Amilyn

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    Cover des Buches Post Mortem - Tage des Zorns (ISBN: 9783596297078)

    Bewertung zu "Post Mortem - Tage des Zorns" von Mark Roderick

    Post Mortem - Tage des Zorns
    Amilynvor 9 Tagen
    Kurzmeinung: Guter aber bisher schwächster Teil der Reihe - beide Protagonisten sind diesmal sehr naiv - Achtung: Klappentext spoilert Plottwist
    Klappentext spoilert Plottwist

    Während die Interpol-Agentin Emilia Ness einen Tatort aufsucht, der die Handschrift des Serienmörders Dante trägt, den sie seit Jahren verfolgt, wird ihre Tochter Becky entführt. Bei der Suche nach ihr trifft Emilia auf den Auftragskiller Avram Kuyper, denn auch er ist auf der Suche nach einer vermissten Person.

    In diesem dritten Teil der Post Mortem-Reihe war nicht nur Emilia Ness extrem naiv, sondern auch der sonst so umsichtige Avram Kuyper. Kann allerdings auch sein, dass mir das nur so vorkam, weil der Klappentext leider mal wieder zu viel von der Geschichte verrät. Wer die ersten beiden Bände mochte und auf jeden Fall weiterlesen will, sollte sich den unbedingt sparen, denn dieser macht den ersten Teil des Buches zäh und lässt Avram, wie gesagt, sehr naiv und sehr schwer von KP wirken. 

    Die eigentlich sehr spannenden Ermittlungen um den Serienmörder, der allgemein Dante genannt wird, und der Emilia Ness schon sehr lange beschäftigt, gerät dadurch zur Nebensache, weil man sowieso schon die ganze Zeit weiß, was dabei rauskommt. Auch Avram Kuypers Handlungsstrang weiß von vorneherein nicht zu fesseln. Bis ca. in der Mitte des Buches auch dankenswerterweise endlich passiert, was im Klappentext so schön angekündigt wird. 

    Danke für nichts.

    Ab da war es für mich dann auch deutlich spannender, weil: unvorhersehbarer. Dann hören auch die im Buch bisher sehr häufig genutzten Captain Obvious-Sätze auf, die immer mal wieder einen Absatz an Handlung für Blöde zusammenfassen, was mich ehrlicherweise ein wenig geärgert hat. Als Beispiel: da wird dem Leser in mehren Sätzen gut erklärt, dass Person XY total ängstlich ist, nur, um am Schluss nochmal zu sagen: Person XY hatte große Angst. Ja. Weiß ich schon ...

    Was ich insgesamt so reizvoll an dieser Reihe finde, ist, dass sie zwar sehr Action-lastig ist, trotzdem aber nicht amerikanisiert wirkt. Man hat das Gefühl, dass solche Dinge in Deutschland durchaus passieren könnten, sei es, weil bei der Polizei oft Dienst nach Vorschrift gemacht wird (d.h. man stürmt nicht einfach jede Tür, schleppt nicht ohne offizielle Genehmigung seine Dienstwaffe durch die Gegend usw) oder die reißerische Berufsbezeichnung Auftragskiller oft als abwartende und auf den richtigen Moment wartende Tätigkeit gezeigt wird (nicht, dass ich mich in diesem Berufsbild besonders gut auskennen würde ... :D).

    Ich muss allerdings sagen, dass ich in dieser Reihe immer wieder Probleme mit Emilia Ness habe, die für mich in ihrem Job einfach vollkommen fehlbesetzt ist, was sie auch hier wieder zeigt. Aber gut, es gibt weitaus schlimmere im deutschen Thriller-Universum ...

    Fazit: Obacht vor dem Klappetext! Lasst den einfach völlig außer Acht, wenn ihr das Buch nach Teil 1 und 2 sowieso lesen wollt. Dann ist nämlich auch die erste Hälfte des Buches spannend und nicht nur die zweite. Trotzdem ist "Tage des Zorns" für mich der bisher schwächste Teil der Reihe und bekommt solide 3*** von mir.

