Akantha

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Rezensionen und Bewertungen

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    Cover des Buches Deutschland ist bedroht (ISBN: 9783827013286)

    Bewertung zu "Deutschland ist bedroht" von Düzen Tekkal

    Deutschland ist bedroht
    Akanthavor 2 Tagen
    Kurzmeinung: Sehr lesenswerte und wichtige Aussagen zu Rechtsextremismus und Islamismus. Düzen Tekkal regt zum Nach- und Umdenken an.
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    Cover des Buches Nur noch ein bisschen Glück (ISBN: 9783864931505)

    Bewertung zu "Nur noch ein bisschen Glück" von Simona Ahrnstedt

    Nur noch ein bisschen Glück
    Akanthavor 5 Tagen
    Kurzmeinung: Eine schöne, sommerliche Idee. Handlung aber nicht gut ausgearbeitet und Schreibstil wirkt mechanisch. Das kenne ich von Ahrnstedt anders!
    Sommerlich-leichte Geschichte mit einigen Schwächen

    „Nur noch ein bisschen Glück“ ist der neue Roman von Simona Ahrnstedt, diesmal erschienen bei Forever by Ullstein. Stella ist ein Stadtmensch durch und durch. Als sie erfährt, dass ihr Freund sie betrügt und sie ihren Job verliert, verlässt sie Stockholm fluchtartig. Sie fährt aufs Land, nach Laholm, wo sie eine kleine Bauernkate besitzt, in der ihre Großeltern lebten. Dort will sie zum einen etwas über ihre Familie erfahren und sich zum anderen auf ihren großen Traum fokussieren: eine Modedesignausbildung in New York. Aber das Landleben ist nicht so leicht und als ihr Nachbar Thor ihr damit unter die Arme greift, wird dieser abgeschiedene Ort auf einmal eine ziemliche Konkurrenz für New York.

     

    Die kurzen Kapitel sind stets im Wechsel aus den Perspektiven von Stella und Thor geschrieben. Hierbei kommt besonders schön zur Geltung, welche Gegensätze aufeinandertreffen. Thor arbeitet von Früh bis Spät auf seinem Hof, ist handwerklich geschickt, praktisch veranlagt, kennt aber auch ausschließlich diese Welt.

    Stella wirkt zunächst absolut fehl am Platz: in hochhackigen Schuhen und Seidentops sucht sie Bus und Taxi in der Einöde. Sie macht zu Beginn einen arroganten, selbstgefälligen Eindruck. Dieser verschwindet jedoch sehr schnell, sobald man merkt, dass sie eine „Macherin“ ist. Sie scheut nicht vor Arbeit zurück, nimmt die Dinge, wie sie kommen und hat wirklich den Willen, etwas zu lernen und zu erreichen. Sie ist sich für nichts zu schade und hängt weniger an den materiellen Dingen, als man zunächst denkt. Das alles ließ sie in meiner Achtung schnell steigen und ich mochte sie richtig gerne. Dies wird noch verstärkt, wenn man nach und nach merkt, was sie in ihrer Vergangenheit durchgemacht hat und auch in der Gegenwart noch erlebt. Seien es rassistische oder sexuelle Anfeindungen oder familiäre Probleme. Stella ist stark und anpassungsfähig, sie lässt sich nicht unterkriegen.

     

    Simona Ahrnstedt flechtet zudem einige charmante Nebencharaktere und Tiere ein. Diese überzeugen durch außergewöhnlichen Charakter, spritzigen Humor oder einfach Niedlichkeit (die Tiere eher als die Menschen) und bieten einen tollen Rahmen für die Geschichte. Sowohl die Haupt-, als auch die Nebencharaktere entwickeln sich weiter, was die Leser*innen mit einem schönen Gefühl zurücklässt.

     

    Die Autorin lässt aber auch zwischendurch selbst ein wenig Humor in ihre Sprache einfließen, was mich positiv überrascht hat, und der Geschichte Leichtigkeit verleiht. Andere Aspekte ihres Schreibstils haben mir allerdings gar nicht gefallen.

    Viele Leser*innen haben sich über die Vielzahl an Sexszenen beschwert. Mir ist die Anzahl selbst nicht negativ aufgefallen, jedoch die Art, wie diese geschrieben sind. Ich habe selten so gefühllose, mechanische Sexszenen gelesen… und das verstehe ich nicht! Das war in den anderen Büchern, die ich von Simona Ahrnstedt kenne, komplett anders! Hier aber geht es immer nur darum, das Maximum rauszuholen - den besten Orgasmus, den besten Sex -, Standhaftigkeit zu beweisen und eine tolle Technik an den Tag zu legen. Die Gefühle und die Leidenschaft gehen dabei total verloren.

