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70 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 62 Rezensionen

vegan, rezepte, diät, kochen, abnehmen

Vegan for Fit Gipfelstürmer – Die 7-Tage-Detox-Diät

Attila Hildmann , Hubertus Schüler , Justyna Krzyzanowska
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Becker Joest Volk Verlag, 02.12.2016
ISBN 9783954531318
Genre: Sachbücher

Rezension:

Obwohl ich weder Veganer noch Vegetarier bin, habe ich bereits zwei Hildmann-Kochbücher in meinem Buchregal. Ich schätze seine kreativen Ideen. Seine leckeren Rezepte kann man gut auch in den Kochhaushalt eines Normalessers integrieren. Er ist ein hervorragender Ideenlieferant und es muss ja nicht unbedingt immer Fleisch auf den Tisch, um die Familie glücklich zu machen.

Das neue Buch ist eine Weiterentwicklung, denn es ist nicht nur ein Kochbuch sondern es greift die aktuell sehr angesagte Detox-Diät auf und ist als Anleitung und Hilfestellung dafür gedacht. Dementsprechend wird das Thema und die Idee hinter dieser Diät gründlich erläutert und dann Stück für Stück umgesetzt. Es gibt natürlich nach den trockenen Grundlagen auch jede Menge Rezepte für 7 Tage. Das Wort Diät soll hier nicht abschrecken, sondern eigentlich nur als Start oder Ansatzpunkt für eine gesündere Ernährung, ja eigentlich eine ganze Lebensweise gelten.

Abgerundet wird der Ernährungsplan und die Rezepte von einem einfachen aber effektiven Fitnessprogramm, welches Hildmann persönlich in anschaulichen Bildern vormacht.

Das Buch ist optisch hochwertig, wie alle seine Bücher. Die Rezepte sind relativ einfach nach zu kochen, allerdings sind es halt nur rein vegane Gerichte, also benötigt man auch Ersatzstoffe oder spezielle Zutaten, die in einem „Normalen“ Haushalt sicherlich fehlen.

Ein interessantes Buch aber man sollte sich schon für dieses spezielle Diät-Thema interessieren. Es ist kein normales Kochbuch. Da haben mir seine anderen Bücher eindeutig besser gefallen.

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86 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 65 Rezensionen

fantasy, magie, andreas suchanek, lichtkämpfer, wechselbalg

Das Erbe der Macht - Schattenchronik 1: Das Erwachen (Bände 1-3)

Andreas Suchanek
Fester Einband: 334 Seiten
Erschienen bei Greenlight Press, 16.11.2016
ISBN 9783958342262
Genre: Fantasy

Rezension:

Das Erbe der Macht von Andreas Suchanek wurde, nachdem es erst nur eine Online-Reihe war, nun als sehr ansprechende Hardcover-Ausgabe mit dem ersten Teil „Das Erwachen“ herausgebracht. Das Cover ist sicherlich ein Eye-Catcher für Fantasy-Leser.

Erzählt wird von einer magischen Welt, die neben der uns bekannten Realwelt existiert. Keine schlechte Idee, aber eine, die nicht neu ist. Und daran hapert es meiner Meinung nach auch besonders. Daran, dass viele Elemente dieser Reihe abgekupfert oder zumindest etwas bemüht rüber kommen. Da gibt es den jungen Mann, Alexander Kent, der plötzlich zu einer Art erwachsenen Zauberlehrling wird nachdem ihn ein magischer Geist quasi übernommen hat; da gibt es die magischen Kämpfer, die sich zanken und zoffen und in teils ziemlich albernen Dialogen zu Gange sind; da wimmelt es von historischen Persönlichkeiten, die seit Jahrhunderten gegen das Böse kämpfen müssen und doch trotz ihrer wohlklingenden Namen wie Johanna von Orleons oder Leonardo da Vinci, seltsam blass bleiben.

Mich konnte die Geschichte nicht fesseln. Das lag vor allem am Schreibstil, der mir oft zu holprig rüber kam und neben diversen Rechtschreibfehlern auch Schwächen im Ausdruck hatte. Der Plot legte Wert auf Aktion und wollte mit lockeren Dialogen fesseln, aber mir waren weder die Charaktere noch die Story wirklich interessant genug konzipiert, um mir den Einstieg in eine neue Fantasyreihe richtig schmackhaft zu machen.

Schade. Mich konnte das Buch nicht fesseln und ich werde die Fortsetzung wohl nicht mehr lesen.

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281 Bibliotheken, 20 Leser, 1 Gruppe, 82 Rezensionen

audrey carlan, calendar girl, wes, mia, ersehnt

Calendar Girl - Ersehnt

Audrey Carlan , Friederike Ails
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 18.11.2016
ISBN 9783548288871
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Der vierte und letzte Band der Calendar Girl Reihe ist inhaltlich anders als die drei Vorgänger. Zwar ist die Struktur in drei Monate gleich geblieben - Oktober, November, Dezember - aber Mia ist jetzt voll und ganz für Wes da, die beiden sind endgültig ein Paar. Mia hat ihren Hostess-Job aufgegeben. Alle Schulden sind bezahlt. Die beiden haben jetzt mit der Vergangenheit zu kämpfen und nicht alles ist eitel Sonnenschein, wie man es ihnen natürlich wünschen würde. Obwohl die Autorin Audrey Carlan natürlich immer noch in einem lockern Schreibstil erzählt und versucht, den Leser vor allem zu unterhalten. Mia hat sich weiterentwickelt, ist sicherlich reifer geworden. Ihr Liebe zu Wes wird tiefer. Er braucht sie, leidet unter den Folgen seiner Entführung. Auch Mia muss ihr Leben weiterhin ordnen.

Mir hat am besten gefallen, dass die Bücher alle einen positiven Grundtenor haben. Trotz aller Probleme geht es immer in die Zukunft. Man hat nie den Eindruck, die beiden würden es nicht schaffen. Diese Zuversicht entspricht auch meiner Grundeinstellung. Deshalb gefällt mir die Geschichte wohl auch gut.

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63 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

thriller, frankreich, mord, afrika, paris

Purpurne Rache

Jean-Christophe Grangé , Ulrike Werner-Richter
Fester Einband: 764 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 11.11.2016
ISBN 9783431039641
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Jean-Christophe Grangé gehört zu den bekanntesten französischen Thrillerautoren. Mehrere seiner Bücher wurden bereits verfilmt. "Purpurne Rache" ist mit 768 Seiten ein dicker Spannungsklops. Beim deutschen Titel hatte mal, meiner Meinung nach, wenig Phantasie und hat an seinen Erfolg "Purpurne Flüsse" erinnert, was aber völlig unnötig ist, denn dieser neue Roman hat mich wirklich überzeugt - und hat gar nichts mit dem anderen zu tun.

