utaechl

utaechls Bibliothek

296 Bücher, 229 Rezensionen

Zu utaechls Profil
Filtern nach
296 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

koche, reginalkrimi, loreley, fisch, fischzuch

Mörderisches Menü

Christof A. Niedermeier
E-Buch Text: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein eBooks, 10.02.2017
ISBN 9783843714075
Genre: Sonstiges

Rezension:


Koch und Hobbyermittler Jo Weidinger ist wieder unterwegs und sorgt für Durcheinander in seiner näheren Umgebung. Tolle Menüvorschläge, leckere Weine, ein spannender Fall voll überraschender Wendungen und hervorragende Angestellte, die ihm die nötigen Freiheiten ermöglichen.


Inhalt:
Hoch über der Loreley betreibt Jo Weidinger sein Restaurant. Als er seinen Fischlieferant Sattler tot an dessen Teich vorfindet, will er nicht daran glauben, dass es sich um einen Unfall handelt. Sattler war für seinen Jähzorn bekannt und hatte keine wirklichen Freunde. Die Zahl der möglichen Täter ist also groß. Jo beginnt seine Nase in Dinge zu stecken, die ihn zu immer weiteren Spuren führen bis hin zu einem Gegner, von dem er besser die Finger lassen sollte.


Setting und Stil:
Die Landschaft in der Nähe der Loreley ist eine wirklich schöne Gegend. Sie wird vom Autor hervorragend beschrieben und die Ausflüge in die Gegend, zu den Fischteichbesitzern, in Wälder und in belebte Gegenden haben mir viel Spaß gemacht. Die Speisen und Weine passen zur Region, die gehobene Küche lässt einem beim Lesen das Wasser im Mund zusammenlaufen.


Charaktere:
Es fällt wirklich leicht sich mit Jo Weidinger zu identifizieren. Viele Stärken, einige Schwächen und eine gehörige Portion Glück lassen ihn alle Herausforderungen des Lebens meistern. Angetrieben von dem Willen, die Wahrheit herauszufinden, schafft er es trotzdem sein Restaurant am Laufen zu halten und eine Auswahl unter den Bewerbern für seinen Stellvertreterposten zu treffen.
Schade, dass diese Entscheidung wohl erst im nächsten Band wirklich zum Tragen kommt. Von dem neuen Angestellten hätte ich doch gerne mehr gelesen.
Auch sonst sind seine Angestellten durchaus fähige Menschen, die perfekt in dieses gehobene Restaurant passen.
Da er alleine ermittelt, spielen Polizei und Pressekontakte nur eine geringe, meist ungläubig zweifelnde Rolle.
Der Kreis der möglichen Täter wächst stetig, und so muss man sich auf immer neue Charaktere einstellen. Es gibt viele Motive, die sich des öfteren auch wieder in Luft auflösen. Jo ist es einfach nicht gegeben, schnell einen Fall zu lösen.


Geschichte:
Eine spannende Geschichte, die sich um Fischzucht dreht und ein Ausmaß annimmt, mit dem ich nicht gerechnet habe. So kommt Jo ganz schön rum und man erhält viel Zeit, ihm beim Nachforschen zuzusehen. Seine logischen Schlussfolgerungen passen perfekt, genau wie die plötzlichen Wendungen, die den schönsten Plan über den Haufen werfen können.
Die Rezeptschöpfungen sind lesenswert und appetitanregend, der Einblick in die Weinauswahl faszinierend. Ein paar kulturelle Hintergründe, z. B. zum Kalkrieser Varusschlachtmuseum sind informativ. Eine runde Sache, die weit mehr als die normale Krimikost bietet.


Fazit:
Ein Regionalkrimi mit gehörigem Kochanteil, der mir sehr gut gefallen hat. Ich wäre vielleicht auch mit der einen oder anderen überraschenden Wendung weniger zufrieden gewesen, ohne Längen erkenne zu können. Eine Leseempfehlung für kulinarisch interessierte Krimifans, die sich von der einmaligen Landschaft am Ufer des Rheins faszinieren lassen wollen.

  (0)
Tags: fisch, fischzuch, koche, krimi, loreley, reginalkrimi, rezepte, wein   (8)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

träume, thriller

Lucid - Tödliche Träume: Folge 1

Christoph Mathieu , Dennis Todorović
E-Buch Text: 93 Seiten
Erschienen bei beBEYOND by Bastei Entertainment, 14.02.2017
ISBN 9783732518852
Genre: Sonstiges

Rezension:


Ein Frau kann in ihren Träumen andere Träumer beeinflussen. Eine spannende Idee, die sich über die sechs Serienteile weiter entwickeln wird. Bisher ist das ganze Potential noch nicht ausgeschöpft.


Inhalt:
Signe Mortensen ist eine von wenigen luziden Träumern, die ihre Träume und die anderer aktiv beeinflussen können. Der Wissenschaftler Fabian Hardenberg entdeckt ihr Potential und will zusammen mit ihr an einem geheimen Forschungsprojekt mitwirken, durch das Erinnerungen verändert werden sollen. Sollte das Projekt funktionieren, ergeben sich Möglichkeiten, die für Gutes und Schlechtes genutzt werden können.


Setting und Stil:
Das Forschungsprojekt ist in Jülich angesiedelt, Signe und Fabian fahren dorthin und ihre Reise ist Teil ihrer Traumveränderungen. Hinzu kommt die Geschichte um den EU-Funktionär.
Acht Kapitel zerteilen die 93 Seiten, die Sichtweisen wechseln und man erhält Einblick in die verschiedenen Handlungsfäden, die nur teilweise zusammengeführt werden.


Charaktere:
Signe ist es nicht klar, was sie mit ihrer Fähigkeit alles bewirken kann. Noch scheint sie vor allem von Fabian gelenkt, der durch sie seine Karriere vorantreiben will. Doch da hat er seine Pläne ohne die Leitung des Forschungsprojekts gemacht. Nicht zu vergessen der Funktionär, der ganz eigene Pläne hat, die lucide Träumerin einzusetzen.
Eine spannende Mischung an Charakteren, die erst am Beginn ihrer Beziehungen sind.


Geschichte:
Der Band ist eine großzügige Einführung in die Serie, das Konzept der Träumer wird gut vermittelt und die Möglichkeiten angerissen. Als Leser bekommt man erst Hinweise darauf, welche Ziele in den nächsten Folgen damit angestrebt werden dürften. Ansonsten passiert noch nicht viel und es ist schwer einzuschätzen, ob die Idee nach über 500 Seiten zum spannenden Ziel geführt werden wird.


Fazit:
Der preisreduzierte Einstieg in die sechsteilige Serie ist einigermaßen gelungen. Der richtige Thrill kommt noch nicht auf, statt dessen gibt es eine lange Einführung in Charaktere und Thema. Reinschnuppern lohnt sich für Leser, die das Thema interessiert. Mir selbst fällt es schwer einzuschätzen, wohin die Reise geht und wie viel Einfluss die Träumer wirklich haben können. Alles noch sehr wage und unbestimmt. Eine abgeschlossene Buchform hätte ich der Serienform vorgezogen, da es sich um einen großen Fall und nicht um abgeschlossene Kapitel zu handeln scheint.

  (0)
Tags: thriller, träume   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

wissen, kinder, schlau, fakten

Mein cooles Faktenbuch

Norbert Golluch , Dunja Schnabel
Flexibler Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Ars Edition, 15.02.2017
ISBN 9783845817903
Genre: Kinderbuch

Rezension:


Fast 200 Seiten interessante und spannende Fakten, die Kinder dazu anregen, weiterführende Fragen zu stellen und die Eltern mit ihrem Wissen zu überraschen. Ein Buch, mit dem auch Erwachsene noch Neues erfahren, oder fast Vergessenes wieder auffrischen können.


Inhalt:
Sechs Wissensgebiete warten auf die jungen Faktensammler. Bunt gestaltet und lustig illustriert präsentiert jede Seite eine neue Information mit ausführlichem Text.


Stil:
Ein klarer Aufbau mit kurzer Kapiteleinleitung und den danachfolgenden Fragen und ausführlichen Antworten. Jedes Wissensgebiet hat seine eigene Grundfarbe erhalten, so dass man sich schnell zurechtfindet. Die Texte sind ausführlich, einige Fremdworte und Vormulierungen meiner Meinung nach etwas zu schwer für die 8-10jährigen. Ansonsten sollten die Kinder gut alleine mit dem Buch zurecht kommen können und es vielleicht sogar dazu nützen, um ihre Eltern mit Fragen nach zusätzlichen Informationen zu fordern.


Fazit:
Bei dem Preis sollte man auf jeden Fall zugreifen und den Kindern die Chance geben, sich neues Wissen über die unterschiedlichsten Wissensgebiete anzueignen. Die Präsentation ist hervorragend und auch mir hat es sehr viel Spaß gebracht, in dem Buch zu schmökern. Alleine oder mit Eltern ergeben sich viele Chancen, Neues zu entdecken, Interessen zu wecken, das Fragenstellen zu fördern und es als Grundlage fürs weitere Lösen unterschiedlichster Frage zu nutzen.

  (0)
Tags: kinder, wissen   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

7 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

mumbai, indien, krimi, englischer auto

Ein Elefant für Inspector Chopra: Kriminalroman

Vaseem Khan
E-Buch Text: 336 Seiten
Erschienen bei Ullstein eBooks, 10.02.2017
ISBN 9783843714006
Genre: Sonstiges

Rezension:


Ein im indischen Mumbai spielender Krimi, ein pensionierter Inspector, ein Babyelefant und ein Toter, dessen Untersuchung unter den Teppich gekehrt werden soll. Eine tolle Mischung mit viel indischem Flair.


Inhalt:
Inspector Chopra muss gesundheitsbedingt in Frührente gehen, als an seinem letzten Arbeitstag noch ein Ertrunkener gefunden wird. Eigentlich ein Fall für seinen Nachfolger, der allerdings keinerlei Anstalten macht, sich um die Ermittlungen zu kümmern. Da Chopra der Fall nicht loslässt beginnt er selbst zu ermitteln.
Gleichzeitig bekommt er von seinem Onkel einen einjährigen Elefanten, den er Ganesha tauft, vererbt. Dieser sorgt in der Familie und der Wohnanlage für aufsehen.
Der neue Lebensabschnitt beginnt also durchaus turbulent und steht für weit mehr Veränderungen, als sich der Inspector je hätte vorstellen können.


Setting und Stil:
Man merkt sofort, dass sich Vaseem Khan mit Indien, seinen Eigenheiten, den Menschen und insbesondere Mumbai sehr gut auskennt. Es gelingt ihm, dieses Wissen sehr gut weiterzugeben und in die Handlung einfließen zu lassen. Natürlich gibt es dabei einiges, dass mir unbekannt war, Namen die mir nichts sagten und vieles wurde bestätigt und verstärkt. Man erfährt also nebenbei viel über die indische Seele und die Auswirkungen, die das System auf die über eine Milliarde Menschen hat.
Das alltägliche Leben, Familien und natürlich die Polizeiarbeit spielen eine große Rolle. Dabei verwundert es fast, dass der Fall nicht aus den Augen verloren wird und es trotzdem irgendwie dank einiger glücklicher Zufälle weitergeht.
Wir erleben das Buch aus Inspector Chopras Sicht und sind ihm als Beobachter sehr verbunden.