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    Cover des Buches Time to Love – Tausche altes Leben gegen neue Liebe (ISBN: 9783453360365)

    Bewertung zu "Time to Love – Tausche altes Leben gegen neue Liebe" von Beth O'Leary

    Time to Love – Tausche altes Leben gegen neue Liebe
    Amilynvor 9 Tagen
    Kurzmeinung: Wunderschöne Geschichte, die zwar nicht neu, dafür aber clever und mit Herz geschrieben ist
    The Switch

    Zwei Monate lang tauschen die überarbeitete Leena und ihre Großmutter Eileen die Wohnungen. Während Leena auf dem Land mit einer skurrilen Bürgervereinigung zurecht kommen muss, stürzt sich Eileen in London nicht nur ins WG- sondern auch ins Dating-Leben. 


    Die Idee ist nicht neu, und im Grunde geht es vor allem um die altbekannte Geschichte: Person kommt in eine eingeschworene und verstockte Gemeinschaft und krempelt alles einmal auf links. Und hier haben wir das Ganze sogar im Doppelpack. 


    Beth O'Leary kann schreiben. Sie meistert nicht nur die, wie ich finde, schwierige Hürde Ich-Perspektive + Gegenwart, was in Kombination vielen relativ hölzern gerät, sie macht aus ihrer zugegebenermaßen nicht gerade innovativen Idee eine zwar sehr vorhersehbare aber dafür wunderschöne Wohlfühlgeschichte, die einerseits locker und auf gute Art und Weise humorvoll ist, andererseits jedoch sehr in die Tiefe geht. Immer wieder werden wichtige gesellschaftskritische Themen aufgegriffen, ohne zu schwer oder krampfig zu wirken, aber auch ohne, dass es nur als kleines Problemchen abgetan wird.


    Die Autorin hat hier mit Leena und ihrer Großmutter Eileen nicht nur zwei liebenswerte und interessante Hauptfiguren erschaffen, sondern auch eine Vielzahl an nicht weniger gut ausgearbeiteten Nebenfiguren, vom grummeligen Alten mit Eichhörnchen-Abneigung und Rollator bis zur alleinerziehenden Arbeitskollegin, die viel zu hohe Ansprüche an den nächsten Partner hat. Beth O'Leary verwebt hier clever gängige Klischees mit neuen Details und viel Herzlichkeit.


    Die Geschichte selbst ist ziemlich vorhersehbar, vor allem was das Liebesleben der beiden Protagonistinnen angeht, macht den Verlauf allerdings nicht weniger spannend. Dadurch, dass es hier nicht hauptsächlich darum geht, auch wenn z.B. Eileens vorrangige Motivation, nach London zu ziehen, die Partnersuche ist, will man immer wissen, wie es weitergeht. Und der sehr schöne und flüssige Schreibstil trägt den Leser mit Leichtigkeit durch die Seiten.


    Dadurch, dass so viele Haupt- und Nebenhandlungsstränge aufgeworfen werden, gerät jedoch der Schluss etwas zu hektisch. Alles muss noch abgeschlossen werden, teilweise mit einem kurzen Absatz. Hier noch eine Frage beantwortet, da noch schnell ein Problem gelöst. Ein, zwei Dinge waren mir außerdem trotz aller Vorhersehbarkeit etwas zu Nahe liegend. Was meinen Gesamteindruck jedoch nicht trübt.


    Fazit: Alte Idee - vorhersehbar - Klischee: ich liebe es! Vor allem, weil Beth O'Leary es geschafft hat, aus diesen eher negativen Schlagwörtern eine sehr clevere, tiefsinnige und humorvolle Geschichte zu spinnen, die einem einfach ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Tabu- und andere wichtige Themen werden leicht, ohne Zwang und erhobenen Zeigefinger hineingebracht. So schreibt man einen guten zeitgenössischen Roman! Von mir gibt es dafür die vollen 5*****.

