vivreavecdeslivress Bibliothek

117 Bücher, 97 Rezensionen

Zu vivreavecdeslivress Profil
Filtern nach
117 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.

  • Bibliothek (117) Bibliothek (117)
  • Anaïs (40) Anaïs (40)
    Dies sind die Bücher in chronologischer Reihenfolge, die Anaïs seit Beginn 2017 gelesen hat!
  • Bücherregal (68) Bücherregal (68)
  • Mara (70) Mara (70)
    Dies sind die Bücher in chronologischer Reihenfolge, die Mara seit Beginn 2017 gelesen hat!
  • livresque amiti... (16) livresque amitié (16)
    Gelegentlich, wenn wir dieselben Bücher lesen, besprechen wir sie in unserem hauseigenen Format 'livresque amitié' - wie das funktioniert, findet ihr heraus, wenn ihr eine Besprechung zu einem folgender Bücher auf unserem Blog anschaut!
  • Bücher ohne Reg... (1) Bücher ohne Regal (1)


LOVELYBOOKS-Statistik

(32)

68 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 10 Rezensionen

"new york":w=9,"familie":w=4,"geschwister":w=4,"kanada":w=4,"freundschaft":w=3,"tod":w=3,"freunde":w=3,"suche":w=3,"winnipeg":w=3,"jugendbuch":w=2,"abenteuer":w=2,"verlust":w=2,"mut":w=2,"jugendliche":w=2,"schwester":w=2

Den Mond aus den Angeln heben

Gregory Hughes , Brigitte Jakobeit
Fester Einband: 349 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 19.08.2011
ISBN 9783551582485
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Wenn ihr nun den Klappentext gelesen habt, stimmt ihr mir bestimmt zu, wenn ich sage, dass dieses Buch einfach wunderschön klingt und einem schon nur vom Zuhören warm ums Herz wird. Vor einigen Jahren, vier vielleicht, habe ich dieses Buch bereits einmal gelesen. Diesen Herbst habe ich es gerereadert, eines der wenigen Bücher, die ich jemals ein zweites Mal gelesen habe. All die Jahre ist mir diese Geschichte als ein Lieblingsbuch in Erinnerung geblieben und auch jetzt ist es noch eines der schönsten und glücklichsten Bücher, die ich je gelesen habe. Ich habe mich in Gregory Hughes Schreibstil verliebt, er beschreibt alles aus Sicht von Bob, ein Kind, das mehr durchschaut, als man denken könnte. Ich habe mich mit den Charakteren des Buches angefreundet und sie in mein Herz geschlossen. Auf der Reise nach New York haben Bob und die Ratte ein Ziel: Sie möchten ihren verschollenen Onkel Jerome de Bilier suchen, damit er sie gemeinsam aufnimmt und sie nicht getrennt an Pflegeeltern gebracht werden. Noch bevor sie in der Grossstadt ankommen, gewinnen sie einen ersten Freund, Joey. Der muss allerdings die Stadt für ein Paar Tage verlassen und die Ratte und Bob sind vorerst auf sich allein gestellt. Ziemlich schnell treffen sie auf Tommy, einen Gauner und schliessen sich ihm an. Sie erleben einiges und alles scheint irgendwie am Schnürchen zu laufen. Sie treffen auch auf Ice, den geliebten Retter der Ratte - und das nicht nur einmal. Um eine reale Geschichte zu sein, kommen natürlich zu viele Zufälle zusammen. Das kann einem schaurig aufregen, aber mir hat es nichts ausgemacht - nur gegen Schluss war es mir dann etwas zu viel des Guten. Zweimal wurden sie in einer der grössten Zeitungen New Yorks abgedruckt, weil sie in irgendwelche Konflikte verwickelt waren. So weit so gut, aber auf den letzten fünfzig Seiten wurde dann doch etwas übertrieben, ich möchte nicht spoilern, aber es kam zu Schüssen und Befreiungen mit unglaublichen Erfolgen, die niemals möglich scheinen. 
Doch für mich machte spätestens das wirkliche Ende alles wieder wett. Marie Claire, die Ratte, hat mich so berührt. Die Geschichte scheint so geglückt und dennoch so traurig. Das Gefühl, das mir das Buch gegeben hat, ist unvergleichlich. Kinder. Die Unvoreingenommenheit, die Spontanität, die Gelassenheit. Die Liebe zwischen dem Geschwisterpaar, die Freundschaft, die Freiheit. Ich bin sprachlos, es hat mich so glücklich gemacht dieses Buch zu lesen. Auf seine simple Art ist das Buch hoch philosophisch und wirklich lesenswert. Ich hoffe, ihr findet es noch irgendwo, zwischenzeitlich wurde dieses Buch meines Wissens nämlich nicht ausgelegt. Ein grosser Fehler, wie ich finde. https://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2018/02/den-mond-aus-den-angeln-heben.html

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(119)

200 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 79 Rezensionen

"ukraine":w=21,"prostitution":w=8,"gewalt":w=6,"lana lux":w=5,"kukolka":w=5,"roman":w=4,"missbrauch":w=4,"straßenkind":w=4,"kinderprostitution":w=4,"kindheit":w=3,"drogen":w=3,"debüt":w=3,"waise":w=3,"zwangsprostitution":w=3,"betteln":w=3

Kukolka

Lana Lux
Fester Einband: 375 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 18.08.2017
ISBN 9783351036935
Genre: Romane

Rezension:


In diesem Roman ist immer zu die Rede von Winter. Es scheint kaum jemals die Sonne, das Gefühl, das Lana Lux dem Leser vermittelt, ist düster, perspektivenlos, hart, eiskalt und die nackte Wahrheit. Ich habe es an nur einem einzigen Ferientag in einer warmen Stube in den Schweizer Alpen durchgelesen. Schon lange hat mich kein Buch mehr so gerührt und gefesselt wie dieses hier. Das liegt bestimmt zu einem Grossteil daran, dass ich es verschlungen habe. Der Schreibstil ist leicht, sehr umgangssprachlich und sehr passend zur Geschichte - genau das macht sie wohl so authentisch. Alles wird bis ins kleinste Detail genau beschrieben, jeder beschriebene Ort konnte ich mir genau vorstellen, die Gefühle habe ich so genau gespürt, als wären sie meine eigenen. Die Protagonistin dieses Buches heisst Samira. Sie erzählt uns ihre Geschichte, die 1993 beginnt, als sie sieben Jahre alt war. Samira wurde nie bei ihrem Namen genannt, sie war immer Kukolka. 



Alle nannte man immer mit ihrem Namen, nur ich war erst Kukolka und dann Krysa. Von Püppchen zu Ratte. Ein derber Abstieg.Kukolka, Seite 358


Mit sieben Jahren ist das schöne Mädchen aus dem Kinderheim ausgebrochen, sie möchte zu ihrer Freundin Marina, die bereits nach Deutschland adoptiert wurde, wird allerdings von Rocky abgefangen, er führt sie in sein Haus, dort lebt sie für die nächsten Jahre zusammen mit anderen Kindern, die kein Zuhause mehr haben. Ihr Job ist das Betteln und Klauen. Ähnlich wie bei Oliver Twist, lebt Samira in einem solchen abgekommenen Haus und wird zu einer kleinen Diebin gemacht. Oliver und Samira haben sowieso viel gemeinsam, beide sind sie Waisenkinder, beide sind sie noch jung, beide sind sie aus dem Heim abgehauen, beide sind sie sehr starke Charaktere, die man unglaublich schnell ans Herz schliesst, beide können sie sich einer Diebesgruppe anschliessen, beide leben sie ihren Traum. Rocky nimmt in dieser Geschichte die Rolle von Fagin ein, beide treiben sie illegale Geschäfte und bereichern sich durch die Arbeiten der Kinder. Samira hat nicht nur atemberaubend schöne Augen, sondern ist auch eine talentierte Sängerin. Bald verdient sie am meisten Geld durch ihr Gesangtalent. Dieses führt sie schlussendlich auch nach Deutschland, wo weitere Schicksalsschläge auf die junge Schönheit warten. 
Aber stimmt, ich korrigiere mich, es gibt zwei Sachen, die immer helfen - Wodka und Musik. Kukolka, Seite 137
Ich habe es geliebt dieses Buch zu lesen, ich habe selten so sehr mit einer Protagonistin mitgefiebert und mitgelebt. Sie hat mich zu tiefst berührt. Das Buch ist auf der einen Seite so traurig, so grau und so perspektivelos und doch spürt man die Willens- und Überlebenskraft, die Hoffnung und die Kraft seine Träume nicht loszulassen. Nachdem ich das Buch zugeschlagen habe, wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen sollte.
Liebe ist Vertrauen. Das habe ich einmal auf einer Werbung für Kondome gelesen. Kukolka, Seite 308

Neben dem wahnsinnigen Inhalt, hat mich auch das Cover absolut faszinieren können. Das hübsche Mädchen hat mich im Buchladen gerade zu angelächelt, ich habe mich in das chaotische Wohnzimmer verliebt, es sieht so aus, als würde man sich darin wohlfühlen. Das hört sich relativ paradox an, das zu sagen, wenn man das Buch gelesen hat. Aber es ist irgendwie so, der Raum sieht so einladend aus... Zur Autorin: Lana Lux ist 1986 in der Ukraine geboren und im Alter von zehn Jahren mit ihrer Familie als Kontingentflüchtling nach Deutschland geflohen. In einem Interview mit der Jetzt habe ich noch einiges über die Beweggründe der Geschichte erfahren, was ich sehr spannend fand. Schaut unbedingt rein, hier der Link. Samiras Geschichte ist Lana Lux quasi zugeflogen, als sie das berühmte Bild des afghanischen Mädchens mit den hellen Augen sah. Ich bin beeindruckt von dieser bildhübschen Autorin und ihrem Debütroman, ich empfehle ihn euch wärmstens. Er ist für mich von vorne bis hinten aufgegangen, mein Herz ist aufgegangen.


https://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2018/01/kukolka-von-lana-lux-buchbesprechung.html

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(152)

250 Bibliotheken, 8 Leser, 3 Gruppen, 73 Rezensionen

"neapel":w=12,"italien":w=8,"freundschaft":w=7,"kommunismus":w=3,"schriftstellerin":w=3,"klassenkampf":w=3,"roman":w=2,"freundinnen":w=2,"abhängigkeit":w=2,"sozialismus":w=2,"rolle der frau":w=2,"1960er und 1970er-jahre":w=2,"liebe":w=1,"familie":w=1,"leben":w=1

Die Geschichte der getrennten Wege

Elena Ferrante , Karin Krieger
Fester Einband: 540 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 27.08.2017
ISBN 9783518425756
Genre: Romane

Rezension:


Ich muss zugeben, es ist bereits einige Zeit her, seit ich diesen dritten Band gelesen habe, aber dennoch wollte ich eine Rezension dazu schreiben, aus dem einfachen Grund, weil es ein wahnsinnig gutes Buch ist, das mir noch immer viel Freude macht, wenn ich daran denke. In meinem Post über die ersten zwei Bände dieser Reihe (hier kommt ihr dazu), habt ihr bereits gemerkt, dass ich ein grosser Fan von Elena Ferrante geworden bin und das bin ich noch immer. Der dritte Band hat mir bisher am besten gefallen, die Charaktere sind mir richtig ans Herz gewachsen, es schien mir beim Lesen, als würde ich sie schon Ewigkeiten kennen und als wären sie gute Freunde geworden. Die Autorin hat es geschafft, dass ich mich fühlte, als wäre ich selber ein Teil der Geschichte. Wir befinden uns in diesem Teil der langen Geschichte in den turbulenten siebziger Jahren, es wird also sehr politisch. Diese Zeit interessiert und fasziniert mich sowieso schon seit längerem, deshalb war es zusätzlich grossartig, auf diesem Weg mehr davon zu erfahren. Kleine Revolutionen in ganz Italien, ausgehend von den unterschiedlichsten Schichten der Gesellschaft, auf die verschiedensten Arten, alles hängt zusammen und ist super aufregend. Lila und Elena gehen ihre eigenen Wege und wir als Leser begleiten sie gerne dabei. Was ich sehr speziell an der Geschichte finde ist, dass mir keine der beiden Charaktere durch und durch sympathisch ist und ich glaube gerade das macht das Buch so gut. Wir kennen ihre Fehler, wir kennen alle ihre Gedanken und bleiben ihnen trotzdem treu, auch wenn wir merken, dass nicht alles gut ist, was sie machen. Es wird richtig authentisch und ich konnte eine sehr starke emotionale Bindung aufbauen. Das Buch habe ich in den Herbstferien gelesen, also Ende Oktober. Den Post hier verfasse ich im Dezember und ich merke, wie ein gewisses Gefühl von Wehmut in mir aufkeimt, ich vermisse das Lesen dieses Buches, schon jetzt bin ich total gespannt auf den vierten und letzten Teil dieser Reihe. Als ich dort in den Herbstferien war konnte ich mich aber auch zu hundert Prozent auf die Geschichte einlassen, ich war in Italien selbst, ganz in der Nähe des Rione, ich habe das Strassenitalienisch gehört, ich habe die Landschaft gesehen, die Sonne gespürt, ich war am Meer, es hat einfach alles perfekt in die Atmosphäre gepasst und das war wunderschön. Ich könnte noch so viel sagen zu dem Buch, es löst in mir so viele Gedanken aus, so viele Gefühle und Emotionen, die man allerdings selber spüren lernen muss. Elena Ferrante schreibt kein Buch, das eine spezielle Krise anspricht, oder sonst was, sie schreibt ein Buch über das Leben. Ich habe so viel gelernt, es war eine wunderschöne Lesereise und ich lege euch ganz fest ans Herz euch etwas Zeit zu nehmen und in diese Geschichte einzutauchen, man muss sich darauf einlassen und dann ist man auch schon verfallen... 
https://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2018/01/die-geschichte-der-getrennten-wege.html

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

19 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

"liebe":w=1,"freundschaft":w=1,"philosophie":w=1,"kindheit":w=1,"paris":w=1,"bücher":w=1,"lernen":w=1,"schreiben":w=1,"autorin":w=1,"romane":w=1,"ehrgeiz":w=1,"intelligenz":w=1,"abitur":w=1,"verstehen":w=1,"intellekt":w=1

Oh, Simone!