Charaktere:
Inspector Chopra scheint der einzige Fels in der indischen Brandung zu sein, der sich durch Ehrlichkeit, Prinzipien und Regeltreue zu einer aussterbenden Art entwickelt hat. Er ist umgeben von Korruption, Verbrechen und Kastengebaren. Dies macht es natürlich besonders leicht, sich auf seine Seite zu schlagen.
Die zweite Hauptfigur ist natürlich Ganesha, der kleinwüchsige einjährige Elefantenbulle, der anfangs so gar nicht in Chopras Leben zu passen scheint. Doch Elefanten sind halt etwas besonderes, und dieser ist da keine Ausnahme.
Poppy, Chopras Ehefrau, entspricht zum Teil dem typischen indischen Frauenbild, allerdings hat auch sie ihre Momente, um gegen das System aufzubegehren. Erschwert wird dies durch ihre Mutter, die seit dem Tode ihres Mannes bei ihnen wohnt.
Da Inspector Chopra hauptsächlich als Einzelkämpfer sich dem Fall stellt, gibt es gar nicht so viele Helfer, die eine größere Rolle spielen.
Die Gegner kristallisieren sich langsam heraus und der anfängliche Mord führt zu etwas ziemlich Großem und Bedeutendem. Spannend, dabei zuzusehen.


Geschichte:
Es hört sich absurd an, wenn man sich die Kurzbeschreibung durchliest und als Leser kann man sich kaum vorstellen, was einen bei dem Krimi erwarten wird. Umso toller ist es, wenn einen die Handlung schnell packt und man ihr mitten ins indische Alltagsleben folgen kann. Im Endeffekt passt alles, alle Handlungspfade führen ins Ziel und es ergibt sich eine runde Sache. Eine Geschichte, die man auf sich zukommen lassen muss, deren Verlauf man nicht erraten kann.


Fazit:
Viele Leser werden nicht allzu viel über Indien und das doch sehr unterschiedliche Leben dort wissen. Der Krimi ist also die ideale Gelegenheit, sich mehr mit der fremden Kultur zu beschäftigen. Hinzu kommt ein spannender Fall, interessante Charaktere und ein liebenswerter Elefant. Ein tolles Buch, dessen Fortsetzung zum Glück schon geschrieben ist. Ein Krimi für Fans anderer Kulturen.

  (1)
Tags: englischer auto, indien, krimi, mumbai   (4)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(18)

20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

verrat;, wikinger bashing, dafür werden den autor die asen bestrafen, grotesk, klischeereiterei

Projekt Rahanna

Uli Wohlers
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Braumüller Verlag, 01.02.2017
ISBN 9783992001774
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Eine tolle Idee eines Wikingerüberfalls auf Bornholm, die mich im Endeffekt in der Umsetzung überhaupt nicht packen konnte. Ein Buch, das wohl eine ganz spezielle Leserschaft benötigt.


Inhalt:
Kommissar Stig Tex Papuga sieht sich einer stürmischen Nacht auf Bornholm gegenüber. Drachenboote tauchen am wolkenverhangenen Horizont auf und die sich darauf befindlichen Hobby-Wikinger landen auf der Insel, um sie zu annektieren und ein neues Königreich auszurufen. Schnell artet der Versuch aus und Gewalt regiert im neuen Königreich, das gegen Tiermast, Großbauerntum und alles ist, was in dessen Weg steht.


Setting und Stil:
Würde ich planen, ein Königreich auszurufen, würde ich mir vielleicht auch eine Urlaubsinsel aussuchen. Ein überschaubarer Bereich, den man von Funk, Internet und ähnlichem abschneiden kann, eine überschaubare Anzahl an möglichen Gegnern und die Insellage, die Ankömmlinge weithin sichtbar macht. Als es dann aber um Schweinemast, Glyphosat, Großbauern und zurück zur Natur geht, ohne wirklich einen guten Plan zu haben, ging es mir zu weit. Alles wurde unter einen Hut gepackt, vieles nur kurz angeschnitten und über allem liegt eine äußerst rohe Sprache und eine Gewaltbereitschaft, die ziemlich abschreckt.
Dies lässt den Leser auch eher staunend zurück, als Stig beschließt, die Seiten zu wechseln und sich mit den Ideen der Eroberer anfreundet.
Viele ultrakurze Kapitel, ständig wechselnde Charaktere und gewöhnungsbedürftige Namen, die man wenige Sekunden später wieder vergessen kann, erschweren das Lesen und die Verbindung zum Buch. Dazu kommt die gewählte Sprache und viele seltsame Begebenheiten, die den Leser grübelnd zurücklassen.


Charaktere:
Ein Buch, bei dem es schwer ist, eine wirkliche Bezugsperson zu finden. Unter den Pseudo-Wikingern habe ich gar keinen gefunden, Stig wird spätestens nach seinem Seitenwechsel unangenehm und ansonsten tauchen Charaktere viel zu kurz auf.


Geschichte:
Es hätte eine gelungene Geschichte um eine Inseleroberung und die mögliche Rückgewinnung gehen können. Stattdessen geht es vor allem um Gewalt, die Verrohung der Menschen und die industrielle Landwirtschaft als oberster Feind. Einen Weg, den ich nicht vorhergesehen habe und den, wenn ich es gewusst hätte, nicht lesend eingeschlagen hätte.


Fazit:
Absolut kein Buch für mich. Meine Erwartungen wurden überhaupt nicht erfüllt und ich hatte keinen Spaß mich durch die Seiten zu kämpfen. Gibt es eine Lesergruppe? Wahrscheinlich, auch wenn ich nicht genau sagen kann, wer es sein könnte. Das Buch ist einfach keine runde Sache, sondern eine krude Mischung, die vieles anschneidet, ohne spannende Ergebnisse anzubieten.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

bayern, humor, traditionen, münchen., reiseführer

Lob der Lederhose

Wolfgang Fierek , Boris Hächler
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.02.2017
ISBN 9783548376677
Genre: Humor

Rezension:


Der Bayer, das unbekannte Wesen. Ein humorvoller Blick auf die Spezies, ihre teilweise nicht ganz so alten Traditionen und die Gefahr des Aussterbens, zumindest in den Großstädten. Unterhaltsam, informativ geschrieben und mit Geschichten aus dem Leben des Autors gespickt.


Inhalt:
Das Oktoberfest, Tracht, BMW und die CSU. Sie alle sorgen dafür, dass Bayern auf der ganzen Welt bekannt ist. Dabei wird dank der vielen Nachmacher der Urbayer manchmal vergessen. Und genau dem geht Wolfgang Fierek auf den Grund. Was sind seine Wurzeln, worüber definiert er sich, was hat es mit der Sprache auf sich und wie sieht seine Zukunft aus. Ein Leitfaden für alle, die ihr Wissen über den einzigartigen Menschenschlag und die wunderschöne Landschaft, in der er lebt, vertiefen wollen.


Setting und Stil:
Sieben Kapitel reichen, um Bayern und seinen Bewohnern näher zu kommen. Es geht um Wesen, Sprache, Liebe, Kleidung, Essen, Eigenarten und den aktuellen Stand. Sehr flüssig werden dabei Fakten vermittelt, Standpunkte erklärt und private Geschichten eingeflochten. Das Buch eignet sich sowohl zum Querlesen, als auch zum ausführlichen Genuss von der ersten bis zur letzten Seite. Durch die Ich-Perspektive ist immer klar, wessen Sicht der Dinge präsentiert wird. Wobei sich Wolfgang Fierek perfekt für den Blick auf die Bayern eignet, da er selbst natürlich einer ist, allerdings die Hälfte der Zeit außerhalb des Landes in den USA verbringt.


Geschichte:
Ich empfand das Buch als durchgehend spannend und informativ. In Norddeutschland lebend ist es durchaus lehrreich mehr über die im Süden der Republik hausende Spezies zu erfahren. Einige Vorurteile werden bestätigt, einiges entzaubert. Auch wenn ich keine Schwierigkeit mit der Sprache habe, ist das Kapitel sicher für viele äußerst hilfreich. Spannend sind die Geschichten aus dem ereignisreichen Leben des Autors, die dazu anregen, sich mehr mit ihm zu beschäftigen.


Fazit:
Lob der Lederhose ist eine gelungene Mischung aus humorvollem Ratgeber, Reiseführer und Wissensbuch. Ob nun für den nächsten Besuch im Freistaat oder allgemein zum Verständnis der bayrischen Seele, es gibt viele Verwendungsmöglichkeiten. Ein Buch für alle, die jenseits des Weißwurstäquators leben und die mehr über die CSU regierten Menschen erfahren wollen. Unterhaltsame Lesestunden, die ich nicht missen möchte.

  (0)
Tags: bayern, humor, münchen., ratgeber, reiseführer   (5)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(40)

77 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

historischer roman, magdeburg, liebe, verrat, mittelalter

Die rote Löwin

Thomas Ziebula
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 13.01.2017
ISBN 9783404174768
Genre: Historische Romane

Rezension:


Das Leben Anfang des 13. Jahrhunderts in Magdeburg ist kein einfaches. Dies zeigt dieser Roman sehr gut und entführt uns in eine Zeit, in der es nicht viel Schönes zu geben scheint. Ein Ausflug in die Geschichte, bei der das empfohlene Lesealter mit 16 Jahren durchaus ernst zu nehmen ist.


Inhalt:
Runja und ihr Bruder müssen aus der Nähe Schwerins nach Magdeburg fliehen, nachdem ihr Zuhause angegriffen, alle Verwandten getötet und alles zerstört wurde. Dort weist sie ihr einziger lebender Verwandter ab und sie stehen wieder alleine da. Doch der "roten Löwin" wurde ein langes Leben vorhergesagt, und so will es der Zufall, dass sie Chance auf Rache erhält. Ein Angebot, dass sie nicht ablehnen kann, ohne zu wissen, was für Folgen die neue Abhängigkeit für sie und ihren Bruder bedeutet.




Setting und Stil:
Thomas Ziebula gelingt es hervorragend, das Leben zu Anfang des 13. Jahrhunderts zu präsentieren. Und dies ist nicht wirklich ein angenehmes. Als neuzeitlicher Mensch würde man wohl keine Woche überleben. Es ist schmutzig, roh, gewalttätig, libidogesteuert und ständeabhängig. Dass dort eine junge Frau alleine überleben kann, ist ein Wunder. Ein perfektes Bild der Zeit.
Der Leser folgt unterschiedlichen Charakteren durch die Handlung, die Kapitel sind relativ lang, ohne für inhaltliche Längen zu sorgen.


