Adrienne erbt überraschend ein Haus - von ihrer Großtante Edith, von deren Existenz sie nicht einmal gewusst hatte! Mit zwei Koffern, kaum Geld in der Tasche und ihrem Kater Wolfgang kommt sie in der Provinzstadt Ipson an, die auf sie einen gemütlichen und hübschen Eindruck macht. Das Ashburn House, das sie jetzt bewohnen wird, liegt aber weiter außerhalb als gedacht und macht mit der struppigen Einfahrt und den wenig einladenden, verdörrten Büschen und Bäumen ringsum einen verwahrlosten Eindruck.
Dazu tauchen Erinnerungsfetzen aus Adriennes Kindheit auf, die sie nicht so recht einordnen kann, die aber im Zusammenhang mit diesem Haus stehen.
Doch sie lässt sich erstmal nicht abschrecken. Schließlich möchte sie hier ihr Leben neu durchstarten, aber der seltsame Eindruck bleibt, je mehr sie das Haus erkundet. Knarzende Dielen, fehlender Strom, das abgenutzte Mobiliar und seltsame Spuren der Frau, die hier so lange gelebt hatte und schließlich gestorben war, machen ihr die Eingewöhnung nicht leicht.
Die Autorin bietet einiges auf an mysteriösen Schatten und unheimlichen Gefühlen, mit denen Adrienne zu kämpfen hat, aber eine Gruselstimmung kam bei mir erstmal nicht auf. Auch als ihr die Gerüchte zu Ohren kommen, die sich schon seit Jahrzehnten um dieses Haus ranken, konnten keine Gänsehaut bei mir wecken.
Ich hab es dennoch gerne gelesen, weil es auf jeden Fall sehr unterhaltsam war. Adrienne steht mit ihren 22 Jahren jetzt völlig alleine da, nachdem sie ihre kranke Mutter bis zum Tod gepflegt und dadurch Schulden aufgebaut hat - deshalb ist das Haus jetzt ein überraschendes Geschenk, wo sie sich ein neues Leben aufbauen will. Man merkt auch, wie sehr sie sich nach Gesellschaft, nach Freunden sehnt, und sie findet auch sehr schnell Anschluss.
Doch die Vergangenheit des Hauses und ihrer Bewohner macht ihr einen Strich durch die Rechnung. Die vielen merkwürdigen Botschaften und ihre Nachforschungen sind perfekt geschaffen, um Ängste zu schüren, aber Adrienne lässt sich nicht unterkriegen und versucht, den Gründen auf die Spur zu kommen.
Die Autorin hat hier wirklich einiges geboten und es gibt viele Momente, die erschreckend und gruselig sind, vor allem, da Adrienne völlig alleine und isoliert ist - durch ihren Geldmangel hat sie nicht mal ein Handy, mit dem sie notfalls Hilfe herbeirufen könnte. Es passiert auch ständig etwas, wodurch man gefesselt bleibt bis sich Adrienne dann in eine ausweglose Situation manövriert, aus der es kaum ein Entkommen gibt.
Ich weiß nicht, woran es lag, dass mich die Gruselstimmung hier nicht erreicht hat. Vielleicht durch den lockeren Stil, mit dem die Geschichte erzählt wird. Die Hintergründe fand ich stimmig und haben den Ereignissen eine passende Aufklärung geliefert, wobei sich hier ein kleiner Fehler eingeschlichen hat. Auch manche Momente bzw. Aktionen waren nicht ganz logisch, was man eigentlich noch hätte revidieren können.
Eine spannende und unterhaltsame Gruselgeschichte, die gut konstruiert ist, mich aber nicht so packen und zum schaudern bringen konnte, wie ich es mir gewünscht hätte.
3.5 Sterne für eine Menge richtig guter Ideen - leider konnte sich die erwartete Gruselstimmung bei mir nicht einstellen..






















