Anneja

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    Cover des Buches Norderende9783954622412

    Bewertung zu "Norderende" von Tim Herden

    Norderende
    Annejavor 2 Tagen
    Ein weiterer spannender Fall auf der Insel Hiddensee

    Und wieder einmal zog es mich nach Hiddensee. Die beschauliche Urlaubsinsel, auf welcher der Diebstahl von Fahrrädern das höchste Maß an Straftaten war, erlebt seit der Ankunft des Berliner Polizisten Rieder einen dramatischen Anstieg. Ungewollt natürlich, denn eigentlich wollte er sich den Stress, welchen Morde und die Tätersuche mit sich bringen, hinter sich lassen. Doch das wird wohl so bald nichts werden. 



    Trotz fiktiven Charakteren und Handlungen, fühlte sich das Buch auch diesmal wieder sehr realistisch an. Dies lag vor allen an den wirklich existierenden Orten, welche man im Internet sogar eins zu eins nachschauen kann. Ich empfand diesen Aspekt, auch in den Vorgängern, stets als große Stärke. Gerade im Nachhinein schaute ich mir die wichtigsten Punkte des Buches an und konnte den Beschreibungen des Autors oftmals nur zustimmen. 



    Was die Charaktere betrifft, war es auch diesmal wieder ein Katz und Maus-Spiel. Mal mochte man jemand und mal eben nicht. Trotzdem hatten wirklich alle Charaktere eine eigene Persönlichkeit, welche sich durch sehr markante Wesenszüge zeigte. Egal ob der stets genervte Damp, der stets wütende Bürgermeister oder Rieder´s wortkarger Nachbar. Jede Person hatte etwas Einzigartiges, weshalb ich mich freute viele auch diesmal wiederzufinden. Man sollte allerdings beachten, das es sich hier um fiktive Charaktere handelt, welche mit den wirklichen Bewohnern der Insel wenig zutun haben. 



    Der Fall rund um Norderende war wieder ein wahres Spektakel. Hier mischten sie sich die Eigenarten der Inselbewohner, zusammen mit Rieder & Damps Versuch den oder die Täter zu schnappen. Steine in den Weg legen, wäre wohl noch harmlos ausgedrückt, denn die beiden Polizisten hatten ordentlich damit zu kämpfen, Informationen zu bekommen. Dabei erlebte ich aber nicht nur eine spannende Suche, sondern lernte auch gleich weitere Elemente der Insel kennen. Dass der Fall diesmal sogar über die Grenzen von Hiddensee hinausging, war zudem eine angenehme Abwechslung. Besonders angetan hatte es mir dann aber die Auflösung, welche der Autor wieder gekonnt inszeniert hatte. 


     

    Neben der Insel selbst wurden aber auch diesmal wieder Themen angesprochen, welche zum Nachdenken bewegen. Zum einen die Sorge der Inselbewohner, welche von Touristen leben und es irgendwie schaffen müssen, in immer kürzeren Saisons Gewinnen einzufahren. Dazu kam die Problematik mit der Arbeit selbst und wie man mehr Urlauber anlocken könne. Mir persönlich war aber die Sache mit den Preisen für Lebensmittel auf Inseln sehr wichtig. Da diese enorm hoch sind, scheuen sich sowohl Bewohner als auch Touristen oftmals diese zu kaufen. Ein interessanter Aspekt, wie ich finde.

     


    Auch dieser Band der Reihe schaffte es mit einer packenden, auch unterhaltsamen und emotionalen Geschichte mich an das Buch zu fesseln. Dafür sorgte besonders der leichte Schreibstil, welcher in gefährlichen Momenten meinen Atem stocken ließ, aber eben auch pures Inselfeeling verbreiten konnte. Zusammen mit den sozialkritischen Themen hat der Autor wieder einmal mein Krimiherz höher schlagen. Einzig das Cover könnte etwas spektakulärer sein, da es mit seinen ruhigen Bildern nicht ansatzweise die Stimmung einfängt, die im Buch herrscht.

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    Cover des Buches Rumo & die Wunder im Dunkeln9783813507959

    Bewertung zu "Rumo & die Wunder im Dunkeln" von Walter Moers

    Rumo & die Wunder im Dunkeln
    Annejavor 4 Tagen
    Ein zamonisches Abenteuer voller Witz und Spannung, das man immer wieder lesen will

    Seit ich „Die 13 1/2 Leben des Käpt´n Blaubär“ gelesen hatte, wanderte mein Blick immer wieder zum Buch des kleinen Rumo. Zwar hatte dieser im Buch nur einen kurzen Abschnitt gehabt, schaffte aber dabei den Wunsch mehr über ihn und sein Leben zu erfahren. Dies habe ich nun erlesen und kann sagen, das es gut angelegte Lesestunden waren.



