Arbutus

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    Cover des Buches Ein Jahr in Südafrika (ISBN: 9783451061431)

    Bewertung zu "Ein Jahr in Südafrika" von Kristina Maroldt

    Ein Jahr in Südafrika
    Arbutusvor einem Monat
    Kurzmeinung: Wer etwas über Südafrika erfahren möchte, sollte definitiv dieses Buch lesen.
    Leben Sie bunt!

    Für ein Jahr zog die junge Journalistin Kristina Maroldt mit ihrem Freund nach Südafrika. Und wenn sie schon einmal da war, wollte sie das Land auch richtig kennenlernen, von innen, in seinen zahlreichen unterschiedlichen Facetten. Und aus verschiedenen Blickwinkeln: der Zulus, Xhosas, Buren, Couloreds ... zu diesem Zweck wurde sie sogar erstes weißes Mitglied eines lokalen Karnevalvereins.

    Wenn dieses Land schon mit verschiedenfarbigen Brillen auf der Nase lebte, würde ich eben die eigene Brille, sooft es ging, wechseln.

    Die Autorin schreibt kurzweilig und atmosphärisch schön. Mir gefällt besonders, wie sie den Klang der Xhosa-Sprache beschreibt. Gelungen finde ich auch die Strukturierung in Monatskapitel, dazwischen immer wieder das auflockernde "Südafrikanisch für Anfänger", bei dem es aber nur in einem einzigen Fall um die Sprache, oder besser gesagt, die Sprachen geht, denn der Sprachen sind viele in Südafrika; man bekommt darüberhinaus auch nette Tipps, wie man zum Beispiel den Straßenverkehr überlebt. Diese kleinen Zwischenkapitel sind immer mit ganz viel Augenzwinkern geschrieben. Überhaupt kommt der Humor niemals zu kurz. Herrlich amüsiert habe ich mich darüber, wie sie die Rinder vor ihrem Auto mit "Hejo, spann den Wagen an" vertreibt. Aber es wird nie oberflächlich. Vieles ist klug betrachtet. Mit wenigen treffenden Worten bringt sie Wesentliches auf den Punkt.

    Momentan erinnerte mich das Land an einen pubertierenden Teenager: eben noch berstend vor Idealismus und Tatendrang, im nächsten Moment zutiefst genervt, weil irgendwas nicht ganz so klappte, wie man es sich erträumt hatte.

    Die Autorin vermittelt einen sehr authentischen und spannenden Einblick in das vielfältige afrikanische Land.
    Hin und wieder wird es auch persönlich, wenn sie über ihr aufgewühltes Gefühlsleben schreibt, wenn sie plötzlich mitten im südafrikanische Outback ihren Freund vermisst oder sich die Frage stellt, wie es weitergehen soll nach ihrem Jahr in Afrika.

    Wer etwas über Südafrika erfahren will, sollte definitiv dieses Buch lesen. Tatsächlich ein toller, sehr persönlicher Reiseführer, der mühelos ohne ein einziges Foto auskommt und trotzdem wunderbare Bilder entstehen lässt.

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    Cover des Buches Betty und ihre Schwestern (ISBN: 9783730690895)

    Bewertung zu "Betty und ihre Schwestern" von Louisa May Alcott

    Betty und ihre Schwestern
    Arbutusvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Fein gezeichneter Mädchenroman aus dem 19. Jahrhundert, moralisierend, aber keineswegs prüde, in unbeschwerter, augenzwinkernder Schreibart
    Moralisierend, aber keineswegs prüde

    "Viel zu ruhig und harmoniebedürftig" nannte eine unzufriedene Leserin dieses Buch vor einiger Zeit in einem Internetforum. Das allein wäre schon Grund genug für mich gewesen, es zu lesen;  außerdem liebe ich echte "historische" Romane, weil man einen wirklich authentischen Einblick in die Zeit bekommt. Aber der eigentliche Anstoß kam durch eine private Leserunde, der ich mich spontan anschloss. Ich stellte bald fest, dass ich das alles in meiner Jugend schon mal gelesen haben muss, aber offensichtlich in einer stark gekürzten Ausgabe. Jedenfalls überraschte mich Louisa M. Alcott mit einer intelligenten, humorvollen Schreibart, die in der Fassung einer anonym gebliebenen Übersetzerin des beginnenden 20. Jahrhunderts mit wunderbarem Stil und Sprachwitz ins Deutsche übertragen wurde.

    Der Klassiker von Louisa M. Alcott beschreibt das Aufwachsen der vier Mädchen Meg, Jo, Betty und Amy in einer neuenglischen Kleinstadtidylle des 19. Jahrhunderts, ihre kleinen und großen Nöte, ihre familiäre Geborgenheit, ihr Heranreifen zu jungen Frauen. Legendär ist das Pickwick-Club-Spiel der literarisch interessierten Schwestern auf dem Dachboden der mittellosen Familie, oder das Pilgerspiel der Mädchen, mit dem sie Bunyans "Pilgerreise" nachspielen, oder auch die herrlich klamaukige kleine Theateraufführung, die Jo, die schreibbegabte Zweitälteste, mit ihren Schwestern inszeniert.

