ulla08

ulla08s Bibliothek

91 Bücher, 24 Rezensionen

Zu ulla08s Profil
Filtern nach
91 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(4)

7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Gefangen - die Geliebte des Kommandanten: Kurzgeschichte

Ann Westphal
E-Buch Text
Erschienen bei null, 29.02.2016
ISBN B01CECM5AO
Genre: Sonstiges

Rezension:

Nadja stirbt fast vor Angst, als man sie in das Zimmer von Sergei bringt. Er ist der Kommandant des Straflagers, in dem man sie gefangen hält, weil gegen das Regime protestiert hat. Sind ein heißes Bad, gutes Essen und ein warmes Bett es wert, seine Geliebte zu werden? Sergei überrascht Nadja in mehr als einer Hinsicht …
Während die anderen Bücher, die ich bisher von Ann Westphal gelesen habe, mit Humor und einer gewissen Leichtigkeit punkten, ist die Atmosphäre in der Kurzgeschichte „Gefangen – Die Geliebte des Kommandaten“ am Anfang sehr dunkel. Nadjas Angst und Verzweiflung sind mehr als deutlich.


Da die Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt wird, sieht man als Leser Sergei konsequent durch Nadjas Augen. Zuerst unmerklich verändert sich ihr Blickwinkel. In die Angst mischt sich Neugier, in das Misstrauen die vorsichtige Zuversicht, dass er sich ihr niemals gegen ihren Willen nähern wird. Obwohl die Story so kurz ist, geht sie unter die Haut. Man kann Nadjas Wandel von Angst zu körperlicher Anziehung gut nachvollziehen.


Die erotischen Szenen sind sehr sinnlich, wenn auch bittersüß, weil über den beiden die allgegenwärtige Bedrohung des „Regimes“ schwebt. Ich werde natürlich nicht verraten, wie die Geschichte endet. Aber ich gebe ihr mindestens 5 Punkte und eine Leseempfehlung.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

rezensio, liebesroman, audreys rückkehr, buchrezensio, ann westphal

Audreys Rückkehr

Ann Westphal
E-Buch Text: 305 Seiten
Erschienen bei null, 01.03.2014
ISBN B00IQR4N8O
Genre: Liebesromane

Rezension:

Die Brüder Max und Paul scheinen auf den ersten Blick alles zu haben. Sie sind erfolgreich im Beruf, nicht unvermögend und die Frauen liegen ihnen zu Füssen oder wo auch immer sie sie haben wollen. Trotzdem scheint beiden etwas zu fehlen, mit dem Herzen sind sie nicht bei der Sache.
Als ihr Vater plötzlich erklärt, dass er auf jeden Fall sein großes Haus mit dem riesigen Garten behalten will, weil dort nicht nur die Erinnerungen an seine verstorbene Frau lebendig sind, sondern er sogar ihren Geist immer wieder körperlich spürt, halten seine Söhne ihn zuerst einmal für verrückt.
Aber ist dieses merkwürdige Kribbeln im Nacken, das sie manchmal fühlen, wirklich auf einen Windhauch zurückzuführen? Max beginnt zu „glauben“, als ihm eine Böe seine absolute Traumfrau in die Arme weht. Mitten auf einem windstillen, unterirdischen U-Bahnhof wohlgemerkt …

Wenn man die Callboy-Reihe von Ann Westphal kennt und bei „Audreys Rückkher“ etwas Ähnliches erwartet, wird man überrascht sein. Während es sich bei den Callboy-Romanen um klassische erotische Romanzen handelt, in denen sich pro Buch ein Pärchen findet, muss „Audrey“ dafür sorgen, dass ihre beiden Söhne glücklich werden und auch ihr geliebter Mann Hans seinen Lebensmut wieder findet. Das Buch handelt also im Grunde von drei Männern und ihrer Suche nach dem Glück.
Den größten Anteil an der Story bestreiten Max und Charlotte aka Charlie. Max ist geschieden und keine Kind von Traurigkeit. Charlie hat die Nase voll von gutaussehenden Männern, denen die Frauen zu Füssen liegen. Es macht totalen Spaß zu lesen, wie Max sich mächtig anstrengt, um Charlie nicht nur von seinen Vorzügen zu überzeugen, sondern auch von seinen ernsten Absichten. Er ist sich nämlich sicher, dass Charlie die eine Frau ist, mit der er bis an sein Lebensende glücklich sein wird. Dabei gerät er allerdings hin und wieder in ziemliche Erklärungsnöte, schließlich lösen sich seine zahlreichen (Ex-)Gespielinnen auch mit „geistreicher“ Hilfe keineswegs in Luft auf.
Paul dagegen treibt es immer wilder und erst als gar nichts mehr geht, begreift er, dass er die Liebe seines Lebens längst gefunden und durch sein Verhalten wieder vertrieben hat. Audreys kleine „Hilfen“ ignoriert er, bis sie schwere Geschütze auffahren muss. Seine Fehler ungeschehen machen ist nicht möglich. Aber darf er vielleicht auf einen Neuanfang hoffen?
Lieder kann ich nicht verraten, ob und wie auch Hans schließlich wieder glücklich wird. Das wäre ein echter Spoiler.

Die Story ist temporeich und mit viel Humor erzählt. Sie punktet mit sexy Traummännern, die nur umso liebenswerter sind, weil sie eben nicht perfekt sind. Das scheint zwar bei Paul die Untertreibung des Jahrhunderts zu sein, allerdings ist gerade seine Wandlung vom Saulus zum Paulus (Nomen est omen?) richtig spannend zu lesen. Wenn ich einen einzigen Kritikpunkt an dem Buch habe, dann den, dass ich gerne noch mehr von den Brüdern und ihren Frauen gelesen hätte.

Fazit: „Audreys Rückkehr“ ist nicht unbedingt Mainstream und gerade deshalb so lesenswert. „Geistreich“ wird die Geschichte einer Familie erzählt, die durch einen tragischen Todesfall ein wenig aus der Bahn gerät, bis sie mit „geistreicher“ Unterstützung ihr Glück findet. Spannend, humorvoll, erotisch, berührend. Bitte mehr davon!
Ach ja! Von mir gibt‘s natürlich auch was: 5 Punkte und eine Leseempfehlung.

Übrigens: Sonst empfehle ich ja immer, vor dem Kauf die Leseprobe zu lesen. Hier ausnahmsweise nicht, weil die ersten Kapitel zwar für die Geschichte notwendig sind, aber aus bestimmten Gründen einen deutlich anderen Tenor als der Rest des Buches haben. 

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(7)

12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

bruderschaft der küste- reiche beute, chris p. rolls

Bruderschaft der Küste: Gay Historical Romance

Chris P. Rolls
E-Buch Text: 121 Seiten
Erschienen bei null, 02.05.2015
ISBN B00WOJE2H2
Genre: Sonstiges

Rezension:

Der junge Adlige Simon wird von einem der gefürchtetsten Piraten der Karibik entführt: Jean hält ihn als Geisel gefangen und sichert sich so einen der begehrten Kaperbriefe, der ihn vor der Verfolgung seiner ruchlosen Taten schützt.
Simon, zuerst eingesperrt in einem dunklen Verlies im Schiffsrumpf, wird schließlich gezwungen an Deck zu helfen und sich sogar an einem Überfall auf ein fremdes Schiff zu beteiligen. Aber der Laderaum enthält nicht nur kostbare Beute, sondern auch einen geheimnisvollen Mann in Ketten, der Simon in tiefste Verwirrung stürzt und der für Jean kein Unbekannter zu sein scheint.
Zwischen Jean, Miguel und Simon beginnt ein merkwürdiges Spiel mit tödlichen Regeln, das den jungen Adligen zutiefst verwirrt. Sehnsüchte und Leidenschaften brechen auf, die ein Mann von Ehre nicht zulassen darf. Aber kann sich Simon ihnen überhaupt noch entziehen?

Die Geschichte von Chris P. Roll erscheint hier endlich (!) in einer neuen Auflage. Bisher habe ich mich geweigert, das Buch zu lesen, weil bekannt war, dass der vorherige Verlag an seine Autoren keine Tantiemen zahlt und ich diese Praxis auf keinen Fall auch noch unterstützen wollte.
„Die Bruderschaft der Küste“ ist ein spannender Kurzroman, der voller Sehnsüchte, Zweifel und Leidenschaften steckt, die dem Leser direkt unter die Haut gehen. So deutlich wie die Hitze der Karibiksonne über dem tiefblauen Meer spürt man das Begehren, mit dem die drei Männer einander umschleichen. Die beiden Piraten mit ihrer Ruchlosigkeit bilden einen faszinierenden Gegenpol zu Simon, der fast unschuldig ist und verzweifelt versucht, an seine Ehre festzuhalten.
Das unerfüllte Verlangen schaukelt sich mit jeder Stunde höher. Aber wird Simon sich wirklich überwinden und sich einem Mann hingeben? Das ist in seinen Augen eine Sünde!
Oder ist die wahre Sünde, ein Leben zu leben, in dem man seine Wünsche und Bedürfnisse verleugnet?
Ich bin von der Story richtig begeistert und habe sie förmlich verschlungen. Der farbenprächtige Hintergrund und die eindringliche Schilderung der sexuellen Spannung, die sich immer weiter aufbaut, ergänzen sich zu einer erstklassigen Piratengeschichte. Ich habe bis zu letzten Seite mitgefiebert, ob und vor allem mit wem Simon sein Glück finden wird.
Übrigens: Wie so oft in den Büchern von Chris P. Rolls machen die Charaktere eine nachvollziehbare Entwicklung durch. Vielleicht wachsen sie einem deshalb so sehr ans Herz und schreien in regelmäßigen Abständen danach, ihre Geschichte erneut zu lesen. Einmal ist in der Regel einfach nicht genug! Ich werde bestimmt noch öfter mit Simon, Jean und Miguel durch das türkisblaue, karibische Meer segeln und hoffe wirklich, dass ich in den verborgen Buchten vielleicht auf den ein oder anderen Freibeuter treffe, der ebenfalls zur Bruderschaft der Küste gehört, und der Chris P. Rolls seine Seemannsgarn ins Ohr flüstert, auf das sie es mit uns Lesern teilt …

Fazit: Begeisterte 5 Punkte, eine Leseempfehlung und eine Suchtwarnung!
Übrigens: Mittlerweile gibt es unter dem Titel "Bruderschaft der Küste - Die Entführung" die Vorgeschichte zu diesem Buch zu lesen, die Fortsetzung soll 2016 erscheinen.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(6)

11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

callboy, leo - auftragslover küsst man nicht, erotik, ann westphal

LEO - Auftragslover küsst man nicht

Ann Westphal
E-Buch Text: 394 Seiten
Erschienen bei null, 26.08.2015
ISBN B014JOVORU
Genre: Liebesromane

Rezension:

Als Johanna Leo kennenlernt, ist es für beide … Ja, was denn eigentlich?
Johanna ist eine erfolgreiche, gestandene Frau und seit sieben Jahren mit einem Mann verheiratet, der seine Karriere über alles stellt. Da verliebt man sich doch nicht so einfach in seinen Nachbarn, auch wenn der noch so sexy ist. Nett ist er außerdem. Und klug. Romantisch nicht zu vergessen. Dass er sie „Jo“ nennt ist einfach zum Dahinschmelzen. Jo kommt aus dem Träumen gar nicht mehr heraus und ihr Mann scheint sowie nie Zeit für sie haben …
Als sie durch einen Zufall herausfindet, welchen Nebenjob Leo hat, verliert Jo ihre Hemmungen und eine leidenschaftliche Affäre beginnt. Nur von Liebe möchte sie nicht reden. Soviel Glück kann doch gar nicht wahr sein, oder? Wie soll sie einen Mann wie Leo auf Dauer halten können …
Leo dagegen ist „Jo“ schon auf den ersten Blick völlig verfallen. Er hasst den Gedanken, dass seine wundervolle Jo einem anderen Mann gehört. Er, der als Callboy Sex und Liebe problemlos trennen konnte, weiß nicht mehr, wo ihm der Kopf steht. Dafür steht etwas anderes. Andauernd. Nur nicht mehr, wenn er seine Aufträge hat.
Leo weiß, dass er sich entscheiden muss. Er wünscht sich nichts mehr, als Jo für immer in seinen Armen halten zu können und beginnt mir allem Mitten um die Frau seiner Träume zu werben.

Um es vorweg zu schicken: „Leo – Auftraglover küsst man nicht“ von Ann Westphal ist eines der besten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Hier stimmt einfach alles! Sympathische, sexy Helden, tolle Nebencharaktere und eine Geschichte, die man gar nicht mehr aus der Hand legen möchte, weil sie nicht nur spannend und sinnlich ist, sondern auch richtig witzig erzählt wird. Das Buch sollte man nur in der Öffentlichkeit lesen, wenn es einen nicht stört, dass manche Leute einen merkwürdig anschauen, weil man laut lachen muss. Außerdem ist es manchmal so heiß, dass die aktuell winterlichen Temperaturen plötzlich zur willkommenen Abkühlung werden.
Leo und Jo ergeben zusammen ein richtig tolles Paar. Natürlich ist Leo ein absoluter Traummann, der immer genau das Richtige zu machen scheint. Seine Art Jo zu umwerben ist verboten romantisch, ohne dabei kitschig zu wirken. Richtig witzig liest es sich, wenn Leo mit wechselndem Erfolg versucht, seinen inneren Steinzeitmenschen an die Leine zu legen, von dem er bisher nicht einmal ahnte, dass er existiert.
Warum zum Glück manchmal nur ein „L“ fehlt und wofür dieser Buchstabe alles steht, das muss man einfach selber lesen!