    Dabei begann die Geschichte fast schon wie bei Blaubär selbst. Rumo wusste nämlich nicht, woher er kam oder was er ist. Das interessierte ihn auch nicht wirklich, denn er war glücklich. Auf dem Bauernhof, wo er lebte, ging es ihm gut. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt als sein Körper sich zu einem Wolpertinger weiterentwickeln wollte. Dass in diesem Augenblick auch noch er und seine Besitzer entführt wurden, machte die Sache auch nicht einfacher. Wer hätte da auch nur ahnen können, was er alles erleben würde.



    So begann die Reise des kleinen Wolpertingers, auf welcher ich nicht nur mehr über ihn selbst erfahren sollte, sondern auch wieder über Zamonien. Gerade letzteres dürften Leser schon kennen, da es in keinem Buch wirklich alles über den geheimnisvollen Kontinent zu lesen gibt. Stattdessen lüftet jedes Buch wieder ein Stück des Nebels und verschafft dadurch ungeahnte Einblicke. Ich persönlich liebe das sehr, da die Welt, so nie ihren Reiz verliert und jedes weitere Buch neue Hoffnungen schürt. 



    Trotzdem ging es natürlich hauptsächlich um Rumo selbst, welcher auf seiner Reise nicht nur sich selbst besser kennenlernte, sondern auch vermehrt auf unleidliche Persönlichkeiten traf. Tatsächlich fühlte sich dieser Band um einiges brutaler an, als meine bisher gelesenen Werke. Zwar gab es dort auch äußerst gefährliche Erlebnisse, die manchmal auch den Tod enthielten, aber doch stets nur Maßen. Hier war es diesmal ein einziger Kampf um Leben und Tod. Dies schreckte mich aber keinesfalls ab. Im Gegenteil, denn dadurch fühlte sich Zamonien nur glaubwürdiger an. 



    Doch was wäre ein Buch, wenn es von vorne bis hinten nur voller Gewalt wäre? Naja, zumindest kein Werk über Zamonien. Denn neben den vielen Gräueltaten gab es doch auch immer wieder diese Momente die einen verzauberten. Hier wurde ich regelrecht von Emotionen überrannt und konnte manchmal nicht anders als herzlichst zu lachen oder eben auch eine Träne zu verdrücken. 



    Neben der Geschichte selbst waren die Illustrationen von Walter Moers persönlich ein absolutes Highlight. Gerade da die Welt nur so von fantastischen Kreaturen wimmelt, war es doch immer wieder hilfreich, wenn es dazu ab und an auch ein Bild gab. 

     


    Wer bisher die Bücher von Walter Moers vergöttert hat, der wird auch dieses abgöttisch lieben. Die Geschichte des kleinen Wolpertingers führte mich durch unbekannte Regionen Zamoniens und machte dabei sogar ab und an einen Ausflug in die Vergangenheit des Kontinents. Dazu gab es einen enormen Spannungsbogen, welcher an das Buch fesselte und dafür sorgte, das man es nicht mehr aus der Hand legen wollte. Also Vorsicht, das Buch macht lesesüchtig!

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    Cover des Buches Das Buch ohne Namen9783404165162

    Bewertung zu "Das Buch ohne Namen" von Anonymus

    Das Buch ohne Namen
    Annejavor 9 Tagen
    Der Auftakt in eine schräge Reihe voller schwarzem Humor

    Holla die … ja, was eigentlich? Denn Waldfee wäre für dieses Buch eindeutig die falsche Beschreibung. Holla die Todesfee, wäre aber durchaus passend, denn in Santa Mondega beherrschen Zigaretten, Alkohol und Gewalt die Straßen. Klingt schon mal übel, wird aber nur noch dadurch überschattet, das die Stadt auf keiner Karte zu finden ist und es in ihr enorm viele Sonnenfinsternisse gibt. Nicht zu vergessen wäre übrigens die Todesrate, welche den höchsten auf der ganzen Erde hat. Verlockend klingt anders, oder?


    Und trotzdem erzählt der erste Band der Reihe eine Geschichte, bei der sich zwischen einem verwunderten „What?“ und einem ungläubigen „OK!“ meist nur ein paar Seiten befinden. Angefangen bei der Tapioca-Bar, in der Rauchen Pflicht ist, bis hin zu Mönchen, die einen blauen Stein zurückholen wollen, Agenten der Supernatural Investigations und Bourbon Kid, welcher bei viel Bourbon schon einmal ein Massaker beginnt. 


