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The Ivy Years - Bevor wir fallen

Sarina Bowen , Ralf Schmitz
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei LYX, 29.03.2018
ISBN 9783736304505
Genre: Liebesromane

Rezension:

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Kurzbeschreibung: 

Corey Callahan ist be­geister­ter Eis­hockey­fan und Spielerin. Mittler­wei­le lei­der nur noch Fan, denn durch einen tra­gi­schen Un­fall bei ei­nem Eis­hockey­tur­nier, er­litt sie eine schwe­re Rü­cken­marks­ver­letzung, durch die sie an den Roll­stuhl ge­fesselt ist. Doch Corey möch­te durch den Roll­stuhl nicht ein­ge­schränkt le­ben, und so be­ginnt sie wie ge­plant ihr Stu­dium an ei­nem ame­ri­ka­ni­schen College. Dort wird sie im be­hin­der­ten­ge­rech­ten Wohn­heim unter­ge­bracht und be­ge­gnet schnell ih­rem Nach­bar Adam Hart­ley. Die­ser be­schrei­tet das College­leben zur­zeit mit einem doppel­ten Bein­bruch. Die zwei schlie­ßen schnell Freund­schaft und Co­rey ent­wi­ckelt rasch mehr als freund­schaft­li­che Ge­füh­le. Nur lei­der ist Adam in einer fes­ten Be­zie­hung …


Meinung:

Hachja, wo soll ich denn an­fan­gen? The Ivy Years – Bevor wir fallen wird einen Ehren­platz in mei­nem Bücher­re­gal ein­neh­men. Nicht nur weil das Cover bild­schön ist, son­dern weil die­ses Buch mein bis­he­ri­ges Jahres­high­light 2018 ge­wor­den ist. Ich hätte nicht er­war­tet, dass die­ser Platz an ein New Adult Buch geht, aber die­ser Ro­man konnte mich voll­kommen über­zeu­gen und ich las ihn in we­ni­gen Stun­den kom­plett durch. Nun bin ich trau­rig, dass er schon vor­bei ist. Er hätte in meinen Au­gen durch­aus noch ein paar hun­dert Sei­ten mehr ha­ben können …


Figuren

Corey Callahan und Adam Hartley sind un­se­re Pro­ta­go­nis­ten in die­sem Werk und es sei zu Be­ginn die­ser Re­zen­si­on ge­sagt, dass sie sich im Buch meis­tens mit Nach­na­men an­sprechen, da­her werde ich es hier auch tun. Zu­min­dest was Hart­ley an­geht, denn der Name Adam wird un­ge­fähr fünf Mal er­wähnt. Corey und Hart­ley wa­ren mir auf An­hieb sym­pa­thisch. Gerade Hart­ley. Er hat zwar die ein oder an­de­re Macke und ist manch­mal mehr als di­rekt und an­züg­lich, aber er ist kein ty­pi­scher 0815 Bad Boy, der einer Frau ohne jeg­li­chen Res­pekt be­gegnet. Das ge­fiel mir in The Ivy Years – Bevor wir fallen wirk­lich sehr. Er be­han­delt Corey immer res­pekt­voll, meint es gut mit ihr und ist ein von Her­zen guter Typ. Das in einem New Adult Roman zu le­sen ist so er­fri­schend und be­stärkt mich, häu­fi­ger zu die­ser Art von Lie­bes­ro­man zu grei­fen.

Corey ist eine ganz an­de­re Pro­ta­go­nis­tin als die, die ich nor­ma­ler­wei­se in Ro­ma­nen vor­finde. Sie ist eine toughe Hockey­spie­le­rin und ich weiß nicht, ob es am Sport liegt, aber mit­unter ist sie schon fast et­was rüpel­haft. Co­rey ist weder zim­per­lich noch das ty­pi­sche graue Mäuschen des New Adult Ro­mans. Sie ist nicht schüch­tern, sondern schlag­fer­tig und von sich selbst über­zeugt und steckt ge­nau­so viel ein wie sie aus­teilt. Ein­zig und allein der Roll­stuhl steht ih­rer Per­sön­lich­keit im Wege, wirft er doch immer das glei­che schwa­che, zer­brech­li­che Bild auf sie. So hat sie immer wieder mit Vor­ur­tei­len zu kämpfen und fühlt sich nicht ernst ge­nommen. Die Tat­sache, dass sie auf einen Roll­stuhl oder auf Krü­cken an­ge­wie­sen ist, be­las­tet sie sehr.


Coreys größter Wunsch ist es, end­lich wieder aufs Eis zu können und ich habe mir das ge­sam­te Buch über so sehr ge­wünscht, dass sie wieder Schlitt­schuh läuft und Hockey spielt. Dass sie allen zeigt, was sie kann und einen star­ken Hockey­moment hat, in dem alle Au­gen auf sie ge­rich­tet und sämt­li­che Vor­ur­tei­le ver­gessen sind. Ob sie es zu­rück aufs Eis schafft? Da müsst ihr eure Na­se selbst in das Buch stecken.

Hartley hat genau wie Corey eine freche Schnau­ze und nimmt kein Blatt vor den Mund. Wobei er noch­mal eine Stufe fre­cher ist als Corey, da ihm an­schei­nend wirk­lich gar nichts un­an­ge­nehm oder pein­lich ist. Am An­fang dach­te ich mit­unter auch, dass mir seine offene Art et­was zu viel und das Buch doch zu sehr kli­schee­be­haf­tet ist. Gerade wenn er wie­der ein­mal un­an­ge­kün­digt in Coreys Zimmer auf­taucht und sei­ne un­ge­nier­te Art an den Tag legt. Er wir­kte zu Be­ginn des Ro­mans wie ein ty­pi­scher Macho. Doch so einer ist er nicht. Hartley ist ein sen­si­bler und hilfs­be­rei­ter Cha­rak­ter, der sich Ge­dan­ken macht und alles an­de­re als ober­fläch­lich ist. Die­se Cha­rak­ter­zü­ge kommen schnell zum Vor­schein und es ist die­se in­te­re­ssante Mi­schung, die ihn für mich als Cha­rak­ter voll­kommen ab­run­den.

Der Fokus von The Ivy Years – Bevor wir fallen liegt ganz klar auf der Lie­bes­ge­schich­te von Hartley und Corey, doch es gibt immer wie­der Ka­pi­tel, in de­nen auch an­de­re Hand­lun­gen in den Vor­der­grund tre­ten. So ler­nen Le­ser bei­spiels­wei­se auch Hart­leys ge­sam­tes Um­feld ge­nau kennen und die Men­schen, mit denen er sich um­gibt, sind einfach nur traum­haft. Hart­leys Mutter ist so eine lie­be und sym­pa­thi­sche Frau. Ge­nau wie sein Freund Bridger und de­ren klei­ne sü­ße Schwes­ter Lucy. Dieser Ro­man lebt von seinen Fi­gu­ren!


Schreibstil & Perspektive

Ich habe bis vor The Ivy Years – Bevor wir fallen kei­nen ein­zi­gen Ro­man von Sa­ri­na Bowen ge­le­sen und bin po­si­tiv über­rascht von ih­rem Aus­druck. Er ist dem Genre ent­spre­chend frech und keck. Gleich­zei­tig liest er sich an­ge­nehm, flüssig und über­zeugt mit tief­gän­gi­gen Stellen, die mich als Leser sehr rühr­ten. Die Ka­pi­tel werden ab­wechselnd aus der Pers­pek­ti­ve von Corey und Hart­ley er­zählt, so­dass wir einen di­rekten Zu­gang zu deren Ge­dan­ken­welt haben. Gerade Hart­leys Ka­pi­tel spra­chen mich sehr an. Ihn be­wegt viel mehr als man ober­fläch­lich be­trach­tet er­kennen kann und meine Lieblingszitate in die­sem Ro­man ent­sprin­gen alle seinem Mund.

Was mich gerade zu Beginn von The Ivy Years – Bevor wir fallen beim Lesen ge­stört hat, war die Tat­sa­che, dass sich die Fi­gu­ren nur mit Nach­na­men an­spre­chen. Zu­min­dest was Corey und Hart­ley an­geht. Die an­de­ren Fi­gu­ren werden in der Regel mit ih­ren Vor­na­men an­ge­spro­chen und ich weiß nicht, wie­so es bei Corey und Hart­ley an­ders ist. In dem Ro­man wird ein­mal kurz auf­ge­griffen, wie­so sie sich mit Nach­na­men an­spre­chen, aber die Aus­sage, dass es alle tun, fand ich irgend­wie ko­misch. So dür­fen Le­ser öf­ter Sätze lesen wie: »Lass mal für Callahan einen von den Stüh­len da ver­schwin­den, ja?«, sagte Hartley (S. 36). Im Lau­fe des Bu­ches ge­wöhnt man sich je­doch an den mit­un­ter har­schen Aus­druck der Fi­gu­ren und ich empfand ihn nicht mehr als stö­rend.

Was ich ebenfalls als sehr ge­lun­gen empfand, war die Dar­stellung der ero­ti­schen Sze­nen im Ro­man. Ich tue mich mit die­sen Passagen oft schwer, weil sie mir alles an­de­re als re­a­li­täts­nah vor­kommen. Doch Sa­ri­na Bowen ge­lingt es, diese Szenen sehr ge­schmacks­voll und e­le­gant nie­der­zu­schrei­ben, so­dass man nicht bei je­dem Satz die Au­gen ver­dreht und sich fragt, wer auf sol­che ab­surden Ideen kommt.

Ich freue mich schon so sehr auf die Fort­set­zung, die noch Ende Juni er­schei­nen wird. In die­sem Band wird es nicht mehr um Corey und Hart­ley gehen, son­dern um einen ganz neuen Cha­rak­ter, der auf einen Freund von Corey und Hart­ley trifft. Ich hoffe sehr auf ein Wie­der­se­hen mit den beiden und bin einfach voller Vor­freu­de!



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Die Stunde des Assassinen

R.J. Barker , Beate Brammertz
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.01.2018
ISBN 9783453318823
Genre: Fantasy

Rezension:

Kurzbeschreibung:

Girton Klumpfuß ist kurz davor, einer der besten Auftragsmörder des Landes zu werden, schließlich geht er bei Meister Karn in die Lehre, einer lebenden Legende im Geschäft mit dem Tod. Eines Nachts werden Girton und sein Meister jedoch an den Königshof gerufen: Innerhalb der dicken Steinmauern von Burg Maniyadoc wispert man hinter vorgehaltener Hand von einem geplanten Attentat auf den Kronprinzen. Getreu dem Motto »Um einen Mörder zu fangen, musst du einen Mörder schicken« heuert die Königin die beiden Assassinen an, um das Attentat zu verhindern. Weder Girton noch Meister Karn ahnen, dass der Anschlag auf den Prinzen erst der Beginn einer Reihe von Verschwörungen und Intrigen ist, die das gesamte Königreich in einen grauenhaften Krieg stürzen könnten, der auch vor loyalen Assassinen nicht haltmacht …


Meinung:

Der Name unseres Protagonisten in diesem Buch lautet Girton Klumpfuß. Ich gebe zu, ich musste lachen, als ich den Namen zum ersten Mal las und war gespannt, was für ein Charakter sich hinter diesem außergewöhnlichen Namen verbirgt: Ein Assassinen Lehrling heißt es im Klappentext. Doch Girton ist nicht mehr nur ein Lehrling, der sich alles sagen lässt. Er ist ein vielschichtiger Charakter mit eigener Meinung und interessanten Gedankengängen, der vieles zu hinterfragen beginnt.


Berichtet wird die Geschichte aus seiner Perspektive, sodass man sich Girton am meisten verbunden fühlt. Im Laufe der Handlung erfahren Leser mehr über ihn, über seine Wünsche und Sehnsüchte, aber auch über seine Zweifel und Ängste. Girton ist in der Lage die schrecklichen Geschehnisse aus seiner Kindheit hinter sich zu lassen. Er traut sich im Laufe seiner Ausbildung immer mehr zu und beginnt, einiges zu hinterfragen anstatt Dinge einfach hinzunehmen. Außerdem fängt er an Geheimnisse zu haben. Es gibt im Laufe der Zeit Dinge, die Girton nicht einmal Merela Karn – seinem Meister – erzählen möchte, der er eigentlich sehr untergeordnet begegnet. Girton vollzieht so eine bemerkenswerte Charakterentwicklung, die Leser gespannt verfolgen dürfen.


Für mich stellt Girton einen überaus authentischen und sympathischen Charakter dar. Und gleichzeitig ist er ein Charakter, den ich immer wieder bemitleidet habe. Aufgrund seiner Vergangenheit als Sklave und seiner Behinderung hat er beispielsweise große Probleme Anschluss zu finden, obwohl er sich so sehr nach einer richtigen Familie und Freunden sehnt. In ihm ist eine tiefe Einsamkeit verankert, die mich ebenso tief rührte.

Meister Karn war für die meiste Zeit des Romans ein großes Fragezeichen für mich, auf das ich auch gar nicht genauer eingehen möchte, da sie für Leser die ein oder andere Überraschung parat hält. R. J. Barker hat mit ihr wirklich einen erstaunlichen Charakter erschaffen. Eine Meister-Assassine, die mit einem männlichen Titel angesprochen wird, von dunkler Hautfarbe ist und trotz ihres Alters eine überaus erfolgreiche Assassine darstellt. Zusammen mit Girton hinterfragen Leser in Die Stunde des Assassinen ihre Figur, was wirklich aufregend ist.