Besonderen Spaß hat mir aber Jo gemacht, die für einen Liebesroman eine eher untypische Heldin ist. Nicht ganz jung, nicht ganz schlank, nicht immer selbstbewusst, aber auch keine Frau, die nicht um ihren Wert weiß. Sie ist erfolgreich in ihrem nicht ganz einfachen Job und hat für ihre Karriere hart gearbeitet. Mit Jo identifiziert man sich gerne, auch wenn man sie zwischendrin manchmal schütteln möchte, damit sie sich endlich zu Leo bekennt.
Natürlich ist das hier eine erotische Romanze, in der auch deutliche Szenen nicht fehlen. Sie sind aber nie Selbstzweck, sondern drücken einfach wunderbar die Gefühle von Jo und Leo füreinander aus. Gerade deswegen gehen sie so unter die Haut.
„Leo – Auftragslover küsst man nicht“ hat satte 425 Seiten. Keine davon ist zuviel! Im Gegenteil, wenn man am Ende der Geschichte angekommen ist, möchte man eigentlich noch viel mehr von den beiden lesen, obwohl der Handlungsbogen wunderbar in sich abgeschlossen ist. Gut, dass die Autorin der geneigten Leserin Hoffnung macht, dass die Serie weiter gehen könnte …
Serie übrigens ein gutes Stichwort: Ich habe „Leo“ als erstes gelesen und dabei auch Tom und Marc, seine „Kollegen“ kennengelernt. Man versteht das Buch von Leo und Jo, ohne die ersten beiden Bücher der Reihe zu kennen, es macht aber definitiv neugierig auf die beiden anderen Callboys und Lust auf ihre Geschichten.
Übrigens: Selten habe ich einem Buch eine so passende Playlist gefunden. Ann Westphal scheint es nicht nur Spaß zu machen, die passenden Songs für ihre Geschichten zu suchen, sie hat auch ein echtes Händchen dafür. Oder ob die Musik sie zu der Geschichte inspiriert hat?

Mein Fazit: Begeisterte 10 von 5 Punkten, eine Leseempfehlung und eine Suchtwarnung. (Die kommt für mich natürlich mal wieder zu spät …)
P.S.: Eigentlich wollte ich immer – frei nach dem Uralt-Song von Gitte - einen Cowboy zum Mann. Wenn es aber mehr Callboys wie Leo gibt, muss ich das ernsthaft überdenken …

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

schwul, erotik, gay

In seiner Hand

C. Dewi , Leann Porter , Björn Petrov , Nino Delia
Flexibler Einband: 312 Seiten
Erschienen bei Incubus Verlag, 01.09.2015
ISBN 9783945569054
Genre: Sonstiges

Rezension:

Mit „In seiner Hand: Geschichten voller Männerlust“ haben Ulrich Hawighorst als Herausgeber und der Incubus-Verlag eine Sammlung von Geschichten vorgelegt, in denen sich alles um „das Eine“ dreht. Richtig neugierig macht schon das Vorwort, in dem versprochen wird, dass wirklich heiße Geschichten gesucht wurden, denen aber auch die Sinnlichkeit nicht fehlt. Erotik ist mehr als bloßes Rein-Raus, Sex ist nicht nur Mechanik und selbst wenn er schnell, hart und anonym sein soll, muss der Funke der Erregung erst einmal zünden. Ein Buch über Männerlust, über geheime Wünsche und offen ausgelebte Triebe, eines das es schafft, mit Worten ein erotisches Kopfkino zu entzünden und ein gewisses Kribbeln auszulösen, sollte hier entstehen.


Ob das gelungen ist?
Und ob das gelungen ist!!! 

Überraschenderweise spielt das besagte Kopfkino schon beim Cover verrückt: Eigentlich sieht man fast gar nichts, aber allein die Haltung ist Andeutung genug, lässt das Vorstellungsvermögen auf Hochtouren laufen und stimmt damit perfekt auf die folgenden, sehr unterschiedlichen Geschichten ein:


Übersicht:
1. Der Traum des Fischers (J. Walther)
2. In Oberons Reich (Thomas Pregel)
3. Unter Wasser (Raik Thorstadt)
4. Pecado Nefando (Martina Patek)
5. Mr. Sex-on-Legs (Björn Petrov)
6. Obsession (C. Dewi)
7. Wolfsträume (Leann Porter)
8. Darkroom Love (Lasar Herzberg)
9. Fünf-Gänge-Menü (J. Walther)
10. Vom Erwachsensein (Dennis Stephan)
11. Stimmgewalt (Björn Petrov)
12. Als Hylios brannte (Annette Juretzki)
13. Manchmal endet es im Wahnsinn (Peter Nathschläger)
14. Sturm (C. Dewi)
15. Einmal Unendlichkeit und zurück (Levi Frost)
16. Akt für vier Spieler: Ein prometheanisches Quartett (Devin Sumaro)
17. Wüstensohn (Romy Wolf)
18. Fremde Betten, fremde Bäder (Nino Delia)
19. Zehn Prozent (Florian Höltgen)

Die Autoren erzählen von Lust, Liebe und Leidenschaften. Mal beschreiben sie nur einen kurzen, intimen Moment, eine einzige Begegnung, mal darf mal als Leser die Charaktere ein längeres Stück ihres Weges begleiten. Um es vorweg zuschicken: jede Erzählung ist auf ihre ganz eigene Art und Weise heiß, sinnlich oder berührend.


Der Bogen wird weit gespannt: Von Fantasy und historisch angehauchten Geschichten über „Gegenwartsliteratur“ bis zu SF-Storys ist alles dabei. Manchmal scheint sich der Sex nur im Kopf anzuspielen, dann wieder leben zwei, drei oder gar vier Männer ihre Lust miteinander aus. Besonders interessant fand ich es, wenn eine Geschichte einen Fetisch bedient, mit dem man als Leser eigentlich nichts anfangen kann und sich dann doch dabei erwischt, völlig fasziniert zu sein und die fremde Sinnlichkeit zu spüren. Gleich die erste Story deutet etwas an, dass ich bisher höchstens aus Mangas kannte und persönlich eher befremdlich fand. Aber „Der Traum des Fischer“ von J. Walther ist so erotisch, dass man sich dem nicht entziehen kann (oder will …). Bei der Story „Mr. Sex-on-Legs“ von Björn Petrov musste ich schmunzeln. Aber heiß sind er (der Mister) und seine im Detail beschriebenen Körperteile trotzdem! Das eröffnet einen ganz neuen Blickwinkel auf …
grins Nicht auf das, was einige jetzt bestimmt vor dem inneren Auge haben!

Mehr als einmal geht es um Macht und Hingabe. Wer bezwingt wen? Das scheint bei einem gefesselten Gefangenen und seinem Wächter auf den ersten Blick ganz klar zu sein. Allerdings merkt Ruy in „Pecado Nefando“ von Martina Patek sehr schnell, dass er den Inka-Krieger Atoq völlig unterschätzt hat. Auch in „Obsession“ von C. Dewi sind die Rollen nicht so klar verteilt, wie es den Anscheint hat.

Neben vielen, wunderbar sinnlichen Momentaufnahmen und One-Shots findet man auch einige längere Geschichten. Wenn man als Leser trotzdem nach „mehr“ schreit, ist das nicht, weil die Storys nicht rund wären, sondern weil sie so gut und die Charaktere so interessant sind, dass man neugierig ist, wie es mit ihnen weiter gehen könnte. Besonders gerne hätte ich gelesen, was mit den Gladiatoren Farzin und Aemillius in „Wüstensohn“ von Romy Wolf noch so alles passiert. Über das Ende von Florian Höltgens „Zehn Prozent“ rede ich besser gar nicht. Dieser „erste Ausflug“ des Autors ins SF-Genre ist ein Volltreffer, den man unbedingt lesen sollte, auch wenn er mit dem übelsten Cliff aller Zeiten schließt!


„In seiner Hand: Geschichten voller Männerlust“ enthält für jeden Geschmack etwas. Gleichgültig wird diese Anthologie niemanden lassen, egal ob man deutliche Worte oder sinnliche Andeutungen, sanfte Berührungen oder harte Griffe mag.
Ich würde gerne sehr viel mehr als 5 Punkte geben. Das Buch habe ich mit absoluter Sicherheit nicht zum letzten Mal in der Hand gehabt und kann es jedem nur ans Herz legen.

P.S.: Geschmäcker sind und bleiben verschieden. Das ist gut so. Alle Storys in dem Buch sind richtig gut geschrieben und jede berührt auf ihre eigene Weise.
Meine ganz persönliche Lieblingsgeschichte ist die von Ismael und Mateo aus „Sturm“ von C. Dewi. Sie ist voller Sehnsucht und unterdrücktem Schmerz. Die beiden Männer leben an der rauen Küste Chiles. Sie nähern sich einander nur vorsichtig und voller Angst vor Verletzungen, bis sie sich schließlich genug vertrauen, um zärtlich zueinander zu sein. Ihre Geheimnisse erschließen sich zuerst den tastenden Fingern in der Dunkelheit, bevor sie den Mut finden, sie einander anzuvertrauen. 

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

romantisch, liebe, perfekt

Cupido Darts - Sein perfekter Mann

El Sada
Flexibler Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Cupido Books, 01.10.2015
ISBN 9783944490465
Genre: Romane

Rezension:

Dylan ist fertig mit der Welt: Sein Geliebter hat ihn betrogen! Nicht zum ersten Mal, aber nun nicht nur mit einem anderen Mann, sondern zusätzlich auch noch mit einer Frau. Gleichzeitig!
Jetzt reicht es! Dylan wirft Marvin hochkant aus der Wohnung und beschließt, sich auf die Suche nach einem perfekten Mann zu machen. Nach SEINEM perfekten Mann!
Zu seiner Überraschung lernt er gleich am ersten Abend Matt kennen, der alle Punkte auf seiner eigens erstellten Liste zu erfüllen scheint. Das kann doch gar nicht sein, oder?
Dylan bleibt misstrauisch und tatsächlich scheint Matt ein Geheimnis zu haben. Außerdem ist da noch Marvin, der Dylan unbedingt zurück haben will …


„Cupido Darts – Sein perfekter Mann“ ist für mich eine Premiere in zweierlei Hinsicht: Erstens ist es mein erstes Buch von El Sada und zweitens die erste Geschichte aus der Reihe „Cupido Darts“. Nun stehe ich da und will eigentlich von beiden mehr lesen, weil mir das Buch richtig gut gefallen hat …


Zuerst aber geht es hier aber natürlich um Dylan und den Mann, der für ihn persönlich perfekt sein könnte: Die Geschichte ist klasse! Sie ist stellenweise ziemlich witzig, obwohl sie leicht ins Drama abrutschen könnte. Dylan hatte es nie leicht im Leben und Marvins Betrug nimmt ihn ziemlich mit. El Sadas lakonischer Humor sorgt allerdings dafür, dass man immer wieder grinsen muss, wenn man nicht gerade die Luft anhält, weil es zwischen Dylan und Matt mal wieder kochend heiß wird. Die expliziten Szenen sind toll geschrieben und nie Selbstzweck, sondern gehören einfach dazu. Vor allem da Dylan zuerst an sein Glück nicht glauben mag und seine Beziehung zu Matt am liebsten auf’s Bett reduzieren möchte.
Natürlich ist Matt nicht perfekt. Welcher Mensch ist das schon? Die Geschichte lebt nicht zuletzt davon, mit dieser Überlegung zu spielen und natürlich damit, wie man reagieren soll(te), wenn offensichtlich ist, dass der andere einen Fehler gemacht hat.
Zum Glück für Dylan gibt es jemanden, der ihm einen wirklich guten Rat erteilt …


Fazit: Ich mag diese Geschichte so sehr, dass ich gerne verzeihe, dass die Auflösung am Ende ein wenig zu „zufällig“ ist. Dylan findet am Anfang, dass Matt seine Liste zu 98% erfüllt. So geht es mir mit der Story auch. Das sind auf jeden Fall satte 5 Punkte und eine Leseempfehlung. Die Story ist humorvoll und sexy. Perfekt für einen schönen Leseabend.
Ich muss mir dann jetzt überlegen, ob ich zuerst weitere „Cupido Darts“ lese, oder lieber zuerst mehr von El Sada. Beides scheint perfektes Lesefutter zu sein …

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(6)

9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

fantasi, wandler, gay

Dämonenherz & Katzenjammer

Tina Filsak
E-Buch Text
Erschienen bei null, 30.08.2015
ISBN B014PBPPFO
Genre: Sonstiges

Rezension:

Der Jaguarwandler Manoel hat seine geliebte Familie und seine Freiheit verloren. Sein Leben hat für ihn keinen Wert mehr. Der Tod ist eine Erlösung, nach der er sich sehnt.
Dass sein Lebensfunke soll einen Dämonen nähren soll, ist Manuel herzlich egal. Überraschenderweise rettet ausgerechnet diese totale Gleichgültigkeit zuerst einmal sein Leben. Nun allerdings sitzt er mit einem Tracker, einem Angehörigen einer der gefährlichsten Dämonenspezies überhaupt, in einem Kerker fest.
Russel weiß nach einem Jahr Gefangenschaft und Folter schon fast nicht mehr, warum er sich weigert, das Leben der Futtersklaven zu nehmen, die man in seine Zelle schickt. Immer gelingt es ihm nicht, sie zu schonen. Doch diesmal hat es funktioniert und nun hat er einen völlig depressiven Wandler vor der Nase, der gar nicht gerettet werden wollte.
Was als widerwillige Zweckgemeinschaft, geboren aus Einsamkeit und Langeweile beginnt, wird nach und nach viel mehr. Russel findet ausgerechnet in seinem Gefängnis heraus, dass auch ein Tracker nicht unweigerlich an seine Killerinstinkte gebunden ist, sondern frei wählen kann, was er aus seinem Leben machen möchte und Manoel erkennt, dass sein Leben vielleicht doch noch nicht zuende ist.

