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(60)

117 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 50 Rezensionen

mops, magie, schweden, krimi, fantasy

Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen

Lars Simon
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 14.10.2016
ISBN 9783423216517
Genre: Romane

Rezension:

Lennart Malmkvist führt ein erfolgreiches Leben. Als Berater in einer Unternehmensgesellschaft steht er kurz vor der Präsentation eines seit langem von ihm entwickelten Modells und sein oberster Chef hat ihm nach Abschluss des Projektes einen gut dotierten Job angeboten. Die letzte Nacht hat Lennart mit Emma verbracht, die ebenfalls in der gleichen Firma arbeitet. Er weiß jetzt bereits, dass er sie nicht wiedersehen will, er will/ kann sich an keine Frau binden. Doch dann kommt alles ganz anders als geplant. Die Präsentation geht gehörig schief, er wird fristlos entlassen und Buri Bolmen, der den Zauberladen im Erdgeschoss seiner Wohnung führt, wird ermordet. Buri, dem er immer von Maria, seiner Nachbarin Essen mitgebracht hat, ausgerechnet Lennart erbt den Zauberladen und den Mops.
Ein hoch interessant geschriebener Roman, den man in kein Genre stecken kann. Es hat etwas vom Krimi, von skandinavischer Legende, von Fantasie und auch ein wenig Liebesroman ist dabei. Man muss sich darauf einlassen können, dass es fantastische Dinge gibt, die nicht erklärlich sind, auch ein sprechender Mops gehört dazu. Sehr amüsant und kurzweilig.

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(194)

398 Bibliotheken, 24 Leser, 1 Gruppe, 154 Rezensionen

krimi, taunus, mord, nele neuhaus, fuchs

Im Wald

Nele Neuhaus
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 14.10.2016
ISBN 9783550080555
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Pia Sander hat die Leitung vom K11 übernommen, da der bisherige Leiter Oliver von Bodenstein eine Auszeit nehmen möchte. Und ausgerechnet sein letzter Fall betrifft ihn persönlich. In einem ausgebrannten Wohnwagen mitten im Wald wird eine Leiche gefunden und kurze Zeit später wird eine bereits totkranke alte Frau im Hospiz ermordet. Spätestens als der Pfarrer, der die Beichte der alten Frau abgenommen hat, scheinbar mit Selbstmord, aufgefunden wurde ist von einem Serienkiller auszugehen. Er hat ein persönliches Interesse und ist in dem Dorf gut bekannt. Alle Fäden führen zu einem lange vergangenen Vorfall, das Verschwinden eines Jungen vor 42 Jahren. Der Jugendfreundeskreis von Oliver hängt mit drin und scheinbar hat das ganze Dorf etwas zu verheimlichen.
Vertuschungen und falsche Behauptungen, unauffällige Todesfälle und lange vergangene Vorfälle, Fremdenhass und falsch verstandene Beschwörungen nichts zu sagen bestimmen den hervorragend gelesenen Kriminalroman.

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(65)

126 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 59 Rezensionen

new york, familie, geschwister, usa, geld

Das Nest

Cynthia D'Aprix Sweeney , Nicolai Schweder-Schreiner
Fester Einband: 410 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 25.11.2016
ISBN 9783608980004
Genre: Romane

Rezension:

Vor Jahren haben die Eltern von Melody, Jack, Beatrice und Leo einen Fonds für die Kinder angelegt, das Nest. Dieses Geld sollte erst dann auf alle aufgeteilt werden wenn die Jüngste, Beatrice, 40 Jahre alt wird. Auf diesen Tag warten alle ungeduldig, das Geld wird von allen dringend benötigt. Doch dann erfahren sie, dass das meiste des Geldes bereits an Leo ausgezahlt wurde. Unter Drogen baut er mit seinem One-Night-Stand im Auto einen Unfall, die junge Frau verliert dadurch einen Fuß und Leo seine Ehefrau. Die Scheidung und die Auszahlung kosten viel - zu viel für die Geschwister. Sie drängen Leo auf Rückzahlung, doch so einfach ist es nicht. So langsam müssen sich alle darauf einstellen, dass entweder ihre Träume den Bach runtergehen, oder sie andere Einnahmequellen finden müssen, je nach Veranlagung der Geschwister zwischen erfinderisch und kriminell. Auch so manche Freundschaft oder Beziehung leiden darunter.
Der Roman beleuchtet das Leben der Möchtegernreichen in New York und das Lebensgefühl sehr genau, nicht nur das der vier Geschwister, auch die Menschen in deren Umgebung nehmen einen großen Raum ein. Was mir jedoch fehlte war ein Mitfühlen für die Protagonisten, die Personen blieben mir fremd.

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(58)

68 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 58 Rezensionen

brot, backbuch, brot backen, rezepte, backen

Brot backen in Perfektion

Lutz Geißler , Hubertus Schüler
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Becker Joest Volk Verlag, 21.09.2016
ISBN 9783954531042
Genre: Sachbücher

Rezension:

Brot selber backen, und dass ohne Zugabe und lästigem Zukauf von Sauerteig vom Bäcker. Es werden sehr ausführlich verschiedene Grundteige und sehr schön bebildert, Schritt für Schritt die Bearbeitung der Teige erklärt. Viele Tipps rund ums Getreide und das nötige Rüstzeug komplettieren das sehr schön gestaltete Backbuch. Die Abbildungen lassen einen förmlich das Wasser im Mund zusammen laufen. Die Grundteige werden mit unterschiedlichen Zutaten zu süßen oder herzhaften Broten, Baguettes, Laugengebäck oder Brötchen und auch der eigenen Gestaltung wird Raum gegeben, extra Tipps helfen dabei. Die Rezepttabelle am Ende des Buches ist mit einer zusätzlichen Auflistung der Zutaten mit einer insgesamten Gewichtsangabe versehen, so hat man schnell die passende Menge errechnet.
Neben der einfach erklärten Handhabung zum Selberbacken gefällt mir besonders die äußerst gelungene Aufmachung und Bebilderung. Ein sehr schönes Backbuch.