Doch Die Stunde des Assassinen punktet bei mir nicht nur durch außergewöhnliche Figuren. Meiner Meinung nach ist die Handlung sehr gut durchdacht und absolut fesselnd. Man möchte wissen, wie sich Girton im Laufe der Lehre schlägt, welche Intrigen er aufdecken wird, und und und. Es scheint, als würde mit jeder neuen Seite ein weiteres Geheimnis zutage treten. Aber dennoch haben sich manche Passagen für mich etwas gezogen. Eine Grundspannung herrscht mit den unaufgedeckten Intrigen allemal, doch hin und wieder empfand ich die Kapitel als langatmig. Dabei bin ich mir sicher, dass R. J. Barker sich mit jedem Satz etwas gedacht hat. Man merkt nicht nur an den Figuren und dem Plot, dass er Herzblut in dieses Werk gesteckt hat, sondern auch am Einfallsreichtum der Betitelung der Orte und Namen. Wie einige der Namen und Orte ausgesprochen werden, ist mir auch nach dem Lesen ein Rätsel.


Der Schreibstil von R. J. Barker ist dem Genre entsprechend und absolut mitreißend. Das bedeutet für mich, dass er – typisch für Fantasy – sehr sachlich ist, wenn es darum geht, die Ereignisse rund um Girton zu berichten. Dabei kommt die ein oder andere Anekdote aus Girtons Vergangenheit zutage und Leser erfahren viel über seine Ausbildung zum Assassinen, beispielsweise das erste Mal, dass er ein Leben nahm. Da Die Stunde des Assassinen aus Girtons Sicht erzählt wird, kommt seine Meinung zu bestimmten Personen und Dingen offen zum Vorschein. Girton beweist zudem einen trockenen Sinn für Humor, den man ihm, nach allem was er erlebte, gar nicht zutrauen würde.

Der Erzählstil durch Girtons Augen hat einen ganz besonderen persönlichen Touch. Dabei ist es quasi wie eine Berichtserstattung von Girtons Lebens, als würde er Lesern als Freund von seinem Leben erzählen. Der Autor überzeugt dabei mit sanften Sätzen, die einen Hauch von Melancholie ausströmen. Durch diese Melancholie – wobei Melancholie auch nicht der passende Ausdruck ist – entsteht eine ganz besondere Atmosphäre beim Lesen.


Fazit:

Ein unterhaltsamer Fantasyschmöker, der Leser binnen der ersten Seiten zu fesseln weiß. R. J. Barker überzeugt neben seinem außergewöhnlichen Schreibstil mit Ideenreichtum und spannendem Plot!

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Mein Date mit den Sternen - Blaues Funkeln

Bettina Belitz
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei cbj, 19.03.2018
ISBN 9783570165096
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Kurzbeschreibung:
Joss und Maks sind Außenseiten. Da sie dadurch einen schwierigen Schulalltag haben, haben sie einen Vertrag geschlossen. Dieser besagt, dass sie immer füreinander da sein und sich immer zuhören werden, egal, was kommt. Doch dann erlebt Joss eines Nachts etwas, das nicht von dieser Welt zu sein scheint. Und auch Maks ist wie verwandelt …

Meinung:
Ich bin so froh, dass ich auch einmal zu einem von Belitz‘ Kinder- und Jugendbüchern gegriffen habe. Ich habe es binnen vierundzwanzig Stunden nahezu weggeatmet und erlebte einen magischen Ausflug. Das Lesen dieses Buches war wie ein Abstecher in ein kleines Paralleluniversum, von dem ich voll und ganz aufgesogen wurde.

Bettina Belitz zeigt Lesern auch in Mein Date mit den Sternen, was für ein großes Talent sie für das geschriebene Wort besitzt. Beim Lesen ihrer Bücher habe ich immer das gleiche Gefühl: Etwas Bekanntes wird beschrieben, das dennoch außergewöhnlich ist. Dieses Bekannte ist irgendwie von einem Hauch Magie umgeben. Jedenfalls wirkt das Bekannte auf eine bezaubernde Art sowohl fremd als auch vertraut. Zudem ist der Schreibstil leicht und flüssig zu lesen, humorvoll und immer wieder poetisch verfasst. Gleichzeitig weiß er mit Einfachheit und Finesse zu überzeugen. Vielleicht macht dieses Zusammenspiel von Attributen den Schreibstil so besonders. Mich kann der Schreibstil der Autorin einfach überzeugen und ich weiß, dass ich in diesem Punkt bei jedem ihrer Bücher positiv überrascht werde.
Die Aufmachung des Buches ist wundervoll. Und dabei meine ich nicht nur das traumhafte Cover. Jedes Kapitel beginnt mit kleinen Verschnörkelungen – mal sieht man Planeten und Sternzeichen, mal Blumen und Ranken, mal Sterne, Ranken und Blätter zusammen. Die Schrift ist – typisch für Kinderbücher – verhältnismäßig groß gesetzt, was mich kein bisschen störte. Nur die Tatsache, dass man dadurch sehr schnell sehr viele Seiten hinter sich lässt und das Buch dementsprechend schnell beendet, fand ich schade.

Unsere Protagonistin in Mein Date mit den Sternen heißt Joss, ist vierzehn Jahre alt und eine durch und durch sympathische Figur. Ich habe mich direkt mit Joss verbunden gefühlt, aufgrund ihres einfühlsamen, wachen und liebevollen Charakters. Joss ist sensibel und fühlt sich fremd in ihrer eigenen Haut, ihrem Umfeld und unserem ganzen Planeten. Sie ist durch ihre Allergien eingeschränkt und schränkt durch sie ungewollt auch ihre Familie, besonders ihre ältere Schwester, ein. Das gefällt Joss selbstverständlich überhaupt nicht und sie empfindet sich selbst als Last, da sie immer eine Sonderbehandlung braucht.
Dieses nicht vorhandene Zugehörigkeitsgefühl löste große Empathie in mir aus und ich wollte unbedingt, dass Joss glücklich und zufrieden ist. Ich wollte, dass sie Anschluss findet und offen die Person sein kann, die sie sein möchte – ohne dafür verurteilt oder ausgelacht zu werden. Ich wollte, dass sie von anderen und sich selbst akzeptiert wird. Dadurch dass das Buch größtenteils aus ihrer Perspektive geschrieben ist und die Leser einen direkten Zugang zu ihrer Gedankenwelt haben, knüpft man einen besonderen Draht zu Joss.

Die Handlung schreitet schnell voran, jederzeit klar am roten Faden orientiert, was ich als sehr angenehm empfand. Es werden keine unnötigen Szenen geschaffen, die die Geschichte nicht voranbringen oder offene Fragen am Ende des Romans lassen. Dies sorgt dafür, dass es keine langatmigen Stellen im Roman gibt. Gleichzeitig merkt man an der Handlung, dass sich dieses Buch an ein jüngeres Publikum richtet: Die Probleme mit denen sich Joss konfrontiert sieht, sind für erfahrene Leser teilweise vorhersehbar. Man rechnet einfach damit, dass gewisse Dinge eintreten werden, doch dadurch wird der Lesespaß in keinster Weise verringert. Ganz im Gegenteil: Für mich ist es eine runde Geschichte, die besonders zum Schluss mit viel Spannung überzeugt. Der Cliffhanger und die Trauer am Ende des Romans führen dazu, dass man am liebsten direkt in den nächsten Teil der Trilogie starten möchte. Dieser lässt hoffentlich nicht allzu lange auf sich warten, denn für mich war dieses Buch ein magischer Ausflug, den ich gerne fortsetzen möchte!

Einen Punkt, den ich zum Schluss gerne ansprechen möchte, ist, dass ich finde, dass dieser Roman eine tolle Mischung aus sämtlichen Themen bietet. Ich liebe diesen Roman mit siebenundzwanzig Jahren, hätte ihn als Teenager aber vergöttert. In Mein Date mit den Sternen erleben Leser Abenteuer, aber auch eine detaillierte Auseinandersetzung mit der eigenen Person und schwärmen mit Joss für einen ganz besonderen Charakter. Diese Aspekte gleichen sich perfekt aus, sodass kein Thema zu klischeehaft belastet ist oder zu stark in den Vordergrund tritt. Ich finde, dass dieses Buch gerade für Jugendliche lesenswert ist.

Fazit:
Ein zauberhaftes Abenteuer, das unterhält und Leser auf einen Ausflug in eine scheinbar andere Welt mitnimmt. Magisch, mystisch und mitreißend!

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The Diabolic

S.J. Kincaid
E-Buch Text: 416 Seiten
Erschienen bei Simon & Schuster Children's UK, 01.11.2016
ISBN 9781471147166
Genre: Sonstiges

Rezension:

KURZBESCHREIBUNG

In fer­ner Zu­kunft le­ben die meis­ten Men­schen nicht mehr auf der Erde, son­dern in Raum­schiffen und auf uns un­be­kann­ten Pla­ne­ten. Die Tech­no­lo­gie ist weit fort­ge­schritten und Gen­ma­ni­pu­la­tio­nen gehören zum All­tag. So wurde auch Ne­me­sis, ein Dia­bo­lic, er­schaffen. Ein Dia­bo­lic ist ein künst­li­ches We­sen, das mensch­li­che Gene be­sitzt, je­doch keiner­lei Empfin­dun­gen ver­spürt. Bis auf ei­ne: Den Menschen zu be­schützen, auf den der Dia­bo­lic ge­prägt wur­de. Eine Tö­tungs­ma­schine mit über­mensch­li­chen Kräf­ten und In­stink­ten. Neme­sis wurde auf Si­do­nia ge­prägt, eine jun­ge Ad­li­ge. Doch als es da­rauf an­kommt, Si­do­nia zu be­schützen, muss Ne­me­sis ihr bis­heri­ges Le­ben mit­samt ih­rer Iden­ti­tät auf­ge­ben.

MEINUNG


Wow. Ich habe die­ses Buch sehr lan­ge in mei­nem Re­gal ste­hen lassen, ob­wohl ich so viel Po­si­ti­ves da­rü­ber ge­hört habe. Der Ge­dan­ke ein Science Fiction Buch könne mir ge­fallen, war lange Zeit ab­we­gig. Jetzt, da ich das Buch ge­le­sen ha­be, sehe ich es an­ders. The Diabolic ist überragend gewesen und mehr als alles, was ich mir erhoffen konnte.


FIGUREN

Zu­nächst zu den Cha­rak­te­ren. Davon gibt es in S. J. Kin­caids Ro­man eine Men­ge und ich ha­be mich am An­fang sehr schwer ge­tan, alle aus­einan­der zu hal­ten. Ins­be­son­de­re die ver­schie­denen Rän­ge und wie die Cha­rak­te­re mit­einan­der in Ver­bin­dung stehen. Dies hat sich nach ei­ni­gen Sei­ten je­doch ge­legt, denn man ver­sinkt schnell in der Ge­schich­te und so­bald das ge­schehen ist, ge­lingt die Zu­ord­nung ganz von alleine.

Ne­me­sis als Pro­ta­go­nis­tin war mir auf An­hieb sym­pa­thisch. Die Ge­schich­te wird aus ihrer Pers­pek­ti­ve er­zählt, was ein be­son­de­res Lese­erleb­nis ist, da Ne­me­sis sich sicher ist, kei­ne mensch­li­chen Ge­füh­le zu be­sitzen. So schil­dert sie alles sehr sach­lich, prä­zi­se und mit einem an­spruchs­vollen Wort­schatz. Dennoch ist sie eine sehr greif­ba­re Fi­gur, da man ihr Handeln und ihre Ge­danken wunder­bar nach­voll­ziehen kann. Ne­me­sis stellt alles in Fra­ge, ist ge­trie­ben von ihren In­stink­ten und tut sich mit­unter schwer, mensch­li­ches Ver­hal­ten nach­zu­voll­ziehen. Ihre Ge­dan­ken über Menschen, Dia­bo­lics und an­dere künst­li­che Krea­tu­ren ha­ben mir be­son­ders ge­falle. Sie sind mit­unter schlicht­weg ab­strus und an­ders.

Auch die üb­ri­gen Cha­rak­te­re sind der Au­to­rin mehr als ge­glückt. Selbst wenn nicht je­de Fi­gur bis ins De­tail er­läu­tert wird, wirken alle glaub­wür­dig. Durch Ne­me­sis‘ Skep­sis hinter­fragen Leser mit ihr jede Fi­gur (Si­do­nia aus­ge­nommen), was das Lese­ver­gnü­gen noch weiter in die Hö­he treibt. Je­der Cha­rak­ter könnte ein po­ten­zieller Feind sein, was in Ne­me­sis‘ Welt nicht un­rea­lis­tisch ist. Man fühlt stark mit Ne­me­sis mit und hofft in­stän­dig, dass sich das, was sie glaubt, als falsch heraus­stellt. Denn Ne­me­sis ist der fes­ten Über­zeu­gung kei­ner­lei mensch­li­che Ge­füh­le zu be­sitzen und ledig­lich eine Tö­tungs­ma­schine zu sein.


IDEENREICHTUM & SETTING


Doch nicht nur die Fi­guren wer­den glaub­haft dar­ge­stellt. Leser können sich das von Ne­me­sis be­schrie­bene Setting sehr gut vor­stellen. Die prä­sen­tier­te Zu­kunft ist einer­seits ver­lockend und auf­re­gend, gleich­zei­tig aber auch mono­ton und trist. S. J. Kin­caid ge­lingt es mit we­ni­gen Wor­ten Ne­me­sis‘ Um­ge­bun­gen ge­schickt zu fassen, ohne dass sich Le­ser er­schla­gen fühlen. 

Neben Cha­rak­te­ren und World-Building sind an The Diabolic noch wei­te­re As­pekte zu loben. Was mir eben­falls sehr gut ge­fallen hat, sind die krea­ti­ven, un­ge­wöhn­li­chen Na­men, die nicht in ge­fühlt je­dem Buch vor­kommen. So haben wir ne­ben Ne­me­sis und Si­do­nia auch Ne­ve­ni oder En­mi­ty. Die­se Namen ver­lei­hen dem Buch Ori­gi­na­li­tät und run­den das fu­tu­ris­tische Setting und seine Di­ver­si­tät per­fekt ab.

