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Advent, Advent.: Weihnachtsgeschichten von Renate Blaes

Renate Blaes
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Edition Blaes, 21.11.2018
ISBN B07KKJM9M7
Genre: Sonstiges

Rezension:

"Advent, Advent: Weihnachtsgeschichten" von Renate Blaes ist ein Hörbuch mit neun Geschichten, die zur Adventszeit oder direkt an Weihnachten spielen. Die CD hat eine Länge von 72 Minuten. Gelesen werden die Geschichten von Dominic Kolb. Sie haben eine individuelle Dauer von 1,5 Minuten bis hin zu über 18 Minuten.

Die Geschichten sind recht heterogen und haben teilweise nur wenig Bezug zu Weihnachten. Manche könnten auch zu anderen Jahreszeiten spielen. Das hatte ich anders erwartet.

Der rote Faden, der sich im weiteren Sinne durch alle Geschichten zieht, besteht aus typischen Emotionen, die man mit Weihnachten verbindet. Dazu zählen v.a. Liebe, Verbundenheit, Einsamkeit, Verlust, Sehnsucht und Trauer. Harmonie und Streit in Familie und Freundeskreis werden auch thematisiert, stehen aber nur bei zwei Geschichten wirklich im Mittelpunkt.

Die Protagonisten sind teils männlich, teils weiblich und gehören allen Altersklassen an (vom kleinen Jungen bis hin zum alten Mann und der alten Frau). Dies gefällt mir gut und bringt verschiedene Sichtweisen ins Spiel.

Insgesamt sind die Geschichten kurzweilig und können in einem Rutsch gehört werden. Mit manchen konnte ich eher weniger anfangen, andere haben mich emotional überzeugt.

Über die Leistung des Sprechers bin ich etwas zwiegespalten. Für die Geschichten, die aus weiblicher Sicht erzählt werden, passt er mir nicht gut und auch allgemein ist aus meiner Sicht die Lesung stimmlich etwas monoton geraten.

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42 Bibliotheken, 8 Leser, 2 Gruppen, 15 Rezensionen

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Mythos

Stephen Fry , Matthias Frings
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 05.10.2018
ISBN 9783351037314
Genre: Sachbücher

Rezension:

In seinem Buch "Mythos" präsentiert Stephen Fry dem Leser eine Nacherzählung der griechischen Mythen, angefangen beim Chaos, über Gaia, Uranos und die Titanen, bis hin zu den olympischen Göttern mit ihren scheinbar unzähligen Umtrieben. Der Leser erfährt die Umstände rund um die Erschaffung des Menschen und auch wie es zu den großen Himmelsphänomenen gekommen ist (Tag/Nacht, Sommer/Winter, etc.).

Frys Stil ist unterhaltsam. Der Text ist gut verständlich und nachvollziehbar geschrieben. Man kann sowohl bereits bekanntes Wissen zum Thema auffrischen als auch viele neue Geschichten und Zusammenhänge kennenlernen. Der Autor hat sich dabei bewusst auf das Erzählen konzentriert und geht nur selten auf Interpretationen oder akademische Dispute ein. Dafür gibt es regelmäßig Fußnoten mit weiterführenden und interessanten Erklärungen. Oft bekommt man Hinweise auf Wortbedeutungen und Zusammenhänge zu heutigen Namen und Begriffen ("Etymologie"). Das hat mir persönlich besonders gut gefallen.

An der "Didaktik" hätte der Autor meines Erachtens noch arbeiten können. Ich hätte mir da mehr Aufbereitung in Form von Karten, Tabellen und Diagrammen gewünscht. Da die Götterwelt und die Verwandschaftsverhältnisse mit zunehmender Zeit immer komplexer werden fällt es nicht leicht, auch am Ende noch den Überblick zu behalten. Aus diesem Grund gehe ich davon aus, dass ein überwiegender Teil des Inhalts recht schnell wieder vergessen werden wird. Grundsätzlich schön ist der Abschnitt mit farbigen Abbildungen von Kunstwerken mit Motiven zur griechischen Mythologie. Persönlich hätte ich mir diese aber lieber direkt bei der dazugehörigen Erzählung gewünscht.

Der letzte Abschnitt des Buches wirkte auf mich aufgrund der vielen einzelnen Erzählungen etwas fragmentarisch. Ich hätte lieber noch von einer größeren, verknüpften Erzählung gelesen. Schade, dass Ilias, Odysee und die Aufgaben des Herakles keinen Platz mehr im Buch gefunden haben. Ich kann den Autor aber auch verstehen. Schon jetzt liegt das gebundene Buch mit knapp 450 Seiten nicht leicht in der Hand.

Unter dem Strich war "Mythos" für mich eine wirklich unterhaltsame und interessante Lektüre. Wem es primär um die Erzählungen geht, der ist mit dem Buch sicher gut bedient. Wem Didaktik und/oder akademische Aufarbeitungen wichtig sind, der sollte besser anderweitig schauen.

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Tags: gaia, griechische mythologie, olymp, orakel, pandora, sissiphos, zeus   (7)
 

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7 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Nur wer sich ändert, bleibt lebendig

Christoph Hickert
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei SCM Hänssler, 23.08.2018
ISBN 9783775158589
Genre: Sachbücher

Rezension:

Christoph Hickert ist Lebensberater mit verschiedenen Ausbildungen und hat Erfahrungen in der Organisation von Unternehmen. In seinem Buch zeigt er Methoden und Wege für einen nachhaltigen Veränderungsprozess auf. Tiefgreifende Veränderung ist schwierig und bedeutet harte Arbeit (S.19). Oft halten wir mit allen Mitteln am Status Quo fest. Kompensationsstrategien und Schutzstile, die häufig aus schwierigen Situationen in unserer Vergangenheit resultieren, sitzen tief und laufen im Hintergrund immer mit. Jedes unserer Muster hat einen Grund und einen (unbewussten) Nutzen. Nur die Arbeit an uns selbst kann zum Erfolg führen. Die Umstände und das Verhalten anderer Menschen können wir nur sehr bedingt beeinflussen (22).

Kernmethode des Buches ist das sogenannte "Vier-Zimmer-Modell" (24ff.). Ursprünglich für den unternehmerischen Kontext entwickelt, hat es der Autor nach eigenen Angaben auf die persönliche Entwicklung übertragen. Nach dem Modell verläuft jeder Veränderungsprozess in vier Phasen ab: 1. Zufriedenheit, 2. Verleugnung, 3. Chaos und Verwirrung, 4. Erneuerung. Alle Phasen müssen dabei durchschritten werden.

Anschließend beleuchtet der Autor wichtige Teilaspekte des Prozesses (unter anderem durch Beispiele aus der Bibel). In manchen Situationen muss man sich eingestehen, dass man auf Unterstützung angewiesen ist. Zentral sind die Fürsorge von innen und der Umgang mit sich selbst (34). Wir können (wieder) lernen, auf unseren Körper zu hören und seine Signale erst zu nehmen. Unsere Symptome können dabei als Wegweiser dienen (46). Wiederholungen im Verhalten oder Erleben zeigen Lebensmuster oft am deutlichsten auf (49).

Zentral für unsere Entwicklungen sind frühe Bindungserfahrungen. Im Umgang mit bedrohlichen Situationen entwickeln wir bestimmte "Schutzstile", die wir auch im Erwachsenenalter (unbewusst) weiter anwenden. Sie sind in der Kindheit lebensnotwendig, können heute jedoch stark einengen. Ihre Veränderung erfordert viel Zeit und Arbeit. Wichtig ist für mich der Gedanke, dass man in heutigen Situationen nicht mehr das hilflose Kind von früher ist, auch wenn es sich so anfühlen mag (120)! Bedeutsam für Veränderung und Heilung ist die Akzeptanz aller Facetten der eigenen Persönlichkeit. Auch für unsere Schwächen brauchen wir uns nicht zu schämen.

Der Autor arbeitet an manchen Stellen mit bildhaften Vergleichen und Metaphern, die ich als sehr passend empfunden habe.
Ein Beispiel ist der Hummer, der sich für seine Entwicklung regelmäßig schälen und seinen Panzer abstreifen muss. Auch wir müssen, um zu wachsen, die eigene Komfortzone verlassen.

Besonders an dem Buch gefällt mir die vielfältige Darstellung des Autors. Neben den sehr verständlich gehaltenen theoretischen Grundlagen zum Thema, berichtet er von eigenen Erfahrungen in Bezug auf Erschöpfungsdepression/Burnout und seinem persönlichen Weg der Veränderung. Darüber hinaus stellt er immer wieder relevante Fälle aus seiner eigenen Coaching-Praxis vor. Über das ganze Buch hinweg empfand ich seine Darstellungen als empathisch.

Nach dem meisten Abschnitten gibt es kurze Vertiefungsteile mit Fragen und Anregungen zur selbständigen Arbeit. Im Anhang finden sich Arbeitsblätter und weitere Literatur-Empfehlungen zum Thema.

In einem Abschnitt zum Thema Identität geht der Autor auf ein christliches Glaubensfundament ein. Dies halte ich für wichtig, hätte mir aber auch allgemeine Darstellungen zu Spiritualität gewünscht.

