Blutmaedchen

  • Mitglied seit 17.08.2010
  • 7 Freunde
  • 569 Bücher
  • 235 Rezensionen
  • 459 Bewertungen (Ø 4.5)

Rezensionen und Bewertungen

Filtern:
  • 5 Sterne333
  • 4 Sterne58
  • 3 Sterne42
  • 2 Sterne17
  • 1 Stern9
  • Sortieren:
    Cover des Buches Dearest Ivie (ISBN: 9780349421391)

    Bewertung zu "Dearest Ivie" von J.R.Ward

    Dearest Ivie
    Blutmaedchenvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Bittersweet, rasant, ereignisreich und eine Verbindung zwischen zwei Personen, wie sie nicht viele erleben <3
    Dearest Ivie


    Meine Lieblingsautorin J.R. Ward hat sich erneut in mein Herz geschrieben. Als Verschlingerin all ihrer Black Dagger Brotherhood Bücher war auch die Novelle "Dearest Ivie" für mich Pflichtlektüre, die in der selben Welt wie die Bruderschaft spielt und dank zwei bekannter Charaktere sogar aufeinander trifft.

    Es ist eine feinfühlige, sehr intensive Kurzgeschichte, in der man als Leser einer jungen Vampirin folgt, die als Krankenschwester in Haver's Klinik arbeitet. Ivie hat kein großes Interesse sich fest zu binden und möchte in ihrem Job aufsteigen. Sie ist das komplette Gegenteil zu ihrer Cousine Ruby, die sie als hoffnungslose Romantikerin beschreibt, die ständig glücklich ist und wie ein endloser Quell an Optimismus durch die Gegend hüpft. Als die beiden ausgehen und in einer Zigarrenbar einen eleganten, schönen Fremden kennen lernen, ist es nicht verwunderlich, dass Ruby die Chance nutzt um Ivie aus ihrem Schneckenhaus zu ziehen. Doch diese ist wenig begeistert, denn Silas, mit seiner teuren Uhr, dem uralten Ring am Finger und in seiner eleganten Kleidung, schreit gerade zu danach ein Aristokrat zu sein und solche Vampire lassen sich laut Ivie niemals auf Vampire ein, die der unteren Mittelschicht angehören.

    "No reason? How about the fact that I saw you and I wanted to talk to you?" 
    "I said no 'good' reason. There are a lot of bad ones. [...] You're mated, but bored and looking for a little nookie before you go home to your judgmental shellan and your two perfect kids. You have a  fetish that involves feet, bunny ears, Krazy Glue in strange places, or maybe, God forbid, gerbils. You have a bet with some other incredibly good-looking male vampire in here about how long it will take you to get the plain girl's number. You're a serial killer looking for a victim. You think I'm a lesbian and want a challenge. Maybe you're mentally ill and believe we're all going to get abducted by aliens at midnight and you figure, what the hell, I better get it one more time before we're all dead. How am I doing here? I can keep going."

    Eigentlich unterscheidet sich diese Novelle nicht wirklich von vielen anderen Geschichten, die uns etliche Autoren anbieten. Zwei Menschen aus verschiedenen Gesellschaften treffen aufeinander und es gibt seitens der einen Person keinen plausiblen Grund wieso überhaupt erst ein Gespräch zustande kommen könnte, ganz zu schweigen von wirklichem Interesse.
    Was "Dearest Ivie" von all diesen Klischees abhebt, ist besonders dem Schreibstil der Autorin zu verdanken, die erneut Charme mit Sarkasmus perfekt kombiniert und die Charaktere mit echten Makeln nahbar erscheinen lässt. Es findet ein Entwicklungsprozess statt, bei dem man als Leser regelrecht mitgerissen wird und ich finde die Chemie zwischen den beiden Hauptprotagonisten Ivie und Silas mehr als gut und sehr faszinierend.

    Ward wäre nicht Ward, wenn nicht auch ein paar bittersweet moments vorkommen würden, nur das man bei dieser Geschichte denken könnte, sie hätte das Wort bittersweet überhaupt erst erfunden. Alles geht rasant schnell von süß, über nachdenklich, über verzweifelt und stetig wankt man zwischen Hoffnung und Unglauben. Wer bereits Bücher dieser Autorin gelesen hat, weiß jedoch wie sie dieses Gleichgewicht perfekt hält und am Ende ein paar Tränen zurück lässt - egal ob aus Freude oder Schmerz.

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    Cover des Buches Letztendlich sind wir dem Universum egal (ISBN: 9783596811564)

    Bewertung zu "Letztendlich sind wir dem Universum egal" von David Levithan

    Letztendlich sind wir dem Universum egal
    Blutmaedchenvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein mitreißendes Buch, bei dem die Fantasie stark angekurbelt wird
    Letztendlich sind wir dem Universum egal


    Kommentieren0
    2
    Teilen
    Cover des Buches CyberWorld 6.0: Anonymous (ISBN: 9783958343108)

    Bewertung zu "CyberWorld 6.0: Anonymous" von Nadine Erdmann

    CyberWorld 6.0: Anonymous
    Blutmaedchenvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Das Emotionsbuffet ist angerichtet und wartet darauf vom Leser verspeist zu werden <3
    Erneut ein perfektes Abenteuer - auch außerhalb der Cyberworld


    Nadine Erdmann's Bücher sind vorallem eines: Sehr unterhaltsam. Sie sind actionreich und witzig. Bieten düstere Elemente mit leuchtenden Charakteren. Mit dem sechsten Band der Cyberworld Reihe wird eine weitere Sache klar: Man kann viel von dem lernen, was die Charaktere an Menschlichkeit beweisen. Bereits in den vergangen Bänden habe ich Jamie, Jemma, Zack, Will, Ned und Charlie geliebt und bewundert, doch mit ihren Entwicklungen in "Anonymous" hat die Autorin mein Herz für sie noch ein deutliches Stück wachsen lassen. Jedoch nicht ohne wohlplatziertes Drama, was mir mehr als einmal Gänsehaut bescherrt hat.

    Auch dieses Buch beginnt mit einem düsteren und zugleich spaßigen Abenteuer in der Cyberwelt, denn Ned hat endlich mit Hilfe der anderen sein eigenes Cybergame fertig gestellt und der Rest der Bande darf es nach ein paar Ausbesserungen erneut testen, ob es einem perfekten Piratenabenteuer würdig ist. Es wird sich gegenseitig geneckt, geärgert und ausgelacht, was der düsteren Athmospähre gut tut und die Liebenswürdigkeit der Gruppe unterstreicht. Doch zwischen sehr viel Wasser, spielfreudigen Krebsen mit coolen Namen und zickigen Damen in Not, taucht aus dem Nichts ein Haus auf, an dessen Wand die Worte "Helft uns" in Blut geschrieben stehen. Ned, der das Spiel selbst programmiert hat, weiß ganz genau, dass dieses Haus nicht in sein Spiel gehört. Als sich die Freunde etwas näher mit dem Haus beschäftigen und ein paar Nachforschungen anstellen, finden sie heraus, dass es sich um eine halb abgebrannte psychatrische Heilanstalt für verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche handelt und ein großes Abenteuer in der realen Welt auf sie wartet...

    Aber nicht nur imaginäre Probleme und Herausforderungen warten darauf, dass die Freunde sich ihnen stellen, sondern auch ein paar sehr reale in Form von Zack's Eltern. Sie sind wieder in London und zeigen viel zu großes Interesse an ihrem Sohn, was bei diesem direkt alle Alarmglocken schrillen lässt. Zu Recht, wie sich herausstellt.
    Was Nadine Erdmann mit Zack's Familiengeschichte auf die Seiten zaubert ist ein klassisches Dilemma für begeisterte Leser. Einerseits möchte man Spannung, Dramatik, Schmerz, der sich hoffentlich in Freude verwandelt und eine Charakterentwicklung, an der man als Leser nicht nur Spaß hat, sondern sich im besten Falle auch hineinversetzen kann. Andererseits möchte man seinen Liebling am liebsten aus den Seiten reißen, ihn vor all dem Bevorstehenden retten und weit weg in Sicherheit bringen.
    Allen Lesern der Cyberworld Reihe sei gesagt: Frau Erdmann weiß was sie macht und sie macht es fantastisch! Das Emotionsbuffet ist angerichtet und wartet darauf vom Leser verspeist zu werden. An dieser Stelle wäre eine Warnung angebracht, denn wenn man Zack sehr mag, dann will man so schnell wie möglich alles erfahren. Lesesucht vorprogrammiert.

