Leserpreis 2018

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32 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 19 Rezensionen

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Fünf Tage im Mai

Elisabeth Hager
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 28.02.2019
ISBN 9783608962642
Genre: Romane

Rezension:

Es werden exemplarisch fünf Tage im Mai aus den Jahren 1986 bis 2004 im Leben der Tirolerin Illy geschildert, die für sie und ihren geliebten Urgroßvater „Tat’ka“ =  Väterchen von besonderer Bedeutung für ihr gesamtes Leben sind. Das geht von der Erstkommunionsfeier über einen hohen Geburtstag  von Tat’ka bis hin zu seiner Beerdigungsfeier. Und doch reichen diese einzelnen Tage, um über das gesamte Leben der Romanfiguren informiert zu werden. Von Wichtigkeit ist dabei Illys erste Liebe, die kein gutes Ende nimmt und bei ihr zu schweren Schuldgefühlen führt. Erst durch Tat’ka, einem eigenwilligen Tiroler Urgestein, wird ihr vor Augen geführt, dass jeder für sein eigenes Leben verantwortlich ist.

Die Geschichte umfasst nur 220 Seiten und lässt sich entsprechend schnell lesen. Viel Handlung gibt es nicht. Die besondere Beziehung zwischen Urgroßvater und Enkelin berührt sehr. Gerne hätte ich aber noch mehr über Tat’ka gelesen, der sich in seinen 100 Lebensjahren einige Husarenstücke geleistet hat. Seine Tiroler Mundart in den wörtlichen Reden wirkt sehr authentisch und hat mir ebenso gefallen wie einige Begriffe, die auf die österreichische Herkunft der Autorin deuten (z.B. Hosensack).

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54 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 22 Rezensionen

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Die Farben des Feuers

Pierre Lemaitre , Tobias Scheffel
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 28.02.2019
ISBN 9783608963380
Genre: Romane

Rezension:

Das Buch scheint mir ein Folgeband von „Wir sehen uns da oben“ zu sein, obwohl dies im Klappentext so nicht erwähnt wird.

Wir befinden uns im Jahr 1927 auf der Begräbnisfeier des reichen französischen Bankiers Marcel Péricourt. Seine Tochter Madeleine steht nunmehr an der Spitze des Bankimperiums. Schnell wird sie trickreich ausgebootet vom Prokuristen, ihrem im Testament übergangenen Onkel und ihrem im Journalismus ambitionierten Liebhaber und verliert alles. Doch sie nimmt einen gewieften Rachefeldzug auf.

Der Autor beschreibt kraftvoll den Niedergang und Wiederaufstieg einer starken Frau. Ihre Rache ist hinterhältig und bösartig, ihre Gegner hinterlistig, käuflich und korrupt. Das Ganze ist eingebettet in die politisch schwierige Zeit der 30er Jahre. Das Buch ist unbestreitbar große Literatur. Ich allerdings fand es zunehmend schwierig zu lesen. Es hatte zu viele Längen, es gab zu viele Romanfiguren, Madeleines Komplott war zu weit hergeholt.

Angesichts der Meriten des Autors bewerte ich das Buch mit dreieinhalb bis vier Sternen.

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151 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 62 Rezensionen

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Stella

Takis Würger
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 11.01.2019
ISBN 9783446259935
Genre: Romane

Rezension:

Dieses Buch zeigt einen fürchterlichen Aspekt aus der Zeit des Nationalsozialismus auf, der mir bislang noch gar nicht bekannt war.

Die Stella aus dem Buchtitel, aus deren Leben im Jahr 1942 in Berlin der Autor erzählt, hat es wirklich gegeben. Stella Goldschlag war eine Jüdin, der man ihre Herkunft äußerlich aufgrund ihres blonden Haars nicht ansah. Nach ihrer Verhaftung und Folter arbeitete sie mit der Gestapo zusammen, um ihre Eltern vor der Deportation zu bewahren. Sie verriet untergetauchte Juden. Diese wahre Geschichte verknüpft der Autor mit dem fiktiven Element, dass ein junger Schweizer – Friedrich - nach Berlin reist, um der Wahrheit über Deutschland auf den Grund zu gehen, ob nämlich etwas dran ist an dem Gerücht, dass Juden aus dem Scheunenviertel in Möbelwagen deportiert werden. Er verliebt sich in Stella. Erst nach und nach erkennt er ihren Hintergrund.

Im Fortgang der Geschichte werden lehrreiche Protokollabschriften des sowjetischen Militärtribunals eingeführt, das den Prozess gegen Stella wegen der Mitwirkung an zahlreichen Tötungen führte. Außerdem werden immer wieder interessante Ereignisse aus der Weltgeschichte aufgezählt, die sich in der Zeit von Stellas Wirken zugetragen haben.

Es ist ein unbedingt lesenswertes Buch, das zum Nachdenken anregt. Gelungen ist dargestellt, wie Stella bis zum Schluss rätselhaft bleibt und wie Friedrich von seinen Zweifeln zwischen Stellas Tun und seiner Liebe zu ihr hin- und hergerissen ist.

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14 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Schlafen werden wir später

Zsuzsa Bánk
Fester Einband: 928 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 24.10.2018
ISBN 9783596522033
Genre: Romane

Rezension:

Wechselseitige Emails zweier Freundinnen aus Kindheitstagen über einen Zeitraum von ca. zweieinviertel Jahren fassen deren bisherige jeweils 44jährige Leben für den Leser so gut zusammen, dass er sich quasi hineinversetzt fühlt in das Dorf im Schwarzwald, wo die Deutschlehrerin Johanna lebt, und in die Mietwohnung in Frankfurt, wo die Schriftstellerin Márta mit Familie lebt. Neben den Emails gibt es keine Handlung. Ihre Inhalte drehen sich immer um dieselben Angelpunkte: Johanna verarbeitet eine Brustkrebserkrankung, leidet unter dem verlassen werden von ihrem Partner und will eine Dissertation über die Dichterin Droste-Hülshoff mit Perfektion beenden. Márta ist zerrissen zwischen dem Muttersein für ihre drei Kinder und dem Schreiben eines längeren Romans, der endlich dazu führen soll, dass sie von der Schriftstellerei auskömmlich leben kann.

