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36 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

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Der Apfelbaum

Christian Berkel
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 12.10.2018
ISBN 9783550081965
Genre: Romane

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109 Bibliotheken, 17 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

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Die kleinen Wunder von Mayfair

Robert Dinsdale , Simone Jakob
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Knaur, 01.10.2018
ISBN 9783426226728
Genre: Romane

Rezension:

In der Geschichte geht es um ein magisches Spielwarengeschäft in London zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Betrieben wird es von Papa Jack und seinen Söhnen, Kaspar und Emil. Papa Jacks Spielzeuge sind legendär für ihren Erfindungsreichtum und ihre Magie, z.B. gibt es täuschend echte Patchworkhunde, Vögel aus Pfeifenreinigern und Bäume aus Pappmaschee. Die jährliche Eröffnung des Ladens vor Weihnachten ist immer ein Spektakel. Die junge Cathy wird als Angestellte aufgenommen, nachdem sie – schwanger – vor ihrer Familie geflüchtet ist, die sie in einem Heim für unverheiratete Mütter unterbringen will. Aus ihrer Perspektive wird erzählt. Die fortwährende Rivalität zwischen den beiden Brüdern um die Erfindung des magischsten Spielzeugs und um das Erbe des Emporiums sowie die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs stehen im Vordergrund der Geschichte.

 

Die anfängliche Magie, die der Geschichte innewohnt, weil sie fast ausschließlich in einem ganz besonderen Spielwarengeschäft angesiedelt ist, und die mir recht gut gefallen hat, geht irgendwann verloren, nachdem sich die von Emil geschaffenen hölzernen Spielzeugsoldaten mehr und mehr zu lebenden Soldaten verselbständigen. Das ist für mich eine negative Entwicklung. Eher gut gelungen ist die Darstellung der traumatisierenden Auswirkungen eines Krieges gerade auf die Psyche der Soldaten. Die Botschaft, die das Buch vermitteln will, ist, dass die Magie der Kindheit mit ihren Spielzeugen vor dem Hintergrund von Krieg, Armut und Traumata sehr kostbar ist.

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410 Bibliotheken, 17 Leser, 4 Gruppen, 87 Rezensionen

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Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert

Joël Dicker ,
Fester Einband: 736 Seiten
Erschienen bei Piper, 13.08.2013
ISBN 9783492056007
Genre: Romane

Rezension:

Dieses Buch fesselt bis zur letzten der immerhin 725 Seiten. Es ist eine Mischung aus  Kriminalgeschichte, Liebesgeschichte und Sachbuch über das Schreiben eines guten Buches.

Die Schriftstellerei steht im Fokus, schon weil die beiden Protagonisten Autoren sind. Im Garten des berühmten Schriftstellers Harry Quebert in der amerikanischen Kleinstadt Aurora/New Hampshire wird im Jahr 2008 die Leiche der seit 33 Jahren vermissten Jugendlichen Nola gefunden. Bei sich hat das Mädchen das Manuskript des Romans, mit dem Quebert berühmt wurde. In ihm geht es um die Liebe zwischen einem älteren Mann und einem Mädchen. Quebert gerät unter Mordverdacht. Als sich herausstellt, dass er tatsächlich eine Liebesbeziehung zu Nola hatte, setzt sein beruflicher Niedergang ein. Queberts Schüler und Freund Marcus Goldman, der sich selbst mit einem ersten Buch einen Namen gemacht hat, jetzt aber unter einer Schreibblockade leidet, beginnt aufzuklären und schriftstellerisch zu verarbeiten, ob Quebert wirklich den Mord begangen hat. Dabei versetzt er den ganzen Ort in Aufruhr.

Das wirklich Raffinierte und Fesselnde an der Geschichte ist, wie die Auflösung des Kriminalfalls angegangen wird und sich verschiedene Verdächtige, die auch der Leser für solche halten muss,  als unschuldig erweisen, und wie nach und nach zu Tage kommt, welches Wissen die Bewohner von Aurora tatsächlich jahrzehntelang mit sich trugen. Interessant sind die regelmäßig eingeschobenen Regeln darüber, was ein gutes Buch beim Schreiben erfordert, die Quebert seinem Schüler Goldman eintrichtert. Nicht zuletzt ist das Buch auch amüsant, z.B. die Telefonate von Goldman mit seiner Mutter, die ihren Sohn endlich unter die Haube kriegen will.

 

Dieses Buch ist wirklich lesenswert.

 

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80 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 70 Rezensionen

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Der englische Liebhaber

Federica de Cesco
Fester Einband: 360 Seiten
Erschienen bei Europa Verlag , 29.06.2018
ISBN 9783958900806
Genre: Romane

Rezension:

Einen Namen hat sich die Autorin vor allem durch Kinder- und Jugendbücher gemacht, Unterhaltungsromane für Erwachsene folgten und jetzt dieser historische Roman, in dem sie die wahre Liebesgeschichte ihrer Tante verarbeitet.

Die deutsche Übersetzerin Anna und der verheiratete englische Spionageoffizier Jeremy lernen sich 1947 in Münster kennen und lieben. Zu der versprochenen Ehe kommt es nicht mehr, weil Jeremy in seine Heimat zurückgerufen wird und der Kontakt seither vollständig abbricht. Anna ist allerdings schwanger von ihm und zieht als unverheiratete und für die  Deutschen verächtlich als Britenschlampe geltende Frau  ihre unehelich geborene Tochter mit allen nur ersichtlichen Schwierigkeiten alleine groß. Erst ein Vierteljahrhundert später sucht sie wieder Kontakt zu dem damaligen Geliebten und die alte Liebe flammt erneut auf.