Charaktere:
Runja fällt dank ihrer roten Haare und ihrer besonderen Armbrust auf. Sie war mit 14 schon einmal verheiratet, hat ihren Mann verloren, den nächsten Verlobten ebenso und nun steht sie mit ihrem Bruder alleine da. Was aus ihr wird ist spannend und tragisch, gespickt mit einigen wenigen glücklichen Momenten. Es zeigt, dass es jemand, der außerhalb der vorgegebenen Lebenswege existiert, sehr schwer hat. Umso spannender ist es, ihr als Leser zur Seite zu stehen und mit ihr durch alle noch so quälenden Lebenssituationen zu gehen. Eine starke Frau, von Rache geprägt und zum Spielball der Mächtigen erkoren.
Ihr zur Seite steht ihr Bruder, der dank seines jungen Alters ihren Schutz benötigt. Hinzu kommt ihr Lehrer Pirmin, dessen Ausbildung nicht nur die üblichen Lehrfächer umfasst.
Ihnen gegenüber stellt sich eine zahlreiche Anzahl an Gegnern und Feinden. Angefangen vom machthungrigen Domdekan Laurenz bis zum Orden der Vollstrecker, der ihr zu ihrer Rache an den Mördern ihrer Familie verhilft.
Es führt fast dazu, dass es zum Szenario "eine Frau gegen den Rest der Welt" kommt.


Geschichte:
Es ist spannend, in die Welt Anfangs des 13. Jahrhunderts einzutauchen. Vor allem wenn man Magdeburg schon einmal besucht hat und so weiß, wie sich die Stadt später entwickelt hat. Auch wenn der Blick in die Zeit kein leichter ist und das realistisch beschriebene Leben weit weg vom verklärten Mittelalterbild unserer Zeit ist. Ein ungeschöntes Erlebnis, das mitreißt und fesselt.


Fazit:
Die rote Löwin ist ein historischer Roman für Erwachsene. Es wird gestorben, es wird geliebt, und zwar reichlich. Thomas Ziebula ist es gelungen, mich rundum mit seiner Geschichte zu packen. Es wird nichts verschönt, stattdessen die Realität einer Außenseiterin zeigt, die durch das Schicksal außerhalb den gesellschaftlichen Pfaden gelandet ist. Empfehlenswert für alle, die gerne den besonderen Blick auf unsere Geschichte lieben, jenseits der Königshöfe der Zeit.

  (0)
Tags: historischer roman, magdeburg   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(26)

36 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

thriller, welt ohne morgen, der monarch, futuristisch, action

Welt ohne Morgen

Jack Soren
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 09.01.2017
ISBN 9783959670579
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Nach zwei Jahren kehren Jonathan und Lew als Der Monarch zurück und konnten mich mit diesem erstklassigen Agententhriller begeistern. Filmreif und an den etwas überzeichneten James Bond Stil erinnernd geht es actionreich zur Sache. Ein Buch, das man nicht zur Seite legen kann!


Inhalt:
Der Monarch und die Kunstdiebstähle sollten eigentlich hinter Jonathan und Lew liegen. Doch um die einzige Frau, die Lew je geliebt hat, zu retten, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als für einen mysteriösen Geheimorden wieder aktiv zu werden. Ein einfacher Kunstraub, der schließlich damit endet, dass sie die Zukunft der Menschheit in der Hand haben.


Setting und Stil:
Jack Soren hat eine realistische Welt erschaffen, bei der es à la James Bond einige futuristische Elemente gibt. Exoskelette, ewiges Leben und eine Unterwasserstation. Dies fügt sich aber perfekt in die Handlung ein und zeichnet ein glaubhaftes Bild der Welt, in der der Monarch agiert. Wie es sich für einen Agententhriller gehört, geht die Reise um die halbe Welt, die Gefahren gehen nicht aus und der seidene Faden wird ziemlich strapaziert.
Man schaut den verschiedensten Charakteren als Beobachter über die Schulter und die Kapitel haben die richtige Länge.


Charaktere:
Jonathan und Lew ergänzen sich hervorragend. Jeder hat seine Spezialfähigkeiten, die durch weitere Charaktere des Thrillers ergänzt werden. Durch die Aufspaltung des Heldens auf zwei Personen ergeben sich viele Möglichkeiten, die es sonst nicht geben würde. Eine tolle Idee, da mir beide gleich gut gefallen haben.
Hervorragend ist zudem, dass die weiblichen Heldinnen ebenfalls absolut solche sind, und sie nie hinter den Männern zurückstehen müssen.
Ihre Gegner haben ebenfalls viele Facetten und zeigen uns Seiten, die man nicht unbedingt erwartet. Rundum tiefgehende Persönlichkeiten, denen man gerne durch die Abenteuer folgt.


Geschichte:
Auch ohne den ersten Teil zu kennen kommt man sehr gut in die Geschichte hinein. Es bleibt genug Raum um den Hintergrund zu erklären, bevor es schließlich ins neue Abenteuer geht. Eine packende Geschichte, bei der es erst langsam klar wird, was wirklich auf dem Spiel steht. Die Spannung und Action baut sich kontinuierlich auf und das überraschende Ende ist lohnenswert. Eine runde Sache ohne Längen oder Durchhängern.


Fazit:
Ein klasse Thriller, den ich mir auch gerne als Film ansehen würde. Eine rundum gelungene Geschichte, spannende Charaktere und ein sehr interessantes Setting. Man merkt, mir hat es sehr gut gefallen, und ich werde auf jeden Fall den ersten Teil lesen und freue mich schon auf weitere Bücher. Ein Buch für 007-Fans und Liebhaber etwas futuristischer Agentengeschichten.

  (1)
Tags: action, agente, thriller   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(4)

4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

zwangsprostitution, dorfleben, häusliche gewalt, hessen, elternzeit

Wolfsgrube

Anne Rößing
E-Buch Text: 183 Seiten
Erschienen bei Midnight, 13.01.2017
ISBN 9783958190955
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Polizeiarbeit in dem hessischen Dorf Aubel scheint viel mit Wissen und Kennen, statt mit Ermitteln zu tun zu haben. Die berühmte ruhige Kugel wurde wahrscheinlich dort erfunden. Schade nur, dass ein möglicher Selbstmord die tägliche Routine durcheinander bringt. Unterhaltsam, seltsam und typisch dörfisch.


Inhalt:
Hauptkommissarin Helen Schenk wird aus der Elternzeit zurückberufen und ersetzt ihren Mann, dem der Umgang mit Leichen nicht in die Wiege gelegt wurde. Bei der Leiche handelt es sich um Bernd Bretschneider, dessen Selbstmord von Helen in Frage gestellt wird. Als wenig später auch noch dessen Ehefrau tot am Flussufer entdeckt wird, ist ihr klar, dass mehr dahinterstecken muss. Sie stürzt sich in die Ermittlungen, egal wie viele Hindernisse ihr auch von Kollegen und Vorgesetzten in den Weg gelegt werden.


Setting und Stil:
Ein hessisches Dorf, jeder kennt jeden und alles, was in den eigenen vier Wänden passiert ist Privatsache. Idyllischer kann es kaum sein, wenn jetzt nicht eine Frau alles durcheinander bringen würde. Auf einmal wird hinter die saubere Kulisse geschaut. Anne Rößing ist es gut gelungen, diese gerade für Regionalkrimis wichtige Stimmung zu vermitteln.
Die Kapitel, die jeweils einen Tag umfassen sind in Unterabschnitte eingeteilt, die jeweils Essen- und Trinkensnamen haben. Die Handlung wechselt dabei zwischen den unterschiedlichsten Personen.


Charaktere:
Mein Hauptproblem an dem Krimi ist es, dass ich keine wirkliche Identifikationsfigur gefunden habe. Eigentlich sollte dies natürlich Helen sein, doch auch ihr Verhalten ist teilweise so seltsam, dass dies zumindest mir nicht leicht gefallen ist. Manfred, der immer pause- und essenssuchende Kollege, der jeden im Dorf kennt und eine feste Meinung zu allem hat, ist auch nicht so mein Fall. Helens Mann Frank oder ihr Vorgesetzter passen auch nicht zu mir. So ist es eher eine illustre Mischung, die ich aus gehöriger Distanz bei ihren Taten beobachtet habe.


Geschichte:
Ein Regionalkrimi lebt von seinen Charakteren und den für die Region mehr oder weniger typischen Verhaltensweisen. So ist der Fall fast zweitrangig. So ist es auch hier spannender zu erfahren, was hinter der Idylle steckt, als herauszufinden, wie und ob die Opfer gewaltsam zu Tode gekommen sind.
Hinzu kommt, dass, wenn es solch eine Polizeieinheit und ihre Einstellung sowohl im Dorf als auch bei der vorgesetzten Abteilung tatsächlich geben würde, es wirklich sehr gut für alle möglichen Tätergruppen aussehen würde.


Fazit:
Mir hat es Spaß gemacht, mich in Anne Rößings Aubel zu versetzten. Einige Dinge sind etwas zu überspitzt, anderes zu gewollt, aber trotzdem ist es interessant, der hessischen Idylle auf den Grund zu gehen. Um den Krimi für mich noch packender zu machen, hätte die vorgesetzte Stelle vielleicht nicht ebenso dörfisch wie Helens Kollegen sein dürfen. So bleibt alles an Helen hängen, die, wie schon beschrieben, mir nicht gerade ans Herz gewachsen ist.
Ein interessanter Erstlingsroman, dem hoffentlich weitere folgen werden.

  (1)
Tags: hessen, krimi, reginalkrimi   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(31)

38 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

berlin, thriller, cyberkriminalität, cyberthriller, hacker

Glashaus: Jeder hat etwas zu verbergen

Christian Gailus
E-Buch Text
Erschienen bei beTHRILLED by Bastei Entertainment, 31.01.2017
ISBN 9783732526833
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Die erste Staffel der Hörspielreihe in Buchform. Ein modernes Thema spannend verpackt.


Inhalt:
Im Kampf gegen die digitalen Gefahren des Internets wurde in Deutschland die geheime Sondereinheit "Glashaus" gegründet. Anstatt sich langsam auf die immer größere Gefahr einstellen zu können, gerät die neue Einheit direkt an einen überlegenen Gegner, der sich Godspeed nennt. Dieser hat zum Ziel, Deutschland ins Chaos zu stürzen. Ein Plan, der aufzugehen scheint, wenn sich ihm nicht Afghanistan-Veteran Mark West und die junge Staatsanwältin Julia Murnau samt ihrem Team in den Weg stellen würden.