4,5 Sterne

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Tags: angst, bindungstheorie, heilung, persönliches wachstum, therapie, veränderung   (6)
 

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6 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Reicher Pöbel

Björn Vedder
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Büchner-Verlag, 10.10.2018
ISBN 9783963171260
Genre: Sachbücher

Rezension:

Björn Vedders Buch "Reicher Pöbel. Über die Monster des Kapitalismus" beschäftigt sich mit der aktuellen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Situation in den reichen Ländern der Nordhalbkugel.

Der Autor skizziert zunächst, um welche Fragestellungen es ihm im Buch konkret geht. Er stellt die Frage, warum die Reichen (heute) so verhasst und welche Bilder und Darstellungen von ihnen vorherrschend sind. Antworten darauf sollen im Buch mit philosophischen und gesellschaftswissenschaftlichen Mitteln hinterfragt werden. Dabei soll den Gedanken Hegels eine zentrale Rolle zukommen.

Hegel geht davon aus, dass in der bürgerlichen Gesellschaft alle durch ihre Bedürfnisse verbunden sind (S.25). Der eigene Zweck befördert auch den allgemeinen Wohlstand. Die Bürger verbindet ein "Band der Not". Der Markt muss sittlich sein. Reicher Pöbel entsteht, wenn sich Individuen über das System stellen können, indem sie nicht mehr von der eigenen Arbeit abhängig sind. Es besteht ein grundlegendes systemisches Problem: eine gewisse Gleichheit ist notwendig, aber jeder strebt nach mehr für sich selbst und damit nach Ungleichheit.  Der Reiche "pöblisiert" durch seine Freiheit (34). Hemmung kann ihm nicht mehr aufgezwungen werden. Eigeninteressen bilden auch die Basis des modernen Rechts (31/32).

Für den Autor lässt sich die Gesellschaft aufteilen in "Geldelite", "Funktionselite" und den großen Rest. Die Geldelite sind in etwa die 0,1% ganz oben, die Funktionselite (oder "Besitz- und Bildungsbürgertum" oder "Füchse im Weinberg") die 9,9% darunter. Diese sind die Helfer der Superreichen und dürfen sich dafür ein schönes Stück am Kuchen sichern (sie besitzen tatsächlich sogar das größte Vermögen!, 108). Sie sind es auch, die den Mythos vom Zusammenhang von Leistung und Bezahlung vehement verteidigen und den reichen Pöbel am häufigsten anprangern, um ihre eigene Pöbelhaftigkeit zu verschleiern. Und sie gehen noch weiter: sie überführen materielle Werte in ethische und erzeugen damit ein "moralisches Wohlstandsgefälle" (126). Sie spenden zur Selbstdarstellung und nicht, um die großen Probleme der Welt wirklich zu lösen. Sie haben kein echtes Mitgefühl. Konsum wird zu Selbstverwirklichung verklärt und wer nicht konsumieren kann oder will, wird sozial abgewertet.

Sehr gut gefällt mir, dass der Autor sich selbst als Teil der Funtionselite erkennt. Er sieht die Probleme als grundlegenden Teil des kapitalistischen Markt- und Geldsystems und folglich kann deren Lösung nur in einem radikalen ökonomischen Systemwechsel bestehen. Dass dieser eintreten könnte, hält er für wenig wahrscheinlich.

Menschen des armen Pöbels speisen den Populismus. Diese Parteien machen keine Sozialpolitik, sondern Politik für die Reichen. Trotzdem werden sie gewählt - wohl vor allem, weil sie das "Bildungsbürgertum" angreifen.

Die Analysen des Autors zur gegenwärtigen gesellschaftlichen Situation finde ich größtenteils interessant und nachvollziehbar. Seine Schlussfolgerung - armer und reicher Pöbel werden der Mitte den Garaus machen - erschließt sich mir nur bedingt. Zunächst ist hervorzuheben, wie die Mitte definiert wird. Nicht, wie ich es klassischerweise kenne, aufgeteilt in untere, mittlere und obere Mittelschicht, sondern als kleine Gruppe des "Besitz- und Bildungsbürgertums" (s.o.). Es lässt sich aus meiner Sicht nur schwer verleugnen, dass (neue) populistische Parteien die Wut und Verzweiflung des armen Pöbels für sich nutzen. Nicht nachvollziehen kann ich, wie der reiche Pöbel dort hinein spielt. Unterstützt er diese Parteien auch aktiv? Und geht es wirklich nur gegen das Besitz- und Bildungsbürgertum? Was ist z.B. mit der Gruppe, die im mittleren Bereich der Vermögensverteilung angesiedelt ist (z.B. die 40-60%er)? Und könnte man dem Autor - obwohl gesellschaftliche Spannungen auch aus meiner Sicht immer deutlicher werden - nicht falschen Prophetismus im Sinne Karl Poppers vorwerfen?

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Tags: gesellschaft, kapitalismus, klassenkampf, ökonomie, politik, populismus, vermögensverteilung, wirtschaft   (8)
 

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Des Menschen Traurigkeit

Angelika Schett
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Hogrefe AG, 20.03.2017
ISBN 9783456856575
Genre: Sachbücher

Rezension:

In einer Gesellschaft, in der der einzelne Mensch vor allem funktionieren und produktiv sein muss, werden Gefühle, die dieser Forderung offenbar entgegenstehen, ungern kommuniziert oder sogar vor sich selbst geleugnet. Basierend auf dieser Feststellung widmet sich die Autorin des Buches, Angelika Schett, in zwölf Gesprächen der Traurigkeit als wichtigem und tendenziell gefährdetem Gefühl des menschlichen Daseins.

Angelika Schett selbst ist Sozialpsychologin und Journalistin. Ihre Gesprächspartner sind Ärzte, Psychologen, Psychotherapeuten, Philosophen, Theologen und Kulturwissenschaftler. Jedes Gespräch steht unter einem speziellen Thema (das Inhaltsverzeichnis kann man sich auf hogrefe.ch oder amazon.de ansehen) und enthält sowohl themenbezogene als auch allgemeine Gedanken zur Traurigkeit. Die Autorin ist dabei nicht nur Interviewerin, sondern stellt auch ihre eigenen Ideen zur Diskussion.

Immer wieder aufgegriffen wird die Frage nach einer Abgrenzung von Traurigkeit, Trauer und Depression. Trauer bezieht sich (der Autorin nach und die meisten Interviewten stimmen ihr da zu) auf einen konkreten Verlust, während die Ursachen von Traurigkeit häufig im Dunkeln bleiben. Traurigkeit kann auch einen "süßen" Beigeschmack haben wie bspw. im "Blues" oder in den Werken der Romantik. Sehr spannend fand ich den Gedanken, dass Traurigkeit in gewissem Sinne als Gegensatz zu Depression gesehen werden kann. Wer sich seiner Traurigkeit öffnet, sie akzeptiert und somit Erfahrungen auch verarbeiten kann, wird weniger wahrscheinlich eine Depression entwickeln.

Eine Facette des Buches besteht ohne Zweifel darin, Traurigkeit als Gefühl quasi zu "rehabilitieren". Meinem Eindruck nach sind sich die Gesprächspartner darin einig, dass Traurigkeit eine sehr wichtige Emotion des Menschen darstellt und ihre Vermeidung (meist durch alltägliche Ablenkungen) dem Einzelnen eine wichtige Quelle der Selbsterkenntnis raubt. Wir verlieren an Authentizität, wenn wir uns Teilen unseres Innenlebens verschließen. Die Welt unserer Erfahrung ist polarer Natur. Ohne "negative" Emotionen kann es auch keine "positiven" geben. Unser Gefühlsleben ist zwangsläufig den Auf-und-Abs des Daseins unterworfen.

Trotz des geballten Fachwissens der Beteiligten empfand ich die Gespräche als verständlich und gut nachvollziehbar. Nicht jedes Unterthema hat mich gleich stark interessiert, dennoch konnte ich aus jedem etwas mitnehmen. Einige der Gespräche sind für mich sehr aufschlussreich und enthalten wertvolle Einsichten und Gedanken zur Traurigkeit und dem Wesen des Menschen im Allgemeinen. Neben der psychologischen hat mich dabei auch die philosophische Komponente des Themas sehr angesprochen. Für mich ist das Buch eine Empfehlung für jeden Leser, der sich mit dem - zugegebenermaßen nicht einfachen - Thema der Traurigkeit näher beschäftigen möchte.

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Tags: akzeptanz, depression, gesellschaft, melancholie, psychologie, trauer, traurigkeit   (7)
 

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Gedankenspeicher

Hannes Niederhausen
Flexibler Einband: 124 Seiten
Erschienen bei epubli, 08.08.2018
ISBN 9783746749259
Genre: Sonstiges

Rezension:

In der Erzählung "Gedankenspeicher" von Hannes Niederhausen geht es um den Privatdetektiv Karl Panzer. Dieser wird von Hinterbliebenen beauftragt, inkognito die Hintergründe von mysteriösen Unfällen in einem Bergwerk eines großen Konzerns auf dem Mond zu ermitteln. Dazu heuert er selbst als Kumpel an und fliegt kurze Zeit später zum Mond. Dort angekommen findet er sich in einem rigiden System wieder, in dem der Umgang mit den Neuankömmlingen mehr an Sklaverei als an Lohnarbeit erinnert.

