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18 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

bilderbuch, einsamkeit, zweisamkeit, kinder, drachen

Die Sternennacht

Jimmy Liao , Marc Hermann
Flexibler Einband: 70 Seiten
Erschienen bei Chinabooks E. Wolf, 01.11.2017
ISBN 9783905816693
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Die Sternennacht" von Jimmy Liao ist ein Bilderbuch für Erwachsene. Das Format ist etwas kleiner als A4 und durchgehend farbig. Texte gibt es nur auf wenigen Seiten. Das Buch hat ca. 70 Seiten und kann problemlos in 30-45 Minuten gelesen werden.

Inhaltlich geht es um ein kleines Mädchen, das zunächst bei seinen Großeltern auf dem Land lebt und dann zu seinen Eltern in die Stadt zieht. Die Eltern haben wenig Zeit für sie und sie empfindet eine zunehmende Distanz und Entfremdung. In der Schule wird sie gemobbt. Sie ist lieber für sich allein. Dann zieht ein Junge in ihrem Alter in das Haus neben ihres. Ihm geht es ähnlich wie wir. Sie tun sich zusammen und verlassen gemeinsam die Stadt...

Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde gelesen. Das Buch kam dabei sehr gut an. Ich selbst bin eher zwiegespalten. Die Zeichnungen sind in einem kindlichen Stil. Das mag der Welt der Protagonistin entsprechen, aber ich hatte bei einem Bilderbuch für Erwachsene etwas anderes erwartet. Die Handlung ist für meinen Geschmack zu unkreativ. Ähnliches hat man schon zigmal gesehen/gelesen. Dennoch bietet sie ohne Zweifel eine sehr gute Projektionsfläche für eigene Erfahrungen in Kindheit und Jugendzeit. Bei einigen der Bilder hat das für mich auch funktioniert. Desweiteren trifft man immer wieder auf Darstellungen von berühmten Bildern, was ich eine nette Idee finde. Die titelgebende "Sternennacht" von Van Gogh ist dabei das wohl bekannteste Beispiel.

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8 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

erotik, sex, dreie

Gierig & unersättlich

Amy Walker
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei blue panther books, 16.09.2017
ISBN 9783862776856
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

"Gierig & unersättlich" von Amy Walker ist eine Sammlung von fünf erotischen Geschichten:

1. Hemmungslose Gier
Eine Medizinstudentin schläft mit ihrem Forschungspartner.

2. Zum Dreier verführt
3 Freunde (2 Männer und 1 Frau) haben Sex.

3. Mach's mir schnell!
Ein Quickie zwischen einer Sekretärin und einem Bauarbeiter.

4. Insel der Sünde
Eine Geschäftsfrau gewinnt eine Traumreise auf eine Privatinsel und muss feststellen, dass sie geködert wurde, um reichen Männern die Möglichkeit zu geben, sie zu erobern.

5. Sex mit dem Ex - oder seinem besten Freund
Nach einem Jahr College kommt eine Studentin nach Hause und schläft mit ihrem Ex-Freund und ihrem heimlichen Schwarm von der High School.

Die Protagonistinnen der Geschichten sind immer Frauen. Generell habe ich den Eindruck, dass die Geschichten eher für Frauen geschrieben sind. Das Aussehen der Männer wird öfters und intensiver geschildert als das der Frauen.

Generell gefällt mir der Stil der Autorin. Sie kann die Gedanken und Gefühle der Charaktere gut ausdrücken. Die meisten Geschichten sind mir eher zu langatmig, aber das ist sicherlich Geschmackssache. Die Sex-Szenen finde ich gut gelungen. Die Spannung der Akteure lässt sich gut miterleben. Sie sind anregend und nicht zu sehr übertrieben, allerdings wiederholt sich vieles für meinen Geschmack im Laufe des Buches etwas zu stark. Insgesamt eine solide Sammlung.

3,5 Sterne

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Tags: dreie, erotik, sex   (3)
 

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8 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Abseits von Himmel und Sünde

Sascha Fiek
Flexibler Einband: 120 Seiten
Erschienen bei tredition, 15.10.2017
ISBN 9783743957954
Genre: Sonstiges

Rezension:

"Abseits von Himmel und Sünde" von Sascha Fiek ist ein kleines Büchlein zu den wichtigen und (leider) immer wieder aktuellen Themen Religion, Aufklärung, Dogmatismus und Terror. Geschrieben ist der Text als fiktiver Dialog zwischen zwei Studenten (Sophia und Taleb), die sich einen Tag nach einem lokalen Anschlag an ihrem Lieblingsplatz vor der Uni treffen und über das Geschehene sprechen und die Hintergründe (philosophisch) reflektieren.

Die Dialogform ist vom Autor gut umgesetzt. Zu Beginn vielleicht noch etwas künstlich erscheinend, habe ich dann sehr schnell in die Thematik hinein gefunden. Generell ist der Text sehr gut verständlich und der Argumentationsfaden der Protagonisten immer nachvollziehbar. Philosophisches Vorwissen im engeren Sinne scheint mir für die Lektüre nicht erforderlich.

Kernpunkt der Argumentation des Autors ist ein humanistisches Weltbild. Zentral scheint mir die Befreiung von Dogmen und Manipulation durch die organisierte Religion. Jeder Mensch muss individuell gesehen und niemand sollte nur aufgrund von bestimmter Gruppenzugehörigkeit beurteilt (und verurteilt) werden!

Sehr schön gefällt mir, dass der Text immer wieder auch vertretene Thesen relativiert und damit im Sinne Karl Poppers zu einer Bewusstwerdung der Fehlbarkeit aufruft. Niemand sollte sich seiner eigenen Anschauung jeweils zu sicher sein! Auch Religion wird nicht per se verurteilt, sondern als wichtige Entwicklung in der kulturellen Evolution des Menschen verstanden. Problematisch wird es erst dann, wenn bestimmte Personen und Gruppen durch religiöse Vorstellungen Macht über andere erlangen und sie fortan manipulieren können.

Evolutionäre und anthropologische Erklärungen spielen im Text eine große Rolle: "Der Mensch haucht Gott Leben ein" (S.24), "Der Mensch ist auch nur ein Teil der Natur" (S.85). Gruppen spielten in der Entwicklung des Menschen eine große Rolle und sind auch heute noch ein zentraler Faktor. Es gibt immer ein innerhalb und ein außerhalb der Gruppe (bei jeder Gruppe, egal ob Religion, Politik, Clique, etc.) und dies kann durch Manipulation in Angst und Hass umschlagen.

Insgesamt kann ich mich der Argumentation des Autors in fast allen Bereichen nur anschließen. Ein gesellschaftliches Umdenken tut gerade in der aktuellen Zeit dringend Not. Einen halben Stern ziehe ich ab, weil ich an einigen Stellen gerne noch mehr zum Thema gelesen hätte und auch ein Hinweis auf eine grundsätzliche Vereinbarkeit von Spiritualität und kritischem Denken wichtig gewesen wäre. Ich verweise dazu auf das Buch "Wissenschaft und Spiritualität" von Lars Jäger, das ich auch jedem am Thema interessierten ans Herz legen kann.

4,5 Sterne

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20 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

gentechnik, geneti, forschun, ewige jugen, ewiges leben

Der Tag der Engel

Paul Weiler
Flexibler Einband
Erschienen bei bookshouse, 19.09.2017
ISBN 9789963537983
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Der Tag der Engel" von Paul Weiler ist ein Wissenschafts-Thriller, dessen Handlung rund um das Thema "Unsterblichkeit durch moderne Methoden der Gentechnik" aufgebaut ist. Zwei Protagonisten stehen im Zentrum der Erzählung: John Flender ist ein ehrgeiziger und renommierter Biomediziner am Fraunhofer-Institut in Saarbrücken. Eines Tages erhält er ein ungewöhnliches Angebot: für 2 Mio. Euro soll er an einem zweijährigen internationalen Forschungsprojekt zum Thema Alterung teilnehmen. Für diese Zeit müsste er sich allerdings komplett in einem Cottage in Südengland zurückziehen und alles der Arbeit unterstellen. Kontakt zu seinen Projekt-Kollegen würde nur virtuell per PC erfolgen. Einzige Kontaktperson wäre die attraktive Italienerin Anna Cortini, die auch die zweite Hauptrolle in der Geschichte einnimmt. Anna hat in Mailand Kirchengeschichte studiert und arbeitet als Location-Scout hauptsächlich für die Filmindustrie. Von einem ihrer ehemaligen Professoren bekommt sie den Auftrag, die Standorte für das Projekt zu finden und John am Standort Südengland zu betreuen. John lässt sich auf das Projekt ein und zunächst läuft auch alles gut. Als er per Zufall allerdings in den Labordaten auf Werte stößt, die einen grausamen Verdacht nahelegen, muss er erkennen, mit welchen Mitteln der Auftraggeber offenbar bereit ist, seine Ziele zu erreichen...

Die Lektüre des Romans war für mich durchweg unterhaltsam und kurzweilig. Ich habe schon lange keinen Roman mehr in so kurzer Zeit gelesen. Der Stil des Autors ist ansprechend. Bereits im Prolog ist die Spannung auf einem guten Niveau und man möchte bis zum Ende wissen, wie es ausgeht. Der wissenschaftliche Teil ist interessant und gut nachvollziehbar. John und Anna sind sympathische Charaktere, die mir gut ausgearbeitet erscheinen und mit denen ich mir auch weitere Romane vorstellen könnte. Action-Szenen sollte man eher weniger erwarten, der Fokus liegt mehr auf den Personen und ihren Hintergründen und Motivationen. Etwas abfallend ist für mich das Ende. Hier hätte ich mir tatsächlich einen etwas größeren Showdown erwartet. Die Auflösung ist stimmig, aber im Hinblick auf die Relevanz der Thematik und die Entwicklung der Handlung bleibt die finale Konfrontation unter meinen Erwartungen zurück. Dennoch kann ich "Der Tag der Engel" allen Fans von Wissenschafts-Thrillern ans Herz legen.

