekirsche

Lisa Marcks
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 19.12.2016
ISBN 9783442484805
Genre: Historische Romane

Rezension:

Irgendwie bin ich nach dem Beenden dieses Buches etwas ratlos. Mir stellt sich die Frage: Was wollte uns die Autorin mit dieser Geschichte mitteilen?
Ausgehend von einer Familiensaga und einem historischen Gesellschaftsroman, der 1913 in Berlin beginnt und danach dem Leser nach China entführt, erwartete ich mir neben der versprochenen Liebesgeschichte, etwas Spannung und Einblicke in die chinesische Kultur. Die Liebesgeschichte musste man mit der Lupe suchen, was mir nicht so viel ausmachte, da ich es nicht gerne kitschig habe. Spannung fand ich auch nicht unbedingt zwischen den Zeilen und Einblicke in die chinesische Kultur? Leider nur begrenzt, denn die deutschen Einwanderer blieben auch in Tsingtau, dem heutigen Qingdao, unter sich und frönten ihren deutschen Wurzeln und Eigenheiten.

Aber beginnen wir von vorne.....
Selma Wallenstein, eine für die Jahrhundertwende sehr selbstständige und engagierte Frau, arbeitet als Lehrerin in einer Grundschule. Sie liebt ihren Beruf und hat ein Herz für ihre Schüler. Während ihre Eltern in China weilen, wohnt sie gemeinsam mit ihrer Schwester Adele bei ihrer chaotischen französischen Tante Mireille. Selma ist diejenige, die arbeitet und den Haushalt führt, während ihre Tante ihre Likörchen und das gesellschaftliche Leben genießt. Auch Adele ist Selma keine große Hilfe, denn die Schwester träumt von einer Karriere als Schauspielerin und hat an jedem Finger massenweise Verehrer. Als eines Tages ein Telegramm des Vaters eintrifft, indem er mitteilt, dass die Mutter schwer erkrankt ist, brechen die drei Frauen sofort nach China auf. Die Stadt ist damaliger deutscher Stützpunkt der kaiserlichen Marine. Für Selma ändert sich nur die Umgebung, denn auch hier soll sie als Einzige die Familie zusammenhalten. Nach einer schweren Krankheit beginnt sie sich für die chinesische Medizin zu interessieren....

Ich hatte einige Schwierigkeiten in die Geschichte hineinzufinden. Die Figuren, mit Ausnahme von Selma, blieben blass oder nervten mich (Tante Mireille) Die vorallem auf den ersten hundert Seiten französischen Sätze wurden weder übersetzt, noch verständlich erklärt. Gut, dass ich Französisch in der Schule gelernt habe und somit keine Probleme hatte, aber jemand, der diese Sprache nicht spricht, wird hier doch einige Schwierigkeiten haben.
Leider blieben mir auch die Charaktere weitgehend fremd. Vorallem Tante Mireille fand ich zu Beginn total überzogen und weltfremd. Adele blieb die äußerliche schöne Hülle....einen "Kern" fand ich nicht. Zu ihr konnte ich überhaupt keine Bindung aufbauen. Der Vater war ein deutscher Patriarch, wie er im Buche steht und auch die Mutter blieb mir fremd. Selma ist die einzige starke und gut gezeichnete Persönlichkeit dieses Romans.
Außer der Familie Wallenstein wimmelt es von vielen Nebencharakteren, die manchmal nur kurz auftreten und dann einfach verschwinden. Ebenso lösten sich manche Handlungsstränge in Luft auf oder es wurden einige Begebenheiten nicht wirklich erklärt, wie Selmas Krankheit. Durch die Kapitelüberschriften hatte ich zwar den Zusammenhang zu den Duftkompositionen, doch eigentlich wurde das Thema Düfte erst kurz vor dem Ende genauer aufgegriffen. Hier fehlte mir nach der kurzen Einleitung komplett der Aufbau zu diesem Thema, welches - wie ich annahm - ein wichtiger Punkt in dieser Geschichte hätte sein sollen.