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(30)

38 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 29 Rezensionen

österreich, historischer roman, donaumonarchie, kaiser, erster weltkrieg

Der Sturz des Doppeladlers

Birgit Mosser
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Amalthea Signum, 05.09.2016
ISBN 9783990500521
Genre: Historische Romane

Rezension:

Im Sturz des Doppeladlers geht es um die letzten Jahre der österreich-ungarischen Monarchie. Der fiktive, jedoch geschichtlich gut recherchierte Roman beginnt Ende 1916 und endet im Jahre 1921. 1916 ist der Krieg Österreichs gegen Ungarn und Italien längst im Gange, die Menschen leiden und haben Hunger. Am Beispiel von vier Familien beschreibt Birgit Mosser das Leben in diesen schwierigen Zeiten. Das Kindermädchen Berta, die sich ihrem Verlobten Franz hingibt, kurz bevor dieser wieder an die Front muss. Die schweren Zeiten in denen sie sich selbst und ihr Kind ohne den inzwischen gefallenen Franz durchbringen muss. Die Familie Holzer, die in Südtirol leben und ein Teil dieser Familie für Österreich und ein anderer Teil für Italien kämpft. August Belohlavek, ein erfolgreicher Architekt und gefürchteter Patriarch, der mit allen Mitteln kämpft und Ferdinand von Webern, der seinen Kindern immer ein guter Vater war und das Beste für sie wollte und nun mit dem Tod des einzigen Sohnes klar kommen muss.
Die Menschen dieser Familien werden sehr genau beschrieben, sie wachsen einen ans Herz oder man hasst sie. Es wird das Leben der Daheimgebliebenen genauso beleuchtet wie das sehr unterschiedliche Leben an den Fronten und das Leiden dieser Männer. Und auch mit Kriegsende sind die Wunden noch längst nicht geheilt und man spürt bereits, dass dieser Krieg nicht der letzte sein wird.

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(107)

225 Bibliotheken, 16 Leser, 1 Gruppe, 75 Rezensionen

neapel, freundschaft, italien, armut, bildung

Meine geniale Freundin

Elena Ferrante , Karin Krieger
Fester Einband: 422 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 29.08.2016
ISBN 9783518425534
Genre: Romane

Rezension:

Aus der Sicht von Elena Greco erfahren wir, wie das Leben im Neapel in den 1950/60 Jahren stattgefunden hat. Sie wurde in ein ärmeres Viertel hineingeboren, erlebte familiäre Zusammenhalte aber auch Gewalt, besonders gegen Frauen und Kinder, jähzornig und betrunkene Männer, Rache unter Familienverbänden und ein besonderes "Aufpassen" der Männer gegenüber ihren Frauen und Töchtern. Die beste Freundin von Elena war Raffaella Cerullo, meist Lila genannt, die die gleichen Erlebnisse hatte wie Elena. Kurz nach der Einschulung war schnell klar, das Lila besonders schnell lernte, sich vieles selbst aneignete und allen Mitschülern weit im Voraus war. Dadurch wurde auch Elenas Lerneifer angestachelt. Durch hartnäckiges Durchsetzungsvermögen ihrer Lehrerin wurde zumindest Elena von ihren Eltern weiterhin zur Schule geschickt, Lila blieb dieses verwehrt, sie musste in der Schusterei und im Haushalt helfen. Trotz, dass sie die Schule nicht besuchte, war sie durch Eigeninitiative Elena im Lernstoff immer voraus, bis zu dem Zeitpunkt als sie erkannte, damit nicht reich zu werden. Das konnte man nur schaffen, indem man sich einen reichen Mann suchte.
Elena Ferrante erzählt höchst interessant über das Leben der beiden Mädchen, ihre Hoffnungen und Wünsche, der Kampf um ein besseres Leben, ihr Erwachsenwerden und die Verliebtheiten. Durch den Prolog, indem Lilas Sohn vom Verschwinden der inzwischen älteren Lila berichtet, möchte man am Liebsten gleich den nächsten Teil der Lebensgeschichte weiterlesen. Ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzung.

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(72)

101 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 69 Rezensionen

italien, insel, sizilien, roman, familie

Die langen Tage von Castellamare

Catherine Banner , Marion Balkenhol
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 12.08.2016
ISBN 9783471351307
Genre: Romane

Rezension:

Als Findelkind findet Amedeo Esposito einen Mentor in dem Kinderarzt des Waisenhauses, der seine Intelligenz und Wissbegierde fördert und ihm bei seiner Ausbildung zum Arzt hilft. Doch der Makel des Waisenkindes haftet an Amedeo, eine Anstellung zu finden ist schwer. So freut er sich, dass er eine feste Stelle auf  Castellamare, einer kleinen Insel südlich Siziliens gelegen, erhält. Doch der Anfang ist nicht leicht, es gibt Familienfehden und Aberglauben, aber er findet dort auch die Liebe seines Lebens. Der Comte d'Isantu hält ihn für überflüssig, bis er ihn zur komplizierten Geburt seines Sohnes ruft. Doch ist es sein Sohn? Amedeo wird beschuldigt, der Vater dieses Kindes zu sein. Dieses Gerücht kommt auch seiner Frau Pina zu Ohren, die in der gleichen Nacht einen Sohn geboren hat. Diese Familienverstrickungen werden durch viele Generationen hindurch getragen, der Faschismus und der zweite Weltkrieg machen auch vor Castellamare nicht halt. Aber es gibt auch Hoffnung, junge Leute, die die Insel verließen, kommen zurück, der Zusammenhalt und die gegenseitige Hilfsbereitschaft machen Mut, und dann gibt es ja auch noch die Heilige Agata, die in Notsituationen immer zur Seite steht.
Trotz der vielen Personen dieses Familienromans leicht lesbar, man fiebert und wünscht mit den Protagonisten mit und hofft, dass alles wieder gut wird. Ein Roman über schwere Arbeit und Schicksalsschläge und auch über die Leichtigkeit des Lebens im Süden.

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(120)

192 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 105 Rezensionen

dresden, krimi, 2. weltkrieg, serienmörder, krieg

Der Angstmann

Frank Goldammer
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 23.09.2016
ISBN 9783423261203
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Während des 2. Weltkrieges verfolgt der Kriminalkommissar Max Heller einen Frauenmörder. Die Frauen werden, bevor sie sterben dürfen, bestialisch gequält. Wer macht so etwas? Man sollte meinen, während des Krieges in Dresden haben die Menschen andere Sorgen. Doch gerade während der nächtlichen Fliegerangriffe ist der "Angstmann" unterwegs. In der Nacht zum 13. Februar 1945 ist Max Heller ihm dicht auf den Fersen, er schießt ihn sogar an, doch kurz bevor er ihn erwischt wird er von Bewohnern des Viertels in den Luftschutzkeller gezogen. Gerade noch zur rechten Zeit, denn nach diesem Angriff steht kaum noch ein Gebäude in Dresden. Lange Zeit ist Ruhe, ist der Mörder in den Trümmern umgekommen? Doch im Mai, unter russischer Besatzung geschehen erneut Morde, der Täter wurde von den Russen schnell gefasst, Heller ist jedoch anderer Ansicht und versucht, dieses bei den russischen Soldaten anzubringen.
Ein Thriller, der nicht nur die historischen Gegebenheiten während des 2. Weltkrieges beleuchtet, sondern auch die Flüchtlingsproblematik thematisiert. Damals wie heute versuchen Menschen in Deutschland Zuflucht zu finden, damals sogar unter verschärften Bedingungen. Zivilcourage, Wendehälse, Denunzianten, Mitläufer, Wegseher und Menschenhasser werden detailliert und zum Nachdenken anregend, beschrieben. Die Auflösung des Thriller ist mit immer neuen Wendungen sehr interessant und spannend.