Der geschichtliche Hintergrund, in den diese Geschichte gebettet ist, gefällt mir wirklich gut. Wie Deutschland nach Ende des Zweiten Weltkriegs am Boden lag und in welchem Elend die Bevölkerung lebte, ist realistisch dargestellt. Interessant ist insbesondere der Aspekt, welche Rolle deutsche Frauen einnahmen, die sich mit „feindlichen“ Soldaten einließen. Das war mir bis dato gar nicht bewusst. Im Gegensatz dazu hat mich der unterhaltende Teil der Geschichte enttäuscht, er ist zu sehr überfrachtet mit Klischees. Am meisten habe ich mich daran gestoßen, dass eine doch gebildete junge Frau wie Anna sich naiv und urplötzlich in einen verheirateten Mann verliebt und nach Erkennen der Schwangerschaft nicht alle Hebel in Bewegung setzt, um diesen aufzuspüren. Das Tüpfelchen auf dem i ist dann gar, dass sie ihren Geliebten 25 Jahre lang nicht vergessen kann und gleich beim ersten Treffen erneut das Eheversprechen des wieder verheirateten Geliebten annimmt und dieser für die gemeinsame Tochter sofort der liebende„Daddy“ ist. Wirklich viel Handlung bietet das immerhin 358 Seiten umfassende Buch nicht auf.

 

Ein Buch, das man durchaus lesen kann, aber nicht muss.

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(42)

64 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 39 Rezensionen

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Ich komme mit

Angelika Waldis
Fester Einband
Erschienen bei Wunderraum, 27.08.2018
ISBN 9783336547975
Genre: Romane

Rezension:

Wer zu diesem Buch greift, sollte wissen, dass es sich nicht mal so eben zwischendurch lesen lässt, wozu man aufgrund seines geringen Umfangs von nur 209 Seiten vielleicht verleitet sein könnte. Denn es ist ein Buch, das es thematisch in sich hat – es geht um Krankheit, Tod, Alterseinsamkeit und immer wieder um die philosophische, zum Nachdenken anregende Frage, was Leben ist.

 

Der 20jährige Student Lazy und die verwitwete, vereinsamte Vita, Anfang 70, wohnen im selben Mehrfamilienhaus. Vita kennt Lazy schon von seiner Kindheit an und mochte ihn nie. Das ändert sich, als Lazy fast hoffnungslos an Leukämie erkrankt. Vita nimmt ihn bei sich auf. Sie freunden sich an, unternehmen eine gemeinsame Reise und beschließen den gemeinschaftlichen Freitod.

 

So besonders wie die Freundschaft zwischen einem jungen Mann und einer alten Frau ist, so ist auch das gesamte Buch. Die Autorin nimmt sich der ernsten Themen mit einer Art Galgenhumor an und lässt die beiden Protagonisten mit schönen Sprachspielen kommunizieren. Faszinierend ist auch das Spiel, das Lazy und Vita irgendwann aufnehmen. Sie tauschen immer wieder– philosophisch anmutende – Sätze darüber aus, was Leben für sie ist, z.B. „Leben ist Melodie erkennen im Summen des Kühlschranks“ oder „Leben ist lachen beim Kitzeln“.

 

Ein absolut lesenswertes Buch.

 

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76 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 57 Rezensionen

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Man muss auch mal loslassen können

Monika Bittl
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 03.09.2018
ISBN 9783426523230
Genre: Romane

Rezension:

Die Beschreibung des Buchs auf dem Buchrücken, in der der urkomische schwarze Humor der Geschichte in den Vordergrund gestellt wird, trifft so zwar nicht zu. Denn um eine satirische Abhandlung des ernsten Themas Tod handelt es sich nicht. Eher würde ich sagen, dass auf makabre Weise über fehlgeschlagene Suizidversuche geschrieben wird. Von diesen gibt es in der Tat eine ganze Reihe, unternommen von den drei sich zufällig begegnenden Protagonistinnen Charlotte, Wilma und Jessy, die aus ganz unterschiedlichen Gründen ihres Lebens überdrüssig sind – Krankheit, berufliches Scheitern, Existenzangst, Liebeskummer. Sie treffen auf Ralle und Moritz, die aus einer Bierlaune heraus einen dilettantischen Raubüberfall begehen und derer sich die Frauen bedienen wollen, um ihr Ziel endlich zu erreichen.

Die Romanfiguren sind sehr unterschiedlich. Eine schöne charakterisierende Kurzbeschreibung ist auf dem Klappeninnendeckel zu finden. Nicht jede wird jedem Leser gleichermaßen gefallen. Ich für meinen Teil hatte etwa Schwierigkeiten, mit Jessy warm zu werden, deren „prollige“ Sprechweise gewöhnungsbedürftig ist. Und auch Moritz mit seinen „linken“ politischen Ansichten blieb mir eher fern. Weitaus näher standen mir da schon die bodenständigen Ralle und Wilma, die sich vor dem Aus ihrer wirtschaftlichen Existenzgrundlage sehen. Und dann gibt es noch die schöngeistige Charlotte. Alle Figuren vermitteln sehr schöne Lebensweisheiten und Ratschläge, über die sich wirklich nachzudenken lohnt. Daher würde ich das Buch auch nicht bloß als unterhaltende Lektüre für zwischendurch bezeichnen. Ins Buch eingearbeitete wunderbare Zitate sind noch einmal gesammelt mit Quellenangaben im Anhang zu finden, z.B. der mir am besten erinnerliche Satz  „Man macht andere nur glücklich, wenn man selbst glücklich ist“. Dass die Geschichte mit einem Happy End schließt, versteht sich eigentlich von selbst.

Ein lesenswertes Buch.

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(68)

115 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 62 Rezensionen

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Ein Winter in Paris

Jean-Philippe Blondel , Anne Braun
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 24.09.2018
ISBN 9783552063778
Genre: Romane

Rezension:

Der Lehrer und Schriftsteller Victor findet nach der Rückkehr aus dem Urlaub in seiner Post einen Brief, der ihn in seine Erinnerungen an einen Winter in Paris im Jahr 1984 eintauchen  lässt. Damals studierte er im zweiten Jahr in einer Vorbereitungsklasse einer Eliteuniversität. Aus der Provinz und aus einer unteren sozialen Schicht kommend, fristet er ein Außenseiterdasein neben seinen privilegierten Kommilitonen. Er ist ohne Freunde und sonstige soziale Kontakte und lebt ausschließlich für das Lernen, um den harten Anforderungen der Einrichtung zu genügen und im gnadenlosen Konkurrenzkampf zu bestehen. Er entschließt sich, zu seinem Geburtstag einen Kommilitonen (Mathieu) aus dem ersten Studienjahr ins Restaurant einzuladen, mit dem er neuerdings gelegentlich eine Zigarette raucht. Dazu kommt es jedoch nicht mehr, weil sich Mathieu in der Universität in den Tod stürzt, wovon Victor Zeuge wird. Dieses tragische Ereignis verändert Victors Leben. Auf einmal suchen seine Kommilitonen seinen Kontakt, ebenso wie Mathieus Vater, zu dem Victor eine seltsame Beziehung entwickelt.

