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Anka2010

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    Cover des Buches Aurora erwacht (ISBN: 9783737356701)

    Bewertung zu "Aurora erwacht" von Amie Kaufman

    Aurora erwacht
    Anka2010vor einem Monat
    Kurzmeinung: „Aurora erwacht“ hat einfach alles, was ein gutes Buch ausmacht.
    „Aurora erwacht“ hat einfach alles, was ein gutes Buch ausmacht

    Nicht nur eingefleischte Sci-Fi-Fans werden mit dem Trilogieauftakt „Aurora erwacht“ von Amie Kaufman & Jay Kristoff begeisternde Lesestunden verbringen können – auch Newbies, die sich auf ihren ersten intergalaktischen Flug wagen, werden ihren Spaß haben.

    Die turbulente Geschichte rund um die geheimnisvolle Aurora nimmt gleich zu Beginn ordentlich Fahrt auf. Schon nach den ersten Seiten ist klar: uns erwartet nicht nur eine spannende Geschichte, sondern neben starken, extravaganten und teils skurrilen Charakteren auch unheimlich witzige Dialoge, verbunden mit dem ein oder anderen hitzigen Schlagabtausch.

    Wer kennt sie nicht? Die armen Tröpfe, die im Sportunterricht immer als letztes in die Mannschaft gewählt werden. Dieser unangenehmen Situation war Tyler mit Sicherheit nie ausgesetzt, denn er ist der Beste seines Abschlussjahrgangs an der Aurora Academy und freut sich darauf, sich nach seiner bestandenen Prüfung ein 1A Squad zusammenstellen zu können, welches zukünftig von einer aufregenden Weltraummission zur nächsten jagen wird. Dumm nur, dass er in der Nacht vor dem wichtigsten Tag seines Lebens, nicht schlafen kann… was weitreichende Folgen hat.

    48 Stunden später sitzt er seinem Squad gegenüber, welches aus lauter übriggebliebenen Rekruten besteht und ihr erster Auftrag könnte an Langweiligkeit auch nicht mehr überboten werden.

    Dass dann doch alles ganz anders kommt, muss ich euch sicher nicht anteasern.

    Welche besondere Rolle Auri dabei spielt, die über 200 Jahre lang im Kryo-Schlaf verbracht hat, solltet ihr unbedingt selbst herausfinden.

    Amie Kaufman und Jay Kristoff bilden ein meisterhaftes Duo an der Schreibfeder! Ich bin restlos begeistert von diesem aufregenden Weltraumabenteuer, welches in allen Punkten überzeugen kann.

    Mitreißende Spannung, ein grandioses Storytelling mit überraschenden Plot-Twists, ein abwechslungsreiches, originelles & fantasievolles Setting, charakterstarke & diverse Protagonist*innen, viiiiiiiiiiiiel Humor und eine moderne, flotte, authentische Sprache. „Aurora erwacht“ hat einfach alles, was ein gutes Buch ausmacht.


    Wer nicht selbst in die Seiten abgetaucht ist oder zum großartig vertonten Audiobook gegriffen hat, verpasst etwas! Von mir bekommt dieser Trilogieauftakt eine glasklare Leseempfehlung!

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    Cover des Buches Feeling Close to You (ISBN: 9783966350099)

    Bewertung zu "Feeling Close to You" von Bianca Iosivoni

    Feeling Close to You
    Anka2010vor einem Monat
    Kurzmeinung: Bianca Iosivoni lässt ihre Protagonistin sein, wie sie eben ist und das ist nicht nur gut, sondern auch verdammt richtig so.
    Bianca Iosivoni lässt ihre Protagonistin sein, wie sie eben ist und das ist nicht nur gut, sondern auch verdammt richtig so.



    In „Feeling close to you“ erzählt Bianca Iosivoni die Geschichte von Teagan und Parker. Beide sind leidenschaftliche und gleichzeitig professionelle Gamer, die sich mit ihren „Let‘s play - Livestreams“ eine große Online-Fangemeinde aufgebaut haben.
    Die beiden lernen sich kennen, nähern sich in regelmäßigen Chats und Online-Game-Battles immer weiter an und scheinen sich zwar nicht gesucht, aber trotzdem gefunden zu haben.




    Natürlich wäre es ohne ein bisschen Drama langweilig, deshalb müssen sich beide mit familiären Problemen und persönlichen Ängsten auseinandersetzen, die ihnen den ein oder anderen Stolperstein in den Weg legen.

    Würde nicht der Gaming-Faktor im Fokus stehen, hätten wir es hier mit einem allseits bekannten Plot einer von tausenden bereits existierenden Young Adult / New Adult Liebesgeschichten zu tun. Dennoch hat es die Autorin geschafft, mich an ihre Story zu fesseln. Relativ unaufgeregt und ohne überstrapaziertes Drama aber trotzdem erfrischend und niedlich lässt sie Teagan & Parker aufeinander los. Ich mochte beide Protagonisten sehr und hatte auch die Möglichkeit, allen beiden relativ nah zu kommen, da die Geschichte abwechselnd aus beiden Perspektiven erzählt wird. Gut gefallen hat mir, dass es keine Überschneidungen gibt, d.h. ich musste nicht ein und dieselbe Situation aus zwei verschiedenen Blickwinkeln erleben. Ein bisschen gestolpert bin ich über zwei-drei Zeitsprünge, bei denen ich sofort das Gefühl hatte, dass die Geschichte ursprünglich weitererzählt wurde, dann aber gekürzt/gestrafft werden musste. So kamen kleine erzählerische Lücken zustande, die jedoch nicht großartig gestört haben, sondern eher dazu beigetrugen, dass die Geschichte nicht ins Stocken geriet.