    Das Buch sprühte nicht nur vor Gewalt, sondern vergoss sie gleich in ganzen Eimern. Doch halt, denn trotz der vielen Gewalttaten, gab es etwas was noch präsenter war, nämlich schwarzer Humor. Wer diesen nicht versteht oder einfach gesagt nichts damit anfangen kann, sollte lieber zu einem anderen Buch greifen. Die Mischung aus Gewalt und Humor, sollte schließlich auf das Finale vorbereiten, welches einfach nur höllisch gut war. Übrigens im wahrsten Sinne des Wortes. 


    Und doch gab es hin und wieder Momente wo ich überlegen musste. Gerade in Bezug auf die vielen Charaktere herrschte eine ganz schöne Verwechslungsgefahr. Während Bourbon Kid oder der Agent Miles Jensen sehr markante Rollen hatten, musste man bei einigen Figuren sogar zurückblättern, um zu schauen, wer sie jetzt eigentlich waren. Wenn man dann aber alle Namen im Kopf hatte, konnte die Sause schön fließend weiterlaufen und dabei eine Geschichte erzählen, welche weit in die Vergangenheit reichte. 


    Dabei spielte auch „Das Buch ohne Namen“ eine große Rolle, welches in der Handlung wirklich einen Platz hatte und mich als Leser unweigerlich mit in die Geschichte zog. Es ist also kein Wunder, das ich mich auch den nächsten Bänden widmen werde. Denn ganz ehrlich? Dieses Buch passt in kein Genre!


    Schräg, schräger, Santa Mondega! Mein erstes Abenteuer in dieser Stadt war ein Spektakel der Superlative. Selten fand ich so viele abgedrehte Figuren in einem Buch, die mich einerseits faszinierten, aber irgendwie auch abstießen. Immerhin ist die Nähe zu Mördern und Dieben nicht unbedingt meine erste Wahl. Doch man muss es mit Humor nehmen, zwar mit dem Schwarzen, aber mit Humor. Wer das kann erlebt etwas, das er sich vorher nicht hätte vorstellen können.

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    Cover des Buches Herr der Diebe9783791500836

    Bewertung zu "Herr der Diebe" von Cornelia Funke

    Herr der Diebe
    Annejavor 10 Tagen
    Ein fantastisches Abenteuer für Jung und Alt

    Auch wenn ich die Optik der Film-Ausgabe als nicht besonders schön empfand, wollte ich endlich die Geschichte vom Herrn der Diebe kennenlernen. Immerhin sollte es sich hier um eines der erfolgreichsten Bücher von Cornelia Funke handeln, was mich zusätzlich dazu ermunterte eine Reise ins Buch zu wagen. 



    Als ich dann die Geschichte begann, war ich bereits nach ein paar Seiten einfach nur verzaubert. Dies lag nicht nur an den wundervollen Beschreibungen von Venedig, sondern auch am leichten, aber doch fesselnden Schreibstil. Dazu kamen die herrlichen Charaktere wie Victor, Bo, Prosper oder Riccio, welche ganz Kind waren, aber mich mit ihrer Art und Weise einfach einnahmen. Natürlich waren auch Erwachsene im Buch zu finden. Diese versprühten den gleichen Charme, auch wenn sie etwas skurriler waren. Dies nahm der Handlung aber keineswegs die Spannung, da alles einfach stimmig wirkte. Egal ob Bo´s Verträumtheit und liebe zu den Staturen der Stadt oder Barbarossa´s Hang zu nicht ganz legalen Verkäufen, es fühlte sich einfach gut an diese Charaktere dabei zu haben. 

     


    Allerdings wunderte ich mich sehr lange darüber, warum dieses Buch im Bereich Fantasy eingeordnet wurde. Immerhin erlebte ich bis zur Mitte des Buches nichts, was darauf hindeuten würde, das es hier etwas Magisches oder Besonderes gab. Natürlich war da der Herr der Diebe, welcher mit Einbrüchen sich und seine Kinderbande über die Runden brachte. Nicht zu vergessen auch die Geschichte von Prosper und Bo, welche sich auf der Flucht vor ihren Verwandten befanden. Doch wo blieb die Magie?



