Spannung, Freundschaft, AbenteuerFesselnde Jugendbücher

Siren
Romantasy1312
Kiera Cass

Siren

Dieses Buch verzaubert und fesselt einen wie verrückt*o*

— Romantasy1312

Lemon Summer
gedankenbuecherei
Kody Keplinger

Lemon Summer

Eine nette Sommerlektüre, die wirklich unterhalstam war.

— gedankenbuecherei

Die Chroniken der Verbliebenen - Das Herz des Verräters
Lila-Buecherwelten
Mary E. Pearson

Die Chroniken der Verbliebenen - Das Herz des Verräters

Eine Fortsetzung, die mir besser gefallen hat als der Vorgänger, aber trotzdem noch zu langatmig war.

— Lila-Buecherwelten

Ich und die Heartbreakers
Buecherwurm22
Ali Novak

Ich und die Heartbreakers

Süße Story. Gute Unterhaltung für zwischendurch. Sommerlich leichte Lektüre mit einer Prise Ernsthaftigkeit.

— Buecherwurm22

Auf ewig dein
Kendall
Eva Völler

Auf ewig dein

Trotz einiger Schwächen ein sehr gelungenes Buch! Ich freue mich schon auf die Fortsetzung!

— Kendall

Was wir dachten, was wir taten
Smilla507
Lea-Lina Oppermann

Was wir dachten, was wir taten

Ein beklemmendes, fesselndes Szenario, erschreckend realistisch! Kann man kaum aus der Hand legen!

— Smilla507

Einzig
Raven
Kathryn Evans

Einzig

Einzig(artige) Jugendgeschichte über ein Mädchen, welches sich durch seine besondere Genetik jährlich teilt!

— Raven

Graue Wolken im Kopf
Benni_Cullen
Juliane Breinl

Graue Wolken im Kopf

Ein Buch, das wichtige Themen, besonders jedoch das Krankheitsbild Depression großartig verarbeitet! Absolut lesenswert!

— Benni_Cullen

Schicksalsbringer - Ich bin deine Bestimmung
Fabella
Stefanie Hasse

Schicksalsbringer - Ich bin deine Bestimmung

Tolle Geschichte mit frischen Ideen!

— Fabella

Stell dir vor, dass ich dich liebe
Lebetausendleben
Jennifer Niven

Stell dir vor, dass ich dich liebe

Wenn „Prosopagnosie“ und „Übergewicht“ aufeinandertreffen, entstehen zwei Charaktere mit einer wichtigen Botschaft: Verliert dein wahres Ich

— Lebetausendleben


Jaromir Konecny

Jugendbuchautor

Warum ich ein Mädchen geworden bin

Oder: Kann ein Mann wie eine Frau schreiben?

Am Anfang war das Buch: In der Küche duftete der Getreidekaffee, der Kachelofen brummte und knisterte. Die Eisblumen am Fenster so prächtig, als hätte sie ein Maler gemalt und die schönsten davon in der Küche aufgehängt. Am Tisch saß meine Oma mit einem Buch vor sich und las mir vor: "Der kleine Bär Kugelrund im Zirkus". Auf einmal hockte ich nicht mehr in Omas Küche, ich spielte in der Zirkusmanege mit.

Meine Mutter wollte schon immer einen Sohn bekommen, und dann gebar sie eine Tochter nach der anderen, so dass ich drei Schwestern hatte, bevor ich überhaupt auf die Welt kam. Eine komische Welt war das! Lauter Frauen mit einem Buch in der Hand: Meine Oma, meine Mutter, meine drei Schwestern lasen und lasen. Vor diesem lesenden Matriarchat flüchtete mein Vater nach der Arbeit in unseren großen Garten, wo er Tomaten einpflanzte und an Obstbäumen herumsägte und reife Äpfel und Kirschen pflückte. Am Abend las er dann selbst: in den gesammelten Werken von Karl Marx, um zu Hause eine Revolution anzuzetteln.

