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41 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 20 Rezensionen

alaska, thriller, wildnis, gewalt, tal

Das Tal

Valentin Zahrnt
E-Buch Text: 279 Seiten
Erschienen bei Qindie, 16.05.2014
ISBN B00KE8S2HQ
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein Sechser im Lotto ist schon unwahrscheinlich genug. Aber noch unwahrscheinlicher ist es, mit Freunden in die Wildnis von Alaska zu reisen, um vier Wochen lang nur auf sich und die eigenen Fähigkeiten gestellt zu sein. Ein Angebot, das Jan von seinem besten Freund Michael erhält und dafür nur die von ihm seit Langem angebetete Anna für die Fahrt gewinnen muss. Und nach einigem Zögern stimmt Anna tatsächlich zu und so begeben sich sechs abenteuerlustige Abiturienten auf den Weg in ein Tal, das weitab der Zivilisation, nur mit einem Flugzeug zu erreichen ist. Doch das, was als einzigartiges Erlebnis beginnt, endet schon bald in einer Katastrophe, die mehr als nur einen lebensbedrohlichen Verlauf nimmt.

"Das Tal" ist die Neufassung des ersten Bandes der Wildnis-Trilogie mit der Valentin Zahrnt bereits ein Jahr zuvor viele Leser begeistern konnte. Nun hat er mit "Das Tal" ein schriftstellerisches Abenteuer gewagt, die erschreckenden Erlebnisse noch einmal ausführlicher und mit einem anderen Ablauf erzählt, und damit auf der ganzen Linie gewonnen. Denn der so entstandene Jugendthriller ist ein wahrer Pageturner, der seine Leser in die Wildnis von Alaska führt, wo ein schonungsloser Überlebenskampf sechs Jugendliche in arge Bedrängnis bringt. Dabei gelingt es ihm, die unberechenbaren Kräfte innerhalb einer Gruppe authentisch darzustellen, die auf die Unterschiedlichkeit der Charaktere und ein ungezügeltes Ausleben der eigenen Gefühle zurückzuführen sind. Aber nicht nur die Beschreibung der verhängnisvollen Ereignisse und die erschreckenden Attacken der Jugendlichen untereinander, lassen den Atem des Lesers immer wieder stocken. Auch eine stetig vorhandene Gefahr, die sich allmählich ins Unermessliche steigert, verleiht ein mulmiges Gefühl.

Fazit:
"Das Tal" ist ein überaus packender Jugendthriller, der mit immer neuen Herausforderungen, dramatischen Wendungen und unberechenbaren Figuren auf der Ganzen Linie überzeugt.

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Tags: gefahr, jagd, jugenthrille, to   (4)
 

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39 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

trauma, afghanistan, breschnow, ptbs, berlin

Tod in der Hasenheide

Connie Roters
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 24.06.2016
ISBN 9783954512959
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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24 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

pädophilie, krimi, berlin, psychologie, pädophil

Mörder ante portas

Ava Fuchs
E-Buch Text
Erschienen bei books2read Verlag, 29.03.2014
ISBN 9783733784546
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kriminalhauptkommissarin Isolde von Bärenstein kehrt mit wohligem Gefühl in den Gliedern von einer Joggingrunde zurück, als ein Aufschrei ihre angenehmen Gedanken jäh unterbricht. An Hilferufe verschiedener Art gewöhnt, wird ihr sofort klar, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt. Und tatsächlich. Ein reglos daliegender Mann wurde von seiner Nachbarin entdeckt, der ein Sturz aus dem Fenster nicht überlebte. Unfall oder Mord ist hier die Frage, die Isolde nach eingehender Betrachtung des Unfallortes stellt. Deshalb nimmt schon bald eine Ermittlung ihren Lauf, die nicht nur Ungeheuerliches offenbart, sondern auch die eigensinnige Kommissarin in arge Bedrängnis bringt.

„Mörder ante portas“ ist ein psychologisch ausgefeilter und wendungsreicher Kriminalroman, der aus der Feder einer bekannten Autorin stammt, die als Ava Fuchs für einige Verwirrung bei ihren Lesern sorgt. Denn kaum haben sie das Motiv für den hinterlistigen Mord an einen ungeliebten Lehrer entdeckt, wendet sich das Blatt und ihre Vermutungen fallen wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Ein roter Faden, der sich quer durch die Ermittlungen zieht und nicht nur die Spekulationen der Leser regelmäßig ins Wanken bringt, sondern auch die Ermittler immer wieder erneut aufs Glatteis führt. Doch nicht nur die abwechslungsreichen Ermittlungen sorgen für packende Unterhaltung. Auch die agierenden Figuren wissen mit Ecken und Kanten in ihren Bann zu ziehen. Dabei ist es egal, ob die Kommissarin ihr Bett mit einem Geisterbahnbetreiber teilt oder eine Hausmeisterin regelmäßig ihre Perücken wechselt. Neben ernsthaften Themen und nachdenklichen Passagen kommt auch der Humor nicht zu kurz, der in amüsanten Dialogen und ungewöhnlich angelegten Familienverhältnissen eine nicht erschöpfende Plattform findet.

Fazit:
„Mörder ante portas“ ist das lesenswerte und vielseitig angelegte Krimidebüt einer Autorin, die es versteht, ihre Leser gut zu unterhalten und neben geschickt erdachter Fiktion auch unschöne Tatsachen ins Geschehen integriert.

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Tags: asperger syndro, berlin, kommissari, krim   (4)
 

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

hypnose, thriller, selbstmord, folter, mord

totreich

J.P. Conrad
E-Buch Text: 451 Seiten
Erschienen bei PERPICX Media, 20.09.2013
ISBN 9783847646297
Genre: Sonstiges

Rezension:

Der Großindustrielle Byron Moore wird mit einem Brieföffner in der Brust auf seinem herrschaftlichen Anwesen tot aufgefunden. Während erste Untersuchungen einen Suizid vermuten lassen, kann sein langjähriger Freund und Journalist eines einschlägigen Provinzblattes nicht so recht an eine Selbsttötung des Konzerninhabers glauben. Deshalb versucht er den zuständigen Inspektor mit verschiedenen Argumenten vom Gegenteil zu überzeugen. Lange braucht Jack Calhey dafür allerdings nicht. Denn weder das Motiv von Byron Moores Ableben ist dem einst im Scotland Yard tätigen Hubert Macintosh klar, noch weist dessen Gesundheitszustand auf ernsthafte Probleme hin. Und dann gab es da noch eine seltsame Urlaubsreise, die den als Workaholic bekannten Unternehmer völlig verändert hat und über die er mit niemanden reden wollte. Daher nimmt schon bald eine Ermittlung ihren Lauf, die nicht nur an Byron Moores Unternehmungen zweifeln lässt, sondern auch Jack Calhey in höchste Gefahr bringt.

Korruption und Bestechung, Freiheitsberaubung und Mord, Waffenhandel und Drogenmissbrauch. Die Liste der Verfehlungen ist lang, die der Autor nutzt, um nach einer trügerischen Ruhe, mit enormen Tempo die unglaublichen Machenschaften eines manipulativen Despoten zu erzählen. So stolpert der Leser gemeinsam mit dem Journalisten Jack Calhey von einer Misere in die nächste, setzt sich mit niederträchtigen Unternehmern und angeheuerten Killern auseinander und muss letztendlich um das Leben mehrerer Menschen bangen. Eine clever arrangierte Jagd, die neben einer ungewöhnlichen Foltermethode, auch mit filmreifen Szenen, britischem Humor und vielseitigen Figuren einhergeht und mit einem ganz fiesen Cliffhanger endet. Doch bis es soweit ist und dunkle Augen Schreckliches prophezeien, kann sich der Leser neben gefährlichen Aktionen auch an akribisch geführten Ermittlungen erfreuen und an ein Duo der Hertfordshirer Polizei, das hoffentlich noch öfter in Erscheinung tritt.

Fazit:
Mit "totreich." Ist dem deutschen Autor J.P. Conrad ein ungewöhnlich vielseitiger Thriller gelungen, der psychologisch ausgefeilt, wunderbar britisch und in seinem späteren Verlauf mit einem enormen Spannungspotenzial außerordentlich gut unterhält.