Der Autor prangert in diesem Roman die unmenschlichen Bedingungen der elitären Vorbereitungsklassen an mit dem zwischen den Studenten bestehenden gnadenlosen Wettbewerb und selbstherrlichen, erniedrigenden Lehrern, die zukünftige elitäre Politiker und Journalisten heranziehen wollen. Daneben werden viele weitere Themen angesprochen: Die Beziehungen zur Familie, die Berührung mit einem anderen sozialen Milieu, der Wettbewerb an der Universität, Freundschaft. Die psychischen Befindlichkeiten von Victor und den anderen Personen seines Umfelds werden sehr schön in einer einfachen, doch wirkungsvollen Sprache beschrieben.

Ein sehr lesenswertes Buch.

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99 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 61 Rezensionen

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Loyalitäten

Delphine de Vigan , Doris Heinemann
Fester Einband: 180 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 13.09.2018
ISBN 9783832183592
Genre: Romane

Rezension:

Ein absolut lesenswerter Roman der Autorin, die ich bereits durch ihr ebenso lesenswertes Buch „Nach einer wahren Geschichte“ kannte.

 

Protagonist ist der zwölfjährige Théo. Er ist Scheidungskind und lebt im wöchentlichen Wechsel bei seinem verarmten, depressiven Vater und seiner Mutter, die nur noch Hass für ihren Ex-Mann verspürt. Théo trinkt regelmäßig hochprozentigen Alkohol bis zur Besinnungslosigkeit. Im Wechsel mit drei weiteren Romanfiguren kommt er zu Wort. Sein einziger Freund Mathis trinkt zunächst aus Solidarität mit, bis ihm Bedenken kommen. Ihre Lehrerin Hélène hat in ihrer eigenen Kindheit Gewalt erfahren und hat nun eine feine Antenne dafür, dass mit Théo irgendetwas nicht stimmt. Sie vermutet Misshandlungen und ist schon fast besessen davon, die Sache aufzuklären. Cécile ist die Mutter von Mathis, Tochter eines Alkoholikers. Sie entdeckt ein Geheimnis ihres Mannes.

 

Der Buchtitel „Loyalitäten“ ist passend gewählt. Alle Romanfiguren wollen sich auf irgendeine Weise loyal gegenüber anderen verhalten. Théo will es beiden Elternteilen recht machen; Mathis will gegenüber seinem Freund loyal sein und geht sogar so weit, dass er noch schweigt, als Théo in eine lebensbedrohliche Situation gerät; Cécile will sich selbst und Hélène ihren Schülern gegenüber loyal sein. Das behandelte Thema eines an der Scheidung seiner Eltern zerbrechenden Kindes, das sich in den Alkohol flüchtet, macht betroffen und nachdenklich. Die Erzählsprache ist dem Thema entsprechend angemessen.

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28 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

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Zärtliche Klagen

Yoko Ogawa , Sabine Mangold
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 17.08.2018
ISBN 9783746634371
Genre: Romane

Rezension:

Die Kalligrafin Ruriko flüchtet aus Tokio in das im einsamen Wald gelegene Ferienhaus ihrer Eltern, wo sie einst  glückliche Kindheitstage verlebt hat. Sie und ihre Nachbarn, der Cembalo-Bauer Nitta und seine junge Assistentin Kaoru, haben seelische Verletzungen aufzuarbeiten - Ruriko die Misshandlungen ihres untreuen Ehemannes, Nitta den Fehlschlag seiner Karriere als Pianist  (er kann nicht vor Dritten spielen), Kaoru die Tötung ihres Verlobten. Ruriko verliebt sich in Nitta, kommt aber nicht gegen die tiefe Verbundenheit zwischen Nitta und Kaoru an. 


Dieser Roman ist schon 1996 in Japan erschienen und ein früher Roman der Autorin. Er ist sehr handlungsarm und völlig unaufgeregt. Im Fokus stehen eher die Stimmungen der Romanfiguren,  das Leben in der Stille, die Musik (Kaoru spielt immer wieder das titelgebende Stück "Les tendres plaintes" des Komponisten Rameau auf dem Cembalo; Ruriko will erreichen, dass Nitta es für sie spielt) und die Schrift  (Ruriko transkripiert Auftragsarbeiten). 

Für mich ein typischer japanischer, lesenswerter Roman.

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

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Zwei unter einem Schirm

Anton Badinger
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 23.07.2018
ISBN 9783552063761
Genre: Humor

Rezension:

Diesen Roman würde man nicht unbedingt als aus der Feder eines männlichen Autors kommend vermuten. Denn seine beiden wichtigsten Romanfiguren sind Frauen - die lebenslustige, bislang nicht gerade vom Leben verwöhnte Lottomillionärin Lotta und die gläubige Muslima Gülcan. Die eine versteht es, den plötzlichen Hauptgewinn unter die Leute zu  bringen, zumal sie dabei von falschen Freunden tatkräftig „unterstützt“  und ausgenommen wird. Die andere begibt sich in eine überstürzte, arrangierte Ehe mit einem türkischen Landsmann, der sie zur Arbeit in seinem neuen Hähnchenimbiss verpflichtet und misshandelt. Sie läuft von ihm fort und trifft zufällig auf Lotta, die sie als Putzfrau und Butler anstellt.