4,5 Sterne

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Tags: gentechnik, unsterblichkeit, wissenschaftsthriller   (3)
 

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8 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

beziehungen, lebensweisheiten, soziales, flaschensammler, glaube

16 Kurz(e)geschichten mitten aus dem Leben

Hubert Michelis
Flexibler Einband: 262 Seiten
Erschienen bei Spica Verlag GmbH, 18.09.2017
ISBN 9783946732259
Genre: Romane

Rezension:

Ich habe die Sammlung im Rahmen einer Leserunde gelesen. Die 16 Geschichten unterschiedlicher Länge handeln alle von individuellen und gesellschaftlichen Lebensproblemen. Zentrale Themen sind Beziehungsprobleme, Selbständigkeit, Umgang mit Geld und die Suche nach einem eigenen Weg im Leben.

Mir ist es schon lange nicht mehr so schwer gefallen, mir ein zusammenfassendes Urteil über ein Buch zu bilden. Die Geschichten sind alle einigermaßen kurzweilig. Manche haben mir natürlich besser gefallen als andere. Allgemein fehlen mir aber etwas die Highlights und Aha-Effekte. Ich habe fast keine Impulse verspürt, zu den Geschichten etwas für eine Diskussion zu schreiben. Die Themen ähneln sich für mich zu stark und an vielen Stellen hätte ich mir noch mehr emotionalen Tiefgang gewünscht.

Besonders gut gefallen mir "Der Bodhisattva" und "Erst das Fressen, dann die Moral?". Zu plump ist mir dagegen "Wie du mir, so ich dir!".

Empfehlen kann ich das Buch im engeren Sinne leider nicht, wer sich angesprochen fühlt, macht aber mit dem Erwerb auch nicht wirklich etwas falsch.

3,5 Sterne

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21 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

science-fiction, zukunft, aliens, garri, bionic

WetGrave

Alf Stiegler
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 23.09.2016
ISBN 9783741255816
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Alf Stieglers "WetGrave" spielt im 24. Jahrhundert. Ein gigantischer Konzern namens "HypCon" hat alle Ressourcen auf der Erde abgebaut und mit Partnern in der ganzen Milchstraße gehandelt. Der Planet ist zur lebensfeindlichen Zone geworden und nur die "unterklassigen" Menschen müssen auf ihr ausharren. Mittel- und Oberklasse leben in sog. "Bases" - gigantischen autarken Kapseln im Orbit der Erde. Flugverbindungen per Shuttle gibt es zwar noch, aber die Verbindung zwischen den Bases läuft fast ausschließlich über ein Netz von Teleportations-Portalen, die auf der Technik der Dimensionssprünge basiert. Die Gesellschaft ist in einem Kastensystem autorität organisiert und HypCon steht über allem, obwohl niemand so recht weiß, wer heute hinter dem Konzern eigentlich steht.
In dieser Ausgangslage treffen wir auf den Abtrünnigen "Pressure" und seinen Freund "Garris". Sie konnten ein Technikmodul stehlen, mit dessen Hilfe ein Dimensionssprung zu einem geheimnisvollen und bedeutsamen Zielort möglich sein soll. Um die Authentizität des Moduls zu bestätigen, reisen beide in eine Base von der Größe einer Metropole und treffen sich dort mit Abtrünningen der Security-Einheiten...

Die Geschichte ist vergleichsweise kurz, hat dafür aber ein sehr hohes Tempo. Man trifft direkt auf Pressure und verfolgt sein Schicksal bis zum Ende der Handlung. Nach und nach erhält man Informationen zum aktuellen Zustand der Erde und der Gesellschaft. Die Lektüre war sehr kurzweilig und durchgehend spannend. Die Balance zwischen Action und Hintergrund-Sci-Fi-Geschichte ist sehr gut gelungen. Pressure ist kein Held, der von Anfang an sympathisch erscheint, aber seine Beharrlichkeit im Kampf gegen das herrschende Unrechtssystem lässt einen immer mehr mit ihm mitfiebern.

Obwohl ich über einige Dinge bereits spekuliert hatte, hat mich die Intensität der Auflösung stark überrascht. Die Schilderungen sind konkret und gleichzeitig surreal-verstörend und dürften einen dauerhaften Eindruck hinterlassen. Einen Stern muss ich leider für das Ende abziehen. Es kommt zu abrupt und scheint mir wenig realistisch im Hinblick auf die Macht des Systems. Mehr Story (ggf. auch ein Sequel) bzw. ein offenes Ende wären aus meiner Sicht passender gewesen.

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Tags: science-fiction   (1)
 

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38 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

klimawandel, ozonloch, klima, golfstrom, abholzung regenwald

Planet Planlos

Stefan Bonner , Anne Weiss
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Knaur, 02.10.2017
ISBN 9783426214329
Genre: Sachbücher

Rezension:

"Wir bewegen uns mit beängstigender Geschwindigkeit in unbekanntes Gebiet."
(Michel Jarraud, ehem. Generalsekretär der World Meteorological Organisation; S. 202)

"Planet planlos. Sind wir zu doof, die Welt zu retten?" von Stefan Bonner und Anne Weiss ist ein Sachbuch, das sich auf intensive Weise mit dem Klimawandel auseinandersetzt.

Zunächst zeigen die Autoren anhand persönlicher Schicksalsberichte und allgemeiner Daten sehr schön die bereits jetzt enormen weltweiten Veränderungen durch den Klimawandel auf. In dieser geballten Form wirkt das sehr schockierend, auch wenn man generell mit offenen Augen durch die Welt läuft und die Extreme bei uns regelmäßig wahrnimmt.

Daran anschließend gibt es eine kurze wissenschaftshistorische Darstellung zur Klimaforschung, die ich sehr interessant finde. Danach folgt ein Überblick über die politischen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte und im Speziellen der Kampf der Lobbygruppen gegen die überwältigende wissenschaftliche Evidenz.

In weiteres, umfangreiches Kapitel zeigt zentrale Entwicklungen auf. Die Autoren machen die Komplexität der voneinander abhängenden Systeme gut deutlich. "Kipp-Punkte" sind ein wichtiges Stichwort. Die Abschnitte über die Arktis und die Antarktis finde ich besonders interessant. Es ist fast gar nicht greifbar, um welche Dimensionen es dabei geht (Gigatonnen!). Die Passagen über die großen Meeresströmungssysteme und den Jet Stream sind auch informativ, allerdings hätte ich mir noch mehr Informationen zu deren Hintergründen gewünscht (wobei ich verstehen kann, dass die Autoren zugunsten guter Lesbarkeit die Komplexität der Darstellung nicht zu hoch schrauben wollten).

Desweiteren geht es nun um die menschengemachten Ursachen des Klimawandels (Energiegewinnung, Verkehr, Massentierhaltung, Abholzung der Regenwälder). Sehr ansprechend finde ich die Darstellung unseres täglichen CO2-Ausstoßes an einem Arbeitstag eines Durchschnittbürgers. Alle bisherigen politischen Einigungen (inkl. des Pariser Klimaabkommens) sind bestenfalls halbherzig, aber realistisch ein Sargnagel für die Begrenzung der Erderwärmung. Ein radikaler Paradigmenwechsel muss her. Ansonsten sieht es für die Zukunft der Menschheit düster aus. Diese Einschätzung der Autoren kann man nur uneingeschränkt teilen. Erinnerungen an z.B. "Wendezeit" von Fritjof Capra oder "Wege zum Gleichgewicht" von Al Gore kommen mir in den Sinn.

Das abschließende Kapitel mit dem Untertitel "Der 10-Punkte-Masterplan zur Weltrettung" bringt zentrale Lösungsansätze prägnant und ohne Beschönigung auf den Punkt: Änderung des Weltwirtschaftssystems, Alternative Energiegewinnung, neues ganzheitliches Denken unter Einbezug der Erde als Ganzem, Verzicht oder extreme Reduzierung von Fleisch, gesellschaftlicher Einsatz von jedem Einzelnen, neue Verkehrskonzepte, moderne Technologien und Minimalismus statt Wegwerf-Überfluss.

Ich persönlich hätte mir mehr Quellenangaben, Diagramme und Grafiken gewünscht. Die persönlichen Schicksalsberichte, die hervorgehobenen Zitate und die Hinweise im Anhang finde ich sehr gelungen.

Das Buch ist in einem sehr ansprechenden und flüssig zu lesenden Dokumentarfilmstil geschrieben. Der Text wirkt fundiert recherchiert und man merkt, dass eine Menge Herzblut der Autoren hineingeflossen ist. Viele Stellen sind sehr emotional und nach der Lektüre kann kein Zweifel mehr an der Dringlichkeit des Problems bestehen.