„Dämonenherz & Katzenjammer“ kann man kaum besprechen, ohne ein wenig zu spoilern, deshalb die Bewertung vorweg: Wenn man einmal angefangen hat, ist es unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen. Es ist knallhart, stellenweise sehr grausam und dann wieder herzergreifend zärtlich. Vom mir erhält es 5 Punkte und eine Leseempfehlung, bei der ich mich allerdings der „Warnung“ der Autorin anschließe: Für zartbesaitete Leser ist das Buch nicht geeignet.

Ab hier SPOILER möglich:
Schon mit „Micah“ hat Tina Filsak eine Geschichte voller Überraschungen hingelegt, die nicht leicht zu lesen ist, aber eine gelungene Gratwanderung zwischen sehr grausamen und sehr erotischen Szenen bietet. „Dämoneherz & Katzenjammer“ spielt im gleichen Universum wie „Micah“, darf allerdings nicht als Fortsetzung gesehen werden, da Micah und die Seinen erst ganz am Schluss einen Auftritt haben.
Das Buch konzentriert sich sehr auf die Geschichte von Manoel, Russel und dessen unwilligem Aufseher, dem Sturmdämon August. Alle drei kennen Schmerzen, Angst, Trauer, Folter und Einsamkeit, die auch sehr eindringlich geschildert werden. Die Geschichte ist an einigen Stellen wirklich schwer zu lesen.
Dafür „entschädigen“ Szenen, die so überraschend zärtlich und liebevoll sind, dass man sie in einem Kerker nie erwartet hätte. Russel hatte nie die Chance, etwas anderes als ein Tracker, ein dämonischer Auftragskiller, zu werden. Schon als Kind wurde er mit unmenschlicher Härte nur darauf gedrillt. Irgendwann kann und will er aber nicht mehr auf diese Tätigkeit reduziert werden und ausgerechnet das lässt ihn letztendlich in dem Kerker landen.
Manoels Leben endet im Grunde an dem Tag, an dem seine Frau getötet und seine Kinder von Dämonen entführt werden. Er ist nun ein anderer Mensch, selbst seinen alten Namen behält er nicht. Aus „Manoel“ wird „Noel“.
Die Russel und Noel leben zwangsweise sehr eng zusammen. Während der Dämon vorher nie die Möglichkeit hatte, einem anderen Wesen über einen längeren Zeitraum so nahe zu sein und nicht einmal weiß, ob er sich zu Männern oder zu Frauen hingezogen fühlt, vermisst Noel schmerzlich seine Familie. Die Katze in ihm trauert nicht so lange wie ein Mensch. Sie braucht Berührungen zum Leben so sehr, wie Russel Lebensenergie. Nur wenn ein Dämon regelmäßig kleine Mengen davon zu sich nimmt, kann er seinen Instinkt zu töten unterdrücken. Noel gibt Russel freiwillig Energie und erhält dafür den Körperkontakt, den er so dringend benötigt.
Es ist furchtbar zu lesen, wie die Männer leiden, aber wunderschön mitzuerleben, wie sie sich vorsichtig einander annähern und wie aus einer mit kaltem Verstand geschlossenen Zweckgemeinschaft etwas wird, das viel, viel mehr ist. Die Annäherung ist an keiner Stelle unglaubwürdig. Russel und Noel lernen nicht nur einander kennen, gleichzeitig lernen sie eine Menge über sich selbst.
Natürlich verrate ich nicht, wie das Buch endet, nur soviel: Ich fand den Schluss toll.
Außerdem macht er natürlich die Fans von „Micah“ unheimlich neugierig darauf, was zwischen dem Ende des ersten Bandes und dem „Status Quo“ passiert sein könnte. Tatsächlich haben fast alle der liebgewonnenen Charaktere ihre kleinen Auftritte. Im Nachhinein muss ich grinsen, wie typisch jeder einzelne war (Beim ersten Lesen war ich zu hingerissen von der Hauptstory …). Russels Kompetenz wird ebenso gezeigt wie seine devote Seite, Dios ruhige Unterstützung für Micah schimmert genauso durch wie Darius etwas mürrisches Temperament.
Fazit: „Dämonenherz & Katzenjammer“ ist eine tolle, in sich runde Geschichte. Wer „Micah“ mochte, wird hier gut unterhalten, auch wenn der Tenor ein etwas anderer ist. 

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(21)

27 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

erotik, zukunft, ebook, sklaven, frauen

Satisfaction on demand: Eine erotische Vision

M.C. Steinweg
E-Buch Text: 142 Seiten
Erschienen bei Cupido Books, 01.05.2015
ISBN 9783944490250
Genre: Sonstiges

Rezension:

In einer postapokalyptischen Welt haben die Frauen die Macht. Sie entscheiden alles und die Männer spielen kaum noch eine Rolle. Selbst ihre 'Funktionen' sind streng reglementiert: Sie dienen der Gesellschaft in nur wenigen Jobs sind kaum mehr als Sklaven. Eine Sonderform bilden die 'Satisfactoren', die jede Frau mehrmals im Jahr besuchen darf, und die trainiert und verpflichtet sind, zu gehorchen und sich ohne Rücksicht auf die eigenen Bedürfnisse den Wünschen der Frauen zu unterwerfen.
Sex ist für Janus sein Beruf und er ist gut darin. Er wurde aufgrund seiner Genetik dafür ausgewählt und über Jahre darin ausgebildet, Frauen zu befriedigen. Außerdem ist er einer der wenigen Männer, die Nachwuchs zeugen dürfen, den er allerdings nie zu Gesicht bekommen wird. Die Mädchen wachsen bei ihren Müttern auf, die Jungen in speziellen Einrichtungen ohne Bindung an eine Familie.
Janus Weltbild bekommt Risse, als er Fleur kennenlernt und zum ersten Mal merkt, dass er nicht nur den Körper einer Frau, sondern auch ihre Seele streicheln will '
Er will sie kennenlernen und nicht nur als Mittel zum Zweck wahrgenommen werden. Fleur scheint ähnlich zu empfinden. Doch ihre Liebe ist im System ein Verbrechen!

Ich tue mich mit der Bewertung der Story ein wenig schwer. Um es vorweg zu nehmen: Sie hat mir gut gefallen und ich habe sie voller Spannung in einem Rutsch durchgelesen. Damit bekommt sie eigentlich 5 Punkte und eine Leseempfehlung.
Das gilt allerdings ohne Einschränkung nur dann, wenn man gut geschriebene und interessante Dystopien mag. Ich hatte ehrlich gesagt bei dem provokanten Cover und dem Untertitel 'Erotische Vision' etwas anderes erwartet '

Bekommen habe ich die mitreißende Geschichte eines jungen Paares, das in einer Welt lebt, in der versucht wird, Sex und Herz komplett zu trennen. Geschlechtsverkehr wird auf körperliche Befriedigung und Vermehrung reduziert. Gerade im ersten Teil des Buches war für mich sehr deutlich, dass Sex für Janus sein Beruf ist. Dazu ist er ausgebildet und so setzt er seinen Körper ein. Sex betreibt Janus rational, auf Abruf und mit jeder Frau, die ihn besucht.
Wenn man Sex und Erotik gleichsetzt, ist diese Buch mit Sicherheit sehr erotisch. Wenn man Erotik aber als etwas sieht, das man mit dem Verstand zwar 'ankurbeln' kann, das aber von Gefühlen und Fantasie erst beflügelt wird, so findet man deutlich weniger wirklich erotische Szenen.
Zärtlicher und wunderschön sind vor allem die Momente zwischen Janus und Fleur. Hier springt der Funke dann endlich über '
Ein wenig hat sich M.C. Steinweg mit ihrer spannenden Zukunftsvision selber überlistet: Irgendwann fand ich persönlich es spannender, was außerhalb des Bettes passiert, als das was sich zwischen den Laken abspielt. Kurz gesagt: Die dystopischen Elemente des Romans haben mich so gut überzeugt, dass sie die erotischen überlagern. Ich wollte nämlich unbedingt wissen, ob und wie es für Fleur und Janus einen Ausweg gibt, eine Chance als Paar zusammen zu leben und nicht nur als Satisfactor und Geberin.
Soviel noch dazu: Ich bin immer wieder überrascht worden, ohne das eine der Wendungen unglaubwürdig war.
Über die Welt in der die beiden leben, hätte ich übrigens gerne noch sehr viel mehr erfahren '

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(7)

12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

vampire, tanja bern, gay romance, zärtlichkeit, bookshouse

Flüstern der Ewigkeit

Tanja Bern
Flexibler Einband: 273 Seiten
Erschienen bei bookshouse, 14.07.2015
ISBN 9789963529452
Genre: Sonstiges

Rezension:

Andrei verdankt es wahrscheinlich seinem guten Aussehen, dass er nicht wie die meisten anderen Bewohner seines Dorfes bei einem Überfall blutrünstiger Vampire einfach ausgelöscht wird. Der grausame Orville begehrt ihn und lässt ihn aus eine experimentelle Art wandeln.
Ob dies dazu führt, dass Andrei anders ist? Rasch stellt er fest, dass die meisten der Legenden, die er über die Wesen der Nacht gehört hat, nicht wahr sind. Er empfindet Freude, Mitleid und Schmerz, sein Herz schlägt weiterhin in seiner Brust. Doch leider stimmt es, dass er Blut trinken muss und sich geben den Zwang bei Hunger nicht wehren kann und dass Sonnenlicht für ihn tödlich ist.
Andrei beschließt, seinen ganz eigenen Weg zu gehen und lässt sich dabei auch von den Vampiren, die ihm im Gegensatz zu Orville, freundlich gesonnen sind, nicht beirren.
Samuel hasst sein Leben. Seine Familie, besonders sein Vater haben ihn mit brutaler Gewalt in die Rolle eines Vampirjägers gepresst. Doch Samuel verspürt oft Zweifel an seinem Tun und Mitleid. Das Töten höhlt ihn aus, bis er sich entschließt zu fliehen. Den Vampiren kann er nicht entkommen: Er spürt sie und dank seine Ausbildung fühlt er sich verpflichtete, den Menschen gegen sie beizustehen.
So ist sein erster Impuls auch, Andrei zu töten, als er ihn zufällig entdeckt. Irgendetwas ist aber anders an dem Verhalten des jungen Vampirs. Samuels Neugier wird geweckt. Je näher er Andrei kennenlernt, desto mehr wächst seine Faszination. Ist es nur sexuelle Anziehung, oder steckt viel mehr dahinter?
Samuel muss sich bald entscheiden, denn er wird verfolgt. Sein Vater will ihn zurück in den Reihen der Jäger haben …

„Flüstern der Ewigkeit“ von Tanja Bern ist ein unheimlich spannend erzählter Vampir-Roman, der fast völlig ohne explizite Szenen auskommt. Er fängt, trotz der Dramatik der Geschehnisse, ein wenig langsam an, wird aber von Seite zu Seite spannender und besser. Richtig toll wird die Geschichte in dem Moment, als sich die Männer zum ersten Mal begegnen. Andrei und Samuel finden sich zwar von Anfang an interessant, aber sie wissen beide, dass eine Menge Geheimnisse zwischen ihnen stehen. Beide fühlen sich schuldig für die Geschehnisse in ihrer Vergangenheit und beide glauben, dass diese für immer zwischen ihnen stehen wird.
Sie erleben eine Überraschung: Es ist leichter, dem Menschen zu verzeihen, den man liebt, als sich selbst.

Mir hat „Flüstern der Ewigkeit“ richtig gut gefallen. Ich habe mit Samuel und Andrei gefiebert, ob sie es schaffen die Schatten ihrer Vergangenheit zu überwinden und ihre Feinde zu besiegen.
Natürlich verrate ich nicht, wie das Buch ausgeht. Auch wenn die Geschichte in sich abgeschlossen ist, hätte ich nichts dagegen, mehr von den beiden und der Welt in der sie leben, zu lesen.
Man ist sehr nahe an den Gefühlen der Hauptpersonen, weil Tanja Bern die Story abwechselnd aus Samuels und Andreis Perspektive erzählt. Beide Männer haben etwas vom einem „Tortured Hero“, aber im Gegensatz zu vielen anderen Geschichten des Genres sind ihre Wunden frisch. So sehr ich auch viele der bekannten Serien mag, so denke ich dort doch manchmal: „Hey, Junge! Das ist jetzt 500 Jahre (oder so …) her! Komm drüber hinweg!“ Bei Andrei und Samuel hat man dieses Gefühl nie. Sie sind erwachsen und zusammen wachsen sie weiter, für ihre gegenseitige Liebe sogar über sich hinaus.

