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empfehlung, liebe, psychiatrie, psychotherapie

Station 32

Pia Laurence
E-Buch Text: 155 Seiten
Erschienen bei null, 28.04.2018
ISBN B07CR4D298
Genre: Sonstiges

Rezension:

In "Station 32" erzählt die Autorin Pia Laurence von ihrem einwöchigen Aufenthalt in einer Abteilung für Psychosomatik. Dabei wird die Geschichte nicht, wie erwartet, aus der Ich-Perspektive erzählt, sondern auf Basis einer dritten Person, die die Erlebnisse von mehreren Patienten über den Zeitraum dieser Woche schildert. Durch diese Darstellung verschwimmt die Grenze zwischen Sachbuch und Roman.

Hauptperson ist Sonja, das Alter Ego der Autorin. Sie leidet unter chronischen Verdauungsproblemen. Ihr Aufenthalt soll nun endlich Klarheit über die Ursachen bringen und auch die Frage klären, ob ihre Probleme eher körperlicher oder psychischer Natur sind. Als "Mitbewohnerin" im Zimmer trifft sie auf Jenni, die stark übergewichtig ist, durch eine Magen-OP aber schon 60kg abgenommen hat. Diese stellt sich als sehr nett und hilfsbereit heraus und hat vor allem mit ihrem Selbstbild und Selbstvertrauen zu kämpfen. Eine weitere zentrale Person ist Arne. Er leidet stark unter diversen Symptomen und ist eher ein verschlossener Typ. Dennoch entwickelt sich zwischen ihm und Sonja schnell ein Vertrauensverhältnis und beide verbringen viel Zeit miteinander redend im Park des Krankenhauses.

Nach Beendigung des Buches hatte ich eher nicht das Gefühl, dass mir die Lektüre persönlich weiterhilft, aber ich denke, dass das auch eine Frage der eigenen Erfahrungen ist. Personen mit Krankheitserfahrung in diesem Bereich werden vieles sehr wahrscheinlich schon kennen. Dennoch finde ich die Schilderungen des Aufenthalts im Prinzip ganz gut gelungen und einige Darstellungen auch emotional eindrücklich. Das Leid der Patienten wird sehr deutlich erfahrbar und der Kampf Sonjas mit ihren eigenen Erlebnissen ist heftig.
Es werden viele Mängel im System sichtbar, aber nichts wird auf übertriebene Weise dargestellt. Sonjas Dilemma in Bezug auf Öffnung vs. Zurückhaltung im Kontext des nur einwöchigen Aufenthaltes finde ich sehr gut nachvollziehbar. Eine Sitzung Einzeltherapie in der Woche ist wohl die Regel, kam mir aber schon immer viel zu wenig vor. Einige Anekdoten fand ich recht seltsam, spiegeln aber die Sichtweise der Personen zu diesem Zeitpunkt wieder.
Die Bedeutung der Qualität der Beziehungen der Patienten/innen untereinander wird klar deutlich. Dies zeigt sich wohl vor allem am Paar Sonja/Jenni. In einer Hinsicht wurde mir das allerdings zu viel: die ständigen Flirt-Gespräche zwischen Arne und Sonja im letzten Teil des Buches haben mich tatsächlich sogar eher genervt.

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agenten, aussteiger, auszeit, gesellschaftskritik, russland, verschwörung

Polarisiert

Peter Bogardt
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei chiliverlag, 29.03.2018
ISBN 9783943292619
Genre: Romane

Rezension:

"Polarisiert" von Peter Bogardt ist ein Roman, den man nicht wirklich in ein festes Genre einordnen kann. Die Geschichte beginnt mit einem Hinweis auf ein globales Katastrophenszenario, dem ein Großteil der Menschheit zum Opfer fallen könnte. Danach wird die Handlung größtenteils in drei Strängen erzählt:

Sebastian ist Student der Geographie und lebt in Berlin. Er teilt sich eine WG mit einem Kommilitonen, schreibt an einem Roman und arbeitet als Aushilfskraft in der Uni-Bibliothek. Dort trifft es eines Abends die attraktive Medizinstudentin Agatha.

Sebastians Vater, Andreas, zieht nach einem Burnout in ein kleines Dorf der sogenannten "Saworjaner" in Sibirien. Diese Gruppierung folgt der Lehre eines "Gurus", der sich als Reinkarnation Jesu sieht. Er wird in der Gemeinschaft freundlich aufgenommen, muss aber schnell feststellen, dass das "einfache Leben" fernab der Zivilisation doch alles andere als romantisch und einfach ist.

Dritter Protagonist ist der Söldner Leonid. Als Ex-Angehöriger der russischen Elitetrupper Speznas arbeitet er seither als Agent der Regierung. Als zwei ehemalige Kollegen in Sibirien ermordet aufgefunden werden bekommt er den Auftrag, die Hintergründe dieser Tat in Erfahrung zu bringen. Dazu heuert er als Wachmann in einer mysteriösen, fast hermetisch abgeriegelten Stadt mitten im sibirischen Nirgendwo an.

Grundsätzlich hat mir die Lektüre gefallen. Die Charaktere sind interessant und die Schauplätze gut beschrieben. Trotzdem hatte ich immer wieder Phasen, in denen ich mich zum Lesen motivieren musste. Hauptproblem scheint mir die Konstruktion der Geschichte zu sein. Für einen Thriller fehlt es ohne Zweifel an Spannung und einem finalen Höhepunkt. Für einen Entwicklungsroman wird mir zu wenig auf die Hintergrundgeschichten der Protagonisten eingegangen, so dass es an letztem psychologischem Tiefgang fehlt. Evtl. kommt hier die geringe Erfahrung des jungen Autors zum Tragen. Zu Beginn wirken manche Formulierung auf mich etwas klischeehaft. Dies wird allerdings mit zunehmender Dauer immer besser und insgesamt gefällt mir der Stil ziemlich gut. Die Zitate zu Beginn jedes Kapitels finde ich nur bedingt gelungen, dafür gibt es gelegentlich philosophische und kulturkritische Passagen, die ich gerne gelesen habe.

3,5 Sterne

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Oblivion Song 1

Robert Kirkman , Annalisa Leoni , Lorenzo De Felici
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Cross Cult, 07.03.2018
ISBN 9783959817714
Genre: Comics

Rezension:

"Oblivion Song 1" ist der erste Band einer neuen Comicbuch-Reihe des Schöpfers von "The Walking Dead", Robert Kirkman. Ich lese normalerweise nur selten Comics, aber da mir "The Walking Dead" zumindest in den ersten Staffeln (der TV-Serie) gut gefallen hat, war ich neugierig auf diese neue Reihe.

Im Zentrum der Handlung von "Oblivion Song" steht der Wissenschaftler Nathan Cole. Vor zehn Jahren gab es in seiner Heimatstadt Philadelphia ein Ereignis, das Teile des Stadtgebiets in eine "parallele Dimension" verschoben hat. Diese Parallelwelt, die auf den Namen "Oblivion" getauft wurde, ist ein desolater Ort voller monströser Kreaturen. Religiöse Fanatiker sprechen gar von einer "Hölle auf Erden". Nathan ist es mit einem kleinen Team gelungen, eine Technologie zu entwickeln, um zwischen beiden Welten zu springen. Zunächst wurde er dabei von der Regierung unterstützt, jetzt ist er auf sich alleine gestellt. Seine Ausflüge haben das Ziel, überlebende Menschen zu finden und wieder in unsere Welt zurückzubringen. Auch sein Bruder Ed ist in "Oblivion" verschollen. Seine Suche scheint aussichtslos, aber Nathan ist nicht bereit aufzugeben...

Die Ausgabe ist gebunden, komplett koloriert und wird mit 144 Seiten angegeben (Seitenzahlen sind im Buch nicht vorhanden). Nach der Handlung findet man noch ein Skizzenbuch und ein Nachwort von Robert Kirkman. In diesem schreibt er, dass Band 1 nur einen ganz kleinen Einblick in die neue Geschichte gibt und die neue Welt "gigantische Ausmaße annehmen" wird. Sein Team hat wohl bereits einige weitere Kapitel der Geschichte abgeschlossen.

Leider konnte der Band mich nicht wirklich begeistern. Die Handlung bleibt für meinen Geschmack einfach zu banal. Man erfährt wenig zu den Hintergründen der Personen und so bleibt die Lektüre ein eher flaches Vergnügen. Dies kann sich in weiteren Bänden natürlich ändern, aber mein Interesse wurde leider nicht geweckt. Über die Qualität der Zeichnungen bin ich zwiegespalten: die Menschen und dabei vor allem die ausdrucksstarken Gesichter finde ich gut gelungen. Die Hintergründe sind eher abstrakt minimalistisch gehalten, was mir nicht wirklich gefällt. Die monströsen Kreaturen wirken auf mich wie aus "Resident Evil" oder auch "Alien".

