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Aischa

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Aischa hat gelesen…
105 Bücher im Jahr 2026

Cover des Buches Backen im Winter (ISBN: null)
Buch wurde am
09. September beendet
Cover des Buches Katzentage (ISBN: null)
Buch wurde am
05. September beendet
Cover des Buches Peanuts für Kids 1: Snoopy – So cool! (ISBN: null)
Buch wurde am
31. August beendet
Cover des Buches MICHAEL MÜLLER Reiseführer Mallorca (ISBN: null)
Buch wurde am
30. August beendet
Cover des Buches Hej! (ISBN: null)
Buch wurde am
26. August beendet
Cover des Buches The Artist (ISBN: null)
Buch wurde am
23. August beendet
Cover des Buches Celebrity Crush (Celebrity 1) (ISBN: null)
Buch wurde am
20. August beendet
Cover des Buches Frozen Sweets. Köstliche Eisdesserts (ISBN: null)
Buch wurde am
20. August beendet
Cover des Buches Yakari-Abenteuer-Kochbuch für hungrige Indianer (ISBN: null)
Buch wurde am
18. August beendet

Rezensionen und Bewertungen

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Cover des Buches Backen im Winter (ISBN: 9783965846142)

Bewertung zu "Backen im Winter" von Theresa Knipschild

Aischa
Kurzmeinung: Klassiker und kreative Neuinterpretationen, sehr lecker, aber teils nicht ganz einfach nachzubacken
Viel mehr als Vanillekipferl

Theresa Knipschild versteht ihr Handwerk – und das merkt man diesem Buch auf jeder Seite an. Als gelernte Konditorin, Dozentin an der Handwerkskammer Köln und durch verschiedene TV-Sendungen bekannt, gelingt es ihr, ihr Fachwissen auch für Laien verständlich und praxisnah zu vermitteln.

Ein großer Pluspunkt von „Backen im Winter“ sind für mich deshalb die vielen praktischen Tipps, die über reine Rezepte hinausgehen. So wird beispielsweise erklärt, dass man beim Backen mehrerer Bleche mit Umluft nach der Hälfte der Backzeit die Position der Bleche tauschen sollte, damit alles gleichmäßig gebacken wird. Ein anderes schönes Beispiel ist der Tipp, wie sich eine gekühlte Sahnetorte elegant aus dem Tortenring lösen lässt: Man erwärmt den Ring einfach kurz rundherum mit einem Haarfön. Solche kleinen Kniffe sind ausgesprochen hilfreich und machen das Buch auch für bereits erfahrene Hobbybäcker*innen interessant.

Gerade Einsteiger profitieren außerdem von den Erläuterungen zum notwendigen Werkzeug in der Backstube und vom vermittelten Basiswissen, das auch dazu anregt, Rezepte zu variieren und eigene Ideen zu entwickeln.

Mit knapp 60 Rezepten bietet das Buch eine schöne Mischung aus winterlichen Klassikern und kreativen Neuinterpretationen. Natürlich finden sich Zimtsterne, Lebkuchen und Bratapfel, daneben aber auch ungewöhnlichere Kreationen wie Bienenstich-Tiramisu, Spekulatius-Eissandwich oder Kürbis-Cheesecake. Besonders gelungen finde ich die Tannenzapfen: Sie sehen nicht nur ausgesprochen hübsch aus, sondern bieten gleichzeitig eine originelle Möglichkeit, Kuchen- oder Plätzchenreste sinnvoll zu verwerten. Ergänzt wird die Rezeptauswahl durch Torten, Desserts und kreative Geschenkideen aus der Backstube.

Ein kleiner Wermutstropfen ist allerdings, dass Angaben zum Schwierigkeitsgrad der einzelnen Rezepte fehlen. Gerade für Anfänger wäre eine entsprechende Kennzeichnung sehr hilfreich. Denn einige der Rezepte sind meiner Einschätzung nach durchaus anspruchsvoll und dürften Backneulinge trotz der guten Erklärungen vor Herausforderungen stellen.