Eines noch zum Schluss: Mich faszinieren Geschichten, in denen die Partner in einer Beziehung gleich stark sind. Das kommt hier wunderbar heraus. Hingabe ist keine Schwäche, sondern ein Geschenk, das Stärke, Mut und Vertrauen erfordert.
Fazit: Auf jeden Fall 5 Punkte und eine Leseempfehlung.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(10)

13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

gay

Big Blind: Alles im Spiel

Tim Spohn
Flexibler Einband: 236 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 06.05.2015
ISBN 9781511593083
Genre: Sonstiges

Rezension:

David lebt in einer Berliner „Homo-WG“ (seine Worte) und seine Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, einen zahlenden Mitbewohner für das kürzlich frei gewordene Zimmer zu suchen. Kai, gerade mit seinem Rucksack von einer Weltreise zurück, noch ohne Studienplatz und vor allem ohne Job, scheint nicht der geeignete Kandidat zu sein. Trotzdem nimmt David ihn mit heim und sorgt sogar dafür, dass er eine Nacht lang kostenlos in der WG schlafen kann. Seine soziale Ader lässt sich einfach nicht abstellen …
David hadert mit seinen Gründen, Kai in die WG zu holen: Einerseits findet er ihn der ersten Sekunde an unheimlich anziehend und kommt nicht dagegen an ihn heimlich anzuschmachten, andererseits hat er überhaupt keine Lust auf die Komplikationen mit einer Hetero zusammenzuwohnen, der ihm gegenüber zwar nicht ganz gleichgültig ist, aber offen zugibt, dass er sich eine ernsthafte Beziehung zu einem anderen Mann nicht vorstellen kann.
Zwischen Job, Studium und sozialem Engagement findet David kaum genug Zeit zum Schlafen, geschweige denn dafür, sein Liebesleben auf die Reihe zu bekommen. Zum Glück sind die Jungs und Mädels in seiner WG nicht nur Mitbewohner, sondern auch die besten Freunde, die sich ein Mensch vorstellen kann.

Ich bin ohne wirkliche Erwartungen an diese Geschichte heran gegangen, eigentlich sogar ohne den Klappentext groß zu lesen, weil mich schon das letzte Buch von Tim Spohn völlig in seinen Bann geschlagen hat. Im Gegensatz zum „Faustus-Institut“ (Wann kommt eigentlich endlich die Fortsetzung???) enthält „Big Blind“ keinerlei Urban-Fantasy Elemente, sondern ist ein zeitgenössischer Roman über junge Erwachsene und ihre Suche nach einem Platz im Leben. Gemeinsam haben sie alle eigentlich nur eines: ihre Homosexualität. Diese bedingt aber bei den meisten erhebliche Probleme mit den Eltern und / oder der Umgebung, die nicht immer freundlich reagiert. Die WG bildet eine eingeschworene Gemeinschaft, in der sie sie selbst sein können und bietet ihnen den Rückhalt, den die Familien nicht geben können oder wollen.
Tim Spohn schafft es, eine wunderbare Liebesgeschichte, voller Zärtlichkeit und auch voller Romantik zu präsentieren, ohne den Zweifel, den Stress und die Probleme zu verschweigen, mit denen David und seinen Mitbewohner zu kämpfen haben. Manche der Schwierigkeiten sind hausgemacht, wie die vom Davids Freund Nik, der mit 25 schon Angst vorm Alter hat, oder auch die von David selber, der immer zuerst an andere und erst ganz zum Schluss an sich und seine Bedürfnisse denkt.
Andere werden durch die Erwartungen und Vorurteile der Familien in die WG hereingetragen. Es ist nicht fair, dass alleine die sexuelle Orientierung dazu führt, dass der junge Freddy von seinen Eltern regelrecht gehasst wird und der ruhige, kompetente Berkan seine Neigungen nur im Geheimen ausleben darf. Auch wenn die WG immer wieder für ihre Bewohner da ist, so können sie doch ihre Familien und deren Erwartungen nicht einfach vor der Tür lassen. Sie tragen die Menschen im Herzen und es ist schwierig und schmerzhaft, sich damit auseinanderzusetzen, dass diese Liebe nach dem Outing nicht mehr erwidert oder vielleicht sogar in abgrundtiefe Abneigung umschlagen wird.
David hat übrigens ein anderes Problem: Er weiß, wie und wo er ohne Probleme schnellen, anonymen Sex bekommen kann. Aber er sehnt sich nach einem festen Partner, einem Menschen mit dem er über Gott und die Welt reden kann, mit dem er abends einschläft und morgens aufwacht. Dass er sein Herz ausgerechnet an den heterosexuellen Kai verliert, lässt ihn panisch werden. Vor lauter Sorge, dass diese Beziehung keine Zukunft haben könnte, will er sie erst gar nicht beginnen.

Mich hat „Big Blind“ begeistert. Ich pokere nicht und weiß nicht wirklich, was der Begriff in Zusammenhang mit dem Spiel bedeutet. Mir gefällt er trotzdem als Titel für das Buch außerordentlich gut. David, Kai und ihre Mitbewohner und Freunde wissen (so wie wir alle) nicht wirklich, was die Zukunft bringen wird. Blind und mit aufgeregt klopfendem Herzen müssen sie (und wir) es wagen, einen Schritt nach dem anderen zu gehen, wohl wissend, dass jede Handlung Konsequenzen hat. Manche sind unerwartet, dramatisch und schrecklich. Andere wieder so wunderbar, dass es sich lohnt, sich in „blindem“ Vertrauen fallen zu lassen, oder - um vielleicht doch wieder in den Poker-Jargon zu fallen - alles aufs Spiel zu setzen.

Fazit: Die Geschichte in „Big Blind“ ist ganz einfach und doch unendlich vielschichtig. Sie ist berührend, eindringlich, manchmal richtig heiß und einfach wunderbar erzählt. Der Handlungsbogen ist rund und doch habe ich eigentlich noch lange nicht genug davon. Die Charaktere wirken so lebendig und echt, dass ich ihnen von Herzen alles Gute wünsche und hoffe, irgendwann, irgendwie noch einmal etwas über ihr Schicksal zu erfahren. Der Roman ist eine Romanze, keine Frage. Aber er hat auch etwas von einem richtig gut geschriebenen Entwicklungsroman.
Ich könne jetzt noch eine ganze Weile weiter schwärmen. Mache ich aber nicht. Ich jede hier 10 von 5 Punkten und eine wirklich begeisterte Leseempfehlung. Dann erfährt man selber, warum David von seinen WG-Mitbewohnern den Beinamen „Sankt“ bekommen hat und wer am Ende sein Ritter sein wird.

P.S.: Warum das etwas nostalgisch anmutende Titelbild richtig gut zu einer Geschichte passt, die eigentlich hauptsächlich im Berliner Nachtleben spielt, offenbart sich am Ende.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(22)

36 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 17 Rezensionen

zeitreise, vampire, schottland, liebe, gabriele ketterl

Liebe ohne Morgen - Tyne 1

Gabriele Ketterl
E-Buch Text: 430 Seiten
Erschienen bei Bookshouse, 05.05.2015
ISBN 9789963528615
Genre: Fantasy

Rezension:

Susan, auch bekannt als „Lady Chaos“ schafft es immer wieder, sich in schier ausweglose Situationen zu manövrieren, um sich dann daraus mit ihrem an sich hellen Köpfchen und ihrem frechen Mundwerk wieder zu retten.
Beides hilft ihr allerdings nur begingt, als sie in einer alten Schlossruine in Schottland eine falschen Schritt macht und stolpert. Sie landet nicht nur im Kerker des alten Gemäuers, sondern auch in den Armen eines waschechten (und äußerst verführerischen) Highlanders. Allerdings steckt Susan diesmal wirklich in der Tinte: Erstens ist sie buchstäblich aus der Zeit gefallen und in einem anderen Jahrhundert gelandet und zweitens ist der attraktive Daniel kein gewöhnlicher Mann: Nach einer schrecklichen Schlacht wurden er und seine beiden Brüder vom Merlin höchstpersönlich in Vampire verwandelt. Die Macht und der Reichtum der MacFarlanes rufen immer wieder Neider auf den Plan, deshalb sitzen aktuell alle drei in verschiedenen Kerkern.
Aber der Sheriff weiß nicht wirklich, wozu die Männer in der Lage sind und mit Susan hat er schon gar nicht gerechnet. Schaffen es die Brüder mit Hilfe der frechen Studentin, als Sieger aus der Fehde hervor zu gehen? Dunkle Geheimnisse drängen ans Licht. Dabei ist die Sonne für Vampire doch eine tödliche Gefahr, oder?
Und wie geht es mit Susan und Daniel weiter? Die beiden spüren, dass sie etwas Besonderes verbindet, aber kann und will Susan im 18. Jahrhundert glücklich werden? Mal ganz abgesehen davon, dass sie ein sterblicher Mensch ist und Daniel ein Vampir, der theoretisch ewig leben könnte …
Mit der Serie um die „Highland Vampires“ legt Gabriele Ketterl einen erfrischenden Genre-Mix vor. Der erste Band um die charismatischen MacFarlane Brüder ist eine bunter Mischung aus Zeitreise-Roman, Historical und Vampir-Romanze.
Ich war, gerade wegen des Zeitreise-Anteils, zuerst sehr skeptisch. Bei mir müssen sich alle Romane diese Genres, besonders wenn sie auch noch in Schottland spielen, an Diana Gabaldons „Outlander“-Saga messen und … meistens schneiden sie nicht besonders gut ab, weil sie auch mich wie eine schlecht gemachte Kopie wirken.
Allerdings bin ich hier wirklich positiv überrascht worden: Gabriele Ketterl hat einen ganz eigenen Tenor und Stil. Die rotzfreche und jugendlich unbekümmerte Susan ist so weit weg von der deutlich reiferen und lebenserfahrenen Claire, dass man nicht eine Sekunde das Gefühl hat, einen müden Abklatsch zu lesen. Auch Daniel (und seine Brüder) machen neben Jamie Fraser aus „Feuer und Stein“ keine schlechte Figur. Sie sind sexy genug, damit man sie als Leserin vergnügt anzuschmachten kann, und haben trotzdem durch ihr schweres Schicksal den leichten Touch von Totured Heros.
Besonders viel Spaß macht das Buch immer dann, wenn die Ansichten und Denkweisen der Gentleman-Vampire und die ohnehin schon unkonventionelle Art von Susan aufeinander stoßen.

Alles in Allem ist „Liebe ohne Morgen – Tyne 1“ ein leichter, unterhaltsamer Lesespaß. Von mir gibt es 5 Punkte und eine Leseempfehlung.
Natürlich werde ich nicht spoilern, aber der Schluß hat es in sich! Ich bin wirklich gespannt, wie es mit den MacFarlane Brüdern weitergeht!

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(13)

19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

liebe, nachbarn, ehe

Männerbande

Sylvia Pranga
Buch: 352 Seiten
Erschienen bei Sieben-Verlag, 01.04.2015
ISBN 9783864434761
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

John und Calum sind seit dem College beste Freunde, Nachbarn und können sich das Leben ohne einander nicht vorstellen. Callum geht (ebenso wie sein frecher Hund) in Johns Haus ein und aus, als wäre es sein eigenes. Das würde John bei Callums ja vielleicht auch machen, aber dessen Ehefrau ist eine echte Nervensäge …
Die tiefe Freundschaft der beiden Männer wird auf die Probe gestellt, als der ewige Single John sich vornimmt, zumindest den Versuch zu unternehmen, einen Partner zu finden. Calum will natürlich verhindern, dass sein bester Freund an den Falschen gerät. Oder warum scheint er an jedem der Männer, die John interessieren, einen gravierenden Fehler zu finden?
„Männerbande“ von Sylvia Pranga ist zuerst einmal die ruhig und wunderschön erzählte Geschichte einer tief empfundenen Freundschaft. Erst nach und nach wird klar, dass einer der beiden Männer viel mehr als nur platonische Liebe empfindet. Die große Frage ist nun natürlich, ob und wie der andere fühlt. Calum ist verheiratet und hat zwei Söhne. Er ist ganz klar hetero. Oder?
Sylvia Pranga Roman erzählt sehr sensibel und feinfühlig, wie schwer es sein kann, mitten im Leben vor sich und anderen zuzugeben, dass der eigene Lebensentwurf plötzlich nicht mehr passt. Ist das ein Versagen? Wie wird die Umwelt reagieren? Welche Konsequenzen hat ein so spätes Outing?
Aber ist das überhaupt wichtig? Calum und John müssen für sich und für einander herausfinden, ob sie nun Freundschaft oder Liebe füreinander empfinden und wie sie mit ihren Gefühlen füreinander umgehen sollen.
Ich fand es unheimlich toll zu lesen, wie Calum plötzlich an John und auch an sich selbst völlig unbekannte Seiten entdeckt, obwohl die beiden sich schon ewig kennen.
Die Charaktere der zwei Männer sind wunderbar ausgearbeitet. Liebenswerte Macken, nervige Angewohnheiten sorgen dafür, dass sie echt wirken und temporeiche Dialoge lassen sie dem Leser so richtig ans Herz wachsen. John und Calum sind beide nicht perfekt, aber so lebendig, dass man sie förmlich vor dem inneren Auge sieht und sich unwillkürlich fragt ob man sie nicht schon im Supermarkt oder in der Kneipe um die Ecke getroffen hat.
Mein Fazit: Herrlich ruhig erzählter Roman einer Liebe, die eben nicht auf den ersten Blick sondern erst nach vielen Jahren endlich erblüht. Gute 4 Punkte und eine Leseempfehlung!