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Ringe Des Lebens - Die Zukunft Der X

Matthias Gruber
Flexibler Einband: 444 Seiten
Erschienen bei Lulu.com, 06.03.2018
ISBN 9780244956240
Genre: Sonstiges

Rezension:

"Ringe des Lebens - Die Zukunft der X" ist der dritte Band eines dreiteiligen Science-Fiction Werkes. Da die Geschichte nahtlos an die Geschehnisse der Bände I und II anschließt - und damit quasi das Finale der Handlung darstellt - kann ich von einer Lektüre ohne Kenntnisse der bisherigen Ereignisse nur abraten. In diesem Fall am besten direkt zu "Ringe des Lebens - Die Geschichte der X" wechseln (und meine Rezension dazu lesen ;-)

Der dritte Band führt die einzelnen Handlungsstränge zusammen und verbindet somit die Schicksale der Protagonisten/-innen. Aufgrund der Länge der drei Bände waren mir nicht mehr alle Details der Handlung bewusst und so empfand ich es als gar nicht so einfach, den Überblick über die Zusammenhänge nicht zu verlieren. Dies hat sich im Endeffekt aber nur wenig auf die Kurzweiligkeit der Lektüre ausgewirkt und ich hatte auch nicht das Gefühl, dass etwas nicht zusammenzupassen scheint.

Qualitativ steht Band 3 den anderen zwei in nichts nach. Die Handlung ist weiterhin sehr interessant und die zentralen Charaktere sehr gut gezeichnet. Die Geschichte scheint (vielleicht abgesehen von einigen Details) zu einem runden Abschluss zu kommen. Die Reise durch Milchstraße, Andromeda und durch die Zeit war bis zum Ende faszinierend. Die Vielfalt der Ideen und (technischen) Entwicklungen ist beeindruckend.

Zu bemängeln gab es für mich wenig. Zentrale Höhepunkte hätten aus meiner Sicht etwas dramatischer und länger geschildert werden können. Hier scheint mir noch Potential zu sein. Auch hatte ich den Eindruck, dass gegen Ende die Handlung immer schneller voranschreitet. Ein paar Extraseiten hätte ich hier willkommen geheißen.

Am Ende des Buches findet sich ein Anhang mit Timeline, Personen- und Orteverzeichnis sowie Glossar und weiteren Informationen. Dies finde ich hilfreich und hätte es mir auch in den anderen Bänden gewünscht. Bei der Timeline wäre es evtl. problematisch gewesen, da die Handlung auch stark vom Wechsel der Zeitebenen lebt.

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Ringe des Lebens - Das Erbe der X

Matthias Gruber
Flexibler Einband: 504 Seiten
Erschienen bei lulu.com, 13.01.2018
ISBN 9780244656249
Genre: Sonstiges

Rezension:

"Ringe des Lebens - Das Erbe der X" ist der zweite Band eines dreiteiligen Science-Fiction Werkes. Da die Geschichte nahtlos an die Geschehnisse von Band I anschließt - und damit quasi den Mittelteil der Handlung darstellt - kann ich von einer Lektüre ohne Kenntnisse der bisherigen Ereignisse nur abraten. In diesem Fall am besten direkt zu "Ringe des Lebens - Die Geschichte der X" wechseln (und meine Rezension dazu lesen ;-)

Die verschiedenen Handlungsstränge aus Band I werden direkt weitergeführt. Die Menschheit schreitet rasant voran und bald ist das biologische Leben in der Unterzahl. Viele "virtuelle" Menschen entwickeln sogar eine Furcht vor der realen Welt und ziehen sich immer weiter in die Tiefen der VR-Welten zurück. Dima setzt sich weiter für den Erhalt des biologischen Lebens ein und begibt sich mit Jo auf eine Mission zur Suche nach lebensfreundlichen Planeten. Durch die Relativitätseffekte bei hohen Geschwindigkeiten entfernen sie sich damit auch immer mehr von ihrer eigenen Zeit.
Mittlerweile ist der Replikant ganz nahe am Planeten der letzten biologischen Mantodae angekommen. Diese wollen sich bereits ihrem Schicksal ergeben als eine ungewöhnliche Idee Lilas neue Hoffnungs bringt.
Simon reist zum Core und macht dort die Bekanntschaft eines Wizards, der ihm neue Einblicke in die Situation der Ringwelt verschafft.
Hannes ist zurück in der mittelalterlichen VR-Welt und beschäftigt sich intensiv mit der "Magie". Er schafft sich ein neues zu Hause, doch den Mächtigen in Holobad ist er ein Dorn im Auge. Bald schon sieht er sich gezwungen, Maßnahmen zu seinem Schutz zu ergreifen.
Juukor ist beim Attentat auf den "Gott" Gulon zugegen und die Kette der Ereignisse führt ihn noch zu weit größeren Abenteuern jenseits seines Planeten.
Auch ein neuer Handlungsstrang beginnt: Grrigitt tritt seinen Dienst als zweiter Offizier auf einem gigantischen Raumschiff, der "Arche", an. Die Besatzung stellt die letzten Überlebenden der sog. "Befreiten" dar. Ziel ihrer Reise ist das Heimatsystem der X.

Nachdem mir Band I sehr gut gefallen hatte, konnte mich auch Band II wirklich überzeugen. Unterhaltung und inhaltliche Qualität sind auf demselben hohen Niveau. Die Geschichte ist weiterhin sehr komplex und vielschichtig und entwickelt sich auf spannende und kohärente Weise weiter. Auch nach insgesamt um die 1000 Seiten finde ich die Ausarbeitung der Hauptcharaktere immer noch sehr gut gelungen und bin auf ihr Schicksal in Band III gespannt.
 
4,5 Sterne

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filmwissenschaft, horror, medienwissenschaft, soziologie

Dawn of an Evil Millennium

Jörg van Bebber
Flexibler Einband: 692 Seiten
Erschienen bei Büchner-Verlag, 01.10.2011
ISBN 9783941310223
Genre: Sachbücher

Rezension:

"Dawn of an Evil Millennium" ist ein umfangreicher Band mit Artikeln zum Thema Horror in Film, Serie, Comic und Literatur im 21. Jahrhundert. Inhaltlich geht es dabei sowohl um Entwicklungen im Genre selbst als auch (und vor allem) um Bezüge zu gesellschaftlichem Wandel, zum weltpolitischen Geschehen, und zur Beziehung von Realität und Fiktion, Medien und Lebensgefühl.

Die Vielzahl an behandelten Werken ist enorm. Hier nur einige Beispiele:
The Walking Dead (Comics), Donnie Darko, Silent Hill, Final Destination, Hellblazer (Comic), Carnivàle, I Am Legend, Cloverfield, The Road, Dexter, Veronica Mars, Battlestar Galactica, Halloween, Paranormal Activity, Saw, True Blood, Resident Evil, Terminator.

Die einzelnen Artikel sind kurz, aber dafür sehr anspruchsvoll gehalten. Die Mehrzahl der Autoren sind Medien/Kultur-/Literaturwissenschaftler oder Soziologen. Das Buch ist damit keine Lektüre für "Zwischendurch". Ohne Kenntnisse von grundlegenden Theorien in diesen Bereichen scheinen mir manche Bedeutungen verschlossen zu bleiben. So ergeht es jedenfalls mir. Dennoch empfinde ich das Buch als eine Bereicherung. Werke, die ich bereits kenne, erhalten durch die Ausführungen weitere Tiefe und erzeugen damit bei mir Lust auf eine erneute Beschäftigung mit ihnen. Bedeutend größer ist noch die Zahl der Titel, die ich bisher noch nicht kannte und die sich wirklich interessant und spannend anhören. Auf viele dieser Titel wäre ich ohne das Buch wahrscheinlich nie gestoßen. Langeweile während des Medienkonsums sollte mir auf jeden Fall in der nächsten Zeit erspart bleiben :D

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Tags: filmwissenschaft, horror, medienwissenschaft, soziologie   (4)
 

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atheismus, beweis, glaube, gott, gottesbeweis, gottheit, naturwissenschaft, physik, reinkarnation, religion, spiritualität, spirituell aufgeschlossene suchende, transzendenz, widerspruch, wiedergeburt

Die Zukunft Gottes

Deepak Chopra , Wolfgang M. Hunklinger
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Driediger Verlag, 16.01.2018
ISBN 9783932130403
Genre: Sachbücher

Rezension:

Zuallererst möchte ich sagen, dass ich es schade finde, dass der dt. Titel "Der Gottesbeweis" gewählt wurde. Dieser ist zwar deutlich kontroverser, aber der Originaltitel ist nun mal "The Future of God: A practical approach to Spirituality for our times".

Nach eigenen Angaben ist Chopras Ausgangspunkt für dieses Buch der "militante Atheismus" nach Dawkins. Dieser wird vom Autor an vielen Stellen des Buches aufgegriffen und kritisiert. Gleichzeitig werden auch die negativen Konsequenzen von "blindem" Glauben immer wieder thematisiert. Chopra postuliert ein Modell der "3 Bewusstheitszustände" (Unglaube, Glaube, Erkenntnis), zwischen denen wir im Leben oft hin und her pendeln.
Sein Hauptanliegen  ist ein Plädoyer für einen spirituellen Weg: er beginnt mit Neugier und unserem Bedürfnis nach Verbundenheit und führt zu Klarheit in der Gotteserkenntnis.

