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24 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

semmering, österreich, historischer krimi, hotel panhans, mord

Tod am Semmering

Beate Maly
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 19.10.2016
ISBN 9783954519958
Genre: Historische Romane

Rezension:

Dieses kleine feine Büchlein ist ein historischer Krimi, wie man ihn sich wünscht. Er kommt ohne großes Trara daher, seine Darsteller sind liebenswerte und glaubwürdige Personen. Die Lehrerin Ernestine und der Apotheker Anton bringen Humor und Charme in die Geschichte und ermitteln so, wie Miss Marple dereinst. Furchtlos und einfallsreich.

Schön ist das Lokalkolorit Österreich welches durch das noble Hotel, das dienstbeflissene Personal und den leichten Dialekt in den Gesprächen rüberkommt. Aber auch die historischen Facetten und Details kommen nicht zu kurz. Man merkt, das Beate Maly schon mehr als einen Histo geschrieben hat.

Der Plot ist spannend und überraschend zugleich und das Buch hätte gerne noch etwas dicker sein dürfen. Ich hoffe sehr, dass wir hier den Beginn einer kleinen Reihe erleben durften. Die beiden liebenswerten Ermittler haben auf jeden Fall das Potential dazu.

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107 Bibliotheken, 15 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

thriller, mord, drogen, spannung, atlanta

Blutige Fesseln

Karin Slaughter , Fred Kinzel
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 31.10.2016
ISBN 9783959670517
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Sara Linton und Will Trent gehen in die nächste Runde in diesem neuen Buch von Karin Slaughter. Der Mord, zu dem die Gerichtsmedizinerin und der Ermittler gerufen werden, gibt erst mal große Rätsel auf. Was ist wirklich passiert? Wer hat hier wen ermordet. Ist der Mörder auch verletzt und auf der Flucht? Oder konnte ein weiteres Opfer entkommen? Und handelt es sich dabei wirklich um die Exfrau von Will, Angie? In guter Thrillermanier bekommt der Leser erst mal einen Haufen Fragen, die er dann zusammen mit den Kommissaren abarbeiten darf.

Große Rätsel gibt es um Angie, die erst verschwunden ist, dann eine falsche Identität vorgaukelt. Sie versucht noch immer Will zu manipulieren, ihn gegen Sara auszuspielen, ihr Verbrechen zu verschleiern und ihre eigenen Ziele durchzusetzen. Dabei spielen auch Geschehnisse aus der Vergangenheit eine große Rolle und Will kann sich dem allen nur schwer entziehen.

Karin Slaughter schreibt routiniert und versteht es, einen Spannungsbogen durch das ganze Buch ansteigen zu lassen. Sie legt auch großen Wert darauf, dass ihre Darsteller ein Privatleben haben und ihre Beziehungen sich im Laufe der Geschichte weiterentwickeln.

Am Ende fehlte mir ein kleines bisschen Überraschungen noch, um die volle Punktzahl geben zu können. Aber ich freue mich definitiv, wenn ich von Sara und Will wieder etwas lesen kann.

 

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421 Bibliotheken, 29 Leser, 0 Gruppen, 135 Rezensionen

thriller, cody mcfadyen, smoky barrett, die stille vor dem tod, mord

Die Stille vor dem Tod

Cody McFadyen , Axel Merz
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 26.09.2016
ISBN 9783785725665
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Smoky Barrett ist zurück. Diesmal hat sie es nicht nur mit einem einzigen Bösewicht zu tun, der seine Opfer foltert und ermordet. Eine ganze Gruppe, eine Organisation mit großer Macht und schier unerschöpflichen Geldmitteln ist es, die seit Jahrzehnten das Böse auf die Welt bringt. Und im Laufe der Ermittlungen muss sie feststellen, dass auch Morde aus der Vergangenheit mit diesem neuen Fall zu tun haben, ja, dass persönliche Schicksalsschläge unter einem ganz neuen Licht betrachtet werden müssen.

Es beginnt furios und blutig und schon bald reiht sich Rätsel an Rätsel und Leiche an Leiche. Aber anstatt dies dann Stück für Stück aufzuklären und aufzudröseln wird die Story immer wilder und seltsamer. Der Autor erzählt keine stringente Geschichte sondern nutzt Zeitungsausschnitte und lange Traumsequenzen, um wichtige Handlungssegmente zu beschreiben, zusammenzufassen oder zu erklären.

Ich hatte das Gefühl, dass Cody McFadyen krampfhaft versuchte, sich selbst und seine Bücher zu überbieten, in dem er Brutalität an Grausamkeit reihte, Perversitäten am Fließband beschrieb, die für die eigentliche Handlung keine wichtige Rolle spielten. Seine Täter waren allesamt unmenschliche Monster, von deren Beweggründen man rein gar nichts erfuhr. Sie kamen aus dem Nirgendwo und es war mir nicht klar, worum es eigentlich bei all dem wirklich ging. Zeitweise lag die Vermutung nahe, alles würde sich um Smoky konzentrieren, aber auch dafür gab es keinen nachvollziehbaren Grund.

Diesmal konnte mich auch Smoky und der Rest der Protagonisten nicht überzeugen. McFadyen spricht in den Interviews davon, dass er unbedingt eine Weiterentwicklung und Veränderung seiner Charaktere wollte. Aber dies ist ihm meiner Meinung nach nicht wirklich glaubwürdig gelungen. Er verwendet zwar mindestens die Hälfte des Buches darauf, Gefühle zu beschreiben, zu hinterfragen, zu erklären. Aber ganz am Schluss entwickelt Smoky sich einfach wieder zurück und reagiert für mich unlogisch. Und Teile ihres Teams legten ein ziemlich kindisches und für die Dramatik des Falles unpassendes Verhalten an den Tag.

Ich finde es echt schade, dass Cody McFadyen sein Potential nicht ausgeschöpft hat. Es gibt ein, zwei kurze Szenen, die wirklich gut geschrieben sind und bei denen sein Talent aufblitzt. Aber das reicht leider nicht für ein ganzes Buch. Und es reicht bei mir im Augenblick nicht mal dafür, dass ich die Fortsetzung lesen möchte.


 

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(193)

398 Bibliotheken, 25 Leser, 1 Gruppe, 154 Rezensionen

krimi, taunus, mord, nele neuhaus, fuchs

Im Wald

Nele Neuhaus
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 14.10.2016
ISBN 9783550080555
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Reihe von Nele Neuhaus mit Oliver Bodenstein und Pia Sander geht in die achte Runde. Nachdem ich in loser Folge die Krimis lese war ich gespannt auf diesen neuen Fall. An der dicke des Buches konnte ich schon sehen, dass die Autorin wieder viel zu sagen hatte. Soll heißen, dass es viel Personal und viele Verwicklungen geben würde. Es geht, wie meistens, um ungeklärte Verbrechen in der Vergangenheit und aktuelle Morde, die damit in direktem Zusammenhang stehen. Auch der Fuchs auf dem Cover spielt diesmal eine reale Rolle, was ich schön finde, oft sind die Cover total nichtssagend.

Oliver Bodenstein hat seinen persönlichsten Fall zu bewältigen, da er die meisten der Verdächtigen noch aus Jugendzeiten persönlich kennt - oder zumindest zu kenne glaubt. Nach und nach dröseln er und Pia das ganze Beziehungsgeflecht auf. Am Ende muss er sogar einsehen, dass er zu nah dran an der ganzen Sache ist. Und sowas ist für einen Kommissar ja nie von Vorteil.