    Dass wir in einem Klassiker hin und wieder Ansichten finden, die uns aus heutiger Sicht befremden, ist nur natürlich und bleibt auch in diesem Buch nicht aus. Trotzdem empfinde ich die Ansichten, die die Autorin darin zu transportieren bemüht ist, für die damalige Zeit als sehr progressiv. Das beginnt mit der burschikosen, auf dem Kaminteppich hingeflözten Jo, setzt sich fort in der Umkehrung so mancher Rollenklischees (das Mädchen Jo wirft dem reichen Nachbarsjungen Laurie einen Schneeball ans Fenster und sagt zu ihm: "Lassen Sie sich durch Ihre Schüchternheit nicht beirren, die verliert sich bald, wenn Sie mehr Umgang haben"), bis hin zu einer aufgeklärten Mutter, die ihre Jüngste aus der Schule nimmt, weil der Lehrer auf Lappalien mit körperlichen Züchtigungen reagiert. Was nicht heißt, das im Buch nicht moralisiert wird, und das nicht zu knapp, so dass es dem modernen Leser schon mal auf den Nerv gehen kann. Aber Alcott ist eine so feine Charakterzeichnerin, schreibt so klug und witzig, dass ich bereit bin, ihr vieles nachzusehen. Ausgiebig macht sie sich über Charakterzüge und Eigenheiten ihrer jungen Romanfiguren lustig, doch niemals bösartig, sondern immer liebevoll wertschätzend, was sie für mich übrigens in die Nähe von Fontane rückt. Mit Scharfblick arbeitet sie die Umwege und Abgründe im Innenleben ihrer Figuren heraus. Und für ein moralisches Werk aus alter Zeit ist es, bei Licht besehen, auch herrlich unprüde, wobei manches - im Zusammenhang mit Kindern - für unsere Ohren fast schon wieder ein bisschen zu unprüde wirkt.

    Der Anaconda Verlag fasst die beiden ursprünglich separat erschienen Bände "Little Women" und "Good Wives" als Teil 1 und 2 in einer liebevoll gestalteten Ausgabe zusammen. Hat man etwas Zeit und Muße, lohnt es durchaus, nach Beendigung des ersten Teils weiterzulesen, auch wenn so ein altes Werk naturbedingt ein paar Längen hat. Die allerletzten Kapitel sind so eine Art Genusskapitel, damit man nach der ganzen Aufregung noch ein bisschen gemütlich gebauchpinselt wird beim Lesen. Und, ja, man wird, und es ist äußerst nett zu lesen; ich mag es ja, wenn man in einem Happy End noch ein bisschen schwelgen kann, bevor es vorbei ist. Und - klar wird es kitschig. Dennoch habe ich am Ende die ganze Zeit gelächelt. Ein bisschen Kitsch tut gut.

    Kommentare: 11
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    Cover des Buches Brannte nicht unser Herz? (ISBN: 9783417267921)

    Bewertung zu "Brannte nicht unser Herz?" von Rainer Harter

    Brannte nicht unser Herz?
    Arbutusvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ich mag den radikalen Ansatz des Autors. Nicht alles kann ich unterschreiben, aber ganz vieles.
    Ist unsere Beziehung zu Gott zu einem Arbeitsverhältnis geworden?

    "Brannte nicht unser Herz?" Die das sagten, waren die beiden Emmaus-Jünger, die ihren auferstandenen Meister erst bei der gemeinsamen Einkehr daran erkannten, wie er das Brot brach. Aber im Nachhinein war es dann ganz klar: "Brannte nicht unser Herz, als er mit uns redete auf dem Wege...?" Um dieses Brennen für den Heiland geht es Rainer Harter in seinem Buch. Und er stellt sich die Frage, wie denn bei langjährigen Christen die "erste Liebe" (Off.2.4) abhanden kommen konnte.

    Wir stellen die Grundaussage des Evangeliums auf den Kopf: Anstatt aus Liebe zu dienen, lieben wir, um geliebt zu werden.

    Rainer Harter weiß Abhilfe. Durch praktische Übungen und Gebetsanleitungen zeigt er einen Weg auf, die eigene Leidenschaft für Jesus neu zu entfachen.
    Ich mag den radikalen Ansatz dieses Autors. Für mich als elohistisch geprägte Christin ist es allerdings ein Manko, dass Harter die Leidenschaft, die er als gottgegeben beschreibt, auf den jahwistischen Schöpfungsbericht zurückführt. Aber obwohl meine theologischen Grundlagen sich in so wichtigen Punkten von der Sichtweise des Autors unterscheiden, habe ich viel aus der Lektüre herausgezogen.