Die Emails lassen sich nicht unbedingt einfach lesen. Aber wie könnten sie das auch, stammen sie doch von zwei literaturaffinen Frauen. Jeder Deutschlehrer wird an ihnen seine Freude haben, sprühen sie doch nur so über von literarischen Stilmitteln. Sie sind also keinesfalls so geschrieben, wie ein Normalbürger sie mal kurz in die Tasten seines PC’s hauen würde. Die Sprachgewalt ist überwältigend, vor allem die vielen kursiv gedruckten Zitate, die Johanna Mártas Gedichten entnommen hat. Da ist dann etwa die Rede von „kaltgrün eingeschüchterter Sommertag“, „nachtdunkler, regentropfnasser Wald“ oder „Mond und Licht ist vor Schmerzen untergegangen“. Der Grundton ist recht melancholisch, ohne dass dies den Leser aber herunterziehen würde. Beide Protagonistinnen sind groß im Jammern, aber durchaus berechtigt, ereignen sich in ihrem Leben doch so manche tragischen Vorkommnisse wie Krankheit und Tod.

Nachdem ich einige Seiten zum Einlesen brauchte, hat mir der Roman bestens gefallen.

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104 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 65 Rezensionen

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Jahre aus Seide

Ulrike Renk
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 07.12.2018
ISBN 9783746634418
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die Autorin verarbeitet in diesem zum Teil fiktiven, zum Teil auf wahren Begebenheiten beruhenden Roman die Geschichte der jüdischen Familie Meyer aus Krefeld. In diesem ersten Band, dem noch zwei Fortsetzungen folgen werden, wird auf die Jahre 1926 bis zur Reichspogromnacht im November 1938 eingegangen. Die dem bürgerlichen Mittelstand zugehörigen Meyers sehen sich zunehmenden Einschränkungen und Repressalien in ihrem alltäglichen Leben ausgesetzt und denken verstärkt über eine Auswanderung nach, lassen allerdings viel kostbare Zeit verstreichen, weil sie Deutschland, das ihre Heimat ist, und ihr Hab und Gut eigentlich nicht verlassen wollen. Zum einstweiligen tragischen Höhepunkt in ihrem Leben kommt es im November 1938, als sich die beiden Töchter bei ehemaligen Angestellten verbergen können, die Eltern aber unauffindbar bleiben.

 

Der Roman ist sehr lehrreich, bringt er uns doch das düsterste Kapitel der deutschen Geschichte, den Nationalsozialismus, nahe. Anders als in entsprechenden ähnlichen Büchern zu diesem Thema setzt die Geschichte schon einige Jahre vor der Machtergreifung Hitlers in den 20er Jahren ein, wodurch ich einige neue Aspekte kennengelernt habe. Die Geschichte lässt einen sehr betroffen zurück, eben weil es in ihr um eine real existierende Familie geht. Sprachlich lässt sich ihr gut folgen, was daran liegt, dass aus der Perspektive der jungen Tochter Ruth erzählt wird. Sie ist sehr wissbegierig, die politische Situation und die Geschichte der Juden zu verstehen. Die Erläuterungen, die sie von den Erwachsenen erhält, helfen auch dem Leser, die Hintergründe zu begreifen. Die Autorin hat gut recherchiert und fasst den Anlass des Romans und den Gang ihrer Recherchen in einem gelungenen Nachwort zusammen. Zahlreiche Rechtschreibfehler gilt es in weiteren Auflagen noch zu bereinigen.

 

Auf jeden Fall ein lesenswertes Buch und ein wichtiger Beitrag, die Erinnerung an den Holocaust wachzuhalten. Ganz sicher werde ich die Fortsetzungen lesen.

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61 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 22 Rezensionen

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Herr Katō spielt Familie

Milena M. Flašar
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Wagenbach, K, 02.02.2018
ISBN 9783803132925
Genre: Romane

Rezension:

Auf jeden Fall sollte man wissen, dass die Autorin japanische Wurzeln hat und die Geschichte in einer Tokioter Vorstadt angesiedelt ist. Japanische Bücher trafen bisher nur selten meinen Lesegeschmack. Vorliegendes Buch ist da aber eine Ausnahme.

Der Protagonist Herr Kato weiß mit seinem neuen Lebensabschnitt als Ruheständler nichts anzufangen. Seine Frau und er leben nebeneinander her, einstige Träume und Wünsche hat er aufgegeben. Auf einem Spaziergang begegnet er der jungen Mie, die die Agentur „Happy Family“ betreibt und deren Mitarbeiter als sog. Stand-ins bzw. Einspringer Menschen spielen, die es so nicht gibt. Herr Kato lässt sich zur Mitarbeit überreden und übernimmt etwa die Rolle eines Großvaters, der von seinem Enkel nichts wissen will, oder des Ehemannes, der endlich einmal seiner Frau zuhört. Es bleibt nur bei wenigen Einsätzen, aber seine Tätigkeit verändert ihn dann auch zum Positiven in seinem eigenen Ehetrott. Gerade diese allmähliche Wandlung zu lesen, fand ich faszinierend. Allerdings hätte ich mir etwas mehr Länge gewünscht. Der poetische, melancholisch anmutende Schreibstil gefällt mir gut.

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96 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 45 Rezensionen

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Das Haus ohne Männer

Karine Lambert , Pauline Kurbasik
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Diana, 09.10.2017
ISBN 9783453359628
Genre: Romane

Rezension:

Die Thematik des Buches gefällt mir. In einem Pariser Wohnhaus leben fünf Frauen nach einer besonderen Regel – Männer sind verboten, die Frauen haben der Liebe abgeschworen. Nur eine neue Bewohnerin – Juliette – will überhaupt nicht auf die Liebe verzichten. Sie sucht die wahre Liebe. Schafft sie es, die Regel außer Kraft zu setzen?

