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-sabine-

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Rezensionen und Bewertungen

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    Cover des Buches BONJOUR, SAINT-EX! (ISBN: 9783961361366)

    Bewertung zu "BONJOUR, SAINT-EX!" von Jörg H. Trauboth

    BONJOUR, SAINT-EX!
    -sabine-vor einem Monat
    Bonjour Saint-Ex!

    Ich war neugierig auf diese Begegnung mit dem Autor Antoine de Saint-Exupéry, da ich seinen kleinen Prinzen sehr gerne mag, und für Liebhaber des Dichters und auch für Piloten ist diese Novelle eine tolle Lektüre.

    Man merkt Jörg H. Trauboth an, dass er ein großer Fan des Piloten und Poeten ist. Mit seiner fiktiven Figur Fabian geht man auf Spurensuche von Saint-Ex, wie Antoine de Saint-Exupéry liebevoll genannt wurde. Fabian möchte dem Dichter nahe kommen, in dem er seinen letzten Flug nachfliegt – und dabei kommt es zu einer ungewöhnlichen Begegnung mit Vermischung von Raum und Zeit.

    Antoine de Saint-Exupéry war ein leidenschaftlicher Flieger, ein weiser Poet und ein eigenwilliger Mensch – und in dieser Novelle bekommt man Einblicke in seine verschiedenen Seiten. Natürlich geht es um seine Bücher und seine vielzitierten Botschaften, man erfährt aber auch, wie der Dichter Beziehungen gelebt hat, wie er mit Situationen umgegangen ist, was ihm im Leben wichtig war und wie stark er darin war, trotz aller Niederlagen auch wieder aufzustehen. Es gibt viele Abschnitte, die zum Innehalten und Nachdenken anregen, und auch von anderen Werke fernab des bekanntesten („Der kleine Prinz“) bekommt man Eindrücke. Diese kurze Novelle ist eine Hommage an den Poeten und hat mich neugierig gemacht auf die anderen, mir unbekannten Geschichten von Saint-Exupéry.

    Der Schreibstil ist leicht zu lesen – an mancher Stelle war er mir ein wenig zu salbungsvoll, darüber konnte ich aber wegen vieler liebevoller Ideen in der Geschichte hinwegsehen. Mir hat diese kurze Geschichte wirklich gut gefallen und empfehle sie auf jeden Fall allen Fans von Antoine de Saint-Exupéry. Ich gebe 3,5 von 5 Sternen.

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    Cover des Buches Das Lied des Waldes (ISBN: 9783453273689)

    Bewertung zu "Das Lied des Waldes" von Klara Jahn

    Das Lied des Waldes
    -sabine-vor 2 Monaten
    Das Lied des Waldes

    Klara Jahn alias Julia Kröhn hatte mich mit „Die Farbe des Nordwinds“ sehr begeistert, daher hab eich mich sehr gefreut, als ich von diesem neuen Buch erfahren habe. Und auch mit dieser Geschichte hat sie mich in ihren Bann gezogen.

    Es gibt zwei Handlungsstränge, die zuerst nebeneinander her laufen, dann aber nach und nach immer mehr miteinander verflochten werden. In der Gegenwart steht Veronika vor großen Änderungen: Ihre Ehe ist zerbrochen, ihr Job gekündigt und die Tochter im Ausland - um sich selbstständig zu machen, will Veronika das Geld aus dem Verkauf ihres Elternhauses nutzen. Doch als sie in dem alten Forsthaus ankommt, wird sie von Kindheitserinnerungen überrollt.

    Der andere Handlungsstrang spielt im 14. Jahrhundert – hier steht Anna Stromer im Mittelpunkt. Als Kind verliert sie ihre Sprache, entdeckt dafür aber die Liebe zur Natur und zu den Bäumen – von ihrer Familie verstoßen geht sie dennoch ihren Weg und leistet Großes.

    Ich mochte beide Erzählstränge sehr gerne und fand vor allem die Verknüpfung sehr gelungen – zwar ist der verbindende Faden schnell klar, erst am Ende des Buches aber schließt sich ein noch viel größerer Kreis. Die Stromers hat es im 14. Jahrhundert wirklich gegeben, bekannt ist aber vor allem Vater Ulmann Stromer mit seiner tatsächlich existierenden Familienchronik, die ein wichtiges und aufschlussreiches Zeugnis der damaligen Zeit bietet. Klara Jahn ist es sehr gut gelungen, die Geschichte der Stromers mit dem fiktiven Erzählstrang der Gegenwart zu verknüpfen, und gerade am Ende hat mir die Verbindung der beiden Handlungsstränge sehr gut gefallen.

    Dass der Wald in diesem Buch eine große Rolle spielt, ist klar – aber es werden weitaus mehr Themen aufgegriffen: Es geht um Aufforstung und Rodung, um Waldsterben und Waldschutz, um verschiedene Aktivitäten, die die Natur erhalten sollen und auch um die Nutzung der Rohstoffe.