Die Familie Morvan ist auf unterschiedlichste Weise in eine Reihe von Morden verwickelt, die durch ihre grausamen Details an einen bereits gefassten Serienmörder aus Afrika denken lassen. Schon damals hat Morvan senior in dingfest gemacht. Der neue Mörder wird von Erwan Morvan, dem Sohn gejagt. Aber schnell gibt es immer mehr Zusammenhänge, die andeuten, dass der oder die Täter durchaus den damaligen Ermittler treffen und involvieren wollen.

Die "Guten" in dieser Geschichte sind allesamt gebrochene Charaktere mit schweren psychischen und pysischen Problemen. Der dominate Vater hat seine drei Kinder nie verstanden und ihre Kindheit so verkorkst, dass sie mit Drogen und Depressionen zu kämpfen haben und sich doch  nicht von ihm lösen können. Dadurch werden die Ermittlungen von Erwan zusätzlich erschwert.

Mir hat die komplexe Handlung von der ersten Seite an gefallen. Die Spannung steigt stetig. Es kam bei mir nie Langeweile auf. Die Morde sind ziemlich brutal und erschreckend. Für zarte Gemüter dürfte die Geschichte nichts sein. Außerdem gibt es zwei, drei Dinge, die wohl etwas unrealistisch sind. Dennoch wurde ich nicht enttäuscht und war von der Auflösung sehr angetan.

Die größte Überraschung war am Ende für mich, dass es noch eine Forsetzung gibt, in der zumindest Erwan wieder eine Rolle spielen wird. Das freut mich, denn der Ermittler hat noch Potential und hat mir gut gefallen.


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30 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

reihe, italien, sichelgaita, 11. jahrhundert, 4 buch einer reihe

Der Sturm der Normannen

Ulf Schiewe
Flexibler Einband: 520 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.12.2016
ISBN 9783426516416
Genre: Historische Romane

Rezension:

1057. Die Normannen sind noch immer in Süditalien. Gilbert ist erwachsen geworden. Er ist einer der wichtigsten Kämpfer von Robert Hauteville und als solcher holt er mehr als einmal für seinen Freund und Anführer die Kohlen aus dem Feuer. Er erobert Städte für ihn, eilt ihm zu Hilfe, als er im Kerker sitzt, unterstützt all seine Pläne und Unternehmungen und setzt dabei auch sein Leben aufs Spiel. Seine geliebte Gerlaine ist davon wenig begeistert. In ihren Visionen sieht sie Tod und Bruderkrieg voraus. Und sie soll recht behalten.

Gilbert und seine Normannenhorde sind Männer nach meinem Geschmack. Harte Schale, weicher Kern. Wild und ungestüm aber voller Leidenschaften und Sehnsüchte. Klug und mutig und immer mit einem flotten Spruch auf den Lippen. Die Normannen-Saga geht in die vierte Runde und es macht noch immer Spaß an ihrer Seite zu reiten. Jede Menge Abenteuer warten auf die Jungs und man muss mal um ihr Leben bangen und kann sich schon wenig später über ihre derben Witze amüsieren.

Gefallen hat mir diesmal besonders, dass auch scheinbar wohlbekannte Personen den Leser noch überraschen konnten und so einige Wendungen nicht unbedingt vorhersehbar waren. Natürlich beruht alles auf tasächlichen Geschehnissen, die Ulf Schiewe intensiv recherchiert und umgesetzt hat. Aber die Lücken hat er mit soviel Herzblut und unterhaltsamer Fiktion gefüllt, dass es mir schwer fällt, mich von den Darstellern zu trennen.

Eine tolle Histo-Reihe, die ich jedem nur wärmstens ans Herz legen kann. Aber bitte beim ersten Band beginnen.

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43 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

china, goldmann challenge, marcks, 1. weltkrieg, das geheimnis der schneekirsche

Das Geheimnis der Schneekirsche

Lisa Marcks
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 19.12.2016
ISBN 9783442484805
Genre: Historische Romane

Rezension:

1914: Die junge Berliner Lehrerin Selma Wallenstein reist mit Tante und Schwester auf Wunsch des Vaters nach China, um ihrer erkrankten Mutter zur Seite zu stehen. Fern der Heimat trifft sie auf ihre große Jugendliebe Paul. Diverse private Verwicklungen aber vor allem auch der erste Weltkrieg verändern das Leben der Deutschen in der Kolonie und Selma muss endlich herausfinden, was sie wirklich will.

Das Buch verspricht mit einem wunderschönen Cover und seinem Klappentext eine einfühlsame Liebesgeschichte vor exotischem Hintergrund. Die Story entwickelte sich aber doch ganz anders, als ich gedacht hatte. Selma und die Frauen ihrer Familie wachsen dem Leser schnell ans Herz. Die Erlebnisse der Hauptdarstellerin im fernen China sind anschaulich und unterhaltsam geschildert, man erfährt ein bisschen etwas über das Land, die fremden Sitten und Gebräuche aber auch über die deutschen Kolonialherren, die sich natürlich für etwas Besseres hielten und unter denen es viele bornierte Menschen gab.

Schade ist aber, dass man als Leser mit etwas falschen Erwartungen an das Buch rangeht und diese kann die Autorin nicht gänzlich erfüllen. Die Liebesgeschichte ist dafür einfach viel zu kurz gehalten und spielt sich auf höchstens 10 Seiten dieses Buches tatsächlich ab und bleibt sonst weitgehend in der Phantasie des Lesers und ein paar sehnsüchtigen Gedanken der Hauptdarstellerin.

Schade denn erstens wird man damit dem Potential der Autorin nicht gerecht, denn sie wird in ein Genre eingeordnet, welches sie zumindest in diesem Buch nur marginal bedient. Und zweitens stellt sich eine gewisse Unzufriedenheit ein. Nur dem schönen Erzählstil und der interessanten Entwicklung Selmas ist es zu verdanken, dass man nach dem Ende des Buches trotzdem sehr viel Positives an diesem Buch findet. Deshalb vergebe ich auch vier Sterne.

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53 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 32 Rezensionen

köln, kolumbien, krimi, judith krieger, pendo verlag

Die Toten, die dich suchen

Gisa Klönne
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Pendo Verlag, 04.10.2016
ISBN 9783866124004
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Wer die Romane von Gisa Klönne und ihrer Ermittlerin Judith Krieger kennt, wird sich freuen, erneut von ihr zu lesen. Wie es bei Reihen ja oft der Fall ist, sind nicht alle Bücher von gleichbleibender Qualität. Es gibt immer wieder mal einen, der dem geneigten Leser vielleicht nicht so gut gefällt. So geht es mir leider hier mit "Die Toten die dich suchen".

