Booknaerrisch

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    Cover des Buches Die Tinktur des Todes (ISBN: 9783866124721)

    Bewertung zu "Die Tinktur des Todes" von Ambrose Parry

    Die Tinktur des Todes
    Booknaerrischvor 2 Tagen
    Geniales Setting, tolle Idee, Umsetzung ausbaufähig

    Edinburgh 1847. Eine Dirne wird tot aufgefunden, ihr Tod ist jedoch, wie zu erwarten, für die Behörden nicht weiter von Interesse. Doch sind ihre Gliedmaßen seltsam verkrampft und verdreht, das findet Raven doch mehr als seltsam. Und leider soll sie nicht die letzte Tote gewesen sein.

    Düster, trostlos, beklemmend. Die Atmosphäre mir der der Leser empfangen wird, ist absolut mitreißend. Vielleicht kennt der ein oder andere von euch ja die TV-Serie „The Knick“? An sie musste ich beim Lesen oft denken.
    Nicht nur die Thematik der Stellung von Frauen und Sarahs Frustration darüber nehmen einen gewaltigen Platz ein -es ist für uns, die wir eigentlich viele Türen offen stehen haben, wenn auch nicht alle- immer wieder schwer vorstellbar, wie hart ein solches Leben ohne Wert gewesen sein muss. Die Jobs, außer den Hilfsarbeiten wie Hausmädchen oder ähnliches, ausnahmslos den Männern vorbehalten, bestenfalls belächelt, ausgehalten und ohne Möglichkeit, sich selbst zu bestimmen.
    Nein, auch die Medizin in den Kinderschuhen läßt einem beim Lesen immer wieder eine Gänsehaut über den Rücken rieseln. Zeiten, in denen eine komplizierte Geburt oft den Tod bedeutet, Medikamente mehr experimentell denn erprobt sind und jede weitere Entdeckung über Leben und Tod bestimmen kann.
    Stimmungstechnisch hat mir die Geschichte um Raven, Sarah und das Drumherum wirklich ausgezeichnet gefallen. Schmutzige Hinterhöfe, zwielichtige Gestalten und so manche eklige Vorstellung geben ein perfektes Bild ab.

    Etwas weniger gelungen fand ich den Verlauf der Geschichte. Ich hatte es mir wesentlich spannender vorgestellt, effektiv haben sich jedoch ein paar Längen entwickelt, die das Ganze eher haben plätschern lassen, und auch das Düstere geht in diesen Phasen ein bisschen unter. Zudem konnte ich die meisten Geheimnisse schon im Vorfeld erahnen, was natürlich nie wirklich gut ist…

    Nichtsdestotrotz waren die Protagonisten sympathisch, ihre Entwicklung interessant und ich möchte zu gerne wissen, wie es mit den beiden weiter geht, jetzt da die Einführung erledigt ist. Ich mag einfach Stories in diesem Setting und so wird es für mich ein Wiedersehen mit dem Autor geben – wer weiß, vielleicht waren es einfach nur Startschwierigkeiten. Ich bin gespannt.

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    Cover des Buches Luftschlösser sind schwer zu knacken (ISBN: 9783734850493)

    Bewertung zu "Luftschlösser sind schwer zu knacken" von Antje Leser

    Luftschlösser sind schwer zu knacken
    Booknaerrischvor 4 Tagen
    unterhaltsam und kurzweilig mit ernstem Hintergrund

    Jonas und Nika sind zwei Teenager, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Er aus gutem Haus, sie unterwegs als „Homejackerin“, immer mit dem Wissen, dass sie bestraft wird, wenn sie ihren Job nicht gut macht. Ihr Leben ist geprägt von Diebstahl und Gewalt, seins ist weitestgehend sorgenfrei. Bis sie eines Tages ausgerechnet bei ihm einsteigt und er sie auf frischer Tat ertappt. Irgendwie finden die beiden sich gut, aber wie sollte das funktionieren, ohne sich in Lebensgefahr zu begeben…

    Als ich das Buch in den Fingern hielt, dachte ich, dass es sich um eine locker leichte Teenie-Liebesgeschichte mit ein bisschen Spannung und Gefahr handeln würde – vielleicht sogar schön für jüngere Leser zu lesen. Ein bisschen muss ich mein vorschnelles Urteil jedoch definitiv revidieren, denn es geht nicht nur um das schöne Thema der ersten Liebe, sondern auch um bedeutend ernstere wie Menschenhandel, Zwangsprostitution und brutale Gewalt. Von daher ein klares „nein“ – vielleicht doch nicht unbedingt für zu junges Publikum geeignet. Vermutlich dann wirklich eher ab 14 aufwärts ;) Für diese Zielgruppe finde ich es jedoch sehr gelungen und auch so manch jungebliebener Erwachsener wird in dieser Lektüre eine tolle Unterhaltung finden. Leider kann ich inhaltlich jedoch nicht näher auf die Story eingehen, hier ist, spoilertechnisch gesehen, jede Info zu viel.