    Trotz der vielen ernsteren Themen bleiben aber auch die Emotionen nicht auf der Strecke. Gerade Anna Stromer aus dem 14. Jahrhundert hat mich sehr berührt – sowohl als kleines Mädchen, genauso wie als dann erwachsene Frau, die trotz ihrer schweren Kindheit ihren Weg gefunden hat und ihn auch stolz gegangen ist. Sie hat ein großes Herz, und das konnte man spüren – und obwohl ihr einige Menschen nicht wohl gesonnen waren, kann sie sich diese Liebe erhalten und findet zum Glück auch einen Menschen, der sie nimmt, so wie sie ist.

    Veronika ist da ganz anders – sie hat in ihrem Leben alles erreicht und kann nicht akzeptieren, dass ihr wohlsortiertes Leben in Scherben zerbrochen ist. Veronika ist zunächst eine taffe Frau, die sich dann aber einiges zugestehen muss, die dann aber auch lernt, dass es nichts Schlimmes ist, auch mal schwach zu sein.

    Spannend wurde es in dem Erzählstrang der Gegenwart, als sich Waldaktivisten zusammentun, um den Nürnberger Reichswald zu retten – damit hat die Autorin ein sehr aktuelles Thema aufgegriffen.

    Der Schreibstil ist sehr besonders – insgesamt ist die Stimmung im Buch eher melancholisch, die Geschichte insgesamt ruhig erzählt. Die Sprache ist dabei poetisch, ohne dass es aber kitschig oder zu verschnörkelt wird. Für mich war es wie ein Strom, in dem man mitschwimmt, ein Strom aus Worten, der Atmosphäre schafft und mich in die Geschichte eingesogen hat. Sie braucht ein bisschen, um in Gang zu kommen, da hätte ich mir zu Beginn ein wenig entschlosseneres Erzählen gewünscht. Vermisst habe ich auch ein Nachwort, in dem eingegangen wird auf die Familie Stromer und vielleicht auch ein wenig darauf, wie es zu der Idee dieses Buches kam. Zum Glück gibt es auf der Homepage der Autorin einen längeren Blogeintrag, wo einige meiner Fragen dann doch beantwortet wurden.
    Ich gebe diesem Buch 4,5 von 5 Sternen.

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    Cover des Buches Der Mut der Frauen (ISBN: 9782496710038)

    Bewertung zu "Der Mut der Frauen" von Ellin Carsta

    Der Mut der Frauen
    -sabine-vor 2 Monaten
    Der Mut der Frauen

    Dies ist der fünfte Teil der Falkenbach-Saga - auf jeden Fall sollte man die Reihenfolge beim Lesen einhalten, sonst werden viele Dinge einfach nicht klar und nachvollziehbar.

    Auch dieser Teil setzt nahtlos an den Vorgänger an – kann man sich nicht mehr genau erinnern, was passiert ist, ist das nicht schlimm, denn die Autorin hat geschickt Wiederholungen in die Geschichte verwebt, so dass man sich schnell wieder einfindet. Auch diesmal gibt es wieder verschiedene Sichtweisen und jedem Kapitel ist ein kurzes Zitat vorangestellt von der Person, aus deren Sicht es spielt – so kommt man auf keinen Fall durcheinander.

    Die ursprünglich drei engen Freunde Heinrich, Wilhelm und Paul-Friedrich entzweien sich immer mehr – das hat unterschiedliche Gründe, aber auch der sich immer weiter ausbreitende Nationalsozialismus ist einer davon. Jeder ist auf seinen Vorteil bedacht, da bleiben Intrigen natürlich nicht aus. Durch die unterschiedlichen Gesinnungen gibt es bei verschiedenen auch immer mal wieder Gedanken des Ausbruchs – wer aber was genau denkt, verrate ich natürlich nicht.

    Auch die Frauen machen sich ganz eigene Gedanken, und hier zeigt sich, wie unterschiedlich sie die Situation wahrnehmen und wie unterschiedlich sie auch gesellschaftlich eingebunden sind. Da gibt es solche, die das Regime einfach hinnehmen, andere die sich auflehnen, manche verdeckt, manche offen. Auch dem Thema Behinderung hat die Autorin sich wieder angenommen – nicht nur im Hinblick auf Inge, sondern auch auf die zweite Schwangerschaft Elisabeths, der in diesem Buch ungeheuerliches geschieht, was sicher zu einem neuen Erzählstrang im Folgeband werden wird.

    Sehr gut gelungen ist der Autorin, die Atmosphäre des Jahres 1938 einzufangen – diese Ungewissheit und Angst, die das Regime verbreitet und dem sich die Menschen ausgeliefert fühlen. Dabei hat jede der aus den Vorgängerbänden bekannten Figuren andere Motivationen, und jeder geht auch anders mit der Situation um. Der eine schluckt, der andere rebelliert, der eine laut und offen, der andere im geheimen. Ich kann mir gut vorstellen, dass das auch genau so stattgefunden hat – zumindest will ich nicht glauben, dass alle nur geschluckt haben; bestimmt hat es im Kleinen viel Gegenwehr gegeben.