So richtig überzeugen konnte mich der Krimi nicht. Das lag vor allem daran, dass lange keine Spannung bei mir ankam und es mir einfach mal wieder zu viele Personen waren, die dann doch nicht wirklich mit den Morden zu tun hatten, wohingegen der wirkliche Täter eine relativ kleine Rolle in großen Teilen des Romans spielte. Mehr will ich eigentlich nicht verraten.

Lobend muss man erwähnen, dass die Autorin die meisten der losen Fäden am Ende geschickt zu einer Aufklärung und zu logischen Zusammenhängen verknüpft.

Ich finde, dass die Neuhaus-Krimis im Fernsehen mehr drive entwickeln, als als geschriebenes Wort. Keine Ahnung, ob das an einem gestrafften Drehbuch liegt oder ob es einfach da leichter ist, dem Fall zu folgen. Für meinen Geschmack hätte man ein Viertel des Textes und ebenso viel Personal streichen können und hätte dann wesentlich mehr Tempo in die Sache bekommen. Aber so was ist ja immer subjektiv. Viele lieben ja genau das an Neuhaus-Krimis.

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(28)

45 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 24 Rezensionen

kreuzzug, astrid fritz, kinderkreuzzug, mittelalter, unter dem banner des kreuzes

Unter dem Banner des Kreuzes

Astrid Fritz , any.way , Barbara Hanke , Cordula Schmidt
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 22.07.2016
ISBN 9783805251006
Genre: Historische Romane

Rezension:

Fritz hat sich für ihren neuen Roman ein historisches Ereignis ausgesucht, welches mir vorher so noch nicht geläufig war. Anfang des 13. Jahrhunderts hatten zwei Jungen eine göttliche Erscheinung – ähnlich der der Johanna von Orleon – und wurden berufen einen neuen Kreuzzug ins Heilige Land zu führen, um Jerusalem von den Ungläubigen zu befreien. Aber nicht bewaffnete Ritter sollten in den Kampf ziehen sondern Kindern nur durch die Liebe zu Gott dies auf unblutige Weise erwirken.

Mehrere Tausend Kinder und Jugendliche schließen sich dem Ruf nach und nach an. Unter ihnen auch eine kleine  Gruppe aus Freiburg. Den dramatischen, harten und entbehrungsreichen Pilgerweg quer über den Brennerpass bis hinunter an die italienische Küste schildert Astrid Fritz eindringlich und anschaulich. Nach heutigen Maßstäben ist es fast unvorstellbar, wie diese große Schar junger Menschen fast ohne Schutz und Verpflegung mit nicht viel mehr als den Kleidern am Leib solch eine Strecke zu Fuß bewältigt haben. Manchmal bekommen sie Unterkunft in Klöstern oder Scheunen aber oft müssen sie draußen schlafen und sind den Unbillen der Natur ausgesetzt. Auch die Bevölkerung ist nicht immer auf ihrer Seite. Viele lehnen diesen Kreuzzug ab, glauben nicht an den Erfolg des Unternehmens, halten ihren jugendlichen Anführer Nikolaus für einen Scharlatan. Aber der tiefe Glauben der Kinder ist ungebrochen und erst am Meer soll sich ihr Schicksal erfüllen.


Ich möchte nicht zu viel darüber verraten wie es mit den Kindern weiterging. Mir hat das Buch ein paar entspannte Lesestunden gegeben und ich habe so ganz nebenbei wieder einiges Neues aus der Geschichte Europas erfahren.

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(54)

90 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

thriller, gold, stein der weisen, alchemie, andreas eschbach

Teufelsgold

Andreas Eschbach
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 09.09.2016
ISBN 9783785725689
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Hendrik Busske hat es gründlich satt. Sein Job als Investmentberater erfüllt ihn schon lange nicht mehr. Er möchte endlich nicht mehr die zweite Geige spielen. Er sehnt sich nach Erfolg, Reichtum, Berühmtheit. In seinem tiefsten Innern brodelt eine nicht genau benennbare aber stetig wachsende Unzufriedenheit. Wie ein Wink höherer Mächte erscheint es ihm, als er ein kleines Buch mitgehen lässt und darin eine seltsame Geschichte über den „Stein der Weisen“ findet. Durch dieses Erlebnis wird eine kleine Lawine bei Hendrik losgetreten und er kündigt seinen Job und versucht sich damit, andere Menschen durch Motivationsseminare zu einem Umdenken in ihren grundsätzlichen Lebenseinstellungen zu bringen, weil er glaubt, dass das der richtige Weg zu ungeahntem Erfolg sein kann. Er selbst scheint das beste Beispiel dafür zu sein, denn er beginnt Karriere zu machen und mithilfe einiger Tricks und Halbwahrheiten erschleicht er sich immer mehr Kunden und zieht schließlich sogar in ein Schloss. Nach außen hin scheint er erfolgreich aber tief drinnen hat sich noch nichts geändert an seinem Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit.

Er findet weitere Berichte über die Existenz des seltsamen Steines. Über seine Gefährlichkeit, die Menschen töten kann, aber auch über die erstaunlichen Fähigkeiten, die er zu haben scheint. Er versucht mit seinem Bruder Adalbert herauszufinden, was dran ist an der Sache. Der ist ein introvertierter etwas weltfremder Wissenschaftler und glaubt zuerst nicht, dass an den ganzen Geschichten auch nur ein Körnchen Wahrheit dran wäre. Aber dann treffen die beiden auf einen uralten Alchemisten und mit dessen Hilfe scheint alles möglich.

Die Geschichte gewinnt nach und nach an Fahrt. Eschbach erschafft durch Rückblicke in die Vergangenheit des Steines eine glaubwürdige, wenn auch ziemlich phantastische Geschichte über ein Artefakt, welches wohl nicht von dieser Welt ist und so sind auch seine Fähigkeiten überraschend, unheimlich und schier grenzenlos. Man muss sich auf diese Geschichte einlassen, denn gerade dem Ende zu geschehen viele Dinge, die mit normalen Maßstäben selbst für Adalbert, den Wissenschaftler, nicht mehr erklärbar sind. Und man fragt sich als Leser ziemlich bald, wie dieser Thriller nur enden soll und wer wohl am Ende das Finale überleben wird.

Mir kam das Ende fast zu schnell und ich hatte irgendwie das Gefühl, dass nicht alles auserzählt wäre. Ein bisschen lässt Andreas Eschbach den Leser schon alleine, denn es ist der Phantasie jedes Einzelnen überlassen, was da wirklich am Schluss passiert ist. Man sollte wirklich ein Fantasy-Leser sein, sonst könnte man sich daran stören.

Für Eschbach-Kenner ist das Buch aber auf jeden Fall ein Muss.  

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(138)

248 Bibliotheken, 7 Leser, 2 Gruppen, 121 Rezensionen

liebe, gift, fantasy, jugendbuch, melinda salisbury

Goddess of Poison - Tödliche Berührung

Melinda Salisbury , A. M. Grünewald
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei bloomoon, 19.09.2016
ISBN 9783845815138
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die Autorin war mir unbekannt aber das Cover und die Beschreibung klangen spannend. Und ich wurde wirklich nicht enttäuscht.

