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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

elias

Antonias Tochter

Nora Elias
Flexibler Einband
Erschienen bei Goldmann, 17.07.2017
ISBN 9783442485543
Genre: Romane

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128 Bibliotheken, 12 Leser, 1 Gruppe, 67 Rezensionen

thriller, spannung, targa, serienkiller, berlin

Targa - Der Moment, bevor du stirbst

B.C. Schiller
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Penguin, 10.07.2017
ISBN 9783328101512
Genre: Krimi und Thriller

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Was ich getan habe

Anna George , Henriette Zeltner
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei btb, 10.07.2017
ISBN 9783442715121
Genre: Krimi und Thriller

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19 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

indien, agatha christie, whodunit, historischer kriminalroman, historischer krimi

Ein angesehener Mann

Abir Mukherjee , Jens Plassmann
Flexibler Einband
Erschienen bei Heyne, 10.07.2017
ISBN 9783453421738
Genre: Krimi und Thriller

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25 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Into the Water - Traue keinem. Auch nicht dir selbst.

Paula Hawkins , Christoph Göhler , Britta Steffenhagen , Simon Jäger
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Random House Audio, 24.05.2017
ISBN 9783837137507
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mit “The Girl on the Train” konnte mich die Autorin total begeistern. Daher freute es mich um so mehr, das ihr aktuelles Buch “Into the Water” auch als Hörbuch erschienen ist und mir vom Bloggerportal freundlicherweise ein Exemplar zur Verfügung gestellt wurde!

Der Einstieg in die Geschichte viel mir dann doch nicht so leicht. Paula Hawkins beginnt ihren Roman in einer Zeit, die schon ganz weit zurück liegt, was, um so länger ich dem Hörbuch lauschte, meines Erachtens nicht nötig gewesen wäre. Auf mich hatte es den Eindruck, nur noch eine zusätzliche Szene in die Handlung einzubauen um dem Buch mehr Fülle zu verpassen. Die Geschichte beinhaltet so schon reichlich Charaktere, dass mir gerade diese zusätzlichen Personen etwas “to much” waren. Auch wenn die Thematik – es ging um den Mittelalterlichen Hexenwahn und den damit verbundenen Gefahren, die im Besonderen Frauen ausgeliefert waren – durchaus interessant war. Die Autorin verband die mittelalterlichen Szenen zwar mit dem “Drowning Pool” und den Frauen, die in dem Wasser vermeintlich Selbstmord begingen, aber mit der eigentlichen Geschichte hatte es ansonsten wenig zu tun.

Nach Nells Tod kehrt Julia also zurück nach “Drowning Pool” in ihr Elternhaus, mit dem sie ganz schlimme Erinnerungen verbindet. Julia hatte es als Teenager nicht leicht, war sie doch so anderes als ihre aufgeschlossene gutaussehende ältere Schwester. Wie so oft spielt das Äußere während dieser jugendlichen Entwicklungsphase, und die damit verbundenen Vorkommnisse, eine entscheidende Rolle für das schlechte Verhältnis zu ihrer Schwester. Nells Tochter begegnet Julia ebenfalls mit Verachtung, ja regelrechtem Hass, denn diese kann nicht verstehen, warum Julia nie auf Nells Anrufe reagiert hat. Julia will sich gegenüber ihrer Nichte nicht äußern und so hält Lena an ihrer Meinung zu ihrer Tante fest. Die Polizei geht indes von einem Selbstmord Nells aus und will nur die Gründe dafür ermitteln. Doch allmählich kommen Zweifel auf und besonders ein Mann rückt in den Fokus der Beamten. Der Bruder von Lenas bester Freundin, die ebenfalls im Wasser des “Drowning Pool” versunken ist, deutet an, dass diese ein unschickliches Verhältnis mit eben diesem älteren Mann gehabt hatte. Doch ist er wirklich der Täter? Allmählich wird ein Stein nach dem anderen umgedreht und man kommt hinter die verschiedensten Geheimnisse der beteiligten Hauptpersonen. Eine Verzweiflungstat jagt die andere. Bis zur Lösung des Falls geschehen noch einige Überraschungen.

Die Charaktere gefielen mir sonst alle ganz gut. Julia und ihr schwieriges Verhältnis zu ihrer verstorbenen Schwester, dessen Ursprung sich ganz klar abzeichnet um dann doch noch Überraschend anders gewesen zu sein, als angenommen – sowohl für Julia als auch dem Zuhörer. War schon sehr gut beschrieben und lässt tief in die menschliche Psyche blicken. Nach und nach wird das Geschehen um Nells Tod aufgedeckt. Welche Abgründe sich in mitunter unbescholtenen angesehenen Menschen auftun. Die Erzählstränge wechseln sich immer wieder mit den verschiedenen Protagonisten ab, was ich eigentlich total gerne mag, dem aber nicht immer leicht zu folgen ist. Durch die drei unterschiedlichen Sprecher pendelte sich das in kurzer Zeit doch recht gut ein und einem gespannten Zuhören stand allmählich nichts mehr im Wege. Bis zum Ende hatte man als Zuhörer/Leser schon einige Ideen zum möglichen Täter, doch im Großen und Ganzen fand ich die Auflösung dann ganz in Ordnung.

Mein Fazit:

Ein sehr spannender Thriller, dem es durch die vielen Charaktere nicht immer leicht zu folgen ist. Die verschiedenen Handlungsstränge wurde aber gut miteinander verbunden und ich konnte mich gut in die Geschichte hineinversetzten!

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29 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

adoption, verlust, gefängnis, trennung, familie

Das Licht zwischen den Wolken

Amy Hatvany , Alexandra Kranefeld
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 26.06.2017
ISBN 9783764506094
Genre: Romane

Rezension:

Mein erstes Buch der Autorin. Mich hat besonders die Thematik in der Geschichte angesprochen und interessiert. Seine Kinder wegzugeben ist oft ja ein letzter Ausweg für eine Mutter, aus welchen Gründen auch immer. Oft ist es wohl so, dass es den Kindern dann wirklich besser geht, es ihnen an nichts fehlt, sie in eine neue Familie adoptiert werden. Doch wie ergeht es Kindern, besonders Geschwister, die nicht zusammen bleiben dürfen, die nicht zusammen in ein neues Umfeld kommen, zusammen Groß werden können? Amy Hatvany hat daraus eine gute Geschichte gedreht, die mich manchmal emotional sehr stark berührt hat, die mich am Ende dann doch etwas Ratlos zurück ließ.

Die Geschichte oder viel mehr das Drama um Jennifer, Brooke und Natalie wird in abwechselnden Handlungssträngen erzählt. Am Anfang steht immer der Name der Person, welche gerade im Zentrum der Erzählung steht. Jennifer kommt man auf diesen Seiten besonders nahe, da ihr Part in der ich-Form erzählt wird. Dadurch hat man besonders zu ihrer Person eine feste Bindung.

Jennifer ist eigentlich eine liebende Mutter. Leider hat sie in ihrem Leben einige Entscheidungen getroffen, die für ihr Dilemma eine gewichtige Rolle spielen. Auch ihre eigene Mutter trifft in gewisser Weise eine Schuld. Auf jeden Fall sitzt Jennifer mit ihren beiden Mädels auf der Straße. Es ist nicht immer leicht für Brooke und Natalie essbares aufzutreiben. Manchmal erbettelt sie etwas Geld oder Lebensmittel. Manchmal muss sie aber auch stehlen um die Mädels nicht verhungern zu lassen. Bei einer ihrer “Einkaufstouren” wird Jennifer dann erwischt. Die Mädchen kommen in staatliche Obhut und Jennifer muss ins Gefängnis, da es nicht ihr erstes Delikt ist. Aus Verzweiflung und um ihren Töchtern ein besseres Leben zu ermöglichen, willigt Jennifer schließlich ein und gibt die Beiden zur Adoption frei. Sie war davon überzeugt, dass die Mädchen nicht getrennt werden und zusammen aufwachsen würden. Die junge Frau verzweifelt an dieser Entscheidung schier, möchte am Liebsten sterben. Dieser Teil war schon sehr dramatisch zu lesen und sie tat mir von herzen leid. Dieser Teil der Geschichte spielt in einer Zeit, in der das Jugendamt noch anders agiert hat, als es wohl heute der Fall sein würde. Sicher bin ich mir da natürlich nicht. In jedem Fall fand ich es sehr dramatisch, besonders da Jennifer ihre Kinder nie mehr wieder sehen durfte, weil sie alle Rechte an ihnen abgegeben hat.

Über Brooke und Natalie erfährt man auch, wie es ihnen ergangen ist. Besonders Brooke hat es schwer getroffen. Sie wurde nicht adoptiert, wurde von einer Pflegefamilie zur nächsten gereicht und musste schließlich im Kinderheim bleiben. Das hat mich echt schockiert. Vor allem, dass da von Seiten des Staates nie versucht wurde, sie wieder mit ihrer Mutter zusammen zu bringen. Ihre Betreuerin wusste, wie das Mädchen an ihrer Mutter hing und wie verzweifelt sie Tag für Tag, Monat für Monat auf die Rückkehr ihrer Mutter gehofft hatte. Das war echt schlimm und zeigt auch, dass auch der Staat nicht immer alles richtig macht. Vielleicht lag es aber wirklich an der Zeit. Doch auch nachdem das Mädchen erwachsen war, hatte es kein Anrecht auf Einblick ihrer Akte. Da blieb alles fest verschlossen. Auch über den Verbleib der Schwester konnte sie nichts in Erfahrung bringen. Dass aus Brooke eine verschlossene Erwachsene wurde, war keine Überraschung. Wird man von einer Familie in die nächste Abgeschoben und bekommt man keinen Rückhalt wenn es mal schwierig wird, ist das wohl ein Charakterzug der zum eigenen Schutz dient.