    Ich war schnell wieder drin in der Geschichte, und das liegt auch daran, dass die Autorin wirklich sehr geschickt an das Geschehene anknüpft, wichtige Punkte wiederholt, ohne dass es aber irgendwie langweilig ist, weil man das alles schon kennt. Ich mag auch, dass die verschiedenen Figuren, die sicher jedem Leser unterschiedlich sympathisch sind, immer eigene Kapitel erhalten – nicht nur kann man sich so besser in die Figuren einfühlen, sondern man bekommt auch ganz unterschiedliche Sichtweisen geboten. Dabei ist der Schreibstil gewohnt lebendig, leicht und flüssig zu lesen.

    Auch dieser Band hat mir wieder gut gefallen – auf eine unterhaltsame und leichte Art gelingt es der Autorin, diese düstere Zeit darzustellen. Ich gebe 4 von 5 Sternen.


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    Cover des Buches Die Kinder sind Könige (ISBN: 9783832181888)

    Bewertung zu "Die Kinder sind Könige" von Delphine de Vigan

    Die Kinder sind Könige
    -sabine-vor 2 Monaten
    Aktuell und wichtig

    Delphine de Vigan gehört zu meinen Lieblings- Autorinnen, und mit diesem Plot hat sie ein wichtiges und aktuelles Thema aufgegriffen.

    Mélanie ist Familienbloggerin, wobei sie ihre Kinder Kimmy und Sammy in den Mittelpunkt rückt – mit Challenges, Unboxings oder einfachen Vlogs filmt sie sich und ihre Kinder in die Herzen der Follower. Bis eines Tages Kimmy spurlos verschwindet – und so ein Riss in der heilen YouTube-Familien-Welt entsteht.

    Das Thema ist großartig und gerade sehr aktuell. Entstanden ist ein wichtiges Buch, das zunächst wie ein Krimi erscheint, dann aber einen Blick in die Zukunft wagt mit möglichen Auswirkungen einer ständigen Online-Präsenz von Kindern und Jugendlichen. Im Wesentlichen verfolgt man zwei Hauptfiguren – zum einen Mutter Mélanie, die schon als Kind eine Faszination für Serien wie „Big Brother“ hatte, und die ihre Bedürfnisse nun über einen eigenen YouTube Kanal befriedigt. Sie ist sich keiner Schuld bewusst und ist der festen Überzeugung, dass ihre Kinder Spaß haben beim Filmen und an der sich immer weiter von der Realität entfernenden Glitzerwelt, in der sie leben und die durch Sponsoring diverser Unternehmen entsteht. Mélanie ist nicht unbedingt ein Sympathieträger, dennoch hat sie bei mir ein gewisses Mitleid ausgelöst, dass sie sich so abhängig macht von anderen, deren Zuspruch und Liebe, und so gefangen ist in einer Parallelwelt, die zwar Geld, aber keine wahre Gefühle wie Freundschaft oder Liebe bringt. Ganz anders ist Clara, die ermittelnde Polizeibeamtin. Auch sie hat ein Päckchen zu tragen, von dem man im Verlauf der Geschichte erfährt, ihre Berufung aber liegt bei der Polizei, wo sie Möglichkeit hat, sich minutiös um Fälle zu kümmern, und speziell jetzt um das Verschwinden Kimmies. Sie taucht ein in diese ihr ganz unbekannte Welt der Influencer und entdeckt Wahrheiten, die sie niemals gedacht hätte, dass es sie gibt.

    Den größten Teil des Buches geht es tatsächlich um Kimmies Verschwinden und die Suche nach ihr – dabei wechseln die Perspektiven zwischen Mélanie und Clara, eingestreut aber gibt es immer wieder auch Protokolle von Zeugenaussagen. Dadurch ist die Atmosphäre im Buch eher kühl. Auch der Schreibstil ist klar und präzise, ohne Schnörkel oder blumige Metaphern, so dass an mancher Stelle eher der Eindruck eines Berichtes entsteht – richtig emotional wird es nicht, und tatsächlich habe ich auch keine Figur richtig fühlen können. Im letzten Drittel gibt es einen Bruch in der Geschichte: der Leser wird in das Jahr 2031 entführt und bekommt Eindrücke in das jetzige Leben der ehemaligen Kinderstars. Dieser Teil ist natürlich spekulativ, während die ersten beiden Drittel sehr realistisch dargestellt sind und bei denen man merkt, dass die Autorin gut recherchiert hat. Aber auch dieser Blick in die Zukunft hat mir sehr gut gefallen, denn er bietet eine Sicht, was mit den Betroffenen geschehen kann.

    Besser gefallen hätte mir aber, wenn der Stoff des letzten Drittels mehr Raum bekommen hätte – so wirkte dieser Teil ein wenig „angepappt“, dabei ist er mindestens so interessant wie der erste Part. Bis dahin hätte ich dem Buch auch 5 Sterne gegeben, das letzte Drittel aber hat mich irgendwie rausgebracht – so interessant es auch war, mir war es zu schnell abgehandelt.