    Diese folgte ab der Hälfte des Buches und verzauberte mich dann richtig. Aufgrund der Kurzbeschreibung hatte ich schon ein paar Vorstellungen, war dann aber über die wirkliche Geschichte der Insel mehr als überrascht. Hier zeigte sich wieder das Cornelia Funke einfach für das Schreiben von fantastischen Büchern geboren wurde. Schon ohne den magischen Aspekt hatte mich das Buch gepackt, aber mit, war es einfach nur noch WOW. 

     


    Mein einziges Problem lag darin den Weg der Bande zu folgen. Da die Geschichte in Venedig spielte, wurden natürlich auch die Originalnamen von Straßen oder Orten benutzt. Hier gab es zum Glück am Ende eine Karte von Venedig, welche ich beim Lesen gerne zurate zog. Dazu gab es wundervolle Illustrationen, welche allesamt von Cornelia Funke selbst stammten. 

     


    Egal ob Kind oder Erwachsener, dieses Buch dürfte alle Altersklassen begeistern. Egal ob Schreibstil, die Charaktere oder die Vielfalt an interessanten Themen, immer wieder gab es etwas zu entdecken. Dabei gelang der Autorin ein herrlicher Mix aus emotionalen Momenten, Spannung und Humor.

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    Cover des Buches Die Schöne und die Biester9783962194567

    Bewertung zu "Die Schöne und die Biester" von Boris Koch

    Die Schöne und die Biester
    Annejavor 13 Tagen
    Wenn der Wahnsinn auf Taubenkacke trifft

    Es muss ja nicht immer ein Märchen sein. Dass es auch anders geht, beweist „Die Schöne und die Biester“ in dem es die typischen Märchenaspekte einfach mal durch den Kakao zieht. Egal ob wahnsinnig gewordene Könige, kreativ verrückte Bürger oder betrunkene Feen, die Graphic Novel bot eine spektakuläre Auswahl an außergewöhnlichen Geschehnissen.


    Dabei begann die Geschichte ganz stilvoll mit einem König, welcher sich einen Thronfolger für sein Reich wünschte. Dabei legte er besonders viel Wert auf er von Thronfolger, denn eine Thronfolgerin war nicht nach seinen Wünschen. Somit musste er durch etliche Ehen und Geburten bis endlich der langersehnte Sohn das Licht der Welt erblickte. Die Freude war groß, zumindest bis zu dem Augenblick wo der König eine Fee zum Fest der Geburt einlud, die sich dann prompt erst einmal betrank. 


    Das Unheil geschah aber als die Fee denn kleinen Thronfolger seine Zukunft prophezeite. Kurz gesagt „Kacken ihm 3 Tauben auf den Kopf wird er der neue König des Landes“. Klingt vielversprechend, aber eben nicht für den König welcher dies auf jeden Fall verhindern will. 


    Gleichzeitig wurde unsere eigentliche Hauptcharakterin geboren, welche den wundervoll anmutigen Namen Hänfling trug. Wer jetzt Fragezeichen über sich schweben sieht, weil er nicht glauben kann das man ein Mädchen so benennt, der kennt ihren Vater eben nicht. Dieser ist eben einfach gestrickt und eben auf seine eigene Art liebenswert. Besonders da er die leckersten Brötchen der Stadt herstellt. 


    Im weiteren Verlauf erfuhr man schließlich wie sich der Königssohn und Hänfling entwickelten. Während der eine vor Taubenkacke floh, wurde die andere wunderschön und verkaufte Brötchen. Spätestens hier dürfte man merken, das sich der Humor durch das ganze Buch zog. Dabei waren es nicht nur die Aussagen selbst, die diesen versprühten, sondern auch die herrlichen Illustrationen, welchen in sehr pastelligen Tönen gehalten waren. Mimik und Gestik sagten oft mehr aus als man je schreiben könnte und schafften es so dem Buch auch etwas Emotionales mitzugeben. 


    Bis zu den letzten Seiten der Geschichte konnte ich diese nicht mehr weglegen. Zu unterhaltsam, zu spannend und zu kurios war alles um auch nur einen Augenblick davon zu verpassen. Doch dann kam das Ende und damit auch ein wenig Enttäuschung. Während die Handlung bis dahin recht weitläufig und detailliert war, ging plötzlich alles sehr schnell. Zu schnell meiner Ansicht nach, da hier Dinge geschahen, die einer Erklärung bedurft hätten. Auch das offene Ende war etwas irritierend, weshalb ich die Hoffnung hege, dass es vielleicht einen 2. Band geben wird. Ich würde mich nämlich sehr freuen, wieder in dieses irre Land zu reisen.