Die zentrale Message: "Wir müssen deshalb Verantwortung übernehmen. Jetzt." (S.203)

"Und das heißt nichts anderes als: Wir werden von unserem gewohnten Lebensstil Abschied nehmen müssen - wenn wir unsere Welt wirklich retten wollen." (S.225)

"Am Anfang glaubte ich noch, ich würde um die Kautschukbäume kämpfen, dann dachte ich, ich wollte den Regenwald Amazoniens retten. Mittlerweile weiß ich, dass mein Kampf dem Überleben der Menschheit gilt."
(Chico Mendes, Gewerkschaften und Umweltschützer, 1944-88; S.224)

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Tags: abholzung regenwald, antarkti, arktis, erderwärmung, global warming, klimawandel, ozonloch, wirtschaftssystem   (8)
 

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56 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 29 Rezensionen

dystopie, roboter, zukunft, utopie, 2052

Die Optimierer

Theresa Hannig
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 29.09.2017
ISBN 9783404208876
Genre: Science-Fiction

Rezension:

München im Jahr 2052: die BRD ist Geschichte, die BEU (Bundesrepublik Europa) ist Gegenwart. Sie ist ein Bündnis der "starken" Staaten in Mittel- und Nordeuropa, hervorgegangen aus einem Zerfall der EU im Jahre 2031 nach diversen Krisen in den 20ern und immer größer gewordenen Unterschieden in den Mitgliedsstaaten. In der BEU ist der Kapitalismus abgeschafft und durch die sog. "Optimalwohlökonomie" ersetzt. Digitalisierung, Roboter und Androiden sind allgegenwärtig. Handys sind schon lange veraltet. Erweiterte Realität mithilfe von Kontaktlinsen bieten ungeahnte Möglichkeiten der Kommunikation und Interaktion. Es gibt ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle Bürger. Jeder soll sich genau an dem Platz betätigen, an dem er der Gesellschaft am meisten nutzt.

Protagonist in diesem Setting ist der "Lebensberater" Samson Freitag. Seine Aufgabe ist es, im Auftrag der "Agentur für Lebensberatung" seinen Kunden den erwähnten Platz in der Gesellschaft zuzuweisen. Dafür stehen ihm nahezu unbegrenzte Daten über sie zur Verfügung. Der Bürger ist gläsern geworden. Sein Verhalten wird ständig anhand eines Sozialpunktesystems, auf dessen Score jeder Zugriff hat, bewertet. Dazu zeichnet die Agentur u.a. alles auf, was mit den Linsen gesehen und ausgeführt wird. Freitag selbst ist ein vorbildlicher Bürger. Er ist unkritisch und hat Vertrauen in das herrschende System und die Optimalwohlökonomie. Die 1000-Punkte-Marke, die ihm eine weitere Beförderung einbringen würde, ist für ihn in Sichtweite, doch er wird sie nie erreichen. Eine Reihe von Ereignissen - teils innerhalb, teils außerhalb seiner Kontrolle- führt zu einer radikalen Änderung seines Lebens und völlig unerwartet für ihn selbst ist er nun gezwungen, sich mit den dunklen Seiten des Status Quo auseinanderzusetzen. Eine Abwärtsspirale beginnt...

"Die Optimierer" ist eine Gesellschaftsdystopie, die ich persönlich für wirklich gelungen halte. Die Geschichte beginnt eher gemächlich, nimmt ab einem gewissen Punkt aber immer mehr an Fahrt auf und kulminiert in einem kaum vorhersehbaren, überzeugenden Finale. Die gesellschaftlichen Schilderungen wirken größtenteils stimmig und die Elemente der Geschichte (Handlung, Setting, Technologie, Charakterdarstellung, Spannungselemente) sind ausgewogen. Samson Freitag ist ein interessanter Charakter und Hannigs eindrücklicher Schreibstil lässt den Leser auf sehr emotionale Weise an seiner Odyssee teilhaben.

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Tags: dystopie, genre science-fiction, roboter, technologie, überwachung   (5)
 

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18 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

liebe, musik, parkinson, band, liebesroman

Klangkörper

Andreas van Hooven
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 01.09.2017
ISBN 9783744819701
Genre: Romane

Rezension:  
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11 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

zukunft, robotik, gentechnik, nanotechnologie, quantencomputer

Supermacht Wissenschaft

Lars Jaeger
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Gütersloher Verlagshaus, 28.08.2017
ISBN 9783579086828
Genre: Sachbücher

Rezension:

"Supermacht Wissenschaft. Unsere Zukunft zwischen Himmel und Hölle" von Lars Jaeger ist ein vor kurzem neu erschienenes Sachbuch über den aktuellen Stand in zentralen wissenschaftlichen Forschungsgebieten und deren mögliche Auswirkungen auf die Zukunft der Menschheit. Zentrale Themen sind v.a. Nanotechnologie (Nano-Bots in der Medizin und Industrie, 3D-Drucker), Gentechnik (CRISPR, langes oder ewiges Leben, individuelle Therapie gegen Krankheiten, Züchtung von Organen und ganzen Lebewesen im Labor), Künstliche Intelligenz (Superintelligenz), Quantencomputer (unendliche Rechenleistung), Robotik & Digitalisierung (Fabriken ohne Menschen, Androiden mit KI, "Industrie 4.0", "Internet der Dinge"), Neurowissenschaft (Verbindung von Mensch und Maschine und von Gehirn zu Gehirn, "Neuro Enhancement", VR, Manipulation), Energie- & Lebensmitteltechnologie. Der Autor geht dabei jeweils zunächst auf allgemein-verständliche Weise auf theoretische Hintergründe zu neuen Technologien ein und zeigt dann mögliche Einsatzgebiete mit Vorteilen und Risiken auf. Dabei werden auch immer wieder die Verbindungen der Entwicklungen deutlich. Die Menge an geballter und relevanter Informationen im Buch ist teilweise fast erdrückend. Es werden regelmäßig konkrete Projekte angesprochen, die auch Lust auf weitere Recherche machen.

Ich interessiere mich als Laie verstärkt für Wissenschaft und deren philosophischen, psychologischen und soziologischen Implikationen und bin auch guter Science-Fiction zugetan. Dementsprechend waren mir viele Technologien bereits bekannt. Stark überrascht war ich allerdings, wie weit die aktuelle Entwicklung tatsächlich bereits fortgeschritten ist. Es sieht tatsächlich so aus als ob viele Science-Fiction Ideen in greifbarer Nähe liegen. Das ist für mich sowohl faszinierend als auch sehr beunruhigend. Der Untertitel ("Unsere Zukunft zwischen Himmel und Hölle") scheint mir da sehr gut gewählt.
 
Positiverweise gibt sich der Autor nicht mit einer deskriptiven Schilderung der Lage zufrieden. Der abschließende Teil des Buches ist viel mehr Lösungen und Handlungsalternativen gewidmet. Die politischen Darstellungen sind radikal ehrlich, tiefgreifend und umfassend. Ausgangspunkt ist eine humanistische Weltsicht und das Ziel einer "offenen Gesellschaft". Neue Arten von weltweiter Kooperation und ein Fokus auf eine ethische, ganzheitliche und rationale Spiritualität sind überlebensnotwendig (Dass dies möglich ist, zeigt der Autor auch in seinem Buch "Wissenschaft und Spiritualität", das ich Ende letzten Jahres lesen durfte). Besonders hervorzuheben ist für mich, dass die Problemstellung in all ihren Facetten dargestellt wird. Es werden nicht nur die Großkonzerne an den Pranger gestellt, sondern alle Akteure miteinbezogen. Die Abschnitte zum freien Markt, zu den Problemen im Wissenschaftsbetrieb, zur Regulierung der Technologie durch die Politik und zur Information und Bildung der Bürgerschaft zeigen die Komplexität der Materie sehr gut auf. Das Buch ist auch ein Plädoyer für ein gemeinsames Handeln aller Menschen.

"Supermacht Wissenschaft" ist für mich* ein fundiertes Buch, nach dessen Lektüre ich nur hoffen kann, dass es möglichst viele Menschen lesen werden und wissenschaftliche Entwicklungen viel mehr in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Ich habe selten ein Buch gelesen, das mich in so vielen Aspekten mit Qualität, Relevanz und moralischen Überlegungen überzeugen konnte. Die Basis des Autors (Studium von Physik, Mathematik, Philosophie und Geschichte) dürfte dafür einen soliden Grundstein gelegt haben. Großen Respekt von meiner Seite!**

"Wissenschaft und Technologie können den Menschen buchstäblich unsterblich machen, ihn aber auch vom Angesicht der Erde verschwinden lassen. Sie zu unserem Feind zu erklären, bringt uns nicht weiter, sie grenzenlos gewähren zu lassen, aber auch nicht." (S.404)

*soweit ich das als interessierter Laie beurteilen kann
** ich habe das Buch übrigens als Rezensionsexemplar erhalten; trotz meiner Begeisterung habe ich aber keinerlei Beziehung zu Autor oder Verlag

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Tags: forschung, gentechnik, künstliche intelligenz, neurowissenschafte, quantencomputer, robotik, wissenschaf, zukunft   (8)
 

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110 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 84 Rezensionen

spanischer bürgerkrieg, spanien, spionage, bürgerkrieg, franco

Der Preis, den man zahlt

Arturo Pérez-Reverte , Petra Zickmann
Fester Einband: 295 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 10.09.2017
ISBN 9783458177197
Genre: Historische Romane

Rezension:

"Der Preis den man zahlt" des bekannten spanischen Autors Arturo Pérez-Reverte ist ein Agentenroman, dessen Handlung zu Beginn des spanischen Bürgerkrieges 1936 spielt. Als Leser folgen wir dabei dem arroganten und nihilistischen Söldner Lorenzo Falcó. Dieser hat sich bereits mit diversen Aktionen in der Szene einen Namen gemacht und wird von faschistischen Kräften (unter Franco) angeheuert, einen bedeutenden Führer aus einem Gefängnis der linken Republik zu befreien.

Dies ist meine erste Beschäftigung mit dem spanischen Bürgerkrieg. Auf beiden Kriegsseiten treten eine ganze Reihe von Gruppierungen auf. Die Situation ist komplex und unübersichtlich. Gewünscht hätte ich mir dementsprechend eine kurze Einführung in die historischen Ereignisse und eine Karte. Dennoch geling es, sich nach einiger Zeit ein Bild von den politischen Geschehnissen und der aktuellen Lage zu machen. Ansonsten lässt sich der Handlung recht einfach folgen. "Der Club Dumas" schien mir hier im Vergleich anspruchsvoller zu sein.