Twylla mit ihrer etwas reservierten aber klugen Art hat mein Herz sofort erobert. Anfangs war sie sehr devot und nur innerlich zerrissen. Sie wurde gut vorbereitet auf ihre Rolle. Aber sie war nie stolz oder glücklich und sie hat bald gemerkt, dass auch der Kronprinz seine Probleme mit der vorbestimmten Situation hatte. Es tat mir leid, dass sie so ohne Berührungen und Nähe leben musste und ich habe von Anfang an gehofft, dass sie einen Ausweg findet. Die Vorstellung, für alle anderen giftig zu sein, war gruselig aber eine gute Idee.
Mit dem neuen Wächter bekommt Twylla plötzlich neue Sichtweisen. Er spricht mit ihr anders als der Rest der Welt. Wie mit einem normalen Mädchen. Überhaupt fand ich die Dialoge sehr unterhaltsam. So etwas ist mir immer sehr wichtig bei einem guten Buch.

Ebenfalls gibt es ein paar gelungene Wendungen und das Ende ist nicht weichgespült oder schmalzig. Das hat mich besonders überzeugt.

Von mir also ein Lob zu diesem Fantasy-Jugendbuch. Sicher mehr für Mädels geeignet aber durchaus für ältere Semestere unterhaltsam.

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(107)

225 Bibliotheken, 16 Leser, 1 Gruppe, 75 Rezensionen

neapel, freundschaft, italien, armut, bildung

Meine geniale Freundin

Elena Ferrante , Karin Krieger
Fester Einband: 422 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 29.08.2016
ISBN 9783518425534
Genre: Romane

Rezension:

Elena Greco und Lila Cerullo kommen beide aus einfachen Verhältnissen und wachsen als Mädchen in den 50ger Jahren zu besten Freundinnen zusammen. Beide sind intelligent und wissbegierig. Die beiden entwickeln einen gesunden Ehrgeiz miteinander, befruchten sich gegenseitig, lernen Sprachen und anderes, helfen sich dabei. Aber das Leben ist nicht nur eitel Sonnenschein. Ihre Väter sind Handwerker und es gibt einiges an familiären Streitigkeiten und Dramen und als Mädchen haben sie es in einer von Männern bestimmten Welt zur damaligen Zeit schwer.

Teilweise erfährt man bereits, dass Lila als erwachsene Frau verschwindet. Sie hat lange Jahre den eigentümlichen Wunsch, aus der Welt zu verschwinden und schließlich setzt sie diesen Plan mit einer Vehemenz in die Tat um, der skuril und fast lächerlich anmutet. Sie löscht alle Beweise und Hinweise auf ihre Existenz aus. Da es ja der erste Teil einer Trilogie ist, erfährt man natürlich noch nicht alles über diese ungewöhnliche Entwicklung.

Das Cover des Buches zieht wirklich magisch an. Schon lange habe ich kein so malerisches Cover gesehen, welches so zum Text passt und die Farben sind phantastische warme Blautöne. Einfach nur wunderschön.

Des Weiteren werden wahre Lobeshymnen von dieser Trilogie erzählt. Und um die anonyme Autorin, die vermeiden will, sich in der Öffentlichkeit als solche erkennen zu geben, wird vor allem in Italien ein wahnsinniger Hype gemacht. So sind die Erwartungen von mir sehr hoch gewesen. Und ehrlich gesagt konnten sie nicht ganz erfüllt werden. Der Text ist gut lesbar aber nicht wirklich eine schriftstellerische Perle. Die Geschichte ist interessant, ich mag diese Epoche gerne. Aber so richtig überraschend ist die Handlung nicht. Bis auf das seltsame Rituale des Verschwindens hat es wenig, was mich bewegt oder berührt hat. Ich habe nach der Einmaligkeit gesucht und war am Ende etwas enttäuscht. Für mich war es ein eher durchschnittliches Buch.

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(220)

397 Bibliotheken, 14 Leser, 2 Gruppen, 172 Rezensionen

fluch, fantasy, liebe, magie, jugendbuch

Secret Fire - Die Entflammten

C.J. Daugherty , Peter Klöss , Jutta Wurm
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 22.08.2016
ISBN 9783789133398
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Taylor ist 17 und eine Streberin. Sacha, ebenfalls 17, ist dagegen ein eher lustloser Teenager weil mit Fluch belegt. In wenigen Wochen soll er wegen dieses Fluches sterben. Nur Taylor kann ihn angeblich retten.
Zuerst einmal lernen die beiden sich nur übers Internet kennen, da er in Frankreich ist und sie in England. Da funktioniert die Freundschaft noch relativ unkompliziert. Als sie sich dann persönlich treffen, kracht es erst mal, weil die beiden eben doch nicht gleich so kompatibel scheinen. Aber es hilft nichts. Gemeinsam müssen sie versuchen, den Fluch zu lösen, denn sonst wir Sacha bald Tod sein und das will Taylor nun tatsächlich nicht.

Das Buch besticht erst mal durch seine Optik. Auch der Schreibstil ist flott und altersgerecht. Die Charaktere werden gut eingeführt und bekommen genug Zeit, damit man sich mit ihnen anfreunden kann. Die kleinen Eigenheiten der beiden fand ich sehr unterhaltsam. Dass Sacha so fatalistisch mit seinem Fluch umgeht, war amüsant und führt zu einigen lustigen Sprüchen. Auch Taylors Ehrgeiz und ihr Perfektionswahn sind gut geschildert und geben Zündstoff zwischen den beiden.

Es werden einige mystische Sachen eingeführt und angedeutet aber so richtig in die Gänge kommt die Story erst zum Ende dieses ersten Bandes und man muss schon den zweiten auch nochlesen, um zu wissen, wie es ausgeht.

Die Geschichte hat noch Luft nach oben, deshalb von mir vier gute Sterne.

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(53)

56 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 54 Rezensionen

kochbuch, frühstück, rezepte, kochen, backen

sweet & salty

Andrea Martens , Jo Kirchherr
Flexibler Einband: 144 Seiten
Erschienen bei AT Verlag AZ Fachverlage, 15.08.2016
ISBN 9783038009436
Genre: Sachbücher

Rezension:

"Sweet & Salty" - Frühstück für den ganzen Tag. Vor allem den Nachsatz sollte man bei diesem ungewöhnlichen Kochbuch im Auge behalten. Denn er trifft die Sache ziemlich gut.

Das Buch ist in mehrere Kapitel unterteilt, die die verschiedenen Klassiker eines umfangreichen Frühstücks variien. Seien es Waffeln oder Pancakes, Brot und Toast, oder nur Smoothies und etwas mit viel Obst. Für jeden Frühstückstyp ist etwas dabei. Es kommen sowohl die zu ihrem Recht, die es Eilig haben, wie auch die, die gerne etwas mehr Aufwand und Vorbereitung in den morgendlichen Start legen. Es werden die glücklich gemacht, die es gerne süß oder fettig oder beides mögen. Aber auch die, die es deftig bevorzugen oder die mit einer scharfen Variante schon morgens leben können, werden hier angesprochen.
Dabei sind die Kombinationen durch die Bank ungewöhnlich und ich habe vieles so noch nicht gesehen, geschweige denn wäre ich selbst auf die Idee gekommen.

