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370 Bibliotheken, 26 Leser, 0 Gruppen, 108 Rezensionen

experiment, wissenschaft, roman, terranauten, usa

Die Terranauten

T. C. Boyle , Dirk van Gunsteren
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 09.01.2017
ISBN 9783446253865
Genre: Romane

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21 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

sklaverei, asante, yaa gyasi, ghana, südstaaten

Heimkehren

Yaa Gyasi , Anette Grube
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 22.08.2017
ISBN 9783832198381
Genre: Romane

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38 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

familie, brand, neuengland, trauer, familientragödie

Fast eine Familie

Bill Clegg , Adelheid Zöfel
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 23.02.2017
ISBN 9783100023995
Genre: Romane

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36 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

wachkoma, schwimmbad, schuld, freund, familie

Sommerkind

Monika Held
Fester Einband: 230 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 24.04.2017
ISBN 9783847906261
Genre: Romane

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49 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

freundschaft, jugendliche, 2017, jenseits, freunde

Das Leben nach Boo

Neil Smith , Brigitte Walitzek
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Schöffling, 08.02.2017
ISBN 9783895614965
Genre: Romane

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124 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 60 Rezensionen

tod, trauer, verlust, roman, 70er jahre

Ein fauler Gott

Stephan Lohse
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 06.03.2017
ISBN 9783518425879
Genre: Romane

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 0 Rezensionen

Mansfield Park

Jane Austen , Manfred Allié , Gabriele Kempf-Allié
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 22.06.2017
ISBN 9783103972719
Genre: Klassiker

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98 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

geschichten, leben, märchen, rasmus, berlin

Das Haus der Geschichten

Thomas Franke
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Gerth Medien, 10.07.2010
ISBN 9783865915726
Genre: Romane

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Jack Engles Leben und Abenteuer

Walt Whitman , Renate Orth-Guttmann , Irma Wehrli , Wieland Freund
Fester Einband
Erschienen bei Manesse, 22.05.2017
ISBN 9783717524502
Genre: Romane

Rezension:

Walt Whitman (1819-1892), der als Begründer der modernen amerikanischer Dichtung und als einflussreichster amerikanischer Lyriker gilt (Quelle: wikipedia), hat unter anderem auch diese Geschichte des Jack Engles verfasst. Erstmals veröffentlicht in mehreren Folgen 1852 in einer New Yorker Zeitung - damals nicht unter Angabe eines Autors. Erst 2016 entdeckte der junge Literaturwissenschaftler Zachary Turpin durch detektivische Recherchearbeit, dass Walt Whitman der Urherber dieser Geschichte ist. In deutscher Übersetzung erschien das Werk in Buchform im Manesse Verlag fast zeitgleich mit dem amerikanischen Reprint.

Jack Engles Leben und Abenteuer erzählt die fiktive autobiografische Geschichte eines New Yorker Waisenjungen, der durch Glück und Zufall auf wohlmeinende Adoptiveltern stieß, sich in einem unbeliebten Beruf als angehender Anwalt betätig und einem Geheimnis, dem er zufällig auf die Spur kommt.
Das Buch ist mit etwas mehr als 180 Seiten schnell zu lesen, die Sprache, auch wenn sie weiterhin in der Manier des 19. Jahrhunderts geschrieben ist, verständlich. Anmerkungen zu ungewohnten Textstellen ergänzen das Verständnis.
Die Sicht aus der des erlebenden Erzählers, der im Nachhinein sein Leben (zumindest die Anfänge) Revue passieren lässt, ist gut gewählt. Neben emphatischen Momenten, humorigen Szenen, aber auch vielen, die das Los und das Leben der damaligen unteren Schichten beschreiben, sowie vielen gut formulierten Beschreibungen von New Yorker Schauplätzen der damaligen Zeit ergänzen die eigentliche Geschichte in der Geschichte, die zur Aufdeckunge eines Geheimnisses führt.

Da die Geschichte 1852 in einem Fortsetzungsroman in einer Zeitung erschien und der Roman wahrscheinlich erst während der Veröffentlichungsphase entstand, gibt es ab und zu mal stilistische Hilfsmittel, deren sich der Autor bediente, wenn er z.B. eine Person noch nicht gleich zu Anfang eingeführt hat und sie erst im späteren Stadium erscheint. Aber ich empfand gerade dies auch als gut gelöste und auflockernde Erzählweise der Geschichte.

Anmerkungen, ein ausführliches Nachwort von Wieland Freund und eine editorische Notiz ergänzen die kleine hochwertige Ausgabe des Buches aus dem Manesse Verlag. Gefallen hat mir auch das passende Cover des Buches.

Der Roman lebt nicht von Spannung oder von höchster literarischer Qualität, sondern eher von diesem gekonnten Erzählstil, der diese Zeit in New York und das Leben eines fiktiven Protagonisten gekonnt darstellen kann.

Fazit:
Gut zu lesende Geschichte, die das New York der 1850er Jahr wieder aufleben lässt. Eine fiktive autobiografische Geschichte eines Waisenjungen, dem das Glück und der Zufall zu manch überraschenden Erkenntnissen verhilft.


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(125)

200 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 107 Rezensionen

marmelade, trauer, familiengeheimnis, freundschaft, boddenlandschaft

Das Brombeerzimmer

Anne Töpfer
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.03.2017
ISBN 9783548613178
Genre: Romane

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84 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 39 Rezensionen

thriller, paula hawkins, selbstmord, mord, wasser

Into the Water

Paula Hawkins
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Doubleday, 02.05.2017
ISBN 9780857524430
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Beckford, ein Ort, in dem schon mehrere Frauen im Fluss ertrunken sind. Frauen, die ihrem Leben ein Ende setzen wollten. Die letzten zwei Fälle waren Katie, ein erst 15 Jahre altes Mädchen und ein halbes Jahr später Nel, Mutter von Katies Freundin Lena. Was hat diese beiden in den Selbstmord getrieben ? Jules, Nel´s Schwester, glaubt nicht an einen Selbstmord- obwohl sie mit ihr seit langem keinen Kontakt mehr hatte und nur nach Beckford zurückkehrt, weil sie nun die Verantwortung für ihre Nichte Lena trägt. Denn sie kehrt an den Ort ihre Albträume zurück...mit Erinnerungen an Ereignisse, die sie am liebsten für immer vergessen möchte.
Was steckt hinter den Todesfällen ? Trügt der Schein ?