    Das Buch hat mich auf eine Reise eingeladen. Vieles, was ich las, erinnerte mich an Stationen in meinem eigenen Leben. Besonders das Kapitel über die "Wüste" hat es mir angetan. Was jeden Einzelnen in diesem Buch aber mehr oder weniger anspricht, hängt natürlich auch immer von der Situation ab, in der man sich selber gerade befindet. Insgesamt, würde ich sagen, ist das Buch auf Grund der Thematik eher ein Buch für Glaubens-Insider. Ich fand es sehr lesenswert.

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    Cover des Buches Wissenschaft und Gesundheit (ISBN: 9780879523152)

    Bewertung zu "Wissenschaft und Gesundheit" von Mary Baker Eddy

    Wissenschaft und Gesundheit
    Arbutusvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Heilen wie Jesus. Das geht.
    Horizonterweiternd

    Ich würde nicht existieren ohne dieses Buch. Meine Großmutter litt als junge Frau auf Grund einer Blutvergiftung an einer Knochenvereiterung, und von ärztlicher Seite war ihr gesagt worden, ihr Zustand sei nicht heilbar und sie würde auf Grund ihrer schlechten Knochensubstanz niemals Kinder austragen können. In dieser Zeit hörte sie von dem Buch "Wissenschaft und Gesundheit" und ließ sich von einer Praktikerin der Christlichen Wissenschaft behandeln, was zur Folge hatte, dass sie nach einiger Zeit die Stöcke weglegen und wieder normal gehen konnte, ein Fortschritt, der auch von ärztlicher Seite mit Staunen bestätigt wurde. In den folgenden Jahren brachte sie drei gesunde Kinder zur Welt, von denen eines meine Mutter war. In ihrem Fall war es eine Gebetsbehandlung durch eine ausgebildete Praktikerin der Christlichen Wissenschaft, die die Heilung brachte, aber am Ende des Buches finden sich ganze hundert Seiten mit Zeugnissen von Menschen, die allein durch das Lesen dieses Buches geheilt worden sind. Und doch geht es in dem Buch nicht hauptsächlich um Heilung, sondern vielmehr um die Wiederentdeckung der liebevollen Beziehung GOTTES  zu jedem Einzelnen von uns. Wenn man länger darin liest, merkt man auch, wie gründlich sich Mary Baker Eddy mit der Bibel und mit den Heilungsberichten von Jesus beschäftigt hat und dass diese Lehre absolut biblisch ist. Ungewöhnlich für viele ist, dass das Buch zweisprachig gedruckt ist, so dass man bei etwaigen Ungenauigkeiten der Übersetzung stets im englischen Original nachlesen kann.
    Ich lese fast täglich in diesem Buch, in Verbindung mit der Bibel, die man dadurch wesentlich besser verstehen lernt (der Untertitel "mit Schlüssel zur Heiligen Schrift" ist also nicht ganz unbegründet) und kann diese horizonterweiternde Lektüre nur jedem wärmstens ans Herz legen.

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    Cover des Buches Die verbotene Reise (ISBN: 9783421046154)

    Bewertung zu "Die verbotene Reise" von Peter Wensierski

    Die verbotene Reise
    Arbutusvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Schelmenstück erster Klasse über die Freiheit und ein absolutes Muss für alle, die dem Abenteuer verfallen sind
    Aus der Enge der DDR in die Weite der Mongolei

    Wer sich mitten in der Coronakrise nach Freiheit und Abenteuer sehnt, wird in diesem Buch fündig.

    Der Journalist Peter Wensierski rekonstruiert die in dieser Erzählung berichteten wahren Begebenheiten aus Gesprächen mit den beiden Protagonisten, aus Tagebuchaufzeichnungen und Stasi-Unterlagen. Dabei ist ihm eine dichte, packende Story gelungen, ein echtes Sehnsuchtsbuch über den Zusammenhang zwischen Reisen und Freiheit, aus einer Zeit, als es noch wahre Abenteuer gab.

    Die beiden Studenten Jens und Marie haben sich im Ostberlin der Achtzigerjahre inmitten des staatlich verordneten Bürokratismus einige Nischen und Schlupflöcher eingerichtet, die ihnen ermöglichen, kreativ und motiviert zu arbeiten. Jens, der begabte und von seinem Professor geschätzte Biologiestudent, hat bereits Erfahrungen mit heimlichen, illegalen Reisen in die Nachbarländer gesammelt. Niemals hat er dabei an Flucht gedacht; immer ging es für ihn nur um eine Horizonterweiterung. Als Jungbiologe und Vogelexperte hat er sich schon erfolgreich im Vogelschutz bewährt, und die Urania schätzt den weitgereisten Studenten bereits als angesehenen Veranstalter gutbesuchter Diavorträge, als ihn die Stasi ins Visier nimmt. Während diese ihr Netz aus Repressalien und Überwachung enger und enger spinnt, wagen Jens und Marie das Unmögliche: über die Sowjetunion reisen die beiden mit gefälschten Papieren in ihr langersehntes Wunschland, die Mongolei. Von dort ist es nicht mehr weit bis China ...