Die Ausstattung des Buches überzeugt dagegen auf ganzer Linie. Das hochwertige Hardcover, das praktische Lesebändchen und die großzügige Gestaltung machen „Backen im Winter“ auch optisch zu einem sehr schönen Buch. Fast jedes Rezept wird von einem ganzseitigen Foto begleitet, und Zutaten sowie Zubereitungsschritte sind übersichtlich angeordnet. Auch Arbeits- und Backzeit sowie die jeweilige Stückzahl sind direkt beim Rezept angegeben. Das Rezeptverzeichnis ist ebenfalls praktisch, da man dort auch gezielt nach Zutaten suchen kann.

Insgesamt ist „Backen im Winter“ für mich eine gelungene Kombination aus fundiertem Konditorinnenwissen, klassischen Weihnachtsrezepten und kreativen Ideen. Wer gerne backt und Lust hat, in der Winterzeit Neues auszuprobieren, findet hier zahlreiche Anregungen. Für absolute Anfänger sind nicht alle Rezepte gleichermaßen leicht umzusetzen, aber gerade die vielen verständlichen Tipps und das vermittelte Basiswissen machen das Buch dennoch zu einer wertvollen Unterstützung.

Ein tolles Weihnachtsgeschenk für Backfans – und ein schönes Buch für alle, die ihre Backstube im Winter um einige besondere Rezepte und praktische Kniffe bereichern möchten.

Cover des Buches Hildegard von Bingen (ISBN: 9783451037603)

Bewertung zu "Hildegard von Bingen" von Maria Regina Kaiser

Aischa
Kurzmeinung: Ich ziehe meinen Hut vor der beeindruckenden Rechercheleistung der Autorin, leider konnte mich die Story nicht durchgehend fesseln
Kurzmeinung: Coole Strips, die für Kids durch Spiele und eine Mimi-Zeichenschule ergänzt werden
Der lustigste Beagle der Comicwelt

Ich bin bekennender Peanuts-Fan und mag die sympathischen Figuren aus der Feder von Charles M. Schulz einfach unglaublich gern. Deshalb hat mir „Snoopy – So cool!“ aus der Reihe „Peanuts für Kids“ auch viel Freude gemacht. Im Mittelpunkt steht natürlich Snoopy, der sich wie gewohnt in den unterschiedlichsten Rollen ausprobiert – aber auch Charlie Brown, Woodstock, Lucy, Schroeder und die anderen liebenswerten Figuren kommen nicht zu kurz.

Laut Verlag richtet sich die Sammlung an Kinder ab 8 Jahren. Kindgerecht sind auf jeden Fall die zusätzlichen Spielideen, das beiliegende Poster und die Zeichenanleitung, mit der man sich selbst an den Peanuts-Figuren versuchen kann. Ob Grundschulkinder allerdings schon jeden Witz und jede feine Pointe der verschiedenen Comicstrips erfassen können, bezweifle ich ein wenig. Das ist meiner Meinung nach aber überhaupt kein Problem: Man muss längst nicht jede Anspielung verstehen, um Spaß an den kurzen Strips zu haben.

Ich jedenfalls habe jede Seite mit Begeisterung gelesen und mich einmal mehr über den ganz besonderen Peanuts-Humor gefreut. Das handliche Büchlein ist eine schöne Mischung aus Comicspaß, Beschäftigung und Nostalgie und eignet sich damit nicht nur für junge Leserinnen und Leser, sondern ebenso für erwachsene Fans.

Meine Empfehlung für kleine und große Bewunder*innen des coolen Beagles!