    Ich war insgesamt wieder sehr von diesem Buch begeistert. Die Autorin erschafft erneut eine Welt, die mein Herz zum pochen gebracht hat - in vielerlei Hinsicht! Die Charaktere bringen erneut viel Liebe und viel Bereitschaft zur Liebe mit, was diese Geschichte so einfach macht sie zu mögen und zu verschlingen. Wer meine bisherigen Rezensionen zu den Cyberworl Büchern kennt, sollte erkannt haben, dass ich eine gewisse Euphorie und Zufriedenheit beim lesen empfinde, die eindeutig darauf zurückführt, wie lebhaft diese Charaktere und ihre Beziehungen zueinander beschrieben werden. Auch neu eingeführte Personen, die in "Anonymous" dazustoßen, haben sich sehr schnell einen Platz in mein Herz gegraben. Für die weiteren Bände darf man also gespannt sein, denn es wird noch einige persönliche Dinge geben, die Jemma, Jamie, Zack, Will, Ned und Charlie entdecken können. Ich freue mich schon sehr darauf zu sehen, wie sie erwachsen werden. :)

    Das Lesen der Cyberworld Reihe läuft bei mir grundsätzlich so ab:
    Oh Gott, Hallo Nervenkitzel!
    Hach, ich liebe euch alle!
    Hoppla, bitte WAS?
    Traum? Albtraum?! 
    Awwww *-*
    Wow :o
    Als Leser kann man sich stets darauf verlassen von der Autorin zwischen die Seiten gesaugt zu werden und eine Geschichte zu erleben, die gefangen nimmt und nicht eher los lässt, bis man die letzte Seite erreicht hat. Doch auch über das Ende hinaus hallt die Geschichte lange nach, denn die Freunde werden immer reifer und erwachsener. Sie auf ihrem weiteren Weg über Berufswünsche und Zukunftsvorstellungen zu begleiten, lässt mich voller Vorfreude kribbeln.

    Kommentieren0
    3
    Teilen
    Cover des Buches Verstoßene des Lichts (ISBN: 9783802598197)

    Bewertung zu "Verstoßene des Lichts" von Lara Adrian

    Verstoßene des Lichts
    Blutmaedchenvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Zu viele Charaktere, die es mir auch beim 2. Lesedurchgang nicht leichter gemacht haben wirklich zu verstehen wie alles vernetzt ist.
    Die Reihe hätte besser vor ein paar Bänden enden sollen :/

    Ich mache eigentlich nichts gerne halbherzig, aber für diese Meinung kann ich es leider nicht anders. Die Midnight Breed Reihe von Lara Adrian gehörte sehr lange zu meinen Lieblingsreihen, doch bei den Geschehnissen in Band dreizehn "Verstoßene des Lichts", kam ich nicht mehr ganz mit. Bereits Band elf läutete eine neue Ära ein, zwanzig Jahre nach all den Ereignissen der - ich nenne es einfach mal - eigentlichen Geschichte. Die Kinder der damaligen Helden stehen nun Seite an Seite mit ihren Eltern und bekämpfen vor allem einen großen Feind: Opus Nostrum. Ein Geheimverbund, der mit ganz harten Spezialwaffen eine Gefährdung für den ganzen Stamm ist. Hinzu kommt der Krieg mit den Außerirdischen, den Atlantiden.
    Darf ich ehrlich sein? Ich habe den Überblick verloren gegen wen bereits gewonnen wurde und wer noch bekämpft werden soll. Denn auch wenn ich "Verstoßene des Lichts" zweimal gelesen habe, weil ich bereits nach dem ersten Mal nur die Hälfte verstanden habe, bin ich immer noch nicht schlauer.

    Band 13 hat gefühlt tausende Charaktere, die über zwanzig tausend Ecken einander kennen oder feststellen, dass sie miteinander verwandt sind. Wenn schon die Charaktere in den Büchern kaum glauben können, dass das passiert, wie soll ich dann als Leser all die komplizierten Verknüpfungen ohne Knoten im Kopf verarbeiten? Gar nicht.
    Beim zweiten Lesedurchgang habe ich mir extra nochmal die Familienstämmbäume und Beziehungen notiert, nur leider ist der Zettel ausversehen im Müll gelandet. Deshalb kann ich hier auch keine wirklich hilfreiche Rezension schreiben.

    Eigentlich war die Story auch recht schnell abgehandelt.

    Carys Chase, die Tochter von Sterling und Tavia, steht diesmal im Mittelpunkt. Sie führt eine Beziehung zu dem Kämpfer Rune, der sich im La Notte öfter zur Belustigung von Mensch und Stammesvampir in den Käfig stellt. Die Autorin geizt nicht an erotischen Szenen, aber stellt auch die Frage in den Raum, ob jemals was ernstes zwischen den Beiden laufen kann. Denn Rune hat tonnenweise Geheimnisse, weshalb er versucht auf Distanz zu bleiben (auch wenn er - ganz ironisch gesagt - nur schwer aus Carys' Höschen bleiben kann...) und Carys ist zwar rebellisch, aber auch kultiviert, hat ein fotografisches Gedächtnis und einen vernünftigen Job in einem Museum.
    Ich muss sagen, ich mochte die beiden zusammen. Man hat gespürt, dass sie füreinander bis zum Tod kämpfen würden.

    Der nicht Beziehungs-bezogene Teil der Geschichte bietet enorm viel Gewalt, Blut und Krieg. Die Königin der Atlantiden ist eine Bedrohung (die ich aber nicht wirklich gefühlt habe) und eine alte Droge namens Crimson, die bereits vor zwanzig Jahren nette Stammesvampire in unbändige Rouges verwandelte, macht ein Comeback. Dahinter steckt jemand, der Rune's Vergangenheit direkt mit ans Licht reißt.

    Wie gesagt, es tut mir Leid, dass Euch diese Rezension wahrscheinlich gar nicht wirklich helfen wird. Ich habe das erste Buch 2010 gelesen, finde aber, dass das Ende einfach nur überstrapaziert wurde. Lara Adrian hätte einfach nach Band elf aufhören sollen, dann hätte die Midnight Breed Reihe einen würdigen Abschluss gehabt. Alles, was seither kam, war wie eine Party für tausend Personen, bei der man als Leser mit jedem geredet und dessen Lebensgeschichte erfahren haben sollte. Für einen weiteren Plot-Aufbau eines neuen Krieges ist das einfach zu wenig.

    Kommentieren0
    3
    Teilen
    Cover des Buches Die Chroniken der Seelenwächter - Die Suche beginnt (ISBN: 9783958340008)

    Bewertung zu "Die Chroniken der Seelenwächter - Die Suche beginnt" von Nicole Böhm

    Die Chroniken der Seelenwächter - Die Suche beginnt
    Blutmaedchenvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Interessante Handlung, mysteriöse Geheimnisse & spannende Charaktere - hoher Unterhaltungswert!
    Die Suche beginnt...


    "Die Chroniken der Seelenwächter" erscheint laut Informationen der Autorin einmal im Monat als eBook und alle drei Monate als Sammelband im Taschenbuchformat. Es ist eine umfangreiche Reihe, doch bereits nach dem ersten eBook gefällt mir die Aufteilung, denn man kann sich sehr gut auf die im Fokus stehenden Charaktere einlassen und sich mit der Thematik beschäftigen, ohne direkt von Informationen überflutet zu werden.

    Handlung: Jessamine weiß, dass sie kein normales Mädchen ist. Nicht nur, weil sie bei einem Vormund aufwächst und ihre Mutter fortgegangen ist, sondern auch weil sie im Gegensatz zu anderen achtzehnjährigen Mädchen etwas hat, was niemand wissen darf - eigentlich nicht einmal sie selbst! Sie hat Violet, einen Schutzgeist, der seit Jess' Geburt auf sie aufpasst. Und dann gibt es da noch die Aussage, dass ihr inneres Licht heller scheint als das aller anderen und Geschöpfe anzieht, die böses im Sinn haben. Jess hingegen hat nur eines im Sinn: Sie will Antworten, was das Verschwinden ihrer Mutter betrifft und ist bereit alles dafür zu tun. Ein mysteriöser Brief, der mehr Fragen aufgibt als beantwortet, führt sie zu Pfarrer Stevens, doch dieser ist tot. Also beschließt sie ein Ritual abzuhalten um hoffentlich seinen Geist zu beschwören. Dafür muss sie in eine alte, verlassene Kirche, die schon bald zu einer Kampfstädte um Leben und Tod für sie wird...