Im finalen Abschnitt des Buches ("Erkenntnis") zeigt Chopra einen Weg zu tiefer und ganzheitlicher Spiritualität. Dieser basiert hauptsächlich auf Erkenntnissen altindischer und chinesischer Weisheitslehren, wobei aber auch regelmäßig Bezug auf Passagen der Bibel genommen wird. Dabei versucht der Autor auch, mystische Vorstellungen dem Leser näher zu bringen: "Die Reise zu Gott beginnt dort, wo Worte versagen" (192). Gott als geistiges Konzept führt zu Illusionen, der Dualismus von Subjekt und Objekt muss überwunden werden. Gott umfasst alles, was existiert, und stellt das Eine hinter dem Vielen dar. Chopra postuliert 3 Welten: materiell, subtil und transzendent. "Alle Welten werden im Bewusstsein geschaffen" (210). "Suchen ist schwieriger als Glauben" (217). Die Befreiung von Illusionen benötigt den Sturz herkömmlicher Religion (264). Gott hat alles geschaffen und ist zum Universum geworden: "Alle Eigenschaften entstanden, damit der universelle Geist sich selbst erfahren konnte" (281). Als Suchende müssen wir uns "auf die Ganzheit ausrichten" (292) und die "5 Gifte" (294) überwinden. Zuletzt geht er näher auf das Problem des "Bösen" in der Welt ein und beschreibt 7 Stufen der Wandlung (312).

Insgesamt stellt für mich das Buch eine anspruchsvolle und lohnenswerte Lektüre dar. Der Autor zeigt überzeugend auf, dass auch im heutigen Zeitalter Spiritualität ein Kernanliegen des Menschen bleibt. Er verurteilt Extreme (sowohl im Atheismus als auch im Fanatismus) und plädiert für eine wahrhaft spirituelle Suche jedes Einzelnen. Ich kann ihm zwar nicht in allen Bereichen zustimmen, aber das ist bei einer solch grundlegenden Thematik wohl auch nicht zu erwarten.

Vom letzten Abschnitt des Buches hatte ich noch mehr erwartet. Da ich mich schon recht viel mit östlicher und antiker Philosophie befasst habe, sind mir die meisten der Ideen Chopras nicht neu. Die Praxis kommt mir trotz der Übungen für 7 Tage (247ff.) eher zu kurz.

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Ringe des Lebens - Die Geschichte der X

Matthias Gruber
Flexibler Einband: 484 Seiten
Erschienen bei lulu.com, 24.12.2017
ISBN 9780244956233
Genre: Sonstiges

Rezension:

"Ringe des Lebens - Die Geschichte der X" ist der erste Band eines dreiteiligen Science-Fiction Werkes. Laut dem Autor, Matthias Gruber, wurde die Aufteilung des Romans vorgenommen, um den Leser vor einem überdicken Wälzer mit Mini-Schrift zu bewahren. Aus meiner Sicht eine sinnvolle Entscheidung.

Die Handlung des Romans wird von Beginn an in alternierenden Handlungssträngen erzählt. Einer dieser Stränge behandelt die Entwicklung der Raumfahrt der Menschheit von der heutigen Zeit ab. Durch Fortschritte in Naturwissenschaft und Technik sowie Abenteuerlust und Forscherdrang erschaffen die Menschen zunächst Kolonien im Sonnensystem, um dann auch Expeditionen zu anderen Sternen zu unternehmen. Dabei erreicht der Homo sapiens weitere Stufen der Evolution. Dies erfolgt unter den wachsamen Augen eines "Beobachters" einer fremden, fortgeschrittenen Zivilisation.
Ein anderer Strang spielt überraschenderweise in einer mittelalterlichen Welt. In einem kleinen Dorf hat der junge Simon gerade die Schule beendet und träumt davon, sich zum "Wizard" ausbilden zu lassen. Wizards scheinen über magische Kräfte zu verfügen und helfen den Menschen, wenn sie gerufen werden. Über die Hintergründe der Wizards und ihrer Magie ist in der Welt nur wenig bekannt und viele Einwohner haben sogar eher Angst vor ihnen. Eines Tages beobachtet Simon die Entstehung eines neuen Berges, wodurch sein Dorf von der nächsten Stadt abgeschnitten wird. Für Simon und seine Freunde Lila und Hannes wird dies zum Ausgangspunkt einer langen Reise.
Ein weiterer "Protagonist" ist der sogenannte "Replikant", ein künstlich erzeugtes Wesen, das als Waffe irgendwo im Universum ausgesetzt worden ist. Es besteht aus Zellen, die sich selbst replizieren können und alles "fressen", was ihnen in die Quere kommt. Nach Erreichen einer bestimmten Größe entwickelt es eigenes Bewusstsein, Denken und Fühlen.

Zu Beginn fiel mir der Wechsel zwischen den Handlungssträngen noch eher schwer. Zu unterschiedlich waren die beschriebenen Welten. Dies änderte sich aber recht schnell und die Vielfalt verlieh der Lektüre eine zusätzliche Tiefe.
Insgesamt hat mir das Buch in allen Bereichen sehr gut gefallen. Die Geschichte ist komplex und vielschichtig, die Charaktere sind interessant und zu den meisten fiel es mir leicht, eine Beziehung aufzubauen. Dabei gelingt es dem Autor in großartiger Weise, tiefgreifende und faszinierende Zukunftsvisionen zu schildern und dabei gleichzeitig auf spannende Art die Entwicklung seiner Charaktere voranzutreiben. Ich lese relativ viel Sci-Fi, habe aber selten so viele Thematiken fesselnd verknüpft in einer einzigen Geschichte erlebt. Ich bin gespannt, wie es weitergeht, und werde demnächst mit Band Zwei beginnen.

Einen halben Stern ziehe ich ab, weil ich im Text an der ein oder anderen Stelle gerne mehr Erklärungen zu Fachbegriffen gehabt hätte (direkt oder als Fußnoten). Auch einige Abbildungen und Skizzen wären sicher zur Anschauung und zum besseren Verständnis sinnvoll. Offenbar existieren diese bereits zum Teil, allerdings nur als Anhang zum dritten Band.

4,5 Sterne

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ägypten, erich von däniken, freunde, industriespionage, kleiner bursche, kristall, mystery, mysthik, mytholigie, osiris, pyramiden, raumschiff, retter, schwarzes loch, science fiction

Der Kristall

Oliver Juwig
E-Buch Text: 669 Seiten
Erschienen bei Independently published, 30.03.2018
ISBN B07BGV5Q3C
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Mit "Der Kristall" ist dem Autor Oliver Juwig ein Romandebüt gelungen, das es auf vielfache Weise in sich hat. Am ehesten einzuordnen in das Genre der Wissenschafts- und Technikthriller, überzeugt die Handlung
mit starken Charakteren, einem ansprechenden Stil und vor allem einer komplexen Hintergrundgeschichte mit Bezugspunkten zu vielen aktuellen Wissenschaftsthemen.

Die Geschichte wird in verschiedenen Handlungssträngen erzählt, die sich später teilweise vereinigen.
Die Studenten der Robotik René und Lucas entdecken mit einem selbstkonstruierten Spezialroboter ein rätselhaftes Artefakt in der Großen Pyramide von Gizeh. Entsprechend einiger Theorien der Grenzwissenschaften scheint dies tatsächlich darauf hinzudeuten, dass die Pyramide schon lange vor den Pharaonen von einer technologisch fortgeschrittenen Hochkultur errichtet wurde. Ihre Aktion bleibt allerdings nicht unbeobachtet und so werden sie noch am selben Abend von einer Gruppe unbekannter Männer in ihrem Hotel überfallen...
Gleichzeitig widmet sich in Cambridge ein Team junger Astrophysiker der Suche nach dem kürzlich postulierten "Planet 9". Ihre Modelle kommen zu dem Ergebnis, dass es sich dabei gar nicht um einen Planeten handelt, sondern um ein viel gefährlicheres Objekt, dass sich zu allem Überfluss auch noch auf einem Kollisionskurs mit der Erde befindet. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn ohne die schnelle Entwicklung neuer Technologien könnte der Zusammenstoss für einen Großteil der Menschheit fatale Folgen haben...

Der Roman ist über 650 Seiten stark, lässt sich aber aufgrund der hohen Qualität in relativ kurzer Zeit lesen. Die Geschichte ist durchgehend kurzweilig und enthält aus meiner Sicht keine Längen. Durch die verschiedenen Handlungsstränge gibt es eine ganze Reihe von zentralen Charakteren, von denen die meisten überzeugend konstruiert sind. Der Stil des Autors erscheint mir - gerade auch für ein Debüt - sicher und ansprechend. Actionszenen sind solide gemacht und die Schilderungen von technisch-wissenschaftlichen Hintergründen wirken hervorragend gelungen. Auch die persönliche Dramatik (Liebe/Auseinandersetzungen & Konflikte) ist die meiste Zeit überzeugend, nur gelegentlich waren mir die Darstellungen etwas zu viel. In manchen Abschnitten wird sehr häufig zwischen Perspektiven gewechselt. Da wäre ich persönlich lieber länger bei einer geblieben.

Viele der Technologien sind bisher nur Science-Fiction oder stecken noch ganz in den Kinderschuhen (z.B. Quantencomputer, Wurmlochgeneratoren, Antigravitation). Dennoch scheinen mir die Schilderungen plausibel. Sehr gut gefallen mir kurze Erläuterungen zu Technik und Theorie, die der Autor in den Text integriert oder separat in Fußnoten bereitstellt.

Insgesamt wirken die einzelnen Stränge und damit auch die Geschichte im Ganzen auf mich stimmig und rund.

Spannung kam bei mir schon direkt zu Beginn auf und hielt sich auch größtenteils bis zum Ende. Dieses war mir dann allerdings etwas zu sehr im Stil eines Hollywood-Blockbusters gehalten. Deshalb ziehe ich auch einen halben Stern ab.