Kurzmeinung: Besonders die vorgestellten 10 Wanderungen haben es mir angetan
Bringt einem die Insel wirklich näher

Der Mallorca-Reiseführer von Thomas Schröder ist weit mehr als eine Sammlung von Sehenswürdigkeiten und Standardtipps. Der Autor kennt und liebt die Insel, und das merkt man in jedem Kapitel. Neben den bekannten Must-have-seens wie etwa der komischen Kathedrale in Palma finden sich zahlreiche Hinweise auf kleinere Orte, schöne Buchten, interessante Landschaften und Plätze abseits des Massentourismus.

Sehr hilfreich sind die ausführlichen Beschreibungen der einzelnen Regionen und die vielen persönlichen Empfehlungen. Auch bei Restaurants, Cafés und Unterkünften bekommt man den Eindruck, dass hier nicht einfach beliebige Adressen aufgelistet werden, sondern echte Erfahrungen und sorgfältig ausgewählte Tipps dahinterstehen. Positiv finde ich außerdem, dass Schröder Mallorca nicht unkritisch darstellt, sondern durchaus auf überlaufene oder weniger attraktive Gegenden hinweist.

Für aktive Urlauber sind die beschriebenen Wanderungen eine schöne Ergänzung. Die zehn unterschiedlichen Touren machen Lust darauf, die Insel auch einmal abseits der klassischen Strände und Ferienorte zu erkunden. Fotos, Übersichtskarten und detaillierte Ortspläne erleichtern zusätzlich die Orientierung und die eigene Reiseplanung, zudem ist im Buch ein Freischaltcode enthalten , mit dem die zugehörige App 12 Monate gratis benutzt werden kann.

Besonders gelungen ist die Mischung aus praktischen Informationen und Hintergrundwissen zu Geschichte, Kultur, Landschaft und kulinarischen Besonderheiten. Dadurch eignet sich der Reiseführer sowohl für Mallorca-Neulinge als auch für Menschen, die schon häufiger auf der Insel waren und noch neue Seiten entdecken möchten.

Fazit: Ein ausgesprochen informativer, gut strukturierter und inspirierender Reiseführer. Wer Mallorca auf eigene Faust erkunden und dabei auch die weniger bekannten Seiten der Insel kennenlernen möchte, ist mit Thomas Schröders Reiseführer sehr gut beraten.

Cover des Buches Der Keim (ISBN: 9783945370391)

Bewertung zu "Der Keim" von Tarjei Vesaas

Aischa
Kurzmeinung: Das mit Abstand Beste, was ich je zu Schuld, Buße und Vergebung gelesen habe. Ein psychologisches Meisterwerk, ich war völlig gefesselt!
Ein Keim des Bösen - und ein Keim der Hoffnung

Die Geschichte spielt an einem einzigen heißen Sommertag auf einer nicht näher bestimmten norwegischen Insel. Ein psychisch kranker Fremder kommt an, und wenig später wird er zum Mörder. Was folgt, ist eine grausame Hetzjagd der Inselbewohner auf den Flüchtenden. Am Ende sind zwei Menschen tot. Das klingt nach einem klassischen Kriminalstoff – doch „Der Keim“ von Tarjei Vesaas ist ein meisterhaftes psychologisches Lehrstück.

Denn es sind nicht allein die Morde, so entsetzlich sie sind, die hier Spannung erzeugen. Vesaas verhandelt die tragischen Ereignisse auf unnachahmliche Weise. In reduzierter und zugleich ungemein dichter Sprache lässt er uns an den Verwerfungen teilhaben, welche die Morde in der zuvor so beschaulichen Inselgemeinschaft auslösen. Nichts bleibt, wie es war. Misstrauen, Angst, Schuld und Rache breiten sich aus und verändern den Blick der Menschen aufeinander.

Dabei ist man den Figuren beim Lesen erstaunlich nah. Vesaas schafft es mit wenigen, präzisen Worten, ihre inneren Bewegungen sichtbar zu machen. Immer wieder hatte ich das Gefühl, ihre tiefsten Gedanken und Regungen zu kennen – obwohl vieles unausgesprochen bleibt. Gerade dieses Ungesagte macht die Wirkung des Romans aus.