Natalie hat es gut getroffen. Sie wurde in eine liebevolle Familie adoptiert. Sie hat aber auch erst als Teenager erfahren, dass ihre Eltern ihre leiblichen Eltern sind. Besonders die Mutter wollte mit allen Mitteln verhindern, dass Natalie davon erfährt.  Am Schlimmsten war natürlich dann, dass Natalie zu dieser Zeit aber nicht erfuhr, dass sie noch eine ältere Schwester hat. Die Gründe für dieses Verschweigen liefert die Geschichte natürlich, sie machen mir die Adoptivmutter nicht wirklich sympathisch und ich konnte und kann dieses Vorgehen nicht verstehen. Dient zum Dramaeffekt der Geschichte und hat definitiv gewirkt.

Eigentlich ist “Das Licht zwischen den Wolken” eine recht runde Sache. Der Schreibstil ist gut, die Charaktere passen zur Geschichte und die Schicksale aller drei Protagonisten gehen einem doch recht nahe. Mit dem Ende kann ich mich leider nicht recht anfreunden. Natürlich ist mir klar, dass es in Familiensachen nicht immer ein happy End geben kann. Doch Jennifer wirkte auf mich immer als so verzweifelt wenn es um ihre Mädels ging, mit den Jahren wirkte sie sogar gewachsen an dem Drama. Die Autorin hatte aber ein anderes Ende für die Drei geplant, was natürlich ok ist, andererseits aber wieder Fragen offen ließ.

Mein Fazit:

Ein gut geschriebenes Familiendrama das zu Herzen geht, mit einigen Längen in den Erzählsträngen und einem Ende das mir persönlich dann doch nicht so recht zusagen will. Ich verlange kein Happy End, doch dieses Ende lässt dann doch wieder zu viele Fragen offen, vor allem wirft es auf Jennifer an sich ein schlechtes Licht und als grundschlechte Person oder unfähige Mutter hätte ich sie so nie in der Geschichte gesehen, dass die Autorin ein solches Ende wählen musste.

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8 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

frankreich, krimi, erbe, geld, freundschaft

Die Treibjagd

Antonin Varenne , Susanne Röckel
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Penguin, 13.06.2017
ISBN 9783328101567
Genre: Krimi und Thriller

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

intrigen, fragen, krimi, mord, leiche

Mordkapelle

Carla Berling , Vera Teltz
Audio CD
Erschienen bei Random House Audio, 10.04.2017
ISBN 9783837138436
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Uiuiui, es beginnt schon recht spannend mit den letzten Minuten, die der schöne Ludwig dort in der Kapelle noch zu leben hat! Ein toller Einstieg in diesen Landkrimi, mit dem ich gar nicht gerechnet hatte! Vera Teltz erzählt in einer recht ruhigen Art, mit einer angenehmen Stimme, einen durchwegs gut strukturierten und auch spannenden Krimi. Mit Ira Wittekind, die Lokalreporterin, hat man auch mal eine etwas andere Ermittlerin. Sie macht keine Polizeiarbeit im herkömmlichen Sinne. Sie interviewed vielmehr die Hinterbliebenen des Todesopfers und kommt so der ein oder anderen Ungereimtheit auf die Spur. Spannend macht es die Tatsache, dass jeder aus dem privaten Umfeld des schönen Ludwig, als Täter in Frage kommen könnte. Man hat also auch als Zuhörer einiges zum Raten, Grübeln und Regergieren. Polizeiliche Ermittlungen, wie man sie normalerweise kennt, kommen allerdings überhaupt nicht vor. Es gibt zwar einen Hauptkommissar, der ab und zu zu Rate gezogen wird, für die Handlung selber spielt dieser aber keine Rolle.

Die Handlung punktet vor allem durch seine überraschenden Wendungen, die durch Iras Recherchen immer wieder eine neue Richtung einschlagen. Auch sie selber begibt sich damit unwissend in höchste Gefahr. Der Krimi spitzt sich im Verlauf der Geschichte immer weiter zu und wird immer packender, aber auch übertriebener. Am Ende gab es nicht nur einen übertriebenen Höhepunkt, sondern auch noch einen zweiten bombastischen Showdown. Da zog die Autorin dann noch einmal alle Register.

Mordkapelle ist glaube ich der zweite Fall, der sympathischen Reporterin. Für mich war es das erste Buch der Autorin. Trotzdem kam ich gut mit dem Wissen über Ira und ihr Leben klar, ohne den ersten Band zu kennen.

Das Cover passt zur düsteren Stimmung in der Kapelle. Ob es zur Landschaft Westfalens passt kann ich nicht beurteilen. Persönlich hätte ich es eher weiter nördlich gesehen.

Mein Fazit:

Ein kurzweiliger, aber durchaus spannender Krimi der etwas anderen Art. Durch die Reporterin bekommt man einen ganz anderen Blick auf die Verdächtigen. Das Fehlen der polizeilichen Ermittlungen störte mich überraschenderweise nicht, auch wenn ich mir bei der ein oder anderen Aktion Polizeipräsenz erwartet hätte.

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34 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

liebe, das glück und wir dazwischen, taylor jenkins reid, zwei lebe, random house

Das Glück und wir dazwischen

Taylor Jenkins Reid , Babette Schröder
Flexibler Einband
Erschienen bei Diana, 26.06.2017
ISBN 9783453291775
Genre: Liebesromane

Rezension:

Als erstes ist mir gleich dieses sommerlich leichte Cover aufgefallen. Danach hat mich auch die Inhaltsangabe neugierig auf diesen Roman gemacht. Die Vorstellung, wie das Leben wohl verläuft, wenn man sich so und nicht anders entschieden hätte, wenn man diesen Weg gewählt und nicht den aktuellen, die hat mitunter jeder Mensch einmal in seinem Leben glaube ich.

Der Einstieg in die Geschichte ist gelungen. Sie ist witzig und doch auch mit einem gewissen Ernst verbunden. Hannah begibt sich auf den Flug von New York nach Los Angeles um in ihre alte Heimat zurück zu kehren. Natürlich fehlt das übliche Klischee nicht, dass irgendjemand an extremer Flugangst leidet und Hannah ist sozusagen die Retterin in der Not. Mit netten Geschichten hilft sie einer älteren Dame über die Runden. Soweit, so nett. In L.A. kommt sie bei ihrer besten Freundin Gabby und ihrem Mann unter. Während einer Wiedersehensfeier in einer Bar, trifft Hannah auf Ethan, ihre Jugendliebe. Als am Ende Gabby die Frage in den Raum wirft, ob Hannah mit ihr und ihrem Mann nach Hause fährt, oder ob sie noch mit Ethan in der Bar bleibt. Während Hannah beschließt mit Gabby zu fahren, passiert unterwegs ein schwerer Unfall und Hannah wacht im Krankenhaus auf. Ab hier beginnt dann die Parallelgeschichte, was wäre wenn sie nicht mit Gabby gefahren wäre, und stattdessen mit Ethan in der Bar geblieben wäre. Ohne Fragezeichen deshalb, weil man als Leser die zwei Geschichten parallel erfährt. Die Kapitel wechseln immer von Hannahs Leben mit Ethan, zu Hannahs Leben nach dem Unfall.

Die Geschichte ist recht leicht gestrickt und die Charaktere sind, anders als erwartet, nicht wirklich besonders. Eigentlich empfand ich sie ehr als oberflächlich und nicht recht ausgereift. Besonders bei Hannah, Gabby und Ethan hatte ich das Gefühl, sie stecken irgendwie noch in ihrer Schulzeit fest. Am Ausgeprägtesten war dies aber bei Hannah. Sie war für ihre 29 Jahre planlos und ohne rechte Zukunftspläne. Daher konnte ich mit dem, was die Autorin für sie im Schilde führte, recht wenig anfangen. Ich empfand es mitunter als nicht sehr glaubwürdig. Das, und vor allem die belanglosen Dialoge, nervte mich doch sehr. Ein leichte Liebesgeschichte ist ja das eine, doch dürfen die Dialoge durchaus tiefgründiger und besser ausgedacht sein. Die Unterhaltungen war, wie die Charaktere, oft recht oberflächlich. Zimtschnecke ist wohl das meist gebrauchte Wort in der ganzen Geschichte. Nervig!

Mein Fazit:

Eine nette Grundidee mit reichlich Potenzial. Leider fand ich sie schlecht umgesetzt und es kam keine rechte Lesefreude bei mir auf!

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(17)

54 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

italien, lucy foley, schauspieler, foley, rom

Das Versprechen eines Sommers

Lucy Foley , Christel Dormagen
Flexibler Einband: 435 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 13.06.2017
ISBN 9783458362784
Genre: Historische Romane

Rezension:

Auf eine literarische Reise entlang der Riviera begibt man sich mit dieser sommerlichen Lektüre. Ausgangspunkt ist allerdings Rom, und wer schon einmal in der Ewigen Stadt war, wird vom ersten Moment an verzaubert sein. Hal führt nicht nur Stella durch die verwinkelten Gassen dieser ehrwürdigen Metropole, auch als Leser bekommt man einen schönen Blick darauf.

