Amerdale

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Rezensionen und Bewertungen

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    Cover des Buches Hexagon (ISBN: 9783867623605)

    Bewertung zu "Hexagon" von Henning Mützlitz

    Hexagon
    Amerdalevor 2 Jahren
    Lesenswerte Gunpowder-Fantasy!

    Mensch sollte ja meinen an Büchern, die im direkten Nachbarland spielen, sollte es gar nicht so mangeln. Aber es fällt mir momentan echt schwer Fantasyromane zu nennen, die dort spielen – egal in welcher Zeit. Da füllt der vorliegende Roman eine echte Lücke – und spielt noch zu Zeiten der Musketiere. Das ist insofern sehr vorteilhaft, weil ich da beim Lesen immer Bilder (und Schauspieler – Capaldi als Richelieu!) aus der BBC-Serie vor Augen hatte.

    Aber auch sonst spielen einige Figuren aus Dumas‘ Roman, der Vorlage für die BBC, hier eine Nebenrolle. Das war ganz nett, weil ich dadurch direkt etwas vertrautes hatte in einer Welt voller Dämonen. Denn Frankreich befindet sich in einem Kampf gegen diese Mächte der Finsternis, deren Existenz allgemein bekannt und akzeptiert sind. Wobei ich mir hier etwas mehr Informationen zu den einzelnen Rängen, Hierarchien und Beziehungen der Dämonen untereinander gewünscht hätte. Es gibt zwar am Ende eine Glossar, aber a) hab ich das auch erst nach dem Lesen des Buches entdeckt und b) hat es mir auch nicht alles erklärt. Aber man merkt, dass sich der Autor bei der Erschaffung dieser Höllengestalten viele Gedanken gemacht hat.

    Die Handlung selbst dreht sich vor allem um Cécile, welche anfangs von Armand gerettet wird, dann aber – Gott sei dank – nicht zu seiner Geliebten wird, sondern stattdessen zu seiner Partnerin im Kampf. Cécile entdeckt ihre Fähigkeiten erst nach und nach im Laufe der Handlung und auch wenn sie mir teilweise zu schnell und problemlos damit klar kam, so war es doch faszinierend zu sehen wie sie sich von der naiv-unbedarften Bediensteten vom Lande zu einer unerschrockenen Kämpferin entwickelte.

    Aber während ich Cécile zwar durchaus mochte, konnte sie für mich nicht mit der Baron Agnès nicht mithalten. Während Cécile unfreiwillig in die Geschichte hinein gerät, stürzt sich Agnès sehenden Auges und einigen Widerstand überwindend um überhaupt Mitglied des Schwarzen Banners* werden zu dürfen, in den Kampf. Und ich hab mich einfach direkt in sie und ihren hartnäckigen Dickkopf verliebt.
    *Ja Frauen dürfen da mitmachen! Sehr toll!

    Die Handlung selbst wirft die Leserin am Anfang ins kalte Wasser und erst nach und nach wird diese fantastische Version von Frankreich erklärt. Dies aber immer so, dass mensch der Handlung problemlos folgen kann. Diese wird dabei zunehmend spannender und weist Twist nach Twist auf. Einige davon fand ich recht offensichtlich, andere dagegen haben mich kalt erwischt.

    Obwohl die Handlung an sich beendet wird, so gibt es im Epilog doch einige Andeutungen, die sehr nach (der Möglichkeit) einer Fortsetzung klingen. Was mich doch deutlich freuen würde, denn ich möchte gern mehr Zeit mit den Kämpfern und vor allem den Kämpferinnen des Schwarzen Banners verbringen. Wobei ich aber auch gern mehr über die Abenteuer von Armand und seiner Schwester vor dem Einsetzen der Handlung hier erfahren würde. Also Stoff für noch mehrere Bände bietet die Welt definitiv ;)

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    Cover des Buches Die ægyptische Maschine (ISBN: 9783867623353)