Vesaas ist ein Meister der Stimmungen. Knapp und scheinbar schlicht, dabei keineswegs weniger sprachgewaltig, schildert er die unterschiedlichen Reaktionen auf Schuld, Reue und Buße. Er zeigt Menschen, die sich schuldig fühlen, andere, die Vergeltung suchen, und wieder andere, die nach einem Weg suchen, mit dem Geschehenen zu leben. Sehr, sehr beeindruckend.

Und bei aller Brutalität ist „Der Keim“ am Ende auch eine versöhnliche Geschichte. Vesaas zeigt nicht nur den Keim des Bösen, sondern ebenso den Keim der Hoffnung und der Vergebung. Gerade darin liegt für mich die große Stärke dieses Romans: Er erzählt nicht einfach von einem Verbrechen und seinen Folgen, sondern von der Zerbrechlichkeit einer Gemeinschaft und von der Möglichkeit, nach dem Unfassbaren wieder zueinanderzufinden.

„Der Keim“ ist grandiose Literatur, hier von Hinrich Schmidt-Henkel hervorragend ins Deutsche übersetzt. Das Nachwort von Michael Kumpfmüller bietet zudem einen hilfreichen Überblick über Vesaas’ Gesamtwerk und ordnet den Roman literarisch ein. Lediglich die Bezüge des Romans zur Gegenwart erscheinen mir von Kumpfmüller etwas zu konstruiert. Das schmälert jedoch keineswegs die Qualität dieses außergewöhnlich eindringlichen Romans.

Ich empfehle „Der Keim“ aus vollem Herzen. Ein sprachlich reduzierter, atmosphärisch überwältigender und menschlich tief berührender Roman.

Cover des Buches Hej! (ISBN: 9783710608957)

Bewertung zu "Hej!" von Zora Klipp

Aischa
Kurzmeinung: Großartiges schwedisches Gebäck, die Safranbrötchen sind der Hit! Die herzhaften Gerichte sind mir eher zu einfach und deftig.
Kulinarische Liebeserklärung an Schweden

Viele kennen die gebürtige Schwarzwälderin Zora Klipp vielleicht als TV-Köchin. Ihr Koch- und Backbuch „Hej!“ ist jedoch weit mehr als eine Sammlung schwedischer Rezepte: Es ist eine sehr persönliche Liebeserklärung an Schweden – an die Küche, das Land, die Menschen und die dort gepflegten Traditionen.

Die Verbindung der Autorin zu Schweden reicht dabei schon einige Jahre zurück. Anfang zwanzig gönnte sich Klipp eine Auszeit von der stressigen Gastro-Berufswelt und ging als Au-pair nach Südschweden. Für „Hej!“ ist sie Jahre später erneut nach Skandinavien gereist und hat ihre persönlichen Eindrücke und kulinarischen Entdeckungen in diesem Buch festgehalten.

Die Rezepte sind in drei große Bereiche gegliedert: Vorspeisen und Snacks, Hauptgerichte und Einwecken sowie „Fika“ – die schwedische Kunst der Kaffeepause. Gerade der letzte Abschnitt hat es mir besonders angetan, denn die süßen Rezepte treffen meinen Geschmack deutlich besser als manche der herzhaften Gerichte. Mein persönlicher Favorit sind "Lussekatter", die schwedischen Safranbrötchen: Sie sind einfach ein goldgelber Traum!

Kulinarisch gibt es einiges zu entdecken. Neben Klassikern wie Köttbullar, die erfreulicherweise gleich in mehreren Varianten vorgestellt werden, finden sich auch mir bisher unbekannte Gerichte, etwa karamellisierte Zwiebel-Pasta mit Röstbrot-Crunch. Bei einem Rezept für klassische Hotdogs war ich zunächst etwas verwundert – schließlich braucht man eigentlich keine Kochbuchanleitung, um ein längliches Brötchen einzuschneiden und mit Wurst, Beilagen und Soßen zu belegen. Doch Klipp macht daraus mehr: Sie liefert nämlich auch Rezepte für gepickelte Zwiebeln, eingelegte Gurken und die passenden Hotdog-Brötchen. So kann man viele Bestandteile dieses beliebten Klassikers selbst herstellen – für mich eindeutig ein Pluspunkt.