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    Cover des Buches A Good Girl's Guide to Murder (ISBN: B07RP9WQ9Z)

    Bewertung zu "A Good Girl's Guide to Murder" von Holly Jackson

    A Good Girl's Guide to Murder
    Amilynvor 17 Tagen
    Kurzmeinung: Sehr gut konstruierter Jugendkrimi, der leider erst ab S. 300 so richtig in Fahrt kommt, dann aber richtig - 3,5 Sterne
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    Cover des Buches Nevernight - Die Prüfung (ISBN: 9783596297573)

    Bewertung zu "Nevernight - Die Prüfung" von Jay Kristoff

    Nevernight - Die Prüfung
    Amilynvor 21 Tagen
    Kurzmeinung: Abgebrochen nach 331 Seiten - interessiert mich irgendwie überhaupt nicht ...
    Abgebrochen nach 331 Seiten

    Nach dem Tod des Vaters und der Inhaftierung der Mutter ist die junge Mia Corvere auf sich allein gestellt. Zur Assassinin ausgebildet will sie schließlich Rache an den Menschen nehmen, die für alles verantwortlich sind.

    Eigentlich fand ich alles für sich genommen gut:

    Der Anfang besticht durch zwei unterschiedliche Szenen, die zu unterschiedlichen Zeiten spielen, jedoch auf dieselbe Art, teilweise sogar mit denselben Sätzen, beschrieben wird, was ich schlichtweg genial fand. An den Schreibstil muss man sich ein wenig gewöhnen, der ist keineswegs einfach und locker vom Hocker, doch auch das hat mir gut gefallen.

    Ich mochte das Setting, das zwar einerseits dem gewohnten Mittelalter-Fantasy folgt, andererseits sehr an das alte Rom und/oder auch Venedig erinnert und somit auch mal was anderes war. 

    Der allwissende Erzähler lässt es sich nicht nehmen, die an sich sehr ernste Geschichte durch ironisch-humorvolle Fußnoten aufzulockern, die mir ebenfalls sehr gut gefallen haben und sich toll lesen lassen.

    Im Zusammenspiel hat mir das alles allerdings nicht gefallen:

    Der Schreibstil wurde mir mehr und mehr anstrengend zu lesen, hat sich gezogen, auch bzw. vor allem durch die Fußnoten, die teilweise eine halbe Seite lang waren oder sogar seitenübergreifend. Oft haben die Fußnoten mehrmals eine Dialogszene unterbrochen, so dass man nicht nur durch den Schreibstil an sich schon im Lesefluss etwas ausgebremst wird, sondern auch ganz massiv durch die Fußnoten, die mit zunehmender Brutalität im Buch dann mit ihrem humorvollen Touch schließlich auch nicht mehr so richtig ins Gesamtbild passen wollten. Zumal sie auch eher als reiner Infodump über die Welt fungierten. Die hat mir zwar sehr gut gefallen und wurde sehr bildhaft geschildert, doch eben durch die Fußnoten und den Schreibstil kam nichts einfach so zu einem, alles musste man sich hart erarbeiten, wirkte schließlich schwer und erdrückend.

    Und außerdem mag ich einfach keine Die-Protagonistin-kann-was-tolles-muss-aber-trotzdem-noch-darin-ausgebildet-werden-Geschichten mehr.

    Mia Corvere wird von Kind an zu einer Mörderin ausgebildet, diese Szenen erlebt der Leser immer wieder als Rückblende. Dann muss sie jedoch, als sie eigentlich schon alles gut kann, anschließend nochmal auf eine Assassinenschule, weil: keine Ahnung. Und so liest man nicht nur die Ausbildung als Kind, sondern auch noch die als Teenager, und, ach, das war mir einfach zu viel des Guten.

    Fazit: Letztendlich habe ich nach einer Lesepause von mehreren Wochen bemerkt, dass mir nichts fehlt, mich nichts zurück zum Buch zieht, und ich keinerlei Interesse mehr daran habe, wie es für Mia in diesem, geschweige denn in den beiden Folgebänden weitergeht. Also habe ich "Nevernight - Die Prüfung" nach 331 Seiten abgebrochen - keine Bewertung.