    Dennoch empfehle ich dieses wichtige Buch gerne weiter und gebe 4 von 5 Sternen.

    Mein Fazit
    Ein wichtiges Buch mit einem aktuellen Thema – die Autorin hat sich dem Problem der Familienblogger und Kinder-Influencer angenommen und eine interessante Geschichte gestrickt. Ich habe sie sehr gerne gelesen, fühlte mich mit mancher Meinung bestätigt, an anderen Punkten war ich schockiert und irritiert. Auch wenn es für mich im letzten Drittel einen Bruch in der Geschichte gab, empfehle ich es gerne weiter und gebe 4 von 5 Sternen.




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    Cover des Buches Enna Andersen und der falsche Täter (ISBN: 9782496709261)

    Bewertung zu "Enna Andersen und der falsche Täter" von Anna Johannsen

    Enna Andersen und der falsche Täter
    -sabine-vor 3 Monaten
    Enna Andersens vierter Fall

    Ich liebe die Reihe rund um das Ermittlerteam von Enna Andersen, klar, dass ich da auch den nenen Fall lesen muss. Und wieder hat die Autorin einen spannenden Plot geschaffen, mich mehrfach durch überraschende Wendungen auf den Holzweg gelotst und am Ende dann doch alle offenen Fäden zusammengeführt.

    Enna ist die Chefin der Truppe, die sich um sogenannte „Cold Cases“ kümmert, also um Kriminalfälle, die seinerzeit nicht gelöst wurden. Diesmal steht ein ungeklärter Mord auf der Tagesordnung, der bereits 5 Jahre her ist und für den es zwar einen Schuldigen gab, der aber wegen Manipulation von Beweisen nicht verurteilt werden konnte.

    Anna und ihr Team gehen die Ermittlungen klassisch an, indem sie Zeugen erneut befragen – und schon bald ergibt sich ein ganz neues Bild des Falles und schnell wird klar, dass die ermordete Rieke nicht ganz so das „Mäusschen“ ist, wie sie zunächst erscheint. Mehr will ich dazu gar nicht sagen – auf jeden Fall aber entwickelt sich der vermeintliche „einfache Mord“ zu einem sehr komplexen Fall, und mehrfach hat mich die Autorin durch überraschende Wendungen auf den Holzweg geführt. Es gibt im Verlauf der Ermittlungen viele neue Entwicklungen, die ich zumindest nicht irgendwie zusammengebringen konnte. Die Autorin aber hat es geschafft, alle losen Fäden zusammenzführen, so dass am Ende alles ineinandergreift und sich ein plausibler Abschluss findet.

    Ich mag das Ermittlerteam und finde immer wieder klasse, wie sie sich zusammenraufen, denn unterschiedlicher können Charaktere kaum sein. Enna ist die Überlegte, die sich zwar auch mal auf unkonventionelle Methoden einlässt, dabei aber immer mit einem sehr realistischen Auge den Überblick bewahrt. Anders ist da ihr Kollege Paulsen, der gerne schon mal lospoltert und dann wieder von Enna zurückgepfiffen werden muss. Auch Pia ist im Austeilen gut, obwohl sie das Küken der Truppe ist; sie hat ein ganz spezielles Verhältnis zu Paulsen, was ein bisschen an eine Hassliebe erinnert. Der vierte im Bund und zuletzt dazu gestoßen ist Jens, der vor allem im Innendienst arbeitet und so durch seine Recherchen wertvolle Informationen für das Team zusammenträgt.

    Wie so oft in Reihen lernt man die Hauptfiguren natürlich auch im privaten Bereich mehr und mehr kennen – und auch hier macht es mir Spaß, die Entwicklung vor allem von Enna und Pia zu verfolgen. Den Fall selber kann man auch ohne die Vorbände gut lesen und verstehen, ich finde aber gerade diesen Aspekt der persönlichen Entwicklung auch immer interessant und empfehle daher, die Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

    Der Schreibstil ist locker und oft umgangssprachlich, manchmal vielleicht ein bisschen direkt und grob, wobei ich denke, dass das ein bisschen die Atmosphäre in dem Team rüberbringen soll. Auf jeden Fall aber fliegen die Seiten rasch dahin – was natürlich auch daran liegt, dass die Geschichte spannend ist und sich immer wieder ganz neue Aspekte zeigen. Lediglich im ersten Drittel gab es mal eine etwas langatmigere Passage, am Schluss aber wird auch der belohnt, der fulminante Enden mag.
    Ich bin jetzt schon gespannt auf den nächsten Band und gebe diesem hier 4 von 5 Sternen.

    Mein Fazit
    Ein toller neuer Fall für das Ermittlerteam um Enna Andersen – aber nicht nur der Fall selber ist spannend und interessant, es macht auch Spaß, die Hauptfiguren bei ihrer Entwicklung mit zu verfolgen. Ich gebe diesem Band 4 von 5 Sternen.