Aber es gibt für mich auch einige positive Aspekte zu diesem Roman. Die Schilderung der Lage der deutschen Bewohner nach dem Ausbruch des ersten Weltkrieges und die ablehnende Haltung gegenüber den Wallensteins durch die französischstämmige Mutter und deren Schwester Mireille. So waren die Wallensteins weder Deutsche noch Franzosen und wurden von allen gemieden oder angefeindet. Diese Problematik wurde von Lisa Marcks sehr eindringlich und überzeugend geschildert.

Inspiriert wurde die Autorin durch die Geschichte ihrer Urgroßeltern Louise und Paul, die 1901 gemeinsam nach Tsingtau gingen, sowie ihrer Großeltern Grete und Ernst, die sich 1908 als Kinder dort kennen- und später lieben lernten.

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin ist eher ruhig, lässt sich aber gut lesen. Die Geschichte wird in der ersten Person und aus der "Ich-Persektive" erzählt.
In den Kapitelüberschriften wird eine bestimmte Pflanze, deren Eigenschaften und Duft vorgestellt. Leider findet man erst viel zu spät den Zusammenhang zwischen den Überschriften und einem Teil der Handlung.

Fazit:
Für mich weder Fisch noch Fleisch....es fehlt das gewisse Etwas. Auch die Genreeinordnung ist nicht ganz leicht, was mir aber weniger ausmacht. Für mich leider ein Buch, das weder in meinem Gedächtnis haften bleiben, noch Spuren hinterlassen wird. Schade!

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Tags: china, erster weltkrieg, historischer roman, lisa marcks   (4)
 

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wien, beate maly, historischer krimi, donauprinzessin, osmanen

Die Donauprinzessin und die Toten von Wien

Beate Maly
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 02.12.2016
ISBN 9783548287997
Genre: Historische Romane

Rezension:

Nach dem ersten Band "Die Donauprinzessin"*) freute ich mich schon auf die Fortsetzung rund um die Winzerin und junge Witwe Fanny Roth und dem Mathematiker Sebastian Grün.

1531. Nach der Belagerung von Wien durch die Türken sehnen sich die Bürger der Stadt nach Frieden. Doch der Mord an einem Osmanen mitten auf dem Feld am Rande der Stadt, lässt die Bewohner nicht zur Ruhe kommen. Als bald darauf ein weiterer Toter gefunden wird, setzt Bürgermeister Treu auf die Hilfe des Bauingenieurs Sebastian Grün, der schon einmal einen Mord aufgeklärt hat. Doch so ohne Ansätze und Zeugen ist es für ihn nicht wirklich einfach den Täter zu finden. Einzig der Hinweis auf eine vergrabene Schatulle soll ihn auf die Spur des Mörders führen. Aber auch Fanny bereitet ihm Sorgen, die auf eine Heirat drängt. Ihr Vater hat sich nämlich in den Kopf gesetzt, dass sie lange genug Witwe gewesen ist und hat natürlich schon einen geeigneten Kandidaten in petto: Peter Geiger, seinesgleichen Weinbauer und bekannt für seine Gewalttätigkeiten an seiner ersten Frau. Fanny ist entsetzt, doch ihr Vater, der immer mehr die Anzeichen einer Demenz hat, lässt sich nicht von seinem Plan abbringen....

Ich fand es erfrischend wieder mit Fanny und Sebastian auf Mörderjagd zu gehen und sie durch das historische Wien zu begleiten, das sich nach der Türkenbelagerung nach Frieden sehnt. Dabei wird die Stadt und die Umgebung wieder wunderbar bildhaft beschrieben. Genauso erkennt man die wachsende Unruhe der Einwohner, die mit jedem weiteren Toten argwöhnischer werden und beginnen sich gegenseitig zu verdächtigen.
Die Charaktere sind wunderbar lebendig. Dabei hat die Autorin auch historisch belegte Personen, wie den damaligen Wiener Bürgermeister Wolfgang Treu und den Tiroler Glockengießer Gregor Löffler, mit in die fiktive Handlung miteinbezogen. Neben den unterschiedlichen Gesellschaftsschichten zeigt Beate Maly auch die Stellung der Frau in der damaligen Zeit auf. Fanny darf zwar Wein keltern, aber nicht unter ihrem Namen verkaufen. Ebenso hat sie keine Chance gegen den Willen ihres Vaters zu heiraten, obwohl sie bereits Witwe ist und somit mehr Freiheiten hat, als eine noch unverheiratete Frau.