4,5 Sterne

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bloggen, bloggerin, #derunsichtbare, fantasy, h.g.wells, horror, mantikore, #mantikoreverlag, neuauflage, rezension, taschenbuch, thriller, unsichtbar, utopie

Der Unsichtbare

H.G. Wells
Flexibler Einband: 330 Seiten
Erschienen bei Mantikore-Verlag, 15.03.2018
ISBN 9783961880034
Genre: Fantasy

Rezension:

H.G. Wells' Roman "Der Unsichtbare" (im Original: "The Invisible Man") aus dem Jahr 1897 lässt sich im weitesten Sinne der Science-Fiction zuordnen.

Hauptschauplatz der Handlung ist eine ländliche Region in Sussex in England. Ein mysteriös gekleideter und vermummter Mann mietet sich in einem kleinen Dorf in einen Gasthof ein. Er bringt wissenschaftliche Apparaturen mit und arbeitet an seinen Forschungen. Durch seine Geheimnistuerei und seinen Jähzorn kommt er schnell in Konflikt mit dem Vermieterehepaar. Die Situation eskaliert und das Geheimnis des Mannes wird offenbart. Er kann fliehen, kommt aber schnell wieder in Bedrängnis...

Der Großteil der Handlung kann mich leider nicht wirklich fesseln. Auch durch den expliziten Titel weiß man als Leser bereits, was sich abspielt und so enthalten die mysteriösen Begebenheiten rund um den Fremden keine Spannung mehr. Höhepunkt der Geschichte ist für mich die Hintergrundstory des Unsichtbaren. Diese war für mich der interessanteste und kurzweiligste Teil des Romans. Die Situation des Unsichtbaren wird dabei sehr deutlich und die Probleme der Unsichtbarkeit sehr nachvollziehbar geschildert. Die finale Auseinandersetzung hätte ich mir dann auch wieder spannender erhofft.
Insgesamt bleiben die Geschichte und die Charaktere für mich leider zu oberflächlich. Woher kommt der Jähzorn des Unsichtbaren? Warum verhält er sich so destruktiv?

Nach unzähligen Varianten in TV und Film ist man als Leser heute mit dem Thema gut vertraut. Dies nimmt möglicherweise einen großen Teil des Reizes. Ich kann mir gut vorstellen, dass das zur Zeit der Veröffentlichung ganz anders ausgesehen haben wird.

Die Illustrationen gefallen mir mit am besten am Buch und ich hätte mir gerne auch mehr davon gewünscht und nicht immer dieselbe zwischen den Kapiteln. Den Stil finde ich ansprechend und könnte ich mir auch für eine Graphic Novel/Comic-Version vorstellen.

Das Vorwort nimmt für meinen Geschmack schon viel zu viel vorweg und wäre aus meiner Sicht eher als Nachwort geeignet. Negativ fallen leider auch die vergleichsweise vielen Rechtschreibfehler im Text auf. Hier sollte der Verlag bei einer weiteren Auflage dringend Abhilfe schaffen.

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bildband, naturfotografie

Kleine Eis-Skulpturen

Evelyne Ruth Herren
Flexibler Einband: 36 Seiten
Erschienen bei epubli, 24.06.2015
ISBN 9783737539739
Genre: Sachbücher

Rezension:

Der Bildband von Evelyne Ruth Herren enthält zwischen 30 und 40 Fotografien von kleinen, organischen Eiskunstwerken. Entstanden sind diese am Fluss Reuss in der Schweiz während einer winterlichen Kälteperiode. Nach eigenen Angaben kletterte die Autorin dazu "auf dem Schwemmholz umher, stieg mit Fischerstiefeln ins kalte Wasser und balancierte über manchen im Wasser liegenden Baumstamm" (Text am Ende des Buches). Bei minus zehn Grad Celsius Kälte aus meiner Sicht eine respektable Leistung, die von viel Hingabe an die Thematik zeugt.

Ich kann nicht mit allen Aufnahmen etwas anfangen, aber die meisten empfinde ich als ansprechend. Teilweise erscheint es mir, als ob die Skulpturen in einer eigenen Welt schweben würden. Die Grenze von Luft, Wasser, Eis und Reflexionen wird fließend. Jede Skulptur ist einzigartig und bringt beim Betrachten eigene Assoziationen hervor. Man kann den Band am Stück durchsehen oder auch seine Lieblingsbilder zur meditativen Betrachtung verwenden. Auf Texte wird abgesehen von Informationen zur Autorin und zur Entstehung der Bilder am Ende des Buches komplett verzichtet. Ich selbst bin unsicher, ob mehr Texte eine gelungene oder eher störende Wirkung auf die Lektüre haben würden.

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Tags: naturfotografie   (1)
 

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Dangerous Person

Andrea Reder
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Hybrid Verlag, 08.12.2017
ISBN 9783946820130
Genre: Science-Fiction

Rezension:

In Andrea Reders Roman "Dangerous Person" geht es um eine Gruppe Jugendlicher, die aus einem Langzeitschlaf erwachen. Sie haben einen Großteil ihres Gedächtnisses verloren und werden unter Zwang in ein Sanatorium eingewiesen. Dort müssen sie feststellen, dass sie über 50 Jahre geschlafen haben und die Welt sich seit ihrer Zeit stark verändert hat. Ein neuer, riesiger Staatenbund ist entstanden, dessen oberste Priorität die Sicherheit seiner Bürger ist. Dazu wurde ein Rechtssystem etabliert, in dem der Einzelne nicht erst nach einer Straftat und Verurteilung in Verwahrung genommen wird, sondern bereits davor! Genetik und Hirnforschung haben sich weiterentwickelt und versetzen die Behörden nun in die Lage, Menschen, die in Zukunft Verbrechen begehen werden, frühzeitig durch Tests zu erkennen. Diese "Dangerous Persons" ("DP") werden von der Allgemeinheit isoliert und müssen ihr Leben in bestimmten Einrichtungen verbringen, sofern sie nicht durch Hirnoperationen und Therapie "neu programmiert" werden können.
Aus dem Kryoschlaf erwacht, müssen sich die Jugendlichen nun gleich mit einer Reihe einschneidender Veränderungen auseinandersetzen: sie sind selbst als DP getestet worden und werden die Einrichtung höchstwahrscheinlich ein Leben lang nicht verlassen dürfen. Alle ihre Angehörigen sind mittlerweile bereits gestorben. Ihnen wird gesagt, dass einer von ihnen bereits einen Mord begangen hat, aber die Identität dieser Person nicht mehr aus den Akten ersichtlich ist. Zu alldem schwebt ein Damoklesschwert über der Gruppe, denn jeder von ihnen wird nach der gängigen Theorie zum Gewaltverbrecher werden...

Nach einem etwas holprigen Beginn nimmt die Geschichte dann schnell an Fahrt auf (ohne dabei zu übertreiben) und hat mir bis zum Ende sehr gut gefallen. Die Hauptcharaktere sind interessant und gut ausgearbeitet. Der Leser bekommt einen tiefen Einblick in das Seelenleben des Protagonisten. Mit ihm zusammen lernt man nach und nach die Lebensgeschichten der Jugendlichen kennen. Diese sind meist tragisch und verstörend. Dazu wird man geschickt mit der gesellschaftlichen und relevanten technischen Entwicklung vertraut gemacht. Aus meiner Sicht hätte die Geschichte sogar durchaus länger sein dürfen. Ich hätte gerne noch mehr über alle Personen in der Gruppe erfahren. Möglicherweise ist hier sogar noch mehr Potential verschenkt worden.

Auch thematisch hat es die Geschichte in sich. Über allem steht die Frage nach der Existenz menschlicher Willens- und Handlungsfreiheit. Sind unsere Handlungen komplett von Genen und frühkindlischen Erfahrungen determiniert oder können wir doch selbst bestimmen? Kann die Wissenschaft solche Fragen überhaupt beantworten? Und welche Konsequenzen sollte eine humanitäre Gesellschaft aus Erkenntnissen der Forschung ziehen? Für manche mögen diese Fragen eher theoretischer Natur sein, für die Jugendlichen in der Geschichte werden sie zu einem zentralen Teil ihres neuen Lebens.

4,5 Sterne

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

innere führung, intuition folgen, vertrauen

Finde deinen Seelenpfad

Kira Klenke
Flexibler Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Neue Erde, 19.02.2018
ISBN 9783890607269
Genre: Sachbücher

Rezension:

Kira Klenkes Buch "Finde deinen Seelenpfad" ist im Kern eine Anleitung zu innerer Arbeit. Mit dem Ziel, aktuell anstehende Lebensprobleme sichtbar zu machen und zu bearbeiten, wird dabei eine Technik und Übungen präsentiert, um Kontakt mit der "Seele" (dem "Unbewussten"/der Intuition/dem "Göttlichen" in uns/...) aufzunehmen und uns von dessen allumfassender Weisheit leiten zu lassen.

Die Autorin selbst geht von der Existenz einer individuellen Seele aus, die sich "bewusst" extra unser Leben gewählt hat, um bestimmte Problemstellungen meistern zu können. Jedem von uns ist bereits ein "idealer" Lebensweg vorgezeichnet, von dem wir aber oft durch diverse Hindernisse im Leben abgelenkt werden.