    Ein umwerfendes Buch. Anfangs gewinnt man spannende Einblicke in den DDR-Alltag und die alternative Szene, die sich im Prenzlauer Berg der Achtziger Jahre bildete. Was die beiden dann auf ihrer Reise in die touristisch völlig unerschlossene Mongolei erleben - die weiten, einsamen Landschaften und die herzlichen Begegnungen auf Augenhöhe mit Menschen einer völlig anderen Kultur - machen das Buch zu einem einzigartigen Leseerlebnis, das nicht nur äußerst unterhaltsam und spannend ist, sondern den Leser auch immer wieder zum Staunen bringt. Für alle, die Reisebücher lieben, ein absolutes Muss!

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    Cover des Buches Große Maestros, hinter der Bühne erlebt (ISBN: 9783765516023)

    Bewertung zu "Große Maestros, hinter der Bühne erlebt" von Franz Mohr

    Große Maestros, hinter der Bühne erlebt
    Arbutusvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Kurzweilig, interessant, amüsant, grotesk, berührend. Ich habe es sehr gerne gelesen.
    Nähkästchengeplauder eines genialen Klavierstimmers

    Wer sich zu jedem Konzertabend den passenden Flügel aussuchen kann oder gar seinen eigenen mitbringt, der kann sich wohl "Maestro" nennen lassen. Auch wenn mir diese Bezeichnung sonst eher im Zusammenhang mit Dirigenten vertraut ist und das für mich eigentlich alles "Pianisten" sind.

    Franz Mohr, einst einer der besten Stimmer der renommierten Firma Steinway&Sons, schrieb bereits ein Buch über die Zusammenarbeit mit berühmten Pianisten. Dieser Nachfolgeband entstand in Zusammenarbeit mit Beat Rink, der die Gespräche mit dem Klaviertechniker hier in Interviewform wiedergibt. Das macht sie sehr authentisch und unmittelbar, hat aber den Nachteil, dass das Berichtete manchmal etwas schlicht und unstrukturiert daherkommt. Dennoch habe ich mich keinen Augenblick gelangweilt.

    Den bedeutenden Pianisten Glenn Gould, Wladimir Horowitz und Rudolf Serkin ist jeweils ein ganzes Kapitel gewidmet, ebenso Wanda Horowitz, der sehr speziellen Gattin des Ausnahmepianisten. Man erfährt, wie es dem menschenfreundlichen Stimmer gelang, den ausgefallenen klanglichen Wünschen seiner berühmten Klientel gerecht zu werden. Für jemanden, der sich mit Klaviermusik ein kleines bisschen auskennt, ist das extrem kurzweilig, interessant und manchmal auch grotesk, wenn Mohr zum Beispiel von Glenn Gould erzählt, der immer mit einem Müllsack zum Konzert anreiste... Oder wir lesen die eine oder andere amüsante Indiskretion wie die, dass der korpulente Lazar Berman einst im Hause Horowitz durch sein Körpergewicht aus Versehen einen antiken Stuhl zertrümmerte. Alles immer aus dem liebevollen Blick eines zurückhaltenden Menschen, der mit vielen seiner berühmten Kunden freundschaftlich verbunden war. Nebenbei erhalten wir sehr spannende Einblicke in die Stimmarbeit und lernen zum Beispiel die klanglichen Unterschiede zwischen deutschen und amerikanischen Steinways kennen, und natürlich darf auch die eine oder andere Spitze gegen den asiatischen Massenproduzenten Yamaha nicht fehlen.

    Da es im hinteren Teil des Buches vor allem um Franz Mohr selbst geht, ist es nur natürlich, dass sein tiefer christlicher Glaube dort noch ein bisschen mehr Raum findet. In schlichten, sympatischen Statements legt er immer wieder seine Glaubensansichten dar, wenn dieses Thema bei interessanten Kontakten und Reisen gestreift wurde. Sehr berührend waren für mich die Berichte vom Besuch in Japan und in China. Unweigerlich ging es auch hier um den Glauben. Dort wollten die Leute nicht nur von ihm hören, wie man die Flügel berühmter Pianisten stimmt, sondern auch, wie man betet ... So findet man sich am Ende überraschenderweise in einem sehr christlichen Buch wieder, das lebendig schildert, wie natürlich sich der christliche Glaube in den Alltag integrieren lässt. Nicht zuletzt an dieser wunderbaren thematischen Zugabe liegt es, dass mich die gelegentlich etwas nähkästchenplaudernde Attitüde überhaupt nicht gestört hat.