    Ein weiteres Manko im Schreibstil ist für mich die Nebenhandlung zu Stellas Vergangenheit. Die Suche nach entsprechenden Hinweisen war, neben anderem, Antrieb für Stella, nach Laholm zu fahren. Dieser Handlungsstrang blitzt zwischendurch jedoch immer nur kurz auf und wird durch Zufälle befeuert, bei denen man nur die Augen verdrehen kann. Jedes Voranschreiten in diese Richtung wirkt künstlich und auch das dazugehörige Ende wird nicht gut untermauert, schnell abgehandelt und insgesamt nicht zufriedenstellend gelöst.

     

    Zum Ende hin gibt es noch eine Szene, die wohl als „spannender Showdown“ geplant war. Diese war für mich leider ebenfalls künstlich geschrieben, als wäre sie noch schnell reingepresst worden durch den Wunsch, Spannung zu erzeugen. Leider war sie nicht nur überhaupt nicht spannend, sondern nahezu lächerlich unpassend für einen Liebesroman.

     

    Simona Ahrnstedt hat ein angenehmes, buntes Sommersetting erschaffen. Die Geschichte ist luftig leicht, bezaubert mit schönen Orten in der Natur, sympathischen Charakteren und viel Humor. Die meisten Handlungsstränge sind leider viel zu künstlich oder werden nicht konsequent genug verfolgt. Gepaart mit den mechanisch geschrieben Sexszenen führt dies bei mir zu sehr viel Punktabzug. Stellas Hauptkonflikt wird für mich am Ende aber nahezu perfekt gelöst, sodass ich doch noch zu 3 von 5 Sternen komme.

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    Cover des Buches Ich. Darf. Nicht. Schlafen. (ISBN: 9783596512881)

    Bewertung zu "Ich. Darf. Nicht. Schlafen." von S.J. Watson

    Ich. Darf. Nicht. Schlafen.
    Akanthavor 13 Tagen
    Kurzmeinung: Eine beklemmende Idee spannend umgesetzt: Ein Gedächtnis das keine 24 Stunden reicht. Trotz Vorhersehbarkeit reißt das Finale einfach mit.
    Kommentare: 1
    Cover des Buches Lotus House - Heiße Leidenschaft (ISBN: 9783548291161)

    Bewertung zu "Lotus House - Heiße Leidenschaft" von Audrey Carlan

    Lotus House - Heiße Leidenschaft
    Akanthavor 22 Tagen
    Kurzmeinung: Jetzt ist die Luft raus - ein guter Zeitpunkt um aufzuhören. Die Erotik konnte mich nicht mehr einfangen.
    Kommentare: 2
    Cover des Buches Katharina von Aragón (ISBN: 9783548063058)

    Bewertung zu "Katharina von Aragón" von Alison Weir

    Katharina von Aragón
    Akanthavor 20 Tagen
    Kurzmeinung: Tiefer Einblick in die Gedanken der ersten Tudorkönigin. Was wir heute nicht mehr nachvollziehen können, lässt Alison Weir lebendig werden.
    Humble and loyal – Katharina von Aragón verstehen

    Mit Katharina von Aragón, der ersten seiner sechs Ehefrauen, beginnt Alison Weir ihre biografische Reihe über die Gemahlinnen von Henry VIII. Insgesamt umspannt die Geschichte die Jahre 1501 (Ankunft Katharinas in England) bis 1536 (Jahr ihres Todes).

    Katharina gelangt nach England um den Thronerben Prince Arthur zu heiraten. Dieser verstirbt jedoch kurz darauf, sodass sie im Anschluss seinen Bruder, Prince Henry, ehelicht. Die innige Liebe der beiden verblasst jedoch bald, denn Henry wird besessen von dem Gedanken an einen männlichen Nachfolger. Er wendet sich ihrer Hofdame Anne Boleyn zu. Für Katharina beginnt ein Kampf um Ehre, Würde, Respekt sowie ihr Leben und das ihrer Tochter.

     

    Das Buch gliedert sich in drei Teile: „Die Prinzessin aus Spanien“, „Die Königin von England“ und „Die wahre Königin“. Letzteres ist zugleich der Nebentitel dieses Bandes und könnte einen Hinweis auf die persönliche Einschätzung der Autorin geben. Doch während man darüber nur spekulieren kann, wird auf jeder einzelnen Seite klar, dass Katharina selbst zu keinem Zeitpunkt bereit war, davon abzurücken, dass sie selbst die einzige, die wahre, Königin von England ist. Besonders relevant wird das in den Jahren ab 1527, in denen Henry VIII. den Papst um Annullierung seiner Ehe ersucht.