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37 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

stalking, psycho, daily soap, entführung, liebeswahn

Follower - Die Geschichte einer Stalkerin

Isabell Schmitt-Egner
E-Buch Text
Erschienen bei null, 13.11.2012
ISBN B00A6ZSMGS
Genre: Sonstiges

Rezension:

Daniela ist verliebt. Doch anstatt sich mit dem Objekt ihrer Begierde zu treffen, fährt sie jeden Nachmittag von der Arbeit pünktlich nach Haus, um "Berlin im Herzen" zu sehen. Eine Daily Soap, in der Kiran Advani eine Hauptrolle spielt und als gutaussehender Sohn eines Hotelbesitzers schon lange ihr Herz erobert hat. Deshalb ist Daniela auch völlig aus dem Häuschen, als sie durch Zufall eine Komparsenrolle erhält und damit die Chance, dem charmanten Schauspieler ganz nah zu sein. Und während Daniela vor lauter Aufregung einiges vermasselt, schenkt Kirans seine Aufmerksamkeit einer ganz anderen Frau. Etwas, das Daniela gar nicht gefällt und deshalb schmiedet sie einen teuflischen Plan, der ihrer beiden Leben schon bald aufs Drastischste verändern wird.

"Follower- Die Geschichte einer Stalkerin" ist die erschreckende Schilderung der Taten einer jungen Frau, die durch ihre krankhafte Liebe unweigerlich zur Verbrecherin wird. Doch bis es soweit ist und die zukünftige Studentin den ahnungslosen Schauspieler unter Drogen setzt, nimmt der Leser an ihrem Leben teil. Dabei merkt er schnell, wie einsam und unerfreulich ihr Dasein ist, wie gezwungen sich das Verhältnis zu ihrer Mutter darstellt und wieso sie ihre Gedanken auf einen völlig Fremden fixiert. Ein ergreifender Roman, der den Leser erst allmählich in seinen Sog zieht und neben nachdenklich machenden Szenen und spannenden Momenten auch kleine Mängel aufweist. So gleichen vor allem zu Beginn des Buches einige Passagen eher einer Aufzählung von Ereignissen, als einem flüssigen Handlungsverlauf oder erscheinen Gedanken der handelnden Figuren zu sehr dem tatsächlichen Geschehen angepasst und lassen wenig Raum für eigene Interpretationen.

Fazit:
"Follower- Die Geschichte einer Stalkerin" ist ein unterhaltsamer Roman, der auf einer interessanten Idee beruht und dabei den Leser konsequent bis zu seinem unerwarteten Finale führt. Schade allerdings ist, dass die Autorin einiges Potenzial hinsichtlich des Spannungsverlaufes verschenkt und ihr Hauptaugenmerk nur auf eine umfangreiche Darstellung der Besessenheit der jungen Hauptdarstellerin lenkt.

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hypnose, thriller, astrid korten, serienkiller, auftragskiller

EISKALTER SCHLAF - Poesie des Bösen

Astrid Korten
E-Buch Text: 409 Seiten
Erschienen bei dotbooks Verlag, 01.03.2014
ISBN 9783955203108
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In der alten Kaiserstadt Aachen werden im Jahr 1944 vier Plünderer in einem Eilverfahren vor dem Kriegsgericht zum Tod verurteilt. Doch anstatt am nächsten Tag vor dem Exekutionskommando zu stehen, findet sich einer von ihnen im Keller des Richters wieder, wo sich die Mitglieder des Tribunals in grausamer Weise an ihm vergehen. Eine nicht enden wollende Nacht für den Achtzehnjährigen, die ihm zwar seine Freiheit beschert, aber auch die Gewissheit, die unsäglichen Qualen nie wieder vergessen zu können. Dabei ist er nicht der Einzige, der in einen Kellerraum gesperrt, ein solches Martyrium überlebt. Auch die junge Anna Gavaldo wird ein halbes Jahrhundert danach von einem schwer gestörten Psychopathen missbraucht. Und während eines der beiden Opfer auf Rache sinnt, vertraut sich das andere einem renommierten Psychiater an und und muss die unvorstellbaren Qualen erneut durchleben.

"Eiskalter Schlaf" ist die gelungene Fortsetzung von "Eiskalte Umarmung", in der es Astrid Korten gut versteht, verschiedene Einzelschicksale zu einem grausamen Ganzen zu verweben. Denn dass sich der Leser auf brutale Szenen und kaum vorstellbare Manipulationen einstellen muss, wird bereits zu Beginn der Handlung klar, als ein geachteter Richter seine Position zur Befriedigung perverser Gelüste nutzt. Doch damit nicht genug. Immer wieder schlägt ein Profikiller zu und lässt an seinen Opfern merkwürdige Spuren zurück, während im Umfeld einer jungen Mutter seltsame Dinge geschehen und neben ihr, auch ihre Familie mit Botschaften nicht augenscheinlich vorhandener Wesen klarkommen muss. Ein Spiel mit Macht und Angst, bei dem es fast nur Verlierer gibt und das dermaßen spannend und abwechslungsreich vonstattengeht, dass lange Lesenächte vorprogrammiert sind.

Fazit:
"Eiskalter Schlaf" ist eine gute Empfehlung für Thrillerfans, die einen clever konstruierten Plot mit interessanten Handlungssträngen, undurchsichtigen Figuren und im Hintergrund ablaufenden Ermittlungen mögen und dabei auf keinen Fall vor einer detailgenauen Beschreibung entsetzlicher Szenen zurückschrecken.

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Tags: serienkiller   (1)
 

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(65)

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sehnsucht, liebe, einsamkeit, trauer, finnland

Sehnsucht nach Elena

Joel Haahtela , Sandra Doyen (Übers.)
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.02.2009
ISBN 9783492052382
Genre: Romane

Rezension:

Es geschieht an einem 12. Januar in Finnland. Ein Mann steigt aus Versehen an der falschen Haltestelle aus und durchquert einen Park. Während seines Spazierganges trifft er auf eine junge Frau, deren Erscheinung ihn fasziniert. Wie gebannt bleibt er stehen, dreht sich um, schaut ihr nach. Sie aber geht vorbei, völlig in Gedanken versunken, die Augen zum Himmel gerichtet. In diesem Moment ist etwas passiert, etwas hat sich verändert in dem Mann, der ihr nachschaut. Ohne dass sie es ahnt, hat sich ihre Erscheinung sich in sein Gehirn eingegraben, wird von nun an seine Gedanken beherrschen.

Am nächsten Tag steigt der Mann erneut an der falschen Haltestelle aus, geht in den Park, voller Hoffnung die Frau wieder zusehen. Er hat Glück. Sie kommt, läuft an ihm vorbei, er schaut ihr nach. Von da ab kommt er jeden Tag. Mal läuft er ihr entgegen, mal sitzt er wartend auf einer Bank. Dann wiederum geschieht es, dass sie nicht kommt und der Mann wartet umsonst, aber voller Hoffnung auf den nächsten Tag. Als die Sonne immer öfter scheint, hat er Glück. Er findet ein Buch, das sie liegen gelassen hat. In ihm, mit Bleistift vermerkt, ein Name. Elena. Seit diesem Tag haben seine Gedanken eine Basis.

Von nun an, reicht ihm es nicht mehr, sie durch den Park laufen zu sehen. Zu schauen, was sie trägt, zu welcher Zeit sie kommt. Jetzt geht er ihr nach, immer öfter, bis zur Universität, in der sie jedes Mal verschwindet. Doch eines Tages kommt sie nicht mehr. Am Mittwoch nicht und auch nicht am Donnerstag. Vier Tage wartet er, voller Hoffnung, bis in ihm die Erkenntnis reift, dass Sommerferien sind. Betrübt verlässt er den Park. Das Warten hat keinen Sinn mehr für ihn. Er ist zerstreut, schläft schlecht. Seine Gedanken kreisen nur um sie. Als er es nicht mehr aushält, geht er zur Universität, um etwas über Elena herauszubekommen. Aber, wird er damit Erfolg haben? Hat er das Glück, sie jemals wieder zu finden?

Der Finne Joel Haahtela, der als Schriftsteller und Psychiater in der Nähe von Helsinki wohnt, hat mit „Sehnsucht nach Elena“ bereits seinen zweiten Roman in Deutschland veröffentlicht. Sein Debüt „Der Schmetterlingssammler“ überzeugte Leser und Kritiker gleichermaßen durch seine Poesie und Leichtigkeit. Und genau diese poetische Erzählweise ist es, die wir in seinem zweiten Roman wieder finden. Manchmal sind es eben die leisen, gefühlvollen Geschichten, die den Leser mehr bewegen, als ein spannender Thriller es je zu schaffen vermag. Doch auch in dieser Geschichte kommt die Spannung nicht zu kurz. Jedes Mal, wenn der Mann auf Elena trifft, fragt sich der Leser, wie geht es weiter, wann spricht er sie endlich an? Oder vielleicht auch sie ihn?