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    Cover des Buches Opferkind (ISBN: 9783775159517)

    Bewertung zu "Opferkind" von Astrid Dauster

    Opferkind
    Arbutusvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Extreme Schilderungen, starker Trost und glaubwürdige Darstellung
    Traumatische Erlebnisse, bedingungslose Liebe und ein Schäfer namens Josef

    Ich weiß, dass diese Weisheit mich leiten wird, nur über das zu schreiben, was notwendig und wichtig ist.

    Hätte sich Astrid Dauster nicht an diese Vorgabe aus ihrem Vorwort gehalten und hätte alles aufgeschrieben und veröffentlicht, was sie erlebt hat, niemand könnte es ertragen. Auch so, "dosiert", ist es eigentlich schon nicht zu ertragen. Jeder muss selbst entscheiden, ob er stark genug ist, es mit dieser Lektüre aufzunehmen.

    Mir fehlen gerade ein wenig die Worte, um eine wohlfeile Beschreibung des Inhalts zu formulieren, aber im Prinzip geht es hier um drei miteinander verschränkte Themengebiete:
    Kindesmissbrauch - Satanismus - Nahtoderlebnisse. Also das volle Programm. Das Beschriebene ist sehr extrem. Trotzdem zweifle ich nicht an der Glaubwürdigkeit der Autorin. Als Co-Autor wirkte Walter Meili an der Veröffentlichung mit, ein Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Es ist gut, dass er den Erzählfluss hin und wieder mit seinen kurzen fachlichen Hinweisen unterbricht. Zum einen gewinnt das Unglaubliche dadurch an Glaubwürdigkeit; zum anderen versinkt man nicht zu abgrundtief in den Schilderungen.

    Astrid Dauster wurde als Kind immer wieder in unvorstellbarer Weise von ihrem psychopathischen Vater missbraucht, gequält und an Freier verkauft. Wenn die Taten nicht mehr verkraftbar waren, klinkte sich ihr Bewusstsein irgendwann aus dem Geschehen aus. In diesen Momenten fand sie sich in der Gegenwart eines Schafhirten wieder, den sie Josef taufte, weil dies der einzige Name war, der ihr einfiel, der für sie nicht mit einem grausamen Menschen verbunden war... Die Gespräche mit dem Hirten halfen ihr, zu überleben. Dann, nach dem Tod des Vaters, kam eine Zeit des Vergessens. Erst viele Jahre später sollte sie ihre verschütteten Erinnerungen wiederentdecken. Darüber, und wie es ihr gelang, mit Hilfe ihres Glaubens Stück für Stück die furchtbaren Erinnerungen aufzuarbeiten, schreibt sie in diesem Buch.

    Es ist ein in jeder Hinsicht intensives Buch. Nebenbei erfahren wir auch die unschöne Nachricht, dass es in Deutschland eine hochgefährliche und zu unvorstellbaren Taten fähige Satanistenszene gab und offensichtlich immer noch gibt. Wir erfahren, dass es Menschen gibt, die in der Lage sind, ihre eigenen und fremde Kinder zu Tode zu quälen. Aber darüberhinaus lesen wir auch immer wieder von einer anderen Ebene der Wirklichkeit, in der Geborgenheit und Trost existiert, in der es einen bedingungslos liebenden Gott gibt, den krassen Gegenentwurf zu der von ihrem Vater verehrten dunklen Macht.

    Ich hatte keine 'ungeheure Macht' gespürt, sondern nur Liebe und Güte. Ich hatte keine Dunkelheit gesehen, sondern nur Licht, wie ich es auf der Erde noch nie gesehen hatte.

    Sehr vieles, aber nicht alles an diesen Hirten- und Engelgesprächen, die aus dieser anderen Daseinsebene stammen, ist für mich stimmig. Dass der allmächtige Gott, der Liebe ist (und daran glaube auch ich!) keine bessere Methode weiß, als dieses kleine Mädchen jahrelang solchen unvorstellbaren Qualen auszusetzen, kann ich nie und nimmer so akzeptieren. Aber vielleicht hört auch jeder die Botschaft genau so, wie er sie gerade hören muss, um damit einen Schritt weiter gehen zu können.

    Auf jeden Fall finde ich, es ist ein sehr schönes Motiv, über diese Erfahrungen zu sprechen, um anderen die Angst vor dem Tod zu nehmen. Und wie schrecklich auch die ihr angetanen Verbrechen waren - Wut, Verbitterung oder Rachegedanken sucht man in diesem Buch vergebens.

