Leserpreis 2018

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LTI

Victor Klemperer
Flexibler Einband: 385 Seiten
Erschienen bei Reclam, Philipp, 01.11.2007
ISBN 9783150201497
Genre: Sachbücher

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26 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

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Am Seil

Erich Hackl
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 25.07.2018
ISBN 9783257070323
Genre: Romane

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61 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

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Der kleine Laden in Bloomsbury

Annie Darling , Andrea Brandl
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Penguin, 14.05.2018
ISBN 9783328103196
Genre: Liebesromane

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83 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

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Sommer in Bloomsbury

Annie Darling , Andrea Brandl
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Penguin, 14.05.2018
ISBN 9783328101116
Genre: Liebesromane

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128 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 12 Rezensionen

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Die Wahrheit über das Lügen

Benedict Wells
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 29.08.2018
ISBN 9783257070309
Genre: Romane

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Die Clique

Mary McCarthy , Ursula von Zedlitz , Candace Bushnell
Flexibler Einband: 736 Seiten
Erschienen bei btb, 08.10.2018
ISBN 9783442717477
Genre: Romane

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Luther

Heimo Schwilk
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Blessing, 13.03.2017
ISBN 9783896675224
Genre: Biografien

Rezension:

Ein wirklich lesenswertes Buch für alle, die den Menschen Martin Luther sowie seine Zeit besser kennenlernen wollen. Schwilk hat ein sehr detailliertes und aspektereiches Werk geliefert. Es ist definitiv kein Buch, das sich schnell wegliest. Das ist dem Umstand geschuldet, dass Schwilk oft weit ausholen muss, um Ereignisse zu schildern. Ich fand das sehr gut, denn ich wollte beim Lesen des Buches nicht nur Martin Luther, sondern auch seine Zeit besser kennenlernen.

Nicht abschrecken lassen sollte man sich übrigens von einigen theologischen Ausführungen und Schilderungen von religiösen Debatten. Da mein Vorwissen in diesen Bereichen gering ist, ging das Lesen an diesen Stellen etwas holprig vonstatten. Aber so konnte ich auch auf dem Gebiet der Theologie etwas dazulernen. Und es war hilfreich diese Informationen zu bekommen, um das Wesen und Handeln Luthers besser in seiner Zeit verorten zu können.

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An der Prorer Wiek und anderswo

Hartmut Lange
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 28.02.2018
ISBN 9783257070132
Genre: Romane

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202 Bibliotheken, 3 Leser, 3 Gruppen, 92 Rezensionen

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Olga

Bernhard Schlink
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 12.01.2018
ISBN 9783257070156
Genre: Romane

Rezension:

Im ersten Teil des Buches war ich etwas erschlagen von der Geschwindigkeit, mit der sich die Handlung entwickelt. Auf nur wenigen Seiten werden ganze Jahre erzählt. Dabei hat für mich teilweise der Tiefgang gefehlt. So wurden selbst die Figuren von Olga und Herbert nur skizzenhaft beleuchtet, der Fokus liegt klar auf dem Fortgang der Handlung. Da mich dieser interessiert hat, habe ich das Buch dann doch fast am Stück durchgelesen. Schlinks gewohnt prägnante und dennoch emotionale Sprache tat ihr Übriges dazu. Dann freute ich mich über den zweiten und dritten Teil des Buches, die neue Facetten an der Figur der Olga zulassen. So blicken wir im zweiten Teil mit den Augen Ferdinands zurück auf das Leben der Olga Rinke, gekennzeichnet von Brüchen und Neuanfängen – und damit eine „typische“ Biografie des 20. Jahrhunderts? Die Fluchterfahrung teilt sie zumindest mit vielen. Ich habe im Laufe des Lesens Respekt vor der Figur der Olga entwickelt, die der Zeit und ihren Wirren immer etwas entgegenzusetzen hatte. Schlink schreibt in die Figur der Olga zudem ein moralisches Plädoyer ein, sich nicht gedankenlos den Ideen der Zeit hinzugeben, sondern mit wachem Blick gesellschaftliche Veränderungen zu beobachten und im besten Fall darauf zu reagieren.