    Das Hörbuch wird von Julia Stoepel und Nicolás Artajo gelesen. Beide habe ich als sehr angenehm im Ohr empfunden. Sie passten prima zu Teagan und Parker. Was eventuell beim Hören etwas stören könnte, für mich aber unproblematisch war, ist das Vorlesen der Chatverläufe und der dazugehörigen Emojis.

    Auch wenn dieses Buch sehr vielen anderen Titeln seines Genres ähnelt, kann ich es trotzdem empfehlen. Sowohl der Gaming-Aspekt hebt „Feeling close to you“ von anderen New Adult Romanen ab, als auch die Protagonisten – allen voran Teagan. Ich fand es unheimlich beeindruckend, wie sie für ihre Wünsche, Träume und Ziele einsteht, wie sie sich Konflikten stellt und wie sie wesentlich erwachsener mit ihnen umgeht, als beispielsweise ihr Vater oder auch Parker. Sie ist introvertiert – na und? Das heißt noch lange nicht, dass sie zu allem „Ja und Amen“ sagt oder sich kleinlaut allem fügt, was von ihr verlangt wird. Mit ihren 18 Jahren hat sie mich ziemlich beeindruckt und ich denke, dass sie für viele junge Menschen, die ebenfalls ein gutes Online-Game einer lauten Party vorziehen, eine Identifikations-Figur ist. Viele werden sich in ihr wiederfinden, weil sie wahrscheinlich mit ähnlichen Aussagen konfrontiert werden.

    Früher musste in Jugendromanen aus dem kleinen, grauen Mäuslein unbedingt ein großer, imposanter, wunderhübscher Schwan werden. Junge Menschen, insbesondere Mädchen, wurden verbogen. Ihnen wurde suggeriert, dass ihnen ihre Schüchternheit, ihre Introvertiertheit im Weg steht und sie sofort an Beliebtheit gewinnen, wenn sie Jeans + Schlabberpulli gegen ein Kleid tauschen, ihre Hornbrille abnehmen, sich schminken und mal einen ordentlichen Schluck Alkohol auf einer angesagten Houseparty trinken. Bianca Iosivoni hingegen lässt ihre Protagonistin sein, wie sie eben ist und das ist nicht nur gut, sondern auch verdammt richtig so. Bitte mehr davon!

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    Cover des Buches Zeilen ans Meer (ISBN: 9783404183517)

    Bewertung zu "Zeilen ans Meer" von Sarah Fischer

    Zeilen ans Meer
    Anka2010vor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Ich habe mitgefühlt – von der ersten bis zur letzten Seite.
    Ich habe mitgefühlt – von der ersten bis zur letzten Seite.

    Alles beginnt mit einer Flaschenpost, die Lena während ihres Work & Travel Jahres in Australien ins Meer wirft. In dieser Flaschenpost hinterlässt sie eine Momentaufnahme von sich selbst: jung & frech, voller Energie und Träume, beseelt von ihren Erfahrungen in Australien, beflügelt von der Musik, die sie jeden Abend gemacht hat und bereit für eine abenteuerliche, glückliche und erfolgreiche Zukunft.


    Heute, 16 Jahre später, brütet die 36-jährige Lena in ihrer Münchner Wohnung über der Übersetzung einer Bedienungsanleitung für Fernbedienungen und sorgt sich um ihre kleine Tochter, die im Hort Probleme mit anderen Kindern hat. Was ist aus der lebenshungrigen Abenteurerin mit der schönen Stimme geworden? Wohin sind all ihre Träume verschwunden?


    Diese Fragen stellt sie sich selbst, als ihr eines Tages aus heiterem Himmel eine Kopie ihres Flaschenpost-Briefes von damals ins Haus flattert. Der Australier Sam hat ihre Flaschenpost 16 Jahre, nachdem sie sie ins Meer geworfen hat, am Strand gefunden. Sofort setzt er sich mit der deutschen Absenderin in Verbindung und es beginnt – unerwartet für beide – eine ganz besondere Brieffreundschaft. Bereits die ersten Briefwechsel sind sehr persönlich und der enge Kontakt entwickelt sich schnell zu einem regen, tiefgründigen Austausch, gespickt mit süßen, neckischen Flirtereien und emotionalen Offenbarungen. Lena und Sam lernen sich Brief für Brief näher kennen, doch was passiert, wenn sie sich irgendwann zu nah kommen? Kann man sich in einen Menschen verlieben, den man noch nie gesehen hat, sondern nur aus Briefen kennt?


    Zwei Jahre lang hat die Stuttgarter Autorin Adriana Popescu ein Geheimnis daraus gemacht, dass sie hinter dem bis dato geschlossenen Pseudonym Sarah Fischer steckt. Nun, pünktlich zum Erscheinen der neuen Taschenbuchausgabe von „Zeilen ans Meer“, fand die große Offenlegung statt. Für mich eine riesige Überraschung, die ziemlich schnell in Vorfreude auf den Roman umschlug. Was würde Sarah Fischer mit der für ihre sowohl nerdig-angehauchten als auch tiefgründigen (Jugend-)Romane bekannte Adriana Popescu gemein haben?