Das individuelle Schicksal der Frauen wird auszugsweise beschrieben, so dass sich allmählich verstehen lässt, wie sie zu ihrer Entscheidung gelangt sind (Verletzung, Wut, Trotz, Nostalgie). Es handelt sich um einen eher nachdenklich stimmenden Roman ohne rechte Handlung, weshalb mir irgendetwas gefehlt hat. Etwas verwirrend finde ich, dass Juliettes Gedanken in Kursivschrift abgefasst sind und sich nicht gut von ihren und den Gesprächsbeiträgen der übrigen trennen lassen.

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33 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

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Das Tal der Puppen

Jacqueline Susann , Elfriede Peschel
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 03.12.2018
ISBN 9783959672375
Genre: Romane

Rezension:

Ich frage mich wirklich, warum dieses Buch als ein Weltbestseller gilt. Für mich ähnelt es mehr einem Dreigroschenroman. Immerhin liest es sich recht flott, so dass ich mich nicht durch die immerhin 640 Seiten quälen musste.

Beim Lesen muss man immer im Hinterkopf haben, dass das Buch erstmals im Jahr 1966 veröffentlicht wurde. Damals muss es eigentlich einen Skandal verursacht haben. Alles dreht sich um im Showbusiness zu großem Erfolg gekommene extrovertierte Frauen, die aufgrund permanenten Drucks zur Sucht führende Appetitzügler, Beruhigungspillen und Schlaftabletten einnehmen. In bleibender Erinnerung sind mir die sich ständig wiederholenden Themen Drogenmissbrauch, häufiger Sex, oberflächliche Freundschaften. Wie die Rollen von Frau und Mann dargestellt werden, ist einfach nur furchtbar. Die Frauen wollen in ihren Jobs im Showbusiness durch ihr Aussehen, ihre Jugend und ihre Körper vorankommen. Sie setzen alles daran, von einem erfolgreichen Mann mit Status geheiratet zu werden. Die Männer dagegen nehmen sich Sex, wann immer sie wollen, und schmücken sich mit Frauen, die sich mit einem Pelz oder einem Collier als Geschenk zufriedengeben. So sieht Emanzipation mitnichten aus.

Nun ja, wer an Showbusiness und seinen Starlets interessiert ist, möge zu dem Buch greifen, zumal es auch noch in die heutige Zeit passt.

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76 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 42 Rezensionen

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Die Ballade von Max und Amelie

David Safier
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Kindler, 27.11.2018
ISBN 9783463407098
Genre: Romane

Rezension:

Den Autor David Safier verbinde ich zwangsläufig mit Geschichten über Mensch und Tier, vor allem aber mit dem Thema Karma (etwa sein Buch „Mieses Karma“). Zu ersteren zählt auch das vorliegende Buch; was letzteres anbelangt, so tritt an die Stelle der Karma-Geschichte die Reinkarnation.

Soweit es um den wunderbar aus hündischer Perspektive geschriebenen Strang Tier-Mensch geht, hat mir das Buch bestens gefallen. Es ist eine wirklich rührende Liebesgeschichte zwischen dem Haushund Max und der Wildhündin Narbe. Max wurde von seinen Herrchen ausgesetzt und trifft auf einer Müllhalde auf die dort lebende Hündin Narbe. Gemeinsam machen sie sich auf den beschwerlichen Weg voller Gefahren und Abenteuer zu Max‘ Zuhause, auf dem sich eine innige, unverbrüchliche Liebe mit hundertprozentigem für einander einstehen zwischen den beiden Tieren entwickelt, an der sich so mancher Mensch ein Beispiel nehmen kann. Wer Geschichten über Tiere und vermenschlichte Tiere liebt, wird seine helle Freude an dem Buch haben.

Der zweite Strang über die Reinkarnationsthematik ist mir hingegen doch zu wirklichkeitsfremd, als dass er mir wirklich gefallen konnte. Hier werden verschiedene Episoden – zumeist in Gestalt von Träumen - aus früheren, mehrere tausend Jahre zurückliegenden Leben der beiden tierischen Protagonisten eingeflochten, die sich als Liebespaar der immer erneuten Rache eines Menschen ausgesetzt sehen. Das läuft darauf hinaus zu zeigen, dass beide füreinander bestimmt sind.

Ein Buch nicht nur für Hundefreunde und vor allem ernsthafter als die früheren Romane des Autors.

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663 Bibliotheken, 16 Leser, 2 Gruppen, 161 Rezensionen

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Wie man die Zeit anhält

Matt Haig , Sophie Zeitz
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 20.04.2018
ISBN 9783423281676
Genre: Romane

Rezension:

Von Progerie hat vielleicht der eine oder andere schon einmal gehört, also der Erscheinung, dass Kinder wie im Zeitraffer altern. Der Protagonist in diesem Buch leidet unter der gegenteiligen Erscheinung „Anagerie“, bei der der Alterungsprozess stark verlangsamt ist. Tom Hazard ist über 400 Jahre alt, sieht aber wie ein Vierzigjähriger aus. Er hat eine Lebenserwartung von noch etwa 600 Jahren. Das ist selten, es gibt aber noch ähnlich Betroffene.

In unserer Gesellschaft, in der Anti-Aging-Produkte und Schönheitschirurgie eine so große Bedeutung haben, mag das wie ein Traum klingen. Tom empfindet seinen Zustand aber als große Belastung und leidet extrem. Hinzu kommt eine Gefahr von wissenschaftlichen Einrichtungen, die um die Existenz der Betroffenen wissen und ihrer als Versuchskaninchen für Experimente habhaft werden wollen. Außerdem bereitet es Tom großen Schmerz, die Menschen, die er liebt, so lange vor ihm alt werden und sterben zu sehen. Vermeintliche Hilfe bietet ihm die Gesellschaft der Albatrosse, ein Zusammenschluss gleichermaßen Betroffener. Deren oberste Regeln sind, sich niemals zu verlieben und sich alle acht Jahre an einem anderen Ort eine neue Identität zuzulegen.