Manches ist gewagt. Feige, Gorgonzola und Schokolade. Passionsfrucht, Rostbratwürstel und Honig. Forellencreme mit Birnenchutney. Ja, da muss man echt manchmal grübeln, wie das denn schmecken könnte. Ich bin ein alter Hase im Kochgeschäft und ich habe sehr viele Kochbücher. Aber dieses konnte mich echt überraschen.

Dabei ist die Aufmachung sehr ansprechend. Tolle Fotos und gute Anleitung zum Nachkochen. Stück für Stück werde ich mich hier durcharbeiten und meinen Gaumen erfreuen mit süßem und salzigen auf einen Bissen.

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(67)

94 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 60 Rezensionen

israel, liebe, palästina, new york, nahostkonflikt

Wir sehen uns am Meer

Dorit Rabinyan
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 11.08.2016
ISBN 9783462048612
Genre: Liebesromane

Rezension:

Die israelische Autorin Dorit Rabinyan erzählt aus der Sicht der Israelin Liat, die in New York studiert. Sie lernt schon am ersten Tag den Palästinenser Chilmi kennen und verliebt sich schnell in den gutaussehenden, charmanten jungen Maler. Aber sie tut sich auf Grund ihrer Herkunft von Anfang an schwer mit Chilmis Herkunft, seiner politischen Gesinnung, seiner Nationalität. Sie verbirgt ihn vor Familie und Freunden. Sie will die Beziehung geheim halten und an dieser Lügerei krankt die Beziehung von Anfang an. Auch wenn man anfangs die Hoffnung hat, dass eine Israelitin und ein Palästinenser wie Romeo und Julie über ihren Schatten springen und durch ihre Liebe und ihre Zuneigung über alle politischen und gesellschaftlichen Grenzen zueinander finden.

Schwer getan habe ich mich mit dem Rhythmus des Erzählstils, der sehr intensiv, langsam und ausufernd genau ist. Jede Bewegung, jede winzigste Gefühlsregung werden von jeder Seite beleuchtet und haarklein beschrieben. Dafür passiert spannungstechnisch über weite Strecken sehr wenig. Ich gebe zu, ich habe manchmal nur quergelesen, weil ich mich gelangweilt habe.

Ich hatte mir einfach mehr erwartet von diesem Buch. Ich kann nicht mehr wie 3 Sterne vergeben.

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(73)

134 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 48 Rezensionen

krebs, liebe, leben, leukämie, gesund

Auf Null

Catharina Junk
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Kindler, 26.08.2016
ISBN 9783463406688
Genre: Romane

Rezension:

Nina denkt, sie hätte eine einfache Erkältung aber im Krankenhaus wird Leukämie diagnostiziert. Für die 20 Jährige bricht eine Welt zusammen. Nicht nur  ihre Eltern stärken ihr mit ihrem Engagement den Rücken, auch ihre beste Freundin Bahar stürzt sich  mit Elan in das Projekt "Nina-wird-Gesund". Im Laufe der verschiedenen Chemostherapien verlässt Nina der Mut und selbst als sie mit positiven Werten die Klinik verlassen darf kann sie nicht so recht an eine Heilung glauben. Mit Bahar zerstreitet sie sich wegen deren Hilfsprojekten und ihr Bruder Theo ist in eine strenge Glaubensgemeinschaft eingetreten und denkt, mit Gebeten könnte er seine Schwester heilen.

Catarina Junk hat ein stimmiges, einfühlsames Buch geschrieben. Die Ängste und Sorgen einer Krebspatientin erzählt sie auf eine liebevolle, glaubwürdige Art und dennoch lässt sie Raum für Liebe, Freundschaft, Sehnsucht und eine gehörige Prise Humor, ja sogar Sarkasmus. Ich habe mit Nina und ihrer Familie mitgefühlt und fand es schön, wie sie Stück für Stück wieder ins Leben zurückfindet. Es ist ein anderes Leben als das vorher und es gilt Verluste zu verkraften und Freundschaften neu zu überdenken. Aber es macht Mut und ich fand es schön, dass sie Traurigkeit und Zuversicht gleichermassen zulässt in dieser Geschichte.

Mir hat das Buch sehr gefallen. Das auffällige Cover bekommt im Laufe der Handlung einen tieferen Sinn und ist damit wirklich hervorragend gewählt.

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(85)

167 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 73 Rezensionen

thriller, san francisco, doppelmord, park, misshandlung

Boy in the Park – Wem kannst du trauen?

A. J. Grayson , Karl-Heinz Ebnet
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Droemer Taschenbuch, 01.08.2016
ISBN 9783426305713
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Klappentext: „A. J. Grayson legt mit seinem Debüt einen düsteren, komplexen Psycho-Thriller um eine Kindesentführung vor, der mit ganz besonderen Drehs aufwartet. Ein Roman um Alptraum und Realität, um dunkelste Erinnerungen und menschliche Abgründe.“

Hier wird eigentlich schon ein Hinweis darauf gegeben, was der interessierte Leser zu erwarten hat. Zuerst lernen wir Dylan kennen, der mittags Pause im Botanischen Garten macht. Er ist immer alleine und macht von Anfang an einen zurückgezogenen, introvertierten, ja, auch etwas seltsamen, Eindruck. Er beobachtet vor allem einen kleinen Jungen der – welch seltsamer Zufall – jeden Tag zur gleichen Zeit, am gleichen Ort, in gleicher Kleidung, fast das Gleiche tut. Dylan ist immer nur der stille Beobachter bis er plötzlich eines Tages den Eindruck hat, dass ein Erwachsener dem kleinen Jungen zu Leibe rückt. Aber als er ihm zu Hilfe kommen will sind beide Verschwunden. Ein kleiner Hinweis bleibt ihm allerdings und alsbald begibt er sich persönlich auf die Suche nach dem Jungen und einer Erklärung für sein Verschwinden.
Was dann kommt ist zuerst eine kurze Detektiv-Jagd die allerdings alsbald durch böse Träume und einen jungen Mann, der ihm helfen will zu etwas ganz anderem entwickelt.

Relativ schnell war mir klar, wohin der Autor mit mir will. Das hat mich allerdings nicht gestört, denn der Schreibstil war so unterhaltsam und ich wollte unbedingt wissen, wie er alles langsam aufdröselt, dass ich gerne weitergelesen habe. Die kurzen Kapitel animieren zum Lesen und geben der Geschichte das nötige Tempo. Einschübe mit psychologischen Sitzungen geben zusätzlich Hinweise sollen aber auch etwas verwirren. Der Plot ist nicht wirklich neu, das Thema oft schon auf verschiedene Weise verarbeitet. Aber mir hat es gut gefallen, wie Grayson hier an die Sache rangeht.
Dazu kommt ein angenehmer Erzählstil und ein Cover, welches aus dem Büchermeer heraussticht und den Leser zusätzlich zum Kauf animiert.

Gute vier Sterne von mir.