Lorenzo Falcó ist ein überaus unsympatischer Protagonist. Er ist arrogant und gewissenlos. Eine Beziehung (im positiven Sinn) habe ich zu ihm nie wirklich aufbauen können, aber das macht auch einen gewissen Reiz der Geschichte aus. Er arbeitet im Auftrag der Faschisten, ist selbst aber nur auf seinen persönlichen Nutzen aus. Der Faschismus ist menschenverachtend, aber im anderen Lager wird mit ähnlichen Mitteln vorgegangen. Es scheint nur noch "böse" zu geben. Auf beiden Seiten wird im Vorbeigehen sehr viel abartige Gewalt erwähnt. Dazu ein toller Satz auf S. 103 oben: "Es war wie ein Scheiterhaufen, auf dem die Besten ihrer Generation verbrannten oder verbrennen würden. Auf der einen wie auf der anderen Seite." Die politischen Führer schauen offenbar nur mit Verachtung auf das Leben ihrer "Fuß-Soldaten" im realen Kampf.

Abgesehen von den politischen Schilderungen bleibt für mich die Handlung eher flach. Dennoch ist sie größtenteils recht kurzweilig und unterhaltsam. Das Ende ist aus meiner Sicht nicht gelungen und etwas kitschig. Eine mögliche Fortsetzung werde ich tendenziell wohl eher nicht lesen.

3,5 Sterne

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Tags: spanischer bürgerkrieg, spionage   (2)
 

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24 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

arthusroman, fantasie, heldenreise, abenteuerreise, surrealität

Arthurs Entführung

Bernd Desinger
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Droste Verlag, 11.09.2017
ISBN 9783770020416
Genre: Romane

Rezension:

Ich habe "Arthurs Entführung" bei einer Leserunde gewonnen und mich darüber sehr gefreut. Die Inhaltsangabe hatte mich sehr angesprochen und auch das liebevoll gestaltete Äußere des Buches war vielversprechend.

Inhaltlich geht es um folgendes: ein Freundeskreis aus Münster ist gerade mit dem Studium fertig als eines ihrer Mitglieder, Arthur, auf mysteriöse Weise verschwindet. Die Entführer hinterlassen Geld und eine Liste mit Reisezielen. Die vier Studenten brechen daraufhin jeweils alleine in ein anderes Land auf (USA, Norwegen, Deutschland), um Arthur zu suchen. Jedes Ziel hat dabei auch mit ihrer Vergangenheit zu tun.

Ich bin leider von der Geschichte sehr enttäuscht. Laut zitierten Beschreibungen soll das Buch "anspruchsvoll, spannend, rätselhaft, von existentieller Tiefe, poetisch, surreal und mitreißend" sein. Leider treffen von diesen Adjektiven für mich nur wenige und dann auch nur ansatzweise zu.

Anspruchsvoll: zu Beginn werden die Protagonisten detailliert vorgestellt. Auch wird sehr viel Platz im Roman der Beschreibung von Örtlichkeiten gewidmet. Das finde ich gelungen. Der Inhalt der Geschichte ist dagegen nicht anspruchsvoll. Vieles kommt mir eher wie in einem "Chick Flick" vor. Egal wo sie hinkommen, haben die Protagonisten/-in zunächst erst einmal sexuelle Kontakte. Häufig sind die Partner dann gleich wieder verschwunden. Ständig geht es um Beziehungen. Die Suche nach Arthur spielt zu 95% keine Rolle.

Spannend: trifft leider überhaupt nicht zu. Die Handlung ist extrem langatmig und fast komplett höhepunktslos.

Rätselhaft: hin und wieder erleben die Freunde märchenhafte Dinge. Diese erinnerten mich teilweise eher an Fantasiereisen, wie man sie in der Schule schreibt. Die Integration des fantastischen Elements in die Handlung ist nicht gelungen.

Von existentieller Tiefe: siehe "Anspruchsvoll" :(

Poetisch: die Liebe zum Detail in der Beschreibung der Örtlichkeiten hat tatsächlich teilweise etwas Poetisches. Leider kann die Handlung da nicht mithalten.

Surreal: siehe "Rätselhaft"

Mitreißend: hätte ich das Buch nicht für eine Leserunde lesen "müssen", wäre ich nach 200 Seiten ausgestiegen. Die Handlung bleibt oberflächlich und banal und mitreißend ist für mich leider gar nichts.

Ich bin von dem Roman enttäuscht und auch sauer, dass die Lobpreisungen total in die Irre führen! Mehr als zwei Sterne kann ich beim besten Willen daher nicht geben. Die Fortsetzung - die im Frühjahr 2018 erscheinen soll - werde ich auf jeden Fall nicht mehr lesen.

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13 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

Oxen – Das erste Opfer

Jens Henrik Jensen , Friederike Buchinger , Dietmar Wunder
Audio CD
Erschienen bei Der Audio Verlag, 08.09.2017
ISBN 9783742402042
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Jens Henrik Jensen: Oxen - Das erste Opfer
Hörbuch, gelesen von Dietmar Wunder
Der Audio Verlag
2 mp3-CDs, Ungekürzte Lesung, ca. 13h 25min

In Jens Henrik Jensens Buch "Oxen - Das erste Opfer" geht es um den hochdekorierten Kriegsveteranen Niels Oxen, der sich aufgrund psychischer Probleme mit seinem Hund in ein Waldgebiet Dänemarks zurückzieht. Er leidet unter PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung), was sich u.a. in fürchterlichen Flashback-Erlebnissen zeigt. Während eines Streifzugs in die Nähe eines nahegelegenen Schlosses wird er zufällig Zeuge eines Mordes an dessen renommiertem Schlossherren. Daraufhin gerät er ins Visier der lokalen Polizei und des dänischen Inlandsgeheimdienstes. Um nicht als Bauernopfer aus den Ermittlungen hervorzugehen, nimmt er ein Arbeitsangebot des Geheimdienstchefs an und macht sich selbst auf die Suche nach dem Täter. Dabei ist er sich von Anfang an bewusst, dass zwischen Freund und Feind nur ein schmaler Grat liegt...

Erzählt wird die Geschichte aus der dritten Person. Dem Leser wird teilweise direkt von den Morden berichtet. Später folgt die Handlung hauptsächlich Oxen und seiner vom Geheimdienst abgestellten Handlerin. Im Laufe des Romans erfährt man dazu weitere Hintergründe zu Oxens Lebensgeschichte und seinen Erlebnissen.

Ich selbst konnte mit dem Roman leider nie richtig warm werden. Gerade zu Beginn zieht sich die Handlung sehr lange hin und spannend wird es nur selten. Oxen bleibt als Protagonist eher blass, auch wenn die Schilderungen seiner Kriegserfahrungen gut gelungen sind. Insgesamt wirkt der Roman auf mich wie eine weitere der unzähligen Varianten von Agentenkrimis/-thrillern, die heute jedes Jahr auf den Markt kommen. Kreative neue Ideen kann ich nicht finden. Wer das allerdings als Leser auch nicht erwartet, könnte durchaus an der Geschichte Gefallen finden.

Ein Kompliment geht an den DAV und an den Sprecher Dietmar Wunder. Die Qualität der Produktion ist ausgezeichnet und die Fähigkeit Wunders, Figuren durch Sprachnuancen lebendig werden zu lassen, ist beeindruckend.

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gesellschaftskritik, jenseits, luther, goethe, elvis

Interview mit einem DJ

Michael Lorenz
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 31.08.2017
ISBN 9783744897877
Genre: Humor

Rezension:

In Anlehnung an das Buch hier meine erste Rezension im Interview-Stil:

Interviewer (Int): "Interview mit einem DJ" hört sich erstmal sehr ungewöhnlich an? Was ist das für ein Buch?

Tob: Der Autor heißt Michael Lorenz und ist offenbar Naturwissenschaftler. Als "DJ RollingStock" legt er wohl v.a. Rock-, Bluesrock und Rock'n'Roll-Scheiben auf. Das Buch besteht aus einem fiktiven Dialog zwischen ihm und Elvis Presley, der es in den Himmel geschafft hat.

Int: Und dabei geht es um Musik?

Tob: Auch, aber nicht nur. Das Gespräch beginnt mit Gedanken über den "Einheitsbrei", den die Musikindustrie heute hauptsächlich hervorbringt. Streben nach kurzfristiger Gewinnmaximierung führt dazu, dass echte Herzblutmusiker es heute im Geschäft sehr schwer haben. Auf der anderen Seite neigen wir Verbraucher auch dazu, alles nur schnell konsumieren zu wollen. Nur wenige nehmen sich wohl noch Zeit, Musik richtig zu genießen. So sieht es zumindest der Autor - und ich stimme ihm da zu. Wir sollten alle an unserer Achtsamkeit arbeiten.

Int: Und um welche Themen geht es noch?

Tob: Der Autor behandelt eine ganze Reihe von aktuellen gesellschaftspolitischen Themen. Da wäre zum einen die zunehmende digitale Vernetzung aller Lebensbereiche, die jeden einzelnen immer gläserner macht und unschöne Folgen nach sich ziehen kann und wahrscheinlich wird (z.B. Krankenversicherung abhängig vom Verhalten des Kunden). Ein weiterer Abschnitt widmet sich dem Thema Manipulation durch Emotionen wie Ängste, Sehnsüchte und Wünsche in Wirtschaft und Politik ("Es ist immer die gleiche Masche: Man erzeugt ein künstliches Problem, jagt den Leuten Angst ein oder verstärkt eine latente Angst und kassiert dann die dicken Wahlergebnisse, weil man als Retter in der Not auftritt", S.34/35). Der "Mainstream" wird vom Autor häufig attackiert. Immer weniger Menschen begehen Pfade abseits der Herde ("Demokratie atmet Frischluft, wenn es viele Pioniere gibt", S. 48). Kernproblem für den Autor ist die immer schneller wachsende Ungleichheit in unserer Gesellschaft. Es gibt immer mehr Verlierer. Parteien gehen die zentralen Probleme nicht an - egal ob links, Mitte oder rechts. Die Auswirkungen des Klimawandels werden noch immer nicht richtig ernst genommen. Der moderne Mensch sieht sich als Kämpfer gegen die Natur (im Buch schön als Boxkampf mit Muhammed Ali dargestellt) anstatt mit ihr eine Kooperation einzugehen. Auch die Flüchtlingskrise wird angesprochen. Dabei zeigt der Autor, dass die Europäer mit ihrem imperialistischen Verhalten (in Vergangenheit und Gegenwart) in Afrika und im Nahen Osten selbst eine zentrale Rolle spielen.