    "Die Chroniken der Seelenwächter" handelt von ganz besonderen Wesen mit bestimmten Fähigkeiten, die ihnen helfen eines der Element zu kontrollieren (Erde, Wasser, Feuer, Luft). Sie leben vor den Menschen verborgen und haben ihre ganz eigenen magischen Möglichkeiten von einem Ort zum nächsten zu kommen. Ihre Aufgabe ist es gegen Schattendämonen zu kämpfen, die aus den Seelen der Menschen entstanden sind, die ihren Weg ins Licht nicht mehr finden konnten.

    Einstieg: Im ersten von aktuell 24 erschienen eBooks, begleitet der Leser eine Jagd, wie man sie fast aus allen Urban Fantasy Erzählungen kennt: Böses Monster, guter Jäger. Was es ist? Ein Vampir? Ein Dämon? Die Autorin Nicole Böhm spielt ein wenig mit dem Leser, genau wie der Jäger mit seiner Beute spielt. Es war großartig inszeniert!

    Stimmung beim lesen: Irgendwie hatte ich nicht das Gefühl bloß ein Buch zu lesen, dafür war es einfach zu gut beschrieben. Düstere Orte und Stimmungen wurden gut in Szene gesetzt, als würde ich einen Film sehen.

    Hauptprotagonist/in: Die Bühne des ersten Bandes teilt sich Jess mit einem jungen Mann namens Jaydee, den der Leser im ersten Kapitel kennen lernt. Er wirkt zunächst selbstbewusst und präsentiert sich nicht gerade sympathisch, doch je mehr man über ihn erfährt, umso deutlicher wird, dass man ihn nur schwer einschätzen kann. Jaydee hat viel schreckliches erlebt und auch wenn er bei den Seelenwächtern lebt, ist er eigentlich keiner von ihnen. Seine Gabe ist ein Fluch, denn er kann nur durch eine bloße Berührung die Emotionen eines anderen Menschen in sich aufnehmen.

    Nebencharaktere: Was Violet's Aufgabe als Beschützerin von Jess ist, wird dem Leser in jeder Situation deutlich gemacht. Sie ist eine Fylgja, die nur existiert um zu beschützen und das mit allem, was ihr zur Verfügung steht. Sie kann nicht sterben, solange ihr Schützling lebt. Ariadne ist der Vormund von Jess und auch wenn die Beiden keine direkten gemeinsamen Szenen in diesem Band teilen, erfährt der Leser, dass Ariadne ein Geheimnis hat und selbst gar nicht weiß, dass Jess über Violet Bescheid weiß. Auch einen besten Freund gibt es in der Geschichte, Zachary, den wir auch nur am Rande kennen lernen, ihn dennoch aber in Jess' Leben zuordnen können. Auch Jess' Mutter, Cassandra, wird immer wieder erwähnt, weshalb sich der Leser einen guten Überblick über die Familie verschaffen kann. Im späteren Verlauf lernt der Leser schließlich die Seelenwächter und ihre aufregende Welt der Magie kennen und wie sie überhaupt erst zu diesen besonderen Beschützern der Menschheit geworden sind.

    Positiv: Es ist eine interessante, spannende und ziemlich wendige Geschichte mit einigen Geheimnissen, die man als Leser nicht vollständig entdeckt, was die Lust auf die Fortsetzung anheizt.


    Nicole Böhm's Einführung in ihre Welt der Seelenwächter und Schattendämonen war schon recht dramatisch. Mit Jess und Jaydee stehen zwei unterschiedliche Hauptprotagonisten im Mittelpunkt, die die Grenze zwischen dem menschlichen und übernatürlichen verwischen lassen. Spannung wird ausreichend geboten, auch wenn ich nicht das Gefühl hatte etwas völlig neues zu lesen. Im Urban Fantasy Genre gibt es Geschichten, die sich automatisch ähneln, auch wenn man klare Unterschiede erkennen kann. Diese Reihe ist nicht wirklich etwas bahnbrechend neues, aber es ist verdammt gute Unterhaltung mit netten, furchteinflößenden, mysteriösen und geheimnisvollen Charakteren und die andere Welt sollte man alleine schon für die wundervollen Parsumi entdecken ;)

    Kommentieren0
    4
    Teilen
    Cover des Buches Kirschen im Schnee (ISBN: 9783734847059)

    Bewertung zu "Kirschen im Schnee" von Kat Yeh

    Kirschen im Schnee
    Blutmaedchenvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eine faszinierende Geschichte mit einer entscheidenden Frage: Wer bin ich und wer möchte ich sein?
    "Kirschen im Schnee" ist ein Buch über erste Entdeckungen des Lebens

    Ich wollte zur Abwechslung mal wieder eine abgeschlossene Geschichte lesen, die freundlich ist, vielleicht auch etwas lustig und vor allem Lust aufs weiterlesen macht. Beim durchblicken meiner Bücher bin ich dabei auf "Kirschen im Schnee" von Kat Yeh gestoßen, dessen Titel ich schon immer toll fand und wo ich mich an ganz zauberhafte Rezensionen anderer Buchblogger erinnere. Es lag schon eine Weile ungelesen bei mir herum und ich bin mehr als froh es endlich von diesem Stapel befreit zu haben.

    Handlung: Kat Yeh schreibt "Kirschen im Schnee" aus der Sicht der zwölfjährigen GiGi, die zusammen mit ihrer neun Jahre, neun Monate und neun Tage älteren Schwester DiDi von South Carolina in den Staat New York zieht.
    Während DiDi als Friseurin ihr Geld verdient und das Leben ihrer kleinen Schwester bis ins kleinste Detail planen möchte, damit diese niemals mehr in einem Wohnwagenpark leben muss, möchte GiGi endlich selbst über ihr Leben bestimmen: Angefangen bei ihrem Namen, der ihr peinlich ist. Also beschließt sie sich selbst Leia zu nennen, doch das kommt bei ihrer Schwester ganz und gar nicht gut an. DiDi will, dass GiGi Wissenschaftlerin wird, oder etwas anderes aus ihrem Leben macht, schließlich schreibt sie nur Bestnoten.
    Was als süße Beziehung zwischen zwei Schwestern beginnt, wird schnell zu einem Abenteuer, denn an ihrer neuen Schule bekommt GiGi Gelegenheiten, die sie noch nie zuvor hatte und die ihr das Leben plötzlich ziemlich süß erscheinen lassen. Doch nicht nur ihre neu gewonnene Lebenslust außerhalb der strikten Haltung ihrer Schwester, dass man sich an jedes Rezept halten muss, sorgt bald für Spannungen zwischen den Beiden, sondern auch ein Was wäre wenn... aus der Vergangenheit.

    Einstieg: Wäre GiGi real, würde sie meine folgende Erklärung missbilligen. Denn sobald man die erste Seite liest, spürt man den niedlichen, unschuldigen Ton eines Kindes. Kein extrem junges Kind, eher eines, das geistig bereits schon viel weiter ist. Die Beschreibungen der Autorin sind eine Mischung zwischen dem kindlichen Wunsch, wie die Welt perfekt wäre und der neugierigen Note der Realität. Kat Yeh hat mich vom ersten Moment an mitgerissen und GiGi's kleine Welt wundervoll erklärt.

    Stimmung beim lesen: Es war toll. Durchgehend. Ein reales Jugendbuch, wo die Erlebnisse der Protagonisten so ablaufen, als würde man selbst dabei sein. Alltägliche Situationen, Wünsche und Vorstellungen, die berühren, nachdenklich machen, einen zum grinsen bringen und genau die richtige Balance haben. Das Leben ist nicht immer perfekt und besonders zum Ende des Buches muss sich GiGi einigen schwierigen Situationen stellen, doch Kat Yeh hat es geschafft dabei einen Ton zu finden, der respektvoll ist und nicht zu dramatisch. Eben so, als wären wir 12. Nicht ganz bereit für die Welt, aber dennoch mutig genug uns ihr zu stellen. "Kirschen im Schnee" ist ein Paradebeispiel, dass selbst die größten Schrecken des Lebens zu bewältigen sind.