Ich will nicht zu viel von der Handlung preisgeben. Nur so viel: Tom, im gegenwärtigen Leben Geschichtslehrer in London, einem Ort, der schmerzliche Erinnerungen in ihm weckt,  hält einzig die Hoffnung am Leben, seine geliebte Tochter wieder zu finden, die ebenso ist wie er. Die Geschichte wechselt zwischen Toms gegenwärtigem Leben und seinem Leben in den vergangenen Jahrhunderten. Dabei sinniert er über sein Leben und die Leute, die er über die Jahrhunderte getroffen hat – Captain Cook, Shakespeare, Scott, Zelda Fitzgerald. Das ist wirklich faszinierend zu lesen ebenso wie die Thriller- und Liebesgeschichten-Elemente. Der Hauptfokus der Geschichte liegt aber in Toms etwas melancholischer Sicht auf das Leben – welchen Sinn hat es, hunderte von Jahren zu leben, wenn man dies allein tun muss; was bedeutet es zu leben; was macht das Leben lebenswert; wie kann man das Leben annehmen, ohne sich Sorgen über eine unbekannte Zukunft zu machen? Alles Aspekte, die den Leser zum Nachdenken anregen.

Ich habe diese ungewöhnliche Zeitreise wirklich genossen.

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Liebe ist die beste Therapie

John Jay Osborn , Jenny Merling
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 24.10.2018
ISBN 9783257070439
Genre: Romane

Rezension:

Hoffentlich muss ich mich niemals in solch eine Eheberatung begeben, wie sie im Buch beschrieben wird.

Die Geschichte spielt vollständig im Büro einer Eheberaterin und wird aus deren Perspektive erzählt, wenngleich auch zu erfahren ist, was sich außerhalb der Beratungsstunden abspielt. Witzig sind gelegentliche gedankliche Äußerungen der Beraterin betreffend ihre Klienten. Ich empfand es als sehr langatmig und monoton, wie das in Trennung lebende Ehepaar fortwährend Indiskretes und Intimes aus seinem Leben zu Tage fördert, wechselnde Sexualpartner inbegriffen. Die Romanfiguren sind einfach nur kindisch und egoistisch. Das Konzept der Eheberaterin ist für mich überhaupt nicht durchschaubar.

Mehr kann ich zu diesem kurzen Buch nicht sagen.

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103 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 53 Rezensionen

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Das Versprechen, dich zu finden

Anne Youngson , Wibke Kuhn
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 05.11.2018
ISBN 9783959672276
Genre: Romane

Rezension:

Es handelt sich um einen sehr schönen Briefroman, in dem die beiden Protagonisten Tina und Anders sich wechselseitig Briefe bzw. Emails schreiben.

Zwischen Tina, einer Landwirtsfrau aus East Anglia, und Anders, dem Kurator des Silkeborg-Museums in Dänemark, entwickelt sich über das Medium des Briefes eine tiefe Freundschaft, als Tina einem Professor Glob einen Brief zusendet, der 50 Jahre vorher sein Buch über die Entdeckung des aus der Eisenzeit stammenden und als Moorleiche bestens konservierten und jetzt in eben jenem Museum befindlichen Tollund-Mannes Tina und ihren Schulfreundinnen gewidmet hat. Tina und ihre beste, inzwischen verstorbene Freundin planten immer, das Museum zu besuchen, taten es aber nie, was Tina nun per Brief zu erklären versucht. Es stellt sich heraus, dass der Professor seit langem tot ist. An seiner Stelle beantwortet Anders die Post, womit ein reger Briefwechsel beginnt. Zunächst sind die Briefe formell gehalten und handeln vom Tollund-Mann und gemeinsamen archäologischen Interessen. Allmählich aber werden die Briefe immer vertrauter und tauschen sich Tina und Anders über ihre Gefühle, ihr Leben und ihre Familien aus, oftmals vom anderen Rat erbetend. Es ist faszinierend zu lesen, wie sich zwei Menschen, die sich nie getroffen haben, ihre intimen Gedanken anvertrauen und sich als eine Art Seelenverwandte entpuppen. Der Briefwechsel umfasst etwas mehr als ein Jahr, in dem im Leben der beiden Schreiber nicht viel passiert. Dann aber überrollt ein Ereignis die beiden, und ihre Welt ist nicht mehr wie vorher.

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144 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 71 Rezensionen

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Liebe und Verderben

Kristin Hannah , Gabriele Weber-Jarić
Fester Einband: 591 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 14.09.2018
ISBN 9783352009136
Genre: Romane

Rezension:

Meine anfängliche Vermutung, es sei geraume Zeit notwendig, um diesen immerhin 588 Seiten langen Roman durchzulesen, erwies sich als falsch. Einmal mit Lesen begonnen, mochte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Zu interessant war die mehrjährige Episode im Leben der US-amerikanischen Familie Allbright, die sich nach rastlosem Umherziehen in den 1970er Jahren in der Wildnis von Alaska niederlässt, vor allem, damit der Vater sein psychisches Trauma aus dem Vietnam-Krieg überwindet, der ihn zu einem jähzornigen, gewalttätigen und unberechenbaren Mann gemacht hat. Nicht vorhersehbar war für sie allerdings der Umstand, dass die langen Winter seinen Zustand noch verschlechtern würden, so dass sich eine Katastrophe anbahnt mit schlimmen Folgen für die gesamte Familie.

Wie angedeutet, liest sich die Geschichte leicht. Naturverbundenen Lesern werden die Schilderungen des rauen Lebens in Alaska gefallen, die die Autorin besonders kundig darstellt, weil ihre eigene Familie sich dort ein Leben aufbaute. Interessant ist auch die Darstellung der Rolle der Frau in den 1970er Jahren, die ihrem Ehemann gegenüber ziemlich rechtlos war und Gewalttätigkeiten hinnahm. Der Liebesgeschichtenanteil erscheint mir leicht schwülstig, denn es ist doch eher lebensfremd, dass ein vierzehnjähriges Mädchen in einem gleichaltrigen Jungen den Mann fürs Leben findet und ihn auch nach Jahren der Trennung nie vergisst.