Das Buch leitet nun zunächst an, beide Pfade (den idealen und den tatsächlich gelebten) auf Papier zu bringen. Als nächstes geht es um die Frage, welche Kurskorrektur konkret ansteht und mit welchen Mitteln diese erreicht werden kann. Dabei geht es immer darum innezuhalten, Kontakt aufzunehmen und anschließend die aufkommenden Bilder und Gedanken malerisch/schriftlich festzuhalten.

Der Text enthält einige metaphysische Annahmen, denen ich persönlich wenig abgewinnen kann. Nun hatte ich das Glück, bei einem Online-Austausch mit der Autorin dabei sein zu dürfen. Dort betonte sie mehrfach, dass diese Vorstellungen für die eigentliche Methode nicht ausschlaggebend wären. Jeder solle für sich das mitnehmen, was "mit dem eigenen Weltbild kompatibel ist". Diese Sichtweise gefällt mir sehr gut.

Ich würde das Buch als Arbeitsbuch betrachten. Als Leser sollte man daher grundsätzlich eine Bereitschaft zu innerer Arbeit mitbringen. Diese ist nicht immer leicht. Mir selbst fällt es aktuell schwer und auch andere Teilnehmer des Online-Austauschs haben von Blockaden berichtet (die Methode wurde allerdings allgemein unter dem Strich positiv bewertet). Auch hier hat mir die Reaktion der Autorin gut gefallen. Sie macht Mut, es einfach erneut zu versuchen und kleine Schritte zu gehen. Dem kann ich mich nur anschließen.

Für mich persönlich ist die Methode zwar kein Allheilmittel, aber ohne Frage ein sinnvolles Hilfmittel, um sich den wichtigen Themen im eigenen Leben bewusst zu werden. Wie sie in Hinblick auf Veränderung funktioniert, kann ich aktuell noch nicht abschätzen. Generell würde ich sagen, dass für diejenigen, die sich nach Veränderungen im Leben sehnen, das Buch einen Blick wert sein könnte.

3,5 Sterne

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8 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

Rettet die Wirtschaft … vor sich selbst!

Christian Mayer
Flexibler Einband: 220 Seiten
Erschienen bei Büchner-Verlag, 23.02.2018
ISBN 9783963171017
Genre: Sachbücher

Rezension:

"Rettet die Wirtschaft... vor sich selbst" von Christian Mayer ist ein Buch, das sich mit den aktuellen Paradigmen der Wirtschaftswissenschaft in Praxis und Lehre auseinandersetzt.

Eine zentrale These besteht darin, dass unser heutiges neoliberales Wirtschaftsideal nicht vom Menschen und dem realen Leben ausgeht und auch nicht wirklich als "Wissenschaft" bezeichnet werden kann. Entwicklung und grundlegende Kritik fehlen. Geistige Abschottung und Elitarismus sind an der Tagesordnung. Gegenseitige Abhängigkeiten werden übersehen.

Der Text macht viele Grundprobleme deutlich. Politik und Moral lassen sich vom Wirtschaften nie trennen! Von allen Seiten her (Wirtschaft, Politik, Medien, Konsumenten) gibt es viel zu tun!

Sehr gut gefällt mir, dass der Autor immer wieder auch den Bereich der Wirtschaft aus anderen Perspektiven betrachtet und für eine offene, interdisziplinäre Herangehensweise plädiert. Auch einige philosophische Gedanken lassen sich finden. Sprache ist ein wichtiger Baustein. Zitiert wird Wittgenstein: "Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt".

Die konkreten Darstellungen und Einblicke in Themen der Wirtschaftswissenschaft (z.B. Geldsystem, Zinsen, Menschenbild, Kapitalismus und Marktwirtschaft) sind größtenteils auch für Laien verständlich geschrieben und lassen sich so mit Gewinn lesen. Beispiele zu alternativen Projekten runden den Text ab (z.B. "Solidarische Landwirtschaft" oder "Komplementärwährungen").

Ein großes Anliegen des Autors ist auch die Erneuerung und Verbesserung der Lehre in Schule und Universität. Ökonomische Interessen bestimmten zunehmend die Ausbildung. Alternative Ansichten zu den "Neoklassikern" werden kaum behandelt. Hier benötigt es ein Umdenken und eine Öffnung in Richtung einer auf dem Wesen des Menschen und seinen realen Lebensverhältnissen basierenden ökonomischen Wissenschaft.

Insgesamt ist das Buch ein gelungenes, emotionales Plädoyer für ein kritisches Bewusstsein und eine Gesellschaft, die mit offenen Augen und möglichst unvoreingenommen die Welt betrachtet. Es braucht eine breite Perspektive, interdisziplinäre Arbeit und eine pluralistische Lehre. "Alternativlosen" Betrachtungen sollte immer mit Skepsis begegnet werden. Auch der Neoliberalismus ist nur eine Idee!

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196 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 103 Rezensionen

das wort, elias vorpahl, fantasy, geschichten, roman, schatz, sinn, sinnsuche, sprache, suche, teeparty, wort, worte, wortschatz, wortspiele

Der Wortschatz

Elias Vorpahl , Julia Marie Stolba
Flexibler Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Buchblatt Verlag, 02.01.2018
ISBN 9783000571695
Genre: Fantasy

Rezension:

"Der Wortschatz" von Elias Vorpahl ist ein kurzer fantastisch-märchenhafter Roman. Protagonist ist ein Wort, das bei einem traumatischen Erlebnis seine Erinnerung verliert und sich daher auf die Suche nach seiner Vergangenheit und seinem Sinn begeben muss. In der Welt der Sprache begegnet es dabei einigen skurrilen Wort-Charakteren und macht tiefgreifende Entdeckungen über das Verhältnis von Wort, Autor und Leser.

Das Buch wird mit einem Zitat von Michael Ende eingeleitet und allgemein erinnert mich der Stil Vorpahls an "Die unendliche Geschichte". Ich habe zu Beginn etwas gebraucht, um in die Handlung hineinzufinden. Das mag vielleicht daran liegen, dass man nur sehr wenig Kontextinformationen bekommt. Auch hatte ich zunächst Schwierigkeiten, mir das Wort als Charakter vorzustellen. Dies wiederum fügt sich allerdings sehr stimmig in die künstlerische, teils fast surreale, Darstellung ein.

Die Geschichte enthält viele interessante Anspielungen auf Klassiker und scheint mir generell eher für Erwachsene geeignet. Der Autor spielt sehr gelungen mit verschiedenen Erzählebenen und schlägt dadurch auch eine Brücke zum Leser. In die Hauptgeschichte werden einige weitere Geschichten integriert. Dies hat mir sehr gut gefallen. Manche Abschnitte sind geradezu poetisch, andere enthalten philosophische Gedanken zur Verbindung Sprache-Autor-Leser.

Vor allem die zweite Hälfte des Buches empfand ich als sehr eindrücklich und auch emotional bewegend.  Zu Beginn noch etwas gewöhnungsbedürftig, hat sich der Roman quasi von Kapitel zu Kapitel auf positive Weise entwickelt, so dass aus meiner Sicht am Ende eine in vielfacher Hinsicht überzeugende und kurzweilige Geschichte entstanden ist. Ein wirklich schönes Leseerlebnis!

Besonders erwähnen sollte man noch die besondere Aufmachung des Buches. Die farbliche Gestaltung des Covers gefällt mir gut und auch die Haptik des Kartons fühlt sich "speziell" an (aufgeraut). Der Text enthält Illustrationen, die ich größtenteils als ansprechend empfunden habe.

4,5 Sterne

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18 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

essstörungen

Kochbuch für die Seele

Romana Wiesinger
Flexibler Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Orac, 01.01.2018
ISBN 9783701505982
Genre: Sachbücher

Rezension:

"Kochbuch für die Seele" der österreichischen Psychotherapeutin Romana Wiesinger ist ein Buch über die Psychologie des Essverhaltens und über verbreitete Störungen desselben (krankhaftes Überessen, Magersucht, Bulimie).

Inhaltlich beginnt die Autorin mit einigen einleitenden Worten und grundsätzlichen Darstellungen zum Thema und stellt dann fünf Essenstypen näher vor:

- "Die Zufriedenen": zufrieden im Leben und mit sich selbst und mit unauffälligem Essverhalten
- "Die ewig Unzufriedenen": kein auffälliges Essverhalten, aber dennoch oft am kritisieren von sich selbst
- "Die Hungrigen": Überesser die versuchen, Gefühle und Probleme durch essen zu kompensieren -> Adipositas
- "Die Kontrollierten": Personen, die durch strikte Ernährungskontrolle Kontrolle ihres Lebens zu erreichen versuchen -> Magersucht
- "Die Angepassten": Krankhaftes Essverhalten wird so gut wie möglich geheim gehalten -> Bulimie

In den einzelnen Abschnitten beleuchtet die Autorin jeweils zentrale Problemstellungen der Betroffenen, Möglichkeiten der Veränderung und Entwicklung und stellt am Ende einige Praxis-Übungen vor.

Die Autorin verwendet eine eigene Terminologie, die an ein Kochbuch angelegt ist. Zentrale Aspekte nennt sie z.B. "Zutaten", Änderungsvorschläge "Variationen" oder Übungen "Spezielle Schmankerl". Ich finde das durchaus kreativ, kann aber den Vorteil der Vorgehensweise nicht erkennen.

Dem zentralen Ansatz des Buches kann ich uneingeschränkt zustimmen: langfristige Gewichtsveränderung kann nur durch gleichzeitige Arbeit an drei Säulen erarbeitet werden kann: Ernährung, Bewegung und Psyche!