Int: Was hat dir besonders gut am Buch gefallen?

Tob: Man merkt, dass dem Autor wirklich etwas an einer positiven Zukunft liegt. Er scheint mir von einem ganzheitlichen humanistischen Weltbild auszugehen ohne dabei realpolitische Probleme außer Acht zu lassen. Unsinnige Diskussionen über politische Lager vermeidet er, Probleme und rationale Lösungen stehen im Vordergrund. Er gibt praktische Beispiele zu theoretischen Überlegungen, was meistens auch gut gelungen ist. Sehr anschaulich ist der fiktive Traum über einen Chef, der in einem Szenario durch eine komplott robotisierte Fabrikhalle läuft und in einem zweiten durch dieselbe Halle, nur dass diesmal Arbeiter unter menschlichen Bedingungen an den Maschinen arbeiten (S. 64ff).

Int: Und was fandest du nicht so gelungen?

Tob: Die Dialogform ist mal was anderes, aber so richtig ansprechend ist die Form für mich nicht. Das Buch wirkt auf mich teilweise düster und pessimistisch und die Versuche, dies durch Witz und Nebenhandlung (z.B. was Elvis so im Himmel erlebt) aufzulockern, haben mich eher weniger überzeugt. Unklar ist auch, warum gerade Elvis als Gesprächspartner gewählt wurde, wenn doch seine Darstellung oft fiktiv ist. Gewünscht hätte ich mir an einigen Stellen mehr Umfang in Form von mehr Hintergrundinfos. Quellenangaben fehlen völlig. Weiterführende Literatur und mehr konkrete praktische Tipps wären auch sehr wünschenswert gewesen. An wenigen Stellen habe ich mich auch über die Argumentation gewundert. Die These vom "egoistischen Gen" wird doch heute nur noch von einer Minderheit geteilt. Zuletzt gab es erst eine sehr spannende "Scobel"-Sendung, in der das auch Thema war und deutlich gezeigt wurde, dass Kooperation für den Menschen immer schon zentral war.

Int: Wie sieht dein Fazit aus?

Tob: "Interview mit einem DJ" ist ein Buch, das auf sehr klare Weise zentrale Probleme in unserer Gesellschaft und auf dem Planeten aufzeigt. Es ist auch ein gelungenes Plädoyer für einen radikalen Wechsel unseres Verhaltens. Insgesamt für mich eine größtenteils gelungenes gesellschaftspolitisches Werk.

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poesie, vergänglichkeit, gedich, tod

Ferne Zeiten in weiter Ferne

Eva Lübbe
Flexibler Einband: 76 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 03.01.2017
ISBN 9783741256387
Genre: Gedichte und Drama

Rezension:

"Ferne Zeiten in weiter Ferne" von Eva Lübbe ist ein kleines Bändchen mit 60 Gedichten auf insgesamt 71 Seiten. Die Sammlung ist aufgeteilt in folgende Kategorien: Am See, Erinnerung, Zeitgeschehen & Politik, Wahrnehmung und Naturgesetze, Kinder sowie Kunst & Literatur. Jedem Thema ist eine Grafik von Klaus Palm vorangestellt.

Über alle Kategorien hinweg spielt das Thema Vergänglichkeit eine zentrale Rolle. Manche Gedichte haben einen eher melancholischen Unterton, der mich sehr angesprochen hat. Die Autorin reflektiert sehr viel: über das Dasein im Allgemeinen, über aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen, über enge Beziehungen und letztlich auch (fast) immer über sich selbst (im positiven Sinn).

Das Bändchen lässt sich gemütlich an einem (verregneten Herbst-)Nachmittag im Lesesessel lesen und lädt auch zum "wiederlesen" ein. Die meisten der Gedichte haben mich emotional und/oder rational angesprochen. Ich kann das Bändchen daher allen Lyrik-Freunden, die sich von den Thematiken angesprochen fühlen, nur empfehlen.

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glück, achtsamkeit, philosophie, meister linji, sin

Linjis Weg zum Glück: Wie sich Rationalität und Achtsamkeit zur Lebenskunst verbinden

Jens Wimmers
Flexibler Einband: 162 Seiten
Erschienen bei Springer, 12.08.2017
ISBN 9783662545980
Genre: Sonstiges

Rezension:

In "Linjis Weg zum Glück" stellt der Autor, Jens Wimmers, eine eigene Theorie zur Entwicklung der Lebenskunst vor.
Dabei geht er zunächst davon aus, dass wir alle im Leben nach Glück und Sinn suchen. Glück verknüpft er mit Achtsamkeit, Sinn mit rationalem Handeln. Zur Entwicklung und Veranschaulichung seiner Argumentation bezieht er sich im Bereich des rationalen Handelns auf das Märchen "Hans im Glück", bei der Achtsamkeitkeit werden dann die Gespräche des Zen-Mönchs Linji herangezogen. In beiden Fällen schaut er sich zunächst klassische Interpretationen an und entwickelt diese dann weiter. Zuletzt schafft er es, beide Komponenten miteinander zu verbinden. In einem Anwendungsteil werden dann zentrale praktische Inhalte zu seiner Theorie vermittelt. Auch dort ist der Ausgangspunkt jeweils ein Gespräch Linjis.

Wimmers' Buch ist mit nur 157 Seiten eher kurz geraten, hat es aber in Bezug auf Tiefe der Gedanken wirklich in sich. Im Vorwort schreibt der Autor, dass es ihm um das Verstehen unserer höchsten Lebensziele gehe und das Buch somit auch eine Art Einführung in das philosophische Denken darstelle. Konkretes philosophisches Vorwissen ist tatsächlich nicht erforderlich. Bezüge zu bestehenden Theorien werden jeweils im Text erläutert.

Viele Abschnitte musste ich mehrfach lesen, um den Inhalt zumindest einigermaßen zu verstehen. Dies war teilweise mühsam, aber am Ende auch wirklich lohnenswert. Im Laufe der Entwicklung des Textes werden (implizit) viele philosophische Disziplinen miteinbezogen und das finde ich persönlich sehr spannend. Die entwickelte Theorie zur Lebenskunst ist kompliziert und einfach zugleich. Sie kommt ohne großen metaphysischen Überbau aus und betont Dynamik und Handeln. Für mich war die Lektüre sehr interessant und ich werde mich auch weiter mit der Argumentation des Autors auseinandersetzen.

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Tags: achtsamkeit   (1)
 

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fantasy, dabüt, totenbeschwörer, high fantasy, selfpublisher

Schattengedicht: Dämmerung

Caroline J. Hunt
Flexibler Einband: 532 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 03.08.2017
ISBN 9781540429773
Genre: Fantasy

Rezension:

"Schattengedicht. Dämmerung" ist ein Fantasyroman, der in einer klassischen Mittelalterwelt (mit u.a. Feudalherrschaft, Adel, Ritter, Magie, Stämmen und Clans) spielt. Das Buch ist insgesamt 531 Seiten stark und in vier Teile (+ Prolog und Epilog) gegliedert. Das Taschenbuch ist stattlich (um die 800g) und nicht unbedingt handlich. Schrift und Zeilenabstand sind eher groß gewählt. Papier und Bindung machen einen soliden Eindruck - auch noch nach einmaliger Lektüre. Es stellt den ersten Teil eines geplanten mehrbändigen Fantasy-Zyklus dar.
 
Inhaltsangabe (so wenig wie möglich wird verraten):
Die Geschichte spielt im Königreich Caelia, das in sieben mehr oder weniger autonome Provinzen unterteilt ist. Der König, Lacerus, regiert hart und wird geachtet, aber nicht geliebt. Er hat einen Sohn, Caelian, und eine Tochter, Lana. In Caelia existiert Magie in Form der Elementarmagie (Feuer, Wasser, Wind, Erde) und der Lebens-/Todes-Magie. Für die Elemente gibt es jeweils eigene Gilden; die Lebensmagie wird in der abgeschotteten Provinz Menia praktiziert. Die Todesmagie ist seit einem Angriff der Totenbeschörer unter dem dunklen Hexer Sarlan seit langer Zeit verboten. Sarlan wurde getötet, allerdings konnte das magische Amulett, das die Quelle seiner enormen Macht darstellte, nicht vernichtet werden. Einige seiner Anhänger konnten fliehen und sich in der abgelegenen Wüstenprovinz Ravenan unerkannt neu formieren. Eines Tages erhalten ihre Spione Kenntnis, dass der König einen unehelichen Sohn, Sammael, gezeugt hat und dieser über magisches Talent verfügt. Sie entführen ihn und bilden ihn aus. Er wird zu ihrem neuen Anführer und kann das Amulett von Sarlan wiederentdecken. Mit dieser Macht und dem Hass auf seinen Vater, beginnt er einen neuen Krieg gegen das Königreich...