    Charaktere: DiDi ist die ältere Schwester, die weiß, wie hart das Leben sein kann. Sie setzt sich mit Herzblut und Durchsetzungskraft für GiGi ein, da es nur noch sie beide gibt. Ihre Mutter ist gestorben, als GiGi noch ein Baby war. Das einzige, was die beiden Schwestern noch von ihr haben ist ein Rezeptbuch, in dem viele liebevolle Gerichte stehen, die zu allen möglichen Stimmungen und Situationen passen. Schnell merkt man als Leser worin die beiden Hauptprotagonisten sich unterscheiden. DiDi möchte recht zwanghaft alles genauso machen, wie es in dem Rezeptbuch steht, während GiGi Alternativen anbietet um das ganze etwas abenteuerlicher zu gestalten. Wirklich eine Chance bekommt sie dabei nicht. Sie darf ja noch nicht einmal mit im Friseursalon helfen, obwohl sie das so gerne möchte, denn sie soll sich nur aufs lernen konzentrieren. DiDi mag zwar streng rüberkommen und GiGi nicht wirklich die Wahl lassen, doch das wirkt nur so. Die Sorgen der älteren Schwester kamen bei mir an, aber auch die Entdeckungslust der kleineren Schwester wurden nachvollziehbar erzählt.

    Nebencharaktere: Eine neue Stadt bedeutet auch immer eine neue Schule, was bedeutet, dass man viele neue Charaktere kennen lernen darf. Für GiGi ist es so, das sie überhaupt zum ersten Mal erfährt was Freundschaft ist. Als sie an ihrem ersten Schultag ausgerechnet in den beliebtesten Jungen der Schule rennt, gehen für sie gleich mehrere Wunschvorstellungen in Erfüllung, denn  Bradford Breckenridge Davis der Dritte, kurz genannt Trip (für Triple), wie er sich selbst nennt, hat ein umwerfendes Lächeln und stellt ihr direkt seine Freunde vor. Sein bester Freund Billy, der Spaßvogel, wird schnell zu GiGi's High Five Partner, doch die anderen Freunde verschwimmen eher als unwichtige Randfiguren. Es gibt nur vier weitere wichtige Charaktere. Zum einen wäre da Mace, von der GiGi sagt sie hätte einen Blick, mit dem sie Leute erdolchen könnte. Und dann gibt es noch Haven und Allie, die eigentlich eher unscheinbar sind. GiGi lernt sie bei ihrer Schulprojektwahl kennen, die zusammen mit dem netten und fürsorglichen Lehrer Mr. McGuire eine Astronomie AG auf die Beine gestellt haben.
    Die Entwicklung der einzelnen Freundschaften sind eine Entdeckung wert, weshalb ich darauf nicht genauer eingehen möchte.

    Positiv: Die ganze Geschichte ist wundervoll geschrieben. Authentisch. Mitfühlend. Aber auch auf seine Weise trotzig und widerspenstig. Als Leser kann man sich selbst in gewissen Situationen wiederfinden, denn wir alle waren mal Kinder, die etwas ausprobieren wollten und nicht immer nur auf das hören wollten, was Erwachsene für uns passend fanden. Die Gliederung der Geschichte im Zusammenspiel mit den leckeren Rezepten zwischen den Kapiteln, fand ich ebenfalls sehr gelungen. Ich bekam regelrecht Hunger :D 

    So lala: Ich fand die ganze Geschichte hinter der Namenswahl schwierig. Delta Dawn, die Mutter, benannt nach einem alten Countrysong, die sich "ärgert", dass immer nur Männer die Titel "der Zweite" oder "der Dritte" tragen und deshalb ihre Tochter Delta Dawn, die Zweite nennt. Dann DiDi und GiGi, die sich ab und zu selbst mit Doppel-D und Doppel-G ansprechen. Namen sind in diesem Buch halt ein ganz großes Thema...

    Schreibstil: Ich liebe Bücher, wo die Autoren es schaffen durch Vergleiche die momentane Szene zu beschreiben. Und bei Kat Yeh musste ich mich fragen: Was war zuerst da, das Kochbuch oder die Idee zur Geschichte? Denn beides fließt passend und perfekt zusammen. Ich glaube am besten lässt sich der Stil duch ein Buchzitat zusammen fassen.

    Während Trip und ich in die Stadt spazierten, dachte ich darüber nach, wie mühelos er mich in seinen Freundeskreis aufgenommen hatte. 
    Manchmal, wenn DiDi Erdnussbutterkekse machte, wurde sie ganz fuchsig, wenn die Erdnussbutter sich nicht mit dem Zucker, den Eiern und der Butter vermischen wollte. Die Erdnussbutter blieb am liebsten einfach ein dicker Klumpen für sich und die Eier waren schleimig und man musste echt arbeiten, bis endlich eine schöne, glatte Masse dabei herauskam. Aber so wie Trip mich in sein buttriges, zuckriges Leben aufgenommen hatte, wäre wahrscheinlich niemand auf den Gedanken gekommen, dass ich mal Erdnussbutter gewesen sein könnte.
    Der Buchtitel ist ein sehr großes und wichtiges Thema in GiGi's Geschichte, schließlich verbindet sie Kirschen im Schnee mit ihrer toten Mutter. Zunächst fand ich das Cover und den Titel einfach nur süß, doch dahinter steckt so viel mehr, was richtig Spaß gemacht hat zu lesen. Deshalb möchte ich Euch den Spaß nicht versauen und alles ausplaudern und ziehe folgendes Fazit: "Kirschen im Schnee" ist ein Buch über Entdeckungen: erste Freundschaften, der erste Schwarm, das erste Mal nicht das tun, was Erwachsene für das beste halten, das erste Mal man selbst sein, der erste Kummer, weil man dem falschen Was wäre wenn... folgt.
    Eine faszinierende Geschichte mit einer entscheidenden Frage: Wer bin ich und wer möchte ich sein?

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    Cover des Buches Dangerous Visions - Es liegt in deiner Hand (ISBN: 9783570159941)

    Bewertung zu "Dangerous Visions - Es liegt in deiner Hand" von Aprilynne Pike

    Dangerous Visions - Es liegt in deiner Hand
    Blutmaedchenvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Mord, Visionen, Regeln brechen, eine Hauptprotagonistin, die nicht jammert, sondern es anpackt! Ich fand es sehr gelungen.
    Die Zukunft zu verändern ist gefährlich!

    Aprilynne Pike's "Dangerous Visions" lag eine ganze Zeit vergessen auf meinem SuB. Ich habe einfach ohne besonderen Grund nach dem Buch gegriffen, aber als ich erst einmal drin war, gab es kein zurück. Die ersten 200 Seiten habe ich in einem Ruck gelesen, weil es so spannend war...

    Handlung: Charlotte weiß bereits seit ihrem sechsten Lebensjahr das sie ein Orakel ist, dass die Zukunft voraussehen kann. Doch es ist eher ein Fluch als ein Talent, denn nach einem schrecklichen Zwischenfall, bei dem sie ihrer Tante Sierra - deren Tod sie vorausgesehen hat - das Leben rettet, lernt sie auf sehr harte Weise, was es bedeutet die Zukunft zu ändern. Statt ihrer Tante stirbt ihr Vater bei einem Autounfall. Ihre Mutter landet im Rollstuhl. Seither ist Charlotte bewusst, dass das Leben als Orakel sehr einsam ist. Sie hat nur ihre Tante, die in der Schwesternschaft von Delphi ist, von der sie ihrer Nichte jedoch nichts genaues sagt. Auch ihre riesige Sammlung von Büchern über historische Ereignisse und andere Faktoren des Orakel-seins ist für Charlotte tabu. Sie muss lernen gegen ihre Visionen anzukämpfen, damit sie nicht in Versuchung gerät die Zukunft verändern zu wollen. Als sie die erste Mordvision einer Mitschülerin hat, weiß sie, dass sie sich nicht aufhalten lässt und bricht nicht nur ein Gesetz, sondern einige mehr. Auf der Suche nach dem Mörder bekommt sie Hilfe von einem Mann, der sich ihr als Smith vorstellt und verspricht ihr zu zeigen, wie sie bewusst ihre Visionen steuern kann. Trotz ihrer Schuldgefühle Sierra gegenüber behält sie all das für sich, denn was hat es für einen Sinn die Zukunft zu sehen, wenn man all die Gräueltaten nicht verhindern kann, obwohl man die Macht dazu hätte?

