Aleshanee

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    Cover des Buches Kompass ohne Norden9783423627191

    Bewertung zu "Kompass ohne Norden" von Neal Shusterman

    Kompass ohne Norden
    Aleshaneevor 19 Stunden
    Kurzmeinung: Ich hatte mir das ganze etwas anders erwartet ... ohne Frage ein guter Einblick in die Krankheit, mit der Umsetzung für mich etwas schwierig
    Hatte mir es doch etwas anders erwartet ...

    Ich bin ja ein großer Fan der Dystopie-Reihen von Neal Shusterman, deshalb war ich auch super neugierig auf dieses Buch, in dem er seine persönlichen Erfahrungen mit der psychischen Erkrankung seines Sohnes aufarbeitet.

    Diese Rezension fällt mir wirklich schwer - zum einen durch das Thema, zum anderen aber auch, weil ich mit der Umsetzung nicht so klar gekommen bin und es nicht leicht für mich ist, meine Gedanken dazu in Worte zu fassen.

    Ich hatte erwartet - oder gehofft - dass es in einer Geschichte integriert ist, die mich fesselt, ja auch unterhalten kann, und mir das "Bild" der Krankheit der paranoiden Schizophrenie näher bringen kann.

    Mit Bildern spart der Autor tatsächlich nicht. Zum einen gibt es im ganzen Buch Bilder seines Sohnes, die er selbst gezeichnet hat und die seine verdrehte Gedankenwelt unterstreichen, andererseits befinden wir uns in den meisten Kapiteln zusammen mit Caden auf einem Schiff, deren Besatzung großen Einfluss auf den 15jährigen nimmt. Diese vielen "Vorstellungen" transportierten für mich anfangs leider keinerlei Gefühle oder Verbindungen und ich konnte absolut keinen Bezug zur Realität finden.
    Das wird sicher auch die Intention des Autors gewesen sein, der zeigen möchte, wie sehr jemand mit dieser Krankheit in seiner "Wahn" Welt verloren ist und selbst nicht weiß, in welcher Verbindung sie zu seiner realen Umgebung steht. Das tiefe Meer, in dem Caden auf dem Schiff unterwegs ist, zeigt zum einen den großen Raum, in dem er orientierungslos in seinen Gedanken unterwegs ist, andererseits aber auch seine "Gefangenschaft" auf dem Schiff, von dem er nicht wegkommt. Scheinbar ohne Sinn und Ziel trudelt er durch dieses Meer, mit einem "Kompass ohne Norden", eben ohne eine Richtlinie, einem Anker der Realität, der ihn völlig verloren macht.

    Dabei ist das nicht einfach ein wirres Konstrukt, sondern eine Umwandlung der Realität die er erlebt und die er mit bildhaften Eindrücken und Personen empfindet.

    Für mich als Leser hätte ich mir gewünscht, grade am Anfang diesen Bezug schon greifbarer zu machen. Denn auch wenn man später im Buch weiß, welche Personen auf dem Schiff denen der Realität gleichzusetzen sind, blieb es anfangs für mich zusammenhanglos und unverständlich. Dadurch ist mir Caden auch leider kaum nähergekommen und hat mir auch nicht geholfen, seine Verlorenheit zu spüren.

    Allerdings gibt es einige Momente, in denen Neal Shusterman brilliert, weil er es so perfekt in Worte fasst.

    "Ein Ort, wo die Zeit kein gerader, vorhersehbarer Strahl ist, sondern eher wie der verknotete Schnürsenkel eines Kleinkinds. Ein Ort, wo der Raum Blasen wirft und sich wie ein Zerrspiegel in vier Dimensionen verbiegt, und wo jeder ein Horrorclown ist." Seite 155

    Erst langsam dringt man deshalb in die reale Situation ein, erlebt die Familie von Caden, seine Eltern, seine Schwester, deren Sorge ihn schließlich in eine Klinik bringt.
    Bis dahin wirkt alles allerdings wie gesagt sehr wirr - zum Verständnis einerseits, wie verloren sich Caden fühlt gut, aber ich hätte mir wirklich gewünscht, es für den Leser etwas klarer zu lassen. Viele scheinen dabei kein Problem gehabt zu haben wenn ich mir manche Rezensionen durchlese, mich hat es dem Verstehen nicht so wirklich näher gebracht.
    Vielleicht lag es daran, da ich selbst jemanden kenne der an dieser Krankheit leidet - mir vieles deshalb schon vorher bewusst war und ich auf etwas gehofft hatte, was "dahinter" blicken lässt.