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    Cover des Buches Verschließ jede Tür (ISBN: 9783423219334)

    Bewertung zu "Verschließ jede Tür" von Riley Sager

    Verschließ jede Tür
    Amilynvor 21 Tagen
    Kurzmeinung: Hätte es mir unheimlicher vorgestellt (und gewünscht), ist aber durchweg spannend und gut erzählt
    Appartement-Sitter in Not

    Arbeits- und praktisch obdachlos in New York ist Jules überrascht, einen richtig tollen Job an Land gezogen zu haben. Als Appartement-Sitterin in einem der altehrwürdigsten Wohnkomplexe der Stadt hat sie praktisch nichts zu tun und auch noch eine luxuriöse Wohnung zur Verfügung. Zwar sind die Regeln etwas merkwürdig, die Nachbarn auch, aber das alles ist doch zu verschmerzen, glaubt sie ... bis eine andere Appartement-Sitterin plötzlich spurlos verschwindet.

    Riley Sagers Schreibstil ist toll, und er versteht es, eine Story richtig gut aufzubauen und so zu konstruieren, dass sie Sinn ergibt und trotzdem genug Fragen aufwirft, um mysteriös zu bleiben. Mir hat vor allem die Bezüge zu einem fiktiven Roman gefallen, der in diesem Appartementhaus spielt und in dem die Autorin dieses Romans wohnt, den Jules in ihrer Jugend verschlungen hat, bis hin dazu, dass ein Zitat dieses Buchs zu Anfang von "Verschließ jede Tür" gesetzt wird. 

    Allerdings bleibt die Protagonistin sehr blass. Ich habe schon einige Stimmen gehört, dass sie als sehr naiv und dumm wahrgenommen wurde. Das war für mich nicht der Fall. Ich mochte sie sehr, doch erinnerungswürdig bleibt sie nicht. 

    Zudem hätte ich es mir wesentlich unheimlicher vorgestellt und auch gewünscht. Ich hatte sehr bald einen Verdacht, auf was das Ganze hinausläuft, und auch, wenn ich damit natürlich sehr vorhersehbar gewesen wäre, hätte ich es irgendwie lieber gelesen als das, was später wirklich als Auflösung hergehalten hat.

    Diese Auflösung empfand ich im ersten Moment als irgendwie blöd, und man hätte daraus auch etwas machen können, das dumm und übertrieben ist, doch Riley Sager hat es geschafft, alles so hinzubiegen, dass es das nicht ist. Er hat sich für das Ende Zeit gelassen und meinen ersten Eindruck umgedreht, so dass ich es schließlich wirklich mochte.

    Fazit: Ich hätte schon gerne mehr Mystery gehabt, da ich in dieser Hinsicht viel über dieses Buch gehört habe. Aber das empfindet sicherlich jeder anders. Der Schreibstil ist jedoch toll, der Verlauf kurzweilig und sehr gut entwickelt, die Protagonistin okay. Alles in allem gab es hier nichts, das ich nicht mochte, allerdings auch nichts, das mich absolut vom Hocker gerissen hat, deshalb gibt es von mir 4****.


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    Cover des Buches The Escape Game – Wer wird überleben? (ISBN: 9783492314794)

    Bewertung zu "The Escape Game – Wer wird überleben?" von Megan Goldin

    The Escape Game – Wer wird überleben?
    Amilynvor 21 Tagen
    Kurzmeinung: Spannend, interessant, gut geschrieben und nachvollziehbar - am Ende allerdings etwas übertrieben
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    Cover des Buches Pretty Girls (ISBN: 9783959670074)

    Bewertung zu "Pretty Girls" von Karin Slaughter

    Pretty Girls
    Amilynvor 21 Tagen
    Kurzmeinung: Fängt stark an, doch man braucht einen langen Atem und zunehmend stärkere Nerven, um die Protagonistin zu ertragen
    Starker Familienroman, nerviger Thriller

    Nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes findet Claire in seinem Nachlass Snuff-Pornofilme sowie einen Hinweis auf den Verbleib ihrer jüngeren Schwester, die vor über zwanzig Jahren verschwunden ist.