    Was ich euch jedoch ohne Weiteres verraten kann, ist, dass die Autorin in einem wirklich angenehmen, jugendlichen Stil schreibt, der sich richtig gut lesen lässt. Sie erzählt uns die Geschichte abwechselnd aus Nikas und Jonas‘ Sicht, was die Brisanz der Situation natürlich ziemlich gut verdeutlicht. Außerdem baut sie auch schöne Elemente wie Freundschaft, Zusammenhalt und Hoffnung ein, ohne dabei in irgendeiner Form klischeehaft oder unglaubwürdig zu werden – seien wir ehrlich, niemand würde glauben, dass ein Teenie im Alleingang eine kriminelle Organisation stoppt, oder? Alles in allem ist die Story durchgehend fesselnd geschrieben und kommt in Summe doch eher nachdenklich denn wie eine seichte Liebesgeschichte daher. Das fand ich sehr angenehm.

    Für mich war „Luftschlösser sind schwer zu knacken“ eine unterhaltsame und kurzweilige Lektüre, mit spannenden Themen, einer gelungenen Prise Emotion, die gänzlich ohne Kitsch auskommt und nachdenklich zurück lässt. Ich hätte gerne noch ein paar Seiten mehr davon gehabt.

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    Cover des Buches Heaven 11 (ISBN: 9783946425632)

    Bewertung zu "Heaven 11" von Christian Krumm

    Heaven 11
    Booknaerrischvor 7 Tagen
    Kurzmeinung: Ich bin verliebt in dieses Buch! 😍
    Warmherzig, beeindruckend und authentisch, ein absolutes Must Read.

    Marc hat alles verloren. Er war ein erfolgreicher Banker mit guten Einkommen und Ansehen, bis er an einem Burnout erkrankte. Zumindest ist es das, was er seinen Exkollegen und seinem Arbeitgeber weißmachen will. Doch das erklärt nicht das nächtliche Kratzen und Klopfen an seiner Tür, oder? Und noch weniger die Tatsache, dass sich niemals wirklich jemand da draußen befindet…

    Kennt ihr das, wenn ihr ein Cover seht und wisst, dass ihr das Buch unbedingt lesen müsst? Genau so ging es mir bei „Heaven 11“. Noch neugieriger machte mich die Tatsache, dass es sich eben nicht um einen Thriller handelt, auch, wenn der erste Blick zu dieser Annahme verleiten könnte.

    Wir begleiten Marc bei seinem neuen Job in der Psychiatrie, auf der „Endstation“. Auf Station 11 finden sich die unheilbar psychisch Kranken ein, was mich In vielerlei Hinsicht beim Lesen sehr bewegt hat.
    Christian Krumm hat so ein tolles Händchen dafür, sowohl die Angestellten als auch die Insassen zum Leben zu erwecken, dass es mich beim Lesen einfach nur gefesselt hat. Ich habe gelacht, Beklemmung empfunden und über viele tiefgründige Themen gegrübelt. Einerseits sind so manche „Spleens“ der Patienten liebenswert -einer ist mir besonders ans Herz gewachsen-, und stellenweise sogar amüsant. Manche Themen haben mich an meine Zeit im Altersheim erinnert, vermutlich haben viele von uns die ein oder andere Assoziation beim Lesen.
    Andererseits vergisst man im im Laufe der Geschichte doch nie, wo man sich befindet, dass es sich zumeist um wirklich schlimme Krankheiten mit schwerwiegenden Folgen für die Menschen handelt und dass es eigentlich eben doch nicht wirklich so witzig ist. Es wird einem mal wieder bewusst, was für eine Faszination die Themen Psyche/Gehirn auslösen können, zumindest bei mir. Unfassbar, was es alles gibt… Was da über den Leser an emotionaler Achterbahn hereinbricht, hat es echt in sich und hat mir richtig gut gefallen.