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    Cover des Buches Das Mädchen mit dem Drachen (ISBN: 9783103974904)

    Bewertung zu "Das Mädchen mit dem Drachen" von Laetitia Colombani

    Das Mädchen mit dem Drachen
    -sabine-vor 3 Monaten
    Das Mädchen mit dem Drachen

    Die ersten beiden Bücher der Autorin haben mir sehr gut gefallen, da müsste ich natürlich auch zu ihrem Neuen greifen. Dieses finde ich ein bisschen schwächer, dabei ist das Thema ein sehr wichtiges und verdient noch viel mehr Aufmerksamkeit.

    Im Mittelpunkt der Geschichte steht Léna, die nach einem persönlichen Schicksalsschlag auf der Suche nach sich selber ist und die es so nach Indien verschlägt. Sie lernt dort ein kleines Mädchen kennen, Lalita, und mit ihr das ärmliche Leben, das von Hunger und Arbeit geprägt ist und bei dem Bildung keinen Stellenwert hat. In Léna reift der Entschluss zu helfen – doch so einfach, wie sie sich das vorstellt, ist es nicht, denn nicht jeder will ihre Hilfe auch wirklich annehmen.

    Laetitia Colombani hat einen wunderbaren Schreibstil – er ist eindringlich und voller Emotion, poetisch und direkt ins Herz treffend; insbesondere bei so empfindlichen Themen wie die Armut in Indien und die Stellung der Frau in dem von Kasten geprägten System. Léna ist zunächst mit ihren eigenen Sorgen beschäftigt, und immer wieder taucht in diesem Zusammenhang der Name ihres Freundes auf – erst im Laufe des Buches erfährt man aber, was geschehen ist und versteht ihren Kummer und Schmerz. Leider reißt die Autorin hier ein Thema an, was sie dann nur ganz knapp behandelt – aus meiner Sicht wird sie dem so gar nicht gerecht und ich hätte mir hier viel mehr Tiefe gewünscht. Mit Léna hat sie aber eine sympathische junge Frau geschaffen, die ich wirklich mochte und deren Idealismus ich geschätzt habe – auch wenn sie an mancher Stelle naiv und ein wenig überheblich wirkt. Als „Westler“ in ein Land zu kommen und erklären zu wollen, was gut für die Menschen ist, wird sicher schnell falsch verstanden – auch wenn im Kern nur gute Absicht steckt. Und so ist es Léna auch ergangen. Sie freundet sich mit der indischen Frauenrechtlerin Preeti an, die zunächst auch skeptisch ist, sich dann aber auf das Projekt, eine Schule aufzubauen, einlässt. Preeti ist klasse – sie setzt sich für die Frauen ein, wählt damit einen Weg mit vielen Widerständen und musste in ihrem kurzen Leben schon einiges einstecken. Auslöser für die Idee der Schule ist Lalita, ein Mädchen, dass bei Fremden für Kost und Logis arbeitet, weder lesen noch schreiben kann und mehr gelitten als gewünscht ist. Lalita muss man einfach mögen, und es tut weh, wenn man beispielhaft an ihr sieht, wie mit Kindern umgegangen wird, und wie wenig ein Mädchen in Indien wert ist.

    So interessant der Plot ist und so wichtig die Themen sind, so sehr hat mir leider die Umsetzung missfallen – die Autorin wirkt sehr belehrend mit ihren Schilderungen und trotz sicher guter Recherche wirkt manches doch sehr klischeehaft. Natürlich sind die Umstände schrecklich und insbesondere, was den jungen Frauen und Mädchen angetan wird, kann ich aus westlicher Sicht kaum aushalten – aber leider sind das keine neuen Fakten, sondern schon lange bestehende Missstände, die trotz Bemühungen auch aus eigenen Reihen bisher nicht behoben wurden.

    Die Stimmung und Atmosphäre in der Geschichte ist durchweg düster und traurig, und es gibt kaum positive Aspekte, obwohl doch auch Gutes geschieht. Und so habe ich das Buch leider – trotz des eigentlich ein wenig versöhnlich stimmenden Endes – mit einem unguten Gefühl im Bauch zugeschlagen.

    Obwohl mir die Umsetzung nicht zugesagt hat, gebe ich dem Buch knappe 4 von 5 Sternen, weil ich den Schreibstil einfach sehr gerne mochte und ich die Themen wichtig finde.

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    Cover des Buches Eine verdächtig wahre Geschichte (ISBN: 9783455012026)

    Bewertung zu "Eine verdächtig wahre Geschichte" von Antoine Laurain

    Eine verdächtig wahre Geschichte
    -sabine-vor 3 Monaten
    Eine verdächtig wahre Geschichte

    Ich habe schon einige Bücher von Antoine Laurain gelesen, und auch diesmal hat mich sein Schreibstil völlig verzaubert, aber auch der Plot gefällt, dem etwas Magisches anhaftet, obwohl doch alles ganz „echt und real“ ist.

