Spannung, Freundschaft, AbenteuerFesselnde Jugendbücher

Harry Potter und das verwunschene Kind
emmaya
Joanne K. Rowling

Harry Potter und das verwunschene Kind

Eine phantasievolle Haupthandlung gemischt mit Rückblicken, die gekonnt mit der Nostalgie der Fans spielen: Wahnsinn! Unbedingt lesen! ...

— emmaya

Selection - Die Krone
koelnerhaeschen
Kiera Cass

Selection - Die Krone

Wunderschöne Geschichte, perfekter Schluss der Reihe.

— koelnerhaeschen

RegenTropfenGlück
JHeer
Jana Frey

RegenTropfenGlück

In jeder Hinsicht umwerfend!

— JHeer

Die Magie der Namen
ILKrauss
Nicole Gozdek

Die Magie der Namen

Sehr schöner Fantasyroman für Jugendliche

— ILKrauss

Girl in Black
Rebecca1493
Mara Lang

Girl in Black

Spannend erzählte Geschichte, die mich überzeugen konnte!

— Rebecca1493

Die Attentäter
iur83
Antonia Michaelis

Die Attentäter

Interessante Geschichte, von der ich aber mehr erwartet habe

— iur83

Wär mein Leben ein Film, würd ich eine andere Rolle verlangen
Angelika123
Cornelia Franke

Wär mein Leben ein Film, würd ich eine andere Rolle verlangen

Ein super schönes Buch, das tiefgreifender und emotionaler ist als man erwarten würde und dabei trotzdem auch lustig!

— Angelika123

Zorn und Morgenröte
lovebookheart
Renée Ahdieh

Zorn und Morgenröte

Es war einfach mega gut und gehört ab sofort zu meinen Lieblingsbüchern.

— lovebookheart

Demon Road - Hölle und Highway
NicoleGozdek
Derek Landy

Demon Road - Hölle und Highway

Tolle Ideen, spannende Handlung, wenn auch mit kleinen Makeln.

— NicoleGozdek

Die Schwarzen Musketiere - Das Schwert der Macht
NicoleGozdek
Oliver Pötzsch

Die Schwarzen Musketiere - Das Schwert der Macht

Degenkämpfe, Magie und eine Schatzsuche im Prag des 17. Jahrhunderts ... ein gelungener historischer Jugendroman voller Abenteuer!

— NicoleGozdek


Jaromir Konecny

Jugendbuchautor

Warum ich ein Mädchen geworden bin

Oder: Kann ein Mann wie eine Frau schreiben?

Am Anfang war das Buch: In der Küche duftete der Getreidekaffee, der Kachelofen brummte und knisterte. Die Eisblumen am Fenster so prächtig, als hätte sie ein Maler gemalt und die schönsten davon in der Küche aufgehängt. Am Tisch saß meine Oma mit einem Buch vor sich und las mir vor: "Der kleine Bär Kugelrund im Zirkus". Auf einmal hockte ich nicht mehr in Omas Küche, ich spielte in der Zirkusmanege mit.

Meine Mutter wollte schon immer einen Sohn bekommen, und dann gebar sie eine Tochter nach der anderen, so dass ich drei Schwestern hatte, bevor ich überhaupt auf die Welt kam. Eine komische Welt war das! Lauter Frauen mit einem Buch in der Hand: Meine Oma, meine Mutter, meine drei Schwestern lasen und lasen. Vor diesem lesenden Matriarchat flüchtete mein Vater nach der Arbeit in unseren großen Garten, wo er Tomaten einpflanzte und an Obstbäumen herumsägte und reife Äpfel und Kirschen pflückte. Am Abend las er dann selbst: in den gesammelten Werken von Karl Marx, um zu Hause eine Revolution anzuzetteln.

