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AngelikaKroll

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Rezensionen und Bewertungen

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Cover des Buches ONE OF US IS LYING (ISBN: 9783570311653)

Bewertung zu "ONE OF US IS LYING" von Karen M. McManus

ONE OF US IS LYING
AngelikaKrollvor 2 Monaten
Kurzmeinung: Spannende Geschichte mit glaubwürdigen Charakteren, die aber oft zu vorhersehbar ist und etwas unter der Erzählperspektive leidet.
One of us?

Fünf Jugendliche werden zum Nachsitzen verdonnert, obwohl ihnen der Grund dafür offensichtlich untergeschoben wurde. Während des Nachsitzens stirbt einer von ihnen - Simon - an einem allergischen Schock, und allen anderen ist sofort klar, dass es einer von ihnen gewesen sein muss, denn schließlich hatten alle einen Grund, sich an Simon zu rächen - oder?

Die fünf Hauptfiguren - den Toten kann man hier zweifellos hinzuzählen - sind sehr unterschiedlich und glaubhaft dargestellt. Zwar erfüllen sie nach außen hin eine Menge (amerikanischer) Oberschulklischees, im Laufer der Geschichte zeigt sich aber, das vieles davon nur Show ist, um den Erwartungen anderer zu entsprechen. Dass der Tod Simons dafür sorgt, dass sie alle ihr Handeln und bisheriges Leben überdenken, hat mir sehr gut gefallen. Die Aufklärung des Falls ist auch spannend geschrieben, allerdings war mir sehr schnell klar, worauf es hinausläuft, und das liegt an der Erzählperspektive.

Das gesamte Buch ist in der 1. Person der vier Nachsitzenden (außer Simon) geschrieben. Dadurch wird von Anfang an klar, dass es von diesen Vier keiner gewesen sein kann, außer sie würden sich in ihren Gedanken und inneren Monologen selbst belügen. Was sie natürlich nicht tun, weshalb der Buchtitel selbst schon gelogen ist. 

Abgesehen davon sind auch ein paar andere Punkte (z.B. Coopers Geheimnis) sehr vorhersehbar, aber das finde ich nicht so tragisch. Die Hackerfähigkeiten einzelner Figuren sind unglaubwürdig, und es wird nie erklärt, wie oder wo sie sich diese angeeignet haben, aber auch darüber kann man hinwegsehen.

"One of us is lying" lebt nicht von der Krimigeschichte, die zwar immer präsent ist, aber bald in den Hintergrund rückt. Was das Buch wirklich lesenswert macht, ist die Entwicklung der Charaktere - miteinander und jeder für sich. Allerdings ist es gerade am Anfang sehr schwer, in das Buch reinzukommen, da alle vier Protagonisten abwechselnd erzählen und man sie oft kaum unterscheiden kann und immer wieder zurückblättern muss, um nachzuschauen, wer jetzt gerade dran ist. Das wird später leichter, aber am Anfang dachte ich oft "Hä? Warum redet XY denn jetzt mit der?", obwohl die Erzählperspektive zwischenzeitlich gewechselt hatte und jemand anderes am erzählen war.

Das klingt jetzt alles nach viel Kritik, aber insgesamt ist der "Mörder Club" ein sympathischer Haufen, den kennenzulernen mir viel Spaß gemacht hat.

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Cover des Buches Sie müssen da nicht allein durch!: Aus der Praxis eines Psychotherapeuten oder warum unkonventionelle Methoden oft die wirksamsten sind (ISBN: B08XBYKWQR)

Bewertung zu "Sie müssen da nicht allein durch!: Aus der Praxis eines Psychotherapeuten oder warum unkonventionelle Methoden oft die wirksamsten sind" von Martin Rauh-Köpsel

Sie müssen da nicht allein durch!: Aus der Praxis eines Psychotherapeuten oder warum unkonventionelle Methoden oft die wirksamsten sind
AngelikaKrollvor 10 Monaten
Irgendwie habe ich etwas anderes erwartet