Paula Hawkins erzählt aus vielen Perspektiven. Immer wieder wechseln die erzählenden Protagonisten. Dazwischen gibt es kleinere Rückblenden zu den verschiedenen Todesopfern, die der Fluss in Beckford gefordert hat. Interessant beim Lesen ist, dass der Leser auch nicht schlauer ist als die erzählenden und agierenden Protagonisten.
Anfangs braucht man ein bisschen um die vielen losen Fäden, die die Autorin hier verknüpft, sortiert zu bekommen. Aber nach und nach lernt man jeden der Handelnden sehr gut kennen und kann ihn einordnen. Doch Vorsicht ! Paula Hawkins verrät am Anfang noch nicht viel und man wird lange auf falsche Spuren und Fährten gelenkt. Erst am Ende löst sich alles in einem spannenden Finale auf.

MIr haben die wechselnden Perspektiven sehr gut gefallen. Dieses langsame Aufdecken, Schritt für Schritt und Schicht um Schicht. Der Schreibstil wechselt auch mit den Protagonisten. Bei Jules bedient sich die Autorin der Ich-Perspektive, bei den anderen wird aus einer Erzählperspektive, die dem jeweils Handelnden angepasst ist, erzählt. So bekommt der Roman einen angenehmen und abwechslungsreichen Erzählstil.

Ich weiß nicht, warum so viele Leser diesen Roman eher negativ bewerten, ich kann es nicht nachvollziehen. Allerdings muss dazu gesagt werden, dass es sich hier nicht um einen Thriller handelt, sondern um einen spannenden Roman - und wer mit den richtigen Erwartungen an diese Geschichte heran geht, dem wird er auch gefallen.

Fazit:
Verwickeltes Verwirrspiel mit spannendem Finale

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147 Bibliotheken, 13 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

jane austen, porträt, englishclassic, stolz und vorurteil, klassiker

Stolz und Vorurteil

Jane Austen , Andrea Ott , Elfi Bettinger
Flexibler Einband
Erschienen bei Penguin, 09.05.2017
ISBN 9783328101666
Genre: Klassiker

Rezension:

Am 18.7.1817 starb Jane Austen - vor 200 Jahren. Ihr meist gelesenes, bekanntestes Werk, ist "Stolz und Vorurteil" - immer wieder neu aufgelegt und bereits mehrfach verfilmt, Vorlage für zahlreiche Adaptionen.
Der Roman in der Übersetzung von Andrea Ott erschien nun im Mai 2017 in einer Taschenbuchausgabe im Penguin Verlag. Nachdem mich die Übersetzung von Andrea Ott bereits mit "Vernunft und Gefühl" begeistern konnte, war für mich klar, dass ich auch unbedingt "Stolz und Vorurteil" in ihrer Übersetzung lesen wollte.
Das Cover der neuen Taschenbuchausgabe mit seinen frischen Farben gefällt mir sehr gut.


Jane Austen brilliert mit dieser Geschichte, die gespickt ist mit vielen abwechslungsreichen, sehr gut dargestellten Dialogen, mit beißender Satire, feinem Humor, mit Liebe, Leid und Veränderungen.
Es geht um die Familie Bennet und ihre fünf Töchter im heiratsfähigem Alter - alle sollen versorgt werden, heißt unter die Haube kommen, denn wenn eines Tages der Vater sterben sollte, würde sein ganzes Erbe an seinen Neffen fallen, da die Töchter nicht erben können. Mrs. Bennet, die Mutter, ist erfreut, als in einem Nachbargut ein Junggeselle einzieht, nach dem Motto " Es ist eine anerkannte Wahrheit, daß ein Junggeselle im Besitz eines schönen Vermögens nichts dringender braucht als eine Frau. "(Zitat, S. 5).  Sie versucht mit allen Mitteln, die meist sehr peinlich und nicht standesgemäß sind, das Ziel der Verheiratung ihrer Töchter zu erreichen. Der reiche Junggeselle ist Mr. Bingley, aber es gibt auch noch weitere junge Herren, wie den Cousin mit der Pfarrstelle, Mr. Collins, den stolzen Mr. Darcy und den einnehmenden Mr. Wickham.

Die Geschichte wird aus Sicht eines Erzählers erzählt, der aber meist die Sicht und Gefühle von Elizabeth darstellt, hinzu kommen kleinere Rückblenden und Nebenbemerkungen zu den anderen Charakteren .
Elizabeth, die zweitälteste Tochter, ist - im Gegensatz zu ihrer Mutter  - gebildet und vernünftig und weiß sich in Gesellschaft zu benehmen.  Auf Mr. Darcy trifft sie das erste Mal bei einem Ball. Doch diese Begegnung, bei der sie eine abfällige Bemerkung von ihm über sich selbst hört, bekräftigt ihren ersten Eindruck von seinem Stolz und ihre Meinung über ihn steht fest, ein Heiratskandidat ist er somit ebensowenig wie ihr Cousin Mr. Collins. Der gefällige Mr. Wickham könnte ihr da schon eher zusagen....denn für Elizabeht steht fest, dass sie keinen Man heiraten wird, dem sie nicht in Liebe zugetan ist.