    Bewertung zu "Die ægyptische Maschine" von Christian Lange

    Die ægyptische Maschine
    Amerdalevor 2 Jahren
    Tolle Idee aber der Umsetzung fehlt es an Substanz

    Die Buchreihe Eis & Dampf spielt in einer Welt, in der es eine Eiszeit gab und Europa sich zum großen Teil in Dauerfrost befindet. Und nur dank ausgefeilter Technik, vor allem Dampfmaschinen (Eis & Dampf, ne?) überleben kann. Und obwohl, ewiger Winter ja ganz und gar nicht meins ist, faszinierte mich genau das an der Reihe. Ein Europa unter dem Eis, so bekannt und doch völlig anders.
    Tja, jetzt spielt der Band aber in Ægypten. Und Ægypten ist grün und warm und praktisch genauso, wie es in unserer Realität auch ist. Diese ganze besondere Atmosphäre des kalten Europas ist hier komplett verloren gegangen.  Ægypten ist einfach Ägypten mit verfremdeter Schreibweise. Und das fand ich doch etwas enttäuschend. Auch wenn ich mich frag, was ich eigentlich anderes erwartet habe. Irgendwo müssen ja die Lebensmittel für das eingefrorene Europa herkommen.

    Und vielleicht hätte es mich auch nicht so gestört, wenn mich die Charaktere und die Handlung besser gefangen genommen hätten.
    Gerade die Charaktere hatten für mich durchweg einfach zu wenig Persönlichkeit und ich fühlte mich das ganze Buch über nicht mit ihnen verbunden. Ihr Schicksal hat mich nur insofern interessiert, wie es eben die Handlung beeinflusste, aber nie emotional berührt. Was daran liegt, dass die Personen alle nur soweit charakterisiert werden, wie das eben für die Handlung notwendig ist. Ihre Vorlieben, Vergangenheit, Wünsche, Träume, Ängste; auf all das wird nicht eingegangen. Besonders deutlich fand ich das bei Horus, dessen Motivation und Verhältnis zu Osiris ich nie wirklich verstand.
    Witzig fand ich aber, dass der Reporter Borchert im Auftrag der Grünen Fee unterwegs ist. Ist das doch auch der Name eines Groschenheftes, welches Kurzgeschichten aus eben der Eis & Dampf-Welt veröffentlicht. Schöne Idee.

    Die Handlung selbst war spannend und hatte auch einige Wendungen, die ich so absolut nicht kommen sah. Auch der Einbau der ägyptischen Mythologie und Vergangenheit (Heliopolis!) ist sehr gut gelungen. Aber obwohl mich das Buch von Anfang an fesselte, so fehlt für mich doch etwas der Fokus in der Handlung. Geht es um die Intrigen und die Nachfolge von Osiris? Oder um Eves Flucht vor Professor Clockworth-Merenge? Das Geheimnis der Maschine? Haukes Besonderheit? Es wird immer mal was anderes in den Mittelpunkt gerückt, ohne dass es eine wirkliche Haupthandlung gibt und das fand ich doch etwas verwirrend.

    Und auch das Ende war für mich unbefriedigend. Zwar wird der konkrete Konflikt aufgelöst, aber was danach kommt, bleibt total offen. Was macht Eve jetzt? Was fängt Hauke mit seinem Wissen an? Was passiert mit/in dem Machtvakuum in Ægypten?

    Alles in allem ist es eine nette Geschichte, aber das war es auch. Die Idee hinter der ægyptischen Maschine ist toll und faszinierend, aber die Ausführung kann das Potential leider nur bedingt umsetzen und es fehlt ihr einfach an Substanz. Aber trotzdem hoffe ich, dass es in der Buchreihe noch viele weitere Bücher gibt von vielen Autor*innen, wenn auch besser wieder im kalten Europa.