Warum „nur" gute 4 und keine 5 Punkte?
Meine einzige, winzige Kritik an der Geschichte könnte einen SPOILER enthalten. Wer das Buch ohne den Spoiler kennenlernen möchte, sollte jetzt hier nicht weiterlesen!
John bemüht sich ehrlich, einen Partner zu finden, weil er nach all den Jahren glaubt, Calum würde niemals mehr als Freundschaft zwischen ihnen zulassen. Alle Männer, die er kennenlernt, haben aber … nennen wir es mal ganz platt „einen echten Knall“. Keiner von ihnen kommt eigentlich ernsthaft in Frage und keiner ist wirklich nett oder auf Dauer liebenswert. Ich finde das ein wenig schade. Für mich hat es den leichten Beigeschmack hinterlassen, als wäre Calum für John die einzige Alternative, die die er schließlich wählt, weil es keinen anderen Mann für ihn gibt und nicht weil sein Herz keinen anderen einlässt.
Wenn man ehrlich ist, kennt man doch jede Menge Menschen, die nett sind, ehrlich und passabel aussehen, mit denen man eine Menge Interessen teilt und die eigentlich der ideale Partner wären. Aber warum schlägt das Herz dann trotzdem nicht schneller? Warum rast es nur beim Anblick des einen, desjenigen, vom dem man eben Liebe will und nicht „nur“ Freundschaft.
„Männerbande“ hätte mir noch besser gefallen, wenn nicht so klar gewesen wäre, dass es zu Calum keine Alternative gibt, weil alle anderen Männer zu John einfach nicht passen oder nicht ehrlich zu ihm sind.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(19)

23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

birgit kluger, liebeszauber, liebe, herz entscheidet, liebesroman

Liebeszauber und andere Katastrophen (Kurzroman)

Birgit Kluger
E-Buch Text: 112 Seiten
Erschienen bei null, 01.03.2015
ISBN B00TIMHP6S
Genre: Sonstiges

Rezension:

Das hat schon Goethes „Zauberlehrling“ bemerkt. Dem hilft zum Glück sein Meister. So etwas fehlt natürlich komplett, wenn man sich wie Lara die Magie im Selbststudium beibringt. Entsprechend muss sie dann auch ihre Fehler selber ausbügeln …

Dabei glaubt Lara am Anfang gar nicht wirklich an ihre Fähigkeiten als moderne Hexe. Irgendwie scheint keiner ihrer Zauber so richtig zu funktionieren. Nach dem magischen Ritual zum Beispiel, dass ihr eigentlich einen gleichgesinnten Liebhaber bescheren sollte, bekunden zwar gleich zwei Männer Interesse an ihr, aber der Richtige scheint nicht dabei zu sein. Oder hat sie bei der Beschwörung irgendetwas vergessen?

Erst nach einem Anruf aus dem fernen Amerika dämmert es Lara, dass sie wohl doch nicht so unbegabt ist, wie sie gedacht hat. Aber was bedeutet das für ihr zukünftiges Liebesleben?

„Liebeszauber und andere Katastrophen“ von Birgit Kluger werden diese Fragen locker-leicht und lustig beantwortet. Es macht richtig Spaß, ein wenig wie Lara darüber zu spekulieren, wie denn nun der ganz persönliche Mr. Right aussehen sollte. Das passende Ritual zum Herbeizaubern findet man am Ende des Buches übrigens im Detail beschrieben, der Antrag auf eine Aufstockung der Haftpflichtversicherung für fehlgeschlagene Zauberversuche (der mir nicht ganz unnötig zu sein scheint!) fehlt dagegen.

Die Story ist gut und flüssig zu lesen. Sie macht Spaß und versüßt ohne Mühe einen Nachmittag oder Abend. Ich finde das Thema so spannend, dass ich mir hin und wieder ein wenig mehr Tiefgang gewünscht hätte. Aber das ist wahrscheinlich hier gar nicht die Absicht. Der Leser wird angenehm leicht unterhalten.

Gut gefallen hat mit übrigens die Side-Story zu den Katzen, die natürlich im Haushalt einer Hexe nicht fehlen dürfen. Wieso eines der Tiere nach einem Wirbelsturm benannt wurde und wie „MauMau“ sich schließlich in Laras Herz schnurrt, macht nicht nur Liebhabern der Samtpfoten Spaß. Die Details sind richtig gut beobachtet und humorvoll zum Besten gegeben.

Mein Fazit: Gefällt mir gut! 4,5, aufgerundet 5 Punkte und eine Empfehlung für diese zauberhaft leichte Liebesgeschichte mit einem kleinen Hauch Urban Fantasy!

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(12)

20 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

liebe unaufhörlich;, krieger der dessla 1, alexa lor;

Jäger der Dessla - Liebe unaufhörlich

Alexa Lor
Buch: 328 Seiten
Erschienen bei Sieben-Verlag, 01.09.2014
ISBN 9783864434228
Genre: Fantasy

Rezension:

Das möchte man als Leser Gor mehr als einmal zurufen, als der Anführer einer Truppe unsterblicher Jäger nach mehr als 300 Jahren endlich wieder auf seine totgeglaubte Liebste Inkia trifft. Sie hatten einander einen in der Kultur der Dessla besonderen Schwur geleistet, um eine entgegen aller Standesgrenzen ihr Leben zusammen verbringen zu können, wurden aber durch unglückliche Umstände und eine Intrige getrennt.

Das Gor gerade eine neue Gefährtin genommen hat, wäre bei den Dessla kein Grund, nicht auch mit Inkia zusammen zu leben. Aber diese ist nach einem Leben in Leibeigenschaft nun endlich frei. Wird sie Gor als Partner überhaupt noch wollen?
Als hätte er nicht gerade genug privaten Stress, scheint die ganze paranormale Welt verrückt zu spielen und Gor und seine Jäger wissen bald vor lauter Aufträgen nicht mehr, wo ihnen der Kopf steht …

Wie schon bei „Gefährlicher Geliebter“ , einem weiteren Buch von Alexa Lor, das im gleichen Universum spielt und eine Art Side-Story zu „Die Jäger der Dessla“ ist, habe ich einen Moment gebraucht um in die Geschichte einzusteigen. Und wieder muss ich sagen: Dieses Buch wird mit jeder Seite besser!

Inkia ist eine wirklich sympatische Heldin, die nie leicht hatte, sich aber nun endlich ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben mit einem Job, der sie erfüllt, und Freunden, mit denen sie sich gut versteht, aufgebaut hat. Nur ihr Herz gehört nach wie vor Gor, den sie über alles geliebt und dann verloren hat. Dass sein Tod eine Lüge war, ist ein Schock für sie. Aber für Inkia ist es gar nicht so einfach herauszufinden, wer sie belogen hat und warum.
Inkia strahlt eine ruhige Freundlichkeit aus, die wirklich sympathisch wirkt. Man glaubt sofort, dass mehr als ein Mann an ihr interessiert ist und fragt sich, warum sie noch so lange an dem ziemlich stoffeligen Gor festhält.

Mit Gor wird man nicht so schnell warm. Er scheint irgendwie überhaupt keine Ahnung von Frauen zu haben. Aber nach und nach enthüllt sich, dass er zwar immer gute Freunde hatte, aber nach Inkia niemals wieder sein Herz für jemanden wirklich öffnen konnte oder wollte. Seine Gefühle für sie sind heute noch genauso tief, wie vor dreihundert Jahren. Da er danach nie mehr geliebt hat, ist er am Anfang mit der Situation schlichtweg überfordert. Er hat schreckliche Angst, seine Inkia, die einzige Frau, die ihm je etwas bedeutet hat, könnte ihn zurückweisen.
Ich muss gestehen, diese kleine, allzumenschliche Unsicherheit hat mich schließlich dazu gebracht, Gor richtig zu mögen.

Alexa Lor konzentriert sich aber in diesem ersten Band der Serie nicht nur auf ihre beiden Helden, sondern stellt auch die anderen Jäger, ihre Freunde und Feinde, sowie die interessante Kultur der gesamten paranormalen Welt vor. Überraschenderweise spielt das Buch nicht im fernen Amerika, sondern im beschaulichen Bayern. Obwohl die Dessla und sogar die von uns unwissenden Menschen als Vampire bezeichneten „Wempyre“ gern in ruhigen Kleinstädten und bürgerlichen Mietshäusern leben, ist ihr Alltag so spannend, wie man das bei einem Roman dieses Genres erwarten kann.
Die interessanten Nebencharaktere lassen auf eine ganze Reihe weiterer Geschichten hoffen. Ich freue mich jetzt schon auf den im Mai erscheinenden Band 2 „Liebe unwiderruflich“ in dem Krus hoffentlich sein Glück finden. Aber auch Temm und der „Angerol“-Mischling Manus sind hochinteressante Gestalten. Sogar der Wempyr Max und der Lykomorph Estobar sind alles andere als eindimensional und sorgen für eine echte Überraschung.

Besonders gut gefallen hat mir schon in „Gefährlicher Geliebter“, dass die Welt, die Alexa Lor den Lesern präsentiert, nicht so einfach in Schwarz und Weiß einzuteilen ist. Wenn man viel in diesem Genre liest, bleibt natürlich auch der Vergleich mit anderen Urban Fantasy Serien nicht aus. Ich mag die allseits bekannten Bücher und Serien auch sehr gerne und verschlinge jedes einzelne davon, aber manchmal finde ich es schade, dass die „Bösewichte“ dort eigentlich keine Chance haben, sich für die eine oder die andere Seite zu entscheiden. Das macht es zwar für die Helden moralisch leichter, sie zu killen, aber interessanter ist ein anderer Ansatz: Die „Guten“ und die „Bösen“ bei Alexa Lor sind nicht so klar zu unterscheiden. Es kommt immer auf die einzelne Person an, die Zugehörigkeit zu einer Gruppe ist noch lange keine Garantie für moralische Überlegenheit.
In „Liebe unaufhörlich“ geht es zwar in erster Linie darum, wie sich Gor und Inkia (wieder-)finden, aber der Serienauftakt lässt schon erahnen, dass die gesamte Welt vor großen Veränderungen steht.
Ich freue mich wirklich darauf, zu lesen, was die Zukunft für die Jäger bereit hält, welche Allianzen die Dessla noch schließen werden und wie gewissen Personen ihre Ehrenschulden zurückzahlen wollen …

Ich glaube man merkt meiner Rezi meine Begeisterung und die gespannte Erwartung an, die sich beim Lesen aufgebaut hat. Ich geben jedenfalls für diesen tollen Serieneinstieg gerne 5 Punkte, eine Leseempfehlung und eine Warnung: Vorsicht! Suchtgefahr!

Wer davor keine Angst hat, hier zur Info eine Übersicht:
- Liebe unaufhörlich (Jäger der Dessla 1)
- Liebe unwiderruflich (Jäger der Dessla 2)
- Gefährlicher Geliebter (Side-Story)

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(30)

47 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

fantasy, history, verrat, katjana may, geheimnisse

Winterlied

Katjana May
E-Buch Text: 158 Seiten
Erschienen bei bookshouse ready-steady-go, 21.06.2014
ISBN 9789963526260
Genre: Fantasy

Rezension:

Ein eisig kalter Wintersturm zwingt die „Wanderer“ in der Burg Falkenflug unterzuschlüpfen, obwohl diese als verflucht gilt und ihre Bewohner den Fremden abweisend gegenüberstehen. Tir will die Beleidigungen nicht auf sich sitzen lassen, sucht seinen eigenen Weg, seinen Wert zu beweisen und erfährt dabei Dinge über sich selbst, die ihn überraschen.
Gemeinsam mit der Ailys, der blinden Tochter des Burgherren, kommt er einem uralten Geheimnis auf die Spur.

Ich bin durch Zufall über dieses Buch gestolpert und war davon völlig hingerissen! Die Geschichte ist auf so vielen Ebenen gut, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll:

Zum ersten ist „Winterlied“ von Katjana May in einer wunderschönen Sprache verfasst. Wie die Melodien, mit denen die Wanderer die Burgbewohner unterhalten, schleichen sich die sorgsam gesetzten Worte unter die Haut und setzten sich dann mitten im Herzen fest. Dabei führen sie wunderbar leicht durch das Geschehen. Nie hat man das Gefühl, ein einziger Ton wäre falsch. Jedes Wort passt.

Dann fand ich die Symbolik einfach großartig: Der eiskalte Winter, die Stürme und die Dunkelheit, die im ersten Teil zusammen mit der Spannung immer mehr zunehmen und an Mittwinter ihren Höhepunkt finden. Zusammen mit den steigenden Temperaturen und der Erwartung des Frühlings, kommen auch Tir und Ailys der Auflösung des Geheimnisses immer näher …

Die Fantasy-Elemente und die Magie sind so wunderbar in das Geschehen eingewoben, dass man als Leser völlig verzaubert zurückbleibt und das Buch nicht aus der Hand legen kann, bis man weiß, wie die Geschichte ausgeht. Sie steckt voller unerwarteter, aber nie unglaubwürdiger Wendungen.