    Vor allem mag ich auch die ethischen Grauzonen, in denen man sich immer wieder findet. Stellt euch zum Beispiel vor, jemand würde dauerhaft neben euch stehen und durchgehend, pausenlos die selben fünf Worte sagen (ein von mir erdachtes Beispiel) und ihr würdet sehen, wie deswegen jemand nach ein paar Tagen ausrastet und entsprechend pampig wird… Einerseits ist es natürlich absolut inakzeptabel und unangemessen auszurasten, andererseits ist es doch aber auch ein Stück weit menschlich. Oder??? Darüber darf sich beim Lesen gerne jeder selbst eine Meinung bilden, ich behalte meine für mich Ich kann nur sagen, dass ich nach wie vor einen immens großen Respekt vor Menschen habe, die sich beruflich im Pflegesektor bewegen und dies aus Überzeugung tun – ihr seid toll!

    Am allermeisten mochte ich jedoch den Stil, den der Autor für das Ganze gewählt hat. Er zeichnet ein ehrliches und echtes Bild, das für mich nicht nur hervorragend passt, sondern für meinen Geschmack als einziges! Er beschreibt das Leben, wie es ist, inkl. Fäkalien, Genitalien und „Stroh in der Ecke“ – ich habe das wirklich genossen und viel geschmunzelt. Aber auch traurigere und ernstere Themen wie Gewalt, Brutalität, usw. begleiten uns auf Marcs Versuch, den Alltag in der Psychiatrie zu meistern und seinen alten Job zurück zu bekommen.

    Trotz ein, zwei loser Enden, die mich persönlich auf Grund von diesem gelungenen Leseerlebnis nicht die Bohne gestört haben und auch unsinnig, wenn nicht gar unmöglich zu lösen wären, bin ich absolut verliebt in dieses Buch!
    Warmherzig, beeindruckend und authentisch, ein absolutes Must Read. Danke Christian, das wird nicht mein letztes Buch von dir gewesen sein!

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    Cover des Buches Gefährten der Hoffnung (ISBN: 9783957202659)

    Bewertung zu "Gefährten der Hoffnung" von Jörg Krämer

    Gefährten der Hoffnung
    Booknaerrischvor 21 Tagen
    ein Abenteuer, das Lust auf mehr macht!

    Nachdem eine Seuche den Großteil der Menschheit sowie viele der größeren Säuger ausgelöscht hat, existiert die Welt -wie wir sie kennen- nicht mehr. Die wenigen Menschen, die überhaupt überlebt haben, sind nicht immer freundlich gesinnt, denn Nahrung und Ressourcen sind knapp.
    Und dann sind da ja auch noch die Roks. Gefährliche Mutanten, die nur um des Tötens Willen Jagd auf die Menschen machen.
    In dieser Welt lebt der Waldkauz Zach, der eigentlich nichts mehr möchte, als bei dem schönen Käuzchen Lea zu landen. Doch dann wird die Familie von dem Menschen Erik entführt, in deren Nähe Zach lebt -  das war´s dann mit der Ruhe…

    Wir begleiten Zack, Erik und Odin auf deren abenteuerlichen Reise, Irinskat und Nanuk zu finden und diese zu retten. Unterwegs begegnen wir einigen Gefahren, dementsprechend blutig und brutal wird das Ganze dann auch. Der Autor nimmt diesbezüglich kein Blatt vor den Mund, was für mich gut zu dem Setting und der Atmosphäre gepasst hat. Denn die Trostlosigkeit und Brutalität macht -wie zu erwarten- einen entsprechend großen Teil aus.
    Dieser Eindruck wird durch den Schreibstil des Autoren noch untermauert. Er arbeitet mit kurzen Sätzen, die von keinerlei Umschreibung oder sonstigem Zierwerk „beschönigt“ werden. Knapp und pointiert hangeln wir uns von Action zu Action, ständig Gefahren um Leib und Leben ausgeliefert.
    Die Ausnahme hiervon ist wohl Erik. Seine Geschichte erfahren wir im Wechsel zwischen der aktuellen Situation und der Vorgeschichte, die nicht nur erklärt, wie es überhaupt soweit kommen konnte, sondern auch, wie Erik zu dem wurde, der er heute ist. Das empfand ich sowohl spannend als auch unterhaltsam und hat das Bild schön abgerundet.

    Sehr gut haben mir auch die Ideen gefallen, die nach und nach eingeflochten werden. Es beginnt mit den Mutationen und dem Umfeld generell, darüber hinaus begegnen wir jedoch auch noch Themen wie Evolution, Telepathie und Magie – ihr seht, man darf gespannt sein.

    Alles in allem hat mich Zachs Geschichte gefesselt -zugegeben, ich bin ein Fan von Odin dem Germanischen Bärenhund-, jedoch hätte man noch ein bisschen mehr „füttern“ können. Die Erzählung bleibt durchgehend knapp und schnörkellos, komplett auf das Wesentliche reduziert. An sich ist mir das jedoch lieber so, als zu blumig und ausufernd zu werden ;)
    Ich für meinen Teil würde mir weitere Geschichten der Truppe ansehen.