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    Cover des Buches Die dreizehn Gezeichneten - Die Verkehrte Stadt (ISBN: 9783404209347)

    Bewertung zu "Die dreizehn Gezeichneten - Die Verkehrte Stadt" von Judith Vogt

    Die dreizehn Gezeichneten - Die Verkehrte Stadt
    Amerdalevor 2 Jahren
    Gelungene Fortsetzung

    Würde mir ein Dichterzeichen zur Verfügung stehen, dann hätte es diese Rezension bestimmt schon viel früher gegeben, weil ich nicht ewig gebraucht hätte um die passenden Worte zu finden xD

    Im zweiten Band wird weit über die Stadtgrenzen von Sygna hinaus geblickt und ein großer Teil des Buches spielt außerhalb. Ein Teil der Handlung spielt in Naronne, der Hauptstadt von Aquintien, und ganz ehrlich? Ich würde die Stadt gern mal als Tourist besuchen, die Beschreibungen von ihr sind so schön.
    Aber natürlich ist das Geschehen in Sygna immer noch der zentrale Punkt und die Stadt sieht jetztohne ihre Besatzer völlig anders aus. Wo es in Band eins noch ein mehr oder weniger einfaches Sygna versus übermächtiges Aquintien war, sind es hier auf beiden Seiten viele kleine Gruppen, die alle ihre eignen Interessen vorantreiben (oder es zumindest wollen; der Erfolg ist so eine Sache). Die Gruppe um Kilianna versucht allen Bürgen den Zugang zu den Zeichen zu ermöglichen, unabhängig von Geschlecht und Herkunft. Die Gilde will das nicht, weil weniger Macht für die gesetzten Herrn in ihren schönen Villen oberhalb des Pöbels. Und dann ist da noch der Verborgene Hof, der in diesem Band kräftig mitmischt.
    Überhaupt fand ich diesen Band in Vergleich zu seinem Politiker noch mal deutlich politischer/feministischer. Nicht mal unbedingt die Handlung an sich, aber es herrschte eine viel größere Grundstimmung nach Art von „We can do it!“, die sich an vielen kleinen Punkten immer wieder zeigte. Egal, ob ein weiblicher General für die Streitmacht, eine Frau im Gildenrat (welch schockierende Vorstellung!) oder so vieles mehr.

    Dazu kommt mit der Noccurn-Allianz eine weitere politische Partei ins Spiel, die bisher Sygna freundlich gesinnt scheint, aber ob das auch so bleibt, wenn/falls der gemeinsame Feind besiegt worden ist?
    Genauso interessant fand ich jedoch den Einblick in das Leben in Naronne und die Erkenntnis, das die Bürger von Aquintien gar nicht so geschlossen und einige die Politik von Kaiser Yulian unterstützen, sondern es da auch sehr unterschiedliche Meinungen gibt. Dieses differenzierte Bild hat mir sehr geholfen Aquintien nicht nur als unbestimmt bedrohlich-grausame Besatzungsmacht wahrzunehmen, sondern
    Und außerdem haben diese Handlungsstränge so einen herrlichen Les Miserables- und Hamilton-Vibe (Die Duellszene ♥).

    Aber auch über die Zeichen erfährt die Leserin erfreulich viel mehr. Zum einen werden in der Handlung mehr von den Zeichen angewendet und dadurch, dass sich auch jedes der Urzeichen eine*n Träger*in gesucht hat, wird viel mehr über sie und ihre Möglichkeiten gesprochen.
    Und zum anderen wird hier auch nach der Entstehung der Zeichen und der Frage, warum diese gerade in Sygna ihre Macht entwickelt haben, geforscht. Und die da nach und nach entdeckte Mythologie ist so faszinierend. Und voller Überraschungen für alle Beteiligten.