    Selten war ein „Nicht-Märchen“ so schräg und unterhaltsam. Wer Märchenadaptionen liebt und kein Problem mit Taubenkacke hat, der ist recht herzlich dazu eingeladen, das verrückteste Land seit es Märchen gibt kennenzulernen. Es darf gekichert und geschmunzelt werden, denn wenn dieses Buch sich eines nicht nimmt, dann ernst.

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    Cover des Buches Bis dass dein Tod uns scheidet9783746624266

    Bewertung zu "Bis dass dein Tod uns scheidet" von Darja Donzowa

    Bis dass dein Tod uns scheidet
    Annejavor 15 Tagen
    Tanja Romanowa ermittelt und vermischt dabei Spannung mit Humor

    Auch wenn dies bereits der 4. Fall von Tanja Romanowa war, wollte ich nun endlich einmal einen Kriminalroman aus Moskau lesen. Für mich war es zwar der erste Fall mit ihr, aber so konnte ich gleich sehen, ob man die Reihe auch  problemlos einzeln lesen könnte. Mit Erfolg, denn tatsächlich handelte es sich zumindest bei diesem Band um eine abgeschlossene Geschichte, welche nur sehr wenige Anspielungen an die Vorgänger machte. 

     

     Dabei fand ich es besonders toll, das man Hauptcharakterin Tanja noch einmal beschrieb. Egal ob Aussehen, Beruf oder Leidenschaften, alles wurde mit in die Geschichte eingebaut, so das ich mir ein gutes Bild von ihr machen konnte. Dieses fiel dazu auch noch sehr positiv aus. Ich mochte ihre lässige und manchmal auch recht freche Art, die mir eine taffe Frau zeigte, die das Herz am rechten Ort hat. Auch der Rest ihrer wilden Rasselbande aus Kindern, Hunden, Katzen und einer Kröte waren dabei unglaublich unterhaltsam. Es machte einfach Spaß zu lesen, was sie alles erlebten.

     

    Diese Art half ihr auch beim Fall, welcher sie diesmal in eine reiche Familie führte, deren Oberhaupt ermordet wurde. Klingt erst einmal nicht besonders, bis man erfuhr wie der Herr lebte. Neben vielen Hochzeiten und Scheidungen war es nämlich schon außergewöhnlich, dass ein Teil seiner Frauen noch immer mit ihm zusammenlebte. Natürlich nicht immer friedlich, aber man kam eben miteinander aus. Dass der Tod des Mannes nun alles über Bord warf, konnte man sich da glatt denken. Dabei entstand eine interessante Reise, welche nicht nur die Familie näher beleuchtete, sondern auch das Land in dem sie lebten. 

     

    Ich war noch nie in Moskau oder in Russland allgemein und war daher gespannt was mich erwarten würde. Kurz gesagt, die Wahrheit. Die Autorin scheute sich nicht davor auch die weniger gut betuchten Gegenden des Landes aufzuzeigen oder wie gewisse Abläufe bei Schulen ablaufen. Das einzige Problem für mich war bloss ihre Aussprache. Da Bahnhöfe oder Bezirke mit ihrem originalen Namen benannt wurden, blieb mir irgendwann nichts anderes mehr übrig als diese zu überlesen. Das war zwar schade, aber ich kam trotzdem sehr gut in der Geschichte voran. 

     

    Sprachlich hatte ich trotz allem eine Menge Spaß. Die Charaktere boten eine große Auswahl an Persönlichkeiten, die mal mehr oder mal weniger unterhaltsam waren. Ich werde auf jeden Fall noch die anderen Bände lesen, denn ich möchte unbedingt wissen was Tanja noch alles erlebt hatte. 

     

    Was für ein Abenteuer in Russland. Zusammen mit Tanja Romanowa durchlebte ich einen spannenden Fall, der mich emotional, aber auch unterhaltungs-technisch  einfach fesselte. Zwar hieß es sich oftmals einfach auf die Ereignisse einzulassen, aber wer das kann erlebt einen gut aufgebauten Kriminalfall mit ordentlich Tiefgang.

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    Cover des Buches Illuminati9783404148660

    Bewertung zu "Illuminati" von Dan Brown

    Illuminati
    Annejavor 18 Tagen
    Ein Thriller der nicht nur mit seiner Thematik verblüfft

    Oh, bin ich lange um dieses Buch herum geschlichen. Egal ob Seitenzahl oder Thematik, irgendwas hielt mich immer davon ab. Doch nun wollte ich es wissen und schnappte mir das erste Buch mit Robert Langdon und war wirklich überrascht.