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(192)

302 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 155 Rezensionen

thriller, psychothriller, hamburg, melanie raabe, entführung

Die Wahrheit

Melanie Raabe
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei btb, 29.08.2016
ISBN 9783442754922
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

 

Seit 7 Jahren ist der wohlhabende Geschäftsmann Philipp verschwunden. Ist er während der Geschäftsreise nach Südamerika entführt worden, ist er tot oder verschollen oder hat er sich selbst abgesetzt? In der Ehe von Sarah und Philipp kriselte es und kurz vor der Reise gab es einen heftigen Streit. Nur ihrem kleinen zu liebe blieben sie zusammen. Jetzt, wo Sarah langsam wieder ins Leben zurück findet, sie arbeitet als Lehrerin und hat sich einen kleinen Freundeskreis aufgebaut, sich wieder verliebt, bekommt sie einen Anruf. Ihr Mann kommt nach Hause. Doch am Flughafen läuft es nicht so ab wie es sollte. Auf Grund des Medienrummels macht sie mit, doch das ist nicht Philipp, aber wer ist er und was will er? Geld? Der Fremde nistet sich im Haus ein, er weiß sehr viel über Sarah und Philipp. Die Beiden bedrohen und beäugen einander ständig, körperliche und psychische Gewalt ist im Spiel, Sarah wird auch durch den Schlafmangel hysterisch, ihr wird mit Einweisung in die Psychiatrie gedroht.
Wer ist der Gute, wer der Böse und welche Wahrheit gilt es offen zu legen.
Ein sehr spannend geschriebener psychologischer Thriller, der einen in die Irre führt kaum das man ahnt, wie alles zusammenhängt, immer wieder gibt es neue Wendungen.

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(88)

131 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 81 Rezensionen

adenauer, schwarzwald, israel, bühlerhöhe, nachkriegszeit

Bühlerhöhe

Brigitte Glaser
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 12.08.2016
ISBN 9783471351260
Genre: Romane

Rezension:

Rosa Silbermann wird aus ihrer Arbeit im Kibbuz gerissen und mit der Aufgabe betraut, dem Geheimagenten Ari als Ehefrau in der Bühlerhöhe im Schwarzwald zu helfen. Als Kind war Rosa oft mit ihren Eltern, Geschwistern und dem Großvater dort, die Umgebung und auch einige Menschen dort kennt sie sehr gut. Ihr Sträuben, nach Deutschland zurückzukehren, hilft nichts, sie muss in das Land, das ihr die Mutter und den Bruder genommen hat. Der Auftrag ist von äußerster Wichtigkeit, das Leben Konrad Adenauers bedroht. Adenauer, der Israel finanziell unterstützen möchte und Israel benötigt dringend dieses Geld. Die Ankunft auf der Bühlerhöhe läuft nicht wie erwartet, Ari ist nicht da, mehrere Tage muss sie auf ihn warten. Und die Hausdame Sophie Reisacher ist äußerst misstrauisch, einerseits ihrer Legende gegenüber, andererseits weil ihr baldiger Verlobter von den Reizen Rosas geblendet ist. Viele Erinnerungen prasseln auf Rosa ein, Häuser und Geschäfte, die ehemals Juden bewohnten, Menschen, die immer noch in der Nazizeit lebten, aber auch Freunde, die ihr wohlgesonnen sind. Die Aufgabe, den möglichen Attentäter selbst aufzuspüren werden ihr langsam zu viel und so freut sie sich auf die angekündigte Ankunft Aris. Doch irgendetwas stimmt nicht mit ihm. Auch, dass er das ausgemachte Geheimwort weiß hilft nicht über ihr Gefühl hinweg.
Ein sehr interessanter politischer Krimi, sehr gut recherchiert, auch wenn das Attentat aus der Fantasie der Autorin stammen passt dieses hervorragend in die Geschichte um die Sommerfrische des Kanzlers hinein. Anne Moll als Leserin lässt ihre Stimme und die Dialekte so einfließen, dass man die Protagonisten formlich vor sich sieht.

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(32)

33 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

berlin, musik, klarstein, band, mord

Der kalte Saphir

Michael Düblin
Fester Einband: 340 Seiten
Erschienen bei Verlag Johannes Petri, 02.06.2016
ISBN 9783037840986
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Jule Sommer, als Journalistin eines angesehenen Musikjournals, will mehr über die Hintergründe des Todes von Jerome und der anschließenden Auflösung der berühmten Band Klarstein erfahren. In den 70er Jahren war diese Band Kult, dann starb zuerst Sven an einer Überdosis und kurze Zeit später wurde der Sänger und Bandgründer Jerome erschossen. Als Täterin kam nur Zeb, die Drummerin, in Frage, es war ihre Waffe, sie hielt sie in der Hand. Sebastian Winter, der Tontechniker der Band, war davon überzeugt und verhalf ihr zur Flucht. Doch was war damals wirklich geschehen? Jetzt über 30 Jahre später gibt Sebastian Winter ein Interview, er erzählt von den Anfängen, wie die Gruppe zusammengekommen ist, welche Geldsorgen und künstlerische Streitigkeiten und auch Eifersüchteleien, besonders in Bezug auf das einzig weibliche Mitglied, Zeb, zu bewältigen waren.
Drei verschiedene Zeitebenen werden abwechselnd, teils übergangslos beschrieben, die Jetztzeit im Interview, die Rückblende auf die Jahre mit der Band und ein halbes Jahr vor diesem Interview, bei dem ein Umdenken bei Sebastian begann und er herausfand, was wirklich geschah. Der Roman zeichnet sich durch einen interessanten Schreibstil und durch viele Einblicke in das Leben einer Rockband aus. Sehr interessant.