Ich lese in den letzten Monaten fast ausschließlich psychologische Ratgeber, sei es über Beziehungen, Menschenkenntnis oder Burnout. Die Tipps und Methoden in all diesen Büchern sind sich aber immer ziemlich ähnlich. Daher wollte ich gerne einmal etwas von ungewöhnlichen Praktiken lesen und habe mir dieses Buch hier ausgeliehen.
Es ist nicht so, als würde der Autor nicht genau das tun (= von ungewöhnlichen Methoden erzählen), aber irgendwie habe ich etwas anderes erwartet. Es geht hier nämlich nicht um Tipps, die dem Leser helfen sollen, sondern einfach um interessante, traurige, lustige oder ungewöhnliche Anekdoten aus seiner Arbeit als Therapeut. Ein bisschen wie die (grandiosen!) Bücher von Sophie Seeberg, nur sind die Geschichten bei Herrn Rauh-Köspel weniger lang und im Normalfall auch weniger spannend. Meistens nur auf wenigen Zeiten wird das Problem oder Schicksal einer*s Patient*in geschildert und die vorgeschlagene Lösung; letztere führt ogt zum Erfolg, manchmal aber auch nicht, weil der*die Patient*in nicht mitmacht oder einfach nicht mehr zu den Terminen erscheint.<br>

Fazit
Trotz der ernsten Thematik ein überraschend kurzweiliges Buch, das man schnell weggelesen bzw. -gehört hat, das jedoch leider keinehn richtigen Mehrwert bietet.

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Cover des Buches Ehrlich Bewerben: Wie Du Arbeitgeber Deines Traumjobs mit wahrlich einzigartigen Bewerbungsschreiben von Deiner Persönlichkeit und Motivation überzeugst – besonders geeignet für Quereinsteiger (ISBN: 9798624510937)

Bewertung zu "Ehrlich Bewerben: Wie Du Arbeitgeber Deines Traumjobs mit wahrlich einzigartigen Bewerbungsschreiben von Deiner Persönlichkeit und Motivation überzeugst – besonders geeignet für Quereinsteiger" von Christian B. Rahe

Ehrlich Bewerben: Wie Du Arbeitgeber Deines Traumjobs mit wahrlich einzigartigen Bewerbungsschreiben von Deiner Persönlichkeit und Motivation überzeugst – besonders geeignet für Quereinsteiger
AngelikaKrollvor einem Jahr
Cover des Buches Warum Burnout nicht vom Job kommt (ISBN: 9783942208567)

Bewertung zu "Warum Burnout nicht vom Job kommt" von Helen Heinemann

Warum Burnout nicht vom Job kommt
AngelikaKrollvor einem Jahr
Wo Männer noch selber nageln dürfen und Frauen der Haushalt richtig glücklich macht

Ich hatte einen schweren Burnout, der zu einer Depression führte oder ein Teil von ihr war, schwer zu sagen. Ein Jobwechsel hat geholfen, aber natürlich nicht alles gelöst. Und so sprach mich dieses Buch sehr an. Aber hat es sich gelohnt? Spoiler: nein


In den ersten zwei Dritteln des Buches erzählt uns die Autorin mehrfach etwas darüber, dass sie Burnout-Seminare gibt, teilweise gesponsert von der Techniker Krankenkasse, dass diese meistens streng nach Geschlecht sortiert sind und dass sie natürlich insgesamt total gut und erfolgreich sind. Gespickt ist das Ganze mit diversen Beispielen und Lebensgeschichten der Seminarteilnehmer. Gemeinsam haben fast alle, dass sie ihren Job mögen und so gut wie möglich machen möchten, gleichzeitig aber auch zuhause alles richtig machen wollen und es schwer ist, alles unter einen Hut zu bringen. Männer machen in der Konsequenz Abstriche bei Freizeit und Familie, weil sie es ihren Frauen ja eh nicht recht machen können, und die Frauen arbeiten in allen Bereichen zu viel. Glücklich ist aber natürlich niemand damit.

Warum ist das so? Klar, zum einen geht es um zu hohe Ansprüche an sich selbst, an Perfektionismus und die mangelnde Fähigkeit, sich einen Ausgleich zu schaffen, bei dem man seine seelischen (!) Akkus wieder aufladen kann. Laut Frau Heinemann ist der Hauptgrund aber ein ganz anderer: In der modernen Zeit, Dank Gleichberechtigung und Emanzipation, sind alle Menschen in einer Identitätskrise und versuchen Rollen zu erfüllen, die ihnen biologisch (!) nicht liegen und deswegen sind sie unglücklich. Als es noch die klassische Rollenverteilung gab (und in Länder, wo dies heute noch so ist), wäre auch niemand ausgebrannt, und zwar, weil er oder sie ganz klar wusste, was seine/ihre Rolle ist und dadurch seinen/ihren Platz im Leben hatte. Wow. Ernsthaft?