    Nachdem ich den Briefroman aufgeschlagen und die ersten 3 Seiten gelesen hatte, standen mir bereits Tränen in den Augen, die ich mit einem Kribbeln im Bauch und einem seeligen Lächeln wegblinzelte. Genau wie Adriana Popescu zuvor so oft, gelang es auch Sarah Fischer mich mit nur wenigen Worten in den Bann ihrer Geschichte zu ziehen. Die Autorin hat einfach ein unheimliches Gespür für Zwischenmenschliches und ist für mich eine Künstlerin der authentischen Dialoge. Schriftstellerisch hatte ich das Gefühl, hier eine noch erwachsenere Adriana Popescu zu lesen, die sich zwar ihrer Wurzeln bewusst ist, ihre Leichtigkeit nicht verliert und trotzdem noch mehr Bedeutung in jedes einzelne Wort steckt. Ich liebe ihren lebendigen, gefühlvollen Schreibstil sehr - in diesem Roman ganz besonders. Kitschig gesagt, fühlte es sich so an, als öffneten sich die Tore zu meinem Herzen ganz automatisch und ließen dieses Buch hinein. Sofort war klar, dies ist eine Geschichte, die nicht in den Kopf, sondern auf direktem Weg ins Herz geht, getragen von authentischen Emotionen, die sich im Nu auf mich übertrugen. 


    Lebe den Moment! Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum! Do more of what makes you happy! – All diese Slogans sind genauso schnell daher gesagt, wie sie wieder in Vergessenheit geraten. Welche Träume und Ziele hattet ihr in eurer Jugend? Habt ihr sie verfolgt und erreicht? Oder geht es euch wie Lena, die sich in ihrem Hamsterrad des Alltags abstrampelt und dabei ihr Vergangenheits-Ich von damals verdrängt hat? Ist sie glücklich?

    Auf den 272 Seiten findet die Münchnerin nicht nur einen Seelenverwandten in Australien, sondern auch sich selbst. Ob es nun zu spät ist, an ihren Träumen von damals festzuhalten?
    Aber nicht nur Lena beschäftigt sich während des Briefeschreibens mit sich selbst. Auch Sam wird mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Warum nennen ihn seine Freunde „den Grübler“? Warum entwirft er die modernsten Surfbretter, ohne selbst darauf gestanden zu haben?

    Ich weiß gar nicht, wie ich in meiner Rezension diesem wunderbaren Briefroman von Sarah Fischer gerecht werden kann. Er hat mich so berührt, mich kichern lassen aber auch zu Tränen gerührt. Ich habe mitgefühlt – von der ersten bis zur letzten Seite. Obwohl es Momente gab, in denen ich augenrollend am liebsten zu Lena nach München gefahren wäre, um sie durchzuschütteln, hat mir „Zeilen ans Meer“ ganz besonders schöne Lesestunden beschert. Authentische Emotionen können auch mal nervig sein, aber dafür sind sie echt und für viele von uns sicher nachspürbar.

    Wenn ihr auf der Suche nach einem Buch seid, das euch komplett an sich fesselt, euch alles um euch herum vergessen lässt, euch berührt und gleichzeitig motiviert und das euch eine herzerwärmende Liebesgeschichte erzählt – dann greift unbedingt zu „Zeilen ans Meer“. Ich werde Lena und insbesondere Sam nicht so schnell vergessen und sicherlich irgendwann für einen Abstecher zu ihnen zurückkehren.

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    Cover des Buches Grenzfall - Der Tod in ihren Augen (ISBN: 9783596700509)

    Bewertung zu "Grenzfall - Der Tod in ihren Augen" von Anna Schneider

    Grenzfall - Der Tod in ihren Augen
    Anka2010vor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Anna Schneider ist ein perfekter Balanceakt zwischen spannender Ermittlungsarbeit und Charakter-Vorstellung gelungen.
    Perfekter Balanceakt zwischen spannender Ermittlungsarbeit und Charakter-Vorstellung

    Alexa Jahn heißt die 32-jährige Kommissarin, die in der neuen Krimireihe „Grenzfall“ von Anna Schneider ermittelt. In ihrem ersten Fall „Der Tod in ihren Augen“ wird die Aschaffenburgerin ins tiefste Oberbayern nach Weilheim versetzt und dort nicht nur mit einem spektakulären Mord, sondern auch mit Steinen konfrontiert, die ihr ihre neuen Kollegen in den Weg legen. Bei ihrem Eintreffen rechnet Alexa noch nicht damit, dass ihr Vorgesetzter kurz darauf krankheitsbedingt ausfällt und sie mit der Leitung dieses besonderen Grenzfalls und einer spektakulär in Szene gesetzten Leiche betraut.

    Warum dieser Mord zu einem „Grenzfall“ wird und somit länderübergreifende Ermittlungen stattfinden, hängt mit den Fundorten der Leiche zusammen – mehr verrate ich euch nicht.

    Mich hat dieser Krimi positiv überrascht. Der Autorin Anna Schneider ist ein perfekter Balanceakt zwischen spannender Ermittlungsarbeit und Charakter-Vorstellung gelungen. Alexa ist eine toughe Protagonistin, die sich immer wieder behaupten muss, die zwischendrin auch mal an sich selbst zweifelt aber dennoch auf ihre Kompetenz und Intuition vertraut. Ich konnte ihre Ängste und Zweifel, aber auch ihre Wut und ihren Ehrgeiz nachempfinden. Meine anfängliche Befürchtung, dass die Autorin ihre sympathische Kommissarin am Ende einen unüberlegten, naiven Alleingang machen lässt, blieb glücklicherweise unbegründet. Ich freue mich schon jetzt darauf, im nächsten Fall erneut Alexa bei ihren Ermittlungen über die Schulter schauen zu dürfen.

    In einem Krimi spielt aber nicht nur die Kommissarin oder der Kommissar eine wichtige Rolle, sondern natürlich auch der Fall an sich. Anna Schneider hat sich für ihren Reihenauftakt eine besonders kreativ drapierte Leiche ausgedacht, deren Fundorte sofort für Verwirrung sorgen. Viele Fragen werden gestellt, nach Tatverdächtigen gesucht und mögliche Motive in die Runde geworfen. Die Ermittlungsarbeit erschien mir absolut schlüssig und wurde zu keiner Zeit langweilig – ganz im Gegenteil. Gespannt habe ich den Ermittlerinnen und Ermittlern über die Schulter geschaut und tappte trotzdem bis zum Ende im Dunkeln. Die Auflösung war schlussendlich gut begründet und logisch aufgedröselt. Ich bin nämlich kein Fan von aus der Luft gegriffenen Paukenschlag-Enden, auf die man während des Lesens nicht selbst kommen kann.