Die Story ist eben­falls sorg­fäl­tig aus­ge­ar­bei­tet und bringt ein­fach Spaß. Was mir an The Diabolic be­son­ders ge­fallen hat, ist, dass quasi nie Still­stand herrscht. Kei­ne Sze­ne zieht sich un­an­genehm in die Län­ge, keine un­nö­ti­gen Ka­pi­tel wur­den ver­fasst, so­dass selbst we­niger action­las­tige Mo­men­te spannend und fesselnd sind. Man fliegt gerade­zu durch die Sei­ten und be­en­det jedes Ka­pi­tel mit einem ordent­li­chen Cliff­hanger. Der ro­te Fa­den in The Diabolic ist un­ver­kenn­bar. Gleich­zei­tig ist der Hand­lungs­ver­lauf un­er­war­tet und über­raschend. Ne­me­sis er­war­ten In­tri­gen, neue Bünd­nisse und eine un­er­war­tete Zu­kunft, die sie nie für mög­lich hielt.


FAZIT


Ich lese selten Bücher, deren Handlungen im Weltall stattfinden und bin positiv überrascht worden. Nie hätte ich gedacht, dass ich mich so sehr für Sci-Fi  Romane begeistern könnte.

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Vom Anfang bis heute

Loel Zwecker
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Penguin, 11.12.2017
ISBN 9783328100065
Genre: Sachbücher

Rezension:

Kurzbeschreibung

Loel Zwecker fasst auf 432 Seiten unsere Weltgeschichte zusammen. In kurzen Kapiteln führt der Autor die Leser quer durch die unterschiedlichsten Zeitalter. Angefangen mit dem Urknall und den ersten Zellen, geht es über die Antike und die Weltkriege bis ins 21. Jahrhundert.


Meinung

Vom Anfang bis heute hat es mir wirk­lich an­ge­tan. Bis auf einen ein­zi­gen Punkt, den ich spä­ter an­spre­che, lässt sich nichts Ne­ga­ti­ves zu diesem Buch sagen. Be­son­ders be­geis­tert bin ich vom Aus­druck des Au­to­ren und wie er es hin­be­kommt, Ge­schich­te zu ver­packen. Ich per­sön­lich empfand den Geschichts­unterricht immer als sehr trocken und frag­te mich von Stun­de zu Stun­de, wie­so ich nur Jahres­zahlen aus­wen­dig lernen soll. Das ist in diesem Buch schlicht­weg nicht der Fall. Der Schreib­stil lässt darauf schlie­ßen, dass der Au­tor sein Wissen weiter­geben möch­te, weil es seine Leiden­schaft ist.


Loel Zwecker schreibt als sei er eine Per­son, die für Ge­schich­te brennt! Er ist be­geis­tert und diese Fas­zi­na­tion will er tei­len. So ist Vom Anfang bis heute keine simple An­einander­reihung von Jahres­zahlen und wich­ti­gen Na­men, son­dern eine liebe­volle Aus­einander­set­zung und Er­läu­terung von be­deu­ten­den Er­eig­nissen und kleinen De­tails, die man nett mit in den All­tag neh­men darf. 

Leser erfahren in diesem Werk außer­ge­wöhn­liche In­for­ma­tionen und das wirk­lich zu fast jedem The­ma. Es geht über Mo­de und Re­li­gio­nen bis hin zu Er­fin­dun­gen und Re­gierungs­for­men. An­ge­fan­gen mit der Ent­stehung der ersten Zelle bis hin zur Techno­lo­gie des 21. Jahr­hun­derts führt uns der Au­tor durch sämt­li­che his­to­ri­sche Meilen­stei­ne und kleine Wissens­ju­we­len. Es ist irgend­wie schwie­rig zu be­schrei­ben, aber Loel Zwecker ver­steht es, his­to­risch wich­tige Ereig­nisse mit klei­nen Rand­in­for­mationen zu spicken, die einem bis­her nicht ge­läufig waren. So ist jedes Kapitel wirk­lich mit vielen In­for­ma­tionen ver­sehen – als Leser zieht man aus jedem Satz etwas (!) – doch würde ich gleich­zei­tig nicht be­haup­ten, dass sie über­laden sind.


Auch wenn jeder Satz mit Wissen voll­ge­packt ist, saugt man dieses eif­rig wie ein Schwamm auf und freut sich da­rauf, den nächs­ten Satz zu lesen. Dabei ist der Auf­bau der Ab­sätze be­son­ders interessant. Der erste Satz eines Ab­satzes hängt schlüssig mit dem letzten zu­sammen. Gleich­zei­tig ist es aber so, als würde ein Ab­satz mit einem The­ma be­ginnen und mit einem an­deren en­den. Loel Zwecker scheint von The­ma zu The­ma zu sprin­gen, so viele As­pek­te wer­den auf­ge­führt, doch er tut es nicht. Er er­gänzt und er­läu­tert schlicht­weg leb­haft. Ich fin­de seine Art des Er­zählens ge­nial, be­sonders weil er sich umgangs­sprach­lich aus­drückt und mo­derne Vo­ka­beln be­nutzt, wo­durch der Text leicht ver­ständ­lich ist.


Der be­sag­te Kritik­punkt ist die ge­wähl­te Schrift­art für die Über­schrif­ten. Diese erinnert mich leicht an Comic Sans und ver­leiht dem Buch eine et­was un­se­ri­öse Auf­machung. Gleich­zei­tig merkt man an dem lockeren Schreib­stil und den um­fang­rei­chen De­fi­ni­tio­nen je­doch, dass sich das Buch eher an eine etwas jün­gere Ziel­gruppe rich­tet. Dem­nach ist die ge­wähl­te Schrift­art kein großer Kritik­punkt, sondern ledig­lich einer, der mich per­sön­lich etwas stört.

Vom Anfang bis heute ist eine absolute Leseempfehlung für jeden, der sich für Geschichte interessiert und alle, die es wollen. Man kann den Schilderungen des Autors gut folgen, da die Themen logisch und anschaulich zusammengefasst sind. Dieses Sachbuch ist alles andere als trocken, lehrbuchhaft oder steif. Hätte ich ein Buch wie dieses damals als Kind gehabt, hätte ich deutlich früher Interesse für Geschichte entwickelt.

Fazit

Ein überzeugendes Sachbuch, das die Geschichte unserer Welt knackig zusammenfasst und bei dem man viel dazulernen wird. Das gesammelte Wissen wird leicht verständlich wiedergegeben und das Lesen macht wirklich Spaß!

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Auf immer gejagt

Erin Summerill , Nadine Püschel
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.04.2017
ISBN 9783551583536
Genre: Jugendbuch

Rezension:

KURZBESCHREIBUNG

Tessa ist ein Kind zweier Län­der und wird von den Bür­gern ihrer Stadt nicht ak­zep­tiert. Die­ser Sta­tus ver­schlimmert sich, als ihr Va­ter stirbt und sie nie­man­den mehr ih­ren Freund und Ver­bün­de­ten nennen kann. Ihr eins­ti­ger Freund, Cohen, für den sie auch star­ke Ge­füh­le empfin­det, ver­ließ vor Mo­na­ten die Stadt und da­mit auch ihr Le­ben. Nun be­gibt sie sich, auf Druck des Kö­nigs, auf die Su­che nach dem Mör­der ihres Va­ters. Nur scheint die­ser Cohen zu sein, und so be­ginnt Tessa die Suche nach Ge­rech­tig­keit, Liebe und ei­ni­gem mehr …


MEINUNG

Meine Meinung zu Auf immer gejagt ist zwie­ge­spalten und es fällt mir tat­säch­lich schwer, mein Lese­empfin­den in Wor­te zu fassen. Die Idee sowie den Spannungs­bo­gen und Schreib­stil fand ich sehr ge­lungen. Die Haupt­fi­guren mach­ten mir die eben genannten Punk­te je­doch zu­nich­te.


SCHREIBSTIL & SPANNUNGSBOGEN

Auf immer gejagt liest sich flüssig und leicht. Die Au­to­rin ver­steht es, die Um­ge­bungsbeschreibungen und in­teressan­te De­tails so in die Ge­schich­te einzuwe­ben, dass alles sehr le­bendig und bild­reich ist. Ganz klar: Leser be­kommen ein fan­tas­tisches, ja bei­nahe mär­chen­haf­tes Setting ge­bo­ten. Das hat mir aus­ge­spro­chen gut ge­fallen. Be­son­ders dass mit­unter auch sehr genau auf die Natur ein­gegan­gen wird und Leser mit Tessa ge­mein­sam die Wälder er­for­schen. Ich finde, eine ausführliche Be­schrei­bung des Settings ge­hört zu je­dem guten Fantasy­roman.

Was mir ebenfalls gefallen hat, war die Tatsache, dass die Handlung schnell einsetzt. Zu Beginn des Romans muss man nicht lange warten, bis Tessa ihre Mission ins Auge fasst. Hin und wieder haben sich die Passagen jedoch etwas ge­zogen, aber man kann auch nicht er­warten, dass die Pro­tago­nis­ten nonstop Aben­teu­ern aus­gesetzt sind. Leider konnten die et­was ruhigeren Sze­nen, in meinen Augen, nicht durch unter­hal­tende Dia­lo­ge punk­ten, so dass ich Auf immer gejagt mitunter doch als sehr langatmig empfand. Der Spannungsbogen hat ansonsten einiges hergegeben, auch wenn die Rahmen­hand­lung an sich leicht vor­her­seh­bar blieb, was mich nicht gestört hat. Denn Auf immer gejagt hat es trotz­ seiner Vorhersehbarkeit hin­be­kommen, mich ei­ni­ge Ma­le zu über­raschen. Gerade zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse und das Buch lässt Leser mit Lust nach mehr zurück! 


TESSA & COHEN

Leider hatte ich in diesem Buch sehr große Schwie­rig­kei­ten, mich mit den Charak­teren zu iden­tifi­zieren. Die Ge­schich­te wird aus Tessas Pers­pek­tive erzählt, wo­durch Leser eine ge­naue (und sehr schöne) Be­schrei­bung des Er­leb­ten so­wie ihrer Gefühle erhalten. Teil­weise gibt es Flash­backs aus ihrer Ver­gangen­heit, die ich auch sehr interessant zu lesen fand. Aller­dings ist mir Tessa nicht ans Herz ge­wachsen. Ganz im Gegen­teil, Tessa ging mir ziem­lich auf die Nerven, ins­beson­dere was die Hass­liebe zu Cohen be­trifft. Sie ist weder konse­quent noch willens­stark und es hat mich quasi in den Wahn­sinn ge­trie­ben, dass sie sich eini­ges fest vor­nimmt, und so­bald sie die Chance hat, ihre Ta­ten umzu­setzen, doch das macht, was sie nicht wollte. 


Im Verlauf der Hand­­lung tritt Tessas Un­ent­schlossen­heit sehr oft zu­tage, be­son­ders in Be­zug auf Cohen. Wes­halb sie Cohen für so un­wider­steh­lich hält, ist mir ein Rät­sel. Für mich wirkte er von An­fang an ego­is­tisch und nicht ver­trauens­würdig. Sein Ver­halten konnte ich mir nicht so recht er­klären. Das oben dar­gestell­te Zi­tat fasst einen Groß­teil der Hand­lung auch gut zusammen: Kaum ist Cohen in Tessas Nähe, dre­hen sich ihre Ge­danken einzig um ihn und alles an­dere ist ver­gessen. Mir per­sön­lich war es ein­fach ein bisschen zu viel Hin und Her zwi­schen den beiden. Hätte man den Fo­kus einen Ticken mehr auf die spannende Rahmen­hand­lung ge­legt, hätte mir die Lek­türe ver­mut­lich um ei­ni­ges mehr zugesagt.


WEITERE FIGUREN

Die Charak­tere, die ich auf An­hieb mochte, tra­ten leider nur für wenige Sei­ten auf und wur­den auch nicht de­tailliert be­schrie­ben, so dass sie schemen­hafte, leere Hüllen blie­ben. Es ist bei Auf immer gejagt sehr offen­sicht­lich welche Figur ver­hältnis­mäßig wich­tig ist und welche nicht. Dass ich nun leider einige Probleme mit den Protagonisten hatte, empfinde ich als sehr schade. 

Für mich ist es immer schwie­rig, ein Buch wirk­lich zu ge­nie­ßen, wenn mich die Fi­guren, um die es geht, nicht an­spre­chen. Tessa und Cohen sind keine Figuren, die ich, sagen wir ein­fach mal, im ech­ten Leben kennen­lernen wollen würde, da ich sie lang­weilig und ner­vig finde. Das hat für mich den Lese­spaß in die­sem Ro­man er­heb­lich gesenkt, ob­wohl die Ge­schich­te an sich viel Po­ten­zial hat und für die ein oder andere schöne Lese­­stunde sorgte. Wissen wie es weitergeht, möchte ich aber dennoch und so freue ich mich trotz etwas schwie­riger Fi­guren auf die Fort­set­zung, die uns noch diesen Sommer beschert wird.


Fazit

Ein unterhaltender Schmöker, der sich aufgrund des schönen Covers in jedem Bücherregal sehen lässt. Durch die leicht unsympathischen Charaktere werde ich mir dieses Buch vermutlich nur noch von außen angucken und nun freudig in andere Welten eintauchen, mit deren Figuren ich mich besser identifizieren kann.

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Verliere mich. Nicht.

Laura Kneidl
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei LYX, 26.01.2018
ISBN 9783736305496
Genre: Liebesromane

Rezension:

KURZBESCHREIBUNG

Sage ist am Boden. Ihre Ver­gangen­heit hat sie ein­geholt und trotz allem, was sie sich durch Luca auf­bauen konnte, findet sie sich ge­brochen und alleine wieder. Sages Ge­danken kreisen nach der Trennung von Luca immer noch um ihn und durch ihren ge­mein­samen Freun­des­kreis läuft sie ihm auch noch ständig über den Weg. Ihr All­tag steht Kopf und dann, mitten im Chaos, steht Luca plötz­lich mit einer Bitte vor Sages Tür …


MEINUNG

Verliere mich. Nicht. setzt naht­los an das Ende von Berühre mich. Nicht. an und was war ich dank­bar, dass es endlich weiter­ging. Nach dem schreck­lichen Cliff­hanger des ersten Bandes wollte ich un­be­dingt wissen, wie sich die Ge­schichte rund um Luca und Sage weiter­ent­wickelt. Bei dem Ro­man gab es für mich eini­ge Höhen und Tiefen. Ich las Passagen, die mich an die Ge­schich­te fesselten und bei denen ich die drei zu lesen­den Ka­pi­tel viel zu schnell beendete und die Tat­sache ver­fluch­te, dass wir uns nur diese täg­liche Kapitel­an­zahl vor­genommen hatten. Andere Passagen wiederum ließen mich stutzig werden und die Stirn runzeln. Beendet habe ich das Buch mit ge­misch­ten Gefühlen und in den nächsten Ab­sätzen er­fahrt ihr wieso.