Die Rahmenhandlung hörte sich für mich vielversprechend an. Leider konnte die konkrete Ausarbeitung dies nicht halten. Der Text ist mit 111 Seiten sehr kurz und minimalistisch gehalten. Dies könnte durchaus seinen eigenen Reiz haben, aber dem Autor gelingt es aus meiner Sicht nicht, den Charakteren emotionalen Tiefgang zu verleihen und der Situation Leben einzuhauchen. Die Handlung ist sehr linear und nur an wenigen Stellen wirklich spannend. Ich hatte tatsächlich das Gefühl, mehr eine Plot Outline als eine runde, fertige Erzählung zu lesen.

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Doppeldiagnosen und Fehldiagnosen bei Hochbegabung

James T. Webb , Edward R. Amend , Nadia E. Webb , Jean Goerss
E-Buch Text: 361 Seiten
Erschienen bei Verlag Hans Huber, Hogrefe AG, 06.07.2015
ISBN 9783456753652
Genre: Sachbücher

Rezension:

Zum Thema "Hochbegabung" gibt es mittlerweile eine Vielzahl an Publikationen. Diese beschäftigen sich in der Regel mit dem Erkennen von Hochbegabung, mit den Eigenschaften und Besonderheiten im Verhalten der Betroffenen sowie mit Förderung in der Entwicklung und der Lebensführung im Erwachsenenalter. Im vorliegenden Buch von James T. Webb und Kollegen geht es dagegen um ein ganz spezielles Thema: Menschen mit Hochbegabung zeigen oft spezifische Verhaltensweisen, die leicht von Ärzten, Psychologen und anderen Fachleuten als Symptome von (psychischen) Erkrankungen gewertet werden. Bei den Betroffenen und ihre Familien entsteht dadurch unnötig eine Menge Leid, denn Doppel- und Fehldiagnosen führen regelmäßig zu falschen Behandlungen.

Die Autoren des Buches haben Hintergründe in den Bereichen Klinische Psychologie, Neuropsychologie, Pädagogische Psychologie und Pädiatrie. James T. Webb ist Mitbegründer der gemeinnützigen Organisation "SENG" ("Supporting Emotional Needs of the Gifted") und einer der bekanntesten amerikanischen Wissenschaftler auf dem Gebiet der Hochbegabungsforschung.

Das Buch enthält etwa 300 Seiten Text plus einen umfangreichen Anhang. Nach einer allgemeinen Einführung ins Thema widmet sich jedes Kapitel einer bestimmten Klasse von Störungen. Ausgegangen wird dabei vom DSM-IV-TR ("Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders"). Behandelt werden u.a. ADS/ADHS, Ideations- und Angststörungen, Affektive Störungen und Lernstörungen. Daran anschließend finden sich Kapitel zum Thema "Hochbegabung und Beziehungen" sowie zur Unterscheidung von Hochbegabungsverhalten und pathologischem Verhalten. Den Abschluss bilden Hinweise zum Finden professioneller Hilfe und eine umfangreiche Liste mit Adressen, Organisationen und Webseiten in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Als jemand, der von der behandelten Thematik selbst betroffen ist, haben mit die Darstellungen sehr gut gefallen. Man merkt schnell, dass die Autoren in Theorie und Praxis eine Menge Erfahrung besitzen. Der Text wirkt sehr fundiert und ist dennoch ohne tiefere Kenntnisse in medizinischer und psychologischer Diagnostik gut verständlich und mit Gewinn zu lesen. Neben theoretischen Erörterungen finden sich regelmäßig Fallbeschreibungen, die die Relevanz der Themen in der Praxis sehr gut illustrieren und die Schicksale von Betroffenen nahebringen. Auch die Strukturierung des Textes empfinde ich als wirklich gelungen. In den Kapiteln zu einzelnen Störungen werden diese jeweils kurz beschrieben und dann ausführliche Informationen zum Zusammenhang zu Hochbegabung gegeben. Dies beinhaltet auch immer eine Liste mit Hinweisen, wie sich erkennen lässt, ob der Betroffene wirklich an der Störung leidet, oder sein Verhalten doch besser durch die Hochbegabung erklärbar ist. Theorie und Praxis finden in der Darstellung vorbildlich zusammen. Man merkt immer wieder, dass den Autoren das Thema wirklich am Herzen liegt. Solche Bücher würde ich mir öfters wünschen.

Mich interessiert sehr der Zusammenhang zwischen Hochbegabung und Hochsensibilität. Letzteres Thema wird im Text immer wieder einmal angesprochen, aber eine genauere Erörterung zu Zusammenhängen und Unterschieden der beiden Konstrukte enthält das Buch leider nicht. Aus diesem Grund ziehe ich einen halben Stern in meiner Bewertung ab.

4,5 Sterne

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

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Ausgebrannt

Sina Graßhof
Flexibler Einband: 236 Seiten
Erschienen bei TWENTYSIX, 06.05.2016
ISBN 9783740708351
Genre: Romane

Rezension:

Mark Schmidt hat gerade die 30 überschritten als er eine schwere Krise erlebt. Er wird in die Psychiatrie eingewiesen und schließlich mit einer "Depression mit Psychose" diagnostiziert. In der Folge ist er gezwungen, sich intensiv mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen und sein ganzes Leben neu zu organisieren. Durch Medikamente stabilisiert, sucht er sich eine Therapeutin, macht eine medizinische und anschließend eine berufliche Rehamaßnahme. Schritt für Schritt stellt er sich seinen inneren Dämonen und baut tragende Beziehungen zu anderen Menschen auf.

Die Lektüre hat mich emotional sehr angesprochen. Der Text ist im Tagebuch-Format aus der Sicht Marks geschrieben. Sein inneres Erleben während dieser schweren Zeit wird sehr eindrücklich von ihm erzählt. Als Leser erhält man tiefe Einblicke in zentrale Themen und Problemstellungen sowohl während einer akuten Depression als auch im Kampf um ein neues Leben danach. Als jemand, der selbst Erfahrungen mit psychischen Erkrankungen besitzt, kann ich der Autorin nur meinen großen Respekt aussprechen. Ihre Schilderungen treffen immer wieder den Kern der Sache.

Das Tagebuch ist fiktiv angelegt, aber wie die Autorin selbst schreibt, auf eigenen Erfahrungen und Biografien von Freunden basierend.

Einen Stern ziehe ich in meiner Bewertung ab, weil mir Marks Fokus etwas zu stark auf romantischen Beziehungen liegt. Die Darstellungen dazu nehmen für mich einen zu großen Platz in der Handlung ein. Dies ist allerdings nur ein kleines Manko. Wie auch offenbar viele andere Leser kann ich das Buch Betroffenen, Angehörigen und generell allen Lesern, die sich eine Vorstellung der Welt von an Depression erkrankten Menschen machen möchten, nur wärmstens empfehlen.

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Tags: depression, heilung, krise, psychotherapie, reha, trennungen sm vergangenheitsbewältigung liebe inkongruenz beziehungen autorin   (6)
 

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9 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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Absolution, der Weg

Eric J. Redford
Flexibler Einband: 175 Seiten
Erschienen bei Independently published, 19.06.2018
ISBN 9781983217647
Genre: Sonstiges

Rezension:

Anthony ist 35 und lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in New Jersey. Er arbeitet als Marketing-Experte in New York. An einem Samstagmorgen vermisst er Frau und Kind, geht aber davon aus, dass diese zum Einkaufen gefahren sind. Er widmet sich selbst seinen Tagesbeschäftigungen, macht sich aber zunehmend Sorgen. Abends sind beide immer noch nicht zurück und auch per Handy kann er seine Frau nicht erreichen. Er wendet sich an die Polizei und nimmt eigene Ermittlungen auf...

Das Büchlein, das tatsächlich keine Seitenzahlen hat, ist laut Webinfo 175 Seiten lang und kann durchaus entspannt an einem Stück gelesen werden. Der Stil ist flüssig und unkompliziert.

Ich habe das Buch im Rahmen einer Verlosung gewonnen. Die Leseprobe, mit dem es beworben wurde, war dann allerdings gar nicht im Buch vorhanden. Scheinbar soll es sich um den ersten Teil einer Reihe oder sogar eines Fortsetzungsromans handeln. Ich nehme daher an, dass die Probe aus dem zweiten Teil stammt.

Die Geschichte wirkt auf mich sehr konstruiert und ungeschliffen. Anthonys Verhalten macht für mich nicht immer Sinn. Manche Ereignisse sind nicht wirklich nachvollziehbar oder einfach nur unglaubwürdig. Der Spannungsaufbau funktioniert leider gar nicht.
 
Achtung: Spoiler folgen!