Judith ist wie immer. Engagiert, aufmerksam, von ihren inneren Teufeln zwar getrieben aber sie lässt sich nicht unterkriegen. Sie soll zwar eigentlich die Abteilung für Vermisstenfälle leiten ist aer bald schon in den ersten Mordfall und die Ermittlungen verstrickt. Und daran krankt der Roman auch. An die Ermittlungen - oder besser gesagt an ihrem Fehlen über weite Strecken des Romanes. Ewig wird hier von den Gefühlsverwirrungen einer Ermittlerin erzählt, von deren privaten Problemen, die die Arbeit behindern. Das zieht sich und es kommt keine Spannung auf. Erst im letzten Viertel zieht die Handlung etwas an und Judith begibt sich wieder mal auf einen ihrer legendären Alleingänge.

Ich habe mich so durchgezwungen durch das Buch. Es konnte mich nicht überzeugen. Das kann Frau Klönne viel besser.

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27 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

semmering, österreich, historischer krimi, hotel panhans, mord

Tod am Semmering

Beate Maly
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 19.10.2016
ISBN 9783954519958
Genre: Historische Romane

Rezension:

Dieses kleine feine Büchlein ist ein historischer Krimi, wie man ihn sich wünscht. Er kommt ohne großes Trara daher, seine Darsteller sind liebenswerte und glaubwürdige Personen. Die Lehrerin Ernestine und der Apotheker Anton bringen Humor und Charme in die Geschichte und ermitteln so, wie Miss Marple dereinst. Furchtlos und einfallsreich.

Schön ist das Lokalkolorit Österreich welches durch das noble Hotel, das dienstbeflissene Personal und den leichten Dialekt in den Gesprächen rüberkommt. Aber auch die historischen Facetten und Details kommen nicht zu kurz. Man merkt, das Beate Maly schon mehr als einen Histo geschrieben hat.

Der Plot ist spannend und überraschend zugleich und das Buch hätte gerne noch etwas dicker sein dürfen. Ich hoffe sehr, dass wir hier den Beginn einer kleinen Reihe erleben durften. Die beiden liebenswerten Ermittler haben auf jeden Fall das Potential dazu.

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138 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 42 Rezensionen

thriller, mord, drogen, atlanta, georgia

Blutige Fesseln

Karin Slaughter , Fred Kinzel
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 31.10.2016
ISBN 9783959670517
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Sara Linton und Will Trent gehen in die nächste Runde in diesem neuen Buch von Karin Slaughter. Der Mord, zu dem die Gerichtsmedizinerin und der Ermittler gerufen werden, gibt erst mal große Rätsel auf. Was ist wirklich passiert? Wer hat hier wen ermordet. Ist der Mörder auch verletzt und auf der Flucht? Oder konnte ein weiteres Opfer entkommen? Und handelt es sich dabei wirklich um die Exfrau von Will, Angie? In guter Thrillermanier bekommt der Leser erst mal einen Haufen Fragen, die er dann zusammen mit den Kommissaren abarbeiten darf.

Große Rätsel gibt es um Angie, die erst verschwunden ist, dann eine falsche Identität vorgaukelt. Sie versucht noch immer Will zu manipulieren, ihn gegen Sara auszuspielen, ihr Verbrechen zu verschleiern und ihre eigenen Ziele durchzusetzen. Dabei spielen auch Geschehnisse aus der Vergangenheit eine große Rolle und Will kann sich dem allen nur schwer entziehen.

Karin Slaughter schreibt routiniert und versteht es, einen Spannungsbogen durch das ganze Buch ansteigen zu lassen. Sie legt auch großen Wert darauf, dass ihre Darsteller ein Privatleben haben und ihre Beziehungen sich im Laufe der Geschichte weiterentwickeln.

Am Ende fehlte mir ein kleines bisschen Überraschungen noch, um die volle Punktzahl geben zu können. Aber ich freue mich definitiv, wenn ich von Sara und Will wieder etwas lesen kann.

 

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473 Bibliotheken, 28 Leser, 0 Gruppen, 145 Rezensionen

thriller, cody mcfadyen, smoky barrett, die stille vor dem tod, mord

Die Stille vor dem Tod

Cody McFadyen , Axel Merz
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 26.09.2016
ISBN 9783785725665
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Smoky Barrett ist zurück. Diesmal hat sie es nicht nur mit einem einzigen Bösewicht zu tun, der seine Opfer foltert und ermordet. Eine ganze Gruppe, eine Organisation mit großer Macht und schier unerschöpflichen Geldmitteln ist es, die seit Jahrzehnten das Böse auf die Welt bringt. Und im Laufe der Ermittlungen muss sie feststellen, dass auch Morde aus der Vergangenheit mit diesem neuen Fall zu tun haben, ja, dass persönliche Schicksalsschläge unter einem ganz neuen Licht betrachtet werden müssen.

Es beginnt furios und blutig und schon bald reiht sich Rätsel an Rätsel und Leiche an Leiche. Aber anstatt dies dann Stück für Stück aufzuklären und aufzudröseln wird die Story immer wilder und seltsamer. Der Autor erzählt keine stringente Geschichte sondern nutzt Zeitungsausschnitte und lange Traumsequenzen, um wichtige Handlungssegmente zu beschreiben, zusammenzufassen oder zu erklären.

Ich hatte das Gefühl, dass Cody McFadyen krampfhaft versuchte, sich selbst und seine Bücher zu überbieten, in dem er Brutalität an Grausamkeit reihte, Perversitäten am Fließband beschrieb, die für die eigentliche Handlung keine wichtige Rolle spielten. Seine Täter waren allesamt unmenschliche Monster, von deren Beweggründen man rein gar nichts erfuhr. Sie kamen aus dem Nirgendwo und es war mir nicht klar, worum es eigentlich bei all dem wirklich ging. Zeitweise lag die Vermutung nahe, alles würde sich um Smoky konzentrieren, aber auch dafür gab es keinen nachvollziehbaren Grund.

Diesmal konnte mich auch Smoky und der Rest der Protagonisten nicht überzeugen. McFadyen spricht in den Interviews davon, dass er unbedingt eine Weiterentwicklung und Veränderung seiner Charaktere wollte. Aber dies ist ihm meiner Meinung nach nicht wirklich glaubwürdig gelungen. Er verwendet zwar mindestens die Hälfte des Buches darauf, Gefühle zu beschreiben, zu hinterfragen, zu erklären. Aber ganz am Schluss entwickelt Smoky sich einfach wieder zurück und reagiert für mich unlogisch. Und Teile ihres Teams legten ein ziemlich kindisches und für die Dramatik des Falles unpassendes Verhalten an den Tag.

Ich finde es echt schade, dass Cody McFadyen sein Potential nicht ausgeschöpft hat. Es gibt ein, zwei kurze Szenen, die wirklich gut geschrieben sind und bei denen sein Talent aufblitzt. Aber das reicht leider nicht für ein ganzes Buch. Und es reicht bei mir im Augenblick nicht mal dafür, dass ich die Fortsetzung lesen möchte.


