BonniesBuchemotion

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Rezensionen und Bewertungen

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    Cover des Buches Die Braut von Bärenfels (ISBN: 9783958189652)

    Bewertung zu "Die Braut von Bärenfels" von I. L. Krauß

    Die Braut von Bärenfels
    BonniesBuchemotionvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: „Die Braut von Bärenfels“ habe ich trotz Vollzeitjob innerhalb weniger Tage verschlungen, tolle Neuinterpretation historischer Romane!
    Ritter, Burgen, die große Liebe und eine Protagonistin, die den Konventionen trotzt

    Zum Inhalt
    Agnes ist 17 und Tochter eines Ritters. Sie lebt 1365 auf Burg Bärenfels im Südschwarzwald. Bei einem Turnier lernt sie Graf Hans von Spelin kennen und verliebt sich in ihn. Ihre Liebe wird erwidert, die Eltern stimmen der Hochzeit zu. Als die Ritter zum Kreuzzug nach Alexandria gerufen werden, ist sie am Boden zerstört, denn die Hochzeit muss verschoben werden. Und dann taucht auch noch ein Ekelpaket von einem Ritter auf, der schlechte Nachrichten von der Front bringt und Agnes an ihre Grenzen bringt, denn sie soll ihn heiraten...

    "Als Kinder sind wir ganz nach unserem Naturell, die einen wild, die anderen ruhig, die einen fröhlich, die anderen schwermütig. Gott pflanzt uns seine Ideen in die Herzen, ob sie keimen und aufgehen, liegt an uns, ob wir es zulassen."
    Zitat S. 69/70

    Meine Meinung ​​
    Mir war Agnes von Anfang an sehr sympathisch, sie ist etwas rebellisch, aber doch reflektiert und entwickelt sich über die 400 Seiten des Romans zu einer gestandenen Frau, die für ihre Unabhängigkeit einsteht und um ihr Glück kämpft. Die Ausarbeitung einiger Nebencharaktere hat mir auch sehr gut gefallen. Einer davon hat mich so sehr mitgerissen, dass ich der Autorin nachher schrieb, sie möge ihm doch bitte eine eigene Geschichte verpassen. Aus Spoilergefahr verrate ich euch aber nicht, wer das war ;-)
    Inhaltlich fand ich es super, dass das Frauenbild im Mittelalter sehr realistisch gezeichnet wurde. Frauen waren damals keine unterdrückte Dekoration, sondern angesehene Herrinnen über Haus und Hof. Agnes und ihre Mutter geben dieses Bild hervorragend wieder, ebenso wie die Folgen eines Wechsels der Herrschaft über das Anwesen, die auch die Rolle der Frauen verändert. ​​
    Der Schreibstil ist liebevoll bildhaft und doch eher einfach, ich empfand ihn als sehr passend für eine historische Geschichte um eine Siebzehnjährige und kann daher auch Jugendlichen diesen Roman sehr ans Herz legen. Die einzelnen Szenen haben sich mit Bildern in meinem Kopf verhakt und es fiel mir leicht, am Ball zu bleiben. Unterstrichen wurde das durch die Illustrationen zu Beginn jedes Kapitels, die von der Autorin selbst stammen und auch im eBook eingebunden sind.
    Ab Start des Kreuzzuges gibt es zwischendurch immer wieder Kapitel, die das Geschehen an der Front beschreiben. Diese haben mir persönlich weniger gut gefallen. Ich bin nicht so interessiert an Kriegsgeschehen und sie waren im Vergleich zu den Kapiteln, die sich mit Agnes befassen, sehr wenig emotional gehalten, sondern eher sachlich und fast nüchtern. Das halte ich jedoch für eine reine Geschmackssache und es hat meinem Lesevergnügen keinen Abbruch getan, da es sich um eher kurze Kapitel handelte.
    Besonders überzeugt hat mich gegen Ende dann der Spannungsbogen der Geschichte, als ich mit der Nase auf den Seiten klebte, um den Worten das Geheimnis zu entlocken, wie sich das Ganze denn nun ausgehen würde. Die Auflösung hat mich überrascht, auch wenn ich Teile davon erahnt hatte, war sie dennoch nicht so, wie ich sie mir vorgestellt hatte. Ein kleines Geheimnis des Buches wird am Ende nicht aufgeklärt – das mag den einen oder anderen stören, ich fand es toll, da jeder in seiner Fantasie sein eigenes Bild davon zeichnen kann, ob dies nun realistisch sei, oder nicht. Das Geheimnis sprengt jedenfalls auch ein wenig die Genregrenzen, ähnlich einer Cecelia Ahern, ich liebe solche Details!
    ​Was ich außerdem bemerkenswert finde, ist die Tatsache, dass der Roman im Schwarzwald spielt, da ich selbst in Baden-Württemberg lebe. Wo genau die Burgruine Bärenfels steht und wie ihr auf den Spuren von Agnes die wundervolle Landschaft entdecken könnt, das könnt ihr im Blogbeitrag zur Blogtour nachlesen.

    "Wahrheit entsteht aus dem Empfinden des Einzelnen, aus seinen Erlebnissen, aus seinen Erfahrungen. Des einen Wahrheit muss nicht die des Nächsten sein."
    Zitat S. 53

    Mein Fazit
    „Die Braut von Bärenfels“ habe ich trotz Vollzeitjob innerhalb weniger Tage verschlungen, da mich das Buch mit bildhaftem Schreibstil, einer spannenden Geschichte und einer mir sehr sympathischen Protagonistin überzeugen konnte. Wenn ich einen Wunsch für das Buch hätte, dann nur eine weitere Geschichte über meine liebste Nebenfigur. Von mir gibt es deshalb volle 5 von 5 Sternen.