MIr haben die spritzigen Dialoge gefallen, die wunderbar ausgefeilten Charaktere der Handlung, die sich wandeln, deren Schein anfangs nicht nur die Protagonisten auf die falschen Fährten lockt. Aber vor allem die peinlichen Auftritte von Mrs. Bennett, die klugen Gedanken von Elizabeth und dazu die Handlung, die, auch wenn man durch Film und Bekanntheitsgrad des Romans schon einiges Vorwissen hat, dennoch immer spannend und abwechslungsreich bleibt.

FAZIT:
Man muss - gerade bei der Übersetzung von Andrea Ott - keine Angst haben so einen Klassiker zu lesen.  Die etwa 600 Seiten des Romans flogen bei mir nur so dahin, ich habe mich in diese Zeit zurück versetzt gefühlt und auch wenn Jane Austen die Personen äußerlich nicht groß beschreibt, reicht es mir, dass sie die Charaktere so gekonnt, so brilliant, humorvoll und teils sarkastisch darstellen kann. Dazu gehört vor allem, dass die Dialoge und die Wesenszüge der Protagonisten so lebendig wirken.  Austen gelingt es wunderbar die Entwicklung der Figuren über einen Zeitraum eines Jahres darzustellen, ihre Veränderungen, die Ereignisse, die dazu führen, in eine Handlung einzubauen, die einer wahrlich meisterhaften Kompostion gleicht.
Ein Roman, der es zu Recht verdient hat, ein vielgelesener Klassiker zu sein.

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(41)

91 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

england, thriller, geheimnisse, into the water, hexen

Into the Water - Traue keinem. Auch nicht dir selbst.

Paula Hawkins , Christoph Göhler
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 24.05.2017
ISBN 9783764505233
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

schutzengel

Für dich hat er seine Engel gesandt

Judith MacNutt
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Gerth Medien, 19.06.2017
ISBN 9783957342294
Genre: Biografien

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45 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

schwestern, irland, geschwister, liebe, krebs

Wo der Regenbogen anfängt

Julia Bohndorf
E-Buch Text: 587 Seiten
Erschienen bei dp DIGITAL PUBLISHERS, 24.05.2017
ISBN 9783960871705
Genre: Romane

Rezension:

Maeve ist erst Anfang zwanzig, doch sie trägt seit dem Tod ihrer Eltern die Verantwortung und die Sorge um ihre kleine 11 jährige Schwester Niamh, die seit ein paar Monaten im Krankenhaus liegt mit ALL (akute lymphatische Leukämie). Bisher gibt es keinen Knochenmarkspender, Niamh bekommt wöchentlich Chemo, trotz aller schlechten Phasen ist sie dennoch ein fröhliches Mädchen.
Maeve organisiert eine kurze Auszeit - eine gemeinsame Reise von Deutschland über Rotterdam und London nach Irland, zu ihren Verwandten. Dort, in Dublin, soll Niamhs Behandlung dann fortgesetzt werden.

Das Buch ist eine Mischung aus Familienroman, Liebesroman und hat auch einen Hauch von Mysthik, hinzu kommt noch ein kleines Geheimnis, dass erst nach und nach aufgelöst wird.
Der Roman behandelt das Thema Leukämie und Knochenmarkspende, es geht am Rande auch um  die Knochenmarkspendedatei und die Möglichkeiten der Registrierung. Am Ende gibt es dazu aber noch ein ausführliches Nachwort.

Julia Bohndorf hat einen abwechslungsreichen, lebhaften Schreibstil, der vor allem Gefühle und Emotionen gut ausdrücken kann. Gerade die liebevolle Beziehung zwischen den Geschwistern, die nicht nur durch das Leid geprägt ist, sondern auch Humor, wurde sehr gut beschrieben. Die Geschichte wird aus Sicht der älteren Maeve beschrieben, so dass man sich gut in sie hinein versetzen kann. Am Ende jeden Kapitels sind in Form von Tagebucheinträgen Niamhs Gefühle ausgedrückt. Sie rekapituliert darin ihre Sicht des Tagesablaufes. Das ergänzt das Kapitel, zeigt aber manchmal auch, dass Niamh manche Dinge anders sieht als ihre große Schwester.

Die Reise der Beiden ist so gut beschrieben, so dass man gerne diese Tour mit unternommen hätte. Nur manchmal fehlte mir bei all der Details doch etwas der Spannungsbogen.
Das Ende hat sich schon früh angedeutet und am Schluß ging es sehr schnell - das sind aber auch meine einzigen kleinen Kritikpunkte, denn ansonsten habe ich mich beim Lesen des Romans sehr wohl gefühlt, auch wenn es natürlich auch um eine ernstes Thema geht.
Aber die Autorin hat es geschafft, dass man mit den Personen mitfühlt und mithofft.

Fazit:
Lebendiger Erzählstil, warmherzige Protagonisten, ernstes Thema - ein Roman zum Mitfühlen

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Die Sturlungen

Einar Kárason , Kristof Magnusson
Fester Einband: 380 Seiten
Erschienen bei btb, 13.06.2017
ISBN 9783442756704
Genre: Romane

Rezension:

"Die Sturlungen" von Einar Kárason ist ein ungewöhnlicher und interessanter Roman.

 Es geht um die isländische Geschichte Mitte des 13. Jahrhunderts, um die Zeit des einzigen Bürgerkrieges, den das Land bisher erlebt hat. 

Der Autor, Einar Kárason hat sich 25 Jahre mit dem Original, der „Saga von den Sturlungen“ beschäftigt, das aus verschiedenen Büchern und Geschichten besteht. Geschrieben wurden sie im 13. Jahrhundert von einem Skalden (Geschichtenschreiber) aus Island, Sturla Thórdason (Skalden-Sturla), der auch selber in den Geschichten eine Rolle spielt. Kárason hat sich lange mit diesem schwer lesbaren, sehr ausführlichen Berichten und Aufzählungen, die aus einer sachlich beobachtenden Erzählebene heraus erzählt werden, befasst. Und daraus entstand dann dieser Roman.