    "Bei einem Naturvolk würde man ihn vielleicht als Medizinmann feiern. Im Krankenhaus lautet seine Diagnose: Schizophrenie." (Auszug aus dem Klappentext)

    Neal Shusterman geht auch kurz auf das Schubladendenken ein, das wir Menschen anscheinend brauchen, da wir alles kategorisieren wollen. So auch psychische Krankheiten, die zwar immer wieder Ähnlichkeiten aufweisen, aber trotzdem so verschieden sind wie jeder einzelne Mensch, den sie betrifft.
    Die Hilfe, so sehr sie von gutem Willen getrieben wird, fühlt sich für mich dennoch nach Hilflosigkeit an und dem Experimentieren wie man es aus der frühen Medizin kennt. Das Gefühl von Caden, wenn er seinen Medikamentencocktail bekommt, der tiefe Eingriff in seine Gedanken, seine Empfindungen und der zusätzliche Freiheitsentzug und ständige Überwachung, war das, was mich am meisten bewegt und erschüttert hat. Ich weiß natürlich nicht, wie man diesen Menschen helfen kann, und vielleicht führt dieser Weg auch irgendwann zu einem humanen Pfad, aber dieses Mittel des chemischen "im Zaun haltens" fühlt sich für mich einfach nicht gut an.

    "Das ist das, was funktioniert. Nicht so schnell, wie du möchtest, ich weiß. Aber gib der Medizin etwas Zeit, dann wird sie dich dahin bringen, wo du sein sollst. [...]
    "Ich bin wütend! Wieso können Sie mir meine Wut nicht lassen? Wieso müssen Sie alle meine Gefühle wegtherapieren?"
    Er sieht mich nicht mal an. "Wut ist im Augenblick kein nutzbringendes Gefühl."
    "Aber sie ist real, oder? Sie ist normal, oder nicht? Sehen Sie doch mal, wo ich bin und was mit mir los ist! Ich habe das Recht, wütend zu sein!"
    Seite 267

    Es gibt zahlreiche Zitate, die ich mir markiert habe und die eine starke Aussage in sich tragen - und über die ich sicher noch nachdenken werde. Insgesamt muss ich aber sagen, dass mich der Autor hier nicht so erreichen konnte, bzw. meine Erwartungen einfach andere waren. Ich fand das so schade, weil ich in seinen anderen Büchern viel mehr vom Autor spüren konnte als hier.
    Ich hoffe, dass für viele Leser das Verständnis durch diese Geschichte sensibilisiert wird, das Verständnis für diese Krankheit, aber vor allem auch die vielen Menschen, die damit leben müssen.

    "Wenn der Abgrund in dich hineinschaut - und das wird er -, mögest du den Blick unerschrocken erwidern" (aus dem Vorwort des Autors)


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    Cover des Buches Die Wälder am Fluss9783832161521

    Bewertung zu "Die Wälder am Fluss" von Joe R. Lansdale

    Die Wälder am Fluss
    Aleshaneevor einem Tag
    Kurzmeinung: Grandioses Buch! Großartig geschrieben, mit einnehmender Atmosphäre, einer latenten Spannung und ausgefeilten Charakteren
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    Cover des Buches Der fünfte Elefant9783442416585

    Bewertung zu "Der fünfte Elefant" von Terry Pratchett

    Der fünfte Elefant
    Aleshaneevor 5 Tagen
    Kurzmeinung: Großartiger Teil aus der Scheibenwelt - wie immer spannend und unterhaltsam!
    Wieder ein absolut unterhaltsamer Ausflug auf die Scheibenwelt!

    Großartiger Band aus der Scheibenwelt mit den bekannten Figuren der Stadtwache und einem spannenden kulturellen, diplomatischen Konflikt mit Zwergen, Werwölfen und Vampiren in Überwald :D

    ---> Auszug aus dem Klappentext
    Polizeiarbeit und Außenpolitik einmal anders:
    Im Zerrspiegel der Scheibenwelt thematisiert Terry Pratchett den steinigen Weg der Annäherung an fremde Nachbarn mit psychologischer Tiefe und satirischer Schärfe.