Die Lektüre des Buches war sehr unterhaltsam und hat mir einige kurzweilige Stunden beschehrt. Ich habe schon lange keinen Roman mehr in solch kurzer Zeit beendet. Die Autorin versteht es sehr gut, Lebensgeschichten ihrer Charaktere für den Leser lebendig zu beschreiben. Man kann sich dadurch gut in sie hineinversetzen. Generell sind die zentralen Figuren der Handlung für mich gut ausgearbeitet, interessant und in sich stimmig. Dies gilt sowohl für die "Guten" als auch für die "Bösen".
In der Geschichte geht es öfters hart zur Sache. Als Leser trifft man auf Gewalt und menschliche Abgründe, allerdings gelegentlich auch auf mehr oder weniger romantische Szenen. In beiden Fällen war ich von den Schilderungen der Autorin sehr angetan. Für die Darstellung der Magie trift dies genau so zu.
Inhaltlich haben wir es mit bekannten Elementen aus der Fantasy-Literatur zu tun; entscheidend ist für mich die sehr gelungene und spannende Umsetzung.

Negativ erwähnen muss ich leider Zeichensetzungsfehler, die sich in jedem dritten oder vierten Satz finden lassen. Dies trübte mein Leseerlebnis etwas, da ich dadurch vom Inhalt abgelenkt wurde. Das Buch könnte eine Lektorierung in dieser Hinsicht dringend gebrauchen.

Insgesamt ist "Schattengedicht. Dämmerung" für mich eine sehr unterhaltsame, spannende und dicht erzählte Fantasy-Geschichte, zu der ich sehr gerne eine Fortsetzung lesen würde.

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Tags: fantasy, held, magie, totenbeschwörer   (4)
 

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kurzgeschichten, erzählungen, softcover, mal etwas ganz anderes, bühnentexte

Die unterschätzte Kunst des Scheiterns und weitere Mysterien im Leben von Menschen und anderen Kleintieren

Marion Alexa Müller
Flexibler Einband: 172 Seiten
Erschienen bei Periplaneta, 08.08.2017
ISBN 9783959960700
Genre: Humor

Rezension:

"Die unterschätzte Kunst des Scheiterns und weitere Mysterien im Leben von Menschen und anderen Kleintieren" hat nicht nur einen sehr ungewöhnlichen und langen Titel, sondern auch Cover und Layout des Buches fallen mir sehr positiv auf. Es ist das erste Buch mit einem Daumenkino (unten rechts auf jeder Seite), das ich je gesehen habe. Eine ganz tolle Idee!

Das Buch beinhaltet insgesamt 32 Geschichten. Viele davon sind nur ganz wenige Seiten stark, allerdings würde ich persönlich nicht von "Kurzgeschichten" sprechen. Die meisten Geschichten sind Erzählungen mit Tieren (Fabeln), einige  sind ein Mix aus Erzählung und Sachtext und auch mindestens ein reiner Sachtext ist dabei. Am Ende jeder Geschichte findet man jeweils einen kurzen Text mit Sachinformationen, die Bezug zur Geschichte haben.

Die Geschichten sind thematisch sehr unterschiedlich und die Autorin, Marion Alexa Müller, spielt wohl auch absichtlich mit den Stilen. Dies führt zu einer recht abwechslungsreichen Lektüre, allerdings konnte ich mich zu Beginn mit dem schnellen Wechsel zwischen den Geschichten nicht so anfreunden. Die Länge (also de facto Kürze) der Geschichten ist meist kein Problem, allerdings fehlte teilweise wohl einfach die Lese-Zeit mit Figuren, um mich mit ihnen näher identifizieren zu können.

Ein gemeinsames, zentrales Thema der meisten Geschichten ist das Verhalten von Tieren/Menschen untereinander und die Art und Weise, wie wir uns immer wieder gegenseitig unser Leben schwer machen. Die Protagonisten müssen sich häufig mit schwierigen Situationen auseinandersetzen und kommen dabei nicht immer glimpflich davon. In einigen Geschichten steht auch die menschliche Kultur im Großen im Vordergrund. Beispiele sind unser Wirtschaftssystem oder unsere Mythen und Religionen.

Das Buch überzeugt mich mit vielen kreativen Ideen, wichtigen gesellschaftlichen Themen, (Wort-)Witz und gelegentlich auch sehr schwarzem Humor. Einige der Geschichten sind intensiv, hintergründig und oft auch informativ. Die kurzen Texte mit Sachinformationen am Ende jeder Geschichte sind für mich nicht immer relevant, enthalten teilweise aber interessantes Zusatzwissen.

Alles in allem können mich nicht alle Geschichten ansprechen, aber eine ganze Reihe von ihnen werden mir sicher in Erinnerung bleiben und eine erneute Lektüre halte ich für sehr wahrscheinlich. Zusammen mit der tollen Gestaltung des Buches kann ich daher 4 Sterne vergeben :D

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schweighausers korrekture, intrige, eintönigkeit, medie, korrekturen

Schweighausers Korrekturen

Ralph Schröder
Fester Einband: 292 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 29.08.2016
ISBN 9783842362277
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Schweighausers Korrekturen" des schweizerischen Schriftstellers Ralph Schröder ist ein Roman, der sich für mich nur schwerlich in eine Kategorie einordnen lässt.
Inhaltlich geht es um den Zeitungs-Korrektor Armin Schweighauser, der in Basel für eine Tageszeitung arbeitet und dessen Job es ist, am späten Abend die Artikel der Redakteure auf Rechtschreibfehler zu untersuchen und zu berichtigen. Spaß hat er an diesem Job allerdings schon lange nicht mehr. Er fühlt sich wie betäubt und nur noch als Beobachter des Geschehens. Eines abends kommt ihm die Idee, Artikel bewusst umzuschreiben und zu verfälschen. Der damit verbundene Thrill bringt wieder etwas Farbe in sein Leben. Zufällig lernt er in dieser Zeit auch einen Miteigentümer seines Verlages kennen. Als dieser ihn bittet, einen Artikel zu ändern, um dem drohenden Verkauf des Verlages entgegenzuwirken, und er dieser Bitte nachkommt, sieht er sich plötzlich einer Situation gegenüber, deren Kontrolle ihm immer schneller zu entgleiten scheint.

Die Handlung ist tendenziell eher minimalistisch und entwickelt sich langsam. Der Fokus liegt klar auf der Gefühls- und Erfahrungswelt des Protagonisten. Existentialische Züge spielen eine Rolle und auch als Kriminalroman könnte man die Geschichte im weiteren Sinne einordnen.

Die Geschichte überzeugt für mich mit einer "hochwertigen" Sprache. Der Schreibstil ist sehr detailreich und größtenteils eher anstrengend. Ich denke, das liegt v.a. an den zum Teil ziemlich verschachtelten Sätzen. Der Autor möchte damit aber wohl auch die psychische Situation des Protagonisten verdeutlichen. Die Liebe zum Detail erkennt man z.B. in den Schilderungen der Baseler Örtlichkeiten und der Schweizer Natur. Der Roman enthält auch die ein oder andere Symbolik. Dies kann man bereits am für mich sehr gelungenen Cover erkennen. Auch generell fällt mir die gebundene Ausgabe qualitativ positiv auf.

Von der sachlichen Thematik her geht es in der Geschichte um die sehr aktuelle Frage der Wahrheit in den Medien. Woher weiß man als Konsument eigentlich, ob ein Artikel wahr oder eine Lüge ist? Der Autor schafft es hier auf interessante Weise, theoretische Gedanken mit dem Schicksal Schweighausers zu verbinden.

Unter dem Strich halte ich "Schweighausers Korrekturen" für einen wirklich gelungenen Roman, der sich aber eher weniger als Lektüre vor dem Schlafengehen eignet. Man sollte als Leser bereit sein, der Geschichte Zeit und volle Aufmerksamkeit zu widmen und eher an psychologischem Tiefgang als an schneller Handlung interessiert sein.

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alle glücklichen familien, liebe, glück, freude, dantse

Die 4 Glückssäulen der Primitiven - So einfach wirst du glücklich und bleibst es, egal was passiert

Dantse Dantse
Flexibler Einband: 232 Seiten
Erschienen bei indayi Edition, 17.03.2016
ISBN 9783946551454
Genre: Sachbücher

Rezension:

Dantse Dantse: Die 4 Glückssäulen der Primitiven. Eine praktische Anleitung zum Glücklichsein
indayi edition, 2016, 1. Auflage
Kartoniert, ISBN 9783946551454
 
Die "Die 4 Glückssäulen der Primitiven. Eine praktische Anleitung zum Glücklichsein" von Dantse Dantse ist ein Ratgeber in Bezug auf die Kultivierung eines glücklichen Lebens.

Abschnitt "A" des Buches enthält allgemeine Informationen und Gedanken zum Thema "Glück". In Abschnitt "B" schreibt der Autor über zentrale Themen zur Erreichung eines glücklichen Lebens. Im abschließenden dritten Abschnitt werden zwei kurze Rituale (Gebete oder Meditation) für Beginn und Ende des Tages vorgestellt.

Mit "primitiv" bezieht sich der Autor auch auf die Lebensweise von Stammesgemeinschaften, aber er nutzt den Begriff auch als Gegenüberstellung von Verhalten in unseren modernen Gesellschaften im Gegensatz zu einer ganzheitlichen Lebensweise. Allgemeinen nehmen afrikanische Gedanken aber keine explizit zentrale Rolle im Buch ein. Viel häufiger führt der Autor Zitate aus der Bibel an. Der christliche Glauben scheint ihm sehr wichtig zu sein.

Das Buch ist ungewöhnlich in Bezug auf das Layout, die Textgliederung und den Schreibstil. Man merkt deutliche Unterschiede zu Ausgaben von "professionellen" Verlagen und Autoren. Bei den Inhalten kann ich dem Autor größtenteils zustimmen, allerdings konnte ich nichts wirklich Neues für mich entdecken. Seine Philosophie findet man schon in der Antike sowohl in Ost und West und vor dem Christentum. Die Bibelbezüge sind nicht schlecht, aber persönlich nicht mein Ding und im Laufe des Buches für mich auch zu viel werdend. Ich ziehe da (Glücks-)Philosophie und moderne Glücksforschung als Quellen vor.