Für mich ein perfekter Roman für Leser, die gerne einmal in das Genre des historischen Romanes hineinschnuppern möchten. Das Buch liest sich sehr gut und flüssig und hat auch Spannung zu bieten. Durch den leichten und kurzweiligen Schreibstil ist die Geschichte gut zu verstehen und die knapp 400 Seiten sind ebenfalls von durchschnittlicher Länge.

Schreibstil:
Ich habe schon einige historische Romane und Krimis der Autorin gelesen und finde ihren Schreibstil immer wieder fesselnd und wunderbar kurzweilig. "Die Donauprinzessin und die Toten von Wien" ist außerdem sehr spannend und abwechslungsreich erzählt. Wie immer hat die Autorin großartig recherchiert und der Bezug zum historischen Wien wurde sehr bildhaft und atmosphärisch umgesetzt.

Fazit:
An diesem zweiten Band rund um die Winzerin Fanny und ihren Freund Sebastian Grün ist wirklich NICHTS auszusetzen! Wunderbar kurzweilig, abwechslungsreich und mit einigen tollen und schlüssigen Überraschungen versehen, kann ich nichts anderes als volle fünf Sterne vergeben! Für Historienfans und solche, die es noch werden wollen! Meine Leseempfehlung!

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Tags: beate maly, historischer krimi, historischer roman, österreich, türkenbelagerung, wien   (6)
 

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199 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 102 Rezensionen

cornwall, thriller, minen, stiefmutter, weihnachten

Stiefkind

S. K. Tremayne , Susanne Wallbaum
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.12.2016
ISBN 9783426516621
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Psyochothriller beginnt eher gemächlich und führt uns ins malerische Cornwall. Dort zieht die junge Rachel ins Herrenhaus ihres Mannes, den Anwalt David Kerthen, ein. Das Paar ist erst seit kurzem verheiratet und Rachel, die aus der Unterschicht kommt, scheint der soziale Aufstieg gelungen zu sein. Über dem düsteren Herrenhaus der Kerthens liegt aber noch immer der Schatten von David's erster Frau Nina, die bei einem Unfall in den angrenzenden Minen ums Leben gekommen ist. Ihr Leichnam wurde nie gefunden, doch Rachels Stiefsohn Jamie ist sich sicher noch immer seine Mutter zu sehen und zu spüren.....

Die Inhaltsangabe hat mich sofort in den Bann gezogen und ich erwartete mir hier einen spannenden Thriller mit Gänsehautfeeling, vielleicht auch schon leicht in die Horrorrichtung gehend. Leider fand ich weder Thrill noch Horror, auch die Spannung suchte ich vergeblich.
Mit sehr detailverliebten Beschreibungen der Landschaft und der Mienen der Gegend kam bei mir kein Gänsehautfeeling auf, auch wenn der Autor seine blumig ausgebauten Sätze mit düsteren Worten wie: "Von Felsvorsprüngen hängen Eiszapfen wie Waffen aus Glas" oder Die Landschaft ist erstarrt. Autistisch, stumm. Unheimlich. In Bewegung ist nur die See, die sich endlich in einem Todestanz wiegt" - Seite 313
verwendet. Vielleicht ist die Erklärung der detailverliebten Beschreibungen der Landschaften darin zu finden, dass der Autor ein preisgekrönter Reisejournalist ist. In Psychothrillern haben sie meiner Meinung nichts verloren oder nur in kleinen Dosen. Ebenso hinterließen die sich laufend wiederholenden düsteren Beschreibungen der damaligen Arbeitsverhältnisse in den Minen und die der Ausbeuterei bezichtige Familie der Kerthens, auf denen deswegen ein Fluch liegen sollte, bei mir kein Echo.