 

Die Geschichte besticht vor allem durch zuvor skizzierte Protagonistinnen. Lotta bedient so manches Klischee, das man gemeinhin von einem bis dato Normalbürger hat, der unvermittelt zu Reichtum kommt. Vieles, was sie mit dem Geld anstellt, ist recht amüsant zu lesen. Die ernsthafte, tief in ihrer Religion verwurzelte Gülcan, steht dazu im Gegensatz. Beide Frauen lernen voneinander, aber auch der Leser von den Frauen, etwa durch Gülcans Einblicke in ihr Leben als muslimische Kopftuchträgerin und ihre türkischen Wurzeln. Allerdings würde ich das Verhältnis von Lotta und Gülcan nicht als eine „wunderbare Freundschaft“ bezeichnen, wie es auf dem Buchrücken heißt. Gülcan ist eben doch nur Lottas Angestellte und wird durchaus als solche behandelt; zudem steht zwischen ihnen ein Mann, der gebildete, nach einem Burnout psychisch lädierte Herr Konrad, eine weitere wichtige Romanfigur. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass mir die gelegentlichen Spitzen auf die Wiener (Möchtegern-)Schickeria gut gefallen haben. Überhaupt wohnt der Geschichte der typische Charme eines österreichischen Autors inne.

 

Ein durchweg lesenswertes Buch und ein beachtlicher Debütroman.

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18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

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Drei Frauen am See

Dora Heldt , Anneke Kim Sarnau
Audio CD
Erschienen bei Jumbo, 31.08.2018
ISBN 9783833739019
Genre: Romane

Rezension:

Bislang kenne ich von der Autorin ihre Bücher rund um Papa Heinz. Während diese einen oft schmunzeln lassen, ist der vorliegende Roman, den als Hörbuch die Schauspielerin Anneke Kim Sarnau vorliest, von eher ernsterem Grundton. Vier Frauen um die 50 verbindet seit ihrer Jugend eine besondere Freundschaft, die sie in Maries Ferienhaus am See bei regelmäßigen Treffen ausleben. Das hat 10 Jahre aufgrund eines Streits ein Ende. Als Marie stirbt (das weiß der Leser/Hörer von Anfang an), hinterlässt sie den anderen drei das Haus unter der Bedingung, dass sie das bevorstehende Pfingstfest dort gemeinsam verbringen, wozu es schließlich auch kommt und was für die Frauen zu einer Aufarbeitung ihrer Vergangenheit wird.

Anfänglich hatte ich erwartet, die vier Freundinnen nur schwer auseinanderhalten zu können, was schließlich doch nicht so war, da sie alle sehr unterschiedlich sind. Als einen Umstand, der das Zuhören dann aber doch erschwerte, erwies sich, dass immer wieder in die Vergangenheit zurück geblendet wird, und zwar auf verschiedene Jahre in nicht chronologischer Ordnung. Das geschieht in der Weise, dass aus Maries Tagebuchaufzeichnungen gelesen wird oder die Freundinnen eine gegenwärtige Begebenheit zum Anlass nehmen, sich an Vergangenes zu erinnern. Irgendwann fing ich an, zeitlich durcheinander zu geraten. Bei einer Druckversion hätte ich zurückblättern können, hier nicht.

Die Geschichte als solche ist ganz schön, wirkt besinnlich. Das Drumherum um den Streit erweist sich allerdings als etwas banal.

Die Sprecherin hat sehr gute Arbeit geleistet. Sie hat eine angenehme Stimme, der sich gut folgen lässt, und sie macht durch stimmliche Veränderungen und Betonungen deutlich, welche Romanfigur gerade spricht.

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(44)

70 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 40 Rezensionen

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Ida

Katharina Adler
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Rowohlt , 24.07.2018
ISBN 9783498000936
Genre: Romane

Rezension:

Die Autorin verarbeitet in diesem Roman ihre eigene Familiengeschichte, nämlich die  ihrer Urgroßmutter und ihres Urgroßonkels. Sie ist die berühmte Patientin Ida Adler-Bauer des Psychoanalytikers Sigmund Freud und er der bekannte österreichische Sozialdemokrat Otto Bauer.

Der für mich interessanteste Teil der Geschichte sind Idas Sitzungen bei Freud. Zu ihm wird sie von ihrem Vater im Jahr 1900 wegen diverser körperlicher Zipperlein zur Behandlung geschickt. Freud behandelt sie mit einer neuen Methode – sechsmal pro Woche lässt er sie auf der Couch von sich erzählen, bis Ida die Behandlung schließlich nach drei Monaten eigenmächtig abbricht. Hier gibt es schöne verbale Schlagabtausche zwischen Freud und Ida. Er interpretiert in ihre Beschwerden einen sexuellen Hintergrund, dem sie sich partout widersetzt und dem sie mit dem ihr eigenen Selbstbewusstsein entgegenhält. Überhaupt ist Ida eine starke Frau ihrer Zeit.

Sehr viel breiteren Raum nehmen dann aber doch die Schilderungen aus Idas weiterem Leben ein – ihre Jugend als Tochter eines wohlhabenden, fremd gehenden jüdischen Textilfabrikanten, ihre Ehe mit einem erfolglosen Komponisten, ihre Flucht aus Wien in die USA vor den Nationalsozialisten. Leider geht die Autorin dabei nicht chronologisch vor, sondern springt in der Zeit, was das Lesen etwas erschwert. Die schließlich auch immer wieder thematisierte aufkeimende österreichische Sozialdemokratie ist mir als aus Deutschland stammender Leserin schwer verständlich, weil mir die namentlich benannten vielen Funktionsträger nicht geläufig sind. Insofern hat mich gerade der Mittelteil des Buchs nicht fesseln können.

Amüsiert hat mich  der antiquiert wirkende Sprachstil, der der Epoche des ausgehenden 19. Und des beginnenden 20. Jahrhunderts angepasst ist.

 

Ein lesenswerter, gut recherchierter historischer Roman.

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(71)

110 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 68 Rezensionen

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Zwischen uns ein ganzes Leben

Melanie Levensohn
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 22.08.2018
ISBN 9783596702718
Genre: Romane

Rezension:

Am Sterbebett gibt Jacobina ihrem jüdischen Vater das Versprechen, seine ihr bis dahin verschwiegene weitere Tochter Judith zu suchen. Diese und deren Mutter hatte er in den 30er Jahren in Paris verlassen, um in seine rumänische Heimat zurückzukehren. Doch erst im Jahr 2006, als Jacobina selbst alt und krank ist, besinnt sie sich ihres Versprechens und erhält Hilfe bei der Suche nach der Halbschwester von der Pariserin Béatrice, die sich ehrenamtlich um Jacobina kümmert. Deren Recherchen ergeben nach und nach, wie es Judith als Jüdin in dem von Deutschen besetzten Paris ergangen ist. Abwechselnd wird in die Zeit um 1940 in Paris zurückgeblendet, aus der Judith als Ich-Erzählerin schildert, und in die Gegenwart des Jahres 2006, in der von Béatrice Bemühungen erzählt wird sowie auch von ihrem problembelasteten Berufs- und Privatleben.