Gedanken des Autors, die ich für wichtig und zentral halte:

- Wie verwechseln Glücksmomente mit tiefem Glücklichsein (S.17)
- Glück muss erkämpft und erarbeitet werden (19). Dazu ein Gedanke des Dalai Lama: "Glück kann durch die Schulung des Geistes erreicht werden"
- Es ist wichtig, im Moment zu leben und die Realität zu akzeptieren und nicht immer mehr zu wollen (23)
- Ganzheitliche Denkweise
- Unglück gehört zum Leben dazu, Schwierigkeiten lassen sich nicht vermeiden
- Die Reaktion auf Lebenserfahrungen ist zentral (grundlegend z.B. auch bei den Stoikern oder im Buddhismus)
- Vergleiche machen unglücklich, Glück muss aus einem selbst kommen und darf nicht von anderen Menschen abhängen
- Nur wer sich selbst liebt, kann auch andere lieben. Man kann nur Positives in die Welt tragen, wenn man zu sich selbst auch positiv ist

Kritikpunkte:

- Nichts wirklich Neues für Personen, die sich schon etwas mit dem Thema "Glück" auseinandergesetzt haben. Dazu werden mit zunehmendem Verlauf dann die Inhalte der einzelnen Kapitel immer kürzer und fragmentarischer.
- Das Konzept funktioniert für mich nicht wirklich. Der Autor hätte sich vielleicht entweder auf afrikanische Weisheiten oder auf die Bibel konzentrieren sollen und dann auch wirklich tiefgehend.
- Es werden viele wichtige Theman angesprochen, aber keins wirklich detailliert dargestellt.
- Abgesehen von den zwei Übungen in Teil C fehlt die Praxis leider komplett. Ein Praxisbuch ist das Buch sicherlich nicht.
- Abgesehen von den Bibelstellen fehlen jegliche Quellenangaben.
- Die Inhalte wirken teilweise recht willkürlich und plakativ. Teilweise scheinen sie sich auch zu widersprechen.
- Am Ende nimmt der Autor scheinbar noch Bezug auf "Zahlenmagie".

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regeln, glück, selbstfindung; regeln; soziologie, aufregen, impulse

Lebe nach deinen eigenen Regeln

Vishen Lakhiani , Karin Weingart
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Allegria, 12.05.2017
ISBN 9783793423201
Genre: Sachbücher

Rezension:

"Lebe nach deinen eigenen Regeln: 10 Schritte zum unkonventionellen Denken"  von Vishen Lakhiani ist ein Ratger aus dem Bereich "Persönlichkeitsentwicklung / Persönliches Wachstum". Der Autor ist eine Art "Tech-Guru" aus Malaysia, der in den USA studiert hat eine eigene Software-Firma namens "Mindvalley" leitet.

Hauptthema des Buches ist die Loslösung von kulturell erlernten Lebensentwürfen und die Entwicklung von eigenen Lebensvisionen. Zu diesem Zweck hat sich der Autor ein eigenes System zusammengestellt, nach dem er auch selbst lebt und seine Firma führt. Im Buch stellt er die einzelnen Schritte dieses Systems dar und zeigt einige Übungen für den persönlichen Entwicklungsweg auf. Die Schritte sind grob in etwa wie folgt: aktuelle Vorstellungen hinterfragen, sich neue und bessere Systeme aneignen, diese Systeme permanent prüfen, am eigenen Glück aktiv arbeiten, eigene Visionen und Ziele entwickeln und umsetzen und dabei sich auch von Schwierigkeiten nicht entmutigen zu lassen.

Bei der Lektüre des Buches waren für mich leider nur einige Abschnitte wirklich interessant. Der Autor des Buches ist sehr von sich überzeugt und so handeln viele Passagen vor allem von seinem Leben, Erfahrungen und Treffen mit "Größen" wie Richard Branson (Milliardär und Gründer von "Virgin", den er sehr verehrt). Auch wenn der Autor am Ende! des Buches ausdrücklich betont, dass sein System nicht nur für Unternehmer anwendbar ist, kommt man sich beim Lesen öfters wie in einem Management Workshop vor. In diesem Sinne ist das Buch sehr amerikanisch geprägt.

Das Buch ist in vier Teile gegliedert. Den Teilen eins und zwei konnte ich persönlich wenig entnehmen. Zu viel Selbstdarstellung des Autors und an manchen Stellen empfand ich den Text geradezu als eine Art "Tyrannei der konstanten Selbstoptimierung". Die Teile drei und vier haben mir dann deutlich besser gefallen. sie enthalten sinnvolle Gedanken zu Glück und Zufriedenheit und sich ganz spannend anhörende Vorgehensweisen und Übungen. Nach einer eigenen Berufung zu schauen finde ich gut. Der Gedanke, Ziele zu setzen, aber nicht von deren Erreichung abhängig zu sein, gefällt mir auch. Bei diesen Abschnitten könnte sich eine sorgfältigere Beschäftigung lohnen. Der Anhang enthält Zusammenfassungen und weitere Gedanken und Übungen. Der Autor neigt zur Wiederholung und zu übertriebener Ankündigung von Themen in folgenden Kapiteln.

Insgesamt kann ich den meisten Ideen des Autors zustimmen. Einige Punkte halte ich für fraglich oder auch falsch (beispielsweise dass man nach einem einzigen Tagesseminar zu Meditation bereits bedeutsame Erfolge bei seiner Arbeit erzielen kann). Gut gefällt mir seine offene, humanistische Sichtweise, die man in einigen Abschnitten entdecken kann und die er auch aktiv propagiert.

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gesundheit, glaube, sachbuch

Chronisch hoffnungsvoll

Kerstin Wendel
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei SCM Hänssler, 05.07.2017
ISBN 9783775157841
Genre: Sachbücher

Rezension:

"Chronisch hoffnungsvoll" von Kerstin Wendel ist ein Ratgeber für Menschen mit chronischen Erkrankungen. Die Autorin, die selber schon Jahrzehnte ihr Leben mit einer chronischen Krankheit bestreitet, geht darin in 13 Kapiteln auf zentrale Probleme und Lösungsansätze für betroffene Menschen ein. Jedes Kapitel ist dabei einem speziellen Thema gewidmet. Dabei schreibt die Autorin sowohl über ihre eigenen Erfahrungen als auch über allgemeine Ideen und Gedanken zu den Themen. Abschluss jedes Kapitels bildet jeweils ein kurzes Interview mit einer betroffenen Person.

Das Buch ist christlich motiviert und so spielen auch immer wieder Glaube und Religion eine Rolle. Wer das gar nicht haben kann, sollte daher eher Abstand nehmen. Ich selbst glaube auch nicht an einen persönlichen Gott, finde das Buch aber dennoch wirklich gelungen. Das Verhältnis von allgemeinen Passagen zu religiösen Passagen ist in Ordnung und auch in letzteren kann man Anregungen finden, die man für sich selbst in abgewandelter Form anwenden kann (z.B. Mitgefühls-Meditation anstatt für jemanden beten oder Anschluss un säkularen Gruppen finden statt in einer Kirchengemeinde).

Mir gefällt sehr gut, dass die Autorin aus eigener Erfahrung heraus schreibt. Ihr Stil wirkt empathisch. Sie scheint genuines Interesse an der Verbesserung der Situationen chronisch kranker Menschen zu haben. Die praktischen Ideen und Anregungen sind hilfreich, v.a. wenn man erst seit kurzer Zeit mit einer chronischen Krankheit zu tun hat. Aber auch bei schon länger bestehender Krankheit macht das Gelesene Mut, um in manchen Bereiche (mal wieder) genauer hinzusehen. Dafür enthält das Buch z.B. auch immer wieder Fragen zum "Weiterdenken".

Für mich wichtige Themen des Buches sind u.a. Bestandsaufnahme, Verabschiedung, Loslassen, Weniger ist oft mehr, Beruf und Arbeit, Krank in der Familie und als Single, Grenzen achten, Hätte-wollte-könnte-Gedanken, Abgrenzung, Mitgefühl, Ziele setzen und Lösungen finden.

Insgesamt mache die Autorin chronisch Kranken Mut, an einem gutes Leben für sich selbst zu arbeiten und zeigt an ihrer eigenen Geschichte, dass meistens noch mehr möglich ist, als man glaubt. Eine schöne Message!

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science fiction, informationen, außerirdische, heliosphere 2265, omega

Heliosphere 2265 - Der Fraktal-Zyklus 4 - Omega

Andreas Suchanek
Fester Einband: 308 Seiten
Erschienen bei Greenlight Press, 05.06.2017
ISBN 9783958342347
Genre: Science-Fiction

Rezension:

"Heliosphere 2265" von Andreas Suchanek ist eine Science-Fiction Reihe, die im Jahr 2265 beginnt. Im Zentrum steht der junge Captain Jayden Cross, der das Kommando über das neueste Schiff der Flotte der Menschheit erhält. Sein erster Auftrag führt zur Entdeckung eines merkwürdigen fremdartigen Artefakts. Gefahr lauert aber nicht nur von außen. Auch innerhalb der Regierung werden von bestimmten Personen Pläne zur Übernahme der Macht geschmiedet...

"Omega" ist ein Sammelband und beinhaltet die Bände 11, 12.1 und 12.2 der Reihe. Da die einzelnen Bände chronologisch und inhaltlich aufeinander aufbauen und die Reihe eine hohe Komplexität aufweist, kann ich Neueinsteigern nur empfehlen, mit Band 1 ("Das dunkle Fragment") zu beginnen. Auf jeden Fall scheint es mir notwendig, vor der Lektüre dieses Bandes sich die zentralen bisherigen Geschehnisse ins Gedächtnis zu rufen. Vor allem die Bände 11 und 12.1 stellen in diesem Zusammenhang eine Herausforderung dar (eine Kurzzusammenfassung von Band 10 "Zwischen Himmel und Hölle" füge ich am Ende der Rezension an).