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    Cover des Buches 14 Minuten gelogene Wahrheit (ISBN: 9783734850479)

    Bewertung zu "14 Minuten gelogene Wahrheit" von Sarah Lyu

    14 Minuten gelogene Wahrheit
    Booknaerrischvor einem Monat
    Kurzmeinung: hat mir sehr gut gefallen, mit einem kleinen Abzug in der B-Note, da ich ein bisschen etwas anderes erwartet hatte
    anders als erwartet, dennoch gelungen

    Remy hat ihre große Liebe verloren – Jack. Getötet durch die Hand ihrer besten Freundin Elise. Abgesehen davon, dass sie ihn im Arm hielt, während er starb, kann sie sich jedoch an fast nichts aus dieser Nacht erinnern. Was soll sie nur tun, denn sie kann ihre Elise, ihre Seelenverwandte, nicht auch noch verlieren! Oder??

    Der Titel hat mir von Anfang an gut gefallen, spricht er doch für Spannung und tiefgründige Gedanken. Und zum Teil kann das Buch auch eindeutig halten, was es verspricht – beginnen wir jedoch am Anfang.

    Als wir Remy kennenlernen, ist Jack bereits tot. Von da an springen wir in die unterschiedlichsten Zeiten wie das Kennenlernen von Elise oder Jack, Kindheitserlebnisse, aktuellere Ereignisse und wieder zurück in die aktuelle Situation. So kann man als Leser von der ersten Seite an ins Geschehen mit hineinwachsen.

    Auffällig und gut gelungen finde ich hierbei, dass Elise und Jack wie zwei Seiten einer Medaille zu sein scheinen. Wo Elise aktiv, dunkel und direkt ist, ist Jack eher gelassen, warm und überlegt. So schön das Ganze zu lesen und interessant gestaltet ist, wusste ich doch relativ schnell, wohin das Ganze führen wird. Zumal sich auch viele Gespräche und Gegebenheiten des Öfteren wiederholen. Vor allem sollte man vielleicht wissen, dass die Aufteilung der Geschichte, zumindest für mein Empfinden, bedeutend von dem abweicht, was der Klappentext vermuten lässt. Um den Kern der Geschichte, was wirklich in diesen 14 Minuten geschah, geht es eigentlich erst so richtig auf den letzten 70 Seiten. In Kombination mit den sich wiederholenden Themen leidet der Punkt Spannung leider ein bisschen, dies wird jedoch von den ernsten und wichtigen Themen gepuffert.

    Weder Elise noch Remy haben z.B. eine gute Kindheit – hier werden im Rückblick viele Dinge aufgegriffen, die den Leser nachdenklich stimmen und auch so zurück lassen. Punkte wie Gewalt, Vernachlässigung, Lieblingskinder, Verlassenwerden, usw. schaffen eine atmosphärische Basis, auf die der Samen „Freundschaft“ fällt und das erste Mal das Gefühl von Verstandensein und Familie hervorruft. Vermutlich kann der ein oder andere von euch sich, leider zumindest ein Stück weit, darin wiederfinden. Für mein Empfinden sind das sehr wichtige Punkte, da sie nur allzu präsent sind. Und auch das Thema Toxizität spielt eine Rolle, auch das eine wichtige Message.

    Und ja, gegen Ende habe ich auch einmal so RICHTIG geheult …

    Mir persönlich hat „14 Minuten gelogene Wahrheit“ sehr gut gefallen, mit einem kleinen Abzug in der B-Note, da ich ein bisschen etwas anderes erwartet hatte.

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    Cover des Buches Schwestern im Tod (ISBN: 9783426282380)

    Bewertung zu "Schwestern im Tod" von Bernard Minier

    Schwestern im Tod
    Booknaerrischvor 2 Monaten
    abwechslungsreiche und lesenswerte Unterhaltung mit kleinen Schwächen

    Zwei ermordete Schwestern im Kommunionkleid, ein geständiger Täter und ein Schriftsteller, der irgendwie in das Ganze verstrickt zu sein scheint…
    Doch der Fall scheint geklärt, auch, wenn nicht alle wirklich so zufrieden mit der Auflösung sind. Bis 25 Jahre später ein grausiger Tod alles wieder ans Licht holt.