    Ein schönes Schmankerl ist das besondere Setting. Wir befinden uns zum Teil mitten in den Bergen und ich sah den Gipfel des Braunecks vor meinem inneren Auge bedrohlich vor mir aufragen. Auch wenn die Ortsbeschreibungen nicht ausufern und sich die Autorin nicht mit Lokalkolorit aufhält, konnte ich mir die Umgebung prima vorstellen und hatte insbesondere Lenggries sehr bildlich vor mir.

    "Sie musterte das mächtige Bergmassiv, das vor ihr lag, die grauen, steinigen Wände, ohne jedes Grün, ohne Spuren von Leben. Sofort stieg ein mulmiges Gefühl in ihr auf." (S. 19)  


    Mein einziger Kritikpunkt, der mich bei diesem für mich sehr runden und gelungenen Krimi am Ende doch noch sehr gestört hat, war eine Erkenntnis auf den letzten Seiten, deren Konsequenzen sich natürlich auf die Folgebände auswirken werden. Für mich war diese Offenbarung zu konstruiert und unglaubwürdig. Dieser Kritikpunkt hinterlässt zwar ein kleines „Geschmäckle“, macht den Krimi aber nicht weniger lesenswert. Ich empfehle „Grenzfall – Der Tod in ihren Augen“ sehr gern weiter und freue mich schon jetzt auf Alexa Jahns nächsten Fall.

    Übrigens kann ich euch auch das gleichnamige Hörbuch, erschienen im Argon Verlag, ans Herz legen. Julia Nachtmann verleiht nicht nur Alexa Jahn die passende Stimme, sondern fängt auch die Atmosphäre gelungen authentisch ein.


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    Cover des Buches Blitzeinschlag im TerriTorium (ISBN: 9783958541504)

    Bewertung zu "Blitzeinschlag im TerriTorium" von Christine Werner

    Blitzeinschlag im TerriTorium
    Anka2010vor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Zwischen den zwei Buchdeckeln verbirgt sich eine bunte, junge, herrlich erfrischende, zuckersüße und humorvolle Geschichte.
    Eine bunte, junge, herrlich erfrischende, zuckersüße und humorvolle Geschichte

    2019 wurden in Deutschland über 149.000 Ehen geschieden, was einer Scheidungsrate von über 35% entspricht (Quelle: unterhalt.net ). Für viele Kinder ist es heutzutage ganz normal, dass sie ihre Fahne im wöchentlichen Wechsel bei ihrer Mutter und bei ihrem Vater hissen. So geht es auch Terri, der 13-jährigen Protagonistin aus Christine Werners Jugendbuch „Blitzeinschlag im TERRItorium“. Sie hat sich an ihre zwei Domizile gewöhnt und kann dem wöchentlichen Wechsel viel positives abgewinnen.


    Doch dann schlagen eines Tages die Liebesblitze ein. Sowohl ihre beste Freundin Nina als auch ihre Mutter verhalten sich immer merkwürdiger. Während Nina Terri an ihrer Schwärmerei für einen Mitschüler teilhaben lässt, hüllt sich Terris Mutter in Schweigen – doch es ist einfach nicht normal, dass sie ihren Lippenstift in die Mikrowelle stellt und bei Regen lachend durch die Fußgängerzone läuft. Terri versucht auf ihre ganz eigene Art und Weise die gefährlichen Liebesblitze zu erforschen, vor denen sie selbst sich bestmöglich schützen möchte. Nebenbei beobachtet sie ihre Mutter mit ihrer neuen Liebe, um die sie bisher ein großes Geheimnis gemacht hat. Schnell versteht Terri auch warum… denn es ist eine Frau.


    „Eine mitreißende Geschichte über Liebesblitzableiter, Regenbogenfahnen und eine extragroße Familienpizza“ 


    Mit diesen Worten fasst der mixtvision Verlag seinen neuen Titel für junge Leserinnen und Leser ab 11 Jahren perfekt zusammen. Zwischen den zwei Buchdeckeln verbirgt sich eine bunte, junge, herrlich erfrischende, zuckersüße und humorvolle Geschichte, die nicht nur eine ganz wunderbare Message transportiert. Sie zeigt ohne großes Drama, wie eine Familie aufgebaut sein kann und welche Werte in einer Familie wichtig sind. Dass eine Familie nicht im klassischen Sinne aus Vater + Mutter + Kind bestehen muss, ist heutzutage absolut klar. Es gibt so viele unterschiedliche, bunte Konstellationen, die wunderbar funktionieren.

    Im offensichtlichen Mittelpunkt dieser Geschichte stehen aber Terris Forschungen zu den gefährlichen Liebesblitzen. Hier wirkt das Mädchen stellenweise sehr jung und naiv – was sie natürlich auch sein darf. Terri befindet sich auf der Schwelle zwischen „Kind sein“ und „zum Teenager werden“ – eine unheimlich aufregende Zeit. Während ihre beste Freundin überlegt, was sie ihrem Schwarm zum Geburtstag basteln kann, konstruiert Terri einen Blitzableiter, um ja nicht von einem dieser tückischen Liebesblitze getroffen zu werden.