Jeden zweiten Tag schleppte meine Mutter mich von Nachbarin zu Nachbarin, auf der Suche nach einem Krimi, den sie noch nicht gelesen hatte, mit möglichst viel Mord und Totschlag darin. Ohne Mord konnte meine Mutter nicht leben. Eine hemmungslose Krimileserin war sie. Wohl mangels anderer Romantik. Mein Vater jätete lieber Unkraut im Garten, als für sie ein romantisches Abenteuer zu weben.

Unsere Jagd nach dem neuesten Krimi endete in der Stadtbücherei. Dort trank meine Mutter den letzten Kaffee des Tages: Die hübsche Bibliothekarin tat zwei gehäufte Löffel Kaffeepulver in eine große Tasse mit rotem Herz und goss kochendes Wasser darauf. Kaffeemaschinen gab es in der sozialistischen Tschechoslowakei nicht. Meine Mutter warf vier Würfel Zucker in die Kaffeetasse. Einen Würfel legte sie auf ihre Zunge: „Um mir das Leben auf der Zunge zergehen zu lassen“, sagte sie. Sicher meinte sie damit: „Um mir das Leben zu versüßen.“ Kein Wunder bei so viel Tod und Mordschlag. Damals galt Zucker als gesund. So wie Mamas Zigarette zum Kaffee.

Während meine Mutter und die Bibliothekarin über die neuesten Bucherscheinungen redeten, spielte ich an den Regalen mit Büchern. Auch zu Hause gab’s Stoff genug: Jede meiner Schwestern las etwas anderes, überall im Haus lagen Bücher herum. Die Pfeife von Sherlock Holmes gehörte genauso dazu wie das abgeschnittene Ohr von Vincent van Gogh, der Zauberberg, Emil mit seinen Detektiven und das Grab des Tutanchamun. Ich musste alles lesen, auch um all die Frauen um mich herum zu verstehen, die mein Leben lenkten - diese Priesterinnen der nach Kaffee duftenden Buchkirche. Nicht der nach Weihrauch riechenden Kirche, in die mich manchmal meine Oma mitnahm. In der herrschte ein griesgrämiger alter Mann in komischen Kleidern. Meine Frauen schienen mir aber viel lustiger und mächtiger als er zu sein, sie lachten und lasen und erzählten mir Geschichten, und konnten alle meine Wunden heilen und mich zum Lachen bringen, während der alte Mann mir nur Angst machte. Konnte ich sie je beeindrucken? Na, sicher! Meine Oma, meine Mutter und meine drei Schwestern bewunderten doch Schriftsteller. Auch ich musste ein Schriftsteller werden. Jawohl!

Schon mit zwölf schrieb ich einen Krimi für meine Mutter. Der war aber so unanständig, dass ich dafür von meiner Mutter zwei Wochen Hausarrest bekam. Ich musste an meinem Stil arbeiten. Doch als ich mit etwa 40 mein erstes richtiges Buch veröffentlichte, waren meine Oma und meine Mutter bereits gestorben. Für meine älteren Schwestern in meiner alten Heimat Tschechien steckte ich auch mit 40 immer noch in der Pubertät. „Du und Schriftsteller?“, sagten sie und lachten. „Schriftsteller verstehen uns Frauen. Verstehst du uns?“

„Du kommst doch vom Poetry Slam“, sagte meine Lektorin im Ravensburger Verlag Beate Spindler: „Wäre da nicht ein Roman über den Poetry Slam naheliegend?“

„Okay“, sagte ich.

„Am besten aus der Sicht eines Mädchens geschrieben.“

Wie bitte? Sollte ich als ein Mädchen schreiben? Und plötzlich träumte ich einen Tagtraum von der Frau mit Buch. Ja! Ich werde zu einem Mädchen. So kann ich meinen Schwestern endlich zeigen, wie gut ich sie jetzt verstehe. Ich fing an, mich als ein schreibendes Mädchen zu trainieren: Las nur Bücher von Schriftstellerinnen und beobachtete Frauen, wo ich nur konnte. Am schnellsten bekam ich ein Lächeln von ihnen, wenn ich selbst lächelte und ihnen dabei in die Augen guckte. Jeder Blick brachte mir ein Lächeln. Schön!