    Einstieg: Gleich zu Beginn weiß man mit welchem Schicksalsschlag die Hauptprotagonistin Charlotte zu kämpfen hat, was mir als Leser leicht gemacht hat sie besser zu verstehen. Charlotte's Konflikt steht zunächst im Fokus, doch ihre Entwicklung und Bereitschaft reißt einen mit.

    Stimmung beim lesen: Es gab Momente, da hatte ich eine Gänsehaut und dachte Oh shit, passiert das wirklich? Ich war durchweg neugierig und aufgeregt.

    Hauptprotagonist/in: Charlotte ist ein Charakter, der einen nicht zwingend überzeugen muss. Man erfährt zwar ein wenig über ihre Vergangenheit und wieso sie manche Dinge aus gewissen Gründen tut, aber es war für mich nicht wichtig alles über sie zu wissen. Das Buch wird aus der Ich-Perspektive erzählt und da kann es manchmal sein, dass man mit Anekdoten oder Kleinigkeiten an die sich die Person gerade erinnert, unnötig belastet wird. In "Dangerous Visions" liegt der Fokus auf einem jungen Mädchen, was um jeden Preis helfen will. Sie setzt sich über Gesetze hinweg, ist aber meiner Meinung nach kein sturer Charakter. So was ist sehr selten und hat mir gut gefallen. Sie drängt sich nicht in den Mittelpunkt, bewirkt aber etwas. Selbst als sie ihre Schwächen erkennt und Fehler einsieht, wird sie nicht übermäßig nervig oder vergräbt sich in Schuldgefühlen, sondern packt es einfach an. Keine Ahnung, wie Ihr das seht, aber ich finde in der heutigen Bücherwelt ist es selten geworden, dass ein junger Charakter weniger jammert, sondern handelt. 

    Nebencharaktere: Die einzigen wirklich vorkommenden Charaktere sind Charlotte's Mutter, die keine Ahnung hat, dass ihre Tochter ein Orakel, ihre Tante Sierra, die wie ein heimlicher Beobachter aus dem Stillen agiert und ein Mitschüler namens Linden, den Charlotte bereits seit einigen Jahren mag. Dann wäre da noch Smith, den man skeptisch beäugen muss.
    Charlotte redet viel über Sierra und lässt den Leser durch diese Verbindung ein bisschen besser verstehen was ein Orakel ist und wieso es gefährlich ist. Sie hat nicht viele Freunde, die sie ablenken könnten, jedoch werden ein paar Namen erwähnt, mit denen sie sich einmal verbunden fühlte. Weil es so wenig Charaktere gibt, kann sich die Autorin voll und ganz auf die Story fokussieren und Pike schafft es die richtigen Nebencharaktere in verschiedene Szenen mit einzubringen.

    Positiv: Dieser Thriller beschreibt in den entscheidenden Momenten ziemlich genau was passiert und wie es passiert. Jugendliche werden ermordet und Pike schreibt es so lebensecht, dass man wirklich glaubt dabei zu sein. Die winterliche Atmosphäre übernimmt den Rest und hat mir einige Male das Blut in den Adern gefrieren lassen. Es gibt keinerlei unnötige Lückenfüller, um die Story aufzupeppen, dafür aber eine ganze Menge Überraschungen, die zu schockieren wissen!

    Negativ: Zu Beginn des Buches standen die Morde in all ihrer schrecklichen Herrlichkeit im Mittelpunkt, doch die Geschichte dreht sich um ein Orakel, also ist die Suche nach dem Mörder eher zweitrangig. Etwa ab der Mitte des Buches ändert sich also der Fokus und nimmt den Leser mit in andere Sphären, die auf den ersten Blick verwirrend waren. Obwohl für mich keine Fragen offen geblieben sind, ging mir die ganze Erklärung etwas zu schnell.

    Schreibstil: Es war mein erstes Buch dieser Autorin und ich muss sagen, dass sie so fesselnd und mitreißend schreibt, dass selbst die Dinge, die ich mir anders vorgestellt hätte oder an die ich höhere Erwartungen hatte, sehr gut bei mir ankamen. Pike weiß, wie sie Spannung aufbaut und vor der großen Enthüllung gibt es kaum Hinweise, die einem den Showdown vermiesen - was will man mehr? Als Leser wird man volle Breitseite aus dem Nichts getroffen, aber ab dem Moment sollte man genau aufpassen, denn alles passiert sehr schnell.

    FAZIT:
    Wenn ich "Dangerous Visions" jemandem empfehlen müsste, dann den Lesern, die Lust auf Abenteuer haben, wo die Hauptperson nicht jede Präsenz auf sich zieht. Das ist für mich der größte Pluspunkt dieses Buches, denn man begleitet Charlotte, aber es existiert nicht nur Charlotte, Charlotte und nochmal Charlotte - falls Ihr versteht was ich meine. Ihre Sicht auf die Dinge ist stets nachvollziehbar geschrieben und trotz der Ich-Perspektive bekommt man als Leser ausreichend Einblicke in die kranke Welt des Mörders.
    Außerdem liest man zwar einen Thriller, doch der mysteriöse Aspekt bleibt bestehen und erschafft besonders zum Ende hin eine schaurige, kaum vorstellbare Atmosphäre.
    Die Handlung ist nachvollziehbar und mit ein paar Effekthaschern gespickt, die mich am lesen gehalten haben. Ich war nicht in der Lage das Buch beiseite zu legen und habe es in einer Nacht beendet.
    Für mich ist Aprilynne Pike eine sehr gute Entdeckung gewesen und das wird nicht das letzte Buch sein, das ich von ihr gelesen habe!

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    Cover des Buches Lord of Shadows (The Dark Artifices) (ISBN: 9781471116650)

    Bewertung zu "Lord of Shadows (The Dark Artifices)" von Cassandra Clare

    Lord of Shadows (The Dark Artifices)
    Blutmaedchenvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Die Handlung ist struktiert, aber ziemlich versteckt, da der Fokus auf den Charakteren liegt. Ave atque vale...
    Jede Menge Charaktere und am Ende geht's rund!

    "Lord of Shadows" ist der zweite Band der Dark Artifices Reihe von Cassandra Clare, das zum Shadowhunters-Universum gehört und die Geschichte von Emma Carstairs und Julian Blackthorn weiter erzählt. Ich habe das Buch vor drei Monaten beendet und es seither dreimal gelesen, weil ich mich nicht entscheiden konnte, wie ich es in einer Rezension beschreiben soll.

    Handlung: Eigentlich geht alles um das Black Volume. Ein Zauberbuch, das - wie immer - in den falschen Händen gewaltigen Schaden anrichten kann. Alle, egal ob Schattenjäger oder Unterweltler, versuchen das Buch für ihre Zwecke in die Finger zu bekommen. Weil sich so ein magischer Gegenstand nicht direkt von Beginn an zeigt, ist die Handlung ein ziemliches Chaos und lässt sich in mehrere Einzelteile aufteilen. Zum einen wären da Emma und Julian, die sich gegen ihre Gefühle füreinander wehren und verschieden damit umgehen. Bereits im letzten Band erfuhr der Leser, dass Emma Julian's Bruder Mark bittet ihren Freund zu spielen, damit sie Julian auf Abstand halten kann. Die Liebe zwischen Parabatai ist gefährlich und verboten. Dann gibt es noch Kit, der zwar mit der Schattenwelt aufgewachsen ist, aber erst nach dem Tod seines Adoptivvaters Johnny Rook erfährt, dass er ein Schattenjäger ist und zu welcher Familienlinie er wirklich gehört. Er wehrt sich dagegen, aber nirgendwo anders ist er sicherer als im Institut. Dort entwickelt er besonders zu Ty Blackthorn einen Draht.
    Ein großer Teil von "Lord of Shadows" spielt in der Feenwelt, die besonders nach dem Krieg für Schattenjäger gefährlich ist und sie vor neue Herausforderungen stellt.
    Auch Clary und Jace nehmen einen Teil des Buches ein, in dem Clary Andeutungen über Visionen macht, die einem Angst und Bange machen.
    Die größte Bedrohung könnten diesmal jedoch nicht die Konflikte in der Unterwelt sein, sondern eine Gruppierung Schattenjäger, die nicht davor zurück schrecken Lügen zu verbreiten um das Los Angeles Institut unter ihre Kontrolle zu bekommen. Alle Blackthorns werden durch verschiedene Szenarien gefährdet. 

