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caitlin moran

Moranifesto

Caitlin Moran
Flexibler Einband
Erschienen bei Ebury Publishing, 01.01.2016
ISBN 9780091949051
Genre: Sonstiges

Rezension:

Einige Worte zum Inhalt

Moranifesto ist eine Essay-Sammlung von Caitlin Moran, in der sie zu zahlreichen Themen ihren Senf dazugibt, sei es die Immobilienlage in London, die böse Natur des Druckers, der Feminismus oder Terrorismus. Aber vor allem ist Moranifesto eines: sehr politisch.

Meine Meinung

Caitlin Moran hat diese unverwechselbare Art, Themen in raffinierte, originelle und clevere Worte zu verpacken. Ihr Schreibstil ist so frisch, eloquent und unverstellt, dass jeder ihrer Sätze wie Honig durch die Gehirnwindungen rinnt. Mal witzig, mal ernst widmet sie sich den kleinen und großen Problemen unserer modernen Gesellschaft. Zwischendrin wird auch mal ein wenig für Benedict Cumberbatch geschwärmt, was ihr wohl niemand übelnehmen kann, denn Benedict Cumberbatch ist nun einmal ein Gott.

Auch wenn ich Themenvielfalt liebe, so war doch nicht jedes Essay für mich von Relevanz. Da habe ich dann auch schon einmal ein paar Seiten übersprungen, zumal manche der Texte bereits zu alt sind, um aktuell zu sein. Das finde ich recht schade, da das Buch erst im letzten Jahr erschienen ist und ich daher einen höheren Anspruch an die Aktualität der Thematiken hatte. Außerdem sind viele der Essays very British, was zwar ganz interessant ist, in der Masse jedoch manchmal anstrengend.

Besonders interessant waren für mich die Essays über Feminismus, die auch der eigentliche Grund dafür waren, weshalb ich das Buch lesen wollte. Es ist so wichtig, sich mit dem Feminismus auseinanderzusetzen, gerade in der heutigen Zeit. Ich muss jedoch sagen, dass ich durchaus nachvollziehen kann, weswegen Moran als „white feminist“ betitelt wird – aber man muss einem Autor ja nicht in jedem Aspekt zustimmen.

Die meisten Essays aber sind das Lesen definitiv wert. Caitlin Moran nimmt kein Blatt vor den Mund, was ihren Texten sehr viel Authentizität verleiht. Sie vertritt ihre politischen Ansichten mit durchdachter Vehemenz und gut gewählten Argumenten. Die Kombination aus Humor und Ernsthaftigkeit ist der Autorin wirklich ausgesprochen gut gelungen.

Fazit

Wer gerne geistreiche, wohlformulierte Essays liest, sich für Politik und das Weltgeschehen interessiert, zwischendurch aber auch gerne mal von sarkastischen Analysen oder Schwärmereien berieseln lässt, ist mit Moranifesto bestens beraten!

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roald dahl, kinderliteratur, matilda

Matilda (Dahl Fiction) by Roald Dahl (2016-02-11)

Roald Dahl
Flexibler Einband
Erschienen bei Puffin, 01.01.1596
ISBN B01K0PTSHU
Genre: Sonstiges

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roald dahl, mädchen, waisenkind, freundschaft, riese

The BFG (Puffin Fiction)

Quentin Blake , Roald Dahl
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Puffin Books, 05.04.2001
ISBN 9780141311371
Genre: Sonstiges

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kinderbuch, roald dahl, klassiker, fabrik, verfilmtes buch

Charlie and the Chocolate Factory

Roald Dahl , Quentin Blake
Flexibler Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Penguin Group USA, 18.07.2011
ISBN 0142401080
Genre: Kinderbuch

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englische literatur, english books, englische bücher

The Thinking Woman's Guide to Real Magic

Emily Croy Barker
Fester Einband: 563 Seiten
Erschienen bei Pamela Dorman Books, 01.08.2013
ISBN 9780670023660
Genre: Fantasy

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The Memory Book

Rowan Coleman
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ebury Press, 30.01.2014
ISBN 9780091951375
Genre: Romane

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sylvia plath, klassiker, englischsprachige literatur

The Bell Jar

Sylvia Plath
Flexibler Einband: 234 Seiten
Erschienen bei Faber And Faber, 07.05.2009
ISBN 9780571245642
Genre: Romane

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science fiction, douglas adams, anhalter, arthur, englisch

The Ultimate Hitchhiker's Guide to the Galaxy

Douglas Adams
Flexibler Einband: 815 Seiten
Erschienen bei Random House Inc, 07.08.2009
ISBN 9780345453747
Genre: Science-Fiction

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harry potter, hogwarts, magie, theaterstück, fantasy

Harry Potter and the Cursed Child

Joanne K. Rowling , Jack Thorne , John Tiffany
Fester Einband: 330 Seiten
Erschienen bei Little, Brown, 31.07.2016
ISBN 9780751565355
Genre: Jugendbuch

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fantasy, sarah j. maas, throne of glass, jugendbuch, sarah j maas

Empire of Storms

Sarah J. Maas
Fester Einband: 704 Seiten
Erschienen bei Bloomsbury USA Childrens, 08.09.2016
ISBN 9781619636071
Genre: Fantasy

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sekte, drogen, amerika, familie, manson family

The Girls

Emma Cline
Flexibler Einband: 355 Seiten
Erschienen bei Chatto & Windus, 16.06.2016
ISBN 9781784740450
Genre: Romane

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mythologie, young adult, meg cabot, hades, perspehon

Abandon

Meg Cabot
Flexibler Einband
Erschienen bei Point, 12.01.2012
ISBN B007NBW4OO
Genre: Sonstiges

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matt haig, philosophie, science fiction

The Humans

Matt Haig
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Canongate Books Ltd, 09.05.2013
ISBN 9780857868756
Genre: Sonstiges

Rezension:

Einige Worte zum Inhalt

Professor Andrew Martin findet sich eines Nachts nackt in den Straßen von Cambridge wieder, orientierungslos und verwirrt. Was niemand weiß: Der Professor ist nicht mehr er selbst, sondern ein Außerirdischer, den ein wichtiger Auftrag auf die Erde geführt hat. Doch so richtig kann sich der Vonnadorian nicht mit der Menschheit anfreunden – bis er sie näher kennenlernt.

