-nicole-

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    Cover des Buches Das Gegenteil von Hasen (ISBN: 9783453272804)

    Bewertung zu "Das Gegenteil von Hasen" von Anne Freytag

    Das Gegenteil von Hasen
    -nicole-vor 7 Tagen
    Kurzmeinung: Ein gelungenes Jugendbuch mit einem aktuellen und wichtigen Thema. Berührend und ehrlich - regt zum Nachdenken an. Sehr lesenswert.
    Ein berührender Jugendroman - ehrlich und direkt

    Hasen und Wölfe…


    Sie sind in derselben Jahrgangsstufe und trotzdem in verschiedenen Welten. Julia, Marlene und Leonard im Zentrum der Aufmerksamkeit, der Rest irgendwo in ihrer Umlaufbahn. Dann geschieht etwas, das alles verändert: Eines Morgens macht plötzlich eine Internetseite die Runde, die bis dato auf privat gestellt war. Darauf zu finden sind Julias ungefilterte Gedanken, Bomben in Wortform, die sich in kürzester Zeit viral verbreiten. Es sind Einträge, die ein ganz anderes Bild des beliebten Mädchens zeigen, das alle zu kennen glauben.
     Wer hinter der Aktion steckt, ist zunächst unklar, doch nach und nach kommt heraus: Gründe dafür hätten einige.


    (Quelle: Klappentext)


     


    „Das Gegenteil von Hasen“ ist der neue All Age-/ Jugendroman von Anne Freytag  und widmet sich einem aktuellen und sensiblen Thema: Mobbing. Hauptfigur hier ist die siebzehnjährige Julia, die, seitdem sie mit den Zwillingen Marlene und Leonard befreundet ist, zu den „Beliebten“ gehört. Doch von einem auf den anderen Moment ändert sich ihr Leben komplett. Alles fängt damit an, dass ihr Laptop gestohlen wird – und darauf sind nicht nur ihre gespeicherten Passwörter, sondern auch Blogbeiträge, in denen sie sich alles von der Seele geschrieben hat: Direkt, unzensiert und ohne Hemmungen. Julia hatte niemals vor, diese Beiträge zu veröffentlichen, doch genau dieses ist nun geschehen: Ihre Wordpress-Seite ist nun für alle einsehbar, ihre intimsten Gedanken öffentlich gemacht. Daraufhin nimmt das Drama seinen Lauf…


    Gleichzeitig blicken Julia und auch einige Mitschüler zurück in die Vergangenheit und überdenken einiges – Ängste  und Sorgen werden sichtbar.


     


    "Normalerweise wird Julia angesehen, heute wird sie angestarrt. Mehr als üblich und auch anders. Eindringlicher, lauter. Blicke, die sie sonst eher streifen, bleiben heute an ihr haften. Sie folgen ihr. (…) Die Stille wird bedrohlich, eine Ruhe, die in ihr knistert.  Das ist der Moment, in dem die Vorahnung zu etwas handfestem wird.“ – Seite 115, eBook


     


    Wie schon gewohnt, besticht  Autorin Anne Freytag hier wieder mit ihrem direkten und unverstellten Schreibstil. Ohne viel drumherum schildert sie Momentaufnahmen, Gefühle, Situationen und Orte. Auch ihre Figuren sind unheimlich gut ausgearbeitet - nichts bleibt verborgen. So erfahren wir nicht nur über Julias Leben einiges, auch die anderen Charaktere wie Edgar, Linda und Momo lernen wir sehr gut kennen. Ebenso wie Leonard und Marlene – die Zwillinge, die zunächst ziemlich oberflächlich wirken.


    Das Thema Mobbing ist nach wie vor ein aktuelles und wichtiges Thema, das oftmals ziemlich schreckliche Ausmaße annimmt – auch hier wird es ziemlich bedrückend. Anne Freytag widmet sich diesem Thema mit dem nötigen Feingefühl – alles ist sensibel geschrieben.


     


    „Kristin erinnert sich gut daran, wie sich zu wenig Freunde anfühlen. Und wie es ist, wenn mehrere Individuen zu einem Mob werden und im Kollektiv vergessen, wer sie sind. Keiner von ihnen ist im Einzelnen schlecht. Nur in der Kombination. So, als würden sie chemisch miteinander reagieren.“ – Seite 171, eBook


     


    Die Handlung ist aus verschiedenen Blickwinkeln geschrieben, dieses wirkt zunächst etwas wirr, aber das legt sich schnell. Es bleibt durchweg interessant mit einer gewissen Spannung. Wer letztendlich die Beträge veröffentlicht hat, bleibt lange geheim – und ist dann doch eine ziemliche Überraschung.


    Mein Fazit: Ein gelungenes Jugendbuch mit einem aktuellen und wichtigen Thema - Anne Freytag zeigt hier, wie schnell Mobbing außer Kontrolle geraten kann. Der Schreibstil ist klar, sehr direkt und unverstellt, auch die Charaktere sind stark gezeichnet. Oft wird es bedrückend, doch die Autorin findet zu dem sensiblen Thema die richtigen Worte. Regt zum Nachdenken an – sehr lesenswert.

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    Cover des Buches Ich bleibe hier (ISBN: 9783257071214)

    Bewertung zu "Ich bleibe hier" von Marco Balzano

    Ich bleibe hier
    -nicole-vor 10 Tagen
    Kurzmeinung: Ein berührendes Buch, das mit seinem intensiven Schreibstil von der ersten Seite an fesselt. Sehr bewegend!
    Ein berührender Roman - bewegend erzählt

    Der Kampf um die Heimat…

    Ein idyllisches Bergdorf in Südtirol – doch die Zeiten sind hart. Von 1939 bis 1943 werden die Leute vor die Wahl gestellt: entweder nach Deutschland auszuwandern oder als Bürger zweiter Klasse in Italien zu bleiben. Trina entscheidet sich für ihr Dorf, ihr Zuhause. Als die Faschisten ihr verbieten, als Lehrerin tätig zu sein, unterrichtet sie heimlich in Kellern und Scheunen. Und als ein Energiekonzern für einen Stausee Felder und Häuser überfluten will, leistet sie Widerstand – mit Leib und Seele. (Quelle: Klappentext)

     

    „Ich bleibe hier“ ist der neue Roman von dem italienischen Autor Marco Balzano – von diesem Buch habe ich im Vorfeld schon viel positives gehört. Und es ist wirklich ein besonderes, sehr berührendes Buch.