Das Buch ist mit 176 Seiten sehr kurz geraten. Dies führt direkt zum - aus meiner Sicht - Hauptproblem der Darstellung: sie bleibt viel zu oberflächlich. Als Leser erhält man zwar einen gewissen Eindruck zur Situation der Betroffenen, mehr aber auch nicht. Wenn man bereits einige Kenntnisse in diesem Bereich gewonnen hat, kann das Buch leider keinen wirklichen Mehrwert in Form von neuen Erkenntnissen oder Ansätzen bieten.

Von den Übungen hat mich keine auf Anhieb angesprochen. Dennoch denke ich, dass viele davon sinnvoll sind und sich auch bewährt haben dürften (z.B. Essenstagebuch, Gefühle vorm/beim Essen erkennen). Viele davon sehe ich aber auch eher in einem Klinikumfeld oder in ambulanter Psychotherapie. Die Arbeit am "inneren Kind" z.B. finde ich sehr spannend, aber ohne professionelle Unterstützung halte ich das für sehr schwierig. Auch die fiktiven Fallbeispiele wirken auf mich eher konstruiert und wenig hilfreich.

Zusätzlich gibt es einige Stellen im Buch, bei denen die Autorin fragliche Vorstellungen als Stand des Wissens darstellt (z.B., dass abends essen dick macht). Manches muss im Endeffekt pure Spekulation bleiben (da auch keinerlei Studien angeführt werden). Ein Beispiel dafür ist die Vorstellung, dass "die Zufriedenen" häufig frisch kochen und wenig Fast Food essen (S. 44).

Im Abschnitt "Kulinarisches Erbe" geht die Autorin kurz auf die Rolle der Erziehung ein. Diesen Abschnitt fand ich gelungen, da die Qualität der Beziehungen innerhalb der Familie mit Sicherheit einen zentralen Faktor bei der Entstehung von (oder auch der Resilienz gegen) Essstörungen darstellt. Eltern sollten sich immer wieder klar machen, dass ihr eigenes Verhalten bedeutend für die Entwicklung ihrer Kinder ist. Krankheiten der Kinder lassen sich oft durch Probleme im Familiensystem (mit-)erklären und so wäre es wünschenswert, wenn auch Eltern ihre eigenen Probleme offen hinterfragen und an ihnen arbeiten.

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die flucht, dystopie, eniwetok, erzählungen, science fiction, science-fiction-story, sf, skurril, utopie

Eniwetok. Die Flucht: Scifi Erzählungen

Tom Turtschi
Fester Einband: 344 Seiten
Erschienen bei Seins-Fiction Verlag, 26.07.2017
ISBN 9783952482605
Genre: Sonstiges

Rezension:

"Eniwetok. Die Flucht" von Tom Turtschi ist eine Sammlung mit 13 Science-Fiction Geschichten. Dabei ist der Name seines Verlages ("Seins-Fiction") Programm: im Zentrum der Erzählungen stehen immer menschliche Erfahrungen in alltäglichen oder Extremsituationen. Technik und Zukunft spielen nur eine Nebenrolle und sind häufig eher Mittel zum Zweck. Der Weltraum kommt nur in einer der Geschichten als Handlungsort vor.

Die Sammlung zeichnet sich aus meiner Sicht v.a. durch eine ansprechende Sprache, eine kreative Vielfalt in den Thematiken und durch emotionalen Tiefgang der Charaktere aus. Die Kreativität des Autors lässt sich bereits in der interessanten Gestaltung des Buches erahnen: im Inhaltsverzeichnis wird die ungefähre Lesedauer jeder Geschichte angegeben und vor jeder Geschichte gibt es einen kurzen Teaser zum Inhalt. Dadurch lässt sich als Leser gut entscheiden, auf welche Thematik man gerade Lust hat.

Bei den 13 Geschichten gab es keine, die mir gar nicht zugesagt hat. Naturgemäß können nicht alle gleich gefallen, aber jede Geschichte war unter dem Strich für mich lesenswert.

Hier eine kurze Auswahl von Themen, die in der ein oder anderen Geschichte eine Rolle spielen und mich besonders beschäftigt haben:
Gesellschaftliche Normen im Wandel der Zeit - Die menschliche Fähigkeit des Schönredens/Sicht etwas vormachens/Geistig anpassens - Die Endlichkeit des Menschen und ihre Überwindung durch Technik - Was macht den Menschen und das Dasein aus? - Bilanzierung eines Lebens bzw. das Themenfeld Idealismus/Träume vs. Reale Möglichkeiten/Beschränkungen - Abgründe des menschlichen Wesens - Vorurteile und Hass - Determinismus und Freiheit - Illusionen und Sinn (Existentialismus).

Einige der Geschichten enthalten faszinierende poetische und philosophische Passagen. Auch surreal anmutende Szenen kommen vor. Dabei heben die Texte aber nie ab. Der Autor schafft es meisterlich, den Leser an den Erfahrungen seiner Protagonisten teilhaben zu lassen. Gefühlswelten werden intensiv deutlich. Für mich ist die Sammlung insgesamt ein tolles Beispiel, wie vielfältig und faszinierend Science-Fiction sein kann!

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Tags: science-fiction-story   (1)
 

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Hier beiße ich - und kann nicht anders

Pius Ehrenfeld
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei tredition, 28.03.2017
ISBN 9783743909892
Genre: Romane

Rezension:

Pius Ehrenfelds Buch hat den Untertitel "Fünf Storys, drei Utopien und ein roter Faden". Leider musste ich direkt feststellen, dass es überhaupt keine Geschichten im eigentlichen Sinn beinhaltet! Es handelt sich viel mehr um Sachtexte - teilweise in Dialogform -, die in minimale Rahmenhandlungen eingebunden sind.

Zwei Themen stehen v.a. im Vordergrund: Die menschliche Natur als "homo carnivorus" und die Gefahr des Islamismus für die westlichen Demokratien. Für den Autor bleibt der Mensch im Kern ein Raubtier und die "Schale der Kultur kann jederzeit zerbrechen". Seine Argumentation wird auf Evolutionsbiologie aufgebaut. Beim Thema "Islamismus" zeigt er einige menschenverachtende Passagen aus dem Koran auf. Er weist aber auch darauf hin, dass im Alten Testament und bei christlichen Sekten ähnliche Ansichten vorherrschen.

Das Anfangskapitel enthält einen fiktiven Dialog zwischen zwei "Weltgeistern", die über die Entwicklung des Universums und die biologische und kulturelle Evolution des Lebens auf der Erde informieren.
In Kapitel zwei geht es - wie beschrieben - um den Islamismus. Dabei werden Sunniten als eher konservativ beschrieben und die Aleviten als modern und westlich orientiert. Kapitel drei geht dann der Frage eines "mathematischen" Verfälschungsschutzes im Koran auf Basis der Zahl "19" nach. Kapitel 4 handelt von Nächstenliebe und der Bergpredigt. Kapitel 5 handelt vom "Steinzeitmodus" und der menschlichen Tendenz, sich Gruppen anzuschließen und Anführern zu unterwerfen. In den abschließenden drei "Utopien" geht es u.a. um die "Unterwanderung" Deutschlands durch die Türken, die Zukunft der EU, die noch stärker zunehmende Amerikanisierung Europas, friedlich erzogene deutsche Jugend vs. eher aggressivere Zuwanderer und um ein neues Klassensystem.

Bei vielen Argumentationen kann ich mich dem Autor durchaus anschließen, allerdings sehe ich den roten Faden im Buch nicht. Kein Wunder, dass der Autor selbst einen zwischen jedes Kapitel eingebaut hat. Die Themen wirken auf mich eher willkürlich und obwohl manche Aussagen auch in Kontext gerückt werden, fehlt mir eine umfassende Sicht und eine gewisse Ausgewogenheit. Der Text gibt sich wissenschaftsbasiert, enthält aber keinerlei Quellenangaben. Die These vom "menschlichen Wolf" (à la Hobbes) wird heute wohl kaum noch so vertreten. Vieles bleibt mir zu oberflächlich. Einige Aussagen sind auch eher fraglich (z.B. Frauen als bessere Führungspersonen, zyklisches Universum).

Der Autor bekennt sich selbst zu Humanismus, Nächstenliebe und zum Buddhismus. Das gefällt mir sehr gut. Empathisch liest sich das Buch allerdings nicht. Dies mag natürlich auch beabsichtigt sein. Zumindest legt der Titel das nahe.

Wenn man bedenkt, welche Felder in die Argumentation alles einfließen (Physik, Biologie, Psychologie, Soziologie, Anthropologie, Philosophie,...) - was ich generell immer sehr spannend finde - und wie kurz das Buch im Endeffekt ist, lässt sich vielleicht auch nicht mehr erwarten. Mir persönlich fehlte beim Lesen der Gewinn. Die Thesen sind nicht neu und leider auch nicht sonderlich originell.

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Das schöpferische Gehirn: Auf der Suche nach der Kreativität – eine Fahndung in sieben Tagen

Konrad Lehmann
Flexibler Einband: 253 Seiten
Erschienen bei Springer, 02.10.2017
ISBN 9783662546611
Genre: Sachbücher

Rezension:

"Das schöpferische Gehirn" von Konrad Lehmann ist ein Sachbuch zum aktuellen Stand des Wissens der Neurowissenschaften und der Psychologie zum Thema "Kreativität". Das Buch ist aufgeteilt in sieben Kapitel, die sich jeweils einem anderen Aspekt des Themas annehmen. Um den Sachtext herum hat der Autor eine kleine Rahmenhandlung gebastelt.