Allerdings haben mich nicht alle herzhaften Rezepte gleichermaßen angesprochen. Vieles ist recht einfach und deftig, was natürlich eine Frage des persönlichen Geschmacks ist. Dafür finde ich die süße Seite des Buches umso überzeugender. Schön ist außerdem, das gleich vier komplette Festmenüs für unterschiedliche Anlässe vorgestellt werden.

Auch optisch macht „Hej!“ einiges her. Das hochwertige Hardcover mit Lesebändchen ist sehr ansprechend gestaltet, und die vielen großformatigen, stimmungsvollen Farbfotos machen sofort Lust darauf, sich nach Schweden zu träumen. Besonders schön finde ich das Detail, dass bei den Rezepten neben der deutschen Übersetzung auch der schwedische Name des Gerichts angegeben wird. Das unterstreicht den authentischen Charakter des Buches.

Ein paar Kritikpunkte gibt es für mich dennoch: Gerade für Kochanfänger wären Angaben zum Schwierigkeitsgrad und zur Zubereitungsdauer hilfreich, diese fehlen leider. Teilweise finde ich auch die Zubereitungsanleitungen etwas unübersichtlich. Mehr Absätze hätten die Lesbarkeit verbessert, zumal die Schrift für mich etwas klein geraten ist – Platz wäre durchaus vorhanden gewesen. Ärgerlich ist außerdem, dass bei einzelnen Rezepten offenbar ein Zubereitungsschritt fehlt. Bei den Hefeschnecken mit Walnüssen wird beispielsweise nicht erwähnt, dass der mit der Füllung bestrichene Teig zunächst gefaltet wird, bevor er in Streifen geschnitten und weiterverarbeitet wird. Zum Glück lässt sich dieser Schritt anhand der Fotos nachvollziehen.

Trotz dieser kleinen Schwächen ist „Hej!“ für mich ein gelungenes Koch- und Backbuch. Es vermittelt nicht nur schwedische Küche, sondern auch ein Stück Lebensgefühl und macht mit seinen Geschichten, Bildern und Rezepten Lust darauf, Schweden kulinarisch zu entdecken. Besonders Fans der skandinavischen Küche und alle, die gerne süße schwedische Spezialitäten ausprobieren möchten, dürften mit diesem Buch viel Freude haben.

Cover des Buches Vom Ende eines Sommers (ISBN: 9783832166267)

Bewertung zu "Vom Ende eines Sommers" von Melissa Harrison

Aischa
Kurzmeinung: Der Roman wurde 2919 mit dem European Union Prize for Literature ausgezeichnet, völlig zu Recht, meine große Empfehlung!
Eine Jugend zwischen Idylle und Abgrund

Melissa Harrisons Roman "Vom Ende eines Sommers" hat mich nachhaltig beeindruckt. Die Geschichte der vierzehnjährigen Edie, die 1933 auf einer Farm im ländlichen Suffolk lebt, verbindet eine außergewöhnlich intensive Naturbeschreibung mit einem schonungslosen Blick auf die gesellschaftlichen Verhältnisse im England der 1930er Jahre.

Besonders die oftmals beklemmende Atmosphäre hat mich beim Lesen gefangen genommen. Harrison zeichnet keine romantische Idylle des englischen Landlebens, sondern zeigt die harte und entbehrungsreiche Arbeitswelt einer bäuerlichen Bevölkerung, die unter den Folgen der Wirtschaftskrise, niedrigen Preisen und großer wirtschaftlicher Unsicherheit leidet. Gerade diese Darstellung hat mich sehr mitgenommen. Die Schönheit der Landschaft steht dabei in einem starken Kontrast zur Mühsal und Armut der Menschen, die von ihr leben.