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6 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 2 Rezensionen

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Marx. Der Unvollendete

Jürgen Neffe
Flexibler Einband: 656 Seiten
Erschienen bei Pantheon, 24.09.2018
ISBN 9783570553787
Genre: Biografien

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21 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Ein Bild von Lydia

Lukas Hartmann
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 28.02.2018
ISBN 9783257070125
Genre: Romane

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143 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

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Spinner

Benedict Wells
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 24.08.2016
ISBN 9783257243840
Genre: Romane

Rezension:

Der Rezension voranstellen möchte ich ein großes Dankeschön an Sarah vom Blog Studierenichtdeinleben, die mir im letzten Herbst des Öfteren von Benedict Wells vorgeschwärmt hat, den ich bis dahin kaum kannte. Dann habe ich mich im Dezember mit den ersten drei seiner bisher vier veröffentlichten Romane eingedeckt und prompt alle hintereinander gelesen. Hier stelle ich nun sein erstes Werk „Spinner“ vor. Veröffentlicht wurde es erst nach seinem Roman „Becks letzter Sommer“, geschrieben hat er es aber schon davor, mit 19 Jahren.

Wenn man nach Informationen zu Benedict Wells sucht, erfährt man meist zuerst, dass er seine gesamte Schulzeit in Internaten vebracht hat. Bei weiteren Nachforschungen liest man dann, dass er seinen urspünglichen Nachnamen „von Schirach“ in „Wells“ änderte, um sich von seiner Familiengeschichte zu distanzieren. Wenn es beim Namen „von Schirach“ klingelt, dann kann ich bestätigen: Wells ist der Cousin des Schriftstellers Ferdinand von Schirach, seine Schwester Ariadne von Schirach arbeitet ebenfalls als Autorin. Der Name Wells ist eine Hommage an Homer Wells aus dem Roman Gottes Werk und Teufels Beitrag von John Irving. Ansonsten hält sich Wells zu seinem Leben eher bedeckt, ich lese noch, dass er nach einer Zeit in Barcelona nun wieder in Berlin lebt. Viel mehr nicht. Er möchte keinen Hype um seine Person, seine Bücher sollen für sich und nicht durch ihn vermittelt sprechen.

Geprägt von eigenen Erlebnissen

„Spinner“ ist das am meisten autobiografische Werk von Wells, die Hauptperson Jesper Lier hat einige Parallen mit ihm selbst: Wie Jesper zog Wells nach dem Abitur aus Süddeutschland nach Berlin. Anstatt zu studieren, schlug er sich mit Nebenjobs durch, wohnte sehr spartanisch und verbrachte die Nächte schreibend. Vier Jahre lang ging das so, als sein zweiter Roman „Becks letzter Sommer“ fertig war, wollte ihn zunächst keiner verlegen. Er fühlte sich damals manchmal als Versager, aber dennoch stand eines für ihn fest: Er würde weiterschreiben. Dann der Glücksfall: ein Anruf von dem 2011 verstorbenen Diogenes-Gründer und Verleger Daniel Keel, der seinen Roman verlegen wollte. Der Grundstein für seinen Erfolg war damit gelegt und sollte sich fortsetzen.

Nun zurück zu Jesper Lier, dem „Spinner“. Der Leser begleitet ihn im Buch durch eine Woche in Berlin. Man merkt dabei, wie wenig er dem Sog der Großstadt entgegensetzen kann. Jesper schreibt an seinem Erstlingsroman. Er schreibt vor allem nachts, inzwischen auch nur noch betrunken und sein Werk ist schon auf über 1000 Seiten angewachsen. Er schläft kaum noch, isst nicht mehr, verwahrlost zunehmend. Und dann kommt noch eine Schreckensmeldung: sein Mentor und Freund, ein ehemaliger Germanistik-Professor, ist verstorben. Das wirft ihn noch weiter aus der Bahn und reißt auch alte Wunden verbunden mit dem zwei Jahre zurückliegenden Tod seines Vaters wieder auf. Jesper zieht sich zunehmends zurück und leidet unter dieser Einsamkeit, die er mittlerweile auch in Gesellschaft spürt. Er merkt selbst, wie unglücklich er ist, alle Versuche das zu ändern, scheitern aber. Und dann erweist sich auch sein Roman als Pleite. Jesper ist am Tiefpunkt und fühlt sich zunehmends im Abseits. Zum Glück, denkt man als Leser, gibt es da auch noch Menschen, die an seiner Seite stehen. Wie sein Freund Gustav, der dank des Vermögens seines Vaters in Berlin auf großem Fuß lebt und sein bester Schulfreund Frank, den Gustav und Jesper vor seiner Familie retten.