SCHREIBSTIL

Laura Kneidls Schreib­stil ist unverg­leich­bar und für mich, wie auch in Berühre mich. Nicht., ein absolutes High­light des Buches. Mehr muss man ei­gent­lich nicht sagen. Durch ihre wunder­volle Wort­wahl fällt es Lesern leicht, voll­kommen in der Ge­schich­te zu ver­sinken. Verliere mich. Nicht. ist wie sein Vor­gänger flüssig zu lesen und von vielen inneren Mono­logen der Pro­ta­go­nistin geprägt, so dass man den eigenen All­tag schnell vergessen kann. Mitreißend trifft es wohl gut – jeden­falls zeigt sich in Laura Kneidls neuester Lek­türe wieder einmal, welches un­glaub­liches Ta­lent sie für das ge­schrie­bene Wort besitzt. Als Leser weiß man genau, was die Cha­rak­tere der Ge­schich­te gerade empfinden und teilt ihre Schmerzen und Freuden gleich­er­ma­ßen. Dass man sich als Leser so in­vol­viert fühlt, ist für mich sehr wichtig.


SAGE ALS PROTAGONISTIN

Beim Lesen der Lektüre fühlt man sich ganz klar am meisten mit Sage verbunden. Da der Roman aus ihrer Pers­pek­tive erzählt wird, nimmt man aktiv an ihren Ge­danken­gän­gen teil. Und Ge­danken macht sich Sage nicht zu wenige … Ihr Trennungs­schmerz zu Beginn des Romans ist herz­zer­reißend und greifbar. Ich hatte mit­un­ter aber doch Pro­ble­me mit den Dingen, die sie be­schäf­tigen. Klar, ihre Ge­dan­ken waren sehr aus­­führ­­lich ge­schil­dert, so dass man ihr Handeln dem­ent­sprech­end zuordnen konnte, aller­dings gab es für mich viele Logik­fehler. Ihr müsst es euch so vor­stellen: Sage schil­dert ihre Gefühle, anhand derer sie ihre Ent­schei­dungen trifft. Man weiß also, wieso sie sich so be­nimmt. Gleich­zeitig er­gaben ihre Ge­danken in mei­nen Augen nicht immer Sinn, so dass ich trotz der aus­führ­lichen Er­klä­rungen Pro­bleme mit dem Nach­voll­ziehen hatte.

[Spoiler] Wie kann Sage bei­spiels­weise nach so kurzer Zeit zu (ihrem Ex) Luca zurück ziehen? Gerade nachdem sich die beiden so sehr verletzt haben, sich dann in der Woh­nung kaum in die Augen gucken können, sich aus dem Weg gehen und klare Schwie­rig­keiten mit dem anderen haben? Und wie kann Sage auf einmal Sex mit Luca haben, wenn sie offen­sicht­lich Differ­enzen und eine große Dis­tanz zwischen sich haben? Ich meine, Sage hat immer noch mit ihren Ängsten vor Männern zu kämpfen und hat, obwohl sie Luca im ersten Band vertraute, Schwie­rig­keiten gehabt, ihn nur zu umarmen. Und auf einmal ist deut­lich mehr als eine Um­armung drin und alle Sorgen sind vergessen? Ich weiß ja nicht …

Im Vergleich zu Berühre mich. Nicht. wirkte Sage sehr verloren. Ja, sie hat Angst­zustände, aber recht­fertigen diese ihre ge­nerelle Ziel­losig­keit? Sage lebt von einen Tag in den nächsten, sie lernt für eine Klau­sur, bastelt Schmuck und dann? Wo waren ihre Stär­ke und ihr Mut hin? Was ist mit ihren Zielen passiert? Hin und wieder tauchte ihre Ent­schlossen­heit aber auch wieder auf, gerade zum Ende der Lektüre, und diese Text­passagen habe ich sehr ge­nossen. Sie erinnerten mich an die alte Sage, wie sie Leser in Berühre mich. Nicht. kennen­lernten. Eine starke Kämpferin, die ihre Schwächen und Ängste überwindet, zu neuen Ufern auf­bricht und endlich an sich denkt. Dies war für mich per­sön­lich ein aus­schlag­gebender Punkt, weswegen ich den ersten Roman der Reihe so liebe: Ein New Adult Buch mit einer wirklichen Powerfrau, die sich nicht von Männern unter­buttern und definieren lässt.


WEITERE FIGUREN

Luca ist ein Cha­rak­ter, den man einfach nur ins Herz schließen muss. Er ist, im Ver­gleich zu vielen anderen ste­reo­typischen Cha­rak­teren des Genres, so er­fri­schend. Luca ist sen­sibel, loyal, immer für seine Freunde da und einfach kein 0815 Bad Boy, der eine Frau von oben herab behandelt. Er ist der Typ Mensch, mit dem man sich selbst gerne umgeben würde, weil man weiß, dass er das ei­gene Leben be­reichern wird. Umso glück­licher war ich, als die Ge­schich­te an Fahrt auf­nahm und Luca und Sage sich gegen­seitig wieder in das Leben des anderen ließen.

Neben Luca und Sage sind mir jedoch auch viele andere Cha­rak­tere ans Herz gewachsen. Von der quie­tschigen April hin, die ich schon in Berühre mich. Nicht. bewunderte, bis hin zu Connor, der in diesem Band der Reihe eine ver­hältnis­mäßig große Rolle spielt. Laura Kneidl zeigt Lesern in Verliere mich. Nicht. wie wahre Freund­schaften aussehen. Sie führt Leser an Be­ziehungen heran, in denen weder Neid noch Kon­kurrenz­kampf herrschen, sondern die von Ver­ständnis, Mit­gefühl und Liebe definiert werden. Gleich­zeitig verleiht sie jeder Figur eine einzig­artige Stimme, so dass jeder Charakter lebendig wirkt.


HANDLUNG

Die Handlung von Verliere mich. Nicht. ist mein größtes Problem bei dieser Rezension, denn leider über­zeugte sie mich nicht. Der Beginn des Romans, oder nein, die ersten zwei Drittel des Romans haben sich gezogen wie nichts Gutes. Puh! Sie waren erfüllt von Sages Trauer und leeren Hand­lungen, die für mich einfach nur Puffer und Seiten­füller sind. Die Dank­sagung des ersten Bandes liest sich so, als wäre Laura Kneidls ursprüngliche Idee keine Di­logie gewesen, sondern ein einzelner Roman, und das merkt man in Verliere mich. Nicht. leider stark.

Die Spannung aus Berühre mich. Nicht. war zum größten Teil nicht vor­handen. Statt­dessen füllten sich die Seiten mit vor­her­seh­baren Hand­lungen und Themen, die kurz angerissen, dann aber wieder ver­worfen werden. Der triste All­tag von Sage wird dar­gestellt und auch wenn er interessant zu lesen ist, ist er nicht mit dem spannenden Knis­tern und der Auf­regung des ersten Bandes ver­gleich­bar. Luca und Sage nähern sich lang­sam wieder, lassen sich aber doch nie voll­kommen an­ei­nander ran, bis es sich dann dem Finale nähert.

Bei den letzten ein­hundert Sei­ten der Lek­türe nahm die Hand­lung dann ra­sant an Ge­schwin­dig­keit an und man konnte das Buch prak­tisch nicht mehr aus der Hand legen. Für mich kam das Ende alles in allem nur sehr abrupt. Während sich das Buch von Beginn an zieht und man sich beim Lesen ständig fragt, wo das alles hin­führen soll (dazu später noch mehr), geht das Drama um ihn plötzlich los und ist ge­nau­so schnell wieder vorbei. Verliere mich. Nicht. wirkte auf einmal voll­kommen über­stürzt! Alles kam Schlag auf Schlag.

Ich hätte mir ge­wünscht, dass die Pro­ble­matik um ihn früher im Buch auf­ge­griffen wird. So hätte man sich nicht nur die schwa­chen, lang­atmigen Stellen des Romans sparen können, sondern ihm generell etwas mehr Spannung verpasst. Dieser Kon­flikt von Sage hat so viel Po­ten­zial und könnte Sages Familie und übrige Be­zie­hungen ge­schickt einspannen, dass ich etwas traurig war, dass er im Nach­hinein doch eine ver­hält­nismäßig kleine Rolle spielte – gerade, weil man seit Band eins auf die Konflikt­aus­ei­nander­setzung gewartet hat.

Ich hatte ehrlich gesagt auch viel früher mit ihrem Ge­ständ­nis gerechnet. Dass sich Sage ihren Freunden, ihrer Familie und vor allem Luca deut­lich eher anver­traut. Aber gut, ich verstehe, dass dies der ein­fachere Weg ist, um ein fast fünf­hundert Seiten langes Buch zu füllen. Meine Mei­nung ist jedoch, dass Berühre mich. Nicht. mit dem zu­sätzlichen Ende von Verliere mich. Nicht. eine wunderbar und in sich ab­geschlosse­ne Ge­schichte gewor­den wäre, bei der ein paar Seiten mehr nie­manden gestört hätten.


TABUS & FEHLENDER ABSCHLUSS

Ein Punkt, der mir gut und gleich­zei­tig weniger gut gefallen hat, war, dass viele Knack­punkte unserer Ge­sell­schaft in Verliere mich. Nicht. an­ge­sprochen werden. Die Autorin greift die unter­schied­lichs­ten Le­bens­weisen auf und bringt sie den Lesern ge­schickt und sensibel näher. Neben Sages Angst­stör­ungen werden in diesem Roman sex­u­elle Orien­tie­rungen (Pan- & Homo­sex­ualität), De­pressio­nen, Le­gas­thenie und viele weitere Tabusthematisiert.

Es ist klar: Jede Figur in Verliere mich. Nicht. hat sein Päckchen zu tra­gen und auf einige wird dabei be­sonders de­tailliert ein­ge­gangen. Das hat mir gut gefallen, jedoch wird vieles auch nur kurz auf­ge­griffen. Ganz nach dem Motto »Aha, du bist pan­sex­uell« wird es einmal er­wähnt, de­fi­niert und wieder fallen gelassen. Diese Ober­fläch­lich­keit hat mich ge­stört, weil ge­fühlt jede zweite Person in Sages Um­feld be­troffen ist und es dennoch nur am Rande er­wähnt wird. Na­tür­lich, es ent­spricht der Re­a­li­tät und ich finde es klasse, dass diese The­men an­ge­sprochen werden, aber wieso greift man so wich­ti­ge Themen kurz auf, nur um sie wieder fallen zu lassen?

Ich hätte mir ge­wünscht, dass man sich statt etwa zehn ver­schie­denen »Päck­chen« zwei oder drei raus­pickt und ge­zielt auf sie ein­geht. Mir per­sönlich war es einfach etwas zu viel und es wäre mir lieber gewesen, hätte man den Fo­kus auf ein oder zwei Fi­guren und The­ma­tiken gesetzt, zum Beispiel Sages Aus­ei­nan­der­set­zung mit ihm, und sich aus­führ­lich mit ihnen be­schäf­tigt, als di­verse Themen an­zu­kratzen. 

Mein letzter Kritik­punkt schließt an das eben Ge­nann­te an. Es wurden vie­le Themen angerissen, aber nicht ab­ge­schlossen und so beende ich Verliere mich. Nicht. mit vielen offen ge­blie­benen Fragen. Was geschah mit Connor und Aaron? Was passierte mit Megan? Beugte sie sich dem Willen ihrer Eltern oder nicht? Und was war eigentlich mit Cameron und April? In beiden Bänden wurde doch gemunkelt, dass zwischen ihnen etwas sei? Und wo war überhaupt Gavin?


Eine romantische Liebesgeschichte mit Höhen und Tiefen, die viel Spaß bringt zu lesen, von der ich mir jedoch erhofft hatte, sie würde etwas schneller in Fahrt kommen.

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Vorwärts küssen, rückwärts lieben

Sybille Hein
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 28.08.2017
ISBN 9783764505790
Genre: Liebesromane

Rezension:

https://zeilenwandererblog.wordpress.com/2018/01/18/rezension-sybille-hin-vorwaerts-kuessen-rueckwaerts-lieben/


Kurzbeschreibung:
Pia lernt in einem Supermarkt um die Ecke August kennen — ihren sogenannten Pizzaprinzen. Charmant wie er ist, überlässt er Pia die letzte Pizza Mozzarella in der Tiefkühltruhe. Seitdem ist es um Pia geschehen: Sie ist auf Anhieb verknallt und verliert sich in Tagträumen. Ihr bester Freund Eddi ist skeptisch, ob der attraktive August tatsächlich der richtige Mann für Pia ist, denn in ihrer Vergangenheit wurde Eddi schon oft Zeuge ihres Herzschmerzes und Kummers. Und so beginnt eine chaotische, liebevolle Geschichte mit Höhen und Tiefen im Berliner Kiez.