    Schon einmal habe ich ein Buch von Karin Slaughter abgebrochen, weil ich den Schreibstil als so verwirrend empfand, dass ich kaum verstanden habe, was in den jeweiligen Szenen eigentlich passiert ist. Dieses Buch war ihr Debut aus dem Jahr 2001, "Belladonna". 

    2015 erschien "Pretty Girls", und den Schreibstil empfand ich als wesentlich angenehmer. Sie hat sich als Autorin gut entwickelt. Trotzdem gab es hin und wieder sehr plötzliche Themenwechsel, vor allem in den Dialogen, die mich mit einem kurzzeitigen Fragezeichen zurückließen, bevor ich beschloss, einfach weiterzulesen.

    Die Geschichte wird zum einen aus der Sicht von Claire und ihrer Schwester erzählt, die sich nach dem Verschwinden der jüngsten Schwester in andere Richtungen entwickelt und schließlich komplett aus den Augen verloren haben. Sie beginnen mit einer Annäherung nach dem Tod von Claires Mann sowie mit der gemeinsamen Recherche, was es mit den Filmen auf sich hat, die Claire findet.

    Kleinere Passagen bekommen zum anderen Tagebucheinträge des Vaters der drei Frauen bzw. Mädchen zum Zeitpunkt des Verschwindens der Jüngsten und den Jahren danach.

    In diesen Familiendrama-Teilen - den sehr starken Tagebucheinträgen, die so voller Trauer und gleichzeitig Hoffnung sind, sowie der lange angestauten Aggression zwischen den beiden verbliebenen Schwestern, die sich aber nach und nach wieder näher kommen - mochte ich das Buch unglaublich gerne.

    Der Thrilleranteil hat mich dagegen sehr gestört. Die eigentlich als stark und unberechenbar beschriebene Claire ist naiv und entscheidungsunfreudig. Sicherlich verständlich nach dem Tod ihres Mannes und dem, was sie anschließend findet, doch für einen Thriller und die Ermittlungen, die sie anstellt, total nervig. Zudem wabert die Handlung in wenigen Tagen so vor sich hin. Ich hatte immer wieder das Gefühl, dass Claire zu viel entdeckt und zu lange benötigt, um aus den Puschen zu kommen, dafür, dass nur sehr wenig Zeit innerhalb dieser knapp 530 Seiten vergeht. Außerdem empfand ich Familiendrama und Thriller als nicht gut miteinander verknüpft.

    Hinzu kommen die sehr, sehr langen Kapitel von 30 bis 50 Seiten, die eben auch alle eine einzige Szene sind, was nach dem richtig guten Auftakt einen zunehmend langen Atem erfordert.

    Auch die Wendung im letzten Drittel hat mir nicht gefallen. Ich hatte es mir zudem schon gedacht, und der Verlauf, den die Geschichte dann nicht, mochte ich einfach nicht.

    Fazit: Als Familiendrama stark, als Thriller nervig, Gesamturteil: geht so. Von mir bekommt "Pretty Girls" 3***, aber Karin Slaughter muss ich ehrlicherweise jetzt nicht mehr unbedingt lesen.

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    Cover des Buches Die Stille vor dem Tod (ISBN: 9783785725665)

    Bewertung zu "Die Stille vor dem Tod" von Cody McFadyen

    Die Stille vor dem Tod
    Amilynvor 21 Tagen
    Kurzmeinung: Vom Handlungsverlauf nicht ideal, der Fall selbst sehr überzogen, aber durchaus wesentlich besser als befürchtet
    Smoky Barrett, so schlecht wie nie?

    "Komm und lerne, Smoky Barrett" ist mit Blut an die Wand eines Einfamilienhauses in Denver geschmiert. Die FBI-Agentin und ihr Team finden nicht nur die ganze Familie ermordet vor, sondern auch noch zwei weitere in derselben Straße. Doch das ist erst der Anfang, denn alle drei Familien scheinen Mitglieder einer perfiden Sekte gewesen zu sein.