Auch die Charaktere blieben mit fremd. Aus Rachel wurde ich nicht schlau, auch wenn dies sicherlich vom Autor beabsichtigt war. Doch ihr Verhalten war so sprunghaft und wirr, dass ich überhaupt kein Gefühl für sie aufbauen konnte. Ihre Gedankengänge und Entscheidungen konnte ich nicht nachvollziehen und blieben mir großteils suspekt.
David blieb mir ebenfalls vollkommen fremd...sogar noch ferner als seine Frau Rachel. Dass er ein Geheimnis hat, ist dem Leser sehr früh klar, jedoch nicht, was er verheimlicht.
Jamie wird als verängstigter und traumatisierter Junge dargestellt, der aber mit der Aussage "An Weihnachten bist du tot" in die undurchschaubare Ecke gestellt wird. Kurz musste ich an "Der Exorzist" denken, doch es war nur ein sehr flüchtiger Moment... Besonders genervt hat mich, dass er immer wieder "als der wunderschöne Junge" beschrieben wurde. Ebenso fand ich die Dialoge zwischen Rachel und Jamie weder kindgerecht noch glaubwürdig. Ihre Unterhaltungen drehten sich einzig und allein um die verstorbene Mutter....da wäre selbst ich traumatisiert geworden! Mir kam vor, als ob der Autor damit die Thrillerstimmung aufrecht erhalten will.
Erst zum Ende hin kam etwas Spannung auf und S.K. Tremayne konnte noch mit einer Überraschung bei mir punkten. Allerdings fand ich die Auflösung trotzallem ziemlich konstruiert und weit hergeholt. Schade! Was für ein toller Plot und dann diese enttäuschende Umsetzung....

Schreibstil:
Der Schreibstil ist sehr detailliert und teilweise blumig. Bei einem Roman hätte mir das gut gefallen, aber bei einem Psychothriller fand ich es nicht passend.
Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive aus Rachels Sicht geschildert. Einige wenige Kapitel werden aus Davids Sicht in der dritten Person erzählt.
Die einzelnen Kapitel werden tageweise heruntergezählt, wie bei einem Countdown....noch 149 Tage bis Weihnachten....

Fazit:
Für mich leider eine große Enttäuschung! Weder Thrill noch Spannung, unsympathische Protagonisten und ein eher zähes Lesevergnügen. Von einem Psychothriller weit entfernt! Toller Plot - mangelhafte Umsetzung!

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Tags: cornwall, minen, psychothriller, s.k. tremayne, thriller   (5)
 

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196 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 61 Rezensionen

the cage, megan shepherd, science fiction, weltall, entführt

The Cage - Entführt

Megan Shepherd , Beate Brammertz
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Heyne, 29.08.2016
ISBN 9783453268937
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Science Fiction ist eigentlich so gar nicht mein Genre, aber die Kurzbeschreibung von "The Cafe-Entführt" machte mich neugierig. Außerdem dachte ich, die Geschichte würde mehr in die Dytopierichtung gehen, denn diese Bücher lese ich ja sehr gerne. Doch die Trilogie ist eindeutig im SciFi Genre zuhause und das hat mir anfangs doch ein bisschen Schwierigkeiten bereitet.

Zu Beginn ist die 16-jährige Cora auf dem Weg in den Schiurlaub. Doch als sie erwacht, findet sie sich in einer Wüstenlandschaft wieder. Als Tochter eines Gouverneurs denkt sie sofort an Entführung, was sich in gewisser Weise auch bestätigt. Jedoch ist die Welt, in der sie sich befindet, eine künstlich angelegte. Verschiedene Klimazonen greifen auf engen Raum ineinander über, Distanzen sind nicht real und die Städte in der Ferne gibt es nicht. Neben Cora befinden sich noch fünf weitere Jugendliche aus unterschiedlichen Ländern und sozialen Schichten in dieser Szenerie. Der Hüter, ein Mann mit bronzefarbender Haut, der sich vor ihnen materalisiert, erklärt den Jungen und Mädchen relativ bald, wo sie sich befinden und welche Regeln sie einzuhalten haben. Sie sind Teil eines Experiments und haben 21 Tage Zeit diese zu erfüllen....

Die Autorin hat hier ein fiktive Welt erschaffen, die man sich wirklich gut vorstellen kann, da die beschriebenen künstlichen Landschaften der Erde ähneln. Die Außerirdischen möchten für ihre Gefangenen einen Platz erschaffen, der ihrer gewohnten Umgebung gleichkommt. Diese Fakten werden dem Leser relativ schnell klar....der Sinn der Sache jedoch nicht, vorallem weil der Hüter und Seinesgleichen die Menschen für eine niedrige Existenzform halten.