Inhalte sind u.a.:
- Was ist Kreativität bzw. wie wird sie wissenschaftlich definiert und gemessen
- Zusammenhang zu Intelligenz und psychischen Erkrankungen
- Wie erzeugt das Gehirn Kreativität; welche Regionen und Neurotransmitter sind beteiligt
- Wie entstehen Einsichten im Gehirn
- Wie kommt das Gehirn auf neue Ideen

Die Darstellung des Autors wirkt auf mich grundsätzlich fundiert. Dennoch hat mich der Text nicht wirklich überzeugen können. Es stellt sich generell die Frage, an welche Zielgruppe sich das Buch eigentlich richtet. Es wirkt wie ein Mix aus Studiums-Lehrbuch und Text für interessierte Laien. Trotz einiger einführender Abschnitte scheinen mir gewisse Grundkenntnisse bei der Lektüre erforderlich zu sein. Es werden nicht alle Fachbegriffe näher erläutert (z.B. Korrelation, kristalline und fluide Intelligenz). Die Ausführungen sind anspruchsvoll und mir fiel es eher schwer, immer den roten Faden zu sehen. Oft folgen auf These und Untermauerung direkt Gegenbefunde und das führte bei mir doch manchmal zu einer gewissen Verwirrung. Ohne Zweifel wird deutlich, dass die Thematik sehr komplex ist. Einige Abschnitte fand ich sehr spannend, insgesamt bin ich aber skeptisch, ob ich von der Lektüre viel behalten werde. Irgendwie erscheint mir die Darstellung gleichzeitig zu fachspezifisch und detailliert (für Laien) und zu fragmentarisch und kurz (für Experten).
 
Die Rahmenhandlung dient am Ende quasi nur zur Zusammenfassung und bringt damit keinen Zusatznutzen. Generell hätte der Text aus meiner Sicht lesefreundlicher gestaltet werden können. Gut gefällt mir, dass der Autor gelegentlich wissenschaftliche Erkenntnisse mit Erfahrungsberichten berühmter und kreativer Persönlichkeiten vergleicht.

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antike, besitz, freiheit, leben, lebenshilfe, lebenslehre, lebensschule, lucius annaeus seneca, philosophie, ratgeber, schicksal, seneca, stoa, weisheit, weisheiten

Leben lernen - ein Leben lang

Albert Kitzler
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Verlag Herder, 13.10.2017
ISBN 9783451600111
Genre: Sachbücher

Rezension:

Bei "Leben lernen - ein Leben lang" von Albert Kitzler handelt es sich um eine sehr gelungene Einführung in die Lebensphilosophie des bekannten römischen Philosophen Lucius Annaeus Seneca.

Für Seneca war Philosophie immer eine Verknüpfung aus Theorie und Praxis, wobei auch seine theoretischen Ausführungen primär in Bezug zur Praxis stehen. Fast alle seine Schriften handeln von praktischer Ethik und Lebensführung. Wenig bis gar nichts hat er zu den anderen klassischen Disziplinen der Philosophie verfasst (Erkenntnistheorie, Metaphysik u. Logik). Diese Bereiche spielen auch in der Darstellung Albert Kitzlers keine Rolle. Das vorliegende Buch behandelt den "Weisheitslehrer" Seneca. Der Leser erhält zunächst eine kurze Einführung zu Senecas Leben und Handeln. Danach wird seine Vorstellung von Sinn und Zweck der Philosophie erläutert. Anschließend werden in drei großen Kapiteln zentrale Bereiche seiner Gedanken zur Lebenskunst erörtert (Umgang mit der Welt, Umgang mit sich selbst, Umgang mit anderen).

Die Darstellung des Autors habe ich als sehr gelungen empfunden. Der Text ist durchgehend verständlich geschrieben und setzt kein philosophisches Vorwissen voraus. Dennoch scheint mir der Kern der Lehren Senecas sehr gut herausgearbeitet zu sein. Obwohl ich mich schon in der Vergangenheit mit Seneca befasst habe, konnte ich noch einiges Neues für mich entdecken. Der Autor arbeitet viel mit Originalzitaten, was einem als Leser Senecas Gedanken noch näher bringt. Dabei zeigt er auch immer wieder die Verknüpfungen zwischen einzelnen Themen auf. Sehr gut gefallen mir auch vorhandene Hinweise auf Verbindungen zu anderen antiken Philosophen und Denktraditionen in West und Ost.

Philosophie ist für Seneca "Seelenheilkunde". Ziel im Leben ist primär die Entwicklung der Persönlichkeit und nicht die bloße Aneignung von Wissen. Zentral ist das eigene Seelenleben. Phänomene sind wichtiger als Definitionen und Systeme.

Praktische Philosophie besteht aus Einsicht und Handeln. Eine Grundfrage ist, wo wir im Leben Prioritäten setzen und welche Werte wir Dingen und Ereignissen zuweisen. Im Leben gibt es nie Sicherheit. Man kann nur nach vernünftigen Überlegungen handeln. Ziel ist eine dauerhafte Transformation der eigenen Denkstrukturen und Gewohnheiten.

Nach Seneca kann die Philosophie eine "Schutzwehr" gegen das Leid der Welt bieten, wenn der Philosoph es schafft, eine "innere Burg" zu errichten, in die er sich bei Schwierigkeiten in der Außenwelt immer zurückziehen kann. Damit ist ausdrücklich nicht ein Rückzug aus der Gesellschaft gemeint. Als soziales Wesen spielen menschliche Beziehungen immer eine wichtige Rolle im Leben.

Eine Verbesserung der Welt muss zunächst und hauptsächlich bei einem selbst stattfinden. Wer an sich selbst arbeitet, arbeitet damit für alle, mit denen er in Kontakt kommt!

Das Buch enthält einige wenige praktische Übungen, die Seneca in seinen Werken und Briefen vorschlägt. Über diesen Bereich hätte ich gerne noch mehr gelesen, v.a. im Hinblick darauf, dass die praktische Übung stets betont wird. Desweiteren wäre zum Abschluss evtl. noch eine kurze Zusammenfassung wünschenswert gewesen. Auf der anderen Seite haben mir die Schlussbemerkungen des Autors sehr gut gefallen und machen Lust, sich weiter mit antiker Lebenskunst auseinanderzusetzen. Insgesamt war die Lektüre für mich sehr anregend.

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33 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

bilderbuch, bilderbuch auch für erwachsene, bilderbuch für erwachsene, bushaltestelle, china, chinesische kindergeschichte, chinesische kunst, drachen, einsamkeit, erinnerung, erwachsene, erwachsen werden, farben, freundschaft, sternennacht

Die Sternennacht

Jimmy Liao , Marc Hermann
Flexibler Einband: 70 Seiten
Erschienen bei Chinabooks E. Wolf, 01.11.2017
ISBN 9783905816693
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Die Sternennacht" von Jimmy Liao ist ein Bilderbuch für Erwachsene. Das Format ist etwas kleiner als A4 und durchgehend farbig. Texte gibt es nur auf wenigen Seiten. Das Buch hat ca. 70 Seiten und kann problemlos in 30-45 Minuten gelesen werden.

Inhaltlich geht es um ein kleines Mädchen, das zunächst bei seinen Großeltern auf dem Land lebt und dann zu seinen Eltern in die Stadt zieht. Die Eltern haben wenig Zeit für sie und sie empfindet eine zunehmende Distanz und Entfremdung. In der Schule wird sie gemobbt. Sie ist lieber für sich allein. Dann zieht ein Junge in ihrem Alter in das Haus neben ihres. Ihm geht es ähnlich wie wir. Sie tun sich zusammen und verlassen gemeinsam die Stadt...

Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde gelesen. Das Buch kam dabei sehr gut an. Ich selbst bin eher zwiegespalten. Die Zeichnungen sind in einem kindlichen Stil. Das mag der Welt der Protagonistin entsprechen, aber ich hatte bei einem Bilderbuch für Erwachsene etwas anderes erwartet. Die Handlung ist für meinen Geschmack zu unkreativ. Ähnliches hat man schon zigmal gesehen/gelesen. Dennoch bietet sie ohne Zweifel eine sehr gute Projektionsfläche für eigene Erfahrungen in Kindheit und Jugendzeit. Bei einigen der Bilder hat das für mich auch funktioniert. Desweiteren trifft man immer wieder auf Darstellungen von berühmten Bildern, was ich eine nette Idee finde. Die titelgebende "Sternennacht" von Van Gogh ist dabei das wohl bekannteste Beispiel.

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

4 sterne, dreie, erotik, sex

Gierig & unersättlich

Amy Walker
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei blue panther books , 16.09.2017
ISBN 9783862776856
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

"Gierig & unersättlich" von Amy Walker ist eine Sammlung von fünf erotischen Geschichten:

1. Hemmungslose Gier
Eine Medizinstudentin schläft mit ihrem Forschungspartner.

2. Zum Dreier verführt
3 Freunde (2 Männer und 1 Frau) haben Sex.

3. Mach's mir schnell!
Ein Quickie zwischen einer Sekretärin und einem Bauarbeiter.

4. Insel der Sünde
Eine Geschäftsfrau gewinnt eine Traumreise auf eine Privatinsel und muss feststellen, dass sie geködert wurde, um reichen Männern die Möglichkeit zu geben, sie zu erobern.