- Wer ist der Typ im Café? Woher kennt er Anthony und was soll der Tipp mit der Bar? Ist Anthony psychisch krank, gar schizophren?
- Wie kann man auf die Idee kommen, seine Frau in einer Bar hunderte Kilometer entfernt zu suchen, aber nicht bei ihrer Mutter oder ihrem Bruder vorbeizufahren?
- Die Suchaktion wird schließlich mitten im Buch durch einen einfachen Anruf aufgelöst. Mehr Anti-Klimax geht eigentlich nicht!
- Sehr schräg ist eine Zufallsbegegnung mit einem Typen, dem Anthony für eine kurze Autofahrt ein halbes Pfund Gras gratis verspricht
- Später findet Anthony in einer Seitenstraße einfach mal so 7200 Dollar. Dies wird zum Anlass für einen radikalen Lebensstilwechsel -> vom Krimi zum Sozialdrama?

Mir tut es persönlich leid, wenn ich Bücher neuer und junger Autoren schlechte Bewertungen geben muss, aber mehr als zwei Sterne sind beim besten Willen nicht drin.

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33 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

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Mörderinnen

Veikko Bartel
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Mosaik, 20.08.2018
ISBN 9783442393367
Genre: Sachbücher

Rezension:

Der Autor, Veikko Bartel, ist Rechtsanwalt und arbeitete von 1998 bis 2011 als Strafverteidiger. In "Mörderinnen" stellt er dem Leser vier Fälle vor, in denen Frauen auf grausame Weise das Leben anderer genommen haben.

Der Text hat weder einen wissenschaftlichen Anspruch, noch handelt es sich dabei um klassische Kriminalgeschichten. "Es ist meine ureigene, subjektive Sicht auf die Lebensgeschichten dieser Menschen" (S.11).

Das Buch beginnt mit einem kurzen Vorwort, das für mich interessant zu lesen war. Eine der Kernaussagen darin ist, dass "gut" und "böse" immer nur subjektiven Charakter haben können. Dem kann ich mich nur anschließen.

Die vier Fälle sind in Form von Erzählungen geschrieben. Dabei wird jede Geschichte aus einem etwas anderen Blickwinkel erzählt (Aussagen bei der Gerichtsverhandlung, detaillierte Schilderung des Tat-Tages, Ermittlungen der Polizei und der Staatsanwaltschaft, Nachforschungen des Verteidigers).

Jede Erzählung vermittelt detaillierte Informationen zur Tat, zum Umfeld und zur Lebensgeschichte der Täterinnen. Erklärungen für das Verhalten der Frauen werden ersichtlich. Teilweise erkennt man sie als Täter und Opfer zugleich. Wie viel Fakt und wie viel Fiktion ist, kann man als Leser natürlich nicht wirklich beurteilen.

Die Fallgeschichten habe ich als sehr intensiv empfunden. Einige haben mich in einer traurigen Stimmung zurückgelassen, andere haben mich regelrecht angewidert. Teilweise konnte ich nur ungläubig staunen. Fall vier ist eine Steilvorlage für Hollywoodautoren.

Die Geschichten sprechen ohne Zweifel für sich, dennoch hatte ich nach dem Ankündigungstext des Verlages (ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde erhalten) mit mehr theoretischen Inhalten gerechnet. Z.B. wäre am Ende jedes Kapitels ein entsprechender Nachbetrachtungstext des Autors vorstellbar gewesen. Auch ein Nachwort gibt es nicht. Gedanken zu Gemeinsamkeiten der Täterinnen hätten mich auch sehr interessiert.

Zuguterletzt bleibt noch die Frage, warum es im Buch nur um TäterINNEN geht. Dies erklärt der Autor mit der Fülle an Material. Nächstes Jahr wird von ihm ein Buch zu männlichen Tätern erscheinen.

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Tags: echte kriminalfälle, lebensgeschichten, mord, true crime   (4)
 

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

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Froschperspektive

Seb Hofmann , Seb Hofmann
Flexibler Einband: 233 Seiten
Erschienen bei Nova MD, 10.08.2018
ISBN 9783961114597
Genre: Romane

Rezension:

Seb Hofmanns erster Roman "Froschperspektive" hat mich einige Tage lang gefesselt und emotional stark bewegt.

In der Geschichte erzählt der Protagonist Ronny Winkler aus eigener Sicht und rückschauend von den ersten gut 20 Jahren seines Lebens. Er wird in Chemnitz knapp vor dem Fall der Mauer geboren. Sein Vater ist tot und seine alleinerziehende Mutter die Ernährerin der kleinen Familie. Er wird von ihr seelisch und körperlich misshandelt und auch im Kindergarten wird er Opfer von traumatischen Erlebnissen. Seine Wut lässt er daraufhin an Schwächeren aus und sucht nach Liebe und Geborgenheit beim anderen Geschlecht. Ein direkter Ausdruck seiner Gefühle fällt ihm schwer. Als Stütze hilft ihm dabei seine Froschpuppe Gerd(i).

Es kommt selten vor, dass mich eine Geschichte quasi von der ersten Seite in ihren Bann schlägt und dieser auch bis zum Finale anhält. Mit diesem Buch ist es mir so ergangen. Ronnys Erinnerungen beginnen mit der Schilderung eines erschreckenden Ereignisses der schwarzen Pädagogik im Kindergarten. Die Beziehung zu seiner Mutter wird nicht in umfangreichen Szenen erzählt, dafür bringen die Schilderungen Ronnys seine Erfahrungs- und Gefühlswelt in sehr emotionaler und einprägsamer Weise zum Ausdruck. Hier einige Beispiele:

"...dass ich wieder ins Bett gemacht habe, weil seither sogar die Nacht zu viel Stress für mich birgt." (S.13)
"Moni [Kindergärtnerin] bestraft mich mittlerweile nicht mehr. Ich muss mich bloß noch mit dem Gesicht zur Wand schämen. Aber nur manchmal, deshalb fühle ich mich jetzt gut bei ihr aufgehoben." (15/16)
"Noch mehr aber hasse ich mich selbst und diesen Hass will ich jedem in die Fresse prügeln." (20/21)
"Wenn ich weiß, dass Mutter auf dem Heimweg ist, bekomme ich Durchfall, und trotzdem freue ich mich wie ein kleiner Hund." (31)

Ronnys Verhalten spitzt sich mit zunehmendem Alter immer weiter zu. Alles dreht sich mehr und mehr um seine Beziehungen zu verschiedenen Frauen und die Gedanken, Gefühle und Triebe, die er in diesen auslebt. Der größte Teil des Buches hat mir im engeren Sinne keinen "Spaß" bereitet. Die Sprache ist unverhüllt und oft auch vulgär. Dabei hatte ich aber immer den Eindruck, dass dies vom Autor nicht zum Zweck der Sensation so geschrieben wurde, sondern Ronny und seiner individuellen Lebenswelt entspricht.

Das Finale ist aufwühlend und stellt ein sehr würdiges Ende des Romans dar. Ein Teil von mir war froh, mit der Geschichte durch zu sein. Ronnys Schilderungen haben mich emotional wirklich mitgenommen.

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Tags: allmachtsphantasien, demütigung, missbrauch, schwierige kindheit, sex   (5)
 

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39 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

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Bullshit Jobs

David Graeber , Sebastian Vogel
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 14.10.2018
ISBN 9783608981087
Genre: Sachbücher

Rezension:

David Graeber ist Anthropologe und lehrt aktuell an der "London School of Economics". Er bezeichnet sich selbst als "Anarchisten" und unterstützt politischen Aktivismus (u.a. bei "Occupy Wall Street").

Im Jahr 2013 veröffentlichte er einen Artikel, in dem er die massenhafte Existenz von sogenannten "Bullshit-Jobs" postulierte. Daraufhin bekam er eine Unzahl von E-Mails von Menschen aus vielen Ländern, die ihm ihre Arbeitsbedingungen und Gedanken schilderten. Diese wertete er aus und verband sie mit weiteren Nachforschungen und so kam es schließlich zur Existenz des vorliegenden Buches.

Bullshit-Jobs werden im Buch wie folgt definiert: "Ein Bullshit-Job ist eine Form der bezahlten Anstellung, die so vollkommen sinnlos, unnötig oder gefährlich ist, dass selbst derjenige, der sie ausführt, ihre Existenz nicht rechtfertigen kann, obwohl er sich im Rahmen der Beschäftigungsbedingungen verpflichtet fühlt, so zu tun, als sei dies nicht der Fall." (S. 40).

Das Buch besteht aus 7 Kapiteln mit 407 Seiten + Anhang. Nach einer allgemeinen Einführung ins Thema geht der Autor der Frage nach, warum es BS-Jobs überhaupt gibt. Anschließend folgt eine Systematik mit 5 Haupttypen von BS-Jobs. Danach geht es um die gesundheitlichen Folgen für Menschen, die in solchen Jobs "gefangen" sind. Dabei kommen viele dieser Menschen persönlich zu Wort. Die abschließenden Kapitel handeln von den Fragen, warum sich BS-Jobs stetig vermehren, warum wir als Gesellschaft nichts dagegen tun und was an der Situation geändert werden könnte.