Neben Cora, unserer Hauptprotagonistin, lernt der Leser schon bald die anderen fünf Jugendlichen kennen. Hauptcharakter ist allerdings Cora, die sich als Einzige im Laufe des Romanes auflehnt und sich nicht mit ihrem Schicksal abfinden will. Dies ist ein Fakt, den ich nicht ganz verstehen konnte. Für mich handeln die restlichen Charaktere nicht nachvollziehbar. Sie sind zu passiv - statt Lösungen zu finden und gegen ihr Schicksal anzukämpfen, greifen sie sich gegenseitig an. Es entsteht Agressivität, statt Agilität. Sie geben sich viel zu schnell geschlagen und Cora, die sich als Einzige auflehnt, wird zu ihren Buhmann. So plätschert die Geschichte eine Weile vor sich hin, ohne jegliche Höhen und Tiefen. Die restlichen Charaktere blieben mir weitgehend fremd. Sicher hat jeder von ihnen ein besonderes Merkmal wie Schläue, Schönheit oder Stärke, jedoch birgt der Roman auch einige nicht logische Komponenten. Um nicht zu spoilern möchte ich hier nichts ins Detail gehen..für diejenigen, die den Roman bereits gelesen haben, sage ich nur "verschwundenes Essen".
Erst zum Ende hin steigt die Spannung und die Autorin überraschte mit einer unerwarteten Wendung und einem Cliffhanger.... die perfekte Voraussetzung, um auch Band 2 zu kaufen und zu lesen...Ob ich dazugehören werde, kann ich noch nicht sagen.

Schreibstil:
Der locker leichte Schreibstil von Megan Shepherd lässt sich hervorragend lesen. Die mehr als 400 Seiten sind in angenehmer größerer Schrift geschrieben und so rauscht man nur so durch die Seiten. Obwohl mich der Mittelteil nicht wirklich fesseln konnte, war ich erstaunt, wie viel ich in kurzer Zeit bereits gelesen hatte. Man kann sich die künstlich aufgebaute Welt gut vorstellen und auch die Figuren hatte ich mehr oder weniger konkret vor Augen.
Jedes Kapitel widmt sich einer der sechs Protagonisten, wobei den Hauptteil Cora bestreitet. Es wird aus der Sicht der Person aus der Kapitelüberschrift erzählt, wobei die wechselnden Perspektiven etwas Leben in die Geschichte bringen.

Fazit:
Ein Reihenauftakt, der einige unlogische Handlungen beinhaltet und der erst am Schluss spannend wird. Wie oft bei Trilogien scheinen kaum alle drei Bücher gleich stark zu sein. Hier kann man noch hoffen, dass sich Band 2 und 3 steigern werden...

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Tags: käfig, megan shepherd, science fiction, weltall   (4)
 

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101 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 50 Rezensionen

liebe, zweiter weltkrieg, ddr, stasi, deutschland

Ab heute heiße ich Margo

Cora Stephan
Fester Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 10.03.2016
ISBN 9783462048957
Genre: Romane

Rezension:

Dieser Roman, mit mehr als 600 Seiten, beschreibt das Leben von zwei sehr starken, aber unterschiedlichen Frauen in Stendal von 1936 bis zum Jahr 2000. Neben den Lebensgeschichten beinhaltet dieses Buch auch jede Menge deutsch-deutsche Geschichte, beginnend beim Zweiten Weltkrieg über die Teilung Deutschlands und die Wiedervereinigung 1989. Eine Zeitreise, die mich unglaublich gefesselt hat....