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(210)

309 Bibliotheken, 8 Leser, 3 Gruppen, 110 Rezensionen

thriller, robert hunter, los angeles, chris carter, mord

I Am Death - Der Totmacher

Chris Carter , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 17.06.2016
ISBN 9783548287133
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Was erwartet man von einem Buch, welches schon den Titel „I am Death – Der Totmacher“ hat. Und noch dazu, wenn es von dem bereits ziemlich bekannten Thrillerautor Chris Carter stammt. Mal ehrlich. Sanfte Krimikost gibt es hier nicht. Sondern im Gegenteil eine harte und blutige Thrillergeschichte, bei der sich einem mehr als einmal die Haare aufstellen ob der Grausamkeit des Mörders, der infantilen Art, wie er seine armen Opfer drappiert, seiner großspurigen Behauptung „Ich bin der Tod“.

Der Titel des Buches ist hier Programm und die gut bekannten Ermittler Robert Hunter und Carlos Garcia werden mal wieder mit einem Serienmörder konfrontiert, der ihnen alles abverlangt und der sich nur sehr schwer stoppen lässt. Freilich ist das Schema immer wieder in leichten Abwandlungen das Gleiche. Und auch wenn die Helden sich durchaus über die Vorgängerromane langsam weiterentwickeln so gibt es doch keine wirklich gravierenden Neuerungen. Aber ehrlich gesagt finde ich das bei dieser Reihe ganz okay. Einmal im Jahr gönne ich mir mit großem Vergnügen eine Dosis dieses Autors. Öfters würde mich wahrscheinlich sogar stressen, denn ich bin immer wieder geschockt über den Einfallsreichtum des Autors was Mord und Totschlag betrifft.

Diesmal ist mir das Buch fast etwas zu dünn geraten. Ziemlich schnell war ich durch und wie immer habe ich genau bekommen, was ich mir gewünscht hatte. Einen Thriller, den ich ohne Probleme als Pageturner und Straßenfeger bezeichnen würde. Mit sympathischen Helden eine echt fiesen Täter und einer Reihe ziemlich spannender Szenen die in einem guten Showdown gipfeln.

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(46)

66 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 42 Rezensionen

mallorca, sommer, liebesgeschichte, roman, beziehung

Die Sommer mit Lulu

Peter Nichols , Dorothee Merkel
Fester Einband: 507 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 11.07.2016
ISBN 9783608983104
Genre: Romane

Rezension:

"Die Sommer mit Lulu" hörte sich für mich nach einer ungewöhnlichen Art des Geschichtenerzählens an. Eine Geschichte rückwärts zu beschreiben ist eine überraschende Idee und ich war gespannt auf dieses Experiment.

Lulu und Gerald waren vor langer Zeit einmal verheiratet. Sie treffen sich auf den Klippen von Ala Mallorca und stürzen in die Tiefe. Wie kam es dazu? Was ist vor 60 Jahren passiert? Die Kinder aus verschiedenen Ehen versuchen herauszufinden, was vorgefallen ist.

Es ist eine Liebesgeschichte. Es ist eine Familiengeschichte und auch eine Zeitgeschichte. Aber mir war schnell klar, dass mich der Parcour nach hinten etwas verwirrte und auch unzufrieden machte, da ich immer das Ergebnis vor dem Anfang präsentiert bekam. Wobei der Schreibstil durchaus angenehm zu lesen ist. Die Charaktere haben Tiefgang aber waren teilweise etwas sperrig, allen voran die Namensgebende Lulu.

Mir war das Buch etwas zu holprig durch den Rückwärtsschritt und ich habe mich durchgekämpft. Vorwärts wäre die Geschichte einfach leichter zu lesen gewesen. Ich habe mich gefragt, ob die Autorin das Buch in richigeriger Reihenfolge geschrieben hat und dann verkehrt zusammengesetzt oder ob sie es auch anders herum geschreiben hat.

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(34)

63 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 31 Rezensionen

england, krieg, erster weltkrieg, liebe, frauen

Der letzte Sommer

Helen Simonson , Michaela Grabinger
Fester Einband: 540 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 19.07.2016
ISBN 9783832198268
Genre: Romane

Rezension:

Der letzte Sommer bricht 1914 in einem kleinen englischen Dorf namens Rye an. Der letzte Sommer bevor der erste Weltkrieg alles verändern soll. Der letzte Sommer, in dem die hochnäsigen Upperclass-Damen missbilligend zur Kenntnis nehmen müssen, dass tatsächlich eine junge Frau an der Schule eingestellt wird, die den Bauernlümmeln Latein beibringen soll. Besagte Beatrice Nash ist auch noch unverheiratet und ohne Familie und etwas aufmüpfig scheint sie auch zu sein. Das friedliche Kleinstadtleben wird vom Ausbruch des Krieges erst nur gestreift. Man beschließt Flüchtlinge aus Belgien aufzunehmen. Damit beginnen aber bereits die Schwierigkeiten, denn es kommen natürlich nicht nur kleine süße Kinder, sondern ganze Flüchtlingsfamilien. Und es sind Menschen, die Furchtbares erlebt haben und die Angst und Verzweiflung in die kleine Gemeinde bringen, die damit anfangs fast überfordert scheint. Aber das ist erst der Beginn, denn der letzte schöne Sommer ist vorbei.

Mir hat der Schreibstil der Autorin wahnsinnig gut gefallen. Auch die Art, wie sie ihre Figuren beschreibt ist einfühlsam und aufmerksam. Es geht natürlich um all die Wichtigen und Unwichtigen Dinge im Leben. Um den Wunsch nach Frieden und die harten Realitäten des Krieges,  um verlogene Hilfsbereitschaft und um ernstgemeinte Nächstenliebe, um den Wunsch der Frauen nach Selbstbestimmung und Gleichberechtigung, um die Sehnsucht der Männer nach Ruhm, Ehre und Erfolg, um Tod und Leben, um Liebe und Leid. Alle Figuren verändern sich mehr oder weniger in dieser Geschichte, müssen tragische Dinge erleben und Stellung beziehen, vor sich und den anderen.

Ein anspruchsvolles aber dennoch nicht langatmiges Lesevergnügen. Nichts für Zwischendurch, weil es einfach zu schön ist und weil es zu schade zum Nebenher lesen ist.

Ich bin glücklich, dass ich es in einer Leserunde hier im Forum entdecken durfte. Nochmals vielen, vielen Dank dafür.

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(62)

92 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 63 Rezensionen

wien, krimi, serienmörder, carlotta fiore, theresa prammer

Mörderische Wahrheiten

Theresa Prammer
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 15.04.2016
ISBN 9783471351376
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich habe den ersten Fall „Wiener Totenlieder“ von Theresa Prammer leider nicht gelesen. Vielleicht sollte ich das noch nachholen, denn dann würde zumindest der Einstieg in ihr Privatleben noch intensiver werden. Im vorliegenden zweiten Band dieser Krimireihe „Mörderische Wahrheiten“ läuft anfangs nicht alles so rund für die Hauptdarstellerin Lotta Fiore. Ihr mutmaßlicher Vater Konrad Fürst liegt im Koma im Krankenhaus und als er endlich erwacht kann er sich erst mal an nichts erinnern, natürlich auch nicht an Lotta und ob sie seine Tochter ist.

Zu allem Überfluss wird auch seine fachliche Kompetenz dringend benötigt, da es zu einer Mordserie kommt, die sehr stark an eine lange zurückliegende Serie erinnert, in der er maßgeblich als Ermittler beteiligt war.