 

Die Autorin verarbeitet in diesem Roman einen Teil der Familiengeschichte ihres Mannes. Er ist sehr lehrreich, bringt er uns doch ein düsteres Kapitel der deutschen Geschichte während des Nationalsozialismus nahe, das manchem vielleicht gar nicht so bewusst war – auch in dem von Deutschen besetzten Frankreich gingen die Besatzer und ihre Kollaborateure erbarmungslos gegen die jüdische Bevölkerung vor. Sprachlich lässt sich der Geschichte gut folgen, und dass abwechselnd auf zwei Zeitebenen erzählt wird, macht alles umso interessanter. Die Autorin hat gut recherchiert. Ich hatte bis dato gar keine Vorstellung davon, wie viele Möglichkeiten es doch gibt, das Schicksal von deportierten und vermutlich in Konzentrationslagern umgekommenen Juden aufzuklären. Als interessanten Aspekt sehe ich es, dass die eine Protagonistin Béatrice als Pressereferentin bei der Weltbank in Washington tätig ist und auf diese Weise Kenntnisse über diese Institution vermittelt werden. Nicht ganz so überzeugend fand ich, dass es doch zu viele glückliche Fügungen und Zufälle bei der Suche nach Judith gibt. Auch das Liebesleben von Béatrice war zu dick aufgetragen.

 

Auf jeden Fall ein lesenswertes Buch und ein wichtiger Beitrag, die Erinnerung an den Holocaust wachzuhalten.

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(97)

141 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 89 Rezensionen

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Königskinder

Alex Capus
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 20.08.2018
ISBN 9783446260092
Genre: Romane

Rezension:

Dieser Roman zeugt von viel Fantasie des Autors. Eigentlich sind in ihm zwei Geschichten enthalten. In der Gegenwart bleibt das Ehepaar Max und Tina im Auto hoch oben in den Schweizer Bergen im Schnee stecken. Um einander die Zeit bis zum Eintreffen der Schneefräse am nächsten Morgen zu vertreiben, erzählt seiner Frau die Geschichte vom armen Kuhhirten Jakob und seiner Liebsten, der Bauerstochter Marie, aus dem Greyerzerland in den 80er Jahren des 18. Jahrhunderts. Der Vater ist gegen die Heirat und Jakob verdingt sich zunächst beim Militär und dann als Kuhhirte bei der Schwester Ludwig des XVI auf Schloss Versailles, wohin Jakob schließlich Marie nachholen darf.

Die Geschichte von Jakob und Marie klingt erfunden und trotzdem irgendwie wahr, da Jakob ihren Wahrheitsgehalt auch immer wieder seiner Tina zu beweisen versucht. Sie ist so fantasievoll erzählt, dass es ein Vergnügen macht sie zu lesen. Das eigentlich Faszinierende ist, dass sie zeitlich in das Geschehen rund um die Französische Revolution eingebettet ist und so manch interessanter historischer Aspekt über diese eingeflochten ist, wie etwa der Aufstand der Pariser Marktweiber.

Die Geschichte betreffend Max und Tina ist ebenfalls wunderbar. Sie führen herrlich kontroverse Dialoge um Kleinigkeiten. Dennoch lässt sich aus jedem Satz herauslesen, dass es sich um ein altes Ehepaar handelt, welches einander noch immer sehr zugetan ist.

Ein tolles Buch. Schade nur, dass es relativ dünn ist.

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122 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 73 Rezensionen

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Alligatoren

Deb Spera , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann
Fester Einband: 376 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 03.09.2018
ISBN 9783959672207
Genre: Romane

Rezension:

Der auf mich eher negativ wirkende Buchtitel sollte nicht von der Lektüre dieses Buches abhalten. Denn es ist wirklich ein schöner Südstaatenroman, wenngleich auch ohne die Romantik, die ähnlichen Büchern oft innewohnt, und ohne die sonst typische Thematik der Unterdrückung der Farbigen zu behandeln.

Angesiedelt ist die Geschichte in den 1920er Jahren in Alabama. Die Region leidet unter den Folgen der Baumwollkäferplage, die die Wirtschaft stark beeinträchtigt hat. Drei Frauen werden in den Fokus gerückt und sie erzählen abwechselnd von ihren individuellen schweren Schicksalen. Gertrude, eine Weiße aus ärmlichen Verhältnissen, mit vier Töchtern leidet Hunger sowie unter den Misshandlungen ihres trunksüchtigen Ehemannes. Die Schwarze Retta, deren Mutter noch eine Sklavin war, arbeitet immer noch für die frühere Besitzerfamilie, die Plantageneigentümer Coles. Über den frühen Tod ihrer einzigen Tochter kommt sie bis ins Alter nicht weg. Auch Annie Coles hat den Selbstmord ihres Sohnes im Kindesalter nie verwunden und findet im Alter den Grund heraus. Die Geschichte jeder einzelnen Frau könnte auch alleine gelesen werden. Die drei treffen zusammen. Sie erweisen sich als starke, unkonventionelle Frauen, die sich gegen erlittene Ungerechtigkeiten zur Wehr setzen. Der Leser nimmt teil an ihren Ängsten und Verletzungen .Der Text liest sich einfach, insbesondere weil ja Gertrude und Retta aus schlichten Verhältnissen kommen und sie Umgangssprache einfließen lassen.

 

Ein beeindruckender Roman.