Meine Meinung

There was no such thing as impossible. I knew that, because I also knew that everything was impossible, and so the only possibilities in life were impossibilities. – S 172

Ich denke gerne über die Möglichkeit nach, dass das Universum besiedelt ist von den unterschiedlichsten Lebensformen, und das Fermi-Paradoxon ist eine meiner liebsten wissenschaftlichen Theorien. Ihr könnt euch also vorstellen, dass ich mich vor Freude über dieses Buch kaum noch einkriegen konnte, als ich es entdeckte und schließlich, nach Monaten des Anschmachtens, endlich in den Händen hielt.

The Humans erzählt die Geschichte von Professor Andrew Martin – oder, na ja, von dem Außerirdischen, der Professor Andrew Martins Körper besetzt. Denn der Protagonist, ein Vonnadorian, dessen Heimat sich unzählige Lichtjahre von der Erde entfernt befindet, hat einen Auftrag erhalten: Er soll die bahnbrechende mathematische Entdeckung, die der Professor gemacht hat, vernichten, damit die Menschheit sich nicht weiterentwickeln kann. Es kommt jedoch völlig anders, als er denkt: Die Menschen faszinieren ihn.

This was, I would later realise, a planet of things wrapped inside things. Food inside wrappers. Bodies inside clothes. Contempt inside smiles. Everything was hidden away. – S. 12/13

Matt Haig ist ein Genie. Er lässt uns auf die Menschheit blicken, als seien wir selbst die Außerirdischen. All unsere Eigenheiten bringt er mit staunender Faszination, Intelligenz und trockener Sachlichkeit auf den Punkt und ich musste unentwegt grinsen, während ich las, was der Vonnadorian über die Menschheit denkt. Meist bemitleidet er die Menschen, schließlich haben sie kein kollektives Bewusstsein, empfinden Schmerzen und Emotionen und können nicht interstellar reisen. Und vor allem: Sie sind sterblich. Doch schon bald wird klar, welche wunderbaren Begleiterscheinungen all diese menschlichen Schwächen mit sich bringen.

So, I thought to myself als I walked away, this is what happens when you live on Earth. You crack. You hold reality in your hands until it burns and then you have to drop the plate. – S. 42/43

Die Einzigartigkeit jedes Menschen resultiert aus einer Reihe unmöglicher Zufälle und The Humans ruft uns dies wieder ins Gedächtnis. Mit unglaublicher Perfektion beschreibt Matt Haig die Welt mit den Augen eines Außerirdischen und erinnert uns daran, wie seltsam und fabelhaft wir sind. Und auch im Verlauf des Romans lernen wir Charaktere kennen, die liebenswert menschlich und authentisch sind.

Der Schreibstil, in dem die Geschichte verfasst ist, ist die reine Vollkommenheit und ich bin mehr als geflasht von der Leistung, die Matt Haig hier abgeliefert hat. Nicht nur die Intelligenz des Textes ist es, die meine Begeisterung verursacht, sondern auch die Skurrilität, die in jedem Satz mitschwingt, die Fremdheit, die der Vonnedorian spürt. Kurz: The Humans ist der Wahnsinn!

Fazit

Wenn ihr von dem Gedanken an das All und außerirdisches Leben ebenso fasziniert seid wie ich, solltet ihr nicht zögern und Matt Haigs The Humans sofort in eurem Bücherregal einziehen lassen. Der Roman ist definitiv eines meiner neuen Herzensbücher und ebenso eines meiner Jahreshighlights. Hier stimmt einfach alles!

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roman, zoo, nashorn, tierschutz, spannung

Das letzte Nashorn

Lodewijk Oord , Christiane Burkhardt
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Knaus, 21.03.2016
ISBN 9783813506877
Genre: Romane

Rezension:

Einige Worte zum Inhalt

Der Amsterdamer Zoo steht finanziell auf der Kippe. Was also tun? Edo Morell, der Zoodirektor, entwirft einen ehrgeizigen Masterplan, um seinen Zoo bekannter zu machen. Sein erstes spektakuläres Projekt: das Themengebiet Afrika an der Amstel. Um seine Vorstellungen umzusetzen, engagiert er die afrikanisch-niederländische Nashornexpertin Sariah, mit deren Hilfe er die Nashorndamen Angela und Ursula sowie den Bullen Albrecht zu den Stars des Zoos machen möchte.

Meine Meinung

Lodewijk van Oords Roman Das letzte Nashorn habe ich innerhalb weniger Stunden verschlungen. Zu gebannt war ich, um das Buch aus der Hand zu legen, zu nachdenklich, begeistert, traurig und fasziniert. Erwartet habe ich eine witzige, im Grunde jedoch wenig aussagekräftige Geschichte. Was ich bekam, war eine ehrliche, tiefgründige und erstaunlich schonungslose Auseinandersetzung mit dem Aussterben bedrohter Tierarten, die durch clevere Dialoge und eine gewisse Komik untermalt wurde.