Kurz und knapp, ohne Schnörkel, aber voller Melancholie hat der Autor eine Geschichte geschrieben, die er aus der Sicht des Mannes erzählt. Unter Zuhilfenahme einer feinfühligen Charakterstudie schafft er es, tief in die Gedankenwelt seines Protagonisten einzutauchen und den Leser an dessen Gefühlen und Wünschen teilhaben zu lassen. Es ist die Schlichtheit des Buches, die überzeugt, die Sensibilität des Erzählers und die Ruhe, die von der Geschichte ausgeht. Joel Haahtela hat mit seinem Roman über die Sehnsucht eines Mannes ein brillantes und stimmiges Psychogramm gezeichnet, das ein nachhaltiges und angenehmes Leseerlebnis verspricht.

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Tags: finnland, liebe, melancholie, sehnsucht, verlust   (5)
 

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56 Bibliotheken, 1 Leser, 5 Gruppen, 34 Rezensionen

entführung, jugendbuch, tod, thriller, krimi

Licht am Ende des Tunnels

Klaus-Peter Wolf
Fester Einband: 182 Seiten
Erschienen bei Ars Edition, 14.01.2009
ISBN 9783760728216
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Es ist nicht einfach, wenn ein geliebter Mensch plötzlich nicht mehr da ist und eine Lücke im Leben hinterlässt. Wie kommt man damit klar, wie füllt man diese aus?

Konfrontiert mit diesem Problem wird Robert Sonntag in dem Buch von Klaus-Peter Wolf, als sein Opa stirbt. Ein Jugendlicher, eigentlich noch ein Kind, aus zerrütteten Familienverhältnissen, verliert den Menschen, der ihm in seinem Leben am meisten bedeutet hat. Wen wundert’s, dass das Band zwischen Robert und seinem Opa nach dessen Tod nicht bricht, er ihm immer noch Ratschläge gibt, mit ihm spricht. Nur eben auf eine andere Weise. Robert spürt ihn, seinen Opa, er hört ihn, ja manchmal glaubt er, ihn noch zu sehen.

Nach einem schweren Reitunfall fällt Robert für 196 Tage ins Koma. Gefangen in einer Welt der Gedanken fehlt ihm die Kraft weiterzumachen. Am Liebsten würde er aufgeben und in das tröstende Licht am Ende des Tunnels eintauchen. Aber sein Opa lässt das nicht zu. Seine immer wiederkehrende Botschaft an den Enkel: Kämpfe! Lass dich nicht unterkriegen!
Und genau diese Botschaft ist es, die Robert hilft, aus dem Koma erneut ins Leben zu treten.

Später, als er von einem angeblichen Geschäftsfreund seines Vaters aus dem Internat abgeholt und entführt wird, muss er erneut an seinen Opa denken. Und auch diesmal lässt dieser ihn dieser nicht im Stich. Gefangen in einer abgeschiedenen Hütte, irgendwo in den Schweizer Bergen, erfährt er wiederum seine Unterstützung, glaubt die kämpferischen Worte von ihm zu vernehmen. Dieser Glaube gibt ihm die Kraft über seine Situation nachzudenken und den Kampf gegen den Peiniger aufzunehmen.

Der Autor Klaus-Peter Wolf hat mit "Licht am Ende des Tunnels" einen soliden Jugendkrimi vorgelegt, der flüssig geschrieben und sehr unterhaltsam in Erscheinung tritt. Die Geschichte, erzählt aus der Sicht des Robert Sonntag, lässt den Leser tiefe Einblicke in dessen Gefühlswelt nehmen und ihn dadurch realitätsnah und liebenswert herüber kommen. Gut verarbeitet hat der Autor die Ängste und Zweifel von Robert, aber auch seinen immer wieder neu gewonnen Lebensmut, den er aus der Verbindung zu seinem Opa schöpft. Es sei dahin gestellt, ob es die Stimme des Opas war, die zu ihm sprach oder nur sein Unterbewusstsein. Tatsache ist, er hat sich bei der Bewältigung seiner Probleme besser behauptet, als mancher Erwachsener.

Insgesamt ein lesenswertes Buch für Jugendliche, das es nicht nötig hat, als reißerischer Thriller angepriesen und verkauft zu werden. Im Gegenteil. Diese Geschichte brilliert mit ganz anderen, wichtigen Werten, die eine lediglich auf Spannung ausgerichtete Geschichte niemals bieten kann.

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Tags: glaube, jugendbuch, krimi   (3)
 

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(99)

144 Bibliotheken, 0 Leser, 5 Gruppen, 54 Rezensionen

irland, mord, thriller, schwestern, geschichtenerzähler

Darling Jim

Christian Mørk , Violeta Topalova
Fester Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Piper, 06.03.2009
ISBN 9783492052566
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Rendezvous mit einem Wolf

Der Postbote Desmond Kean findet drei Frauenleichen, die auf grausamste Art und Weise ums Leben gekommen sind. Erschlagen, vergiftet, an Ketten gefesselt. Die Bewohner des kleinen irischen Dorfs Malahide sind geschockt. "Sklavenschwestern von eigener Tante ermordet" schreibt die Presse. Fantasiegespinste der Journalisten oder Wahrheit? Eine Klärung erfolgt zunächst nicht. Das Dorf möchte mit den Morden nichts zu tun haben. Die Ermittlungen der örtlichen Polizei verlaufen im Sande.
Als Desmond von Schuldgefühlen geplagt den Ort verlässt, bekommt das Dorf einen neuen Postboten, den jungen Hobbyzeichner Naill Cleary. Aber auch dieser bleibt ihnen nicht lange erhalten. Kurz nachdem er inmitten der unzustellbaren Sendungen das Tagebuch von Fionah Walsh, einer der toten Fremden, findet, verliert er seinen Job. Er verlässt das Dorf, nunmehr mit einem neuen Ziel. Er möchte den Tod der Walsh-Schwestern aufklären.

Hunger nach Liebe, das zeichnet die Frauen aus, die auf den Charme des Märchenerzählers Jim Quick hereinfallen. Gut aussehend, charmant und mit dem gewissen Etwas zieht er sie in seinen Bann und bringt ihre Herzen zum Schmelzen. Tag für Tag tingelt er durch die Pubs von Irland und erzählt die tragische Geschichte eines Prinzen, der seinen Zwillingsbruder tötet und zur Strafe als Wolf weiterleben muss. Die Erzählungen des charismatischen Wanderers gehen auch an den drei Walsch-Schwestern und ihrer Tante nicht spurlos vorbei und ebenso wie die anderen weiblichen Dorfbewohner, erliegen sie dem Charme des fremden Mannes. Eine Entwicklung, die für sie verheerend enden soll.

Christian Mørk hat für sein Buch „Darling Jim“ eine ungewöhnliche und interessante Art der Erzählung gewählt. Eingebettet in die Ausführungen eines Erzählers, hat er zwei Tagebücher gestellt, die von den Opfern kurz vor ihrem Tod geschrieben wurden und auf ihre eigene Art und Weise die Geschehnisse erklären. Ohne Kommissar oder Sonderkommission, nur durch das Engagement eines Postboten und der aufgefundenen Tagebücher, werden dem Leser die Motive des Verbrechens und seine Aufklärung nach und nach deutlich. Eine Geschichte, die an ein Märchen für Erwachsene erinnert, aber in ihrer Grausamkeit seines gleichen sucht.

Nicht nur die ungewöhnliche Art der Erzählung, auch der Schreibweise des Autors hat überzeugt. Seite für Seite enthüllen die Tagebücher der Schwestern die für das Verständnis des Lesers notwendigen Fakten, ohne auf die Darlegung der Gefühle und Sichtweisen der Opfer zu verzichten. Stück für Stück entwickeln sich die Ereignisse und lassen sich letztendlich wie ein Puzzle stimmig aneinanderfügen. Aber bis es soweit ist, wartet der Leser voller Ungeduld auf das entscheidende Teil, das dem Ganzen einen Sinn verleiht. Leicht und flüssig, ohne unnötige Ausschweifungen schafft es der Autor, eine gleich bleibende Spannung aufzubauen, welche es dem Leser leicht macht, das Buch in einem Zug durchzulesen.

„Darling Jim“ ist kein Thriller im herkömmlichen Sinn. Weder der typische rasante Spannungsaufbau, noch der dominierende psychologische Aspekt ist vorhanden. Es ist ein guter Roman mit kriminalistischen Elementen, der wie ein mystisches Märchen für Erwachsene anmutet.