Meinung:
Sybille Hein nimmt Leser mit nach Berlin. Dort begleiten wir Pia, eine waschechte Berlinerin, Single und Mitte 30, die als Illustratorin ihr Geld verdient. Durch Pia wird ein authentisches Bild von Berlin, oder zumindest manchen Berliner Ecken, wiedergegeben: irgendwie speziell, chaotisch und doch alltäglich. Jedenfalls wirkt das Setting unglaublich lebensecht und Lesern wird das Gefühl vermittelt mit Pia den Berliner Kiez unsicher zu machen. Pias zerstreuter Charakter hat den Text durch humorvolle Berichte sehr amüsant gemacht, hin und wieder allerdings auch hektisch wirken lassen, so dass es mir mitunter schwer fiel weiter zu lesen. Aufgelockert wurde der Text durch das fabelhafte Layout: Immer wieder gibt es kleine Illustrationen, Songtexte und Doodles, die das Buch zu einem echten Hingucker machen.

Die Geschichte wird aus der ersten Person Singular erzählt, so dass sich Leser einen guten Eindruck von Pias Persönlichkeit machen können. Auf mich wirkt sie dabei etwas schräg. Dennoch ist Pia ein sehr glaubwürdiger Charakter. Ihre Eigenarten sind mehr als menschlich und ihr Lebensstil lässt sich in Berlin mit Sicherheit bei realen Personen wiederfinden. Ich kann mir gut vorstellen, dass viele Menschen wie Pia durchs Leben gehen und ähnliche Charakterzüge aufweisen. Mir persönlich viel es dennoch schwer, mich mit Pia zu identifizieren: Sie ist mir zu chaotisch, zu dramatisch und zu überzogen. Ihre Freunde und ihre Familie dürfen das ein oder andere Mal im Roman ordentlich einstecken und dass obwohl sie eine unfassbar große Stütze für Pia darstellen. Pia handelt oft unbewusst, nicht wirklich zielorientiert und ohne ihre Familie und Freunde wäre sie vermutlich schon längst in Selbstmitleid und Chaos versunken.

Zu Beginn des Romans fiel es mir schwer einen roten Faden in der Handlung zu erkennen. Was ist die Hauptaussage der Lektüre? Es geht um Liebe. Liebe, die zu Kummer führt und die nicht den Erwartungen gerecht wird, die man sich erhofft. Aber es geht auch um Freundschaft, wenn nicht sogar mehr um Freundschaft als um Liebe. Vorwärts küssen, rückwärts lieben ist mit vielen kleinen Momentaufnahmen geschmückt, die Pia erlebt hat. So schildert sie Lesern beispielsweise sehr ausführlich wie sie mit Eddi Schuhe kaufen gegangen ist und was diese Tätigkeit für Probleme bereitet, da Eddi nicht mit normalen Füßen gesegnet ist. Pia bezeichnet sie wievolgt: Eddis Füße waren ein Überbleibsel aus alten dicken Tagen. Ihr Anblick hatte etwas Rührendes. Mit ein bisschen Fell hätten es auch Hobbitfüße sein können. Oder die Füße eines anderen naturverbundenen Wesens, das mit guter Bodenhaftung durchs Leben ging. (S. 50) Solche Inhalte und ausführlichen Schilderungen von, meiner Meinung nach, belanglosen Fakten fallen Lesern in diesem Roman häufig ins Auge. Es gibt unzählige Geschichten im Handlungsverlauf, die schlichtweg rausgelassen werden könnten.

Etwas nach der Hälfte des Buches beginnt der zweite Teil des Romans, der für viele Überraschungen sorgt. Ich war zumindest perplex, denn der Text wirkt noch wirrer und skurriler und Leser erleben eine 180-Grad-Wendung zu den vorherigen Kapiteln. Fast kann Vorwärts küssen, rückwärts lieben nun als Fantasyroman einkategorisiert werden. Der Titel des Romans ist aber absolut passend: Der erste Teil des Buches beschreibt das Vorwärts küssen, der zweite Teil das Rückwärts lieben.


Fazit:
In Vorwärts küssen, rückwärts lieben spielen Freundschaft und Liebe im gleichen Maße eine wichtige Rolle. Leser begleiten die Protagonistin durch ihren Alltag und werden Zeuge von humorvollen sowie traurigen Momenten. Das Buch punktet durch einen außergewöhnlichen Schreibstil, der mitunter zwar chaotisch aber stets authentisch ist. Zwischenzeitlich zieht sich die Story etwas. Die Doodles, Songtexte und Illustratoren passen perfekt zum Roman und seiner spleenigen Protagonisten, wodurch die Lektüre abgerundet wird.

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Liebe zwischen den Zeilen

Veronica Henry , Charlotte Breuer , Norbert Möllemann
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Diana, 14.08.2017
ISBN 9783453359307
Genre: Romane

Rezension:

https://zeilenwandererblog.wordpress.com/2018/01/13/rezension-veronica-henry-liebe-zwischen-den-zeilen/

Liebe zwischen den Zeilen erschien vergangenes Jahr beim Diana Verlag und wurde von Veronica Henry verfasst. Das schöne Cover, das auf einmal beim Bloggerportal erschien, weckte direkt mein Interesse und nachdem mich der Klappentext ebenfalls ansprach, kam es, dass ich mein erstes Rezensionsexemplar erhielt. An dieser Stelle noch einmal meinen herzlichen Dank an das Bloggerportal und den Diana Verlag für das Bereitstellen des Buches. Ich habe mich sehr auf das Lesen gefreut. Wenn ihr wissen wollt, wie mir dieser Roman gefallen hat, lest doch weiter.

Kurzbeschreibung:
Emilias Vater Julius stirbt und sie erbt den Buchladen Nightingale Books, den er ihr hinterlassen hat. Diese Buchhandlung war nicht nur Lebensinhalt ihres Vaters, sondern ein Treffpunkt für unterschiedlichste Leute, die im verträumten Peasebrook leben. Hier wurde gelesen, sich ausgetauscht, Freundschaften geschlossen und Liebe gefunden. Julius hatte für jeden Anwohner ein offenes Ohr und sein Tod hinterlässt nicht nur bei seiner Tochter eine große Lücke. Doch Emilia hat nicht nur mit dem Verlust ihres Vaters zu kämpfen, sondern auch mit der Rettung von Nightingale Books. Die Buchhandlung steht kurz vor dem Ruin.

Meinung:
Ein Buch, das sich um Bücher dreht! Gibt es schönere Werke zu lesen? Nur wenn sie mindestens in einem genauso einzigartigen Schreibstil verfasst wurden wie Liebe zwischen den Zeilen. Das Buch lebt wirklich durch die verschiedenen Figuren, die durch Veronica Henry verblüffend lebensecht dargestellt sind. Authentisch erschafft sie jedem Charakter eine individuelle Persönlichkeit, und verleiht ihnen Geheimnisse, Sorgen und Leidenschaften. Durch den lockeren, aber sehr detaillierten Stil erschließt sich Peasebrook schnell vor dem inneren Auge des Lesers. Man taucht direkt in die Geschichte ein und begegnet den Charakteren als wäre man mit ihnen in Peasebrook, um ihnen in diesen schwierigen Zeiten des Verlustes beizustehen. Ich finde es schwierig, die Gefühle festzuhalten, die ich beim Lesen hatte, aber trotz der traurigen Geschichte war alles sehr heimelig und man hat sich in Peasebrook wohl gefühlt. Die Figuren waren einem sehr vertraut, was wohl damit zusammenhängt, dass jedes Kapitel durch lange innere Monologe und eine Art Berichterstattung gekennzeichnet ist. Die geschriebenen Worte gehen dabei direkt ins Herz des Lesers.
Ich erinnere mich noch gut an den 03. Januar als ich auf dem Weg zur Arbeit Liebe zwischen den Zeilen begann und mir fast die Tränen in der Straßenbahn gekullert sind. Als Emilia von den letzten Stunden ihres Vaters berichtete, seinem Zustand und was er nicht mehr machen konnte, musste ich wirklich schlucken. Detaillierte Beschreibungen des Todes einer geliebten Person kriegen mich immer wieder und es fällt mir wirklich schwer, solche Szenen zu lesen. Ich war optimistisch, dass dies nur der Auftakt der Geschichte ist, doch leider musste ich feststellen, dass sich die bedrückende Stimmung und Melancholie durch das gesamte Buch zieht.
Emilia ist eine sehr sympathische Protagonistin. Ich konnte ihr Handeln gut nachvollziehen und habe ihren Kapiteln entgegengefiebert, denn sie waren für mich persönlich die spannendsten des Buches. In Liebe zwischen den Zeilen gibt es mehrere Perspektiven, aus denen die Geschichte erzählt wird. So lernen Leser beispielsweise Sarah kennen, die Julius Tod sehr stark trifft und die mit ihrem Kummer kaum weiter weiß, oder aber die schüchterne Thomasina, die nur bei Julius ihre introvertierte Persönlichkeit ablegen konnte und die es nach seinem Tod immer wieder in die Buchhandlung zieht. Sarah, Emilia und Thomasina sind jedoch nicht die einzigen Figuren, die das Buch mit einzigartigen Geschichten füllen. Leser erhalten auch Einblicke in die Sichtweisen der Antagonisten und männlichen Figuren. Und wer weiß, vielleicht trifft ja auch Emilia in Nightingale Books eine neue Liebe? Die vielen Erzählperspektiven sind interessant und machen den Roman vielschichtig.
Was mir auch sehr gut gefallen hat sind die Rückblenden in die 1980er Jahre. So erfahren Leser wie Julius Nightingale zu der Buchhandlung gekommen ist, wie er Emilias Mutter kennen- und liebengelernt hat und wieso seine Tochter sein Ein und Alles ist. Diese Seiten sind herzerwärmend und tragisch zugleich, da bei Emilias Eltern die Liebe mit Sorgen und Leid zusammenhängt. Und dies beschreibt den Inhalt des gesamten Buches wunderbar: Liebe hängt mit Traurigem zusammen, aber aus der Trauer entsteht wiederum etwas Schönes.

Fazit:
Eine facettenreiche Geschichte, die direkt ins Herz geht. Durch die vielen Erzählperspektiven bietet Liebe zwischen den Zeilen dem Leser viel Abwechslung und eine interessante Auswahl an Figuren. Die Melancholie, die von diesem Buch ausgeht, sorgt jedoch für einen bitteren Beigeschmack, der nicht jedem Leser gefallen könnte.

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248 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 66 Rezensionen

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Hüter der fünf Leben

Nica Stevens
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 24.03.2017
ISBN 9783551316042
Genre: Jugendbuch

Rezension:

https://zeilenwandererblog.wordpress.com/2018/01/08/rezension-nica-stevens-hueter-der-fuenf-leben/

Beschreibung:
Vivien ist siebzehn Jahre alt und lebt bei ihrem strengen Großvater. Jeden Sommer besucht sie ihren geliebten Vater, der in einem wunderschönen Nationalpark in Kanada lebt. Sie hilft ihm bei der Arbeit und trifft dort Liam wieder, den sie seit ihrer Kindheit kennt. Die Stimmung zwischen ihnen hat sich während des Heranwachsen jedoch verändert und im Gegensatz zu früher verhält er sich ihr gegenüber sehr distanziert. Außerdem hat er ein merkwürdiges Symbol auf seiner Brust, dessen Bedeutung Vivien unbedingt herausfinden möchte. So wird sie neugierig und erlebt einen Sommer voller Abenteuer in der kanadischen Wildnis.

Meinung:
Ich habe dieses Buch aus Vertrauen zu Nica Stevens gekauft. Ich musste den Klappentext gar nicht lesen, da ich von ihren bisherigen Romanen stets so gefangen genommen wurde, dass es für mich klar war auch dieses Werk zu lesen. Leider konnte mich diese Lektüre nicht vollkommen überzeugen. Aber zunächst einmal zu den positiven Aspekten.

Durch den gewohnt angenehmen Schreibstil, der flüssig, leicht und sehr bildhaft ist, fliegen die Seiten nahezu dahin. Nica Stevens beherrscht es einfach, wunderschöne Landschaften im inneren Auge des Lesers hervorzurufen. Man möchte direkt durch die wilden Berge laufen, wandern gehen, mit den Füßen ins eiskalte Wasser steigen und die kanadische Wildnis auf sich wirken lassen. Der einzigartige Schreibstil ist meines Erachtens nach der stärkste Punkt des Romans, auch wenn er an manchen Stellen etwas naiv und kindlich wirkt, was vermutlich etwas mit den Figuren selbst zu tun hat.

Die Handlung verläuft mit einem konstant steigenden Spannungsbogen, was in diesem Fall nicht positiv gemeint ist. Zunächst befinden wir uns mit Vivien bei ihrem strengen Großvater. Dort gibt es Hintergrundinformationen, weshalb Vivien hauptsächlich bei ihm und nicht ihrem Vater lebt. Sobald Vivien in dem Nationalpark angelangt ist, geht es spannend weiter: Auf geht’s in die Wildnis, und das mit einem attraktiven jungen Mann. Doch ab sofort erschließt sich mir kein roter Faden in der Handlung. Alles ist hektisch, wirr und ab dem Zeitpunkt, in dem es in die Wildnis Kanadas geht, schwächelt der Roman mehr und mehr. Dies hat einerseits mit der viel zu umfangreichen Handlung zu tun, die auf viel zu wenige Seiten gequetscht wurde, und andererseits mit dem mangelnden Tiefgang der zwei Hauptcharaktere. Versteht mich nicht falsch, es ist nicht so, als würde man nichts über Liam und Vivien erfahren, aber mir war alles einen Ticken zu oberflächlich gehalten und rasant. Die Gefühle von Vivien und Liam entstehen wie aus dem Nichts und rauschen auf einen zu. Gleichzeitig ist es ein Hin und Her, das nicht nachvollziehbar ist, da Liam Vivien in einem Moment auf Abstand hält und kurz darauf ihr sein ganzes Wissen anvertraut, sie mit Leib und Seele versucht zu beschützen und beide Hals über Kopf verliebt sind? Vivien versucht lange das Mysterium namens Liam zu entschlüsseln und Liams Art ihr gegenüber empfand ich manchmal als sehr distanziert und stumpf, dafür dass er sich ihr trotzdem so hingezogen fühlt. Das Kribbeln und Wachsen der Gefühle fehlt in diesem Buch komplett. Man könnte nun natürlich argumentieren, dass sich die zwei Figuren schon ein Leben lang kennen, sich schon immer geliebt haben, aber das ergibt in meinen Augen, nach allem was in der Geschichte wiedergegeben wird, wenig Sinn.

