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59 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 36 Rezensionen

sterben, sterbebegleitung, roman, familie, tod

Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster

Susann Pásztor
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 16.02.2017
ISBN 9783462048704
Genre: Romane

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4 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

spionage, familiengeschichte, volksaufstand 17. juni 1953

Der Tag X

Titus Müller
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Blessing, 27.02.2017
ISBN 9783896675040
Genre: Romane

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9 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

alaska, christlicher roman, familie, liebesroman, erpressung

Tödliche Frist

Dani Pettrey , Dorothee Dziewas
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Francke-Buchhandlung, 01.01.2017
ISBN 9783868276275
Genre: Romane

Rezension:

Ein Schlittenhunderennen in Alaska. Bei absolut tiefen Temperaturen, das härteste Schlittenhunderennen der Welt.
Anfangs scheint alles normal zu verlaufen, doch dann taucht einer der Teilnehmer nicht vereinbahrungsgemäß am Zwischenstopp auf. Seine Nichte Kirra Jacobs und Reef McKenna machen sich abends auf um ihn zu suchen. Sie finden ihn zwar, aber viel mehr als die Information, dass seine Tochter Meg, Kirras Cousine entführt worden ist, können sie ihm nicht entlocken, bevor sie selber in große Gefahr geraten. Ein gefährlicher Wettlauf mit der Zeit hat begonnen und Kirra und Reef geraten mehr als einmal in arge Bedrängnis....

"Tödliche Frist" ist der fünfte und abschließende Band um den McKenna-Clan. In jedem Band geht es um einen der McKenna-Geschwister. Doch die Bücher sind auch einzelnd, ohne Vorkenntnisse der anderen Bände lesbar, jeder Fall ist in sich abgeschlosen.

Diesmal steht der jüngste McKenna, Reef im Mittelpunkt. Es ist ein toller Mix aus absoluter Spannung, aber auch die wachsende Beziehung zwischen ihm und Kirra hat ihren Raum in der Geschichte. Dabei gelingt es der Autorin, diese keimende Liebe realistisch und voller Gefühl in ihrer Entwicklung zu beschreiben.
Die Autorin hat einen wundervoll packenden, lebendigen Schreibstil, so dass man beim Lesen mitfiebern kann. Die Spannung hat mich so gepackt, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte und es daher sehr schnell gelesen hatte.

Gefallen hat mir auch, wie die Autorin es geschafft hat, den christlichen Glauben, die Macht der Gebete mit in diesen Roman zu verpacken. Hat doch Kirra an einem Ereignis in ihrer Vergangenheit schwer zu tragen. Reefs Einfühlungsgabe, seine Geduld, aber auch ihrer beider Glaube helfen ihr, über die Vergangenheit zu sprechen und auch innerlich loszulassen. Nach vorne zu blicken....

Diesen Mix in eine tolle Geschichte zu verpacken beherrscht die Autorin meisterhaft. Auch die Vorgängerbände habe ich sehr gerne gelesen. Dieser Abschlußband toppt meiner Meinung aber alle vorhergehenden, obwohl ich dachte, dies sei kaum möglich.

Fazit:
Krönender Abschluss einer spannenden Reihe voller Abenteuer, Romantik und Glaube !
Auch unabhängig von den Vorgängerbänden zu lesen.
 



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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

roman

Alles, was ich nicht erinnere

Jonas Hassen Khemiri , Susanne Dahmann
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei DVA, 13.03.2017
ISBN 9783421047243
Genre: Romane

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42 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

berlin, krimi, historischer krimi, 1920er jahre, 2017

Noble Gesellschaft

Joan Weng
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 19.01.2017
ISBN 9783746632766
Genre: Krimi und Thriller

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67 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 34 Rezensionen

alter, sibirien, bäume, wald, freundschaft

Betrunkene Bäume

Ada Dorian
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Ullstein fünf, 24.02.2017
ISBN 9783961010011
Genre: Romane

Rezension:

Erich ist weit über 80. Noch lebt er alleine in seiner Wohnung in einem heruntergekommenen Mehrfamilienhaus. Doch nicht nur seine Sehkraft schwindet, auch seine Kraft und seine Beweglichkeit. Seine Tochter Irina vermittelt ihm eine Pflegekraft, die er aber kategorisch ablehnt. Einzig seine Liebe zu seinen Bäumen und seine Obsession noch täglich Auswertungen von Daten eines russischen Wissenschaftlers durchführen zu wollen, halten ihn am Leben.
Katharina, 17, ist verzweifelt, nachdem die Ehe ihrer Eltern auseinandergebrochen ist und sich der Vater nach Russland aufgemacht hat. Sie, die kurz vorm Abitur steht, schmeißt die Schule und flieht von zu Hause. Über Umwege findet sie Schutz in der Nachbarwohnung von Erich. Die beiden lernen sich kennen und so entsteht durch gegenseitige Hilfe eine fragile, ungewöhnliche Freundschaft.

Ada Dorians Schreibstil ist ruhig. Abweschselnd erzählt sie von Erich und Katharina. Immer wieder gibt es Rückblenden. Anfangs sind es verschiedene Erzählstränge, die sich immer weiter annährern, bis Erich und Katharina das erste Mal aufeinander treffen. Immer weiter werden Schicht um Schicht der Protagonisten gelöst, so dass der Leser immer tiefer in sie schauen kann, sie verstehen lernt.
Der Autorin ist es m.E. dabei wunderbar gelungen die beiden sehr gekonnt auszuarbeiten.
Da ist der tattrige Erich, der am Ende seines Lebens kaum noch Hoffnung hat. Immer weiter zerbröselt seine Selbständigkeit, dennoch hält er sich klammerhaft an seinen Daten, seiner (kleinen) Aufgabe fest um sich nicht ganz zu verlieren. Dabei wächst ihm nicht nur das Leben buchstäblich über den Kopf.
Für Katharina hingegen hat sich das Leben um sie herum aufgelöst. Sie findet keinen Halt, keinen Anker und fühlt sich an den Rand geschoben.
Für beide geht es um Lebensängste, um Spurensuche, aber auch um Hoffnungen und den eigenen Willen und vor allem die eigenen Wurzeln.

Ada Dorian´s Roman hat mich berührt, hat mich nachdenklich gestimmt und hat mich beim Lesen gefesselt. Immer mehr wollte ich über die zwei so unterschiedlichen und doch so ähnlichen Protagonisten erfahren, wollte wissen, ob sie wieder zu ihren Wurzeln zurück finden oder sich im wirren Geäst verlieren.

Passend dazu der Titel und auch die im Text geschildernde "Betrunkenen Bäume". Bäume, die durch die Veränderung ihres Bodens den Halt verlieren, schief wachsen oder absterben. Ein passendes Symbol auch für die zwei Protagonisten.


Fazit:
Ein Roman um zwei verlorene Menschen -  aus zwei verschiedenen Generationen mit Hoffnungen, Ängsten, Verzweiflung, auf der Suche nach ihren Wurzeln, hat mich gefesselt und sehr gut gefallen.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

sachbuch sport & fitness

Volkslaufbuch

Ingo Froböse , Ulrike Schöber
Flexibler Einband
Erschienen bei Südwest, 29.02.2016
ISBN 9783517094731
Genre: Sachbücher

Rezension:

Das Volkslaufbuch von Prof.Dr. Ingo Froböse und Ulrike Schöber hat mich gleich angesprochen. Titelt es doch "Für Ensteiger & Freizeitläufer"  - ich fühlte mich gleich angesprochen.

Das Buch ist ein echter Ratgeber, das sich in folgende Kapitel aufteilt (in Klammern meine Kommentar zu den einzelnen Kapiteln):
- Warum uns Laufen Spaß macht  --------------  (Motivation)
-Laufen und Gesundheit----------------------------- (Erklärungen)
-Vor dem Start: Was ziehe ich an ------------------(kurz und knapp)
-Welches Laufen passt zu Ihnen, Geschwindigkeit, Trainingshelfer - ...............................................................................(hilfreich !)
-Lauftechnik......................................................... (informativ)
-Verschiedene Wege zum Ziel: die Trainingsmethoden ............(wiederum informativ und hilfreich)
-Los geht´s: die Laufprogramme ......................(sehr gute Anleitung !)
-Regeneration: ein absolutes Muss ..................(wichtig !)
-Besser laufen mit Übungen...............................(nützlich)
-Richtig essen und trinken...................................(gehört auch dazu)
Anhang(z.B. Läuferbeschwerden).......................(nützlich)

Schon die einführende Worte der beiden Autoren, die von ihren eigenen Erfahrungen berichten, machen Mut, endlich auch Mal auszuprobieren was das Laufen so ausmacht. Es ist kein Hexenwerk, wenn man es richtig anfängt. Dazu macht der vorliegende Ratgeber Mut, leitet an und hilft beim Einstieg.
NIchts ist umständlich, alles ist hilfreich, informativ und optisch hervorragend gegliedert. Die Autoren wissen um den "inneren Schweinehund", den es zu überwinden gilt und dabei unterstützen z.B. auch Extra-Seiten, bei denen es z.b. ums Abnehmen (in Verbindung mit Sport) geht, kleine Test um den eigenen Lauftyp zu bestimmen oder auch nützliche Hinweise wenn es ums Lauftraining bei Kindern oder Senioren geht.

Es ist vor allem ein Motivationsbuch, ein Buch, bei dem man schon beim Lesen merkt, die Autoren verstehen etwas worüber sie schreiben. Es geht um den Spaß beim Laufen, aber auch um die gesundheitlichen Vorteile durch das Laufen. Es zeigt, dass (fast) jeder für diesen Sport geeignet ist, ein Sport, für den man wenige Hilfsmittel benötigt und der fast überall ausübbar ist.