Band 11 ("Vergeltung") beginnt, nachdem die Rebellen ihre Verwandten und Anhänger auf der Erde extrahieren können. Auch Pearl konnte von der ISP befreit werden. Leider sind die dabei in eine Falle Sjöbergs getappt und ein eingeschleustes Virus wird zu einer tödlichen Bedrohung. Cross reist zu den Kybernetikern nach Core I und wird von der mysteriösen Cassandra in schier unfassbare Hintergründe eingeweiht.
In Band 12.1 ("Der Jahrhundertplan") erzählt McCall ihre eigene Geschichte. Dadurch wird dem Leser die gigantische Dimension der bisherigen Geschehnisse bewusst.
In 12.2 ("Omega") kommt es im Stillen Sektor zu einem Showdown zwischen den verschiedenen Gruppierungen. McCall überzeugt Cross von einem hochriskanten weiteren Vorgehen.

"Heliosphere 2265" ist für mich eine hochwertige Science Fiction-Reihe, die viele klassische Elemente enthält und sehr detailliert ausgearbeitet ist. Die Balance zwischen Action und hintergründiger Handlung ist bisher gut gelungen. Die zentralen Charaktere sind überzeugend und rund. In "Omega" steht die Konstruktion der Geschichte klar im Vordergrund. Der Bände sind faszinierend, aber auch anstrengend und verwirrend. Viele Details konnte ich im Rückblick nicht mehr einordnen, weil es einfach schon zu lange her ist, dass ich die entsprechenden vorherigen Bände gelesen habe. Schwer zu sagen, aber möglicherweise bekommt man hier sogar zu viel an Information auf einmal. 12.2 ist für mich nicht ganz so gelungen. Die Cliffhanger am Ende sind mir persönlich zu übertrieben und für den Abschluss eines "Zyklus" bleibt für mich einfach zu viel offen und in der Schwebe. Es fehlt sozusagen an einem richtigen "Zwischen-Abschluss".

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Kurzzusammenfassung Band 10 ("Zwischen Himmel und Hölle"):

Die Rebellen konnten das Alzir-System und die Nova-Station einnehmen. Durch einen genialen Plan Dr. Irina Petrovas (ein EMP zur Ausschaltung der Orbitalstationen der ISP) können auch Pearl und damit die gefangenen Dissidenten befreit werden. Die Hyperion reist mit der Torch II inkognito nach Terra, um Verwandte und Anhänger der Rebellen zu extrahieren. Jaydens Bruder Jasper kommt ums Leben. Ishidas und Jaydens Eltern können gerettet werden. Ebenso Admiralin Isa Jansen. Die Rebellen werden erwischt, können aber nach kurzer Schlacht unbeschadet aus dem Sol-System entkommen. Es stellt sich heraus, dass Imperator Sjöberg die Rebellen bewusst hat entkommen lassen, um eine Biowaffe? einzuschleusen. Jaydens Eltern geben ihm die Schuld am Tod seines Bruders und glauben der Propaganda Sjöbergs. Zev Buckshaw entpuppt sich als John Kartess, der Sohn der ehemaligen Präsidentin. Admiral Pendergast ruft zu Neuwahlen auf und stellt Kartess vor. Andere vormalige Politiker scheinen andere Pläne zu verfolgen. Bruce Walker (u.a. Sohn des ISP-Chefs) schließt sich den Rebellen an. Durch die Psychotherapeutin von Sjöbergs Frau erfahren die Rebellen weitere Hintergründe zu den Aktionen Sjöbergs und Informationen zu Kensingtons Eltern (offenbar erst Anhänger Sjöbergs, dann aber die Seite gewechselt) und zum mysteriösen Captain James Stark. Eine weitere Informationsspur für zu Core I, dem Planeten der "Kybernetiker". Auf Pearl wurden einst bedeutende Technikprototypen entwickelt und einiges scheint dort noch im Verborgenen zu liegen. Im Epilog erfahren wir, dass beim Kampf eine uralte Kaverne beschädigt wurde und dies große Folgen nach sich ziehen wird.

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polit-thriller, thriller, schattentier

Das Schattentier

Joachim F. Schroeder-Hohenwarth
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Independently published, 31.03.2017
ISBN 9781520836201
Genre: Sonstiges

Rezension:

"Das Schattentier" von Joachim F. Schroeder-Hohenwarth stellt für mich eine willkommene Abwechslung im Thriller-Genre dar. Statt der mittlerweile üblichen Serienkiller-vs.-Ermittler Story besteht der Roman aus einer komplexen und hochaktuellen Handlung rund um das Berliner Diplomaten-Milieu.

Konkret besteht die Handlung zunächst aus zwei Strängen. Dabei kommt der Hamburger BND-Mitarbeiter Asmus Stoller auf die Fährte einer hochbrisanten Geheimaktion im Kriegsgebiet Afghanistans. Eine Aufdeckung dieser Mission würde zu einem politischen Erdbeben in Berlin führen. Stoller beschließt, mit seinem Wissen und seinen Beweisen ganz groß abzukassieren...Die eigentliche Hauptperson des Romans heißt Lennart Rosenberg. Dieser arbeitet für die sog. "Verbindungsstelle 61", die an der Schnittstelle zwischen Kanzleramt und BND zentrale Weichen stellt. Nach außen ist er ein verlässlicher staatstreuer Angestellter, doch im Geheimen arbeitet er seit langer Zeit an einem ausgefeilten Plan zum Umsturz des vorherrschenden kapitalistischen Wirtschafts- und Finanzsystems.

Der Roman spielt umgefähr in einem Zeitraum von einem halben Jahr. Die Kapitel sind größtenteils kurz und es gibt viele Wechsel zwischen Szenen und Personen. Die Handlung ist komplex und spiegelt sehr gut die Verstrickungen des politischen Apparates wieder. Zu Beginn wirkt der Stil leicht verwirrend, aber nach und nach entwickelt sich ein kohärentes Gesamtbild.

Für mich handelt sich um eine interessante Mischung aus einem Thriller und einer wirtschafspolitischen Abhandlung über die aktuelle Situation in Deutschland und Europa. Generell gefällt mir der Schreibstil des Autors richtig gut. Sowohl Action- als auch Gesprächsszenen werden auf ansprechende Weise geschildert. Auch versteht es der Autor, Beschreibungen von Natur und Umgebung in die Geschichte einfließen zu lassen.

Zur Mitte hin wird die Story etwas langatmig, nimmt dann aber wieder deutlich Fahrt auf und endet mit einem furiosen Finale. Hier hätte ich mir allerdings mehr Details und Ausarbeitung gewünscht. Der Abschluss verläuft zu schnell. Die Storyline um Pia Sternberg (eine Journalistin und "Partnerin" von Asmus Stoller) kann mich nicht total überzeugen. Aus diesen Gründen ziehe ich einen Stern in der Gesamtwertung ab.

Insgesamt ist "Das Schattentier" für mich eine klare Empfehlung für Leser, die neben Spannung auch an der aktuellen wirtschaftspolitischen Situation in Europa und der Welt interessiert sind.

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thriller, mary kubica, falsche tränen, don't you cry - falsche tränen, chicago

Don't You Cry - Falsche Tränen

Mary Kubica , Rainer Nolden
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 12.06.2017
ISBN 9783959671057
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Don't You Cry" von Mary Kubica wird als Thriller vermarktet, der "Gänsehaut verursacht" (Entertainment Weekly) und "nervenzerreißend und außergewöhnlich" (L.A. Times) ist. Leider trifft absolut keine dieser Werbeaussagen zu! Das Buch ist ohne Zweifel kein Thriller, sondern viel mehr eine Young Adult Story mit einem Spannungselement.

Erzählt wird die Geschichte in ständigem Wechsel aus der Sicht von zwei Personen in einem Zeitraum von einigen Tagen.
Da ist Quinn, die das College mit Ach und Krach geschafft hat und jetzt in einem langweiligen Job als Assistentin in einer großen Kanzlei in Chicago arbeitet. Als ihre ansonsten äußerst zuverlässige Mitbewohnerin Esther plötzlich ohne Nachricht verschwunden ist, macht sie sich Sorgen und stellt schließlich eigene "Nachforschungen" an.
Die zweite Person ist Alex, der gerade die Highschool sehr erfolgreich abgeschlossen hat. Ihm wurde ein volles Stipendium für's College angeboten, dass er aber abgelehnt hat, um sich um seinen alkoholabhängigen Vater zu kümmern. Seine Mutter hat beide schon vor langer Zeit sitzen gelassen. Das Geld für die Familie verdient er durch einen unbefriedigenden Aushilfsjob in einem Restaurant. Sein eintöniges Leben ändert sich schlagartig, als eine attraktive, ungewöhnliche, junge Frau zum ersten Mal das Restaurant betritt...

Der Stil der Geschichte ist grundsätzlich in Ordnung, auf den 384 Seiten kommt aber leider nur ganz am Ende etwas thrillerartige Spannung auf. Der Großteil der Story handelt von Gefühlsleben und Lebenssituation der zwei jungen Protagonisten. Dabei kommt es zu ständigen Wiederholungen von Gedanken und Themen. Hätte ich das Buch nicht für eine Leserunde erhalten, wäre ich wohl spätestens nach 100-200 Seiten ausgestiegen. So habe ich mich durch den größten Teil der zweiten Hälfte mehr oder weniger durchgequält. Ich persönlich lese gerne sowohl gute Entwicklungsromane als auch Thriller, aber "Don't You Cry" kann leider in beiden Bereichen nicht überzeugen. Von meiner Seite daher keine Lektüreempfehlung.

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