    Am Ende beschreibt sie vor allem Denkprozesse, die es ihr ermöglichen, die an sie gerichteten göttlichen Botschaften zu verstehen. Wenn diese Verstehensprozesse schon für Astrid Dauster, eine hochintelligente Frau, nicht einfach sind, sind sie das für manchen Leser erst recht nicht. Manchmal frage ich mich dann schon, ob es mit der Liebe Gottes nicht einfacher ist. Aber dann denke ich wieder, jeder geht seinen eigenen individuellen Weg des Verstehens, und ihrer war eben so.

    Fünf Sterne für eine äußerst mutige Autorin und einen ebenso mutigen Verlag!

    Gott ist unendlich, er ist die Seele aller Menschen und jeder Mensch ist ein Teil von ihm und in jeder Seele jedes Menschen ist ein Teil von Gott. [...] für jeden nimmt er die Gestalt an, die dieser Mensch ihm gibt. Für dich ist er Josef, der Schäfer." - "Und wie sieht er für dich aus?" - "Ich habe ihm keine Gestalt gegeben, denn er hat keine Gestalt. ER IST. Liebe, Licht, Güte in unendlicher Fülle, allmächtig und allgegenwärtig, allwissend und allweise, immer und überall. [...]

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    Cover des Buches Der Report der Magd (ISBN: 9783827013842)

    Bewertung zu "Der Report der Magd" von Margaret Atwood

    Der Report der Magd
    Arbutusvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Man muss sich nicht mit allen Dystopien abfinden.
    Unsichtbar

    Wir waren die Leute, über die nichts in der Zeitung stand. Wir lebten auf den leeren weißen Stellen, an den Rändern. Das gab uns mehr Freiheit.
    Wir lebten in den Lücken zwischen den Geschichten.


    Ich will diese Rezension nicht schreiben. Es ist nicht die erste Dystopie, die ich lese. Aber diese hier ist schrecklicher. Ich habe alle drei Bände der Panem-Trilogie gelesen und brauchte nach jedem einen großen Abstand, weil die losgetretenen Denkvorgänge so düster waren. Aber dies hier ist perverser.

    Wir blicken mitten in den Gehirnwaschgang hinein, der auf unerbittliche Weise an einer jungen Frau vorgenommen wird. Das Schlimme ist, dass all die systemverordneten Maßnahmen, die an Unmenschlichkeit kaum mehr zu überbieten sind, religiös begründet werden - durch ein bis zur Unkenntlichkeit entstelltes, extremistisch missbrauchtes Christentum.

    Bisher bin ich zwei Arten von Dystopien begegnet; nennen wir sie Anarchie-Dystopien und Kontrollstaat-Dystopien, wobei letztere meiner Erfahrung nach häufiger vorkommen, zu denen auch "Der Report der Magd" zählt und die eine Antwort auf die Frage zu finden versuchen, ob ein Individuum unter den gegebenen unfreien Bedingungen einen Teil seiner selbst bewahren kann, einen Rest an innerer Freiheit. Die Grenzen für diese Chance sind beim "Report der Magd" eng gesteckt; es sind winzige Nuancen von innerem Widerstand, an denen sich die Magd "Desfred" (ihren wahren Namen kennen wir nicht) immer wieder festklammert, um nicht ganz unterzugehen.

    Aber dieses Buch wirft noch eine spezifischere Frage auf: wie ergeht es einer gleichberechtigten, modernen Frau, die Stück für Stück unerbittlich wieder in Abhängigkeit und Unterdrückung gezwungen wird? Und plötzlich ist dieses Buch aus den Achtziger Jahren erschreckend aktuell, allerdings - und hier erweist sich Frau Atwood nur bedingt als Prophetin - sind es keine christlichen Sekten, die heute solche Regierungsformen einzuführen versuchen.

    Margaret Atwood schreibt meisterhaft. Dicht, bedrückend und spannend. Sie füttert den Leser mit Bruchstücken. Weil man mehr begreifen will, liest man weiter. Rückblenden in Romanen nerven mich in letzter Zeit zunehmend, aber Margaret Atwood beherrscht diese Technik sicher und setzt sie an den richtigen Stellen ein; niemals verliert man dadurch den Überblick noch die Spannung.

    Nur das abschließende, aus der Zukunftsperspektive geschriebene Kapitel hatte für mein Empfinden einen, wie soll ich sagen - gewissermaßen erschlagenden Charakter. Es wirkte zynisch, dieses Schlusskapitel, kalt. Ein bisschen Wärme und Licht hätte mir gegen Ende gutgetan.

    "Unsichtbar" sollen die Mägde in Atwoods Erzählung sein, gesichts- und gefühllose willige Werkzeuge. Und um diesem unglaublichen Missbrauch perfiderweise auch noch eine biblische Fundierung zu geben, wird als Motto das Buch Genesis herangezogen, nach dessen Schilderung Rahel ihrem Mann Jakob die Magd Bilha zwecks Kinderzeugung zur Verfügung stellte, da sie selber als unfruchtbar galt.