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27 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

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Alle für einen

Jutta Profijt
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 22.06.2018
ISBN 9783423262002
Genre: Romane

Rezension:

Es handelt sich nach „Allein kann ja jeder“ und „Zusammen ist (k)ein Zuckerschlecken“ um den dritten Band rund um die atypischen, völlig inhomogenen Hausbesetzer einer alten Villa – die unkonventionelle Rentnerin Rosa, ihre allein erziehende Tochter und Heftchenschreiberin Ellen mit pubertierender Tochter Kim, dem ehemaligen und deshalb gerne kommandierenden Soldaten Hans sowie dem hausfraulich bewanderten ehemaligen Betrüger Konrad. Neue und alte Herausforderungen sind zu meistern. Die Villa soll endlich von ihnen gekauft werden können, Konrad möchte den Kontakt zu seiner Tochter herstellen, Rosa organisiert eine Benefizauktion, Ellen beginnt eine Karriere als Romanautorin, Kims Freund Tarik muss von dem Verdacht eines Verbrechens befreit werden.

 

Es ist ein schöner Mehrgenerationenroman, der Leser aller Altersgruppen ansprechen wird. Auch wer die Vorgängerbände nicht kennt, findet gut in die Geschichte hinein, da auf frühere Geschehnisse immer wieder eingegangen wird. Gute Unterhaltung ist auf jeden Fall vorprogrammiert. Dafür sorgen schon die teilweise schrägen Romanfiguren mit ihrem individuellen persönlichen background. Auch an sich ernste Themen werden witzig aufgearbeitet. Positiv hervorzuheben ist die Liebe zum Detail. Gefallen hat mir, dass Ellen gerade den ersten Romanband als Roman verfasst. Das Ende geht für alle gut aus, wie es sich für einen Unterhaltungsroman gehört. Es lässt auf jeden Fall Raum für eine Fortsetzung.

 

Eine schöne, sich gut lesende Lektüre.

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32 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

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Als die Kirche den Fluss überquerte

Didi Drobna
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.08.2018
ISBN 9783492059206
Genre: Romane

Rezension:

Dieser Roman wird aus der Perspektive des jungen Erwachsenen Daniel erzählt. Als sich seine Eltern plötzlich trennen, gerät seine Welt aus den Fugen. Obendrein bricht auch noch die Parkinson-Demenz-Erkrankung der Mutter aus. Diese Situation zerreißt ihn fast. Er verliebt sich in die eigene Schwester, will sich im Alleingang um die Mutter kümmern, Lebemann sein wie ein Onkel und Künstler wie eine Großcousine. Erst ganz allmählich findet er seinen Weg.
Es ist ein sehr schönes, unbedingt lesenswertes Buch. Im Vordergrund steht das Thema Familie. In ihr hat der Protagonist seine ganze Kindheit und Jugend über Halt gefunden, wie viele eingeschobene, oft amüsante Rückblicke zeigen. Anders als sich vermuten ließe, ist das auch noch so, als die Familie auseinanderbricht. Die Trennung der Eltern und die Erkrankung der Mutter lassen alle näher zusammenrücken. Das ist eine schöne Botschaft, die uns vermittelt wird. Mit dem Thema Krankheit und Tod geht die Autorin sehr berührend um. Gefallen, weil in Büchern oft nicht selbstverständlich, hat mir, dass der ungewöhnliche Buchtitel im Text erläutert wird. Er lehnt sich an die tatsächlich passierte lokale Umsetzung einer Kirche in Sachsen an; hier ist die Kirche eine Metapher für die Entwurzelung der kranken Mutter.

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98 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 60 Rezensionen

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Weit weg von Verona

Jane Gardam , Isabel Bogdan
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG, 23.07.2018
ISBN 9783446260405
Genre: Romane

Rezension:

Dieses ist der erste Roman der Autorin, der in ihrem Heimatland England bereits 1971 erschienen ist.

Das Buch ist wirklich lesenswert und fasziniert durch seine bemerkenswerte Protagonistin, der 12jährigen Jessica Vye. Aus ihrer Perspektive ist die Geschichte erzählt, die zur Zeit des Zweiten Weltkrieges in England angesiedelt ist. Schon zu Beginn charakterisiert sie sich als nicht ganz normal, nicht sehr beliebt, immer wissend, was die Leute denken, schlecht die Klappe halten könnend und unweigerlich immer und überall die Wahrheit sagend. Und exakt so erleben wir Jessica im Laufe der Begebenheiten, von denen sie sehr eloquent erzählt, sei es ihr Besuch in einem Slum, einer zur Upper Class gehörenden Familie, eines Cafés oder ihrer Schule. Wirklich bewundernswert wird Jessica dadurch, dass sie sich – etwas selbst verliebt - schon im Alter von erst neun Jahren für eine echte Schriftstellerin hält und dann mit zwölf tatsächlich bei einem Gedichtwettbewerb gewinnt. Bibliophilen Lesern wird auch gefallen, dass sie alle englischen Klassiker, die die örtliche Bibliothek vorrätig hat, dem Alphabet nach liest. So unterhaltend der Plot auch ist, werden wir nicht von den furchtbaren Ereignissen aus dem Krieg verschont. Denn auch Lebensmittelkarten, Gasmasken, Luftschutzkeller, Bombardierungen gehören zu Jessicas alltäglichem Leben.

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235 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 131 Rezensionen

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Vier.Zwei.Eins.

Erin Kelly , Susanne Goga-Klinkenberg
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 22.08.2018
ISBN 9783651025714
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Sonnenfinsternisjäger Kit und Laura erleben 1999 ihre erste gemeinsame totale Sonnenfinsternis auf einem Festival in Cornwall. Für sie soll es das Abenteuer ihres Lebens werden. Stattdessen wird sich ihr Leben für immer ändern, weil Laura Augenzeugin einer vermeintlichen Vergewaltigung wird.

Dieser Psychothriller ist aus den beiden Perspektiven von Kit und Laura auf zwei Zeitebenen erzählt – in der Gegenwart und 15 Jahre zuvor im Jahr 1999. Außerdem lehnt sich der Aufbau an die fünf verschiedenen Phasen einer totalen Sonnenfinsternis an mit einer Spannungsspitze in dem mittleren Teil, der Totalität. Es ist eine Geschichte, in der nichts so ist, wie es scheint. Es wimmelt vor Lügen, Geheimnissen, Heimlichkeiten und überraschenden Wendungen. Lange weiß der Leser nicht, was sich wirklich beim Festival zugetragen hat und wer die Wahrheit sagt – das Opfer, die Zeugin, der Beschuldigte? Das ist packend zu lesen. Die Atmosphäre, in der fast alle Romanfiguren in Angst und Bedrohung leben, wird für den Leser richtiggehend spürbar.