    Violaine Lepage ist erfolgreiche Lektorin. Eine von ihr entdeckte „Literatur-Perle“ ist vorgeschlagen für den Prix Goncourt, Problem ist nur, dass der oder die Autorin nicht bekannt ist, bzw. nur eine Email-Adresse vorliegt. Dass in dieser Perle „Die Zuckerblüten“ auch noch Morde geschehen, die sich in der Realität zu wiederholen scheinen, macht das Ganze nochmal pikanter.

    Die Geschichte ist großartig. Sicher wird sich jeder Literaturfreund freuen, wenn er ein Buch liest, in dem es um Bücher geht, dieser Plot bietet aber noch mehr – er ist ein wenig magisch, durch einen eingestreuten Kriminalfall auch spannend, vor allem aber lebendig und unterhaltsam. Der Autor schafft nicht nur eine unglaublich packende und erfrischende Atmosphäre, sondern auch, eine Vielzahl von Handlungssträngen und Figuren geschickt zusammenzustricken – und das auf gerade mal gut 200 Seiten.

    Seine Figuren sind wunderbar gezeichnet und gespickt mit Eigenheiten und skurrilen Gedanken und Handlungen. Allen voran Violaine, eine im Leben stehende Frau, die sich aber dennoch von einigen Ängsten nicht losmachen kann, und die sich in Situationen wiederfindet, von denen sie nie geträumt hat. Sie ist ein wenig schrullig und eigen, aber durchaus liebenswert – und oft musste ich schmunzeln, wenn sie wieder in Situationen gerät, die sie ratlos machen und verzweifeln lassen. Aber auch die anderen Charaktere sind einfach großartig – näher auf sie eingehen will ich nicht, um nicht zu spoilern – man kann aber sicher sein, dass es keine Stereotypen gibt, sondern wirklich einzigartige Figuren mit Ecken und Kanten.

    Geschickt hat der Autor mehrere Handlungsstränge miteinander verknüpft – so gibt es einen Erzählstrang in der Gegenwart, aber auch Rückblicke in die Vergangenheiten verschiedener Figuren, so dass man versteht, warum sie geworden sind, wie sie sind. Neben der eigentlichen Geschichte gibt es dann noch das Buch „Die Zuckerblüten“, das zwar nicht komplett abgedruckt ist, aus dem man aber immer wieder Zitate findet, die nicht nur durch eine tolle Sprache glänzen, sondern scheinbar die Vorlage sind einer mysteriösen Mordreihe.

    Der Schreibstil ist wunderbar – ich finde ihn sehr charmant, weil ich bei einigen Beschreibungen immer wieder schmunzeln musste. Immer schwingt ein untergründiger Humor mit, der der Geschichte eine Leichtigkeit und auch Lebendigkeit schenkt, so dass die Seiten rasch dahinfliegen und das Buch leider viel zu schnell beendet ist. Aber keine Angst – es ist nicht kitschig oder blumig und auch ausschweifende Beschreibungen gibt es nicht; vielmehr trifft der Autor mit wenigen Worten immer den richtigen Ton und eben diesen vorwitzigen Charme zwischen den Zeilen.

    Ich hätte dem Buch gerne 5 Sterne gegeben – und bis zu den letzten 30 Seiten war ich mir da auch sicher. Leider aber überschlagen sich am Schluss die Ereignisse, und hier hätte ich mir etwas mehr Raum gewünscht, einfach mehr Seiten für das Finale, das ich inhaltlich toll, aber halt ein wenig zu schnell abgehandelt empfunden habe.

    So sind es denn gute 4 von 5 Sternen geworden, auf jeden Fall aber empfehle ich das Buch, wenn man französische Gehsichten mag, bei denen immer ein bisschen der Schalk zwischen den Zeilen durchblitzt.

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    Cover des Buches Meter pro Sekunde (ISBN: 9783985680115)

    Bewertung zu "Meter pro Sekunde" von Stine Pilgaard

    Meter pro Sekunde
    -sabine-vor 3 Monaten
    Meter pro Sekunde

    In Dänemark ist der Roman sehr erfolgreich, mir war das schlichte Cover aufgefallen – leider habe ich versäumt, vorab eine Leseprobe zu lesen, denn der Schreibstil ist schon besonders und hat es zumindest mir auch ein bisschen schwer gemacht.

    Eine Frau in den Dreißigern zieht mit Kind und Freund nach Westjütland, weil er einen Job als Aushilfslehrer in einer Art Internat angenommen hat. Während er sich gut in die neue Gemeinschaft einfindet, hat sie doch Probleme, in diesem ländlichen Ort ihren Platz zu finden. Neben ihren Anforderungen als junge Mutter versucht sie, Freundschaften zu schließen, scheitert aber an vielen Stellen, auch an mancher Konversation, die ihr oft zu oberflächlich und zu „smalltalkig“ ist. Zum Glück hat sie Spaß an ihrem neuen Job, bei dem sie als Kummerkastentante auf Leserbriefe antwortet.