Aber trotzdem: Das Buch hat mich gut unterhalten.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

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Muttermale

Arnon Grünberg , Andrea Kluitmann , Rainer Kersten
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 07.06.2018
ISBN 9783462050707
Genre: Romane

Rezension:

Der Psychiater Otto Kadoke ist im mobilen Krisendienst tätig und hat in dieser Funktion potentielle Selbstmörder vor dem Suizid zu retten. Er hat eine pflegebedürftige Mutter, die als Jüdin während des Nationalsozialismus verschiedene Lager überlebt hat und jetzt einen überraschenden Wesenszug hat, der nicht verraten werden soll. Als ihre beiden Pflegerinnen plötzlich aufgrund Kadokes Verhalten kündigen, übernimmt er zunächst selbst die Pflege und holt später eine Patientin als Pflegerin ins Haus, was er als alternative Therapie betrachtet.

 

Ein „gnadenlos komischer Roman“, als der das Buch auf dem Buchrücken bezeichnet wird, ist es für mich nicht. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen doch eher ernste Themen – das krankhaft wirkende Verhältnis zwischen Mutter und Sohn, das bis ins hohe Alter nachwirkende Trauma der jüdischen Mutter aufgrund ihrer Internierung in Lagern, Zwangseinweisungen von Psychiatriepatienten. Gerade über letzteren Gesichtspunkt hat der Autor hervorragend recherchiert und führt dem Leser anhand einiger Beispielpatienten die Tragik psychiatrischer Erkrankungen gut vor Augen. Handlung gibt es nicht viel. Es überwiegen die Überlegungen des Protagonisten.

 

Für mich ein Buch im Mittel, von dem ich mehr erwartet hatte.

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(30)

33 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

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Eines Tages in der Provence

Karine Lambert , Pauline Kurbasik , Uta Rupprecht
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Diana, 10.09.2018
ISBN 9783453292116
Genre: Romane

Rezension:

Diese beschauliche Geschichte  spielt nur wenige Wochen im März in einem französischen Dorf, wo die über 100 Jahre alte Platane auf dem Marktplatz auf Anordnung der Gemeindeverwaltung gefällt werden soll. Die Dorfbewohner gründen rund um den pfiffigen Schuljungen Clément eine Initiative, um das zu verhindern. Die Dorfbewohner und der Baum sind es dann auch, die im Mittelpunkt stehen: zwei betagte Schwestern, die junge Frau Fanny, die Wirtin Suzanne, der herumvagabundierende Manu, der entscheidungsunfreudige Raphael, der sich strikt an Regeln haltende Gemeindearbeiter Francois, und eben die Platane. Sie ist die älteste Dorfbewohnerin, sie weiß um die Geheimnisse der Menschen, ohne sie jemals zu verraten, war Zeugin von tragischen und freudigen Ereignissen, wurde schon von so vielen Kindern beklettert. Dieser Baum ist mehr als eine Pflanze, er ist  ein Wesen, das Herz des Dorfes.

Das eigentlich Faszinierende an dem Buch ist, dass sich der Leser quasi hineinversetzt fühlt auf diesen Marktplatz und teilnimmt an den Sorgen der Bewohner und eben des Baumes. Ein ungewöhnlicher, aber interessanter Clou ist auch, dass der betroffene Baum als Ich-Erzähler eingebunden ist und wir so seine Sichtweise und seine Gefühlswelt kennenlernen. Alles wird sehr warmherzig erzählt.

 

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134 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 83 Rezensionen

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Die wundersame Mission des Harry Crane

Jon Cohen , Alexandra Kranefeld
Flexibler Einband: 536 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 02.10.2018
ISBN 9783458363620
Genre: Romane

Rezension:

Die Geschichte ist in den Endless Mountains im ländlichen Pennsylvania angesiedelt. Die zehnjährige Oriana trauert um ihren Vater, der plötzlich verstorben ist, im Schnee liegend und die Arme wie ein Schneeengel ausgebreitet. Sie hat die Vorstellung, dass ihr Vater als geflügeltes Tier in dem Wald hinter ihrem Blockhaus weiterlebt. Oriana liest fast besessen Märchen und spielt im Wald, wo sie die Anwesenheit ihres Vaters spürt. Eines Tages verliert sie „Das Buch vom alten Grum“, das ihr die alte Bibliothekarin Olive besonders anvertraut hat und das eine zentrale Rolle in dem Buch spielt. Es wird aufgefunden von Harry Crane, einem todunglücklichen Beamten der Forstverwaltung, der sich schuldig fühlt am Tod seiner Frau und sich in den ihm sicher erscheinenden Wald flüchtet, wo er sich erhängen will, was missglückt. Oriana sieht Harry als Zeichen, und Harry will Orianas Märchen wahr werden lassen.

 

Das Buch lässt sich am ehesten als ein Märchen für Erwachsene einordnen. Wer sich auf das Lesen einlässt, wird ein wunderbares Abenteuer erleben, das Orianas kühnste Träume übertrifft und Harry bereit macht, sich auf ein ganz neues Leben einzulassen. Tod und Verlust spielen zwar eine große Rolle, ziehen den Leser aber überhaupt nicht runter, da viele Passagen von feinem Humor sind. Am Ende steht die schöne Botschaft, dass es im Leben immer weiter geht.

 

Ein ganz wunderbares Buch, das zu  meinen Lesehöhepunkten des Jahres zählt.