Fazit:
übersichtlich, informativ, fundiert und vor allem motivierend. Ein Ratgeber für Einsteiger und Freizeitläufer !

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45 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

finnland, schicksal, zufall, verlust, glück

Dinge, die vom Himmel fallen

Selja Ahava , Stefan Moster
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Mare Verlag, 14.02.2017
ISBN 9783866482425
Genre: Romane

Rezension:

Saara ist acht Jahre alt, als ihre Mutter durch ein außergewöhnliches Unglück ums Leben kommt. Ein Eisbrocken fällt ihr aus heiterm Himmel (im wahrsten Sinn des Wortes) auf den Kopf. Ihre Tante Annu wird hingegen gleich zweimal von einem anderen Zufall "getroffen", sie gewinnt zweimal eine große Summe im Lotto.

Von Selja Ahava kannte ich bereits "Der Tag, als ein Wal durch London schwamm" und wieder war es dieser eher ruhige Erzählfluss, der mir auch hier gefallen hat. Dabei ist es eine völlig andere Thematik, wiederum ist es aber eher eine düstere Stimmung, die hier überwiegt.

Der Roman "Dinge, die vom Himmel fallen" ist in vier Teile untergliedert. Am Anfang und am Ende wird über Saara berichtet, der zweite Teil steht Tante Annu, im dritten Teil die Stiefmutter Krista im Vordergrund. Durch sie erleben wir ihre Gedanken, ihre Gefühle, ihre Verwirrtheit, ihre Sorgen, Ängste und Hoffnungen.
Vieles im Roman dreht sich um Zufälle, Wunder, Besonderheiten. Nichts ist linear. Das Leben der Protagonisten wird immer wieder aus der Bahn geworfen. Damit umzugehen ist nicht immer einfach. Auch im wahren Leben nicht.

Manchmal märchenhaft, oft sehr realistisch, erzählt die Autorin über die Probleme, die dieses "aus-der-Bahn-werfen" mit sich bringt. Nicht nur bei negativen Zufällen, auch das Nochmal-davon-gekommen oder der Geldsegen bergen Sorgen und Ängste und lassen die Protagonisten verzweifeln.
Als Leser kommt man nicht umhin, öfters den Kopf zu schütteln, gerade, wenn man liest, wie schwer es Saara hat, nachdem ihre Mutter gestorben ist. Durch ihre Gedanken wird klar, dass sie einen großen Halt verloren hat, den niemand ihr ersetzen kann. Fassunglos liest man, wie missverstanden sie oft wird, wie sie mit ihren Ängsten allein gelassen wird.

Natürlich ist es gerade hier eine deutliche Anhäufung von manchmal auch absonderlichen Zufällen, die diese Familie trifft. Nichts scheint normal. Nicht umsonst wird der letzte Abschnit auch überschrieben mit "Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute".
Es gibt in dem Buch auch kein passendes Ende. Es ist ein Ende, dass offen ist, das Raum lässt zum Spekulieren. Wie so vieles, was die Autorin dem Leser vorsetzt. Manches irritiert, verwirrt, verstört, aber manches regt auch zum Nachdenken und Innehalten an.

Mit den Abschnitten wechselt auch der Erzählstil. Nicht alle Teile haben mich gleichmäßig überzeugen können und lange habe ich über die Bewertung meiner Sterne nachgedacht. Ich habe mich entschieden, die 3,5 Sterne aufzurunden auf 4 Sterne, da ich bei den meisten Portalen keine halben Sterne verteilen kann.

Fazit:
Ungewöhnlich, typisch nordisch düster, verwirrend, beklemmend, aber auch berührend und nachdenklich stimmend.

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35 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

nigeria, musik, diktatur, afrika, liebe

Tadunos Lied

Odafe Atogun , Miriam Mandelkow
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Arche, 10.02.2017
ISBN 9783716027554
Genre: Romane

Rezension:

Taduno ist in seinem Land Nigeria ein bekannter Sänger und Gitarrenspieler. Doch er flüchtet, als seine Musik verboten wird. In dem Land ist er ein Unbekannter, lebt für sich, alleine, einsam. Als ihn ein verzweifelter Brief seiner Freundin Lela erreicht, die inhaftiert wurde,  kehrt er zurück nach Lagos. Dort stellt er fest, dass alle ihn vergessen haben. Auch die Nachbarn erkennen ihn nicht wieder. Dabei war er doch nur ein paar Wochen weg. Wieder finden auf mysteriösem Weg Briefe von Lela zu ihm und Taduno, dessen Sing-Stimme ebenso verschwunden ist, wie anscheinend all seine anderen Spuren, muss sich entscheiden, ob er um Lela zu befreien, ein Loblied auf den diktatorischen Präsidenten singt oder schweigt, was Lelas Tod bedeuten würde.

Tadunos Lied ist ein eher ruhig geschriebener Roman, der durch die Elemente, mit denen der Autor arbeitet, wie ein modernes Märchen klingt. Mit gut und böse, mit Entscheidungen, die schwer fallen, mit fantastischen Begebenheiten .
Taduno liebt seine Musik, er liebt Lela, doch er hat auch ein ausgeprägtes Bewusstsein für richtig oder falsch. Er hadert mit seinen Entscheidungen, schlägt auch verschiedene Wege ein, um am Ende uns doch wieder zu überraschen. Er wirkt manchmal konfus, manchmal zu eingefahren in die Richtung, in der er geht, dennoch ist er, denke ich, auch beispielhaft für viele in unserer Zeit.
Es ist kein Spannungsroman, eher wie ein ruhiger fliessender Fluss, der durch seine Windungen und Wendungen Interesse weckt. Vor allem, weil sich der Leser fragt, wie wird sich Taduno entscheiden.

Der Schreibstil ist nicht poetisch, eher nüchtern, kurze Sätze, einfache Sätze, verschiedene Dialoge. Dabei wird immer aus einer gewissen Distanz erzählt. Als wäre es ein allwissender Erzähler aus dem Off, der das Geschehen um Taduno widergibt. Ohne Bewertungen.


Ein Buch, das einen nachdenken lässt über seine eigenen Entscheidungen, bei dem man sich selber die Frage stellt, wie weit wäre man selber gegangen, hätte man den Mut und die Kraft aufgebracht ? Entscheidungen, die umso schwerer fallen, wenn man nicht in einem freien Land lebt.
Das Buch soll im 20. Jahrhundert spielen und spiegelt (ich musste selber erst mal etwas nachrecherchieren) wohl in einer Zeit, in der Nigeria von Diktaturen beherrscht wurde.
Der Autor beschränkt sich hier im Wesentlichen auf den Konflikt zwischen Taduno und dem Präsidenten und natürlich dem inneren Konflikt von Taduno. Vieles was an Gewalt auch hier im Roman erwähnt wird, wird nicht weiter ausgebreitet, meist in Nebensätzen erzählt. Nüchtern, gefühllos, distanziert. 

Fazit:
Ein Roman, der sich um Mut und das Gewissen dreht, um Stärken und Schwächen der Menschen, eingepackt in ein modernes Märchen.

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59 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

jazz, chicago, musik, roaring twenties, liebe

Die Musik der verlorenen Kinder

Mary Morris , Gabriele Weber-Jaric
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 05.12.2016
ISBN 9783746632728
Genre: Historische Romane

Rezension:

Das Buch beschreibt das Leben einiger Protagonisten in den Jahren zwischen 1915 und 1933 in Chicago.
Da ist einmal Benny Lehrman, Sohn eines Baseball-Kappen-Fabrikanten, dessen Familie den Verlust des jüngsten Sohnes verarbeiten muss. Benny, der anders als seine Brüder,  schon immer von Musik,  Rhytmen und die Chigagoer South Side angezogen wurde, ist begeistern von der neuen Musikrichtung Jazz. Er hört es bei den Schwarzen, Heimlich. Denn seine Familie will davon nichts wissen. Verbietet es ihm. Doch Benny findet immer wieder einen Weg.
Pearl verliert an dem Tag, an dem sie Benny das erste Mal (unbewußt) sieht, drei ihrer Brüder durch ein tragisches Unglück, bei dem mehr als 800 Menschen in Chicago ums Leben kommen. Jahre später betreibt sie mit ihrem überlebenden Bruder und ihren Schwestern ein Lokal. Immer noch von dem Verlust überschattet mühen sich die Geschwister um ein Überleben.
Napoleon Hill ist ein schwarzer Trompeter, der es schafft, mit seiner Leidenschaft zur Musik, aus dem Süden zu entkommen um im Norden sein Glück zu versuchen. Doch nicht alle sind im wohlgesinnt.