Stillstand und Bewegung

Alle drei sind sie in Findungs- und Umbruchsphasen. Und alle drei haben sie Angst als Verlierer und Außenseiter dazustehen. Auf ihnen lastet ein großer gesellschaftlicher Erwartungsdruck, der auch mir bekannt vorkommt. Jesper erlebt, wie sich ehemalige Mitschüler für den vermeintlich „sicheren“ Karriereweg entscheiden, anstatt ihren Träumen nachzujagen. Jespers größter Alptraum sieht so aus: „Ich wachte mit einem Gefühl von kalter Angst auf. Sah mich in einem Studienfach, das ich hasste, in einem Büro, das mich einengte, in einem Beruf, der mich auffraß und mir egal war“. Auch ich kenne aus meiner Schulzeit Beispiele von ehemaligen Mitschülern, die klar auf Sicherheit und/oder Karriere setzten. Und beim bald anstehenden 10-jährigen Abiturtreffen werde ich vielleicht auf weitere solcher Geschichten stoßen. Jedoch kann man von außen meist nicht beurteilen, wie die Person selbst ihre Situation erlebt. Denn jeder hat nun mal andere Vorstellungen von einem guten Leben. Letzlich muss, darf und sollte jeder etwas finden, das für ihn selbst passt.

Aber um das „passende“ Leben tatsächlich zu finden, muss man sich selbst auf die Suche machen und aktiv werden. Das merkt auch Jesper zum Ende des Buches: „Wichtig war nur, dass ich nicht mehr stillstand, dass ich mich den Dingen wieder stellte, egal, was aus mir werden würde. Denn alles andere wäre falsch, denke ich, unecht, irgendwie so, wie wenn man verrauchte Luft einatmet. Man kann damit leben, aber es ist nicht das Wahre, man atmet nicht so tief ein, wie man könnte.“

Fazit

Ein beeindruckendes Erstlingswerk, das Benedict Wells mit nur 19 Jahren geschrieben hat. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, dass er sich mit diesem Buch „freigeschrieben“ hat, es ist noch einigermaßen nah an seiner eigenen Biografie, wenn auch mit anderen Wendungen, und verpackt sicher einige Gedanken des damaligen Benedict Wells in die Gedanken von Jesper Lier. Wells beweist mit diesem Werk auf jeden Fall schon, dass er es kann: Er kann Geschichten schreiben, den Charakteren Leben einhauchen und er kann dazu verleiten, weiterlesen zu wollen.

DIese Rezension habe ich auch auf meinem Blog veröffentlicht: https://wortmeer.blog/2018/01/04/rezension-spinner-von-benedict-wells/

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121 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

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Mit Blick aufs Meer

Elizabeth Strout , Sabine Roth
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei btb, 19.03.2012
ISBN 9783442742035
Genre: Romane

Rezension:

„Mit Blick aufs Meer“ spielt in einer Kleinstadt namens Crosby an der Ostküste der USA. Aufgeteilt ist das Buch in einzelne Kapitel, die jeweils einen Ausschnitt aus dem Leben von Bewohnern Crosbys zeigen. Eine Person, die sich wie ein roter Faden durch die Geschichten zieht, ist die pensionierte Lehrerin Olive Kitteridge. Obwohl jede Geschichte ihre eigenen Protagonisten hat, taucht Olive immer wieder auf und der Leser gewinnt so ständig neue Eindrücke von ihr. Dabei zeichnet sich ein kontroverses Bild zwischen helfendem Engel, überforderter Mutter und störrischer Freundin. Strout liefert aber nicht nur Außen- sondern auch Innensichten von Olive. Diese zeigen, dass sie sich in den jeweiligen Situationen oft unwohl und unzufrieden mit sich und der Welt fühlt. Doch das Buch zeigt auch, dass man nicht so einfach aus seiner Haut kann. Wie zentral die Figur der Olive im Buch ist, zeigt sich auch daran, dass das Buch im englischen Original „Olive Kitteridge“ heißt. Der Name klang wohl etwas zu sperrig für den deutschen Markt und mir gefällt der träumerisch angehauchte Titel „Mit Blick aufs Meer“ auch viel besser.