 

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508 Bibliotheken, 34 Leser, 1 Gruppe, 189 Rezensionen

krimi, nele neuhaus, mord, taunus, oliver von bodenstein

Im Wald

Nele Neuhaus
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 14.10.2016
ISBN 9783550080555
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Reihe von Nele Neuhaus mit Oliver Bodenstein und Pia Sander geht in die achte Runde. Nachdem ich in loser Folge die Krimis lese war ich gespannt auf diesen neuen Fall. An der dicke des Buches konnte ich schon sehen, dass die Autorin wieder viel zu sagen hatte. Soll heißen, dass es viel Personal und viele Verwicklungen geben würde. Es geht, wie meistens, um ungeklärte Verbrechen in der Vergangenheit und aktuelle Morde, die damit in direktem Zusammenhang stehen. Auch der Fuchs auf dem Cover spielt diesmal eine reale Rolle, was ich schön finde, oft sind die Cover total nichtssagend.

Oliver Bodenstein hat seinen persönlichsten Fall zu bewältigen, da er die meisten der Verdächtigen noch aus Jugendzeiten persönlich kennt - oder zumindest zu kenne glaubt. Nach und nach dröseln er und Pia das ganze Beziehungsgeflecht auf. Am Ende muss er sogar einsehen, dass er zu nah dran an der ganzen Sache ist. Und sowas ist für einen Kommissar ja nie von Vorteil.

So richtig überzeugen konnte mich der Krimi nicht. Das lag vor allem daran, dass lange keine Spannung bei mir ankam und es mir einfach mal wieder zu viele Personen waren, die dann doch nicht wirklich mit den Morden zu tun hatten, wohingegen der wirkliche Täter eine relativ kleine Rolle in großen Teilen des Romans spielte. Mehr will ich eigentlich nicht verraten.

Lobend muss man erwähnen, dass die Autorin die meisten der losen Fäden am Ende geschickt zu einer Aufklärung und zu logischen Zusammenhängen verknüpft.

Ich finde, dass die Neuhaus-Krimis im Fernsehen mehr drive entwickeln, als als geschriebenes Wort. Keine Ahnung, ob das an einem gestrafften Drehbuch liegt oder ob es einfach da leichter ist, dem Fall zu folgen. Für meinen Geschmack hätte man ein Viertel des Textes und ebenso viel Personal streichen können und hätte dann wesentlich mehr Tempo in die Sache bekommen. Aber so was ist ja immer subjektiv. Viele lieben ja genau das an Neuhaus-Krimis.

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46 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 24 Rezensionen

kreuzzug, astrid fritz, kinderkreuzzug, mittelalter, unter dem banner des kreuzes

Unter dem Banner des Kreuzes

Astrid Fritz , any.way , Barbara Hanke , Cordula Schmidt
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 22.07.2016
ISBN 9783805251006
Genre: Historische Romane

Rezension:

Fritz hat sich für ihren neuen Roman ein historisches Ereignis ausgesucht, welches mir vorher so noch nicht geläufig war. Anfang des 13. Jahrhunderts hatten zwei Jungen eine göttliche Erscheinung – ähnlich der der Johanna von Orleon – und wurden berufen einen neuen Kreuzzug ins Heilige Land zu führen, um Jerusalem von den Ungläubigen zu befreien. Aber nicht bewaffnete Ritter sollten in den Kampf ziehen sondern Kindern nur durch die Liebe zu Gott dies auf unblutige Weise erwirken.

Mehrere Tausend Kinder und Jugendliche schließen sich dem Ruf nach und nach an. Unter ihnen auch eine kleine  Gruppe aus Freiburg. Den dramatischen, harten und entbehrungsreichen Pilgerweg quer über den Brennerpass bis hinunter an die italienische Küste schildert Astrid Fritz eindringlich und anschaulich. Nach heutigen Maßstäben ist es fast unvorstellbar, wie diese große Schar junger Menschen fast ohne Schutz und Verpflegung mit nicht viel mehr als den Kleidern am Leib solch eine Strecke zu Fuß bewältigt haben. Manchmal bekommen sie Unterkunft in Klöstern oder Scheunen aber oft müssen sie draußen schlafen und sind den Unbillen der Natur ausgesetzt. Auch die Bevölkerung ist nicht immer auf ihrer Seite. Viele lehnen diesen Kreuzzug ab, glauben nicht an den Erfolg des Unternehmens, halten ihren jugendlichen Anführer Nikolaus für einen Scharlatan. Aber der tiefe Glauben der Kinder ist ungebrochen und erst am Meer soll sich ihr Schicksal erfüllen.


Ich möchte nicht zu viel darüber verraten wie es mit den Kindern weiterging. Mir hat das Buch ein paar entspannte Lesestunden gegeben und ich habe so ganz nebenbei wieder einiges Neues aus der Geschichte Europas erfahren.

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107 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 44 Rezensionen

thriller, alchemie, gold, stein der weisen, andreas eschbach

Teufelsgold

Andreas Eschbach
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 09.09.2016
ISBN 9783785725689
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Hendrik Busske hat es gründlich satt. Sein Job als Investmentberater erfüllt ihn schon lange nicht mehr. Er möchte endlich nicht mehr die zweite Geige spielen. Er sehnt sich nach Erfolg, Reichtum, Berühmtheit. In seinem tiefsten Innern brodelt eine nicht genau benennbare aber stetig wachsende Unzufriedenheit. Wie ein Wink höherer Mächte erscheint es ihm, als er ein kleines Buch mitgehen lässt und darin eine seltsame Geschichte über den „Stein der Weisen“ findet. Durch dieses Erlebnis wird eine kleine Lawine bei Hendrik losgetreten und er kündigt seinen Job und versucht sich damit, andere Menschen durch Motivationsseminare zu einem Umdenken in ihren grundsätzlichen Lebenseinstellungen zu bringen, weil er glaubt, dass das der richtige Weg zu ungeahntem Erfolg sein kann. Er selbst scheint das beste Beispiel dafür zu sein, denn er beginnt Karriere zu machen und mithilfe einiger Tricks und Halbwahrheiten erschleicht er sich immer mehr Kunden und zieht schließlich sogar in ein Schloss. Nach außen hin scheint er erfolgreich aber tief drinnen hat sich noch nichts geändert an seinem Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit.

Er findet weitere Berichte über die Existenz des seltsamen Steines. Über seine Gefährlichkeit, die Menschen töten kann, aber auch über die erstaunlichen Fähigkeiten, die er zu haben scheint. Er versucht mit seinem Bruder Adalbert herauszufinden, was dran ist an der Sache. Der ist ein introvertierter etwas weltfremder Wissenschaftler und glaubt zuerst nicht, dass an den ganzen Geschichten auch nur ein Körnchen Wahrheit dran wäre. Aber dann treffen die beiden auf einen uralten Alchemisten und mit dessen Hilfe scheint alles möglich.