Aber an dieser Stelle geht’s dann erst richtig los. Natürlich sei ein Mann unglücklich, wenn er sich nachts um das Kind kümmern müsse, wo er doch stundenlang brauche, um es zu beruhigen, während die Frau es einfach an die Brust legen und kann und dann schläft es sofort ein. Also hat die Frau das Kind nachts immer an der Backe, und diese klare Rollenverteilung schützt den Mann vor dem Burnout. Soso. Und was, wenn die Frau nicht stillen kann? Nicht stillen MÖCHTE? Mit Milchpumpen oder –pulver kann das Kind hervorragend auch ohne Brust versorgt werden und das kann der Mann dann exakt genauso gut. Welches Argument bleibt dann noch übrig? Genau, keines. Auch verbreitet Frau Heinemann die haarsträubenden Thesen, dass Frauen das kümmern und betüddeln in die Wiege gelegt wird und Männer hier genetische Defizite haben, während Männer dafür gerissener und ehrgeiziger sind, was super im Job sind. Frauen müssten sich dagegen für Karriere zu Handlungen zwingen, die ihnen gar nicht liegen. Dass dieser ganze Käse reine Erziehungssache ist und auch größtenteils auf Umwelteinflüssen basiert (z.B. wenn andere Jungs im Kindergarten sagen, „Frozen“ wäre nur was für Mädchen und der Sohn sich plötzlich nicht mehr traut, ein Elsa-Fan zu sein) wird hier komplett ausgeblendet.

Das absurdeste Beispiel kommt aus dem Leben von Frau Heinemann selbst: Sie war zu Studienzeiten eine gute Handwerkerin, hat aber nach der Hochzeit alles an ihren Mann abgetreten und dafür Nähen gelernt, weil es ihm so wichtig sei, dass er der Heimwerker ist und nicht sie. Sorry, aber ein Mann, dessen Ego zusammenbricht, weil seine Frau selbst einen Nagel in die Wand hauen kann, hat noch ein viel größeres Problem als Burnout.


Okay: Sicher kann es helfen, wenn man Aufgaben halbwegs fest verteilt, damit sie nicht liegen bleiben und z.B. Rechnungen nicht bezahlt werden oder man plötzlich keine saubere Unterwäsche mehr hat. Das hat aber a) nichts mit Burnout-Vorbeugung, sondern mit reiner Alltagsorganisation. Zumal die Aufgaben laut der Autorin nach Fähigkeiten vergeben werden sollen. Was aber, wenn beide Partner XY nicht können? Oder es nicht MÖGEN? Wäre es da nicht sinnvoller, sich den Scheiß zu teilen und sich abzuwechseln, bevor einer alleine die Drecksarbeit macht und darüber wütend, verbittert und um schlimmsten Fall ausgebrannt wird? Zumal eine fixe Aufgabenteilung nur funktioniert, wenn einer den ganzen Tag zuhause ist und der andere arbeiten geht, möglichst mit festen Zeiten. Denn was, wenn der Mann (ist ja immer der Mann, der arbeitet, ne, Frau Heinemann?) Schichtdienst arbeitet und es daher zeitlich nicht möglich ist, dass er die Mülltonne rausstellt? DARF seine Frau das dann übernehmen, ohne dass er in einer Identitätskrise landet? Oder darf sie es nicht und der Müll stinkt dann halt noch zwei Wochen vor sich hin? Und was, wenn der Mann echt gut kochen kann, die Frau aber nur so mittelmäßig, müssen dann beide mit mittelmäßigem Essen leben, kochen nun mal ihr Job ist? Das ist doch Blödsinn. Auch ignoriert sie völlig, dass es in der heutigen Zeit fast unmöglich ist, eine Familie mit nur einem Einkommen über die Runden zu bringen. Da müssen beide arbeiten gehen, egal, ob ihnen das Spaß macht oder es ihr Ego kränkt.