Ein gelungener Psychothriller.

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87 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 57 Rezensionen

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Guten Morgen, Genosse Elefant

Christopher Wilson , Bernhard Robben
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 16.08.2018
ISBN 9783462050769
Genre: Romane

Rezension:

Dieses ist einmal mehr eines der mir immer wieder unterkommenden Bücher, bei denen meine Skepsis, ob es mir überhaupt gefallen wird, anfänglich recht groß ist, meine Lesebegeisterung aber schon nach wenigen Seiten wächst. Mein Fazit ist daher, dass es sich wirklich lohnt, sich auf dieses humorvolle, am besten dem Genre der Satire zuzuordnende Buch einzulassen.

Protagonist und zugleich Ich-Erzähler ist der zwölfjährige Juri aus Moskau um die Zeit vor dem Tode des berüchtigten Gewaltherrschers Josef Stalin. Nach einem schweren Unfall gilt er als debil, dem sich aber aufgrund seines immer freundlichen Gesichts die Leute gerne anvertrauen. Stalin lässt nach einem Schlaganfall Juris Vater, einen bekannten Veterinärmediziner, zur Behandlung in seine Datscha kommen, weil er hinter allen Humanmedizinern Verschwörer wittert. Juri darf ihn begleiten und wird wegen seines Wesens von Stalin zum persönlichen Vorkoster ernannt, der ihm zugleich zutragen soll, was die übrigen Politfunktionäre über Stalin reden. Diese wiederum spannen Juri auch für ihre Zwecke ein im Machtpoker um Stalins Nachfolge. So gerät Juri für einige Zeit in die Mühlen der Macht und erzählt von seinen persönlichen Erlebnissen bei Stalin.

Einzigartig ist der Schreib- bzw. Erzählstil. Da Juri ohnehin dazu neigt, ohne Punkt und Komma zu reden, wirkt Vieles wie ein großer Redeschwall. Ihm lässt sich dennoch leicht folgen, weil ja alles aus der einfachen Sicht eines Kindes dargestellt ist. Auch wer sich nicht so detailliert mit der russischen Geschichte auskennt, wird so manche wahre Information aus der Zeit der Herrschaft Stalins wiederfinden, die hier verarbeitet wird, z.B. das grundlose Verbringen unzähliger nicht konformer Bürger in die berüchtigten Arbeitslager. Wie typisch für eine Satire ist, wird Vieles leicht übertrieben dargestellt und durch den Kakao gezogen, etwa Stalins Neigung zum Fluchen oder sein Leben in Saus und Braus, während das Volk leidet. Was das Ende anbelangt, hätte ich mir gewünscht zu erfahren, ob Juris Vater am Leben geblieben ist oder auch zum Opfer Stalins wurde.

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349 Bibliotheken, 5 Leser, 3 Gruppen, 17 Rezensionen

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Maria, ihm schmeckt's nicht!

Jan Weiler
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.08.2011
ISBN 9783548283388
Genre: Humor

Rezension:

… entsteht daraus dieses herrlich witzige Buch.

In vielen einzelnen Geschichten oder besser Anekdoten erzählt der Autor, wie es ist, eine Halbitalienerin zu heiraten und auf einmal verwandt zu sein mit einer Sippe von Antonios und Marias, mit denen Urlaube in Italien und viele Familienfeste verbracht werden. Er selbst trifft auf so manches Klischee vom Landesnachbarn, findet einige bestätigt, muss aber auch einige revidieren. Andererseits sieht seine neue Verwandtschaft in ihm den typischen Deutschen, der ihrem vorgefassten Bild dann aber doch nicht immer entspricht. An sehr viel Unterhaltungswert und Authentizität gewinnt das Buch durch den Schwiegervater des Erzählers, Antonio Marcipane, der so herrlich in einer Mischung aus deutsch und italienisch radebrecht. Die zweite Hälfte des Buches ist gar fast vollständig ihm gewidmet, indem er seinem neuen Schwiegersohn und Freund seine sogar dem engsten Familienkreis nicht bekannte Vergangenheit rund um seinen Entschluss, in den 60er Jahren als Gastarbeiter nach Deutschland zu kommen, anvertraut. Dieser Hintergrund stimmt schon etwas nachdenklich, wenn – zu Recht - dargestellt wird, wie wenig willkommen die Südeuropäer hier damals waren und wie sie eigentlich immer Fremde geblieben sind.

 

Ein wirklich lesenswertes Buch, das in Zeiten der Migration nach Deutschland an Wert noch gewinnt.

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67 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 53 Rezensionen

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Der Sprengmeister

Henning Mankell , Verena Reichel , Annika Ernst
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 23.07.2018
ISBN 9783552059016
Genre: Romane

Rezension:

Henning Mankell ist sicher vielen durch seine Romane um Kommissar Wallander ein Begriff. Das vorliegende Buch ist nun sein Debütroman, geschrieben im Jahr 1973. Er ist kurz und besonders, gerade deshalb aber so lesenswert. Mit Oskar Johansson einen einfachen Arbeiter aus Schweden zum Protagonisten zu machen, ist sehr ungewöhnlich. Obwohl dieser sich tatsächlich als niemand Besonderem ansieht, stellt sich beim Lesen rasch heraus, dass dem überhaupt nicht so ist. Sein Leben wird nämlich von seiner sozialistischen Grundüberzeugung sowie dem Glauben an die Revolution geprägt, außerdem von dem Umstand, dass er als 23jähriger 1911 während der Arbeit bei einer Sprengstoffexplosion zum Krüppel wurde, überlebte und in seinem Beruf weiter arbeitete. Im Alter erzählt er einem unkonkret bleibenden Ich-Erzähler aus seinem Leben. Er selbst bestimmt das Erzähltempo, auf Fragen geht er nicht ein, die Geschehnisse sind nicht chronologisch geordnet, es erfolgen Wiederholungen. Heraus gekommen ist eine fragmentarische Aneinanderreihung von wesentlichen Ereignissen aus Oskars Leben und von seinen politischen Vorstellungen, die aber ein vollständiges Bild von Oskar zeichnen.