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112 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 64 Rezensionen

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Der Apfelbaum

Christian Berkel
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 12.10.2018
ISBN 9783550081965
Genre: Romane

Rezension:

Über das schlimmste Kapitel der deutschen Geschichte, die Zeit des Nationalsozialismus, gibt es so viele Romane. Und mit dem vorliegenden tritt ein weiterer hinzu. Doch auch ihn zu lesen lohnt sich. Vielleicht liegt es daran, dass er aus der Feder des bekannten deutschen Schauspielers Christian Berkel stammt. Wer ihn kennt, hat gleich ein vertrautes Bild vom Erzähler vor Augen. Berkel hat für das Buch einige Jahre akribisch recherchiert, Archive und Originalschauplätze aufgesucht sowie lange Gespräche mit seiner zu der Zeit schon dementen Mutter geführt. Er erzählt, wie seine Mutter von den Nationalsozialisten wegen ihrer (halb)jüdischen Abstammung verfolgt wird und sie das aus Berlin wegführt mit Stationen in Madrid, Paris, einem Lager in den französischen Pyrenäen, Argentinien. Ähnlich dramatisch ist das Schicksal des Vaters, der als Arzt des Roten Kreuzes im Zweiten Weltkrieg dient und anschließend fünf Jahre in russische Kriegsgefangenschaft gerät, um dann endlich mit der Frau zusammenzukommen, die er schon als 17jähriger in den 30er Jahren geliebt hat. Überhaupt sind Berkels Vorfahren sind ungewöhnlich, teils schillernd. Seine Großeltern mütterlicherseits sind Anarchisten.
Berkels Motiv für dieses Buch war, seine eigene Identität zu hinterfragen, die im Alter von sechs Jahren ins Wanken geriet, als er von seiner Mutter erfuhr, „ein bisschen“ jüdisch zu sein. Resultat ist ein Beitrag für die nachfolgende Generation, die Vergangenheit besser zu verstehen.

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Die kleinen Wunder von Mayfair

Robert Dinsdale , Simone Jakob
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Knaur, 01.10.2018
ISBN 9783426226728
Genre: Romane

Rezension:

In der Geschichte geht es um ein magisches Spielwarengeschäft in London zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Betrieben wird es von Papa Jack und seinen Söhnen, Kaspar und Emil. Papa Jacks Spielzeuge sind legendär für ihren Erfindungsreichtum und ihre Magie, z.B. gibt es täuschend echte Patchworkhunde, Vögel aus Pfeifenreinigern und Bäume aus Pappmaschee. Die jährliche Eröffnung des Ladens vor Weihnachten ist immer ein Spektakel. Die junge Cathy wird als Angestellte aufgenommen, nachdem sie – schwanger – vor ihrer Familie geflüchtet ist, die sie in einem Heim für unverheiratete Mütter unterbringen will. Aus ihrer Perspektive wird erzählt. Die fortwährende Rivalität zwischen den beiden Brüdern um die Erfindung des magischsten Spielzeugs und um das Erbe des Emporiums sowie die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs stehen im Vordergrund der Geschichte.

 

Die anfängliche Magie, die der Geschichte innewohnt, weil sie fast ausschließlich in einem ganz besonderen Spielwarengeschäft angesiedelt ist, und die mir recht gut gefallen hat, geht irgendwann verloren, nachdem sich die von Emil geschaffenen hölzernen Spielzeugsoldaten mehr und mehr zu lebenden Soldaten verselbständigen. Das ist für mich eine negative Entwicklung. Eher gut gelungen ist die Darstellung der traumatisierenden Auswirkungen eines Krieges gerade auf die Psyche der Soldaten. Die Botschaft, die das Buch vermitteln will, ist, dass die Magie der Kindheit mit ihren Spielzeugen vor dem Hintergrund von Krieg, Armut und Traumata sehr kostbar ist.

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Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert

Joël Dicker ,
Fester Einband: 736 Seiten
Erschienen bei Piper, 13.08.2013
ISBN 9783492056007
Genre: Romane

Rezension:

Dieses Buch fesselt bis zur letzten der immerhin 725 Seiten. Es ist eine Mischung aus  Kriminalgeschichte, Liebesgeschichte und Sachbuch über das Schreiben eines guten Buches.

Die Schriftstellerei steht im Fokus, schon weil die beiden Protagonisten Autoren sind. Im Garten des berühmten Schriftstellers Harry Quebert in der amerikanischen Kleinstadt Aurora/New Hampshire wird im Jahr 2008 die Leiche der seit 33 Jahren vermissten Jugendlichen Nola gefunden. Bei sich hat das Mädchen das Manuskript des Romans, mit dem Quebert berühmt wurde. In ihm geht es um die Liebe zwischen einem älteren Mann und einem Mädchen. Quebert gerät unter Mordverdacht. Als sich herausstellt, dass er tatsächlich eine Liebesbeziehung zu Nola hatte, setzt sein beruflicher Niedergang ein. Queberts Schüler und Freund Marcus Goldman, der sich selbst mit einem ersten Buch einen Namen gemacht hat, jetzt aber unter einer Schreibblockade leidet, beginnt aufzuklären und schriftstellerisch zu verarbeiten, ob Quebert wirklich den Mord begangen hat. Dabei versetzt er den ganzen Ort in Aufruhr.

Das wirklich Raffinierte und Fesselnde an der Geschichte ist, wie die Auflösung des Kriminalfalls angegangen wird und sich verschiedene Verdächtige, die auch der Leser für solche halten muss,  als unschuldig erweisen, und wie nach und nach zu Tage kommt, welches Wissen die Bewohner von Aurora tatsächlich jahrzehntelang mit sich trugen. Interessant sind die regelmäßig eingeschobenen Regeln darüber, was ein gutes Buch beim Schreiben erfordert, die Quebert seinem Schüler Goldman eintrichtert. Nicht zuletzt ist das Buch auch amüsant, z.B. die Telefonate von Goldman mit seiner Mutter, die ihren Sohn endlich unter die Haube kriegen will.

 

Dieses Buch ist wirklich lesenswert.

 

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90 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 76 Rezensionen

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Der englische Liebhaber

Federica de Cesco
Fester Einband: 360 Seiten
Erschienen bei Europa Verlag, 29.06.2018
ISBN 9783958900806
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Einen Namen hat sich die Autorin vor allem durch Kinder- und Jugendbücher gemacht, Unterhaltungsromane für Erwachsene folgten und jetzt dieser historische Roman, in dem sie die wahre Liebesgeschichte ihrer Tante verarbeitet.