Zwar schwächt die Autorin ihre antiquierten Ansichten am Ende dadurch ab, dass sie natürlich nicht in diese „dunkle Zeit“ zurückwolle, aber in der Zeit des Umbruchs, in der wir uns gerade befänden, feste Rollen einen Anker bildeten, der einen vorm Burnout schützen könne. Da will man nur noch sehr laut schreien und das Buch verbrennen!


Spätestens im o.g. letzten Drittel des Buches fühlte ich mich sowohl vom Inhalt als auch von den Formulierungen her an „Die fünf Sprachen der Liebe“ von G. Chapman erinnert. Durch Zufall fand ich heraus, dass das Buch in einem christlichen Verlag erschienen ist, und das erklärt eine Menge. Nicht nur das, was im Buch steht, sondern vor allem das, was fehlt: Diversität. Es kommen nur verheiratete Paare, meistens mit Kindern, vor. Keine Alleinerziehende, keine Singles und natürlich erst recht niemand aus dem queeren Spektrum. Es geht auch nur um Burnout von HausFRAUEN, nicht HausMÄNNERN, denn Gott bewahre, die gibt’s in Frau Heinemanns Welt nicht. Wahrscheinlich, weil sie nicht stillen können.

Das Buch ist von einer Frau geschrieben, die in ihrem Leben (Zitat!) „Vater – Mutter – Kind“ spielt, und ihre Lösung ist, dass alle sich auf feste Rollen besinnen sollten, um weniger Probleme zu haben. Diese MÜSSEN natürlich nicht traditionell sein, das bietet sich laut ihr aber an, aufgrund von Genetik und dem besagten (vor allem männlichen) fragilem Ego. Wie das genau funktionieren soll, erst recht, wenn man von besagten Traditionen abweicht, erklärt sie nicht.


Fazit: Fing okay an und wurde dann eine Katastrophe. Lest das nicht, es ist absolute Zeitverschwendung.

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Cover des Buches Die 5 Sprachen der Liebe (ISBN: 9783868273144)

Bewertung zu "Die 5 Sprachen der Liebe" von Gary Chapman

Die 5 Sprachen der Liebe
AngelikaKrollvor einem Jahr
Ein guter Kern mit religiösem Geschwurbel und Unterstürzung häuslicher Gewalt

Vorweg: Mr. Chapman ist Amerikaner und Pfarrer, und beides zieht sich sehr stark und unangenehm durch das Buch. Es ist gespickt mit Bibelzitaten und –ereignissen, die als vollständig existent und historisch korrekt und dargestellt werden, was mich erst erheiterte, dann nervte und am Ende fassungslos zurückließ. Auch geht er grundsätzlich von einer heterosexuellen Ehe aus, und diese muss um jeden Preis erhalten bleiben, und wenn das bedeutet, dass sich mindestens einer der Partner komplett unterordnet, Hobbys aufgibt usw. Und natürlich konnten die ganzen Paare in den Beispielen ihre Probleme (hauptsächlich) mit Gottes Hilfe lösen, waren in der Gemeinde aktiv etc. Lest das Buch also nur, wenn ihr es schafft, den ganzen Mist auszublenden und euch auf die daneben wirklich guten Ideen zu fokussieren.


Die eigentliche Idee des Buchs ist nicht verkehrt. Die 5 Sprachen sind eigentlich 5 Wege, auf die man Menschen glücklich machen und ihnen seine Liebe zeigen kann: Hilfsbereitschaft, Berührungen, gemeinsame Zeit, Geschenke und Lob und Anerkennung. Den meisten Menschen gefallen mehrere dieser Dinge, doch gibt es normalerweise eine starke Präferenz für eine bestimmte „Sprache“. Es gibt im Buch auch einen Test, mit dem man rausfinden kann, welcher Typ man selbst ist.

Wenn man die Sprache des Partners nicht kennt, kann es sein, dass man sich buchstäblich den Arsch aufreißt und der Partner trotzdem denkt, man würde sich nicht für ihn interessieren.