Kárason hat diese Geschichten, die auch das Zeitgeschehen der damaligen Zeit in Island beschreiben, nacherzählt – aber ganz anders als die ursprüngliche Version. Er hat die Personen „zum Leben erweckt“, hat sie selber erzählen lassen. Und so kam dieser Roman zustande. Abwechselnd erzählen die Personen. Hauptfiguren und Nebenfiguren. In kurzen und mal längere Abschnitten. Jeder erzählt von den Ereignissen aus seiner ganz besonderen Sicht. Manchmal kommt man sich als Leser vor, als würden die erzählenden Personen auf einer Bühne stehen, vor einer Kamera. Sie erzählen dem Zuhörer/Leser. Man fühlt sich direkt angesprochen.


Es ist die Zeit des Bürgerkrieges, mit wechselnden Allianzen, Feind  und Freund bleibt nicht immer derselbe. Es ist eine grausame Zeit, mit vielen Kämpfen und Toten. Zimperlich ist hier keiner. Durch die wechselnden Perspektiven ist die Schuldfrage nicht immer eindeutig, jeder der Akteure hat seine Gründe. Die Ereignisse wiederholen sich in dem Roman, werden immer wieder neu beleuchtet. An manchen Stellen ist es mir jedoch die eine oder andere Wiederholung zu viel, auch wenn der Autor immer neue Nuancen mit hinein bringt.

Allerdings muss dazu ergänzend gesagt werden, dass das vorliegende Buch gleich vier Bücher des Autors umfasst, die dieser in der Zeit zwischen 2001 und 2014 veröffentlicht hat. Bisher waren erst zwei Bücher ins Deutsche übertragen worden. Diese Ausgabe umfasst also erstmals alle vier Bücher und vorangestellt wurde extra für diese deutsche Ausgabe ein langes erklärendes Vorwort des Autors, das sehr gut seine Motivation und Herangehensweise erklärt und neugierig auf die Geschichte macht.

 

Das Buch ist mit 830 Seiten ein echter Wälzer, lest sich allerdings durch die schnell wechselnden Perspektiven gut lesen.  Durch die   Wiederholungen, die der Autor aber immer wieder von den verschiedensten Seiten beleuchtet, prägen sich die Ereignisse dem Leser sehr gut ein. Hinzu kommt – und hier passt auch ein Zitat aus dem Buch, dass zwar im anderen Zusammenhang steht, aber dennoch auch das Buch als Ganzes beschreiben könnte:

„….dass das, was er erzählte, die reine Wahrheit war und nicht bloß eine von vielen möglichen Sichtweisen auf ein Ereignis, das man auch ganz anders hätte darstellen können“.(Seite 804)

 

 Kárason zeigt, dass die Menschen damals nicht viel anders waren, als wir heute. Andere Lebensbedingungen,  aber auch sie schliefen, aßen, arbeiteten, liebten und hassten. Sie erzählten sich Geschichten, sie machten Geschichte. Der Autor zeigt, dass Ereignisse viele Facetten hat, nicht alles ist schwarz oder weiß. Der Erzählstil ist wie gesagt ungewöhnlich, es mutet so modern an, so theatralisch, man meint die Erzählenden säßen im Scheinwerferlicht á la „Big Brother“ oder „Dschungelcamp“. Solche Fernsehformate sind nicht mein Ding, aber nachdem ich mich an diese Art der Erzählung hier im Buch  gewöhnt hatte, gefiel es mir aber auch. Denn es macht die Erzählenden menschlicher, greifbarer, interessanter. Gibt ihnen Konturen und Meinungen.Zu den wechselnden Erzählern kommt allerdings hinzu, dass es  keinen linearen Erzählstrang gibt, immer wieder gibt es Sprünge nach vorne und zurück. Manchmal verwirrt das, man muss beim Lesen mitdenken und einordnen können. Je weiter man liest, desto besser kann man dann aber auch die Figuren und Ereignisse zuordnen. Und dann hat man ein sehr gutes Verständnis für die Akteure und vor allem die Geschehnisse.

Erst am Ende, im vierten Teil, wechselt der Autor. Lässt hier auch einen sachlichen Erzähler berichten. Aber auch hier fließen die persönlichen Teile immer wieder mit ein.


Fazit:

Das Buch hat mir einen Teil der isländischen Geschichte näher gebracht. Und zwar auf eine interessante, ungewöhnliche Art. Ausgeprägte Charaktere, Figuren, denen Leben eingehaucht wurde und spannende Ereignisse machen das Buch zu einer sehr interessanten Lektüre.

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24 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

england, jane austen, pfarrerstochter, werkinterpretation, bath

By a Lady

Rebecca Ehrenwirth , Nina Lieke
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Lambert Schneider, 01.04.2017
ISBN 9783650401823
Genre: Biografien

Rezension:

Rebecca Ehrenwirth und Nina Lieke haben eine interessante und ausführliche Biografie über Jane Austen geschrieben. 2017 jährt sich der Todestag der berühmten englischen Autorin zum 200. Mal.

Im Buch erfährt der Leser mehr über ihre Kindheit und Jugendjahre, über Geschwister und Eltern und die Lebensumstände der Familie Austen. Dann die Zeit, als Jane anfing Geschichten zu schreiben. Die Umzüge, die Gründe, warum es Pausen im Schreiben gab. Die ersten Versuche, die Geschichten drucken zu lassen. Und warum als Autor nur "By a Lady" angegeben wurde.
Dabei haben die Autorinen erhaltene Briefwechsel der Geschwister Jane und Cassandra Austen ausgewertet, sowie die biografischen Werke der Nachkommen der Familie.
Viele Zitate, Bilder, geschichtliche Daten ergänzen das Ganze.