    Meine Meinung: Das Grundthema in diesem Scheibenweltroman wurde im Schlusssatz des Klappentextes perfekt zusammengefasst! Auf Pratchetts Rundwelt sammeln sich ja die unterschiedlichsten Nationen, die sich vor allem in den "Stadtwache" Büchern in der Metropole Ankh-Morpork immer wieder irgendwie zusammenraufen müssen.
    Grade die Zwerge, die ja traditionell unter Tage leben, haben sich schwer getan, doch mit der Zeit angepasst an das Leben in der "großen weiten Welt" - und stoßen damit aber in ihrer Heimat auf Widerstand.

    Sam Mumms diplomatisches Geschick ist gefragt, denn zwischen Vampiren, Werwölfen und Zwergen, die in Überwald bisher recht ungestört ihrem Brauchtum frönten, gerät durch einen Diebstahl und der Wahl des neuen Niederen Königs alles aus den Fugen.

    Mit gewohntem Witz und einer runden Handlung konnte Pratchett mich wieder völlig begeistern. Er schafft es, heikle Themen gerade mit seinem treffenden Humor eine würzige Mischung zu geben, die nachdenklich macht und doch bestens unterhält.
    Besonders gefallen hat mir sein Fingerzeit bezüglich Befehlen, und diesen blind zu gehorchen - im Hinblick auf Polizei und Militär, aber auch in sonstigen Bereichen kann man sich das durchaus mal durch den Kopf gehen lassen.

    Aber nicht nur die politischen Schwierigkeiten der verschiedenen Völker sorgen für Aufregung, auch ein Mord will geklärt werden und ebenso einige persönliche Belange stellen die Charaktere vor besondere Herausforderungen ... wenn man die Figuren der Stadtwache schon aus den vorherigen Bänden kennt ist das eine spannende Entwicklung und macht einfach nur großen Spaß :D

    Natürlich gibt es auch wieder einige bestens eingefügte geläufige Eigenheiten aus der Welt der Mythen um die Vampire und Werwölfe und sogar die zusammen-geflickschusterten "Igors" finden hier ihren Platz:

    "Wenn das Paket wirklich eine Hand enthält, so kann ihr früherer Eigentümer
    nichts mehr damit anfangen, glaub mir."
    "Soll das heißen, er schneidet Toten irgendwelche Teile ab?"
    "Das ist besser, als sie Lebenden abzuschneiden, Herr." Seite 230

    Ein absolut lesenswerter Band aus der Scheibenwelt!

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    Cover des Buches Das Reich der Grasländer 29783608949780

    Bewertung zu "Das Reich der Grasländer 2" von Tad Williams

    Das Reich der Grasländer 2
    Aleshaneevor 6 Tagen
    Kurzmeinung: Gute 4 Sterne für eine spannende Fortsetzung, in der die Konflikte immer weitere Kreise ziehen und für viele spannende Momente sorgen
    Eine spannende Fortsetzung die immer weitere Kreise zieht

    Der nächste Band um die sagenumwobenen Lande in Osten Ard, die sich mittlerweile über Jahrzehnte erstreckt und deshalb auch Spoiler zu den Vorgängern in meiner Rezension vorkommen werden!

    Geprägt sind die Ereignisse momentan vor allem mit Intrigen, Lügen und Missverständnisse, die zu vielerlei Konflikten führen von persönlichen Machtkämpfen bis hin zu Kriegstreibereien zwischen den Völkern. Wie der Titel schon sagt regt sich auch bei den Horden in den Grasländern der Unmut, vor allem über die Nachbarn aus Nabban, die ihre protzigen Häuser immer weiter in die Thrithinge ausbreiten.

    König Simon und Königin Miriamel sind wie immer bereit alles zu tun, um Frieden zu stiften, doch der Verräter in ihren eigenen Reihen zieht ja schon länger seine Fäden und wie sich die Ereignisse dadurch dann plötzlich überschlagen, fand ich richtig spannend!
    Überhaupt gibt es sehr viele spannende Abschnitte und eine Menge Abwechslung, da man neben den Ereignissen auf dem Hochhorst, mit Miriamel in Nabben sowie den Grasländern auch Prinz Morgan begleitet, dessen Weg nicht auf gerader Strecke nach Hause führen wird.