     

    Dies war zwar mein erstes Buch von Alison Weir aber nicht ihr erstes veröffentlichtes Werk. Sie ist Mitglied der Royal Society of Arts and Science und hat zahlreiche historische Sachbücher und Romane veröffentlicht.

    Ihr Schreibstil hat mir gut gefallen. Sie drückt sich klar aus, leicht verständlich, ohne zu viel mittelalterliches Vokabular oder künstlich wirkende Dialoge. Viele zitierte Briefe und Gespräche sind authentisch mit einer leichten Anpassung der Sprache an unsere heutigen Ausdrücke. Diese realen Worte sind vielfach schockierender, als sie die Fantasie hervorbringen könnte. Nie habe ich die Ungerechtigkeit, die Katharina von Aragón widerfahren ist, so intensiv empfunden, wie durch die Briefe und Unterhaltungen, die Alison Weir hier verarbeitet hat.

    Ein grundsätzliches Problem in historischen Romanen ist, dass es viele auftretende Charaktere gibt, die sich jedoch nur eine handvoll Vornamen teilen. Die Autorin hat allerdings einen guten Mittelweg gefunden, die Leser/innen nie im Unklaren zu lassen, wer gemeint ist, gleichzeitig aber unnötige Wiederholungen zu vermeiden.

    Besonders positiv aufgefallen ist mir zudem, wie genau Alison Weir in den letzten Kapiteln abgewogen hat, was Katharina vom englischen Hof und der restlichen Welt erfahren konnte (und auf welche Art) und was nicht. Diese Differenzierung ist nicht nur für eine authentische Situationsbeschreibung notwendig, sie macht die Leser/innen, die mit der Historie nicht so vertraut sind, zudem immer neugierig auf die nächsten Mitteilungen, die Katharina erreichen, oder gar auf den zweiten Band der Reihe, in dem Anne Boleyns Perspektive einige offene Fragen klären wird.

    Meine einzige Kritik ist, dass das Buch in der Mitte ein paar Längen hat. Zwischendurch hatte ich den Eindruck, dass jeder einzelne von Katharinas Briefen denselben Wortlaut hatte, jede Delegation dieselben Nachrichten überbracht hat und Geschichten oder Skandale der Nebencharaktere in Katharinas Hofstaat zu detailliert behandelt wurden. Das nimmt für mich in der Mitte zu viel Tempo raus.

     

    Mit dem Wissen von heute lassen wir uns schnell zu der Aussage hinreißen, wie viel leichter (und vielleicht sogar länger?) Katharinas Leben gewesen wäre, wenn sie sich Henrys Wünschen gefügt hätte. Durch Alison Weir habe ich allerdings das erste Mal einen so tiefen Einblick in Katharinas Gedanken und Gefühle erhalten, dass ich verstehen konnte, wieso sie nicht diesen leichten Weg gewählt hat. Vielmehr erscheint mir ihr tatsächliches Verhalten nun wie der einzig logische und für sie sinnvolle Weg. Wenn ein/e Autor/in durch einen historischen Roman dieses Verständnis für mehrere hunderte Jahre alte Handlungen wecken kann, ist wirklich von einer außerordentlichen Leistung zu sprechen.

     

    Für mich trat außerdem ein ganz neuer Aspekt in Erscheinung: Nie habe ich mir allzu intensive Gedanken dazu gemacht, wie Prinzessin Mary (die spätere Königin Mary I.) unter dem mehrere Jahre andauernden Prozess der Scheidung, „Des Königs große Sache“, gelitten hat. Katharinas Sorgen und Gedanken um ihre Tochter, deren Status auch eines von Katharinas treibenden Motiven war, haben mir geholfen, Zugang zu diesem Thema zu finden. Häufig sieht man im Vordergrund Katharinas Leid, doch der gesamte Prozess hatte auch in Mary ein unschuldiges Opfer. Dieser Einblick erzeugt ganz neues Verständnis für ihren späteren Herrschaftsstil – keine Rechtfertigung oder gar Akzeptanz, aber er scheint nicht mehr so verwunderlich.

     

    Zuletzt ist auch die Ausstattung des Romans zu loben. Es beginnt mit Stammtafel der Häuser Tudor und Trastámara, die beide auf Edward III. zurückzuführen sind. Wenn ich so etwas in historischen Romanen vorfinde, geht mir direkt das Herz auf. Zwingend notwendig für das Verständnis der Handlung sind diese hier allerdings nicht.