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(83)

108 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 79 Rezensionen

irland, krimi, kirche, mord, ira

Lügenmauer

Barbara Bierach
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 15.07.2016
ISBN 9783548613062
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der pensionierte evangelische Geistliche Charles Fitzpatrick wird erdrosselt in seinem Haus aufgefunden. Die Ermittlungen Emma Vaughans ergeben, dass Charles nicht sonderlich beliebt war, nicht mal bei seiner Ehefrau und den Kindern. Doch alle aber ein wasserdichtes Alibi. Hat doch die IRA etwas damit zu tun? Im katholischen Irland als evangelischer Geistlicher auch noch als Soldatenpfarrer gearbeitet zu haben, evt. sogar spioniert zu haben, könnte schon ein Motiv sein. Und warum hat Charles kurz vor seinem Tod eine Familienanwältin aufgesucht um nach dem Erbrecht von unehelichen Kindern zu fragen? Was hat es mit der schon längst verstorbenen Schwester Kaitlin auf sich? Nicht nur die Klärung des Falles beschäftigt Emma, ihre Probleme mit ihrem Exmann Paul und ihr pubertierten Sohn Steve nehmen sie genauso in Anspruch wie ihre körperlichen Beschwerden nach einem von Paul verursachten Autounfall und ihr Kampf um Anerkennung als geschiedene, alleinerziehende, evangelische Polizistin.
Ein Kriminalroman der mehr eine Familiengeschichte ist, mit Religionsstreitigkeiten und dem selbstgerechten Bild der Männer und der Kirche. Sehr spannend und emotional berührend geschrieben.

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(109)

147 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 101 Rezensionen

schweiz, freundschaft, homosexualität, liebe, juden

Und damit fing es an

Rose Tremain , Christel Dormagen
Fester Einband: 333 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 08.08.2016
ISBN 9783458176848
Genre: Romane

Rezension:

Gustav und Anton könnten nicht unterschiedlicher sein. Gustavs Vater Erich ist kurz nach seiner Geburt gestorben, die Mutter hat kämpfen müssen, um sie beide satt zu bekommen. Anton, als Sohn eines jüdischen Bankiers in der Schweiz, hat ein schönes Zuhause, bekommt Klavierunterricht und zeigt sich als äußerst begabt darin. Im Kindergarten in Matzlingen im Mittelland der Schweiz treffen 1947 beide aufeinander, Anton, der sich verloren fühlt, wird von Gustav getröstet und bald sind beide die besten Freunde. Gustavs Mutter gefällt diese Freundschaft nicht, Erich hat als Polizist Daten auf Einreisepapiere jüdischer Immigranten gefälscht um ihnen die Einreise in die Schweiz zu ermöglichen. Die spätere Entlassung aus dem Polizeidienst hat er nie überwunden. So gibt sie "den Juden" die Mitschuld am frühen Tod ihres Mannes.
Der Roman erzählt sehr geschickt in drei Zeitebenen über das Leben Gustav und Antons und Gustavs Eltern. Die Zeit der Jugend ab 1947, die Zeit des Kennenlernens der Eltern 1937 und die Zeit Gustav und Antons als 50-jährige mit all Ihren erfüllten und unerfüllten Hoffnungen und beruflichen Wegen. Sehr bewegend und mit immer neuen Wendungen erzählt.

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(2)

2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Der letzte Pilger

Gard Sveen , Günther Frauenlob , Detlef Bierstedt
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Hörbuch Hamburg, 26.02.2016
ISBN 9783844913620
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Von urmeli Der Kommissar Tommy Bergmann hat kurz nach dem Fund von schon lange im Wald verscharrte Knochen mit Schussverletzungen im Schädel mit einem weiteren - aktuellen - Mordfall zu tun. Der hoch angesehene Widerstandskämpfer im 3. Reich, Carl Oscar Krogh, wurde brutalst ermordet, die Augen wurden ausgestochen. Tommy vermutet einen Zusammenhang zwischen den Knochenfunden der zwei Erwachsenen und einem Kind und Krogh. Bei den Ermittlungen stößt er auf den Namen Agnes Gerner, die seit 1945 als vermisst gilt und ebenfalls im Widerstand tätig war. Der Krimi wechselt immer wieder die Zeiten und Handlungsstränge zwischen 1939 bis 1945 und 2003, so dass wir als Leser/ Hörer parallel die Ermittlungsarbeit verfolgen sowie aus dem Leben und dem Kampf von Agnes und Carl Oscar erfahren. Gard Sveen hat dieses sehr geschickt miteinander verwoben. Immer wieder treten neue Zusammenhänge auf, Verdächtige werden wieder zu Unverdächtigen, neue treten auf. Bis zum Ende ist es äußerst spannend und überraschend erzählt.

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(154)

267 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 112 Rezensionen

amnesie, thriller, entführung, baby, mord

Remember Mia

Alexandra Burt , Susanne Goga-Klinkenberg
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 22.04.2016
ISBN 9783423261012
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

 Estelle ist eine überforderte junge Mutter. Die kleine Mia hat mit 7 Monaten immer noch Koliken und schreit sehr viel. Jack, der Vater des Kindes, flüchtet in seine Arbeit als Anwalt. Als er eine Anstellung in Chicago bekommt, lässt er eine frei stehende Wohnung in einem Renovierungshaus für Estelle und Mia herrichten. Der Architekt wohnt eine Etage darüber und soll als Mädchen für alles für sie da sein. Doch plötzlich verschwindet Mia aus der verschlossenen Wohnung und auch alles was Mia gehörte, Fläschchen, Windeln, Spielsachen, alles ist verschwunden. Estelle wendet sich an die Polizei, doch als sie dort ist hat sie Visionen von Blut, sie vermutet, dass sie selbst an dem Verschwinden schuld hat, ja, vielleicht hat sie selbst Mia getötet. Den Gedanken daran hatte sie bei dem vielen Schreianfällen schon mehrmals gehabt. Kurz danach wacht sie im Krankenhaus wieder auf, schwer verletzt, ein Ohr fehlt und sie kann sich an nichts erinnern. Da sie psychisch labil ist und Tabletten nimmt, wird sie nicht in Polizeigewahrsam sondern in eine psychologische Klinik geschickt. Der einfühlsame Therapeut versucht die Amnesie aufzubrechen und die Wahrheit ans Licht zu bringen. So nach und nach erinnert sich Estelle wieder an die Vorkommnisse.
Ein psychologisch raffiniert aufgearbeiteter Thriller mit überraschenden Wendungen, immer abwechselnd in der Gegenwart und in Rückblenden spielend. Die Protagonisten sind genau und nachfühlbar beschrieben, die Ängste der jungen Mutter sind nachvollziehbar und äußerst gut beschrieben. Ein Buch das man nur schwer aus der Hand legen kann.