Die Geschichte verwebt das Leben der drei Protagonisten. Anfangs sind es verschiedene Handlungsstränge, die die Autorin immer mehr verwebt. Anfangs laufen sich die Akteure unerkannt über den Weg, doch je älter sie werden, desto mehr kreuzen sich ihre Bahnen, verschlingt sich ihr Schicksal.
Immer wieder wechseln die Perspektiven. Anfangs wird manches Ereignis knapp und kurz erzählt, da hat mir manchmal schon die Tiefe oder auch das Wissen zum Verständnis gefehlt, manche Ereignisse habe ich erst einmal im Internet nachgelesen, damit ich es besser einsortieren konnte. Es hat ein bisschen gebraucht, bis ich den Draht zu dieser Geschichte gefunden hatte, aber dann hat sie mich doch gepackt.
Anders als der Klappentext hinten suggeriert, ist es für mich keine Liebesgeschichte, keine Geschichte, in dem es vordergründig um Liebe oder Familie geht. Es geht eindeutig um die Musik. Um Jazz. Um die Liebe zum Jazz und den Spaß am Musikmachen, als Zeichen des Ausdrucks. Und für mich ist alles andere nur Randgeschehen. Ergreifend erzählt die Autorin, wie die Akteure erst Schmerz verspüren mussten, Leid erfahren mussten, um ihre Gefühle mit Musik ausdrücken zu können.
Es sind die 20er Jahre des vorherigen Jahrhunderts. Ein Zeitalter, dass vielleicht "golden" anfing, doch sich immer wieder verändert hat. Viele Auswirkungen hat die Autorin gut dargestellt. Prohibition, die Wirtschaftskrise. Die Mafia, Al Capone und die Spannungen zwischen den Religionen und Hautfarben. Aber auch die technischen Fortschritte. Musiklegenden werden manchmal ganz im Nebensatz kurz erwähnt. Louis Armstrong, Duke Ellington.

Die Autorin hat einen ganz eigenen Stil. Sie schöpft aus dem Vollen, dennoch hinkt man als (unwissender) Leser manchmal hinterher. Sie lässt ihre Erzählstränge manchmal hin und her "tanzen", manchmal ist der Stil zu flott, zu wechselhaft oder zu kurz angerissen, nicht tiefgehend genug.  Dennoch haben mich ihre Protagonisten berühren können, habe ich sie verstehen können, habe viele Bilder beim Lesen vor Augen gehabt. Habe die Musik gespürt - die Liebe zur Musik, die hier über allem steht.

Fazit:
Eine Geschichte voller Musik mit Höhen und vor allem Tiefen bei den Protagonisten. Nach Anlaufschwierigkeiten hat sie mich doch noch gepackt!

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(110)

220 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 55 Rezensionen

menschenhandel, frankreich, krimi, charlotte link, bulgarien

Die Entscheidung

Charlotte Link
Fester Einband: 580 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 05.09.2016
ISBN 9783764504410
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Weihnachten 2015. Der 40jährige  Hamburger Simon macht Weihnachtsferien in dem Ferienhaus seines Vaters in der französichen Provence. Allein. Seine Kinder aus der geschiedenen Ehe wollten kurz vor der Reise doch nicht mit und seine neue Freundin wollte er anfangs wegen der Kinder nicht dabei haben. Nun will sie nicht mehr.  Simon ist einer, der sich mit Entscheidungen und Richtungswechseln in seinem Leben nicht leicht tut, im Gegenteil, er lässt sich gerne von allen ausnutzen und beeinflussen. Ihm fehlt die Energie, das Durchsetzungsvermögen, der Antrieb und vor allem ein eigener Wille.
In dem einsamen Haus fällt im allerdings auch bald die Decke auf den Kopf und so kommt es, dass er an einem regnerischen Tag mal wieder die falsche Entscheidung trifft, als er endlich mal Mut zeigt um einzuschreiten und aktiv was zu unternehen. Er trifft auf die 20jährige Nathalie, die in Bedrängnis ist und statt ihr vielleicht nur mit Geld auszuhelfen, nimmt er sie sogar mit in sein Haus. Ein großer Fehler mit weitreichenden Folgen.

Charlotte Link gehört zu meinen Lieblingsautoren. Diesmal ist der Roman spannend, allerdings gehört er vielleicht nicht ganz zu den Pageturnern, die ich sonst von ihr gewohnt bin. Anderseits punktet er durch große Charakterstudien bei mir, denn sie hat die Protagonisten sehr gut aufgebaut.
So gibt es auch mehrere verflochtene Erzählstränge. Einmal der aktive, sehr spannende Teil um Simon. Dann der Teil um Nathalie, ihre Kindheit und Jugendzeit und wie es dazu kam, dass sie die Freundin von Jerome wurde (der auch noch eine große Rolle hier spielen wird). Dieser Teil war zwar nicht so spannend und m.E. etwas zu breit ausgelegt, aber dennoch interessant. Die Geschichte einer Magersüchtigen mit ihren Abhängigkeiten und Problemen.
Ein weiterer Strang führt uns nach Bulgarien. Zu den Angehörigen eines vermissten Mädchens. Durch diesen Erzählstrang wird bald klar, um was es sich im Kern bei der dieser Geschichte handelt. Aber auch hier enthüllt sich erst alles nach und nach. Dieser Teil war interssant und auch spannend, man fiebert bei der Suche mit und leidet als Mutter mit der Familie.
Ein weiterer (kleiner) Erzählstrang bietet einen (kleinen) Blick hinter die Kulissen einer Polizeikommmissarin in leitender Position.

Viele Stränge, ein Buch, bei dem man sich erst etwas einlesen muss, der aber dann rasant durchstartet und immer wieder sehr spannend wird. Viele Momente, bei den man mit den Protagonisten zittert und die Toten bedauert.
Vor allem ist es ein aktuelles Thema in der jetztigen Zeit.  Es gibt viele Menschen wie Simon, die sich treiben lassen, weder im Leben noch in der Beziehung aktiv genug sind oder anscheinend immer die falschen Entscheidungen treffen. Auch die Magersucht, der Menschenhandel und manch weitere Begebenheit in diesem Roman sind aktuelle Themen.
Meines Erachtens hat Charlotte Link diese Komponenten spannend verflochten und eine tolle Story daraus gemacht, die mich gefesselt hat.
Einzig Nathalies Geschichte war mir zu detailliert, daher ein halber Punkt abzug, Nur ein halber, denn auch ihre Geschichte gehört zum Gesamtkonzept dazu und hat ihre Art, ihre Beweggründe erklärt.

Wieder einmal hat mich Charlotte Link mit ihrem abwechslungsreichen, flüssigen und sehr interessanten, fesselnden Schreibstil überzeugen können. Dialoge und Aktionen konnte sie wieder sehr lebendig beschreiben.

Fazit:
Ein aktuelles und brisantes Thema, spannend und lebendig erzählt.
4,5 Sterne - aufgerundet hier auf 5 Sterne.

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(51)

111 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 47 Rezensionen

ostpreußen, familiensaga, mitgift, familie, mamsell

Das Lied der Störche

Ulrike Renk
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 19.01.2017
ISBN 9783746632469
Genre: Historische Romane

Rezension:

Gleich vorweg: Dies ist ein historischer Roman, in dem man vollkommen versinken kann, der einen enführt in eine andere Zeit und der Sog dabei hat mich das Buch kaum aus der Hand legen lassen!

Es beginnt im Jahr 1920, Friederike ist gerade 11, als ihre Mutter ein drittes Mal heiratet und mit den 3 Kindern aus den ersten beiden Ehen nach Ostpreußen, auf das Gut Fennhusen zieht. Anfangs ist es Freddy, wie sie von ihrer Familie genannt wird, langweilig, ist es doch auf dem einsam gelegenen Hof so ganz anders als in Berlin, wo sie die ersten Jahre verbracht hat. Aber schnell ist sie begeistert von den Tieren und den Menschen, die auf dem Gut leben.
Friederike wächst heran, währenddessen ist es ein Mann, der durch seine Freundschaft mit Stiefvater Erik immer wieder Fennhusen besucht : Ax von Stieglitz. Wesentlich älter als Friederike, aber schon von Anfang an ist sie von ihm fasziniert. Doch sie fragt sich auch: Warum ist er nicht verheiratet ? Warum ist er manchmal so still und in sich gekehrt?


Urlike Renk hat es geschafft, dass ich kaum aufhören konnte zum Lesen, jede freie Minute genutzt habe und die 500 Seiten so schnell wie möglich ausgelesen hatte...mit Bedauern bin ich wieder aus dieser Zeit aufgetaucht als ich es durch hatte. Lange hat mich ein Roman nicht mehr so mit hinein gezogen. Die Autorin hat einen ungemein fesselnden Schreibstil, sie berichet aus der Sicht von Friederike, mit ihren Augen sehen wir förmlich das Gutsleben vor uns. Sie hat es auch geschafft, dass sich die Protagonistin glaubhaft entwickelt. Von einem Backfisch zu einer jungen Dame. Von einem Stadtkind zu einer Dame vom Land, die Tiere und die Natur liebt und Verwantwortung tragen kann.
Was mir beim Lesen immer im HInterkopf geblieben ist, ist, dass der Roman eine reale Vorlage hatte, dass es diese "Friederike" (Namen und Ort wurden verändert) so oder so ähnlich gegeben hat. Die Rahmenbedigungen sind historisch, der Autorin ist es gelungen, sie überaus interessant mit Leben zu füllen.
Als Leser hat man das Gefühl man sitzt in der ersten Reihe, man kann sich dieses Leben auf dem adligen Hof in Ostpreußen mit Gesinde und Gesellschaften so gut vorstellen. Auch die Tierliebe der Hauptfigur zu Pferden, Hunden und sogar Wölfen werden hier teils sehr magisch beschrieben.
Dazu werden immer wieder - zwar am Rande - auch die politischen Rahmendbedingungen geschildert. Wie z.b. der polnische Korridor und Ende der 20er Jahre die steigenden Nöte und Probleme z.B. in der Landwirtschaft.


Der Roman ist nicht auf "Action" ausgelegt, es ist eher wie ein ruhiger Fluss, der immer mal wieder einige Stromschnellen, einige geheimnisvolle, spannende oder auch humorvolle Momente hat. Aber dieser Lesefluss hat einen unheimlichen Sog, eine unheimliche Erzählkraft, die mich nicht losgelassesn hat, bis ich die letzte Seite gelesen hatte. Es ist der erste Teil der Geschichte von Friederike und es wird weitere geben. Zum Glück !!!