    Worüber ich etwas traurig war, ist dass so nebenbei mit Lidia eine super interessant und saucool klingende Frau (sie ist Piratin! <3) erwähnt wird, sie dann aber das ganze Buch nicht mehr vorkommt. Schade, ich hätte gern mehr über sie erfahren, aber vielleicht passiert das ja in Band 3?
    Und der Cliffhanger am Ende ist so fies. Also nicht der Cliffhanger an sich (es sind ja eh eigentlich mehrere), der ist eigentlich großartig, weil ich das absolut nicht erwartet habe. Aber jetzt ein Jahr warten, bis es weitergeht? Das ist ganz gemein.

    Eine tolle Fortsetzung, die geschickt auf der Handlung des ersten Bandes aufbaut und die Welt um Sygna gekonnt erweitert und vorantreibt.

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    Cover des Buches The future is female! (ISBN: 9783442159826)

    Bewertung zu "The future is female!" von Scarlett Curtis

    The future is female!
    Amerdalevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Würde meine Nichte nächste Woche nicht ihren 5., sondern ihren 15. Geburtstag feiern – ich würde nicht zögern ihr das Buch zu schenken.
    Interessante Texte aber leider mit einigen Schwächen

    Oh die Unsitte englischen Werken in der deutschen ‚Übersetzung‘ englische Titel – aber selbstverständlich anders als der Originaltitel – zugeben, hat sich von Kinofilmen zu Büchern ausgebreitet.
    Aber noch unverständlicher ist für mich, warum der Verlag im Deutschen einen anderen Pinkton wählen musste. Der ursprüngliche ist nämlich nicht irgendeiner Farbton, sondern Baker-Miller-Pink, welches Aggressivität verringern soll. Und dieser Farbton wird von Frau Crutis in ihrem Beitrag auch noch mal explizit aufgegriffen, was für mich den Farbwechsel komplett unverständlich macht.

    Die verschiedenen Beiträge sind alle sehr persönlich und auch total unterschiedlich. Von kurzen Gedichten, die kaum eine Seite bedecken, bis hin zur langen Erzählung. Aber auch inahltlich gibt es eine wahnsinnige Bandbreite. Manche richten sich mit Empfehlungen direkt an die Leser*innen, andere sind eher im Plauderton gehalten. bei manchen ist die Verbindung zum Feminismus offensichtlich und wird auch direkt ausgesprochen, bei anderen ist es eher subtil und bei einigen konnte ich sie nicht finden. Wobei das aber eben auch immer eine Frage des eigenen Blickwinkels ist. Und das Buch zeigt wunderbar auf wie viele Varianten dieses Blickwinkels es geben kann und wie unterschiedlich doch jede einzelne Feminismus für sich selbst definiert.

    Wobei ich hier auch die Auswahl der zu Worte gekommenen Personen etwas schade fand. Nicht unbedingt die einzelnen Personen (ich gebe zu, viele kannte ich vorher überhaupt nicht), aber wenn man sie etwas zusammengefasst betrachtet. So gibt es bei 56 Beiträgen allein 16 (entspricht 28,57%) von Schauspielerinnen und 19 (33,93%) von Aktivistinnen – zusammen machen die beiden Gruppen also schon deutlich mehr als die Hälfte des Buches aus – , dagegen gerade mal einen von einer Ärztin und einen von einer nicht weiter definierten Wissenschaftlerin. Gar keinen gibt es von Sportlerinnnen. Oder Militärpersonal. Oder Informatikerinnen.
    Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen, aber ich denke, es ist klar worauf ich raus will. Die Auswahl der Stimmen erscheint mir doch sehr einseitig und es wird auch nirgendwo erklärt, warum gerade diese Frauen.

    Und überhaupt Frauen. Für den allergrößten Teil der Texte sind Frauen Menschen, die menstruieren. Was ja doch eine sehr enge Definition ist und viele Frauen ausschließt. Das finde ich sehr schade, weil es direkt der eigentlichen Botschaft des Buches widerspricht. Da hätte mensch wirklich mehr auf Inklusivität achten können und müssen.

    Meinem Eindruck nach richtet sich das Buch eher an jüngere Personen, die noch auf der Identitätssuche sind und ich denke da kann es einige nützliche Denkanstöße bieten. Toll finde ich gerade unter diesem Aspekt auch die Liste mit Literaturempfehlungen ganz am Ende.

    Aber trotz aller Kritik: Würde meine Nichte nächste Woche nicht ihren fünften, sondern ihren fünfzehnten Geburtstag feiern – ich würde nicht zögern ihr das Buch zu schenken. Und wenn ich einen hätte, meinem Neffen auch.

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    Cover des Buches Jenseits (ISBN: 9783462050462)

    Bewertung zu "Jenseits" von Yassin Musharbash

    Jenseits
    Amerdalevor 3 Jahren
    Jenseits

    Nachdem mich vor einigen Jahren „Radikal“, der Debütroman des Autors, so sehr begeisterte, dass er es sogar in die Top 3 meines Lesejahres 2011 schaffte. Umso begeisterter war ich von der Ankündigung des neuen Romans Jenseits, in dem sich Musharbash auch wieder mit einem hochaktuellen Thema auseinandersetzt.

    Und das auf sehr kluge Weise. Erzählt wird von und aus verschiedenen Blickwinkeln auch über Gent, der sich dem IS angeschlossen hat. Eine Situation, in und mit der keiner wirklich glücklich ist. Seine Eltern sowieso nicht, die Sicherheitsbehörden nicht, die Sozialarbeiter und Ausstiegshelfer nicht, Gents Muslimlehrer nicht – aber auch Gent nicht so richtig. Eine komplexe, konfliktreiche Mischung.

    Man merkt, wie gründlich der Autor sich mit der Thematik auseinandergesetzt schon allein daran, dass jeder der Blickwinkel sehr überzeugend, realistisch und glaubwürdig wirkt. Und natürlich interpretiert führt jeder Blickwinkel auch zu einer unterschiedlichen Interpretation der Situation, eine eindeutige Wahrheit gibt es nicht, sondern eher viele sich widersprechende Wahrscheinlichkeiten. Und aus diesen unterschiedlichen Interpretation entwickeln sich Reaktionen. So nimmt die Handlung schnell Fahrt auf und wird auch bis zum Ende nichts an Tempo und Spannung verlieren. Und als Leser hoffte man auf ein gutes Ende, weiß aber selbst nicht genau wie das aussehen soll. Eine einfache Rückkehr in das ’normale‘ Leben kann es für gent kaum geben, aber Alternativen sind auch schwer vorstellbar.

    Aber trotz allem, ist der Funke nicht ganz über gesprungen. Ich fand den Roman spannend und interessant und ohne Zweifel auch ein guter Beitrag zu aktuellen Diskussionen. Aber ganz gefangen nehmen konnte er mich nicht, es war immer eine Distanz da, auch wenn ich nicht sagen konnte warum. Vielleicht ging es mir einfach, wie so ziemlich jedem im Buch: trotz aller Erklärungsversuche kann ich einfach Gent beim besten Willen nicht verstehen.
    Aber der Roman will – und kann – auch gar keine Antworten liefern. Darum ging es meinem Empfinden nach auch gar nicht.

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    Cover des Buches Der Fluch des Wüstenfeuers (ISBN: 9783608960273)

    Bewertung zu "Der Fluch des Wüstenfeuers" von A.S. Bottlinger

    Der Fluch des Wüstenfeuers
    Amerdalevor 3 Jahren
    fantastische deutsche Phantastik

    Ein Roman, der in einer Wüste(nstadt) spielt. Geschrieben von einer Ägyptologin. Das klingt nach einem herrlich faszinierenden Setting. Dazu noch Magie. Eine perfekte Kombination, oder?