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    Cover des Buches Mein Leben oder ein Haufen unvollkommener Momente (ISBN: 9783446258631)

    Bewertung zu "Mein Leben oder ein Haufen unvollkommener Momente" von Peter Bognanni

    Mein Leben oder ein Haufen unvollkommener Momente
    BonniesBuchemotionvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Es ist ein schonungslos ehrlicher und dennoch humorvoller Roman über Trauer und Tod in Zeiten des Internets.
    Ein tolles Buch, das mich sehr berührt und zum lachen gebracht hat

    Inhalt 

    Manchmal ist ein Ende auch ein neuer Anfang: Tess lebt bei ihrem Vater, der ein Bestattungsinstitut führt. Sie trauert um Jonah, den sie aus dem Internet kannte und nur einmal gesehen hat. Doch Jonah war ihr Freund, ihre erste Liebe. Und er hat Selbstmord begangen. Sie hatte es nicht kommen sehen, niemand hatte das. Und weil sie ihrer Trauer irgendwie Luft machen muss, schreibt sie Jonah weiter Nachrichten. Bis eines Tages eine Antwort kommt, die alles verändert…

     

    Meine Meinung 

    Das Buch sprach mich an, da der Tod mich einige Monate, nachdem meine Mutter verstorben ist, noch immer beschäftigt. Es gibt recht wenig Literatur, die sich wirklich mit dem Tod auseinandersetzt, ohne das alles in einen „PS ich liebe Dich“ Roman zu packen, in dem jemand seine neue große Liebe findet. Ich versprach mir von Bognanis Werk einen ehrlichen Blick auf die Härte einer solchen Erfahrung. Und ich wurde nicht enttäuscht. Mit viel Humor, aber auch sehr respektvoll vor dem Leben und dem Tod geht Bognani ohne eine primäre Liebesgeschichte an seine Geschichte heran. Die Liebesgeschichte plätschert nebenbei und ist sehr schön zu lesen, aber sie ist eben nicht der Kern des Romans.

     

    Viele Aspekte von Tod und Trauer finden im Buch Anklang, besonders begeistert hat mich auch die Annäherung an den unterschiedlichen Umgang mit Trauer durch die Thematisierung von Bestattungen, die Tess‘ Vater durchführt. Sie sind kurios und ungewöhnlich, aber die Botschaft, die für mich darin lag war die, dass Menschen so beerdigt werden sollten, wie sie waren, in all ihrer Individualität. Dazu gibt es einige lustige Episoden im Roman, die mich sehr zum lachen brachten. Und genau darin liegt doch der Sinn von Trauerfeiern: Man darf traurig, entsetzt und vielleicht auch zornig sein, aber am Ende ist es wichtig, sich an die Positiven Dinge zu erinnern und das Leben zu feiern, das der Mensch hatte.

     

    Sehr interessant fand ich, wie stark Tess‘ Bindung zu Jonah war. Dabei kannten sie sich „nur“ aus dem Internet. Und das ist eine Tatsache, die ich selbst hier und heute auch so bestätigen kann, denn Freundschaft und Liebe findet nicht länger nur offline statt. Darum hat es mich begeistert, wie ernst Bognanni diese Bindung darstellt und wie sehr er vermittelt, dass Tess' Trauer berechtigt ist. Auch die Wendung, die durch die Antwort auf Tess' Nachricht eintritt, ist glaubhaft und bringt nochmal einen ganz anderen Aspekt mit hinein, den ich hier zwecks Spoilerfreiheit nicht austreten mag :-) 

     

    Mein Fazit 

    "Mein Leben oder ein Haufen unvollkommener Momente" ist ein schonungslos ehrlicher und dennoch humorvoller Roman über Trauer und Tod in Zeiten des Internets, den ich sehr gerne gelesen habe. Von mir gibt es verdiente 5 Sterne. 

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    Cover des Buches Wenn die Nacht Träume regnet  (Teil  1) (ISBN: B078W97HYW)

    Bewertung zu "Wenn die Nacht Träume regnet (Teil 1)" von Mirjam H. Hüberli

    Wenn die Nacht Träume regnet (Teil 1)
    BonniesBuchemotionvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Mit einer hochspannenden Dramaturgie, liebenswerten Charakteren hat mich das Buch total gepackt - eine DICKE DICKE Leseempfehlung von mir!
    Colleen Hoover Fans aufgepasst - hier kommen Chloe und Davis!




    Gleich nach Erscheinen habe ich mir das Buch zugelegt, da mir das Cover bereits in einer Ankündigung positiv aufgefallen war. Und vorweg: Ich habe es verschlungen!

    Zum Inhalt:
    Die leidenschaftliche Reiterin Chloe und der charmante Davis sind wie durch ein magisches Band verbunden. Immer wieder begegnen sie sich, erleben gemeinsam unvergessliche Momente und verlieren sich dann wieder gegenseitig aus den Augen. Doch Cloe hört nich auf, an Davis zu denken. Ein zartes Pflänzchen beginnt zu wachsen. Doch wie viele Stürme wird es überstehen können?

    Meine Meinung
    Ich habe mich sofort in all die liebevoll gezeichneten Charaktere im Buch verliebt. Chloe ist leidenschaftlich, humorvoll, klug und verhält sich sehr authentisch. Auch Davis, der zwar ein Mysterium ist, aber dennoch genug von sich preisgibt, ist mir gleich ans Herz gewachsen. Ich habe sehr mit den beiden mitgefiebert und bin total gespannt, was Band 2 so bringen wird.