Und während der Wartezeit auf die folgenden Bände werde ich mir die Serie um "Die Australierin" der Autorin vornehmen.

Fazit:

So mag ich historische Romane: wenn ich das Buch nicht aus der Hand legen kann und vollkommen in eine andere Welt versinke!!!
Meine Empfehlung an alle, die opulente historische Romane mögen !!!!

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(100)

153 Bibliotheken, 12 Leser, 1 Gruppe, 90 Rezensionen

thriller, psychothriller, schweden, stockholm, krimi

Glücksmädchen

Mikaela Bley , Katrin Frey
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.02.2017
ISBN 9783548288444
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein achtjähriges Mädchen ist verschwunden - und fast scheint es keiner zu bemerken. Die Eltern leben getrennt, nach einem Trennungs- und Scheidungskrieg steht die Tochter Lycke zwischen ihnen. Hin- und hergeschoben in einem wöchentlichen Wechsel. In der Schule scheint das stille Mädchen keinen Anschluß zu haben. Zum Glück hat sie ihr Kindermächden Mona, dass sie beim jeweiligen Aufenthaltsort begleitet. Doch nun geht es vielmehr darum, wo ist Lycke ? Was ist am Freitag Nachmittag mit ihr passiert ?
Auch Ellen Tamms vom Fernsehsender TV4 soll als Kriminalreporterin von dem Fall berichten. Doch dieser reisst bei ihr nichtverheilte Wunden auf, erinnert sie das Mädchen doch an ihre tödlich verunglückte Zwillingsschwester.

"Glücksmädchen" - "verunglückte Zwillingsschwester" - zweimal kommt hier das Glück im Namen vor. Doch beidesmal ist kein Glück dabei. Im Gegenteil. Schnell wird klar, Lycke ist kein glückliches Kind. Der als Psychothriller deklarierte Roman arbeitet viel mit der Psyche der Protagonisten. Die Autorin schildert meist aus Sicht der Reporterin Ellen, aber auch Mona, die Mutter Helen und die Stiefmutter Chloe kommen zu Wort. Bei den letztgenannten bekommen wir einen guten Eindruck auf den Alltag von Lycke. Ein Bild des Jammers.
Auch Ellens Leben ist geprägt von Schuldgefühlen, Ängsten und morbiden Sammelleidenschaften. Und von Abenden, in denen sie ihren Kummer versucht in Wein zu ertränken. Dennoch ist es sie, die nicht locker lässt, die bis an ihre Grenzen geht um Lycke zu finden.

Mikaela Bley hat einen flüssigen Schreibstil, viele Dialoge machen den Roman sehr lebhaft. Immer dabei ist ein unterschwelliger sehr düsterer Ton, geprägt durch das Ausmaß an Leid, das hier ein Kind erleiden muss. Die Handlung ist nie langweilig, im Gegenteil, man hofft mit der Reporterin und begleitet sie bei all ihren Aktionen zum Auffinden des Mädchens.
Ellen hat selber sehr viele Probleme. Gekennzeichnet durch ihre Erlebnisse, ihre Schuldgefühle aus ihrer Kindheit, kommt ein Beziehungsproblem mit einem Mann, Alkohol, Versagungsängste und Minderwertigkeitskomplexe hinzu. Doch nach außen gibt sie die taffe Reporterin, die auch vor schwierigen und gefährlichen Einsätzen nicht zurückschreckt.

Es werden meiner Meinung nach ein paar Fäden zu viel hier verarbeitet. Am Ende klärt sich allerdings das meiste auf. Dennoch muss man auch im Nachgang sich vieles noch einmal durch den Kopf gehen lassen, alles nach der Auflösung noch einmal sacken lassen. Überraschen konnte mich die Autorin jedenfalls gegen Ende, auch wenn ich irgendwann ein Gespür, ein Gefühl bekommen hatte, was dahinter stecken könnte.
Es ist kein Thriller im herkömmlichen Sinne, der mit blutrünstigen, abschreckenden Bildern arbeitet. Eher einer, der unter die Haut gehen möchte, weil es so viele gefühllose, abgebrühte, egoistische Darsteller gibt.
Ich war lange am schwanken, wie viele Sterne ich hier vergebe, denn es ist ein Krimi/Thriller der anderen Art, mit "leiseren Tönen", der mehr auf der Schuldebene abläuft statt auf blutiger oder gewalttätiger Schiene. Ich habe mich entschieden im gute 3,5 Sterne, aufgerundet auf 4 Sterne zu vergeben, da er (leider) ein wahrscheinlich oft typisches Bild einer schmutzigen Scheidungsauseinandersetzung und den Folgen zeichnet. Auch wenn es zum Glück meist nicht solche dramatischen Folgen hat.

Fazit:

Ein überraschender Krimi/Thriller, mit viel Gefühl, Protagonisten mit vielen Ecken und Kanten, die nicht gefallen, sondern den Leser zum Nachdenken bringen sollen.

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(85)

151 Bibliotheken, 7 Leser, 2 Gruppen, 65 Rezensionen

neapel, freundschaft, italien, roman, studium

Die Geschichte eines neuen Namens

Elena Ferrante , Karin Krieger
Fester Einband: 624 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 10.01.2017
ISBN 9783518425749
Genre: Romane

Rezension:

"Die Geschichte eines neuen Namens" ist der zweite Teil des Neapolitanischen Zyklus von Elena Ferrante (Pseudonym). Die Protagonistin Elena erzählt in ihm über ihre Jugendjahre.
Ich kannte den ersten Teil noch nicht, kam aber dank der am Anfang vorgestellten Protagonisten gut in diese Geschichte hinein.

Es geht um Elena, genannt Lenù, ihren Freundin Lina (von ihr Lila genannt) und um viele Familien aus dem neapolitanischen Rione, aus dem die beiden stammen. Es ist ein Arbeiterviertel, ein armes Viertel. Familien, in denen die Kinder schon früh mitarbeiten müssen. Es sind die 50er und 60er Jahre. Bildung ? Meistens fingen die Kinder nach der Grundschule an zu arbeiten. Anders Elena, die Abitur macht.
In diesem zweiten Band geht es auch um Beziehungen, Freundschaften und Ehen. Lila heiratet mit 16 Jahren. Doch glücklich wird sie nicht. Es war ein entfliehen aus ihrer Familie, sie hat materiele Güter, ein - für ihre Verhältnisse -  Luxusleben. Sie kann ihre Fähigkeiten an der Arbeit einsetzen, bringt Schwung in die Läden, doch sie verkümmert innerlich. Denn es ist nur der materielle Schein, es ist kein Eheglück vorhanden.
Elena hingegen geht in ihrem Lernen, ihrem Wissen auf. Doch die ganze Zeit kann sie sich innerlich nich von ihrer KIndheitsfreundin abnabeln. Sie hängt an ihr, bewundert sie, beneidet sie. Lenú scheint alles mühelos zu gelingen.. Ihr fällt alles zu, was Elena sich hart erarbeiten muss. Doch manchmal trügt auch der Schein.

Es ist eine wechselvolle Geschichte, mit vielen Tiefen und manchen Höhen. Beim Lesen erkennt man die unsichere Elena, die ganz anders ist als ihre vorlaute, extrovertierte Freundin.
Vor allem glaubt man als Leser, dass die Autorin hier ein biografisches Buch geschrieben hat. gerade weil sie dieses geheimnisvolle Pseudonym, hinter dem sie sich im verborgenen hält. den gleichen Vornamen wie die Hauptprotagonistin hat. Und weil sie aus der Ich-Perspektive erzählt und es eine vor allem sehr gute Sicht auf das Seelenleben der jungen Elene gibt. Es ist eine Geschichte in der Retroperspektive geschrieben, aber sehr detaillvoll, so dass man sich als Leser mit hinein versetzt fühlt in die 50er und 60er Jahre. Man spürt beim Lesen förmlich die Unsicherheit der Protagonistin, ihr bestreben beim Lernen und vor allem ihre Entwicklung. Es klingt nach einer authentischen Geschichte, weil man vollkommen in ihr Leben eintauchen kann.
Ich empfande das Buch nicht als langweilig, obwohl es keinen großen Spannungsbogen gab. Vielmehr hat mich Elenas Leben, ihre Gedanken, fasziniert. Es ist wie das Eintauchen in eine andere Zeit, der Zeit meiner Elterngeneration. Das Leben einer früheren Generation, aber hier konnte ich es vor meinem inneren Augen förmlich nachfühlen, nacherleben. In eine andere Haut schlüpfen.
Es ist eine - für mich- andere Welt, eine, in der kaum Hoffnung besteht, das Viertel, in das man hineingeboren worden ist, zu verlassen. Bei denen Menschen tagein und tagaus schuften und nicht viel erreichen. Indem Banden das sagen haben. Gewalt fast zur Tagesordnung gehört. Jeder alles -oder fast alles- über seine Nachbarn weiß. Es fasziniert, schreckt öfters aber auch ab. Und doch - immer wieder ist da ein Hoffnungsstrahl in all diesem Elend.

Ich werde jetzt auf alle Fälle die KInderjahre mit "Meine geniale Freundin" nachholen und warte gespannt auf die weiteren zwei Bände. Die Autorin hat mich gepackt, hat mein Interesse an Elena und ihrem zukünftigen Leben geweckt.