Das Leben eines domestizierten Tieres haben wir fast völlig in der Hand, was ein ziemlich guter Ersatz für die nicht vorhandene Kontrolle ist, die wir über unser eigenes Leben haben. – S. 210

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht dreier Personen, die ich hier näher beschreiben möchte, da sie die Grundfeste des Romans darstellen, die es erlaubt, die Handlung aus mehreren Blickwinkeln zu betrachten: Zum einen wäre da Edo Morell, der leicht größenwahnsinnige Zoodirektor, der mit geschickten Marketingkampagnen versucht, seinen Zoo ins Rampenlicht zu rücken und dessen Ehrgeiz und Rationalität mich sowohl fasziniert als auch erschrocken haben. Der alternde Philosoph Frank Rida, der für Edo wie ein Vater ist, trauert noch immer seiner wissenschaftlichen Karriere nach und leitet nun an Edos Seite den Zoo. Die Frau im Bunde, Sariah Malan, zieht zu Beginn des Romans von Afrika in die Niederlande, um in Edos Zoo als Expertin für afrikanische Tierarten zu arbeiten, und ihre tiefe Liebe zu Tieren und im Speziellen zu Nashörnern gibt der Geschichte eine besondere Atmosphäre.

Während Edo den rationalen, auf Erfolg ausgerichteten Teil des Romans verkörpert, ist Sariah die emotionale, mitfühlende Tierliebhaberin, die Tiere nicht als Attraktion oder Kapital, sondern als individuelle Lebewesen betrachtet. Irgendwo dazwischen befindet sich Frank, der den Roman zwischendrin immer wieder mit wissenschaftlichen Informationen unterfüttert und dessen Gedankengänge mich am meisten gepackt haben.

Den Arten ist es egal, dass sie aussterben. Das letzte Exemplar hat nicht die geringste Ahnung, dass es seiner Art das Licht ausknipst. – S. 212

Manchmal ist es nicht leicht, zu unterscheiden, welche Kapitel aus welcher Sicht geschrieben sind, was es für mich jedoch umso spannender macht: Wem folge ich in diesem Kapitel? Kann ich anhand des Geschriebenen erkennen, welcher Charakter gerade zu Wort kommt? Ich kann mir vorstellen, dass so mancher Leser diese Struktur als zu verwirrend empfindet, ich persönlich bin allerdings positiv überrascht davon, wie interessant die Perspektivenwechsel gestaltet wurden – wozu eben auch gehört, dass manchmal erst einmal eine Unsicherheit darüber besteht, aus welcher Sicht geschrieben wird.

Die Geschichte kommt ins Rollen, als Edo den Schwarzen Nashornbullen Albrecht kauft (kurzer Einwurf: das Schwarze Nashorn, auch Spitzmaulnashorn genannt, gilt seit 2013 als in der freien Wildnis ausgestorben), der die Attraktion des Themengebiets Afrika sein soll. Er ist einer der Letzten seiner Art und dementsprechend wertvoll. Was nun zum perfekten Glück fehlt? Richtig: eine Nashorndame, mit der Albrecht sich paaren kann, um die Welt mit kleinen Babynashörnern zu besiedeln und die Rasse zu erhalten. Doch Edo muss bald erkennen, dass das Ganze nicht so reibungslos abläuft, wie er sich das vorgestellt hat.

Das Afrikanische Nashorn gehört nach Afrika […]. Auch Tiere haben einen Ort, an den sie gehören. Für unsere Nashörner ist das Afrika. Wenn sie Afrika verlassen, hören sie auf, Nashörner zu sein. Was sie dann noch sind, weiß ich nicht. – S. 135

Lodewijk van Oord verbindet meisterhaft moralische Vorstellungen und Kommerz, Menschsein und Tiersein, und hat mich mit seinem Roman zum Nachdenken gebracht und ja, auch irgendwie traurig gemacht. Die Geschichte ist eine Kritik an unserem Umgang mit unseren tierischen Zeitgenossen und betrachtet auch die Seite derer, die Moral zugunsten von Geldgier und Erfolg verwerfen. Dabei tadelt oder urteilt van Oord jedoch nicht, was ich besonders beeindruckend fand. Er fordert den Leser damit zugleich auf, darüber nachzudenken, die einzelnen Standpunkte zu evaluieren und sich eine Meinung zu bilden. Denn nachvollziehbar sind die Gedanken und Handlungen aller drei Charaktere.

Das i-Tüpfelchen bildet das wohlige Setting inmitten eines Zoos, umgeben von Tieren und ihren Ausdünstungen, von Eiscremepatschehändchen und Staunen. Ich gehe sehr gerne in den Zoo (was sich auch nach diesem Roman nicht ändern wird), denn zwischen Tieren fühle ich mich wohl – und genau so habe ich mich auch während des Lesens gefühlt. Die Tiere und ihr Verhalten wurden so eingehend und authentisch beschrieben, dass ich mich direkt in einen Zoo versetzt gefühlt habe.

So entsteht Aberglaube […]. Eine zufällige Beobachtung, eine gehörige Portion Fantasie, abgelöscht mit einem Schuss Unwissenheit. – S. 191

Der Schreibstil des Autors unterstreicht den Charme der Geschichte. Manchmal absurd, manchmal etwas überspitzt, aber immer zur Situation passend. Er lässt sich angenehm und flüssig lesen, was der Grund dafür ist, dass ich den Roman innerhalb so kurzer Zeit durchgelesen habe.