    Von der ersten Seite an, konstruiert der Autor in seinem 5. Band der Reihe um Martin Servaz ein spannendes Szenario. Immer wieder stoßen wir auf Neuerungen und Entwicklungen, die wir so nicht erwartet hätten und parallel dazu kommen wir auch unserem Protagonisten etwas näher. Wir erleben 1993 seinen ersten Mordfall, der ihn -wie zu erwarten- eigentlich nie wieder loslässt. Springen dann in eher private Details, bis wir uns dann im Jahr 2018, im aktuellen Fall, wiederfinden. Ein bisschen schade fand ich hierbei, dass wir zwar emotionale Stationen in Martins Leben passieren, er aber dennoch recht blass bleibt. Es wurden viele Themen angeschnitten, die dann jedoch in Halbsätzen stehen blieben. So empfand ich ihn persönlich zwar als sympathisch, aber einfach nicht nah genug. Man sollte Mitleid mit ihm haben, denn er hat einiges durchgemacht, aber so richtig ging er nicht an mich ran. Das hätte ich mir anders gewünscht.

    Wie es sich für einen Thriller gehört, begegnen wir vielen Wendungen und AHA-Momenten, die mir wirklich gut gefallen haben. Auch die Fälle an sich fand ich kreativ und fesselnd. Jedoch habe ich leider auch hier ein kleines „Aber“. Während Martin die Bücher des verdächtigen Autors Erik Lang liest, bemerkt er irgendwann, dass seine knappe, sachliche Schreibweise zwar gewöhnungsbedürftig, aber definitiv angenehm sei – und ja, genau davon hätte ich mir ein bisschen mehr gewünscht. Im Buch wimmelt es von guten Ideen, Spannung und Thrill, die durch zum Teil etwas langwierigen Zwischensequenzen, in denen der Autor sich über Details, wie den Bestandteilen einer Stereoanlage, für mein Empfinden leider etwas untergehen. Er hat zwar einen wirklich angenehmen, gut lesbaren Stil, aber ein paar Umgebungsbeschreibungen weniger, hätte ich besser gefunden. Zumal der richtig spannende Teil, wenn wir auf das Ende zusteuern, mir dadurch in der Relation einfach zu kurz erschien.

    Für mich war „Schwestern im Tod“ eine abwechslungsreiche und lesenswerte Unterhaltung mit kleinen Schwächen.

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    Cover des Buches Die Tribute von Panem X (ISBN: 9783789120022)

    Bewertung zu "Die Tribute von Panem X" von Suzanne Collins

    Die Tribute von Panem X
    Booknaerrischvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Die Ankündigung dieses Buchs hat bei mir extreme Vorfreude ausgelöst - leider wurden meine Erwartungen jedoch nicht erfüllt
    konnte meinen Erwartungen leider nicht gerecht werden

    Tja, wer von uns war nicht verrückt nach der Panem-Trilogie? Entsprechend groß war die Vorfreude auf das Prequel, auf das Eintauchen in die 10. Hungerspielen und das Kennenlernen des jungen Coriolanus Snow, um zu erfahren, wie er zu dem Mann wurde, der er in der uns bereits bekannten Geschichte ist. Also ab mit mir in die Welt von Panem!

    Die Geschichte beginnt mit dem Jungen Snow und seinem Leben nach dem Krieg, in dem gar nichts so "rosig" ist, wie man sich das so vorstellt. Als Waise lebt er mit seiner Cousine Tigris und seiner Großmutter zusammen, doch das Geld ist knapp, seit sie durch den Krieg alles verloren haben. Umso schwerer ist es natürlich, den Schein zu wahren - es soll ja schließlich niemand wissen, wie schlecht es um sie bestellt ist, denn "Snow landet immer oben". Leider fängt hier bereits mein Dilemma an. Auf Grund seiner Verluste und seiner üblen Lage möchte man unbedingt Mitleid mit ihm haben, bei mir blieb das jedoch nur ein frommer Wunsch. Er ist egoistisch, selbstverliebt und interessiert sich nur für eine Sache: sich selbst... Alles was zählt ist seine Außenwirkung und Ansehen vor den anderen.

    Zitat:

    So armselig er auch war, er brauchte jedes bisschen Anerkennung, das er kriegen konnte. Seite 35

    Wenn der Leser Sympathie sucht, ist er bei Snows Tribut Lucy Gray oder seinem Klassenkameraden Sejanus Plinth bedeutend besser aufgehoben, wobei auch diese für mein Empfinden relativ blass bleiben. Sie haben Empfindungen gegenüber Coriolanus, die ich persönlich leider nicht nachvollziehen konnte, oftmals kamen sie für mich aus dem Nichts.
    Wohingegen bei der Storyline für mich leider nichts aus dem Nichts kam. Ich empfand große Passagen als träge, blass, vor sich hindümpelnd und -SORRY- stellenweise einfach konstruiert. Ich hatte mir wohl einfach etwas komplett anderes vorgestellt. Ich bin vom Klappentext ausgegangen und dachte an Action, Spannung und Hungerspiele - letzten Endes hatten die tatsächlichen Spiele nicht ansatzweise den Umfang, den ich erhofft hatte. Ich habe mich dann mit dem Gedanken angefreundet, dass es eben mehr um die Entwicklung von Snow geht -hier wirds jetzt ohne Spoiler schwer-, die mich effektiv einfach nicht überzeugen konnte, seht selbst ;) Für mich persönlich steht das Leseerlebnis auf 608 Seiten für 26 Euro leider in keiner Relation, ich hatte einfach mehr erwartet, tut mir leid.

    Dennoch werden viele Panem Fans bestimmt auf ihre Kosten kommen. Nicht nur, dass Suzanne Collins einfach einen wunderbaren Schreibstil hat, der rund und wirklich schön zu lesen ist. Wir bekommen auch ein paar absolut interessante Infos, die eine Brücke zur späteren Trilogie schlagen und sehen mit diesen AHA-Effekten am Ende vieles deutlicher. Ich denke, ich mache mich die Tage direkt nochmal an die Trilogie.

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    Cover des Buches Hollow Kingdom (ISBN: 9783596705276)

    Bewertung zu "Hollow Kingdom" von Kira Jane Buxton

    Hollow Kingdom
    Booknaerrischvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Komplett anders, das wird wohl nicht jedermanns Geschmack treffen. Für mich absolut genial
    derb, blutig, voller "Messages" und wird vermutlich polarisieren. Ein echtes Highlight!

    Ich weiß, die Beschreibung „Pets meets The walking dead“ wird nicht auf alle von euch eine nahezu magische Anziehungskraft aufweisen, ich persönlich war hin und weg und habe mir unheimlich viel von dieser Idee versprochen.

    Wir beginnen damit S.T. kennenzulernen, eine handzahme Krähe, die zusammen mit dem Bluthund Dennis bei dem MoFo Big Jim lebt. „MoFo“ ist Big Jims Bezeichnung für seinesgleichen, eine Abkürzung eines doch recht uncharmanten englischen Schimpfwortes. Na, da kommt ihr doch bestimmt drauf ;) Doch aus heiterem Himmel – und das im wahrsten Sinne des Wortes – verliert Jim einen Augapfel und ist ab da nicht mehr der selbe. Und obwohl wir eigentlich die Geschichte über den Untergang der Menschheit geliefert bekommen sollten, begleiten wir natürlich hauptsächlich S.T. auf seiner abenteuerlichen Reise herauszufinden, was verdammt nochmal da vor sich geht. Warum ich fluche? Ja, das erkläre ich euch später noch genauer…

    Vorab muss ich sagen, dass mir Stil und Ideenreichtum der Autorin wirklich richtig gut gefallen haben. Die Spannung setzt auf der ersten Seite gleich ein und verlässt den Leser eigentlich nie – zu oft kämpfen T.S. und Dennis ums blanke Überleben und begegnen dabei… Naja, belassen wir es mal bei „Kuriositäten“. Zwischenzeitlich erleben wir auch Gedanken über die aktuelle Lage aus anderen Sichten, zum Beispiel dürfen wir nun endlich, endlich erfahren, was Katzen WIRKLICH über uns denken (ich sage nur so viel: ich hab´s gewusst!) und dass Eichhörnchen eigentlich nichts anderes tun, als zu kopulieren.
    Diese Zwischenkapitel sind sehr unterhaltsam, superkreativ und machen unheimlich viel Spaß!
    Zeitgleich muss man jedoch dazu sagen, dass der Stil vermutlich nicht allen gefallen wird. S.T. ist schnoddrig und hat eine doch recht bildhafte Ausdrucksweise. An sich wäre das nicht schlimm, aber nutzt dafür oftmals eine etwas vulgärere Ausdrucksweise mit so manchem Kraftausdruck. Keine Ahnung, wie oft ich das landläufig gebräuchliche Wort für „Anus“ gelesen habe. Dazu kommen Tiere, die sich die Genitalien säubern, usw. An sich auch nicht schlimm, nur wurde das eben nicht ganz so harmlos umschrieben, wie ich es gerade getan habe ;)
    Versteht mich nicht falsch, ich fand´s super, I like a lot!!!
    Das Problem ist, dass die Geschichte auf der anderen Seite so viele schöne Messages rüberbringt . Es geht um Freundschaft, Zusammenhalt und Vertrauen in einer gefährlichen und todbringenden Welt – und zeitgleich ist sie sozialkritisch und nimmt die Menschheit im allgemeinen ziemlich streng unter die Lupe. Man kann sich vorstellen, dass das oftmals nicht sehr schmeichelhaft ist, oder? Ich habe oft gedacht, dass das Buch eine super Lektüre für Kinder/Jugendliche wäre. Auf der anderen Seite ist da aber eben die Ausdrucksweise, somit sind Kinder eigentlich erstmal raus.
    Auf jeden Fall könnte ich mir vorstellen, dass die Meinungen auseinanderdriften werden. Ich find´s dennoch genial :D

    Obwohl ich manchmal gedacht habe, dass die Fantasie der Autorin stellenweise ein bisschen über das Ziel hinausschießt, finde ich S.T. und die anderen Charaktere, Wendungen und Ideen absolut scharf!
    Ich habe stellenweise richtig lauthals gelacht, aber auch so geheult, dass mein Mann schon ganz nervös wurde. Für mich ist „Hollow Kingdom“ definitiv phänomenale Unterhaltung und ein deutliches Highlight!

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    Cover des Buches Cursed - Die Auserwählte (ISBN: 9783596704873)

    Bewertung zu "Cursed - Die Auserwählte" von Thomas Wheeler

    Cursed - Die Auserwählte
    Booknaerrischvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Dunkel, bedrohlich, schmutzig - und nie weiß man so wirklich, wer tatsächlich Freund und wer Feind ist.
    Sehr blutig und spannend, spannend, spannend!

    Nimues Clan wird, wie der vieler anderer Feys, von den Roten Paladinen nahezu komplett ausgelöscht. Der letzte Wunsch ihrer sterbenden Mutter: das Schwert der Macht, das sie jahrelang versteckt hat, zu Merlin zu bringen. Nimue macht sich auf den Weg. Nichts ahnend, dass das Schwert und ihre Reise vielleicht anderes mit ihr vorhaben könnten.

    Die Bezeichnung als Neuerzählung der Artus-Sage hat mich sofort neugierig gemacht.
    Die Geschichte selbst ist jetzt zwar deutlich weg vom Ursprung, jedoch jetzt auch nicht wirklich etwas komplett Neues: Naturvölker die als abnorm betrachtet, vom Klerus verfolgt und getötet werden, der ewige Machtkampf zwischen Krone und Kirche und dazwischen ein paar Protagonisten, die wir auf ihrem abenteuerlichen Weg begleiten. Hier fangen jedoch gleichzeitig auch große Unterschiede an.
    Wir begegnen zwar bekannten Namen, diese haben mit den ursprünglichen Darstellungen jedoch, zumindest zu Beginn, nicht viel gemein. Arthur ist "nur" ein menschlicher Söldner, der in der Geschichte mitspielt. Ein charmanter zwar, der definitiv eine Rolle spielt, aber eben nicht die erwartete.
    Merlin ist ein etwas abgehalfteter Trunkenbold, der seine Magie verloren hat. Aber mein trauriges Highlight ist wohl Lancelot, aber das müsst ihr jetzt wirklich selbst lesen ;)
    Nimue selbst ist mir persönlich ein bisschen zu hitzeblitzig und impulsiv/unbedacht, aber abgesehen davon haben mir die Charaktere sehr gut gefallen. Dieser Punkt führt mich auch direkt zum nächsten Aspekt.

    Von der ersten bis zur letzten Seite ist UNHEIMLICH viel los. Wir begleiten abwechselnd die unterschiedlichsten Personen, stellenweise geht es sogar schon nach jedem Absatz um eine andere. Ich habe einfach irgendwann aufgehört zu zählen :D
    Und dann wäre da noch die Storyline selbst. Wir stolpern von Intrige zu Blutvergießen und neuer Wendung, der Leser bekommt kaum Verschnaufpausen!
    Spannend, spannend, spannend!

    Was man jedoch wissen sollte -nicht, dass es mich stören würde, ganz im Gegenteil, für mich klappt es so perfekt!-, ist, dass sehr, sehr viel Blut vergossen wird. Blut, Verstümmelung, Intrigen, Mord und noch mehr Blut, lassen eine unheimlich gelungene und für mich passende Atmosphäre entstehen. Dunkel, bedrohlich, schmutzig - und nie weiß man so wirklich, wer tatsächlich Freund und wer Feind ist.
    Ok, manche Dinge waren ein bisschen abzusehen und aber letztendlich haben sie einfach nur so Sinn gemacht. Ich für meinen Teil habe die Geschichte, wie auch die genialen Illustrationen sehr genossen und warte nun sehnsüchtig auf die Serie. Hoffentlich müssen wir nicht zu lange warten, die Neugier ist jedenfalls geschürt - und natürlich würde ich mich auch über eine Fortsetzung freuen!