Fazit:
Diese Geschichte hat mir ein interessantes Bild auf die 50-und 60er Jahre in einem Arbeiterviertel Neapels gezeichnet und die Entwicklung einer Protagonistin mit all ihren Träumen, Ängsten, Schmerzen und Erfolgen aufgezeigt. Ein Buch, dass für mich eine sehr realistische/authentische Geschichte widergespiegelt hat.

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15 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

krimi, eifel, nerven, mord, nervenkitzel

Der gläserne Himmel

Petra Hammesfahr
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Diana, 09.01.2017
ISBN 9783453359208
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Der gläserne Himmel" wurde bereits 1995 das erste Mal veröffentlicht. Im Januar 2017 erschien im DIANA-Verlag eine überarbeitete Taschenbuchausgabe.

Zum Inhalt:
Schon als Kind kam Christian nach Kirchfelden. Damals musste er ein paar Wochen bei seiner Tante Luise verbringen, warum, wieso, dass wurde dem damals 11jährigen nicht gesagt. Trotz aller Fragen hat er  dort das erste Mal das Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit. Jahre später kehrt er als Lehrer zurück in diesen Ort und zu seiner Tante. Dann lernt er Sina kennen. Fast noch ein Mädchen, 11 Jahre jünger als er, doch sie fasziniert ihn von Anfang an. Ihn plagen ungewöhnliche Träume, beängstingende und ständig sich wiederholende Szenen, die ihn Nacht für Nacht heimsuchen. Was bedeuten sie ? Sind es Zukunftsvisionen ? Viele Fragen, viele Geheimnisse. Christian versucht sich langsam vorzutasten und gerät dabei selbst in enen Strudel von Neid, Missgunst und Verrat.


Meinung:
Ich habe schon ein paar Krimis von Petra Hammersfahr gelesen, dieser ist einer der ganz anderen Art. Er ist mysthisch, düster und hat dennoch beim Lesen einen unheimlichen Sog auf mich gehabt. Er war spannend, da es viele Geheimnisse gibt, vieles, was sich erst nach und nach heraus kristalliert hat. Dennoch gab es auch phasenweise langatmigere Stellen, die dennoch zur Auflösung (wie sich hinterher herausgestellt hat) dazugehören.
Familiengeheimnsisse auf beiden Seiten, Andeutungen, Ahnungen und immer wieder neue Erkenntnisse, neue Wendungen verhelfen diesem Roman zu einem relativ hohen Spannungsbogen.

Die Autorin lässt Christian erzählen. Aus einer Retroperspektive berichtet er kurz vom Ende, dabei kann man als Leser aber kaum etwas erahnen, um dann von Anfang an zu beginnen. Wie eine Lebensbeichte, ein detaillgetreuer Bericht, wie alles begann und warum. Von Anfang an hat mich dieser eher düstere Stil fasziniert, dieser - ja- gebrochene Mann, der dem Leser berichtet, wie alles zum dramatischen Ende kam.

Die Geschichte ist mysthisch, sie ist ungewöhnlich und nicht alltäglich. Sie ist nicht real, sie ist ja, übersinnlich, ja, "fantastisch" , eine Mischung, die ich einerseits dem Genre Mysterythriller zuordnen möchte, anderseits auch dem Bereich Fantasy. Ein Roman, auf den man sich als Leser einlassen muss, gerade weil er mit anderen Elementen arbeitet. Ich möchte hier im Vorfeld nicht zu viel verraten, um die Spannung der zukünftigen Leser nicht zu nehmen.
 

Fazit:
Mir hat Petra Hammersfahr mit diesem Roman viele spannende Lesestunden beschert, bei denen ich öfters mal Gänsehaut hatte. Spannend ist er allemal, auch wenn er manchmal eine paar Längen hatte. Doch der unheimliche Sog, den ich beim Lesen verspürte, hat mich tief in diese Geschichte hinein gerissen. Dieses Übersinnliche in dieser Geschichte hat mich fasziniert und gleichzeitig gegruselt.
Dazu kommt, dass die Autorin auch noch einmal mit einer ungewöhnlichen Auflösung den Leser überrascht.


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71 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

tod, trauer, familie, seele, verlust

Solange ich in deinem Herzen bin

S.D. Robertson , Allys Olsen
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 09.01.2017
ISBN 9783959670739
Genre: Romane

Rezension:

Will ist Mitte 30 und mit dem Fahrrad auf dem Weg zur Schule um seine 6jährige Tochter Ella abzuholen, als ihn eine unachtsame Autofahrerin erwischt und überfährt. Er stirbt. Die Geschichte beginnt dort, als er stirbt und dann neben seinem toten Körper steht. Alles beobachten kann, aber nicht mehr eingreifen, nicht mehr mit seiner Umwelt agieren kann. Er trifft seine "Lotsin" Lizzie, die ihm auf der Erde noch eine Frist zugesteht, bevor er in den Himmel wechselt. Denn Will hat seiner Tochter versprochen, sie nie zu verlassen.  Will hat zwei Monate Zeit sich zu entscheiden, ob er weitergehen will, oder für immer als Seele bei Ella bleiben möchte.

Es ist eine Geschichte der ungewöhnlichen Art. Eine, auf die man sich einlassen muss. Es geht um eine Seele, die nicht loslassen will, nicht loslassen kann und der Autor hat es m.E. geschafft, die Gefühle von Will, die Beweggründe, die Gedanken sehr gut einzufangen. Es geht um das Loslassen, das Weiterziehen, es geht aber auch um eine starke Vater-Tochter-Beziehung, es geht um die Wahrheit und es geht natürlich um den Tod. Und da die Geschichte aus der Sicht eines Geistes (hier betont der Autor aber die Seele) geschrieben wurde, geht es aber auch um eine (mögliche) Zwischenwelt.
 
Es ist aufgrund der Thematik keine leichte Lektüre, es ist eine die berührt. Die mich vom Schreibstil gefesselt hat und die durch viele interessante Dialoge lebendig gehalten wurde. Auch die immer neuen Wendungen, haben das Buch interessant gehalten, gerade dann, wenn man dachte, es kann nichts Neues mehr kommen, wurde man vom Autor überrascht.
Dennoch wurden gegen Ende alle Fäden zusammengeführt und die Geschichte wird sehr schlüssig abgeschlossen.

Die Protagonisten wurden für mich gerade auf der Gefühlsebene sehr gut dargestellt und gerade Will, der nicht loslassen kann, wurde sehr glaubwürdig dargestellt. Die anderen "sehen" und erleben wir nur aus Will´s Warte, aber sie haben trotzallem Kontur.

Ich würde das Buch als Frauenroman einsortieren, als Gefühlsroman, als eines fürs Herz. In diesem Genre eingeordnet, kann ich ihm 4,5 Sterne vergeben, aufgerundet hier auf 5.

Fazit:
Emotional hat mich das Buch berührt. Eine Geschichte, die einem vielleicht nicht zum Lachen bringt (wie der Text auf dem Klappenbroschur suggeriert), aber zum Mitfühlen und auch zum Nachdenken über die Zeit zum Leben.

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61 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 56 Rezensionen

low carb, salate, salat, rezepte, dressing

Shaking Salad Low Carb

Karin Stöttinger
Fester Einband: 152 Seiten
Erschienen bei Brandstätter Verlag, 09.01.2017
ISBN 9783710601040
Genre: Sachbücher

Rezension:

Das Buch "Shaking Salad - low Carb" besticht durch großformatige,  farbenprächtige und aussgekräftige Fotos, eine übersichtliche Zutatenliste für jeden Salat und eine kurze, aber dennoch sehr gut erklärende Zubereitungsdarstellung.

Das Buch ist untergliedert in die Bereiche
-vegetarisch
-Fisch
-Vegan
-Fleisch
-süss
-Cheat Meals (also die, die viele Kohlenhydrate haben)

Am Anfang des Buches gibt es von der Autorin noch ein Erklärung, wie es zu diesem Buch (und dem Vorgänger) kam, eine Dressing-Erklärung und ein Beschreibung ihrer Vorgehensweise.

Schon die Fotos machen Appetit auf die Zubereitung und dank der kleinen Zutatenliste ist auch vieles ohne weiteres selbst herzustellen.
Dennoch braucht man für einige Zeit. Daher ist eine Zubereitung am Vorabend empfehlenswert, denn schnell mal eben am Morgen für den Mittag einen To-Go-Salat herzustellen, ist oft nicht machbar.

Aber ich finde es eine sehr gute und vor allem gesunde Idee, denn die hier vorgestellten Salate sind alle (bis auf den letzten Abschnitt) kohlenhydratarm. Allerdings fehlen hier die Nährwertangaben für genauere Aufschlüsselung. Brauche ich allerdings auch nicht, denn ich verstehe viele Rezepte auch als Anstoß für Variationen und eigene Kreationen.

Gefallen hat mir schon die Art, wie der Salat hier richtig gehend lecker arrangiert wird. Nicht einfach in eine Schüssel, sondern - gemäß dem Motto - das Auge isst mit ! - wird der Salat richtig gehend im Glas präsentiert. Und so sehen die Kreationen im Glas geschichtet auch sehr viel ansprechender aus als in einer Schüssel vermischt.

Fazit:
Gelungene Optik des Buches, geniale Idee des Arrangierens im Glas als Salat-to-go, leckere Rezepte, die manchmal nur schon am Vortag zuzubereiten sind, damit man es als angepriesenen Mittags-Snack einnehmen kann.

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185 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 167 Rezensionen

liebe, rocky mountains, wilderer, virginia fox, independence

Rocky Mountain Lion

Virginia Fox
Flexibler Einband: 332 Seiten
Erschienen bei Dragonbooks, 02.12.2016
ISBN 9783906882048
Genre: Romane

Rezension:

Rocky Mountain Lion ist der 9. Band der Serie rund um den fiktiven amerikanischen kleinen Ort Independance und ihrer Einwohner. Ich selber habe bisher noch keine weiteres Buch der Serie gelesen und bin sehr gut mit den Protagonisten zurecht gekommen, da in jedem Band neue Personen im Vordergrund stehen.

Quinn ist Wildhüterin und hat alle Hände voll zu tun. Nicht nur, dass sie den Verdacht hat, dass Wilderer in der Gegend Tiere schießen um Fell oder Kopf als Trophäen zu sammeln, auch ihre Eltern, vor allem ihr dementer Vater, erschweren ihren Tag, besonders, weil es unbedingt eine Dauerlösung im Alltag für sie geben muss, bevor sie psychisch oder physisch zusammenbricht.
Archer ist ein  neuer Mitarbeiter in der Wildtierstation. Ein zerstreuter Wisschenschaftler ? Diesen Anschein will er erwecken, in Wahrheit ist er ein Undercover-Agent und auch auf Spurensuche nach den Wilderern.
Und da gibt es noch Hollister, den Wilderer, der nicht nur Jagd auf Tiere macht und ziemlich skrupellos und brutal vorgeht.
Doch er hat nicht mit dem Zusammenhalt in Independance gerechnet und mit den vielen Spürnasen, die es in diesem Ort gibt, nicht zu vergessen, der Mundpropaganda und leidenschaftlichen Tratsch- und Klatschsucht der Bewohner.

Das Format des Buches ist ungewöhnlich groß, aber es lässt sich dadurch gut beim Lesen halten. Das Cover passt sich den anderen Bänden der Reihe an und besticht diesmal durch eine Schneelandschaft, einem Puma und weihnachtlicher Deko, passend zur Geschichte und dem immer wieder verwendeten Hintergrund, den Bergen, diesmal verschneit. Ein hoher Wiedererkennungswert.

Schon zu beginn des Buches wird es spannend. Virginia Fox gelingt es , mich beim Lesen zu fesseln und dabei geht es nicht nur um den Fall des Wilderers, sondern auch die Hauptprotagonistin Quinn wird mir symphatisch. Sie geht in ihrem Beruf auf, hängt an ihren Eltern, die es ihr aber wahrlich nicht leicht machen, sie kümmert sich trotzdem um sie, auch wenn es sie an ihre Grenzen führt. Sie ist frisch verliebt, kann sich aber noch nicht vollständig einlassen. Ihr Freundeskreis ist immer für sie da. Genauso wie die restlichen Bewohner von Independance, die alles registrieren und kommentieren. Manche Szenen hat die Autorin wundervoll humorvoll beschrieben.

Und das macht das Buch aus. Spannung, Liebe und Humor. In einer wohldosierten Mischung. Der Schreibstil ist flüssig und es fehlt auch nicht an schönen Dialogen, Nervernkitzel und knisternden Momenten.
Manch eine Situation hätte ich zwar gerne etwas ausführlicher beschrieben bekommen und dafür manch eine Nebenhandlung etwas weniger, aber das sind kleine Kritikpunkte.
Auch die Protagonistin des nächsten Bandes ist schon eingeführt worden und hat mich überaus neugierig auf dieses Buch gemacht, genauso wie ich nun auf  die vorherigen Bände neugierig bin.

Ein absoluter Pluspunkt ist der Anhang. Dort findet sich nicht nur das erste Kapitel des nächsten Bandes und zwei Kapitel aus der weiteren Serie "Das Drachenmädchen" der Autorin, sondern vor allelm drei Rezepte von Gerichten, die in diesem Buch von den Protagonisten verzehrt worden sind. Die klingen absolut lecker und werden von mir demnächst ausprobiert.

Fazit:

Wer Romane mag, die mit Herz und fürs Herz geschrieben worden sind, in denen es Spannung und Humor gibt, denen empfehle ich diese Reihe der Autorin Virginia Fox gerne!
Mir hat dieser Band kurzweilige Lesestunden beschert !

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(31)

48 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

china, liebesgeschichte, historischer roman, familie, goldmann challenge

Das Geheimnis der Schneekirsche

Lisa Marcks
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 19.12.2016
ISBN 9783442484805
Genre: Historische Romane

Rezension:

1913. Selma lebt mit ihrer Schwester und ihrer Tante in Berlin als ein Telegramm sie nach China ruft. Die Mutter, die schon seit Jahren durch einen Unfall gehörlos ist, ist schwer erkrankt. Die drei reisen nach China, in die unter deutscher Herrschaft stehenden Stadt Tsingtau. Doch nicht alles läuft nach Plan. So erkrankt Selma gleich nach der Ankunft. Der Vater gebärdet sich abweisend. Die Mutter ist  schwermütig. Und dann trifft Selma auch noch Paul wieder, ihren ehemaligen Verlobten, den sie immer noch liebt. Doch eine Zukunft darf es mit ihm nicht geben.

Die Autorin hat in diesem Buch viele Berichte und Erfahrungen ihrer Vorfahren mit einarbeiten können und hat aus deren Erzählungen schöpfen können. So konnte sie daraus auch für den Leser einiges an damaligen Leben, an Abläufen und vor allem an chinesischen Traditionen und Naturbegebenheiten verwenden.

Anders als im Klappentext beschrieben, geht es in diesem Roman nicht vordringlich um eine "sinnliche Liebesgeschichte", sondern eher um Familienbande und vor allem Familiengeheimnisse. Diese werden erst ganz am Schluß gelöst. Lange fragt man sich, warum es zum Zerwürfnis zwischen Paul und Selma ging, was mit Selmas Eltern in der Vergangenheit passiert ist und wie alles zusammenhängt.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und man kann sich in die Hauptprotagonistin Selma gut einfinden. Der Roman wird aus ihrer Perspektive geschildert und im Laufe der Jahre, in der der Roman spielt, reift die Figur. Sie wurde gut eingebettet in die damalige Zeit Interessant fand ich vor allem ihre Tätigkeit als Lehrerin 1913 in Berlin, aber auch ihr Leben in Hankau, in der sie erneut beruflich tätig wird.

Ein Buch, dass mir einiges über das damalige Leben, vor allem in der Zeit des 1. Weltkrieges, vermitteln konnte. Auch über das Leben Deutscher im fernen China zu dieser Zeit.
Dennoch hatte das Buch für mich einige Längen, die Geheimnisse blieben mir zu lange im Verborgenen. Die Protagonisten waren lebendig, sind mir manchmal aber zu fremd geblieben. Manche Handlungsstränge wurden für mich nicht vollständig verständlich genug aufgelöst.
Der Anfang der Geschichte erleichtert den Einstieg in den Roman. Der Mitelteil hat sich für micht zu sehr "gezogen". Vollständig gefangen genommen hat mich das Buch erst im letzten Drittel. 


Fazit
Ein interessantes Buch, ein geheimnisvolle Familiengeschichte, aber es konnte mich nicht restlos überzeugen. Dennoch empfehle ich es für alle, die gerne historische Frauenromane mögen.

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39 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

neid, hass, gewalt in der ehe, thriller, liebe

ZEILENGÖTTER: Bis dass der Tod uns scheidet

Astrid Korten
E-Buch Text
Erschienen bei AK Astrid Korten, 30.11.2016
ISBN B01NCAQL36
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Adrian ist bereits Mitte 30 als er Malin "entdeckt". Er spioniert ihr nach, beobachtet sie. Dann nutzt er eine Chance. Er enführt Malins Hund und bringt ihn ihr Stunden später als "Findling" zurück. Malins Herz öffnet sich für ihn, sie lernen sich kennen und die 21jährige verliebt sich in den bekannten Schriftsteller. Eine ungleiche Beziehung. Adrian ist dominant, psychisch labil, fordernd, pedantisch und neidisch. Nach der Heirat schottet er sie ab. Beherrscht sie. Quält sie. Malin fängt selbst an zu schreiben, sie hat Erfolg. Sie fängt an aus der Ehe auszubrechen. Doch erst nach einem Martyrium, bei dem sie fast zu Tode kam, kann sie ausbrechen.
Neun Jahre später, Malin und Adrian sind längst geschieden, beide haben inzwischen jemand anderen geheiratet, treffen sie sich wieder. In einer Lesung, bei der Malin aus ihrem autobiographischen Roman "Ehe" lesen wird. Der Auftakt zu dramatischen Ereignissen...

Beklemmend, realistisch, psychologisch ausgefeilt, fesselnd und dramatisch. Eine Geschichte, die mir so schnell nicht aus dem Kopf gehen wird. Ein Roman, der nicht nur dem Kopf der Autorin Astrid Korten entsprungen ist, sondern der reale Vorbilder hat.

Abwechselnd lässt uns die Autorin in die Gedanken und Aktionen der Hauptprotagonisten Malin und Adrian blicken. Sie zeichnet die Beziehung der Beiden nach, lässt uns in die krankhaften Züge von Adrian und die zerstörte Seele von Malin blicken.
Am Anfang schon ein Einblick in den Anfang vom Ende. Spannend und beklemmend, doch dann erst ein Cliffhanger. Denn es kommt der Sprung zurück. Wie alles begann. Die Abhängigkeit, der Ausbruch. Dabei ist der Leser mittendrin im Geschehen, verfolgt entsetzt, wie sich alles immer mehr und mehr zuspitzt. Opfer und Täter. Doch nichts ist nur schwarz und weiß, nicht alles ist so, wie es scheint. Es bleibt spannend und es gibt noch einige Überraschungen.

Vor allem die Psychologie des Geschehens hat mich einerseits fasziniert, anderseits entsetzt. Es ist eine hoch dramatsiche Geschichte, die umso mehr unter die Haut geht, wenn man bedenkt, dass es reale Personen gibt, die so gehandelt haben bwz. so leiden mussten.

"Zeilengötter" ist ein Roman um Abhängigkeiten, aber es geht auch um Gewalt, Neid, Eifersucht, Missgunst und ja, auch die Liebe spielt eine Rolle.

Fazit:

Ein Psychothriller, der unter die Haut geht ! Dass dem Buch eine wahre Geschichte zugrunde liegt, macht das Gelesene noch beklemmender. Einmal angefangen, kann man den Roman kaum aus der Hand legen.

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63 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 39 Rezensionen

rostock, prag, fechten, frankfurt, sabine weiß

Die Tochter des Fechtmeisters

Sabine Weiß
Flexibler Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 09.12.2016
ISBN 9783404174812
Genre: Historische Romane

Rezension:

Clarissa darf ihren Vater Fritjoff, seines Zeichens Fechtmeister und Fechtlehrer, mit seinen Schülern Marius und Alexander von Rostock nach Frankfurt begleiten. Dort will sie ihn unterstützen einen Buchdrucker zu finden. In Frankfurt angekommen, hat ihr Vater aber kaum Zeit für sein Buch. Was beschäftigt ihn so sehr, außer die Zusammenkunft der Schwertkämpfer? Auf der Rückreise geraten sie in einen heimtückischen Überfall, bei der ihr  Vater getötet wird und sie wenig später in Gefangenschaft gerät.

Die Tochter des Fechtmeisters vermittelt nicht nur historisches Wissen, ganz nebenbei, es erklärt dem Leser auch die Fechtkunst. Und dies sehr spielerisch, sehr verwoben in die Geschichte, so dass man auch als Laie in diesem Gebiet keine Schwierigkeiten hat, dem zu folgen. Vor allem aber, wird auch das damalige Leben in seinen vielen Facetten dargestellt. So u.a. am Kaiserhof in Prag, als Fechtmeister in Rostock, als Pater in Passau oder als Gaukler in Frankfurt. Es sind anfangs viele Handlungsstränge, viele Personen, dennoch hatte ich keine Schwierigkeiten mich in dieses Buch hinein zu finden. Nach und nach klärt sich alles auf und wird von der Autorin bis zum Ende hin zusammengeführt.

Gefallen haben mir die Hauptprotagonisten. Da ist zum einen Clarissa, die von ihrem Vater von Kindesbeinen an auch im Fechten unterrichtet worden ist und die dadurch so manche schwierige Situation in ihrem Leben meistern kann.
Leander, der Gaukler, der durch eine Tat seines Vaters keine Bürgerrechte mehr besitzt und mit ihm und einigen anderen als fahrendes Volk durch die Lande zieht. Dennoch bleibt er seinem Gewissen treu und lässt sich trotz Hunger und Not nicht zu allem hinreissen.
Aber auch weitere Protagonisten, die in diesem Buch wichtig sind, wachsen einen beim Lesen ans Herz und in mach einer spannenden Situation bangt man als Leser um sie.

Sabine Weiß hat es geschafft, mich durch die vielen Seiten (fast 700), die dieses Buch hat, hindurch an die Handlung zu binden. Immer wieder neue Aktionen, spannnende Szenen, Hintergrundwissen, aber auch die Liebe fehlt in diesem Buch nicht. Es ist ein Buch, dass vieles an Wissen vermitteln möchte, ein detaillgetreues Bild der damaligen Zeit aufwerfen möchte und dabei dennoch die handelnden Protagonisten nicht aus dem Blick verliert. Die 700 Seiten sind schon eine Herausforderung, dennoch hat es mir die Autorin mit ihrem flüssigen Schreibstil damit leicht gemacht. Hilfreich ist auch das Personenregister am Anfang des Buches (das ich mir aber eigentlich nur vor dem Lesen angeschaut haben, das andere erklärt sich auch beim Lesen) . Interessant ist allerdings auch das Nachwort der Autorin (das bitte aber erst am Ende lesen, damit man nicht zufällig auf die letzte Seite des Buches blättert und sich einiges an Spannung nimmt).

Fazit:


Detaillreicher und sehr gut geschriebener Roman, in dem Liebe, (Fecht)Kampf, und Historie fein verwerbt worden sind.
Für alle Fans von historischen Büchern eine Empfehlung von mir.

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147 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 95 Rezensionen

mata hari, spionin, roman, spionage, 1. weltkrieg

Die Spionin

Paulo Coelho , Maralde Meyer-Minnemann
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 23.11.2016
ISBN 9783257069778
Genre: Romane

Rezension:

Paulo Coehlo fängt mit dem Prolog gleich mit dem Ende von Mata Hari an. Es ist der 15. Oktober 1917 und es wird ihr Todesdatum werden. Hingerichtet von einem Erschiessungskommando in Vincennes, Frankreich. Nüchtern und gleichzeitig doch emotional werden ihre letzten Schritte beschrieben.

Der nachfolgende Roman gliedert sich in drei Abschnitte. Die ersten beiden stellt der Autor als Abschiedsbrief und Rekapitulation aus der Sicht von Mata Hari, die als Margaretha Zelle in 1876 in Leeuwarden geboren wurde, dar. Darin schildert sie, warum sie bereits in jungen Jahren die  Niederlanden verlassen wollte und wie es kam, dass sie von der Liebe nichts hielt.  Relativ nüchtern lässt Coehlo sie in diesem fiktiven Brief von ihrer Ehe, in der sie viel Gewalt ertragen musste, und ihren Kindern berichten. Eine Schlüsselszene ist ein miterlebter Selbstmord. Von da an will Margaretha sich und vor allem ihr Leben ändern.  Liebe war bei ihr immer nur Mittel zum Zweck. Sie wollte hoch hinaus, berühmt werden und vor allem unabhängig. Sie wollte das Leben, dass sich ihr bot, geniesen.
Bis zum Schluß konnte (und wollte) sie nicht daran glauben, dass sie hingerichtet werden würde. Sie hatte bis zum Schluß gehofft.

Manchmal sind im Brief Fakten eingewoben (so z.B. eine Liste von Gegenständen, die sie hinterlassen hat). Dennoch sind es nur Streiflichter, vielleicht wichtige Wendepunkte, daher bleiben nach dem Lesen bei mir Lücken, was sie alles erlebt hat. Vor allem die Figur der Mata Hari wird hier sehr egozentrisch, naiv und prunksüchtig dargestellt. Es fehlen Gefühle. Am Ende soll sie sich trotzallem verliebt haben, doch diese Gefühle werden hier nur am Rande, unvollständig und wenig nachvollziehbar dargestellt, so dass man den Wandel nicht richtig nachvollziehen kann.

Im dritten Teil kommt dann ein Perspektivwechsel. Der Anwalt berichtet und rechtfertigt sich. Er stellt die größerern Zusammenhänge dar, die, die Mata Hari (angeblich) nicht überblicken konnte. War sie nun Spionin oder nicht ? War sie ein Bauernopfer des anklagenden Anwaltes ? Helfen konnten bzw. wollten ihr auch ihre früheren zahlreichen Verehrer ihr nicht mehr. Sie war ein sinkender Stern und keiner wollte mit ihr herab gezogen werden.
In einem Zeitalter, in der die Männer das sagen hatten, haben Männer über sie, die so völlig anders war, gerichtet. Und am Ende ist es ein Mann, der sie betrauert.

Ein Buch, das mir, die ich über Mata Hari bisher wenig wußte, vieles über ihr Leben und Sterben näher gebracht hat. Mir einige Informationen geliefert hat. Dennoch blieb mir ihre Geschichte zu streiflichtartig erzählt.  Es ist keine Biografie -  die Segmente, die Coelho hier mit dem fiktiven Roman liefert, haben zwar meine Neugier geweckt, aber mich am Ende etwas ratlos zurück gelassen. Hat er Mata Hari, die als notorische Lügnerin galt, in ihrem (fiktiven) Brief naiv wirken lassen oder war sie es wirklich? Vor allem passt dann ihre zietierte Lyrik nicht dazu. Genauso widersprüchlich sehe ich ihre Liebe am Ende, die ihr (angeblich) zum letzten Verhängnis wurde.
Vieles fehlte mir in diesem Roman, aber es war ein Anstoß mich einmal näher mit ihrer interessanten Figur zu beschäftigen.

Der Diogenes Verlag hat ein sehr schönen Rahmen für das Buch geschaffen. Das Cover und die Buchgröße passen in das Gesamtkonzept des Verlages. Das Cover ziert ein Bild von Mata Hari, es erweckt beim Leser gleich Interesse an dem Roman. Auch die im Buch vorhandenen Bilder von Mata Hari haben mir sehr gut gefallen.

Fazit:

Interessante Perspektive auf die schillernde Persönlichkeit Mata Hari. Konnte mich allerdings nicht vollständig überzeugen, da der Roman nur streiflichtartig Einblicke in ihr Leben gab .