Erschreckend fand ich auch, wie überzeugend Harrison zeigt, dass prekäre Lebensumstände und Zukunftsängste einen Nährboden für Antisemitismus und radikale politische Ideen bilden können. Durch die Figur der Journalistin Conny wird deutlich, wie leicht sich Menschen für eine vermeintliche Rückbesinnung auf eine „heile“ Vergangenheit gewinnen lassen – und wie schnell daraus Ausgrenzung und Hass entstehen.

Schockiert hat mich zudem die Stellung der Frauen. Die Abhängigkeit von ihren Ehemännern reicht teilweise so weit, dass selbst politische Entscheidungen nicht ihnen selbst überlassen werden. Dass der Ehemann bestimmt, wo seine Frau auf dem Wahlzettel ihr Kreuz zu machen hat, sagt viel über die damaligen gesellschaftlichen Machtverhältnisse aus.

Trotz der wunderschönen, geradezu poetischen Naturbilder ist dieser Roman keineswegs ein beschauliches Sommerbuch. Je weiter die Handlung voranschreitet, desto bedrohlicher wird die Stimmung. Das Ende empfand ich als deprimierend und zugleich überzeugend; es gibt der Geschichte rückblickend eine zusätzliche Tragik und wird mich noch lange nach der Lektüre beschäftigen.

"Vom Ende eines Sommers" ist für mich ein sprachlich beeindruckender, atmosphärisch dichter und zugleich politisch hellsichtiger Roman über das Erwachsenwerden, soziale Not und die Gefahren gesellschaftlicher Verführung. Sehr lesenswert!

Cover des Buches The Artist (ISBN: 9783423285445)

Bewertung zu "The Artist" von Lucy Steeds

Aischa
Kurzmeinung: ein echter Pageturner, eine grandiose Geschichte über Kunst, Fälschung, weibliche Selbstermächtigung und Kriegstraumata
Ganz große Kunst

Normalerweise halte ich wenig von Blurbs – in der Regel finde ich sie maßlos übertrieben oder schlichtweg unzutreffend. Bei „The Artist“ der jungen Britin Lucy Steeds allerdings kann ich sämtlichen Lobeshymnen auf diesen Roman nur zustimmen. Steeds’ Romandebüt hat mich tief beeindruckt und bewegt: eine Geschichte voller Leidenschaft, die zugleich still und sanft erzählt wird, und dennoch eine große Wucht entfaltet.

Selten habe ich von einer Romanautorin so Kluges und Präzises über Malerei gelesen. Doch „The Artist“ ist weit mehr als ein Roman über Kunst und Künstler, den Kunsthandel und Fälschungen. Es ist zugleich ein ausgesprochen feministisches Buch über Selbstermächtigung, die Benachteiligung von Frauen im Kunstbetrieb und den Umgang mit Traumata. Gerade diese Verbindung macht den Roman für mich so besonders.

Steeds schreibt mit einer großen Detailgenauigkeit und Sinnlichkeit, so dass ich die Farben der spätsommerlichen provenzalischen Landschaft beim Lesen förmlich vor mir sah und meinte, den Duft des reifen Obstes riechen zu können. Mit großem psychologischem Gespür zeichnet sie ihre Figuren, die dadurch ungemein lebendig und glaubwürdig wirken. Gleichzeitig ist der Plot klug aufgebaut und hält das Spannungslevel über die gesamte Geschichte hinweg bemerkenswert hoch. Die knapp 400 Seiten habe ich deshalb an nur einem Tag förmlich verschlungen.

Eine große Empfehlung – nicht nur für Kunstliebhaberinnen!