Vielleicht habe ich diese Lektüre auch zu sehr mit Verwandte Seelen verglichen, wo die Figuren sich langsam verändern und tiefe Gefühle zueinander entwickeln, die das Herz der Leser höher schlagen lassen. In Hüter der fünf Leben geschieht hingegen alles sehr schnell, beinahe überstürzt. Für mich hatte das zur Folge, dass ich mich nicht mit den Charakteren identifizieren konnte, ihr Handeln nicht verstand und sie mir nicht ans Herz wuchsen. 

Dieses überstürzt wirkende Geschehen trifft generell auf die Handlung zu, sobald Vivien im Naturreservat angekommen ist. Ein Ereignis folgt dem nächsten, die Handlung überschlägt sich, wirkt gehetzt. Mir persönlich hätte die Geschichte mehr zugesagt, würde man ein wenig Action rausnehmen und an ihrer Stelle die Beziehung zwischen Liam und Vivien detaillierter ausführen, sodass ihr Empfinden nachvollzogen werden kann. Die Liebe der beiden steht trotz der Action und den vielen Nebenfiguren nämlich klar im Mittelpunkt des Romans.

Fazit:
Ich mag diese Rezension gar nicht in diesem Zustand abschließen, weil ich von Nicas Geschichten ansonsten begeistert bin, und es bricht mir das Herz es zu sagen, aber meiner Meinung nach ist das Buch sehr schwach was Handlung und Figuren betrifft. Eine Jugendromanze mit einem Hauch Fantasy, die sich angenehm und schnell lesen lässt, aber ein grandioser Ausdruck rettet keinen schlechten Plot. Dieser rasante Roman bietet mir zu wenig Tiefgang.

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870 Bibliotheken, 19 Leser, 4 Gruppen, 64 Rezensionen

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Throne of Glass - Königin der Finsternis

Sarah J. Maas , Tanja Ohlsen
Flexibler Einband: 784 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 11.11.2016
ISBN 9783423717076
Genre: Jugendbuch

Rezension:

https://zeilenwandererblog.wordpress.com/2018/01/04/rezension-sarah-j-maas-throne-of-glass-iv-koenigin-der-finsternis/

Kurzbeschreibung:

Aelin Ashryver Galathynius kehrt zurück nach Rifthold — die Stadt, die von ihrem meistgehassten Feind regiert wird. In Rifthold hat sie noch einige Rechnungen offen, bevor sie als Königin zurück in ihre Heimat kehren und sich noch größeren Herausforderungen stellen kann: ihr Freund Dorian ist noch immer von einem Dämon besessen, die Magie ist weiterhin gebannt und ihr alter Assassinenmeister Arobynn hat ihren Zorn noch nicht gespürt…

Meinung:
Königin der Finsternis ist schon ein ganz schöner Brocken, aber einer, den man schnell durchliest, da Sarah J. Maas es mit ihrem Ausdruck und Spannungsaufbau wieder hinbekommen hat, einen absoluten Pageturner zu kreieren. Die Geschichte umfasst mehrere Erzählperspektiven: Aelin, Chaol, Dorian, Aedion, Rowan, Lysandra, Elide, Manon… Zudem finden sich einige Kapitel wieder, die aus den Augen von Charakteren berichtet werden, die man sonst nur als Nebencharakter kennengelernt hat, wie beispielsweise Kaltain. Diese Nebencharakter-Kapitel kommen jedoch nur als Einzelkapitel vor und wiederholen sich, im Gegensatz zu den anderen, nicht: Die Hauptcharaktere erzählen wie gehabt den größten Teil der Geschichte. Dadurch bekommen Leser einen vielschichtigen Einblick in die fiktive Welt, die unterschiedlichen Charaktere und erlangen zudem Informationen, die manchen Figuren selbst unbekannt sind. Das Wissen, das Manon und Elide beispielsweise mit den Lesern teilen, wäre für Aelin mehr als praktisch. Die Lesewelt wird durch diese Erzähltechnik unglaublich groß und facettenreich, und das Lesen macht wirklich Spaß, da man mit sämtlichen Figuren mitfiebert — egal auf welcher Seite sie stehen. Schwierigkeiten aufgrund der hohen Erzählperspektiven hat man beim Lesen selbst nicht, da man die meisten Charaktere bereits aus vorherigen Bänden kennt und leicht verorten kann.

Sarah J. Maas kriegt es auch in diesem Roman hin, jeder Figur eine außergewöhnliche, einzigartige Persönlichkeit zu geben oder diese noch zu vertiefen. Aelin und Manon sind dabei nach wie vor meine Favoriten, doch auch Rowan und Aedion haben mich mit ihrem Fae-Revier-Gehabe oft zum Lachen oder Schmunzeln gebracht. Chaol ist seinem Charakter treu geblieben: sehr loyal und mit viel Ehrgefühl. Seine Ehre, ist alles, was ihm geblieben ist und er hat Schwierigkeiten mit Aelin, von der er sich hintergangen fühlt. Durch die Feindseligkeiten, die weiterhin zwischen den beiden herrschen, konnte er mir leider immer noch nicht wieder ans Herz wachsen, sodass ich seine Kapitel eher als anstrengend empfand. Aber hey, das ist ja das Großartige an Sarah J. Maas’ Schreibstil: Er weckt im Leser Empfindungen und zwar eine ganze Menge. Immer wieder konnte mir die Autorin durch ihren episch, heroischen Schreibstil so manch eine Gänsehaut verpassen.

Der Spannungsbogen in Königin der Finsternis bleibt konstant hoch. Ob wir uns nun mit den Sehnsüchten den einzelnen Figuren, der Freisetzung der Magie, Aelins Racheplänen an Arobynn, den Sorgen der Hexen oder aber der Bekämpfung des Königs beschäftigten — Es kehrt kaum Ruhe ein. Mir persönlich hat dies sehr gut gefallen, gerade weil die Handlung trotz der vielen Action gut durchdacht ist. Sowohl Aelin, Manon als auch Aedion und Rowan handeln nie willkürlich, auch wenn ihre Taten manchmal den Anschein erwecken, sie würden nach Lust und Laune handeln. Jede Figur hat sein eigenes Motiv, sein Ziel, das erreicht werden will und vielleicht finde ich den Spannungsbogen auch deshalb so stark: Weil es so viele unterschiedliche Missionen und Figuren gibt. Es ist nicht nur ein Hauptproblem, um das sich gekümmert werden muss. Nein, jeder Charakter hat sein Päckchen zu tragen und diese werden in Königin der Finsternis auf unterschiedlichste Arten aufgedeckt. Es gibt zahlreiche Wendepunkte und enorme Charakterentwicklungen, sodass es unmöglich ist, das Buch aus den Händen zu legen.

Die Charakterentwicklung sieht man besonders stark bei Aelin. Sie ist nicht mehr Celaena, die wir aus den ersten Büchern kennen und sie will auch nicht mehr mit ihr in Verbindung gebracht werden. Sie war ein Teil von Aelin und gehört zu ihrer Vergangenheit, aber damit hat es sich nun auch: Aelin ist eine Königin und so benimmt sie sich. Ihr Hauptziel, die Rettung ihres Volkes, hat für sie oberste Priorität und sie ist bereit, jedes Hindernis zu überwinden, das ihr dabei ihm Weg steht. Aber nicht nur ihr Handeln und ihre Denkweise, die nun weniger egoistisch ist, haben sich geändert. Ihre ganze Ausstrahlung ist die einer Königin, wie auch ihre Begleiter, besonders Chaol, immer wieder bemerken.

Was mich bei der Throne of Glass-Saga wirklich begeistert, ist, dass sich die Reihe von Band zu Band steigert und immer fantastischer wird. In den beinahe 800 Seiten erleben Leser eine derart vielschichtige und komplexe Geschichte, bei der niemals Langeweile oder Stillstand aufkommt. Durch die vielen einzelnen Erzählstränge formt sich ein großes Ganzes, was für Leser nachvollziehbar und faszinierend zugleich ist. Eine absolut gelungene Fortsetzung der Reihe.

Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass mich dieses Buch an manchen Stellen sehr wütend gemacht hat. Nicht durch die Geschichte — nein, Sarah J. Maas fesselt einen nach wie vor mit ihrer zauberhaften Welt. Der dtv Verlag, bei dem Königin der Finsternis erschienen ist, hat sich allen Anschein nach nicht sonderlich viel Mühe bei Satz und Layout gegeben, sodass sich unzählige Fehler ins Buch eingeschlichen haben. Und ich meine wirklich nicht zwei oder drei Fehler im Buch, sondern eher zwei bis drei Fehler pro Seite. Sätze enden so beispielsweise häufig mit Punkt Leerzeichen Punkt, an anderen Stellen fehlen unzählige Leerzeichen, sodass sich zwei Wörter zu einem zusammenfügen oder aber es wird statt einem Leerzeichen ein Punkt gesetzt. Hin und wieder gibt es sogar Sätze, die gar keinen Sinn ergeben wie zum Beispiel: Aber es das größte Herr, das er je aufgestellt hat. Mir vergeht da persönlich wirklich der Spaß beim Lesen und ich ärgere mich darüber, wenn ich knappe 13 Euro für ein Buch bezahle, das bei einem bekannten deutschen Verlag erschienen ist, und trotzdem haufenweise Fehler aufweist, als hätte nie ein Lektor über die Sätze geguckt. 

Fazit:
Wo bleibt die deutsche Übersetzung von Empire of Storms und wo bleibt der finale Band der Saga? Ich sehne mich so sehr danach. Königin der Finsternisbietet wie sein Vorgänger Erbin des Feuers alles, was das Fantasyherz höher schlagen lässt: Freundschaft, Spannung, Action, Intrigen, einen Hauch von Liebe… Durch den schlechten Satz des dtv Verlags lässt der Lesespaß jedoch ein wenig nach und es gibt einen Punkt Abzug.

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149 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

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Weil ich Layken liebe

Colleen Hoover , Andreas Lindemann
Flexibler Einband: 64 Seiten
Erschienen bei Spaß am Lesen, 05.12.2016
ISBN 9783944668482
Genre: Jugendbuch

Rezension:

https://zeilenwandererblog.wordpress.com/2017/12/22/rezension-colleen-hoover-slammed/

Kurzbeschreibung:
Layken verliert durch einen tragischen Unfall ihren Vater. Daraufhin zieht sie gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrem kleinen Bruder nach Michigan und entwickelt schnell starke Gefühle für ihren Nachbarn Will. Will erwidert diese Gefühle und stellt sich als Seelenverwandten für Layken heraus. Doch ihre junge Liebe bleibt nicht lange ungestört, denn das Leben stellt sich Layken und Will mit weiteren Schicksalsschlägen in den Weg.


Meinung:
Layken und Will sind als Protagonisten sehr gelungen und sympathisch. Ihre Gefühle zueinander entwickeln sich schnell, jedoch hat es mich persönlich nicht gestört, da die Emotionen von beiden alles andere als unrealistisch oder schwer nachvollziehbar sind. Jeder hat schon einmal einen Schwarm gehabt und bei Will und Layken funkt es von beiden Seiten auf Anhieb. Ihre Liebe zueinander ist sehr intensiv und sie haben viele ähnliche Ansichten. Zum Beispiel die starke Verbundenheit zur eigenen Familie. Für beide ist klar: Die Familie steht an erster Stelle und man ist bereit, für sie Opfer zu bringen. So gibt Layken ihrer Mutter und ihrem Bruder große Stabilität und sorgt sich um sie; und auch Will kümmert sich liebevoll um seinen kleinen Bruder und tut alles, um ihm das beste Leben zu ermöglichen. Will verlor beide Eltern und hat innerlich sehr mit sich zu kämpfen. Dies macht Will zu einem sehr sympathischen Charakter, da er schlicht und einfach menschlich ist.

Auch Layken trägt viele innerliche Kämpfe aus. Sie ist eine starke Frau, die viele Trauerphasen erlebt und im Laufe der Geschichte unglaublich wächst. Und das hat nicht nur damit zu tun, dass sie ihren Vater verlor, ihre Heimat verlassen musste und sich verliebt … Alles, was Layken erlebt, ist so unglaublich nahegehend und passiert so schnell, dass ihr Leben gerade die reinste Achterbahn der Gefühle ist. Als Leser fühlt man sich hilflos, so unglaublich verzweifelt und gleichzeitig doch so überglücklich. Hilfe … In diesem Buch geht es um Familie, Verlust und Liebe und es gibt viele tragische Wendungen, die einen zutiefst berühren. Die Emotionen der Protagonisten werden so intensiv aufgeführt, dass die Tränen regelmäßig fließen. Slammedtrifft mitten ins Herz und zieht einen direkt in den Bann, was auch an Colleen Hoovers Schreibstil liegt, der gewohnt fantastisch ist: gefühlsvoll, authentisch, flüssig. Dadurch ist Slammed ein echter Pageturner!

Ein besonderes Hightlight in Slammed ist zudem die Poesie, die das Buch zu etwas ganz Besonderem macht. Will ist begeisterter Poetry Slammer und anhand seiner Gedichte merkt man erneut deutlich, was für eine Meisterin im Umgang mit Worten die Autorin ist. Die tiefere Bedeutung und der Wortwitz lassen Leser aufgewühlt zurück.

Ich weiß auch nicht, was ich mehr zu Slammed sagen soll. Dieses Buch gehört seit Langem zu meinen Lieblingsbüchern, ich habe mich direkt in die Charaktere verliebt, während des Lesens extreme Gefühle erlebt und das Buch binnen weniger Stunden verschlungen. Für mich ist dieses Buch eine der schönsten und gleichzeitig traurigsten (Liebes-)Geschichten, die ich jemals gelesen habe.