    Mein Fazit
    "Wenn die Nacht Träume regnet" hat mich auf eine wahre Gefühlsachterbahn geschickt. Ich konnte nicht aufhören zu lesen und habe das Buch innerhalb kürzester Zeit verschlungen. Mit einer hochspannenden Dramaturgie, liebenswerten Charakteren und vielen Offenen Fragen hat es mich ebenso gepackt, wie auch auf Band 2 neugierig gemacht. Ein klasse Buch und eine absolute Leseempfehlung von mir!

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    Cover des Buches Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen (ISBN: 9783453270435)

    Bewertung zu "Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen" von Ulla Scheler

    Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen
    BonniesBuchemotionvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: „Und der Sinn des Lebens? Ein Leben, das wächst und sich verändert. Man muss keine Angst vor Fragezeichen haben, nur vor Punkten.“
    Es ist gefährlich, denn es hat mein Herz im Sturm erobert

    „Mir war immer bewusst, dass ein Ort lebenswichtig für eine Geschichte ist. Warum sonst bleiben wir beim Geschichtenerzählen sitzen, wenn es im Garten kalt wird und Stechmücken unter jede Lage Kleidung kriechen? Weil die Geschichte an diesem Ort ihre Macht hat.“
    (Zitat Kapitel 34, Pos. 4480)
     
    Zum Inhalt
    Hanna und Ben sind beste Freunde, sie sind einander verbunden, dabei sind sie grundverschieden. Ben ist Straßenkünstler, er geht nachts sprayen, ist wild und ungestüm. Hanna hingegen ist stiller, in sich gekehrt, fast schon langweilig. Sie ist nicht schüchtern, aber introvertierter als Ben und wählt Worte und Taten mit Bedacht, während ihre Gedanken in meinen Augen manchmal irrwitzige Kapriolen schlagen. Ben ist der eine Mensch, der sie versteht, auch wenn sie oft nicht ausspricht, was sie sich am sehnlichsten wünscht. Und dann überredet Ben Hanna zu einer wilden Reise ans Meer. In der Hoffnung, an einem verwunschenen Strand mithilfe der Magie des Meeres endlich zu ergründen, was Ben tief im Herzen sagen will, wenn er es mit seiner lauten Art übertönt, lässt Hanna sich darauf ein. Doch diese Reise endet abrupt… 
     
    „Du wartest nicht auf die Flut, aber sie kommt doch. Sie spült alles weg, was Du erschaffen hast. Sie macht alles neu. Und mit der Flut kommt der Sturm.“
    (Zitat Kapitel 17, Pos. 2746)
     
    Meine Meinung 
    Ich fand den Einstieg mit Hanna etwas irritierend, da sie irgendwie so unentschieden ist, was sie will. Dabei hat sie im Grunde ein tolles Leben. Und sie hat Ben. Aber Ben verschließt sich ihr und sie wendet sich immer wieder von ihm ab, anstatt ihn damit zu konfrontieren. Ben kitzelt die aufkeimende Abenteuerlust aus Hanna heraus und bringt sie dazu, mit ihm zu kommen, obwohl sie zunächst nicht will. Beide haben sie etwas geheimnisvolles, etwas, das in ihnen schlummert und das man als Leser am liebsten aus dem Buch herausschütteln möchte. Dabei ist es zu keinem Zeitpunkt nervig, nein, vielmehr baut sich eine unglaubliche, unterschwellige Spannung auf, die man zu Beginn des Buches kaum wahrnimmt und die wie ein Sturm mit einem leisen Donnern in der Ferne beginnt, dann tost und tobt, so vieles zerstört und in Stille endet.
     
    Ich liebe die Charaktere im Buch, weil sie echt sind. Sie sind nicht perfekt, sie sind aber auch nicht übertrieben unsicher oder kindlich. Es sind Menschen, wie Du und ich, mit all ihrem Leid und ihrem ganzen Leben. Besonders gefallen hat mir Chloe, ein Mädchen, das erst im Verlauf der Geschichte auftaucht. Chloe ist wie ein Zirkus, eine Scheinwelt, der man misstraut, die einem manchmal Angst macht, ja, und die doch irgendwie Publikumsliebling wird. Ich habe, während ich sie im Buch kennengelernt habe, eine seltsame Art von Sympathie für sie entwickelt. Es war eine Art Hassliebe, ich wollte sie nicht kennenlernen, aber ich konnte mich ihrer Magie nicht entziehen. Sie hinterließ einen bittersüßen Nachgeschmack bei mir, wie wenn man aus der Ferne ein Kind beobachtet, das nicht das eigene ist. Und irgendwie ist man von diesem Kind berührt, als es weint, weil die Eltern sich grob verhalten und schämt sich insgeheim, diese eigentlich so private Szene beobachtet zu haben. 
     
    Hach, ich muss mich zügeln, aber es gibt noch etwas, das unglaublich wichtig ist: Die Sage, die den Strand aus einem wundervollen, sonnendurchfluteten Moment heraus in ein tosendes Ungeheuer verwandelt. Ich will euch dazu nicht mehr verraten, denn jedes Wort mehr würde spoilern, aber mich hat diese gesamte Verflechtung total fasziniert.
     