Die Geschichte gewinnt nach und nach an Fahrt. Eschbach erschafft durch Rückblicke in die Vergangenheit des Steines eine glaubwürdige, wenn auch ziemlich phantastische Geschichte über ein Artefakt, welches wohl nicht von dieser Welt ist und so sind auch seine Fähigkeiten überraschend, unheimlich und schier grenzenlos. Man muss sich auf diese Geschichte einlassen, denn gerade dem Ende zu geschehen viele Dinge, die mit normalen Maßstäben selbst für Adalbert, den Wissenschaftler, nicht mehr erklärbar sind. Und man fragt sich als Leser ziemlich bald, wie dieser Thriller nur enden soll und wer wohl am Ende das Finale überleben wird.

Mir kam das Ende fast zu schnell und ich hatte irgendwie das Gefühl, dass nicht alles auserzählt wäre. Ein bisschen lässt Andreas Eschbach den Leser schon alleine, denn es ist der Phantasie jedes Einzelnen überlassen, was da wirklich am Schluss passiert ist. Man sollte wirklich ein Fantasy-Leser sein, sonst könnte man sich daran stören.

Für Eschbach-Kenner ist das Buch aber auf jeden Fall ein Muss.  

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290 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 130 Rezensionen

liebe, gift, fantasy, jugendbuch, melinda salisbury

Goddess of Poison - Tödliche Berührung

Melinda Salisbury , A. M. Grünewald
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei bloomoon, 19.09.2016
ISBN 9783845815138
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die Autorin war mir unbekannt aber das Cover und die Beschreibung klangen spannend. Und ich wurde wirklich nicht enttäuscht.

Twylla mit ihrer etwas reservierten aber klugen Art hat mein Herz sofort erobert. Anfangs war sie sehr devot und nur innerlich zerrissen. Sie wurde gut vorbereitet auf ihre Rolle. Aber sie war nie stolz oder glücklich und sie hat bald gemerkt, dass auch der Kronprinz seine Probleme mit der vorbestimmten Situation hatte. Es tat mir leid, dass sie so ohne Berührungen und Nähe leben musste und ich habe von Anfang an gehofft, dass sie einen Ausweg findet. Die Vorstellung, für alle anderen giftig zu sein, war gruselig aber eine gute Idee.
Mit dem neuen Wächter bekommt Twylla plötzlich neue Sichtweisen. Er spricht mit ihr anders als der Rest der Welt. Wie mit einem normalen Mädchen. Überhaupt fand ich die Dialoge sehr unterhaltsam. So etwas ist mir immer sehr wichtig bei einem guten Buch.

Ebenfalls gibt es ein paar gelungene Wendungen und das Ende ist nicht weichgespült oder schmalzig. Das hat mich besonders überzeugt.

Von mir also ein Lob zu diesem Fantasy-Jugendbuch. Sicher mehr für Mädels geeignet aber durchaus für ältere Semestere unterhaltsam.

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(139)

284 Bibliotheken, 20 Leser, 1 Gruppe, 88 Rezensionen

freundschaft, neapel, italien, armut, frauen

Meine geniale Freundin

Elena Ferrante , Karin Krieger
Fester Einband: 422 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 29.08.2016
ISBN 9783518425534
Genre: Romane

Rezension:

Elena Greco und Lila Cerullo kommen beide aus einfachen Verhältnissen und wachsen als Mädchen in den 50ger Jahren zu besten Freundinnen zusammen. Beide sind intelligent und wissbegierig. Die beiden entwickeln einen gesunden Ehrgeiz miteinander, befruchten sich gegenseitig, lernen Sprachen und anderes, helfen sich dabei. Aber das Leben ist nicht nur eitel Sonnenschein. Ihre Väter sind Handwerker und es gibt einiges an familiären Streitigkeiten und Dramen und als Mädchen haben sie es in einer von Männern bestimmten Welt zur damaligen Zeit schwer.

Teilweise erfährt man bereits, dass Lila als erwachsene Frau verschwindet. Sie hat lange Jahre den eigentümlichen Wunsch, aus der Welt zu verschwinden und schließlich setzt sie diesen Plan mit einer Vehemenz in die Tat um, der skuril und fast lächerlich anmutet. Sie löscht alle Beweise und Hinweise auf ihre Existenz aus. Da es ja der erste Teil einer Trilogie ist, erfährt man natürlich noch nicht alles über diese ungewöhnliche Entwicklung.

Das Cover des Buches zieht wirklich magisch an. Schon lange habe ich kein so malerisches Cover gesehen, welches so zum Text passt und die Farben sind phantastische warme Blautöne. Einfach nur wunderschön.

Des Weiteren werden wahre Lobeshymnen von dieser Trilogie erzählt. Und um die anonyme Autorin, die vermeiden will, sich in der Öffentlichkeit als solche erkennen zu geben, wird vor allem in Italien ein wahnsinniger Hype gemacht. So sind die Erwartungen von mir sehr hoch gewesen. Und ehrlich gesagt konnten sie nicht ganz erfüllt werden. Der Text ist gut lesbar aber nicht wirklich eine schriftstellerische Perle. Die Geschichte ist interessant, ich mag diese Epoche gerne. Aber so richtig überraschend ist die Handlung nicht. Bis auf das seltsame Rituale des Verschwindens hat es wenig, was mich bewegt oder berührt hat. Ich habe nach der Einmaligkeit gesucht und war am Ende etwas enttäuscht. Für mich war es ein eher durchschnittliches Buch.

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453 Bibliotheken, 12 Leser, 1 Gruppe, 190 Rezensionen

fluch, fantasy, liebe, magie, jugendbuch

Secret Fire - Die Entflammten

C. J. Daugherty , Peter Klöss , Jutta Wurm
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 22.08.2016
ISBN 9783789133398
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Taylor ist 17 und eine Streberin. Sacha, ebenfalls 17, ist dagegen ein eher lustloser Teenager weil mit Fluch belegt. In wenigen Wochen soll er wegen dieses Fluches sterben. Nur Taylor kann ihn angeblich retten.
Zuerst einmal lernen die beiden sich nur übers Internet kennen, da er in Frankreich ist und sie in England. Da funktioniert die Freundschaft noch relativ unkompliziert. Als sie sich dann persönlich treffen, kracht es erst mal, weil die beiden eben doch nicht gleich so kompatibel scheinen. Aber es hilft nichts. Gemeinsam müssen sie versuchen, den Fluch zu lösen, denn sonst wir Sacha bald Tod sein und das will Taylor nun tatsächlich nicht.