    Aber auch für Nezeru und Tjoza gibt es überraschende Wendungen, denn die Nornenkönigin hält unaufhaltsam auf ihr Ziel zu und hat dafür eine neue, tückische Idee, die sich erst am Ende offenbaren wird.
    Überhaupt muss ich wieder den Ideenreichtum hervorheben, die Tad Williams mit den ganzen Verstrickungen verwebt. Es ist ja mittlerweile sehr komplex mit den vielen Figuren, den Völkern, den Ländern, die alle involviert sind - aber es wirkt zu keinem Zeitpunkt konstruiert oder unüberlegt und alles fügt sich wunderbar zusammen und ist in sich schlüssig.
    Dabei verliert man aber nie den roten Faden, der alles miteinander verbindet. Während alte Rätsel gelöst werden, kommen neue ins Spiel und so bleibt es immer fesselnd.

    Allerdings waren hier auch mal Abschnitte dabei, die mich nicht so mitreißen konnten, weil sie für mich schon zu vorhersehbar waren, das hat mir dann einfach die Spannung genommen.
    Insgesamt aber wieder ein großartiges, weiteres Stück Geschichte aus Osten Ard und ich freu mich schon sehr darauf, wenn es im nächsten Teil weitergeht!

    Übrigens befindet sich wieder zwei übersichtliche Karten über Osten Ard und Nabban dabei, sowie am Ende des Buches ein ausführliches Glossar mit allen Namen, Orten und sonstigen Erklärungen.

    4.5 Sterne

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    Cover des Buches Das krumme Haus9783455004991

    Bewertung zu "Das krumme Haus" von Agatha Christie

    Das krumme Haus
    Aleshaneevor 6 Tagen
    Kurzmeinung: 4.5 Sterne für einen spannenden Aufbau und großartige Unterhaltung - wieder Mal ein richtig guter Krimi von der Grande Dame
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    Cover des Buches Das Labyrinth der Zeit9783499259784

    Bewertung zu "Das Labyrinth der Zeit" von Patrick Lee

    Das Labyrinth der Zeit
    Aleshaneevor 8 Tagen
    Kurzmeinung: Ein guter Abschluss der Trilogie, auch wenn ich mir das Ende etwas spektakulärer gewünscht hätte
    Ein guter Abschluss der Trilogie

    Mein Fazit: Der letzte Band der Trilogie fängt etwas gemächlich an, nimmt aber dann rasant an Fahrt auf! Es wird aber zu keiner Zeit langweilig, weil viele Infos und Überraschungen auf einen warten, unterbrochen durch kleine Action-Szenen im Kampf ums Überleben und einem spannenden Wettlauf gegen die Zeit.

    Einerseits legt Patrick Lee den Protagonisten immer wieder große Steine in den Weg - andererseits empfand ich es auch wieder hier etwas mysteriös, wie viel Wissen manche der Figuren haben. Auch der Computer-Crack, der sie unterstützt, findet immer alles innerhalb von 1-2 Minuten heraus und ich frage mich jedesmal: geht das tatsächlich so schnell? Das übersteigt irgendwie mein Vorstellungsvermögen ;) Überhaupt die Zeitspannen sind oft sehr gering gesetzt, in denen so viel passiert, das passt mir nicht so ganz zusammen.

    Wer hier allerdings ein typisches Zeitreiseszenario erwartet wird überrascht sein - hier hat sich der Autor eine sehr coole Idee überlegt, die mir richtig gut gefallen hat und eine tolle Dynamik in die Geschichte bringt. Er erklärt übrigens auch alles technische wirklich gut verständlich und nicht zu ausführlich, um das Tempo nicht zu bremsen, aber so, dass man als Laie sehr gut mitkommt.
    Es werden auch kleine Erinnerungen an die beiden Vorgänger eingebaut, so dass man die Zusammenhänge erfassen kann.