Besonders hat mir gefallen, dass auf die einzelnen Werke Jane Austens besonders eingegangen wurde. So wurden die Romane Jane Austens chronologisch dargestellt und ihr Inhalt kurz angerissen und ausführlich gedeutet. Für alle Kenner der Romane ein Wiederaufleben, für alle, die sie noch nicht kennen, wird hier zwar etwas viel verraten, allerdings für mich tolerierbar, da es mir bei den Romanen von Jane Austen nicht um Spannung geht, sondern um die Art und Weise, wie sie sich ausgedrückt hat und hier verhelfen mir die inhaltlichen Angaben zum besseren Auswählen, welches Werk ich als nächstes lesen möchte.

Im vorliegenden Buch "By a Lady" gibt es noch viele ergänzende Angaben zu Adaptionen, Filmen und Nippes-Kult, sowie eine angehängte Zeittafel.

Wer sich näher mit Jane Austen beschäftigen möchte, dem kann ich diese Biografie empfehlen !

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18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

tod, notarzt, leben, feuerwehrman, liebe

Mein Leben mit dem Tod

Tom Werde
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei epubli, 23.04.2017
ISBN 9783742701749
Genre: Biografien

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(14)

53 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

antarktis, everland, expedition, überlebenskampf, forschung

Everland

Rebecca Hunt , pociao
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 13.06.2017
ISBN 9783630874630
Genre: Romane

Rezension:

"Die Zeiten ändern sich, und wir ändern uns mit ihnen" (S. 170)

2 Expeditionen, die nach Everland, einer kleinen Insel in der Antarktis führen. Hundert Jahre, die dazwischen liegen. Auf den ersten Blick scheinen die Bedingungen komplett anders zu sein, doch im Laufe der Geschichte zeigt sich eines, die Menschen, die gezwungen sind auf engstem Raum zusammen zu leben, fangen an sich zu verändern. Abgeschiedenheit, Einsamkeit, Gefahren ..... am Ende zeigt sich, wie weit der Einzelne bereit ist sich für die anderen einzusetzen oder das eigenen Leben zu schützen.

1913 erkunden drei Männer die Insel, Napps, Millet-Bass und Dinners. Schon nach dem Verlassen des Mutterschiffes geraten die drei mit ihrem Boot in einen Sturm, der sie entkräftet. Sie schaffen es aber dennoch bis nach Everland. Doch das Schiff, dass sie verlassen haben, muss nach dem Sturm zur Reparatur und kommt erst nach vielen Wochen wieder. Den Überlebungskampf, den die drei führen werden, wird sie herausfordern, sie an alle Grenzen führen und als endlich das ersehnte Schiff wieder kommt, wird nur noch einer der Männer gefunden werden.
2012 sind es zwei Frauen, Jess und Brix, und ein Mann, Decker, die Everland für zwei Monate erkunden werden. Der Aufenthalt läuft geplanter ab, mit vielem technischem Equipment und mit Funkverbindung. MIt der Möglichkeit jederzeit zurück zu kehren. Im Kopf haben sie die Geschichten des Kapitäns des damaligen Mutterschiffes, der die Geschichte der drei Männer auf Everland überliefert hat und dessen Logbuch und Buch zu etlichen weiteren Büchern und Filmen als Vorlagen gedient haben.
Doch auch diese drei stoßen bald an ihre Grenzen und dann zeigt sich, wer wie reagiert.

"Er war wild, optimistisch und unbesiegbar gewesen, und er hatte nicht geahnt, dass diese sonnigen Tage...mit zu den glücklichsten seines Lebens gehören würden.Er hatte ihnen keinen Wert beigemessen. Andere Tage würden kommen, unzählige andere mehr. Er hatte nicht gewusst, dass alles, was man geben und nehmen konnte, einen Wert hatte, so wie die eigene Kraft oder das Versprechen auf Zeit." (S. 324f)

Die Männer der ersten Expedition sind sich schnell im Klaren, dass sie in diesem Überlebungskampf nur minimale Chancen haben. Diese Gewissheit fordert sie nicht nur körperlich heraus, sondern auch ihre Gedanken, Gefühle und ihr Miteinander. Diesen Kampf als Leser mitzuerleben, ist nicht immer leicht, die Geschichte berührt.


Abwechselnd erzählt die Autorin die Geschichte der beiden Expeditionen. Nach und nach enfaltet sich der gesamte Hintergrund. Der Überlebungskampf der ersten Expeditionen, die  zwischenmenschlichen Reibereien und Probleme, aber auch die Hintergründe der Konstellationen beider Gruppen. Unterschwellig ist immer eine Spannung spürbar. Die Protagonisten sind psychologisch sehr gut angelegt worden, man fühlt und leidet mit ihnen. Man fragt sich automatisch, wie weit wäre man selbst gegangen ?

Einerseits ist die Geschichte sehr faszinierend, andereseits aber auch beklemmend. Grandios erzählt die Autorin, zeigt, dass vieles nichts so ist wie es scheint.
Das Buch hat mich gepackt, durch die wechslenden Erzählstränge bleibt es immer abwechslungsreich. Die vorhandenen Parallelen kristallisieren sich erst nach und nach heraus.

"Die Schwachen werden nicht von den Starken getragen, sondern reißen sie mit in die Tiefe" (S. 68),
aber manchmal entwickeln die Schwachen eine ungeahnte Stärke und die Starken zeigen Schwäche. Dies darzustellen - und zwar glaubhaft- ist eine Kunst, die die Autorin beherrscht.

Durch viele Dialoge und beschriebenen Aktionen entsteht ein flüssiger Erzählstil, der mich gepackt hat, so dass ich die über 400 Seiten schnell gelesen hatte.

Fazit:
Der Roman ist tiefgründig, spannend, facettenreich, überraschend, unterhaltsam, fesselnd und fordert auch den Leser heraus über so einiges Nachzudenken. Für mich ist das Buch eines meiner Lesehighlights 2017!