Fazit:
Holt die Taschentücher raus. Slammed wird Gefühle in euch wecken, von denen ihr nicht dachtet, dass ihr so empfinden könnt. Toller Schreibstil, liebenswürdige Charaktere und eine Menge Emotionen! Absolute Leseempfehlung.

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1.228 Bibliotheken, 19 Leser, 6 Gruppen, 89 Rezensionen

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Wenn ich bleibe

Gayle Forman , Alexandra Ernst
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 18.08.2014
ISBN 9783442384044
Genre: Liebesromane

Rezension:

https://zeilenwandererblog.wordpress.com/2017/10/23/rezension-gayle-forman-if-i-stay/

Kurzbeschreibung:
„If I Stay“ erzählt die Geschichte von Mia Hall. Die 17-Jährige lebt das Leben, das sich so ziemlich jeder wünscht: Sie ist von großartigen Menschen umgeben, hat einen liebevollen Freund und ist eine begnadete Cellistin. Mia ist talentiert. So talentiert, dass sie für die Juilliard vorspielen durfte und nun auf ihre Zusage wartet. Jedoch ist sie hin und her gerissen … Gerne möchte sie eine professionelle Cellokarriere beginnen, doch müsste sie dafür ihre Familie und ihre große Liebe Adam hinter sich lassen. Als sie eines Tages mit ihren Eltern und ihrem Bruder Verwandte besuchen möchte, geschieht das Unglück. Bei einem schrecklichen Autounfall verliert sie Familienmitglieder und befindet sich im Koma. Nun muss sie sich entscheiden, ob sie sterben oder am Leben bleiben möchte.


Meinung:
Ehrlich gesagt fällt es mir schwer, die richtigen Worte für so eine ergreifende Geschichte zu finden. „If I Stay“ berührt das Herz. Dieses Buch bleibt im Kopf des Lesers und ist so emotional, dass man Stunden nach dem Lesen immer noch an Mia und ihre Familie denkt.
Aus der Ich-Perspektive von Mia erlebt der Leser ihre Gefühle mit und wird geradezu in die Geschichte hineingezogen, spürt ihre Liebe zur Musik, dem Cello, Adam, ihrer Familie und natürlich auch ihre Trauer und Zerrissenheit.

Die Kapitel erzählen einerseits vom Unfall und Mias außerkörperlichen Erfahrung. Nun, da sie im Koma liegt, kann ihr Geist quasi alles, was um sie herum passiert, erleben. Sie sieht sich selbst im Krankenhaus, die Ärzte, die Operationen, erfährt, was mit ihrer Familie geschehen ist und sieht ihre Freunde und Verwandte, die sie im Krankenhaus besuchen. Die weiteren Kapitel bestehen aus Rückblicken, durch die der Leser die tiefe Beziehung zu ihrem kleinen Bruder Teddy, ihren Eltern und natürlich Adam nachvollziehen kann. Dabei ist alles sehr gefühlvoll geschrieben. Mias Charakter wird durch all die kleinen, wichtigen Momente in ihrem Leben sehr greifbar. Man erlebt beispielsweise den schönsten Tag ihres Lebens und auch ihr Vorspielen an der Juilliard, zu dem ihr Opa sie begleitet hat.

Mir persönlich hat das Buch unglaublich gut gefallen. Mias innerer Konflikt wurde überzeugend geschildert, ihre Gefühle und Gedanken waren nachvollziehbar und man versteht, vor welch schwieriger Entscheidung sie steht. Und das alles zerreißt einem das Herz. Zudem ist Gayle Formans Schreibstil wunderschön. Er ist flüssig, sensibel und die Autorin findet stets die richtigen Worte, um die Wichtigkeit der Passagen zu unterstreichen. Es ist alles sehr feinfühlig und gefühlsbetont beschrieben, was Leser, zumindest was mich angeht, oft zum Weinen bringt. Besonders zum Ende des Buches hin konnte ich das Schluchzen kaum zurückhalten, da der Roman einfach so bewegend ist.

Außerdem regt die Geschichte zu weiteren Gedanken an, was mir sehr gefallen hat. Wie stehe ich im Leben zu Themen wie Familie, Liebe, Tod, das Heranwachsen und die Probleme, die damit in Verbindung stehen, wie etwa die richtigen Freunde und die eigene Zukunft? Wie würde ich mich in Mias Situation entscheiden?


Fazit:
Eine berührende Geschichte, die zum Nachdenken anregt. Trotz der ernsten, traurigen Themen, ist es ein schönes Buch, zu dem man immer wieder greifen kann.


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118 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 24 Rezensionen

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Nachts ist es leise in Teheran

Shida Bazyar
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 18.02.2016
ISBN 9783462048919
Genre: Romane

Rezension:

https://zeilenwandererblog.wordpress.com/2017/12/11/rezension-shida-bazyar-nachts-ist-es-leise-in-teheran/


Kurzbeschreibung:
In Nachts ist es leise in Teheran geht es um die Geschichte einer iranischen Familie, bestehend aus dem Elternpaar Behsad und Nihad sowie ihren Kindern Laleh, Morad und Tara, die, gezwungen durch die politischen Umstände in ihrer Heimat, nach Deutschland flieht und dort Exil findet. Der Roman befasst sich mit ihren Anstrengungen zu immigrieren und der Verortung der unterschiedlichen Identitäten zwischen den Kulturen des Irans und Deutschlands.


Meinung:
Wow. Was für ein Werk… Was besonders auffallend an diesem Roman ist, ist zum einen der Schreibstil und zum anderen der gesamte Aufbau des Buches. Anders als die meisten Bücher ist Nachts ist es leise in Teheran nicht strikt in einzelne Kapitel aufgeteilt, sondern in vier große Kapitel in Form von Erzählperspektiven. Die Erzählperspektive wird alle zehn Jahre gewechselt, sodass jedes Mitglied der Familie die Möglichkeit bekommt einen Teil der Geschichte zu erzählen. Dabei übernehmen Behsad, Nihad, Laleh und Mo die größten Abschnitte des Buches. Durch diesen Aufbau werden in den beinahe 300 Seiten Fließtext vier Dekaden gedeckt, angefangen im Jahr 1979, und es liegt mit jedem neuen Kapitel ein Zeitsprung von zehn Jahren sowie ein Sprung in der Erzählperspektive vor. Allein das macht das Buch schon besonders.
Da dieser Erzählstil so besonders ist, gehe ich kurz auf jedes der Kapitel ein.

Den Anfang des Buches macht Behsad im Jahr 1979. Es ist die Zeit der Revolution im Iran, nach der Vertreibung des Schahs und nachdem Khomeni an die Macht gelangte. Behsad schildert seine Zeit an der Seite der Kommunisten, seinem Kampf für eine neue Ordnung im Land, das Verschwinden der Studenten und beschließt mit Nahid, Laleh und Mo nach Deutschland zu fliehen. In Behsads Kapitel wird die Atmosphäre im Iran sehr deutlich dargestellt. Der Kampf von ihm und seinen Kameraden wirkt hoffnungslos und ergreifend.

Nahid setzt zehn Jahre später die Geschichte fort. Sie und ihre Familie sind in Deutschland angekommen, jedoch ist die Lage für sie dort auch nicht makellos. Nahid hat mit der deutschen Kultur stark zu kämpfen und sie hat starke Schuldgefühle, da sie den Iran und ihre restliche Familie dort zurückgelassen hat. Nihads Kapitel ist im Gegensatz zu Behsads nicht von den politischen Sorgen gekennzeichnet, sondern vielmehr von den kulturellen Sorgen und Ängste und Heimweh nach dem Iran.

1999 berichtet Laleh. Ihr Kapitel ist besonders interessant, da es für sie, Nihad und Tara zurück in den Iran geht. Laleh fühlt sich in ihrer Heimat, die sie nur aus Kindheitserinnerungen kennt und sich doch stark mit den Traditionen verbunden fühlt, fremd. Doch auch in Deutschland hat sie Probleme, da sie teilweise mit Vorurteilen in der Schule zu kämpfen hat und immer an ihre Herkunft erinnert wird. In ihrem Kapitel wird deutlich, wie stark jemand zwischen den Kulturen stehen kann und was es für kulturelle Unterschiede gibt. Lalehs Kapitel zeigt dem Leser eine Zerrissenheit und ein nicht vorhandenes Zugehörigkeitsgefühl auf.

Morad, genannt Mo, erzählt 2009 das letzte Kapitel des Buches. Er identifiziert sich als Deutscher und hat mit dem Iran eigentlich gar nichts mehr zu tun. Für ihn wurde die Fremde zur Heimat. Eines Tages erfährt er online von der grünen Revolution und sein Denken ändert sich. Er realisiert nun wofür seine Eltern damals gekämpft haben und beschäftigt sich selbst mehr mit dem Thema.

Jeder der vier Protagonisten im Buch hat einen unterschiedlichen Erzählstil und eine andere Meinung. Durch die verschiedenen Gefühle, den Ton der Charaktere und ihre individuellen Gedanken ist das Buch nicht nur vielschichtig, sondern wirkt sehr authentisch und lebendig. Gleichzeitig fühlt man sich als Leser jeder Person nah, da stets aus der ersten Person Singular berichtet wird. Auch wenn sich alle vier Kapitel mit anderen Themen auseinandersetzen, sprechen sie alle das Thema Heimat und Zugehörigkeit an.

Eine weitere Besonderheit des Buches ist dass die direkte Rede nicht in Anführungszeichen gesetzt ist. Dieses Stilmittel hat beim anfänglichen Lesen für etwas Verwirrung gesorgt, da es leicht ist, die direkte Rede schnell zu überlesen, wenn man nicht aufmerksam liest. Jedoch gewöhnt man sich rasch an den Schreibstil und es ist keinerlei störend. Stattdessen unterstreicht dieser Stil, meiner Meinung nach, die generelle Stimmung des Buches. Das Buch ist verschachtelt und trotzdem sehr poetisch verfasst und durch die wenigen Satzzeichen, wirkt der Text beinahe sanft. Die Autorin schreibt zudem in sehr langen Sätzen und sehr langen Absätzen, was mich teilweise an eine Art Tagebuch erinnert hat. Der Schreibstil lässt das Buch und seine Geschichte zusätzlich auf unterschwellige Art und Weise bedrückend, melancholisch wirken. Man weiß auf jeder Seite, dass irgendetwas nicht ganz in Ordnung ist.


Fazit:
Ein stimmungsgeladenes, einfach anderes Buch, das den Geist der Zeit trifft und zum Nachdenken anregt. Man lernt die iranische Kultur und Geschichte kennen, was ich sehr interessant fand. Der Schreibstil ist einzigartig. Anders. Aber er gefällt mir sehr, auch wenn man ein wenig braucht um ins Lesen reinzukommen. Teilweise zieht sich der Roman ein wenig und ich persönlich habe ich mich manchmal etwas erschlagen gefühlt von der Melancholie, die dieses Buch vermittelt. Trotz allem ist Nachts ist es leise in Teheran eine absolute Leseempfehlung für jeden, der sich für andere Kulturen, Migration und Identität interessiert.



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802 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 143 Rezensionen

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Frigid

Jennifer L. Armentrout , Vanessa Lamatsch ,
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.11.2016
ISBN 9783492309851
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

https://zeilenwandererblog.wordpress.com/2017/11/05/rezension-jennifer-l-armentrout-frigid/


Kurzbeschreibung:
Kyler und Sydney kennen sich ihr Leben lang und sind beste Freunde. Wie in jedem Jahr zur Winterzeit steht ein Ausflug mit Freunden an und die beiden fahren zu einer Skihütte. Ein Schneesturm verhindert jedoch die Anreise der gemeinsamen Freunde und zudem die Abreise von Kyler und Sydney, die vor allen anderen bei der abgelegenen Hütte angekommen sind und nun ungewollt ein paar einsame Tage miteinander verbringen müssen. Nun können sie ihren Gefühlen nicht mehr aus dem Weg gehen und müssen sich zudem so manch anderer Herausforderung stellen.


Meinung:
Auch in „Frigid“ findet sich der gewohnte Schreibstil von Jennifer L. Armentrout wieder: flüssig, frisch, frech. Ich weiß nicht, wie es anderen Lesern geht, aber sämtliche Figuren von Jennifer L. Armentrout sind mitunter so unverschämt schlagfertig, dass ich mir auf die Lippen beiße und erstmal sprachlos bin. Humor- und gefühlvoll bringt die Autorin Lesern die beiden Protagonisten, Sydney und Kyler, näher. Dabei wird die Geschichte aus beiden Perspektiven erzählt, sodass Leser Einblicke in die Innenwelt der Figuren erhaschen dürfen. Vermutlich in der Hoffnung, man könne das Handeln der Protagonisten und ihr Empfinden nachvollziehen. Dies blieb bei mir persönlich jedoch aus. Mir fiel es schwer, beiden Figuren nahe zu kommen und für ihre Gefühle, Handeln, etc. Verständnis aufzubringen. Vergleicht man Kyler und Sydney mit Katy und Daemon aus Armentrouts „Obsidian-Reihe“, wirken sie wie lieblos hingeklatschte Figuren ohne Tiefgang. Man fragt sich, ob die Autorin bei dieser Geschichte überhaupt mit ihrem Herzen dabei war oder – jup, das war leider einer meiner Gedanken beim Lesen – Auftragsarbeit für einen Verlag abgeliefert hat. Zwar gelingt es ihr, beiden Protagonisten eine eigene Stimme im Ausdruck zu verleihen, jedoch bleibt die Distanz zwischen Figuren und Leser den gesamten Roman über vorhanden.

Gleichzeitig lässt sich die Handlung meiner Meinung nach mit zwei Worten zusammenfassen: vorhersehbar und überzogen. Jennifer L. Armentrout tischt das 0815 des New Adult Romans auf: Heißer Bad Boy (was selbstverständlich mehrfach ausgeführt wird) und graue Maus sind heimlich ineinander verliebt, geben es jedoch nicht zu. Bad Boy verletzt Gefühle der grauen Maus, indem er tut, was Bad Boys nun mal tun (Frauen aufreißen und arrogant sein). Gleichzeitig sieht sich der Bad Boy als nicht gut genug für die graue Maus, die, nebenbei erwähnt, emotional labil ist. Achtung, Spoiler: Im Nachhinein finden sie dennoch zusammen.