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

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Liebe zukünftige Lieblingsfrau

Michalis Pantelouris , Michalis Pantelouris
Audio CD
Erschienen bei Random House Audio, 14.05.2018
ISBN 9783837140774
Genre: Sonstiges

Rezension:

Der Autor, der dieses Hörbuch auch selbst liest, ist ein Hamburger Journalist mit griechischen Wurzeln und dem einen oder anderen vielleicht durch seine recht bekannte gleichnamige Kolumne für die Website des SZ Magazins ein Name. Das Hörbuch ist eine Mischung aus einer Anzahl von Kolumnenfolgen und der interessanten Schilderung, wie es zu der Kolumne gekommen ist. Pantelouris wurde nach mehr als 10 Jahren Ehe wider seinen Willen von seiner Ehefrau verlassen und ungewollt zum Single, der sich nach langer Zeit auf dem so ganz anders gewordenen Dating-Markt wieder nach einer Frau umsehen muss. Die Trennungssituation führte bei ihm zu einem Schreibtief, das bei einem freien Journalisten wie ihm, der jetzt für Ehegatten- und Kindesunterhalt aufzukommen hat, fatale finanzielle Folgen hat. Rettung kam von seinem Chefredakteur, der ihm das Schreiben der Kolumne vorschlug. Für Pantelouris hatte das den Nebeneffekt, seine persönliche Situation aufzuarbeiten und nebenbei Adressat unzähliger Heiratsanträge von Leserinnen zu werden. Das Hörbuch hat eine etwas melancholische Grundstimmung, was auf die Situation des sitzen gelassen werden zurückzuführen ist. Ein Zuhörer in einer Trennungssituation gerät vielleicht in eine traurige Stimmung und sollte besser vom Buch lassen.  Auf jeden Fall ist positiv, dass der Autor nicht knallhart mit seiner Exfrau abrechnet und er Hoffnung für Männer in gleicher Lage gibt, weil er recht schnell gleich drei Frauen kennenlernt, die in den Status seiner neuen Lieblingsfrau gelangen könnten.

Ich kann das Hörbuch sehr empfehlen.

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90 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 66 Rezensionen

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Als die Tage nach Zimt schmeckten

Donia Bijan , Susanne Goga-Klinkenberg
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 06.07.2018
ISBN 9783548290393
Genre: Romane

Rezension:


 

Zu diesem Buch habe ich gerne gegriffen, weil der Klappentext versprach, Informationen über eine mir doch eher fremde, nämlich die persische Kultur zu erhalten. Und ich wurde nicht enttäuscht. Der Wandel in der persischen Kultur in den vergangenen etwa 100 Jahren wird anschaulich anhand der Familie des Iraners Zod geschildert. Dessen Eltern flohen aus Russland nach Teheran vor den Bolschewiken, um es besser zu haben, und betrieben dort ein Café mit exklusiver persischer Küche. Zod führte es dann später zu Zeiten der Monarchie und dann der islamischen Republik fort. Der politische bzw. religiöse Wandel hält einen harten Schicksalsschlag für Zod parat und er sieht sich veranlasst, seine beiden Kinder ins sichere Exil nach Amerika zu schicken. Erst 30 Jahre später kehrt seine Tochter mit der Enkelin erstmals nach Teheran zurück und für sie sind die nunmehrigen Verhältnisse ein Schock.

Die Verknüpfung zwischen Hintergrundinformationen über Land bzw. Kultur und unterhaltender Familiengeschichte ist gut gelungen. Viele der harten Gebräuche im Iran machen betroffen und lassen uns die westliche Lebensweise umso mehr schätzen. So ist es etwa kaum vorstellbar, dass ein Mann ungestraft ein minderjähriges Mädchen im Gesicht mit Säure verätzen darf und es sogar von seiner eigenen Familie verstoßen wird, weil es den Heiratsantrag des Mannes verschmäht. Außerhalb des Vorstellungsvermögens liegt auch der Umstand, dass Männer und Frauen eine Badeanstalt nur getrennt zu unterschiedlichen Zeiten besuchen dürfen. Wie angenehm lesen sich demgegenüber die vielen Passagen, die dem Zubereiten persischer Speisen gewidmet sind; hier läuft einem direkt das Wasser im Mund zusammen. Einzig zu bemängeln habe ich gelegentliche verwirrende Zeitsprünge, die äußerlich nicht einmal als solche kenntlich gemacht sind.

Insgesamt kann ich das Buch empfehlen.

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47 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 28 Rezensionen

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Blanca

Mercedes Lauenstein
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 18.05.2018
ISBN 9783351037017
Genre: Romane

Rezension:

Die 15jährige Blanca läuft von ihrer allein erziehenden Mutter fort, die das Leben einer Nomadin führt, während sie selbst sich nach einem beständigen Zuhause sehnt. Ihr Ziel ist eine Halbinsel in Italien, wo Blanca sich als Neunjährige einen Sommerlang bei Toni und Karl als Familie fühlen durfte. Die Reise dorthin gestaltet sich als Odyssee. Blanca trifft auf eine Reihe von Leuten, die es leider nicht alle gut mit ihr meinen.

Dieser Roman thematisiert einen interessanten Roadtrip. Viel Handlung gibt es zwar nicht, dafür steht aber die Gedankenwelt der Protagonistin und Ich-Erzählerin Blanca im Vordergrund, die eine Zukunft für sich sucht und mit ihrer Mutter abrechnet. Sprachlich ist der Roman gekonnt gestaltet. In seinem Verlauf wird die Sprache zunehmend hektischer und verworrener und passt damit gut zu Blancas immer schwieriger werdender Situation. Ihre Gedanken springen munter hin und her. Blancas Schicksal macht betroffen – von ihrer Mutter abgelehnt, verwahrlost aufgewachsen, sich auf der Flucht hungernd und ohne Geld und Obdach durchschlagend.

Das Buch ist empfehlenswert und spricht besonders Leser von z.B. „Tschick“ an.

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