    Schauplatz ist das kleine Bergdorf Graun in Südtirol, das in den Kriegszeiten zwischen die Fronten gerät: Im Jahr 1922 beginnen die Italiener die Region zu italianisieren, deutscher Unterricht ist ab sofort verboten. Die Deutschen bieten den Bewohnern Jahre später die Auswanderung nach Deutschland an.

     

    „Man erkannte sie sofort, diese Fremden aus dem Süden, die mit dem Koffer in der Hand und der Nase in der Luft nie gesehene Steilhänge und zu niedrig hängende Wolken bestaunten.

    Vom ersten Augenblick an hieß es: Wir gegen sie. Die Sprache des einen gegen die des anderen. Die Arroganz der plötzlichen Macht gegen das Pochen auf jahrhundertealte Wurzeln.“ – Seite 25, eBook

     

    Hauptfigur ist die junge Frau Trina, die sich von Anfang an gegen eine Auswanderung und auch gegen das Verbot des Unterrichtens auflehnt. Sie fängt früh an, die Kinder des Dorfes heimlich in Kellern zu unterrichten. Mit den Jahren wird dieses und auch das Leben in dem kleinen südtiroler Bergdorf Graun, immer schwieriger, denn der Krieg rückt unaufhaltsam näher. Neben einem ganz persönlichen Drama, das sie nur schwer verkraften kann, besteht nun die Angst, dass ihr Dorf komplett ausgelöscht werden soll – es soll einem Stausee weichen. Doch sie wehrt sich…

    Das Buch ist in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Trina geschrieben und zwar in Form einer Erzählung, die an ihre Tochter gerichtet ist. Es wird oft sehr berührend und im Mittelteil auch sehr dramatisch  – sie beschreibt ihr ganzes Leben von der Jugend bis über die schweren Kriegsjahre hinweg. Der Roman ist mit 288 Seiten eher kurz, doch er ist ausdrucksstark, detailreich und intensiv geschrieben. Man ist sofort mitten in der Geschichte und die Schrecken des Kriegs werden spürbar.

    Wir lernen auch Trinas Familie sehr gut kennen, aber  der Zusammenhalt und gleichzeitig die Zerrissenheit im Dorf wird spürbar. Wie sich alles entwickelt – beginnend in der Vorkriegs- bis hin zur Nachkriegszeit. Trina hat vieles zu verkraften und wächst über sich hinaus…

     

    „Ich dagegen glaubte, das größte Wissen liege im Wort, besonders für eine Frau. Egal ob Fakten, Geschichten, Legenden, Hauptsache war, man legte sich einen Vorrat davon an und hatte sie parat für den Moment, in dem das Leben komplizierter und leerer wurde. Ich glaubte, sie könnten mich retten, die Wörter.“ (Trina) – Seite 13, eBook

     

    Auch die Anmerkung des Autors hinten im Buch ist interessant – er erzählt,  wann er den Ort Graun zum ersten Mal besucht hat und erklärt, wie er schließlich die historischen Fakten des Dorfes mit fiktiven Figuren zu einem Roman verwoben hat.

    Mein Fazit: Ein sehr berührendes Buch, das mit seinem intensiven Schreibstil von der ersten Seite an fesselt. Beeindruckend ist die starke Hauptfigur, die in den verschiedenen, aber immer schwierigen Zeiten über sich hinauswächst und für den Erhalt ihrer Heimat kämpft. Bewegend und sehr lesenswert!

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    Cover des Buches Die Spiegelreisende (ISBN: 9783458178583)

    Bewertung zu "Die Spiegelreisende" von Christelle Dabos

    Die Spiegelreisende
    -nicole-vor 13 Tagen
    Kurzmeinung: Ein gelungenes und bildgewaltiges Finale, das überraschender nicht sein kann. Großartig geschrieben!
    Ein wirklich phantastisches Finale

    Band 4 der Spiegelreisenden-Saga


    Risse überziehen die Welt der Archen. Immer größere Stücke Land stürzen ins Nichts. Babel, Pol, Anima Einer jagt den nächsten, die Abgründe werden immer größer. Babel, Pol, Anima – keine der am Himmel schwebenden Inseln bleibt verschont. Ungläubig müssen die Menschen mit ansehen, wie ihre Welt nach und nach verschwindet. Um die unwiederbringliche Zerstörung der Archen zu stoppen, muss so schnell wie möglich der Schuldige gefunden werden. Muss „der Andere“ gefunden werden. Aber wie? Wo doch niemand auch nur ahnt, wie er aussieht?

     Ophelia und Thorn sind so vereint wie nie. Zusammen begeben sie sich im Störfeuer der vergangenen und zukünftigen Echos auf die Suche nach der allerletzten Wahrheit. (Quelle: Klappentext)


     


    Der vierte und finale Band der Spiegelreisenden-Saga gehört mit zu den Büchern, auf dessen Veröffentlichung ich in diesem Jahr mit am sehnlichsten gewartet habe. Mit großer Begeisterung habe ich bereits die drei Vorgänger gelesen, die alle im Jahr 2019 erschienen sind. Nachdem der letzte Band „Das Gedächtnis von Babel“ mit einem großen Cliffhanger endete, geht es in „Im Sturm der Echos“ genau an der Stelle spannend weiter.


    Doch zunächst gibt es am Anfang des Buches einen kleinen Rückblick auf die letzten Geschehnisse und noch einmal eine Beschreibung der wichtigsten Charaktere – das hat mir sehr gut gefallen, denn so ist man sofort wieder mitten im Geschehen.


    Nachdem Ophelia und Thorn im letzten Band einige Geheimnisse gelüftet haben, stehen sie gleichzeitig vor neuen Rätseln und Herausforderungen: Welche Rolle spielen die Echos und das Mysterium, das nur „Der Andere“ genannt wird, bei den dramatischen Geschehnissen, die sich aktuell auf allen Archen ereignen?


     


    „Beschäftigt euch mit den Echos. Sie sind der Schlüssel zu allem“, hatte Lazarus gesagt.