Hal begegnet der geheimnisvollen Stella auf einer Party der Contessa, bei der er sich alles andere als wohl fühlt. Hal gehört nicht zu dieser Gesellschaftsschicht, das lassen ihn die meisten Gäste auch spüren. In einem stillen Winkel des Hauses kreuzen sich ihre Wege und Stella bittet ihn, ihr sein Rom zu zeigen. Sie durchstreifen die Stadt und verbringen die Nacht miteinander. Am nächsten Tag ist Stella verschwunden. Erst ein Jahr später will es das Schicksal, dass sich die beiden auf der Yacht der Contessa wieder begegnen. Hal ist hin und her gerissen von seinen Gefühlen zu der rätselhaften jungen Frau. Doch dann lernt er ihren Mann kennen. Tagelang begegnen sich Stella und Hal auf distanzierte aber freundliche Art und lernen sich immer besser kennen, kommen sich immer näher. Bald ist für Hal klar, dass Stella in ihrer Ehe unglücklich ist und schmiedet einen gewagten Plan für ihre gemeinsame Zukunft …..

Der Anfang beginnt mit einem Teil des Endes und macht natürlich gleich Neugierig, welche Tragödie sich denn zwischen Stella und Hal, bzw. auf dem Schiff abgespielt hat. Denn es muss etwas schreckliches passiert sein, am Ende der Reise. Man hört auf diesen wenigen Seiten schon die Melancholie, die Hal anhaftet, deutlich heraus. Er ist kein Mann, der die Kriegsjahre einfach leicht wegsteckte. Ein Ereignis hat ihn geprägt und lässt ihn auch Jahre später nicht los. So wie er, hat auch Stella ein Trauma während des Krieges erfahren. Diese Schwermut ist sehr präsent und man spürt sie als Leser sehr intensiv. Besonders wenn die Beiden von dieser Zeit und ihren Erlebnissen erzählen, taucht man selber in diese Traurigkeit ein. Während Hals Trübsinn zwar traurig ist, ist Stellas Melancholie noch viel tiefgreifender. Zumindest ist das mein persönlicher Eindruck. Sie hat den Krieg als Zivilistin erlebt, ebenso viel schreckliches durchgemacht wie Hal, und doch gefühlsmäßig noch einiges mehr. Frank Truss, ihr Mann , hat sie aus ihrem Elend regelrecht gerettet. Beim Lesen fragt man sich natürlich schon, wie Stella an diesen Mann gekommen ist. Doch dies klärt sich alles auf. Er ist kein Sympathieträger, hat die junge Stella nach seinem Geschmack geformt. Stella begreift aber erst Jahre später, dass sie keine Marionette mehr ihres Mannes sein will. Und so ergibt eines das andere. Natürlich erhofft man sich als Leser, dass sich alles zum Guten wendet, doch das Leben oder die Menschen spielen da nicht immer mit. Am Ende erlebt man ein Drama mit einer überraschenden Wendung.

Die Geschichte ist sehr vielschichtig. Bewegt sich im Hier und Jetzt, aber auch in der Vergangenheit von Hal und Stella. Trotz der Melancholie der beiden Hauptcharaktere, ist sie aber auch voller Schönheit. Das Italien der 50er Jahre kann man sich bildgewaltig Vorstellen. Die Mode und die schönen Menschen, das Dolce Vita nach dem Motto “La vita è bella”, einfach nur lesenswert!

“Das Versprechen eines Sommers” ist der zweite Roman der jungen britischen Autorin Lucy Foley. Sie reist gerne um sich für ihre Geschichten inspirieren zu lassen. Das merkt man diesem Buch an. Die Landschaften, Städte und Menschen wirken nicht nur sehr authentisch, man kann das beim Lesen auch gut spüren.

Das Cover ist ein schönes sommerliches italienisches Motiv und passt gut zu der Geschichte.

Mein Fazit:

Geheimnisvoll und vielschichtig mit wunderbar unterschiedlichen Charakteren. So schön zu lesen, auch wenn mich das Ende nicht so überzeugen konnte, wie all die Seiten vorher. Trotzdem ein wunderschöner Roman, der einen mitnimmt auf eine Reise entlang der Riviera.

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

thriller, serienmörder

Das Opfer Null

Federico Inverni , Sigrun Zühlke
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Penguin, 09.05.2017
ISBN 9783328100911
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Verlagstext:

Du weißt, wie es ist, in Finsternis zu leben. Du spürst, wo das Böse sich versteckt. Aber du kannst dich ihm nicht entziehen.

Seit dem Tod seiner Familie ist für den ehemaligen verdeckten Ermittler Lucas nichts mehr, wie es war. Er isst nicht, er schläft nicht, er empfindet nichts. So muss sich die ewige Dunkelheit anfühlen. Doch dann tötet ein Serienmörder vier Frauen, und die Polizei ist auf Lucas' Hilfe angewiesen. Denn niemand kann Tatorte so gut lesen wie er. Gemeinsam mit der jungen Psychiaterin Anna entwickelt er ein Täterprofil, scheint den Killer allmählich zu durchschauen. Aber dann wird die Mordserie unterbrochen. Etwas muss geschehen sein. Und Anna beginnt, Lucas zu hinterfragen. Denn auch sie hat in ihrem Leben schon in viele Abgründe geblickt …

Mein Eindruck:

 Der Beginn war schon sehr spannend, auch wenn mir nicht klar war, was das mit der eigentlichen Handlung zu tun hatte. Man befindet sich in diesen Anfangskapiteln in einer ganz und gar anderen Handlung und fragt sich natürlich, ob da parallel zwei Ermittlungen ablaufen. Erst als Lucas zu Annas Ermittlungen hinzugezogen wird und er seine Ergebnisse schildert wird einiges klarer. Geschickt verstrickt der Autor die eine Handlung mit der anderen und baut die Geschichte so auf. Das Tempo ist sehr rasant. Die Ermittlungen ziehen sich nur über wenige Tage. Immer wieder kommen überraschende Wendung hinzu, mit denen man so nicht gerechnet hat. Auch Anna und Lucas sind sehr undurchsichtig. Man weiß nie genau was da als nächstes kommt. Das hält die Spannung sehr hoch. Seite um Seite will man einfach wissen, wie das Ganze denn ausgeht. Denn eines ist schon früh klar: die Zeit läuft gegen die Ermittler und gegen ein noch lebendes Opfer!

Anna und Lucas sind ein Ermittlerpaar, das ich so noch nie erlebt habe. Beide haben schreckliches durchgemacht in ihrer Vergangenheit, beide zwar auf unterschiedliche Art und Weise, doch beide kämpfen mit ihren persönlichen Dämonen. Während Anna irgendwie eine Möglichkeit gefunden hat mit ihren Ängsten und ihrer Wut umzugehen, ist es für Lucas ungleich schwerer. Er ist nicht nur psychisch sehr angeschlagen, seine Krankheit sieht man ihm auch äußerlich an. Diese Krankheit lässt ihn Dinge tun, die nicht nur sein Leben gefährden. Durch seine Gedanken und Träume ist man als Leser ganz nah dran, das ist verwirrend und spannend gleichzeitig.

Die Anmerkung des Autors am Ende der Geschichte fand ich auch sehr interessant. Hier erfährt man, warum er seinen Hauptfiguren diese “Kopfnote” verpasst hat, seine Faszination für ein bestimmtes Thema in der Neurowissenschaft. Es erklärt gut, warum Lucas so ist wie er ist. Ich kannte diese Krankheit vorher nicht, hab in diesem Thriller das erst mal davon gelesen. Auch in der Geschichte selber erfährt man einiges darüber und bekommt ein besseres Bild zu dem Ermittler. Sehr interessant, auch wenn ich persönlich nicht so die Liebhaberin von Lateinischen Fachausdrücken bin!

Mein Fazit:

Ein rasanter temporeicher Thriller, der einem kaum Zeit zum Atmen lässt. Eine gut durchdachte Handlung mit geschickt platzierten Wendungen und einem Ermittlerpaar das man so nicht erwarten würde.

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48 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

thriller, norwegen, psychologischer thriller, serie, verlag rowohlt

... und morgen werde ich dich vermissen

Heine Bakkeid , Ursel Allenstein
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 23.06.2017
ISBN 9783499290558
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dieser Thriller hat es mir von der ersten Seite an angetan. Schon der Beginn mit seinen “sieben Minuten” und was sich in dieser Zeit ereignet und besonders wie es erzählt wird, hat mich von dem Buch überzeugt.

Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis ist Thorkild Aske erst einmal auf Jobsuche. Da er ein lebenslanges Berufsverbot hat, ist eine Rückkehr zur Polizei ausgeschlossen. Also findet er sich erst einmal bei der Arbeitsvermittlung ein. Nicht leicht eine passende Beschäftigung für einen gefallenen Ermittler zu finden. Aber die nette Dame im Jobcenter gibt nicht auf, vielleicht ist ja ein Callcenter das Richtige für ihn. Bevor Aske diesen Job antritt, wird er allerdings mehr oder weniger von Ulf, seinem Psychiater, gezwungen in den Norden zu fahren und nach dem verschwundenen Rasmus zu suchen. Gezwungen deshalb, weil der Psychiater versucht ihn aus seiner Lethargie und selbst erzwungenen Einsamkeit herauszuholen. Da es sich bei dem Vermissten noch dazu um den Sohn einer anderen Patientin Ulfs handelt und Thorkild eine tiefe Schuld ihr und ihrem Mann gegenüber verspürt, nimmt er den Job an. Als er in der stürmischen Nacht auf der Insel dann die Wasserleiche findet geschehen seltsame Dinge, nicht nur verschwindet die Leiche ganz plötzlich, auch verschwinden die beiden Polizisten, die Thorkild gerufen hat um das Opfer von der Insel zu holen. Als gerade entlassener Häftling und verurteilter Mörder, ist Aske nun also auch noch Hauptverdächtiger in diesem mysteriösem Fall. Nun sollte er eigentlich die Finger von der Sache lassen, doch in Thorkild ist nun sein früherer Ermittlergeist wieder erwacht ……

Thorkild Aske ist ja kein “normaler” Ermittler. Schon allein die Tatsache, dass er eine Gefängnisstrafe abzusitzen hatte, machte mich neugierig auf diesen Typ. Da stellt man sich ja so einiges vor, was diesen Menschen betrifft. Vor allem negatives. Im Laufe der Erzählung erfährt man dann etliches über Aske. Warum er so ist wie er ist, wieso er im Gefängnis saß und vor allem, was sich in seinem Kopf so abspielt. Durch die Ich-Erzählung entwickelt man als Leser zu Thorikild natürlich auch eine gewisse Nähe, lernt ihn und seine Psyche kennen. Die Handlung selber bietet auch immer wieder einen guten Spannungsbogen, der aber auch immer wieder abflaut. Die Geschichte lebt vor allem von den atmosphärischen Szenenbildern der Gegend und von den Charakteren, allen voran Thorkild Aske.  Gut gefielen mir aber auch die skurrilen Momente. Manchmal  war es nicht gleich offensichtlich, ob das Gelesene gerade Wirklichkeit oder Traum war. Askes Gedanken und auch die Dialoge sprühen oft nur vor bissigem Humor. Das mag für einen Thriller etwas befremdlich wirken, passt aber auch zu Aske und zu den anderen beteiligten Personen.