    Mir hat „Blitzeinschlag im TERRItorium“ eine sehr unterhaltsame, kurzweilige Lesezeit beschert, während der ich viel schmunzeln durfte. Ich hatte angenommen, dass die Thematik der gleichgeschlechtlichen Liebe mehr Raum einnehmen würde und war schlussendlich unheimlich glücklich darüber, dass sie nicht zu einem großen Drama aufgebauscht wurde. Auch wenn es im ersten Moment für die junge Terri etwas überraschend war, wurde es sehr schnell ganz normal für sie. Meine Lieblingsszene ist eine, in der sich Terri für die neue Liebe ihrer Mutter einsetzt und sie es nicht richtig findet, dass Unterschiede zwischen Mann und Frau gemacht werden. Warum fühlt sich ihre Mutter unwohl, in der Öffentlichkeit offen mit ihrer Freundin umzugehen und zu ihr zu stehen? Schwingt da etwa ein bisschen Gesellschaftskritik mit? Warum geben wir homosexuellen Paaren noch immer das Gefühl etwas „besonderes“ oder „anders“ zu sein? Da fasse ich mir auch gern schmerzhaft an die eigene Nase… warum bin ich davon ausgegangen, dass es zu einem Drama führt, wenn Terri herausfindet, dass sich ihre Mutter in eine Frau verliebt hat? ES IST KEIN DRAMA! ES IST NORMAL. ES IST RICHTIG. LOVE IS LOVE. Ich glaube, wir alle sollten uns viel häufiger eine Scheibe von unseren Kindern abschneiden, die ohne tiefsitzende Vorbehalte an manche Situationen herangehen, in denen wir Konfliktpotenzial sehen. Es tut weh zu sehen, dass es homosexuelle Paare gibt, die Angst davor haben, zu ihrer Liebe zu stehen.


    Ihr seht, aus Kinder- bzw. Jugendbüchern kann man hervorragende Lehren ziehen und neue Denkansätze schaffen. Schon allein deswegen lohnt es sich, „Blitzeinschlag im TERRItorium“ zu lesen. Von mir bekommt dieses 180 Seiten starke Buch eine klare Leseempfehlung!


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    Cover des Buches Diese eine Lüge (ISBN: 9783522202718)

    Bewertung zu "Diese eine Lüge" von Dante Medema

    Diese eine Lüge
    Anka2010vor 6 Monaten
    Kurzmeinung: „Diese eine Lüge“ erzählt eine bewegende Geschichte, in der sich ein junges Mädchen die Frage stellt „Wer bin ich eigentlich?“
    4,5 Sterne für dieses besondere Buch!

    Delia hat sich in ihrer Familie schon immer fehl am Platz gefühlt. Sie liebt ihre Eltern und Geschwister – keine Frage, jedoch hat sie ständig das Gefühl „irgendwie anders“ zu sein.


    Ein Schulprojekt zum Thema Herkunft nimmt sie schließlich zum Anlass, um einige Nachforschungen anzustellen. Sie beginnt mit einem Gen-Test, um mehr über ihre ethnischen Wurzeln zu erfahren. Als sie das Ergebnis erhält, fühlt sie sich zum einen in ihrem Gefühl bestätigt, zum anderen verfällt sie in eine Schockstarre. Das Testergebnis zeigt ihr nämlich sämtliche Verwandte an, die ebenfalls einen solchen Test gemacht haben, so zum Beispiel ihre ältere Schwester. Aber auch ihr Vater erscheint auf der Liste, jedoch handelt es sich bei der genannten Person nicht um den Mann, der sie großgezogen hat.

    Was macht Delia jetzt mit dieser Information? Wieso hat ihre Mutter ihr nie gesagt, dass ihr Vater nicht ihr leiblicher Vater ist? Wer ist dieser Mann, dessen Namen Delia nun nicht mehr aus dem Kopf geht? Und wie geht eine Familie mit solch einer sensiblen Enthüllung um?

    Dante Medema hat sich in ihrem außergewöhnlichen Jugendbuch mit einem sehr sensiblen Thema auseinandergesetzt und eine wunderbare Möglichkeit gefunden, Delias Geschichte so nah und nachfühlbar wie möglich zu erzählen. Den typischen Romancharakter sucht man in diesem Buch nämlich vergeblich. Die in Alaska lebende Autorin kombiniert Chatverläufe und E-Mails mit Poetry Slam-artigen Texten. Beim Lesen hört man Delias Gedanken – mal emotional und voller Bilder, im nächsten Moment eher sprunghaft. Außergewöhnlich. Außergewöhnlich gut.

    Als Leserin habe ich mich Delia unheimlich nah gefühlt. Sie macht kein Geheimnis aus ihren Gefühlen, Wünschen und Ängsten – wie auch, wenn ich das Gefühl hatte, ihren Gedanken zu lauschen. Delia hat mich sehr berührt, ihre Emotionen waren für mich nachvollziehbar und mitreißend.

    „Diese eine Lüge“ erzählt eine bewegende Geschichte, in der sich ein junges Mädchen die Frage stellt „Wer bin ich eigentlich?“. Es ist ein Coming-of-Age-Roman, der ganz außergewöhnlich geschrieben wurde und der die Themen Identität, Familie, Freundschaft und die erste Liebe behandelt. Mir hat er sehr gut gefallen – er war echt, nicht übertrieben dramatisch und für uns Buchliebhaberinnen & Buchliebhaber etwas ganz Besonderes, wenn man sich auf eine andere Art des „Geschichtenerzählens“ einlassen möchte.

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    Cover des Buches Die Liebe kommt auf Zehenspitzen (ISBN: 9783838794600)

    Bewertung zu "Die Liebe kommt auf Zehenspitzen" von Kristina Günak

    Die Liebe kommt auf Zehenspitzen
    Anka2010vor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Kurzurlaub in Hörbuchform und eine große Empfehlung für alle Fans der Bücher von Petra Hülsmann und Beth O'Leary!
    Ein Kurzurlaub in Hörbuchform!