Margarete, die sich später Margo nennt, beendet vorzeitig die Schule um endlich unabhängig von ihrem tyrannischen Vater und der verschüchterten Mutter zu sein. Beim Fotografen Otto Werner findet sie Arbeit in der Buchhaltung, die ihr Spaß macht. Doch ihr extremer Ehrgeiz macht sie nicht unbedingt beliebt. Margo weiß, was sie will und das sind nicht Heirat, Kinder und der Haushalt, sondern eine Karriere. Trotz der für die damalige Zeit untypischen Ziele, ist sie politisch eher naiv.
Helene, die bereits in ihrer Jugend im Spanischen Bürgerkrieg als Fotografin zwischen den Fronten stand, hat bereits die andere Seite des Lebens kennengelernt. Als Vierteljüdin befindet sie sich auch in Deutschland wieder in Lebensgefahr und findet bei Photo-Werner Unterschlupf und einen Job. Obwohl die jungen Frauen so unterschiedlich sind, entsteht zwischen den Beiden eine Freundschaft. Doch die Liebe zum selben Mann, ein dunkles Geheimnis und der zweite Weltkrieg reißen sie auseinander und ihre Träume und Wünsche lösen sich in Luft auf....
Während Margo nach dem Krieg in Westdeutschland Karriere macht, muss Helene als alleinerziehende Mutter über die Runden kommen und spioniert für die Stasi.
Obwohl mir beide Frauen nicht wirklich sympathisch waren, musste ich doch den Mut und den Ehrgeiz von Helene und Margo bewundern. Beide versuchten aus ihren Situationen das Beste zu machen, auch wenn ich doch einige Handlungen nicht nachvollziehen konnte.

Erstmals hatte ich auch einen Roman vor mir, der während des Zweiten Weltkrieges spielt und der keine Jüdin oder Widerstandskämpferin als Hauptprotagonistin hatte. Im Gegenteil: Margarete war die ersten Jahre dem Hitlerregime nicht abgeneigt.
Die Autorin versteht es zwei typische Frauenbilder dieser Zeit lebendig und authentisch darzustellen. Beide Hauptprotagonistinnen sind nicht unbedingt sympathisch, aber sehr vielschichtig beschrieben. Es gibt kein schwarz-weiß, sondern ein Porträt von Menschen, die sich die jeweiligen politische Lage zu Nutzen gemacht haben oder einfach versuchten zu überleben. Man kann selbst nie beurteilen, wie man wirklich gehandelt hätte, wäre man in eine dieser Situationen gekommen (wobei ich jetzt natürlich nicht das Hitlerregime meine, sondern die Zeit nach dem Krieg).
Die Autorin beschreibt hier gekonnt die verschiedenen Strömungen nach dem Kriegsende und den Zerfall Deutschlands in Ost- und Westdeutschland. Positiv hervorheben sollte man, dass Cora Stephan weder mit den moralisch erhobenen Zeigefinger geschrieben, noch eine der beiden Seiten politisch bevorzugt hat. Einzig die kleinen Spionageeinträge kurz vor dem Ende fand ich etwas too much....

Schreibstil:
Die Autorin hat einen wunderbaren Schreibstil, der mich sofort in die Geschichte eintauchen ließ. Historisch wurde hier sehr gut recherchiert und einige ältere Leser können sich sicherlich noch an diverse Begebenheiten, wie den Mauerfall, erinnern. Die atmosphärisch sehr dichte Geschichte ist lebendig und fesselt den Leser.

Der Roman ist in drei große Abschnitte unterteilt. Teil 1 "Im dritten Reich" spielt von 1936 bis 1945, Teil 2 "Deutschland Ost, Deutschland West" von 1945 bis 1989 und Teil 3 "Nach dem Mauerfall" von 1989 bis 2000. Erzählt wird in der dritten Person, wobei die Sichtweise zwischen Margo und Helen wechselt. Einige wenige Kapitel sind aus der Sicht von Alard geschrieben, der mir etwas zu kurz in der Geschichte kam.

Fazit:
Ein Porträt zweier starker, aber sehr unterschiedlicher Frauen, eingebettet in siebzig Jahre deutsche Geschichte - wunderbar erzählt und mitten aus dem Leben gegriffen. Leseempfehlung!

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Tags: cora stephan, gegenwartsliteratur, mauerfall, stasi, teilung deutschlands, zweiter weltkrieg   (6)
 

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20 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

barcelona, mode, 20. jahrhundert, historischer roman, nuria pradas

Die Kleidermacherin

Núria Pradas , Sonja Hagemann
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Penguin, 14.11.2016
ISBN 9783328100775
Genre: Historische Romane

Rezension:

Es fällt mir nicht ganz leicht zu diesem Roman eine Rezension zu schreiben bzw. weiß ich nicht wirklich, wo ich eigentlich anfangen soll ;) Vom Klappentext her ist schon Einiges gesagt und doch ist diese Geschichte sehr dicht und komplex. Das beginnt mit der Menge an Figuren und endet mit dem starken politischen Einschlag, vorallem im letzten Drittel.