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    Cover des Buches Herzmalerei: Liebesroman (ISBN: 9783990185063)

    Bewertung zu "Herzmalerei: Liebesroman" von Syma Schneider

    Herzmalerei: Liebesroman
    Booknaerrischvor 3 Monaten
    Besticht durch Andersartigkeit und Stoff zum Nachdenken

    Zenia lebt im 22. Jahrhundert. Ihr Leben unterscheidet sich immens von dem, was wir kennen. Doch andererseits will sie genau dasselbe, wonach es viele Menschen heute schon dürstet: diese eine große Liebe, die das Leben verändert. Aber wer nun glaubt, es handle sich hierbei um eine Liebesgeschichte, dem kann ich nur sagen: mitnichten! Denn ohne dass sie es will, gerät sie in einen perfiden Plan, der den Leser auf Trab hält.

    Die meisten von euch wissen, dass ich nicht wirklich ein großer Fan des Liebesgenres bin – ist einfach nicht mein Thema. Doch „Herzmalerei“ ist eindeutig keine reine Liebesgeschichte, sie vereint Emotionales mit Thrillerelementen und ein bisschen Science Fiction. Letzteres jedoch ohne zu sehr ins Futuristische abzudriften, was manchen bestimmt entgegenkommt  Die Ideen die dieser kreierten Welt zugrunde liegen, finde ich gelungen. Alles ist vernetzt, ein sogenannter „BRO“ -ein virtueller Assistent- erleichtert uns unser Leben und Essen kommt schwuppdiwupp aus dem 3D-Drucker.Gleichzeitig werden wir zum Beispiel mit Zenias Arbeitgeber konfrontiert, der sogenannte „System-Babys“ herstellt. Babys die perfekt und somit krankheitsunanfälliger sind und von den „Eltern“ bestellt werden können. Hier beginnt natürlich die erste Grübelei, diese Ansätze lassen vermutlich viele von uns nachdenklich zurück, wie das ethische Fragen -zum Glück- zumal meist machen. Dazu kommt mit der Thematisierung von Rückführungen eine esoterische Komponente, man sollte als Leser auch bereit sein, sich mit Dingen wie der „Seele“ oder der „Wiedergeburt“ zu befassen. Auch hier findet sich natürlich viel „Denkstoff“.

    Auch die Darstellung der Charaktere hat mir sehr gut gefallen, Zenia ist menschlich einfach toll, und auch ihre beste Freundin Amrex hat beim Lesen viel Spaß gemacht. Zusätzlich dazu werden wir jedoch auch noch mit LeBron und Nael konfrontiert – das war für mich dann schon ein bisschen schwieriger. Für meinen Geschmack war ersterer einfach ein bisschen ZU überzeichnet, ein bisschen weniger stereotyp hätte ihm gut getan, und bei Nael, tja… Nael wird als ein etwas „simpleres“ Gemüt dargestellt, etwas prollig und derber. Theoretisch war das für mich kein Problem und es hat sich zum Glück auch im Laufe der Geschichte etwas relativiert, aber manchmal ist er mir mit seiner Umgangssprache und seinem ständigen „Jo“ schon ein bisschen auf die Nerven gegangen. Auch bei ihm hätte ich persönlich etwas weniger angenehmer gefunden. Ab und zu wirkt er einfach zu dümmlich, der arme Kerl!

    Was die Storyline selbst betrifft, konnten mich die Ideen der Autoren wirklich begeistern, es gab viele Abzweige, Wendungen und Zusatzverläufe, jedoch waren die Hinweise die gegeben wurden manchmal ein bisschen zu viel. Ich wusste leider eigentlich immer, was als nächstes passieren wird. Vielleicht bei der Fortsetzung – und ich hoffe doch SEHR, dass es eine geben wird – etwas geheimnisvoller bleiben, das hätte ich, gerade in den Spannungselementen, besser gefunden.

    Alles in allem hat mir „Herzmalerei“ richtig gut gefallen. Wer mal wieder etwas lesen möchte, weg vom Einheitsbrei, wird mit diesem Schätzchen aus Syma Schneiders Feder gut fahren. Ich hatte beim Lesen jedenfalls viel Spaß und wurde gut unterhalten, gerne mehr davon!

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