    Kaum waren die ersten Seiten gelesen, war ich auch schon mitten im Geschehen. Dies überraschte mich sehr, da ich doch mit einer eher lang gezogenen Geschichte gerechnet hatte. Doch hier war ich nun und erlebte eine Reise in die Welt der Wissenschaft und der Religion. Das Tempo wurde auch im weiteren Verlauf der Geschichte nur gering heruntergefahren. Das war gut, denn der Zeitdruck im Buch war so unglaublich gut nachvollziehbar und gab der Handlung noch mehr Tiefgang. 


    Während meiner abenteuerlichen Jagd nach der gestohlenen Antimaterie fühlte ich mich wie auf einer geschichtlichen Schnitzeljagd. Allerdings sollte man die Fakten im Buch nicht als Wahrheit ansehen. Egal ob Zahlen oder gar die Beschreibungen der namensgebenden Illuminati sind leider oftmals falsch und spiegeln ein völlig falsches Bild wider. Dies empfand ich als sehr schade, da sich das Buch so las, als wäre es ausführlich recherchiert worden. Zwar gab es auch einige Wahrheiten, aber diese sind leider mit den Halbwahrheiten versponnen, so dass nur Kenner sie erkennen. 


    Trotzdem war das Buch für mich äußerst spannend. Ich mochte den Charakter Robert Langdon und seine lockere Ansicht zum Thema Glaube und Wissenschaft. Zwar kam die Kirche dabei oftmals nicht sehr gut weg, wenn es auch hin und wieder ein paar Momente gab. Eine Gruppe von Personen wurde aber aus meiner Ansicht nach sehr gut dargestellt, Journalisten. Dabei möchte ich natürlich nicht alle über einen Kamm scheren, aber die pure Gier, nachdem einzig wahren Bild oder der sensationellsten Story fühlte sich doch sehr glaubwürdig an. 


    Dafür sorgte besonders der spannende Schreibstil, welcher es schaffte selbst schwierige Themen unkompliziert darzustellen. Egal ob ruhige Momente oder spannungsgeladene Augenblicke, ich fühlte mich stets wohl und wollte einfach wissen, wie es weitergeht und was noch alles passiert. Gerade deswegen freue ich mich jetzt schon auf die Nachfolger.


    Spannung wurde im Buch wirklich großgeschrieben. Selbst in den ruhigeren Momenten hatte ich das Gefühl das etwas passiert, das ich nicht verpassen wollte. Allerdings fand ich es nachträglich sehr schade, das es im Buch vor Halbwahrheiten nur so wimmelte. Meine große Begeisterung seitens des enormen Wissens, welches dieses Buch preisgab, wurde somit im nach hinein enorm gedämpft. Schade, denn ansonsten war dies ein Thriller, wie er eben sein sollte, packend.

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    Cover des Buches Hi Score Girl 19783964332547

    Bewertung zu "Hi Score Girl 1" von Rensuke Oshikiri

    Hi Score Girl 1
    Annejavor 21 Tagen
    Der Auftakt in eine Reihe voller Witz und Videospiel-Liebe

    Wenn etwas für viele zum Traumberuf geworden ist, dann wohl der des Profi-Gamers. Egal ob Streamer oder im E-Sport, heute sind beide Optionen umsetzbar. Doch wie war das eigentlich damals? Hier fängt die Geschichte von Haruo an, welcher leidenschaftlicher Automaten-Zocker ist und dabei nicht nur sein Taschengeld verbrät, sondern auch seine Schulleistungen enorm vernachlässigt. Wie das wohl endet?


    Zumindest für mich mit einem Highlight. Haruos Geschichte faszinierte mich ab der ersten Seite. Gerade da ich selbst in der Zeit der ersten Playstation aufwuchs, war für mich das Thema Automaten nie relevant. Dies wurde nun geändert. Der Manga schaffte es den Spagat zwischen Haruos Leben und den Automaten so zu verbinden, das sich eine wahre Dokumentation entwickelte. Während ich Haruos Leben begleitete wurde mir so ganz nebenbei viel über die Geschichte legendärer Spiele-Klassiker beigebracht. Von Tastenkombinationen, über die Weiterentwicklung der Technik bis hin zur Geschichte mancher Videospiel-Charaktere war wirklich alles dabei und das äußerst informativ verpackt. 


    Fühlte ich mich dabei überfordert? Iwo, denn diese Informationen kamen immer nur Häppchen-weise und waren so gut zu verarbeiten. 