    Man bekommt Einblicke in eine etwas skurrile Gemeinschaft, in der sich die Erzählerin versucht einzufinden. Die Charaktere sind außergewöhnlich, auch die Protagonistin selber. Schon an manch banalen Dingen droht sie zu scheitern, an manchen Stellen hat sie sehr eigene Vorstellungen von sich, ihren Beziehungen und ihrem Leben. An mancher Stelle musste ich schmunzeln, weil manches wirklich verrückt ist und die Autorin das dann in einer trockenen ironischen Sprache zu erzählen weiß, an anderen Stellen jedoch hatte ich auch „Augenrollmomente“, vielleicht aber auch, weil es so weit entfernt von mir ist und ich manche Szenen so gar nicht nachvollziehen konnte. Vielleicht klappt das besser, wenn man selber in den Dreißigern ist, vielleicht auch, wenn man selber um die Probleme von Kleinkindern weiß, weil man sie selber erlebt hat.

    Neben den eher kurzen Kapiteln, die szenenhaft geschrieben sind, ohne dass es einen eindeutigen roten Faden gibt, sind auch die Leserbriefe und die zugehörigen Kummerkasten-Antworten abgedruckt, und immer wieder auch Liedtexte bekannter Lieder, die aber umgedichtet und auf die Situation zugeschnitten waren. Die Antworten auf die Leserbriefe sind immer sehr ausschweifend und pseudo-philosophisch, außerdem streut die Erzählerin immer wieder eigene Erfahrungen ein, so dass ein Bindeglied zu dem eigentlichen Handlungsstrang entsteht. Die Liedtexte haben mir dagegen nicht gefallen, weil sie sich irgendwie nicht richtig einfügten und ein wenig zusammenhanglos zu dem Rest standen.

    Der Schreibstil ist trocken, oft ironisch, auch pointiert und direkt; mich aber hat er gar nicht gefangen, genauso wenig wie die Figuren, die mir allesamt fremd geblieben sind und an die ich nicht herangekommen bin, geschweige denn, mit ihnen gefühlt habe.

    Insgesamt war ich leider nicht sehr gefesselt in der Geschichte, fand die Themen für mich nicht spannend und viele Passagen auch langatmig. Ich gebe daher 3 von 5 Sternen.

    Mein Fazit
    Die Geschichte einer jungen Familie in Westjütland – die Charaktere sind sehr speziell, und ich zumindest konnte mich in sie nicht hineinfühlen; der trockene und ironische Schreibstil hat es mir zudem nicht leicht gemacht. Ich fand viele Abschnitte langatmig und gebe daher 3 von 5 Sternen.

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    Cover des Buches Und wenn wir wieder tanzen (ISBN: 9783805200899)

    Bewertung zu "Und wenn wir wieder tanzen" von Kerstin Sgonina

    Und wenn wir wieder tanzen
    -sabine-vor 3 Monaten
    Und wenn wir wieder tanzen

    Ich hatte von der Autorin noch nicht gehört, nachdem mir dieser Roman aber sehr gut gefallen hat, werde ich sie sicher weiter im Auge behalten!

    Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen. Im Jahr 1962 verliert das Zimmermädchen Marie bei der Sturmflut ihr ganzes Hab und Gut und kommt bei einer älteren Dame, Effie von Tieck, unter. Effie ist sehr eigen und dickköpfig und macht es Marie nicht leicht. In einem zweiten Erzählstrang aus dem Jahr 1910 erfährt man dann, warum Effie geworden ist, wie sie ist – sie erzählt von ihrer Ehe und ihrer geliebten Tochter Holly, ihren unkonvewntionellen Freunden und ihrem Tanzlokal in Hamburg.

    Die Autorin hat einen sehr lebendigen Schreibstil und hat mich damit direkt gefangen - nicht nur, dass die Charaktere voller Leben stecken, auch das Geschehen erzählt sie sehr plastisch, so dass ich viele Bilder vor Augen hatte. Marie ist eine sympathische Frau, die einen ungeheuren Lebensmut versprüht, obwohl es das Leben nicht immer gut mit ihr meint. Ich mochte ihre Offenheit den Menschen gegenüber sehr, vor allem aber auch ihre Art, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, die Dinge anzunehmen und das Beste aus einer Situation zu machen. Effie wirkt anfangs ihr gegenüber wie eine verstockte, sture alte Dame – sie lernt man dann aber näher kennen und kann aus ihrer Vergangenheit heraus zumindest verstehen, warum sie so geworden ist. Trotz ihrer sehr brüsken und oft auch verletzenden Art hat sie aber auch doch auch ein großes Herz, das man aber erst entdecken muss und das sie gut zu verstecken weiß.