    Aber ich will und kann mich damit nicht abfinden. Und ich gehe noch zwei biblische Generationen weiter zurück und finde dort Hagar, eine Magd, die das gleiche Schicksal erlitt. Oder? Mitten in einer Situation größter Einsamkeit, Entwürdigung und Verzweiflung begegnete ihr Gott und gab ihr eine Stimme. Eine Stimme für alle Frauen, die gering geschätzt, niedrig gehalten, verraten und verkauft wurden und noch immer werden.

    Und sie nannte den Namen des HERRN, der mit ihr redete: Du bist ein Gott, der mich sieht.                                                                                (1. Mose 16.13)

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    Cover des Buches Abenteuer Mustang (ISBN: 9783902903426)

    Bewertung zu "Abenteuer Mustang" von Erich Pröll

    Abenteuer Mustang
    Arbutusvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Trotz allem ein lehrreiches Buch. Es zeigt, dass sanfte Pferdeerziehung möglich ist, auch wenn wir davon nur bruchstückhaft erfahren.
    Faszinierend und enttäuschend

    Schon als Kind träumte Erich Pröll vom Reiten. Als sich der junge pferdebegeisterte Mann von seinem ersten selbstverdienten Geld endlich die ersehnten Reitstunden leisten konnte, da wurde er schwer enttäuscht: bei diesen militär-ähnlichen Übungen, die er da über sich und das Pferd ergehen lassen musste, kam weder eine Beziehung zum Pferd noch Freude am Reiten auf. Da musste es noch irgend etwas anderes geben. Erster Lichtblick war ein lokaler Reitwettbewerb, bei dem überraschend ein scheinbar völlig tiefenentspannter Mensch mit Cowboyhut siegte, der vorher nur von allen belächelt worden war.
    Infolge seiner Karriere als erfolgreicher österreichischer Filmemacher konnte Erich Pröll dann häufig ins Ausland reisen und so berühmte Pferdetrainer wie Monty Roberts, Steve Mantle oder Lorenzo aus der Camargue kennenlernen, die auf eine Weise mit den Pferden arbeiten, die sich frappierend von der bei uns bekannten englischen Reitkunst unterscheidet. In den USA fing Erich Pröll dann schnell Feuer für die amerikanischen Wildpferde und wurde der erste Mustangbesitzer und -züchter auf dem Kontinent. Von dem langen Weg dorthin berichtet er in seinem Buch.

    Über den oft etwas unbedarften Erzählstil sieht man anfangs noch gerne hinweg, denn die Aussage fasziniert: Erich Pröll hat im Laufe seines Lebens gelernt, seinen Reitstil der Pferd-Reiter-Beziehung anzupassen und nicht umgekehrt. Und man hofft geduldig, im Laufe der Lektüre noch viel darüber zu hören.

    Ein bisschen mau ist es dann schon, was er von dem Training der Strafgefangenen mit den Mustangs in den USA berichtet. Eigentlich beschreibt er nur, wie er die Dreherlaubnis erhielt, sich im Gefängnis umsah und dann einen Mustang ersteigerte. Schade. Und allmählich nervt es dann wirklich. Zwei Stunden interviewt Erich Pröll Monty Roberts. Packend, spannend und enthusiastisch soll dieser dem Autor "seine immensen Erfahrungen mit Mustangs" geschildert haben. Aber anstatt diese an die Leser weiterzugeben, erzählt Pröll von einer Bronzeskulptur Monty Roberts, die dessen Frau angefertigt hat und die ihn zu übergewichtig darstellt, und von dem Rundgang durch die Roberts'sche Hazienda. Bei Pat Pirelli, dem Begründer des "Natural Horsemanship", das gleiche. Wie toll das Interview mit ihm war, wieviele Interviews Pat schon in seinem Leben gegeben hat, und was die beiden dann noch zusammen unternahmen. Davon, welche neuen Ideen und Einsichten ihm der berühmte Pferdetrainer für seine eigene Arbeit mit den Mustangs mit auf den Weg gab - nichts.

    Ganz nebenbei berichtet Erich Pröll dann immerhin, dass er seine Pferde allein mit Knotenhalfter und nicht mit Eisen im Maul reitet. Dass das überhaupt geht, fasziniert mich. Und hin und wieder gibt es dann doch ein paar interessante Hinweise zu den Eigenheiten der Mustangs und Quarterhorses, zur Pferdeerziehung und -handhabung. Mir geht das Herz auf, wenn ich lese, wie geduldig und liebevoll der Autor mit seinen neu erworbenen Mustangs das Verladen in den Hänger probt, wie konsequent er jede Strafe und jede Gewalt ablehnt, und wie gelassen er auf den Spott der "richtigen" Cowboys hin zurückgibt, er wäre sowieso kein Cowboy und habe auch nicht vor, einer zu werden.