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(42)

64 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 41 Rezensionen

kenia, afrika, nairobi, familiengeschichte, korruption

Der Ort, an dem die Reise endet

Yvonne Adhiambo Owuor , Simone Jakob
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 15.03.2016
ISBN 9783832198206
Genre: Romane

Rezension:

In Nairobi im Jahr 2007 wurde mitten auf der Straße Odidi Oganda erschossen, ein junger Mann, der sich für Gerechtigkeit und gegen Korruption einsetzte. Seine Schwester Ajany ist aus Brasilien zurückgekehrt um mit ihrem Vater Nyipir den Toten nach Hause, nach Wuoth Ogik, zurück zu bringen. Der Tot wirft bereits viele Fragen auf, doch auch die Familiengeschichte ist voller Brüche und Seltsamkeiten. Ajany erinnert sich an die Zeiten die sie mit ihrem Bruder verbracht hat, daran, dass der nur 4 Jahre ältere sich um sie gekümmert hat und nicht ihre Mutter. Daran, wie sie in einer - verbotenen - Höhle gespielt haben und dort Schreckliches erlebt haben. Ihre Zeit im Schulinternat war auch alles andere als glücklich. Ihr Zuhause, Wuoth Ogik, liegt im trockenen Norden Kenias, weit weg von der Zivilisation, und dieses haben sie zu spüren bekommen. Auch Nyipir erinnert sich an vergangene Zeiten, wie er als Kind versuchte Geld zu verdienen um nach Burma reisen zu können zu seinem Vater und Bruder, die als Soldaten dort hingeschickt wurden und nicht zurückkamen. Daran, wie er selbst zu den Soldaten kam, Folter und Leid ertrug und einen Weg aus dem Elend fand.
Die Beerdigung Odidis verzögert sich, ihre Mutter Akai flüchtet aus Verzweiflung über den Tod des geliebten Sohnes. Ajany entdeckt in Haus ein Nacktbild ihrer schwangerer Mutter, gemalt von einem Hugh Bolton. Wer ist dieser Mann, was hat er mit der Familie zu tun? Kurz darauf erscheint Hughs Sohn Isaiah, der im regen Briefkontakt mit Odidi war, um mehr über seinen Vater und dessen Verbleib zu erfahren.
Yvonne Adhiambo Owuor schreibt einen sehr umfangreichen Roman über das Leben und die Lebensart Kenias. Politik, Familie, Zusammengehörigkeitsgefühl, Religion und Übersinnliches nehmen einen großen Raum ein, auch die Natur, die Landschaft und Tierwelt und die Eigenheiten des Klimas, der Dürre werden thematisiert. Man erfährt viel über ein doch recht fremde Welt. Immer wieder springt die Geschichte in verschiedene Zeiten, werden Geschichten aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Ein interessanter Roman, der eine erhöhte Aufmerksamkeit beim Lesen erfordert. Die Sprünge sind mir an manchen Stellen zu radikal, zu schwer nachzuvollziehen. Im Anhang hätte ich mir eine kurze Abhandlung über die politische Geschichte Kenias gewünscht.

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(31)

53 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 27 Rezensionen

indien, schweden, serie, identitätskrise, wortgewandt

Der Fünfzigjährige, der den Hintern nicht hochbekam, bis ihm ein Tiger auf die Sprünge half

Mikael Bergstrand , Ursel Allenstein
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei btb, 25.04.2016
ISBN 9783442754502
Genre: Romane

Rezension:

Göran Borg ist in einer Lebenskrise seitdem er aus Indien wieder zurück ist. Die Arbeit als Texter in einer Werbeagentur macht ihm keinen Spaß mehr, er hat zu viele Kilos auf den Rippen und chronische Unlust. Linda, seine Tochter, hat ihm eine Psychologin empfohlen um wieder auf die Beine zu kommen. Karin Vallberg Torstensson hat sich der "kognitiven Verhaltenstherapie" verschrieben. Ein Punkt, den es für Göran auf seiner selbst verfassten Liste abzuarbeiten gilt ist auszugehen und seine Freunde zu treffen. Also geht er mit einigen Kumpels in die Kneipe. Dort trifft er Sven Grip, sie stellen schnell fest, dass sie gemeinsame Interessen und Hobbys haben und so freunden sie sich schnell an. Als es dann jedoch zu einem Besuch in Svens Wohnung kommt, stellt Göran fest, dass Sven schwul ist und flüchtet. Da kommt es ihm recht, dass Yogi bald heiraten möchte, auch wenn die Hochzeit auf unbestimmte Zeit verschoben wurde, und er reist sofort nach Delhi. Die Probleme, die dort mit der Hochzeit zu bewältigen sind, sind für Yogi, seiner Verlobten Lakshmi und Göran nur unter großen Kraftanstrengungen zu lösen.
Der Roman von Mikael Bergstrand wurde als ein Bestseller mit Lachgarantie beworben. Mir ist entgangen, wo dieses ein Bestseller sein soll, gelacht, ja noch nicht einmal geschmunzelt habe ich nicht. Die Handlung wurde routiniert heruntergeschrieben, von Sprachwitz oder interessanten Wendungen keine Spur. Aus der verrückten Handlung hätte man mit mehr Hintergrundinformationen und indischem Lokalkolorit mehr machen können, die Mentalität und Lebensgewohnheiten der Inder blieben mir fremd. Probleme des Landes, besonders Frauen gegenüber, wurden vollkommen außer Acht gelassen, so fährt Lakshmi völlig alleine quer durch den Kontinent. Insgesamt ein Roman der mich, besonders durch die Erwartungshaltung der Werbung wie auch des Titels, der auf den erfolgreichen Roman des 100-jährigen anspielt, enttäuscht hat.

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(282)

505 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 108 Rezensionen

einsamkeit, liebe, verlust, tod, familie

Vom Ende der Einsamkeit

Benedict Wells
Fester Einband: 355 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 24.02.2016
ISBN 9783257069587
Genre: Romane

Rezension:

Noch im Kindesalter erfahren Jules, Marty und Liz einen schweren Schicksalsschlag. Ihre Eltern kommen bei einem Verkehrsunfall ums Leben und somit ändert sich auch ihr Leben grundlegend. Sie kommen zusammen in ein Internat, die Gemeinschaft als Geschwister hört dort jedoch auf. Jeder lebt und erlebt sein eigenes - nicht vorher bestimmtes - Leben und sie entfremden sich immer mehr voneinander. Marty verkriecht sich in die Forschung und Computer, Liz wird der Jungenschwarm und lässt auch nichts aus während Jules, aus dessen Perspektive der Roman erzählt wird - sich immer mehr in sich selbst zurück zieht. Einzig Alva, eine Mitschülerin die genau wie er selbst in sich verschlossen scheint, freundet sich mit ihm an. Nach Abschluss der Schulzeit verlieren sich die Geschwister aus den Augen und auch Alva geht, nach Missverständnissen und einem Streit, ihren eigenen Weg. Jules, der die letzten gehässigen Worte die er an seinen Vater gerichtet hat bereut, aber durch den plötzlichen Tod nicht zurück nehmen konnte, versucht sich an der Leidenschaft seines Vater als Fotograf. Er scheitert und sucht weiter nach seinem Weg. Jedes Verhältnis mit einer Frau wird überschattet von der Erinnerung an Alva, er wird mit keiner glücklich. Nach vielen Jahren treffen sich die Beiden wieder, sie erkennen ihre Liebe zueinander, jedoch ist Alva verheiratet.
Benedict Wells gelingt ein großartiger Roman über Liebe, Verlust und was wäre wenn. Wenn nur kleine Weichen in unserem Leben anders gewesen wären, wie wäre unser Leben verlaufen. Diese Frage stellt sich Jules häufig und es dauert bis er erkennt, dass das Leben in einem selbst steckt. Vielleicht wäre das äußere Leben anders, das innere, wie man sich fühlt, wünscht, empfindet, bleibt gleich. Seine Schwester war auch als Kind, als die Eltern noch lebten, ein sehr temperamentvoller, extrovertierter Mensch gewesen, sein Bruder schon immer ein Tüftler und Forscher. Ein sehr kluges Buch über das Leben und den Tod.