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Tags: grausame morde, liebe, tagebuch, thriller, verhängnis   (5)
 

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(198)

389 Bibliotheken, 5 Leser, 5 Gruppen, 19 Rezensionen

vampire, edward, bella, werwölfe, liebe

Bis(s) zum Ende der Nacht

Stephenie Meyer , Ulrike Grote , Peter Jordan
Audio CD
Erschienen bei HörbucHHamburg, 11.02.2009
ISBN 9783867420310
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Endlich ist es soweit. Bella und Edward wollen heiraten. Für Bellas Familie kommt dieser Entschluss zwar etwas übereilt, aber Bella hat ihre Gründe dafür. Bellas einzige Bedingung an ihren zukünftigen Ehemann ist, sie möchte noch einige Zeit als Mensch verbringen und die gemeinsamen Flitterwochen auch als solche genießen. Mit allen Vor- und Nachteilen, mit menschlichen Sehnsüchten und Gefühlen, bevor auch sie ein Vampir wird. Aber genau dieser Wunsch ist es, der nicht nur Bella, sondern der ganzen Familie Cullen und ihren Freunden im Verlaufe des Buches zum Verhängnis wird.

Nach der Trauung reisen Bella und Edward auf Esmes Insel, um ihre Flitterwochen in trauter Zweisamkeit zu genießen. Die Liebe zwischen Bella und Edward ist so groß, dass sie es ohne weiteres verstehen, die Probleme, die sich zwischen Mensch und Vampir während einer körperlichen Annäherung unweigerlich ergeben, einfach zu umgehen. Bella wird schwanger und genau hier beginnt das Desaster der Familie Cullen. Was wird aus dem Kind, das halb Mensch, halb Vampir ist? Welche Gefahren entwickeln sich aus der ungeplanten Schwangerschaft für die anderen Vampire des Zirkels? Werden die Volturi sie vernichten, weil sie bestehende Verträge verletzt haben? Und was wird aus Bella? Kann ein Mensch, ohne in Gefahr zu geraten, das Baby eines Vampirs austragen?

Das Leben von Bella, Edward und seiner Familie ist in großer Gefahr. Auch der Beistand von Jacob und deren Werwolffreunden reicht nicht aus, um diese vor dem sicheren Tod zu retten. Denn die Volturi sind in der Überzahl und bereits auf dem Weg zu den Cullens, um diese für immer zu vernichten. Ein Wettkampf gegen die Zeit beginnt. Können die Cullens die Volturi stoppen oder werden sie für immer untergehen?

Stefenie Meyer erzählt den vierten Teil der Geschichte von Bella und Edward aus zwei Perspektiven heraus. Für den Leser etwas ungewöhnlich, kommen hierbei nicht Bella und Edward zu Wort, sondern Bella und Jacob. Der Werwolffreund von Bella, der in engster Rivalität mit Edward stet und nur Bella zuliebe geduldet wird. Die sich daraus ergebenden Spannungen geraten aber im Verlaufe des Buches immer mehr in den Hintergrund, denn die eigentliche Gefahr für die Familie Cullen, geht von Ihresgleichen aus, von Vampiren anderer Herkunft. Durch diese ungewöhnliche Situation, ausgelöst von Bella und Edward, entwickelt sich eine noch nie da gewesene Annäherung und Vertrautheit zwischen Werwölfen und Vampiren, die den Charakter des Buches ausmachen.

Jeder der Protagonisten überwindet sein eigenes Ego, schiebt Vorurteile beiseite, geht bis an körperliche Grenzen, um dem Freund in der Gefahr beizustehen und rückt sein eigenes Wohl in den Hintergrund. Eine Geschichte, die von der Autorin mit viel Liebe und Herzensblut erzählt wird. Schöne Momente wechseln sich mit spannungsgeladenen Handlungen ab und geben dem Buch eine eigene Sinnlichkeit. Hier geht es nicht um tiefgründige Charaktere oder Stoffe, die zum Nachdenken anregen. Stefenie Meyer hat mit dem ihr eigenen, gut lesbaren Schreibstil ein Buch geschaffen, für Leser, die einfach schöne Geschichten mögen und zufrieden ins Bett gehen wollen.

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Tags: balla und edward, liebesromanze, vampire, werwölfe   (4)
 

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(48)

79 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 25 Rezensionen

hamburg, terrorismus, geheimdienst, terror, 9/11

Marionetten

John Le Carré
Fester Einband
Erschienen bei Ullstein Buchverlage
ISBN 9783550087561
Genre: Sonstiges

Rezension:

Gefangen im Spiel der Geheimdienste

Hamburg nach dem 11.09.2001. Issa, ein tschetschenischer Flüchtling, hält sich illegal in Deutschland auf und bittet eine ihm unbekannte türkische Familie um Hilfe. Melik, der Sohn der Familie, ist von der Bitte des Fremden völlig irritiert und versucht ihn abzuweisen. Seine Bemühungen sind nicht von Erfolg gekrönt, da seine Mutter Leyla Mitleid mit dem Schwerkranken hegt und so verstecken sie ihn gemeinsam in ihrer Wohnung. Was sie zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht ahnen können, der unbekannte Fremde ist kein unbeschriebenes Blatt mehr.

Im Verlaufe des Geschehens übernimmt die Anwältin Annabel Richter, die für eine Hamburger Hilfsorganisation tätig ist, die rechtliche Unterstützung für Issa. Von Zweifeln geplagt, versucht sie bei Issa alles richtig zu machen. Denn schon einmal hat sie einen Mandanten verloren, der trotz ihrer Unterstützung abgeschoben wurde. Voller Engagement hängt sie sich in die Sache rein, bis auch sie zur Zielperson des Verfassungsschutzes wird und mit ihnen zusammenzuarbeiten muss.

Weitere Hilfe erfährt Issa durch den Bankier Tommy Brue, der nach anfänglicher Skepsis Issa seine volle Unterstützung gewährt. Als Besitzer einer Privatbank verwaltet er das Erbe des Flüchtlings, schmutziges Geld aus Russland, angelegt vor Jahren noch von seinem Vater auf einem so genannten Lippizanerkonto. Sein Interesse an Issa besteht vorrangig darin, sich der Altlasten seines Vaters zu entledigen und die Bank von ihnen zu säubern.

All diese Geschehnisse werden zunächst unbemerkt, später aber offensichtlich, von verschiedensten Organisationen, ob nun Verfassungsschutz oder Geheimdienste überwacht und als diese ihre Chance wittern, über Issa an einen noch größeren Fisch heranzukommen, schlagen diese erbarmungslos zu. Alle Skrupel werden dabei über den Haufen geworfen und zurück bleiben letztendlich nur die Opfer. Und Opfer sind sie alle in diesem Spiel.

Der Autor John le Carre, selbst ein Ex-Agent des britischen Geheimdienstes profitiert von seinem Wissen und den Erfahrungen in dieser Branche, die er gezielt in seinen Romanen einsetzt. Sprachlich recht anspruchsvoll unter Bezugnahme einzelner, sehr relitätsnah umgesetzter Charaktere versteht er es, den Leser stellenweise gut zu fesseln. Leider stolpert dieser aber immer wieder über langatmige Passagen oder Protagonisten, denen es einfach am nötigen Tiefgang fehlt und die dadurch zunehmend blass erscheinen.

Das Thema des Buches ist sehr aktuell gewählt. Die Auseinandersetzung mit moralischen Grundsätzen unserer heutigen Zeit wird aus verschiedenen Positionen heraus verarbeitet, so dass der Leser während des Lesens gezwungen ist, des Öfteren nachdenklich einzuhalten. Alles in allem, ein gut gewählter Stoff. Und trotzdem konnte mich dieser Roman insgesamt nicht so richtig überzeugen. Es bleibt das Gefühl, dass der Autor durch das Buch einen Weg gefunden hat, seine Wut und die Unfähigkeit, Dinge verändern zu können, verarbeitet. Man selbst als Leser bleibt aber ziemlich unzufrieden zurück.

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Tags: geheimdienste, geldwäsche, hamburg, krimi   (4)
 

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(41)

81 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 30 Rezensionen

wissenschaft, thriller, hirnforschung, berlin, philosophie

Kritik der mörderischen Vernunft

Jens Johler
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.01.2009
ISBN 9783548269542
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Science-Thriller der Extraklasse

Angst kann einem schon überkommen, wenn man das zweite Buch um das Journalistenduo Troller und Jane Anderson liest. Bereits in seinem ersten Buch, übrigens da noch in Zusammenarbeit mit dem Sachbuchautor und Pädagogikprofessor Olaf-Axel Burow, beschäftigte sich der Autor Jens Johler mit der Forschung rund um das Gehirn des Menschen und der kritischen Rolle der Moral in Wissenschaft und Forschung. Ein Thema, dessen Vielfältigkeit wohl auch den Autor nicht zur Ruhe kommen lässt.