Das Buch besticht erst mal durch seine Optik. Auch der Schreibstil ist flott und altersgerecht. Die Charaktere werden gut eingeführt und bekommen genug Zeit, damit man sich mit ihnen anfreunden kann. Die kleinen Eigenheiten der beiden fand ich sehr unterhaltsam. Dass Sacha so fatalistisch mit seinem Fluch umgeht, war amüsant und führt zu einigen lustigen Sprüchen. Auch Taylors Ehrgeiz und ihr Perfektionswahn sind gut geschildert und geben Zündstoff zwischen den beiden.

Es werden einige mystische Sachen eingeführt und angedeutet aber so richtig in die Gänge kommt die Story erst zum Ende dieses ersten Bandes und man muss schon den zweiten auch nochlesen, um zu wissen, wie es ausgeht.

Die Geschichte hat noch Luft nach oben, deshalb von mir vier gute Sterne.

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56 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 54 Rezensionen

kochbuch, frühstück, rezepte, kochen, backen

sweet & salty

Andrea Martens , Jo Kirchherr
Flexibler Einband: 144 Seiten
Erschienen bei AT Verlag AZ Fachverlage, 15.08.2016
ISBN 9783038009436
Genre: Sachbücher

Rezension:

"Sweet & Salty" - Frühstück für den ganzen Tag. Vor allem den Nachsatz sollte man bei diesem ungewöhnlichen Kochbuch im Auge behalten. Denn er trifft die Sache ziemlich gut.

Das Buch ist in mehrere Kapitel unterteilt, die die verschiedenen Klassiker eines umfangreichen Frühstücks variien. Seien es Waffeln oder Pancakes, Brot und Toast, oder nur Smoothies und etwas mit viel Obst. Für jeden Frühstückstyp ist etwas dabei. Es kommen sowohl die zu ihrem Recht, die es Eilig haben, wie auch die, die gerne etwas mehr Aufwand und Vorbereitung in den morgendlichen Start legen. Es werden die glücklich gemacht, die es gerne süß oder fettig oder beides mögen. Aber auch die, die es deftig bevorzugen oder die mit einer scharfen Variante schon morgens leben können, werden hier angesprochen.
Dabei sind die Kombinationen durch die Bank ungewöhnlich und ich habe vieles so noch nicht gesehen, geschweige denn wäre ich selbst auf die Idee gekommen.

Manches ist gewagt. Feige, Gorgonzola und Schokolade. Passionsfrucht, Rostbratwürstel und Honig. Forellencreme mit Birnenchutney. Ja, da muss man echt manchmal grübeln, wie das denn schmecken könnte. Ich bin ein alter Hase im Kochgeschäft und ich habe sehr viele Kochbücher. Aber dieses konnte mich echt überraschen.

Dabei ist die Aufmachung sehr ansprechend. Tolle Fotos und gute Anleitung zum Nachkochen. Stück für Stück werde ich mich hier durcharbeiten und meinen Gaumen erfreuen mit süßem und salzigen auf einen Bissen.

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(71)

98 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 60 Rezensionen

israel, liebe, palästina, new york, nahostkonflikt

Wir sehen uns am Meer

Dorit Rabinyan
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 11.08.2016
ISBN 9783462048612
Genre: Liebesromane

Rezension:

Die israelische Autorin Dorit Rabinyan erzählt aus der Sicht der Israelin Liat, die in New York studiert. Sie lernt schon am ersten Tag den Palästinenser Chilmi kennen und verliebt sich schnell in den gutaussehenden, charmanten jungen Maler. Aber sie tut sich auf Grund ihrer Herkunft von Anfang an schwer mit Chilmis Herkunft, seiner politischen Gesinnung, seiner Nationalität. Sie verbirgt ihn vor Familie und Freunden. Sie will die Beziehung geheim halten und an dieser Lügerei krankt die Beziehung von Anfang an. Auch wenn man anfangs die Hoffnung hat, dass eine Israelitin und ein Palästinenser wie Romeo und Julie über ihren Schatten springen und durch ihre Liebe und ihre Zuneigung über alle politischen und gesellschaftlichen Grenzen zueinander finden.

Schwer getan habe ich mich mit dem Rhythmus des Erzählstils, der sehr intensiv, langsam und ausufernd genau ist. Jede Bewegung, jede winzigste Gefühlsregung werden von jeder Seite beleuchtet und haarklein beschrieben. Dafür passiert spannungstechnisch über weite Strecken sehr wenig. Ich gebe zu, ich habe manchmal nur quergelesen, weil ich mich gelangweilt habe.

Ich hatte mir einfach mehr erwartet von diesem Buch. Ich kann nicht mehr wie 3 Sterne vergeben.

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(72)

142 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 48 Rezensionen

krebs, liebe, leben, leukämie, freundschaft

Auf Null

Catharina Junk
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Kindler, 26.08.2016
ISBN 9783463406688
Genre: Romane

Rezension:

Nina denkt, sie hätte eine einfache Erkältung aber im Krankenhaus wird Leukämie diagnostiziert. Für die 20 Jährige bricht eine Welt zusammen. Nicht nur  ihre Eltern stärken ihr mit ihrem Engagement den Rücken, auch ihre beste Freundin Bahar stürzt sich  mit Elan in das Projekt "Nina-wird-Gesund". Im Laufe der verschiedenen Chemostherapien verlässt Nina der Mut und selbst als sie mit positiven Werten die Klinik verlassen darf kann sie nicht so recht an eine Heilung glauben. Mit Bahar zerstreitet sie sich wegen deren Hilfsprojekten und ihr Bruder Theo ist in eine strenge Glaubensgemeinschaft eingetreten und denkt, mit Gebeten könnte er seine Schwester heilen.

Catarina Junk hat ein stimmiges, einfühlsames Buch geschrieben. Die Ängste und Sorgen einer Krebspatientin erzählt sie auf eine liebevolle, glaubwürdige Art und dennoch lässt sie Raum für Liebe, Freundschaft, Sehnsucht und eine gehörige Prise Humor, ja sogar Sarkasmus. Ich habe mit Nina und ihrer Familie mitgefühlt und fand es schön, wie sie Stück für Stück wieder ins Leben zurückfindet. Es ist ein anderes Leben als das vorher und es gilt Verluste zu verkraften und Freundschaften neu zu überdenken. Aber es macht Mut und ich fand es schön, dass sie Traurigkeit und Zuversicht gleichermassen zulässt in dieser Geschichte.

Mir hat das Buch sehr gefallen. Das auffällige Cover bekommt im Laufe der Handlung einen tieferen Sinn und ist damit wirklich hervorragend gewählt.

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176 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 73 Rezensionen

thriller, san francisco, doppelmord, park, misshandlung

Boy in the Park – Wem kannst du trauen?