Fazit

Mit diesem erschreckenden und zugleich etwas überspitzten, witzigen Roman hat der Autor es geschafft, ein schwieriges Thema neu aufzuarbeiten, aufmerksam zu machen und zum Nachdenken zu bringen. Eines meiner bisherigen Jahreshighlights!

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311 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 71 Rezensionen

fantasy, bettina belitz, jugendbuch, liebe, krieger

Die Diamantkrieger-Saga - Damirs Schwur

Bettina Belitz
Fester Einband: 450 Seiten
Erschienen bei cbt, 22.02.2016
ISBN 9783570164174
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Einige Worte zum Inhalt

Sara hat eine besondere Gabe: Sie kann Diamanten hören. Ihre schwierigen Familienverhältnisse treiben sie in die Arme der Unterwelt und sie beginnt, sich als Diamantendiebin zu verdingen, um für die Pflege ihrer Großmutter aufkommen zu können. Das Blatt wendet sich, als sie dem geheimnisvollen Damir, der sie wie ein Magnet anzieht, in den Katakomben begegnet. Plötzlich verändert sich ihr Körper und ungeahnte Fähigkeiten erwachen in ihr. Doch die Verwandlung geht nicht ohne Probleme einher …

Meine Meinung

Der Klappentext klingt vielversprechend: Erwache. Erkenne dich. Nutze deine Fähigkeiten. Kämpfe! In meinen Augen hat dieser kurze Teaser jedoch wenig mit dem Inhalt des Buches zu tun. Dabei ist der Beginn vielversprechend: Sara ist keine Nullachtfünfzehn-Protagonistin, wie man sie aus vielen Jugendbüchern kennt. Sie hat etwas Düsteres an sich, bedingt durch ihre Vergangenheit, und ist zugleich ein hilfsbereiter, zielstrebiger und schlagfertiger Mensch, der sich weniger für die Schule als für den Klang von Diamanten interessiert. Ich fand es aufregend, sie durch ihren ungewöhnlichen Alltag zu begleiten, denn Sara ist eine meisterhafte Diebin mit außergewöhnlichen körperlichen Fähigkeiten, die in engem Kontakt mit der Unterwelt steht.

Etwas Kaltes, Rundes berührte meinen Hals – eine Schusswaffe, und sie war ohne Zweifel geladen. Trotzdem war ich nicht bereit, Angst zu zeigen. – S. 104

Doch schon bald kristallisierte sich heraus, dass das Buch nicht das ist, was ich erwartet hatte. Als Sara dem mysteriösen Damir begegnet, hoffte ich noch, dass es nun so richtig losgeht – leider Fehlanzeige. Denn alles, was (gefühlt) in diesem ersten Band der Diamantkrieger-Saga passiert, ist Saras körperliche Verwandlung, die unangefochten im Mittelpunkt der Geschichte steht. Und es geht dramatisch zu! Die negativen Beschreibungen der Wandlung sind so dominant, dass kaum noch Raum für etwas anderes bleibt. Das Ganze wäre nicht so langatmig gewesen, wenn Sara sich wenigstens für das, was mit ihr vorgeht, geöffnet hätte. Doch sie leugnet und leugnet und leugnet, selbst offensichtlich übersinnliche Geschehnisse. Klar: Als rationaler Mensch wäre auch ich erst einmal skeptisch. An Saras Stelle jedoch hätte ich spätestens nach einigen bezeichnenden Vorkommnissen begonnen, an meinem Verstand zu zweifeln oder mich für eine andere Seinsebene zu öffnen.

Heute stimmte nichts. Es war ein Tag voller Fehler. Meine Wahrnehmung passte nicht zu der Wahrnehmung der anderen Menschen. – S. 121

Wer erwartet, dass im Laufe der Geschichte Geheimnisse gelüftet werden, sollte sich auf eine mehr oder minder Enttäuschung vorbereiten. Sehr geärgert hat mich, dass nicht erklärt wird, was die Diamantkrieger sind, wozu sie existieren und wie sich das alles sinnvoll in die narrative Welt eingliedert. Nicht einmal das Wort Hydra, das in dem Klappentext auf dem Schutzumschlag als Synonym für die Unterwelt genannt wird, kommt in dem Roman vor (wenn ich es nicht aus irgendeinem Grund überlesen haben solle). Hier tun sich Lücken auf, die dem Lesespaß meiner Meinung nach den Garaus machen, denn wenn man beständig im Ungewissen herumdümpelt, wird das Lesen zu einem anstrengenden und wenig befriedigenden Erlebnis. So hatte auch ich zwischendurch mit dem Buch zu kämpfen und wartete nur darauf, dass etwas geschieht.

Mit Sara wurde ich leider nicht richtig warm. Zu sehr war ich irgendwann von ihr genervt, denn sie verlor für mich Stück für Stück an Glaubwürdigkeit und war zwischenzeitlich nicht mehr als ein stures, naives Mädchen. Damir hingegen empfand ich als spannenden Charakter, über den ich wirklich gerne mehr erfahren hätte. Er wirkt weise, bedacht und geheimnisvoll – eine Mischung, die mir immer wieder gefällt. Nach sympathischen Charakteren sucht man jedoch vergebens (außer man lässt die Pflegerin von Saras Großmutter gelten), was wahrscheinlich die Absicht der Autorin war, sich allerdings als eher schlechte Idee herausstellte. Ein Plot braucht Sympathieträger, das hat mich die Geschichte stark spüren lassen. Zugleich sind die unsympathischen Charaktere gut ausgearbeitet und fügen sich passend in die Welt ein, in der wir in in der Diamantkrieger-Saga befinden.

