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44 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 28 Rezensionen

alkoholsucht, sucht, natur, meer, belletristik

Nachtlichter

Amy Liptrot , Bettina Münch
Fester Einband
Erschienen bei btb, 09.10.2017
ISBN 9783442757336
Genre: Biografien

Rezension:

Eindringlich und berührend beschreibt Amy Liptrot Orkney Island, eine karge Inselgruppe Schottlands, wo eigentlich immer der Wind bläst. Eine Gegend, in der man Seevögel aller Art beobachten kann, wo Hochlandrinder und Schafe gezüchtet werden und wo die Autorin aufgewachsen ist, bevor sie dann mit 18 Jahren fortging, um in London zu studieren und das pulsierende Leben der Großstadt zu genießen.
Nach turbulenten Jahren und einem Absturz in die Alkoholsucht kehrt Amy Liptrot in ihre alte Heimat und zu ihren Wurzeln zurück, um einen Neuanfang zu wagen. In der Ruhe und Einsamkeit von Okney Island entdeckt sie die Schönheit der kargen Landschaft, beginnt sich für Naturkunde und Astronomie zu interessieren und arbeitet sogar für ein Vogelschutzprojekt.
Dennoch kämpft sie weiterhin täglich gegen den Wunsch an, wieder zu trinken.

In ihrer Autobiografie beschreibt die Autorin eindrücklich, was es heißt, alkoholsüchtig und rückfallgefährdet zu sein.

Absolut lesenswert.

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(47)

58 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 45 Rezensionen

österreich, berge, berg, bergwelt, liebe

Durch alle Zeiten

Helga Hammer
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Ullstein fünf, 13.10.2017
ISBN 9783961010080
Genre: Romane

Rezension:

Den letzten Satz in dem Buch "und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie noch heute" findet man eigentlich nur als Schlußsatz in Märchen.
Elisabeths Leben auf dem Brandstätterhof, einem Bergbauernhof in Österreich, ist leider wenig märchenhaft. Schon als junges Mädchen möchte sie dem harten Leben mit schwerer Arbeit entfliehen und überredet ihre Mutter, sie auf eine Haushaltsschule zu schicken, damit sie einmal ein besserers Leben führen kann. Zunächst scheinen die Weichen dafür auch gut gestellt, nach der Ausbildung macht sie mit ihrer Freundin Irene eine Schneiderstube auf.
Doch ihre erste große Liebe endet unglücklich, weil Niklas sich dem Druck der Eltern beugt und anstatt der Elisabeth aus ärmlichen Verhältnissen eine standesgemäße Braut auswählt. Elisabeth flieht nach England und wird dort Kindermädchen bei einer Familie in London. Das Liebesverhältnis mit ihrem Arbeitgeber bleibt jedoch nicht folgenlos. Als Elisabeth zur Beerdigung ihrer Mutter zurück in die Heimat kommt, bemerkt sie, dass sie schwanger ist.
Sie bleibt in Österreich und sucht nun einen Mann, der sie heiratet und dem sie das Kind unterschieben kann.

Die nächsten Jahre gehen ähnlich weiter. Elisabeths drei Kinder haben alle unterschiedliche Väter. Sie läßt sich immer wieder, getrieben von ihrer Gier nach einem glücklichen Leben, auf Männer ein, die entweder bereits verheiratet sind oder sich aus anderen Gründen nicht zu Elisabeth bekennen.

Einerseits kann ich Elisabeth verstehen, die eine erfüllte Liebe sucht und an der erdrückenden Moral der 50er und 60er Jahre und den Standesdünkel scheitert. Damals war es eine Schande, als unverheiratete Frau ein Kind zu bekommen. Und ein Leben als Alleinerziehende ohne familiäre Unterstützung war kaum zu bewältigen.