Setting und Stil:
Christian Gailus gelingt es, die verschiedensten Gefahren des Cyberspace aufzugreifen und in eine spannende Handlung zu verpacken. Die Gründung einer Spezialeinheit ist schlüssig, die ihr gestellten Herausforderungen ebenso. Dark Net, Stromausfall, Katastrophen und die Methoden, dagegen vorzugehen werden präsentiert. Packender am Geist der Zeit kann man kaum sein.
Die Handlung wird hauptsächlich aus Mark und Julias Sicht gezeigt, wobei natürlich die anderen Charaktere auch ihre Momente erhalten. Die relativ langen Kapitel sind in reichlich Unterabschnitte aufgeteilt, die Handlung und Geschwindigkeit hoch halten.
Das Buch hätte in der Mitte schon enden können, nur um dann mit einem neuen Handlungsstrang aufzuwarten. Dadurch kommt es zu einigen Längen, die nicht unbedingt hätten sein müssen.


Charaktere:
Mark West hat in Afghanistan eine Kugel in den Kopf bekommen, durch die einige Hirnbereiche zerstört wurden. Trotzdem bekommt er die Chance, sich in der neuen Einheit zu beweisen. An seiner Seite ist die junge Staatsanwältin Julia Murnau, die eigentlich dafür sorgen soll, dass Glashaus im Rahmen der Gesetze handelt. Doch schon schnell ist sie mit weit mehr als der überwachenden Tätigkeit beschäftigt. Die beiden ergeben ein interessantes Paar, das durch die restlichen Spezialisten im Team unterstützt wird.
Ihnen gegenüber steht Godspeed, der immer mindestens einen Schritt voraus zu sein scheint. Er nutzt die Möglichkeiten des Internets perfekt und scheint nicht fassbar zu sein. Es brauch Zeit, das Netz um ihn zuzuziehen. Ob diese Zeit reicht, werden die 470 Seiten zeigen.


Geschichte:
Eine durchaus glaubhafte Handlung, bei der vielleicht etwas zu viel unter einen Hut gepackt wird. Die ganzen Ereignisse hätten für eine ganze Reihe an Büchern gereicht, so geht vieles ineinander über und wird vermischt, was auch alleine genug Inhalt gegeben hätte. Vielleicht liegt dies an dem Folgenformat der Hörbuchserie, bei der jede Folge etwas Neues passieren muss. Trotzdem gelingt es dem Autor, alles einigermaßen unter einen Hut zu bringen und die Handlung schlüssig zusammen zu führen.


Fazit:
Christian Gailus gelingt es, mich an den Cybercrime-Thriller zu fesseln. Insbesondere die erste Hälfte ist ein tolles Leseerlebnis. Danach zieht es sich und man fängt eigentlich noch einmal fast von null an. Als Leser will man dann natürlich trotzdem das Ende erfahren, wobei dank der 2. Hörspielstaffel sicher noch ein weiteres Buch folgen wird. Für Fans, die sich für die Thematik interessieren und gerne das "was wäre wenn" vorgespielt bekommen.

  (1)
Tags: berlin, cybercrime, thriller   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(26)

34 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 26 Rezensionen

london, krimi, jane bennett, thriller, mike lockyer

Kein Sterbensort

Clare Donoghue , Andreas Brandhorst
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 31.12.2016
ISBN 9783802597893
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Über 400 spannende Seiten erwarten den Leser in Kein Sterbensort, dem 2. Band der Bennet & Lockyer Reihe. Reichlich Platz für einen spannenden Fall und viel Privates aus dem Leben der Ermittler. Die Londoner Polizei hat an den Vermisstenfällen ganz schön zu knabbern.


Inhalt:
Detective Sergeant Jane Bennett und ihr Chef, Detective Inspector Mike Lockyer haben kaum Zeit, ihren letzten Fall zu verarbeiten, als schon neue Ermittlungen auf sie warten. Ein ehemaliger Kollege ist verschwunden und wenig später wird die Leiche eines jungen Mädchens entdeckt, in deren Nähe ein Schuh des Kollegen gefunden wurde. Zwei Fälle, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun zu haben scheinen.


Setting und Stil:
London bietet immer eine ideale Umgebung für Kriminalfälle, und der englischen Polizei bei den Ermittlungen über die Schulter zu schauen, ist auch sehr unterhaltsam.
Kurze Kapitel und viele Sichtweisen sorgen für ein gehöriges Tempo. Auch ohne den ersten Teil der Serie zu kennen, findet man leicht in die Handlung und zu den Charakteren.


Charaktere:
Lockyer hat noch ziemlich am letzten Fall zu knabbern und ist ganz schön neben der Spur. Das bedeutet für Bennett nur noch mehr Arbeit, so dass ihr nicht wirklich viel Zeit bleibt, um sich auf ihr Privatleben zu konzentrieren. Trotzdem gibt es reichlich Hintergrundgeschichten, die bis zum unterbrechenden Handyklingeln und der nächsten Spur Raum finden.
Der Autorin gelingt es geschickt, reichlich falsche Spuren zu legen, so dass der Täter für den Leser kaum fassbar ist. Umso mehr Spaß macht das Miträtseln und Zusehen, wie sich das Netz langsam um ihn zuzieht.


Geschichte:
Den Sterbensort, der für diesen Krimi ausgewählt wurde, erweckt eine der Urängste, bekannt als Taphephobie. Diese wird hervorragend in die Handlung eingebaut und bildet den Unterbau unter einen Fall, der wieder das Äußerste von den Ermittlern fordert.


Fazit:
Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, mich in die Welt der beiden Ermittler zu versetzen. Als Leser muss man allerdings den relativ hohen Anteil an privaten Handlungsabschnitten mögen. Ist dies der Fall, so hat man mit diesem Band und dem ersten Teil sowie den noch folgenden reichlich Lesevergnügen. Ein Buch für Fans moderner englischer Krimis, die sich gerne auf die nebeligen Straßen Londons entführen lassen.

  (1)
Tags: krimi, london   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(32)

50 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

ostsee, krimi, wismar, mord, entführung

Todesstrand

Katharina Peters
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 19.01.2017
ISBN 9783746632735
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Ein solider Ostsee-Krimi, der rund um Rostock und Wismar spielt und von einer ehemaligen Polizistin handelt, die dank eines alten Falls untertauchen musste und nun als Privatdetektivin ermittelt.

Inhalt:
Emma Klar ist Mädchenhändlern nur knapp mit ihrem Leben entkommen. Da diese nicht geschnappt werden konnten, blieb ihr nichts anderes übrig als unterzutauchen, um sich möglichen Nachstellungen zu entziehen. Ihr neues Leben als Privatdetektivin in Wismar führt sie jedoch auf eine Spur, die alte Wunden aufreißen lässt.

Setting und Stil:
Rostock und Wismar liegen weniger als eine Stunde auseinander und so passt es, die Handlung zwischen beiden Städten aufzuteilen. Ein klein wenig zu viel fand ich die Mischung aus BKA, Polizei und Privatdetektei. Etwas weniger Behörde wäre mir lieber gewesen. Auch die Idee, dass jemand, der untertauchen will, sich nur in die Nachbarstadt begibt, erfordert einiges an zugedrücktem Auge des Lesers.
Die Handlung wird aus der Sicht verschiedener Personen erzählt, die Kapitel sind angenehm kurz und fesselnd.

Charaktere:
Emmas Vorgeschichte ist ziemlich heftig und bereitet sehr gut darauf vor, was uns in dem Krimi erwartet. Sie ist eine erstklassige Ermittlerin, die auch in ihrer neuen Undercover-Rolle völlig aufgeht. Johanna, ihre Freundin beim BKA, unterstützt sie mit ihren eigenen Mitteln. Hinzu kommen ihre Detektivkollegen und Polizisten, die dank Emmas Ermittlungen schließlich auf die richtige Spur gebracht werden.
Ihnen gegenüber steht ein schlauer und vorsichtiger Täter, der sich in alle Richtungen abgesichert glaubt. Bis auf den Fehler, Emma nicht beseitigt zu haben, scheint er unantastbar zu sein. Allerdings hat auch er jemanden, von dem er abhängig ist.
Erwähnenswert ist noch Lucas, ein Mitschüler des Mädchens, das Selbstmord am Strand begangen hat. Seine Rolle ist ziemlich einzigartig und es ist schaurig schön, seiner Entwicklung zuzusehen.

Geschichte:
Es dürfte von Anfang an klar sein, dass Emma mit diesem Fall ihre vorherigen Erlebnisse abschließen wird. So ist beim Lesen auch eher der Weg dorthin wichtig, als wie das Ziel, das klar vor Augen liegt. Dies ist gleichzeitig Stärke und Schwäche der Handlung und je nachdem, wie sehr Leser diesen Spannungsaufbau mögen, werden sie auch von dem Krimi begeistert sein.

Fazit:
Ich bin nicht unbedingt Fan von Geschichten, bei denen ich vorher schon weiß, wie es enden wird. Dies ist hier allerdings der Fall, so dass es nicht ganz mein Lieblingskrimi werden kann. Trotzdem gibt es natürlich reichlich Nebenhandlungen, die spannend und unterhaltsam die Zeit zum Finale überbrücken. Die Charaktere sind gelungen, Rostock und Umgebung interessant und die Grundidee hinter den Taten schön abartig. Ein Buch, das Krimifans gefallen wird, die vor allem meine Abneigung gegen den einen oder anderen Punkt nicht teilen.

  (2)
Tags: deutsche autorin, krim, rostock, wismar   (4)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(6)

10 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

sachbuch, film

Fakt ab!

David Hain
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Plötz & Betzholz , 10.02.2017
ISBN 9783960170020
Genre: Humor

Rezension:


David Hain war von 2011-13 das Gesicht Gigas, bevor er seinen eigenen Weg ging und sich unter anderem mit BeHaind seine eigene Plattform schuf. Dort findet man auch die Schon gewusst-Reihe, in der es um Filmhintergründe geht und die Auslöser für Film ab! ist. Ein Buch für Filmfans, die etwas mehr über ihre Lieblingsfilme erfahren wollen und die es als Sprungbrett für eigene Recherchen verstehen sollten.

Inhalt:
Quer durch die Filmgeschichte geht die Reise auf der Suche nach Informationen zu Vorgeschichte, Schauspielern und skurrilem Hintergrundwissen, mit dem man Freunde beeindrucken und sein Wissen stillen kann.

Stil:
Das Buch lädt zum Querlesen und einfach drauflos Blättern ein, da zumindest ich keinen größeren Plan in der Anordnung von Filmen und Filmkategorien finden konnte. es beginnt mit E.T. und endet mit Oscar-Klassikern. Dazwischen geht es vor allem um Filmreihen und einige wenige Filme, die Genres geprägt haben. Zu den einzelnen Filmen gibt es Wissenswertes über Entstehung, Bedeutung, Kritik und eine Vielzahl an Fakten.
Dabei geht es vor allem um David Hains persönlichen Filmgeschmack, so dass Familien- und Liebesfilme eher außen vor sind, genauso vermisse ich z. B. Vampirfilme, Underworld oder Blade.