Alle Charaktere sind trotz der Kürze des Romans tief und vielschichtig angelegt. Weder Tir und Ailys, noch die Nebencharaktere sind eindimensional. Mich hat mehr als eine Szene zu Tränen gerührt, mal vor Glück und mal vor Mitgefühl. Besonders anrührend ist immer wieder, wenn die blinde Ailys die Musik der Wanderer hört und vor ihren Augen statt Dunkelheit auf einmal bunte Bilder erscheinen. Aber auch der Ausritt, den Tir ihr ermöglicht, ist so wundervoll beschrieben, dass man die Kälte, den Schnee, aber auch die Sonnenstrahlen auf der Haut zu spüren glaubt und das Glücksgefühl mit Ailys förmlich teilt.

Am liebsten würde ich hier noch seitenweise weiter schwärmen. Damit stehle ich aber dem Leser nur die Zeit, das „Winterlied“ selber kennen zu lernen.
Von mir gibt es hier auf jeden Fall deutlich mehr als 5 Punkte und eine völlig verzauberte Leseempfehlung. Was Tir und Ailys in diesem Winter erleben und erfahren, MUSS man unbedingt mit verfolgen!!!

Anmerkung: „Winterlied“ ist eine wunderschöne Liebegeschichte voller Magie. Man kann sie lesen und wird sich gut unterhalten fühlen, dass garantiere ich.
Sie hat aber bei aller Leichtigkeit zusätzlich eine Tiefe, die gerade unter den aktuellen Geschehnissen aus dem Buch etwas ganz Besonderes macht. Die Wanderer, die Gründe warum sie dazu geworden sind, und das Misstrauen der Burgbewohner gegenüber den Fremden und ihrer ungewohnten Kultur scheinen eine Parabel zu sein, die diese Geschichte verblüffend modern wirken lassen. Darf man daraus ein Märchen mit Happy End machen? Ich finde, ja!
Die Kernaussagen der Geschichte sind nämlich für mich ganz simpel diese: Anders ist nicht schlecht und wenn man sich mit gegenseitigem Respekt, statt mit Misstrauen oder Angst begegnet, kann man nicht nur voneinander lernen, sondern auch voneinander profitieren. Das kann man eigentlich gar nicht oft genug sagen …

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(13)

28 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

liebe, dystopie, überfall, gefahr, bookshouse

Verbunden

Greta Ley
Flexibler Einband: 330 Seiten
Erschienen bei bookshouse, 09.01.2015
ISBN 9789963527212
Genre: Sonstiges

Rezension:

Das Regime beschützt seine Bürger und bestimmt dafür im Gegenzug jedes noch so kleine Detail ihres Lebens. Helen hinterfragt dieses System nicht. Als Tochter eines hochrangigen Beamten tut sie alles, um ihre Eltern zufrieden zu stellen.
Das sogenannte „Seelenlose“ den Menschen als Sklaven dienen, ist für die junge Frau so selbstverständlich, wie die ständige Überwachung, der sie sich bereitwillig unterwirft.
Als angehende Ärztin muss sie in einer Prüfung ein einziges Mal einen Seelenlosen zähmen, danach sollte sie dies eigentlich nie wieder tun müssen. Voller Entsetzen stellt sie fest, dass man ihr einen extrem wilden und gefährlichen Mann zugeteilt hat. Helen kann nicht anders und leitet die schmerzvolle Prozedur ein. Aber Ben geht ihr nicht mehr aus dem Kopf …
Ben ist auf einer geheimen Mission, als man ihn gefangen nimmt. Er weiß, was man mit ihm machen wird und hat dieses Risiko bewusst in Kauf genommen. Womit er nicht gerechnet hat, ist eine wunderschöne, junge Ärztin namens Helen. Er erkennt sofort, dass sie etwas ganz Besonderes ist. Seine Gefühle intensivieren sich, als das Schicksal sie erneut zusammenführt. Aber kann und darf er darüber sein eigentliches Ziel vergessen?

„Verbunden – Helen und Ben 1“ ist entgegen meiner Erwartungen keine typische Vampir-Love-Story sondern eine interessante Dystopie mit einem leichten Fantasy-Anteil. Greta Ley präsentiert eine Welt, die nur auf den ersten Blick fremdartig wirkt. Wie weit sind wir eigentlich noch von einer totalen Überwachung entfernt, die uns unter dem Deckmantel des Strebens nach Sicherheit verkauft wird?
Die Einteilung der Menschen in ein Zweiklassen-System ist beklemmend. Hier zeigt sich deutlich, wieviel Macht Sprache haben kann: Es ist vielleicht für einen guten Demagogen nicht schwierig zu begründen, warum ein „Unsterblicher“ eine Gefahr für Menschen ist. Die Bezeichnung „Seelenloser“ macht es aber erst möglich, ihn wie ein (seelenloses!) Ding zu behandeln, ihn unter schrecklichen Schmerzen zu verstümmeln und ihn damit zu „zähmen“, ihn als Sklave in Fesseln zu legen und nach Belieben zu benutzen. Das dahinter etwas ganz anderes steckt, wird dem Leser relativ schnell klar …
Auch die Gedanken zur Medizin finde ich in der Geschichte außerordentlich spannend. Die Ausbildung der Ärzte konzentriert sich mehr oder weniger auf eine einzige „Heilmethode“. Das Wissen um andere Behandlungsmöglichkeiten ist völlig verloren gegangen und Helen muss sich sogar dafür verantworten, dass sie einen jungen Patienten durch Bens Hilfe mit einer „antiken Technik“ rettet. (Wenn das nicht mal Parallelen zur heutigen „Gerätemedizin“ und den bedenkenlosen Einsatz von Antibiotika als Allheilmittel aufzeigt …)
Fast schon perfide und heute gar nicht mehr so schwer vorstellbar ist die Reglung, dass nur „perfekte“ Menschen sich fortpflanzen dürfen. Ihre Gene sollen keinerlei Defekte aufweisen und die Befruchtung findet im Labor statt. Beklemmend ist hier die Definition von „Defekt“. Wer legt das eigentlich fest?

Dass all diese Einschränkungen bei den Menschen Widerstand hervorrufen, verwundert natürlich nicht. Aber bei einem System, dass allmächtig zu sein scheint, ist es mehr als schwierig, sich aufzulehnen. Man kann den Leuten, die sich angepasst haben, weil sie um ihr Leben fürchten, oder aber, weil sie es einfach nicht besser wissen, keinen Vorwurf machen. Das wird in der Geschichte sehr deutlich.
Unter dem Aspekt der Dystopie verdient die Geschichte von Greta Ley auf jeden Fall 5 Punkte.

Leider gibt es in meinen Augen ein kleines „aber“:
Die wachsende Beziehung von Helen und Ben nimmt im Buch einen großen Raum ein. Sie sind ja schließlich auch die Titelhelden. Allerdings haben sie mich mehr als einmal irritiert. Beide wirken sehr (!!!) jung. Bei Helen ist das fast noch verständlich, schließlich ist sie extrem behütet aufgewachsen. Ben dagegen ist über 500 Jahre alt und gilt als außerordentlich gefährlich. Dass ein solcher Mann trotz seiner aufkeimenden Liebe zu Helen sich so angepasst gibt, fand ich sehr schwer vorstellbar. Erst mit Hilfe von Helens Bruder Vik schaffen es die beiden schließlich, … (grins Nö. Mehr sage ich nicht. Das wäre sonst ein echter Spoiler!)

Vielleicht lese ich mittlerweile zuviele "erotische" Romanzen, aber die Unschuld, mit der sich Helen und Ben sehr lange begegnen, fand ich für zwei verliebte Erwachsene nicht wirklich glaubwürdig. Für mich wurde erst sehr spät im Buch klar, warum Sex für Helen zu Beginn eigentlich kein Thema war. Bei Ben habe ich es (ehrlich gesagt) bis zum Schluss nicht so richtig verstanden. Dabei geht es mir hier nicht darum, krampfhaft irgendwelche expliziten Szenen in das Buch einzufügen, sondern eher darum, dass Teile der Geschichte schließlich auch aus Bens Sicht erzählt werden. Von ihm hätte ich schon den einen oder anderen Gedanken zum Thema erwartet.

Gerade weil auf deutliche Schilderungen verzichtet wird und in der Liebesgeschichte die Betonung eher auf der romantischen Seite liegt, dass Buch sich aber intensiv mit den Folgen beschäftigt, die das Leben unter einem totalitären System nach sich ziehen könnte, ist die Geschichte in meinen Augen auch für junge Leser geeignet. Dazu passt, dass sich Helen im Laufe der Zeit mehr und mehr von ihren Eltern emanzipiert, eine Thematik also, die vor allem für Jugendliche interessant ist.

Fazit: Insgesamt habe ich voller Spannung verfolgt, ob und wie Helen und Ben, trotz aller Widerstände durch das übermächtige Regime, einen Weg finden ein Paar zu werden und in Freiheit zu leben. Die Welt, die Greta Ley entworfen hat, finde ich faszinierend. Die Love-Story hat in meinen Augen kleinere Schwächen, die allerdings gegen Ende weniger werden, weil sich dort einige Dinge aufklären.

Zusammengefasst finde ich das Buch gut und es erhält damit von mir 4 Punkte und eine Leseempfehlung, die auch für Jugendliche gilt.
Der Titel „Verbunden – Helen und Ben 1“ weist darauf hin, dass es noch eine weitere Folge geben wird. Ich bin ehrlich gespannt, wie es weitergeht möchte und unbedingt wissen, wie sich die Welt, in der sie leben, weiterentwickelt.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(7)

9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

gay romance, dark fantasy, vampire, gay

Gefährlicher Geliebter

Alexa Lor
E-Buch Text: 280 Seiten
Erschienen bei Sieben Verlag, 01.12.2014
ISBN 9783864434662
Genre: Fantasy

Rezension:

Sean gibt nach außen hin den treusorgenden Familienvater und den braven Biologen. Aber das einzig echte Gefühl, das er zeigt, ist die Liebe für seine kleine Tochter Molly. Ansonsten ist sein Leben eine einzige Lüge. Seine Ehe ist eine Farce, eigentlich sehnt er sich danach, seine Homosexualität endlich ausleben zu können. Seinen Job hasst er. Ohne es wirklich zu wollen, ist er in der Hierarchie der Firma aufgestiegen und hat nun eine Position inne, die mit der Erforschung und Rettung von Leben nur wenig zu tun hat. Von seiner eigenen Neugier in die Falle gelockt, muss er grausame Tests an Vampiren durchführen, deren Existenz der Öffentlichkeit vorenthalten wird. Sie gelten als blutrünstige Bestien …
Sean will diese Aussage nicht hinterfragen, bis er eines Tages Tarben als Versuchsobjekt in seinem Labor findet. Von Tarben kann er sich nicht distanzieren, indem er in ihm nur eine Nummer sieht und ihn als ein „es“ bezeichnet, als ein Ding. Tarben hat einen Namen. Er kennt Tarben als Mann. Er weiß, wie es sich anfühlt, wenn Tarben ihm intim berührt. Tarben hat sich in Freiheit ihm gegenüber nicht wie eine gefährliche Bestie, sondern wie ein leidenschaftlicher Liebhaber verhalten. Sean bekommt Tarben einfach nicht aus dem Kopf und fasst einen Entschluss, der nicht nur sein Leben für immer verändert …

Man kann „Gefährlicher Geliebter“ von Alexa Lor als spannende Urban Fantasy Romanze mit einen guten Schuss Thriller lesen, sich in der Aktion und den heißen Szenen verlieren und atemlos verfolgen, ob und wie es Sean und Tarben schaffen, gegen jede Chance aus dem Labor zu entkommen und einen Platz zu finden, an dem sie in Sicherheit leben können. Die Geschichte ist temporeich erzählt, die Charaktere sind schlüssig und die Welt, die Alexa Lor entwirft, ist richtig interessant. Die Gesellschaft der Vampire mit ihren traditionsgebundenen Adelsfamilien und der herrschenden Monarchie erinnern übrigens ein wenig an J.R. Ward, es finden sich aber auch genug interessante Unterschiede. Besonders gefallen hat mir, dass es noch weitere paranormale Spezies gibt, die mehr oder weniger entspannt miteinander umgehen. (Ich bin nun jedenfalls auf „Liebe unaufhörlich (Jäger der Dessla 1)“ neugierig, eine Serie der Autorin, die im selben Universum spielt).

Ich muss gestehen, dass ich weder Tarben noch Sean am Anfang besonders sympathisch fand. Beide wirken eher kühl. Während Tarben wenigsten ehrlich ist und dafür auch eine Menge negative Reaktionen in Kauf nimmt, scheint Seans Leben eine einzige Lüge zu sein. Er hat sich sein ganzes bisheriges Leben treiben lassen und ist so in einer Ehe und einem Job gelandet, die er eigentlich gar nicht will.
Es ist aber unheimlich spannend zu lesen, wie die beiden Männer nach und nach verstehen, dass sie „Alles“ füreinander sein könnten, aber dass sie darum, wie um ihr Leben, hart kämpfen müssen. Traben und Sean nehmen das Schicksal in ihre eigenen Hände und wachsen dabei über sich selber hinaus. Mir sind sie dabei so sehr ans Herz gewachsen, dass ich auf eine Fortsetzung des Handlungsbogens rund um die Vampire und die Firma Phober hoffe, in der ich die Beiden, aber auch die interessanten Nebencharaktere, noch einmal wieder treffe.