    Nun ja, das Potential für eine perfekte Kombination ist durchaus vorhanden und blitzt manchmal auf. Aber gerade bei dem Setting wird meiner Meinung nach sehr viel Potential verschenkt. Ein Großteil der Handlung spielt sich in einem ziemlich dunklen, unterirdischen Keller ab und der könnte praktisch überall stehen. In der Wüste selbst spielt nur die Rahmenhandlung aber auch da sitzen alle nur um ein Feuer rum. Von der Wüste selbst oder der Wüstenstadt Niat bekommt der Leser nur in wenigen Szenen wirklich was mit und das ist schade. Andererseits könnte ich mir sehr gut weitere Bände vorstellen die in Niat spielen. Vielleicht macht sich ja die Geschichtsschreiberin aus der Rahmenhandlung auf die Suche nach der Wahrheit in weiteren Legenden?

    Und ähnlich geht es mir auch mit dem Fluch/Talent der Wüstenmagie. Es spielt eine wichtige Rolle in der Handlung, aber trotzdem konnte ich es mir sehr verschwommen vorstellen und hatte bis zum Ende keinen wirklichen Eindruck, wie es funktioniert und was es alles bewirken kann. Genauso wie

    Aber trotzdem hat mich die Geschichte sehr schnell gefangen genommen und die Autorin mich mit ihrem guten Schreibstil begeistert. Iaret, Chen, Ahat und Tehu – die viel zentralen Figuren, die gemeinsam aus dem Kerker auszubrechen versuchen – sind alle auf ihre jeweilige Art sehr sympathisch sind. Überhaupt ist es eine der Stärken des Buches, wie auf doch relativ wenig Seiten viele Figuren eingeführt und mit einer Persönlichkeit und Vorgeschichte zu versehen und dadurch die Handlung mit vielen glaubwürdigen Charakteren zu bevölkern.

    Und die mitschwingende Gesellschaftskritik – in Niat ist die Gabe traditionell in Frauen stärker, wird dort aber unterdrückt; ein System gegen das Iaret rebelliert – fand ich sehr gelungen und schön in die Handlung eingewoben. Überhaupt ist Iarets Entwicklung über die Handlung hinweg zu einer immer selbstbewussteren Frau, die sich einen Teufel um Konventionen schert, einer der besten Aspekte des Buches.

    Ein spannendes Fantasybuch mit kleinen Schwächen, aber einer umso spannenderen Handlung. Da sag noch einer, deutschsprachige Autoren könnten keine gute Fantasy schreiben. Und nicht zu letzt ist das Cover wirklich wunderschön.

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    Cover des Buches Winter is Coming (ISBN: 9783806233506)

    Bewertung zu "Winter is Coming" von Carolyne Larrington

    Winter is Coming
    Amerdalevor 4 Jahren
    Cover des Buches Mord auf Bestellung (ISBN: 9783717524267)

    Bewertung zu "Mord auf Bestellung" von Jack London

    Mord auf Bestellung
    Amerdalevor 4 Jahren
    Mord auf Bestellung

    Das Buch wird als einer der „erste[n]Agententhriller der Weltliteratur“ erworben und davon gelockt versprach ich mir ein Buch, welches vor allem hochspannend ist und in dem viel gemordet wird. Nun ja letzteres ist zumindest voll eingetroffen. Bei dem Recht bin ich doch etwas überrascht gewesen.

    Das Buch ist zwar durchaus auch spannend, aber da liegt meinem Eindruck nach gar nicht der Schwerpunkt. Der liegt viel mehr auf den langen Diskussion der einzelnen Figuren über verschiedene philosophische und ethisch-moralische Themen. Und damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Was sehr interessant war und ich hab es auch gern gelesen. Aber gleichzeitig zieht es auch die Handlung etwas in die Länge; gleichzeitig werden Themen aber auch nur kurz angerissen, so dass man als Leser auch kaum einen Eindruck gewinnen kann.

    Die Handlung selbst dagegen ist spannend und auch unerwartet vergnüglich, aber gleichzeitig kam sie mir doch auch recht unrealistisch vor. Das mindert zwar den Unterhaltungswert nicht, aber ich hatte manchmal den Eindruck, das Buch spiele in einer Parallelwelt, in der nur die Mitglieder der Attentatsagentur wirklich lebendig sind und der Rest einfach nur Pappfiguren sind, welche die Szenerien verschönern. Und Polizisten so gut wie gar nicht existieren.

    Das Buch wurde übrigens von Jack London nicht zu Ende geschrieben und erst 1963 (rund 47 Jahre nach Londons Tod) von Robert L. Fish beendet. Zum einen bringt mich das dazu dieses „erster Agententhriller“ etwas in Frage zu stellen (aber klar, guter Marketing-Ansatz), aber vor allem merkt man es auch stilistisch. Es gibt ein Nachwort, welches die Entstehungsgeschichte des Buches beschreibt und auch darauf eingeht, wo Fish angefangen hat zu schreiben – und sich nebenbei auch weit von Londons Plänen entfernt hat. Und ohne dieses Nachwort da schon zu kennen, hatte ich beim Lesen genau an der Stelle des ‚Autorenwechsels‘ auch das Gefühl, dass sich hier Stil und Sprache deutlich verändern. Fand ich schon etwas schade, dass das so deutlich zu merken ist. Inhaltlich geht die Handlung zwar flüssig weiter und passt auch, aber es wirkt einfach nicht mehr wie aus einem Guss.

    Aber trotzdem hat mir das Buch ein aufgrund der Seitenzahl zwar nicht sonderlich langes, aber dafür sehr erfreuliches Lesevergnügen bereitet. Das auch sehr viel Ansatz für Diskussionen birgt – und damit auch nach 100 bzw. 53 Jahren noch sehr aktuell.

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    Cover des Buches Beschworen - Tödliche Wünsche (ISBN: 9783732526017)

    Bewertung zu "Beschworen - Tödliche Wünsche" von Rainy Kaye

    Beschworen - Tödliche Wünsche
    Amerdalevor 4 Jahren
    Beschworen

    Ein Buch über einen Dschinn. Allerdings einen menschlichen Dschinn, der keinerlei Magie besitzt. Und so ist es auch deutlich mehr eine Liebesgeschichte und keine Fantasy. Was sehr schade ist, denn genau das hatte ich erwartet und war dementsprechend enttäuscht.

    Die Dschinn-Komponente kommt kaum zum Tragen, eben weil das einzige Besondere an Dimitri ist, dass er die Wünsche seines Herren befolgen muss, egal ob er will oder nicht. Aber hinter dem Wesen des Dschinns als Wunscherfüller steht ja viel mehr und das findet hier einfach keine Beachtung.

    Das größte Problem, welches ich mit dem Buch aber hatte, war allerdings der Mangel an interessanten Figuren. Ich könnte hier nicht eine Person nennen, die auch nur ansatzweise meine Neugier geweckt hätte.
    Dimitri, der Dschinn, ist entweder damit beschäftigt in Selbstmitleid zu baden, jemanden umzubringen oder Sex zu haben. Hobbys oder weitere Eigenschaften hat er sonst keine. Außer man zählt „unfähigster Auftragskiller seit Kain“. Es ist mir wirklich ein Rätsel warum Karl, sein ‚Besitzer und Gebieter‘, Dimitri nicht andere Aufgaben überträgt und die Morde von jemand ausführen lässt, der wenigstens halbwegs kapiert, wie er das machen sollte. Gut, Dim könnte natürlich nie gegen Karl aussagen, weil er ihm ja nicht schaden kann – aber ist das ein so tolles Argument, wenn er dafür bei jedem Auftrag x Versuche braucht?