Die deutsche Übersetzerin Anna und der verheiratete englische Spionageoffizier Jeremy lernen sich 1947 in Münster kennen und lieben. Zu der versprochenen Ehe kommt es nicht mehr, weil Jeremy in seine Heimat zurückgerufen wird und der Kontakt seither vollständig abbricht. Anna ist allerdings schwanger von ihm und zieht als unverheiratete und für die  Deutschen verächtlich als Britenschlampe geltende Frau  ihre unehelich geborene Tochter mit allen nur ersichtlichen Schwierigkeiten alleine groß. Erst ein Vierteljahrhundert später sucht sie wieder Kontakt zu dem damaligen Geliebten und die alte Liebe flammt erneut auf.

Der geschichtliche Hintergrund, in den diese Geschichte gebettet ist, gefällt mir wirklich gut. Wie Deutschland nach Ende des Zweiten Weltkriegs am Boden lag und in welchem Elend die Bevölkerung lebte, ist realistisch dargestellt. Interessant ist insbesondere der Aspekt, welche Rolle deutsche Frauen einnahmen, die sich mit „feindlichen“ Soldaten einließen. Das war mir bis dato gar nicht bewusst. Im Gegensatz dazu hat mich der unterhaltende Teil der Geschichte enttäuscht, er ist zu sehr überfrachtet mit Klischees. Am meisten habe ich mich daran gestoßen, dass eine doch gebildete junge Frau wie Anna sich naiv und urplötzlich in einen verheirateten Mann verliebt und nach Erkennen der Schwangerschaft nicht alle Hebel in Bewegung setzt, um diesen aufzuspüren. Das Tüpfelchen auf dem i ist dann gar, dass sie ihren Geliebten 25 Jahre lang nicht vergessen kann und gleich beim ersten Treffen erneut das Eheversprechen des wieder verheirateten Geliebten annimmt und dieser für die gemeinsame Tochter sofort der liebende„Daddy“ ist. Wirklich viel Handlung bietet das immerhin 358 Seiten umfassende Buch nicht auf.

 

Ein Buch, das man durchaus lesen kann, aber nicht muss.

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98 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 62 Rezensionen

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Ich komme mit

Angelika Waldis
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Wunderraum, 27.08.2018
ISBN 9783336547975
Genre: Romane

Rezension:

Wer zu diesem Buch greift, sollte wissen, dass es sich nicht mal so eben zwischendurch lesen lässt, wozu man aufgrund seines geringen Umfangs von nur 209 Seiten vielleicht verleitet sein könnte. Denn es ist ein Buch, das es thematisch in sich hat – es geht um Krankheit, Tod, Alterseinsamkeit und immer wieder um die philosophische, zum Nachdenken anregende Frage, was Leben ist.

 

Der 20jährige Student Lazy und die verwitwete, vereinsamte Vita, Anfang 70, wohnen im selben Mehrfamilienhaus. Vita kennt Lazy schon von seiner Kindheit an und mochte ihn nie. Das ändert sich, als Lazy fast hoffnungslos an Leukämie erkrankt. Vita nimmt ihn bei sich auf. Sie freunden sich an, unternehmen eine gemeinsame Reise und beschließen den gemeinschaftlichen Freitod.

 

So besonders wie die Freundschaft zwischen einem jungen Mann und einer alten Frau ist, so ist auch das gesamte Buch. Die Autorin nimmt sich der ernsten Themen mit einer Art Galgenhumor an und lässt die beiden Protagonisten mit schönen Sprachspielen kommunizieren. Faszinierend ist auch das Spiel, das Lazy und Vita irgendwann aufnehmen. Sie tauschen immer wieder– philosophisch anmutende – Sätze darüber aus, was Leben für sie ist, z.B. „Leben ist Melodie erkennen im Summen des Kühlschranks“ oder „Leben ist lachen beim Kitzeln“.

 

Ein absolut lesenswertes Buch.

 

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95 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 71 Rezensionen

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Man muss auch mal loslassen können

Monika Bittl
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 03.09.2018
ISBN 9783426523230
Genre: Humor

Rezension:

Die Beschreibung des Buchs auf dem Buchrücken, in der der urkomische schwarze Humor der Geschichte in den Vordergrund gestellt wird, trifft so zwar nicht zu. Denn um eine satirische Abhandlung des ernsten Themas Tod handelt es sich nicht. Eher würde ich sagen, dass auf makabre Weise über fehlgeschlagene Suizidversuche geschrieben wird. Von diesen gibt es in der Tat eine ganze Reihe, unternommen von den drei sich zufällig begegnenden Protagonistinnen Charlotte, Wilma und Jessy, die aus ganz unterschiedlichen Gründen ihres Lebens überdrüssig sind – Krankheit, berufliches Scheitern, Existenzangst, Liebeskummer. Sie treffen auf Ralle und Moritz, die aus einer Bierlaune heraus einen dilettantischen Raubüberfall begehen und derer sich die Frauen bedienen wollen, um ihr Ziel endlich zu erreichen.

Die Romanfiguren sind sehr unterschiedlich. Eine schöne charakterisierende Kurzbeschreibung ist auf dem Klappeninnendeckel zu finden. Nicht jede wird jedem Leser gleichermaßen gefallen. Ich für meinen Teil hatte etwa Schwierigkeiten, mit Jessy warm zu werden, deren „prollige“ Sprechweise gewöhnungsbedürftig ist. Und auch Moritz mit seinen „linken“ politischen Ansichten blieb mir eher fern. Weitaus näher standen mir da schon die bodenständigen Ralle und Wilma, die sich vor dem Aus ihrer wirtschaftlichen Existenzgrundlage sehen. Und dann gibt es noch die schöngeistige Charlotte. Alle Figuren vermitteln sehr schöne Lebensweisheiten und Ratschläge, über die sich wirklich nachzudenken lohnt. Daher würde ich das Buch auch nicht bloß als unterhaltende Lektüre für zwischendurch bezeichnen. Ins Buch eingearbeitete wunderbare Zitate sind noch einmal gesammelt mit Quellenangaben im Anhang zu finden, z.B. der mir am besten erinnerliche Satz  „Man macht andere nur glücklich, wenn man selbst glücklich ist“. Dass die Geschichte mit einem Happy End schließt, versteht sich eigentlich von selbst.