    Wer in diesen turbulenten Zeiten vermehrt nach Wohlfühlromanen Ausschau hält und sich am liebsten für ein paar Stunden in eine schöne, herzige Geschichte fallen lassen möchte, sollte sich diesen Titel unbedingt näher anschauen.


    Für mich war es der erste Roman von Kristina Günak, aber definitiv nicht der letzte. 


    Lucy ahnt nicht, welch weitreichende Folgen es haben wird, als sie an Weihnachten in Bens Auto einsteigt. Gefunden haben sie sich über eine Online-Mitfahrzentrale, denn beide wollen die Feiertage bei ihren Liebsten verbringen. Auf der Autobahn Richtung Norden kämpfen sie gegen einen extremen Schneesturm an und müssen schließlich wenig später auf einem kleinen Rastplatz kapitulieren. Glücklicherweise werden sie von einem Bauer gerettet und für den restlichen Nachmittag und Abend bei der freundlichen, alten und alleinstehenden Dame Dorle einquartiert. So gelingt es ihnen - trotz der ungewohnten und unerwarteten Umstände - gemeinsam einen ganz besonderen Weihnachtsabend zu verbringen. 


    Wochen später, nachdem Ben und Lucy ihrer Wege gegangen sind, greifen sie beinahe gleichzeitig zum Telefon. Dorle ist gestorben und hat ihnen beiden überraschend ihren Hof vererbt. Manchmal schreibt das Leben ganz besondere Geschichten, denn tatsächlich können sowohl Lucy als auch Ben einen Neustart gut gebrauchen. Lucy träumt davon ihren ersten eigenen Roman zu schreiben, während sie es langsam aber sicher Leid ist, belanglose Vampirromane zu übersetzen. Ben hingegen arbeitet unter Hochdruck als Arzt in der Notaufnahme eines städtischen Krankenhauses und leidet immer häufiger unter Panikattacken. 

    So kommt es, dass sie gemeinsam auf Probe in das urige Bauernhaus einziehen. Lucy und Ben rechnen jedoch nicht damit, dass sie nicht nur den Hof erben, sondern mit ihm auch die liebevolle, neugierige und auf den ersten Blick etwas schrullige Dorfgemeinschaft.


    Je länger ich über diese ruhige Geschichte nachdenke, desto größer wird das Verlangen, erneut in sie einzutauchen. "Die Liebe kommt auf Zehenspitzen" ist ein Wohlfühlroman durch und durch, der locker-leicht daherkommt, obwohl er auch mit seiner Tiefgründigkeit überzeugen kann.


    Mir gefiel das ländliche Setting unheimlich gut. Auf Lucy und Ben hat es eine entschleunigende Wirkung, die sich beim Hören direkt auf mich übertrug. Die Dorfbewohner wurden nicht so überspitzt dargestellt, wie in anderen Romanen, sondern wirkten auf mich authentisch und liebenswert. Also ergatterten nicht nur Lucy und Ben, sondern auch ihre neuen Nachbarn im Nu einen Platz in meinem Herzen.


    Auch wenn Kristina Günak eine ruhige Geschichte erzählt, wurde sie zu keiner Zeit langweilig. Ich mochte ihren Humor und ihre Leichtigkeit, die mit jeder neuen Zeile mitschwangen und ich fands super, dass die Liebesgeschichte nicht im Mittelpunkt stand. Sie hat ausreichend Zeit sich zu entwickeln, parallel zu Lucy und Ben, die sich erstmal selbst neu (er-)finden müssen. Gebannt habe ich der Sprecherin Vanida Karun gelauscht, die zusätzlich dafür gesorgt hat, dass ich jede Minute dieses Hörbuches genießen und tief in mich einsaugen konnte. 


    Ein Kurzurlaub in Hörbuchform und eine große Empfehlung für alle Fans der Bücher von Petra Hülsmann und Beth O'Leary!

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    Cover des Buches Das Haus, das in den Wellen verschwand (ISBN: 9783492060295)

    Bewertung zu "Das Haus, das in den Wellen verschwand" von Lucy Clarke

    Das Haus, das in den Wellen verschwand
    Anka2010vor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Zusammenfassend kann ich sagen, dass mich die Geschichte zwar unterhalten hat, mir aber schlussendlich doch zu lahm war.
    Etwas lahme Geschichte in einem tollen Setting

    Wenn man verschiedene Menschen fragte, was sie mit viel Geld kombiniert mit ausreichend Zeit anfangen würden, fiele die Antwort bei den meisten Befragten sicher ähnlich aus: "Reisen."


    Lana und ihre beste Freundin Kitty verfügen zwar nicht über viel Geld, dafür über etwas freie Zeit, weshalb sie spontan beschließen England zu verlassen, um in ferne Länder zu reisen. Am anderen Ende der Welt treffen sie auf weitere junge Leute, die wie eine lose Kommune auf einer Yacht leben und von Insel zu Insel schippern. Lana und Kitty sind sowohl von dem Lebensstil als auch von den Menschen begeistert, so dass sie sich ihnen kurzerhand für einige Zeit anschließen wollen. Als dann aber ein Crewmitglied verschwindet, verwandelt sich die Idylle nach und nach in einen Albtraum.


    Die Grundidee mit dem spannenden Setting auf einer Segelyacht fand ich klasse. Sie birgt ein unheimliches Potenzial. Ich mag es, wenn eine Gruppe von unterschiedlichen Charakteren mit ihren ganz eigenen Geheimnissen auf engem Raum miteinander konfrontiert werden. Dies ist einfach ein perfekter Nährboden für Konflikte und psychologische Spielchen jeglicher Art.