    Einstieg: Emma's Gedankenwelt ist ein offenes Buch, was den Widereinstieg in die Geschichte leicht macht. Direkt ist klar, dass Clare sich viel Zeit für die persönlichen Entwicklungen der Charaktere nimmt, während die Story eher unbemerkt voranschreitet.

    Stimmung beim lesen: Ich war noch nie so zwiegespalten um ehrlich zu sein. Einerseits liebe ich diese Charaktere und alles, was sie erleben. Es gibt genügend Spannung, Action und Kampf und innere Konflikte. Leider habe ich noch nie was für die ganze Feen-Geschichten dieser Bücher übrig gehabt und "Lord of Shadows" bietet davon im Überfluss an. Gleichzeitig hatte ich das Gefühl der Plot steckt im Schlamm und will sich nicht vorwärts bewegen. Und am Ende überschlägt sich natürlich wieder alles. Mir fiel es schwer mich auf etwas zu fokussieren, weil es einfach zu viele Charaktere gibt und zu viele Mini-Hinweise, die einem schnell entgehen können.

    Charaktere: Die Geschichte begann zwar im ersten Band mit Emma und Julian, doch sie teilen sich längst die Bühne mit allen anderen Charakteren. Die Blackthorn-Geschwister sind keine Lückenfüller, sondern fordern ihren Platz im Geschehen und sind bereit zu kämpfen. Julian, der als älterer Bruder die Verantwortung hat, rückt ein wenig von ihnen weg, weil er woanders gebraucht wird und man könnte fast sagen Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf den Tischen. Nicht auf negative Art, versteht sich.
    Auch Clary und Jace sagen kurz Hallo und sprechen von einer geheimen Mission, und besonders Clary hat Emma etwas zu sagen, was den Leser neugierig macht, am Ende jedoch nur hinhält. 
    Magnus Bane darf natürlich nicht fehlen und auch wenn ich voreingenommen bin, weil er mein absoluter Lieblingscharakter ist, finde ich seine Szenen einfach am besten. Ereignisreich und belustigend; Magnus ist eben auffällig. Und wo der Hexenmeister ist, ist Alec Lightwood natürlich auch nicht weit und ihre zwei süßen Adoptivkinder... Davon will ich erst gar nicht anfangen, sonst schwärme ich morgen noch ;)
    Besondere Überraschungen unter den Charakteren bieten Diana Wrayburn, die Tutorin der Blackthorns und Arthur Blackthorn, den Julian aus gutem Grund auf dem Dachboden versteckt. Beide nehmen eine große Rolle ein, die mir gefallen haben.
    Wenig Freude bringen die Centurios mit, angeführt von Cristina's Ex Diego Rosales und der aufstrebenden Schattenjägerin Zara Dearborn. Sie machen sich breit, sind eine speziell ausgebildete Elitetruppe und die Blackthorns trauen ihnen nicht. Besonders Zara ist ein Charakter, den man zweimal betrachtet.
    Irgendwie ist es unmöglich alle Charaktere zu benennen oder ihre Reise zu erläutern, denn "Lord of Shadows" ist gewaltig! Clare bietet einfach alles an, was sie geben kann und besonders die Beziehung zwischen dem Halbfeenwesen Mark Blackthorn und dem Feenprinzen Kieran ist außergewöhnlich beschrieben, die durch Cristina zu etwas wird, was ich faszinierend fand. Man muss es lesen um es zu verstehen. Neben Clare's anderer Dreiecksbeziehung zwischen Jem, Will und Tessa aus den Chroniken der Schattenjäger ist das zwischen Mark, Kieran und Cristina die einzige Dreiecksgeschichte, die mir Freude bereitet.
    Allgemein entwickeln sich in diesem Band einige Beziehungen, ob freundschaftlich, romantisch oder Bündnisse.

    Positiv: Am meisten hat mir zu Beginn das Gespräch zwischen Clary und Emma gefallen, als sie über Jonathan reden, den die meisten als Sebastian kannten und der u.a. für den Tod von Emma's Eltern verantwortlich ist. Wer "Lord of Shadows" liest, kennt eigentlich auch Die Chroniken der Schattenjäger und wieso Clary ihren Bruder umbringen musste. Deshalb ist es auch so leicht Verständnis sowohl für Clary als auch Emma aufzubringen. Als Leser sieht man beide Blickwinkel, aber man sieht auch zwei junge Frauen, die alles füreinander tun würden und wie sich gegenseitig Trost spenden.
    Jedes Blackthorn-Kind bekommt seinen Fokus und endlich hatte ich persönlich das Gefühl sie besser auseinander halten und verstehen zu können. Bisher hatte Julian immer seine schützende Hand über sie, weshalb dieser zweite Band einiges an Charakterentwicklung zu bieten hat!

    Negativ: Der Klappentext hat mir in diesem Fall wirklich das Lesevergnügen versaut, denn meiner Meinung nach ist das ein ziemlicher Spoiler in einem Buch, wo man eine Lupe braucht um alle Plot-Pfade zu erkennen. Wer dieser Lord of Shadows ist wird nämlich so verwirrend und einige hundert Seiten später erwähnt, dass es keine wirkliche Erklärung ist. Als Leser wartet man auf diese Enthüllung noch länger als im ersten Band bei Lady Midnight. Dass der Feenkönig alle mit Blackthorn Blut abschlachten will, kam irgendwie auch nicht ganz bei mir an, da es doch ein wenig anders erzählt wurde.

    So lala: Ich weiß nicht, ob ich die Entwicklung der Geschichte unter positiv oder negativ einsortieren soll, denn es ist eine Mischung zwischen beidem. Für meinen Geschmack gibt es einfach zu viel Material, welches die Feen einbindet, die ich nicht mag und mit denen ich wohl nie warm werde. Deshalb sage ich ganz offen, dass meine Meinung davon beeinflusst ist. Im Grunde habe ich nur weiter gelesen, weil mir die Charaktere schon seit Jahren am Herzen liegen und ich nicht einfach aufgeben wollte, nur weil mir ein Strang der Geschichte nicht gefällt.
    Das sich letztendlich also alles rasant überschlägt und auf den finalen Seiten ein Kampf mit einem unerträglichen Cliffhanger stattfindet, hat mich kalt erwischt.

    Schreibstil: Cassandra Clare jongliert mit so vielen Charakteren, streut gefühlte Millionen Hinweise ein und schafft es mit Bravour sich nicht in einem riesigen, unübersichtlichen Netz zu verfangen. Das nötigt mir einiges an Respekt ab. Die Perspektive wechselt sich sehr oft, ist aber fließend und sehr gut geschrieben, so dass man alles weiterhin im Blick hat.

    FAZIT:
    Wenn "Lord of Shadows" eines ist, dann Charakterstark! Nicht nur, weil es eine Fülle an Lieblingscharakteren präsentiert, sondern auch deren Gefühle und Tiefe mit einbezieht. Die Handlung ist struktiert, aber ziemlich versteckt, da der Fokus auf den Charakteren liegt und wie sie die Dinge angehen und so kommt nach einigen Kapiteln schon etwas Frust auf, da ich fieberhaft auf das gewartet habe, was der Buchumschlag verspricht.
    Fans von Chroniken der Unterwelt dürfen sich auf ein paar Momente mit Clary und Jace freuen und auch Magnus Bane rettet wieder einmal mehr den Tag.
    Das Gesamtkonzept, die Suche nach dem Black Volume, ist ein verworrener Handlungsstrang, der tote Charaktere einbindet und mehr als einmal für negative Gänsehaut sorgt. Es empfiehlt sich also genau aufzupassen.
    Dieses Buch bietet einige Überraschungen, die manchmal zum schmunzeln einladen, aber auch für Tränen sorgen können. Am Ende sollte man sich definitiv auf ein Ave atque vale vorbereiten, denn auch wenn "Lord of Shadows" mit einem Cliffhanger endet, passiert einiges, was das Fanherz stillstehen lässt.
    Clare hat es wieder einmal geschafft eine Geschichte abzuliefern, die dramatisch, an den richtigen Stellen unterhaltsam und aufwühlend ist. Niemand ist sicher, aber jeder Krieg hat auch ein paar ruhigere Momente und die Autorin erschafft eine interessante Mischung. 