Heine Bakkeid ist in seiner Heimat Norwegen ein bekannter Jugendbuchautor. “….und morgen werde ich dich vermissen” ist sein erster Thriller und Auftakt einer Reihe mit dem etwas schrägen Ermittler Thorkild Aske.

Das Cover ist zwar nicht sehr auffällig, vermittelt aber dieses Zwielicht zwischen Himmel und Wasser recht gut. Auch der Leuchtturm und die haarig wirkende untere Hälfte passen zum Inhalt.

Mein Fazit:

Ein gut strukturierte Thriller, der durch die schaurig schöne Gegend und Jahreszeit für Gänsehautfeeling sorgt. Schwarzem Humor, schrulligen Charakteren und bizarr komischen Szenen sorgen für einige gute Lacher.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

Gott, hilf dem Kind

Toni Morrison , Thomas Piltz , Nina Kunzendorf
Audio CD
Erschienen bei Argon, 27.04.2017
ISBN 9783839815595
Genre: Romane

Rezension:

Wie reagiert eine Mutter, die es aufgrund ihrer Hautfarbe selber nicht immer leicht hat im Leben und in der Gesellschaft. Die weiß, dass was Rassismus ist. Die weiß, dass man sich nur durch anpassen, unterwürfig und gehorsam sein schützen kann. Wie reagiert nun diese Mutter, als sie merkt, dass ihr Baby nicht nur braun ist, sondern tiefschwarz. Sweetness ist entsetzt, kann es sich selber nicht erklären. Ihr Mann wirft ihr vor, ihn hintergangen zu haben, denn nie und nimmer kann dieses rabenschwarze Baby von ihm sein. Sweetness zieht also die kleine Lula Ann alleine groß. Schlägt sich mehr oder weniger gut durch das Leben und erzieht das Mädchen. Lula Ann wächst zu einer wunderschönen Frau heran, die sich von ihrer Mutter löst und in Kalifornien Karriere macht. Sie ändert ihren Namen in Bride, kleidet sich nur noch in Weiß und erhält durch diesen Kontrast zu ihrer tiefschwarzen Hautfarbe und ihrem atemberaubenden Aussehen Bewunderung und Anerkennung. Auch ihre große Liebe findet sie dort. Doch eines Tages verlässt Brooker sie mit den Worten “Du bist nicht die Frau die ich will.” Das ist der Moment in dem Bride’s glamouröse, taffe Fassade zu bröckeln beginnt und man sich als Zuhörer fragt, was steckt hinter dieser Aussage. Was ist da passiert? Was ist das für ein Mann, der die Frau, mit der er das Bett teilt, mit solchen Worten von sich stößt und einfach verschwindet?

Aufgebaut ist die relativ kurze Geschichte in mehrere Teile. Den Anfang macht Sweetness mit ihren Gedanken und Eindrücken zu Lula Ann. Wie sie gemerkt hat, dass das Baby anders ist und welche Überlegungen ihr durch den Kopf gingen, als sie sah wie sich die Farbe des Kindes verändert hat und es immer dunkler wurde. Wie der Vater darauf reagierte und wie sie sich schließlich mit Lula Ann allein durchschlug. In einer sozialen Schicht, wo man aufpassen muss, dass man nicht unter die Räder kommt. Geliebt hat sie Lula Ann wohl auf ihre ganz eigene Art, gezeigt hat sie das aber doch nicht. So war zumindest mein Eindruck. Eine Art Schutz für sich und für Lula Ann?

In Lula Anns Teil begibt man sich auf Spurensuche in die Vergangenheit. Auslöser dieser Spurensuche, ist ein gewaltsamer Übergriff an Lula Ann und das Verschwinden ihres Geliebten. Lula Anns Handlung kann man zu Beginn nicht nachvollziehen. Wieso tut sie, was sie tut? Erst allmählich dringt man zum Kern ihrer persönlichen Geschichte vor und alles lichtet sich. Man erfährt, was sich in ihrer Kindheit zugetragen hat und warum sie als Kind getan hat, was sie getan hat. Was, wie man später dann auch erfährt der Grund für Bookers Verschwinden ist.

Auf ihrer Suche nach Booker und auch nach sich selbst, lernt  sie die unterschiedlichsten Menschen kenn, mit all ihren Sorgen und Nöten. Und Bride muss feststellen, dass auch im Leben von Kindern und Frauen die nicht ihre Hautfarbe haben, nicht alles gut läuft. Dass auch die sich im Leben behaupten müssen und oft noch schlimmeres durchlebten als sie. Am Ende findet sie nicht nur Booker und die Erklärung zu seinem Verschwinden, am Ende findet Bride aber auch zu sich selber, nachdem sie ihr Leben quasi rückwärts aufgearbeitet hat.

Der Literaturnobelpreisträgerin Toni Morrison hat mit “Gott, hilf dem Kind” eine Geschichte geschrieben, die sich nicht einseitig nur um Rassendiskriminierung dreht. Nichts ist nur schwarz und weiß. Neben Bride und Sweetness erzählt die Geschichte auch noch von anderen Frauen unterschiedlichsten Alters, und von Brooker. Jeder hat etwas erlebt, jeder hat etwas zu sagen und kein Leben gleicht dem anderen. Toni Morrison gibt den unterschiedlichsten Charakteren in dieser Erzählung eine Stimme. Man erfährt was sie bewegt, was ihnen zugestoßen ist.

Nina Kunzendorf mag ich als Sprecherin sehr. Ihre Stimme passt zu der Handlung und zu den Charakteren. Sie versteht es, ihre leicht nuschelige Sprechweise (zumindest empfinde ich sie als leicht nuschelig) gut einzusetzen.

Das Cover passt zur Geschichte. Es zeigt die junge hübsche tiefschwarze Frau, die sich in ihrem weißen Kleid von dem hellen Hintergrund gut abhebt. Der Titel “Gott, hilf dem Kind” kommt auch am Ende der Erzählung vor.

Mein Fazit:

Eine tolle Geschichte, zu dessen Kern man erst langsam vordringt. All die Fragen, die sich einem anfangs stellen, werden nach und nach beantwortet. Wie immer im Leben ist auch hier nicht alles nur schwarz und weiß. Ein Ereignis ausgelöst durch einen schrecklichen Fehler in der Vergangenheit, bringt die Geschichte ins Rollen. Überraschende Wendungen, aber auch bedrückende Wahrheiten, nicht nur in Brides Leben, vereinen sich und öffnen den Blick auch auf die anderen Charaktere.

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80 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 48 Rezensionen

liebe, meer, cornwall, cafe, ferienanlage

Hinter dem Café das Meer

Phillipa Ashley , Marion Herbert
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 18.05.2017
ISBN 9783832164072
Genre: Romane

Rezension:

Ich lese ja wirklich alles mögliche, egal ob anspruchsvolle Literatur, spannungsgeladene Thriller oder leichtere Romanlektüre. Um kein Genre mache ich einen großen Bogen. Daher, und auch weil jetzt Sommer ist und es doch nichts schöneres gibt als sich beim Lesen in schöne Gegenden zu träumen, hat mich der Klappentext und auch das Cover gleich angesprochen. Eine romantische Geschichte, mit einer guten Handlung, so habe ich mir das vorgestellt. Leider haben mich am Ende weder die Hauptcharaktere, noch die Umsetzung der Story überzeugen können.

Demi und Cal stecken beide viel Zeit und Arbeit in ihren Traum. Während in Demi auch noch starke Gefühle für ihren Chef aufflammen, scheint dieser in seinem Kummer um seine verlorene Jugendliebe und in den Sorgen, welche ihm die Renovierung der Anlage aufhalsen, gefangen zu sein. Steine werden ihnen in den Weg gelegt und es scheint, dass sie ihr Projekt doch aufgeben müssen. Doch dann wendet sich alles zum Guten und alles fängt an zu laufen. Nur in der Liebe will es nicht so hinhauen wie sich Demi das wünscht, denn auch wenn sich die beiden doch noch näher gekommen sind, gibt Cal seine Gefühle nicht preis. Dann  bekommt die junge Frau ein verlockendes Jobangebot und Cal tut nichts dergleichen, dass er sie für sich haben möchte …..