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19 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

Schere, Stein, Papier

Naja Marie Aidt , Flora Fink
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 09.05.2017
ISBN 9783630874265
Genre: Romane

Rezension:

Der Vater von Thomas und Jenny stirbt. Ein einfacher Trauerfall ? Mitnichten, denn die Beziehung der drei war mehr als schwierig. Die Mutter hat die Familie schon früh verlassen, der Vater war oft handgreiflich gegenüber seinen Kindern, ein Kleinkrimineller, der ihnen das Leben nicht leicht gemacht hat. Sein Tod reißt alte Wunden wieder auf.
Das Erbe besteht nur aus Schulden - ein letzter Gang in seine verwahrloste Wohnung. Ein Erinnerungsstück will Jenny behalten, seinen Toaster. Als Thomas ihn repariert macht er eine unglaubliche Entdeckung: zwei Geldpäckchen. Heimlich schiebt er sie sich unter den Pullover, erzählt auch seiner Lebensgefährtin Patricia nichts davon. Der Tod, die Entdeckung des Geldes und die Bekanntschaft mit Luke, dem "Jungen", der anscheinend so viel Zeit mit Jacques, Thomas Vater, verbracht hat und so viel zu berichten hat - über Ereignisse und Erlebnisse, die Thomas nie mit seinem Vater erlebt hat - all dies setzt bei Thomas eine Veränderung seiner Gedanken, seines Verhaltens in Gang, dass ihn unaufhörlich immer weiter in den Abgrund zieht......


Das Buch ist kein einfaches Buch. Es fordert den Leser heraus, sich auf diese Geschichte einzulassen. Es ist kein Spannungsroman, sondern ein Roman, der so viele Ereignisse, so viele Veränderungen so genau beschreibt, dass man als Leser das Gefühl hat, selber in der Haut von Thomas, aus dessen Sicht erzählt wird, zu stecken.
Grandios aus meiner Sicht ist, wie gut die Autorin diese Veränderungen, die Thomas durchlebt, realistisch und vor allem nachvollziebhar erzählt. Es ist ein schleichender Prozess, der nicht nur ihn, sondern durch ihn auch seine Lebensgefährtin, seine Familie und seine Freunde betrifft.
Durch die Beschreibungen, die gut gesetzten Dialoge und Ereignisse, die sich immer weiter dramatisieren, die immer wieder härter und agressiver werden, fühlt man sich auf dieser Abwärtsspirale wie in der ersten Reihe.  Das besondere darin ist, dass die Autorin Naja Marie Aidt die Protagonisten so gut skizzieren kann. Vor allem voran natürlich Thomas, dessen Innenleben wir beobachten können. Aber auch die anderen Patricia, Jenny, seine Nichte Alice und weitere Verwandte, sein Freund und Kollege Maloney, sie alle werden in diesem Buch lebendig - sie sind und bleiben keine starren Figuren, sondern verändern sich, entwickleln sich. Dies zu beschreiben, so dass es so echt wirkt, ist eine Kunst.

Fazit:
Sehr gut beschriebener Roman über die Auswirkungen von Vergangenheit gepaart mit Kurzschlusshandlungen, über große Gefühle wie Eifersucht, Liebe und Freundschaft.
Was verändert einen Menschen ? Wie weit wird er getrieben von seinen eigenen Gefühlen und Wünschen ? Wie weit nimmt er in Kauf  andere zu verletzen  - und wie weit kann er sich dabei einreden, dass alles nur zum Besten geschieht ?
Der Roman von Naja Marie Aidt erzählt die Entwicklung eines Menschen, dessen Abwärtsspirale ihn immer tiefer nach unten zieht....

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Marschmusik

Martin Becker
Fester Einband
Erschienen bei Luchterhand, 13.03.2017
ISBN 9783630875101
Genre: Romane

Rezension:  
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vergebung, schlesien, 19. jahrhundert, liebe, hochwald

Gescheiterte Flucht

Michael Meinert
Flexibler Einband: 424 Seiten
Erschienen bei BOAS-Verlag, 12.10.2012
ISBN 9783942258050
Genre: Historische Romane

Rezension:

1850, Schlesien. Oberförster Albert Grüning lebt in seinem einsam im Wald gelegenen Forsthaus, er gilt als Sonderling im Dorf. Er scheut Kontakt zu Freunden und Mitmenschen, seine Hausangestellte Trine hat es nicht leicht mit dem meist wortkargen und grantigen Chef.
Die Ruhe, in der Albert Grüning lebt, beginnt zu bröckeln, als ein Wilddieb in seinem Revier für Ärger sorgt. Immer wieder wird eines der Tiere in seinem Bezirk niedergeschossen, aber einfach liegen gelassen. Nur Spuren von genagelten Schuhen bleiben.
Und dann ist da auch noch die  Sommerurlauberin Rahel von Bredow, die viel jüngere, gläubige Frau, ist die Erste, die ihn unvoreingenommen begegnet, nicht gleich abgeschreckt wird von seiner Art. Albert fühlt sich angezogen von ihr, das erste Mal seit den schlimmen Vorkommnissen in seiner Vergangenheit fängt er wieder an tiefe Gefühle zu entwickeln. Und just in diesem Moment taucht auch sein Erzfeind von früher wieder auf - von beiden Seiten ist der Rachedurst noch riesengroß.

"Gescheiterte Flucht" ist der Auftakt einer Romanreihe, die in Schlesien spielt und sich von 1850 bis ins Jahr 1920 ziehen wird. Erschienen sind bereits die Bände 1-4 der Hochwald-Saga, zwei weitere sollen noch folgen. Jedes Buch ist aber eine in sich abgeschlossene Geschichte, zusammen ergibt die Reihe eine Familienchronik.

Ich habe mit Band IV angefangen und habe nun - weil ich einfach begeistert von Schreibstil und Spannung, zusammen mit der Vermittlung des christlichen Glaubens war - angefangen, die Reihe von Beginn an zu lesen. Auch wenn (außer Rahel) alle Protagonisten hier völlig andere waren, ist es die Umgebung, das Forsthaus, das Wissen um eine Familienchronik in Verbindung mit dem Glauben, das was diese Hochwald-Saga eint.