Nun komme ich zu einem Aspekt, der mir von Anfang an außerordentlich gut gefallen hat: Natürlich ist das hier in erster Linie ein spannender Fantasy Roman, der vor allem der Unterhaltung dient (und der hin und wieder in Hollywood-Manier mehr Opfer fordert, als man zählen möchte ...).
Aber er hat auch einen sehr ernsten Hintergrund: Ausgrenzung von Randgruppen und Entmenschlichung, unter dem Deckmantel der dafür missbrauchten Wissenschaften. Allein der Firmenname „Phober“ ist ein deutlicher Hinweis. Die Firma schürt zuerst Ängste (Phobien) und macht dann Geschäfte damit, eine angebliche Lösung anzubieten. Die Beschreibung der Forschungen, die eigentlich Folterungen sind, ist grausam deutlich. Umso beklemmender ist es, zusammen mit Sean festzustellen, dass sie keinem echten Zweck dienen und dass die wirklich interessanten Fragen zum Vampirismus nie gestellt worden sind. Ob man mit den genannten Methoden eine vernünftige Antwort bekommen hätte, ist sowieso zweifelhaft.
Wie im richtigen Leben gibt die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe / Rasse erst einmal keinerlei Auskunft darüber, ob eine Person „gut“ oder „böse“ ist. Das zeigt sich erst in ihren Handlungen …

Fazit: „Gefährlicher Geliebter“ von Alexa Lor ist ein interessantes, aber kein einfaches Buch. Die Beschreibungen der Grausamkeiten, aber auch der Liebe, die Sean und Tarben empfinden, sind zu intensiv, als dass man die Geschichte lesen und gleich wieder vergessen könnte. Bei aller Spannung und Unterhaltung, die geboten werden, bleibt es doch nicht aus, dass man nachdenklich wird. Die Welt ist halt nicht nur schwarz und weiß.
Mir jedenfalls hat das Buch mit jeder Seite besser gefallen. Deshalb gebe ich hier 5 Punkte und eine Leseempfehlung. Diese allerdings mit der kleinen Einschränkung, dass man hier keine locker-flockige Vampir-Romanze findet, sondern eine Geschichte, die bei aller Leidenschaft stellenweise sehr hart ist und die einen länger nicht loslassen wird.

Anmerkung: Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Sean und von Tarben erzählt. Dabei ist man als Leser sehr (!) nah am Geschehen dran und darf sogar an den bisweilen recht unverblümten Gedanken der beiden teilhaben. Das sorgt dann hin und wieder für ein Schmunzeln, dass man als Leser bei der Intensität der Geschichte braucht, damit sie nicht ins Drama abrutscht.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(20)

27 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

liebe, magie, bookshouse, schottland, astrid freese

Magische Flammen

Astrid Freese
Flexibler Einband: 390 Seiten
Erschienen bei bookshouse, 06.01.2015
ISBN 9789963526871
Genre: Fantasy

Rezension:

Alina ist an einem absoluten Tiefpunkt angelangt: Ihr geliebter Vater liebt im Sterben, seine Security-Firma, in der auch sie arbeitet, steht vor der Pleite und sie träumt immer wieder von einem Mann, den sie nicht einmal kennt.
Aber dann steht er plötzlich leibhaftig vor ihr und statt in ihm ganz nüchtern den Klienten zu sehen, fliegt ihr ganzes Herz ihm zu. Damian lebt sehr zurückgezogen. Seine Welt sind die Melodien, die ihn ständig begleiten und die ihn zu einem äußerst erfolgreichen Komponisten machen. Die Bilder die seinen Kopf bevölkern, versucht er zu ignorieren, weil er Angst hat, verrückt zu werden. Doch als er Alina sieht, trifft es ihn wie einen Blitz! Er kennt diese Frau, obwohl er sie im realen Leben nie zuvor gesehen hat, und er begehrt sie mehr, als alles andere auf der Welt!
Nach einer berauschenden Nacht entdeckt Damian etwas, das ihn wieder an seinem Verstand zweifeln lässt und sein Leben buchstäblich völlig auf den Kopf stellt. Völlig verzweifelt findet er sich in einer fremden Welt wieder. Ist er endgültig verrückt geworden? Damian will unbedingt zu Alina zurück und kann nur hoffen, dass auch seine Geliebte um ihre gemeinsame Zukunft kämpfen wird …

Ich muss gestehen, dass es mir „Magische Flammen“ von Astrid Freese nicht ganz leicht gemacht hat. Den Einstieg fand ich richtig gut, dann habe ich mich ein wenig schwer getan. Die Liebe zwischen Alina und Damian ist schon zu einen sehr frühen Zeitpunkt im Buch „einfach da“, völlig überwältigend und mit opulenten Worten beschrieben. Natürlich träumen die beiden schon ewig voneinander, aber ich habe mich als Leser gefragt: Was soll denn jetzt noch kommen?

Keine Sorge! Da kommt noch was!!! Von dem Zeitpunkt an, als Damian seiner Alina entrissen wird, ist die Geschichte nicht mehr nur gut, sondern mitreißend und völlig genial. Die wortgewaltige Beschreibung einer fremden Welt aus Eis und Schnee,in der sich Damian wiederfindet, die Zusammenhänge zwischen Melodien und Magie, die klirrende Kälte und sein verzweifelter Kampf, zurück zu seiner Geliebten zu gelangen, haben mich atemlos zurückgelassen.
Auch Alina bleibt nicht untätig. Sie begreift, dass der Schlüssel zu einer gemeinsamen Zukunft mit Damian in ihrer Vergangenheit liegen muss und stellt sich endlich dem Schmerz, den sie damit verbindet. Alleingelassen und mit dem Gefühl, dass die Zeit ihr davonrennt, jagt sie den Hinweisen auf ein uraltes Geheimnis hinterher und deckt eine für sie unglaubliche Wahrheit auf. Dabei gerät sie in den Fokus einer bösartigen Macht.

Die Geschichte wird abwechselnd aus Damian und Alinas Perspektive erzählt. Dabei ist der Wechsel mehr als einmal so geschickt gewählt, dass ich lautlos vor mich hin geflucht habe. Das Buch aus der Hand legen? Unmöglich, bevor ich nicht wusste, wie diese Szene aufgelöst wird … Und die danach … Und die nächste … (Kurz gesagt: Schlaf wird überbewertet!)

Damian und Alina müssen ihren Kampf mit den schier übermächtigen und skrupellosen Gegnern nicht alleine ausfechten: Astrid Freese stellt ihnen lebendige und interessante Helfer an die Seite, die ihren eigenen Teil zur Auflösung der Geheimnisse beitragen. Sie sorgen außerdem dafür, dass die Geschichte nicht zur Schwarzweißmalerei gerät, in der die Guten nur „gut“ und die Finsterlinge nur „böse“ sind. Gerade Paidrick und Kathleen zeigen, dass eine falsche Entscheidung auch revidiert und verziehen werden kann, wenn die darauf folgenden Handlungen wieder darauf abzielen, das Richtige zu tun.

Mein Fazit: „Magische Flammen“ ist eine sehr gelungene Genre-Mischung aus moderner und klassischer Fantasy, einer romantischen Liebesgeschichte und einem kleinen Schuss Erotik. Den für mich schwierigen Einstieg machen der Hauptteil und der Schluss des Buches auf jeden Fall wett.
Deshalb vergebe ich hier gerne mehr als 5 Punkte und eine begeisterte Leseempfehlung.

Ich freue mich jetzt schon darauf, diese Geschichte noch einmal zu lesen. Ich glaube, dann betrachte ich den Anfang mit ganz anderen Augen. Auf jeden Fall will ich mindestens noch einmal erleben, wie Damian und Alina gemeinsam um ihre Zukunft kämpfen, die Geheimnisse um die Vergangenheit entschlüsseln und aus klirrender Kälte mit den Flammen einer großen Liebe eine verheißungsvolle Zukunft entstehen lassen.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(6)

9 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Schneeseelen

Nathan Jaeger
E-Buch Text: 187 Seiten
Erschienen bei null, 25.12.2014
ISBN B00RH08X78
Genre: Sonstiges

Rezension:

Jaron hat eine harte Zeit hinter sich und versucht, in seiner alten Heimatstadt zu sich selbst zurück zu finden. Unter einem Pseudonym ist er eine Person des öffentlichen Lebens, aber eigentlich möchte er einfach nur wieder er selbst sein.
Als er Mika trifft, muss er sich entscheiden: Wagt er es, sein Herz zu öffnen und erneut jemandem zu vertrauen, oder haben seine Erlebnisse ihn zu sehr verletzt und unfähig gemacht, einen Menschen an sich heran zu lassen?
Mika würde gut zu ihm passen und sie haben sogar mehr gemeinsam, als Jaron im ersten Moment ahnen kann. Aber wieso bloß wirkt der junge Mann oft so unsicher?

Mit „Schneeseelen“ hat Nathan Jaeger eine Geschichte geschaffen, die ich schwer einordnen kann. Sie erzählt einfühlsam vom Beginn einer zärtlichen Liebe zwischen zwei Männern, die füreinander geschaffen zu sein scheinen. Beide jedoch tragen Ballast aus der Vergangenheit mit sich herum, der es ihnen nicht leicht macht.
Zu sagen, dies wäre „nur“ eine Romanze, ist zu einfach. Ohne zu dramatisieren, aber gerade deshalb sehr eindringlich, fließen andere Themen ein. Besonders berührt hat mich die Schilderung der alltäglichen Spitzen, die die beiden Männer wegen ihrer sexuellen Orientierung in der Nachbarschaft und sogar in der eigenen Familie ertragen müssen. Auch die Rolle, die ein Mensch in der eigenen Familie spielt, und die sich naturgemäß mit zunehmendem Alter ändern sollte, wird beleuchtet. Manchmal ist es für Eltern so schwer, ihre erwachsenen Kinder los zu lassen, wie für diese, einen neuen Platz zu finden.
Zusätzlich fließt noch ein, wie schwierig es ist, wenn Fans vergessen, dass der Star (in diesem Falle der Starautor) ein Recht auf ein Privatleben hat und respektlos Grenzen überschreiten. Gerade in sozialen Netzwerken erlauben sich virtuelle Freunde Dinge, die reale Freunde niemals machen würden.

Hört sich nach viel an, für einen Kurzroman ...
Vielleicht deshalb habe ich das Buch schon zweimal gelesen und trotzdem länger gebraucht, um meine Eindrücke in Worte zu fassen. Dabei wirkt die Geschichte übrigens keinen Moment lang überladen! Im Gegenteil: Ich hatte das Gefühl, als wären Jaron und Mika sehr real und würden mir das Privileg einräumen, sie eine Weile auf ihrem Weg zu begleiten. Sie sind so komplex und lebendig angelegt, wie man es von Nathan Jaeger gewohnt ist. Seine Helden scheinen immer zu atmen und nicht nur zwischen den Buchdeckeln zu existieren.
Ob und wieviel eigene Erfahrungen verarbeitet worden sind? Keine Ahnung. Es spielt in meinen Augen weder für die Qualität der Geschichte noch für das Lesevergnügen eine Rolle.

Ob man nun „Schneeseelen“ als wunderbare Romanze, als kritischen Blick auf die immer noch alltägliche Homophobie oder als Plädoyer für Respekt im Umgang persönlichen Grenzen liest, ist egal. Hauptsache man liest es!
Nur dann kann man mit Jaron und Mika erleben, wie sich inmitten des eisig kalten Winters ihre Herzen nach und nach füreinander erwärmen (und das des Lesers gleich mitnehmen …) und mit den beiden fiebern, ob und wie sie es schaffen einen gemeinsamen Platz in ihrer Welt zu finden.

Das Buch ist zärtlich, nachdenklich, wunderschön geschrieben und bei aller Dramatik hin und wieder richtig komisch. Dafür sorgen schon allein „Herr Leopold“ und die „Jungs“.
Fazit: Mindestens 5 Punkte und unbedingt eine Leseempfehlung!

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(72)

110 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 46 Rezensionen

vampire, liebe, vampir, fantasy, sandra florean

Mächtiges Blut - Nachtahn #1

Sandra Florean
E-Buch Text: 356 Seiten
Erschienen bei bookshouse, 03.04.2014
ISBN 9789963522637
Genre: Fantasy

Rezension:

Dorian ist einer der ältesten und mächtigsten Vampire der Welt. In seinem 600jährigen Leben hat er schon fast alles ausprobiert. Und doch stellt er überrascht fest, dass die junge Sterbliche Louisa ein völlig unbekanntes Gefühl in ihm hervorruft: Zum allerersten Mal ist der Vampir verliebt!
Louisa kann mit dem langhaarigen Schnösel, der sie auch noch mit ziemlich dummen Sprüchen anmacht, zunächst nichts anfangen. Aber sie und Dorian scheinen einander immer wieder über den Weg zu laufen. Ist das wirklich Zufall? Der Mann wird ihr allmählich immer sympathischer, nur er scheint mehr als ein Geheimnis zu haben und außerdem … er ist erschreckend reich. Was will er bloß mit einer einfachen, kleinen Sekretärin, die bisher nie Glück mit Männern hatte?

Mit „Mächtiges Blut – Nachahn“ hat Sandra Florean den ersten Band einer Serie vorgelegt und macht die Leser mit einer interessanten Welt bekannt: Vampire existieren, verbergen aber ihre Existenz. Das ist zwar nicht etwas wirklich Neues, was mir aber sehr gut gefallen hat ist, dass die Untoten keine glitzernden Superhelden mit edlem Charakter sind, sondern im Grunde Menschen mit allen ihren Stärken und Schwächen. Die Möglichkeit, schier unbegrenzt zu leben bringt allerdings sowohl die guten als auch die schlechten Eigenschaften extremer an die Oberfläche. Bemerkenswert finde ich, dass auch die Schattenseiten einer solchen Existenz geschildert werden (für Insider: „der Russe“).