Natürlich ist in der Geschichte noch einiges Anderes enthalten bis es zu diesem glücklichen Ausgang für die Anlage und der schwierigen Entscheidung für Demi kommt, doch darauf gehe ich nicht näher ein. Auch wenn mir die Umsetzung nicht gefallen hat, möchte ich möglichen Lesern ja nicht alles verraten.

Warum hat mir die Geschichte nicht gefallen? Mir haben die Charaktere einfach nicht angesprochen. Kein einziger! Die Handlung war zu vorhersehbar und bot auch keine wirklichen Überraschungen. Zwar sollten einige dramatische Szenen für Spannung sorgen, doch durch das Offensichtliche im Geschehen war der Nervenkitzel schon vorbei, bevor er richtig begonnen hat. Auch wurden immer wieder Andeutungen zum Leben der beiden Hauptfiguren gemacht, recht vertieft wurden diese Andeutungen dann doch nicht. Besonders zu Cals Vergangenheit blieb einiges offen, was interessant gewesen wäre zu erfahren. Da es sich bei der Geschichte um den ersten Band einer Trilogie handelt, will man wohl potenzielle Leser an der Stange halten. Sprachlich ist der Roman ganz ok, leicht und locker. Ein Held, der zu viele Fragen offen lässt; eine alte Liebe, die eigentlich eine neue Liebe gefunden hat; eine Zicke, die mein über jedem zu stehen; ein lesbisches Pärchen; und eine Heldin, die dafür sorgt, dass alles gut wird. Leider etwas zu viel des Guten, da einfach nur oberflächlich und zu “Happy End” gewollt für alle Beteiligten.

Mein Fazit:

Die Idee für die Geschichte fand ich recht gut, auch wenn sie nicht wirklich neu ist. Informationen nach soll es sich um eine moderne Adaption der Poldark Romane von Winston Graham handeln, die in England wohl sehr bekannt sind und auch verfilmt wurden. Grundsätzlich hab ich kein Problem damit wenn man etwas altes nimmt und mit eigenen Ideen neu erschafft. Das ist wie beim Kochen auch – in dem Buch sind auch Rezepte abgedruckt – man kann ein Rezept einfach mit eigenen Zutaten abwandeln. Doch einfach nur alles mögliche in einen Topf werfen, Deckel drauf und dann kommt was köstliches dabei raus, ist auch nicht immer gewiss. Bei der Umsetzung dieser Geschichte nach einem vorgegebenen Rezept ist leider einiges falsch gelaufen!

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

debüt, darcey bell, geheimnisse, mord, blog

Nur ein kleiner Gefallen - A Simple Favor

Darcey Bell , Tanja Geke
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Lübbe Audio ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 10.04.2017
ISBN 9783961090273
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Einen schnellen Einstieg in die Geschichte erlebt man in diesem Roman. Stephanie schreibt vom Verschwinden ihrer besten Freundin Emily auf ihrem Mom-Blog. Das fand ich schon mal sehr interessant. Kein Prolog, kein langes Vorspiel. Als Zuhörer ist man gleich mitten in der Geschichte. Stephanies Erzählungen lassen schon einiges an Raum für Vermutungen aufkommen. Ist Emily nur verschwunden oder wurde sie ermordet? Von ihrem Ehemann? Sie erzählt von ihrer tiefen Freundschaft zu Emily, doch ihr Mann scheint Stephanie nicht einmal zu kennen, so zumindest der Eindruck. Spielt sich die ganze Geschichte möglicherweise nur in Stephanies Kopf ab? Erträumt sie sich irgendetwas um aus ihrem einsamen Dasein herauszukommen? Fragen über Fragen bereits auf den ersten Hörabschnitten. Viele dieser Fragen klären sich mit der Zeit, doch kommen neue hinzu. Neue Hinweise und Wendungen machen die Geschichte spannend. Durch Rückblicke und die Blogeinträge erfährt man vor allem viel über Emily, aber auch Stephanies Charakter wird klarer. Beide sind nicht wirklich sympathisch, eher oberflächlich, so bekommt man zu ihnen auch keine rechte Verbindung. Auch Sean, der Ehemann, ist kein Sympathieträger. Geschickte sind Verdrehungen und Wirrungen in die Handlung eingebaut und lassen einiges an Raum für Spekulationen und Eventualitäten. Irgendwann ist aber dann doch klar in welche Richtung sich die ganze Geschichte entwickelt, die Lösung ist greifbar und leider sind der Autorin dann auch die Überraschungen ausgegangen. Die Idee war gut, die Umsetzung war auch nicht schlecht, hat aber eben dann doch etwas nachgelassen.

Tanja Gerke hat eine ganz tolle Stimme, die auch die Stimmung in dem Roman ganz gut wiedergeben konnte. Ihr hört man gerne zu.

Das Cover ist recht schlicht gehalten. Die gesichtslose Frauengestalt passt auch zu den weiblichen Charakteren. Zu ihnen, aber auch zu allen anderen Personen war man eher distanzierter Beobachter. Die stärkste Gefühlsregung zu ihnen meinerseits war Unglaube gegenüber dem ein oder anderen Gesagten, Gedachten oder Verachtung gegenüber der Taten. Das Cover zeigt diese Distanziertheit zu den Charakteren also sehr gut.

Mein Fazit:

Ein guter Roman der nur die eine Schwäche hat, dass man als Zuhörer recht bald weiß in welche Richtung sich die Geschichte dreht. Auch wenn die Autorin noch versucht hat durch Drehungen und Wendungen, die Lösung hinauszuzögern, ist die Auflösung am Ende doch zu einfach und problemlos von statten gegangen. Tanja Gerke hat aber das Beste aus der Geschichte herausgeholt.

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muslima, liebesroman, autorin, london, beziehung

Ausgerechnet du und ich

Ayisha Malik
E-Buch Text: 432 Seiten
Erschienen bei Heyne Verlag, 09.05.2017
ISBN 9783641207175
Genre: Liebesromane

Rezension:

Sofia und ihr Dating-Guide ist eine recht witzige, unterhaltsame, kurzweilige Geschichte. Genau passend für die heißen Temperaturen.

Sofia erzählt von ihren Erlebnissen im Privat- und Berufsleben in einer Art Tagebuchform. In zeitlichen Angaben zum jeweiligen Tag und Stunde begleitet man sie so durch ein Jahr. Sofia ist zwar eine moderne aufgeschlossene Muslima, andererseits ist sie aber auch sehr religiös und das drückt sie durch das Tragen ihres Nidschab aus.

Während in ihrem Umfeld all ihre Freundinnen verlobt oder verheiratet sind, selbst ihre Schwester Maria steht kurz vor der Hochzeit, will Sofia von einer Ehe nichts mehr wissen. Sie hat sich von ihrem Verlobten getrennt. Den Grund verrate ich an dieser Stelle nicht ;) . Auf jeden Fall ist es unterhaltsam, berücksichtigt man das Traditionelle, das in der Geschichte natürlich auch eine Rolle spielt. Für Sofia kommt also ein Ehe so bald nicht in Frage. Schon gar keine Traditionelle, in der sich die Frau dem Mann unterzuordnen hat. Wenn sie heiratet, dann aus Liebe! Ihren Dating-Guide nutzt sie also einerseits für die Arbeit, andererseits um auf diesen Weg vielleicht die wahre Liebe mit einem modernen Moslem zu finden…..

Über einige Monate begleitet man als Leser Sofia also durch ihr Privatleben. In kurzweiligen Abschnitten bringt einem die Autorin das Leben in einem muslimischen Haushalt näher, nicht ohne eine gute Portion Humor mit einfließen zu lassen. Auch die Männerwelt bekommt einiges ab. Sie nimmt die muslimischen Herren schon aufs Korn, schneidet aber auch gesellschaftliche Problemthemen wie Homosexualität, Traditionen in der Familie oder Zweitfrau an. Meistens mit einer ordentlichen Prise Sarkasmus.

Das Cover gefiel mir auf Anhieb. Die Farben erinnern mich eher an Indien, an Frauen in ihren farbenfrohen traditionellen Kleidungen. Wohingegen die Zeichnungen mich an Hennatattoos denken lassen. Na egal, es spricht mich trotzdem an.

Mein Fazit:

Ayisha Maliks Roman über die recht chaotische moderne und sehr religiöse Muslima Sofia ist köstlich amüsant und sorgt für einige gute Lacher und vergnügliche Lesemomente. Witzig, kurzweilig, unterhaltsam!

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französich, pierre lemaitre, erster weltkrie

Wir sehen uns dort oben

Pierre Lemaitre , Christian De Metter
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Splitter-Verlag, 01.06.2016
ISBN 9783958393936
Genre: Comics

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Was alles war

Annette Mingels , Ulrike C. Tscharre
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Der Hörverlag, 06.03.2017
ISBN 9783844526240
Genre: Romane

Rezension:

Wie begegnet man seiner leiblichen Mutter? Welche Erwartungen hat man und welche Gefühle lösen diese bei einem aus? Susa legt keine großen Erwartungen in dieses erste Treffen. Findet ihre Mutter nett, aber auch sehr ich-bezogen, hat den Eindruck alles muss sich um sie drehen, giert nach Aufmerksamkeit. Und doch erkennt sie sich in diesem Gehabe irgendwie wieder, das sie gehofft hatte mit den Jahren abgelegt zu haben. Ihre Mutter ist ein Lebemensch, genießt das hier und jetzt. Susa ist ihr dankbar für ihre Entscheidung, sie zur Adoption frei gegen zu haben. Sie hat die liebevollsten Eltern bekommen, die sie sich vorstellen kann und noch dazu eine wunderbare Schwester. Doch die Begegnung löst irgendwann auch den Wunsch aus ihre Brüder kennen zu lernen. Den Vater nicht so sehr, denn würde sie damit nicht ihren Papa verraten?