    Und auch der Rest wird sehr einseitig dargestellt. Karl ist der brutale Despot und erfolgreiche Businessmann, wobei man aber auch nicht erfährt, inwiefern er so erfolgreich ist und scheinbar reicher als Trump. Wirklich sein Einfluss und seine Geldreserven scheinen unerschöpflich zu sein, was wiederum erneut die Frage aufwirft warum so niemand einen besseren Auftragskiller finden kann? Und Sylvia seine Tochter ist verwöhnt und verrückt nach Dimitri. Und Sex mit Dimitri.
    Überhaupt Sex. Ich bin bestimmt nicht prüde, aber jeglicher Sex, den Dimitri in dem Buch hat, wird ausführlich geschildert, ob das was zur Handlung beiträgt oder nicht. Und es war einfach zu viel. Ich hab da auch irgendwann angefangen diese Passagen zu überspringen, so unnötig fand ich sie.

    Die Idee ist ganz nett und das Buch auch über weite Strecken recht unterhaltsam, aber mehr auch leider nicht. Ihm fehlen für meinen Geschmack einfach die interessanten Figuren und ein detaillierteres Worldbuilding.

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    Cover des Buches Blame (ISBN: 9781448173044)

    Bewertung zu "Blame" von Simon Mayo

    Blame
    Amerdalevor 4 Jahren
    Blame

    Die Idee des Buches hat mich auf den ersten Blick fasziniert und ich habe mich unheimlich gefreut als ich das Buch dann als Rezensionsexemplar lesen durfte. Aber leider finde ich die Umsetzung nur bedingt überzeugend.

    Man erfährt über Ant und ihre Familie sowie deren enge Umgebung – also für den größten Teil der Handlung ein Teil eines Gefängnisses –  hinaus kaum etwas über die Gesellschaft, deren Aufbau und Funktionsweise. Und das fehlte mir total, denn nach dem wenigen, was man über Andeutungen erfährt, erscheint mir das System einfach unlogisch. Es wird zwar viel daon geredet, dass die Nachfahren von Verbrechern deren Verbrechen gegenüber der Gesellschaft sühnen sollen und dieser zurückzahlen sollen, was sie durch die Verbrechen für Vorteile hatten (zum Beispiel weil ein Vater von dem gestohlenen Geld Essen für seine Kinder gekauft haben,haben diese von dem Diebstahl profitiert –  für mich auch kaum nachvollziehbar diese Begründung). Aber in meinen Augen werden durch die Inhaftierung, inklusive Versorgung und Wachpersonal und alles, ja vor allem nur noch mehr Kosten für die Allgemeinheit verursacht. Also das genaue Gegenteil der eigentlichen Begründung. Und darauf wird leider in dem Buch nie eingegangen.

    Und dann ist da Ant, die Hauptperson des Buches. Und ist mir Ant die meiste Zeit so auf die Nerven gegangen. Sie handelt völlig planlos und impulsiv, was man einem Teenager ja nicht mal unbedingt vorwerfen kann. Aber sie kommt mit den bescheuertsten Aktionen durch, weil sie einfach ständig ein Riesenglück hat – und irgendwann ist es nicht mehr glaubhaft oder spannend, sondern einfach langweilig -, und außerdem jeder andere bereit ist sich für Ant zu opfern, weil sie ja so toll ist. Ant ist echt so sehr die Verkörperung der „The Chosen One“-Trope.

    Und auch sonst konnte ich über manche Punkte in der Handlung einfach nur den Kopf schütteln, aber die Ereignisse nicht mehr Ernst nehmen. So bewahrt eine Person in dem Buch Informationen über ein sehr dunkler Geheimnis in ihrer Vergangenheit in einem USB-Stick auf, so dass sie problemlos gefunden und gegen sie genutzt werden können, anstatt die Daten einfach zu löschen.
    Aber dann wäre die Sache für Ant wohl deutlich schwieriger bis unmöglich geworden und das geht ja nicht, siehe vorige Absatz. Gnah.

    Klingt jetzt sehr negativ, aber ich fand die Geschichte durchaus spannend und kurzweilig – solange ich nicht zu sehr über die zugrunde liegenden Funktionsmechanismen nachdachte. Leser, denen weniger an Worldbuilding gelegen ist, haben hier bestimmt ihre Freude.

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