    Nach den unzähligen schlechten Bewertungen, die das Buch direkt nach Erscheinen erhalten hat, habe ich mich lange gescheut, es zu lesen. Vier Jahre nach der Erstveröffentlichung hat sich die Durchschnittsbewertung auf den verschiedenen Portalen immerhin auf um die 3 Sterne eingependelt, was natürlich nicht der Brüller ist, aber sie lag auch mal deutlich darunter.

    Aber ist "Die Stille vor dem Tod" wirklich so schlecht? 

    Die Antwort ist natürlich subjektiv. Jeder liest anders, jede möchte etwas anderes von einem Thriller, jeder erwartet hier etwas anderes. Und vielleicht ist das der Grund, warum "Die Stille vor dem Tod" für mich zwar sicherlich der schwächste Teil der Reihe ist, aber bei weitem kein so mieses Buch, wie es die meisten Stimmen vorausgesagt haben. Ich habe einfach etwas so unglaublich schlechtes erwartet, so voller Psychogelaber, Gejammere, Geschwafele, dass die Geschichte eigentlich nur gewinnen konnte.

    Um aber ganz sachlich an die Sache ranzugehen:

    Cody Mcfadyen hat im Grunde einen guten Job gemacht, im Verlauf des Buchs der Geschichte mit ruhigen Dialogszenen das Tempo herauszunehmen, das er mit den rasanten bzw. ekligen/brutalen Szenen hat antreiben wollen. Leider hat er entschieden, diese durch sehr lange Monologe mit einigen Folter- und Mordsequenzen zu zeigen, so dass nicht wirklich ein hohes Tempo entstand und er praktisch Tempo herausgenommen hat, wo effektiv keines ist. Zudem kommt, dass der Fall an sich immer größere Ausmaße annimmt und alle möglichen Gewaltformen dazunimmt, die es gibt. Und wenn es der Fall selbst nicht hergibt, kommt Smoky mit "Also, ich hab da mal einen Kannibalen verhört" um die Ecke. Das war mir einfach zu viel des "Guten", und es ist keine wirkliche Methodik zu erkennen. Außerdem hat mir die Idee mit der Sekte zwar sehr gut gefallen, die wird jedoch von all diesen Formen der Gewalt so untergraben, dass am Ende allein die gute Absicht zurückbleibt und nicht viel mehr.

    Dass Smoky den Fall schnell löst und dann nur noch schwangerschaftliches Psychogebrubbel vor sich hinschwadroniert, wie ich es in diversen Rezensionen gelesen habe, ist allerdings effektiv nicht richtig. Der Fall bleibt ein ungelöster Fall bis er zum Ende von Smoky und ihrem Team gelöst wird. Wie sie am Ende darauf kommen und wer der Täter ist, hat mir zwar gar nicht gefallen, bis hin zu Smokys Tätererkenntnis und der "professionellen" Begründung "Ich weiß es einfach, frag mich nicht warum" (S. 438), und hat meine persönliche Bewertung noch etwas herunterschraubt (vor allem, weil ich mich fragen muss, ob Cody Mcfadyen seine eigenen Geschichten nicht mehr kennt), doch ich kann sagen:

    Ich habe so viel Schlechtes erwartet und so viel Gutes bekommen.

    Der Ablauf ist gut, auch wenn es Schwierigkeiten mit dem Tempo gibt. Die Hinweise auf den Täter sind gut und logisch, auch wenn mir die Wahl des Täters nicht gefallen hat. Auch, wenn der Leser oft in Smokys Kopf ist, gibt es viel und gute aktive Handlung, und ich sehe tatsächlich zeitlich nicht viel mehr Unterschied, den ich beim Lesen in Smokys Kopf verbracht habe zu den vorherigen vier Bänden.

    Zusätzlich bin ich quasi fröhlich pfeifend in den wohl heftigsten Plottwist gerasselt, den ich in den letzten Jahren gelesen habe, und das muss man auch erst mal schaffen. Bonuspunkte für großen Fan-Support für Teammitglied James gibt es auch noch, schließlich bin ich heiß auf jedes Fitzelchen James, das man in der Reihe kriegen kann, und dafür ist "Die Stille vor dem Tod" ein Fest (zusätzlich halten sich Callie mit ihrem Schnuckelchen-Geschwätz und Alan mit seinem Gutmenschtum angenehm zurück).