5. Sex mit dem Ex - oder seinem besten Freund
Nach einem Jahr College kommt eine Studentin nach Hause und schläft mit ihrem Ex-Freund und ihrem heimlichen Schwarm von der High School.

Die Protagonistinnen der Geschichten sind immer Frauen. Generell habe ich den Eindruck, dass die Geschichten eher für Frauen geschrieben sind. Das Aussehen der Männer wird öfters und intensiver geschildert als das der Frauen.

Generell gefällt mir der Stil der Autorin. Sie kann die Gedanken und Gefühle der Charaktere gut ausdrücken. Die meisten Geschichten sind mir eher zu langatmig, aber das ist sicherlich Geschmackssache. Die Sex-Szenen finde ich gut gelungen. Die Spannung der Akteure lässt sich gut miterleben. Sie sind anregend und nicht zu sehr übertrieben, allerdings wiederholt sich vieles für meinen Geschmack im Laufe des Buches etwas zu stark. Insgesamt eine solide Sammlung.

3,5 Sterne

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Tags: dreie, erotik, sex   (3)
 

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

Abseits von Himmel und Sünde

Sascha Fiek
Flexibler Einband: 120 Seiten
Erschienen bei tredition, 15.10.2017
ISBN 9783743957954
Genre: Sonstiges

Rezension:

"Abseits von Himmel und Sünde" von Sascha Fiek ist ein kleines Büchlein zu den wichtigen und (leider) immer wieder aktuellen Themen Religion, Aufklärung, Dogmatismus und Terror. Geschrieben ist der Text als fiktiver Dialog zwischen zwei Studenten (Sophia und Taleb), die sich einen Tag nach einem lokalen Anschlag an ihrem Lieblingsplatz vor der Uni treffen und über das Geschehene sprechen und die Hintergründe (philosophisch) reflektieren.

Die Dialogform ist vom Autor gut umgesetzt. Zu Beginn vielleicht noch etwas künstlich erscheinend, habe ich dann sehr schnell in die Thematik hinein gefunden. Generell ist der Text sehr gut verständlich und der Argumentationsfaden der Protagonisten immer nachvollziehbar. Philosophisches Vorwissen im engeren Sinne scheint mir für die Lektüre nicht erforderlich.

Kernpunkt der Argumentation des Autors ist ein humanistisches Weltbild. Zentral scheint mir die Befreiung von Dogmen und Manipulation durch die organisierte Religion. Jeder Mensch muss individuell gesehen und niemand sollte nur aufgrund von bestimmter Gruppenzugehörigkeit beurteilt (und verurteilt) werden!

Sehr schön gefällt mir, dass der Text immer wieder auch vertretene Thesen relativiert und damit im Sinne Karl Poppers zu einer Bewusstwerdung der Fehlbarkeit aufruft. Niemand sollte sich seiner eigenen Anschauung jeweils zu sicher sein! Auch Religion wird nicht per se verurteilt, sondern als wichtige Entwicklung in der kulturellen Evolution des Menschen verstanden. Problematisch wird es erst dann, wenn bestimmte Personen und Gruppen durch religiöse Vorstellungen Macht über andere erlangen und sie fortan manipulieren können.

Evolutionäre und anthropologische Erklärungen spielen im Text eine große Rolle: "Der Mensch haucht Gott Leben ein" (S.24), "Der Mensch ist auch nur ein Teil der Natur" (S.85). Gruppen spielten in der Entwicklung des Menschen eine große Rolle und sind auch heute noch ein zentraler Faktor. Es gibt immer ein innerhalb und ein außerhalb der Gruppe (bei jeder Gruppe, egal ob Religion, Politik, Clique, etc.) und dies kann durch Manipulation in Angst und Hass umschlagen.

Insgesamt kann ich mich der Argumentation des Autors in fast allen Bereichen nur anschließen. Ein gesellschaftliches Umdenken tut gerade in der aktuellen Zeit dringend Not. Einen halben Stern ziehe ich ab, weil ich an einigen Stellen gerne noch mehr zum Thema gelesen hätte und auch ein Hinweis auf eine grundsätzliche Vereinbarkeit von Spiritualität und kritischem Denken wichtig gewesen wäre. Ich verweise dazu auf das Buch "Wissenschaft und Spiritualität" von Lars Jäger, das ich auch jedem am Thema interessierten ans Herz legen kann.

4,5 Sterne

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23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

besessenhei, einsamkei, ewige jugen, ewiges leben, ewiges lese, forschun, geneti, genforschung, gentechnik, gentechnologie, lieb, mach, thriller, trille, unsterblichkeit

Der Tag der Engel

Paul Weiler
Flexibler Einband
Erschienen bei bookshouse, 19.09.2017
ISBN 9789963537983
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Der Tag der Engel" von Paul Weiler ist ein Wissenschafts-Thriller, dessen Handlung rund um das Thema "Unsterblichkeit durch moderne Methoden der Gentechnik" aufgebaut ist. Zwei Protagonisten stehen im Zentrum der Erzählung: John Flender ist ein ehrgeiziger und renommierter Biomediziner am Fraunhofer-Institut in Saarbrücken. Eines Tages erhält er ein ungewöhnliches Angebot: für 2 Mio. Euro soll er an einem zweijährigen internationalen Forschungsprojekt zum Thema Alterung teilnehmen. Für diese Zeit müsste er sich allerdings komplett in einem Cottage in Südengland zurückziehen und alles der Arbeit unterstellen. Kontakt zu seinen Projekt-Kollegen würde nur virtuell per PC erfolgen. Einzige Kontaktperson wäre die attraktive Italienerin Anna Cortini, die auch die zweite Hauptrolle in der Geschichte einnimmt. Anna hat in Mailand Kirchengeschichte studiert und arbeitet als Location-Scout hauptsächlich für die Filmindustrie. Von einem ihrer ehemaligen Professoren bekommt sie den Auftrag, die Standorte für das Projekt zu finden und John am Standort Südengland zu betreuen. John lässt sich auf das Projekt ein und zunächst läuft auch alles gut. Als er per Zufall allerdings in den Labordaten auf Werte stößt, die einen grausamen Verdacht nahelegen, muss er erkennen, mit welchen Mitteln der Auftraggeber offenbar bereit ist, seine Ziele zu erreichen...

Die Lektüre des Romans war für mich durchweg unterhaltsam und kurzweilig. Ich habe schon lange keinen Roman mehr in so kurzer Zeit gelesen. Der Stil des Autors ist ansprechend. Bereits im Prolog ist die Spannung auf einem guten Niveau und man möchte bis zum Ende wissen, wie es ausgeht. Der wissenschaftliche Teil ist interessant und gut nachvollziehbar. John und Anna sind sympathische Charaktere, die mir gut ausgearbeitet erscheinen und mit denen ich mir auch weitere Romane vorstellen könnte. Action-Szenen sollte man eher weniger erwarten, der Fokus liegt mehr auf den Personen und ihren Hintergründen und Motivationen. Etwas abfallend ist für mich das Ende. Hier hätte ich mir tatsächlich einen etwas größeren Showdown erwartet. Die Auflösung ist stimmig, aber im Hinblick auf die Relevanz der Thematik und die Entwicklung der Handlung bleibt die finale Konfrontation unter meinen Erwartungen zurück. Dennoch kann ich "Der Tag der Engel" allen Fans von Wissenschafts-Thrillern ans Herz legen.

4,5 Sterne

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Tags: gentechnik, unsterblichkeit, wissenschaftsthriller   (3)
 

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13 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

beziehungen, brüder, eheprobleme, flaschensammler, gier, glaube, großzügigkeit, hochmut, künstlerische freiheit, lebensweisheiten, mönch, selbstmord, soziales

16 Kurz(e)geschichten mitten aus dem Leben

Hubert Michelis
Flexibler Einband: 262 Seiten
Erschienen bei Spica Verlag GmbH, 18.09.2017
ISBN 9783946732259
Genre: Romane

Rezension:

Ich habe die Sammlung im Rahmen einer Leserunde gelesen. Die 16 Geschichten unterschiedlicher Länge handeln alle von individuellen und gesellschaftlichen Lebensproblemen. Zentrale Themen sind Beziehungsprobleme, Selbständigkeit, Umgang mit Geld und die Suche nach einem eigenen Weg im Leben.

Mir ist es schon lange nicht mehr so schwer gefallen, mir ein zusammenfassendes Urteil über ein Buch zu bilden. Die Geschichten sind alle einigermaßen kurzweilig. Manche haben mir natürlich besser gefallen als andere. Allgemein fehlen mir aber etwas die Highlights und Aha-Effekte. Ich habe fast keine Impulse verspürt, zu den Geschichten etwas für eine Diskussion zu schreiben. Die Themen ähneln sich für mich zu stark und an vielen Stellen hätte ich mir noch mehr emotionalen Tiefgang gewünscht.

Besonders gut gefallen mir "Der Bodhisattva" und "Erst das Fressen, dann die Moral?". Zu plump ist mir dagegen "Wie du mir, so ich dir!".

Empfehlen kann ich das Buch im engeren Sinne leider nicht, wer sich angesprochen fühlt, macht aber mit dem Erwerb auch nicht wirklich etwas falsch.

3,5 Sterne

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