    Die Geschichte endet mit einem kurzen Nachwort der Autorin, dem ich die Angaben zur Authentizität von Briefen und Dialogen für meine Rezension entnommen habe. Dies ist mir ebenfalls sehr wichtig, um Fakt und Fiktion zu unterscheiden, denn mit jedem historischen Roman lernt man auch etwas – wenn man bereit dazu ist.

    Darauf folgt ein sehr umfangreiches Personenverzeichnis, in welchem die Charaktere nach ihrem erstmaligen Auftreten angeordnet sind. Diese Ordnung empfinde ich als nicht hilfreich, denn gerade bei Nebencharakteren können Leser/innen auf knapp 900 Seiten sehr leicht vergessen, wann diese erstmals in Erscheinung traten. Eine alphabetische Sortierung wäre einfacher in der Handhabung und erfüllt viel mehr ihren Zweck.

    Interessant für eine abschließende Rekapitulation des Geschehens ist die Zeittafel, die zum Schluss die wichtigsten Ereignisse nochmal wiedergibt.

    Hätte ich einen Wunsch bezüglich der Ausstattung frei, wäre es eine Landkarte, auf der die ganzen Paläste eingetragen sind, zwischen denen Henry und Katharina beständig wechseln.


    Zusammenfassend komme ich zu 4 von 5 Sternen. Ich bin dankbar für die neuen Blickwinkel und das Verständnis, das Alison Weir in mir geweckt hat. Lediglich die Längen in der Mitte haben den Lesegenuss getrübt.

    Auch wenn ich schon viel über diese Epoche und Henry VIII. gelesen habe, habe ich wieder völlig neue Aspekte von Katharina von Aragón entdeckt und andere Seiten von ihr kennen gelernt. Umso gespannter bin ich auf den nächsten Band der Reihe, „Anne Boleyn – Die Mutter der Königin“ (ET 02.11.2020). So sehr ich aktuell gegen diese Königin eingenommen bin, umso interessierter bin ich, was sich hinter dem äußeren Anschein verbirgt, was ich Neues über sie lernen kann und ob mir Alison Weir nicht doch ungeahnte Sympathien für diese umstrittene Persönlichkeit entlocken kann.

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    Cover des Buches Revenge is what you get (ISBN: 9783903278301)

    Bewertung zu "Revenge is what you get" von Siobhan Davis

    Revenge is what you get
    Akanthavor einem Monat
    Kurzmeinung: Eine nervenaufreibende, hoch emotionale Fortsetzung! Lediglich in der Mitte hat mir etwas die Handlung gefehlt. Ich sehne Band drei herbei!
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    Cover des Buches Englands Königinnen (ISBN: 9783492252973)

    Bewertung zu "Englands Königinnen" von Marita A. Panzer

    Englands Königinnen
    Akanthavor einem Monat
    Kurzmeinung: Informative Kurzporträts von Englands Königinnen - von Elizabeth of York bis zu Elizabeth II. Dazu zahlreiche Fotos und eine Stammtafel.
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    Cover des Buches Royal Forever (ISBN: 9783734103834)

    Bewertung zu "Royal Forever" von Geneva Lee

    Royal Forever
    Akanthavor einem Monat
    Kurzmeinung: Mal ist es spannend, aber meistens zäh. Ich werde mit diesem Pärchen einfach nicht warm. Sehe dem finalen Band zwiegespalten entgegen.
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    Cover des Buches Der Report der Magd (ISBN: 9783492311168)

    Bewertung zu "Der Report der Magd" von Margaret Atwood

    Der Report der Magd
    Akanthavor einem Monat
    Kurzmeinung: Was für eine Geschichte! Schockierend, mitreißend und vor allem jederzeit unvorhersehbar. Atwoods Schreibstil überzeugt auf jeder Seite!
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    Cover des Buches Richer than Sin (ISBN: 9783736312821)

    Bewertung zu "Richer than Sin" von Meghan March

    Richer than Sin
    Akanthavor einem Monat
    Kurzmeinung: Romeo und Julia heute. Tragik auf zwei Zeitebenen mit Spannung, Witz, vielen Geheimnissen und einem Cliffhanger.
    Romeo und Julia heute

    Endlich etwas Neues von Meghan March! Mit „Richer than sin“ hat sie den ersten Roman ihrer neuen Trilogie bei LYX veröffentlicht.  Lincoln Riscoff und Whitney Gable stammen aus zwei Familien, die seit vielen Generationen verfeindet sind. Vor zehn Jahren haben sie sich gefunden, aber das Schicksal legte ihnen zu viele Steine in den Weg. Jetzt treffen sie sich wieder und ihre Gefühle füreinander sind keinesfalls abgekühlt. Die Familienfehde allerdings auch nicht.