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(40)

54 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 34 Rezensionen

provence, krimi, remy eyssen, mumie, le lavandou

Schwarzer Lavendel

Remy Eyssen
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 15.04.2016
ISBN 9783548287010
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der deutsche Rechtsmediziner Dr. Leon Ritter ist nach einem persönlichen Schicksalsschlag von Frankfurt in die Provence gezogen. Durch seine französische Mutter spricht er nicht nur fließend französisch, ein Teil seiner Verwandtschaft lebt auch dort. So auch seine Tante, die ihm ihren alten Weinberg mit samt eines alten kleinen Häuschens vermachen möchte. Doch ausgerechnet dort stoßen sie auf eine mumifizierte weibliche Leiche. Auf der Polizeistation meldet Anna ihre Zwillingsschwester Susan als vermisst. Zuerst nimmt niemand das Verschwinden ernst, eine junge Frau, die sich vergnügen möchte verschwindet schon mal, doch als sich herausstellt, das die Mumie ebenfalls eine junge, blonde deutsche Frau war, die als Weinlesehelferin in der Provence gearbeitet hat, wird die Suche verstärkt. Immer mehr Verbindungen ergeben sich, beide Frauen wohnten in der gleichen Pension, beide waren bei dem gleichen Arzt in Behandlung, beide sahen sich ähnlich. Und auch Anna hat das Gefühl, dass sie beobachtet wird.
Parallel zur kriminalistischen Handlung erfahren wir mehr über die persönlichen Probleme Dr. Ritters. Seine Frau ist vor einigen Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Da keinerlei Leichenteile von ihr gefunden wurden, hoffte Leon immer noch auf ein Auftauchen seiner Frau. Mehrere Jahre fuhr er immer wieder nach Asien um sich auf die Suche zu begeben. Erst in dem ruhigen provenzialischen Weindorf kommt er ein wenig zur Ruhe. Dazu trägt auch Isabelle bei, die Polizeichefin, die ihm ein Zimmer in ihrem Haus vermietet hat. Auch zu Isabelles Tochter hat er ein sehr gutes Verhältnis.
Einen weiteren großen Raum nimmt die Provence an sich in Anspruch. Die Lebensweise der Menschen, Geschichten über früher, das Boulespiel und der Wein werden detailgetreu und liebevoll erzählt. Die Kriminalhandlung an sich ist wie viele andere auch, auch der Schreibstil erinnert an so man anderen Kriminalroman. Was das Buch besonders macht, ist die Beschreibung der Provence.

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(71)

112 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 64 Rezensionen

kaffee, historischer roman, abenteuer, diebstahl, türkei

Der Kaffeedieb

Tom Hillenbrand
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 10.03.2016
ISBN 9783462048513
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die Handlung spielt im Jahr 1683, Kaffee erobert die Welt. In vielen Großstädten Europas gibt es Kaffeehäuser und Philosophen, Gelehrte und Reiche Nichtstuer verbringen dort ihre Zeit bei einer Tasse Kaffee und interessanten Gesprächen. Auch Obediah Chalon verkehrt häufig dort zumindest solange, wie er noch Geld besitzt. Als Lebemann hat er große Ausgaben und mit Börsenspekulationen hat er sein gesamtes Vermögen verspielt. Seine zweite Karriere ist die eines Fälschers, erst mit Münzen, danach mit Schuldscheinen und anderen Papieren. Als er damit auffliegt und im holländischen Gefängnis um sein Leben kämpft gibt es nur noch die Option auf das Angebot der Vereinigten Ostindischen Compagnie einzugehen, nach Mocha im Süden Arabiens zu reisen und Kaffeepflanzen zu stehlen und heil nach Holland zu bringen. Ein gefährliches Unternehmen, da es von Intrigen und Schwierigkeiten nur so wimmelt. Er heuert eine Truppe von zuverlässigen Mitstreitern mit sehr unterschiedlichen Fähigkeiten zu diesem Auftrag an, doch einer fehlt noch: ein Meisterdieb. Louis de Bourbon, der zweitälteste Sohn des Sonnenkönigs Louis XIV ist der perfekte Dieb, nur leider sitzt er gut bewacht in einem abgelegenen Gefängnis.
Die Beschreibung der Befreiung Louis de Bourbon ist interessant und vergnüglich beschrieben, wie auch einige andere Teilstücke dieser Reise. Manche Abschnitte werden sehr langatmig, aber nie langweilig beschrieben, andere nur kurz angesprochen oder ganz übersprungen. Der eigentliche Raub der Kaffeepflanzen wird leider so gar nicht erzählt. Was ich mir aus diesem historischen Roman weiterhin erhofft hatte, mehr über den Ursprung des Kaffees zu erfahren, fand leider auch keinen Platz. Der historische Roman ist mehr eine Mischung aus Abenteuer und Intrigenroman, gewürzt mit einer Liebesgeschichte. Nicht uninteressant, aus diesem Thema hätte man jedoch eine bessere Geschichte erzählen können.