Es fehlt in meinen Augen an Spannung und Charakterentwicklung. Gebannt war ich erst wieder gegen Ende, als die Katakomben noch einmal in den Mittelpunkt rücken – diese Szene fand ich packend und fantasievoll und ich hätte mir gewünscht, dass auch der Rest des Buches spannender gewesen wäre. Denn Kratos, Saras Unterweltchef, ist ein ebenso grausamer wie exzentrischer Charakter, der durchaus noch mehr die Handlung hätte durchdringen können. Was mich allerdings positiv überrascht hat, war die Düsterkeit und Rohheit der Geschichte, die man so selten in einem Jugendbuch findet. Und was ich ebenfalls erwähnen möchte: Es gibt keine Lovestory (jedenfalls keine konventionelle oder eine, die den Plot dominiert)! Für mich ganz eindeutig ein Pluspunkt.

Das Buch ließ sich flüssig und angenehm lesen; Bettina Belitz‘ Schreibstil ist ausgefeilt und passt eigentümlich perfekt zu der Welt, die sie geschaffen hat, was die langatmige Handlung etwas ausgleichen konnte. Da der erste Teil der Saga mich unbefriedigt zurückgelassen hat, werde ich auch die Fortsetzung lesen – denn wenn ich nicht erfahre, was es mit dem Ganzen auf sich hat, hat sich das Lesen des Buches wirklich nicht gelohnt. Und noch habe ich die Hoffnung nicht aufgegeben, dass der zweite Band rasanter wird und Geheimnisse, die schon im ersten Buch hätten aufgeklärt werden müssen, endlich thematisiert werden.

Fazit

Diamantkrieger-Saga – Damirs Schwur ist ein mittelprächtiges Jugendbuch, das mich nicht konstant fesseln konnte. Ich habe das Gefühl, dass im Grunde nichts passiert ist – und hoffe, dass sich dies mit der Fortsetzung ändert, denn die Idee hat Potential, das leider im Reihenauftakt nicht ausgeschöpft wurde.

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1.230 Bibliotheken, 22 Leser, 2 Gruppen, 234 Rezensionen

liebe, italien, tod, anne freytag, sommer

Mein bester letzter Sommer

Anne Freytag
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.03.2016
ISBN 9783453270121
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Einige Worte zum Inhalt

Tessa wird sterben. Sie wird niemals achtzehn Jahre alt werden, niemals ihren Führerschein machen. Und wenn sie nicht immer auf den perfekten Moment gewartet hätte, hätte sie in ihrem Leben vielleicht sogar etwas Echtes, Wahrhaftiges erlebt. Verzweiflung und Wut beherrschen Tessas Alltag, bis sie Oskar trifft, einen Jungen, der sie auf einen Roadtrip durch Italien entführt und ihr ihren besten letzten Sommer schenkt …

Meine Meinung

Eigentlich bin ich nicht der Typ für Herzschmerzgeschichten. Wenn es um den Tod und das Sterben geht, schlägt man mich damit in der Regel recht schnell in die Flucht, denn ich lese nur selten Bücher mit einer solch schweren Thematik, da sie mich meist deprimiert zurücklassen und mir düstere Gedanken bescheren.

Warum es bei Anne Freytags Roman Mein bester letzter Sommer anders war? Na ja – erstens wollte ich unbedingt etwas von der Autorin lesen, zweitens könnte das Cover in meinen Augen einen Schönheitswettbewerb gewinnen und drittens hat der Klappentext mich tatsächlich so neugierig gemacht, dass ich gar nicht anders konnte, als das Buch zu lesen. Ich bin nämlich ein riesiger Fan von Roadtrips, daher war ich augenblicklich angefixt. Und ich wurde nicht enttäuscht. Auch wenn die Idee des letzten Roadtrips nicht neu ist, verpackt die Autorin sie doch auf ihre ganz eigene Art und Weise.

Vom ersten Moment an hat die Geschichte mich aufgesaugt wie ein trockener Schwamm das Wasser. Da der Roman aus der Ich-Perspektive verfasst ist, erleben wir Tessas Gedanken hautnah mit – und es ist nicht die Art von Gedanken, mit denen ein siebzehnjähriges Mädchen sich beschäftigen sollte. Doch Tessa ist kein normales siebzehnjähriges Mädchen, denn sie wird sterben und es gibt keine medizinische Möglichkeit, ihr Leben zu verlängern.

Ich dachte, sterben ist einfach. Ich dachte, es geht schnell. Wie geboren werden, nur rückwärts. Aber die Wahrheit ist, ich hatte keine Ahnung. – S. 11

Anne Freytag setzt sich in ihrem Roman authentisch, ehrlich und einfühlsam mit dem Sterben und dem Tod auseinander. Ihr gelingt das Meisterstück, die passenden Worte für eine solche Situation zu finden und nicht zuletzt Tessas Galgenhumor verleiht dem tragischen Thema eine liebenswerte Komik. Manchmal wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll – und habe einfach beides gleichzeitig getan. Wo wir schon einmal beim Thema sind: Mein bester letzter Sommer hat mich wie kein anderes Buch (na gut, ausgenommen Harry Potter) zum Schluchzen gebracht und ich musste die Lektüre erst einmal verdauen, da sie so unglaublich intensiv und emotional aufgeladen ist. Ein wenig hat mich die Geschichte an den Film Knocking on Heaven’s Door erinnert, in dem es ebenfalls um einen letzten Roadtrip vor dem Tod geht.