     

    Ich bin ganz ehrlich: Das Cover gefällt mir nicht. Das Beige der Pflanzen sieht etwas dreckig aus und wirkt vor dem weißen Hintergrund noch weniger hübsch und außerdem etwas langweilig. Positiv sticht für mich aber der Schriftzug daraus hervor: „Richer“ und „sin“ sind gradlinig und klar, aber vor allem das „than“ in der Mitte verleiht dem Titel durch die Handschrift-Optik etwas Persönliches. Insgesamt hätte ich anhand des Covers in einem Buchladen nicht danach gegriffen. Als ich aber sah, dass es von Meghan March ist, war mir sofort klar, dass ich reinlesen will, denn ihre beiden vorangegangenen Trilogien habe ich verschlungen.

     

    Ihr Schreibstil hat mich auch sofort wieder mitgerissen. Sie ist so klar und unverblümt, aber vor allem kann sie ganz hervorragend das Kribbeln, die Anziehung, zwischen zwei Charakteren für die Leser*innen greifbar machen. Sogenannte „Lust auf den ersten Blick“ kann Meghan March vermitteln wie keine andere. Als Lincoln und Whitney sich das erste Mal wiedergesehen haben, sind die Funken geflogen. Diese Szene war unfassbar intensiv für mich und hat noch richtig in mir nachgehallt. Wer allerdings die geballte Erotik der beiden Sinful-Trilogien erwartet, sei vorgewarnt: Meghan March beweist in „Richer than sin“, dass sie auch anders kann. Es gibt ein Minimum an sexuellen Szenen, diese sind zudem weniger ausschweifend und nicht von den Sexpraktiken geprägt, die man aus den Vorgängern kennt. Das habe ich nicht erwartet, war aber positiv überrascht, dass die Autorin aus ihrem eigenen Schema ausbricht – das gelingt nicht vielen. Wem die ersten beiden Reihen aus den genannten Gründen nicht gefallen haben, kann der neuen Trilogie definitiv eine Chance geben!

     

    Lincoln und Whitney sind großartige Charaktere. Sie sind vielschichtig und machen nicht immer alles richtig. Man spürt, wie sie in den zehn Jahren gewachsen sind und sich verändert haben. Es fällt leicht, mit ihnen zu fühlen, und bereits vom ersten Kapitel an, wünscht man den beiden Glück. Begleitet werden sie von wunderbar geformten Nebencharakteren. Sowohl die netten und sympathischen sind toll gemacht, aber auch die hasserfüllten, missgünstigen Personen reißen den Leser mit. Dabei sind sie nicht alle nur schwarz-weiß, was ihnen eine besondere Authentizität verleiht.

     

    Im Buch werden nicht nur die Perspektiven zwischen Lincoln und Whitney gewechselt, es gibt auch einen beständigen Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Es ist interessant und spannend, hautnah zu erleben, was damals passiert ist, und nicht nur auf Erinnerungen zurückgreifen zu müssen. Auch gibt es zwischen beiden Zeitebenen ein paar Parallelen, die die Schicksalhaftigkeit der Liebesbeziehung unterstreichen. Doch dies kann auch verwirrend sein: Wenn ich das Buch beiseitegelegt habe, musste ich mich danach erstmal wieder orientieren, was Gegenwart und was Vergangenheit war. Im Mittelteil des Buches gab es außerdem eine Phase, in dem die Handlung der Vergangenheit sehr fesselnd war, sich die Gegenwart allerdings kaum von der Stelle bewegt hat. Dabei sollte das Hier und Jetzt meiner Meinung nach entscheidender sein und nicht von der Vergangenheit an den Rand gestellt werden. Denn das Heute ist doch die Geschichte, die noch erzählt werden muss, die sich verändert, während das Gestern bereits feststeht.

     

    Zusammenfassend komme ich zu 4 von 5 Sternen. Die Idee, Romeo und Julia eine neue Stimme zu geben, ist sicher nicht neu, aber großartig umgesetzt. Die Geschichte hat große Gefühle, Spannung und sogar Witz, sowie hervorragend ausgearbeitete Nebencharaktere. Meine einzige Kritik ist wirklich, dass der Fokus manchmal zu sehr auf der Vergangenheit liegt, während die Gegenwart stehen zu bleiben scheint. Ich hoffe, dass das in Band zwei („Deeper than love, ET 28.07.202) und drei („Stronger than fate“, ET 28.08.2020) etwas ausgeglichener wird, freue mich aber unbändig auf die Fortsetzungen. Und das liegt nicht nur an diesem echt gemeinen Cliffhanger, für die Meghan March ja schon berüchtigt ist...

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