Fazit:
Das Buch liest sich gut, präsentiert einige neue Fakten in sehr subjektiver Zusammenstellung und ist für mich als Geschenkidee für Filmfans, die David Hains Filmgeschmack teilen, durchaus geeignet. Leider ist es nur als seichter Einstieg zu sehen, da man mit einer kurzen Suche auf z. B. IMDB.com weit mehr Fakten zu den einzelnen Filmen, bzw. zu allen Filmen und Schauspielern zusammentragen kann. So ist für mich das Buch auch eher ein Relikt aus einer Zeit, als man noch nicht schnell im Internet suchen konnte. Es mag schön im Regal wirken, aber es noch einmal hervorholen, um etwas nachzusehen, würde ich es wohl nicht.
Trotzdem merkt man dem Buch an, dass es dem Autor Spaß gemacht hat, die Informationen zusammenzutragen und ähnlich wie auf seinem Videokanal zu präsentieren. Ein Herzensprojekt, das viel mehr in die Tiefe hätte gehen können, wenn David Hain sich mehr als die knapp 200 Seiten gegönnt oder die Filmauswahl eingeschränkt hätte.

  (2)
Tags: film, sachbuch   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(22)

41 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 16 Rezensionen

thriller, dänemark, urlaub, folte, abgewiesen

Abgewiesen

Melisa Schwermer
E-Buch Text: 206 Seiten
Erschienen bei null, 10.04.2015
ISBN B00VYR7VZA
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Ein packender Thriller, bei dem es einem auf jeder Seite unbehaglich zumute ist. Eine grausame Geschichte über einen Familienbesuch, der lang Verdrängtes wieder hervorbringt.

Inhalt:
Ole überrascht seine Freundin Katinka mit der Idee, ihren Jahrestag in Dänemark zu verbringen. Neben einem Konzert steht der Besuch bei Oles Bruder Nicholas an. Alles scheint harmonisch zu verlaufen, bis sich Nicholas große Schwester einmischt und die Pläne zunichte macht.

Setting und Stil:
Urlaub in Dänemark kann so schön sein, und diese schönen Seiten werden von Melisa Schwermer auch gezeigt. Sie bilden einen hervorragenden Kontrast zu der angespannten zwischenmenschlichen Situation, die sich langsam aufbaut. Man kann sehr gut mit den Charakteren mitfühlen und wird umso mehr in die Handlung hineingezogen. Dazu passen auch die immer wieder wechselnden Ansichten der Charaktere und das frühe Wissen des Lesers, wohin die dunkle Seite der Handlung führt, ohne zu wissen, wem sie zuzurechnen ist.

Charaktere:
Wie bei so vielen Paaren läuft es trotz siebenjähriger Beziehung zwischen Ole und Katinka nicht rund und der Urlaub soll zur Klärung genutzt werden. Als Leser schlägt man sich schnell auf Katinkas Seite, da Ole doch derjenige zu sein scheint, der mehr Probleme hat.
Sein Bruder scheint nicht viel mit ihm gemein zu haben. Er ist nett, zuvorkommend, erfolgreich. Trotzdem haben sie eine gemeinsame Vergangenheit, die es zu erkunden gilt. Dazu gehört auch die große Schwester, die sich nicht gerade beruhigend auf die Situation auswirkt.
Eine spannende Mischung verschiedenster Charaktere, denen man gefesselt über die Schulter schaut um herauszufinden, wohin das Schicksal sie treiben wird.

Geschichte:
Eine Urlaubsentscheidung, die grausame Folgen hat. Eine Familiengeschichte, die das Leben der Beteiligten tiefgreifend gesprägt hat. Und noch vieles mehr, das der Leser selbst erforschen sollte. Realistisch, mitreißend und spannend, genau wie ein Thriller sein sollte.

Fazit:
Abgewiesen hat mir sehr gut gefallen. Eine alltägliche Situation mit glaubhaften Charakteren, deren dunkle Seite ans Buch fesselt. Ein Buch, das man kaum zur Seite legen kann, jede Seite, jedes Kapitel zieht einen mehr in die Handlung hinein. Es ist Melisa Schwermer hervorragend gelungen, mich zu unterhalten. Und das sollte auch auf alle anderen Thriller Fans zutreffen, die sich gerne zeigen lassen, was in der menschlichen Seele stecken kann.

  (2)
Tags: dänemark, thriller   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

psychothriller, kindheit, thriller, persönlichkeit, dänemark

Abgewiesen

Melisa Schwermer
E-Buch Text
Erschienen bei Edition M, 31.01.2017
ISBN 9781477848043
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Ein packender Thriller, bei dem es einem auf jeder Seite unbehaglich zumute ist. Eine grausame Geschichte über einen Familienbesuch, der lang Verdrängtes wieder hervorbringt.

Inhalt:
Ole überrascht seine Freundin Katinka mit der Idee, ihren Jahrestag in Dänemark zu verbringen. Neben einem Konzert steht der Besuch bei Oles Bruder Nicholas an. Alles scheint harmonisch zu verlaufen, bis sich Nicholas große Schwester einmischt und die Pläne zunichte macht.

Setting und Stil:
Urlaub in Dänemark kann so schön sein, und diese schönen Seiten werden von Melisa Schwermer auch gezeigt. Sie bilden einen hervorragenden Kontrast zu der angespannten zwischenmenschlichen Situation, die sich langsam aufbaut. Man kann sehr gut mit den Charakteren mitfühlen und wird umso mehr in die Handlung hineingezogen. Dazu passen auch die immer wieder wechselnden Ansichten der Charaktere und das frühe Wissen des Lesers, wohin die dunkle Seite der Handlung führt, ohne zu wissen, wem sie zuzurechnen ist.

Charaktere:
Wie bei so vielen Paaren läuft es trotz siebenjähriger Beziehung zwischen Ole und Katinka nicht rund und der Urlaub soll zur Klärung genutzt werden. Als Leser schlägt man sich schnell auf Katinkas Seite, da Ole doch derjenige zu sein scheint, der mehr Probleme hat.
Sein Bruder scheint nicht viel mit ihm gemein zu haben. Er ist nett, zuvorkommend, erfolgreich. Trotzdem haben sie eine gemeinsame Vergangenheit, die es zu erkunden gilt. Dazu gehört auch die große Schwester, die sich nicht gerade beruhigend auf die Situation auswirkt.
Eine spannende Mischung verschiedenster Charaktere, denen man gefesselt über die Schulter schaut um herauszufinden, wohin das Schicksal sie treiben wird.

Geschichte:
Eine Urlaubsentscheidung, die grausame Folgen hat. Eine Familiengeschichte, die das Leben der Beteiligten tiefgreifend gesprägt hat. Und noch vieles mehr, das der Leser selbst erforschen sollte. Realistisch, mitreißend und spannend, genau wie ein Thriller sein sollte.

Fazit:
Abgewiesen hat mir sehr gut gefallen. Eine alltägliche Situation mit glaubhaften Charakteren, deren dunkle Seite ans Buch fesselt. Ein Buch, das man kaum zur Seite legen kann, jede Seite, jedes Kapitel zieht einen mehr in die Handlung hinein. Es ist Melisa Schwermer hervorragend gelungen, mich zu unterhalten. Und das sollte auch auf alle anderen Thriller Fans zutreffen, die sich gerne zeigen lassen, was in der menschlichen Seele stecken kann.

  (2)
Tags: dänemark, thriller   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(7)

16 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

film, berlin, kino, studium, berlinale, filmfestival, cannes, ehe, trennung, kino

Zehn Tage im Februar

Heike-Melba Fendel
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Blumenbar, 19.01.2017
ISBN 9783351050375
Genre: Romane

Rezension:


Ein Buch über Liebe, Filme und das Leben einer Frau, die 10 Berlinale-Tagen Zeit hat, ihr Leben zu reflektieren und Schlussfolgerungen für die Zukunft zu ziehen. Auch wenn ich wahrscheinlich nicht wirklich zur Zielgruppe gehöre, hatte ich vergnügliche Lesestunden mit diesem möglicherweise teilweise autobiographischen Roman der Autorin.

Inhalt:
Zehn Tage im Februar, bei denen sich in Berlin alles um die Berlinale und die gezeigten Filme dreht. Zumindest für die Frau, für die privat und beruflich Filme eine große Rolle spielen. Im Gegensatz zu ihrem Mann, der dies zum Anlass nimmt, zehn Tage aus ihrem Leben zu verschwinden. Ein idealer Zeitpunkt, um sich über einiges klar zu werden,  insbesondere da die Regisseurin Jane Campion in der Stadt ist, der sie schon einige Male begegnet ist und die immer wieder ihr Leben in neue Bahnen lenkte.


Setting und Stil:
Die Handlung findet rund um die Berlinale statt. Hinzu kommen Rückblenden aus dem Leben der Frau, die uns zu anderen Festivals und Orten führen. Viele bekannte Orte werden lebendig beschrieben und sorgen dafür, dass sich jeder problemlos in das Erzählte hineinversetzen kann.
Erzählt wird aus der Ich-Perspektive, um so den Gedanken und Gefühlen der Protagonistin am Nächsten zu sein. Das erklärt auch die Sprache, die genau das ausdrückt, was die Protagonistin denkt. Eine Frau, die fest im Leben steht und weiß was sie will, bzw. denkt zu wollen.

Charaktere:
Wenn man sich die Lebensgeschichte der Frau ohne Namen ansieht, so scheint einiges mit der der Autorin übereinzustimmen. Man darf also seine Gedanken spielen lassen, in wieweit Frau Fendels interessanter Werdegang Grundlage der Handlung ist. Es handelt sich auf jeden Fall um eine besondere Frau, die ein nicht alltägliches Leben führt. Sie ist stark, selbstbewusst und dadurch auch anders, als ihr Mann, der eher für das "normale" Alltagsleben steht.
Eine besondere Rolle in ihrem Leben spielt die Regisseurin Jane Campion und ihre Filme, der sie zufällig am Beginn ihrer beruflichen Karriere begegnet, und der sie bei fast jedem neuen Film erneut über den Weg läuft. Eine besondere Beziehung, die große Auswirkungen auf die Entscheidungen der Frau hat.

Geschichte:
Die Frau hat mit dem was sie kann und was sie liebt, ein erfolgreiches Leben aufgebaut. Trotzdem ist sie nicht zufrieden, bzw. scheint es so, als ob alle anderen andere Lebensziele verfolgen als wie sie. So muss sie sich dank der Entscheidung ihres Mannes, für zehn Tage aus dem gemeinsamen Haus auszuziehen, für sich herausfinden, was sie will. Wir erfahren viel über ihre Geschichte, erhalten eine einmalige Einsicht ins Festivalleben und erleben hautnah mit, wie sie ihre Entscheidungen trifft. Eine sehr glaubhafte Geschichte, die mitten in der Realität verwurzelt ist. Namen und Filme, die den meisten bekannt sein dürften, tauchen auf.