Beispiel: A ist der Typ Hilfsbereitschaft. Weil er es mag, wenn man ihm hilft, hilft er auch seinem Partner, B, wo er kann und sorgt dafür, dass das Haus sauber ist, er seine Leibgerichte gekocht bekommt usw. B dagegen ist der Typ Zweisamkeit. Ihm ist es egal, wenn die Wäsche mal länger liegen bleibt und er würde viel lieber mehr Zeit mit A verbringen. Er nutzt jede freie Minute, um dies zu tun und überlegt sich allerlei Ausflüge und Unternehmungen, die er mit A machen will. A dagegen findet vielleicht, dass es zu viel gemeinsame Zeit ist und würde sich mehr freuen, wenn B ihm etwas Arbeit abnimmt und er die gewonnene Zeit für sich nutzen und mal ein Buch lesen kann.

Fazit: Beide investieren viel Zeit und Mühe in ihre Beziehung, legen den Fokus aber nicht auf die Bedürfnisse des Partners, weshalb ihr Engagement nicht angemessen gewürdigt wird.

Lösung: A muss nicht die Erwartungen eines perfekten Haushalts erfüllen und sollte lieber mehr Zeit mit B verbringen.

B kann A dafür im Haushalt unterstützen, so dass am Ende beide mehr Zeit haben, sowohl für sich selbst als auch gemeinsam.


Dabei legt Chapman Wert darauf, dass alles als Bitte und nicht als Befehl und mit Nörgelei geäußert werden soll – sagt aber gleichzeitig, dass man die Bitten des Partners dann auch erfüllen soll. Wenn ich quasi jede Bitte erfüllen muss, ist es dann überhaupt noch eine Bitte? Mich erinnert das eher an ein Arbeitsverhältnis, wo der Chef mich um was bittet, aber ich eh keine Wahl habe, nein zu sagen, weil ich dafür bezahlt werde. Man soll auch immer seinen Partner fragen, was man machen kann, damit er sich geliebt(er) fühlt. Das Prinzip funktioniert aber nur, wenn beide Seiten mitmachen, sonst wird man total ausgenutzt. Der von Chapman angesprochene Automatismus, dass, wenn man selbst viel Liebe gibt, irgendwann auch Liebe zurückkommt, ist nämlich Bullshit. „Sei nett zu allen, dann sind auch alle nett zu dir“ klappt schon zu Schulzeiten nicht, sonst gäbe es ja kein Mobbing.

Besonders gruselig wird das bedingungslose Geben im Bereich Sexualität, wo einer (psychisch) misshandelten Ehefrau, die ihren Mann nur noch hasst, von Chapman geraten wird, mindestens 2x pro Woche mit ihrem Mann zu schlafen – egal, wie sie sich dabei fühlt – um hn so glücklich zu machen und zu hoffen, dass dann irgendwann mal was von ihm zurückkommt. Weil Jesus ja auch gesagt hat, man solle seine Feinde lieben blabla. Ich meine, WTF? DAS GEHT GAR NICHT!


Insgesamt hat das Buch gute Ansätze, die meiner Meinung nach wirklich weiterhelfen. Gerade der Irrglaube, dass alles, was man selbst super findet, auch dem Partner guttut, hat mir gefallen. Ist eigentlich auch logisch, aber man muss erst mal drauf kommen. So kann man seine Zeit und Energie sinnvoller nutzen, statt seinen Partner mit Gesten zu überschütten, von denen er gar nicht viel hat.

Das Ganze wird aber leider vom religiösen Unfug, altmodischen und sexistischen Ansichten und teilweise gefährlichen „Scheidungsvermeidungsempfehlungen“ deutlich abgeschwächt. Schade.

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Cover des Buches Wie lebe ich mit einem Narzissten? (ISBN: 9783744841160)

Bewertung zu "Wie lebe ich mit einem Narzissten?" von Sven Grüttefien

Wie lebe ich mit einem Narzissten?
AngelikaKrollvor einem Jahr
Der tägliche Kampf ums Überleben

Wenn man sich anschaut, wie viele Artikel und Bücher Herr Grüttevien schon zum Thema Narzissmus geschrieben hat, kann man ihn zu Recht als Experten auf diesem Gebiet bezeichnen – zumal seine Werke wirklich gut sind. Das hier vorliegende Buch ist da keine Ausnahme.