    Leider muss ich sagen, dass dies schriftstellerisch das Schlechteste ist, was ich seit dieser unsäglichen "Ländersammlerin" gelesen habe. Mein dritter Stern ist denn auch eindeutig ein Sympathie-Stern. Dieser nette Österreicher kann noch so naiv schreiben: dass er sein erstes Pferd bekam, weil er eingewilligt hatte, diesem sein Gnadenbrot zu geben, erfüllt mich mit mehr als Respekt und beweist, dass es dem Menschen Erich Pröll Ernst ist mit seiner Wertschätzung für diese besonderen Geschöpfe.


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    Cover des Buches Nicht mehr ich (ISBN: 9783426787922)

    Bewertung zu "Nicht mehr ich" von Doris Wagner

    Nicht mehr ich
    Arbutusvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Extrem verstörend. Aber genau deswegen wichtig. Sehr starkes Buch. Klug und mit einem guten Überblick geschrieben.
    Ein folgenschwerer Webfehler

    Dieser Rezension muss ich vorausschicken, dass ich selber zwar gläubig, aber nicht katholisch bin, dass ich aber bei meiner Pilgerschaft auf dem Jakobsweg so viel wunderbare Gastfreundschaft von Katholiken erlebt habe, dass es für mich schon aus diesem Grunde nicht geht, empört mit dem Finger auf "die anderen" zu zeigen. Obwohl die Empörung unweigerlich kommt. Denn was Doris Wagner hier schreibt, empört unendlich. Aber auch sie legt großen Wert darauf, mit diesem Buch keine "Abrechnung" vorzulegen, sondern das offenzulegen, was dringend auf den Tisch muss, damit Erneuerung überhaupt möglich ist. Ziel des Buches sei es, "die Dynamik von Ideologie, Manipulation, und Missbrauch zu veranschaulichen". Und das ist ihr in eindrucksvoller Weise gelungen.

    Doris Wagner beschreibt, wie sie als begeisterter junger Mensch in einen charismatischen Orden eintrat (sie nennt ihn im Buch "die Königskinder", aber der wahre Name lautet wohl anders) und dort Stück für Stück fast unmerklich ihres freien Willens, ihrer eigenen Meinung, ihres Selbstbewusstseins und letztendlich ihrer Identität beraubt und zu einem weltfremden, willenlosen Werkzeug geformt wurde. Gehirnwäsche pur. Der Weg zum Missbrauch durch einen Priester ihres Konvents war dann nicht mehr weit.

    Es ist unendlich hart, das zu lesen, aber auch extrem lehrreich. Im Geleitwort schreibt Wolfgang Beinert: "Es geht nicht darum, konkrete Gruppierungen oder Personen an den Pranger zu stellen, sondern darum, auf einen folgenschweren Webfehler aufmerksam zu machen, der sich in die Textur der Glaubensgemeinschaft eingeschlichen hat." Und auch das gefällt mir: "Wo der Mensch unbedacht das Absolute anvisiert, ist er auch dem absolut Bösen nahe." Man lese dies präzise. In grandioser Scharfsinnigkeit führt Beinert den Fehler im System auf das von Augustinus im 5. Jh. ausgehende theologische System zurück: "[...] In dieser Konzeption gibt es ein Problem: Wer stellt fest, was Gottes Wille ist? [...] Der Mensch will sein wie Gott - das ist das Baugesetz menschlicher Sünde. Nichts anderes aber beanspruchen sie zu sein: zu sein wie Gott gegenüber den anderen Gliedern der Gemeinschaft [...]"

    Aber auch die Autorin selbst schreibt überzeugend, klug und gar nicht reißerisch. Dabei bewahrt sie immer einen guten Überblick, verzettelt sich nie. Das ist unglaublich dicht und spannend. Ich konnte kaum aufhören zu lesen.

    Der Klappentext zitiert einen Kommentar von Sandra Maischberger: "Nach acht Jahren verließ sie das Kloster gebrochen und sexuell missbraucht." Aber das stimmt nur bedingt. Im gebrochenen Zustand hätte sie den Austritt wohl kaum geschafft. Neben all dem Entsetzlichen, das einen aus jedem Kapitel dieses Buches anspringt, lesen wir auch die Mut machende Geschichte einer jungen Frau, die allmählich aus einer Art Koma erwacht und Stück für Stück wieder zu sich selbst findet.

    Sehr, sehr starkes Buch. Respekt. Und ... danke. Danke an Doris Wagner für die vielen wertvollen Denkanstöße, den immensen Mut, die akribische Arbeit an ihrer eigenen, schmerzvollen Geschichte, die kraftvolle Ansage am Ende des Buches, und: dass sie sich ihren Glauben nicht hat nehmen lassen.

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