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60 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 51 Rezensionen

weihnachten, hund, liebe, liebesroman, christkind

Vier Pfoten retten Weihnachten

Petra Schier
Fester Einband: 382 Seiten
Erschienen bei Weltbild, 20.10.2016
ISBN 9783959731577
Genre: Liebesromane

Rezension:

Sabrina hat eigentlich nur einen Wunsch, den sie auch in ihren Briefen an das Christkind und den Weihnachtsmann (doppelt gemobbelt hält besser!) formuliert: Eine neue Frau für ihren Papa Steffen. Der ist nämlich seit vier Jahren Witwer und das Lachen im Haus ist so rar geworden. Besonders seit Esther, eine "alte" Schulfreundin von Steffen sich diesen angeln will. Denn Esther hat so gar keinen Humor.
Die beiden himmlischen Wunscherfüller tun für Sabrina ihr Bestes und organisieren, dass Elena, eine bekannte Designerin, die sich nach der Scheidung von ihrem untreuen Mann erst einmal ablenken will, für drei Monate zu Steffen zieht, um sich um die Kinder Sabrina und Jan zu kümmern.

Ein knisternder Roman voller Romantik und LIebe, voller Spannung, voller Humor. Eine Geschichte, bei dem Christkind und Weihnachtsmann Wünsche erfüllen, Engel und Elfen als Helfer fungieren, in der Welt der Menschen Hunde auch mal zu Wort kommen und als Helfershelfer fungieren dürfen.
Dennoch spielen die Menschen hier die Hauptrolle.

Petra Schier kannte ich bisher nur durch ihre historischen Romane, die mich allesamt gefesselt haben. Die Weihnachtsromane, die sich immer um Liebe und tierische Freunde drehen, kannte ich bis dato noch nicht. Nun habe ich "Vier Pfoten retten Weihnachten" gelesen und bin ebenfalls begeistert. Es ist eine Geschichte, die man gerade in der Weihnachstzeit gerne liest. Petra Schier hat einen unheimlichen flüssigen Schreibstil, der die Geschichte und die Protagonisten lebendig werden lässt und sie schafft es immer wieder die Handlung spannend  zu erzählen.

Der Roman ist eine romantische Liebesgeschichte, die knistert und funkt, die durch die verschiedenen Sichtweisen (Weihnachtsmann/Christkind, Sabrina, Elena, Lulu-der Hund) abwechslungsreich erzählt wird und auch wenn man vielleicht ahnt, wie das ganze ausgehen wird, gibt es doch die ein oder andere Wendung, durch die die Geschichte spannend bleibt.


Das Cover dieses Buches ist ein echter Hingucker, es klitzert und die hervorgehobenen Schneekristalle sind fühlbar, dazu passende Farben und ein niedlicher Hundekopf runden das tolle Bild ab.


Fazit:

Allen, die Romane fürs Herz lieben, die gerne romantische Liebesgeschichten mögen, denen kann ich dieses knisternde, spannende und wunderbar geschriebene Buch nur empfehlen. Nicht nur zur Weihnachtszeit.

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32 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

trauer, cornwall, verlust, kinder, familie

Der Duft von Nelken

Noa C. Walker
Flexibler Einband: 442 Seiten
Erschienen bei Amazon Publishing, 25.10.2016
ISBN 9781503942141
Genre: Romane

Rezension:

Schon sieben Jahre sind vergangen, seitdem Sandra ihren Mann Oliver und ihre Kinder Charlotte und Henry durch einen Flugzeugabsturz verloren hat. Seitdem ist sie nicht mehr dieselbe. Die einstige Unternehmensgattin hat nicht nur ihr Äußeres umgekrempelt, sondern auch ihren beruflichen Alltag. Nur in ihrer Wohnung ist alles noch beim Alten. Vergessen kann sie nicht, loslassen auch nicht.
Dann geschehen seltsame Dinge. Nicht nur, dass es seltsame Versuche von einem Unbekannten gibt,  der die Aktienmehrheit bei dem Familienunternehmen zu übernehmen trachtet, nein, es taucht auch ein Schließfach in Zürich mit großen Bargeldvermögen auf. Hat Oliver ihr etwas verheimlicht ? Sie versucht die Spuren einer ehemaligen Angestellten zu verfolgen um mehr über Oliver herauszufinden. Die Spurensuche führt sie nach Cornwall, Olivers alten Heimat. Dort geschehen seltsame Dinge, die Sandra immer weiter in Angst und Schrecken, aber auch in eien beginnende Hysterie versetzen. Wem kann sie trauen ? Wer will ihr schaden, wer will ihr helfen ?

Eine spanndene Geschichte, eine emotionale Achterbahn, eine symphatische Protagonistin, viele offene Fragen, viele Spuren, viele Geheimnisse haben mich schnell durch dieses Buch fliegen lassen. Noa C. Walker - vielen vielleicht besser bekannt als Elisabeth Büchle - hat es wieder einmal geschafft mich völlig in ein Buch versinken zu lassen. Dabei ist es ihr gelungen vor allem die emotionale Ebene authentisch zu beschreiben. Es geht nicht husch-husch, sondern es wird langsam aufgebaut, es steigert sich dramatisch und auch am Ende wird alles zu meiner Zufriedenheit aufgelöst und zwar so, dass es realistisch ist und nicht überzogen.
Der Schreibstil ist flüssig, es wird detailliert beschrieben, man kann sich dadurch die Protagonisten, aber auch die Landschaft und das Umfeld gut vorstellen. Dabei wirft die Autorin immer wieder spannende Cliffhanger mit eine, Andeutungen, Fährten, kleine Hinweise, die zum Miträtseln und Mitüberlegen einladen und die Dramatik erhöhen.

Wie bereits das erste Buch "Du, ich und die Farben des Lebens" hat mir auch das zweite Buch der Autorin unter ihrem Pseudonym Noa C. Walker ausgezeichnet gefallen.

Fazit:
Spannend, höchst emotional, mit mysteriösen Entwicklungen und Fährten, die den Leser zum Mitfiebern und Miträtseln einladen und einer Dramatik, die sich mit jeder Seite steigert !

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Geigen der Hoffnung

Titus Müller , Christa Roth
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei adeo, 11.10.2016
ISBN 9783863341176
Genre: Historische Romane

Rezension:

Zwei Autoren - Titus Müller und Christa Roth - haben hier gemeinsam ein eindringliches und bewegendes Buch geschrieben. Es ist eine Mischung aus Roman und Dokumentation. Beides verbindet die Geigen, Geigen, die von Juden während der NS-Zeit gespielt worden sind.

Das Buch beginnt mit der Beschreibung von Christa Roth. Sie hat in Tel Aviv mehrmals Ammon Weinstein getroffen. Weinstein, Jahrgang 1939, hat über 60 Streichinstrumente wieder aufgearbeitet, sie wieder spielbar gemacht und diese Instrumente sind die "Violins of Hope". Roth erzählt die Geschichte von Ammon Weinstein, wie er zu den Geigen gekommen ist, wie alles begann.

Abwechselnd in diese Berichterstattung eingebettet, ist der Roman von Titus Müller. Er hat, inspiriert durch verschiedene Dokumentationen, Erzählungen von Nachfahren oder Zeitzeugen, eine bewegende, eindringliche (fiktive) Geschichte geschrieben, die unter die Haut geht. Die sich so oder so ähnlich zugetragen haben könnte. Auch wenn es fiktiv ist, ist es dennoch real, was damals im KZ Dachau und in vielen anderen KZs passiert ist. Titus Müller lässt einen Häftling erzählen, Marek Krol. Als Leser leidet man mit ihm,  wenn Aufseher ihn  misshandeln. Man spürt die Verzweiflung, den Hunger, die Unmenschlichkeit, die Grausamkeit. Man spürt aber auch den Überlebenswillen Mareks, auch wenn es darum geht, seinen Bruder Stanek durch diese Zeit zu bringen.
Marek ist Geiger, seine Geige wurde gleich bei der Ankunft zerstört, dennoch, er schafft es ins Lagerorchester. Ein Orchester, dass aufspielen muss, wenn andere drakonisch bestraft werden, die die SS-Leute unterhalten sollen und spielen, wenn andere zum harten Arbeitseinsatz müssen, aber sie geben auch Konzerte, bei denen die Insassen zuhören und Hoffnung schöpfen können.
Man spürt beim Lesen die Zweischneidigkeit, das Wechselbad der Gefühle des Protagonisten. Einerseits der Urinstinkt des Überlebens-Wollen und anderseits die Menschlichkeit, die dennoch nicht zerstört werden kann - trotz aller Grausamkeiten, trotz aller Versuche den Protagonisten brechen zu wollen.

Diese Geschichte von Titus Müller geht wahrlich unter die Haut, sie bewegt. Christa Roths Teil unterstreicht den wahren Kern, unterstreicht, dass dies nicht (alles) fiktiv war. Ammon Weinstein und seine "Violins of Hope" gibt es wirklich und jede dieser Geigen hat auch eine Geschichte. Der journalistische Teil hat mir vom Erzählstil zwar etwas weniger gefallen, es hätte linearer sein können und manche Nebenschauplätze weniger. Aber trotzdemhat sie eine eindrucksvolle Beschreibung von dem Menschen Weinstein geschaffen. Die Autorin hat ihn mehrmals getroffen, man spürt auch ihre Gefühle bei diesem Bericht.
Sie passt vor allem im Kontext zu Müllers Geschichte, die dadurch eine große Authentizität erhält.

Am Ende gibt es noch farbige Aufnahmen von Ammon Weinstein und seinen Violins of Hope, sowie im Nachwort von Titus Müller Hinweise zur wahren Geschichte, die ihn inspieriert hat.


Fazit:
Geigen der Hoffnung - Geigen voller Erinnerung.
Eindringlich und bewegend erzählen die Autoren die wahre Geschichte von Ammon Weinstein und eine auf wahre Begebenheiten basierende Erzählung eines KZ-Häftlings in Dachau.

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