Neben grundlegenden Informationen zu Narzissten – was macht sie aus, was treibt sie an, was sind ihre Stärken und Schwächen – geht er ganz gezielt auf die Personen ein, die mit ihnen leben müssen oder (warum auch immer) wollen. Denn in der Regel hat man sehr wohl die Wahl, die Beziehung zum Narzissten zu beenden, egal ob es der Partner, der Chef oder die Mutter ist. Hat man sich aber, warum auch immer, dazu entschieden, die Beziehung aufrecht zu erhalten, geht es nur noch darum, das Beste daraus zu machen und selbst nicht völlig zugrunde zu gehen. Denn das, und hier ein großes Lob für Grütteviens Ehrlichkeit, muss man gerade in einer Partnerschaft harte Abstriche machen. Denn der Narzisst wird sich zu 99% niemals ändern und niemals (ganz) damit aufhören, einen zu beschimpfen, zu manipulieren und maßlos auszunutzen. Er wird sich nie zu dem netten, liebevollen Menschen entwickeln, den man sich wünscht. Daher geht es in erster Linie darum, auf sich selbst zu achten, die Ausfälle des Narzissten auszuhalten und zu verringern (z.B. durch Lob, Anerkennung und gewisse Opfer) und zwischen all den schlechten Dingen auch seine guten Seiten zu erkennen. Dass das verdammt harte Arbeit ist und man kläglich scheitern kann, ist klar, und auch hier nimmt der Autor kein Blatt vor den Mund. Dabei ertappt man sich als Leser auch immer wieder, welche Fehler man in der Vergangenheit gemacht hat und dass man selbst, wenn man dem Narzissten immer freie Bahn lässt, auch eine gewisse Mitschuld trägt.

Erläutert wird das ganze anhand vieler Beispiele aus allen Lebenslagen, in denen der Narzisst ist, wie er ist und wie man selbst darauf bestmöglich reagieren kann (z.B. konkrete Formulierungen) – allerdings nie mit Erfolgsgarantie. Man soll am besten Buch führen, wie man in welcher Situation reagiert hat und ob man damit Erfolg hatte. 

Insgesamt also eine absolute Empfehlung von mir. 

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Cover des Buches Liebe geht auch einfach (ISBN: 9783833826528)

Bewertung zu "Liebe geht auch einfach" von Rita Pohle

Liebe geht auch einfach
AngelikaKrollvor einem Jahr
Eine Beziehung ist kein Kleiderschrank

Ich habe bereits das Entrümplungsbuch von Frau Pohle gelesen und fand es sehr erheiternd und die darin enthaltenen Ratschläge gut umsetzbar.

Was für einen Kleiderschrank oder eine Garage funktionieren mag, lässt sich aber eher schlecht auf eine Beziehung übertragen. Frau Pohle zeigt viele Dinge auf, die man unterlassen sollte (z.B. den Partner ändern zu wollen oder sich immer wieder über das gleiche zu streiten), um der Beziehung nicht zu schaden, aber das war’s dann leider schon. „Hör halt auf damit“ ist nett gemeint, hilft einem aber nicht weiter, wenn das WIE fehlt.

Unter’m Strich ist das Buch eine lange Liste aus durchaus sinnvollen Do’s und noch mehr Dont’s, jedoch ohne konkrete Tipps zur Umsetzung. Sicher eine gute Grundlage für Leute, die gar keine Ahnung von Beziehungen haben, aber eine Ehe retten kann man damit höchstwahrscheinlich nicht. Schade.

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Cover des Buches Weltuntergang fällt aus! (SPIEGEL-Bestseller) (ISBN: 9783831206049)

Bewertung zu "Weltuntergang fällt aus! (SPIEGEL-Bestseller)" von Jan Hegenberg

Weltuntergang fällt aus! (SPIEGEL-Bestseller)
AngelikaKrollvor einem Jahr
Cover des Buches Drama Princess (ISBN: 9783401501772)

Bewertung zu "Drama Princess" von Brigitte Blobel

Drama Princess
AngelikaKrollvor einem Jahr
Cover des Buches Alessas Schuld (ISBN: 9783401027661)

Bewertung zu "Alessas Schuld" von Brigitte Blobel

Alessas Schuld
AngelikaKrollvor einem Jahr

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