Man durchlebt in dieser Geschichte nicht nur Susas Gefühlswelt was ihre leibliche Mutter anbelangt. Auch wie sie ihren Brüdern begegnet und vor allem den traurigen familiären Verlauf der Handlung. Der Papa wird schwer krank, diese Situation bildet auch einen zentralen Punkt. Wie die Familie und vor allem Susa mit dieser Lebenslage umgeht. Dann ist da noch ihr Partner Henryk mit seinen zwei Töchtern. Nach der Hochzeit kommt noch ein gemeinsames Kind hinzu. Susa möchte weiterhin arbeiten, doch auch Henryk will seine Karriere vorantreiben. Eine schwierige Lage folgt auf die Nächste. Schließlich entscheidet sich Susa doch noch nach ihrem biologischen Vater zu suchen und reist in die USA. Dieses Aufeinandertreffen hat mich etwas verwirrt, entpuppte sich aber dann als gewollte Lüge von Susa. Alles wieder im Fluss. Dieses Treffen veranlasst Susa auch ihre Partnerschaft und ihr weiteres Leben zu überdenken.

Annette Mingels wurde selber als Baby adoptiert. Im Begleitheftchen zum Hörbuch erzählt sie von ihrer Mutter, der ersten Begegnung und den darauf folgenden, welche Gefühle diese bei ihr hervorrief und wie ihre Adoptiveltern mit ihr umgingen, wie sie sich entwickelt hat, der Begegnung mit ihren Brüdern. All diese Komponenten sind auch etwas abweichend in der Geschichte vorhanden.

Ulrike C. Tscharre hat die Geschichte auf ganz wunderbare Weise eingesprochen. Ihrer Stimme hört man gerne zu. Sie versteht es auf recht unspektakuläre  Art und Weise das Geschehen lebendig darzustellen.

Mein Fazit:

Die Autorin hat ihre eigenen Erfahrungen in der Geschichte wunderbar umgesetzt. Vieles darin findet man oft in den eigenen Kreisen wieder, besonders wenn es um Familie geht. Den Wunsch nach Harmonie, alles Richtig zu machen und doch auch mal egoistisch zu sein und nur mal auf sich zu achten. Ein sehr schöner Roman, den man nicht so schnell vergisst.

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53 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

kinder, tod, angst, pädophile, thriller

Du stirbst nicht allein

Tammy Cohen , Bernd Stratthaus
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 17.04.2017
ISBN 9783734104374
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mein Eindruck:

Tammy Cohens ersten Psychothriller "Während du stirbst" war von der Spannung her zwar eher flach gehalten, doch mit seinen Drehungen und Wendungen, fand ich ihn doch noch recht lesenswert. Entsprechend neugierig war ich dann auf ihr neues Werk.

Nach dem die kleine Poppy Glover spurlos verschwunden ist, wird das frühere Krisenteam wieder zusammengerufen. Da die Vermutung nahe liegt, dass es sich um den selben Täter handelt, welcher bereits die früheren Opfer auf dem Gewissen hat, werden auch die Eltern dieser Mädchen in die Recherche mit einbezogen. Die Mutter des ersten Opfers, hat für sich und die anderen Eltern eine Selbsthilfegruppe gegründet um mit dem Geschehenen besser zurecht zukommen. Das Verschwinden des kleinen Mädchen, reißt bei allen Beteiligten die Wunden wieder auf und jeder versucht auf seine eigen Art und Weise mit den Vorkommnissen zurecht zu kommen. Während Megan Purvis' Mutter Treffen der Selbsthilfegruppe organisiert, stecken die Reids in einer tiefen ehelichen Krise. Und die Millers, Eltern des dritten Opfers, wollen weg und woanders neu anfangen. Am meisten Leiden an der Situation aber Megans älterer Bruder Rory, der sich die Schuld am Tod der Schwester gibt, und Tillys ältere Schwester Jemima. Sie fühlen sich von den Treffen überfordert, wollen nicht immer an das Grauenhafte erinnert werden. Während Rory seiner Mutter aber nicht noch unnötig Kummer bereiten will, und mehr oder weniger folgsam ist, lässt Jemima ihren Frust und ihren Groll besonders die Mutter spüren.

Die Polizei ermittelt während dessen in alle Richtungen, geht Informationen nach und kommt doch keinen Schritt weiter. Durch das Melden einer besorgten Lehrerin rückt einer der Väter in den Mittelpunkt. Dann taucht eine weitere Zeugin auf, und die Suche nach dem Täter beginnt von vorne. Als dann auch noch Informationen an die Medien weitergegen werden, vermuten die Ermittler ein internes Leck. Um die Bevölkerung nicht gegen sich zu haben, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn der Mörder könnte sich jederzeit das nächste Mädchen holen....

Die Erzählstränge wechseln sich mit den hauptbeteiligten Personen ab und sind so konstruiert, dass man den Geschehnissen als Leser doch sehr nahe ist. Richtige Spannung kommt eher wenig auf, die psychische Belastung, die die Eltern und Geschwister der Opfer durchleben, sind aber sehr gut ausgearbeitet und man kann sich gut in sie hineinversetzten. Kindsmord und Pädophilie ist keine leichte Kost. Tammy Cohen bearbeitet die Thematik aber weder aufdringlich noch stark akzentuiert. Das Hauptaugenmerk ist auf die Ermittlungen und auf die Gefühlswelt der Eltern gerichtet. Durch einige Wendungen und neue Erkenntnisse liest sich der Psychothriller ganz gut, ist aber kein wirklicher Pageturner. Die Geschichte beinhaltet sehr viele unterschiedliche Charaktere in die man sich ganz gut hinein versetzten kann, die aber doch auch sehr oberflächlich wirken.

Mein Fazit:

Ein Psychothriller mit wenig Spannung,  mit einigen überraschenden Wendung und einem schockierenden Ende. Persönlich fand ich den Aufbau und die sich abwechselnden Szenarien zwar recht unterhaltsam. Die Charaktere waren zwar recht unterschiedlich in ihren Persönlichkeiten, mir fehlte aber diese Leser-zu-Charakter-Beziehung um den Protagonisten Sympathie oder Antipathie entgegenzubringen. Ein gut zu lesender Roman, der mich aber leider, trotz des brisanten Inhalts, nicht ganz überzeugen konnte.

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

hörbuch, bienen, roman, imkerei

Die Geschichte der Bienen

Maja Lunde , Ursel Allenstein , Bibiana Beglau , Markus Fennert
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Der Hörverlag, 20.03.2017
ISBN 9783844524963
Genre: Romane

Rezension:

In der Geschichte dreht sich alles um die Bienen, um die Menschen, welche mit sie erforschen und mit ihnen Arbeiten und das Überleben, wenn die Biene ausgestorben ist. Dann gibt es nämlich keine Blumenwiesen mehr, auch keine Artenvielfalt bei den Tieren und kaum noch Nahrung. Dies Szenarien sind alle unterschiedlich: William erforsch die Bienen, wie sie leben, und sucht nach einer Idee um sein Geschäft wieder anzukurbeln.   Nach sieben Töchtern setzt er all seine Zukunftshoffnung in seinen Sohn. Auch George setzt all seine Hoffnungen in seinen Sohn Tom. Doch der will von den Bienen und der Imkerei nichts wissen. George versucht mit allen Mitteln ihn umzustimmen, doch als die ersten Bienenvölker sterben beginnt für ihn der Kampf ums geschäftliche Überleben. Doch alle Mühen sind umsonst. Verbittert muss George aufgeben und hoffen, sich und seine Familie nicht ganz in den Ruin getrieben zu haben. Die bedeutungsvollste Sequenz davon war für mich Taos Geschichte.

Die Bienen sind ein wichtiger Bestandteil des Lebens. Ohne die Bienen wird das Leben für uns Menschen kaum möglich sein. Das ist in diesem Roman auf ganz eindringliche Weise durch Taos Geschichte dargestellt. Die Lebensmittel sind eingeschränkt. Die Menschen arbeiten um zu überleben. Alte gibt es kaum noch. Nur noch junge und gesunde Menschen erhalten das nötigste zum Überleben. Dies erkennt Tao allerdings erst, als sie sich auf die Suche nach ihrem Sohnes macht. Denn er wurde, nachdem er erkrankt ist, von den Behörden nach Peking gebracht. Als Tao in die Stadt kommt, sind dort kaum noch Menschen, nur noch halb verhungerte Jugendliche und Alte, die zum Sterben zurückgelassen wurden. Von ihrem Sohn aber keine Spur. Was ist ihm zugestoßen? Warum ist er von einem Moment auf den Nächsten so krank geworden? Diese Frage lässt Tao nicht los und sie beginnt in einer Bibliothek nach Antworten zu suchen. Und sie findet sie und erhält plötzlich das Wissen, wie man die Menschheit retten kann. Denn was ihrem Sohn passiert ist, erklärt die Vorkommnisse im Wald ihres Heimatdorfes ….

Die drei Erzählstränge sind sehr komplex und wechseln sich immer wieder ab. Als Zuhörer erfährt man einiges über Bienen, über ihr Wesen und über die Arbeit mit ihnen und natürlich welcher Lebensgrundlage wir Menschen uns selber berauben, wenn es die Bienen nicht mehr gibt. Der Roman schildert eindringlich was auf zukünftige Generationen zukommen wird, wenn es die summenden Honigsammler nicht mehr gibt. Der Autorin ist es ganz gut gelungen eine anschauliche Geschichte aus sachlichem Wissen und nachweisbaren Erkenntnissen zu kreieren.