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(34)

45 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 32 Rezensionen

türkei, deutschland, identitätssuche, istanbul, heimat

Wieso Heimat, ich wohne zur Miete

Selim Özdogan
Fester Einband
Erschienen bei Haymon Verlag, 27.06.2016
ISBN 9783709972380
Genre: Romane

Rezension:

Krishna Mustafa ist halb Türke, halb Deutscher und laut seiner Freundin Laura fehlt es ihm an Identität. Um die Beziehung weiter aufrecht zu erhalten soll Krishna erst Mal herausfinden, wer er ist. So tauscht er mit seinem Cousin Emre sein WG Zimmer und zieht von Freiburg nach Istanbul. Die ersten 6 Jahre seines Lebens hat er in Istanbul gelebt, bis seine deutsche Mutter zur Einschulung mit ihm nach Freiburg zog. Seine Ausbildung hat er in einer Waldorfschule bekommen, was vielleicht auch seine Naivität und teilweise Weltfremdheit im Laufe der Handlung erklärt. Seine Eltern haben sich in Istanbul kennengelernt, seine Mutter auf der Suche nach Drogen, sein Vater hat sie verkauft. Inzwischen ist aus dem Vater ein vermögender Geschäftsmann mit einer neuen Frau und zwei kleinen Töchtern geworden und die Versuche Krishnas, sich mit seinem Vater zu verabreden, verlaufen zu Beginn sehr schwierig. Sich der großen und für ihn fremden Stadt zurecht zu finden gestalten sich problematisch. Durch seine Mitbewohner, die heimlich Videos über die Demonstrationen vom Gezi Park im Internet verbreiten, lernt er jedoch einiges über seine Fragen zur Identität, was macht einen Türken, was einen Deutschen aus und ist das überhaupt wichtig.
Ein gelungener Roman für alle Menschen, egal ob sie in dem Land in dem sie leben auch geboren wurden, eine Anpassung an die Umgebung, an die Menschen mit denen man zusammen lebt, ist immer notwendig. Ein Roman der nachdenklich macht aber auch sehr witzig geschrieben wurde. Vorurteile und Stereotypen wurden durch Selim Özdogan sehr geschickt in die Geschichte eingewoben.

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(48)

73 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 33 Rezensionen

ölpest, louisiana, katrina, fischer, südstaaten

Das zerstörte Leben des Wes Trench

Tom Cooper , Peter Torberg
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 12.02.2016
ISBN 9783550080968
Genre: Romane

Rezension:

Tom Cooper beschreibt in seinem Roman das Leben in Jeanette, einem kleinen Fischerdorf in Louisana, den dort lebenden Menschen mit all ihren Problemen und Hoffnungen. Erst hat der Hurrikan Katrina ihre Häuser und auch Menschenleben zerstört, nun ist es eine Ölkatastrophe, die die Gesundheit der Bewohner gefährdet und die Shrimpsfischerei so dezimiert, dass viele kein Auskommen mehr haben.
Der Ölkonzern schickt ausgerechnet Brady Grimes in diese Stadt, um den Geschädigten zur Unterschrift zum Verzicht auf weitere Zahlungen bei möglichen Gerichtsprozessen zu bekommen. Grimes, der vor vielen Jahren dem Ort und seiner Mutter den Rücken gekehrt hat und hoffte, nie wieder zurück kommen zu müssen.
Neben Wes Trench, dessen Leben besonders durch den Tod seiner Mutter beim Hurrikan und die Verbitterung seines Vaters zerstört wurde, werden weitere Menschen in diesem Roman beschrieben. Da ist der seit vielen Jahren erfolglos nach Piratenschätzen suchende Lindquist, der durch seine Spinnereien seine Frau und Tochter aus dem Haus getrieben hat und nun alleine vor sich hin vegetiert. Da sind die eineiigen,  zu Gewalt neigenden,  Zwillinge Toup, die mit Wissen des gesamten Ortes und der Polizei eine Marihuanaplantage auf einer der Inseln beackern. Cosgrove und Hanson, die beide für kleinere Delikte zu Zwangsarbeiten verurteilt wurden und diese Situation für weitere Diebstähle ausnutzen, denn von irgendwas muss man ja leben.
Ein Roman von Menschen, die ums Überleben kämpfen, von ihren Wünschen und Hoffnungen und wie diese durch widrige Umstände immer wieder zerstört werden. Doch die Hoffnung bleibt.
Tom Cooper beschreibt in seinem Roman das Leben in Jeanette, einem kleinen Fischerdorf in Louisana, den dort lebenden Menschen mit all ihren Problemen und Hoffnungen. Erst hat der Hurrikan Katrina ihre Häuser und auch Menschenleben zerstört, nun ist es eine Ölkatastrophe, die die Gesundheit der Bewohner gefährdet und die Shrimpsfischerei so dezimiert, dass viele kein Auskommen mehr haben.
Der Ölkonzern schickt ausgerechnet Brady Grimes in diese Stadt, um den Geschädigten zur Unterschrift zum Verzicht auf weitere Zahlungen bei möglichen Gerichtsprozessen zu bekommen. Grimes, der vor vielen Jahren dem Ort und seiner Mutter den Rücken gekehrt hat und hoffte, nie wieder zurück kommen zu müssen.
Neben Wes Trench, dessen Leben besonders durch den Tod seiner Mutter beim Hurrikan und die Verbitterung seines Vaters zerstört wurde, werden weitere Menschen in diesem Roman beschrieben. Da ist der seit vielen Jahren erfolglos nach Piratenschätzen suchende Lindquist, der durch seine Spinnereien seine Frau und Tochter aus dem Haus getrieben hat und nun alleine vor sich hin vegetiert. Da sind die eineiigen,  zu Gewalt neigenden,  Zwillinge Toup, die mit Wissen des gesamten Ortes und der Polizei eine Marihuanaplantage auf einer der Inseln beackern. Cosgrove und Hanson, die beide für kleinere Delikte zu Zwangsarbeiten verurteilt wurden und diese Situation für weitere Diebstähle ausnutzen, denn von irgendwas muss man ja leben.
Ein Roman von Menschen, die ums Überleben kämpfen, von ihren Wünschen und Hoffnungen und wie diese durch widrige Umstände immer wieder zerstört werden. Doch die Hoffnung bleibt.

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(103)