Andererseits wurde mir Elisabeth von Seite zu Seite unsymphatischer, weil sie Menschen, die ihr nahe stehen und die es gut mir ihr meinen häufig nur ausnutzt, ihren ersten Ehemann hat sie belogen und betrogen. Für das Scheitern ihrer ersten Ehe war sie ganz allein verantwortlich.

Der Roman wird kapitelweise abwechselnd in der Zeit von Elisabeths zweiter Ehe und in Rückblenden in der Zeit ihrer Jugend und früheren Beziehungen erzählt. Bisweilen stört das etwas den Lesefluss, weil man sich erst wieder orientieren muss, in welcher von Elisabeths Lebensphasen man sich nun befindet.

Insgesamt konnte mich die Geschichte leider nicht richtig fesseln, mir fehlte die emotionale Tiefe, das Ende einer Beziehung wird teilweise sehr sachlich abgehandelt. Weiterhin konnte ich keinen charakterlichen Reifeprozess bei Elisabeth feststellen; ist eine Beziehung beendet, stürzt sie sich in die nächste. Dabei ist sie mir leider fremd geblieben.

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(28)

48 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 28 Rezensionen

familie, vater, alkohol, liebe, alkoholismus

Sonntags fehlst du am meisten

Christine Drews
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 08.09.2017
ISBN 9783548290201
Genre: Romane

Rezension:

Caros Familie erwartet bei der anstehenden goldenen Hochzeit der Eltern eine Aussöhnung Caros mit ihrem Vater. Seit über einem Jahr haben die beiden keinen Kontakt mehr. Nach Caros katastrophal endender Trunkenheitsfahrt hat der Vater mit ihr gebrochen. Durch die Einstellung sämtlicher finanzieller Unterstützungsleistungen ist Caro gezwungen, endlich aus eigener Kraft etwas aus ihrem Leben zu machen. Die wohlbehütet aufgewachsene Frau hat es nie geschafft, sich von ihrem Vater zu emanzipieren, fühlt sich als Versagerin und ist schließlich in die Alkoholsucht abgerutscht.


Ihr Freund Jakob und die Bekanntschaft mit der älteren Dame Maria Schneiders helfen ihr dabei, sich nach ihrem Absturz in ihr Leben zurück zu kämpfen, Verständnis für die Elterngeneration aufzubringen und zu lernen, dass Caro ganz allein für ihr Tun verantwortlich ist. Dies ebnet den Weg für eine Versöhnung mit dem Vater.


So gut ich die Idee für den Roman fand, so enttäuschend fand ich den Schluß, da das eigentliche Gespräch mit dem Vater ausgeblendet wurde. Als Leser bleibt man einigermaßen ratlos zurück. Da hätte man mehr draus machen können. Dennoch ist es ein lesenswertes Buch, denn Konflikte zwischen den Generationen gibt es in fast jeder Familie, aus welchen Gründen auch immer. Der WG-Mitbewohner von Maria Schneiders beschreibt dies so treffend in dem Satz „unter jedem Dach ein Ach“.


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(74)

146 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 54 Rezensionen

neapel, freundschaft, italien, freundinnen, klassenkampf

Die Geschichte der getrennten Wege

Elena Ferrante , Karin Krieger
Fester Einband: 540 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 27.08.2017
ISBN 9783518425756
Genre: Romane

Rezension:

Im dritten Teil der Neapolitanischen Saga „Die Geschichte der getrennten Wege“ sind Elena und Lila junge Frauen, beide Mitte 20, die ihren richtigen Platz im Leben suchen. Lila hat ihren Mann Stefano verlassen und lebt mit ihrem Sohn und ihrem Freund Enzo weiterhin in Neapel und arbeitet jetzt in einer Wurstfabrik unter erniedrigenden Arbeitsbedingungen. Für die Trennung von Stefan hat sie den sozialen Abstieg in Kauf genommen. Elena hingegen hat nach ihrem Studium ihren ersten Roman veröffentlicht und heiratet den Universitätsprofessor Pietro Airota, der aus einer angesehenen Intellektuellenfamilie stammt, und zieht mit ihm nach Florenz.