Cover des Buches Am Äquator (ISBN: 9783442465514)

Bewertung zu "Am Äquator" von Miguel Sousa Tavares

Aischa
Kurzmeinung: Fesselnde Mischung aus Abenteuer- und Liebesroman. Viel Lehrreiches über die Kolonialpolitik der Portugiesen, spannend erzählt.
Spannende Kolonialgeschichte São Tomés

„Am Äquator“ von Miguel Sousa Tavares habe ich von einem Freund geschenkt bekommen – als Einstimmung auf eine bevorstehende gemeinsame Reise nach São Tomé und Príncipe. Besser hätte die literarische Vorbereitung kaum sein können. Der Roman hat mich von Anfang an gepackt und mir die beiden Inseln auf eine Weise nähergebracht, die weit über einen gewöhnlichen historischen Roman hinausgeht.

Was mich besonders begeistert hat, ist die Atmosphäre: Tavares gelingt es, die tropische Landschaft, die Hitze, die Farben und die exotische Lebenswelt so eindringlich einzufangen, dass ich beim Lesen tatsächlich das Gefühl hatte, schon ein wenig dort zu sein. Auch die zeitgenössische portugiesische Kolonialgesellschaft wird ausgesprochen anschaulich dargestellt. Ganz nebenbei habe ich dabei erstaunlich viel über die portugiesische Kolonialgeschichte gelernt – insbesondere über die Verflechtungen mit Großbritannien, die Rolle des Kakaohandels und die Auseinandersetzungen um die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen auf den Plantagen. Der Deutschlandfunk Kultur hob ebenfalls die sorgfältige historische Recherche und die farbige Darstellung der Inselwelt hervor. Hier hat der Autor akribisch recherchiert und zahlreiche historisch gesicherte Details eingebaut.

Der Roman lässt sich nur schwer einem einzigen Genre zuordnen. Für mich ist er eine faszinierende Mischung aus historischem Roman, Abenteuerroman und Liebesgeschichte, ergänzt um eine gehörige Portion Politik und Gesellschaftskritik. Immer wieder fühlte ich mich beim Lesen an die großen Abenteuerromane von Alexandre Dumas erinnert: eine spannende Handlung, starke Figuren, Intrigen, politische Ränkespiele und eine Liebesgeschichte, die zunehmend dramatische Züge annimmt.

Besonders überzeugend sind die Figuren. Protagonist Luís Bernardo Valença ist keineswegs ein eindimensionaler Held, sondern eine vielschichtig gezeichnete Persönlichkeit, deren Überzeugungen und Haltung im Verlauf der Geschichte auf die Probe gestellt werden. Auch die übrigen Charaktere sind sorgfältig ausgearbeitet und wirken in ihren Motiven und Widersprüchen glaubhaft. Gerade dadurch bekommen die politischen und gesellschaftlichen Konflikte eine persönliche Dimension. 

Einzig bei den erotischen Szenen hatte ich gelegentlich den Eindruck, dass Tavares nicht ganz das richtige Händchen für die Darstellung besitzt. Viele dieser Passagen wirken auf mich etwa überzeichnet, in der Wortwahl unglücklich und weniger überzeugend als der übrige Roman. Das kann ich dem Autor allerdings gut verzeihen, dhat mich die Geschichte mit ihren politischen Schachzügen und den immer komplexer werdenden Machtverhältnissen doch völlig für sich eingenommen.

„Am Äquator“ ist für mich eine ausgesprochen gelungene Verbindung von Abenteuer, Liebesgeschichte und historischer Erzählung. Der Roman unterhält, vermittelt gleichzeitig viel Wissen und hat mir vor allem eines gegeben: noch mehr Vorfreude auf São Tomé und Príncipe. Für mich war dieses Geschenk daher nicht nur eine hervorragende Reiselektüre, sondern auch eine faszinierende literarische Entdeckung.

Eine klare Leseempfehlung für alle, die historische Romane mit Abenteuer, großen Gefühlen und einem exotischen Schauplatz mögen.

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