Die Handlung ist erstaunlich rasant und vermittelt zugleich das träge, wohlige Lebensgefühl des Südens. Kombiniert mit Tessas und Oskars Playlist, die hinten im Buch zu finden ist, ergeben sich derart atmosphärische Momente, dass ich das Gefühl hatte, selbst auf einer Brücke in Rom zu stehen oder nachts im Meer zu baden. Daher mein Tipp, den im Übrigen auch Anne Freytag auf ihrer Lesung auf der Leipziger Buchmesse gegeben hat: Hört euch beim Lesen unbedingt die Lieder an! Sie sind perfekt auf die Momente abgestimmt und geben eurem Kopfkino noch mehr Tiefe.

Auch vor kritischen, beängstigenden Situationen macht die Autorin nicht Halt. Statt auf einer rosaroten Wolke dahinzureiten, zeigt sie die grausamen Seiten von Tessas Erkrankung und die Unzulänglichkeiten des menschlichen Körpers. Auf dem Roadtrip vermischen sich Schweiß, Schmerz, Glück und Liebe zu einem bittersüßen literarischen Cocktail.

Ja, kann sein, dass das Leben macht, was es will, aber vielleicht weiß es, was es tut. Vielleicht sollte ich endlich einsehen, dass ich nichts in der Hand habe außer dem Moment. – S. 151

Jeden einzelnen Charakter habe ich ins Herz geschlossen, allen voran natürlich Tessa und Oskar. Am liebsten hätte ich mich zwischen die Seiten des Buches gequetscht, um die beiden umarmen zu können. Sie sind einfach zum Verlieben und schöner hätte die Autorin die Charaktere und ihre einzigartige, romantische Liebesgeschichte gar nicht beschreiben können, auch wenn es an einer gehörigen Portion Kitsch, die ich im Übrigen sehr gelungen und zuckersüß finde, nicht mangelt. Wut, Trauer, Liebe – all diese Emotionen finden in Mein bester letzter Sommer ihren Platz.

Zum Schreibstil muss ich eigentlich gar nicht viel sagen, denn er ist wundervoll und zauberhaft und ehrlich. Jede Kleinigkeit hat Anne Freytag in den schönsten Worten verpackt und man merkt jeder Zeile an, wie viele Überlegungen in sie geflossen sind.

Dieses herzzerreißende Buch möchte ich immer wieder lesen!

Mein Fazit

Mein bester letzter Sommer von Anne Freytag ist eines der besten Jugendbücher, die ich je gelesen habe. Mit Gefühl und einer großen Portion Humor gelingt es Anna Freytag, ein so schwieriges Thema in passende Worte zu kleiden.

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Tags: anne freytag, jugendbuch, roadtrip, sick lit   (4)
 

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210 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 77 Rezensionen

digby, jugendbuch, liebe, krimi, entführung

Digby #01

Stephanie Tromly , Sylke Hachmeister , Carolin Liepins , Christiane Schultz
Fester Einband
Erschienen bei Oetinger, 22.02.2016
ISBN 9783789148095
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Einige Worte zum Inhalt

Von dem Moment an, da Zoe Digbys Bekanntschaft macht, weiß sie, dass dieser seltsame Junge in dem viel zu großen Anzug Ärger bedeutet. Ehe sie sichs versieht, steckt sie dank Digby bis zum Hals in Schwierigkeiten und stürzt von einer gefährlichen Situation in die nächste. Denn Digby hat ein klares Ziel vor Augen: Er möchte den Fall seiner kleinen Schwester, die als Vierjährige entführt wurde, aufklären. Warum genau Zoe sich auf dieses waghalsige Abenteuer einlässt, weiß sie auch nicht so genau. Wenn es wenigstens einen Plan B gäbe …

Meine Meinung

W-O-W! Ja, in Großbuchstaben und mit Bindestrichen. Digby, das Debüt der talentierten Autorin Stephanie Tromly, hat mich völlig aus den Socken gehauen. Als ich das Buch zur Hand nahm, erwartete ich eine unterhaltsame Geschichte über zwei Jugendliche, die sich immer wieder in unmögliche Situationen manövrieren. Diese bekam ich auch; was ich allerdings nicht erwartet hatte, war die unglaubliche Intensität des Buchs, der Humor, die Intelligenz. Und dass ich der Geschichte und den Charakteren vollkommen verfallen würde.

Wenn man es auf das Wesentliche herunterbrechen möchte, ist Digby eine Art Detektivroman. Philip, der von allen lediglich mit seinem Nachnamen angesprochen wird, musste als Kind erleben, wie seine Schwester aus ihrem eigenen Haus entführt wurde, während er in demselben Zimmer schlief. Plötzlich ist sie fort, einfach so, und der Fall bleibt ungeklärt – bis Digby sich dazu entschließt, der Sache selbst auf den Grund zu gehen. Denn er kann nicht akzeptieren, dass die Polizei keinen Rat weiß und dass er selbst als mutmaßlicher Entführer seiner Schwester öffentlich an den Pranger gestellt wurde.

Übrigens, Princeton, ich würde dich beschreiben als klassisches naives amerikanisches Mädchen von nebenan mit einer Nett-dich-kennenzulernen-Ausstrahlung, das sich hinter einer enttäuschten Trennungskind-Depri-Persönlichkeit versteckt. – S. 109

Und so beginnt die skurrile Bekanntschaft der beiden Protagonisten: Auf der Suche nach einer Spur begegnen sich die beiden und auch wenn Zoe dem Unbekannten gegenüber voreingenommen ist und ihn wegen seiner direkten, unverschämten Art eigentlich nicht einmal leiden kann, schlittert sie unaufhaltsam in sein Leben. Plötzlich ist sie in die Machenschaften des gerissenen jungen Mannes verstrickt und obwohl sie sich fragt, weshalb sie bei der ganzen Sache überhaupt mitmacht, kann sie sich doch nicht aus dem Fall heraushalten.