Michael Meinert schafft es, dass die Protagonisten mehr sind als nur Worte in einem Buch, ich konnte sie mir sehr gut vorstellen, sie wirken lebendig und passen auch in die Zeit des 19. Jahrhunderts. Der ganze Kontext passt zum Zeitgeschehen. Man fliegt nur durch den Roman, denn es ist immer durch verschiedene Szenewechsel, durch Geheimnisse und spannenden Aktionen Bewegung mit im Geschehen. Die Protagonisten entwickeln und verändern sich - manche in die eine, mancher in die andere Richtung - alles bleibt authentisch. Nicht alles ist von Anfang an klar, vieles erklärt sich erst im Laufe des Lesens, auch das erhöht den Spannungsfaktor, genauso wie so manche lebensbedrohliche Situation. Es besteht bei der Hochwald-Saga eindeutig Suchtgefahr ! ;)

Vor allem die Vermittlung vom christlichen Glauben spielt bei den Büchern von Michael Meinert eine wichtige Rolle, so schafft er es lebendige Dialoge mit einzubauen, die auch dem Leser viel vermitteln können, Kraft geben und den Glauben stärken.

Fazit:
Spannung, abwechslungsreicher, lebendiger Schreibstil und gut charaktisierte Protogonisten machen den christlichen Roman zu einem Lesevergnügen !



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50. geburtstag, neuanfang, katastrophen, kinderzimmer, roman

Biete Krise, suche Glück

David Foenkinos , Christian Kolb
Flexibler Einband: 252 Seiten
Erschienen bei Penguin, 09.05.2017
ISBN 9783328100942
Genre: Liebesromane

Rezension:

Bernhard ist 50 Jahre alt und steht vor dem Nichts. Seine Ehe ist gescheitert, sein Chef setzt ihn vor die Tür. Nachdem er eine Weile im Hotel gelebt hat, ist dies mangels Geldes auch keine Option mehr, wieder geht es ein Stück in seiner Abwärtsspirale hinunter, als er notgedrungen wieder bei seinen Eltern einzieht.

David Foenkinos hat es wunderbar geschafft diese tragische Geschichte mit Humor und wunderbaren Erzählwitz zu beschreiben, ohne dass sie ins Lächerliche abrutscht.  Er schafft es diese gelungene Mischung aus Ernsthaftigkeit gepaart mit Slapstick, aus Tragik und Humor, aus Niederlagen, Überlebenswillen, Hoffnung und Neuanfang meisterhaft zu erzählen.

Bernhard steht dabei im Mittelpunkt. Aus seiner Sicht, in der Ich-Erzählperspektive, beschreibt Foenkinos die Gedanken, die Reaktionen, das Verdrängen, die Unfähigkeit. Immer mehr rutscht der Banker, der sich lange im Leben nur treiben lies, der keinerlei Eigeninitiative zeigte, der im Berufs- und Familienleben keinerlei Biss zeigte, wie schnell es gehen kann, wie schnell man aus allem rausgekickt werden kann. Und Bernhard kann sich nicht wehren. Es ist ein langer Prozess für ihn um das zu Lernen. Aber auch ein wichtiger Prozess. Er muss lernen das Leben wieder zu geniessen, eigene Wünsche zu haben, eigene Vorstellungen vom Leben und auch das Lachen und die Freude wieder zu entdecken.
Öfters habe ich über seine Art einfach nur den Kopf geschüttelt, manchmal laut gelacht, manchmal ihn bedauert oder einfach wollte man ihn einfach nur wachrütteln...Bernhard, der als Protagonist so erstarrt wirkt, weckt Gefühle und Emotionen beim Leser. Tolles Kopfkino vom Autoren, der diese Geschichte so wunderbar lebendig erzählt. Wenn man meint, es geht nicht noch schlimmer abwärts, dann setzt er noch eine Schippe obendrauf und dennoch schafft er es auch hinterher ein zufriedenstellendes Ende zu finden.

Es ist trotz aller ernsten Themen kein düsteres Buch, im Gegenteil. Gefallen haben mir die Wortspielereien, die gut beobachteten und analysierten Begebenheiten, die Menschenkenntnis, die Situationskomiken, die bildhaften Darstellungen, die Entwicklung der Protagonisten....eben einfach alles.
Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und hatte viel Vergnügen beim Lesen, auch wenn der Roman auch viel Stoff zum Nachdenken bietet.

"Biete Krise, suche Glück" ist eine Neuauflage des bereits unter dem Titel "Zurück auf los" erschienen Buches.

Fazit:

Gelungene Mischung aus Tragik und Humor, ein Roman mit ernstem Hintergrund vom Scheitern und Neuanfang -  sehr gut erzählt!


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50 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

justiz-thriller, john grisham, bestechung, thriller, grisham

Bestechung

John Grisham , Kristiana Dorn-Ruhl , Bea Reiter , Imke Walsh-Araya
Fester Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.04.2017
ISBN 9783453270336
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Lacy Stoltz ist Anwältin, sie arbeitet bei der Rechtsaufsichtsbehörde in Florida. Diese ermittelt gegen Richter, die gegen Recht und Ordnung verstossen. Es ist eine kleine Behörde. Bisher gab es keine spektakulären Fälle. Doch der neuer Fall sprengt alle Dimensionen. Eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Richterin Claudia McDover wegen Annahme von massiven Bestechungsgeldern.  Eingereicht von einem Mittelsmann, der sogar seinen Namen geändert hat und keinen festen Wohnsitz angibt, weil der Fall zusätzlich auch noch hochgefährlich ist, denn die Richterin hat sich  mit ihrer  Korruption mit einer Bande eingelassen, die vor nichts zurück schreckt, auch nicht vor Mord und Totschlag.