Die Herausforderungen, denen sich Sydney und Kyler, neben ihren emotionalen Problemen, stellen müssen, wirken auf mich an den Haaren herbeigezogen – eine wirkliche Nebenhandlung kommt dadurch jedenfalls nicht zustande. Es fehlt außerdem an Nebenfiguren und die Hürden, die sich die Autorin überlegt hat, um etwas Abwechslung in den Roman zu bringen und ihm etwas thriller-ähnliches zu verschaffen, lassen Leser lediglich mit den Köpfen schütteln.

„Frigid“ fehlt es an Tiefgang, Glaubwürdigkeit und Originalität. Da helfen auch der knackige Schreibstil und das ansprechende Cover nicht.

Das Cover ist, meiner Meinung nach, ein – wenn nicht sogar das – Highlight des Buches. Hier finde ich das Farbkonzept und die scharfen Fokuspunkte im Spiel mit dem verschwommenen Hintergrund besonders ansprechend. Die Winterkleidung passt perfekt zum Inhalt des Buches und generell trifft das Cover den Geist des Genres.


Fazit:
Jennifer L. Armentrout ist es durch ihren leichten, lockeren Schreibstil wieder gelungen, einen Pageturner zu kreieren, der sich allerdings lediglich an Klischees bedient und wenig Originalität aufweist. Empfehlenswert ist „Frigid“ für Leser, die leichte Kost mögen und beim Lesen nicht zum Nachdenken angeregt werden möchten.

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369 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 80 Rezensionen

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Der Schwarze Thron - Die Königin

Kendare Blake , Charlotte Lungstrass-Kapfer
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 25.09.2017
ISBN 9783764531478
Genre: Fantasy

Rezension:

https://zeilenwandererblog.wordpress.com/2017/10/28/rezension-kendare-blake-der-schwarze-thron-die-koenigin/


Kurzbeschreibung:
Der Kampf um den Thron geht weiter. Katharine, Arsinoe und Mirabella stehen vor schwierigen Entscheidungen. Wer soll sterben, wer soll leben? Sie alle wollen den Thron stärker denn je, doch nicht alle sind dazu bereit, für den Thron zu morden. Der zweite Teil setzt nahtlos an den ersten an und spinnt die Intrigen und Machenschaften der verschiedenen Völker weiter.


Meinung:
Alles in allem ist dieser Band eine gelungene Fortsetzung der Geschichte. Leider habe ich ihn jedoch nicht so sehr verschlungen wie den ersten Teil. Nach dem absolut spannenden Ende des Auftaktes, habe ich einige Zeit gebraucht, um in den Lesefluss zu kommen. Das lag nicht am Schreibstil (dieser ist wie gewohnt sehr angenehm und flüssig), sondern daran, dass sich die Geschichte trotz Cliffhanger sehr zieht. Ich habe mit viel Action gerechnet und musste einige Seiten lesen, bis es endlich dazu kam.

Diese Art Hinterherhinken findet sich leider relativ häufig in diesem Buch wieder. Meiner Meinung nach gibt es massive Charakterentwicklungen der Schwestern, was auch sehr gelungen geschildert wurde und für den Tiefgang der Story sicherlich förderlich ist, doch irgendwie war es mir in dem Buch allgemein viel zu ruhig. Versteht mich nicht falsch: Es gab viele spannende Stellen und die Handlung an sich bietet, wie Band eins, einige Überraschungen und Kehrtwendungen, allerdings sind diese Probleme meist nach wenigen Seiten gelöst, so dass man nie um liebgewonnene Charaktere bangen oder ein Happy End in Frage stellen muss. Zumindest ging es mir beim Lesen so und diese Kurzatmigkeit der einzelnen Handlungsstränge empfand ich als störend. Es ist quasi wie ein Puzzle: Viele kleine Einzelteile bilden ein Großes, aber was bringt uns dieses Große? Sind wir beim eigentlichen Hauptstrang weiter gekommen als im ersten Band? Ich hab das Gefühl, dass es bis auf die Charakterentwicklung kaum etwas Neues in diesem Buch gab, ich am Ende des zweiten Teils nicht viel mehr wusste als am Ende des ersten und dass die ganzen kleinen Dramen häufig an den Haaren herbei gezogen waren. Hmm …

Die Charakterentwicklung ist in diesem Buch jedoch ein absolutes Highlight. Katharine ist entschlossen wie nie zuvor und kämpft mit extremen Methoden, um an die Krone zu kommen. Sie ist wie besessen und an die unschuldige, zarte Katharine des ersten Bandes ist nicht mehr zu denken. Außerdem fragt man sich brennend, was ihr in der Brecciaspalte wiederfahren ist, dass sie so blutrünstig und zorning wurde. Hier hat eine 180 Grad Wendung stattgefunden und ich liebe es! Katharines Kapitel sind einfach gruselig! Ihr Charakter ist mir so befremdlich und aufregend, dass man ihre Perspektive gespannt verfolgt und gleichzeitig eine Gänsehaut bekommt.

Mirabellas Charakter auf der anderen Seite ist sehr unsicher geworden, da sie immer noch mit der großen Frage zu kämpfen hat, ob sie in der Lage sein wird, ihre Schwestern zu töten und ob ihr der Thron diese Tat eigentlich wert ist. Sie ist oft durcheinander und unterliegt einigen Stimmungsschwankungen, wenn man es so nennen möchte. Sie kann sich schwer entscheiden, ändern ständig ihre Meinung und wird durch viele unvorhersehbare Ereignisse aus der Bahn geworfen. Ich habe Mirabellas Kapitel sehr genossen, weil ich mich gut in sie hineinversetzen und ihre Sorgen verstehen konnte. Das hat mir beim Lesen wirklich sehr gefallen.

Arsinoe wiederum hält treu zu ihren Freunden und ihrem Bären. Sie will die Schwestern vereinen, macht sich aber gleichzeitig auch dazu bereit, zu sterben, da ihr die nötigen Gaben und Mittel fehlen, gegen ihre Schwestern zu bestehen. Zumindest denkt sie das (ich bin ja großer Arsinoe Fan und hoffe, dass sie die Krone bekommt). Arsinoe setzt sich stark für ihre Mitmenschen ein und übt sich in niederer Magie, um einige Hürden zu überwinden. Sie hat sich in diesem Band einfach zu meiner absoluten Favoritin entwickelt. Ich liebe ihre freche, ehrliche Art und ihre Freunde sind einfach die besten. Jules und Camden sind so toll!

Beim Lesen hatte ich allgemein den Eindruck, dass die Autorin diesen Band als Puffer für das große Finale benutzt. Einiges hätte, meiner Meinung nach, gestrichen oder aber vielfältiger ausgeschmückt werden können, so dass die einzelnen Kapitel nicht so abgehackt und aneinandergeklatscht wirken.
Zudem lässt sich der Minuspunkt aus meiner Rezension von Band 1 auch hier erwähnen: Es haben sich viele Fehler in den Text geschlichen. Aus Billy wird an einer Stelle Brilly, es gibt erneut falsche Silbentrennungen und solche Schusseligkeiten stören mein Leseempfinden einfach unwahrhaftig. Argh. Wieso?


Fazit:
An und für sich eine solide Fortsetzung. Der Roman packte mich nicht so sehr, wie der erste Teil es tat, jedoch wurde man intensiv in die Geschichte gesogen und ich fiebere den nächsten Bänden nach wie vor heiß entgegen. Dieses Mal aber bitte mit etwas mehr Action und weniger Puffer!

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Der Schwarze Thron - Die Schwestern

Kendare Blake , Charlotte Lungstrass-Kapfer
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 09.05.2017
ISBN 9783764531447
Genre: Fantasy

Rezension:

https://zeilenwandererblog.wordpress.com/2017/10/21/rezension-kendare-blake-der-schwarze-thron-die-schwestern/

Kurzbeschreibung:
Katharine, Arsinoe und Mirabella sind Drillinge. Drillinge, von denen jede den Anspruch auf den Thron der Insel Fennbirn hat. Der Haken: Um ihn zu bekommen, müssen sie sich gegenseitig umbringen, wobei ihnen ihre Fähigkeiten helfen. Katharine ist eine Giftmischerin, Arsinoe eine Naturbegabte und Mirabella eine Elementwandlerin. Als Kinder getrennt, treffen sie sich als 16-Jährige wieder und das tödliche Spiel um den Thron kann beginnen.


Meinung:
Ich bin absolut begeistert. Als ich das Buch in der Buchhandlung meines Vertrauens in den Händen hielt und den Klappentext las, hatte ich zunächst keine hohen Erwartungen. Der erste willkürliche Satz hingegen, den ich las, berichtete wie man einer jungen Frau die Hand abschlug. Das mag nun etwas merkwürdig klingen, aber dieser kleine Schocker veranlasste mich dazu, das Buch zu kaufen, da ich davon ausging, einige Überraschungen in diesem Werk zu finden – und ja, die Überraschungen blieben selten aus! Die Seiten flogen dahin und die drei Königinnen zogen mich voll und ganz in ihren Bann.

Die Geschichte wird dabei aus vielen Perspektiven erzählt. Dabei geht es nicht alleine um die Königinnen Arsinoe, Katharine und Mirabella, sondern auch um ihre Freunde und Familien. Der Schreibstil ist sehr flüssig und leicht, sodass die zahlreichen Perspektivwechsel kein Problem darstellen und man der Handlung stets gut folgen kann. Das Inselleben und die durchaus fremdartige Kultur von Fennbirn werden anschaulich erklärt, wodurch man wunderbar in dieser grausigen, brutal Welt versinken kann!

Der Nachteil der unterschiedlichen Stimmen ist, dass man als Leser vollkommen überfordert ist, sich für eine der Königinnen und somit den Tod der anderen zu entscheiden. Man weiß, dass sie sich gegenseitig bekämpfen und letzten Endes töten sollen und die gefühlvollen Schilderungen und Einblicke in die Gedankenwelten der Schwestern, stürzen Leser in ein Debakel. Liest man ein Kapitel von Arsinoe, möchte man, dass Arsinoe ihre Schwestern besiegt und ist verliebt in ihre Treue zu ihren Freunden, wünscht sich selbst einen Familiaris (quasi dein Seelengefährte in Form eines Tieres) herbei und schmunzelt bei Arsinoes stürmischen, teils unüberlegten Entscheidungen. Liest man danach aber ein Kapitel der zierlichen, schwachen Katharine fühlt man mit ihr mit und ist nicht mehr davon überzeugt, dass sie durch Arsinoes Hand sterben soll.Man empfindet großes Mitleid für all die Qualen und Verluste, die Katharine erleidet und hofft inständig, dass ihr Charakter sich weiterhin festigt, stärkt und sie sich endlich gegen die teils grotesken

Spiele der Giftmischer durchsetzen kann. Berichtet Mirabella dann im darauffolgenden Kapitel von ihren Eindrücken, ist man komplett durcheinander gebracht und das Schlamassel beginnt! Wird sie von Arsinoe und Katharine als verwöhntes Prinzesschen beschrieben und rechnet man dementsprechend mit einer verwöhnten jungen Dame, liegt man falsch. Mirabella ist die Stärkste der Schwestern und hat ein Herz aus Gold. Sie vermisst ihre Geschwister und es ist ihr nicht wohl bei dem Gedanken, sie zu bekämpfen und sterben zu sehen. Alle drei Schwestern waren mir auf unterschiedliche Arten sympathisch und ich begann schnell zu hoffen, dass sie untereinander irgendwie eine Lösung finden, um sich nicht gegenseitig zu bekämpfen.

Auch die vielen Nebencharaktere haben mir sehr gefallen – besonders Jules und ihr Berglöwe Camden! Und mal ganz ehrlich: Wie cool ist die Idee dahinter? Wer hätte nicht gerne einen zahmen, treuen Puma als Haustier?

Was bei dem Buch und den unterschiedlichen Perspektiven definitiv auffällt, ist die starke Präsenz weiblicher Charaktere und deren Rollen. Auf Fennbirn herrscht Frauenpower hoch zehn. Dort haben die Männer so gut wie gar nichts zu sagen und sämtliche hohe Positionen sind von Frauen besetzt. Die starke Abwesenheit von männlichen Charakteren und deren typischer Stärke hat mir richtig gut gefallen!

Generell darf auch der Schreibstil der Autorin gelobt werden. Dieser ist, gerade für Fantasyromane, eher untypisch schlicht. Rechnet man mit malerischen Beschreibungen und poetischer Sprache werden Leser bei „Der schwarze Thron“ wohl enttäuscht sein. Hier ist der Ausdruck eher praktisch und flott. Das hat mir aber sehr gut gefallen, da es quasi nie zum Stillstand kam. Ich sag’s euch: Habt ihr das Buch in der Hand, könnt ihr es nicht mehr weglegen. Es ist ein wahrer Pageturner! Hier folgt Spannung auf Spannung und Cliffhanger auf Cliffhanger und ich liebe es. Man fiebert auf jeder Seite mit, ist hin und hergerissen zwischen den verschiedenen Charakteren und liebt alle gleichauf.

Einen dicken Minuspunkt gibt es von meiner Seite allerdings trotzdem. Dies hat aber nichts mit der Geschichte an sich zu tun, sondern mit dem Verlag. Leute, da sind Fehler drin. Falsche Silbentrennungen, Buchstabendreher … Mich persönlich stören solche Flüchtigkeitsfehler bei lektorierten Verlagsbücher sehr.


Fazit:
Eine absolute Leseempfehlung für Fans von abenteuerlicher, spannender Fantasy ohne viel Liebe und dafür mit reichlich Action. Dieser Auftakt ist unglaublich packend und reißt jeden mit!

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