Lotta hat alle Hände voll zu tun. Sie möchte ihren Vater näher kennenlernen, sie versucht sich mit dem Vater ihres Kindes zu arrangieren und sie möchte den Mörder fassen, der immer wieder Teenager tötet und dann auf höchst widerwärtige Art ablegt. Dabei spielt natürlich auch die österreichische Hauptstadt Wien eine Rolle und der ganz eigene Menschenschlag belebt das Buch und die Geschichte aufs Trefflichste.

Ein sehr unterhaltsamer Krimi der sich leicht und schnell lesen lässt und das Interesse für den Vorgänger und einen Nachfolger wecken konnte.

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105 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 47 Rezensionen

urlaub, italien, adria, humor, 80er jahre

In der ersten Reihe sieht man Meer

Volker Klüpfel , Michael Kobr
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Droemer, 09.03.2016
ISBN 9783426199404
Genre: Humor

Rezension:

"In der ersten Reihe sieht man Meer" ist diesmal kein Krimi mit dem wohlbekannten Kluftinger aus der Feder des Autorenduos Kobr und Klüpfel sondern ein Unterhaltungsroman mit einem sehr ungewöhnlichen und ausgesprochen amüsanten Plot. Dieser funktioniert vor allem für die Generation, die ähnliches erlebt hat wie der Hauptdarsteller Alexander Klein. Der wird nämlich im Schlaf in die eigenen Vergangenheit zurückkatapultiert und erwacht in seinem eigenen Teenager-Körper allerdings ist er innerlich immer noch um die 50. So macht er mit seinen Eltern und seiner Schwester nochmals einen der legendären Italienurlaube und reflektiert mit seinem gereiften Ich diese magische, schrille Zeitreise in die 80er.

Genau solche Urlaube haben wir auch gemacht. Erst selbst mit den Eltern aber vor allem dann mit den eigenen Kindern. Und man kommt aus dem Lachen und Staunen kaum mehr heraus, wenn man sich an all die Dinge erinnert, die man längst vergessen hatte und die man liebgewonnen hatte und die das ganz eigene Flair ausmachten.
Schon die Fahrt ins gelobte Urlaubsland war abenteuerlich, beschwerlich und lustig. Ohne Klimananlage, mit den Kassetten der Kinder im Autoradio. Und dann am Urlaubsort, am Strand mit Horden anderer Urlauber, mit Coccobello-Verkäufern. Hach, da werden Erinnerungen wachgerufen, die lange verschüttet waren. Das Buch lädt zum Debattieren ein.

Ich habe das Hörbuch gehört. Es war das erste Mal, dass ich von Pastevka etwas gehört habe. Ich gebe zu, mich hat seine Art des Lesens etwas angestrengt. Er ist sehr bemüht alle Rollen verschieden zu sprechen und da viele der Figuren etwas nervig sind, sind es auch diese Stimmenimitationen und mit Kopfhörer wurde mir das stellenweise fast zu viel des Guten. Die Geschichte hätte meiner Meinung nach auch lustig gewirkt ohne dass der Vorleser die Frauen kreischen lässt, die Jungs heftig kieksen und die Schwester lispeln. Hierfür ziehe ich einen Stern ab.

Am Ende gibt es nochmal eine überraschende Volte. Da die ganze Geschichte ja eher eine fantastische ist, habe ich auch diese Volte schmunzelnd akzeptiert.
Fazit: Unterhaltsame Lektüre für Leser vor allem zwischen 35 und 55 und für den Italienurlaub sehr empfehlenswert.

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(68)

93 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 53 Rezensionen

schweden, krimi, rassismus, tom stilton, rassenhass

Die Strömung

Cilla Börjlind , Rolf Börjlind , Christel Hildebrandt
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei btb, 08.03.2016
ISBN 9783442753956
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das war mein zweites Buch des Autorenduos Cilla und Rolf Börjlind. Den zweiten Teil hatte ich allerdings nicht gelesen und man merkte jetzt beim Lesen von Teil 3, dass einige Informationen über die Hautpdarsteller fehlten und teilweise auch nicht mehr nachgereicht wurden. An den ersten Band hatte ich mich nicht mehr so genau erinnern können aber ich gebe ja Autoren immer wieder neu die Chance mich zu überzeugen oder sogar zu begeistertn.

Die Ermittler Olivia Rönning und Tom Stilton kannte ich noch und vor allem Olivia war mir sympathisch in ihrer jungen und intensiven Art. Schwer fiel mir allerdings das Grundthema, denn es gibt relativ schnell zwei Kinder, die brutal ermordet werden und sowas wühlt mich immer ziemlich auf. Auch diesmal sind ein Fall aus der Vergangenheit und die aktuellen Morde miteinander verstrickt und Rassenhass spielt eine sehr große und aktuelle Rolle.

So hundertprozentig konnte mich das Buch nicht fesseln. Ich denke mal das lag daran, dass ziemlich viele Personen eingeführt werden und ich bei den verschiedenen Erzählsträngen die häufig wechseln etwas den Überblick verloren hatte und die Darsteller oft zu kurz und oberflächlich eingeführt wurden. Man muss bei der Geschichte wirklich dranbleiben. Zum Ende hin wurde es mir aber wieder alles klarer und auch wenn man schon vor dem Schluss ahnt, worauf alles hinausläuft, so war es dann doch ein guter Schlussteil, der mir sehr gut gefallen hat.

Für mich ein guter Krimi der allerdings nicht ganz an die großen Autoren wie Nesbo oder Wallander heranreicht.

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45 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

familie, sommer, sommerhaus, familiengeschichte, psychose

Die Sommer der Porters

Elizabeth Graver , Juliane Zaubitzer
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Mare Verlag, 05.07.2016
ISBN 9783866482234
Genre: Romane

Rezension:


„Die Sommer der Porters“ war mein erster Roman der Autorin Elizabeth Graver . Wie immer ist es dem Mare-Verlag gelungen ein anspruchsvolles und ansprechendes Cover zu gestalten welches auch gut zum Titel und Inhalt dieses Buches passt, welches zu weiten Teilen in einem Sommerhaus an der Küste spielt.

Es geht in einem Zeitraum über mehrere Jahrzehnte um die Familie Porter. Es ist ein Familienroman mit all seinen Facetten. Liebe und Tod, Missgunst und Neid, schicksalshafte Ereignisse  und menschliche Verwicklungen.
 
Ich lese sehr gerne solche Romane, habe gerade erst den neuen von Joel Dicker genossen. Graver`s Geschichte konnte mich leider nicht ganz so überzeugen. Sie wollte meiner Meinung nach einfach zu viel und hat mich als Leser nicht ganz einfangen können. Der Erzählstil wechselt zwischen verschiedenen Formen, nimmt auch einmal den Tagebuchstil, den ich leider überhaupt nicht schätze. Neben den Stilen wechseln auch die Protagonisten und die Jahrzehnte. Dadurch entstehen nach jedem Abschnitt für mich ziemlich abrupte Brüche im Rhythmus und ich musste mich jedes Mal erst wieder neu einfinden. Es war zwar teilweise interessant die gleichen Personen aus gänzlich anderen Perspektiven beleuchtet zu sehen aber es entstand bei mir zu keinem der Protagonisten ein wirklich enger Bezug. Am nächsten kam mir das Kindermädchen, welches aber nur am Anfang und Ende eine wirkliche Rolle spielt.