    „Und der Sinn des Lebens? Ein Leben, das wächst und sich verändert. Man muss keine Angst vor Fragezeichen haben, nur vor Punkten.“
    (Zitat Kapitel 32, Pos. 4337)
     
    Mein Fazit 
    „Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen“ ist sicher eines der beeindruckendsten Bücher, die ich je gelesen habe. Weil es keinen literarisch hohen Anspruch hat und doch so tiefgründig und manchmal poetisch ist, ohne aber in der Sprache ausschweifend zu werden. Ich liebe Ulla Schelers Stil und habe mir deshalb sofort auch ihr neues Buch, „Und wenn die Welt verbrennt“, mitgenommen, ohne den Klappentext vorher zu lesen. Das allein soll Ausdruck sein, wie sehr ich mich in Hannas und Bens Geschichte verloren habe und wie sehr ich es mir wünsche, mich in einer anderen wiederzufinden.

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    Cover des Buches Die Chroniken von Amber - Die neun Prinzen von Amber (ISBN: 9783608981278)

    Bewertung zu "Die Chroniken von Amber - Die neun Prinzen von Amber" von Roger Zelazny

    Die Chroniken von Amber - Die neun Prinzen von Amber
    BonniesBuchemotionvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Fantastische Urban Fantasy mit sehr besonderem Schreibstil
    In einer Welt, in der die Realität nur eine Version der Geschichte ist...

    Zum Inhalt


    Protagonist Corwin wacht in einer Klinik auf. Schnell fällt ihm auf, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Man hält ihn fest, stellt ihn ruhig, dabei hat er sein Gedächtnis verloren. Er schafft es, die Klinik zu verlassen und macht sich auf den Weg, auf der Suche nach seiner Geschichte, um die klaffenden Lücken in seiner Erinnerung wieder zu füllen. Auf seinem Weg trifft er einige ehemalige Weggefährten.


    Er erfährt, dass er einer der neun Prinzen von Amber ist, die in der Lage sind, zwischen Amber, den Schattenwelten und dem Chaos zu reisen und die Realität zu manipulieren. Magische Spielkarten ermöglichen es den Brüdern, miteinander zu sprechen und zueinander zu reisen. Doch nicht alle seine Brüder sind ihm wohl gesonnen. Und in einer Welt, in der seine Realität nur eine Version der Geschichte ist, wem kann er da trauen? 


    Meine Meinung 


    Der Klappentext des Buches hat mich fasziniert, denn es handelt sich hier nicht vordergründig um eine High Fantasy Geschichte, sondern vielmehr um Urban Fantasy, die jedoch ungewöhnlich erwachsen und mit scharfem Ton daherkommt. Zelazny schreibt ungewöhnlich, der Roman las sich für mich vielmehr wie eine Detektivgeschichte. Sachliche, kurze Sätze ohne viele Umschreibungen und Ausschweifungen bringen eine sehr hohe Handlungsdichte und einiges an Spannung in die Story. Die Dialoge sind derb, ruppig und ohne Schnörkel. Und so ist auch die Geschichte, sie ist an vielen Punkten „kurz und schmerzlos“, emotionslos gehalten. Die wohlbekannte Schriftsteller-Regel „Show, don’t tell“ (zeige es, anstatt zu erzählen) wurde zuhauf missachtet, was für mich ungewöhnlich war. Generell mag ich ja Rebellen, deshalb ist mir das ja schon sympathisch, wenn jemand sich gegen die Regeln stellt ;-) Allerdings muss ich im Ergebnis sagen: Ich fand den Stil an sich interessant und ungewöhnlich, doch hat er mir nicht zu 100% zugesagt. An einigen Stellen fehlte mir dann doch die Emotion und die Szenen, die einen so richtig mitziehen. Denn wenn man sich in Corwis Lage versetzt, spürt man die Verzweiflung, das Misstrauen, die Trauer und die Wut. Das Buch greift diese Gefühle jedoch nicht auf, sondern übergeht sie mit weiterer Handlung und Sachlichkeit, womit in meinem Empfinden das "Miterleben" der Geschichte geschmälert wird. 


    Die Story an sich ist schnell und spannend, auf beinahe jeder Seite tut sich eine neue Überraschung auf, ein neuer Grund, zu staunen. Ich liebe die Ideen im Buch, die Kommunikation über die Spielkarten, die auch das wunderbar passende Cover zieren und die Möglichkeit, die Realität zu verzerren - das klingt doch echt verlockend. Das Spiel damit, wer Freund und wer Feind ist, und woran man das erkennt in einer verzerrten Realität umgeben von Menschen, an die man sich nicht mehr erinnern kann, hat mich mitgerissen und immer wieder begeistert. Die Umgebung, in der sich Corwin bewegt, wird selten umfassend dargestellt, was jedoch viel Raum für Fantasie lässt und mir persönlich sehr gut gefiel. 


    Mein Fazit


    Band 1 der „Chroniken von Amber“ habe ich zügig gelesen. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt, wobei ich durch die recht emotionslose Schreibweise des Buches keinen Bezug zum Protagonisten Corwin aufbauen konnte. Insgesamt bin ich von der Idee und der Geschichte begeistert, für die Umsetzung ziehe ich in der Gesamtwertung dann aber doch etwas ab und vergebe vier von fünf Sternen. 