Durch die drei unterschiedlichen Stimmen viel es auch mir als Zuhörer leicht, dieser doch recht verflochtenen Geschichte,  zu folgen. Die drei Handlungsstränge sind für sich schon sehr interessant und fügen sich, auch wenn sie durch die Zeit voneinander getrennt sind, gekonnt zusammen.

Das Cover minimalistisch einfach. Es braucht aber auch nicht mehr um die Kernaussage zu treffen!

Mein Fazit:

Ein lange nachhallender Roman, der dazu anregt sich mit dem Bienensterben und den Folgen auseinanderzusetzten. Er schreit geradezu nach einem Umdenken und Umschwenken, was den Umgang mit der Natur betrifft. Welche Auswirkungen Umweltgifte, Chemie und Pestizide auf das Leben und in diesem Fall auf die Bienen im Besonderen hat und mit welchen Konsequenzen die Menschheit früher oder später zu rechnen hat. Ja, es ist ein Roman, doch auch in Sachbüchern kann man es schon nachlesen und aufgeschnappt haben es sicherlich auch die meisten schon: “Stirbt die Bien aus, stirbt auch der Mensch!”. Es wird höchste Zeit umzudenken! Kein Sachbuch, aber ein wichtiges Buch – unbedingt lesen oder hören!

Einen Punkteabzug gibt es nur wegen der gekürzten Lesung, die Geschichte selber hat eine glatte 5 verdient!

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211 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 112 Rezensionen

liebe, autor, verlag, lesereise, lyx

Wer weiß schon, wie man Liebe schreibt

Kristina Günak
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 24.04.2017
ISBN 9783736304659
Genre: Liebesromane

Rezension:

Endlich wieder einmal ein netter Roman, der ohne die üblichen 08/15 Liebesromanzen Klischees auskommt. Endlich wieder einmal eine Geschichte, die neben einer guten Portion Humor und Situationskomik, auch ein ernsthaftes Thema anschneidet.

Bea Weidemann ist nicht nur PR-Referentin, sie ist auch keine Nein-Sagerin. Tritt jemand mit einer Bitte an sie heran oder fragt sie nach einem Gefallen, dann kann Bea einfach nicht Nein sagen. Egal wie stressig ihr eigenes Leben gerade ist, Bea hilft immer und überall. Ihre Familie und ihre Kollegen, denken sich vielleicht gar nichts böses dabei, irgendwann ist es wohl zur Selbstverständlichkeit für alle geworden und Bea kann auch nicht aus ihrer Haut. Erst Tim Bergmann, der ganz und gar nichts damit am Hut hat jedem alles Recht zu machen, begreift die junge Frau, dass man auch mal nur an sich denken soll und auch mal “nein” sagen darf.

Mir waren beide Protagonisten gleich sympathisch. Bea, die mit ihrem Perfektionismus und ihrem Hang jedem alles Recht machen zu wollen oder zu müssen, auf der einen Seite und Tim, der sein Herz auf der Zunge trägt und so manchen vor den Kopf stößt, könnten unterschiedlicher nicht sein. Aber gerade dieser Kontrast sorgt für den nötigen Wirbel und Witz in der Geschichte. So unterschiedlich die Beiden auch sind, so gut harmonierten diese Unterschiede auch. Es wäre doch langweilig, wenn gleich beim ersten Kennenlernen der Liebesblitz eingeschlagen hätte.  Sozialkritische Situationen kommen auch in der Handlung vor, spielen aber leider nur eine untergeordnete Rolle. Diese sorgten zwar dafür, dass der Roman kein oberflächlicher Liebesroman wurde, hätten aber durchaus noch etwas ausführlicher und intensivere Betrachtung verdient.

Dies war mein erster Roman von Kristina Günak und er hat mich doch überrascht. Ihr Schreibstil ist sehr unterhaltsam. Sie kombiniert einen leichte lockere Situationen mit Ernsthaften. Witz, Humor und harte Realitäten wechseln sich geschickt ab.

Mein Fazit: Ein Anti-Falten-Training für das Gesicht ist dieser Roman. So oft gelacht und gegrinst habe ich schon lange nicht mehr beim Lesen. Einfach herrlich, einfach nur mal ohne groß über gelesenes nachdenken zu müssen, einfach nur zum Entspannen schön

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12 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

harry hole, serienmörder, norwegen, thriller, oslo

The Thirst: Harry Hole 11

Jo Nesbø
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Harvill Secker, 20.04.2017
ISBN 9781911215295
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nicht mein erster Thriller von Jo Nesbo, aber mein erster Harry Hole. Ich hab schon viele begeisterte Stimmen über den Ermittler gehört und war daher sehr gespannt ob ich dem Roman überhaupt folgen kann, da es sich ja bereits um den 11. Fall handelt. Und ja, ich konnte!

Harry stößt in diesem Thriller erst später zu der Truppe, die den Fall des grausamen Mordes an einer jungen Anwältin bearbeitet. Katrin Brett und ihr Team folgen schon einigen Spuren. Die Tötungsmale des Opfers deuten auf einen Vampiristen hin. Das Tötungswerkzeug konnte der Forensiker Bjorn Holm auch bereits identifizieren. Doch die Ermittler stehen unter starkem Druck. Niemand weiß, ob es sich um eine Einzeltat handelt oder ob möglicherweise ein Serienkiller unterwegs ist. Besonders ihr eigenen Vorgesetzter, Polizeichef Mikael Bellman, erwartet Ergebnisse. Dieser hat großes vor in seiner Laufbahn und kann es sich nicht leisten, dass dieser Fall den Bach hinunter geht. Also bittet er Harry Hole zurück zukommen. Sein letzter (ungelöster) Fall hat ihm psychisch und physisch den Rest gegeben und so wurde er Versetzt und unterrichtet seit dem an einer Polizeiakademie. Auch wenn er immer noch nicht ganz der Alte zu sein scheint, übernimmt er parallel zum anderen Team den Fall mit einer eigenen von ihm ausgesuchten Truppe. Zusammen mit Bjorn Holm, seinem alten Freund Stale Aune, Anders Wyller – einem jungen Detektiv, und Hallstein Smith – einem Psychologen, macht er sich daran, den Mörder zu Stoppen ……

Nesbo versteht es von der ersten Seite an, die Spannung hoch zu halten. Als Leser ist man allen Beteiligten sehr nahe. Besonders bedrückend wird diese Nähe, wenn der Mörder auf der Jagd nach seinem nächsten Opfer ist. Diese Szenen sind lassen einen schon mal das Atmen vergessen. Geschickt wechselt der Autor zwischen den Akteuren in diesem Thriller. Für mich als “Nicht-Harry-Hole-Kenner” waren die vielen Namen erst mal schwierig zu merken. Doch in meinem Lesefluss störte es mich dann doch nicht. Auch empfand ich die abschweifenden Ereignisse in das Privatleben einiger beteiligter Personen in keiner Weise als störend oder langatmig. Im Gegenteil. Sie brachte mir die Charaktere noch näher und ich konnte mich in jeden einzelnen noch besser hineinversetzen. Egal ob sympathisch oder unsympathisch, jeder einzelne Typ war gut durchdacht und entsprach auf einzigartige Art seiner zugeteilten Rolle.

Mein Fazit:

Auch wenn mir die Thriller rund um Harry Hole nicht bekannt sind, war der Einstieg mit Fall Nr. 11 kein Problem. Der Autor zeichnet Harry Hole, seine Persönlichkeit und sein Privatleben so gut kurz und knapp nach, das man von ihm auch bei einem späteren Einstieg in die Serie ein klares Bild vor Augen hat. Ein wirklich gelungener Thriller, der alles bietet, was man sich als eingefleischter Thriller-Leser wünscht. Auch die englische Übersetzung ist gut zu lesen und gut zu meistern. Gerne gebe ich für dieses Buch eine Leseempfehlung!

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88 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

london, krieg, liebe, malta, roman

Die Liebe in diesen Zeiten

Chris Cleave , Susanne Goga-Klinkenberg
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 07.04.2017
ISBN 9783423261401
Genre: Romane

Rezension:

Der Verlagstext trifft den Inhalt der Geschichte zwar recht gut, der Verlauf ist aber doch ganz anders wie oben dargestellt. Der Roman ist alles andere als nur eine tragische Liebesgeschichte in der zwei Menschen der Sehnsucht nach dem Anderen nachhängen. Ein Roman über Liebe, Freundschaft, Mut und Verlust in Zeiten des Krieges, so steht es am Buchrücken. Das beschreibt in wenigen Worten diese großartige Geschichte genau.

Mary und Alistair, die beiden Hauptfiguren, treffen erst kurz vor Ende des ersten Drittels aufeinander. Er ist sofort fasziniert von der jungen Frau, die Freundin seines besten Freundes, die er sich so ganz anders vorgestellt hat. Auch Mary findet Alistair interessant, doch liebt sie Tom und die Hochzeit ist schon geplant. Die Wege der Beiden trennen sich nach nur wenigen Stunden. Er muss zurück zu seiner Einheit an die Front und sie zu ihrer Aufgabe als Hilfslehrerin. Viele der Kinder – die Hübschen, Klugen und Gesunden – wurden von der Behörde vorsorglich aufs Land in Sicherheit gebracht. Doch die weniger Hübschen, die Krüppel, die Kranken und die Schwarzen wurden zurück gelassen. Diese Situation ist für Mary untragbar und sie beschließt mit Toms Hilfe, diese Kinder weiterhin zu unterrichten. Während einer verheerenden Bombennacht, stirbt Tom. Nach Monaten der Trauer fängt Mary an Alistair zu schreiben. Dieser ist auf Malta stationiert und erlebt dort die Grausamkeiten des Krieges. Luftangriffe stehen an der Tagesordnung, der Seeweg ist blockiert, sodass die Menschen irgendwann fast am Verhungern sind, nur wenige Versorgungsflüge erreichen die Insel. Als Alistair eines Tages einem abgestürzten Piloten beistehen möchte, verletzt ihn dieser schwer an der Hand. Monate später kommt er endlich mit Hilfe eines Vorgesetzten auf einen Rettungsflug. Doch wird er die Heimat nicht erreichen…..