Fazit:
Das Buch ist für mich eine sehr positive Überraschung, die ich dank eines glücklichen Zufalls zu lesen bekam. Selbst wäre ich wohl leider nie auf die Idee gekommen, zu dem Buch zu greifen. Umso wichtiger, dass jetzt viele andere die Geschichte der Frau ohne Namen lesen. Neben der sehr eigenen Festivalwelt und dem darum gewobenen Netz an beteiligten Personen geht es vor allem um sie, die immer wieder ihren eigenen Weg sucht und findet. Der Zufall oder eine irgendwie geartete Fügung hat ihr immer Neues und Interessantes zu erleben präsentiert und doch führt diese Rastlosigkeit dazu, dass für sie das "normale" Leben keine Lösung ist. Eine einmalige Chance, in das mitreißende Leben einer besonderen Person einzutauchen und hautnah mitzuerleben, was sie fühlt. Empfehlenswert für alle, die bewegende Geschichten lieben.

  (3)
Tags: berlin, beziehun, festiva, film, liebe   (5)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(40)

44 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

krimi, havel, berlin, toni sanftleben, potsdam

Kalte Havel

Tim Pieper
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 19.10.2016
ISBN 9783740800017
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Hauptkommissar Toni Sanftlebens zweiter Fall ist erneut eine sehr persönliche Angelegenheit. Er führt uns zu den Beelitzer Heilstätten, einem vom Verfall bedrohten Denkmal, um das sich viele Geschichten und Legenden ranken. Ein spannender Berlin-Krimi, dessen Titelbedeutung auch für das Privatleben des Ermittlers stehen könnte.


Inhalt:

Toni Sanftleben ist eigentlich noch vom Dienst befreit, doch als der Sohn einer Potsdamer Staatsanwältin vermisst und dessen Freund erschossen aufgefunden wird, kehrt er zurück aufs Revier. Ihm bleibt nur wenig Zeit, um den Jugendlichen zu finden. Eine zentrale Rolle im Leben des Opfers scheinen die Beelitzer Heilstätten zu spielen, ein verfallendes Baudenkmal, in dem sich nachts diverse Gruppen herumtreiben. Der erste Ermittlungsansatz ist also gefunden...


Setting und Stil:

An Toni Sanftlebens Seite geht es kreuz und quer durch Berlin. Die Beelitzer Heilstätten als spannender und geschichtsbehafteter Hintergrund gefällt mir sehr gut. Sanftlebens Hausboot darf natürlich auch nicht fehlen, auch wenn die Heimkehr dorthin meist eher bedrückende Kapitel bedeutet.
Die benutzte Sprache passt zu den Personen, wobei ich mir etwas mehr Unterschiede gewünscht hätte und für die Jugendlichen eine modernere Ausdrucksweise passender gewesen wäre.

Charaktere:

Eigentlich hätte Toni Sanftlebens Zukunft so schön sein können, doch dann hätten wir als Leser wahrscheinlich keinen Krimi, sondern eine Liebesgeschichte vor uns. Damit dies nicht passiert, lässt sich Tim Pieper einiges einfallen, um Tonis Leben durcheinander zu bringen. Auch beruflich ist es in gewisser Weise ein Neuanfang, nachdem er sich eine längere Auszeit gegönnt hat. Genug Material, um den Leser angespannt an den Seiten kleben zu lassen.
Die persönliche Beziehung zum Entführten, bzw. zu seiner Mutter, den geheimen Unternehmungen der Jugendlichen, die Kollegen und sein typisch ungeliebter Vorgesetzter runden die Handlung ab.
Hinzu kommt ein Täter, für dessen Identität es einige Kandidaten gibt, die das Miträtseln schön schwierig gestalten.

Geschichte:

Auch dem zweite Fall des Hauptkommissars ist sehr spannend geworden und zeigt dem Leser eine unbekannte Seite Berlins und Potsdams. Der Fall fesselt und überrascht, der private Anteil der Handlung ist berührend. Eine runde Sache, die mit ihren vielen Ansatzpunkten und Wendungen genau das Richtige für Krimiliebhaber ist.

Fazit:

Wie auch schon die bisherigen Bücher Tim Piepers, konnte auch dieses mich wieder fesseln. Ein Krimi voller Lokalkolorit, der einen ganz besonderen Ort präsentiert, über den es im Nachwort einiges zu erfahren gibt. Eine Leseempfehlung für Krimifans, die von mir noch ein Extrasternchen erhält, weil mein Heimatort als Fluchtpunkt eine kleine Rolle spielt.
Hoffentlich geht es weiter mit Toni, dessen Weg noch lange nicht zu Ende zu sein scheint.

  (4)
Tags: berlin, krimi, potsdam   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(17)

32 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

fantasy, helden, dichter, barde, dark fantasy

Legenden von Nuareth - Die Stunde der Helden

Jörg Benne
Flexibler Einband: 358 Seiten
Erschienen bei Mantikore-Verlag, 28.05.2015
ISBN 9783945493212
Genre: Fantasy

Rezension:

Jörg Bennes neuester abgeschlossener Fantasy-Roman entführt die Leser wieder nach Nuareth, zeigt jedoch eine andere Seite der Welt. Eine Geschichte, die ich zu meinen Rollenspieltagen gerne als Abenteuer gespielt hätte.

Inhalt:
Das Überleben in den wilden Nordlanden ist nicht einfach, dass muss der junge Schreiber Felahar auch schnell erkennen. Zum Glück trifft er auf drei Krieger, deren Heldengeschichten überall erzählt werden. Er schließt sich ihnen an, um ihre Geschichten zu Papier zu bringen, muss aber schnell erkennen, dass der Alltag sich doch erheblich von einer Heldengeschichte unterscheidet.

Setting und Stil:
Nuareth ist eine Fantasy-Welt, in der es so gut wie keine Magie gibt, weshalb Waffen und der gekonnte Umgang mit ihnen die Kämpfe ausmachen. Man findet sich in ihr auch ohne Lesen der Schicksale der Paladine Trilogie sofort zurecht. Jörg Benne gelingt es hervorragend die bedrohliche Situation in den Nordlanden zu vermitteln. Eine Welt, in der man als Rollenspieler gerne Zeit verbringen würde und in die man als Leser die Realität vergessend eintauchen kann.
Die Geschichte wird aus Felahars Ich-Perspektive erzählt und durch einige Einblicke in die Vergangenheit der drei Helden ergänzt.

Charaktere:
Felahar ist ein übergewichtiger Schreiber, der typische Antiheld. Eher er es sich versieht, steckt er selbst im Abenteuer seines Lebens und muss Seiten an sich entdecken, die er bisher gut zu verbergen wusste. Alles nur, weil er sich drei berühmten Helden anschließt. Diese sind sehr unterschiedlich und ergänzen sich zu einer gut funktionierenden Einheit. Ihre Geschichten sind legendär, doch wenn man hinter die Fassade schaut, sind sie doch nur Menschen, bzw. Nicht-Menschen.
Es ist spannend, den Vieren über die Schulter zu schauen und jeder hat Aspekte, die ihn sympathisch machen. Hinzu kommen starke Frauen, die sich in der rauen Welt durchzusetzen wissen. Eine perfekte Mischung für eine gelungene Fantasygeschichte.

Geschichte:
Jörg Benne erzählt von Helden, deren Geschichten erst im Nachhinein heldenhaft werden, von einem Schreiber, in dem mehr steckt, als er vermutet. Von Krieg, Bedrohungen, Syndikaten und dem harten Leben am Rand der Zivilisation. Es gibt viele überraschende Wendungen, humorvolle Momente und ein Ende, das den Leser nachdenklich zurücklassen wird. Eine Geschichte, wie sie das Leben in Nuareth schreibt, lesens- und mitfühlenswert.

Fazit:
Der Roman wendet sich dank der Thematik und den Vorkommnissen an erwachsene Leser und konnte mich rundum überzeugen. Ich bin gerne ins Buch eingetaucht und habe mich in die Fantasy-Welt Nuareths entführen lassen. Das Fehlen von Magie eröffnet andere Handlungsmöglichkeiten und nähert Nuareth an unser Mittelalter an. Ein Buch, das ich gerne zu meiner Rollenspielzeit als Solo-Abenteuer durchlebt hätte. Allen Fantasy-Lesern zu empfehlen.

  (9)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(33)

54 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 18 Rezensionen

elias haller, thriller, selbstjustiz, deutsche autoren, mörder

Tod und tiefer Fall

Elias Haller , Nicholas Vega
E-Buch Text: 277 Seiten
Erschienen bei null, 15.05.2015
ISBN B00XRY2YMI
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Elias Haller hat mit Tod und tiefer Fall ein lesenswertes Thrillerdebut geschrieben. Die Eroberung des neuen Genres ist gelungen. Ein Buch das mich von Anfang bis Ende gefesselt hat.

Inhalt:
Kriminalhauptkommissar Erik Donner hat vor drei Jahren seine Tochter verloren. Bei dem Versuch sie zu retten wurde er selbst schwer verletzt und körperlich entstellt. Seine vermisste Frau wurde nie gefunden und er ist zum Schreibtischdienst abkommandiert. Bis ihn eine Nachricht vom damaligen Täter erreicht, seinem ehemaligen Partner, der mit seiner Tochter gestorben ist. Die Vergangenheit holt ihn ein und die Jagd beginnt erneut.

Setting und Stil:
Der Thriller spielt in einer nicht weiter betitelten deutschen Großstadt und die kriminalistischen Abläufe werden sehr realistisch wiedergegeben, wobei im Nachwort auf einige wenige Änderungen hingewiesen wird. Elias Haller baut somit ein erschreckend realistisches Bedrohungsszenario auf, bei dem man hervorragend mitfiebern kann.
Hauptsächlich erleben wir die Geschichte aus Donners Sicht, wobei in kurzen Kapiteln allerdings auch andere Sichtweisen gezeigt werden. Der Thriller hat ein durchgehend hohes Tempo und wenn ich glaubte zu wissen, wohin der Weg führt, wurde ich immer wieder überrascht. Ein packendes Psychospiel, dem man sich nicht entziehen kann.

Charaktere:
Sich mit Erik Donner zu identifizieren ist gar nicht so leicht. Natürlich hat man Mitleid mit seiner Situation und wünscht ihm, dass er mit den damaligen Ereignissen abschließen kann. Gleichzeitig ist er nicht der angenehmste Mensch und wird nicht nur wegen seiner Entstellungen "das Monster" genannt. Man fiebert natürlich trotzdem mit ihm mit und hofft, dass es ein Happy End gibt, wie auch immer es aussehen mag.
Seine Kollegen sind zum Großteil Menschen, mit denen man auch nicht unbedingt mehr zu tun haben will. Aber auch unter ihnen gibt es Ausnahmen, die ihre Arbeit ernst nehmen und nicht nur private Vorteile suchen.
Der Gegner aus dem Reich der Toten überrascht und kann trotz leichter Fehleranfälligkeit mit seinem ausgeklügelten Plan überzeugen.