In Bezug auf meine Einschätzung des Buches bin ich sehr zwiegespalten. Das Thema ist ohne Frage spannend und brisant, die Darstellungen des Autors sind allerdings über weite Strecken zäh und langatmig. Es handelt sich nicht um ein Lehrbuch, sondern eher um einen langen Essay. Eine didaktische Struktur (abgesehen von den Kapiteln) lässt sich nur schwer erkennen, was den Text oft ziemlich chaotisch wirken lässt. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die Tatsache, dass der Autor viele Exkurse unternimmt, von denen ich die Relevanz für das Thema nicht immer nachvollziehen konnte.

Sehr gut gefällt mir die grundlegend kritische Einstellung des Autors in Bezug auf Politik und das aktuelle Wirtschaftssystem. Das Buch enthält in jedem Abschnitt einige spannende Darstellungen und Gedanken, die mich trotz der Längen bis zum Ende haben durchhalten lassen. Seine Theorie zu den BS-Jobs macht für mich Sinn, auch wenn - wie er selbst durchaus zugibt - die empirische Datenlage dünn ist.

Für die Inhalte des Buches - soweit ich sie nachvollziehen konnte - würde ich aktuell 4 Sterne vergeben, für die allgemeine Darstellung leider nur 2 Sterne.

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Tags: arbeitsethik, kapitalismus, sinn, sinnlose arbeit   (4)
 

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 12 Rezensionen

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Das dunkle Herz der Stadt

George Pelecanos
Fester Einband: 246 Seiten
Erschienen bei ars vivendi, 20.08.2018
ISBN 9783869139173
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Hier gleich zu Beginn, was ich leider erst nach der Lektüre recherchiert habe: bei "Das dunkle Herz der Stadt" (Original: "Down by the river where the dead men go") handelt es sich um den dritten Teil der Nick-Stefanos-Trilogie von George Pelecanos. Die Teile 1 und 2 scheinen (noch) nicht ins Deutsche übersetzt worden zu sein. Der Roman kann für sich alleine gelesen werden, allerdings könnten einige meiner Kritikpunkte damit zusammenhängen, dass man den Charakter und das Umfeld nicht schon bereits kennt.

Der Roman ist eine "hardboiled detective novel", die Anfang der neunziger Jahre in Washington, D.C. spielt (Veröffentlichung im Original: 1995). Protagonist ist der Barkeeper und Gelegenheits-P.I. Nick Stefanos, der sich mit einer schweren Alkoholsucht herumschlägt. Nach einer Nacht exzessivem Zechens wird er - halb im Dilirium - akkustischer Zeuge eines Mordes an einem jungen Mann (er hört es, kann sich aber aufgrund seines Zustandes nicht bewegen). Er nimmt eigene Ermittlungen auf, die ihn in ein Washington der Armut, der Drogen und der Prostitution führen.

Die Voraussetzungen für einen interessanten Fall schienen mir gegeben, doch leider hat sich dies für mich nicht bestätigen können. Er wirkte auf mich insgesamt zu konstruiert. Die Handlung empfand ich lange Zeit als eher zäh und das Finale dann dafür unnötig übertrieben. Dass es in einer "hardboiled novel" ordentlich zur Sache gehen kann muss klar sein, aber hier hat es für mich einfach nicht gepasst.
Nick ist ein Charakter, mit dem ich nie richtig warm werden und für den ich auch keine wirkliche Sympathie entwickeln konnte. Die Motivation für sein Verhalten war mir oft nicht klar.

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Tags: hardboiled, hardboiled detective novel, private investigator, washington dc   (4)
 

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

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Last Haven

Lisbeth Jarosch
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Wunderkind Audiobooks, ein Imprint von Omondi UG, 27.07.2018
ISBN 9783961540396
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Daten zum Hörbuch:
 
Last Haven: Tödliche Geheimnisse
von Lisbeth Jarosch, gelesen von Katja Sallay
Wunderkind Audiobooks
Ungekürzte Ausgabe, 12h49m


Inhalt:

Der Roman spielt 300 Jahre in der Zukunft. Auf der Erde herrscht Chaos. Es gibt Kriege um die letzten Ressourcen. In Nordamerika hat sich ein neuer Staat gebildet: "Last Haven". Unter strengen Regeln scheinen die Menschen dort ein vergleichsweise gutes Leben führen zu können. Arbeit bestimmt den Alltag. 7 Tage die Woche muss jeder Bürger in einem für seine Fähigkeiten passenden Job (Politik, Wissenschaft, Industrie, Landwirtschaft, Schutz) seine volle Leistung für die Gemeinschaft erbringen. Die Arbeitskollegen werden zur Familie. Zur Sicherheit wird das Staatsgebiet innen und außen (durch eine große Mauer) von "Wächtern" geschützt.
Die Handlung wird aus der Sicht der 18-jährigen Aida erzählt. Sie arbeitet in einer Waffenfabrik und ist mit ihrem Leben soweit zufrieden. Bei einem Arbeitsunfall wird eine ihrer Hände schwer verletzt und ihr wird anschließend nicht mehr erlaubt, an ihrem alten Arbeitsplatz weiterzuarbeiten. Stattdessen wird sie ins Verteidigungsministerium versetzt, wo sie sich in einer Probezeit von einem halben Jahr in einem wissenschaftlichen Umfeld beweisen soll. Die Umstellung bereitet ihr große Probleme. Und was passiert eigentlich mit ihr, wenn sie die Probezeit nicht bestehen sollte?


Mein Eindruck:

Die Geschichte beginnt eher langsam, aber man kann sich sowohl von Aida als auch von "Last Haven" ein gutes Bild machen. Etwa gegen Mitte des Buches beschleunigt sich das Tempo der Handlung. Die Geschichte wird kurzweiliger und interessanter. Das Finale ist ereignisreich und stellt einen größtenteils gelungenen Höhepunkt dar.

Obwohl die Handlung in der Zukunft angesiedelt ist, spielt Technik praktisch keine Rolle (keine Sci-Fi!). Im Zentrum des Romans steht Aidas reiche Gefühlswelt und ihre Erlebnisse als jemand, der der Gesellschaft von "Last Haven" auf der Tasche zu liegen droht. So kann man als Hörer gut mit ihr mitfiebern, muss aber auch ihre zum Teil durchaus anstrengende und nervige Art durchstehen.

Die Handlung empfand ich bis auf wenige Ausnahmen als stimmig, allerdings hätte ich auch gerne Abschnitte aus der Perspektive von anderen Charakteren gehört. Ich denke, dass dadurch wahrscheinlich eine noch rundere Sicht auf die Ereignisse möglich gewesen wäre. Gerade während des Finales habe ich mich öfters gefragt, was andere wichtige Charaktere aktuell wohl treiben.

Nicht wirklich gelungen finde ich leider die Leseleistung der Sprecherin. Ihre Standard-Erzählstimme ist angenehm, aber wenn sie versucht, Charaktere individuell zu gestalten, klingt das für mich teilweise wirklich seltsam. Dies trübt das Hörerlebnis ein wenig.


Fazit:

"Last Haven: Tödliche Geheimnisse" kann mich zwar nicht vollständig überzeugen, hat mich größtenteils aber gut unterhalten und so halte ich 4 Sterne für noch gerechtfertigt.

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Tags: dystopie   (1)
 

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Zur Welt kommen

Klaus Simon
Flexibler Einband: 100 Seiten
Erschienen bei Büchner-Verlag, 11.07.2018
ISBN 9783963171222
Genre: Sachbücher

Rezension:

In "Zur Welt kommen. Wie alles mit allem verbunden ist" beschäftigt sich der Autor, Klaus Simon, mit der Verbindung von Naturwissenschaft und Spiritualität und bezieht seine Erkenntnisse abschließend auf die aktuelle Situation der Menschheit und damit auch allen Lebens auf der Erde.

Der erste Teil des Buches stellt kurz den aktuellen Stand der Wissenschaft zu den Entwicklungen des Universums und des Lebens auf der Erde dar (sozusagen vom Urknall bis zu Gehirn & Bewusstsein). Anschließend geht es um die drei Betrachtungsebenen der Welt (Mikro-, Meso- und Makrokosmos). In diesem Zusammenhang werden einige Erläuterungen zur Relativitätstheorie und zur Quantenmechanik gegeben.

Der zweite Abschnitt beleuchtet dann den Zusammenhang zwischen Wissenschaft und Spiritualität genauer. Dabei stellt der Autor zunächst einige Grundannahmen auf und beleuchtet dann vier mögliche Standpunkte zwischen Atheismus und konkretem Gottesglauben. Alle Modelle werden als möglich dargestellt. Niemand kann beweisen, wie die objektive Realität wirklich aussieht. Alle unsere Ansichten und Vorstellungen sind fehlbar und somit sollte unsere Weltanschauung auch immer etwas Offenes haben. Verständnis, Respekt und Verständigung wären eine passende Basis unserer Diskussionen. Aber egal welcher Glaubensrichtung man anhängt: es besteht eine tieferliegende Einheit alles Existierenden und somit ist "alles mit allem verbunden".

Der dritte Teil behandelt die Schlussfolgerungen des bisher geschriebenen aus ethischer und gesellschaftlicher Sicht. Der Mensch ist durch die Kultur immer mehr zum aktiven Gestalter der Evolution geworden. Mehr noch: sein Verhalten stellt das bisher auf der Erde Erreichte infrage! Die Lösung kann nur darin bestehen, dass die Menschheit zu einer Kooperation auf allen Ebenen findet. Wir benötigen eine neue Art der Beziehung zur Welt: "Empfinden mit allen Sinnen", die "Natur als riesiges Beziehungsgeflecht", "In-Resonanz-Geraten mit der Welt" (S.87). "Wir alle sind unmittelbarer Bestandteil des Universums" (S. 90).