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    Cover des Buches Träume, die ich uns stehle (ISBN: 9783426518977)

    Bewertung zu "Träume, die ich uns stehle" von Lily Oliver

    Träume, die ich uns stehle
    BonniesBuchemotionvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: „Träume, die ich uns stehle“ ist ein Sturm, der leise und vorsichtig ausgelöst wird, bis er alles mit sich reißt, an das man glauben wollte.
    Ein unerwartetes Highlight - auch für Fans von Colleen Hoover geeignet



    Zum Inhalt: Wir begleiten Protagonistin Lara auf ihrem Weg mit einer psychischen Erkrankung. Sie kann nicht aufhören zu reden, in vielen Situationen sprudeln die Worte nur so aus ihr heraus und sie kann sie nicht stoppen - und schämt sich immer wieder dafür. Und dann leidet sie auch noch an Amnesie. Bruchstücke der Erinnerung an einen Unfall kommen immer wieder in ihr hoch, doch sie kann sie nicht festhalten und versucht, die Lücke mit ihren Worten zu füllen. Keiner hört ihr zu, außer ihrem Therapeuten, der sie aber herausfordert, der möchte, dass sie zwischen den Worten nach der Wahrheit sucht, doch das will Lara nicht. Sie findet Thomas. Thomas hört still zu, Thomas fordert sie nicht heraus. Er liegt im Koma. Immer wieder schleicht sie sich verbotener Weise auf die Intensivstation, wo Thomas beginnt, auf ihre Stimme zu reagieren. Sie erzählt ihm eine Geschichte, die Geschichte von Lara und Thomas, die sich ineinander verliebten. Sie füllt die Stille mit Worten und träumt, es seien Erinnerungen, die sie erzählt. Doch was bleibt am Ende, wenn Träume sich als Wolken aus Worten entpuppen und die Realität Dich nicht mehr atmen lässt? 


    Meine Meinung 

    „Träume, die ich uns stehle“ war mein erstes Buch von Lily Oliver alias Alana Falk, die ich auf dem LitCamp in Heidelberg kennenlernen durfte. Und WOW! Ich habe lange kein Buch mehr gelesen, das mich von der ersten Seite an so gefesselt hat, wie dieses. Der Schreibstil ist grandios, er ist emotional und entwickelt zusammen mit der Dramaturgie der Kapitel eine Sogwirkung, der ich mich nicht entziehen konnte. Ich habe selbst im Auto auf dem Beifahrersitz weiterlesen müssen, weil ich wissen wollte, was hinter Laras Erkrankung steckt und wie es mit Thomas weitergeht. Ich kann nicht umhin ihre Dramaturgie mit der einer Colleen Hoover zu vergleichen, denn mich so zu fesseln und so schockieren und mitzunehmen, das konnte bislang nur sie. Die Charaktere haben eine unglaubliche Tiefe, sie sind realistisch, ehrlich, beinahe schon grausam gezeichnet. Doch genau das macht den Reiz der Geschichte aus, man fühlt mit, man hasst, man liebt, man weint, man träumt mit Lara und den anderen. Die Frage, wer eigentlich gut und wer eigentlich böse ist, drängt sich immer wieder auf und ich schwankte während des Lesens zwischen „nicht wissen wollen“ und Neugier. Das, was hinter den Charakteren steckt, ihre individuellen Schicksale und Geschichten, sind erschütternd bis ins Mark und die dunkle Vorahnung lässt Lily Oliver geschickt immer wieder einfließen. 

    Für mich war es vor Allem Laras Geschichte, die mich sehr bewegt hat. Ohne zu spoilern möchte ich einfach nur sagen, dass ich ihren Schmerz ebenso empfunden habe wie alles, was danach kommt. Ich muss der Autorin ein riesen Lob für ihre Empathie aussprechen, denn ein Teil von Laras Geschichte hat mich selbst in meinem Leben schon betroffen und ich habe mich selten so verstanden gefühlt, wie in diesem Buch. Es ist erstaunlich, wie deutlich die anfangs noch zarten Konturen der Geschichte am Ende zu einem Gesamtkunstwerk werden, das wie ein Bild vom zarten Bleistift-Strich zur dicken Ölschicht aufgebaut wird und absolut fesselt. Ein Kunstwerk, vor dem man nur ehrfürchtig stehen und es mit Tränen in den Augen betrachten kann, weil es einen tief im Herzen berührt. So endete das Buch für mich, genau so. Ich hielt es in Händen, mit Tränen in den Augen und habe über mein eigenes Leben nachgedacht und so viel mitgenommen, ja beinahe schon an eigener Lebenserfahrung, weil ich über die Seiten mit Lara gelebt habe. 


    Mein Fazit: 


    Ich empfehle das Buch wirklich jedem, der eine tiefgründige und dramatische Geschichte lesen möchte und mit ein paar harten Wahrheiten klarkommt. Lasst euch nicht von diesem harmonisch-schönen Cover täuschen, es ist keine seichte Liebesgeschichte, wie ich sie erwartet hätte. „Träume, die ich uns stehle“ ist ein Sturm, der durch den Flügelschlag eines Schmetterlings, leise und vorsichtig ausgelöst wird, bis er sich zu einer Urgewalt entfaltet und alles mit sich reißt, an das man glauben wollte. Und er zieht nicht ohne Spur an einem vorbei, sondern hallt noch lange nach, während man die Scherben von Laras Träumen aufzusammeln versucht.


    PS: Danke an Alana für das Vorablese-Exemplar, das ich beim Meet & Greet auf der Frankfurter Buchmesse von ihr erhalten habe. Ich wusste damals noch nicht, was für ein großes Geschenk dieses Buch für mich ist!  