    Dabei half auch der Humor des Buches. Neben der Optik, waren es besonders die persönlichen Merkmale der Charaktere, welche sie unterhaltsam machten. Haruos Mutter war z.B. sehr keck und wirkte manchmal eher wie eine große Schwester. Dagegen wirkte Haruos Mitschülerin Akira fast unfreiwillig komisch. Ihr herausstechendstes Merkmal war nämlich ihr Schweigen. Tatsächlich sprach sie kein Wort, war aber beliebt und gut in der Schule. Dazu kam, dass sie ihre Gefühle eher mit Taten zeigte. Dies durfte Haruo besonders dann fühlen, wenn sie die Wut packte, denn da war Schmerz vorprogrammiert.


    Eines möchte ich zum Ende aber noch sagen. Ja, der Manga zeigt Spielsucht und ein Mädchen das bei Wut gerne brutal wird. Das diese dazu auch noch minderjährig sind, macht es nicht besser. Allerdings zeigt es auch die Hintergründe dafür auf und möchte klarmachen, das man mithilfe von Videospielen auch einfach mal abschalten kann. Akira stammt nämlich aus einer reichen Familie, welche hohe Erwartungen an sie hat. Die Ausflüge in die Arcade-Hallen sind da die pure Erholung für sie. 


    Ratz Fatz war der Manga durch. Kein Wunder, denn die 10 unterhaltsamen Abschnitte mit Harue und Akira schafften es nicht nur coole Informationen zu alten Spielen zu vermitteln, sondern auch eine packende Geschichte über das Leben zu erzählen. Ich freue mich jetzt schon auf Band 2.

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    Cover des Buches Die goldenen Spinnen9783608963908

    Bewertung zu "Die goldenen Spinnen" von Rex Stout

    Die goldenen Spinnen
    Annejavor 23 Tagen
    Wieder eine spannende Lektüre mit Witz, aber auch Gesellschaftskritik

    Schon seit längerem begeistern mich die Fälle des fülligen Privatermittlers Nero Wolfe und seinem Gehilfen Archie Goodwin. Dabei begeisterte mich, dass es nicht nur zu einer Zeit spielt, welche ich persönlich nie erleben durfte, sondern besonders wie Nero Wolfe seine Fälle löst. Statt selbst überall Beweise und Zeugenaussagen zu machen, darf dies sein Gehilfe tun, da Wolfe selbst sein Haus nur in äußerst dringenden Fällen verlässt. Wenn ich es auch schon in anderen Büchern erleben durfte, war es diesmal aber doch noch einen Hauch präsenter. Na da.



    Doch zuerst zum Fall, welcher mich diesmal gerade am Anfang doch etwas verwirrte. Immerhin fand hier nicht nur anscheinend eine Entführung statt, sondern kurz darauf auch noch 2 Morde. Im Zusammenhang mit den vielen unbekannten Charakteren, konnte ich persönlich nicht so recht sagen, was jetzt hier wirklich passiert war. Da mich aber der Fall und besonders wieder die interessante Schreibweise einfach gepackt hatte, las ich weiter und kam dabei nicht nur auf die Spur der Täter. 



    Wie bereits erwähnt verlässt Nero Wolfe nie sein Haus und pflegt auch sonst einen sehr strukturierten Arbeitstag. Diesmal wurde dieser Aspekt sehr intensiv mit in die Story eingebaut, da sämtliche Verdächtige, neben Presse oder Polizei ihn erst aufsuchen mussten. Wäre das alles, wäre dies kein Nero Wolfe. Neben dieser schon sehr eigenwilligen Art sind auch seine Meinungen manchmal etwas barsch. Gesetze, Frauen oder die Laster anderer, sorgen bei ihm für Aussagen, die zwar nicht mehr zeitgemäß sind, aber zu damals leider passen. Deshalb möchte ich erwähnen, dass Wolfe in jedem seiner Bücher einen hohen Gerechtigkeitssinn an den tag legt. Dabei beschränkt er sich nicht auf Stand, Bankkonto oder Hautfarbe, was ich noch immer sehr lobenswert finde. 



    Des Weiteren erschloss sich mir ein Thema, das mich emotional doch sehr packte. Es handelt sich um die Flüchtlingshilfe. Mit einem sehr ehrlichen Blick für die Situation erfasste der Autor schon damals wie verletzlich diese Menschen eigentlich sind. Die Hoffnung, endlich ein Leben leben zu können, wird ihnen hier komplett zerstört und das mit einer sehr perfiden Methode. Dies möchte ich aber nicht näher erläutern, da zukünftige Leser diesen Prozess selbst erleben sollen. 