Stephanie Tromly zeichnet dreidimensionale, liebenswerte Charaktere, die die fantastische Atmosphäre des Romans ausmachen. Zwar begegnen wir auch hier Klischees – beispielweise der fiesen, gutaussehenden Cheerleaderin -, doch diese löst die Autorin geschickt wieder auf, indem sie den Charakteren echte Persönlichkeiten und Vergangenheiten verleiht. Vor allem Digby ist ein Charakter, wie ich ihm in einem Jugendbuch noch nie zuvor begegnet bin. Er ist gewitzt, unglaublich intelligent und verfügt über eine Beobachtungsgabe, die wohl jeden vor Neid erblassen ließe. Er erinnert mich an Sherlock Holmes, denn ebenso wie der weltbekannte Detektiv ist auch Digby ein Genie auf seinem Gebiet. Immer wieder war ich verblüfft über seine Kombinationsgabe, sein Improvisationstalent und die unfassbare Gelassenheit, die er zur Schau trägt.

Doch nicht nur Digby hat es mir angetan, auch die anderen Charaktere wie die etwas unsichere Zoe (in der mehr steckt, als sie selbst denkt), die Sportskanone Henry und das kleine Genie Felix sind mir ans Herz gewachsen. Sie alle sind ein wichtiger Teil des Gespanns, das im Laufe des Romans entsteht. Ein perfektes Zusammenspiel toller Charaktere! Ein Glück, dass ich ihnen in der Fortsetzung des Buches wiederbegegnen werde, denn es würde mir schwerfallen, mich nun wieder von ihnen zu trennen.

Die Vorbereitungen für einen typischen Tag mit Digby ähnelten stark den Vorbereitungen auf den Weltuntergang. – S. 131

Der Roman zeichnet sich durch Humor, subtile und zum Schreien komische Slapstick-Momente, Highschool-Charme und einen intelligenten, wohlstrukturierten Plot aus. Wir begleiten die Charaktere auf ihrer Mission, nicht nur einen, sondern gleich mehrere zusammenhängende Fälle aufzuklären, stolpern mit ihnen durch Höhen und Tiefe und feiern Digbys geniale Pläne. Dieses Buch ist absolut filmreif!

Stephanie Tromlys Schreibstil ist angenehm zu lesen, rast unter den Augen dahin und verleiht der Geschichte eine einzigartige Stimmung. Vor allem die Dialoge sind mal ernste, mal urkomische und stets kluge Meisterwerke. Sie sind der wichtigste Pfeiler des Romans, was mich überrascht und zugleich sehr glücklich gemacht hat, denn viel zu selten liest man in Jugendbüchern Gespräche, die so mitreißend und authentisch sind.

Fazit

Wenn ihr Fans von Jugendbüchern, Detektivgeschichten und filmreifen Slapstick-Szenen seid, seid ihr bei Digby genau an der richtigen Adresse! Das Buch ist so viel mehr, als ich erwartet hatte, und ich kann die Fortsetzung kaum erwarten. Chapeau, liebe Frau Tromly, und danke für dieses Lesevergnügen!

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Tags: digby, jugendbuch, krimi   (3)
 

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obsidian, liebe, fantasy, lux, aliens

Obsidian - Schattendunkel

Jennifer L. Armentrout , Anja Malich
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.04.2016
ISBN 9783551315199
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Einige Worte zum Inhalt

Katy zieht mit ihrer Mutter vom sonnigen Florida in ein Dorf in West Virginia. Als ihre Mutter sie überredet, bei den Nachbarn zu klingeln, um neue Freundschaften zu schließen, begegnet sie dem umwerfend gutaussehenden, unfreundlichen Daemon, der sie vom ersten Augenblick an fasziniert. Und der ein Geheimnis in sich trägt, das Katys Weltbild auf den Kopf stellt.

Meine Meinung

Über zehn Stunden ist es lang, das Hörbuch zu Obsidian. Und immer wieder hätte ich mein Handy am liebsten frustriert in die Ecke gepfeffert. Ich habe mich wohl etwas von den allzu positiven Stimmen beeinflussen lassen. Dass es eine Liebesgeschichte geben würde, wusste ich von vornherein, auch dass viele YA-Klischees erfüllt werden, doch damit habe ich in meiner Naivität nicht gerechnet. Tut mir ja leid, aber wie ist dieses Buch zum Bestseller geworden? Ach, was wundere ich mich überhaupt – schließlich hat auch Twilight mehr als genügend Fans gefunden.

Fand ich es anfangs noch höchst spannend, in die Welt der Buchbloggerin Katy einzutauchen, so endete diese Begeisterung bereits nach wenigen Kapiteln. Denn sobald der gute Daemon (erkennt ihr die Parallele zu Dämon? Geschickt, was?) die Bildlfäche betritt, dreht sich Katys Leben einzig und allein um ihn. Und um seine smaragdgrünen Augen. Oh, und habe ich schon seinen perfekten Körper mit dem stahlharten Sixpack erwähnt und dass er ein unerträgliches, stereotypes Arschloch ist? Dass Katy sich trotzdem zu ihm hingezogen fühlt, muss ich wahrscheinlich gar nicht erst ausführen. Er demütigt und verletzt sie und trotzdem klebt sie schließlich wieder wie eine Fliege im Spinnennetz an ihm fest und behauptet trotz ihrer niemals endenden Schwärmerei, dass sie ihn hasst. Daemons Schwester Dee erschien mir die ganze Zeit über wie eine obligatorische Beigabe, die die Autorin nur hinzugedichtet hat, um einen Grund zu haben, weshalb Katy und Daemon in Kontakt bleiben. Denn warmgeworden bin ich mit der Freundschaft der beiden Mädchen nicht.