    Ophelia versuchte, zu verstehen, sie versuchte es wirklich. Ein unsichtbarer Faden, schien Eulalia Gort, den Anderen, die Einstürze und die Echos miteinander zu verbinden, doch er war voller Knoten. – Seite 144


     


    Um die vielen Geheimnise und die letzten Rätsel zu lösen, begeben sich Thorn und Ophelia auf eine gefährliche Mission. Dazu müssen sie erneut in fremde Rollen schlüpfen. Was sie bei ihren Ermittlungen herausfinden, ist unglaublich und wird sie für immer verändern…


    Auch das einzigartige Szenario, in der die Saga spielt, kommt hier wieder sehr gut zur Geltung: Die Welt wie wir sie kennen, gibt es schon lange nicht mehr. Vor langer Zeit wurde diese in 21 Archen zerschlagen, die in der „Leere“ schweben. Auf denen herrschen die Familiengeister, die den Bewohnern besondere Fähigkeiten vererbt haben – jede Arche hat seine eigene Fähigkeit. Ophelia stammt von der Arche Anima – sie kann über kurzen Distanzen durch Spiegel reisen und die Vergangenheit von Gegenständen „lesen“. Bei ihrer ersten Spiegelreise in ihrer Kindheit hatte sie einen Unfall – nichts ahnend, das sie damit etwas ausgelöst hat, was nun, Jahre danach, auf der Welt immer weitreichendere Folgen nach sich zieht. Dieses Geheimnis und u.a. auch die Frage, warum die Welt vor langer Zeit in 21 Archen zerrissen wurde, wird hier nun gelüftet und auf erstaunliche Weise entschlüsselt.  


     


    „Sie tauchte wieder in den Spiegel ein, so aufmerksam wie möglich und zugleich ohne bestimmte Absicht. Sie spürte, wie sie in einen Raum glitt, der mit Worten schwer zu beschreiben war; Formen und Farben waberten darin, als würde man sich mit Fingern fest die Lider zudrücken. Das Dazwischen. Der Raum zwischen den Spiegeln.“ – Seite 67


     


    Neben Ophelia und Thorn gibt es ein Wiedersehen mit vielen bekannten Nebencharakteren  – auch hier wird um den ein oder anderen so manches Geheimnis gelüftet.


    Die Handlung selbst hat einiges zu bieten – auf den über 600 Seiten hat die Autorin einen Verlauf erschaffen, der überraschender nicht sein kann. Es wird öfter mal kompliziert und man muss manches Mal aufpassen, dass man den Faden in der komplexen Handlung nicht verliert - daher sollte man sich Zeit für dieses Buch nehmen. Dennoch ist es im Gesamten gut verständlich. Die beeindruckenden Schauplätze sind detailreich geschildert, die vielen phantastischen Elemente sind perfekt platziert und lässt uns LeserInnen oft staunen.  


     


    Mein Fazit: Ein gelungenes und bildgewaltiges Finale, das überraschender nicht sein kann. Christelle Dabos schafft es, sowohl die beeindruckenden Schauplätze detailreich zu schildern, als auch die Story mit ihren vielen phantastischen Elementen schlüssig und spannend weiter zu erzählen. Der Verlauf ist manchmal zwar etwas kompliziert, aber nach und nach ergibt sich aus den einzelnen Puzzleteilen ein Gesamtbild, das erstaunlicher nicht sein kann.  Ein großartiges Finale mit vielen Abenteuern!  

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    Cover des Buches Das sternenlose Meer: Roman (ISBN: B07ZTF92YC)

    Bewertung zu "Das sternenlose Meer: Roman" von Erin Morgenstern

    Das sternenlose Meer: Roman
    -nicole-vor 19 Tagen
    Kurzmeinung: Ein außergewöhnliches Buch voller Magie, Märchen und Geschichten. Wundervoll geschrieben, oft poetisch und detailreich.
    Magisch und wundervoll geschrieben

    Eine Reise zwischen Magie und Wirklichkeit…

    Eigentlich arbeitet Zachary Ezra Rawlins an seiner Promotion, doch er kommt nicht weiter. Denn immer, wenn er in der Bibliothek ist, sucht er ein Buch auf, das zwischen den Regalen versteckt liegt. Ein Buch, in dem Zachary eines Tages eine Schilderung seiner eigenen Kindheit findet. Aber wie ist das möglich? Auf der Suche nach dem Geheimnis dieses Buches entdeckt Zachary eine unterirdische Welt voller Bücher am Ufer eines sternenlosen Meers, wo er schließlich eine Verschwörung aufdecken und für die Liebe seines Lebens kämpfen muss. (Quelle: Klappentext)

     

    Da ich magische Geschichten, in denen Bücher eine zentrale Rolle spielen, sehr gerne mag, war ich dementsprechend gespannt auf Erin Morgensterns neuen Roman. „Das sternenlose Meer“ ist wundervoll geschrieben, oft poetisch und mit vielen tollen Schauplätzen.

    Hauptfigur hier ist der junge Student Zachary Ezra Rawlins, der in der Unibibliothek zufällig auf ein mysteriöses Buch stößt, das sehr alt und nirgendwo registriert ist. Als Zachary die Kurzgeschichten liest, kann er es zunächst kaum glauben: Eine der Geschichten erzählt von einem kurzen Augenblick, den er in seiner Kindheit erlebt hat. Magische Türen spielen dabei eine zentrale Rolle. Zudem tauchen immer wieder drei Symbole auf: Eine Biene, ein Schwert und ein Schlüssel. Zachary beschließt, dem Ursprung des Buches auf den Grund zu gehen und gerät an einen Ort, der magischer nicht sein kann…

     

    „Tief unter der Erdoberfläche, fernab von Sonne und Mond, am Ufer des sternenlosen Meers, liegt eine labyrinthartige Ansammlung von Tunneln und Räumen, die voller Geschichten sind. Geschichten, die in Bücher stehen, in Einweckgläsern stecken und an Wände gemalt sind. (…) Geschichten, die katalogisiert und gehätschelt und verehrt werden. Alte Geschichten, die man aufbewahrt, während ringsherum neue sprießen.“ – Seite 13, eBook

     

    Und genau diese unterirdische Welt, der geheimnisumwobene Ort, ist wundervoll beschrieben – dort befinden sich unzählige Bücher, beeindruckende Räumlichkeiten und schier unendliche Gänge. Zachery erlebt das Abenteuer seines Lebens – allerdings gerät er auch mitten in eine gefährliche Verschwörung…

     

    „Hinter der Tür liegt etwas. Nicht der Raum hinter der Mauer. Etwas Größeres. Er weiß es. Er hat es im Gefühl. Das hier ist das, was seine Mutter als bedeutsamen Augenblick bezeichnen würde. Ein Augenblick, der alle nachfolgenden Augenblicke verändern wird.“ – Seite 21, eBook

     

    Sehr außergewöhnlich ist der Aufbau der Handlung – beginnen tut diese mit märchenhaften Kurzgeschichten – schnell wird klar, dass diese aus dem mysteriösen Buch sind, dass Zachary findet. Erst danach lernen wir die Hauptfigur kennen. Die Kapitel wechseln regelmäßig zwischen Zacharys Geschichte und den fast märchenhaften Kurzgeschichten. Zunächst etwas verwirrend, aber später wird klar, wie vieles zusammenhängt – das ist sehr gut konstruiert.  Allerdings ist der komplette Roman mit den vielen Geschichten sehr verschachtelt, man muss sehr aufmerksam lesen. Zacharys Weg lässt sich interessant  verfolgen – auch wie sich später alles zusammenfügt, ist spannend.

    Jedoch waren mir die Nebencharaktere etwas zu blass – ich konnte mich nicht recht mit ihnen anfreunden. Märchen und Haupthandlung ist zwar gut verwoben, aber der Wechsel ist zu häufig, dadurch wirkt Zacharys Weg manchmal etwas abgehackt.

     

    Mein Fazit: Ein außergewöhnliches Buch voller Magie, Märchen und Geschichten in Geschichten -  wundervoll geschrieben, oft poetisch und detailreich. Sehr gut haben mir die vielen phantastischen Schauplätze gefallen und natürlich die Welt voller Bücher. Die Story ist sehr verschachtelt – Geschichten verweben mit der Wirklichkeit und ergeben ein überraschendes Bild. Bis auf Kleinigkeiten ein anspruchsvolles, aber wirklich schönes, phantastisches Buch.

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    Cover des Buches Trotzdem (ISBN: 9783630876580)

    Bewertung zu "Trotzdem" von Ferdinand von Schirach

    Trotzdem
    -nicole-vor 25 Tagen
    Kurzmeinung: Ein sehr informatives, aktuelles und lesenswertes Buch, das zum Nachdenken anregt.
    Informativ und aktuell

    Die Schriftsteller Ferdinand von Schirach und Alexander Kluge im Gespräch...


     


    Das Corona-Virus hat uns an eine Zeitenwende gebracht. Beides ist jetzt möglich, das Strahlende und das Schreckliche.
    Ist der aktuelle Shutdown unserer Gesellschaft auch ein Shutdown unserer Grundrechte? Ferdinand von Schirach und Alexander Kluge gehen der Frage nach, was die Corona-Pandemie für unsere Gesellschaftsordnung und unsere bürgerliche Freiheit bedeutet.
    „Niemand hätte sich vor zwei Monaten vorstellen können, dass wir diesen Ausnahmezustand erleben. Es wird heute von manchen behauptet, das sei die Zeit der Exekutive. Aber das ist falsch. Wir leben in Demokratien, wir haben eine Gewaltenteilung. Noch immer muss das Parlament entscheiden, und daran darf sich auch nichts ändern. Noch scheint unsere Demokratie nicht gefährdet. Aber die Dinge können kippen. Autoritäre Strukturen können sich verfestigen, die Menschen gewöhnen sich daran. Erosionen sind langsame Abtragungen, keine plötzlichen Ereignisse.“ (Quelle: Klappentext)


     


    TROTZDEM ist ein Buch, das am 11. Mai 2020 erschienen ist und zwei Gespräche zwischen Ferdinand von Schirach und Alexander Kluge wiedergibt. Diese beiden Dialoge sind am 30. Marz 2020 (vormittags und nachmittags) entstanden, 19 Tage nachdem die WHO die Ausbreitung des Coronavirus zu einer Pandemie erklärt hatte.


    Das kleine Buch ist zwar nur 70 Seiten lang, aber unheimlich informativ und regt zum Nachdenken an. Schirach und Kluge schneiden viele Themen an – von der wahrscheinlichen Entstehung des Virus, vergleichen sie dieses mit vergangenen Pandemien und wie Corona nun unseren Alltag bestimmt. Auch interessantes zur Gestalt und Form von Viren erfahren wir hier:


     


    KLUGE: „Der Tennisball mit Tulpen“, den wir als Abbild des Corona-Virus im Fernsehen sehen, ist ein Funktionsbild. Nach Angaben von Forschern haben Künstler dieses Modell gemalt. Ein Virus, dass dieses Bild im Spiegel „sähe“, würde sich darin nicht wiedererkennen.“  - Seite 9, eBook


     


    Und natürlich steht auch die Frage im Raum, wie die aktuelle Situation die Zukunft verändern wird. Dazu gehen die beiden Schriftsteller der wichtigen Frage nach, ob der Shutdown mit unseren Grundrechten vereinbar ist. Gerade dieser Abschnitt ist sehr Informativ:


     


    KLUGE: „Erlaubt unsere Verfassung das?“


    SCHIRACH: „ Vereinfacht gesagt muss jede Maßnahme, die Grundrechte einschränkt, verhältnismäßig sein. Das ist sie, wenn sie vier Voraussetzungen erfüllt: Sie muss einen legitimen Zweck verfolgen, geeignet, erforderlich und angemessen sein.“  (…)


    KLUGE: „Das Leben von Menschen zu retten, ist sicher ein legitimer Zweck.“ – Seite 10, eBook


     


    Ferdinand von Schirach führt dieses in seiner Antwort noch näher aus, eine Worte dazu sind sehr klar und gut verständlich.


    Neben vielen Themen wird im zweiten Gespräch (nachmittags) noch auf historische Katastrophen und deren nachfolgenden Veränderungen eingegangen, auch über Ansichten und Verhalten von historischen Persönlichkeiten wird philosophiert. Zum Schluss findet Schirach noch wichtige Worte, was sich nach der Pandemie ändern sollte/müsste und was wir alles ändern könnten.


    Mein Fazit: Ein sehr informatives, aktuelles und lesenswertes Buch, das zum Nachdenken anregt. Die beiden Gespräche der Schriftsteller Ferdinand von Schirach und Alexander Kluge, die am 30. März 2020 entstanden sind, sind klar wiedergegeben. Sehr empfehlenswert.

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    Cover des Buches Oneiros - Tödlicher Fluch (ISBN: 9783426505908)

    Bewertung zu "Oneiros - Tödlicher Fluch" von Markus Heitz

    Oneiros - Tödlicher Fluch
    -nicole-vor 25 Tagen
    Kurzmeinung: Ein gelungener Mix aus Mystery, Fantasy und Thriller - zudem noch düster-spannend mit einer sehr interessanten Hauptfigur. Sehr lesenswert!
    Gelungener Mix aus Mystery, Fantasy und Thriller

    Der Bestatter, ein Fluch und der Tod…


    In Leipzig hütet ein Bestatter ein grausames Geheimnis, in Minsk führt eine skrupellose Wissenschaftlerin tödliche Experimente durch, in Paris rast ein Airbus ungebremst in ein Flughafenterminal … Die Ermittlungen zu dem Unglück beginnen sofort – aber die Ergebnisse sind rätselhaft: Sämtliche Insassen waren schon tot, bevor das Flugzeug auf das Gebäude traf. Was die Polizei jedoch nicht herausfindet, ist, dass es einen Überlebenden gibt. Konstantin Korff, der Bestatter aus Leipzig, kommt diesem Überlebenden hingegen schnell auf die Spur, ebenso wie die Wissenschaftlerin – denn diese drei Menschen tragen denselben tödlichen Fluch in sich. Einen Fluch, der sie zu einer Gefahr für jeden in ihrer Umgebung macht … (Quelle: Klappentext)


     


    Die Hauptfigur Konstantin Korff ist mir bereits in der Exkarnation-Reihe begegnet, auch wurde er kurz im ersten Band der aktuellen „Meisterin“ – Reihe erwähnt. Da es sich hier um einen sehr interessanten Charakter handelt, war ich dementsprechend neugierig auf „Oneiros“  - denn in diesem Mystery-/ Fantasy-Thriller wird seine Geschichte erzählt. Das Buch erschien erstmals im Jahr 2012.


    Schon der Prolog deutet darauf hin, dass uns LeserInnen einiges an Action, Mysteriösem und Spannung erwartet. Es beginnt mit einem Flugzeugunglück, dessen Passagiere allerdings nicht durch den Unfall, sondern schon vorher gestorben sind. Jedoch gibt es einen Überlebenden, der ein gefährliches Geheimnis trägt und nun auf der Flucht ist…


    Danach lernen wir die Hauptfigur kennen, den Bestatter Konstantin Korff, der in Leipzig das Bestattungsunternehmen „Ars Moriendi“ führt – und das sehr erfolgreich. Gerade am Anfang erfahren  wir neben seinem aktuellen Leben auch einiges über die Tätigkeiten eines Bestatters, was sehr informativ ist.


     


    „Bestatter und Thanatologe.“


    Iva runzelte die Stirn. „Was ist denn…“


    „Einbalsamierung. Ich mache Leichen haltbar, wenn sie aufgebahrt oder über lange Strecken ohne durchgehende Kühlung transportiert werden sollen.“ Er beobachtete ihre Reaktion genau. Eine erste Hürde – dabei wartete eine noch viel größere. Eine tödliche.  – Seite 110


     


    Dazu hat Konstantin noch ein gefährliches Geheimnis, dass mit dem Tod persönlich zusammenhängt. Nach und nach erfahren wir, was es mit diesem Fluch auf sich hat und wie gefährlich er für die Menschheit werden kann. Worum es genau geht? Das wird im Laufe des Romans gelüftet.


     


     Neben seinem Beruf sucht Konstantin auch nach einer Lösung, den ungewollten Fluch loszuwerden und stößt auf entscheidende Hinweise. Im Zuge seiner Nachforschungen spielt der Tod an sich eine zentrale Rolle – Sagen, Märchen und Mythen um den Gevatter werden durchleuchtet.


    Spannend ist auch seine Suche nach dem Überlebenden des Flugzeugabsturzes  - dabei begegnet er u.a. auch einer Frau, die einen erschreckenden Plan verfolgt. Dieser Auftrag wird gefährlicher für alle, als er zunächst ahnt…


     


    „Seine Vergangenheit schien ihn gerade einzuholen, und wie es aussah, hatte er sich das selbst eingebrockt, ohne es zu wollen, Ohne es herauszufordern. Indem er schlicht einen Auftrag angenommen hatte.“ – Seite 113




    Zusammen mit vielen Rätseln und Mysterien, sehr gut positionierten Fantasy- und Thriller-Elementen hat Markus Heitz hier einen spannenden und düsteren Roman erschaffen. Auch die verschiedenen Charaktere sind interessant und gut ausgearbeitet. Nach und nach fügen sich die Einzelteile zusammen und ergeben ein Gesamtbild mit Überraschungen und rasanten Entwicklungen.


     


    Mein Fazit: Ein gelungener Mix aus Mystery, Fantasy und Thriller – zudem noch spannend und düster mit einer sehr interessanten Hauptfigur. Die Handlung baut sich langsam auf und wird immer packender mit düsteren Entwicklungen - und der Tod ist mittendrin. Wieder ein sehr guter Roman aus der Feder von Markus Heitz. Eine Leseempfehlung von mir!

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    Cover des Buches Der Garten der schwarzen Lilien (ISBN: 9783426525265)

    Bewertung zu "Der Garten der schwarzen Lilien" von Katharina V. Haderer

    Der Garten der schwarzen Lilien
    -nicole-vor einem Monat
    Kurzmeinung: Die Fortsetzung lässt mich zweigeteilt zurück: Storyidee und die düstere Atmosphäre sind großartig, der Verlauf war mir etwas zu wirr.
    Eine Fortsetzung mit Stärken und Schwächen

    Band 2 der Black Alchemy-Reihe

    Obwohl sie einander noch immer nicht vertrauen, sind die Alchemistin Mirage und der Gardist Zejn aufeinander angewiesen, um endlich „Nifs Rückgrat“ sicherzustellen. Das Schwert der Totengöttin Nif verleiht seinem Träger Macht über die Toten, und nach wie vor werden mit seiner Hilfe Verstorbene aus ihren Gräbern erweckt; in den Straßen des prächtigen Stadtstaats Tradea herrscht blutiges Chaos.
     Einige Hinweise führen Zejn und Mirage schließlich zum „Skorpion“, dem Oberhaupt einer mächtigen Diebesgilde. Tatsächlich hat der Dieb „Nifs Rückgrat“ an sich gebracht  – doch er ist keineswegs der Einzige, der das Schwert der Totengöttin für seine ganz persönlichen Zwecke nutzen will. Weder Mirage noch Zejn ahnen das Ausmaß der Verschwörung, der sie sich gegenübersehen – und welchen persönlichen Preis sie werden zahlen müssen, um die verderbte Macht der Waffe endgültig zu bezwingen. (Quelle: Klappentext)

     

    Nachdem der erste Band der magischen Black Alchemy-Reihe mit einem Cliffhanger endete, war ich gespannt auf die Fortsetzung. In  „Der Garten der schwarzen Lilien“ erfahren wir noch mehr über die beiden Hauptfiguren: Die Alchemistin Mirage DeBois und den Sergant Erik Zejn. Bereits zu Beginn bekommen wir einen unheimlichen Einblick in Mirages Kindheit – im ersten Band wurde ja schon ein Teil ihres dunklen Geheimnisses enthüllt – hier gibt es nun noch mehr Hintergründinforamtionen dazu. Auch EriK Zejn hat mit den Schatten seiner  Vergangenheit zu kämpfen.

    Im Mittelpunkt der Fortsetzung steht das Schwert der Totengöttin – auch als „Nifs Rückgrat“ bekannt. Das gefährliche Artefakt, das die Toten auferstehen lassen kann, wurde vom „Skorpion“ gestohlen – dem Oberhaupt einer der mächtigsten Diebesgilde Tradeas. Nach den letzten grausamen Geschehnissen setzen Mirage und Zejn alles daran, das Schwert wiederzubekommen. Doch die Suche und deren Folgen ist gefährlicher als gedacht…

     

    „Hinter ihm ertönte ein Scharren. Angestrengt drehte sich Zejn um.

    Etwas regte sich in dem Raum mit den Toten. Es dauerte, bis Zejn in seinem Schwindel begriff, dass es die Toten selbst waren.“ – Seite 129, eBook

     

    Auch der 2. Band hält einige spannende und vor allem düstere Schauplätze bereit – die Suche nach dem Schwert führt die beiden in dunkle Gassen, zwielichte Spelunken und in versunkene Räume. Wir erfahren hier, wie das Artefakt einst entstanden ist und wie es seine Macht erhalten hat.  

     

    Leider kommt jetzt das „Aber“: Auch wenn die Storyidee toll und die düstere Atmosphäre gelungen ist, konnte mich der zweite Band irgendwie nicht richtig abholen. Ich kann gar nicht genau sagen, warum das so war. Die Handlung fand ich manchmal etwas wirr und mit den Hauptfiguren bin ich nicht richtig warm geworden. Schade!

     

    Mein Fazit: Der zweite Band lässt mich zweigeteilt zurück: Der Beginn ist spannend, die Idee der Story ist toll und die unterschiedlichen Schauplätze und die düstere Atmosphäre haben mir sehr gefallen. Jedoch konnte mich die Fortsetzung nicht richtig „abholen“, manchmal ist der Verlauf etwas wirr und mit den beiden Hauptcharakteren konnte ich mich nicht richtig anfreunden.

    Jedoch kann ich mir vorstellen, dass „Der Garten der schwarzen Lilien“ bestimmt viele begeisterte LeserInnen finden wird. Bei sind es leider nur drei Sterne geworden.

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    Cover des Buches Das Schwert der Totengöttin (ISBN: 9783426524527)

    Bewertung zu "Das Schwert der Totengöttin" von Katharina V. Haderer

    Das Schwert der Totengöttin
    -nicole-vor einem Monat
    Kurzmeinung: Ein packender Auftakt der Black Alchemy-Reihe, der mit einer mysteriösen Story, düsterer Atmosphäre und einigen Überraschungen überzeugt!
    Mysteriös und düster - ein gelungener Auftakt!

    Band 1 der Black Alchemy-Reihe

    Als Sergent Erik Zejn degradiert und von der Hauptstadt ins Vorland versetzt wird, rechnet er mit Ereignislosigkeit und Langeweile. Doch dann erheben sich die Toten aus den Gräbern und greifen die Lebenden an.
    Die Einzige, die mehr über die unheimlichen Vorgänge zu wissen scheint, ist die Alchimistin Mirage. Zejn ist sich sicher, dass sie für die Angriffe verantwortlich ist, und setzt alles daran, sie auf den Scheiterhaufen zu bringen. Um ihr Leben zu retten, muss Mirage ihre Unschuld beweisen und die Toten für immer zurück unter die Erde bringen.
     Doch weder Zejn noch Mirage ahnen, dass die Toten nicht ihre einzigen Feinde sind.

    (Quelle: Klappentext/ Inhaltsangabe im Buch)

     

    „Das Schwert der Totengöttin“ ist der Auftakt der Black Alchemy-Reihe – einer abenteuerlichen Dark-Fantasy-Saga, die einiges zu bieten hat. Autorin Katharina V. Haderer hat in dieser phantastischen Welt  interessante Hauptfiguren erschaffen: Alles beginnt mit dem Sergeant Erik Zejn, der aus der Hauptstadt Tradea in den kleinen Vorort Svonnheim versetzt wird. Dort kann sich niemand erklären, warum ein so ranghoher Sergeant plötzlich in ihrem Dorf auftaucht – doch der wahre Grund bleibt zunächst Zejns Geheimnis.

    Eine weitere Hauptfigur ist die Alchemistin Mirage DeBois, die abgeschieden im angrenzenden Wald des Ortes lebt und von den Bewohnern Svonnheims als Heilerin anerkannt ist. Doch Mirages Leben ändert sich plötzlich, als sie in alten Burgruinen eine Tote findet – diese führt sie zu den dahinter liegenden Hügelgräbern, wo sie eine grausame Entdeckung macht…

     

    „Wie das Haar alter Damen streiften sie die feinen Wurzelfäden. Es war still – eine andere Stille als jene, die in den Wäldern herrschte, wo immer etwas knisterte, raschelte oder ein Vogel in der Ferne rief. Die Ruhe in dem Grabhügel verdiente bloß einen Namen. Totenstille.“ – Seite 25, eBook

     

    Während Zejn fest davon überzeugt ist, dass Mirage eine Hexe und damit verantwortlich für die Auferstehung der Toten ist, versucht diese, ihre Unschuld zu beweisen und geht Hinweisen nach. Auch Zejn erfährt nach und nach mehr über die mysteriösen Vorgänge - eine geheimnisvolle Sage und ein mysteriöses Artefakt spielen dabei eine große Rolle… Noch ahnen beide nicht, was ihnen bevorsteht.

     

    „Er lauschte, doch kein Geräusch erklang. (…)

    Er packte die Tür und öffnete sie. Ein kühler Zug. Nachtschatten.

    Da tauchte eine Lumpengestalt aus der Düsternis auf und warf sich auf ihn.“ – Seite 71, eBook

     

    Die Geschichte beginnt  packend – man ist direkt mitten im Geschehen. Ich hätte mir hier gerne noch etwas mehr Details rund im die Umgebung und der Fantasywelt an sich gewünscht, aber man findet sich auch so gut zurecht.  Die düstere Atmosphäre ist von Anfang an gelungen – über den verschiedenen Schauplätzen schwebt etwas Unheimliches, was natürlich verbunden mit alten Sagen, verborgenen Artefakten, versunkenen Orten und lebenden Toten besonders zur Geltung kommt.

    Beide Hauptcharaktere wirken zunächst noch etwas blass – nach und nach erfahren wir mehr über deren Leben und die Geheimnisse, die sie haben. Auch einige der Nebencharaktere sind sehr interessant, vor allem Sergeant Barthell, der Zejn bei seinen Ermittlungen begleitet, entwickelt sich stark. Die Story nimmt nach etwa einem Drittel an Fahrt auf und nimmt einen sehr überraschenden Verlauf – es wird spannend!

     

    „Hier standen sie, drei Männer und eine Frau, Misstrauen hing wie Nebel zwischen ihnen. Jeder von ihnen spürte es. Das Einzige, was sie verband, waren die losen Fäden, die ein altes Artefakt gesponnen hatte.“ – Seite 224, eBook

     

    Mein Fazit: Ein gelungener Auftakt der Black Alchemy-Reihe, der mit einer mysteriösen Story, düsterer Atmosphäre und einem überraschenden Verlauf überzeugt. Die Handlung beginnt rasant und hält einige Überraschungen bereit. Bis auf kleine Schwächen ein sehr guter Beginn – gerade das Ende macht neugierig auf die Fortsetzung!

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    Cover des Buches Mord in Sunset Hall (ISBN: 9783442315567)

    Bewertung zu "Mord in Sunset Hall" von Leonie Swann

    Mord in Sunset Hall
    -nicole-vor einem Monat
    Kurzmeinung: Ein herrlich schräger Krimi, in dem eine Senioren-WG mysteriösen Mordfällen auf den Grund geht. Lesenswert!
    Ein herrlich schräger Krimi

    Eine Senioren-WG auf Mördersuche…

    Eigentlich hat Agnes Sharp mit der Hüfte, dem Treppenlift und den Bewohnern ihrer umtriebigen Senioren-WG genug zu tun. Und dann ist da auch noch die Tote im Schuppen. Und die Tote im Nachbarsgarten. Ganz klar: das englische Idyll trügt, und ein perfider Mörder hat es auf alte Damen abgesehen! Kurzentschlossen machen sich die streitbaren Senioren samt Schildkröte auf Mörderjagd – eine Suche, die sie nicht nur auf das trügerische Parkett des örtlichen Kaffeetreffs führt, sondern auch in den dubiosen Lindenhof und schließlich tief in die eigene Vergangenheit. Denn auch Agnes und ihre Mitbewohner haben das eine oder andere Geheimnis zu hüten … (Quelle: Klappentext)

     

    Von Leonie Swann ist mir besonders ihr Roman „Glennkill“ in Erinnerung geblieben – ein herrlich schräger Krimi. Auch „Mord in Sunset Hall“ hat diese schöne skurrile Note. Im Mittelpunkt steht die Seniorin Agnes Sharp, die vor einigen Jahren aus ihrem großen Haus eine Senioren-WG gemacht hat. Zusammen mit ihren Mitbewohnern (die unterschiedlicher nicht sein können) und der Schildkröte Hettie führt sie ein ruhiges, unaufgeregtes Leben – bis jetzt. Eines Tages liegt nicht nur ihre Mitbewohnerin Lillith tot im Garten, sondern auch im Nachbarhaus gibt es einen weiteren Mordfall.

    Sofort machen sich die Senioren auf die Suche nach dem Mörder:

     

    „Sie mussten hinaus in die Welt, genauer gesagt nach Duck End, um ihre eigenen Nachforschungen anzustellen, und Agnes wusste schon genau wo – auf dem schlüpfrigen, intrigenschwangeren Parkett des wöchentlichen Kaffeetreffs. Es versprach ein abenteuerlicher Tag zu werden.“ – Seite 81, eBook

     

    Leonie Swann packt hier gekonnt eine mysteriöse Mordserie mit ziemlich schrägen Momentaufnahmen zusammen – etwas schwarzer Humor ist natürlich auch dabei. Dieser ist vor allem in der ersten Hälfte des Romans zu finden.

    Mein persönlicher Lieblingsbewohner ist der Wolfshund namens Brexit, der zusammen mit der neuen Bewohnerin Charlie einzieht und den alle sofort ins Herz schließen.

     

    „Nur bei Brexit hatte der Schönheitsschlaf einwandfrei funktioniert. Er saß mit glänzenden Augen, seidigem Fell und feuchter Nase beim Frühstück, während der Rest der Hausgemeinschaft am nächsten Morgen benommen in Tee- und Kaffeetassen herumrührte, geplagt von Zweifeln, Zipperlein und einem ausgemachtem Kater“ – Seite 81, eBook

     

    Neben dem Neuzugang Charlie lernt man auch die anderen Bewohner sehr gut  kennen  – jeder von ihnen hat eigene Wehwehchen und so mancher auch dunkle Geheimnisse. Die Ermittlungen der schrägen WG sind interessant zu verfolgen – ab und an gibt es im Laufe der Geschichte zwar kleinere Längen, aber gerade im letzten Drittel wandelt sich nochmal einiges. Es wird ernster, nach und nach kommt alles ans Licht und ergibt ein ziemlich überraschendes Bild.

     

    Mein Fazit: Ein herrlich schräger Krimi mit einer Senioren-WG, die zusammen mit der Schildkröte Hettie und einem Hund namens Brexit mysteriösen Mordfällen auf den Grund geht. Mal locker und mit etwas schwarzem Humor, dann wieder ernster und richtig spannend.  Zusammen mit Leonie Swanns tollem Schreibstil, in den immer wieder skurrile Momente einfließen, eine gute Mischung. Lesenswert!

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    Cover des Buches Die Frequenz des Todes (ISBN: 9783426307601)

    Bewertung zu "Die Frequenz des Todes" von Vincent Kliesch

    Die Frequenz des Todes
    -nicole-vor einem Monat
    Kurzmeinung: Eine packende Fortsetzung, die mühelos mit dem Vorgänger mithalten kann. Spannend und überraschend - gut gelungen! 4,5 Sterne.
    Eine packende Fortsetzung

    AURIS – Band 2

    „Hilfe, mein Baby ist weg! Hier ist nur Blut …“ Nach kurzen Kampfgeräuschen bricht der panische Notruf einer Mutter bei der Nummer 112 plötzlich ab. Wenn jemand aus diesem Tonfragment Rückschlüsse auf den Aufenthaltsort der Frau ziehen kann, dann der forensische Phonetiker Matthias Hegel – den einige nach wie vor für einen Mörder halten.
    True-Crime-Podcasterin Jula Ansorge ist es zwar gelungen, Hegel vom Mordverdacht an seiner Frau zu entlasten, doch dabei ist sie der dunklen Seite des genialen Profilers deutlich zu nahe gekommen.
    Als Hegel nun im Fall des entführten Babys erneut auf ihre Recherche-Fähigkeiten zurückgreifen will, weigert Jula sich zunächst. Doch kann sie das Baby und seine Mutter wirklich ihrem Schicksal überlassen? Und was ist mit den Informationen zu ihrem tot geglaubten Bruder Moritz, die Hegel ihr angeblich beschaffen will? (Quelle: Klappentext)

     

    Nachdem der erste Band am Ende mit unerwarteten Wendungen und einem fiesen Cliffhanger endete, war ich sehr gespannt auf die Fortsetzung. Auch hier spielen die die True-Crime-Podcasterin Jula Ansorge und der forensische Phonetiker Matthias Hegel wieder die Hauptrollen. Am Anfang lernen wird zunächst das Ehepaar kennen, dessen Baby plötzlich verschwindet – während die besorgte Mutter Celine panisch den Notruf wählt, verhält sich ihr Mann Jonathan anders als erwartet…

     

    „Sie ist weg!“, schallte es von oben, und hektische Schritte bewegten sich in Jonathans Richtung.

    Es war nicht das, was seine Frau gesagt hatte. Es war die Art, wie sie es gesagt hatte. Die Angst, die Not, die Verzweiflung in ihrer Stimme.

    – Seite 23

     

    Hier wird es besonders rätselhaft. Gerade das erhöht die Spannung. Die Story ist aus verschiedenen Blickwinkeln geschrieben – diese anfangs oft lose wirkenden Fäden fügen sich nach und nach zu einem sehr überraschenden Bild zusammen.

    Hegel,  der das absolute Gehör besitzt, versucht aus den wenigen Momenten und Satzfetzen des abgebrochenen Notrufes herauszubekommen, woher der Anruf stammt. Im ersten Band ist die forensische Phonetik etwas zu kurz gekommen – hier wird dieses nun ausführlicher behandelt, was mir sehr gut gefallen hat und wirklich interessant ist.

    Neben dem aktuellen Fall geht es auch um Julas und Hegels persönliche Lebensgeschichten. Nach wie vor ist das Verschwinden von Julas Bruder ein Rätsel – nur Hegel kann ihr mehr darüber sagen. Dieser ist wiederum schwer durchschaubar und hat seine eigenen dunklen Geheimnisse – ist er wirklich gefährlich oder ist alles nur Show? Die Charaktere sind jedenfalls sehr interessant gezeichnet.

     

    Wie schon bekannt, haben bei der AURIS-Reihe die beiden Autoren Vincent Kliesch und Sebastian Fitzek zusammen gearbeitet: Die Idee zu der Geschichte stammt von Fitzek – Vincent Kliesch hat diese dann zu einem Roman verfasst. Eine gute Zusammenarbeit. Der Roman beginnt stark und liest sich fesselnd – kleine Schwächen gab es in der Mitte, wo die Story etwas stockt. Doch kurz darauf geht es spannend weiter und natürlich kommt am Ende wieder alles anders als man denkt  - klasse!

     

    „Ihm wurde schlagartig heiß und kalt, und seine komplette Aufmerksamkeit war jetzt nur noch auf das Signal gerichtet. Es ließ ihn frösteln, konnte es doch gleichermaßen Vorbote der Hoffnung und des Unheils sein.“ – Seite 196

     

    Mein Fazit: Ein packender zweiter Band, der mühelos mit dem Vorgänger mithalten kann. Neben einer spannenden Story voller Rätsel geht es auch in den persönlichen Lebensgeschichten von Jula und Hegel weiter. Einige Geheimisse werden gelüftet. Auch die forensische Phonetik wird hier ausführlicher behandelt, was sehr interessant ist. Bis auch kleinere Schwächen eine spannende Story, in der natürlich nichts so ist, wie es zunächst scheint. Von mir gibt es 4,5 Sterne – lesenswert!

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