A. J. Grayson , Karl-Heinz Ebnet
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Droemer Taschenbuch, 01.08.2016
ISBN 9783426305713
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Klappentext: „A. J. Grayson legt mit seinem Debüt einen düsteren, komplexen Psycho-Thriller um eine Kindesentführung vor, der mit ganz besonderen Drehs aufwartet. Ein Roman um Alptraum und Realität, um dunkelste Erinnerungen und menschliche Abgründe.“

Hier wird eigentlich schon ein Hinweis darauf gegeben, was der interessierte Leser zu erwarten hat. Zuerst lernen wir Dylan kennen, der mittags Pause im Botanischen Garten macht. Er ist immer alleine und macht von Anfang an einen zurückgezogenen, introvertierten, ja, auch etwas seltsamen, Eindruck. Er beobachtet vor allem einen kleinen Jungen der – welch seltsamer Zufall – jeden Tag zur gleichen Zeit, am gleichen Ort, in gleicher Kleidung, fast das Gleiche tut. Dylan ist immer nur der stille Beobachter bis er plötzlich eines Tages den Eindruck hat, dass ein Erwachsener dem kleinen Jungen zu Leibe rückt. Aber als er ihm zu Hilfe kommen will sind beide Verschwunden. Ein kleiner Hinweis bleibt ihm allerdings und alsbald begibt er sich persönlich auf die Suche nach dem Jungen und einer Erklärung für sein Verschwinden.
Was dann kommt ist zuerst eine kurze Detektiv-Jagd die allerdings alsbald durch böse Träume und einen jungen Mann, der ihm helfen will zu etwas ganz anderem entwickelt.

Relativ schnell war mir klar, wohin der Autor mit mir will. Das hat mich allerdings nicht gestört, denn der Schreibstil war so unterhaltsam und ich wollte unbedingt wissen, wie er alles langsam aufdröselt, dass ich gerne weitergelesen habe. Die kurzen Kapitel animieren zum Lesen und geben der Geschichte das nötige Tempo. Einschübe mit psychologischen Sitzungen geben zusätzlich Hinweise sollen aber auch etwas verwirren. Der Plot ist nicht wirklich neu, das Thema oft schon auf verschiedene Weise verarbeitet. Aber mir hat es gut gefallen, wie Grayson hier an die Sache rangeht.
Dazu kommt ein angenehmer Erzählstil und ein Cover, welches aus dem Büchermeer heraussticht und den Leser zusätzlich zum Kauf animiert.

Gute vier Sterne von mir.

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322 Bibliotheken, 8 Leser, 3 Gruppen, 112 Rezensionen

thriller, robert hunter, los angeles, chris carter, mord

I Am Death - Der Totmacher

Chris Carter , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 17.06.2016
ISBN 9783548287133
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Was erwartet man von einem Buch, welches schon den Titel „I am Death – Der Totmacher“ hat. Und noch dazu, wenn es von dem bereits ziemlich bekannten Thrillerautor Chris Carter stammt. Mal ehrlich. Sanfte Krimikost gibt es hier nicht. Sondern im Gegenteil eine harte und blutige Thrillergeschichte, bei der sich einem mehr als einmal die Haare aufstellen ob der Grausamkeit des Mörders, der infantilen Art, wie er seine armen Opfer drappiert, seiner großspurigen Behauptung „Ich bin der Tod“.

Der Titel des Buches ist hier Programm und die gut bekannten Ermittler Robert Hunter und Carlos Garcia werden mal wieder mit einem Serienmörder konfrontiert, der ihnen alles abverlangt und der sich nur sehr schwer stoppen lässt. Freilich ist das Schema immer wieder in leichten Abwandlungen das Gleiche. Und auch wenn die Helden sich durchaus über die Vorgängerromane langsam weiterentwickeln so gibt es doch keine wirklich gravierenden Neuerungen. Aber ehrlich gesagt finde ich das bei dieser Reihe ganz okay. Einmal im Jahr gönne ich mir mit großem Vergnügen eine Dosis dieses Autors. Öfters würde mich wahrscheinlich sogar stressen, denn ich bin immer wieder geschockt über den Einfallsreichtum des Autors was Mord und Totschlag betrifft.

Diesmal ist mir das Buch fast etwas zu dünn geraten. Ziemlich schnell war ich durch und wie immer habe ich genau bekommen, was ich mir gewünscht hatte. Einen Thriller, den ich ohne Probleme als Pageturner und Straßenfeger bezeichnen würde. Mit sympathischen Helden eine echt fiesen Täter und einer Reihe ziemlich spannender Szenen die in einem guten Showdown gipfeln.

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66 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 42 Rezensionen

mallorca, sommer, liebesgeschichte, roman, beziehung

Die Sommer mit Lulu

Peter Nichols , Dorothee Merkel
Fester Einband: 507 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 11.07.2016
ISBN 9783608983104
Genre: Romane

Rezension:

"Die Sommer mit Lulu" hörte sich für mich nach einer ungewöhnlichen Art des Geschichtenerzählens an. Eine Geschichte rückwärts zu beschreiben ist eine überraschende Idee und ich war gespannt auf dieses Experiment.

Lulu und Gerald waren vor langer Zeit einmal verheiratet. Sie treffen sich auf den Klippen von Ala Mallorca und stürzen in die Tiefe. Wie kam es dazu? Was ist vor 60 Jahren passiert? Die Kinder aus verschiedenen Ehen versuchen herauszufinden, was vorgefallen ist.

Es ist eine Liebesgeschichte. Es ist eine Familiengeschichte und auch eine Zeitgeschichte. Aber mir war schnell klar, dass mich der Parcour nach hinten etwas verwirrte und auch unzufrieden machte, da ich immer das Ergebnis vor dem Anfang präsentiert bekam. Wobei der Schreibstil durchaus angenehm zu lesen ist. Die Charaktere haben Tiefgang aber waren teilweise etwas sperrig, allen voran die Namensgebende Lulu.

Mir war das Buch etwas zu holprig durch den Rückwärtsschritt und ich habe mich durchgekämpft. Vorwärts wäre die Geschichte einfach leichter zu lesen gewesen. Ich habe mich gefragt, ob die Autorin das Buch in richigeriger Reihenfolge geschrieben hat und dann verkehrt zusammengesetzt oder ob sie es auch anders herum geschreiben hat.