    Die Auflösung des ganzen - ich schwanke da etwas. Einerseits fand ich sie gut und auch etwas überraschend, andererseits hatte ich doch das Gefühl, noch etwas mehr erwartet zu haben. Ob damit wirklich alles, was passiert ist, stimmig abgedeckt ist, weiß ich gar nicht genau, ich denke schon - zumindest ist es eine passende Erklärung für viele Fragen und mit der letzten Seite nochmal ein kleiner Kick ins Unerwartete :D

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    Cover des Buches Das Rätsel von Ainsley Castle9783499217470

    Bewertung zu "Das Rätsel von Ainsley Castle" von Holly-Jane Rahlens

    Das Rätsel von Ainsley Castle
    Aleshaneevor 11 Tagen
    Kurzmeinung: Die Geschichte hält einige Überraschungen parat und hat sehr gut unterhalten - nur der Schluss war mir ein bisschen zu aufgesetzt.
    Hält sehr spannende Überraschungen bereit

    Von der Autorin hab ich bisher erst ein Buch gelesen: Everlasting. Und das ist auch schon eine Weile her. Ich konnte mich aber noch gut an den ungewöhnlichen Stil erinnern und war deshalb neugierig, wie das ganze auf mich in einem "Kinderbuch" Abenteuer wirkt.

    Das Cover mit einer gespiegelten Welt sehe ich in letzter Zeit oft, das lässt ja schon einige Vermutungen anstellen, aber ich wurde hier wirklich sehr überrascht und hätte mit dieser Erklärung so nicht gerechnet!
    Das Spiegelmotiv findet man übrigens auch in den Kapitelüberschriften wieder - ein kleines, aber nettes Detail.

    Die knapp 13jährige Lizzy erzählt hier ihre Geschichte aus der Ich-Perspektive im Präsens, so dass man sich immer aktiv am Geschehen beteiligt fühlt. Sie ist grade mit ihrem Dad auf eine Insel gezogen, in das Hotel ihrer baldigen Stiefmutter, die sie überhaupt nicht leiden kann. Das spürt man auch sofort, denn Lizzy plagen gruselige Albträume und man spürt regelrecht, wie sehr sich das Mädchen in ihre Eifersucht verbeißt und in ihre Angst, ihren Vater zu verlieren.

    Lizzys Mutter ist schon früh gestorben, da war Lizzy grade mal 3 - diese Thematik fließt auch in die Handlung, dessen man sich bewusst sein sollte für Kids in dem Alter. In dem Bezug fand ich zwei Bemerkungen etwas fehl am Platz, zum einen die Aussage des Vaters, die Mutter sei "von Dämonen getrieben" gewesen und auch die Ansicht, Lizzy könne nicht zartfühlend sein, weil sie keine Mutter gehabt habe. Fand ich jetzt etwas seltsam und nicht so schön, denn grade die zweite Äußerung kann ungut hängenbleiben.

    Abgesehen davon fand ich es aber von Anfang an spannend, denn die mysteriösen Vorkommnisse bekommen schnell Gewicht und ich war völlig überrascht, wie die Autorin das ganze aufgeklärt hat. Damit hab ich wirklich überhaupt nicht gerechnet und hab mich über die Enthüllung echt gefreut - die Idee an sich ist zwar nicht neu, aber auf die Art und Weise fand ich das doch wieder ungewöhnlich.
    Der Humor ist auch eher skurril und driftet dann im letzten Teil schon sehr ab, das hat mir dann nicht mehr so gut gefallen, das wirkte irgendwie zusammen gestückelt.
    Dafür fand ich einiges wissenswerte für Kinder/Jugendliche gut eingebracht, sowas find ich immer toll wenn man nebenbei auch noch was lernt :D

    Lizzy selbst ist vielleicht nicht unbedingt die sympathischste - man spürt ihre Wut, ihre Enttäuschung über die Ungerechtigkeit des Lebens, und auch ihre Einsamkeit ... viele Gefühle, die man nachvollziehen kann, auch wenn mir ihre bockige Teenagerart manchmal doch etwas auf den Kecks gegangen ist. Trotzdem finde ich es gut so, denn diese Gefühle sind nunmal da und bevor man sie versteckt, sollte man lieber lernen, damit umzugehen.
    Besonders mochte ich ja Mack, den Computernerd, der mit seinen pfiffigen Ideen überrascht.

    "Ich zeig dir irgendwann mal meinen Strand. Er ist wunderschön.
    Egal wohin du guckst, ein Bildschirmschoner nach dem anderen." Zitat

    Was ich aus der Geschichte rauslesen konnte am Ende ist eine sehr schöne Botschaft: nämlich dass jeder sein Leben selbst in der Hand hat und es jederzeit möglich ist, eine neue Entscheidung zu treffen, einen anderen Weg einzuschlagen, sein Schicksal selbst zu wählen. Alles ist möglich und nichts in Stein gemeißelt.