Ein Mörder treibt sein Unwesen unter den Hirnforschern. Sein selbstgewählter Name ist Kant, frei nach dem Philosophen Immanuel Kant. Aber nicht nur diesen hinterlässt er auf den Botschaften, die an den Tatorten gefunden werden, sondern auch Auszüge aus einem Buch, welches der Wissenschaftsjournalist Troller minder erfolgreich veröffentlicht hat. Aber das ist bei weitem noch nicht alles. Bereits nach dem ersten Mord an einem bekannten Professor, der sich mit der Erforschung der Spiegelzellen im Gehirn beschäftigt, nimmt er via E-Mail Kontakt zu Troller auf. Doch die Zeit wird knapp. Kant ist nicht zu stoppen und es geschehen weitere Morde.

Bei dem Versuch Kant zu finden und damit die Top-Story zu schreiben, finden Troller und die Kriminalreporterin Jane, immer neue Ansatzpunkte. Zunächst nehmen sie radikale Tierschützer ins Visier, die sich gegen Affenversuche stellen. Aber auch ehemalige Probanden, Gewaltverbrecher und Soziopathen, die von der Hirnforschung ins Unglück getrieben wurden sowie enttäuschte Kollegen, bleiben nicht verschont. Zuletzt wird sogar Troller selbst verhaftet. Doch der Mörder ist jemand ganz anderes und Troller ahnt nicht, dass er ihn schon lange kennt.

Nach der Lektüre des Buches war ich geschockt. Der Autor vollzieht in seinem Buch gekonnt eine Gratwanderung zwischen wissenschaftlicher Betrachtung und schriftstellerischer Fiktion, die erschreckend realistisch klingt. Obwohl ich bei weitem nicht alles verstanden habe, haben mir Wörter wie Gedankenkontrolle, Persönlichkeitsveränderung, Bewußtseinskontrolle oder auch Verhaltenssteuerung immer wieder einen Schauer über den Rücken gejagt und mich nachdenklich werden lassen.

Alles in allem ist "Kritik mörderischen Vernunft" ein hochinteressantes und sehr temporeich geschriebenes Buch über ein aktuelles Thema, das der Autor mit viel Liebe zum Detail recherchiert hat. Mit einer an Perfektion grenzenden Leichtigkeit gelingt es ihm, Spannung mit wissenschaftlicher Aufklärung und Philosophie zu verbinden. Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen, möchte aber die Leser unter uns warnen, die etwas zartbesaiteter sind.

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Tags: genforschung, thriller, wissenschaft   (3)
 

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(57)

81 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 25 Rezensionen

kapstadt, südafrika, mord, korruption, thriller

Kap der Finsternis

Roger Smith , Jürgen Bürger , Peter Torberg
Fester Einband: 356 Seiten
Erschienen bei Tropen, 01.02.2010
ISBN 9783608502022
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Willkommen in der Hölle von Kapstadt

So hatte sich der Glücksspieler Jack Burn das Leben mit seiner schwangeren Frau Susan und seinem Sohn Matt nicht vorgestellt, als er unter falscher Identität von L.A nach Kapstadt flüchtet, um in einer der schönsten Metropolen der Welt seiner Familie ein normales Leben zu ermöglichen. Fernab von der Vergangenheit findet sein Plan ein jähes Ende, als zwei Mitglieder der Americans, der größten Gang aus den Cape Flats, in das Haus der Familie einbrechen, um sie auszurauben. Ohne Skrupel stellt sich Jack Burn den Eindringlingen und steht innerhalb kürzester Zeit am Ende seiner Zukunft.

Kapstadt – drittgrößte Stadt in Südafrika, benannt nach dem Kap der guten Hoffnung. Voller unbeherrschter Mentalität, Drogen und Korruption. Bandenkriege sind an der Tagesordnung. Gut getarnt von der eigentlichen Touristenhochburg toben sie in den Slums und bringen schonungslos die raue Wirklichkeit Südafrikas ans Licht.

Inmitten dieser Kulisse erzählt der Autor Roger Smith mit voller verbaler Härte seine Geschichte. Bizarr und ohne Schnörkel reiht er die Fakten aneinander, beschönigt nichts. Rasant im Tempo lässt er Ereignisse und Handlungen ablaufen, dass dem Leser schwindlig wird. Schub um Schub, unwirklich erscheinend und doch voller Realität. Es gibt keine Schonung, auch für seine Protagonisten nicht. Erbarmungslos enthüllt er ihr Leben, stellt sie bloß. Denn jeder hat etwas zu verbergen. Nur die Art und Weise, wie sie es tun, unterscheidet sich.

Da gibt es den ruhigen unauffälligen Baustellenwächter mit langjähriger Knast- und Bandenerfahrung, der erst bei näherem Hinsehen Angst einflößt oder den korrupten Polizisten, der mit hohem Aggressionspotential gegen Mitglieder der Unterschichten vorgeht und auch vor Mord nicht zurückschreckt und nicht zuletzt die jugendlichen Einbrecher, die nicht einmal vor einer werdenden Mutter halt machen. Alles Menschen, denen man am Besten nicht begegnen sollte. Und doch sind sie nicht wegzudenken in einer Gesellschaft, die von Gewalt und Rassismus geprägt ist. Wo Prostitution, Waffenhandel, Schutzgelderpressung, Raub, Diebstahl und Hehlerei an der Tagesordnung sind.

Roger Smith zeigt in seinem Buch um den gestrauchelten amerikanischen Glücksspieler Jack Burn die Seite Kapstadt´s, die gut versteckt im Inneren tobt, den Kap der Finsternis. Rasant, gesellschaftskritisch, mit realem Hintergrund wurde der Thriller vom Autor mit viel Wissen zum Detail konstruiert und ist trotz seiner durchgängigen Brutalität volle fünf Sterne wert.

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Tags: brutalität, gesellschaftskritisch, kapstadt, korruption, mord   (5)
 

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amoklauf, usa, familie, gefängnis, trauma

Die Stunde, in der ich zu glauben begann

Wally Lamb , Charlotte Breuer , Norbert Möllemann
Fester Einband: 749 Seiten
Erschienen bei Pendo Verlag, 01.03.2009
ISBN 9783866122062
Genre: Romane

Rezension:

Warum werden Menschen schikaniert, gedemütigt, ausgegrenzt?
Warum werden Schüler erschossen, während andere Leben dürfen?
Warum ist die Mutter, die das Kind großzog, nicht die richtige?
Warum fällt uns dabei der Glaube an Gott so schwer?

Dieses Buch stellt viele Fragen und stellt vieles infrage.

Falls der Leser glaubt, mit Wally Lamb´s Buch "Die Stunde, in der ich zu Glauben begann", einen unterhaltsamen entspannenden Roman gefunden zu haben, irrt er. Dieses Buch ist keine Gute Nacht Lektüre. Es rüttelt den Leser auf, macht ihn wach, verursacht Albträume.

Wally Lamb erzählt in seinem Buch die Lebensgeschichte des Lehrers Caelum Quirk, der nach einer schwierigen Kindheit und zwei gescheiterten Ehen, seine dritte Frau Maureen schätzen und lieben lernt. Aber auch das Leben mit ihr ist nicht einfach. Nach einigen Eheproblemen, die Caelum auf seine eigene Art und Weise zu lösen versucht, geschieht das Unfaßbare. Maureen wird Augenzeuge des Schulmassakers in Littleton. Versteckt in einem Wandschrank muss sie voller Ohnmacht mit ansehen, wie zwei Jugendliche 12 ihrer Mitschüler und einen Lehrer erschießen, ehe sie sich selbst richten. Durch diese Erlebnisse stark traumatisiert, schafft sie es von nun an nicht mehr, ihr Leben in den Griff zu bekommen. Caelum leidet stark unter dieser Situation und findet keinen Weg, seiner Frau zu helfen. Im Gegenteil, unaufgearbeitete Familiengeheimnisse machen ihm schwer zu schaffen und stellen den Sinn seines Lebens auf den Kopf.

Wally Lamb hat in seinem Buch "Die Stunde, in der ich zu glauben begann" authentische Geschehnisse und Personen eingebunden und es dadurch geschafft, dass sein Buch wirklichkeitsnah dem Leser gegenübertritt. Fragen nach der Würde des Menschen stehen genauso im Mittelpunkt der Geschichte wie der Umgang mit dem Glauben. In seinem Buch arbeitet der Autor auf, welchen mittelbaren und unmittelbaren Folgen grausame Geschehnisse wie das Massaker von Littleton oder der Irakkrieg auf die Menschen haben. Wie Opfer solcher Greueltaten versuchen mit ihrer Angst umzugehen und leider, oftmals daran scheitern. Ergreifend und sehr gefühlvoll erzählt Wally Lamb seine Geschichte, klagt an, setzt sich mit Vorurteilen auseinander, versucht zu helfen.