    Am Ende ist die damalige Sicht auf Politik, Presse und der Hilfsbereitschaft der Leute im Zusammenhang mit dem Fall rund um die goldenen Spinnen, eine tolle Geschichte. Zwar spielte der Autor wieder einmal mit Klischee-Persönlichkeiten, schaffte es diese aber gekonnt in Szene zu setzen und sie nicht eindimensional erscheinen zulassen. Auf weitere Fälle!



    Rex Stout vollbrachte wieder einmal den Spagat einen Mix aus spannenden Fall, Einblick in die Gesellschaft und packenden Schlussfolgerungen zu erstellen. Trotz anfänglicher Probleme die Handlung nachvollziehen zu können, öffnete sich mir im weiteren Verlauf des Buches die Handlung und brachte es zu einem außergewöhnlichen und verständlichen Abschluss. 

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    Cover des Buches Aristophania. Band 19783962193898

    Bewertung zu "Aristophania. Band 1" von Xavier Dorison

    Aristophania. Band 1
    Annejavor 25 Tagen
    Ein wundervoller Reihen-Auftakt mit viel Magie, aber auch vielen düsteren Momenten

    Schon als ich das Cover auf der Verlagsseite sah, war es um mich geschehen. Es wirkte so herrlich magisch und farbintensiv. Als ich dann aber die Kurzbeschreibung dazu las, war meine Neugier vollends geweckt. Denn statt Freude und Heiterkeit erwartete mich hier eher Traurigkeit und Verlust. Ich war gespannt, was mich hier erwarten würde. 


    Als ich das Buch dann in meinen Händen hatte, war von wieder weglegen nicht einmal die Rede. Ich las es in einem Stück, da mich die Welt, die Zeit und besonders die Geschehnisse einfach nur emotional packten. Besonders die Behandlung gegenüber weniger gut betuchten Menschen war dabei ein großes Thema und wurde mit sehr ehrlichen Bildern auch so gezeigt. Egal ob Wohnquartiere oder Arbeitsstellen schön war anders. Das dann die Polizisten nur aufseiten der Mächtigen stand, war da kaum noch verwunderlich.


    Was sehr düster und traurig klingt, ist aber leider eine Wahrheit die wir seit Jahrhunderten mit uns herumtragen. Wer Macht hat, will sie behalten und Geld regiert ja bekannterweise eh die Welt. In der Geschichte fand ich mich in Marseille wieder und lernte dabei 3 Kinder und ihre Mutter kennen. Ein schönes Gespann, das mir besonders dadurch gefiel, das die Kinder unterschiedliche Persönlichkeiten und Leidenschaften hatten. Der Älteste stand für seine Geschwister ein, der Mittlere besuchte die Schule und liebte Bücher und das kleine Mädchen strotze einfach noch vor Hoffnung, das ihre Brüder alles gut werden ließen.


    Die Mutter spielte in dem Ganzen auch eine große Rolle, da sie ein Opfer der oben erwähnten polizeilichen Übergriffe wurde. Bis jetzt klingt wirklich noch alles sehr hart, aber es verdeutlichte mir noch einmal das Themen wie Mobbing, Gewalt gegenüber Schwächeren oder Korruption keine neuzeitlichen Probleme sind.


    Doch genug von dem vielen schlechten. Sowohl am Anfang als auch im weiteren Verlauf des Buches lernte man schließlich Aristophania Bolt kennen. Die ältere Dame, welche auf den ersten Blick zwar edel aber doch eher schwach wirkte, umgab ganz klar ein Geheimnis. Schnell zeigte sich das sie Magie beherrschte, welche aus einem Reich namens Azur kam. Ein paar Informationen gab es dabei schon, aber weiten noch nicht alles. Um so mehr ist mein Interesse geweckt worden, denn ich möchte unbedingt wissen wie es mit Aristophania, den Kindern und dem Reich Azur weitergeht.


    Der Auftakt dieser Reihe hätte nicht spannender beginnen können. Neben einer Menge sozialkritischen Themen und der passenden Darstellung von ihr, gab es dann auch die magischen Momente, welche dem Ganzen die Düsternis nahmen. Die Illustrationen waren einfach nur wunderschön und sehr detailliert und erzeugten zusammen mit den stimmigen Dialogen eine packende Geschichte, bei der ich gespannt bin, wo sie mich hinführt.

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