Mehr möchte ich über die einzelnen Figuren noch nicht verraten, denn es ist schön diese im Laufe der Lesens kennenzulernen und dabei einen Eindruck vom Mikrokosmos Crosby zu bekommen. Nur noch so viel: Elizabeth Strout schont ihre Figuren nicht. Wir werden Zeugen von Schicksalsschlägen und treffen die Figuren an Wendepunkten in deren Leben. Doch damit enden die einzelnen Geschichten nicht. Sie enden weder in Katastrophen noch im regenbogenfarbenen Happy End. Stattdessen zeigt uns Elizabeth Strout das Leben, wie es ist und wie wir es selbst aus Erlebnissen von uns selbst, Familie oder Freunden kennen. Und in diesem Leben gibt es neben Schatten eben auch viel Licht. Das zeigt auch „Mit Blick aufs Meer“: Dass es selbst in den schlimmsten Situationen aufbauende Menschen oder kleine Glücksmomente gibt. Das Leben erweist sich dabei nicht als gerade Straße, sondern als holpriger Weg mit vielen Richtungswechseln. Das macht die Geschichten lebendig und authentisch.

Fazit: Auf einen Urlaub am Meer hat das Buch keine Lust gemacht, dafür enthält es viele kluge Gedanken zum Leben, verpackt in ehrlich beschriebenen Einblicken ins Leben von Kleinstadtbewohnern. Sehr lohnenswert!

(auch erschienen auf: wortmeer.blog)

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Astrid Lindgren - Ein Lebensbild

Margareta Strömstedt , Brigitta Kicherer , Jacob Forsell , Jacob Forsell
Buch: 384 Seiten
Erschienen bei Oetinger Taschenbuch, 01.01.2012
ISBN 9783841501462
Genre: Biografien

Rezension:

Die Autorin Margareta Strömstedt hat die Lebensgeschichte von Astrid Lindgren wie eine Erzählung verfasst und durch Grafiken, Fotos und viele Zitate aufgelockert.

Der Leser bekommt einen vielschichtigen Eindruck von dieser Frau, die viele nur als Autorin ihrer Kinderbuchhelden kennen. Strömstedt veröffentlichte diese Biografie erstmalig im Jahr 1977. Sie reiste im Zuge ihrer Recherchen unter anderem nach Näs, den Geburtsort von Astrid Lindgren und sprach mit Freunden, Verwandten und auch mit Astrid Lindgren selbst. Im Jahr 1999 erschien dann eine überarbeitete Auflage ihres Buches. In der Zwischenzeit war viel passiert – so war eines der bemerkenswertesten Kinderbücher – und nebenbei gesagt mein Lindgren-Lieblingsbuch – erschienen: Ronja Räubertochter. Außerdem hatte Lindgren auch Karriere als Meinungsmacherin gemacht. Besonderes Engagement zeigte sie bei den Themen Kinderrechte und Tierschutz.

Doch von vorn: Wenn Astrid Lindgren von ihrer Kindheit erzählt, so beschreibt es Strömstedt, dann in bunten und schillernden Farben. Es sei, als habe sie sich immer einen Zugang zu dieser vergangenen Welt erhalten, aus dem sie ihr Leben lang schöpfte. Sie beschreibt ihre Kindheit als ausgesprochen glücklich und liebevoll. Vielleicht kann man sie sich wie eines der herumtollenden Bullerbü-Kinder vorstellen. Zwar gab es auch viel in Haus und Hof zu helfen, doch Astrid und ihre Geschwister wuchsen dennoch in großer Freiheit auf und spürten stets den Rückhalt des Elternhauses. Aber in Astrid Lindgrens Büchern geht es nicht nur heiter zu. Wer an Bücher wie „Die Brüder Löwenherz“ oder „Mio, mein Mio“ denkt, der spürt, dass auch diese Autorin die dunklen Seiten des Lebens kennengelernt hat.

So wurde sie im Jahr 1926, mit 17 Jahren, schwanger, aber ihr Sohn Lasse lebte zunächst drei Jahre bei Pflegeeltern in Kopenhagen. Die genauen Umstände dazu kann man im Buch nachlesen, für Astrid Lindgren war es defintiv eine schwere Zeit. Sie lebte damals in Stockholm und verdiente kaum genug, um satt zu werden.  Außerdem fühlte sie sich einsam und verlassen.