Es ist ein wunderbares Buch, das der Autor geschrieben hat, ein Buch, das den Leser bis ins Innerste bewegt und ihn nachdenklich werden lässt. Und trotzdem ist ein wenig Kritik an dieser Stelle angebracht. Obwohl Wally Lamb es verstanden hat, seine Geschichte emotional ausgereift und spannend zu erzählen, hat diese einige Längen, die nicht sein müssten. Geschehnisse, wie beispielsweise die Erlebnisse aus der Schulzeit von Caelum, wurden zu ausschweifend behandelt und sind in diesem Umfang nicht notwendig für das Verständnis des Lesers. Aber eines muss man dem Autor lassen, er hat in seinem Buch nicht nur eine ergreifende und teilweise authentische Beschreibung der damals stattgefundenen Geschehnisse präsentiert, sondern dem Leser ein Stück amerikanischer Geschichte und Lebensphilosophie nahegebracht.

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Tags: glauben, massaker   (2)
 

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liebe, hörbuch, e-mail, leo, internet

Alle sieben Wellen

Daniel Glattauer , Andrea Sawatzki , Christian Berkel
Audio CD
Erschienen bei Hörbuch Hamburg, 01.02.2009
ISBN 9783899036480
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ich habe es nicht einmal gehört, ich habe es nicht zweimal gehört, nein, ich habe es bereits drei mal gehört. Und ich muss gestehen, ich habe immer noch nicht genug davon. "Alle sieben Wellen" ist eines dieser Ausnahmehörbücher, an dem man sich einfach nicht satt hören kann.

Neuneinhalb Monate lang hat Emmi nichts mehr von Leo gehört, ihrer E-Mail-Bekannschaft, die sie nach einem mißglückten Treffen nicht mehr erreichen kann. Nur der Systemmanager antwortet auf die vergeblichen Versuche einer erneuten Kontaktaufnahme. "Achtung geänderte E-Mail-Adresse" ..., ein Text, den Emmi immer wieder in ihrem Postkasten vorfindet. Doch sie gibt nicht auf. Dafür ist sie Emmi, eine Frau, die mitten im Leben steht und weiss, was sie will. Und eines Tages ist es soweit, Leo ist wieder da und antwortet ihr.

Genau hier beginnt die Fortsetzung der eigentlichen Geschichte. Einer Geschichte voller Sehnsucht und Mißverständnisse, voller Vernunft und Unvernunft. Emmi ist verheiratet und Mutter zweier Kinder, Leo hat seit Kurzem eine feste Freundin. Warum also all diese E-Mails? Diese Treffen? Dieses auf und ab der Gefühle?

Sie machen es sich nicht einfach, die beiden Protagonisten. Mal liebenswert, mal zynisch, voller Spitzfindigkeiten, provozierend, zur Übertreibung neigend, dann doch wieder verständnisvoll und liebenswert reizen sie die volle Palette menschlicher Gefühle und Stimmungen aus und können einfach nicht voneinander lassen.

Mit "Alle sieben Wellen", einer Fortsetzung des Romans "Gut gegen Nordwind" hat Daniel Glattauer mit viel Witz und Ironie etwas Besonderes geschaffen. Eine Liebesgeschichte, erzählt in Form von E-Mail´s, mit überzeugenden Charakteren und unnachahmlichen Dialogen. Hier kann ich nur sagen, herrlich diese Wortwahl des Autors, nicht perfekt, aber einzigartig!

Einen ganz besonderen Leckerbissen stellt die Hörbuchfassung dieser faszinierenden Geschichte dar. Andrea Sawatzki und Christian Berkel, im wirklichen Leben seit 11 Jahren glücklich verheiratet, sind als Sprecher von Emmi und Leo mehr als überzeugend. Ungeduldig, kratzbürstig und spröde, interpretiert Andrea Sawatzki die Protagonistin Emmi, um kurz darauf mit lieblichem Singsang in der Stimme ihrer virtuellen Liebe Leo zu gefallen. Im Gegenpart dazu Christian Berkel mit seiner ruhigen, erotisierenden Stimme, die gefühlvoll und um Besonnenheit bemüht, dem Protagonisten Leo sein Leben einhaucht. Man möge fast glauben, dass die Sprecher hier ihre eigene Geschichte erzählen, so lassen sie es knistern und flirten miteinander, was das Zeug hält.

Nach dem Genuss des Hörbuches komme ich wohl nicht umhin, das Buch zu lesen. Die Einzigartigkeit dieser E-Mails nicht nur akustisch, sondern auch visuell auf mich wirken zu lassen.

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Tags: e-mail, liebe, romantik   (3)
 

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norwegen, krimi, zugunglück, mord, schneesturm

Der norwegische Gast

Anne Holt , Gabriele Haefs
Fester Einband: 319 Seiten
Erschienen bei Piper
ISBN 9783492046930
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Winter 2007 in Norwegen. Ein heftiger Schneesturm tobt, als ein Zug mit 269 Passagieren, unterwegs von Oslo nach Bergen, entgleist. Bis auf den Lokführer werden alle Passagiere lebend gerettet und in einem nahe gelegenen Berghotel in Finse untergebracht. Ein Kontakt zur Außenwelt ist nicht möglich und notgedrungen arrangieren sich die Eingeschlossenen mit der unausweichlichen Situation. Für Essen, Trinken und ein wenig Unterhaltung ist gesorgt, so dass genügend Zeit bleibt, sich mit Spekulationen um einen zusätzlich angehangenen Zugwaggon zu befassen, dessen Insassen mysteriös anmuten, die aber niemand zu Gesicht bekommen hat.

Unter den unfreiwilligen Hotelgästen, immer ein wenig abseits im Rollstuhl sitzend, befindet sich die ehemalige Polizistin Hanne Wilhelmsen, die vor fünf Jahren im Rahmen eines Polizeieinsatzes schwer verletzt wurde. Seit ihrem Unfall hat sie sich vom Leben zurückgezogen und tritt den Menschen in ihrer Umgebung unhöflich, verschlossen und unfreundlich gegenüber. Jede noch so gut gemeinte Hilfe lehnt sie schroff ab und verkriecht sich lieber in ihrem Schneckenhaus, ein Verhalten, das sich im Laufe des Geschehens und aufgrund der gegebenen Situation zunehmend schwerer bewerkstelligen lässt.

In der Nacht fallen die Temperaturen weiter, der Wind nimmt zu. Ein Ende des Sturms ist nicht in Sicht, als vor der Tür, im Schnee liegend, eine Leiche entdeckt wird. Der Tote, ein extrovertierten Pastor, der durch vielfältige Fernsehauftritte seine Bekanntheit und Volksnähe akribisch gepflegt und gezielt ins rechte Licht gesetzt hat, ist erschossen worden. Nun ist es schlagartig vorbei mit der Ruhe im idyllischen Berghotel. Angst macht sich unter den Anwesenden breit, der Sturm zerrt an den Nerven der Gäste und genau an diesem Punkt geschieht der nächste Mord.

Die ehemalige Polizistin Hanne Wilhemsen, deren Vorleben einigen der Anwesenden hinlänglich bekannt ist, gerät durch die Ereignisse immer mehr unter Druck. Man bittet sie, sich der Sache anzunehmen und die Verbrechen aufzuklären, bevor die Situation eskaliert. In die Enge getrieben, stimmt sie mürrisch zu und versucht mit Hilfe der Hoteldirektorin und zwei weiterer Gäste Licht in die Geschehnisse zu bringen. Hierbei bemerkt sie zum ersten Mal, dass ihre passive sitzende Position auch Vorteile mit sich bringen kann. Bedingt durch die ungewöhnliche Perspektive und die dadurch genommene Möglichkeit in Handlungen aktiv eingreifen zu können, erschließen sich ihr Dinge, die andere übersehen. Ihre jahrelange, gut geschulte Beobachtungsgabe kombiniert sie geschickt mit systematischem Denken und so gelingt es ihr, die Morde aufzuklären und den Täter ganz in Agatha-Chriestie-Manier letztendlich zu stellen.

Aber nicht nur die ungewöhnlich Aufklärung des Verbrechens unter Einbeziehung eines breiten Publikums und der passiven Haltung der anwesenden Polizei, erinnert an die Romane der Autorin Agatha Christie. Auch die vielseitige Ausstattung der anwesenden Personen mit kuriosen Angewohnheiten, eigenwilligen Charaktere und dunklen Vergangenheiten, wie auch die Einbeziehung einer ungewöhnlichen Todesart, lassen den Leser unweigerlich an die psychologisch raffinierten Methoden von Miss Marple oder Hercule Poirot denken.

Anne Holt hat mit „Der norwegische Gast“ einen Kriminalroman geschrieben, der durch seinen leichten, flüssigen Schreibstil lesenswert daherkommt, trotz alledem aber zu sehr an seine Vorgänger erinnert. Die Idee, Personen von der Außenwelt abzuschneiden und sie gemeinsam mit einem Mörder einzuschließen, ist durch vielfältige Romanvorlagen und Filme bereits überstrapaziert und weist auch in diesem Buch keine neuen Nuancen auf. Hier kann man sich als Leser der Autorin nur wünschen, dass sie bei zukünftigen Romanen mit neuen Ansätzen brilliert. Ein weiteres Manko stellt der nicht durchgängig vorhandene Spannungsbogen dar, der allerdings durch die gewählte Erzählform kompensiert wird. Bedingt durch die Nutzung der Ich-Perspektive erlaubt die Autorin einen tiefen Einblick in die Seelen- und Gefühlswelt der Hauptprotagonistin und schafft es dadurch, dass die Geschichte einiges an Tiefgang erfährt. Und genau dieser Tiefgang ist es, was den Leser dazu bringt, das Buch nicht aus der Hand zu legen.

Insgesamt ist „Der Norwegische Gast“ ein Buch, das man entspannt lesen kann, von dem der versierte Krimileser aber nicht zuviel erwarten sollte.

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Tags: eingeschneit, hanne wilhelmsen, krimi, norwegen, sturm   (5)
 

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neuseeland, liebe, auswandern, flugrennen, schicksal

Brautflug

Marieke van der Pol , Kristina Kreuzer
Fester Einband: 508 Seiten
Erschienen bei Krüger Verlag, 06.02.2009
ISBN 9783810515803
Genre: Romane

Rezension:

Flug ins Ungewisse

Drei Frauen treffen sich nach langer Zeit anlässlich einer Beerdigung wieder, auf der sie ihrem Freund die letzte Ehre erweisen. Ada, Esther und Marjorie, die vor vielen Jahren im Rahmen des Brautfluges nach Neuseeland ausgewandert sind, um sich dort ein neues, besseres Leben aufzubauen.

Während des Fluges lernten sie Frank kennen, einen lebenslustigen jungen Mann, der sich vor allem zu der verheirateten Ada hingezogen fühlte. Fünfzig Stunden verbrachten sie gemeinsam im Flugzeug. Abgeschlossen von der Außenwelt erlebten sie Turbulenzen, träumten von einem besseren Leben und standen sich gegenseitig bei. Zeit, die sie aneinander kettete und ihr weiteres Leben nachhaltig beeinflusste.

Angekommen in Neuseeland trennten sich zunächst ihre Wege wieder. Die schwangere Ada traf auf ihren Ehemann, dem sie bereits vor dem Flug mittels einer Ferntrauung das Ja-Wort gegeben hatte, obwohl sie ihn kaum kannte. Die ehrgeizige und stets elegant gekleidete Esther nahm eine Arbeit in einer Textilfabrik an, um sich später in der Modebranche zu verwirklichen. Die lebenslustige Marjorie schloss ihren Verlobten in die Arme und hoffte auf ein trautes Familienglück mit vielen Kindern. Und nicht zuletzt Frank, der von viel Land und einem eigenen Weingut träumte.

In den darauf folgenden Jahren kreuzten sich ihre Wege immer wieder, Hoffnungen wurden geweckt, Träume zerschellten, das Schicksal ließ sie nicht zur Ruhe kommen. Bis ein weitgreifendes Geheimnis allmählich ihrer aller Leben überschattete.

Marieke van der Pol hat mit „Brautflug“ ein Buch geschrieben, das vordergründig auf Gefühle aufbaut und nicht auf Spannung. Anfänglich etwas langatmig, gewinnt die Geschichte aber immer mehr an Fahrt. Durch die eingefügten Rückblicke und Zeitsprünge kann der Leser gut nachvollziehen, wie sich das Leben der Protagonisten, beginnend von der Kindheit an bis ins späte Alter hinein, entwickelt und warum es sich so entwickelt. Treffend gewählt und von sprachlicher Vielfältigkeit beschreibt sie die Personen in ihrem Buch so wirklichkeitsnah, dass sich der Leser ohne viel Mühe ein konkretes Bild von jedem Einzelnen vor seinem geistigen Auge entwickeln kann. Und hat der Leser erst einmal angefangen sich mit dem Leben der vier Protagonisten zu beschäftigen, kann er nicht mehr aufhören.

Ein Kompliment an Marieke van der Pol, die es in dem Buch „Brautflug“ verstand, drei Frauenschicksale dieser Zeit, voller Konfession und gesellschaftlichem Martyrium, mit ihren Höhen und Tiefen dem Leser nahe zu bringen. Es hat sie vielleicht nie gegeben, Ada, Esther und Marjorie und auch Frank nicht, den wir hier nicht vergessen sollten. Denn auch er war ein Opfer dieser Zeit. Aber stellvertretend für viele andere Frauen von damals, durften Ada, Esther und Marjorie diesem Buch sein Leben einhauchen.

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Tags: brautflug, gefühl, konfession, neuseeland, schicksal   (5)
 

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liebe, krebs, tod, fluss, krankheit

Wohin der Fluss uns trägt

Charles Martin , Ulrike Bischoff
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Ullstein TB, 01.02.2009
ISBN 9783548269962
Genre: Liebesromane

Rezension:

Charles Martin erzählt in seinem Buch „Wohin der Fluss uns trägt“ die Geschichte einer bedingungslosen Liebe. Einer Liebe, die von viel Freude, aber noch mehr Leid geprägt ist.

Chris ein ehemaliger Flussführer und Kunststudent lernt durch Zufall die Tochter einer der angesehensten und einflussreichsten Familien Charlestons kennen und trotz unüberbrückbar scheinender gesellschaftlicher Gegensätze werden beide ein Paar. Nach zehn Jahren unbeschwerten Glücks schlägt das Schicksal erbarmungslos zu. Bei Abbie wird Krebs diagnostiziert und nach langem harten Kampf und erfolglosen Therapieversuchen steht fest, dass Abbie es nicht schaffen wird, ihre Krankheit zu besiegen. Es bleibt ihr nur noch wenig Zeit und so stellt sie eine Liste mit Wünschen auf, die sie sich noch erfüllen möchte. Einer dieser 10 Wünsche beinhaltet eine Fahrt den Fluss St. Mary´s hinab, zu der Chris uns Abbie entgegen dem Willen ihres Vaters, unmittelbar aufbrechen.

Während der Fahrt auf dem Fluss setzen sie sich einer Vielzahl von Strapazen und Gefahren aus, die sie an die Grenze ihrer körperlichen Möglichkeiten bringen. Ihr unbändiger Lebensmut, ihre Hoffnungen und Träume lassen Chris und Abbie nicht aufgeben. Und so erleben sie eine Zeit, von der sie jede Sekunde auskosten, intensiv und voller Leidenschaft.

„Wohin der Fluss uns trägt“ ist ein leises Buch, das den Leser bewegt und nachdenklich werden lässt. Die Art und Weise, wie Chris seine todkranke Frau voller Hingabe pflegt, wie er versucht, ihr die Schmerzen erträglicher zu machen und jeden Wunsch von den Lippen abzulesen, wird von dem Autor in einer solch faszinierenden Leidenschaft geschildert, dass der Leser gar nicht anders kann, als seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen und auch mal nach dem Taschentuch zu greifen.

Schade eigentlich, dass durch die oftmals zu ausführlichen Reisebeschreibungen die Geschichte dieser einzigartigen Liebe immer wieder abrupt unterbrochen wurde. Dadurch wirkte das Buch besonders in der ersten Hälfte langatmig und zäh. Hier wäre weniger wesentlich mehr gewesen.

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Tags: fluss, krebs, liebe, wünsche   (4)
 

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thriller, berlin, mord, entschuldigung, schuld

Sorry

Zoran Drvenkar
Fester Einband: 396 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 12.02.2009
ISBN 9783550087721
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Vier junge Berliner haben eine ziemlich simple, aber dennoch grandiose Geschäftsidee. Sie gründen eine Agentur, die sich im Namen ihrer Mandanten für deren Vergehen entschuldigt. In ihrem Metier sind sie sehr erfolgreich und so lässt die Kundschaft nicht lange auf sich warten. Das Geschäft läuft gut bis zu dem Tag, als ein Auftrag sie aus ihrem gewohnten Alltag reißt und alles bisher Dagewesene infrage stellt.

Ein Mann ruft an und bittet sie, sich in seinem Namen zu entschuldigen. Routiniert nehmen sie den Auftrag an und suchen die Frau auf. Doch diese ist tot, regelrecht hingerichtet, mit Nägeln an eine Wand fixiert. Schockiert wenden sie sich ab, doch es gibt kein zurück mehr. Der Mörder weiß zuviel über sie und ihre Familien. Und er verlangt mehr. Mehr als sie zu geben bereit sind. Ein spannendes Katz- und Mausspiel beginnt, in dem aber nicht nur sie und der Mördern, sondern eine weitere unbekannte Person die Hauptakteure sind.

Der Autor Zoran Drvenkar erzählt mit "Sorry" eine außergewöhnliche Geschichte von Liebe und Verrat gepaart mit Schuld und Sühne. Hierbei bedient er sich nicht nur unterschiedlicher Erzählperspektiven, sondern baut gekonnt Zeitsprünge ein, die dem Leser die Geschichte zunächst konfus erscheinen lässt. Nach und nach aber öffnet sich ihm eine Welt, die grausamer und verstörter nicht sein kann. Deren Ursprung weit zurück in der Kindheit des Mörders liegt und sich rasant entwickelt. Dabei lässt der Autor immer wieder Fragen offen und versteht es, die Phantasie seiner Leser bis über ein unerträgliches Maß hinaus anzuregen. Eine emotionale Berg- und Talfahrt nimmt ihren Lauf. An Aufhören ist da nicht mehr zu denken.

Erfrischend neu gestaltet sich auch die Art und Weise, wie Zoran Drvenkar erzählt. In kurzen Sätzen, ohne wörtliche Rede, aber mit sehr bildhaften Vergleichen. Eine Erzählweise, die beunruhigt und dem Leser zu schaffen macht, ihn aber gleichzeitig mitten in das Geschehen hinein katapultiert.

Mit "Sorry" hat Zoran Drvenkar einen Thriller geschaffen, der den Ansprüchen des erfahrenen Lesers mehr als gerecht wird.

Hinter jeder Tür verbirgt sich das Dunkle.
Hinter jedem Fenster leben Schatten.
(Zoran Drvenkar)

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Tags: entschuldigung, genial, spannung, thriller   (4)
 

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krimi, deutschland, hippies, 68er, frankfurt

Schrei nach Stille

Anne Chaplet
Fester Einband: 333 Seiten
Erschienen bei List, Paul, 01.08.2008
ISBN 9783471772829
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Anne Chaplet erzählt in ihrem Buch „Schrei nach Stille“ eine Geschichte, die in 2 Zeitebenen spielt. Es ist das Jahr 1967 als ein Hippie-Trio in das Dorf Klein Rhoda zieht, zu einer Zeit, in der Selbstverwirklichung, LSD und Räucherkerzen zelebriert werden. Ihre Vorstellung von der Verwirklichung der freien Liebe stößt auf massiven Widerstand bei der überaus prüden Dorfbevölkerung und es kommt zu Übergriffen, die ihr abruptes Ende finden, als eines der Blumenkinder spurlos verschwindet.

40 Jahre später kauft die Autorin des Bestsellers „Summer of Love“, Sophie Winter, ausgerechnet das Haus in Klein Rhoda, in dem damals die Hippies gewohnt haben und reißt damit alte Wunden wieder auf. Die misstrauischen und starrköpfigen Einheimischen fühlen sich durch die Fremde in ihrer Dorfidylle empfindlich gestört. Und so dauert es nicht lange, bis unheimliche Vorkommnisse das Leben der Autorin durcheinander bringen. Immer öfter wird die Frage nach dem verschwundenen Hippiemädchen gestellt, aber das Dorf schweigt.

Bereits auf den ersten Seiten Buches fand ich es faszinierend, ja eigentlich genial, wie die Autorin es versteht, die Stimmung in dem alten Haus zu schildern, wie sie mit bildhafter Sprache und Atmosphäre spielt. Aber auch die persönlichen Befindlichkeiten der Dorfbewohner kommen in diesem Buch nicht zu kurz. Ein typischer Dorfkrimi eben, der durch spießige Bewohner und dörfliche Regeln sein Leben eingehaucht bekommt.

„Schrei nach Stille“ ist vielleicht nicht der spannungsgeladene Krimi, den die Thrillerfans unter uns bevorzugen, aber ein Buch, das es in sich hat.

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Tags: anne chaplet, dorfkrimi, summer of love   (3)
 

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373 Bibliotheken, 6 Leser, 9 Gruppen, 64 Rezensionen

krimi, norwegen, harry hole, serienmörder, schneemann

Schneemann

Jo Nesbø , Günther Frauenlob (Übers.)
Fester Einband: 488 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 01.09.2008
ISBN 9783550087578
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im bereits siebenten Fall des Kommissars Harry Hole lässt Jo Nesbo diesmal einen Serienmörder sein Unwesen treiben. Schneemänner tauchen auf, die niemand gebaut hat und genau dort wo sie stehen, werden Frauen ermordet oder verschwinden spurlos. Seine Opfer sind jung, haben Kinder. Der Kommissar ist sich sicher, dass der Mörder sie gezielt ausgesucht hat. Jede einzelne. Aber warum, fragt er sich verzweifelt, welches Geheimnis teilen die Frauen miteinander? Und um so näher der Kommissar dem Schneemann kommt, umso mehr muss er erkennen, dass dieser auch ihn gezielt ausgesucht hat.

Lange tappen Kommissar Harry Hole und seine Assistentin Katrine Bratt im Dunkeln, begehen Fehler, verdächtigen die falschen Personen und kommen nicht so recht voran in ihrer Ermittlungsarbeit. Plötzlich aber überschlagen sich die Ereignisse. Nichts ist mehr so wie es war, alles scheint sich umzukehren und der Schneemann hat bereits das nächste Opfer in seiner Gewalt. Die Zeit wird knapp.

Dieser Krimi lebt von seinem Protagonisten Harry Hole, den Jo Nesbo in seinem Buch als starke Persönlichkeit daher kommen lässt, die aber manchmal bedenklich schwächelt. Eigensinnig, arrogant, reizbar, instabil und alkoholkrank, so charakterisiert ihn sein Chef. Liebenswert und in gewissen Momenten unwiderstehlich, so empfindet ihn seine Exfrau Rakel, der es schwer fällt, sich völlig von ihm zu lösen.

Wer dieses Buch liest, sollte sich warm anziehen – nicht nur weil die Story im tiefsten, verschneiten Norwegen spielt. Verwirrung und Spannung wechseln sich ab und werden den Leser unweigerlich dazu nötigen, das Buch in einem Zug durchzulesen.

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Tags: harry hole, krimi, norwegen   (3)
 

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schiff, island, meer, thriller, meuterei

Das Schiff

Stefán Máni , Tina Flecken (Übers.)
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Ullstein HC, 01.01.2009
ISBN 9783550087400
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Wind und Regen
tiefbewölkter Himmel
berghohe grauschwarze Wellen
wogende Finsternis

Genau so wie Stefán Máni den Sturm beschreibt, der dem Schiff auf seiner langen Reise von Island nach Südamerika zu schaffen macht, genau so öffnet sich sein Buch dem Leser. Wolkenverhangen, grauschwarz, keine Aussicht auf einen hellen Streifen am Horizont.
Jeder der neun Besatzungsmitglieder des Schiffes besitzt seine eigene düstere Vergangenheit, die ihn plagt und die er mit allen Mitteln vor den anderen zu verbergen sucht. Mißtrauen und Feindseligkeiten finden ungehindert Nahrung in dieser Umgebung und fressen sich in die Gehirne der Männer ein. Kein Wunder, dass ein Saboteur leichtes Spiel hat und ungehindert erst den Kontakt zur Außenwelt kappt, es später auch noch schafft, den Motor des Schiffes lahmzulegen. Und als wären es nicht schon genug der unlösbaren Probleme für die Crew, wird die „Per se“ in dieser ausweglosen Situation auch noch von Piraten angegriffen. Der Kampf ums Überleben beginnt, ohne auch nur die Chance auf ein Ende zu finden.

In seinem Buch „Das Schiff“ schafft es Stefán Máni eine enorme Spannung aufzubauen und zu halten. Liegt es nun an der beklemmenden Atmosphäre, an der Hoffnung, dass es einfach besser werden muss oder liegt es einfach an dem Talent des Autors die Geschehnisse so wirklichkeitsnah zu beschreiben, dass man es nicht schafft, das Buch zur Seite zu legen. Ich weiß es nicht. Aber eine kleine Nachbemerkung kann ich mir an dieser Stelle nicht verkneifen. „Das Schiff“ ist eher ein Buch für die Jungs unter uns, als für die Mädchen.

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Tags: abenteuer, krimi, skandinavien   (3)
 
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