Geschichte:
Eine gelungene Mischung aus bekannten Elementen, die sich zu einer packenden Einheit formen. Ein Mann, der alles durchlebt zu haben scheint, muss noch einmal durch die Hölle gehen. Ein Täter aus dem Jenseits sucht seine Rache. Ein Psychothriller, der auf allen Ebenen überzeugt.

Fazit:
Ich habe mich sehr gerne in Donners Welt begeben und mich in die psychologische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit gestürzt. Ein Thriller der rundum fesselt und zeigt, dass sich Elias Haller, bzw. Nicholas Vega in jedem Genre zurechtfindet und lesenswerte Geschichten erzählen kann. Eine Leseempfehlung für Thrillerfans, die tiefgründige Charaktere lieben und psychologische Spielchen genießen.

  (8)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(31)

37 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

mila roth, spannung, kaltgestellt, sprengladung, los angeles

Codename E.L.I.A.S.: Kaltgestellt

Mila Roth
E-Buch Text: 154 Seiten
Erschienen bei null, 27.04.2015
ISBN B00WTCSIQ0
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nach Agentin mit Herz hat sich Mila Roth nun die zweite amerikanische Serie, Burn Notice, vorgeknöpft und auf ihre unterhaltsame und lesenswerte Art umgesetzt. Das erste Abenteuer von Codename E.L.I.A.S. entführt uns gleich mitten hinein in die Geschichte Michael Cavenaughs, dessen Leben von einem Tag auf den anderen auf den Kopf gestellt wird.

Inhalt:
CIA Agent Michael Cavenaughs aktueller Einsatz läuft schief und er wird bei einer Explosion verletzt. Als er im Krankenhaus wieder zu sich kommt, scheint jemand seine Identität gelöscht zu haben. Ausweis, Konto, Kontaktpersonen, niemand kennt ihn. Zum Glück befindet er sich in Los Angeles und kann sich an eine alte Freundin wenden, die er allerdings vor einiger Zeit ziemlich sitzen gelassen hat. Aber in der Not frisst der Teufel Fliegen, heißt es ja so schön.

Setting und Stil:
Mila Roth ist es perfekt gelungen das von der Burn Notice Pilotfolge bekannte Setting an ihre eigene Serie anzupassen und die Grundzusammensetzung zur Grundlage ihrer eigenen Welt zu machen. Schon bald verliert man das Vorbild aus den Augen und beginnt mit den Charakteren zu leben und zu leiden. Im Vergleich zu Spionin wider Willen gibt es härtere Action und auch emotional geht es direkter zur Sache. Das amerikanische Setting wird überzeugend mit Leben gefüllt und die Ausgangssituation lässt viel Raum für weitere Folgen.
Wie bei Mila Roth zu erwarten, liest sich das Buch sehr flüssig, Action und ruhigere Momente wechseln sich gut ab, man erfährt viel im ersten Teil, wobei diese zahlreichen Infos sehr gut in die Handlung eingebaut sind.

Charaktere:
Michael ist der toughe Agent, den man erwartet. Er hat Probleme mit seiner Familie, Bindungen passen nicht zu seinem Beruf und seine Freunde sind auch  nicht die normalsten.
Brianna hat ihre Ecken und Kanten, behauptet sich gut und es ist einfach ein Genuss sie agieren zu sehen. Sie und der alternde Ex-Agent Luke sind die einzigen, die ihm zur Seite stehen und ihm dabei helfen können, seine Identität wiederzugewinnen, bzw. herauszufinden, wem er auf den Schlips getreten ist.
Ein spannendes Trio, das sich gut gegenseitig aufschaukelt. Hinzu kommt noch Michaels Familie, die einiges an Konfliktpotential bietet.

Geschichte:
Den Leser erwartet eine spannende und unterhaltsame Einführung in die Handlung. Charaktere werden vorgestellt und die Ausgangssituation sehr schnell klar. Es bleibt keine Zeit zum Durchatmen, denn dank Geldmangel muss Michael gleich seinen ersten Auftrag außerhalb der CIA annehmen, bevor er anfangen kann, sich um seinen wahren Gegner zu kümmern. Es passiert einiges und macht definitiv Lust auf mehr.

Fazit:
Mit ihrer neuen Serie ist es Mila Roth gelungen, dem Actionfan, der sich auch für die persönlichen Hintergrundgeschichten der Charaktere interessiert, spannende Unterhaltung zu bieten. Die Mischung aus spannenden Aufträgen und privaten Problemen ist gelungen und ich habe gerne mitgefiebert. Fans der Fernsehserie sollten auf jeden Fall reinlesen und Leser ihrer anderen Bücher natürlich auch. Spannende Unterhaltung mit dem gewissen Etwas für anhaltenden Lesespaß.

  (8)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

star wars classic

Star Wars(TM) Imperium und Rebellen 1

Martha Wells , Andreas Kasprzak
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 16.03.2015
ISBN 9783442264032
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Es ist schon einige Jahre her, dass ich einen Star Wars Roman gelesen habe. Als Fan der Original-Trilogie passt es, nun zu dieser zurückzukehren und etwas mehr über die Ereignisse nach Episode 4 zu erfahren.

Inhalt:
Die Rebellen planen nach der Zerstörung des Todessterns einen Stützpunkt auf dem Eisplaneten Hoth aufzubauen. Prinzessin Leia und Han Solo sind dabei, die benötigte Ausrüstung dafür zu beschaffen. Sie begegnen alderanischen Piraten, die Leia für die Sache der Rebellen gewinnen will. Dies erweist sich als schwieriger als erwartet, da nicht nur alte Rechnungen zu begleichen sind, sondern sich auch Verräter unter der Besatzung befinden. Zum Glück sind Luke und Chewbacca in der Nähe, um ihnen gegen die Ränkeschmiede des Imperiums beizustehen.

Setting und Stil:
Star Wars Fans werden sich sofort im Buch zurechtfinden. Bekannte Figuren und Namen, Orte, Gegenstände, alles wird von Martha Wells passend in die Handlung eingefügt. Zusätzlich gibt es für Neueinsteiger genug Hintergrundinformationen, um ihnen den Einstieg zu erleichtern. Die Mischung aus Imperium, Rebellen und Piraten passt und ist glaubhaft. Der Einblick in die Piratenorganisation interessant.
Die längeren Kapitel zeichnen sich durch Sichtweisenwechsel aus, so dass es viele spannende Handlungspausen gibt, die zum schnellen Weiterlesen verleiten. Die Übersetzung liest sich flüssig und fehlerfrei, die Gespräche passen zu den Charakteren, actionreiche Szenen wechseln sich mit ruhigeren ab, wobei es mir vor allem auf dem Asteroiden doch manchmal sehr gedehnt vorkam.

Charaktere:
Die bekannten Charaktere werden von Martha Wells hervorragend getroffen und es bringt Spaß, ihren Gesprächen zu folgen. Die Stimmung der Filme wird gekonnt übernommen. Im Mittelpunkt stehen Leia und Han, die einen Großteil des Buches von Luke, Chewie und den Droiden getrennt sind. Es bleibt also viel Zeit, den beiden beim sich Necken über die Schulter zu schauen.
Natürlich gibt es auch viele neue Charaktere. Spannend ist die Idee, ein alderanisches Schiff mit einzubauen. Authentisch kommen die Piraten rüber, geschickt werden Roboter als Gegner eingebaut.
Eine gelungene Mischung, die die Größe der Star Wars Welt gut repräsentiert.

Geschichte:
In der Geschichte wird ein relativ kleiner Abschnitt erzählt, wobei der Blick auf die außen herum ablaufenden Ereignisse fast völlig ignoriert wird. Deshalb stellt sich mir die Frage nach der Relevanz der Geschichte, die sich mir nicht ganz erschließt. Man weiß natürlich, dass den Hauptcharakteren nichts passieren wird, was einiges an Spannung herausnimmt. Ob es die Piraten nun in dem Raumsektor gibt, oder nicht, wird auch nicht so viel ausmachen, wodurch man sich beim Lesen auf die Interaktionen der Charaktere konzentrieren kann und die Geschichte in den Hintergrund rutscht.

Fazit:
Es hat mir gefallen, wieder zu Leia, Han und Luke zurückzukehren und mit ihnen neue Abenteuer zu durchleben, wobei allerdings die sich ihnen stellende Aufgabe durchaus größer hätte sein dürfen. Vielleicht kommt in den nächsten Bänden ja noch einiges, das die Story erweitert. Bisher kann ich das Buch nur Star Wars Fans empfehlen. Neueinsteiger und Science Fiction Fans werden sicher mit anderen Büchern glücklicher.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(10)

14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

london, rezensio, tilly, wintergeist, 2

Rauhnacht

Tanja Meurer
E-Buch Text: 162 Seiten
Erschienen bei Weltenschmiede, 07.11.2014
ISBN 9783944504278
Genre: Fantasy

Rezension:

Ein emotionaler Steampunk-Krimi erwartet uns in Tanja Meurers neuestem Roman. Starke Charaktere, ein glaubhaftes Setting und eine alte Sagengestalt konnten mich überzeugen.

Inhalt:
London erlebt einen der kältesten Winter seit Menschengedenken. Die Erfrierungsopfer häufen sich. Annabelle Talleyrand wird zu einem der Opfer gerufen, der blankes Entsetzen ins Gesicht geschrieben ist. Wenig später kehrt die Tote grausam unter die Lebenden zurück und Annabelle zeigt sich ein Gegner, dessen Element die Kälte zu sein scheint. Ihre Ermittlungen führen sie zusammen mit ihrer magisch begabten Freundin Zaida auf die Spur einer alten Sagengestalt.

Setting und Stil:
Die Handlung spielt im Londoner Winter des Jahres 1876. Tanja Meurer gelingt es perfekt, diese Zeit zum Leben zu erwecken und durch die Elemente, die Annabelle und Zaida auszeichnen, zu ergänzen. Man fühlt sich sofort heimisch und kann die Welt und die Handlung unbeschwert auf sich wirken lassen.
Erzählt wird aus Annabelles Sicht, wodurch die Nähe zwischen ihr und dem Leser intensiviert wird.

Charaktere:
Das Buch zeichnet sich durch seine sehr starken weiblichen Charaktere aus. Allen voran Annabelle, die schon durch ihre Existenz etwas Besonderes ist. Ihre Partnerin nimmt als Magierin ebenfalls eine Sonderrolle in der Gesellschaft ein. Weitere starke Frauen ergänzen das Duo, ohne dass die Männer ganz zu kurz kommen. Insgesamt eine sehr gelungene Mischung, die gerne noch mehr Abenteuer erleben sollte.

Geschichte:
Tanja Meurer gelingt es einer alten Sagengestalt neues Leben einzuhauchen und sie zum Zentrum einer spannenden Steampunk-Krimigeschichte zu machen. Eine gelungene Herausforderung für Annabelle, über deren Leben und Lieben wir einiges erfahren. Die Handlung fesselt, so dass man wohl nicht umhin kommt, das Buch in einem Rutsch zu lesen. Alles ist stimmig und glaubhaft. Es bringt Spaß, mit zu rätseln und zu fiebern und sich in einen eisigen Winter des vorletzten Jahrhunderts versetzen zu lassen.