    Fazit: Ja, Smoky Barrett ist schlecht wie nie, aber nein, so schlecht, wie allgemein gesagt wird, ist "Die Stille vor dem Tod" nun auch nicht. Jedenfalls nicht für mich. Wer unsägliches Dauergeschwafel im Psychostyle von Smoky erwartet, kann beruhigt sein, denn das ist es nicht. Von mir bekommt der fünfte (und hoffentlich nicht letzte) Teil dieser Reihe 3***.


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    Cover des Buches Der zehnte Gast (ISBN: 9783431041279)

    Bewertung zu "Der zehnte Gast" von Shari Lapena

    Der zehnte Gast
    Amilynvor einem Monat
    Kurzmeinung: Abgebrochen nach 100 Seiten - einfachster Schreibstil auf Kleinkindniveau, absolut charakterose Figuren
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    Cover des Buches Something in the Water – Im Sog des Verbrechens (ISBN: 9783492235297)

    Bewertung zu "Something in the Water – Im Sog des Verbrechens" von Catherine Steadman

    Something in the Water – Im Sog des Verbrechens
    Amilynvor einem Monat
    Kurzmeinung: Da war eher Something in the Handlungsverlauf und Something in the Protagonistin - und zwar nichts gutes
    Something wrong

    Erin und Mark machen beim Tauchen in den Flitterwochen auf Bora Bora eine überraschende Entdeckung ... und behalten sie für sich. 

    Ich mag die Art Thriller, in der eine ganz normale Person zufällig in eine gefährliche Situation gerät. Der Leser soll sich mit dieser Person identifizieren und im Verlauf der Geschichte das Gefühl haben, in derselben Situation nicht anders gehandelt zu haben wie die Hauptfigur, egal, wie dämlich sie sich benimmt. 

    Und das ist Catherine Steadman leider überhaupt nicht gelungen. Ich habe selten so eine dämliche Protagonistin erlebt. Kaum haben sie und ihr frisch angetrauter Ehemann dieses Something im Meer gefunden, fällt sie eine saublöde Entscheidung nach der nächsten, ist naiv wie ein kleines Mädchen und scheint ihr Hirn gegen eine hohle Frucht eingetauscht zu haben.

    Doch beginnen wir mit dem Handlungsverlauf.

    Die Begründung, dass Erin und Mark Something aus dem Wasser mitnehmen wollen, wird ca. 200 Seiten lang aufgebaut, dabei hätte es das gar nicht gebraucht. Das hätte jeder von uns mitgenommen. Jeder. Egal, ob er vorher dieses oder jenes erlebt hätte. Haben sie es erst einmal gefunden, ist dieser Hintergrund allerdings völlig egal, denn sie recherchieren erst einmal tagelang, ob es nun rechtlich gesehen, diese oder jene Fundsache ist und ob sie es nun als Finder behalten dürfen oder nicht. So ist im Grunde die ganze Vorarbeit, die die Autorin geleistet hat, für die Füße, der Leser hat rund 200 Seiten umsonst gelesen, und er kann nicht einmal moralisch mit den Figuren mitgehen, weil sie sich plötzlich um das internationale Seerecht sorgen.

    Schließlich gehen sie wieder nach Hause, der ganze Spaß geht erst richtig los, und die Protagonistin ist einfach von vorne bis hinten dumm, während Mark, der Göttergatte, blass und nichtssagend bleibt.

    Hinzu kam, dass der eigentlich sehr angenehme Schreibstil durch ein permanentes "nicht wahr?" und "oder?", den Leser ansprechend, unterbrochen wurde.

    Fazit: Die Idee ist nicht neu, aber wirklich gut. Die Filmrechte sind schon verkauft, und ich könnte es mir als Film auch wirklich gut vorstellen. In Buchform ist das Intro zur eigentlichen Geschichte jedoch zu ausufernd und die Protagonistin nervt mit ihren durch die Bank weg dummen Entscheidungen. Von mir gibt es 2,5**.

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