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    Cover des Buches Bourbon Kings (ISBN: 9783736303225)

    Bewertung zu "Bourbon Kings" von J.R.Ward

    Bourbon Kings
    Blutmaedchenvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Nach anfänglichem Holpern hat mich das Buch VERSCHLUNGEN!
    Bourbon Kings - Teil 1: Skandalös, fesselnd, mitreißend, prickelnd

    J.R. Ward war für mich bereits eine absolute Lieblingsautorin dank der Black Dagger und Fallen Angels Reihen. Mit "Bourbon Kings" habe ich mich auf komplett neues Terrain gewagt, denn diese Geschichte spielt in den Südstaaten, in Kentucky, und mit all den Traditionen und Gebräuchen konnte ich noch nie wirklich was anfangen. Auch in diesem neuen Reihenstart kitzelt Ward die ganzen Details heraus und bringt richtiges Südstaaten-Feeling zum Leser. Doch hat man sich erst durch die ersten zwei, drei Kapitel voller Stolz, Bourbon-Historie und Familienwerten "gekämpft", geht es ganz schnell in eine vertrautere Richtung: Verkorkste Familienehre, Lügen, Intrigen, Geheimnisse und - was absolut nicht fehlen darf - eine höchst entflammbare Liebe, die besonders eine der beiden Personen am liebsten ersticken würde.

    "Bourbon Kings" spart nicht an gesellschaftlichen Klischees und Charakteren, die sich am liebsten von all dem Ruhm und Trubel lossagen möchten. Und dennoch hebt sich dieses Buch von allen anderen Klischees ab, denn man merkt sofort, dass das ganze Tempo der Geschichte schmutziger, dramatischer und tragischer ist. Hinter all den offen ausgesprochenen Differenzen, mit denen sich besonders die beiden zentralen Personen Lane und Lizzie herumplagen, gibt es auch die tiefergehenden Geheimnisse, die sich absolut nicht enthüllen wollen, und den Leser lange zappeln lassen.

    Die Geschichte beginnt auf Easterly, dem Familienanwesen der Familie Bradford (/Baldwine, da der Vater eingeheiratet ist), dessen jahrhundertaltes Familienerbe die Bourbon-Brauerei ist. Vier Baldwine-Geschwister werden zu Beginn der Geschichte durch einen Flashback vorgestellt: Edward, der Älteste, ruhig, pflichtbewusst. Lane, der Unscheinbare. Max, der Unruhestifter. Und Gin, die jüngste im Bunde, die alles mitmachen würde, um aufzufallen.
    Lane, der den Part der männlichen Hauptfigur einnimmt, hat zu seiner Familie aber noch mehr zu erzählen und das meiste davon ist nicht positiv. Schnell wird deutlich, dass die Abwesenheit seines älteren Bruders Edward, der eigentlich das Familienunternehmen übernehmen sollte, nicht einfach nur ein normales Drama ist, sondern viel mehr Wunden aufreißt. Er ist ein gebrochener Mann in seinen dreißigern und auch wenn Lane die Verantwortung nicht möchte, bleibt ihm keine andere Wahl. Denn sein anderer Bruder Max hat sich ebenso aus dem Staub gemacht und Gin tut nur das, was sie am besten kann: Sich um sich selbst kümmern.
    Der Vater ist eingeheiratet und ein richtiger Tyrann, während die Mutter in ihrem eigenen Delirium vor sich hinvegetiert.
    Ein Notfall ruft Lane nach zwei Jahren, in denen er bei einem Freund in New York untergekrochen ist, wieder nach Easterly, wo er nicht nur auf Lizzie trifft, die sein Herz besitzt, es aber nicht haben will, sondern auch auf seine Frau Chantal.
    Das heiße Drama beginnt!

    ZITAT:
    Was sie an ihm gehasst hatte, war das Gefühl der Hilflosigkeit, das er ihr gab. Die Verletzlichkeit war brutal in ihr Leben eingedrungen wie ein unerwünschter Gast [...]
     
    Mit Lizzie startet das Buch und normalerweise gibt es immer Dinge, die man als Leser sofort an Charakteren liebt oder verabscheut. Bei dieser jungen Frau wollte der Funke einfach nicht überspringen, auch wenn Ward sie als starke, unabhängige Frau portraitiert, die sich zu dem falschen Mann hingezogen fühlt. Durch ihre Kollegin Greta, die Lizzie's ganzen Kummer miterlebt hat, wird zwar der Schmerz greifbar, aber nicht verständlicher. Um die Beziehung zwischen Lizzie und Lane zu beschreiben, bedarf es nicht viele Worte. Gegenseitig auf die Füße trampeln würde passen. Es geht alles so schnell in jede erdenkliche Richtung, dass das Tempo wirklich gewöhnungsbedürftig war. Wenn man bereits das ein oder andere Buch dieser Autorin gelesen hat, weiß man, dass sie mit Sex nicht geizt und auch in diesem hier lockt sie an den richtigen Stellen mit dem nötigen Prickeln.

    "Bourbon Kings" gehört defintiv in die Reihe Liebesroman, doch für mich war der Teil mit dem Drama überwältigender und konnte mich eher am lesen halten. Als ich das Buch begonnen habe, konnte ich es nicht eher aus der Hand legen, bis ich es über die Hälfte durchgelesen hatte. Ich fühlte mich von der Geschichte verschlungen und es war so spannend, dass ich einfach weiterlesen musste! Es war, als würde ich die Geschichte zum Gesellschaftsspiel Cluedo lesen ;) Wirklich sehr aufregend!

    Wenn es einen Charakter gab, mit dem ich absolut nicht warm wurde, dann war es Gin Baldwine, die Tochter des Hauses. Sehr sex-fixiert, stets an ihr eigenes Wohl denkend und immer bereit ein Spielchen mit ihrem liebsten mal-ja-mal-nein-Lover Samuel T zu spielen.

    FAZIT:
    "Bourbon Kings" ist ein Trilogie-Auftakt, was man an gewissen Stellen merkt. Vieles wird für die weiteren Bücher offen gehalten oder nur am Rande angekratzt, was dem dramatischen Hauch noch mehr Würze verleiht. Denn das Ende lässt viele entscheidende Dinge offen, die ich am liebsten sofort wissen wollen würde.
    In das Buch reinzukommen ist, wenn man kein großer Fan der amerikanischen Südstaaten-Mentalität ist, etwas schwierig, aber es lohnt sich! Denn diese neue Reihe hat nicht nur ein ungleiches Pärchen zu bieten, sondern mehrere, wo eine verrückter und abgedrehter ist als die andere. Der Leser wird hier in ein Löwengehege voller ausdrucksstarker Charaktere geworfen, die jeden Tag um ihr Stück vom Brot kämpfen, dennoch flutschte der Funke nicht direkt auf mich über. Die Story selbst konnte jedoch einige Lesestunden im Schlaf verfliegen lassen und mich hungrig auf die Fortsetzung machen!

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    Cover des Buches The Chosen (Black Dagger Brotherhood Book 15) (ISBN: 9780349409184)

    Bewertung zu "The Chosen (Black Dagger Brotherhood Book 15)" von J.R.Ward

    The Chosen (Black Dagger Brotherhood Book 15)
    Blutmaedchenvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: "The Chosen" hat meinen Geisteszustand dauerhaft auf baff gehalten und schockiert. Das Lesegefühl war wirklich übermächtig.
    "The Chosen" - Endlich mehr von Layla und Xcor

    Endlich habe ich es in die Griffel bekommen! Das neuste Buch aus J.R. Ward's Black Dagger Universum, was ich natürlich - wie seine Vorgänger zuvor - mit Freude, Tränen in den Augen und Überbleibseln von tiefen Lachfalten, verschlungen habe.