Hin und wieder blitzt ein augenzwinkernder, leicht schwarz angehauchter Humor auf. Ich grinse immer noch, wenn ich an Dorians selbstironische Vergleicher seiner Selbst mit bekannten Comic-Helden denke. Auch seine nicht gerade kleine Arroganz verleitet hin und wieder zum Schmunzeln. Dabei ist sie auf der anderen Seite eine der Eigenschaften, die absolut glaubwürdig bei einer so alten und mächtigen Kreatur sind.

Natürlich dürfen in einer Vampir-Serie böse Feinde nicht fehlen. Die kommen hier sozusagen aus den eigenen Reihen. Junge Vampire neiden Dorian seine Macht und seinen Reichtum. Sie kommen einen am Anfang wie unreife (und drogensüchtige …) Teenager vor. Aber auch hier ist das nicht so simpel, wie es auf den ersten Blick aussieht: Mit dem Glauben an die eigene Unsterblichkeit und dem Bewusstsein, das sie niemand für ihre Taten zur Rechenschaft ziehen wird, verlieren einige der jungen Vampire jeden Skrupel. Ein menschliches Leben hat für sie keinerlei Wert mehr.

Das ganze Buch wird aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt: Dorian und Louisa berichten jeweils als Ich-Erzähler, was bei den Jung-Vampiren geschieht „berichtet“ ein Erzähler. Grundsätzlich finde ich diesen Wechsel der Perspektiven interessant. Gerade bei dieser Geschichte ermöglicht es das Geschehen aus verschiedenen Sichtweisen zu betrachten (alter Vampir / junge Frau) und ermöglicht es dem Leser zu erfahren, was an anderen Orten geschieht, aber für die Handlung wichtig ist.
Ich habe allerdings hier mehr als einmal über die doch relativ häufigen und abrupten Wechsel geärgert. Immer wenn ich mich gerade so schön in einer besonders romantischen oder anrührenden Situation verloren hatte und darin schwelgen wollte, kam ein Wechsel und plötzlich war ich „in“ einer anderen Person, oft um alles noch einmal aus der anderen Sicht zu erleben. Das ist allerdings mein einziger Kritikpunkt an dem ansonsten gut und flüssig zu lesenden Buch.

Fazit: Insgesamt ist die Story eine spannende und interessante Vampir-Liebegeschichte, die man als leichte Lektüre genießen kann, der es aber auch nicht an Tiefgang fehlt. Hat mir gut gefallen, das sind 4,5 aufgerundet 5 Punkte und eine Leseempfehlung.
Der zweit Band der Serie ist schon erschienen: In "Bluterben: Nachtahn 2" erfährt man, wie es mit Dorian und Louisa weiter geht.

Übrigens: Da die Liebe zwischen Dorian und Louisa zwar deutlich, aber ohne explizite Szenen geschildert wird, ist „Mächtiges Blut“ auch durchaus für ältere Teenager geeignet. Dazu passt auch, dass Louisa zwar schon deutlich über 20 ist, aber ihren Platz in der Welt zu Beginn noch nicht zu 100% gefunden hat.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(4)

8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

götterjäger, nachtdienst, untoter, vampirjäger, ebook

Zimmer 25: Eine Götterjäger-Kurzgeschichte

Jeanne Winter
E-Buch Text: 43 Seiten
Erschienen bei BookRix, 22.10.2014
ISBN 9783736848900
Genre: Romane

Rezension:

Mira-Jane ist Krankenschwester und beginnt gerade ihre erste Nachtschicht. Natürlich ist sie ein wenig aufgeregt, aber das merkwürdig ungute Gefühl, dass der Patient in Zimmer 25 in ihr auslöst, kann sie sich trotzdem nicht erklären. Cole Cash (Nathans Bruder aus „Götterjäger“), der zufällig auch auf der Station behandelt wird, bietet ihr seine Hilfe an. Doch Mira-Jane will eigentlich nicht an das glauben, was der Instinkt ihr ins Ohr flüstert. Dann überschlagen sich die Ereignisse und MJ wird die Welt nie mehr mit den gleichen Augen betrachten, wie zuvor …

Diese Sidestory zu der Serie „Die Götterjäger - Aus dem Exil (Band 1)“ von Jeanne Winter geht schon fast ins Genre Horror, so gruselig ist beschrieben, was Mira-Jane bei ihrer Nachtschicht erlebt. Es ist geradezu nervenzerfetzend zu lesen, wie sie zwischen dunklen Ahnungen und den Zweifeln an ihrem eigenen Verstand hin und her schwankt. Da ist das reale Grauen, dass sie erlebt schon fast ...
"Besser" ist wohl nicht ganz das richtige Wort.

Mir hat die Geschichte wirklich gut gefallen. Deshalb erhält sie von mir 5 Punkte und eine Leseempfehlung. Fans der „Götterjäger“ werden sie sowieso lesen, aber auch Neueinsteiger haben hier die Chance, einen ersten Blick in eine spannende Serie zu werfen. Die kleine Leseprobe am Ende zeigt dann aber auch gleich, dass man in der Serie die Grenzen zwischen Gut und Böse nicht immer so eindeutig ziehen kann.
Ich warte jetzt auf den nächsten Band und bin gespannt, ob ich Mira-Jane noch einmal wiedertreffe. Bei Cole Cash gehe ich fest davon aus.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(10)

19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

zombies, götterjäger, werwölfe, vampire

Die Götterjäger: Aus dem Exil

Jeanne Winter
E-Buch Text: 283 Seiten
Erschienen bei null, 13.02.2014
ISBN B00IFGI512
Genre: Fantasy

Rezension:

Amy findet sich mitten in einem Albtraum wieder: Der verhängnisvolle Auftrag, den sie für die U.S. Air Force erledigen sollte und der sie fast das Leben gekostet hat, ist nur der Anfang. Ihre Vergangenheit, die sie eigentlich überwunden glaubte, meldet sich mit aller Macht zurück und ihre Instinkte als Götterjägerin sind wieder gefordert. Aber Amy hat sie sich aus gutem Grund abtrainiert.

Sie ist nicht die Einzige mit dunklen Geheimnissen: Ihre Zufallsbekanntschaft Nathan ist ihr sympathisch, verbirgt aber etwas. Und ihre angeblichen „Retter“ sind ebenfalls mehr als undurchsichtig. Obwohl sie Götterjäger sind, scheinen sie mit den Monstern zu kooperieren. Aber wer sind eigentlich die wahren Monster?

Jeanne Winter schafft in ihrer Serie um die „Götterjäger“ eine interessantes Urban Fantasy Universum. Relativ unbemerkt von der normalen Bevölkerung spielt sich ein gnadenloser Krieg zwischen den übernatürlichen Wesen, die die Erde bevölkern, und den sogenannten „Götterjägern“ ab. Diese beanspruchen für sich Menschen zu sein, sind aber im Gegensatz zu Otto-Normal-Mensch in der Lage die „Monster“ zu erkennen und haben durchaus ihre eigenen, übernatürlichen Fähigkeiten. Ihre größte Stärke, aber zugleich auch eine Schwäche, ist ihr angeborener Instinkt, die „Monster“ zu töten.

Dem Leser wird schnell klar, dass die Situation gar nicht so eindeutig ist, wie die Götterjäger es gerne hätten: Sind wirklich alle Monster böse? Oder kann man mit ihnen sogar zusammenarbeiten? Und mehr noch: Ist es gar möglich, sich in sie verlieben?

Im ersten Band der Serie „Die Götterjäger – Aus dem Exil“ entdeckt der Leser nach und nach die Geheimnisse, die Amy und ihre Mitstreiter eigentlich verbergen wollen, während sie sich eher unwillig zu einer Truppe von Jägern zusammenraufen, die einzigartig ist. Sie wollen nur noch jagen, was anderen Lebewesen schadet …

Mir gefällt es sehr, dass hier keine Schwarz-Weiß-Malerei betrieben wird. Grundsätzlich muss jeder für seine Taten einstehen und mit den Folgen leben. Die Einsicht, dass man unter Umständen Unrecht getan hat, und die Frage, wie man damit nun umgehen soll, sorgen dafür, dass die Helden eine Menge interessanter Ecken und Kanten haben.

Die Geschichte ist super spannend geschrieben. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und bin jetzt schon so süchtig nach mehr, dass ich der Autorin sogar etwas verzeihe, was ich eigentlich in Büchern hasse: Das Ende ist ein extrem böser Cliffhanger. Wer das nicht mag, sollte noch mit dem Lesen warten, sich aber auf gar keinen Fall dauerhaft davon abhalten lassen! Bei dieser Geschichte freut man sich als Leser definitiv, dass es noch weiter geht.

Von mir gibt es hier solide 5 Punkte und eine Leseempfehlung. Ich bin wirklich gespannt auf den nächsten Teil: „Die Götterjäger –Totengott“!

Kurze Anmerkung:

Manchmal merkt man dem Buch an, dass es von einer Indie-Autorin stammt. Hin und wieder liegt sie mit einem Adjektiv haarscharf daneben, was ein Verlag mit einem professionellen Lektorat mit Sicherheit ausgebügelt hätte. Manchmal findet sich auch ein kleiner Fehler.

Ich bin aber trotzdem wirklich begeistert von der Geschichte und finde sie ist ein tolles Beispiel dafür, dass der Indie-Markt echte Perlen für mich als Leser bereit hält. Die paar Tippfehler und Adjektive werden mit Sicherheit irgendwann einmal verbessert.

Die Fähigkeit, eine spannende und in sich schlüssige Geschichte zu entwickeln, sie mit interessanten Charakteren zu beleben und flüssig zu erzählen dagegen, ist etwas, was man kaum lernen kann. Ich weiß nicht, ob ich Jeanne Winter und ihre „Götterjäger“ ohne das Selfpublishing kennengelernt hätte. Mich erinnert ihre fantasievoll bevölkerte Welt an die Universen, die mir Patricia Briggs oder Laurell K. Hamilton geschenkt haben. Dieses Buch ist für mich ein tolles und überzeugendes Beispiel, gerade auch Indie-Autoren immer wieder eine Chance zu geben. Man weiß nie, ob nicht die nächste Kostbarkeit auf einen wartet …

Ich warte auf jeden Fall voller Vorfreude auf mehr von Jeanne Winter!

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(40)

51 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 32 Rezensionen

rotkäppchen, erotik, wald, märchen, darkwood castle

Rotes Verlangen

Charlotte Grimm
E-Buch Text: 110 Seiten
Erschienen bei null, 29.11.2014
ISBN B00QE2M9PC
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Ihre Mutter schickt Beth zum Haus der Großmutter, die angeblich krank darniederliegt. Unterwegs trifft sie immer wieder auf den mysteriösen Logan Woolf, der sie über alle Maßen fasziniert und erotische Fantasien in ihr weckt, die sie keine Sekunde mehr verlassen. Aber den Mann umgibt auch eine wilde Aura von Gefahr. Beth findet sich gefangen zwischen Angst und Sehnsucht wieder.
Wieso kann sie sich nicht einfach in den netten, zuverlässigen Ben Hunt verlieben, der im Haus ihrer Großmutter arbeitet? Und warum scheint niemand auch nur eine einzige ihrer Fragen direkt und ehrlich zu beantworten?
Während Beth versucht, die Geheimnisse der Menschen zu ergründen, die in Darkwood Castle leben, dem Haus, das sie seit ihrer Kindheit liebt, spitzen sich die Ereignisse dramatisch zu.

„Rotes Verlangen“ von Charlotte Grimm spielt genüsslich mit den Motiven aus Rotkäppchen. Die Geschichte eignet sich allerdings definitiv nicht für Kinder. Selbst ein simpler Spaziergang ist so sinnlich beschrieben, dass man die kühle Luft förmlich auf der Haut spürt und die Düfte des Waldes fast riechen kann. Wie heiß es wird, wenn sich ein großer, breitschultriger Schatten zwischen den dunklen Schatten der Bäume zeigt, entzieht sich jeder Vorstellung. Dass muss man einfach selber lesen.
Erotik beginnt im Kopf und die Autorin schafft es geradezu meisterhaft, dass Kino hinter der Stirn in Gang zu setzen. Ich konnte und wollte die Geschichte keine Sekunde aus der Hand legen, bevor ich erfahren habe, für wen Rotkäppchen in Zukunft ihr Cape verführerisch von den Schultern gleiten lässt.

Von mir gibt für diese spannend-erotische Geschichte deutlich mehr als 5 Punkte und auf jeden Fall eine Leseempfehlung.
Ich freue mich jetzt schon auf „Weiße Sehnsucht“. Das Buch soll im Januar 2015 auf den Markt kommen. Schneewittchen ist anscheinend auch erwachsen geworden …

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Ver-liebt: Staffel 1 - Folge 5 und 6

Nathan Jaeger
E-Buch Text: 173 Seiten
Erschienen bei null, 19.03.2014
ISBN B00J47H0MG
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Ver-liebt: Staffel 1 Folge 3 und 4

Nathan Jaeger
E-Buch Text: 124 Seiten
Erschienen bei null, 16.02.2014
ISBN B00IHPT5XI
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags:  
 
91 Ergebnisse