Es ist auffällig, dass es in ihren Büchern meist Jungen sind, die schwere Schicksale zu ertragen haben oder mit Einsamkeit und Ängsten zu kämpfen haben. Darin wird die Einfühlung Lindgrens in die ersten Lebensjahre ihres Sohnes gesehen, die sie damit zu verarbeiten versucht. 1930 holte sie Lasse zu sich nach Stockholm. Nach einer kurzen Zeit, die er in Lindgrens Elternhaus in Näs verbrachte, lebte er dann dauerhaft bei ihr und ihrem inzwischen Ehemann Sture Lindgren. Sie war nun als Schriftstellerin und Lektorin tätig. Bis zu ihrem großen Durchbruch als Schriftstellerin sollten aber noch etwa 15 Jahre vergehen.

Und mehr möchte ich auch gar nicht ins Detail gehen, denn wer die Biografie gern lesen möchte, soll selbst die Stationen in Astrid Lindgrens Leben kennenlernen und sich so Stück für Stück ihrer Geschichte annähern.

Fazit: Sehr empfehlenswerte Biografie! Lebendig und einfühlsam geschrieben, sowohl zum Lachen als auch zum Weinen. Strömstedt zeichnet ein  Bild dieser Frau, die so viele von uns in ihrer Kindheit geprägt hat. Sie sieht in Lindgren aber nicht nur die Kinderbuchautorin, sondern eine moderne Frau, die sich in ihrer Zeit immer wieder behaupten musste.

(auch erschienen auf: wortmeer.blog)

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84 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

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Vor dem Fest

Sasa Stanisic
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei btb, 12.10.2015
ISBN 9783442749898
Genre: Romane

Rezension:

Eine gefühlte Ewigkeit habe ich gewartet, bis im Jahr 2014 der mit „Vor dem Fest“ der zweite Roman von Stanišić erschien und direkt den Preis der Leipziger Buchmesse gewann. In dem Buch geht es um das brandenburgische Dorf Fürstenfelde, das sich auf das jährliche Annenfest vorbereitet. Und um den Fährmann, der tot ist. Denn so beginnt das Buch. Was dann im Laufe der Seiten entsteht, ist ein ganzer Mikrokosmos aus Dorfbewohnern und Waldtieren, Legenden, Märchen und Gegenwart. Voller Lust und Kunst am Erzählen schildert Stanišić die Ereignisse in der Nacht vor dem Fest.

Dabei  treten viele schärge Typen auf. Zum Beispiel Lada, der sein Auto mehrfach im Monat im See versenkt und es dann wieder rettet. Oder Frau Schwermuth vom Haus der Heimat, die im Frühling  depressiv im Garten liegt, aber sich bestens in der Dorfchronik auskennt. Oder Frau Kranz, die jedes Jahr in der Nacht vor dem Fest ein Bild malt, das am nächsten Tag versteigert wird. Stanišić schildert Menschen, die nicht perfekt sind, sogar meist fern der Norm. Und dennoch schließe ich sie im Laufe des Lesens in mein Herz. Denn bei jeder Figur merkt man mit wie viel Feingefühl der Autor sie entworfen hat. Und mit großem Herz für die Figuren und ihre Geschichten. Beeindruckend finde ich außerdem, dass Stanišić auch die Sprache an die jeweiligen Figuren anpasst. So lesen sich die Kapitel auch stilistisch sehr abwechslungsreich.

Stanišić ist kein Mensch von zu vielen Worten. Er setzt seine Worte gekonnt und sparsam ein, auch das mag ich sehr an ihm. Durch diese reduzierte Schilderung lässt er auch Raum für eigene Imaginationen. Außerdem sind seine Texte oft auch unglaublich komisch geschildert, nicht zum lauten Loslachen, sondern zum amüsierten In-sich-Hineinlachen.

Und noch etwas hat das Buch bewirkt: Bei Zugfahrten vorbei an Dörfern überlege ich nun oft, wie viele Geschichten wohl in diesen Orten stecken, die darauf warten, erzählt zu werden.

Fazit: Ich habe dieses Buch sehr gern gelesen und nehme es auch jetzt gern ab und zu zur Hand. Schnell bin ich dann wieder in der Welt von Fürstenfelde versunken.

(auch erschienen auf: wortmeer.blog)

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