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    Cover des Buches Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt (ISBN: 9783608503777)

    Bewertung zu "Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt" von Jaroslav Kalfar

    Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt
    BonniesBuchemotionvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Insgesamt hat mir das Buch super gefallen und ich bin gespannt, was uns in Zukunft von Debutautor Jaroslaf Kalfar noch so erwartet.
    Schwerelosigkeit im All und Gedankenausflug der besonderen Art

    Worum geht es? Jakub Procházka ist Raumfahrer, der erste in der tschechischen Geschichte. Außerdem ist er Professor für Astrophysik mit einschlägiger Erfahrung in der Erforschung interstellaren Staubs. Und das bringt ihm so einige Probleme ein... denn die tschechische Nation steht vor einer einmaligen Gelegenheit: Der Erforschung eines galaktischen Nebels, der Chopra-Wolke. Nachdem eine amerikanische Mission bereits gescheitert ist, stehen die Tschechen bereit und wollen herausfinden, wie groß die Bedrohung der Erde durch die Wolke im All ist.  
    Jakub würde gerne ein Held sein und nimmt daher die Strapazen einer Vorbereitung auf die Raumfahrt auf sich, die ihm schon viele Schwierigkeiten bereiten. Er startet ins All, alleine - jedoch nicht ganz. Schon nach kurzer Zeit findet er heraus, dass er einen Begleiter an Bord hat, mit dem er so einige spannende Gespräche führt... und sein Nutella teilt ;-) 
    "Nicht allein unsere Wissenschaft und unsere Technologie reisen durch dieses Vakuum, nein, auch unsere Menschlichkeit, unsere Schönheit in Gestalt Jakub Procházkas, des ersten Raumfahrers aus Böhmen, der die Seele der Republik zu den Sternen tragen wird." (S. 14)
    Meine Meinung Jakubs Geschichte hat mich schon vom Klappentext her gleich in ihren Bann gezogen. Und das Buch hat mich nicht enttäuscht. Man darf keine großen Abenteuer erwarten, keine SciFi Beschreibungen der Vorgänge im All. Vielmehr vermittelt das Buch ein Gefühl der Schwerelosigkeit. Man lässt sich treiben in Jakubs Gedanken, in seinen Gefühlen und sinniert mit ihm und seinem außerirdischen Begleiter über Sinn und Unsinn des Lebens, der Menschheit, der Missionen ins All. Was würdest Du tun, wenn Du 13 Wochen alleine im All wärst? Jakub hat eine wahnsinnig interessante Hintergrundgeschichte, in die wir phasenweise eintauchen dürfen. Sein Vater war im kommunistischen Dienst mitverantwortlich für die Folterung zahlreicher Menschen. In früheren Zeiten wurde die Familie dafür gefeiert, hatte überall ein hohes Ansehen und auch hinsichtlich der staatlichen Leistungen einen sehr hohen Stand. Doch nach dem Zusammenbruch des politischen Systems hat Jakub als Kind einen harten Einschnitt erleben müssen. Was das mit ihm gemacht hat kann man durch die eingängige Beschäftigung mit Jakub selbst, aber auch durch zahlreiche Dialoge mit seinem Begleiter erforschen, aber auch in seiner Verarbeitung des ganzen in einer späteren Phase des Buches. 
    "Ich wollte sehen, wie Gott das Universum berührte und durch den schwarzen Vorhang griff, um die Fäden zu schütteln, an denen die Planeten hängen." (S. 255)
    Mein Fazit"Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt" hat es mir als Buch sehr angetan, denn ich liebe die philiosophische Sprache und den gewandten Wortwitz in diesem Buch. Gegen Ende wurde es mir dann doch etwas zu langatmig, zu viele Stränge wurden konsequent zu Ende geführt - was einerseits rein schriftstellerisch gut ist, jedoch beim Lesen doch die ein oder andere Länge erzeugte. Insgesamt hat mir das Buch super gefallen und ich bin gespannt, was uns in Zukunft von Debutautor Jaroslaf Kalfar noch so erwartet. 

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    Cover des Buches Amour Fantastique. Hüterin der Zeilen (ISBN: 9783646300383)

    Bewertung zu "Amour Fantastique. Hüterin der Zeilen" von Sarah Nisse

    Amour Fantastique. Hüterin der Zeilen
    BonniesBuchemotionvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ich kann das Buch jedem Bücherwurm empfehlen, denn es ist einfach dieses Gefühl, in einer riesigen Bibliothek zu stehen - unvergleichlich!
    Eine wundervolle Reise nach Paris, voller Magie und Buchliebe und ein bisschen Romantik

    Worum geht es? 


    Stell Dir vor, Du wärest im Besitz einer magischen Feder, die Geschichten schreiben kann. Geschichten, die vor Charme und Witz und Fantasie nur so sprühen, die perfekt geschrieben und ausgearbeitet sind. Lily Olivier hat eine solche Feder, sie befindet sich schon lange in ihrem Familienbesitz. Regelmäßig veranstalten sie wundervolle Geschichten-Abende, an denen sie sich von der Feder verzaubern und eine Geschichte erzählen lassen. 

    Um über die Runden zu kommen, hat Lily eine Art Ghostwriter-Vereinbarung mit einem pariser Verlag. Sie lässt die Feder Romane überarbeiten, damit sie am Ende zu Bestsellern werden. Eines Tages flattert der wahnsinnig schlechte Entwurf eines Romans von Millionärssohn Frederic Leblanc auf ihren Tisch. Sie schreibt die Geschichte um, doch Frederic ist verwöhnt und duldet keinen Widerspruch. Er nimmt Kontakt zu Lily auf, um seinen Roman zu „retten“. und verhält sich dabei mehr als eklig… 

    Gleichzeitig erreicht Lily eine Nachricht von ihrer Tante, zu der sie lange keinen Kontakt hatte. Warum meldet sie sich so plötzlich? Und warum ist ihre Mutter überhaupt nicht gut auf deren Schwester zu sprechen? 