Jeden zweiten Tag schleppte meine Mutter mich von Nachbarin zu Nachbarin, auf der Suche nach einem Krimi, den sie noch nicht gelesen hatte, mit möglichst viel Mord und Totschlag darin. Ohne Mord konnte meine Mutter nicht leben. Eine hemmungslose Krimileserin war sie. Wohl mangels anderer Romantik. Mein Vater jätete lieber Unkraut im Garten, als für sie ein romantisches Abenteuer zu weben.

Unsere Jagd nach dem neuesten Krimi endete in der Stadtbücherei. Dort trank meine Mutter den letzten Kaffee des Tages: Die hübsche Bibliothekarin tat zwei gehäufte Löffel Kaffeepulver in eine große Tasse mit rotem Herz und goss kochendes Wasser darauf. Kaffeemaschinen gab es in der sozialistischen Tschechoslowakei nicht. Meine Mutter warf vier Würfel Zucker in die Kaffeetasse. Einen Würfel legte sie auf ihre Zunge: „Um mir das Leben auf der Zunge zergehen zu lassen“, sagte sie. Sicher meinte sie damit: „Um mir das Leben zu versüßen.“ Kein Wunder bei so viel Tod und Mordschlag. Damals galt Zucker als gesund. So wie Mamas Zigarette zum Kaffee.

Während meine Mutter und die Bibliothekarin über die neuesten Bucherscheinungen redeten, spielte ich an den Regalen mit Büchern. Auch zu Hause gab’s Stoff genug: Jede meiner Schwestern las etwas anderes, überall im Haus lagen Bücher herum. Die Pfeife von Sherlock Holmes gehörte genauso dazu wie das abgeschnittene Ohr von Vincent van Gogh, der Zauberberg, Emil mit seinen Detektiven und das Grab des Tutanchamun. Ich musste alles lesen, auch um all die Frauen um mich herum zu verstehen, die mein Leben lenkten - diese Priesterinnen der nach Kaffee duftenden Buchkirche. Nicht der nach Weihrauch riechenden Kirche, in die mich manchmal meine Oma mitnahm. In der herrschte ein griesgrämiger alter Mann in komischen Kleidern. Meine Frauen schienen mir aber viel lustiger und mächtiger als er zu sein, sie lachten und lasen und erzählten mir Geschichten, und konnten alle meine Wunden heilen und mich zum Lachen bringen, während der alte Mann mir nur Angst machte. Konnte ich sie je beeindrucken? Na, sicher! Meine Oma, meine Mutter und meine drei Schwestern bewunderten doch Schriftsteller. Auch ich musste ein Schriftsteller werden. Jawohl!

Schon mit zwölf schrieb ich einen Krimi für meine Mutter. Der war aber so unanständig, dass ich dafür von meiner Mutter zwei Wochen Hausarrest bekam. Ich musste an meinem Stil arbeiten. Doch als ich mit etwa 40 mein erstes richtiges Buch veröffentlichte, waren meine Oma und meine Mutter bereits gestorben. Für meine älteren Schwestern in meiner alten Heimat Tschechien steckte ich auch mit 40 immer noch in der Pubertät. „Du und Schriftsteller?“, sagten sie und lachten. „Schriftsteller verstehen uns Frauen. Verstehst du uns?“

„Du kommst doch vom Poetry Slam“, sagte meine Lektorin im Ravensburger Verlag Beate Spindler: „Wäre da nicht ein Roman über den Poetry Slam naheliegend?“

„Okay“, sagte ich.

„Am besten aus der Sicht eines Mädchens geschrieben.“

Wie bitte? Sollte ich als ein Mädchen schreiben? Und plötzlich träumte ich einen Tagtraum von der Frau mit Buch. Ja! Ich werde zu einem Mädchen. So kann ich meinen Schwestern endlich zeigen, wie gut ich sie jetzt verstehe. Ich fing an, mich als ein schreibendes Mädchen zu trainieren: Las nur Bücher von Schriftstellerinnen und beobachtete Frauen, wo ich nur konnte. Am schnellsten bekam ich ein Lächeln von ihnen, wenn ich selbst lächelte und ihnen dabei in die Augen guckte. Jeder Blick brachte mir ein Lächeln. Schön!