Natürlich kann ich es mir nicht sparen, einige Worte zu Katy loszuwerden. Sie ist das altbekannte unsichere Mädchen, das sich wie ein Pingpongball erst in die eine, dann in die andere Richtung schlagen lässt und dabei unerlässlich lamentiert. Ihr größtes Charaktermerkmal ist ihre Charakterschwäche. Mit ihrer Naivität, ihrem kindischen Trotz und ihrem Gekusche, ihrer nicht vorhandenen Durchsetzungsfähigkeit und ihrem sich immerzu wiederholenden Er-ist-so-ein-Arschloch-aber-so-heiß-und-ich-hasse-ihn-so-sehr-Gejammer hat sie mich zur Weißglut getrieben. Ja, Katy, wir haben es verstanden Seine Augen sind smaragdgrün, er sieht aus wie ein junger Gott und er behandelt dich wie den letzten Dreck. Und jetzt hör auf, so verdammt devot zu sein!

Makelloses Gesicht. Toller Körper. Ätzendes Verhalten – die heilige Dreieinigkeit scharfer Typen.

Der Plot ist überaus schwach. Neben kaum zu übersehenden und sich häufenden Plotholes dreht sich die Handlung fast auschließlich um das ermüdende Hin und Her zwischen Katy und Daemon. Dass das Ganze stark an Twilight erinnert, kann nicht von der Hand gewiesen werden. Die Enthüllung von Daemons Geheimnis (immerhin nach mehr als der Hälfte der Hörzeit) kam nicht überraschend, war aber dennoch das Interessanteste an der ganzen Geschichte. Der einzige Part, der mich fesseln konnte, auch wenn es nicht leicht war, über die bereits genannten Plotholes  hinwegzusehen. Es ist, als würde man über eine Straße fahren, die wie ein Schweizer Käse von Schlaglöchern gespickt ist.

Der Schreibstil der Autorin ist okay, jedoch nichts Besonderes und voll von unnötigen Wiederholungen. Smaragdgrüne Augen und so. Die können sich übrigens je nach Stimmung des Charakters auch verdunkeln und sind durch Daemons dichte Wimpern oft gar nicht zu sehen. Wirklich faszinierend. Sorry, aber … nein, einfach nur nein.

Ich war sehr enttäuscht von dem Buch und die Fortsetzungen werde ich mir definitiv sparen, denn so viel Geschnulze und diese monströse Anhäufung von Klischees und Logikfehlern ertrage ich nicht vier weitere Bände lang. Oh, und damit ich es nicht vergesse: Daemon hat smaragdgrüne Augen. Nur damit das nochmal klar ist.

Was ich allerdings ausdrücklich loben muss, ist die Sprecherin des Hörbuchs. Merete Brettschneider hat eine süße, angenehme Stimme, die sehr gut zu Katy passt. Ich habe die Audible-App für mich entdeckt und konnte so problemlos die Geschwindigkeit, die mir zu gering war, anpassen, sodass sie für mich genau perfekt war. Es war meine erste Erfahrung mit Audible und ich muss sagen: Ich werde nun im Alltag wesentlich öfter zu Hörbüchern greifen. Besonders toll fand ich auch die Möglichkeit, in der App einen Einschlaftimer zu stellen. Nun muss ich mir nur noch überlegen, welches Hörbuch es als nächstes sein soll. Irgendwelche Empfehlungen?

Fazit

Stereotype Charaktere. Löchriger Plot. Überall Klischees – die heilige Dreieinigkeit schlechter Bücher. Daemon hat übrigens smaragdgrüne Augen. Wer smaragdgrüne Augen mag, sollte dieses Buch unbedingt lesen.

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Tags: jugendbuch, klischee, obsidian   (3)
 

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märchen, fantasy, cornelia funke, spiegel, brüder

Reckless - Steinernes Fleisch

Cornelia Funke , Lionel Wigram ,
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Dressler, 14.09.2010
ISBN 9783791504858
Genre: Jugendbuch

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sophie kinsella, familie, schau mir in die augen audrey, sonnenbrille, audrey

Schau mir in die Augen, Audrey

Sophie Kinsella ,
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei cbj, 20.07.2015
ISBN 9783570171486
Genre: Jugendbuch

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dystopie, mördergen, infernale, sophie jordan, jugendbuch

Infernale

Sophie Jordan , Ulrike Brauns
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Loewe, 15.02.2016
ISBN 9783785581674
Genre: Jugendbuch

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fantasy, wüste, usa, podcast, night vale

Willkommen in Night Vale

Joseph Fink , Jeffrey Cranor , Wieland Freund , Andrea Wandel
Fester Einband: 378 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 30.10.2017
ISBN 9783608961379
Genre: Fantasy

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fantasy, magie, rainbow rowell, vampire, jugendbuch

Carry On

Rainbow Rowell
E-Buch Text: 528 Seiten
Erschienen bei Macmillan, 08.10.2015
ISBN 9781447266976
Genre: Jugendbuch

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kernstaub, marie graßhoff, kernstaub universum, drachenmond verlag, science fiction

Weltasche - Über das Gift an Quallenmembranen

Marie Graßhoff
Flexibler Einband: 756 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 15.10.2016
ISBN 9783959917025
Genre: Science-Fiction

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Im Himmel gibt es Coca-Cola

Christina Nichol , Rainer Schmidt
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei mareverlag, 09.02.2016
ISBN 9783866482340
Genre: Romane

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