Fazit:
Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann wäre es mehr von Annabelle und Zaida. Ein Buch, das mich perfekt in eine Zeit versetzt hat, die ich als Steampunkfan so liebe. Starke und interessante Charaktere, glaubhafte und fesselnde Handlung, besser geht es kaum. Eine absolute Leseempfehlung für Fans des Genres, starker Frauenfiguren und/oder spannender phantastischer Krimihandlungen.

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(54)

65 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 48 Rezensionen

krimi, havel, potsdam, werder, tim pieper

Dunkle Havel

Tim Pieper
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 02.12.2015
ISBN 9783954515073
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Tim Piepers neuester Krimi spielt in der Neuzeit und handelt von Morden während des Baumblütenfests, das alljährlich Ende April in Werder (Havel) gefeiert wird.

Inhalt:
Bei einem Mordopfer in der Potsdamer Innenstadt findet Hauptkommissar Toni Sanftleben Bilder seiner seit sechzehn Jahren vermissten Frau. Sie verschwand wären des Baumblütenfests in Werder und nun scheint endlich die Chance für Toni gekommen, um Licht ins Dunkel der damaligen Geschehnisse zu bringen. Ein spannender Fall entwickelt sich, an dessen Ende Toni vielleicht Frieden mit den damaligen Geschehnissen schließen kann.

Setting und Stil:
Werder und Umgebung sind die Haupthandlungsorte und werden von Tim realistisch in Szene gesetzt. Das Baumblütenfest gibt den zeitlichen Rahmen und es wird nicht nur gefeiert, sondern auch kräftig ermittelt.
Dabei schaut man vor allem Toni Sanftleben über die Schulter, bekommt allerdings auch Einblick in die Tätersicht. Kurze Kapitel treiben die Handlung voran, die sich abwechslungsreich und überraschend entwickelt.

Charaktere:
Toni Sanftleben ist ein vielschichtiger Charakter, den das Verschwinden seiner Frau hart getroffen und geprägt hat. Er hat einige Schwächen, besitzt unendliche Ausdauer und das Quentchen Glück, das einen hervorragenden Ermittler auszeichnet. Sein Sohn erdet ihn, einige Kollegen stehen ihm zur Seite und seine Vorgesetzten sind typische Vorgesetzte. Eine hervorragende Mischung, mit denen man gerne einige Stunden verbringt.
Die Täterseite ist sehr schön undurchsichtig und regt zum Miträtseln an.

Geschichte:
Tim Pieper ist es gelungen ein Buch zu schreiben, an dessen Anfang man nicht im entferntesten Erraten kann, wie es schließlich enden wird. Er lässt sich Zeit, die Handlung zu entfalten, gibt den Charakteren Raum zur Entwicklung und lässt den Leser in seine Geschichte eintauchen. Der festliche Rahmen passt perfekt, die Geschichte ist interessant und unvorhersehbar und man will einfach wissen, wie es weitergeht.

Fazit:
Tim Piepers erster Neuzeitkrimi konnte mich völlig überzeugen. Gelungene Charaktere, verschlungene Ermittlungen, überraschende Erkenntnisse und ein interessanter und realistischer Einblick in Polizeistrukturen ergebenen eine mitreißende Mischung. Hinzu kommt das gelungene Setting, das mir wieder einmal einen unbekannten Bereich unseres Landes näher gebracht hat. Ein Krimi für alte und neue Fans des Autors, der auf seine eigene, angenehme Art seine Ermittler ermitteln lässt.

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(140)

186 Bibliotheken, 1 Leser, 5 Gruppen, 121 Rezensionen

thriller, asperger-syndrom, mord, rache, katja montejano

Zerrspiegel

Katja Montejano
Buch: 260 Seiten
Erschienen bei SWB Media Publishing, 13.03.2015
ISBN 9783944264738
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:
Die neunzehnjährige Jazz führte bis zu dem Tag, an dem Mutter und Schwester spurlos verschwinden, ein normales Leben, wobei sie dank einer Krankheit Schwierigkeiten hat mit anderen Menschen richtig umzugehen und lieber ihr Glück im Zählen aller möglichen Dinge sucht. Anscheinend hat der Täter es auf ihre Familie abgesehen, ohne dass sie sich einen Grund dafür denken kann. Sie muss sich auf ein Katz- und Mausspiel mit dem geheimnisvollen Fremden einlassen, um dem Täter auf die Spur zu kommen.

Setting und Stil:
Jazz wohnt in Oberndorf und man bekommt ein bisschen was mit von Land und Leuten. Hauptsächlich spielen die kurzen Kapitel jedoch in geschlossenen Räumen, so dass die Charaktere und ihre Handlungen im Vordergrund stehen.
Die Handlung wird aus Jazz' Sicht und der des Täters erzählt, so dass man immer direkt am Geschehen ist und miträtseln kann, während sich das psychische und physische Kräftemessen um einen herum entfaltet.

Charaktere:
Die Charaktere werden von Katja Montejano hervorragend in Szene gesetzt und es fällt leicht, sich in sie zu versetzen und mit ihnen zu fiebern und zu leiden. Vor allem Jazz wächst schnell ans Herz und ist dank ihrer Eigenheiten einfach einmalig.
Ihr gegenüber steht ein geheimnisvoller Täter, über dessen Taten wir viel erfahren, ohne ihm selbst näher zu kommen. Seine Härte und Kompromisslosigkeit gepaart mit nur einem Ziel machen ihn zu einer tödlichen Bedrohung, die aus allen Richtungen zuschlagen kann.
Drum herum gibt es Freunde und Verwandte, die ebenfalls nicht sicher sind und die sich gemeinsam mit Jazz auf den Weg machen, den Albtraum zu beenden.

Geschichte:
Die Geschichte wird dank der kurzen Abschnitte rasend schnell vorangetrieben. Der Einblick in die Psyche des Täters garantiert ein bedrückendes Leseerlebnis und die Handlung entwickelt sich mit einigen Überraschungen auf den entscheidenden Showdown zu. Eine rundum gelungene Geschichte, die den Namen Thriller hundert prozentig verdient hat.

Fazit:
Katja Montejano hatte angedeutet, dass ihr Thriller kein einfacher Lesestoff ist. Er fesselt und lässt einen nicht mehr los, überzeugt mit einer klaren und harten Sprache, zeigt sehr deutlich, was die Charaktere erleben müssen und ist mit seinen 232 Seiten ein fast schon zu kurzer Lesespaß. Für Thrillerfans, die gerne Täter und möglichem Opfer sehr nahe sein möchten, eine absolute Leseempfehlung.

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(10)

16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

krisengebiet, verrat, sieben verlag, mamor, henry

Heißkalter Marmor

Kim Henry
E-Buch Text
Erschienen bei Sieben Verlag, 01.03.2015
ISBN 9783864434969
Genre: Romane

Rezension:

Romantic Thrill in Turkmenistan, einem Land, das uns ferner kaum sein kann. Kim Henry ist es wieder einmal gelungen, mich zu fesseln und mir spannende Lesestunden zu bescheren, bei denen ich ganz nebenbei noch einiges an Wissen auffrischen konnte.

Inhalt:
Die französische Hebamme Vianne Lambert ist mit Ärzte ohne Grenzen in Ashgabat, der Hauptstadt Turkmenistans, im Einsatz. Allerdings erschweren ihr die dortigen Werte- und Glaubensvorstellungen die Arbeit ungemein und sie gerät mit ihrer europäischen Vorgehensweise in Schwierigkeiten. Dabei trifft sie auf den Journalisten Aleksey Petrokow, der für Radio Freies Europa seit Jahren Verbesserungen für sein Land herbeizuführen versucht. Ein interessantes Paar, dessen Zukunft mit Stolpersteinen gepflastert ist.

Setting und Stil:
Ein herausragendes Merkmal der Kim Henry Bücher sind die interessanten Settings, die uns um die Welt führen und Neues entdecken lassen. Dies ist hier natürlich auch wieder der Fall und die Autorinnen bringen uns die fremde und von der Außenwelt größtenteils abgeschnittene Lebensweise Turkmenistans näher. Dabei kommt weder Stadtleben noch Wüstenaufenthalte zu kurz. Familienleben, das Auskommen mit den dortigen Verhältnissen und die schwere Aufgabe der Hilfsorganisationen werden gekonnt in die Handlung eingeflochten. Insgesamt ergibt sich ein informativer und spannender Hintergrund, der den Charakteren einiges abverlangt.
Nicht nur Viannes Sicht der Dinge wird vorgestellt, sondern auch Alekseys, sowie den einer anderen, für Vianne wichtige Person. Die 360 Seiten fesseln von Anfang bis Ende, Emotionen spielen eine große Rolle und die erotischen Nachtbeschäftigungen der beiden kommen nicht zu kurz.

Charaktere:
Zwei liebenswerte Charaktere voller Ecken und Kanten treffen aufeinander und stellen fest, dass sie füreinander bestimmt sind. Es funkt gewaltig und es könnte alles so schön sein, wenn sie sich nicht gerade in Turkmenistan befinden und sich nicht gerade Regimekonform verhalten würden. Mir sind sie schnell ans Herz gewachsen und ich fieberte nur zu gerne mit, wie sie von einer Herausforderung in die nächste stolpern.
Liebenswert ist Alekseys Familie und Freunde, sowie so gut wie alle anderen Einwohner Turkmenistans, denen man begegnet. Hinzu kommt ein Mann aus Viannes Vergangenheit, den man auch ins Herz schließen muss.
Bösewichter gibt es natürlich auch genug und die eine oder andere Überraschungen halten sie natürlich auch bereit.

Geschichte:
Hebamme und Journalist, die eine weit entfernt von der Heimat, der andere im Kampf um seine Heimat, vereint durch eine unbeschreibliche Anziehung. Eine Geschichte, die erzählt und gelesen gehört. Natürlich gelten die Regeln des Romantic Thrill, so dass es nicht geradlinig auf Happy End zugeht, sondern an jeder Ecke Überraschungen wartet, die nicht nur mich ans Buch fesseln dürften.

Fazit:
Kim Henry ist es gelungen, eine Geschichte zu schreiben, die mich gefesselt und mitgerissen hat. Sie liefert neben der spannenden Liebesgeschichte einen Einblick in ein Land, dass auf so gut wie allen Gebieten kaum weiter von uns entfernt sein kann. Geschickt weben sie ihre Handlung und man kann und will sich ihr auf keinster Weise entziehen. Eine absolute Leseempfehlung für Fans des Genres und Genreneueinsteiger, die sich zusätzlich in eine fremde Welt 4000 km von uns entfernt entführen lassen wollen.

  (4)
Tags:  
 
296 Ergebnisse