Ich habe schon viele John Grisham Romane gelesen. Immer geht es um das amerikanische Rechtssystem, um Anwälte, um spektakuläre Fälle. Ich mag seine Romane unheimlich gerne.
Diesmal brauchte ich allerdings lange, bis sich für mich die Spannung aufgebaut hat. Grisham hat meines Erachtens fast 100 Seiten gebraucht, bis ich mich mit diesem Roman anfreunden konnte. Unheimlich viel Info, viele Schauplätze, viele Akteure, die eingeführt werden mussten und die für mich leider anfangs auf die Spannungsbremse gedrückt haben. Doch dann fängt es an gefährlich zu werden und die Spannung stieg für mich enorm und ab diesem Zeitpunkt konnte ich das Buch mit den weiteren 350 Seiten kaum aus der Hand legen. Erst gegen Ende sackte der Spannungsbogen mit der Auflösung langsam wieder ab.

Grisham kann gut erzählen. Die Einsichten, die dieser Roman wieder einmal in das amerikanische Rechtssystem, hier insbesondere auch auf die besonderen Rechte der Indianerreservate bietet, ist schon besonders gut dargestellt. Die vielen Dialoge machen den Roman abwechslungsreich, genauso wie die wechselnden Betrachtungen auf die Akteuere. Meist erzählt Grisham zwar in dritter Person über die Anwältin und Ermittlerin Lacy, aber auch andere Figuren treten zeitweise in den Vordergrund und machen die Geschichte abwechslungsreich und bieten dadurch dem Leser mehr spannende Aktionen und auch Informationen.

Als Leserin habe ich mitgebangt um die Hauptprotagonistin, habe mich überraschen lassen und habe auf manche falsche Fährte gesetzt - dazu das für mich unbekannte Terrain  amerikanische Rechtssystem, Gerichte, Jury, aber auch das Thema Indianer und die speziellen Rechte ihrer Reservate, dies alles war für mich von John Grisham interressant und informativ beschrieben worden.

Fazit:
Es ist nicht Grishams spannendster und bester Roman, aber einer, der mich - nachdem ich die ersten 100 Seiten gelesen hatte - dann doch gepackt hat. Interessant war er von Anfang an und Spannung war ab diesem Zeitpunkt dann auch genügend vorhanden. Ich runde die 3,5 Sterne, die ich leider nicht vergeben kann, daher auf 4 Sterne auf.


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186 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 61 Rezensionen

thriller, haus, london, überwachung, spannung

The Girl Before

JP Delaney , Karin Dufner
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Penguin, 25.04.2017
ISBN 9783328100997
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein Haus mit Regeln und Vorschriften.Nicht nur eine, sondern hunderte. Spartanisch, hoch technisiert und absolut  hochwertig eingerichtet und ausgestattet. Der Besitzer, Architekt und Erbauer, Edward Monkford, wählt seine Mieter nach einem streng geregelten Bewerbungsverfahren selber aus.
Jane ist eine davon. Nach einer Totgeburt braucht sie dringend räumliche Veränderungen und vor allem eine, die sich sich leisten kann. Sie bewirbt sich für das Haus und wird genommen. Erst nach und nach erfährt sie, was vor drei Jahren in eben diesem Haus geschehen ist. Eine junge Frau, Emma, ist hier zu Tode gekommen. Mord, Selbstmord , Unfall ? Jane ähnelt jedenfalls der verstorbenen Emma äußerlich sehr und genauso wie Emma beginnt sie eine Affäre mit dem Besitzer. Immer größer wird die Gefahr für Jane genauso zu enden wie Emma.

Interessant und gut gemacht ist der abwechselnde Erzählstil. Immer wieder werden ähnliche Erlebnisse aus den verschiedenesten Lebenssituationen  - abwechselnd aus Sicht von (damals) Emma und (jetzt) Jane erzählt. Auch wenn die Autorin die beiden Protagonistinen völlig unterschiedlich reagieren und agieren lässt, werden sie doch beide in die selben Erlebnisse verstrickt. Beide ähneln sich nur äußerlich, sie sind vom Charakter und der Handlungsweise und dem Hintergrund völlig verschieden.  Doch sie beide wohnen bzw. wohnten in dem gleichen Haus und seitdem sind auch ihre agierenden Mitmenschen fast die selben. Wie sie ihre Schwerpunkte setzen, die verschiedenen Ereignisse einstufen, wie sie agieren - das wird hier sehr gut von der Autorin erzählt, da beides aus Sicht der jeweiligen Frauen erzählt wird. JP Delaney hat die beiden Frauen sich unterschiedlichen entwickeln lassen, in verschiedene Richtungen und das nicht zu offensichtlich für den Leser, immer nur ganz allmählich wird die Vergangenheit und die Geheimnisse dahinter gelüftet.

Der Schreibstil zwischen den jeweiligen Kapiteln der jeweiligen Protagonisten wechselt. So ist es z.B. bei Emma ein Fließtext ohne Anführungszeichen bei wörtlichen Reden, bei Jane sind die Dialoge gekennzeichnet.

Eine Grundspannung ist von Anfang an vorhanden. Je weiter die Geschichte voran schreitet, desto bedrohlicher und düsterer wird das Geschehen und dadurch steigt auch die Spannung. Von Anfang an ist nicht klar, was genau passiert ist und weshalb.
Erst am Ende wird das ganze Ausmaß aufgelöst. Auch wenn ich mit dem Schluß nicht ganz so 100 %ig zufrieden bin, habe ich das Buch sehr gerne und mit Spannung gelesen. Die abwechselnden Sichtweisen, die immer wieder überraschenden Wendungen, die aber logisch aufgebaut worden sind, haben den Krimi sehr unterhaltsam gemacht. Ob es ein Thriller ist, sei dahingestellt. Inhaltlich geht es nicht um viele Tote und viel Blut, aber es geht um psychologische Spiele, Geheimnisse und Spannung. Daher mag jeder Leser selber das Genre zuordnen .

Fazit;
Gute Unterhaltung mit einer guten Portion Spannung. Ein Buch, das ich sehr gerne gelesen habe.

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