    Einerseits hat es mir gefallen, dass die Geschichte auf zwei Zeitsträngen ("heute" und "damals") erzählt wird, weil so eben vieles lange unklar bleibt, obwohl man weiß, dass etwas passiert ist. Aber anderseits glaube ich, dass es der Spannung und dem Erzähltempo nicht gut getan hat und somit beide ein bisschen ausgebremst wurden.


    Auch die Auflösung enthielt mindestens einen Aspekt, der mich gestört hat und der, meiner Meinung nach, auch gar nicht nötig gewesen wäre (die Freundschaft von Kitty und Lana betreffend).

    Zusammenfassend kann ich sagen, dass mich die Geschichte zwar unterhalten hat, mir aber schlussendlich doch zu lahm war und mich nicht überzeugen konnte. Da ich bereits ein Buch der Autorin gelesen hatte ("Das Haus am Rand der Klippen"), waren meine Erwartungen und meine Vorfreude groß. Leider konnte ihnen dieser Titel nicht standhalten. 


    Kann man lesen/hören, muss man aber nicht. 

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    Cover des Buches Find me in the Storm: Leuchtturm-Trilogie 3 (ISBN: B081Z9T4WD)

    Bewertung zu "Find me in the Storm: Leuchtturm-Trilogie 3" von Kira Mohn

    Find me in the Storm: Leuchtturm-Trilogie 3
    Anka2010vor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Die Geschichte war, wie gewohnt, kurzweilig und unterhaltsam, ruhig und unaufgeregt, gleichzeitig aber nicht langweilig.
    Ein TV-Star kommt nach Castledunns

    Im Dezember habe ich die Leuchtturm-Trilogie von Kira Mohn beendet. Die drei Bände lassen sich übrigens unabhängig voneinander lesen.


    Der Abschlussband "Find Me In The Storm" hat mich wieder, für kurze Zeit, an die irische Westküste entführt. Da unsere Protagonistin Airin bereits in den Vorgängerbänden aufgetaucht ist, habe ich mich sehr auf das Wiedersehen und nun das intensivere Kennenlernen gefreut.

    Airin leitet das Bed&Breakfast und hat alle Hände voll zu tun. Zudem hält sie ein erbitterter Familienstreit in Atem und lässt sie kaum zur Ruhe kommen. Dann kündigt sich auch noch ein berühmter TV-Star mit einer Liste an Sonderwünschen für seinen Aufenthalt an. Während die Bewohnerinnen der Kleinstadt dem Eintreffen des charmanten Joshua Hayes entgegenfiebern, lässt Airin die Situation (fast) kalt... wobei... ein bisschen neugierig ist sie schon. Was schlussendlich eine Wette damit zu tun hat, dass sich Airin und Josh doch näher kennenlernen, dürft ihr selbst herausfinden.


    Auch diesmal konnte mich Kira Mohn bereits nach wenigen Seiten bzw. Hörminuten in ihre Geschichte hineinziehen. Die Einblicke in Airins Alltag im Bed&Breakfast haben mir sehr gefallen. Zugleich habe ich aber auch mitgefühlt, wenn Airin sich wieder mal mit ihrer Mutter auseinandersetzen musste. Da kommt selbst die dynamische, scheinbar stressresistente Airin an ihre Grenzen. Josh war mir von Anfang an eher unsympathisch, bis ich auch ihn näher kennenlernen und hinter sein aufgesetztes TV-Lächeln blicken durfte. Warum er so ist wie er eben ist, konnte ich nun zwar besser verstehen, zu meinem Lieblingscharakter wurde er jedoch nicht.


    Die Geschichte an sich hat mich jetzt auch nicht wirklich vom Hocker gehauen, dennoch habe ich sie gern gelesen bzw. gehört. Sie war, wie gewohnt, kurzweilig und unterhaltsam, ruhig und unaufgeregt, gleichzeitig aber nicht langweilig. Die familiäre Problematik rund um Airin, ihre Mutter, ihre Schwester und ihren Vater verlieh der Geschichte einen interessanten und tiefgründigeren Aspekt, während Joshuas Show in Castledunns für eher leichte Unterhaltung sorgte.

    Natürlich durfte auch Matthew im Trilogiefinale nicht fehlen. Von ihm geht immer eine ganz besondere Magie aus und ich habe mich sehr gefreut, ihm noch einen kleinen Abschiedsbesuch abstatten zu können.


    Insgesamt empfinde ich die Trilogie als sehr lesenswert. Zu ihren Stärken zählen das atmosphärische Setting, die herzigen, erwachsenen Protagonistinnen im Alter von Mitte bis Ende 20 und der angenehme Schreibstil der Autorin. Eine schöne, unterhaltsame, ruhig erzählte Romance-Reihe, die mich nicht zu 100% begeistert, mir dafür aber sehr gemütliche Lesestunden beschert hat.