    Der Titel "The Chosen" lässt erahnen, dass diesmal eine der Auserwählten im Mittelpunkt stehen wird und nach Layla's höchst emotionaler Achterbahnfahrt durch die letzten Bände, war es nur logisch, dass sie endlich ihr eigenes Buch bekommt, auch wenn sie dieses mit den Brüdern der Black Dagger und einem ganz bestimmten Schatten teilen muss. Ja, Trez hat ein paar Gastauftritte, die nach seinem eigenen wirklich schwer verdaulichen Buch "The Shadows" ein merkwürdiges Lesegefühl in mir ausgelöst haben.

    Wer als Fan dieser Reihe erlebt hat, wie sich die Charaktere entwickeln und wie sich ihre eigene Geschichte immer weiter ausbaut, mit denen der anderen Protagonisten verschmilzt und viele kleine neue Geschichten entstehen lässt, der weiß, dass J.R. Ward immer mit Überraschungen hinter einer Ecke steht und sie einem entweder höchst dramatisch ins Gesicht klatscht, oder vorsichtig winkt, damit man leise näher rankommt, um den Handlungsstrang nicht zu erschrecken. Hört sich das jetzt komisch an? Vielleicht, aber diese Bücher sind seit meiner Entdeckung 2009, immer mehr zu einem selbstverständlichen Teil meines Lebens geworden. Als hätte ich ein Baby, dass ich von dem ersten Augenaufschlag bis zur Pubertät aufwachsen gesehen habe.

    Am Anfang war alles noch sehr übersichtlich und beinahe klein gehalten, doch mit jedem weiterem Buch ist das Universum der Bruderschaft der Black Dagger gewachsen und hat sich nicht mehr nur auf das Haus der Brüder und dem Schlachtfeld beschränkt, sondern durch ihre Frauen, Verbündete und Gegner, die an anderen Orten leben, erweitert.
    Und nun, wenn man "The Chosen" liest, merkt man wieder, wie gewaltig diese Buchserie ist. Ich habe mich mehr als einmal ertappt, wie ich dachte, dass doch jetzt der oder der Charaktere in der Szene auftauchen müsste (weil es so gut passte). Der größte Unterschied zwischen den zuletzt erschienenen Bänden und denen zu Beginn ist die Erzählspanne. Ward hat sich mit Layla's und Xcor's Geschichte - um die sich "The Chosen" dreht - einige Zeit gelassen und nur Häppchenweise über die einzelnen Bücher hinweg neue Hintergründe und Details eingestreut. Sehr sparsam dosiert, doch so verlockend und gut geschrieben, dass ich dran geblieben bin.

    Xcor ist bereits seit (dem deutschen) Band 17 "Vampirschwur" ein Charakter, den Ward immer wieder "wie zufällig" mit in die Handlung eingebaut hat. Er entwickelt eine sehr starke Rolle, die es mir als Leser wirklich schwer gemacht hat ihn zu mögen. Doch die komplette Entwicklung - angefangen bei seinem ersten Aufeinandertreffen mit Layla - hat einfach alles zu bieten, was das Leseherz begehrt: Verrat, Krieg und eine magische Anziehung zweier Menschen, die beide erst durch den anderen erfahren, was es wirklich bedeutet jemandem zu verfallen. Und auch dieses Auf und Ab beschreibt Ward über mehrere Bücher hinweg, was manchmal wirklich frustrierend war, denn ich wollte unbedingt wissen, ob diese Geschichte überhaupt eine Chance auf eine Erzählung hat.

    Und wie wir nun sehen: Ja, diese Geschichte hat ihre Chance bekommen und J.R. Ward - meine persönliche Königin des Erzählstils - hat nicht nur Layla mehrere Stadien der Verwandlung durchlaufen lassen, sondern auch mein Herz. Mal zerfetzt, dann kräftig schlagend und dann wieder aufregegt hüpfend, musste es einmal mehr all die Emotionen aufsaugen, die Ward bereit gehalten hat.

    Zitat
    The dead absolutely fucking haunted you, running their cold fingertips of remember-me up the back of your neck until you couldn't decide whether you wanted to scream from missing them ... or from wanting to be left alone.  They stalked your nights and prowled your days, leaving a minefield of sorrow triggers in their path.  They were your first and last thought, the filter you tried to push aside, the invisible barrier between you and everyone else.  Sometimes, they were even more a part of you than the people in your life that you could actually touch and hold.

    Wenn ich ganz ehrlich bin, dann fand ich Layla und Xcor als Paar jetzt nicht so interessant. Getrennt voneinander haben sie beide großartige Momente, doch zusammen fand ich sie stellenweise etwas langweilig und mit ihrem ewigen hin und her - was ist richtig und was falsch - leicht vorhersehbar.

    Neben Layla und Xcor und Trez' merkwürdig verstrickter Geschichte, auf die ich jetzt nicht eingehen möchte, hat natürlich auch Qhuinn einen Part in diesem Buch, denn er gehört zu Layla's Leben. Als er erfährt, dass sich die Mutter seiner Zwillinge schon seit längerem heimlich mit Xcor trifft, rastet er komplett aus und gefährdet nicht nur die familäre Beziehung, die er und Layla teilen, sondern auch seine eigene Beziehung zu Blay, dem er völlig vor den Kopf stößt. Ich habe diesen Teil des Buches mit Angstschweiß gelesen, denn diese Beiden gehören zu meinen absoluten Lieblingen und sie so zu erleben war wirklich Herzschmerz pur.

    Leider muss ich sagen, dass allen Lobeshymnen zum Trotz, das Ende ziemlich abrupt kam. Wenn es auf die finalen Seiten zugeht, beschreibt Ward die Kampfszenen ziemlich abgehakt und stumpf, was ich so von ihr gar nicht kenne. Als wäre dieser - für mich persönlich sehr wichtige Meilenstein - nur ein kurzes Nicken wert. Wirklich sehr schade. Da hätte man so viel draus machen können.

    Was ich auch etwas schade fand, war, dass Xcor's Vergangenheit und zu wem er gehört, sehr früh erwähnt wurde. Doch während mal als Leser schnell alles überblicken kann, erfährt Xcor es erst am Ende des Buches, was die Ereignisse dazwischen noch einmal mehr besonders erscheinen lässt.

    FAZIT:
    Wenn "The Chosen" den Leser auf etwas vorbereitet, dann, dass man wohl noch mehr von Trez und auch dem gefallenen Engel Lassiter erfahren wird - der auch in diesem Buch trotz so mancher ernsten Situation den Unterhaltungsclown raushängen lässt. Dafür muss man ihn einfach lieben und bei all den wirklich spannenden Entwicklungen rund um seine Person kann ich es kaum erwarten, dass Ward weiter schreibt.
    Und auch zu Vishous gäbe es noch den ein oder anderen Handlungsstrang. Er ist einer der bedeutendsten Charaktere, auch in diesem Buch, doch diesmal hatte es einen sehr faden Beigeschmack. Wenn ich es beschreiben müsste, würde ich ihn mit einem Menschen vergleichen, bei dem niemand in seiner Umgebung merkt, dass ihn etwas sehr stark beschäftigt, weil er seinen Job weiterhin gut macht. Er hat mich auf jeden Fall Traurigkeit spüren lassen und ich vermute er steht vor einem ganz eigenen Scheideweg. So kennt man V einfach nicht, aber genau das bringt wieder Pepp in die Geschichte. Für diese völlig aus dem nichts auftauchenden Andeutungen von Veränderungen hat Ward einfach ein richtiges Händchen. Mal sehen wo sie uns in den nächsten Büchern hinführen wird.

    "The Chosen" hat meinen Geisteszustand dauerhaft auf baff gehalten und schockiert. Das Lesegefühl war wirklich übermächtig. Doch das lag weniger an der Story, sondern vielmehr wie die Autorin die Spannungen aufgebaut hat und wie einzelnde Szenen beschrieben waren.

    Kommentieren0
    1
    Teilen

    Über mich

    Lieblingsgenres

    Erotische Literatur, Comics, Liebesromane, Humor, Jugendbücher, Fantasy, Krimis und Thriller

    Mitgliedschaft

    Freunde

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks