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Aleshanee

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Rezensionen und Bewertungen

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    Cover des Buches DAS EULENTOR (ISBN: 9783958356214)

    Bewertung zu "DAS EULENTOR" von Andreas Gruber

    DAS EULENTOR
    Aleshaneevor 3 Tagen
    Kurzmeinung: Subtiler Horror, der mit den Ängsten des Unbekannten spielt, vor der Kulisse der eisigen, einsamen Arktis - 4.5 Sterne von mir :)
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    Cover des Buches Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit (ISBN: 9783608986365)

    Bewertung zu "Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit" von Natasha Pulley

    Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit
    Aleshaneevor 4 Tagen
    Kurzmeinung: Grandiose Figuren, die in ihrer Vielschichtigkeit überzeugen und ein Zeitreise-Schicksal, das sehr zu Herzen geht: Highlight!
    Eine grandiose Geschichte über die Grenzen der Zeit

    Schon in "Der Uhrmacher in der Filigree Street" hat sich die Autorin mit Unruhen und Bombenanschlägen irischer Nationialisten in England des Jahres 1883 auseinandergesetzt. Auch hier haben wir es mit einem Krieg zu tun, allerdings reisen wir sozusagen noch weiter zurück, denn es geht um die Schlacht von Trafalgar im Jahr 1805. Allerdings mit dem Gedanken, wenn diese ganz anders ausgegangen wäre.

    Das erlebt nämlich der Protagonist Joe Tournier, der im Jahr 1898 aus einem Zug in Londres aussteigt und keine Erinnerungen mehr an seine Vergangenheit hat. London bzw. Londres ist ihm eigentlich vertraut, aber alles erscheint im völlig anders. Er zweifelt an seiner Wahrnehmung, an seinem Verstand und auch an sich selbst, bis plötzlich eine Postkarte eintrifft - aus dem Jahr 1805.
    Darauf abgebildet der Leuchtturm auf Eilean Mor und mit der kurzen Nachricht: Komm nach Hause, wenn du dich erinnerst. M.

    Eilean Mor hat sofort was bei mir klingeln lassen und mich an das Buch "Die Leuchtturmwärter" von Emma Stonex denken lassen. Denn es ist genau dieser Leuchtturm, der auch in dieser Geschichte eine Rolle spielt. Denn dort sind im Jahr 1900 tatsächlich drei Wärter auf mysteriöse Weise verschwunden und auch Natasha Pulley bindet dieses Ereignis gekonnt in ihren Roman mit ein.
    Ich hatte eigentlich eine Liebesgeschichte erwartet, die war auch vorhanden, unterschwellig, zwischen den Zeilen und ja, sie spielt auch eine Rolle, aber hier geht es um viel mehr, dass ich gar nicht weiß, wie ich das alles in Worte fassen kann.

    Zeitreisen sind ja immer etwas schwierig. Sie widersprechen allem und vor allem die Konsequenzen, sollte sowas möglich sein, wirken immer paradox und einfach nicht möglich. Eine kleines Experiment mit Schildkröten zeigt hier aber interessante Möglichkeiten und diese ganze Geschichte wirkt eigentlich unglaublich, wird aber so gekonnt umgesetzt, dass sie mich total gefangen genommen hat mit einer konsequent durchdachten Logik, die mich einfach überzeugt hat. Ohne dass ich noch groß darüber nachdenken musste.

    Schon von der ersten Seite hat mich der Schreibstil in den Bann gezogen. Es wirkt auf eine leise, fast schon melancholische Art, was nicht nur auf den Charakter von Joe zurückzuführen ist, der sich hilflos fühlt in einer Zeit, in der er sich nicht dazugehörig fühlt.
    Während die Vergangenheit und die Schlacht von Trafalgar in den Fokus rückt, die Manöver auf See, der Kanonendonner, die Auswirkungen von Kriegen, die Spionage und der Wettlauf um das Wissen, das zu einem Sieg führen könnte, sind es doch vor allem auch die Charaktere, die mich hier unglaublich berührt haben.

    Krieg ist immer grausam, und damals ging es nicht darum, auf einen Knopf zu drücken, sondern man stand sich gegenüber, hörte die Schmerzensschreie, sah die Verwundeten auf gegnerischer Seite ebenso wie auf der eigenen. Kameraden, Familien, Freunde, verletzt, verbrannt, entzweigerissen - und um darin irgendwie zu überleben, musste man sich eine harte Schale zulegen. Denn Mitgefühl im falschen Moment konnte den Tod bedeuten, nicht nur den eigenen, sondern von Hunderten.
    Diese Schicksale sind schmerzlich, auch wenn oder gerade weil sie in dem Umfang zur Normalität gehören und oft nur nebenbei erwähnt werden. Die Atmosphäre der Unsicherheit, der Angst und dem verzweifelten Mut, sich immer wieder den vielen großen und kleinen Schlachten stellen zu müssen, hat die Autorin sehr lebendig und eindringlich beschrieben.

    Natashan Pulley hat hier großartige Charaktere definiert. Auch die Nebenfiguren, wie Frauen, die trotz des Verbotes einer Arbeit auf den Kriegsschiffen nachgehen, und neben typischen Männern in ihrer herrschaftlichen Rolle und von Selbstüberschätzung getragen auch solche, die zerbrechlich wirken, einsam und verurteilt zu einer Rolle, die sie nie spielen wollten.

    Ich bin kein Fan von Geschichten über Kriege, aber mich konnte die Autorin hier völlig packen und in eine Zeit reisen lassen, in der über die Zukunft entschieden wird. Das Schicksal Englands und damit all der Menschen, ihrer Vergangenheit und wie diese ihre Zukunft beeinflusst, war so gekonnt miteinander verflochten und bildhaft erzählt, dass ich nach dem Lesen das Gefühl hatte, tatsächlich aus einer anderen Zeit "aufzutauchen".
    Die Sehnsucht, nach Hause zu kommen, angekommen zu sein, da sind wir wieder bei der Liebesgeschichte, die unterschwellig mitschwingt, und die mich am Ende zu Tränen gerührt hat.

    Ein unglaublich intensives Buch über Leid und Verzweiflung, Liebe und Hoffnung, Kriege und Schlachten, Spionage und Wissen, die Auswirkungen von Zeitreisen und die vielen Menschen, die darin verzwickelt sind: fokussiert auf die fatale Begegnung zweier Menschen, deren Schicksal untrennbar miteinander verknüpft wird.


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    Cover des Buches Die Schneekönigin - Kristalle aus Eis und Blut (ISBN: 9783764532796)

    Bewertung zu "Die Schneekönigin - Kristalle aus Eis und Blut" von C. E. Bernard

    Die Schneekönigin - Kristalle aus Eis und Blut
    Aleshaneevor 6 Tagen
    Kurzmeinung: Wenn mich der Anfang besser gepackt hätte, wären es 5 Sterne geworden ... der Mittelteil ist klasse und das Ende absolut genial :)
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    Cover des Buches Der Sturm (ISBN: 9783352009686)

    Bewertung zu "Der Sturm" von Jane Harper

    Der Sturm
    Aleshaneevor 8 Tagen
    Kurzmeinung: Ruhig und fesselnd erzählt, aber ein bisschen hat mir die Dramatik gefehlt...
    Sehr fesselnd erzählt, aber es hat mir ein bisschen an Dramatik gefehlt

    Ich hatte immer wieder mal von der Autorin gehört und bin jetzt neugierig geworden, denn der Klappentext zu ihrem neuen Buch klingt schon sehr spannend.
    Anfangs hatte ich allerdings ein bisschen Schwierigkeiten, reinzukommen. Während man Kierans Rückkehr in die kleine Küstenstadt Tasmaniens erlebt, zusammen mit seiner Frau Mia und seiner kleinen Tochter, gibt es immer wieder kurze Rückblicke auf die schrecklichen Geschehnisse während des Sturms vor 12 Jahren. Es mag aber auch an meiner Unkonzentriertheit gelegen haben, denn normalerweise machen mir solche Zeitsprünge nichts aus und es kam dann auch der Punkt, an dem ich dann gefesselt war.

    Der Sturm vor 12 Jahren hat tiefe Schuldgefühle in Kieran hinterlassen, die jetzt wieder aufleben. Was damals geschah erfährt man nach und nach, merkt aber genau, dass da noch mehr dahintersteckt. Es ist ziemlich gut aufgebaut, weil man nicht wirklich weiß, wie alles zusammenhängt und die ganzen Personen, die damals den Sturm erlebt haben, heute wieder mit dabei sind und jeder irgendwie etwas damit zu tun hat - oder zu tun haben könnte.

    Vom Schreibstil her ist es gut zu lesen, wirkt aber zwischendurch, wie am Anfang erwähnt, etwas konfus. Vielleicht liegt es an der Übersetzung, oder vielleicht ist es auch einfach der Stil der Autorin - an manchen Stellen jedenfalls hatte ich den Eindruck, ich hätte was überlesen, oder nach einem Abschnitt geht es plötzlich "falsch" weiter. Es ist schwer zu erklären... Ansonsten hat es mich aber gut mitgenommen, wobei ich es mir etwas ... ja, packender hätte sein können und auch etwas dramatischer, als sich die Dinge dann zugespitzt haben. Es bliebt irgendwie gleichbleibend in dieser ruhigen, dahinschwelenden Atmosphäre, wodurch dann auch die Aufklärung am Schluss nicht so einen Schockeffekt hatte, wie erwartet. Nach dem vielen Lob über die Autorin hab ich es mir einfach aufregender vorgestellt...

    Als ein persönliches Drama hab ich Kierans Schuldgefühle mitempfunden, denn da fand ich vor allem auch die Reaktionen der Eltern ganz schlimm. Ein offener Vorwurf wurde zwar nie ausgesprochen, aber wohl spürbar ausgelebt; das fand ich für ihn schon echt schwer zu ertragen. Auch wenn er sein Leben im Griff hat mittlerweile.
    Ebenso was angeschnitten wurde, was in ihrer Jugend los war, also vor 12 Jahren, da gibt es auch einiges, worüber man nachdenken sollte. Denn nicht jeder "Spaß" den man macht, wird von anderen auch so empfunden und da sitzt der Schmerz oft tief, ohne das andere das bemerken.

    Insgesamt fand ich es durchaus spannend, aber ohne den gewissen Kick und das Bauchkribbeln, das ich erwartet hatte. Vielleicht ist diese ruhige Art aber typisch für die Autorin und ich werde auf jeden Fall noch was anderes von ihr ausprobieren.


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    Cover des Buches Schattenklingen (ISBN: 9783453318069)

    Bewertung zu "Schattenklingen" von Joe Abercrombie

    Schattenklingen
    Aleshaneevor 8 Tagen
    Kurzmeinung: Verschiedene Situationen aus der Klingenwelt aus anderer Perspektive - sehr gelungen, aber man muss die anderen Bände kennen ;)
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    Cover des Buches Stark (Dark Half) (ISBN: 9783453433984)

    Bewertung zu "Stark (Dark Half)" von Stephen King

    Stark (Dark Half)
    Aleshaneevor 11 Tagen
    Kurzmeinung: 4.5 Sterne für eine spannend aufgebaute Geschichte mit einigen brutalen und unheimlichen Elementen
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    Cover des Buches Abara Da Kabar (ISBN: 9783702510152)

    Bewertung zu "Abara Da Kabar" von Emil Bobi

    Abara Da Kabar
    Aleshaneevor 11 Tagen
    Kurzmeinung: 3.5 Sterne - teilweise sehr faszinierende Infos und Theorien zu unserer Sprache - teilweise Themen die mich nicht so fesseln konnten
    Teilweise sehr faszinierend

    Der Titel hat mich hier neugierig gemacht und auch der Klappentext klang spannend vom Thema her: die Sprache. Sie ist in unserem Alltag so fest integriert, dass man eigentlich kaum darüber nachdenkt. Allerdings ist es ja schon manchmal so, dass man mit Worten hadert, etwas nicht wirklich beschreiben kann, gerade auch wenn es um Gefühle geht - und manche Worte auch anders verstanden bzw. aufgefasst werden.

    ... dass auch nichts zutreffen konnte, was Menschen mit ihren Gedanken im Kopf machten, denn selbstverständlich bestanden auch Gedanken aus sprachlichen Begriffen.
    Zitat Seite 25


    So hat jeder wohl seine bestimmten Vorstellungen. Ein Baum ist ein Baum - ob das jetzt in meinen Gedanken eine Tanne ist und beim Gegenüber ein Laubbaum mag erstmal nicht so wichtig zu sein. Aber wenn es um tiefgehende Gespräche, Gefühle oder essentielle Themen geht, mag das schon schnell zu Missverständnissen führen.
    Der Autor, bzw. der Protagonist Franz Baumhackl, gerät in eine Art Negativ-Spirale. Denn für ihn ist die Sprache plötzlich etwas kaputtes, etwas, das nicht funktionieren kann und derentwegen die vielen Konflikte zwischen den Menschen überhaupt entstehen - sowie auch Kriege.
    Insgesamt war mir das ganze überhaupt etwas zu negativ. Man muss natürlich abwarten, wohin es sich entwickelt und auch, welche Entwicklungen die Hauptfigur durchmacht und was er am Ende daraus macht - aber ich fand es teilweise schon etwas deprimierend.

    Sehr interessant fand ich die Passagen über die Evolution der Sprache. Wie ist sie entstanden, wie hat sie sich entwickelt, warum und wie hat das das Leben der Menschen beeinflusst?
    Die Sprache ist ja sehr variabel: sie kann liebevoll sein, verständnisvoll, heilend, witzig, aber eben auch verletztlich, hasserfüllt, verleumderisch und voller Lügen. Sie spiegelt eben uns Menschen wieder. Was Emil Bobi über den Ursprung schreibt und wie die Sprache unser Erleben unserer Umwelt beeinflusst, hat mich sehr fasziniert.

    Leider gab es dann auch Passagen, die für mich sehr zäh zum lesen waren und die ich teilweise auch nicht so ganz verstanden habe, was er damit ausdrücken wollte. Ich musste insgesamt sehr konzentriert lesen - ich bin ja solche Bücher auch nicht gewohnt, vielleicht liegt es daran - aber einige Stellen waren für mich zu zerfahren.
    Emil Bobi ist/war ja Journalist und hat viele Kriegsschauplätze besucht, weshalb er diese Thematik in Bezug auf Politik und Medien mit einbezogen hat. Ein wichtiger Punkt, natürlich, der teilweise aufschlussreiche Ideen mitgebracht hat, aber auch wieder Momente, die mich eher gelangweilt haben.

    Eine sehr durchmischte und durchwachsene Lektüre mit einem abwechslungsreichen Lesegefühl der Faszination und Geduldsprobe könnte man sagen. :)
    Auch der Klappentext hat irritiert, denn zur "Reise nach Marokko" kommt es erst auf den letzten 100 Seiten.

    Interessant war aber die Titelwahl, wie man im Laufe der Geschichte erfährt und außerdem muss ich noch hervorheben, dass der Autor wirklich weiß, mit Sprache umzugehen. Seine Beschreibungen und die Wortwahl sind wirklich ausgefallen und sehr bildhaft und zeigen, wie man eben doch mit der Sprache eine Menge ausdrücken kann.

    Genial fand ich auch ein Beispiel eines Naturvolkes: dieses redet nie über etwas, das es nicht kennt, also auch nicht über andere Menschen. Wenn man ihnen also sagt, dass alle Österreicher als Essen das "Wiener Schnitzel" lieben und sie dann fragt, was wohl der Österreicher XY gerne isst, beantworten sie diese Frage nicht. Bzw. sagen sie, dass sie sie nicht beantworten können, da sie XY ja nicht kennen.
    Das sollte man sich mal merken ^^

    Gegen Ende gibt es noch einen kleinen positiven Aufschwung, der mich etwas versöhnt hat, von dem ich aber noch ein bisschen mehr erwartet habe. Vielleicht liegt es aber auch daran, wie schon erwähnt, dass ich bei manchen einfach den Sinn nicht verstanden und deshalb insgesamt den Kern nicht gefunden hab. Dennoch konnte ich mir einige interessante Details herausziehen und werde jetzt doch öfter mal aufpassen, was und wie ich etwas sage. Beim Schreiben macht man das irgendwie automatisch mehr, aber beim Sprechen rutscht doch schnell etwas heraus, dass eigentlich anders gemeint war.

    3.5 Sterne


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    Cover des Buches Blutklingen (ISBN: 9783453314832)

    Bewertung zu "Blutklingen" von Joe Abercrombie

    Blutklingen
    Aleshaneevor 13 Tagen
    Kurzmeinung: Sehr geniale Fortsetzung als Einzelband mit einigen bekannten Figuren aus den Vorgängern. Großartig!
    Hier werden nicht nur Herzen durchbohrt, sondern auch gerührt :)

    "Ich denke mal, jeder sollte eine Chance bekommen", sagte er.
    "Auch solche Leute, die keine verdienen?"
    "Die vielleicht besonders."
    Zitat Seite 205


    Also der Infotext von der Verlagsseite ist vielleicht etwas irreführend, auch wenn er im Kern schon das sagt, worauf man sich hier einlässt. Denn eine weite, gefährlich zu durchquerende Ebene trennt die Goldsucher von den Bergen und dem kleinen Örtchen Knick, wo das Gold lockt ... und so schließen sich viele dem Treckführer Dab Süß an, der als Pfandfinder schon viele auf den richtigen Weg gebracht hat.
    Auch Scheu und ihr Stiefvater Lamm schließen sich ihm an - allerdings lockt sie nicht das Gold, sondern die entführten Kinder, Scheu´s Geschwister, die irgendwo in diese Einöde verschleppt worden sein sollen.

    Die Namen sind wieder sehr genial gewählt - wenn auch Scheu nicht "scheu" ist, denn sie ist weder auf den Mund gefallen noch zurückhaltend wenn es um ihr Recht geht. Bei Lamm sieht es etwas anders aus, denn er gilt als Feigling, der sich alles gefallen lässt. Und dennoch hängt Scheu sehr an ihm, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint, denn als Hilfe auf dem Hof und als Ziehvater ihrer Geschwister war er von unschätzbaren Wert.


    "Mit dem Abhauen hab ich auch meine Erfahrungen. Allerdings hab ich festgestellt, das Problem ist oft... wohin man auch flieht, man nimmt sich selber mit."
    Zitat Seite 226


    Joe Abercrombie verlegt den Schauplatz dieses Mal ins Nahe Land und Fernland. Während Scheu auf der Suche nach ihren Geschwistern ist, verschlägt es denn altbekannten Söldner Nicomo Cosca ebenfalls in diese Richtung. Er soll eine Rebellion stürzen, die noch gar nicht begonnen hat, aber die Inquisition dennoch der Überzeugung ist, den Rädelsführer in dieser entlegenen Gegend zu finden.

    Dieser Band hat mir wieder unglaublich gut gefallen! Zum einen die neuen Charaktere, allen voran Scheu, die sich mit ihrer tapferen und unermüdlichen Art in mein Herz gekämpft hat. Ebenso wie Tempel, der in seinem bisherigen Leben alle möglichen Wandlungen durchlaufen hat, jedoch nie bei einer Entscheidung blieb, da er sich immer den einfachen Weg wählt.
    Aber auch einige Nebenfiguren haben ihre Rolle gut gespielt und mit einigen alten Bekannten, mit denen ich nicht gerechnet hatte, ist direkt mein Herz aufgegangen! Das Schicksal ebnet eben seltsame Wege ohne uns zu zeigen, wo sie wohl hinführen mögen...


    "...und ganz plötzlich merkst du, dass dein bestes Land schon hinter dir liegt, dass du es gar nicht richtig zu schätzen gewusst hast, als du mitten drin warst, weil du immer nur nach vorn geguckt hast."
    Zitat Seite 209


    Der Schreibstil war dieses Mal mit so viel zynischem Humor gespickt, dass ich mir oft ein Grinsen nicht verkneifen konnte. Dieser Wortwitz in den Dialogen, der trockene Sarkasmus und überhaupt manches Mal die Situationskomik waren einfach großartig!!! Allerdings verkommt das ganze nicht zu einem flapsigen Klamauk, denn die Ernsthaftigkeit der Situation ist allen ein ständiger Begleiter.
    Überhaupt waren dieses Mal viele Momente mit philosophischen Gedanken gespickt, die mir den Autor umso sympathischer gemacht haben!

    Brutale Gefechte und Kämpfe fehlen aber natürlich auch dieses Mal nicht und es wird wieder mit aller Härte zugeschlagen und gefochten. Da spritzt auch mal das Blut und trennen sich Körperteile von ihren Besitzern - alles in allem empfand ich den Band aber etwas ruhiger, etwas, ja, feinfühliger als die anderen. Obwohl der Autor immer wieder gesellschaftliche Missstände in die Handlung mit einbringt und auch und gerade zwischen den Figuren viel an persönlichen Schicksalen ausschlachtet, hat mir hier die etwas empfindsamere Variante richtig gut gefallen!

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    Cover des Buches Das tiefschwarze Herz (ISBN: 9783764508173)

    Bewertung zu "Das tiefschwarze Herz" von Robert Galbraith

    Das tiefschwarze Herz
    Aleshaneevor 14 Tagen
    Kurzmeinung: Trotz der Länge durchgehend kurzweilig und trotz komplexer Handlung immer übersichtlich mit vielen aktuellen Themen: großartig!
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    Cover des Buches Drachenreiter 3. Der Fluch der Aurelia (ISBN: 9783981653977)

    Bewertung zu "Drachenreiter 3. Der Fluch der Aurelia" von Cornelia Funke

    Drachenreiter 3. Der Fluch der Aurelia
    Aleshaneevor 18 Tagen
    Kurzmeinung: Wieder ein sehr spannendes und naturverbundenes Abenteuer :)
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