    All das und noch viel mehr rund um die magische Schreibfeder, großartige Bibliotheken und das kleine Quentchen Magie, das so wunderschön wie auch gefährlich sein kann, erfährt man in Amour Fantastique. 


    Meine Meinung


    Amour Fantastique nahm mich mit nach Paris. Nein, nicht nur, weil es da handelte, sondern weil es Filme vor meinem inneren Auge projezierte, die mich auf eine magische Reise mitnahmen. Jeder Bücherwurm kennt das Gefühl, wenn man in einer riesigen Bibliothek steht. Das alles, was man dann gerne tun würde im Angesicht tausender Bücher - sich niederlassen, sich wohlfühlen. Dieses Bibliotheks-Gefühlt hat Amour Fantastique ganz oft in mir ausgelöst. Dabei ist die Handlung ganz und garnicht gemütlich. Die Idee der magischen Schreibfeder, die auch noch weitere Geheimnisse in sich birgt, hat mir sehr gut gefallen. Auch die Charaktere sind gut ausgearbeitet und man kann ihrem Wandel folgen. Einzig Frederic hat für mich ein wenig zu schnell einen Wandel vollzogen bzw. ein Geheimnis gelüftet, aber davon solltet ihr euch am besten selbst ein Bild machen - man kann es schon erahnen ;-) 

    Was mit in Büchern generell sehr gut gefällt sind tolle Bösewichte - und da wird man meiner Meinung nach in diesem Buch absolut nicht enttäuscht. Es gibt einen Bösewicht, der so abartig ist, dass es einem die Sprache verschlägt - doch das kommt erst nach und nach ans Licht. Und dann gibt es diese kleinen Momente, wo man auf einmal das Gefühl hat, man könne doch verstehen, warum jemand so böse wird, auch wenn er noch so widerlich böse ist. Dabei hasst man ihn eigentlich, und doch kann man eine Beziehung zu ihnen aufbauen. Es lässt deutlich die Grenzen zwischen schwarz und weiß verschwimmen, hierfür ein großes Kompliment!  

    Anzumerken ist noch, dass ich auf einen kleineren Logikfehler gestoßen bin, den ich jedoch nicht allzu schlimm fand, es war einfach nur so ein Moment, in dem ich mich gewundert habe. 

    Im Angesicht dessen, dass die Geschichte in Paris spielt, hätten für mich persönlich auch noch mehr französische Worte vorkommen dürfen. Diese gibt es sporadisch, aber gerade bei einem Streifzug durch Paris komme ich an vielen Geschäften und Dingen vorbei, die französisch so viel schöner klingen - das ist nun total individuell und Geschmackssache, aber um meinen Geschmack geht es hier ja :-) 


    Fazit


    Amour Fantastique ist ein wundervoller urban Fantasy Roman, den man super in einem Rutsch durchlesen kann. Es liest sich flüssig und sehr bildhaft und die Handlung fand ich super gelungen, wobei die Liebesgeschichte etwas schnell abgehandelt wird. Ansonsten ist das Erzähltempo, das angepasst an hektisch-spannende Szenen und an gemütlich warme Momente ist, aus meiner Sicht perfekt umgesetzt. Da es für mich noch ein kleines bisschen mehr Paris-Feeling im Sinne französischer Ausdrücke hätte sein dürfen und aufgrund des kleinen Fehlers, den ich zuvor ansprach, schwanke ich zwischen vier und fünf Kleeblättern, gebe aber am Schluss dann die vier.

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    Cover des Buches Beren und Lúthien (ISBN: 9783608961652)

    Bewertung zu "Beren und Lúthien" von J.R.R. Tolkien

    Beren und Lúthien
    BonniesBuchemotionvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: „Lieder erinnern, die gesungen Elben einst in vergessenen Zungen" Ich liebe dieses Buch!
    Ein Märchen aus der alten Zeit - nicht nur der von Mittelerde


    Wie kann man einem Buch gerecht werden, das die Seele eines der (meiner Meinung nach) größten Autoren aller Zeiten widerspiegelt? Nun denn, ich versuche mal mein Glück. Verzeiht, wenn ich zu sehr ins Schwärmen gerate… 


    Zunächst einmal gibt es zum Inhalt nur ein paar Worte zu sagen, und zwar für diejenigen, die meinen Rezensionen sonst folgen: Bei Beren und Lúthien handelt es sich nicht um einen klassischen Roman in dem Sinne. Christopher Tolkien hat hier vielmehr Ausschnitte aus anderen Tolkien-Werken zusammengefasst, um die Geschichte von Beren und Lúthien mehr hervorzuheben. Es ist ein Sammelsurium, das die Chronik der beiden wiedergibt und gleichzeitig in das Gefüge der Chroniken von Mittelerde einfügt, mit nur teilweise unveröffentlichtem Material.