Doch anstatt einem neuen Leben mit gesellschaftlichem Aufstieg als angesehene Autorin und Ehefrau erlebt Elena ihren Alltag mit den zwei Töchtern als Ödnis zwischen Haushalt und Kindererziehung und einem Mann, der sich ganz seiner Universitätskarriere widmet. Sie kämpft mit einer Schreibblockade und kann nicht mehr an ihren früheren Erfolg anknüpfen.

Während Lila sich - auch mit Elenas Hilfe – nach und nach aus ihrer schlechten Lebenssituation befreit, beginnt Elenas Stern zu sinken. Sie wird zunehmend unglücklicher und sucht einen Weg aus aus ihrer Ehe, die sie wie einen goldenen Käfig empfindet.

Trotz der Entfernung reist der Kontakt der beiden Freundinnen nie ganz ab. Es ist eine Mischung aus Freundschaft und Zuneigung, Konkurrenz und Abstoßung, was die beiden Frauen verbindet.

Vor dem Hintergrund des Italien der 70er Jahre voller Unruhen und Auseinandersetzungen zwischen Faschisten und Kommunisten, dem Erstarken der Gewerkschaften, alten mafiösen Strukturen und Emanzipation der Frau erzählt Elena Ferrante meisterhaft die Entwicklung dieser Frauenfreundschaft.

Auf den vierten und letzten Teil, der nächstes Jahr erscheinen wird, dürfen wir Leser uns bereits freuen.


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(65)

71 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 63 Rezensionen

rosenheim, fußball, krimi, bayern, mord

Wildfutter

Alma Bayer
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei btb, 14.08.2017
ISBN 9783442715312
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eigentlich wollte Vitus Pangratz seinen Ruhestand vom Polizeidienst mit Naturfotografie verbringen. Ausgerechnet im Wildscheingehege stolpert er dabei über eine abgetrennte Hand. Die Fotografie ist damit schnell wieder vergessen.
Auch Vitus Tochter Johanna „Jo“ Coleman wittert eine Mordsstory für ihr Online-Lokalblatt Rosenheim News.
Bald stellt sich heraus, dass die Hand dem beliebten Fußballtrainer "Tiger" Wild gehört und Vitus und Jo beginnen zu ermitteln, jeder auf seine Weise.

Schon das Buchcover verrät, dass es sich hier wohl eher um einen Krimi mit herben Humor handeln wird und nicht um einen Thriller mit Tiefgang. Auf dem Titelbild prangt schließlich eine Wildsau mit Jägerhut vor kitschiger Bergkulisse.

Das Buch ist in einzelne Kapitel unterteilt, welche teilweise recht kurz gehalten sind. Das tut dem Lesefluss jedoch keinen Abbruch.

Es gibt viel Lokalkolorit, (zu viel) bayerische Mundart und reichlich derbe Ausdrücke.
Ich hatte eine makabere, bösartige Story erwartet, aber irgendwie verliert sich die Handlung in Nebensächlichkeiten, die Liebesabenteuer der einzelnen Akteure und immer wieder: Fußball, ergeizige Fußballmütter, zielstrebige Fußballtrainer, mehr oder weniger talentierter Fußballnachwuchs, der 1. FC Rosenheim und FC Bayern München...
Für meinen Geschmack viel zu viel Fußball, die Krimihandlung tritt dabei in den Hintergrund, irgendwann langweilte es mich nur noch.
Schade.