    Gerade die erste Hälfte des Buches hat mich sehr begeistert – die Autorin hat die Atmosphäre sehr gut eingefangen, egal ob diese Not und Verzweiflung nach der Sturmflut, oder auch den Alltag einer jungen Frau, die sich selber durchs Leben schlagen muss – sowohl im Jahr 1910 als auch im Jahr 1962. In der zweiten Hälfte steht dann das Danzhus im Mittelpunkt – und irgendwie hat mich das nicht ganz so fesseln können. Natürlich gibt es auch eine kleine Romanze in diesem Buch, die wirklich ganz anrührig war, wenngleich am Ende dann doch etwas unglaubwürdig und zu dick aufgetragen. Überhaupt kommt am Ende dann alles Schlag auf Schlag, und so authentisch die Geschichte in der ersten Hälfte war, so unglaubwürdig war es dann leider am Schluss.

    Trotzdem habe ich die Lektüre sehr genossen – ich wurde gut unterhalten, habe mit den Hauptfiguren mitfühlen können und war so eingesogen in die Geschichte, dass ich unbedingt immer weiterlesen wollte. Ich gebe dem Buch daher 4 von 5 Sternen.

    Mein Fazit
    Gerade die erste Hälfte hat mir sehr gut gefallen, weil die Atmosphäre so lebendig war, dass ich mich als Teil der Geschichte gefühlt habe und auch die Charaktere so sympathisch waren, dass ich mit ihnen gefühlt und gelitten habe. Die zweite Hälfte war dann nicht mehr so intensiv, das Ende sehr plötzlich – trotzdem habe ich das Buch sehr gerne gelesen und hatte schöne Lesestunden. Ich gebe daher 4 von 5 Sternen.

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    Cover des Buches Die Gezeiten gehören uns (ISBN: 9783446272262)

    Bewertung zu "Die Gezeiten gehören uns" von Vendela Vida

    Die Gezeiten gehören uns
    -sabine-vor 3 Monaten
    Tolle Coming-of-Age-Geschichte

    Es war vor allem die Atmosphäre, die mich völlig gefangen hat und die ich shcon nach wenigen Sätzen gespürt habe – und genau diese Atmosphäre sowie der einnehmende Schreibstil machen diese Coming-of-age-Geschichte zu etwas besonderem.

    Es ist die 13-jährige Eulabee, die erzählt – sie und ihre 3 Freundinnen Maria Fabiola, Faith und Julia wachsen in Sea Cliff, einem gehobenen Stadtteil von San Franzisco, auf. Doch es kommt zum Zerwürfnis der vier Mädchen, und Eulabee muss sich alleine durch die schwierige Zeit zwischen Jugend und Erwachsenwerden durchschlagen.

    Die Geschichte spielt vor allem in den Jahren 1984-1985, und die Autorin hat die Atmosphäre der Zeit wunderbar eingefangen. Ich bin selber ein Kind der 80er und habe mich wirklich hinein katapultiert gefühlt in die Zeit. Die Geschichte ist in Ich-Form aus der Perspektive Eulabees erzählt, mit ihren eigenen Worten. Und die Autorin hat es wirklich geschafft, die Gedanken einer 13-Jährigen zu erfassen und es auch mit den Worten einer 13-Jährigen wiederzugeben. Der Schreibstil ist also einfach, umgangssprachlich, vor allem aber besticht er durch eine Logik, die nur Pubertierenden eigen ist. Auf mich hat diese Erzählung einen ganz eigenen Sog ausgeübt, immer tiefer bin ich mit hineingeraten in diese Coming-of-Age-Geschichte, bei der man die Verzweiflung und Not, die Eulabee empfindet, tatsächlich auch spürt.

    Es werden viele Themen angeschnitten, und obwohl das Buch kein dickes ist, wird ihnen auch genug Raum eingeräumt – es geht um Wahrheit und Lüge, um Aufmerksamkeit und Gesehen werden, in einer Gruppe und eben ohne sie.

    Eulabee ist ein typischer Teenager – mal verhält sie sich sehr kindlich, mal probiert sie neues aus, wie man es in der Pubertät eben macht, mal aber auch ist sie sehr durchdacht und schon erwachsen. Sie steht genau an der Schwelle zum Erwachsenwerden und muss sich noch finden – schlimm, dass sie gerade hier ihre Freundinnen verliert. Ich mochte Eulabee, weil sie so authentisch und echt ist, sie wie ein Mädchen wirkt, das auch hier tatsächlich durch die Straßen laufen könnte. Maria Fabiola, ihre einst beste Freundin, ist dagegen ein sehr ich-bezogener Mensch, der nach Aufmerksamkeit heischt und es braucht, im Mittelpunkt zu stehen. Das ist nicht nur anstrengend, sondern führt auch zum Bruch mit anderen Menschen. Ich will nicht sagen, dass sie nicht auch sympathische Züge hat, aber sie ist so undurchsichtig und man weiß oft nicht, was ist eigentlich wahr und was erdacht.

    Das Buch ist in zwei Abschnitte eingeteilt – der große erste spielt im Jahr 1984/1985, zum Schluss gibt es noch einen kleinen im Jahr 2019, in dem man erfährt, was aus Eulabee geworden ist.

    Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, weil ich richtiggehend in die Geschichte gesogen wurde und immer eine untergründige Spannung herrschte. Ich gebe dem Buch daher 4 von 5 Sternen.

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