Obwohl ich dachte, dass die Eigentümerfamilie des Modehauses Santa Eulalia im Vordergrund steht, ist es eher die junge und lebenslustige Laia, die in die Fußstapfen ihrer Mutter tritt und ebenfalls in Santa Eulalia zu arbeiten beginnt. Doch im Gegenteil zu ihrer Mutter, die als Näherin arbeitet und der Abteilung vorsteht, fehlt es Laia an Ehrgeiz. Viel lieber lebt sie von Wochenende zu Wochenende und träumt von jungen Männern. Bis sie den charismatischen Férran begegnet, der sich allerdings mit der Tochter des Hauses verlobt. Als ihre Mutter überraschend stirbt und sie Geld zum Überleben benötigt, steht sie vor einem Wendepunkt in ihrem Leben. Sie arbeitet sich hoch und wird für das Modehaus unverzichtbar....

Laia ist eine sehr starke Frau. Sie war mir nicht wirklich sympathisch, aber was ihr im Laufe der Geschichte alles passiert und wie grausam das Leben sein kann, erfährt sie aus erster Hand. Die anfängliche Freundschaft mit Roser Molins, der Tochter des Besitzers des Modehauses zerbricht, als beide Frauen denselben Mann verfallen. Dieser hat weitreichende Zukunftspläne, doch sein unsteter Charakter und jede Menge Frauengeschichten, kommen ihm immer wieder in die Quere.

Als Leser wirft man einen Blick hinter die Kulissen des Modeshauses und bekommt Einblicke in die damalige Zeit. Die erste Modeschau in Spanien oder der Entwurf einer Kollektion bringen interessante Kenntisse in die Haute Couture. Gerade in den 1920iger wandelt sich die Damenmode frappant.
In der Geschichte tummeln sich viele Figuren, die fast alle in einer Beziehung zum Modehaus stehen: die Eigentümerfamilie Molins, die Angestellten und diverse Freunde und Bekannte. Man begleitet einige Charaktere auf einen kurzen Teil ihres Lebensweges, manche für längere Zeit. Leider konnte ich zu keinen der Figuren eine Beziehung aufbauen bzw. blieben diese etwas distanziert. Obwohl mir Laia nicht wirklich sympathisch war, war sie die Einzige, deren Schicksal mich mitgenommen hat und die sehr lebendig beschrieben wurde.

Es gibt auch viele ruckartige Zeitsprünge mitten im Kapitel oder auf einer Seite, was den Lesefluss etwas erschwerte. So fand ich besonders den Mittelteil ziemlich zäh und kam nicht gut voran.
Durch die politischen Unruhen und den Ausbruch des Spanischen Bürgerkrieges stieg die Spannung, denn auch das Traditionshaus, dessen Familie und Mitarbeiter werden von den ereignisreichen Entwicklungen im Baskenland nicht verschont. Wir begleiten viele einzelne Schicksale und doch ist es wieder Laia's, das am meisten berührt. Das melodramatische letzte Drittel belohnt den Leser für sein Durchhaltevermögen an der Geschichte...

Schreibstil:
Zu Beginn stehen über den einzelnen Kapiteln noch Monat und Jahreszahl, die später nicht mehr aufscheinen. So verliert man durch die ruckartigen Zeitsprünge mitten in der Geschichte leicht den Überblick. Jedoch ist es der Autorin sehr gut gelungen die historisch belegten Ereignisse mit ihrer fiktiven und melodramtischen Geschichte zu vereinen. Obwohl es manchmal schwer fällt weiterzulesen, zahlt es sich letztendlich aus.

Fazit:
Ein Roman, bei dem man dranbleiben sollte. In der Mitte etwas zäh und mit vielen Figuren, entwickelt er sich zum Ende hin positiv. Die politischen Ereignisse rund um den Spanischen Bürgerkrieg sind perfekt mit der fiktiven Geschichte verwoben.

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Tags: barcelona, historischer roman, mode, nuria pradas, spanischer bürgerkrieg   (5)
 
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