Der Umfang des Textes ist mit knapp 100 Seiten sehr gering. Trotzdem - und obwohl auf Fachbegriffe größtenteils verzichtet wird - ist der Tiefgang der Betrachtungen enorm. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, dass der zweite Abschnitt in solch komprimierter Form das beste ist, was ich seit langem zum Thema Wissenschaft und Spiritualität gelesen habe! Den Text durchzieht ein Grundtenor von Offen- und Verbundenheit. Dies hat mich sehr angesprochen. Auch für mich haben rigide und dogmatische Systeme keinen Platz mehr in einer zeitgemäßen Spiritualität.

Zum Abschluss erwähnen möchte ich noch die schönen farbigen Fotos im Buch. Diese zeigen v.a. Motive aus der Astronomie.

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Tags: kooperation, naturwissenschaft, offenheit, spiritualität, verbundenheit   (5)
 

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

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Von Hunden und Menschen und der Suche nach dem Glück

Tom Diesbrock , Roelie van Heerden
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Verlag Herder, 16.07.2018
ISBN 9783451600623
Genre: Sachbücher

Rezension:

"Von Hunden, Menschen und der Suche nach dem Glück" des Hamburger Psychotherapeuten Tom Diesbrock ist ein Buch, das sich auf recht unkonventionelle Weise wichtigen Fragen der Lebensführung widmet. Der Autor berichtet, wie er - selbst in einer schwierigen Lebensphase - während eines Urlaubs in Indien am Strand die Bekanntschaft eines Hundes macht. Beide habe eine tolle Zeit miteinander und nach langem Überlegen holt er den Hund schließlich zu sich nach Hamburg. Er gibt ihm den Namen Jacob. Mit Jacobs Hilfe lernt er, das Leben mehr aus der "Sicht" eines Hundes zu betrachten.

Geschrieben ist das Buch als ein Dialog zwischen Tom und Jacob. In verschiedenen Alltagssituationen philosophieren und psychologisieren sie über die Arten der Lebensführung von Hunden und Menschen. Konkret geht es dabei um folgende Fragen, die jeweils ein Kapitel bilden:

1. Kann Tun uns glücklicher machen?
2. Warum stehen wir unserem Glück selbst im Weg?
3. Muss ich alles glauben, was ich denke
4. Was habe ich davon, wenn ich nett bin?
5. Glücklich mit anderen - oder trotz der anderen?
6. Was ist der Sinn? Und was ist Unsinn?

Am Ende jedes Kapitels fasst der Autor das Thema in einem kurzen Text zusammen. Am Ende des Buches findet man ein sehr sympathisches Bild von Tom und Jacob.

Der Text ist in einem lockeren Stil verfasst und kommt bis auf wenige Ausnahmen ohne Fachbegriffe aus. Sowohl Tom als auch Jacob sind mir sympathisch. Tom berichtet viel und offen über sein eigenes Leben. Von Jacobs Ansichten lässt sich einiges lernen.

Großer Schwachpunkt des Buches ist für mich die zu oberflächliche Darstellung der Inhalte. In jedem Kapitel werden zwar wichtige Punkte der gelungenen Lebensführung angesprochen, es fehlen aber detailliertere Betrachtungen. Es wird zu schnell von einem Thema zum nächsten gesprungen. Auch fehlen mir meist konkrete Gedanken, wie sich Erkenntnisse ins Alltagsleben integrieren lassen. Insgesamt bietet das Buch damit zwar viele interessante und wichtige Gedanken, der tatsächliche, praktische Nutzen fällt aus meiner Sicht aber leider zu gering aus. Zu beachten ist dabei natürlich auch immer die Vorerfahrung des einzelnen Lesers. Personen mit bisher wenig Bezug zum Thema dürften daher eher von der Darstellung profitieren als solche, die schon mehr Vorerfahrung mitbringen.

3,5 Sterne

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

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Hochsensible im Beruf

Brigitte Schorr
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei SCM Hänssler, 21.02.2018
ISBN 9783775158275
Genre: Sachbücher

Rezension:

Hochsensibilität (engl. "Sensory Processing Sensitivity") ist ein Konzept, das durch die Arbeiten der Amerikanerin Elaine Aron etabliert wurde und zunehmend in der Psychologie durch Forschung und Veröffentlichungen thematisiert wird. Die Autorn des vorliegenden Buches, Brigitte Schorr, gibt folgende grundlegende Definition an (S.25): "Hochsensible Menschen sind mit einem Nervensystem ausgestattet, welches sie innere Reize (Gefühle, Gedanken, Körperempfindungen) und äußere Reize (Erlebnisse, Geräusche, Gerüche, visuelle Eindrücke) sehr viel stärker wahrnehmen lässt, als es bei Normalsensiblen der Fall ist."

Der Inhalt des Buches lässt sich grob in zwei Abschnitte einteilen: zu Beginn gibt die Autorin eine allgemeine Einführung in die Thematik und spricht zentrale Frage- und Problemstellungen an. Anschließend widmet sie sich detaillierter dem Feld "Hochsensibilität im Arbeitsleben". Dabei geht sie zunächst auf die Bedeutung von Arbeit für ein gelungenes Leben ein und zeigt Probleme beim Einstieg in das Berufsleben auf. Themen hierbei sind u.a. Finden der eigenen Stärken, Treffen einer Auswahl unter den gefühlt hunderten von Möglichkeiten, Harmoniebedürfnis und Perfektionismus. In einem weiteren Kapitel geht es dann um wichtige Aspekte rund um das Arbeitsleben. Thematisiert wird hier z.B. Sinnsuche, Unternehmenskultur, Selbständigkeit, Teamwork, Überreizung, Mobbing und Burn-out. Das abschließende Kapitel handelt dann von der Entfaltung des eigenen Potentials und der Entwicklung von Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit.

Dem Umschlag lässt sich entnehmen, dass die Autorin einen wissenschaftlichen Hintergrund besitzt und auch Erfahrungen in der direkten Arbeit mit Hochsensiblen hat. Dies zeigt sich auch auf sehr positive Weise im Text selbst. Neben einer aus meiner Sicht fundierten Darstellung der theoretischen Grundlagen des Themenfeldes berichtet die Autorin auch immer wieder von eigenen Erfahrungen und Eindrücken. Wenn ich es richtig verstanden habe, sieht sich die Autorin auch selbst als HSP ("Highly Sensitive Person"). So entsteht für mich insgesamt ein recht rundes Bild aus Theorie und Praxis.

Ein zentrales Merkmal des Textes scheint mir der Realitätsbezug. Es werden jeweils positive und negative Aspekte einer Sache geschildert und somit einer einseitigen Darstellung vorgebeugt. Die Autorin betont neben den Problemen, denen HSPs im Leben oft gegenüber stehen, das große Potential jedes Einzelnen. Von höchster Bedeutung ist die stete Arbeit an sich selbst. Die Erweiterung der eigenen Selbsterkenntnis und das aktive Ausloten der individuellen Möglichkeiten, Stärken und Schwächen sind der Schlüssel zu einem besseren Leben mit der Hochsensibilität. An einigen Stellen im Text werden dazu auch Anregungen (meist in Form von Fragen, die man für sich selbst bearbeiten kann) gegeben.

Zum Abschluss noch etwas Kritik: der Abschnitt zum Berufsleben hätte aus meiner Sicht durchaus länger und ausführlicher ausfallen können. Auch könnte ich mir vorstellen, dass mehr konkrete Erfahrungen aus der Praxistätigkeit der Autorin den Text noch weiter bereichert hätten.

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Tags: hochsensibilität, hsp   (2)
 

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883 Bibliotheken, 8 Leser, 2 Gruppen, 70 Rezensionen

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Nichts

Janne Teller , Sigrid C. Engeler , Sigrid Engeler
Flexibler Einband: 144 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.04.2012
ISBN 9783423625173
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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Jahrmarkt in der Stadt / Kleine Lichter

Nikolaus Klammer
Flexibler Einband: 220 Seiten
Erschienen bei epubli, 10.04.2018
ISBN 9783746715445
Genre: Biografien

Rezension:

"Kleine Lichter" des Autors Nikolaus Klammer ist ein kleiner Band mit zwei Erzählungen und einem Kurzroman. Alle drei Geschichten spielen in Augsburg und Umgebung und handeln von Schriftstellern unterschiedlicher Genres.
In "Pasenows Schöpfung" (50 Seiten) geht es um einen renommierten Literaturkritiker, der sich im hohen Lebensalter mit einer moralischen Verfehlung aus seiner Vergangenheit auseinandersetzen muss.
"Die Lichtung" (64 Seiten) handelt von einem erfolgreichen Esoterik-Sachbuchautor. Dieser hält den Großteil seiner Werke selbst für Blödsinn, geht aber dennoch auf die Suche nach einem Kraftort, nachdem er die erstaunliche Wirkung eines Gemäldes desselben erfahren hat. Zur gleichen Zeit wird er vom einer Frau beschuldigt, ihren Ehemann mit seinen Büchern in den "Wahnsinn" getrieben zu haben.
Im Kurzroman "Ein kleines Licht" (95 Seiten) trifft der Leser auf einen Lyriker in fortgeschrittenem Alter, der sich nach jahrelangem Alkoholmissbrauch zwar gefangen hat, seit langer Zeit aber keine qualitativ hochwertigen Verse mehr aufs Papier bringen kann. Als ihm angeboten wird, eins seiner Werke in einem neuen Literaturmagazin veröffentlichen zu können, er aber nur eine Woche zur Abgabe hat, werden die Verse seines jugendlichen Sohnes immer interessanter...