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(83)

93 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 83 Rezensionen

hugenotten, frankreich, cevennen, krimi, südfrankreich

In tiefen Schluchten

Anne Chaplet
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 17.08.2017
ISBN 9783462050424
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nach 5jähriger Pause erscheint endlich ein neuer Krimi von Anne Chaplet. Diesmal ist die Story in Südfrankreich angesiedelt, der Wahlheimat von Anne Chaplet, alias Cora Stephan.
Die Handlung ist in den Vivarais angesiedelt, einer rauen Gegend mit Bergen, Höhlen und jeder Menge Karstgestein. Dort hatte Tori mit ihrem Mann Carl ein altes Steinhaus in Belleville gekauft, weil Carls Vorfahren ursprünglich aus dieser Gegend stammen.
Inzwischen verwitwet, versucht Tori sich in die Dorfgemeinschaft einzufügen und hat in dem ehemaligen Polizisten Nico und der Vermieterin eines Ferienappartements Eva neue Freunde gefunden.
Zunächst verschwindet der holländische Feriengast von Eva spurlos und dann stirbt ein alter Mann aus dem Dorf unter mysteriösen Umständen. Toris Nachforschungen bringen sie selbst in Gefahr. Es gibt Verbindungen, die weit in die Geschichte des Dorfes zurückreichen, bis in die Zeit der Hugenottenvertreibung und in die Zeit des 2. Weltkrieges. Auch ein Hund spielt eine wichtige Rolle in dem Roman.
Anne Chaplet bemüht sich, dem Leser einen genauen Eindruck von der Gegend zu vermitteln, der Natur, den Farben und Gerüchen bis hin zum unberechenbaren Wetter. An mancher Stelle ist dies fast zu detailverliebt. Der Erzählstil ist dennoch flüssig.

Im vorderen und hinteren Buchdeckel befindet sich eine Karte des Vivarais und im Anhang sind Adressen und Internetseiten von Herbergen und Bistros, ja sogar die Markttage von 3 Orten aufgelistet.
Das Buchcover mit dem Bergdorf passt zur Handlung.

"In tiefen Schluchten" ist ein netter Krimi, passend als Urlaubslektüre - besonders in Frankreich. Zu viel Thrill und Spannung darf man jedoch nicht erwarten. Fazit: für Frankreich-Fans und Leser, die viel Lokalkolorit und Krimihandlung mit historischem Hintergrund mögen.

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(77)

100 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 72 Rezensionen

krimi, gesine cordes, bestatter, friedhofsgärtnerin, friedhof

Wildeule

Annette Wieners
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 11.08.2017
ISBN 9783548612591
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nach "Kaninchenherz" und "Fuchskind" nun also "Wildeule", der dritte Fall für die ehemalige Kripobeamtin Gesine Cordes, die nach dem tragischen Tod ihres Sohnes ihren alten Beruf aufgab und nun als Friedhofsgärtnerin arbeitet. Doch auch hier, auf dem sonst so ruhigen Friedhof passiert ein Mord und Gesine Cordes beginnt mit Nachforschungen. Hierbei erfährt sie einiges über den Konkurrenzdruck zwischen den Bestattungsunternehmen, über einen zwielichtigen Pfarrer, trauernde Hinterbliebene und eine undurchsichtige Witwe. Ihr liegt umso mehr an der Aufklärung der Ereignisse, weil ihr Freund und Bestattungsunternehmer Hannes in die Vorfälle verwickelt zu sein scheint.

Das Buch hat ein ansprechendes Cover und ist in übersichtliche Kapitel unterteilt, aufgelockert durch Beschreibungen von giftigen Pflanzen aus Gesines Notizbuch. So lernt man nebenbei noch etwas über den Himmelsbambus, die Tollkirsche oder die Robinie.

Annette Wieners verwendet in diesem Roman eine schöne, bildhafte Sprache. Sätze wie: "Der Himmel hing tief, die Wolken baumelten wie schwer gefüllte Säcke." oder "Die Kälte schmeckte nach Wacholder." wirken angenehm nach.
Die Personen in diesem Roman, die Landschaften und selbst das Wetter sind detailliert beschrieben, dennoch ist das Buch spannend und temporeich. Ein schöner Schmöker, auch wenn am Ende nicht alles restlos aufgeklärt wird.

Klare Leseempfehlung!

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