    "Man kann jederzeit jemanden verlieren - das war mir immer klar.
    Und ich hatte Angst, dass es wieder passiert.
    Aber jetzt weiß ich auch, dass man jederzeit jemanden finden kann." Zitat


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    Cover des Buches Das kleine Volk9783401502809

    Bewertung zu "Das kleine Volk" von Steve Augarde

    Das kleine Volk
    Aleshaneevor 12 Tagen
    Kurzmeinung: Überraschend gut! Gemächliches Tempo, dafür wunderschön erzählt mit tollen Ideen und wichtigen Botschaften!
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    Cover des Buches Dino ParkB002O8GA0U

    Bewertung zu "Dino Park" von Michael Chrichton

    Dino Park
    Aleshaneevor 14 Tagen
    Kurzmeinung: Gute 4 Sterne für einen abenteuerlichen Ausflug in den DinoPark!
    Sehr spannend und mit wichtigen Themen verstrickt!

    "Das ausgehende 20. Jahrhundert erlebt einen wissenschaftlichen Goldrausch von erstaunlichem Ausmaß: die unbesonnene und überhastete Kommerzialisierung der Gentechnologie. Dieses Projekt entwickelt sich so schnell, mit so viel Geld und so wenig Kontrolle von außen, daß seine Dimensionen und Implikationen noch kaum zu begreifen sind." Zitat


    Das ist der erste Satz im Buch und wenn ich mir überlege, dass wir mittlerweile 40 Jahre weiter sind in der Forschung, dann mag ich mir gar nicht vorstellen, was in der Zwischenzeit schon alles passiert ist, wovon wir keine Ahnung haben.

    Aber zur Geschichte ... den Film kennt wahrscheinlich jeder und auch ich hab ihn ein paarmal gesehen; deshalb wollte ich jetzt endlich (!) auch zu der Buchvorlage greifen. Im Großen und Ganzen hat der Film sich sehr daran gehalten, nur gibt es natürlich etwas mehr Spielraum und Verstrickungen im Buch, die das ganze noch etwas vertieft haben.

    Auf einer einsamen Insel in der Nähe der Westküste von Costa Rica ist die Vision von Mister Hammond wahrgeworden: aus Teilen der DNS hat er 15 verschiedene Dinosauerier Arten zum Leben erweckt und hofft auf eine baldige Eröffnung seines "Vergnügungsparks". Entgegen dem Film, in dem er eher hehre Absichten hat, ist er hier vor allem aufs Geld aus. Die bevorstehende Öffnung des Parks möchte er durch eine Prüfung bestätigt wissen, wofür er den Paläontolegen Alan Grant, dessen Assistentin Elli Sattler, den Mathematiker Ian Malcolm und einen der Investoren auf die Insel holt. Doch scheint er für jedwede Kritik taube Ohren zu haben, da er eigentlich keine objektive Meinung hören, sondern sich einfach bestätigt fühlen möchte.


    "Dies hier ist meine Insel. Sie gehört mir. Und nichts wird mich davon abhalten, den DinoPark für die Kinder dieser Welt zu eröffnen." Er kicherte. "Zumindest für die reichen Kinder." Zitat Seite 284


    Man merkt, dass das Buch in den 90er geschrieben wurde, denn die eher nüchterne Art der Erzählweise scheint damals eher angesagt gewesen zu sein, das bemerke ich desöferen. Gefühle bleiben tatsächlich hier irgendwie komplett außen vor und ich denke, dass vielen die "Tiefe der Figuren" fehlen würde. Es konzentriert sich alles auf die Handlung, die Spannung und natürlich den Hintergrund: dass hier jemand in die Schöpfung eingreift und gottgleich glaubt, diese kontrollieren zu können.

    Entgegen dem Film dauert es etwas, bis alle auf der Insel angekommen sind und man lernt die Vorbereitungen des ganzen etwas besser kennen. Die Perspektive wechselt immer wieder zwischen den Menschen, die den Park besichtigen und schließlich einer verhängnisvollen Katastrophe gegenüberstehen und den Leuten im Kontrollzentrum, die alles versuchen, um das Chaos wieder in Griff zu bekommen. Dadurch hat man einen guten Überblick und bietet spannungsvolle Momente.
    Ich fand es auf jeden Fall sehr packend zu verfolgen!