Ein lesenswertes Buch.

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154 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 90 Rezensionen

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Ein Winter in Paris

Jean-Philippe Blondel , Anne Braun
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 24.09.2018
ISBN 9783552063778
Genre: Romane

Rezension:

Der Lehrer und Schriftsteller Victor findet nach der Rückkehr aus dem Urlaub in seiner Post einen Brief, der ihn in seine Erinnerungen an einen Winter in Paris im Jahr 1984 eintauchen  lässt. Damals studierte er im zweiten Jahr in einer Vorbereitungsklasse einer Eliteuniversität. Aus der Provinz und aus einer unteren sozialen Schicht kommend, fristet er ein Außenseiterdasein neben seinen privilegierten Kommilitonen. Er ist ohne Freunde und sonstige soziale Kontakte und lebt ausschließlich für das Lernen, um den harten Anforderungen der Einrichtung zu genügen und im gnadenlosen Konkurrenzkampf zu bestehen. Er entschließt sich, zu seinem Geburtstag einen Kommilitonen (Mathieu) aus dem ersten Studienjahr ins Restaurant einzuladen, mit dem er neuerdings gelegentlich eine Zigarette raucht. Dazu kommt es jedoch nicht mehr, weil sich Mathieu in der Universität in den Tod stürzt, wovon Victor Zeuge wird. Dieses tragische Ereignis verändert Victors Leben. Auf einmal suchen seine Kommilitonen seinen Kontakt, ebenso wie Mathieus Vater, zu dem Victor eine seltsame Beziehung entwickelt.

Der Autor prangert in diesem Roman die unmenschlichen Bedingungen der elitären Vorbereitungsklassen an mit dem zwischen den Studenten bestehenden gnadenlosen Wettbewerb und selbstherrlichen, erniedrigenden Lehrern, die zukünftige elitäre Politiker und Journalisten heranziehen wollen. Daneben werden viele weitere Themen angesprochen: Die Beziehungen zur Familie, die Berührung mit einem anderen sozialen Milieu, der Wettbewerb an der Universität, Freundschaft. Die psychischen Befindlichkeiten von Victor und den anderen Personen seines Umfelds werden sehr schön in einer einfachen, doch wirkungsvollen Sprache beschrieben.

Ein sehr lesenswertes Buch.

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139 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 75 Rezensionen

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Loyalitäten

Delphine de Vigan , Doris Heinemann
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag, 12.10.2018
ISBN 9783832183592
Genre: Romane

Rezension:

Ein absolut lesenswerter Roman der Autorin, die ich bereits durch ihr ebenso lesenswertes Buch „Nach einer wahren Geschichte“ kannte.

 

Protagonist ist der zwölfjährige Théo. Er ist Scheidungskind und lebt im wöchentlichen Wechsel bei seinem verarmten, depressiven Vater und seiner Mutter, die nur noch Hass für ihren Ex-Mann verspürt. Théo trinkt regelmäßig hochprozentigen Alkohol bis zur Besinnungslosigkeit. Im Wechsel mit drei weiteren Romanfiguren kommt er zu Wort. Sein einziger Freund Mathis trinkt zunächst aus Solidarität mit, bis ihm Bedenken kommen. Ihre Lehrerin Hélène hat in ihrer eigenen Kindheit Gewalt erfahren und hat nun eine feine Antenne dafür, dass mit Théo irgendetwas nicht stimmt. Sie vermutet Misshandlungen und ist schon fast besessen davon, die Sache aufzuklären. Cécile ist die Mutter von Mathis, Tochter eines Alkoholikers. Sie entdeckt ein Geheimnis ihres Mannes.

 

Der Buchtitel „Loyalitäten“ ist passend gewählt. Alle Romanfiguren wollen sich auf irgendeine Weise loyal gegenüber anderen verhalten. Théo will es beiden Elternteilen recht machen; Mathis will gegenüber seinem Freund loyal sein und geht sogar so weit, dass er noch schweigt, als Théo in eine lebensbedrohliche Situation gerät; Cécile will sich selbst und Hélène ihren Schülern gegenüber loyal sein. Das behandelte Thema eines an der Scheidung seiner Eltern zerbrechenden Kindes, das sich in den Alkohol flüchtet, macht betroffen und nachdenklich. Die Erzählsprache ist dem Thema entsprechend angemessen.

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32 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

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Zärtliche Klagen

Yoko Ogawa , Sabine Mangold
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 17.08.2018
ISBN 9783746634371
Genre: Romane

Rezension:

Die Kalligrafin Ruriko flüchtet aus Tokio in das im einsamen Wald gelegene Ferienhaus ihrer Eltern, wo sie einst  glückliche Kindheitstage verlebt hat. Sie und ihre Nachbarn, der Cembalo-Bauer Nitta und seine junge Assistentin Kaoru, haben seelische Verletzungen aufzuarbeiten - Ruriko die Misshandlungen ihres untreuen Ehemannes, Nitta den Fehlschlag seiner Karriere als Pianist  (er kann nicht vor Dritten spielen), Kaoru die Tötung ihres Verlobten. Ruriko verliebt sich in Nitta, kommt aber nicht gegen die tiefe Verbundenheit zwischen Nitta und Kaoru an. 


Dieser Roman ist schon 1996 in Japan erschienen und ein früher Roman der Autorin. Er ist sehr handlungsarm und völlig unaufgeregt. Im Fokus stehen eher die Stimmungen der Romanfiguren,  das Leben in der Stille, die Musik (Kaoru spielt immer wieder das titelgebende Stück "Les tendres plaintes" des Komponisten Rameau auf dem Cembalo; Ruriko will erreichen, dass Nitta es für sie spielt) und die Schrift  (Ruriko transkripiert Auftragsarbeiten). 

Für mich ein typischer japanischer, lesenswerter Roman.

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