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(34)

64 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 31 Rezensionen

england, krieg, erster weltkrieg, liebe, frauen

Der letzte Sommer

Helen Simonson , Michaela Grabinger
Fester Einband: 540 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 19.07.2016
ISBN 9783832198268
Genre: Romane

Rezension:

Der letzte Sommer bricht 1914 in einem kleinen englischen Dorf namens Rye an. Der letzte Sommer bevor der erste Weltkrieg alles verändern soll. Der letzte Sommer, in dem die hochnäsigen Upperclass-Damen missbilligend zur Kenntnis nehmen müssen, dass tatsächlich eine junge Frau an der Schule eingestellt wird, die den Bauernlümmeln Latein beibringen soll. Besagte Beatrice Nash ist auch noch unverheiratet und ohne Familie und etwas aufmüpfig scheint sie auch zu sein. Das friedliche Kleinstadtleben wird vom Ausbruch des Krieges erst nur gestreift. Man beschließt Flüchtlinge aus Belgien aufzunehmen. Damit beginnen aber bereits die Schwierigkeiten, denn es kommen natürlich nicht nur kleine süße Kinder, sondern ganze Flüchtlingsfamilien. Und es sind Menschen, die Furchtbares erlebt haben und die Angst und Verzweiflung in die kleine Gemeinde bringen, die damit anfangs fast überfordert scheint. Aber das ist erst der Beginn, denn der letzte schöne Sommer ist vorbei.

Mir hat der Schreibstil der Autorin wahnsinnig gut gefallen. Auch die Art, wie sie ihre Figuren beschreibt ist einfühlsam und aufmerksam. Es geht natürlich um all die Wichtigen und Unwichtigen Dinge im Leben. Um den Wunsch nach Frieden und die harten Realitäten des Krieges,  um verlogene Hilfsbereitschaft und um ernstgemeinte Nächstenliebe, um den Wunsch der Frauen nach Selbstbestimmung und Gleichberechtigung, um die Sehnsucht der Männer nach Ruhm, Ehre und Erfolg, um Tod und Leben, um Liebe und Leid. Alle Figuren verändern sich mehr oder weniger in dieser Geschichte, müssen tragische Dinge erleben und Stellung beziehen, vor sich und den anderen.

Ein anspruchsvolles aber dennoch nicht langatmiges Lesevergnügen. Nichts für Zwischendurch, weil es einfach zu schön ist und weil es zu schade zum Nebenher lesen ist.

Ich bin glücklich, dass ich es in einer Leserunde hier im Forum entdecken durfte. Nochmals vielen, vielen Dank dafür.

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(63)

93 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 63 Rezensionen

wien, krimi, serienmörder, carlotta fiore, theresa prammer

Mörderische Wahrheiten

Theresa Prammer
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 15.04.2016
ISBN 9783471351376
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich habe den ersten Fall „Wiener Totenlieder“ von Theresa Prammer leider nicht gelesen. Vielleicht sollte ich das noch nachholen, denn dann würde zumindest der Einstieg in ihr Privatleben noch intensiver werden. Im vorliegenden zweiten Band dieser Krimireihe „Mörderische Wahrheiten“ läuft anfangs nicht alles so rund für die Hauptdarstellerin Lotta Fiore. Ihr mutmaßlicher Vater Konrad Fürst liegt im Koma im Krankenhaus und als er endlich erwacht kann er sich erst mal an nichts erinnern, natürlich auch nicht an Lotta und ob sie seine Tochter ist.

Zu allem Überfluss wird auch seine fachliche Kompetenz dringend benötigt, da es zu einer Mordserie kommt, die sehr stark an eine lange zurückliegende Serie erinnert, in der er maßgeblich als Ermittler beteiligt war.

Lotta hat alle Hände voll zu tun. Sie möchte ihren Vater näher kennenlernen, sie versucht sich mit dem Vater ihres Kindes zu arrangieren und sie möchte den Mörder fassen, der immer wieder Teenager tötet und dann auf höchst widerwärtige Art ablegt. Dabei spielt natürlich auch die österreichische Hauptstadt Wien eine Rolle und der ganz eigene Menschenschlag belebt das Buch und die Geschichte aufs Trefflichste.

Ein sehr unterhaltsamer Krimi der sich leicht und schnell lesen lässt und das Interesse für den Vorgänger und einen Nachfolger wecken konnte.

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109 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 48 Rezensionen

urlaub, adria, italien, italienurlaub, 80er jahre

In der ersten Reihe sieht man Meer

Volker Klüpfel , Michael Kobr
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Droemer, 09.03.2016
ISBN 9783426199404
Genre: Humor

Rezension:

"In der ersten Reihe sieht man Meer" ist diesmal kein Krimi mit dem wohlbekannten Kluftinger aus der Feder des Autorenduos Kobr und Klüpfel sondern ein Unterhaltungsroman mit einem sehr ungewöhnlichen und ausgesprochen amüsanten Plot. Dieser funktioniert vor allem für die Generation, die ähnliches erlebt hat wie der Hauptdarsteller Alexander Klein. Der wird nämlich im Schlaf in die eigenen Vergangenheit zurückkatapultiert und erwacht in seinem eigenen Teenager-Körper allerdings ist er innerlich immer noch um die 50. So macht er mit seinen Eltern und seiner Schwester nochmals einen der legendären Italienurlaube und reflektiert mit seinem gereiften Ich diese magische, schrille Zeitreise in die 80er.

Genau solche Urlaube haben wir auch gemacht. Erst selbst mit den Eltern aber vor allem dann mit den eigenen Kindern. Und man kommt aus dem Lachen und Staunen kaum mehr heraus, wenn man sich an all die Dinge erinnert, die man längst vergessen hatte und die man liebgewonnen hatte und die das ganz eigene Flair ausmachten.
Schon die Fahrt ins gelobte Urlaubsland war abenteuerlich, beschwerlich und lustig. Ohne Klimananlage, mit den Kassetten der Kinder im Autoradio. Und dann am Urlaubsort, am Strand mit Horden anderer Urlauber, mit Coccobello-Verkäufern. Hach, da werden Erinnerungen wachgerufen, die lange verschüttet waren. Das Buch lädt zum Debattieren ein.

Ich habe das Hörbuch gehört. Es war das erste Mal, dass ich von Pastevka etwas gehört habe. Ich gebe zu, mich hat seine Art des Lesens etwas angestrengt. Er ist sehr bemüht alle Rollen verschieden zu sprechen und da viele der Figuren etwas nervig sind, sind es auch diese Stimmenimitationen und mit Kopfhörer wurde mir das stellenweise fast zu viel des Guten. Die Geschichte hätte meiner Meinung nach auch lustig gewirkt ohne dass der Vorleser die Frauen kreischen lässt, die Jungs heftig kieksen und die Schwester lispeln. Hierfür ziehe ich einen Stern ab.

Am Ende gibt es nochmal eine überraschende Volte. Da die ganze Geschichte ja eher eine fantastische ist, habe ich auch diese Volte schmunzelnd akzeptiert.
Fazit: Unterhaltsame Lektüre für Leser vor allem zwischen 35 und 55 und für den Italienurlaub sehr empfehlenswert.

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