167 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 76 Rezensionen

schweden, krimi, mord, erica falck, folter

Die Schneelöwin

Camilla Läckberg , Katrin Frey
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 02.01.2016
ISBN 9783471351062
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein vermisstes junges Mädchen taucht plötzlich wieder auf, wird auf eisiger Fahrbahn von einem Auto erfasst und stirbt kurz darauf im Krankenhaus. Was man dort entdeckt ist jedoch noch schrecklicher. Victoria wurde schwerst misshandelt, mit Säure wurden die Augen entfernt, die Zunge herausgeschnitten und das Gehör zerstört. Wer macht so etwas und ist das gleiche mit den anderen vermissten jungen Mädchen passiert? Die Polizei unter der - inoffiziellen - Leitung von Patrik Hedström ermittelt fieberhaft im Umfeld von Victoria. Patriks Ehefrau Erica arbeitet wieder an einem neuen Buch und hat sich dazu die Geschichte von Laila ausgesucht, die vor vielen Jahren ihren Mann getötet hat. Zu der Tat hat Laila immer geschwiegen, die Schuld aber auf sich genommen. Nachdem was die Polizei in ihrem Haus gefunden hat ist es nur verständlich, dass sie ihren Mann getötet hat. Alle in der Familie wiesen Verletzungen auf, am Schlimmstes hat es die kleine Tochter Louisa getroffen. Sie wurde jahrelang im Keller angekettet, das Essen bekam sie in Hundenäpfen. Wer anderes als der eigene Vater, der ehemalige Löwenbändiger Vladek konnte in Lage gewesen sein, seiner Familie so etwas an zu tun? Laila, die lange Zeit über die Vorkommnisse geschwiegen hat ist, nachdem Victoria gefunden wurde, plötzlich bereit mit Erica zu sprechen. Gibt es eine Verbindung der beiden Fälle?
Der Kriminalroman ist sehr geschickt aufgebaut, er spielt nicht nur in den beiden Handlungs- und Zeitebenen, er wechselt auch die Sichtweisen mal aus Seiten der Polizei, mal Ericas Sicht der Dinge. Persönliches des Ehepaares kommt ebenso zur Sprache, private Probleme und das Zusammenspiel der Ermittler nehmen einen großen Raum ein. Dadurch liest man sehr aktiv mit und versucht selbst den/ die Täter zu ermitteln und die Vorgänge zu verstehen. Die Spannung wird durch Abbruch eines Handlungsstranges und Aufnahme erst einige Seiten später aufrecht erhalten, es passieren einige überraschende Dinge.

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(111)

155 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 93 Rezensionen

maulwurf, mord, krimi, sterbegeld, frankfurt

Sterbegeld

Judith Winter
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 18.12.2015
ISBN 9783423216166
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die beiden Ermittlerinnen Emilia Capelli - genannt Em - und Mai Zhou haben es diesmal gleich mit zwei Fällen zu tun. Eine 4-köpfige Familie wurde kaltblütig ermordet. Der 6-jährige Sohn konnte noch einen Notruf an die Polizei absenden, doch als diese eintraf, waren alle bereits tot, der Täter gerade erst entkommen. Durch harmlose Fotos, die jedoch sorgsam versteckt wurden, hatte die Polizei schnell einen Verdächtigen, doch bisher lagen nur Indizien zu dem Fall vor. Ein neuer Verteidiger rollt 8 Monate später den Fall wieder auf und bringt Gegenbeweise und massive Zweifel an der Tat seines Mandanten an. So werden also Em und Mai beauftragt, die Vorgänge noch einmal aufzurollen.
Parallel dazu wird bei einer Razzia Thorsten Mohr, der Kollege einer Sondereinsatztruppe, getötet. Man finden eine große Summe Geld, durch die schwere Krankheit seines Kindes ist er auch ständig in Geldsorgen. War er käuflich, musste es deswegen sterben? Bei seinem Einsatz trug er eine kugelsichere Weste, warum hat er diese abgelegt? Alles deutet auf einen Maulwurf, auf Bestechung in den eigenen Reihen. Welchem Kollegen kann man noch trauen.
In dem dritten Band um die beiden Ermittlerinnen kommt es zu einer vorsichtigen Annäherung, sie lernen einander zu vertrauen. Am Rande werden persönliche Begebenheiten angesprochen, der Hauptaugenmerk des Thriller liegt jedoch eindeutig in den Ermittlungen der beiden Fälle. Diese sind sehr spannend und durch die beiden Handlungsstränge sehr abwechslungsreich geschildert. Bei einigen Beschreibungen läuft es eiskalt den Rücken runter, mit einigen leidet man mit und man versucht ebenso in beiden Fällen den wahren Täter zu finden. Judith Winter ist ein sehr klug aufgebauter Thriller gelungen und auch, wie in meinem Fall, muss man die beiden Vorgängerbände nicht gelesen haben, um in die Persönlichkeiten Capellis und Zhous hinein zu finden.

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(69)

88 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 61 Rezensionen

innsbruck, krimi, tirol, alpenkrimi, humor

Veilchens Feuer

Joe Fischler
Flexibler Einband: 264 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 09.12.2015
ISBN 9783709978320
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Während sich Valerie Mauser - genannt Veilchen - mit ihrem Exkollegen und guten Freund Manfred Stolwerk bei einer Art Selbstfindungskurs befindet, erhält sie von ihrem Chef den Auftrag, sich schnellstens um die Sicherheit des Deutschrockers Wolf Rock zu kümmern. Freudig bricht sie den ungeliebten Kurs ab und erfährt, dass der gebürtige Innsbrucker Wolf Rock nach vielen Jahren wieder in seiner Heimat auftreten möchte um dort sein Abschiedskonzert von 30.000 Zuschauer im Bergiselstadion geben wird. Doch nun erhält er Drohungen und Drohbriefe, er soll für seine Schandtat 76 büßen. Was ist damals geschehen? Wolf Rock selbst kann sich an die Zeit in den 70er Jahren nicht erinnern, laut eigener Aussage ist diese Zeit komplett aus seinem Gehirn gelöscht. Es gibt einen Zwist mit einem anderen Musiker, der den ersten Nummer 1 Hit von Wolf Rock geschrieben haben soll. Aber wird er sich nach so vielen Jahren rächen wollen? Auch ein zwielichtiger Manager und ein sehr gut informiert Journalist vom Tiroler Tagblatt mischen mit. Und dann gibt es noch eine Gruppe, die sich mit Hasstiraden über Wolf Rock im Facebook auslässt. Bevor die Polizei deren Namen herausfinden konnte, ist diese Seite plötzlich gelöscht, deren Aktivitäten jedoch nicht.
Parallel zu der Ermittlung der Drohbriefe und was 1976 wirklich geschah beschreibt Joe Fischler von einem Mädchen/ einer jungen Frau, die sich voller Hoffnung auf ein Konzert zu ihrem großen Star Wolf Rock aufmacht. Voll mädchenhaften Schwärmereien wird berichtet und auch von ihrem gewalttägigen Vater und ihrem verzweifelten Wunsch, aus ihrem Alltag auszubrechen.
Die Beschreibung des Stars Wolf Rock ist so belanglos, dass es mir völlig egal war, ob er am Ende gerettet wurde oder nicht. Interessant war die Geschichte dieser jungen Frau, die jedoch nur am Rande erzählt wurde. Daraus hätte man eine interessante Handlung schreiben können, so ist es jedoch ein eher langweiliger Kriminalroman. Lokalkolorit kommt weniger durch die Beschreibung der Umgebung als vielmehr durch die österreichische Sprache hinein. Den Steckbrief von Valerie Mauser am Ende des Romans hätte ich am Anfang gebrauchen können, da ich etwas Mühe hatte, in die Person Valeries hinein zu finden.

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