    Warum tat Christopher Tolkien das? Und warum ist es toll, das zu lesen?
    Eins sei vorweg gesagt: Allein das Vorwort hat mich zu Tränen gerührt. Die Geschichte von Beren und Lùthien ist die Geschichte von Tolkien selbst und seiner Frau, das wird mehr denn je deutlich, als Christopher Tolkien ausführt, dass sein Vater den Namen „Beren“ auf seinem Grabstein stehen habe und der Name „Lúthien“ auf dem seiner Frau stehe. Und nach diesem Vorwort ist man neugierig auf den Zauber der Geschichte, die sich in diesem Buch ganz zauberhaft entfaltet. Sie gleicht einem Märchen. Die Textstellen, Verse und Bilder ziehen einen in einen unsäglichen Bann und man kann die Magie und die Liebe spüren, die ihnen liegen. Alan Lee, der wie viele wissen auch schon in der grafischen Umsetzung des Herrn der Ringe di Hauptrolle spielte, ist der Illustrator, der dem Ganzen ein wundervolles Gesicht gibt. Dabei ist es beachtlich, wie viele Parallelen man zu Tolkiens eigenem Leben findet und wie emotional das Buch ist, wie nah man dem kommt, was dahinter steht: Eine Liebe, die Zeiten des Krieges und die Tragödie der Menschen, die sie erlebt haben. Dies und noch mehr bringt mich zu der Aussage, dass ich dieses Buch jedem, der Mittelerde im Herzen trägt, sehr an dasselbe legen möchte. 


    Zu einem Fazit bin ich so gut wie nicht in der Lage. Mich hat das Buch umgehauen und ich bin mir sicher, ich werde es noch oft aufschlagen und in den Versen blättern, die Illustrationen bewundern und einfach Zeit mit diesem wundervollen Text verbringen, der eine tragisch-schöne Geschichte erzählt. Es ist außerdem auch äußerlich ein echtes Schmuckstück fürs Regal, daher erhält es von mir 5 von 5 Sternen. 


    „Lieder erinnern, die gesungen

    Elben einst in vergessenen Zungen,

    wie Lúthien und Beren schweiften,

    an Sirions Ufern, heiter streiften

    über die Wiesen leichten Fußes

    und voll täglichen Genusses. 

    Zog auch der Winter schon ins Land ,

    blieben doch Blumen, wo sie stand. 

    Tinúviel, Tinúviel! 

    Die Vögel singen froh und hell

    und trauen sich, im Schnee zu nisten,

    wo Lúthien und Beren fristen.“ (S. 176) 

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    Cover des Buches AchtNacht (ISBN: 9783426521083)

    Bewertung zu "AchtNacht" von Sebastian Fitzek

    AchtNacht
    BonniesBuchemotionvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: „AchtNacht“ wartet mit einer guten Idee und tollen Ansätzen auf, der Protagonist blieb mir jedoch leider zu oft in einer Opfer-Haltung.
    Leider nicht überzeugend

    Buchemotion zu „AchtNacht“ von Sebastian Fitzek


    Kurz und knapp: Worum geht es? 


    Stell Dir vor, Du darfst einen Namen nennen. Den Namen einer Person, der Du den Tod wünschst. Und diese Person wird dann eine Nacht lang gejagt und darf von jedem straffrei getötet werden. Doch was, wenn jemand Deinen Namen nennt? 

    Genau das passiert Ben. Plötzlich ist sein Foto überall zu sehen, mit der Aufforderung, ihn zu jagen. Dabei hat er eigentlich ganz andere Sorgen. Seine Tochter, die nach einem Unfall schwer krank ist. Seine Band, die ihn im Stich gelassen hat. Seine Selbstzweifel und Schuldgefühle, die ihn nicht in Ruhe lassen.
    (Angelehnt an „The Purge“)


    Wie kam ich zu dem Buch? Da ich unterwegs war und meinen Kindle vergessen hatte, habe ich sozusagen ein Notfall-Buch gebraucht (die Booknerds da draußen werden mich verstehen ;-) ) Ich hatte mal wieder Lust auf Gänsehaut und Spannung, da greife ich zwischendurch gerne mal zu einem Thriller. Also rein in den Supermarkt, schnell zur Bücherecke und bei den Bestsellern geschaut - Fitzek, immer gut, mitgenommen, Bonnie glücklich.

    Meine Meinung

    Der Auftakt, ca. das erste Drittel, war super. Spannende Szenen, Einführung in die Charaktere, die durchaus Potenzial bieten und die Detaillierung der Grundidee, die mir gefiel. Danach ging es aus meiner Sicht leider nicht in derselben Qualität weiter. Warum? Es war für mich vorhersehbar, an manchen Stellen habe ich über falsche, nicht nachvollziehbare Entscheidungen sehr die Stirn gerunzelt. Und Ben, der entwickelt sich immer mehr in Richtung Selbstmitleid und wird zur Marionette - dabei hat er aus meiner Sicht an einigen Stellen andere Optionen. Es gab dann nur noch eine Szene, die mir richtig gut gefiel, die spannend und mitreißend war, aber meistens stand über allem die Frage: Warum reitet er sich selbst denn jetzt noch tiefer rein? Nur, damit der Roman „spannend“ bleibt? Für mich als Leser ist das leider nicht gelungen, ich war irgendwann regelrecht genervt, habe das Buch aber dennoch zu Ende gelesen, wobei ich mich mehr durchgeschleppt habe. Leider habe ich bis zum Ende keinen Draht zu Ben gefunden, da er mir einfach zu wenig eigenen Charakter hatte.

    Mein Fazit

    „AchtNacht“ wartet mit einer guten Idee und tollen Ansätzen auf, der Protagonist blieb mir jedoch leider zu oft in einer Opfer-Haltung. DIe Gänsehaut gab es in einigen Szenen, jedoch nicht so oft, wie ich es mit gewünscht hätte. Von mir gibt es daher leider nur zwei Sterne.

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