Julia Korbik
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 15.12.2017
ISBN 9783499633232
Genre: Sachbücher

Rezension:


Die charmante Julia Korbik durften wir bereits 2016 n der Frankfurter Buchmesse kurz kennenlernen. Vorher, danach aber deutlich intensiver, geniessen wir ihre überwiegend feministischen Beitrage auf diversen Onlineplattformen. Unter anderem führt sie selbst einen Blog namens 'Oh, Simone', welcher der grossartigen Simone und ihrer persönlicher Beziehung zu der französischen Intellektuellen gewidmet ist Wir wissen natürlich nicht genau, wie lange die Idee zu diesem Buch schon feststand, freuen uns jetzt aber sehr darüber.

Es beginnt schon wunderschön, gleich mit einem Zitat, welches es danach auch in mein Tagebuch geschafft hat.

Ich liebe ds Leben so sehr und verabscheue den Gedanken, eines Tages sterben zu müssen. Und ausserdem bin ich schrecklich gierig, ich möchte vom Leben alles, ich möchte eine Frau, aber auch ein Mann sein, viele Freunde haben und allein sein, viel arbeiten und gute Bücher schreiben, aber auch reisen und mich vergnügen, egoistisch und nicht egoistisch sein... 



Darauf folgt neben einer Karte des beauvoir'schen Paris, welche neben privaten Plätzen auch öffentliche Bibliotheken und Buchläden beispielsweise verzeichnet hat. Dann folgt das Leben der Simone in sechs verschiedene Aspekte eingeteilt: Werden, Lieben, Denken, Schreiben, Handeln und Kämpfen. Diese Einteilung gefällt mir sehr gut, und ich störte mich auch nicht im geringsten daran, dass einige Erlebnisse vielleicht zweimal vorkommen, durch die unterschiedlichen Standpunkte, von welchen aus sie dann beleuchtet werden.

Julia Korbik schreibt mit viel Herzblut und Begeisterung für Simone de Beauvoir, hinterfragt aber gewisse Teile, wa sehr gut tut und vor allem ihrem Ziel mit dem Buch hilft: Beauvoir einerseits von dem Thron zu holen, auf welchen sie viele unterbewusst stellen (ihr 'Le Deuxieme Sèxe' gehört zum meist zitierten und am wenigsten gelesenen feministischen Fachbücher). Gleichzeitig holt sie sie aber auch aus dem Schatten Sartres, ein Platz, den sie zu keinem Zeitpunkt verdient hat. 

Ausserdem werden die vielen Inspirationen ihres Lebens vorgestellt und differenziert betrachtet: Schriftsteller*Innen ebenso wie philosophische AnsichtenDaraus ergibt sich ein Bild dieser faszinierenden Frau und ein wunderbares Einstiegs- und Hintergrundwerk für de Beauvoir ebenso wie beispielsweise den französischen Feminismus oder den Existenzialismus.
https://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2018/01/simone-de-beauvoir-julia-korbik.html

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(74)

237 Bibliotheken, 12 Leser, 8 Gruppen, 15 Rezensionen

"familie":w=7,"reise":w=7,"usa":w=5,"montana":w=5,"wissenschaft":w=4,"kartographie":w=4,"amerika":w=3,"ranch":w=3,"abenteuer":w=2,"kindheit":w=2,"farm":w=2,"roadtrip":w=2,"genie":w=2,"karte":w=2,"roman":w=1

Die Karte meiner Träume

Reif Larsen , Manfred Allié , Gabriele Kempf-Allié
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 01.11.2010
ISBN 9783596184446
Genre: Romane

Rezension:


An der Frankfurter Buchmesse des letzten Jahres haben uns die lieben Leute aus dem Fischer Verlag (Ganz herzliche Grüsse an Euch, falls ihr das hier lest!) dieses Prachtexemplar in die Hand gedrückt. Laut ihnen ist es eines der besten und speziellstes Buch, das im Fischer Verlag erschienen ist. Sie haben es sehr hoch angepriesen und dem entsprechend waren auch meine Erwartungen zum Buch sehr hoch. Ich war gespannt diesen Brocken zu lesen und hatte auf meiner Italienreise einige Stunden Zugfahrten vor mir, in denen ich mich Reif Larsens Werk widmen konnte. Meiner Meinung nach, war es bestimmt nicht eines der allerbesten Bücher, es hat mich schlussendlich einfach zu wenig interessiert, um ein Lieblingsbuch zu sein. Das Buch ist in drei Teile gegliedert, im ersten Teil, dem Westen, stellt uns T.S. seine Arbeiten und seine Familie vor. Anhand von extrem vielen Illustrationen erklärt er uns seinen Alltag, erzählt, wer in seiner Familie, was zu tun hat, und erhält einen Anruf aus Washington. Er hat einen Preis gewonnen und sollte den nun entgegen nehmen - blöd nur, dass die Leute aus dem Museum nicht wissen, dass T.S. erst zwölf Jahre alt ist und nicht wie angenommen bereits volljährig. Aus Angst, seine Eltern wären nicht einverstanden, begibt er sich auf eine abenteuerliche Reise. Diese ist der zweite Teil, sie bestehet aus einer langen Zugfahrt mit vielen kleinen und grossen Hindernissen, ein riesiges Abenteuer. Schlussendlich schafft er es das ganze Land zu durchqueren und erreicht den Osten, der somit den dritten und letzten Teil beschreibt. 

Von Beginn an hat man das Gefühl, dass man so etwa weiss, auf was die Geschichte hinausläuft, sie ist ziemlich voraus schaubar, bis auf ein Paar kleine unerwartete Wendungen. Ich weiss nicht genau, ob ich das nun als Kritikpunkt einstufen sollte, oder nicht, oftmals finde ich es nämlich auch in Ordnung, wenn klar ist, was passieren wird. Besonders hier - es hat irgendwie gepasst. Obwohl T.S. hochintelligent ist, ist er noch ein Kind und sehr unschuldig. Er ist ein sehr sensibler Protagonist und wirkt innerlich sehr zerbrechlich, es kostet ihn viel Mut diese Reise anzutreten und zu Schluss macht er es trotzdem. Wie schon 'Der Junge im Pyjama' hat das Buch hier den Bonus, dass es eben nicht aus der Sicht eines Erwachsenen geschrieben wurde, sondern eben aus derjenigen eines Kindes und genau darin liegt irgendwo der Reiz des ganzen Romanes. 
Das Buch hat eine wunderschöne Aufmachung. Es sieht bereits auf dem Buchcover sehr antik aus, eine richtige Schatzkarte. Im Buch innen hat es echt tolle Illustrationen, die von T.S. angefertigt wurden. Zu den Zeichnungen gab es immer noch einige Texte, die als Bemerkungen zwischen den Zeilen gelesen werden konnten. Anfangs war das etwas schwierig sich an das System zu gewöhnen, aber nach einiger Zeit habe ich mich dann schön damit abgefunden und fand es immer noch ganz angenehm etwas abzuschweifen. Ich habe gesehen, dass es einen Film zum Buch gibt, der Regisseur ist der gleiche wie bei Die fabelhafte Welt der Amelie Poulin. Ich habe ihn noch nicht gesehen, aber der Trailer hat sehr süss ausgesehen und vielleicht komme ich die nächsten Tage einmal dazu.  Reif Larsen ist übrigens ein Amerikanischer Schriftsteller, 1980 geboren. Die Karte meiner Träume war sein erstes Werk und ist bereits 2009 erschien, der Film zum Buch erschien dann 2013.
https://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2017/11/die-karte-meiner-traume-buchbesprechung.html

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(290)

585 Bibliotheken, 20 Leser, 4 Gruppen, 123 Rezensionen

"rassismus":w=22,"angie thomas":w=14,"the hate u give":w=12,"jugendbuch":w=9,"ghetto":w=7,"diskriminierung":w=6,"polizeigewalt":w=6,"usa":w=5,"gewalt":w=5,"thug":w=5,"mord":w=4,"freundschaft":w=3,"familie":w=3,"rezension":w=3,"jugendroman":w=3

The Hate U Give

Angie Thomas , Henriette Zeltner
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei cbt, 24.07.2017
ISBN 9783570164822
Genre: Jugendbuch

Rezension:


The Hate U Give ist ein Buch mit einer wütenden und lauten Voraussetzung: es geht um die Ermordung eines unbewaffneten schwarzen Jugendlichen durch einen weissen Polizist. Und damit geht es, das wissen wir dank dem Internet, um ein aktuelles Thema, welches viel zu tragisch ist, als dass ich es an dieser Stelle ein Phänomen nennen kann. 
Unsere Protagonistin Starr Carter lebt in einem schwarzen Viertel, besucht jedoch als eine der wenigen eine 'weisse' High School, eine gute Stunde entfernt. So kommt es, dass sie sich zu Beginn des Buches zum ersten Mal auf einer Party in ihrer Nachbarschaft wiederfindet. Dort trifft sie seit längerem wieder ihren Kindheitsfreund Khalil, und kaum sind sie in ein tiefes Gespräch verfallen, verlassen sie den ORt aufgrund eines unvorhersehbaren Geschehnisses fluchtartig. Wenig später werden die beiden, nun in Khalils Auto, von der Polizei angehalten. Starr beschreibt mir Ehrfurcht, wie sich das anfühlt, erinnert sich an ein Gespräch mit ihren Eltern zurück. Es ging darum, wie sie sich als Schwarze in einer solchen Situation verhalten sollte. Die Stimmung ist unglaublich angespannt, und irgendwie ahnt man schon, was passiert. Wenig später liegt Khalil in einer Blutlache vor dem Auto.


Und da beginnt das Buch, Fragen zu stellen. Dabei liefert es präzise und eingängige Antworten, beispielsweise: Wo fängt Protest an? Ab da, wo man seine Stimme erhebt. Die Autorin Angie Thomas verleiht Starr die wohl stärkste Waffe: ihre Stimme. Ein so simples Alltagswerkzeug bekommt hier eine schier ungeheuerliche Macht, endlich mal seinen effektiven Wert, im wortwörtlichen wie übertragenen Sinne. Sie weiss ihre Stimme aber nicht von Anfang an einzusetzen, jedenfalls nicht genau wie. SO ist das ganze Buch ein lehrreicher Weg, für Starr ebenso wie für uns Leser_innenschaft. Ich bewundere es immer sehr, wenn ein_e Autor_in ein lehrreiches, aber nicht belehrendes Buch hervorbringt. Genau das, wie noch so viel mehr, hat Angie Thomas mit The Hate U Give geschafft. Zum einen hat sie endlich mal eine schwarze Protagonistin erschaffen, hat jugendliche und schwarze Protestkultur in den Fokus gerückt, lässt die Protagonistin Code-Switching betreiben. Das ist der Ausdruck dafür, wenn Starr sich in der weissen High-School-Area den Mund, vor allem aber den afroamerikanischen Slang verbietet, den sie in ihrem Viertel jedoch ständig anschläft.


Unglaublich viele Aspekte versammelt das Buch also, und ganz nebenbei ist es unglaublich mitreissend und einnehmend. Ich möchte es deswegen euch allen ganz nah ans Herz legen.


https://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2017/10/the-hate-u-give-buchegedanken.html

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(9)

18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

backen, erzählung, margriet de moor, nach, novelle

Schlaflose Nacht

Margriet de Moor , Helga van Beuningen
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 25.07.2016
ISBN 9783446252806
Genre: Romane

Rezension:


Dieses dünne Buch habe ich schnell durch gelesen, auf einer Zugfahrt durch die Toscana. Margriet de Moor schreibt über eine junge Frau, dessen Mann sich das Leben nach eineinhalb Jahren Ehe genommen hat und das tut sie sehr atmosphärisch. Es geht in 'Schlaflose Nacht' um Trauer, die Verarbeitung eines Todes, Zweifel, Schlafproblemen, Angewohnheiten, und Neuanfängen. Auf dem Buchumschlag beschreibt Sigrid Löffler Margriet de Moors Schreibstil wie folgt: "Sie psychologisiert nicht, sie pathologisiert nicht, sie erklärt nicht, sie urteilt nicht. Sie erzählt einfach - mit ihrer ganzen Lebensklugheit und Erfahrung und mit leisem Humor". Ich hätte es nicht schöner sagen können, alles was er sagt, das stimmt. Nicht besonders viel Inhalt im Buch, aber sehr angenehm zu lesen und sehr tiefe Worte. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass das Buch vielen verwitweten Frauen oder anderen Angehörigen von jemandem, der Suizid begannen hat, Hoffnung geben kann. Es wird bestimmt einigen  Menschen da draussen beim Prozess der Verarbeitung helfen. Das Buch hat mich berührt, aber auch nicht abgeholt. Es war zu schnell durch und der Inhalt war mir zu weit entfernt. Das Buch ist übrigens wunderschön schlicht gehalten und hat mir schon immer gefallen! Manchmal ist weniger einfach mehr. 


https://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2017/10/schlaflose-nacht-buchgedanken.html

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(34)

55 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 13 Rezensionen

"edouard louis":w=2,"roman":w=1,"frankreich":w=1,"gewalt":w=1,"autobiographie":w=1,"schwul":w=1,"enttäuschung":w=1,"gay":w=1,"2017":w=1,"fischer":w=1,"lgbt":w=1,"biografischer roman":w=1,"s. fischer verlag":w=1,"august 2017":w=1,"im herzen der gewalt":w=1

Im Herzen der Gewalt

Édouard Louis , Hinrich Schmidt-Henkel
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 24.08.2017
ISBN 9783103972429
Genre: Romane

Rezension:


Im Herzen der Gewalt ist das erste Buch, das ich von Édouard  Louis gelesen habe. Sein Debütroman wurde von verschiedenen Seiten gelobt und als literarischer Schock bezeichnet. Sein zweiter Roman ist nach Didier Eribon noch stärker und macht Louis zu einem der bedeutendsten Autoren der Gegenwart. Um ehrlich zu sein, hatte ich meine Schwierigkeiten mit dem Buch. Ich fand sowohl die Form als auch den Inhalt schwer. Beides zusammen hat bei mir zu grossen Verwirrungen geführt, ich bin nicht nachgekommen und habe nicht alles verstanden. Als Leserin ist gut zu erkennen, dass Édouard Louis autobiographisch schreibt, die Geschichte, die ganzen Gefühle und Handlungsstränge kommen sehr authentisch rüber. Die Form war hingegen sehr verwirrend. Es wurde nicht chronologisch erzählt, sondern von einem Punkt zum nächsten gesprungen und das ohne erkennbaren roten Faden - vor und zurück. Der Roman beginnt mit Édouards Begegnung am Weihnachtsabend an der Place de la Rebupliquec in Paris. Er trifft einen Mann namens Reda und nimmt ihn nach kurzem Zögern mit zu sich nachhause. Im Laufe des Buches erfährt man immer mehr über die Beziehung der beiden Männer, was sie gemeinsam getan haben, was schön war, was sonderbar war, was schrecklich und was angsteinflössend war. Diese Art des Aufrollen einer Geschichte finde ich immer sehr spannend, auch wenn es immer zu Komplikationen führt. 



Für mich war dieses Buch auf Seite des Autors mehr ein Werk der Verarbeitung dieser Begegnung, als Literatur. Ich hoffe es ist nachvollziehbar, was ich damit meine. Natürlich ist es Literatur und ich würde auch so weit gehen, dass ich sagen würde, dass das Buch gut war, auch wenn es mir nicht ganz zusagen konnte. Irgendwie hat er es sich beinahe etwas einfach gemacht. Das ist natürlich sehr gewagt, das so zu formulieren, ich wünsche niemandem ein Erlebnis, das dem gleicht, das Édouard  Louis erlebt hat, aber er hätte etwas mehr rausholen können. Die Handlung wird detaillierter beschrieben, aber ihm wesentlichen geschieht nicht viel mehr. Wenn es euch also interessiert und ihr euch gut auf eine etwas gewagte Erzählform einlassen mögt, bin ich sicher, dass es euch gefallen wird. Mir ist es irgendwie nicht gelungen, obwohl ich den Roman auch sehr gerne und gespannt gelesen, beinahe schon verschlungen habe. Dennoch habe ich mir einige Passagen genau eingeprägt, der junge Franzose hat einen schönen Wortschatz und eine Message, die ich ebenfalls aus dem Buch mitgenommen habe, ist, dass Freunde einem das Leben retten können - im übertragenen Sinne natürlich. Ohne Menschen, die einem zuhören, einem helfen und einem beraten sind solche schweren Situationen im Leben kaum bestreitbar und dieser Roman hat mich in dieser These bestärkt. Ein weitere Teil des Buches, der mich beeindruckt hat, ist zu sehen, was eine solche Begegnung mit einem anstellt. Inwiefern sie einem verändert, schwächt und wie sich das im Alltag zeigt. Ich bin gespannt auf eure Meinungen zum Buch, wir freuen uns über jeden Kommentar!


https://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2017/10/im-herzen-der-gewalt-buchbesprechung.html

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(40)

90 Bibliotheken, 4 Leser, 3 Gruppen, 8 Rezensionen

70er jahre, armut, aufstände, biographie, boheme, freundschaft, geschichte, künstler, liebe, new york, patti smith, robert mapplethorpe, romanbiographie, summer of love, unruhen

Just Kids

Patti Smith , Clara Drechsler , Harald Hellmann
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 09.09.2011
ISBN 9783596188857
Genre: Biografien

Rezension:


Patti Smith entführt und in 'Just Kids' in eine ganz andere Welt, in eine Welt voller Kunst und Liebe, die aber dennoch nicht kitschig ist. Es ist New York, Anfang der 70er Jahre und Patti Smith trifft auf Robert Mapplethorpe. Ein Neuanfang scheint wie vorgegeben zu sein, Altlasten werden vergessen. Hier kann man sich erfinden, hier kann man sich ausprobieren. Und genau das machen die beiden gemeinsam. Sie stürzen sich ins gemeinsame Leben, ein Leben für die Kunst. Genau das macht den Charme dieses Buches aus. Die Liebe, die Kunst, das Leben. New York. Und Patti Smiths einzigartige Erzählstimme, deren Rauheit an ihre Songs erinnert. Es ist nicht immer so schön oder glatt, wie man es erwartet, wie es klingt. Zwischen manchen Häuserblocks von New York verbergen sich Chancen, hinter vielen aber auch Abgründe und Zwischenspalte.
Das Buch entwickelt sich relativ schnell in eine gewisse Art von Name Dropping. Zumindest, wenn man sich weder für New York, das Chelsea Hotel oder die blühende Kunstszene interessiert. Ansonsten ergeben sich daraus einige spannende und schicksalhafte Begebenheiten und Begegnungen, die uns und vor allem Patti Smith noch lange verfolgen. Sie schildert diese, indem sie erzählt, was sie in ihr Tagebuch schrieb. Wie sie die Menschen wahrnahm, was sie in ihnen sah und was diese in ihr sahen. So entsteht eine Art einseitiger Austausch, der aber sehr intensiv und privat ist. Sie widmet das Buch nicht nur Robert Mapplethorpe, sondern allen, denen sie begegnet ist und die sie geformt haben. Das sind aber nicht nur Menschen, gerade Reisen ins regnerische Paris haben ihren Eindruck auf der jungen Patti Smith hinterlassen und tiefe Eindrücke geschaffen. 


Schlussendlich ist es aber auch eine Liebensgeschichte. Die aussergewöhnlichste, die das Leben je schrieb - die zwischen Mapplethorpe und Smith, die vor Zuneigung und Zärtlichkeit erzitterte und die immer wieder vom Schleier, der aus Wahrheit und Lügen geknüpft ist, vernebelt wurde. Dennoch ist sie wunderschön und ein ganzes Buch wert, mindestens. Es sind die kleinen Dinge, die mich berührten, die Patti Smith so geschickt in ihren Roman einzubauen weiss. Aber es ist auch dieses grosse Ding, diese grosse Stadt, diese grosse Liebe - von der ein winziges, aber dennoch enorm grosses Stück in diesem Buch steckt.

Ich möchte gerne noch eine kleine Anmerkung machen. Ich habe das Buch auf Deutsch gelesen, das Original erschien natürlich auf Englisch. Dort wird immer wieder der Ausdruck 'gypsy' verwendet, welcher im Deutschen als 'Hippie' übersetzt wird. Während Hippie ähnlich wie 'Bohemian' einen Lebensstil beschreiben kann, ist 'gypsy' die Bezeichnung für die nomadische Gruppe der Romani. Der Begriff wurde als Beleidigung verwendet, weswegen es politisch inkorrekt ist, ihn für eine einfache Bezeichnung eines etwas freien und wilden Lebensstils zu verwenden. Darauf aufmerksam gemacht hat mich Anna und ich bin ihr sehr dankbar dafür!


https://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2017/10/just-kids-patti-smith.html

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(13)

39 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

Piper Perish

Kayla Cagan , Maren Illinger
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 24.08.2017
ISBN 9783737354417
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Ich glaube ziemlich fest daran, dass dies ein polarisierendes Buch ist. Ihr kennt es - entweder, man liebt es, oder man kann es gar nicht ab. Lustigerweise sage ich das, obwohl ich es ganz okay fand. Angenehme Abwechslung, aber nichts unglaublich tolles. Das liegt natürlich einerseits daran, dass ich mich in letzter Zeit ziemlich von Jugendliteratur abgewendet habe und mich mit anderem beschäftige. Aber der Aspekt der Kunsthochschule konnte mich dann wieder für das Buch gewinnen. Das Konzept scheint erfrischend anders und neu - altbekannte Abstecher in Jugendbuchklischees sind zwar hin und wieder vorgekommen, aber nicht der Fokus. Der liegt auf der 18jährigen Piper, die ein bisschen anders als die typische Heldin ist. Liebenswürdig durch die Trotteligkeit, aber auch ein bisschen nervig. Erwachsen, in vielen Aspekten aber etwas unreif. Ich kann verstehen, wenn nicht alle mit ihr klarkommen. Aber auf mich wirkte sie ziemlich authentisch - in eigenen Problemen verschachtelt und ohne Welterfahrung, die man in diesem Alter einfach noch nicht hat. Dafür aber in sich selbst sehr vielfältig und differenziert. Sie beschäftigt sich viel mit Kunst und Andy Warhol, mit Literatur und Zitaten, mit Mode und Gesellschaftlichem und ist mir deshalb auch sehr sympathisch. Ein bisschen nervig ist die ganze Krise, die sie hat, ausgelöst durch ihre Schwester. Diese war wiederum das Gegenteil eines liebenswürdigen Charakter. Ja, Geschwister streiten sich wohl oft, aber diese unverhohlene Agressivität war wirklich in keinster Weise nachvollziehbar und regt mich auch immer wieder ganz schön auf. Durch die Tagebuchform kriegen wir Pipers Gefühle und Gedanken natürlich auf intimste Weise mit, und das ist irgendwie hier ganz schön gelöst. Denn es wird mir an keiner Stelle zu pathetisch oder zu kitschig, nie artet es irgendwie allzu sehr aus - was eigentlich völlig okay wäre. Aber die Geschichte bewegt sich in einem kontinuerlichen Strahl vorwärts (trotz Holpersteine), und das liess es mich ziemlich schnell fertiglesen. Mit einigen Figuren und ihren Schicksälen habe ich wirklich mitgefiebert, und das war eine schöne Erfahrung. Protagonist*innen in meinem Alter, die echt und mit Fehlern gezeichnet sind, aber das Beste aus der Situation machen. Ein bisschen wie gute Bekannte, die man mag und mit denen man hin und wieder austauscht. Dennoch glaube ich, dass viele die Figuren nicht vertragen und vor allem mit Pipers Schwester ihre Probleme haben werden. Wem unsympathische Nebencharaktere aber nichts ausmachen (ich persönlich finde ja, dass die eigentlich ganz okay sind und oft dazugehören - wer hat denn niemanden im Leben, der immer wieder mal nervt?) - auch wenn dieses Exemplar sehr heftig ist -, der kann sich ruhig an dieses Buch wagen und wird mit einer Geschichte für Jugendliche belohnt, die das Beste aus diesem Genre zieht und ein spannendes und kurzweiliges Buch zaubert. Auf eine ganz eigene Weise.
https://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2017/09/piper-perish-kayla-cagan.html

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(767)

1.490 Bibliotheken, 36 Leser, 8 Gruppen, 72 Rezensionen

"new york":w=48,"9/11":w=39,"suche":w=37,"tod":w=32,"trauer":w=30,"verlust":w=24,"11. september":w=19,"familie":w=17,"vater":w=15,"schlüssel":w=15,"roman":w=11,"usa":w=11,"world trade center":w=11,"amerika":w=10,"sohn":w=8

Extrem laut und unglaublich nah

Jonathan Safran Foer , Henning Ahrens
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 01.05.2007
ISBN 9783596169221
Genre: Romane

Rezension:

Wenn ein Buch New York ist, dann dieses hier. Und pure Sommerferien-Lektüre, auf die etwas andere Art - vielleicht für Stadtliebhaber_innen wie mich. Ich muss zugeben, als damals der Film erschien, schreckte mich dieser ab. Wenn auch er gut war, konnte er mich nicht wirklich überzeugen, die Stimmung konnte mich einfach nicht richtig abholen. Deswegen wollte ich es eigentlich auch nicht mit dem Buch probieren. Es war die Zeit, in der ich begann, mich für Typographie und Grafik Design zu faszinieren, und das Cover begegnete mir überall, schreite und lachte mich an, und ich liebte es. Als ich dann dieses Jahr für kurze Zeit in Berlin war, blickte es mich mal wieder an, mit einem anzüglichen Augenaufschlag, dem ich nicht widerstehen konnte. Kurzum, nun war es doch in meinem Buchregal, und deswegen wollte ich es auch möglichst schnell lesen. Ausserdem eignen sich dicke Taschenbücher einfach super für die Ferien.


Oskar Schell ist eine eigenartige Figur, die man sofort, aber wirklich sofort ins Herzen schliesst. Ich denke, trotz seiner Eigenarten, kann sich jeder Mensch mit einer seiner verrückten Eigenschaften identifizieren, und deswegen begleitet man seine Reise durch New York mit der gleichen Leidenschaft und mit dem gleichen beinahe süchtigen Verlangen nach einer Auflösung. Und genau das ist das Schöne an dem Roman - es lässt uns einige Dinge aus anderen Blickwinkeln sehen, aus dem eines kleinen Jungens, aus dem eines älteren Mannes, aus dem einer einsamen Frau. Das Buch erzählt so geschickt und ohne aufzufallen die Geschichte einer Stadt, die Geschichte einer Generation vielleicht sogar auch. Die Geschichte von Traurigkeit und 'Happiness' und der Balance von beiden Emotionen. 'Extrem laut und unglaublich nah' geht tatsächlich nah, auch wenn es ein eher schnell weg zu lesendes Buch ist. Denn es sind diese Gefühle, die irgendwas in uns wiedererkennt: Verlassen zu werden, aber sich doch geliebt und behütet zu wissen. Vielleicht ist das Buch eher noch die Geschichte von Familien. Von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Familien. Von Stabilität und von Zerbrechlichkeit von Familien.

https://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2017/09/extrem-laut-und-unglaublich-nah-jonathan-safran-foer.html

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

17 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

angst, dystopie, familie, flucht, frankreich, geschenk, gesellschaft, getto, hass, homophobie, homosexualität, intoleranz, jugendbuch, kennzeichnung, kind

Väterland

Christophe Léon , Rosemarie Griebel-Kruip
Buch: 116 Seiten
Erschienen bei mixtvision, 22.03.2017
ISBN 9783958540958
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Christophe Léons Roman ist eine Reise - einerseits eine, die uns in eine schreckliche und an die Vergangenheit erinnernde Zukunft führt, andererseits die zweier liebender Väter durch Paris, die ihrer Tochter ihre Liebe beweisen wollen. Schon andere zu Klassiker mutierende Jugendbücher haben uns klargemacht, das Strukturen, die vergleichbar mit jener zur Holocaust Zeit sind, immer wieder auftauchen können - gerade da, wo man sie am wenigsten erwartet. Denn auch wenn im Moment endlich erste Erfolge für die gleichgeschlechtliche Liebe gefeiert werden, nimmt anderswo der Antisemitismus wieder zu und die Unterdrückung von Menschen hat noch lange kein Ende gefunden. Um dem entgegen zu wirken, braucht man einige starke Worte und den Mut, diese auszusprechen oder aufzuschreiben, um gegen eine Wand von Mitläufer-Charaktern anzulaufen und Erfolge zu erzielen. Christophe Léon hat bewiesen, dass er das kann, und hat gleich noch einige einzigartige und mutige Charaktere erschaffen, die man in den wenigen Seiten zwar nicht bis ins Innerste kennenlernt, aber trotzdem geschwind in sein Herz schliesst. Mit dieser Technik schafft der Autor, trotz relativ neutralem Schreibstil, die Geschehnisse packend und mitnehmend darzustellen. Ausserdem schafft er verschiedenen Stimmen Platz, indem immer wieder seitenweise 'Zitate' von Menschen geschrieben stehen, die Homosexualität als Drohung wahrnehmen und den beiden reisenden Vätern auf der Strasse begegnen. So schafft er es ganz gelegentlich, dass man auch als lesende Person Angst hat, den nächsten Menschen zu begegnen, die eine andere Sexualität als die ihre beängstigend finden. 
Mit diesem Buch hat Christophe Léon etwas aussergewöhnliches erschaffen, eine zukünftige Schullektüre, die unter die Haut geht und den Zeitgeist genau trifft. Sexuelle, aber auch politische Aufklärung ist nämlich wichtiger denn je und wird hier auf spielerische, aber unglaublich raffinierte Art vermittelt - vielen Dank für diese wichtige Lektüre!
https://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2017/08/vaterland-von-christophe-leon_24.html

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(11)

32 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 12 Rezensionen

2017, coming-of-age, contemporary, erste liebe, erwachsenwerden, familie, freundschaft, liebesgeschichte, lola renn, pubertä

Hier stirbt keiner

Lola Renn
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, 22.06.2017
ISBN 9783733503253
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Gleich zu Beginn möchte ich anmerken, dass ich dieses Buch weder richtig empfehlen kann, noch kann ich es euch abschlagen. Es ist halt ein Kinderbuch. Es ist in einem leichten, flüssigen Schreibstil verfasst, der einem schnell packt und dadurch fällt es einem leicht das Buch schnell durchzulesen. Es ist auch nicht besonders dick, etwas mehr als 200 Seiten. Ich habe es nicht ungerne gelesen, es war immerhin so spannend, dass ich es nicht gleich weglegen konnte. Das Cover hat mich anfänglich etwas abgeschreckt, finde es ziemlich hässlich, doch hier auf den Bildern und mit dem Filter sieht das Grün nicht mehr so grell aus und gefällt mir eigentlich recht gut. Manchmal, oder eigentlich immer frage ich mich aber bei solchen Büchern, wieso die überhaupt geschrieben werden. Es gibt sie wie Sand am Meer, die Durchschnittsbücher, die Bücher ohne grossen Inhalt, aber einem Sog, diejenigen, die nicht richtig kritisiert, aber auch nicht gelobt werden können. Ein Buch sollte man meiner Meinung nach nur dann veröffentlichen, wenn es wirklich Lieblingsbuchpotenzial hat.
In diesem Buch geht es um Annika, in ihrem Leben geht gerade alles etwas drunter und drüber, ihre Eltern trennen sich, ihr Bruder, mit dem sie ein sehr enges Verhältnis hat, verschwindet auf Amerika und meldet sich kaum mehr bei ihr. Mit ihrer besten Freundin streitet sie recht oft und es scheint nicht mehr so wie früher. Das Einzige, was sie noch hält, ist Chris, der beste Freund ihres Bruders. Mit dem bahnt sich nämlich eine Liebesgeschichte an. Trotz ihrer wirklich schweren Situation, kommt sie irgendwie zum Schluss, dass hier trotzdem keiner stirbt und diese Moral hat mir irgendwie gefallen. Alles kann scheisse sein, das ganze Leben und alles läuft schief, aber wenigstens stirbt hier keiner. Und da gibt es ja doch noch den einzigen Lichtblick, Chris, ihre erste Liebe. Alles in allem ist das Buch ja wirklich sehr kurz und die Stimmung, die vermittelt wird, lässt sich auch relativ einfach und gut einfangen. Ich habe das Buch im Juli gelesen und das hat genau gepasst, es ist immer gut, wenn man ein Buch zur selben Jahreszeit liest, in der es geschrieben ist, so kommt man viel näher dran und das war hier auf jeden Fall so. Das Buch ist ideal um an einem freien Nachmittag einmal herunterzulesen, da es einem eben auch nicht auf dem Magen liegt. Eine richtige Meinung zum Buch habe ich nicht einmal wirklich, es spricht sehr für sich. Kein grosser Inhalt, aber eigentlich wird alles im Buch bereits gesagt, wenn es euch also interessiert, dann werdet ihr wohl nicht gross enttäuscht, aber zu viel erwarten kann man auch nicht. Trotzdem eine angenehme Sommerlektüre für Kinder und Jugendliche. 
Herzlichen Dank an den Fischer Verlag für die Zustellung dieses Rezensionsexemplars!
https://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2017/08/hier-stirbt-keiner-buchbesprechung.html

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

familie

Alles bleibt in der Familie

Lynne Sharon Schwartz , Simone Jakob
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Kein & Aber, 22.02.2017
ISBN 9783036957562
Genre: Romane

Rezension:

Auf dieses Buch habe ich mich sehr gefreut, und bin auch etwas traurig, dass ich es nun schon beendet habe. Vor ein Paar Monaten sind Mara und ich nämlich vom Kein und Aber Verlag ins Verlagshaus in Zürich eingeladen worden und da wurde mir dieses Buch ans Herz gelegt und ich durfte es netterweise gleich als Rezensionsexemplar mit nach Hause nehmen. Das Cover gefällt mir unglaublich gut, es ist so schlicht in weiss gehalten und die einzelnen Farbkleckse werten das Ganze dann gleich noch einmal auf. Ich hatte sehr viel Freude dieses Buch 'in Szene zu setzen' und zu fotografieren (die Fotos sind übrigens im wohl schönsten Guesthouse ever entstanden, es hiess La Course und ist in Bordeaux). Lynne Sharon Schwartz, die Autorin des Buches, ist New Yorkerin und im Jahre 1934 geboren, sie ist also schon älter. Auf Englisch ist 'Alles bleibt in der Familie' bereits 1999 erschienen und liegt  nun zum ersten Mal auf Deutsch vor. Am Anfang habe ich das gar nicht richtig bemerkt, dass das Buch schon etwas älter ist, aber als ich dies dann auf dem Klappentext gelesen habe, habe ich beim Lesen einige Unterschiede bemerkt. Banale Dinge wie zum Beispiel, dass die moderne Technik nie wirklich ein Thema ist, was sie aber durchaus hätte sein können in dieser Grossfamilie, aber ich habe es auch am Verhalten der verschiedenen Figuren bemerkt. Heute würde man teilweise einfach nicht mehr so handeln wie beschrieben. 
Ja - die verschiedenen Figuren, das war zu  Beginn eine richtige Challenge, all diese Charaktere auseinanderzuhalten und zu wissen, wer genau wie zu wem steht. Zum Glück gab es diesen Stammbaum auf den ersten Seiten, zu dem ich immer wieder zurückgreifen konnte, wenn ich mir nicht mehr sicher war, wer dann jetzt wer ist. Bei fast allen Personen habe ich das inzwischen herausgefunden, nur bei zweien bin ich mir etwas unsicher. Ich stelle euch nun diese Grossfamilie vor, so erhält ihr wohl einen guten Überblick und könnt euch etwas vorstellen, was in diesem Roman passiert. Das Setting ist die Upper West Side in New York, ein riesiges Haus, in dem die ganze Familie untergebracht ist. Anna ist die Hausherrin, die schon seit Ewigkeiten in diesem Gebäude untergebracht ist und zunehmend Gedächtnislücken aufweist, alles scheint auf Alzheimer herauszulaufen. Die alte Frau ist eine meiner Lieblingscharakteren, sie hat mich einige Male zum Schmunzeln gebracht mit ihrer unverschämten Direktheit. Anna liebt Oscar, den Hausportier, der allerdings seine Arbeit sehr ernst nimmt. Eine weitere sehr zentrale Figur der Geschichte ist Bea, sie ist die älteste Tochter von Anna und hat für jeden immer ein offenes Ohr.

Besonders und vor allem immer noch für ihren Exmann Roy, der Psychiater ist und immer wieder einen Rat von seiner ersten Ehefrau braucht. Bea hat nach Roy ebenfalls wieder eine Liebe gefunden, den Hausabwart Dmitri aus Russland. Die zweite Ehefrau von Roy heisst Serena. Sie ist die Exfrau eines Patienten von Roy. Beas Schwester May hat sich aber ebenfalls in Serena verliebt, die Künstlerin spannt Roy also die Frau aus und die beiden sind glücklich verliebt. Sie sind das einzige gleichgeschlechtliche Paar in der Familie. Nach Serena findet Roy allerdings erneut eine Frau, die Lehrerin seiner Tochter Sara. Sara nennt sich aber nicht mehr Sara sondern Shimmer, das hört sich cooler an. Saras Lehrerin Lisa heiratet also Roy und rutscht etwas ungewollt in den grossen Familienstammbaum. Sara hat ein leibliches Geschwister, einen Bruder, der Danny heisst und eine kleine Identitätskrise hat. Sara und Danny haben aber noch zwei Halbgeschwister, die Roy ebenfalls als Vater haben, die Mutter war eine Prostituierte aus Vietnam und ihre Kinder heissen Jane und Tony. Auch alle Kinder haben noch Freunde in die sie sich verlieben und wow, ja, das sind viele Leute. 

Die Idee des Buches finde ich genial. Seit ich ein kleines Mädchen bin habe ich beinahe eine Obsession für Vornamen entwickelt, ich habe alle möglichen schwangeren Frauen beraten und bereits mit neun Jahren zum Geburtstag einen Namensduden geschenkt bekommen. Wie eine Verrückte habe ich also damals Namenberatungen durchgeführt und ganze Ordnern mit fiktiven Schulklassen gefüllt.  Eigentlich hätte ich selber auf die Idee, dieses Buch zu schreiben, kommen sollen. Schade wars. Deshalb hat mich dieses Buch auch so angesprochen, ich finde das echt bewundernswert, was Lynne Sharon Schwartz hier geschaffen hat. Das Buch wäre auch eine grossartige Basis für eine Fernsehserie, eine bessere Version von Modern Family vielleicht. Es fiel mir erstaunlich leicht mich in alle Charaktere hineinzuversetzen und das Lesen hat Spass gemacht. Dennoch hat mir etwas Pfiff gefehlt, was ich allerdings darauf schiebe, dass das Buch auch schon fast zwanzig Jahre alt ist und sich die Menschen zu dieser Zeit einfach mit anderen Themen befasst haben und andere Dinge witzig waren, sie sind relativ zeitlos, aber meiner Meinung nach hätten auch noch einige aktuelle Themen eingebaut werden können und darüber Witze gerissen.

Vielen Herzlichen Dank an den Kein + Aber Verlag für dieses Rezensionsexemplar!
https://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2017/08/alles-bleibt-in-der-familie.html

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

alexandra, kunstblut

Kunstblut

Alexandra Kleeman , Guntrud Argo
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Kein & Aber, 30.08.2017
ISBN 9783036957685
Genre: Romane

Rezension:


In meinem Neuzugänge Post habt ihr vielleicht gesehen, dass auch dieses spezielle Buch vom Kein und Aber Verlag den Weg zu mir gefunden hat. Von hübschen, jungen Autor_innen zu lesen, ist immer etwas aufregend, besonders wenn man es mit Alexandra Kleeman zu tun hat. Moderne Literatur im experimentellen Sinne? Es hat mich auf jeden Fall an moderne Kunst erinnert. Nur schon die Aufmachung hebt sich von herkömmlichen Büchern ab. Das Cover ist ein Hardcover, aber nicht so, wie wir es uns gewohnt sind, es besteht nämlich aus Karton. Ich besitze zwei weitere Bücher mit solchem Umschlag und alle beide sind sie etwas speziell. Auch das Bild auf dem Cover ist sehr ... anstössig und einzigartig. Die Farben passen gut zueinander, sind aber sehr grell und eine nicht ganz herkömmliche Mischung. Es ist allerdings sehr passend gewählt, es kommt dem Inhalt sehr nahe. 
Extravagant, skurril, fantasiereich, anders, unerwartet, reisserisch, provozierend, verwirrend, angsteinflössend, poetisch. 
Wir Menschen suchen grundsätzlich immer nach einem Sinn hinter alles und allem. Besonders in Büchern und im Theater. Wie ist das gemeint? Gibt es hier eine Parallele? Weshalb so und nicht anders? Bei Alexandra Kleeman frage ich mich, ob es den Sinn wirklich gibt, oder ob sie genau das mit ihrem Buch machen wollte, verwirren, den Leser erfolglos suchen lassen, weil es den Sinn nicht gibt, weil es pure Absicht war, chaotisch zu sein. Ein Experiment in Buchform. 

Dennoch schreibt Kleeman wunderschön. Ihre Wortwahl hat mir gefallen, der einfache Schreibstil war sehr beeindruckend. Doch der Inhalt und die ganze Aufmachung waren für mich etwas 'zu extra' und 'zu different'. Es schien mir, als wolle man sich gezielt von der Masse abheben und etwas sein, was die anderen noch nie zuvor gesehen haben. Was es in meinem Fall auch war, aber das wäre es auch auf einem diskreteren Weg gewesen. Einzelne Geschichten haben mir gefallen, andere überhaupt nicht. Alle Erzählungen sind zusammenhangslos aneinander geordnet und doch entstand am Ende ein Produkt, das als Ganzes funktioniert. Die Autorin gab alles, full out, und das spürte man auch. Die Länge war gut, länger hätte ich es aber wahrscheinlich nicht mehr ertragen von Alexandra Kleeman in eine andere Welt entführt zu werden. Das Buch ist wirklich etwas wie moderne Kunst, entweder es gefällt einem oder nicht. Ich tendiere dazu, dass es mir nicht richtig gefallen hat, trotzdem war es eine sehr spannende Lesereise. Und A wie B wie C von der gleichen Schriftstellerin möchte ich noch immer lesen, vielleicht gefällt mir der Roman ja etwas besser. 

https://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2017/09/kunstblut-buchbesprechung.html

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(23)

40 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

depression, modernesleben, paare

Das Rauschen in unseren Köpfen

Svenja Gräfen
E-Buch Text: 240 Seiten
Erschienen bei Ullstein eBooks, 12.05.2017
ISBN 9783843714938
Genre: Romane

Rezension:

Während des Lesens dieses Buches existierte tatsächlich ein Rauschen im Raum - alles, ausser Svenja Gräfens Sprache schien zu verschwimmen. Das Buch hat mich mitgenommen, und wie. Wir sehen, wie das junge Paar Lene und Hendrik durch Berlin rauscht. Wir folgen ihren rauschenden Gedanken, und ziemlich oft auch dem rauschenden Ausgang.
Was aber macht das Buch genau aus? Es ist wohl der Zeitgeist, den Svenja Gräfen graziös und scheinbar mühelos trifft, ohne grosse Umschweife. Wir Jungen möchten möglichst in einer globalisierten Metropole leben, möchten ständig unsere sozialen Kontakte weiter aufknüpfen. Vor allem aber suchen wir in allen Ecken und Winkeln nach Bestätigung - und nach dem Rausch. Dabei vergisst man sich oft selbst, und trotz zahlreicher Vegan-Trends schwindet unser Bewusstsein mehr und mehr. Wir möchten für etwas stehen, vor allem aber auch neben jemandem stehen. Und dann folgt hier irgendwann der Fall, die Bewusstwerdung, die Depression. Die Figuren in diesem Roman haben mehr oder weniger alle ganz schön zu kämpfen, mit ihren eigenen und ganz fremden Dämonen. Für diesen Kampf entwirft Svenja Gräfen aber eine zarte, leise-poetische Sprache, deren Sog man sich fast nicht entziehen kann.
Und so wird die Welt unserer beiden Protagonist_innen geschaffen. Sie leben in einer Millionenstadt, aber sie leben eben auch in einem unsichtbaren Gebilde aus Emotionen, das für unser an lebhafter Farbe gewann, sichtbar wurde. Damit hat Svenja Gräfen praktisch das Unmögliche möglich gemacht, und darin liegt auch der Zauber vom Rauschen in unseren Köpfen.
http://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2017/08/das-rauschen-in-unseren-kopfen.html

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(43)

91 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

"afrika":w=5,"nigeria":w=5,"rassismus":w=4,"usa":w=3,"amerika":w=2,"studium":w=2,"liebe":w=1,"liebesgeschichte":w=1,"geld":w=1,"heimat":w=1,"jugendliebe":w=1,"schwarz":w=1,"einwanderer":w=1,"diskriminierung":w=1,"emigration":w=1

Americanah

Chimamanda Ngozi Adichie , Anette Grube
Fester Einband: 864 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 27.04.2016
ISBN 9783596521067
Genre: Romane

Rezension:

Ich fürchte mich jetzt schon ein wenig vor dem Verfassen dieser Rezension. Ich habe Angst, dass ich diesem wunderbaren Roman von Chimamanda Ngozi Adichie nicht gerecht werden kann, werde ich auch nicht, aber ich werde versuchen, euch zu erzählen, weshalb ihr dieses Buch unbedingt lesen solltet. Die Beschreibung des Buches, die ihr oben im kursiv gedruckten Text seht, stimmt, aber ist dennoch nicht ganz treffend. Es steckt nämlich viel mehr dahinter. Das Buch ist in der Taschenbuch Version nämlich über 600 Seiten dick und in meiner Mini- Version hat es sogar über 800 Seiten. Es erzählt ein ganzes Leben. Unsere Hauptperson ist Ifemelu, eine Nigerianerin. Die Geschichte beginnt damit, dass sie in den USA in einem Haarsalon sitzt und sich Zöpfe flechten lässt. Bereits auf den ersten Seiten erfährt man dann, dass sie nach dreizehn Jahren in Amerika wieder zurück nach Nigeria gehen machen. Nach Hause in ihre Heimat. Von da an ist das ganze Buch ein Wirrwarr der Zeiten. Ifemelu nimmt uns mit in ihre Vergangenheit. Sie erzählt aus ihrer Kindheit und aus ihrer Schulzeit. Sie erzählt von ihren Freundinnen von damals, ihrem Leben in Nigeria, wie sie Lagos als Stadt wahr genommen hat und was sie damals bewegte. Sie beschreibt ihr Kennenlernen mit Obinze, ihrem ersten richtigen Freund. Sie entführte mich in eine mir fremden Welt. Das ist der erste grosse Abschnitt von Ifemelus Leben und somit auch des Romanes. Aber der viel grössere Abschnitt beginnt mit dem Umzug nach Amerika.
In Amerika angekommen, erfährt Ifemelu an Leib und Seele, was es heisst aus Nigeria zu kommen. Sie erfährt, was es bedeutet Schwarz zu sein. Eine nicht amerikanische Schwarze und mit ihr erfährt es auch der Leser / die Leserin. Chimamanda Ngozi Adichie hat das grosse Talent mit unglaublich viel Nachdruck schreiben zu können. Sie schreibt mit einer so gewaltigen Intensität, dass es nicht nur einmal vorkam, dass ich Gänsehaut beim Lesen bekam, weil es sich so real anfühlte. Es fühlte sich an, als würde Ifemelu mir alles so genau erzählen wollen, dass ich es am eigenen Leib spüre. Ein Neuanfang ist immer eine Herausforderung. Besonders in einem Land mit ganz anderer Kultur, anderen Sitten und einer anderen Sprache. Die Schwierigkeiten der fehlenden Sprachkenntnisse, waren zum Glück für unsere Protagonistin kein Problem. Obwohl sie auch Igbo spricht, hat sie schon als kleines Kind auch Englisch gesprochen. Zusammen mit Ifemelu habe ich mitgefiebert, ihr auf einer Wohnungssuche geholfen, sie an die unzähligen Jobinterviews begleitet und ihre Sorgen um das Geld geteilt. Ich habe sie begleitet auf ihrem Weg Berg auf. Ich habe ihre Freunde und ihre Tante und deren Sohn kennengelernt und mit ihrer Stimme gelauscht, wenn sie von ihren Erlebnissen erzählt hat. Viele Geschichten sind positiv, aber meisten sind sie auch negativ geprägt. Und alles vor allem wegen dem einen Grund: Ifemelu ist schwarz. Ich möchte sagen, dass ich gemerkt habe, was es bedeutet dunkelhäutig zu sein. Aber das habe ich natürlich nie und nimmer nicht, ich habe höchstens eine Vorstellung der Umstände erhascht, aber am eigenen Körper habe ich das alles nicht erfahren und wahrscheinlich noch immer keine Vorstellung davon. 
Die Wut die sich in Ifemelu angestaut hat, ihre Denkweise und die verschiedenen Erlebnisse wurden sehr deutlich. Ifemelu ist ein sehr starker Charakter, sie ist nicht leise und sie sagt, was sie denkt. Sie ist mutig und auch etwas frech, schon in der Highschool hatte man Respekt vor ihr. Sie ist das Mädchen, das auch streitet. Und als Leserin war es unglaublich toll zu sehen, dass sie diese Energie und dieses Gefühl nicht losliess, dass sie sich zwar stetig verändert hat, aber nicht auf ihren Mund gehockt ist und ihre Meinung geäussert hat. Sie hat begonnen einen Blog zu schreiben, einen Blog über Rasse. Ab etwa der Hälfte des Buches werden immer wieder solche Blogposts abgedruckt und die haben mich wirklich geflahst. Das Spiel der Worte und der Umgang damit, wow. Sie haben mich wach gerüttelt und sie haben mich auch etwas hinters Licht geführt. Häufig habe ich mich auch etwas ertappt gefühlt, in meinem Denken und in meinem Handeln. Ich habe selten so viel aus einem Buch gelernt. Die Liebesgeschichte zwischen Obinze und Ifemelu ist während des ganzen Buches ziemlich zentral, da wir auch einige Male Obinzes Geschichte aus seiner Sicht hören, aber überwiegend für mich waren eigentlich Ifemelus Erlebnisse in den USA und die Kritik an der Gesellschaft von ihrer Seite her. Was mir aufgefallen ist, ist dass das Buch sehr viele Dialoge hat. Viel mehr, als man es sich gewohnt ist. Das hat das Buch zum Lesen etwas langfädiger gemacht; es ist sowieso kein 'Durchschletzer'. Dafür ist die Zeitspanne im Buch zu gross und der Inhalt zu schwer, zu tiefgründig. Ich bin total beeindruckt. Es hat mich traurig gestimmt zu sehen, dass ich und die Welt noch immer im Rückstand sind. Unglaublich. Besonders traurig haben mich auch die Passagen um die Wahl des Präsidenten Obama vor acht Jahren gestimmt... Americanah ist bereits 2012 erschienen und wenn man bedenkt, was das damals für ein Fortschritt war, Obama der Hoffnungsschimmer, und wenn man sieht, was heute aus den USA geworden ist, ist das echt ... unglaublich schrecklich. 
Ich habe selten so viel gelernt aus einem Buch, ich könnte noch so viel ansprechen und euch hundert Gründe nennen, weshalb es mich so beeindruckt hat, aber am besten lest ihr es einfach selbst. Es lohnt sich. Auch dieses Buch sollte zur Pflichtlektüre in der Schule werden, Chimamanda Ngozi Adichie ist für mich wohl eine der allerwichtigsten zeitgenössischen Autorinnen. Eine Frau, die ich aus tiefstem Herzen bewundere. Auf die Frage, ob Americanah auch einige autobiographische Elemente beinhaltet, antwortet die Autorin: I spent only four years in the U.S. before I went back, and have since lived in both countries. That is a significant difference, as much of Ifemelu’s character is shaped by being disconnected from home for so long. Aber dennoch; Adichie hat eine Vorstellung des Lebens in den USA und das merkt man auch im Buch. So authentisch und einfach unglaublich gut. Ich liebte es. 


http://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2017/08/americanah-feministische-buchbesprechung.html

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(21)

68 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 13 Rezensionen

frankreich, französische küche, genussvoll, juan-les-pins, kochen, kochkunst, köstlich, kulinarisch, kunstszene, liebe, liebesgeschichte, mädchen, mafia, maler, picasso

Monsieur Picasso und der Sommer der französischen Köstlichkeiten

Camille Aubray , Anna-Christin Kramer
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei FISCHER Krüger, 27.04.2017
ISBN 9783810530219
Genre: Liebesromane

Rezension:

Als ich den Titel und das Cover dieses Buches gesehen habe, habe ich mir nicht besonders viele Gedanken darüber gemacht. Ich habe es einfach einmal in mein Regal gestellt und mir gedacht, dass es bestimmt eine angenehme Sommerlektüre wird. Als ich dann für meine Frankreich Reise packen musste, fand dieses Buch  dann einen Platz in meinem Koffer. Hauptort der Geschichte ist das Dorf Juan-les-Pins an der Côte d'Azur. Ich verbrachte meine Ferien leider nicht im Süden Frankreichs, sondern im Norden. Dennoch konnte ich das Sommergefühl, was so wunderbar in Camille Aubrays Roman beschrieben wurde, nachfühlen und in die Geschichte eintauchen. Der Roman wird aus drei verschiedenen Sichten erzählt, wobei die Sicht von Ondine überwiegt. Sie ist die junge Köchin, die im Klappentext erwähnt wird. Im Jahre 1936 hat sie einen Auftrag ihrer Mutter erhalten; sie sollte jeden Mittag eine Mahlzeit zu Monsieur Picasso in die Villa oben am Berg bringen und ihm keinen Wunsch abschlagen. Die junge Französin hat ein gebrochenes Herz und freut sich, dass der Künstler mehr Interesse an ihr zeigt. Sie beginnen Gespräche miteinander zu führen und Ondines Meinung nach Picassos Bildern ist gefragt. Eine ganz spezielle Beziehung zwischen den beiden wird aufgebaut, wobei das Essen fast immer im Vordergrund steht.Gut 80 Jahre später hören wir von Céline, der Enkeltochter von Ondine. Sie verkörperte die zweite Perspektive des Romans. Die dritte gehört zu Picasso. Céline lebt in den Vereinigten Staaten und hat dort einige Probleme mit ihren Stiefgeschwistern, die sie enterben wollen und ihr einen Anwalt an den Hals setzen. Ihre kranke Mutter übergibt ihr das Kochbuch, indem ihre Grossmutter Ondine alle Rezepte niedergeschrieben hat, die sie für Picasso gekocht hat. Die Rede ist ebenfalls von einem Gegenstand, den Ondine von dem Maler überlassen wurde. Der Gegenstand ist irgendwo versteckt und soll Céline übergeben werden. Sie macht sich auf die Suche nach diesem Erbstück und reist dafür nach Frankreich. Die Geschichte nimmt ungefähr in der Mitte eine überraschende Wende und führt in eine ganz andere Richtung, als erwartet. Ein richtiger Pageturner. Selten habe ich solch gut überdachten Änderungen in Romanen vorgefunden und war regelrecht überrascht.Das Buch habe ich gerne gelesen. Man erfährt sehr viel über Picassos leben, alle Informationen, die man so über ihn erfährt, entsprechen nämlich der Wahrheit, obwohl die Geschichte mit Ondine natürlich erfunden ist. Die Kunstszene um den zweiten Weltkrieg und Hitlers Rolle darin, wurde ebenfalls auf einigen Seiten angeschnitten, was mir sehr gefallen hat. Die Balance zwischen Fiktion und Realität hat gestimmt. Die anfänglich sorgenfreie Geschichte hat sich allerdings immer weiter dramatisiert und zu Schluss wurde es mir dann etwas zu viel des Guten. Trotzdem war es eine spannende und abenteuerliche Sommergeschichte, die mir gefallen hat. Ich weiss nicht recht, wie lange mir die Geschichte noch im Kopf sein wird, aber ich habe auf jeden Fall das eine oder andere mitgenommen. Ich glaube nicht, dass es eine Fortsetzung zum Buch gibt, aber ich finde, dass es durchaus möglich wäre, einen weiteren Teil der Geschichte zu verfassen, weil am Schluss alles ziemlich schnell ging. 


http://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2017/08/monsieur-picasso-und-der-sommer-der.html

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(421)

775 Bibliotheken, 14 Leser, 1 Gruppe, 233 Rezensionen

"fluch":w=19,"fantasy":w=16,"liebe":w=11,"jugendbuch":w=11,"secret fire":w=10,"magie":w=9,"england":w=7,"paris":w=7,"alchemie":w=6,"frankreich":w=5,"oxford":w=5,"tod":w=4,"oetinger":w=4,"hexen":w=3,"band 1":w=3

Secret Fire - Die Entflammten

C. J. Daugherty , Peter Klöss , Jutta Wurm
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 22.08.2016
ISBN 9783789133398
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Vor ziemlich genau vier Jahren habe ich begonnen die Night School Reihe von C.J Daughtery zu lesen. Sie war damals meine Lieblingsreihe und auch mehreren meiner Freunde konnte ich diese Reihe andrehen. Ich war noch nie ein Fantasy Buch Fan, aber schon damals konnte mich die Night School Reihe der Autorin abholen und mich überzeugen, dass es auch in diesem Genre gute Bücher gibt. Die Geschaffene Welt ist so komplex und ohne Haken, ideal ineinander gewebt. Eine Mischung, die ich sehr beeindruckend finde und die mich immer wieder staunen lässt - gibt es das wirklich? Wäre schon cool, wenn ich das auch könnte... Meine Gedanken beim Lesen sind immer sehr lustig. Die Charaktere waren mir auch bei Secret Fire äusserst sympathisch und gut ausgeführt, in den ganzen 400 Seiten hat die Spannung nie nachgelassen. Jedes Kapitel hat mit einem Cliffhanger aufgehört, wurde dann aber auch spannend weitergeschrieben. Das mochte ich schon damals an der Autorin, dass man quasi nie enttäuscht wird, wenn man weiterliest, sondern dass man dann immer erst recht weiterlesen möchte, weil einem gefällt, was passiert. Nachdem ich den ersten Band also erstaunlicherweise sehr gerne gelesen habe, bin ich sehr gespannt auf den zweiten Band! Ich wusste zwar, dass mich die Night School Reihe damals gefesselt hatte, aber hatte nicht erwartet, dass die Autorin mich Jahre später erneut abholen kann und dann erst noch mit einem Werk, das wohl vergleichbar gut ist, wie das zuvor. Von daher ist es mir beinahe etwas peinlich, dass ich gerne die Fortsetzung lesen würde, da ich mich ja gerne etwas mehr der Belletristik zuwenden möchte, aber es scheint, als käme ich doch noch nicht ganz weg von der Jugendbüchern. Das ist aber auch okay, gute Bücher sind für alle Altersklassen gut und im Normalfall gar nicht unbedingt einzuordnen, da sie meist eine grosse Gruppe von Menschen anspricht. Das Buch hat keine grosse Dringlichkeit, damit meine ich, dass es nichts thematisiert, was irgendwie vergänglich ist, oder gerade die jetzige Zeit anspricht, zum Beispiel die Flüchtlingskrise, es geht nämlich hauptsächlich um die Unsterblichkeit und magische Kräfte. Das Buch ist super spannend und gerade jetzt für die Ferien sehr zu empfehlen - mit dem Buch am Pool in der Sonne liegen und in eine andere Welt eintauchen. Das Setting der Geschichte ist zum einen Paris und dann noch England, vor allem Oxford. Eine interessante Mischung und auch immer wieder schön, wenn man die Orte kennt und sich vorstellen kann, was wie wo und wann geschieht. Die beiden Protagonisten lernen sich und einander nämlich ständig etwas besser kennen und irgendwie fand ich das sehr originell gelöst, dass das Kennenlernen oder die Selbstwahrnehmung, die ja sehr fiktiv ist, an realen Orten stattfindet. Irgendwo durch ist der Plot recht vorhersehbar, aber man wird immer wieder überrascht, da es dann doch wieder in eine andere Richtung geht, als gedacht. Das gefiel mir gut. Im Vergleich zu Night School war der Plot uninteressanter. Die Geschichte in Night School war etwas näher an der Wirklichkeit als diese hier. In Secret Fire ist der Ort real und die Kräfte der Protagonisten sind fiktiv und in Night School selber ist es genau umgekehrt - sofern ich das noch richtig in Erinnerung habe. Alles in allem hat mir wohl Night School etwas besser gefallen, aber nur, weil mir die Geschichte etwas besser gefallen hat. Auch im neuen Buch konnte ich nämlich den unverwechselbaren Schreibstil der Autorin erkennen, den ich super angenehm zum Lesen finde. Die Frau weiss, wie sie den Leser abholen kann. Ich möchte mir bei Gelegenheit unbedingt den zweiten Band zulegen. 
http://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2017/07/secret-fire-die-entflammten.html

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(9)

19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

"liebe":w=1,"usa":w=1,"unfall":w=1,"einsamkeit":w=1,"schwestern":w=1,"feuer":w=1,"erfolg":w=1,"verantwortung":w=1,"hollywood":w=1,"40er jahre":w=1,"verbrennungen":w=1,"amybloo":w=1

Wir Glücklichen

Amy Bloom , Kathrin Razum
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei btb, 13.02.2017
ISBN 9783442714308
Genre: Romane

Rezension:

Amy Bloom hat mich als Leserin ihres Buches in eine andere Zeit entführt. Wir befinden uns in den 1940er Jahren in den USA. Das Buch ist in drei Teile gegliedert, in Jahre eingeteilt. 1939 bis 1945. Die Jahre des zweiten Weltkrieges. Der Krieg spielt dabei überhaupt keine zentrale Rolle, aber als LeserIn ist man sich dem die ganze Zeit über bewusst und der Roman lässt auch einiges darauf hinweisen, dass wir uns in Zeiten des Krieges befinden. Die Hauptgeschichte die erzählt wird, ist diejenige von Eva. Sie wurde im jungen Teenager Alter von ihrer Mutter alleine gelassen und muss von da an bei ihrem Vater leben, der allerdings bereits eine neue Frau hat und die eine Tochter, Iris. Sie gründen also eine Art Patchworkfamily und es funktioniert erstaunlich gut. Eva ist sehr begeistert von Iris, alle sind das. Iris ist wunderschön, klug und weiss immer, was zu sagen ist. Gemeinsam freunden sich die neuen Schwestern an und erleben einige Dinge miteinander. Es ist schnell klar, wer in der Beziehung den Ton angibt - Iris. Aber nicht einmal aus Boshaftigkeit, im Gegenteil; Iris ist ein sehr liebevoller und kümmernder Charakter. Sie hat einfach die guten Ideen, ist selbstbewusst und hat  einen, wie man so schön sagt, starken Charakter. Das, was sie sagt, gilt einfach grundsätzlich. Eva ist ganz anders, sie wächst im Schatten ihrer Schwester auf, sie ist unglaublich schüchtern und ihr Selbstbewusstsein sehr klein. Sie bleibt stets im Hintergrund, ist aber trotzdem die Protagonistin des Buches. Sie hat nicht so viel Mut und das bleibt eigentlich während des ganzen Buches so, auch wenn sie mit gewissen Taten das Gegenteil beweist. Ihr wird nicht so viel zugetraut und sich selbst traut sie auch kaum etwas zu. 
Iris möchte Schauspielerin in Hollywood werden und Eva begleitet sie auf ihrer Reise. Iris ist hübsch, stark und talentiert. Sie bringt es durch einige Kontakte, die sie pflegt ziemlich weit und schafft den wirklichen Durchbruch nur ganz knapp nicht. Sie hat aufsteigende Jahre und Erfolg bis sie an einer Affäre zerbricht und von da an geht alles nur noch bergabwärts in der Schauspielkarriere. Dafür ist sie jetzt geoutet und verliebt sich in eine Frau namens Reenie. Sie hat allerdings schon einen Partner, für den sich Eva interessiert. Sie hält sich da aber wie gewöhnlich raus und nur Iris klammert an ihrem Willen fest, sie ist verliebt. Reenie und Iris gehen auch eine Art eine Beziehung ein, aber eben nicht ganz. Es werden einige Abenteuer erlebt, die vier sind ein gutes Team mit verschiedenen Liebschaften und Geheimnissen voreinander. Eifersucht ist ein zentrales Thema. Ende des zweiten Teils des Buches wird dann aber auch alles etwas aufgerissen und und die Wege der vier trennen sich. Durch die vielen Briefe im Buch, die  immer mal wieder abgedruckt werden, erfährt Eva, was die anderen so machen und als LeserIn erhält man so ein Paar Hintergrundinformationen. Hier merkt man auch, dass wir uns in den 40er Jahren, in Kriegsjahren, befinden. Eine harte Zeit. Hier passt aber auch der Titel gut zum Buch - so lange du in Amerika bleibst und dich von allem fernhältst, kannst du dich zu den Glücklichen zählen. Ein etwas trauriges Glücklichsein mit leicht ironischem Unterton; Dir geht es nicht wahnsinnig gut, aber im Vergleich mit den Anderen geht es Dir prächtig, du Glückliche. Von daher strahlt das Buch auch eine schöne Melancholie aus, ein Buch aus der zweiten Reihe. Über Menschen, die nicht an vorderster Front sind, denen es nicht prächtig geht, aber die sich eigentlich dennoch glücklich schätzen können, da es eben noch eine dritte und eine vierte Reihe gibt. Und es gibt Hoffnung. Das gefiel mir. Sehr. Das ganze Buch über passiert nicht sonderlich viel, das, was ich euch oben geschildert habe, ist der Hauptplot. Natürlich sind noch einige kleine Zwischenstorys eingebaut, aber die sind nicht unbedingt relevant. Wenn ich das Buch von Amy Bloom in einem Wort beschreiben müsste, dann wäre es ganz klar Trägheit. Irgendwie passt das auch ganz gut zum Buch, die Zeit des Krieges war wohl besonders für die Frauen in Amerika ein ewiges Warten und sehr träge, aber andererseits wäre mir ein etwas energischer Schreibstil mehr als entgegen gekommen. Ich habe das Buch über vier (!) Wochen lang gelesen, was nicht häufig vorkommt. Ich fand es nicht einmal wirklich schlecht, aber ich konnte mich einfach nie aufraffen es wieder in die Finger zu nehmen, weil ich irgendwie wusste, was mich erwarten wird, ein träger Schreibstil und wenig Handlung. Das alles hat sich allerdings etwas gebessert, als ich mich dann aufgerafft habe und die Hälfte des Buches an einem Tag durchgelesen habe. Ich habe dann auch nicht mehr jeden einzelnen Satz gelesen, was ich normalerweise tue, sondern etwas überflogen. Ansonsten wäre ich wirklich nicht mehr vom Fleck gekommen. Also wenn ich genau bin, habe ich also für etw 160 Seiten mehr als einen Monat gebraucht, was leider nicht so für das Buch spricht und mich leider davon abgehalten hat, etwas anderes zu lesen. Das ist mein einziger und gleichzeitig auch grösster Kritikpunkt. Ich würde das Buch sehr gerne mögen, wenn es etwas mehr Pep hätte. Auch so hat es mir eine Stimmung übermittelt, an der ich viel Gefallen gefunden habe, aber das Lesen war ein Krampf. Leider. http://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2017/07/wir-glucklichen-buchbesprechung.html

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(25)

66 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 19 Rezensionen

"freundschaft":w=5,"jugendbuch":w=5,"familie":w=3,"selbstfindung":w=3,"probleme":w=2,"leben":w=1,"drama":w=1,"gegenwartsliteratur":w=1,"erwachsenwerden":w=1,"depression":w=1,"freundinnen":w=1,"abhängigkeit":w=1,"coming-of-age":w=1,"all-age":w=1,"damaris liest":w=1

Du & Ich - Best friends for never

Hilary T. Smith , Jenny Merling
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 23.03.2017
ISBN 9783841440044
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich habe dieses Buch an nur einem einzigen Tag durchgelesen auf einer Reise nach Mailand und wieder zurück, ich hatte genügend Zeit mich im Zug mit dieser Lektüre aus dem Fischer Verlag zu beschäftigen. Es ist schon etwas länger her, als ich das Buch gelesen habe und als ich es letztens in meinem neuen Bücherregal entdeckt habe, habe ich bestimmt etwa fünf Minuten gebraucht um mich halbwegs wieder daran zu erinnern, um was es ging. Ein ziemlich schlechtes Zeichen, wie ich finde. Ich habe dann aber glücklicherweise noch Notizen gefunden, die ich während des Lesens gemacht habe und die ich nun als Basis brauche, um diese längst überfällige Rezension zu schreiben. Ich habe das Buch nämlich aus dem Frühlingsprogramm des Fischer Verlags. Ich habe es vor einem halben Jahr an der Buchmesse in Frankfurt angefragt und nun dann endlich erhalten.

Die Geschichte ist meiner Meinung nach ein absolut klischeehaftes Jugendbuch. Es scheint nämlich rauszustechen, ist aber im Grunde genommen dann doch einfach nur ein Jugendbuch, das man in sämtliche Kategorien stecken kann und das man mit etwa siebenhundertsechsundzwanzig weiteren Büchern vergleichen kann. Es ist ein typisches 'Mädchenbuch' das folgende Themen beinhaltet: Liebe, Freundschaft, Erwachsenwerden, Essstörungen, Depressionen und Schulprobleme. Relativ schnell am Anfang passiert auch eine recht unerwartete, vielleicht auch etwas überflüssige, Wendung, die unsere Protagonistin Annabeth ziemlich gelassen aufnimmt, was mich sehr erstaunt hat. Es scheint fast so, als hätte Hilary T. Smith alles mögliche reinpacken wollen. Das Leben von Annabeth soll möglichst zerstört sein, alle möglichen Probleme sollen in die Geschichte eingearbeitet werden und dann von ihr verarbeitet. Was mich überrascht hat, ist dass das Buch eigentlich sehr unterhaltsam war und die Geschichte trotz der klischeehaften Erzählung nicht unbedingt sexistisch. Das ist ja bei so vielen Jugendbüchern leider der Fall. Ich frage mich dann immer, was sich eigentlich die Erwachsenen Autoren und Autorinnen dabei denken. Was möchten sie den jungen Mädchen überhaupt mitgeben? 


Das Ende zieht sich etwas in die Länge, die Spannung lässt nach und alles scheint irgendwie vorhersehbar zu sein. Auf den letzten Seiten wird aber nicht alles aufgelöst und wir stehen eher ziemlich ratlos dar. Zeitweise hat mir das Buch sehr gefallen, zeitweise nicht. Da ich mich aber kaum noch daran erinnern mag, ist das für mich mehr als ein schlechtes Zeichen und daher gehört das Buchh für mich in die Kategorie: Früher hätte ich es geliebt, heute gibt mir die Thematik und das ganze Drumherum einfach zu wenig her. Hätte ich das Buch nämlich ein Paar Jahre früher gelesen, dann wäre es womöglich eines der wichtigeren Bücher für mich gewesen, das war es jetzt leider nicht mehr. Aber so für zwischendurch auf einer Zugfahrt war es der perfekte Zeitvertreiber, der mich auch auf gewisse Punkte in Sachen Freundschaft hingewiesen hat. Ich habe mir noch mal wieder in den Kopf gerufen, was Freundschaft überhaupt für mich bedeutet und, was ich  für ein Glück mit meinen Freunden habe, oder wo es eben auch in unseren Beziehungen noch einige Lücken gibt.
http://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2017/06/du-ich-best-friends-for-never.html

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(7)

24 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

"asyl":w=2,"leben":w=1,"flucht":w=1,"biographie":w=1,"sprache":w=1,"erfahrungen":w=1,"identität":w=1,"heimat":w=1,"herkunft":w=1,"gespräch":w=1,"chat":w=1,"erinnern":w=1,"sri lanka":w=1,"kosovo":w=1,"ankunft":w=1

Vor der Zunahme der Zeichen

Senthuran Varatharajah
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 10.03.2016
ISBN 9783100024152
Genre: Romane

Rezension:


Ich brauchte ein wenig Zeit um mich zu fassen, zu begreifen und zu verstehen, was dieses Buch überhaupt aussagen will. Was es für eine Bedeutung für mich hat. Ich kann es immer noch nicht. Ich weiss nicht, was ich aus dem Buch mitgenommen habe, oder was ich mitnehmen soll. Ich bin  einfach zum Entschluss gekommen, dass ich das Buch noch einmal lesen muss. Ich bin vielleicht einfach nicht genau in der richtigen Stimmung gewesen um das Buch zu lesen. Ich habe es zu schnell gelesen. Es hat auf mich gewirkt - definitiv. Die Geschichten zwischen Senthil und Valmira waren so wunderschön zu lesen. Ich bin ihren Worten verfallen und habe sie in mich aufgenommen. Die Geschichten übers Ankommen und Fremdsein in einem Land, in dem man nicht wirklich willkommen scheint, ist auf eine ganz spezielle Weise ganz schön dargestellt werden. Die Geschichten sind so Detail getreu und einfühlsam. Es gefiel mir. Doch das Buch beginnt und hört gleich auf. Es gibt keinen Spannungsbogen - das Buch hat keine Einleitung oder einen Schlussteil. Es hat nur das dazwischen, keinen roten Faden. Im Fokus liegen die Worte und die dahinter steckende Lebensstory. Ich wurde verzaubert, aber ich frage mich trotzdem, ob ich den grösseren Sinn dahinter nicht verstanden habe. Ich frage mich, ob ich schlicht und einfach nicht in der Fassung war, alles so zum verstehen, wie ich es hätte sollen. Ich kann gar nicht mehr zum Buch sagen. Ihr müsst es selber lesen und bitte bitte, lasst mich wissen, was ich beim Lesen verpasst habe, was ihr daraus mitgenommen habt, oder ob es euch genau gleich erging wie mir. Ich habe gesucht, aber ich habe eben immer noch das Gefühl etwas im Buch übersehen zu haben. Das Lesen war trotzdem wunderschön, hat mich ganz entspannt und in mir eine innere Ruhe ausgestrahlt von der ich gar nicht wusste, dass ich sie habe. Sehr philosophisch und sehr auf Worte fokussiert. Kein Buch für Zwischendurch, sonst sitzt es nicht. Ich werde es noch einmal lesen und dann hoffentlich etwas schlauer sein. Ich bin nämlich ziemlich ratlos.
http://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2017/06/vor-der-zunahme-der-zeichen-buchgedanken.html

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Boys don’t cry

Jack Urwin , Elvira Willems
Flexibler Einband: 232 Seiten
Erschienen bei Edition Nautilus GmbH, 01.03.2017
ISBN 9783960540427
Genre: Sachbücher

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Strangeland

Tracy Emin , Sonja Junkers
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei btb, 13.09.2010
ISBN 9783442740659
Genre: Biografien

Rezension:


Es ist endlich Zeit, meine Gedanken zu Tracey Emins 'Strangeland' niederzuschreiben. Dies tat ich, wie bei manchen Büchern, die mir sehr nahegehen, zuerst schriftlich. Nun möchte ich meine Gedanken aber wieder mit euch teilen. Ich musste sie nämlich zuerst sammeln und ein wenig ordnen, bevor ich sie veröffentliche. Genau das ist das Werk der britisch-türkischen Künstlerin, 1963 geboren nicht - nicht sortiert, nicht geordnet. Überhaupt nicht gradlinig oder konventionell, in keinster Weise. Sie lebt in London und dort ist sie mir immer wieder begegnet - entweder fiel mir ihr Name ins Auge und von ihr war die Rede, sie hätte den Bau eines Hochhauses gestoppt, was ich für eine tolle Leistung halte. Vor allem aber habe ich auch ihre Kunstwerke gesehen, gar nicht bewusst - plötzlich war etwas von ihr vor mir, ein Teil von der Frau, deren Kopf und Leben ich irgendwie so gut kannte, weil sie es so authentisch und so ehrlich rüberbrachte in ihrer, zugegebenermassen etwas verwirrenden Autobiographie 'Strangeland'. Das Buch, ihre Memoiren, ist also nicht nur vom Leben, sondern vor allem auch von einer grossartigen und bewundernswerten Künstlerin geschrieben. Das merkt man an den so natürlich, so organisch wirkenden Wortketten. Unglaublich oft kippt ihr Schreiben dabei ins Surreale, was uns noch mal bewusstwerden lässt: wir lesen hier intimste Gedanken, Empfindungen und Auseinandersetzungen, die aber von einer Künstlerin stammen und deswegen zumindest in gewisser Hinsicht inszeniert sind. Wir lesen von Kindheit, von Trostlosigkeit, von den Einflüssen ihrer, und ja, irgendwie auch unserer Eltern. Von Teufelskreisen, Sinnlosigkeit und Bedeutung. Dabei wirkt das Buch gut kuratiert, in verschieden Teile eingeteilt. Motherland. Fatherland. Tracyland. Strangeland eben.Sie wagt experimentelle Schreibspiele und wenn man das Buch einfach irgendwo aufschlägt und zu lesen beginnt, ist das oft fast schon verstörend. Aber das ist es irgendwie auch, wenn man von vorne bis hinten liest. Dabei regt Tracey Emin ja selbst zum rebellieren ein.Das Buch hat etwas Brutales, zumindest etwas Gnadenloses an sich. Manchmal besteht das Ganze auf handgeschriebenen Passagen. Dann aus Listen. Es folgen tägliche, fast langweilige Aufzeichnungen. Dann ein Wortspiel mit 'MASCULINITY'. Ja, das Ganze ist ziemlich verrückt. Aber das Leben ist ja auch Verrückt. Und Tracey Emin zeigt dabei schön, was passiert, wenn wir uns von Normen und den allgemeinen Vorstellungen und Idealen der Gesellschaft lösen: ja, alles wird ein bisschen wilder. Aber auch intensiver. Und so ist das Buch auch: intensiv auf allen Ebenen.Deswegen braucht das Buch auch ein bisschen Zeit, man muss etwas darin investieren, wie in alle guten Bücher die uns wirklich etwas zurückgeben. Es braucht Zeit, ins Strangeland zu reisen. Dabei ist es eigentlich ganz nah, ein bisschen zumindest: Strangeland ist unser tiefstes Inneres. Dort hat mich Tracey Emin zumindest berührt.

http://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2017/05/strangeland-von-tracey-emin.html

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(29)

57 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

"biografie":w=1,"buch":w=1,"autobiographie":w=1,"autorin":w=1,"buchrezension":w=1,"kurzbewertung":w=1,"lena dunham":w=1,"kurzwertung":w=1,"not that kind of girl":w=1

Not That Kind of Girl

Lena Dunham , Sophie Zeitz , Tobias Schnettler , Joana Avillez
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 25.08.2016
ISBN 9783596198047
Genre: Romane

Rezension:

Ich habe mich schon häufig gefragt, was einen Mensch dazu führt, zu beschliessen, eine Autobiografie zu schreiben. Ich frage mich, ob Menschen entweder ein wahnsinnig grosses Ego haben, dass sie meinen, die ganze Welt wolle erfahren wer sie sind, was sie machen und was sie können. Das wird wohl in den meisten Fällen der Fall sein. Aus meist unerfindlichen Gründen ist man plötzlich im Rampenlicht, oder im Mainstream angelangt und hat das Gefühl, dass die grosse Mehrheit der Menschen Lust hat, zu erfahren, wer man ist, wie die eigene Kindheit war und wie es zum Erfolg kam. Am besten soll das ganze möglichst intim sein, das Hauptthema natürlich Sex und schon wird das Buch mit grösster Wahrscheinlichkeit ein Bestseller. Andere Gründe eine Biografie zu schreiben sind häufig krasse Schicksalsschläge oder spezielle Geschichten - hier kommt mir als Beispiel Lily Lindern in den Sinn, ein Vergewaltigungsopfer, das ein sehr schweres und schlimmes Leben hinter sich hat. Oder auch Christiane F - Junkie, Mädchen auf dem Strich, Berliner Drogenszene am Bahnhof Zoo. Alle kennen das Phänomen, aber niemand der nicht selbst dabei war, wusste so genau, wie alles war und wie es sich abgespielt hat. Also lesen sie eine Autobiografie darüber.


Auch ich habe schon einige Male mit dem Gedanken gespielt, meine bisherige Geschichte niederzuschreiben. Hört sich schräg an das aus dem Mund von einer fünfzehnjährigen zu hören, ich weiss. Aber ich hatte dieses Kopfkino, weil ich das Gefühl habe, dass ich bereits sehr viel erlebt habe, an vielen Orten war, spannende Leute getroffen habe und auch mich die Angst des Vergessens heimsucht. Ich würde gerne für meine Freunde, Familie und auch vor allem mich schriftlich festhalten, was ich alles erlebt habe. Ich glaube, es wäre ein riesen Spass ein Buch zu schreiben. Natürlich ist auch das auf reinen Egoismus zurückzuführen. Lena Dunham ging es vielleicht etwas ähnlich, obwohl im Gegensatz zu mir, ist sie berühmt geworden und hat, nachdem sie zur coolsten Person des Jahres 2012 ernannt wurde, eine Autobiografie geschrieben. So weit so gut - nur: Das wichtigste für mich ist die Message eines Buches. Was nimmt man von einem Buch mit, dass den Titel 'Not that kind of girl - Was ich im Leben so gelernt habe' hat? Ich konnte ehrlich nichts Neues mitnehmen. Muss ich ja auch nicht, aber ich frage mich, ob das nur ich bin. Ob mir Lena Dunhams Leben zu einfach war, ob ich mich einfach zu fest darüber störte, dass Sex ein riesiges Thema ist. 

Das Buch ist nicht chronologisch geordnet, es ist in fünf Kapitel unterteilt - Sex&Liebe, Körper, Freundschaft, Arbeit und das grosse Ganze. Ich fand das Lesen durch diese Kapitel extrem komisch, man hat sich keine Namen von anderen Personen merken können, jedes Teilkapitel wirkte irgendwie aus dem Zusammenhang gerissen und alles folgte zeitlich extrem nahe aufeinander. Lena Dunham hat Jahrgang 86, sie ist blutjung. Das Buch ist einfach nicht in einem Fluss geschrieben und wohl oder übel merkt man das halt einfach und ich empfand es als störend. Ich bin sicher, dass andere gerade das als einen wunderbaren Punkt herauskristallisieren, aber mir war der ganze Schreibstil in Kombination mit dem Inhalt einfach zu wenig authentisch. Alles war extrem in die Länge gezogen und mühsam lustig beschrieben. Es wirkte so aufgesetzt, unecht, ein wenig dahin gepflatscht. Nach dem Beenden des Buchs fühlte ich mich wie vor dem Beenden, wie mich. Ich hätte das Buch genau so nicht lesen können und wäre in meinem Leben gleich weit. Ich möchte aus Büchern lernen, etwas daraus mitnehmen und wenn ich das nicht kann, dann ist das für mich leider ein Anzeichen für ein schlechtes Buch. Das ist wohl nicht fair zu sagen - gerade bei einer Biografie, aber das Buch war einfach nicht so meins. Einen richtigen Kritikpunkt habe ich nicht einmal, Lena Dunham schreibt sehr wohl amüsant, lässig und unbeschwert, aber eben für mich reicht das einfach nicht mehr. 

Im Buch erwähnt sie ihre Zwangsstörung immer nur am Rande, was unglaublich schade ist. Genau das wäre meiner Meinung nach ein spannender Punkt, der wahrscheinlich auch vielen Leuten weiterhelfen könnte, oder der wichtig gewesen wäre näher beschrieben zu werden. Ich habe bereits drei Bücher über Zwangsstörungen gelesen und in jedem habe ich Neues erfahren und vor allem auch gemerkt, wie bedeutungsvoll es ist mehr darüber zu schreiben und zu lesen. Die New Yorkerin beendet ihr Vorwort zum Buch mit folgendem Zitat: Ich bin eine junge Frau mit ausgeprägtem Interesse zu bekommen, was ihr zusteht, und was hier folgt, sind die hoffnungslosen Nachrichten von der Front, an der ich dafür kämpfe. Dieser Satz beschreibt eigentlich auch meine Auffassung von Lena Dunham sehr gut. Sie macht, was sie will und erreicht das auch. Ob sie wirklich und regelrecht dafür kämpft, kann ich nicht sagen. Ich habe auch ihre Serie GIRLS noch nicht gesehen, habe sie aber empfohlen bekommen und nun die ersten beiden Staffeln zuhause auf DVD, mal schauen, wie sie mir gefällt. 

Ein Punkt, der mir ebenfalls Mühe bereitet hat, ist der, dass auf dem Buchumschlag steht, dass Lena Dunham das Lebensgefühl einer neuen Generation Frau auf den Punkt bringt. Erstmals finde ich den Begriff einer neuen Generation Frau ziemlich daneben und abwertend, zweitens finde ich es falsch eine Frau, die Erfolg hat und in ihrem Buch über ein typisches Standart-Leben schreibt, als eine gesamte Generation zu bezeichnen. Wir merken es doch alle - es gibt so viele verschiedene Menschen, die ganz anders sind und sich in so vielen Punkten unterscheiden! Wenn der Titel also NOT that kind of girl ist, wieso wird Lena Dunham dann als Stimme der GANZEN Generation bezeichnet? Ich kann wohl sagen, dass 'Not that kind of girl' einfach nicht ganz 'my kind of book' ist. Zu quirlig und zu uninteressant - ich hätte mir schlicht und einfach mehr erwartet.

Nachtrag: Ich habe mir zwischen dem Schreiben der Rezension und dem Veröffentlich der Rezension die ersten beiden Staffeln der Serie GIRLS angeschaut. Die Serie gefällt mir extrem gut. Lena Dunham spielt darin die Hauptperson und ist eine wahnsinnig gute Schauspielerin. In der Serie sind viele autobiographische Elemente enthalten, die mir bereites aus ihrem Buch bekannt waren. Lena Dunham wird mir tatsächlich immer sympathischer mit jeder Folge die ich schaue. Meine Anmerkung zum Buch: Literarisch ist es nicht geeignet, aber für eine Serie ist Dunham Humor absolut treffend und gefällt mir mehr als gut. Von daher bleibt mir ihr Buch doch etwas mehr in den Ohren als gedacht, wobei ich allerdings nicht ganz unterscheiden kann, ob dies jetzt mit der Serie oder mit der Autobiographie zu tun hat. Diskussionsstoff ist die New Yorkerin aber alle Mal. Ich empfehle das Buch ungerne, die Serie lege ich euch aber gerne ans Herz. 


http://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2017/05/not-that-kind-of-girl-buchbesprechung.html

  (3)
Tags:  
 
117 Ergebnisse

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach!

Hol dir mehr von LovelyBooks

Mit der Verwendung von LovelyBooks erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir und unsere Partner Cookies zu Zwecken wie der Personalisierung von Inhalten und für Werbung einsetzen.