    Auch die vielen Infos über die Dinosauerier, die eingeflochten werden, aber soweit ich weiß auf Mutmaßungen gründen - schließlich wissen die Forscher ja nicht wirklich so viel über das Verhalten und können nur vermuten - trotzdem war es ein sehr lebendiges und echt wirkendes Bild dieser faszinierenden Geschöpfe.

    Bei den Protagonisten, wie schon gesagt, fehlt jegliche Gefühlsregung hatte ich den Eindruck. Selbst als die Parkbesucher den ersten Dinosauerier tatsächlich berühren können, fehlt jegliche Würdigung dieses außergewöhnlichen Augenblicks (ich hatte hier die Filmszene direkt vor Augen, bei der man spürt, wie ehrfürchtig sie diesem Tier begegnen); aber auch die Enkelkinder von Hammond, die ja ebenfalls dabei sind, wirken in vielen Situationen nicht wie 8 bzw. 12jährige Kinder, da sie zwar oft genug wohl Angst haben, das aber nicht so recht rüberkommt.


    Er drehte sich um und sah, daß es wirklich nur ein menschliches Ohr war, das am Boden lag.
    "Das ist ja ekelhaft", sagte Lex.
    "Was soll´s." Er wandte sich wieder den Monitoren zu." Zitat Seite 455


    Ansonsten hätte ich übrigens noch eine Menge Zitate, grade mit der Grundaussage die Crichton hier dem Leser nahebringen möchte: dem Trugschluss, dass wir Menschen die Natur unter Kontrolle bringen können - überhaupt das Leben unter Kontrolle bringen, was einfach nicht funktionieren kann. Deshalb zum Abschluss noch eins der Zitate, das mir besonders gefällt:


    "Über eins müssen wir uns klar sein. Der Planet ist nicht in Gefahr. Wir sind in Gefahr. Wir haben nicht die Macht, den Planeten zu zerstören - oder ihn zu retten. Aber vielleicht haben wir die Macht, uns zu retten." Seite 492


    Großartige Geschichte mit wichtiger Botschaft, mir fehlte aber manchmal einfach noch etwas mehr Feingefühl.

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    Cover des Buches Elfenlicht9783453315686

    Bewertung zu "Elfenlicht" von Bernhard Hennen

    Elfenlicht
    Aleshaneevor 16 Tagen
    Kurzmeinung: 4.5 Sterne für eine tolle Fortsetzung! Die Handlung zieht immer weitere Kreise und es bleibt spannend!
    Spannende Fortsetzung

    4.5 Sterne für eine tolle Fortsetzung, die Handlung zieht immer weitere Kreise und es bleibt spannend!

    Mein Fazit: Die Geschichte startet einige Wochen nach den Ereignissen von Band 2 und baut auf den Vorgängern auf.
    Die Schlacht mit den Trollen scheint geschlagen, dennoch ist der Krieg noch lange nicht vorbei - aber auch andere dunkle Mächte bedrohen das Elfenreich und die Königin greift zu bedenklichen Mitteln, um diese abzuwehren.

    Ich finde die Fortsetzung äußert gelungen und hatte viel Spaß auf den über 900 Seiten, die wirklich kaum Längen aufgewiesen haben. Die Sichtwechsel zwischen den Figuren und der damit verbundene Blick auf das große Ganze haben mir sehr gut gefallen und die Entwicklungen hielten auch immer wieder Überraschungen bereit! Bekannte Charaktere und neue haben neue Konflikte aufgeworfen und die Hintergründe zum Falrach Spiel (einem Kriegs-Strategie Spiel) haben interessante Einblicke in die Vergangenheit erlaubt.

    Die Ideen sind vielfältig, die Figuren vielschichtig und man spürt die Liebe zum Erzählen. Das Tempo ist gleichbleibend fesselnd und hat auch einige Spannungsbögen, die sich nicht nur auf die kampfreichen Schlachten beziehen. Die Liebe spielt auch eine Rolle, allerdings ohne Kitsch und eher in leisen Tönen, was perfekt zu der Geschichte passt und nicht in Klischees abdriftet.

    Sehr gelungene Reihe und ich freu mich schon auf den letzten Band zu den Elfen, bevor es mit der nächsten Reihe, der Elfenritter-Trilogie, weiter geht!

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    • weiblich
    • 15.03.1975

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