Man möchte sich diese schlimme Zeit mit all ihren Grausamkeiten gar nicht vorstellen, doch ist es in der Geschichte so bildhaft dargestellt, dass man gar nicht darum herum kommt. Auch kaum vorstellbar dieser Enthusiasmus den die Menschen, vor allem die Zivilbevölkerung, entwickelt haben ist kaum vorstellbar. Der Glaube der Leute daran, dass dieser Krieg nur von kurzer Dauer und die Nazis im Null Komma Nix wieder in ihre Schranken gewiesen werden, war schon erschreckend. Mary und Alistair verkörpern diese Euphorie und Überzeugung auf sehr realistische Weise. Während Alistair bereits bei seiner Ausbildung zum Soldaten erkennen musste, wie falsch er mit seiner Meinung lag, erfasste Mary erst viel Später, nach Toms Tod und der Zerstörung der Stadt, welchem Irrglauben sie verfallen war. Als Leser wird man tief in die Geschehnisse um die beiden Hauptfiguren hineingezogen. Man erlebt die Schrecken, aber auch die schönen Momente dieser Zeit hautnah mit. Die Frontszenen auf Malta sind schrecklich. Der Großvater des Autors erlebte die Angriffe der Deutschen und die Hungersnot am eigenen Leib. Der Roman birgt auch etwas Autobiographisches in sich. Dies und die Entstehung des Romans erfährt man im Nachwort des Autors. Es sorgte bei mir dafür, sich das Gelesene noch einmal durch den Kopf gehen zu lassen. Die Schrecken Revue passieren zu lassen, und sich die Menschen dieser Zeit vor Augen zu führen.

Den deutschen Titel finde ich zu simpel gehalten und passt nicht wirklich zum Verlauf der Geschichte. “Everyone Brave Is Forgiven” – “Jedem Mutigen ist vergeben” – ja klingt auf Englisch einfach besser. Auf dem Cover die Zerstörung, bis auf den Briefkasten in den die junge chique gekleidete Frau ihre Post einwerfen will, gefällt mir recht gut. Der Hut kommt meiner Erinnerung nach auch in der Geschichte vor.

Mein Fazit:

Ein Roman der mir regelrecht unter die Haut gegangen ist. Der kein Blatt vor den Mund nimmt, Ausdrücke verwendet die heute auf gar keinen Fall mehr gebraucht werden sollen/dürfen, die schrecklichen Zeiten auf eindrückliche und bedrückende Weise darstellen. Ein Roman der von der Sprache her einfach zu lesen ist, den man aber nach der letzten Seite nicht einfach zuklappt und vergisst!

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125 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 53 Rezensionen

thriller, schweden, texas, kristina ohlsson, schwesterherz

Schwesterherz

Kristina Ohlsson , Susanne Dahmann
Flexibler Einband: 479 Seiten
Erschienen bei Limes, 10.04.2017
ISBN 9783809026631
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Endlich was neues von Kristina Ohlsson. Auf diese neue Serie freute ich mich wie blöde und konnte es gar nicht erwarten!

Der Klappentext gibt eigentlich schon einen guten Einblick, was einen als Leser in der Handlung erwartet. Bobby Tell hat Martin Benners Neugier also geweckt und er begibt sich auf Spurensuche. Martin Benner ist übrigens nicht Staatsanwalt, sondern nur Anwalt. Das sei nur mal so erwähnt. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Martin Benner. Er erzählt die Vorkommnisse einem Journalisten. Es ist also schon alles passiert. Der Roman ist in mehrere Teile aufgeteilt und am Anfang steht jeweils ein Dialog zwischen Benner und dem Journalisten. Diese Dialoge machen schon sehr neugierig auf die Handlung und man überlegt schon was sich während Martins Recherchen wohl zugetragen haben könnte.

Leider fand ich die Umsetzung alles andere als Gelungen. Die Handlung hatte spannende Ansätze, konnte mich aber nie wirklich überzeugen oder mit sich reißen. Mein größtes Problem stellte Martin Benner selber dar. Er ist für mich nur ein Trieb gesteuerter Narziss. Ist das  jetzt in Mode bei  Skandinavischen Autoren Ermittler mit besonders sexuellen Leidenschaften oder Vorlieben? Nicht, dass ich etwas gegen eine gute Prise Liebesleben in einem Thriller hätte. Bei dieser Erzählung fand ich es nur nervend.

Eine spannende Herangehensweise waren die Dialoge zwischen Benner und dem Journalisten zu Beginn der jeweiligen Teile. Es wurden Andeutungen gemacht, die einen Nervenkitzel vermuten ließen. Leider empfand ich eben diesen in den jeweiligen Abschnitten  überhaupt nicht oder nur mäßig. Zum Ende hin hatte man viele Informationen, hat aber nicht wirklich etwas erfahren. Kurz und gut  : zum Schluss ist man genau so schlau wie am Beginn, man weiß einfach gar nichts!

Mein Fazit:

Eine grandiose Enttäuschung für mich. Der Thriller kann bei weitem nicht mit den Büchern mithalten, welche die Autorin früher abgeliefert hat. Soll man sich als Leser, durch das nicht gegebene Ende, dann auch noch die Qual antun und den nächsten Band lesen? Diese Entscheidung muss wohl jeder für sich fällen. In der Hoffnung, dass die Autorin danach wieder zu ihren alten Stärken zurückfindet, setzte ich da mal aus!

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Eine englische Ehe

Claire Fuller , Susanne Höbel , Heikko Deutschmann , Leslie Malton
Audio CD
Erschienen bei OSTERWOLDaudio, 20.03.2017
ISBN 9783869523422
Genre: Romane

Rezension:

Ich muss gestehen ich kam nicht ganz leicht in die Geschichte hinein. Die Handlung ist in drei unterschiedlichen Erzählsträngen aufgeteilt. Einmal in Gil Colemans und seiner Töchter Gegenwart, dann die Briefe die Ingrid geschrieben hat und schließlich erzählt Ingrid auch noch ihre Geschichte vom Kennenlernen bis hin zur Ehe und dem Kinder kriegen. Dieser Erzählstrang bereitete mir echte Schwierigkeiten. Ich empfand die Zeitform als störend und konnte mich ganz schlecht darauf einlassen. Die Geschichte selber fand ich sehr schön, anspruchsvoll und nichts was man mal schnell nebenbei in sich aufnimmt.

Gil Coleman beschäftig sich gerade mit Büchern als er einen Blick aus dem Fenster wirft und auf der Straße seine Frau sieht, die zwölf Jahre zuvor spurlos verschwunden ist. Er folgt ihr um sie zur Rede zu stellen und verletzt sich dabei schwer. Seine zwei Töchter pflegen ihn dann zu Haus.  Während die ältere die Begegnung mit Ingrid keine Minute lang glaubt, klammert sich Flora daran fest und hofft auch ihre Mutter möge wieder aufgetaucht sein.

Durch die Briefe, die in der Zeit entstanden als Ingrid bereits Mutter war, und Ingrids Erzählung aus der Vergangenheit bekommt man allmählich ein gutes Bild von diesem  Beziehungs-, Ehe- und Familiendrama. Auch wenn mir die Zeitform in Ingrids Part nicht ganz zusagte, konnte ich mich mit jeder Minute besser in sie hineinversetzen und ihre Gefühlswelt verstehen. Sie erzählt die Jahre des Kennenlernens und Zusammenleben mit Gil. Es ist eine Zeit, als Frauen die Freiheit für sich beanspruchten zu studieren, fernab von Kind und Familie. Ingrid wollte beides, bekam aber nicht die Chance dafür. Für Gil gab sie ihre eigenen Träume auf, hatte schließlich zwei kleine Kinder zu versorgen, einen Ehemann der wenig zu Hause war und sie auch immer wieder betrog.

Als Zuhörer fragt man sich immer wieder, was ist mit Ingrid passiert. Ist sie tatsächlich verschwunden, weil sie nicht mehr weiterwusste. Was steckt dahinter? Die Auflösung ist gut und selbst erklärend, wenig tröstlich aber passend.

Heikko Deutschmann hat mich ja schon früher von seiner Qualität als Hörbuchsprecher überzeugt. Seine Art des Erzählens, dem Spielen mit den Tonlagen, das gefällt mir einfach und lässt mich in die Geschichte hineinfallen.

Leslie Malton hat auch eine sehr angenehme Stimmfarbe, ihre Art des Erzählens fand ich ab und an aber recht langweilig. Ich mag es, wenn man unterschiedliche Gemütslagen auch entsprechend heraushört. Da hat sie sich doch etwas zurückhaltender gegeben.

Mein Fazit:

Ein wirklich gelungener anspruchsvoller Roman, über eine Beziehung bzw. eine Ehe, die eigentlich sehr harmonisch ist. Es braucht nicht immer Brutalität um ein Drama auszulösen. Das ist in dieser Geschichte sehr gut dargestellt. Die Zeit in der sich die Beziehung abspielte, war eine Zeit in der man als Frau einen Ausweg aus einer Ehe mit Kindern kaum fand. Ingrid war als gefangen, ihre Ausweg aus der Beziehung war so wohl nicht gewollt, gibt dem Roman aber die passende Dramatik.

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