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    Cover des Buches Orcasommer (ISBN: 9783734882081)

    Bewertung zu "Orcasommer" von Sabine Giebken

    Orcasommer
    Anka2010vor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Ein tolles & wichtiges Jugendbuch mit einer wunderbaren Botschaft, liebevollen Charakteren und einem sehr naturverbundenem Setting.
    In der Geschichte steckt wesentlich mehr, als man vermutet

    Svenja sitzt im Flugzeug und fragt sich, welche fixe Idee sie geritten hat, als sie zugestimmt hat, die Ferien bei ihrem Vater in Kanada zu verbringen. Allein fliegt sie in ein fremdes Land zu einem fremden Mann, der zwar ihr leiblicher Vater ist, den sie aber bisher nie persönlich kennengelernt hat. Am liebsten würde sie diese Entscheidung rückgängig machen, erst recht, als sie wenig später in Vancouver landet. Ihr Vater sieht etwas verwildert aus und begrüßt sie unterkühlt und wortkarg. Schnell verabschiedet sich Svenja von dem Gedanken, ihn besser kennen lernen zu wollen und hofft, dass sie die Zeit in Kanada zumindest nutzen kann, um Vancouver zu erkunden, shoppen zu gehen und hippe, vegane Restaurants ausfindig zu machen. Doch die Fahrt im Auto ihres Vaters führt sie aus der Großstadt heraus. Svenjas Dad lebt in Solitary Cove, einem winzig-kleinen Küstenort auf Vancouver Island, mitten in der kanadischen Wildnis. Für die Großstadtpflanze Svenja ein Albtraum. Als sie dann auch noch während ihrer ersten Tage in Solitary Cove einer Bärenfamilie gegenübersteht, reicht es ihr. Sie will nur noch eins: Zurück nach Hause. Zurück nach Berlin.


    Doch dann kommt alles anders. Ein kleiner Orca verirrt sich in die Bucht von Solitary Cove und Svenja scheint eine besondere Bindung zu ihm zu haben, schließlich ist auch er ganz allein. Welche Konsequenzen das Auftauchen dieses Wals für Svenja aber auch für die Bewohner von Solitary Cove hat und warum der junge Orca nicht wieder verschwindet , solltet ihr selbst herausfinden.

    Ab Seite 1 hatte ich einen Draht zu Svenja und konnte ihre Angst im Flugzeug total nachempfinden. Auch ihre Enttäuschung und schließlich ihre Verzweiflung während ihrer ersten Tage in Solitary Cove übertrugen sich schnell auf mich. Obwohl ich ein sehr naturverbundener Mensch bin, hätte ich mich in ihrer Situation ebenfalls unwohl gefühlt. Die ablehnende Haltung von Svenjas Vater und der kaum vorhandene Kontakt zur Außenwelt (Handyempfang ist nur auf dem „Bärenfelsen“ ausreichend) laden nicht unbedingt zum Wohlfühlen und Verweilen ein.

    Erst als der kleine Orca auftaucht, ändert sich die Stimmung. Fast schon magisch fühlt sich Svenja zu ihm hingezogen. Ich fand’s großartig, wie es der Autorin Sabine Giebken gelungen ist, spannende & interessante Fakten rund um Orcawale in die Geschichte einzuflechten. Tatsächlich konnte ich viel aus diesem Buch mitnehmen, ohne dabei die Geschichte aus den Augen zu verlieren. Die magischen Begegnungen mit Solo haben mich immer wieder berührt und zugleich fasziniert.

    Sowohl die Haupt- als auch die Nebencharaktere empfand ich als sehr „lebensecht“. Ich mochte die Bewohner & Bewohnerinnen von Solitary Cove, allen voran natürlich den wortkargen Brummbär Matt, dem von heut auf morgen eine Teenager-Tochter vor die Tür gesetzt wird. Aber auch der eifrige Meeresbiologie-Student Alex hat mein Herz erobert. Sein Engagement für den Schutz der Wale hat mich beeindruckt und sofort mitgerissen. Die zarte Annäherung zwischen ihm und Svenja fand ich sehr niedlich, auch wenn (oder gerade weil) sie nicht im Mittelpunkt steht.


    Im Mittelpunkt steht natürlich der kleine Solo, der in diesem Buch viele Wal-Schicksale vertritt und auf sie aufmerksam macht. Sabine Giebken führt ihre Leserinnen und Leser ganz dicht ran. Ist es nicht toll, einem so faszinierenden Tier so nah zu kommen? Es sogar anfassen zu können?

    Nicht nur Svenja ist hin und weg – ich war es auch. Doch… ist das richtig? Mir hat es unheimlich gut gefallen, wie unbedarft und teilweise auch naiv die Autorin ihre Protagonistin Svenja an diese Fragen herangehen lässt. Ihre Hin- und Hergerissenheit, ihr Hinterfragen, ihr Zurückrudern, ihre Zweifel und ihre Liebe für dieses Tier haben sich auf mich als Leserin übertragen. Es ist so wichtig, dass sich (junge) Leserinnen und Leser mit diesem Thema und den gleichen Fragen auseinandersetzen. Aufklärung ist der erste große und wichtige Schritt im Umweltschutz und genau diese Aufklärung liefert die Autorin.

    Spannend wurde es bei Fragen rund um Solos Zukunft. Natürlich ist uns allen klar, dass man (wilde) Tiere nicht einsperren soll. Aber kann man das so pauschal sagen? Solo ist allein, getrennt von seiner Familie und wird nun von vielen Schaulustigen bedrängt. Wie kann man seine Unversehrtheit gewährleisten? Der Kleine will spielen, ist neugierig und schwimmt von sich aus auf die Menschen zu, sucht den Kontakt. Die Touristen sind ganz aus dem Häuschen. Hier ein Selfie mit dem kleinen Wal, da schnell eine Hand ins Wasser gehalten, um ihn zu berühren. Harmlos oder doch gefährlich? Was kann man wirklich tun, um den kleinen Orca zu schützen?

    Ich empfehle euch, die Antworten auf die Fragen in diesem über 400 Seiten starken Buch selbst zu finden. Für mich zählt „Orcasommer“ zu meinen Lese-Überraschungen in diesem Jahr. In der Geschichte steckt wesentlich mehr, als man vermutet, wenn man den Klappentext liest. Ein tolles, wichtiges und zugleich kurzweilig-unterhaltsames Jugendbuch mit einer wunderbaren Botschaft, liebevollen Charakteren, einer berührenden Vater-Tochter-Sidestory und einem sehr naturverbundenem Setting.

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