"Pasenows Schöpfung" fand ich zunächst etwas langatmig, gefiel mir aber zum Ende hin doch noch recht gut. "Die Lichtung" ist mein persönlicher Favorit. Die Seelenwelt des Esoterikautors wird auf interessante Weise geschildert und auch die (Pseudo-)Philosophie ist recht unterhaltsam. "Ein kleines Licht" hat mich am wenigsten angesprochen. Dem kurzen Roman fehlen für mich die Highlights. Ansprechend empfand ich aber einige der Gedichte und auch das Tagebuch des Lyrikers mit einigen interessanten Gedankengängen. Insgesamt hat mir der variantenreiche Stil Klammers recht gut gefallen.

3,5 Sterne

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Tags: augsburg, autoreninnenleben, schreiben, schriftsteller   (4)
 

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Englische Grammatik. Regeln, Beispiele, Übungen für ein fehlerfreies Englisch

Birgit Kasimirski
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Anaconda Verlag, 31.01.2017
ISBN 9783730603178
Genre: Sonstiges

Rezension:

Birgit Kasimirskis Buch enthält die grundlegenden Themen der englischen Grammatik. Als Privatlehrerin für Schüler und Erwachsene legt sie dabei besonders viel Wert auf die praktische Anwendung.

Neben dem ansprechenden Cover - und der Tatsache, dass das Buch gebunden ist - überzeugt mich auch die allgemeine Textgestaltung. Diese wirkt modern und dem Thema angemessen (Hervorhebungen durch Farbe, Schriftgrößen, Fettdruck, Unterstreichungen, etc.). Zusätzlich gibt es auch einige Grafiken.

Besonders gelungen finde ich die Tatsache, dass das Buch nicht direkt mit den Zeiten beginnt, sondern eine rund 20-seitige Einleitung besitzt. Hier werden zunächst wichtige Grundbegriffe der Grammatik erläutert und allgemeine Tipps in Bezug auf Lernen und Nutzung von Hilfsmitteln gegeben.

Der Kernteil des Buches ist den Zeiten gewidmet. Dabei wird in gut verständlicher Weise jeweils die allgemeine Anwendung erläutert. Danach folgt die Bildung von Aussagesatz, Verneinung und Frage. Auch Besonderheiten werden angesprochen. Dazu werden Beispiele aufgeführt und es gibt extra Platz für Notizen. Abschließend folgen dann die Übungen (Die Lösungen dazu findet man ganz am Ende des Buches).

Der dritte Teil des Buches enthält weitere gängige Themen, denen man beim Lernen begegnet. Hier finden sich u.a.: Passiv, Gerundium u. Infinitiv, Adjektive u. Adverbien, Steigerung, Relativsätze, Präpositionen. Dieser Bereich hätte aus meiner Sicht durchaus umfangreicher ausfallen und auch mehr Übungen haben können. Hilfreich ist der Abschnitt zu "Confusing Words". Hier werden Begriffe erläutert, die man leicht verwechseln kann. Auch die Darstellung zu Unterschiedenen zwischen dem Britischen und dem Amerikanischen Englischen finde ich gut gelungen.

Abzug bei der Bewertung gibt es für das Fehlen eines Index. Durch das Inhaltsverzeichnis lassen sich die meisten Themen zwar gut finden, aber wer nach bestimmten Begriffen sucht (und das scheint mir häufig das Fall, wenn man noch in den frühen Phasen des Spracherwerbs ist), wird so nicht immer fündig.

Fazit: eine fundierte und empfehlenswerte Grammatik, die in weiteren Auflagen noch etwas ausgebaut werden könnte.

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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CHE to go

Simone Uthleb
Flexibler Einband: 96 Seiten
Erschienen bei Neues Leben ein Imprint von Eulenspiegel Verlagsgruppe Buchverlage GmbH, 11.09.2017
ISBN 9783355018616
Genre: Sachbücher

Rezension:

In der "to go"-Reihe werden jeweils in kleinen Bänden im Westentaschenformat Zitate eines berühmten Denkers vorgestellt. In diesem Band geht es um den weltbekannten Revolutionär Ernesto "Che" Guevara. Dieser wurde 1928 in Argentinien geboren, studierte später Medizin und wurde neben Fidel Castro zur zentralen Figur der kubanischen Revolution. Bei Versuchen, die Revolution auch in anderen Ländern Lateinamerikas zu entfachen, wurde er 1967 von Soldaten in Bolivien festgenommen und hingerichtet.

Die Zitate stammen aus schriftlichen Werken und aus Reden (u.a. vor der UNO). Das Buch ist aufgeteilt in sieben kurze Kapitel, die sich jeweils einem bestimmten Thema widmen. Ins Auge fällt direkt das Textdesign. Es werden verschiedene Schriftgrößen verwendet und innerhalb der Zitate werden immer wieder Worte fett hervorgehoben. Am Ende der Zitate wird immer die Quelle angegeben.  

Der Großteil der Texte bezieht sich auf die Unterdrückung Lateinamerikas durch die USA und andere westliche Mächte. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung Kubas direkt nach der Revolution (Bildung, Gesundheit, Organisation, etc.).

Obwohl ich Zitate sehr schätze, bin ich persönlich leider nicht so richtig mit dem Büchlein warm geworden. Mein Interesse bestand v.a. an Aussagen zum Wesen des Menschen und der Gesellschaft aus einer humanistischen Sichtweise. Davon gab es aber nur sehr wenige.
Generell habe ich Zweifel, ob der Band für "Laien" besonders geeignet ist. Es gibt weder ein Vorwort noch Anmerkungen und auch die Quellen werden nicht näher erläutert. Dadurch fehlt es an Hintergrund und Kontext. Auch ist das marxistische Vokabular in einigen Zitaten ohne tiefere Kenntnisse wenig gewinnbringend.
Gut gefällt mir dagegen die Auswahl der Texte in Bezug auf das Denken und die Gedankenwelt Ches. Innere Widersprüche werden deutlich und auch sein außergewöhnlicher Antrieb zur Verbesserung der Lebensverhältnisse des kleinen Mannes.

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Tags: kuba, lateinamerika, marxismus, revolution, sozialismus   (5)
 

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empfehlung, liebe, psychiatrie, psychotherapie

Station 32

Pia Laurence
E-Buch Text: 155 Seiten
Erschienen bei null, 28.04.2018
ISBN B07CR4D298
Genre: Sonstiges

Rezension:

In "Station 32" erzählt die Autorin Pia Laurence von ihrem einwöchigen Aufenthalt in einer Abteilung für Psychosomatik. Dabei wird die Geschichte nicht, wie erwartet, aus der Ich-Perspektive erzählt, sondern auf Basis einer dritten Person, die die Erlebnisse von mehreren Patienten über den Zeitraum dieser Woche schildert. Durch diese Darstellung verschwimmt die Grenze zwischen Sachbuch und Roman.

Hauptperson ist Sonja, das Alter Ego der Autorin. Sie leidet unter chronischen Verdauungsproblemen. Ihr Aufenthalt soll nun endlich Klarheit über die Ursachen bringen und auch die Frage klären, ob ihre Probleme eher körperlicher oder psychischer Natur sind. Als "Mitbewohnerin" im Zimmer trifft sie auf Jenni, die stark übergewichtig ist, durch eine Magen-OP aber schon 60kg abgenommen hat. Diese stellt sich als sehr nett und hilfsbereit heraus und hat vor allem mit ihrem Selbstbild und Selbstvertrauen zu kämpfen. Eine weitere zentrale Person ist Arne. Er leidet stark unter diversen Symptomen und ist eher ein verschlossener Typ. Dennoch entwickelt sich zwischen ihm und Sonja schnell ein Vertrauensverhältnis und beide verbringen viel Zeit miteinander redend im Park des Krankenhauses.