Bevor ich meinen Poetry-Slam-Roman schreiben würde, musste ich für dtv ein eBook abgeben. Sollte ich schon diese Geschichte als eine weibliche Ich-Erzählerin angehen? Warum nicht? Worüber sollte ich aber schreiben? Was wäre für mich selbst das Wichtigste, wenn ich ein Mädchen wäre? Na, klar: Mein Erstes Mal! Wäre es nicht schön, mein erstes Mal als Mädchen mit ihrem echten Ersten Mal zu feiern, in dem sie zu Frau wurde? Hmm … mein eigenes echtes Erstes Mal fand erst mit 18 statt. Mädchen sind aber ein bissl schneller, oder? :-) Meine Ich-Erzählerin Marie würde ich also 17 sein lassen.

Und so erschien vor ein paar Tagen, am letzten Valentinstag, meine erste Geschichte mit einer weiblichen Ich-Erzählerin darin Haarscharf. Höhepunkt mit Hindernissen. So wie ich Euch jetzt über mein Erstes Mal mit einem Buch erzähle, erzählt in "Haarscharf" die 17jährige Marie über ihre erste Liebe, ihr Erstes Mal und die Probleme mit ihren Brüsten. Mit 17 hatte ich als ein Junge selbst Probleme genug mit meinen Organen, bei einem Mädchen würd’s nicht anders sein. Nur musste ich bei einem Mädchen andere Organe hernehmen, als zum Beispiel in meinem Jugendbuch Doktorspiele, das ein Junge erzählt :-)

Mein neues Leben als Frau berauscht mich. Als Mann habe ich Hunderte von Bühnengeschichten für meine Poetry-Slam-Auftritte geschrieben und 14 Bücher veröffentlicht. ‚Wie lange würde mir noch der Stoff reichen für mein Mannsein im Buch?‘, fragte ich mich manchmal. Doch plötzlich steht mir die andere Hälfte aller möglichen und unmöglichen Geschichten zu - die des anderen Geschlechts. Ein Mann kommt noch einmal als eine Frau auf die Welt: Was für eine Wiedergeburt! Bis ich den ganzen Stoff verarbeitet habe, der mich jetzt als Frau bewegt, werden Jahre vergehen. Und das Beste dran: Nur so nebenbei kann ich über meine Geschlechtsgenossen die Männer herziehen. :-) Wie meine Marie in "Haarscharf":

»Einmal hat Nadine mir erzählt, Janis habe ihr stundenlang den BH-Verschluss am Rücken aufzuknöpfen versucht, bis sie seufzte und den Verschluss vorne an ihrer Brust aufknöpfte …«.

Zurzeit bin ich die 16jährige Lea und schreibe den Liebes-Poetry-Slam-Roman "Herz Slam" für den Ravensburger Verlag. Nur mein Ziel werde ich leider nicht so schnell erreichen: Meine drei älteren Schwestern zu überzeugen, dass ich nicht mehr in der Pubertät stecke, sondern ein richtiger Schriftsteller geworden bin. Meine Schwestern können nicht Deutsch. Bis ein Verlag in meiner alten Heimat Tschechien wieder mal ein Buch mit mir als Ich-Erzählerin herausgibt, vergehen sicher Jahre. Bis dahin muss ich aufpassen, nicht zu einem männlichen Ich-Erzähler zurück zu mutieren.

Wie fing bei Euch das Lesen an, liebe LovelyBooker? Könnt Ihr Euch noch an Euer erstes Mal erinnern? An Eure erste richtige Buchgeschichte, meine ich. :-) An das Abenteuer, über das Ihr plötzlich nicht nur gelesen habt – Ihr habt’s gelebt! Und: Kann ein Mann als eine Frau schreiben? Wie mache ich mich in "Haarscharf" als eine Ich-Erzählerin? Habt Ihr Tipps für mich?

Ich freue mich auf ein schönes Gespräch mit Euch! Hier geht's zur Diskussion!

Noch mehr Buchtipps?Dann folge unseren Jugendbuch Experten

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
Tags
  • Buchverlosung
  • Buchverlosung
  • Empfehlung
  • Buchverlosung
  • Empfehlung
  • blog
  • Empfehlung
  • weitere
  • weitere