Bevor ich meinen Poetry-Slam-Roman schreiben würde, musste ich für dtv ein eBook abgeben. Sollte ich schon diese Geschichte als eine weibliche Ich-Erzählerin angehen? Warum nicht? Worüber sollte ich aber schreiben? Was wäre für mich selbst das Wichtigste, wenn ich ein Mädchen wäre? Na, klar: Mein Erstes Mal! Wäre es nicht schön, mein erstes Mal als Mädchen mit ihrem echten Ersten Mal zu feiern, in dem sie zu Frau wurde? Hmm … mein eigenes echtes Erstes Mal fand erst mit 18 statt. Mädchen sind aber ein bissl schneller, oder? :-) Meine Ich-Erzählerin Marie würde ich also 17 sein lassen.

Und so erschien vor ein paar Tagen, am letzten Valentinstag, meine erste Geschichte mit einer weiblichen Ich-Erzählerin darin Haarscharf. Höhepunkt mit Hindernissen. So wie ich Euch jetzt über mein Erstes Mal mit einem Buch erzähle, erzählt in "Haarscharf" die 17jährige Marie über ihre erste Liebe, ihr Erstes Mal und die Probleme mit ihren Brüsten. Mit 17 hatte ich als ein Junge selbst Probleme genug mit meinen Organen, bei einem Mädchen würd’s nicht anders sein. Nur musste ich bei einem Mädchen andere Organe hernehmen, als zum Beispiel in meinem Jugendbuch Doktorspiele, das ein Junge erzählt :-)

Mein neues Leben als Frau berauscht mich. Als Mann habe ich Hunderte von Bühnengeschichten für meine Poetry-Slam-Auftritte geschrieben und 14 Bücher veröffentlicht. ‚Wie lange würde mir noch der Stoff reichen für mein Mannsein im Buch?‘, fragte ich mich manchmal. Doch plötzlich steht mir die andere Hälfte aller möglichen und unmöglichen Geschichten zu - die des anderen Geschlechts. Ein Mann kommt noch einmal als eine Frau auf die Welt: Was für eine Wiedergeburt! Bis ich den ganzen Stoff verarbeitet habe, der mich jetzt als Frau bewegt, werden Jahre vergehen. Und das Beste dran: Nur so nebenbei kann ich über meine Geschlechtsgenossen die Männer herziehen. :-) Wie meine Marie in "Haarscharf":

»Einmal hat Nadine mir erzählt, Janis habe ihr stundenlang den BH-Verschluss am Rücken aufzuknöpfen versucht, bis sie seufzte und den Verschluss vorne an ihrer Brust aufknöpfte …«.

Zurzeit bin ich die 16jährige Lea und schreibe den Liebes-Poetry-Slam-Roman "Herz Slam" für den Ravensburger Verlag. Nur mein Ziel werde ich leider nicht so schnell erreichen: Meine drei älteren Schwestern zu überzeugen, dass ich nicht mehr in der Pubertät stecke, sondern ein richtiger Schriftsteller geworden bin. Meine Schwestern können nicht Deutsch. Bis ein Verlag in meiner alten Heimat Tschechien wieder mal ein Buch mit mir als Ich-Erzählerin herausgibt, vergehen sicher Jahre. Bis dahin muss ich aufpassen, nicht zu einem männlichen Ich-Erzähler zurück zu mutieren.

Wie fing bei Euch das Lesen an, liebe LovelyBooker? Könnt Ihr Euch noch an Euer erstes Mal erinnern? An Eure erste richtige Buchgeschichte, meine ich. :-) An das Abenteuer, über das Ihr plötzlich nicht nur gelesen habt – Ihr habt’s gelebt! Und: Kann ein Mann als eine Frau schreiben? Wie mache ich mich in "Haarscharf" als eine Ich-Erzählerin? Habt Ihr Tipps für mich?

Ich freue mich auf ein schönes Gespräch mit Euch! Hier geht's zur Diskussion!

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