Nach Beendigung des Buches hatte ich eher nicht das Gefühl, dass mir die Lektüre persönlich weiterhilft, aber ich denke, dass das auch eine Frage der eigenen Erfahrungen ist. Personen mit Krankheitserfahrung in diesem Bereich werden vieles sehr wahrscheinlich schon kennen. Dennoch finde ich die Schilderungen des Aufenthalts im Prinzip ganz gut gelungen und einige Darstellungen auch emotional eindrücklich. Das Leid der Patienten wird sehr deutlich erfahrbar und der Kampf Sonjas mit ihren eigenen Erlebnissen ist heftig.
Es werden viele Mängel im System sichtbar, aber nichts wird auf übertriebene Weise dargestellt. Sonjas Dilemma in Bezug auf Öffnung vs. Zurückhaltung im Kontext des nur einwöchigen Aufenthaltes finde ich sehr gut nachvollziehbar. Eine Sitzung Einzeltherapie in der Woche ist wohl die Regel, kam mir aber schon immer viel zu wenig vor. Einige Anekdoten fand ich recht seltsam, spiegeln aber die Sichtweise der Personen zu diesem Zeitpunkt wieder.
Die Bedeutung der Qualität der Beziehungen der Patienten/innen untereinander wird klar deutlich. Dies zeigt sich wohl vor allem am Paar Sonja/Jenni. In einer Hinsicht wurde mir das allerdings zu viel: die ständigen Flirt-Gespräche zwischen Arne und Sonja im letzten Teil des Buches haben mich tatsächlich sogar eher genervt.

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agenten, aussteiger, auszeit, gesellschaftskritik, russland, verschwörung

Polarisiert

Peter Bogardt
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei chiliverlag, 29.03.2018
ISBN 9783943292619
Genre: Romane

Rezension:

"Polarisiert" von Peter Bogardt ist ein Roman, den man nicht wirklich in ein festes Genre einordnen kann. Die Geschichte beginnt mit einem Hinweis auf ein globales Katastrophenszenario, dem ein Großteil der Menschheit zum Opfer fallen könnte. Danach wird die Handlung größtenteils in drei Strängen erzählt:

Sebastian ist Student der Geographie und lebt in Berlin. Er teilt sich eine WG mit einem Kommilitonen, schreibt an einem Roman und arbeitet als Aushilfskraft in der Uni-Bibliothek. Dort trifft es eines Abends die attraktive Medizinstudentin Agatha.

Sebastians Vater, Andreas, zieht nach einem Burnout in ein kleines Dorf der sogenannten "Saworjaner" in Sibirien. Diese Gruppierung folgt der Lehre eines "Gurus", der sich als Reinkarnation Jesu sieht. Er wird in der Gemeinschaft freundlich aufgenommen, muss aber schnell feststellen, dass das "einfache Leben" fernab der Zivilisation doch alles andere als romantisch und einfach ist.

Dritter Protagonist ist der Söldner Leonid. Als Ex-Angehöriger der russischen Elitetrupper Speznas arbeitet er seither als Agent der Regierung. Als zwei ehemalige Kollegen in Sibirien ermordet aufgefunden werden bekommt er den Auftrag, die Hintergründe dieser Tat in Erfahrung zu bringen. Dazu heuert er als Wachmann in einer mysteriösen, fast hermetisch abgeriegelten Stadt mitten im sibirischen Nirgendwo an.

Grundsätzlich hat mir die Lektüre gefallen. Die Charaktere sind interessant und die Schauplätze gut beschrieben. Trotzdem hatte ich immer wieder Phasen, in denen ich mich zum Lesen motivieren musste. Hauptproblem scheint mir die Konstruktion der Geschichte zu sein. Für einen Thriller fehlt es ohne Zweifel an Spannung und einem finalen Höhepunkt. Für einen Entwicklungsroman wird mir zu wenig auf die Hintergrundgeschichten der Protagonisten eingegangen, so dass es an letztem psychologischem Tiefgang fehlt. Evtl. kommt hier die geringe Erfahrung des jungen Autors zum Tragen. Zu Beginn wirken manche Formulierung auf mich etwas klischeehaft. Dies wird allerdings mit zunehmender Dauer immer besser und insgesamt gefällt mir der Stil ziemlich gut. Die Zitate zu Beginn jedes Kapitels finde ich nur bedingt gelungen, dafür gibt es gelegentlich philosophische und kulturkritische Passagen, die ich gerne gelesen habe.

3,5 Sterne

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Oblivion Song 1

Robert Kirkman , Annalisa Leoni , Lorenzo De Felici
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Cross Cult, 07.03.2018
ISBN 9783959817714
Genre: Comics

Rezension:

"Oblivion Song 1" ist der erste Band einer neuen Comicbuch-Reihe des Schöpfers von "The Walking Dead", Robert Kirkman. Ich lese normalerweise nur selten Comics, aber da mir "The Walking Dead" zumindest in den ersten Staffeln (der TV-Serie) gut gefallen hat, war ich neugierig auf diese neue Reihe.

Im Zentrum der Handlung von "Oblivion Song" steht der Wissenschaftler Nathan Cole. Vor zehn Jahren gab es in seiner Heimatstadt Philadelphia ein Ereignis, das Teile des Stadtgebiets in eine "parallele Dimension" verschoben hat. Diese Parallelwelt, die auf den Namen "Oblivion" getauft wurde, ist ein desolater Ort voller monströser Kreaturen. Religiöse Fanatiker sprechen gar von einer "Hölle auf Erden". Nathan ist es mit einem kleinen Team gelungen, eine Technologie zu entwickeln, um zwischen beiden Welten zu springen. Zunächst wurde er dabei von der Regierung unterstützt, jetzt ist er auf sich alleine gestellt. Seine Ausflüge haben das Ziel, überlebende Menschen zu finden und wieder in unsere Welt zurückzubringen. Auch sein Bruder Ed ist in "Oblivion" verschollen. Seine Suche scheint aussichtslos, aber Nathan ist nicht bereit aufzugeben...

Die Ausgabe ist gebunden, komplett koloriert und wird mit 144 Seiten angegeben (Seitenzahlen sind im Buch nicht vorhanden). Nach der Handlung findet man noch ein Skizzenbuch und ein Nachwort von Robert Kirkman. In diesem schreibt er, dass Band 1 nur einen ganz kleinen Einblick in die neue Geschichte gibt und die neue Welt "gigantische Ausmaße annehmen" wird. Sein Team hat wohl bereits einige weitere Kapitel der Geschichte abgeschlossen.

Leider konnte der Band mich nicht wirklich begeistern. Die Handlung bleibt für meinen Geschmack einfach zu banal. Man erfährt wenig zu den Hintergründen der Personen und so bleibt die Lektüre ein eher flaches Vergnügen. Dies kann sich in weiteren Bänden natürlich ändern, aber mein Interesse wurde leider nicht geweckt. Über die Qualität der Zeichnungen bin ich zwiegespalten: die Menschen und dabei vor allem die ausdrucksstarken Gesichter finde ich gut gelungen. Die Hintergründe sind eher abstrakt minimalistisch gehalten, was mir nicht wirklich gefällt. Die monströsen Kreaturen wirken auf mich wie aus "Resident Evil" oder auch "Alien".

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Ringe Des Lebens - Die Zukunft Der X

Matthias Gruber
Flexibler Einband: 444 Seiten
Erschienen bei Lulu.com, 06.03.2018
ISBN 9780244956240
Genre: Sonstiges

Rezension:

"Ringe des Lebens - Die Zukunft der X" ist der dritte Band eines dreiteiligen Science-Fiction Werkes. Da die Geschichte nahtlos an die Geschehnisse der Bände I und II anschließt - und damit quasi das Finale der Handlung darstellt - kann ich von einer Lektüre ohne Kenntnisse der bisherigen Ereignisse nur abraten. In diesem Fall am besten direkt zu "Ringe des Lebens - Die Geschichte der X" wechseln (und meine Rezension dazu lesen ;-)

Der dritte Band führt die einzelnen Handlungsstränge zusammen und verbindet somit die Schicksale der Protagonisten/-innen. Aufgrund der Länge der drei Bände waren mir nicht mehr alle Details der Handlung bewusst und so empfand ich es als gar nicht so einfach, den Überblick über die Zusammenhänge nicht zu verlieren. Dies hat sich im Endeffekt aber nur wenig auf die Kurzweiligkeit der Lektüre ausgewirkt und ich hatte auch nicht das Gefühl, dass etwas nicht zusammenzupassen scheint.

Qualitativ steht Band 3 den anderen zwei in nichts nach. Die Handlung ist weiterhin sehr interessant und die zentralen Charaktere sehr gut gezeichnet. Die Geschichte scheint (vielleicht abgesehen von einigen Details) zu einem runden Abschluss zu kommen. Die Reise durch Milchstraße, Andromeda und durch die Zeit war bis zum Ende faszinierend. Die Vielfalt der Ideen und (technischen) Entwicklungen ist beeindruckend.

Zu bemängeln gab es für mich wenig. Zentrale Höhepunkte hätten aus meiner Sicht etwas dramatischer und länger geschildert werden können. Hier scheint mir noch Potential zu sein. Auch hatte ich den Eindruck, dass gegen Ende die Handlung immer schneller voranschreitet. Ein paar Extraseiten hätte ich hier willkommen geheißen.

Am Ende des Buches findet sich ein Anhang mit Timeline, Personen- und Orteverzeichnis sowie Glossar und weiteren Informationen. Dies finde ich hilfreich und hätte es mir auch in den anderen Bänden gewünscht. Bei der Timeline wäre es evtl. problematisch gewesen, da die Handlung auch stark vom Wechsel der Zeitebenen lebt.

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