 Ebenfalls etwas anstrengend war für mich der Schreibstil, der sehr oft durch die Geschichte mäandert und kaum Spannung aufbauen konnte. Es war leider nicht ganz mein Geschmack

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60 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

karibik, schmuggel, abenteuer, sklavenhandel, hanse

Bucht der Schmuggler

Ulf Schiewe
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.06.2016
ISBN 9783426516935
Genre: Historische Romane

Rezension:

Wir schreiben das Jahr 1635. Der junge Kaufmannssohn  Jan van Hagen kommt von einer Seehandelsreise zurück und trifft gerade noch seinen Vater sterbend auf dem Totenbett an. Da diverse Gäubiger ihm bald auf den Fersen sind, macht er sich mit seiner Mannschaft auf Richtung Hispaniola, in der Hoffnung, dort vielleicht zu Gold und Geld zu kommen. Ein niederländischer Freund bittet ihn auch darum, nach seinem Sohn zu suchen, der dort verschollen ist.

In der Karibik lebt Dona Maria mit ihrem Mann, dem Zuckerbaron, Don Miguel ein zufriedenes unaufgeregtes Leben. Bis sich Vize-Gouverneur Don Alonso für die junge Frau interessiert, Schmuggler die Gewässer vor der Insel unsicher machen und ein ausgebrochener Sklave bei Dona Maria Hilfe sucht.

Nach langer abenteuerlicher Überfahrt erreicht Jan die karibischen Gewässer und versucht, mit Schmuggel zu Kapital zu kommen. Er findet auch heraus wo der verlorene Sohn zu finden ist und beschließt ihn zu befreien, da er als Sklave auf einer Plantage darben muss.

Ulf Schiewe gelingt hier wieder mal eine süffige und spannende Geschichte in einem exotischen und für ihn neuen Setting. Dabei wird man zurückversetzt in die Zeit von Erol Flynn und „Dem roten Korsar“, hat „den Fluch der Karibik“ vor Augen, den Geruch nach Salz und Fisch in der Nase und „das Knattern der Segel“ im Ohr.

Man merkt, dass der Autor die Gegend aus eigener Erfahrung nicht fremd ist und dass er Spaß daran hat, seine Rechercheergebnis so in die fiktive Geschichte einzubauen, dass man neben der guten Unterhaltung auch noch ein bisserl Wissen vermittelt bekommt.

Starke Frauen, ansehnliche Mannsbilder, schillernde Bösewichte bevölkern das Buch ebenso wie Sklaven, blinde Passagiere, schwangere Weiber und wilde Tiere.

Ein sehr vergnügliches Leseerlebnis welches ich jedem gerne ans Herz lege. Schiewe – wie immer – in Bestform.


Ich hoffe sehr auf eine Fortsetzung.

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58 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

gott, ewald arenz, hamburg, apokalypse, himmel

Herr Müller, die verrückte Katze und Gott

Ewald Arenz
Fester Einband: 300 Seiten
Erschienen bei ars vivendi, 02.06.2016
ISBN 9783869136219
Genre: Romane

Rezension:

Vorneweg:

Ich lese selten lustige Bücher, weil sie mir meist zu profan oder nicht lustig genug sind. Auch tue ich mir oft mit schräger Realsatire schwer und bin kein Fan von Geschichten über Seelenwanderungen, Widergeburt, religiöse Themen und spirituelle Ergüsse.
Um beim Thema zu bleiben bin ich fast „wie die Jungfrau“ zu diesem Buch gekommen. Ich mag die historischen Romane von Ewald Arenz und habe das Buch in einem anderen Forum in einer Leserunden gewonnen.


über den Autor:

Ewald Arenz wurde 1965 in Nürnberg geboren, studierte englische und amerikanische Literatur sowie Geschichte und publiziert seit Beginn der neunziger Jahre. Er gehört zu den profilierten Autoren im süddeutschen Raum und wurde für sein literarisches Werk vielfach ausgezeichnet. In seinen Romanen und Erzählungen wahrt er "bemerkenswert die Balance zwischen Anspruch und Unterhaltung", wie die Süddeutsche Zeitung schreibt. Seine literarischen Neigungen sind vielfältig: Er liebt die großen romantischen Begebenheiten wie in "Der Duft von Schokolade" ebenso wie die heiter-ironischen Geschichten aus "Meine Kleine Welt" oder in dem Familienroman "Ehrlich & Söhne".

Ewald Arenz, geboren 1965 in Nürnberg, wurde für sein literarisches Werk unter anderem mit dem Bayerischen Staatsförderpreis ausgezeichnet.


Inhalt:

Die unsterbliche Seele von Kurt Müller geht bei einem tödlichen Fenstersturz verloren, und ihr spurloses Verschwinden droht unversehens den Beginn der Apokalypse auszulösen.
Erzengel Jehudi kann jede Hilfe gebrauchen auf der Suche nach dieser Seele. Neben zwei arabischen Selbstmordattentätern, die gerade erst im Himmel angekommen sind, werden sowohl Kurts Tochter und deren beste Freundin als auch der gefallene Engel Abaddon in die verzweifelte Suche zwischen Himmel und Erde verwickelt. Aber selbstverständlich macht auch die höllische Fraktion nebst Höllenhund jagt auf Kurts Seele, die derweilen eine überraschende Reinkarnation erlebt hat. Schließlich mischt sich noch Erzengel Uriel mit einem ganz speziellen Plan ein und die Rettung der Menscheit wird dadurch nicht unbedingt einfacher.
Und wo ist überhaupt Gott in dieser Notsituation abgeblieben?


Meine Meinung:

Wer sich nicht sicher ist, ob das Buch etwas für ihn ist, sollte einfach die ersten Seiten der Leseprobe genießen. Ich war danach überzeugt, wenn das Buch nur ansatzweise meine Erwartungen erfüllt, könnte es eine nette Geschichte werden. Am Ende musste ich dann sagen: Ewald Arenz hat hier Alles richtig gemacht.

Ihm ist es gelungen, mich auf jeder Seite erneut zu überraschen mit seinem Wortwitz, dem beißenden Sarkasmus, der fröhlichen Ironie, den eingestreuten Schenkelklopfern, dem feinsinnigen Humor. Nebenbei gibt er einen realistischen, klugen Blick auf Weltreligionen im Allgemeinen, die Kirche und den Popantz, die Gesellschaft mit ihrer Verlogenheit und ihren einfältigen Ansichten über fremde Religionen, andere Glaubensrichtungen. Mutig strickt er aus Texten der Bibel und der Evangelien und seiner überbordenden Phantasie einen Himmel, in dem das Internet Einzug gehalten hat und die doppelte Buchführung praktiziert wird. In dem coole Engel keinen leichten Job haben und so manche illustre Seele auf ungewöhnliche Art und Weise dem göttlichen Auftrag dient. Man erfährt, wo derzeit die Verwaltungszentrale des Himmels ihren Hauptsitz hat und wo die Hauptzugänge zur Hölle zu finden sind. Dabei schreckt er auch vor real brisanten Themen nicht zurück. z.B. sind zwei der Hauptdarsteller muslimische Selbstmordattentäter, was einem ganz kurz mal ungut aufstoßen könnte.

O-Ton des Autors in der Leserunde hierzu: …. Aus menschlicher Sicht …. sind Selbstmordattentate… das Ende der Vernunft. Und mir steht leider kein anderes Mittel als der Humor zur Verfügung, um zu zeigen, wie unendlichen dumm ein vermeintlich politisches Mittel wie ein Selbstmordattentat ist…
Wie wahr gesprochen.

So hatte ich auch nie den Eindruck, Arenz würde sich über den Glauben oder die Gläubigen der verschiedenen Religionen lustig machen. Vielmehr schafft er es, den Blickwinkel so zu verändern, dass man tatsächlich auch über ernste und heikle Sachverhalte schmunzeln kann oder gar ins Grübeln gerät, was man denn selber für Gedanken dazu hätte. Bei aller Unterhaltung also durchaus eine Menge zum Nachdenken und genauer draufschauen.

Die Fülle der charmanten Einfälle und der funkensprühende Witz machen das Buch definitiv zu einem meiner Jahreshighlights. Ich liebe die Protagonisten dieser Geschichte und bin fast ein bisschen traurig, dass ich sie nur einmal so unvorbereitet kennenlernen kann. Ich wünschte mir, es gäbe diese Erzengel wirklich und der Himmel wäre so ähnlich, wie Arenz ihn ersonnen hat.

Ein Buch für Gläubige und Zweifler gleichermaßen, konfessionsübergreifend.

Von mir volle Punktzahl und eine ganz dicke Leseempfehlung.

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74 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 42 Rezensionen

krimi, oslo, norwegen, widerstand, nationalsozialismus

Der letzte Pilger

Gard Sveen , Günther Frauenlob
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 26.02.2016
ISBN 9783471351161
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Frühling in Oslo. Eine Haushälterin findet Ex-Minister Carl Oscar Krogh ermordet. Er wurde mit unzähligen Messerstichen niedergestreckt. Ein Mord voller Hass und Wut. Aber was hat der ehemalige Widerstandskämpfer getan, dass diese Tat rechtfertigt?

Im ersten Fall von Kommissar Tommy Bergmann spielt ein Motiv eine Rolle, welches in der Vergangenheit des zweiten Weltkrieges begründet scheint. Zu dieser Erkenntnis kommt der Ermittler vor allem, nachdem er herausfindet, dass drei skelettierte Leichen auch mit dem aktuellen Mord zu tun haben könnten.

Gard Sveen hat für seinen Erstling „Der letzte Pilger“ bereits einige Preise gewonnen. Sowas muss zwar nichts heißen, aber in diesem Fall, stimme ich mit den Juroren überein. Mir hat der Krimi ausnehmend gut gefallen. Der Autor macht alles richtig. Der Plot ist interessant und wird langsam und gründlich ausgearbeitet. Der Leser kann den Ermittlungen folgen und bekommt noch den Vorteil, dass die Geschehnisse in der Vergangenheit nach und nach erzählt werden. Die Charakter sind nicht schwarz oder weiß. Der Kommissar ist ein schwieriger Mensch, hat Probleme mit seinem Privatleben, aber er verbeißt sich trotzdem in den Fall und lässt nicht locker. Vor allem der Erzählstrang im Zweiten Weltkrieg war sehr spannend.

Mir hat der Krimi sehr gut gefallen. 

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113 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 59 Rezensionen

entführung, thriller, roman, kindesentführung, kinder

The other Girl

Maggie Mitchell , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 26.02.2016
ISBN 9783471351123
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Meiner Meinung nach läuft „The other girl“ von Maggie Mitchell leider im falschen Genre. Der Thriller-Anteil ist weniger als 1/3 des Buches und selbst da sehr verhalten. Es handelt sich eher um eine psychologische Studie zweier Frauen, die als Teenager von einem Mann entführt und einige Wochen zusammen gefangen gehalten wurden. Die Autorin beschäftigt sich sehr ausführlich mit der Frage, wie die Mädchen diesen seelischen Ausnahmezustand verarbeiten. Der größte Teil des Buches spielt ca. 20 Jahre später. Die eine ist immerhin Professorin geworden, während die andere erfolglose Schauspielerin und alkoholabhängig ist.

Die eine schreibt ein Buch, in welchem sie ihre traumatische n Erlebnisse aufarbeiten will und als es verfilmt werden soll, bekommt es die andere in die Hände und soll eine Rolle darin spielen. Erst da treffen die zwei Frauen wieder aufeinander. Die Frage ist, ob sie sich vielleicht gegenseitig helfen können, doch noch über die Entführung hinwegzukommen. Ob es ihnen hilft, dass sie die Gemeinsamkeit, die sie bei der Gefangennahme hatten, jetzt in eine Freundschaft umwandeln und verarbeiten, was kaum zu verarbeiten ist.

Es wird aus wechselnder Perspektive berichtet, so dass man gut in die unterschiedliche und doch so ähnliche Gefühlswelt der Hauptdarstellerin gelangt. Ich fand allerdings, dass sich das Ganze etwas zieht, da ich ja mit einem Thriller gerechnet hatte und eigentlich kein großer Fan von dieser Art von Geschichten bin. Deshalb habe ich auch relativ lange gebraucht, bis ich durch war und habe es oft wegen eines anderen Buches zur Seite gelegt. Soll aber nicht heißen, dass es nicht jemand anderem besser gefallen könnte. Der Schreibstil war gut zu lesen und das Cover ist wirklich sehr schön.

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35 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

mississippi, rassismus, die toten von natchez, kennedy, politischer mor

Die Toten von Natchez

Greg Iles , Ulrike Seeberger
Fester Einband: 1.008 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 18.04.2016
ISBN 9783352006654
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Penn Cage ist der Bürgermeister von Natchez in Mississippi. Im ersten Teil der Reihe wurde sein Vater beschuldigt eine ehemalige Krankenschwester ermordet zu haben und befindet sich seitdem auf der Flucht. Aber nicht nur die Polizei ist hinter dem alten Arzt her sondern auch die Doppeladler unter ihrem Anführer Forrest Knox. Sie denken, dass Cage Senior zu viel über all die Verbrechen weiß, die die Organisation im Laufe der letzten 50 Jahre begangen hat und wollen in mundtot machen. Penn sucht nach der Wahrheit und nach Beweisen und auch seine Freundin, eine Reporterin, macht ihr ganz eigenes Ding und bringt sich und andere in tödliche Gefahr, denn mit den Doppeladlern ist nicht zu scherzen. So viel hätte sie eigentlich im ersten Teil schon einsehen müssen.

Auch der zweite Band ist extrem spannend und atmosphärisch dicht geschrieben. Viel passiert in diesem dicken Buch. Die Bösen sind so richtig schön fies und die Guten nicht immer so gesetzestreu, wie sie eigentlich sein sollten. Es wird nicht langweilig, man ist überrascht, wie schnell die Seiten verfliegen. Eine große Verschwörungstheorie und jede Menge Morde sind das Hauptthema und die Helden dieser Story begeben sich in große Gefahr.

Mir hat auch die Fortsetzung wieder sehr gut gefallen und ich kann es kaum erwarten zu erfahren, wie alles ausgeht. Es gibt natürlich jede Menge Cliffhanger, denn die Geschichte endet einfach mittendrinnen. Es ist ein typisch amerikanischer Thriller den ich mir sehr gut im Kino vorstellen könnte. Greg Iles spricht unbequeme Wahrheiten aus, lässt seiner Phantasie freien Lauf und unterhält bestens.



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