Bouggo

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Rezensionen und Bewertungen

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    Cover des Buches Der Masanao Adler (ISBN: 9783903161764)

    Bewertung zu "Der Masanao Adler" von Dieter R. Fuchs

    Der Masanao Adler
    Bouggovor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Spannende Geschichte, aber …
    Spannende Geschichte, aber mühsamer Schreibstil

    Die Thematik ist spannend, keine Frage; auch die Örtlichkeiten und weltweite Verknüpfungen des Geschehens sind interessant gestaltet. Auf den Inhalt will ich nicht näher eingehen. Der findet sich im Klappentext und anderen Rezensionen.

    Doch der Schreibstil verdirbt über weite Strecken den Lesegenuss. Was ist passiert, wo doch „Der Tanz der Häsin“ weder Längen noch Blutleere aufweisen. Dieter Fuchs kann es eigentlich, das hat er bei dem Vorgänger-Roman bewiesen.

    Hier jedoch konnte er sich von seiner Eigenschaft als Wissenschaftler offenbar nicht lösen. Es reihen sich Bandwurmsätze an Bandwurmsätze, die Ludwig Reiners als „Klemmkonstruktionen“ verschmähte. „Anekdoten über die dort gegenüber den Besuchern recht aufdringlichen Japan-Makaken nahm Marco lachend zum Anlass, wieder auf ihr Projekt zu kommen…“

    Viele Begebenheiten sind im Stil langweiliger Sitzungsprotokolle beschrieben in einer sehr geschraubten, bürokratischen Sprache.

    Das wirkt sich sowohl auf die Personen als auch auf die Handlung aus. Die Charaktere bleiben papieren, die Begebenheiten fad.

    Einzig die Japanerin Tomomi ist nachvollziehbar lebendig beschrieben, doch vermisst man ihre Lebendigkeit im weiteren Verlauf. Die meisten Charaktere bleiben blass.

    Zu dem hölzernen Stil trägt zusätzlich bei, dass sich ellenlange Monologe aneinanderreihen, und zwar während die Figuren miteinander sprechen oder in Diskussionen. Seltsam, dass nicht Gegenrede auf Rede erfolgt, keine Unterbrechung durch Zwischenfragen, nichts. Ein Wissenschaftler hält einen Vortrag, der nächste dann seinen. Tödlich.

    Der Blickwinkel wechselt zwischen den einzelnen Protagonisten, dadurch ist die Aufmerksamkeit bei mir als Leser gestreut. Besser hätte ich gefunden, die Gesichte aus einem individuelleren Blickwinkel zu schildern, auch mit den Gefühlen, die derjenige dann hat, Gedanken, die er sich vielleicht macht, aber nicht äußert.

    Stattdessen immer wieder sinngemäß: „Das Team war sich einig …“ „Alle freuten sich auf …“

    Überhaupt viel zu viel Frieden, Freude, Eierkuchen. Alle verstehen sich ja ach so gut, alles ist super harmonisch. Dadurch wird Spannung verschenkt. Klar hat der Leiter Marco Renke sich sein Team so zusammengestellt, dass alle zueinander passen sollen. Doch diese ausschließlich friedlichen Umgangsformen sind einfach langweilig. Wo bleibt der Ehrgeiz, der Wissenschaftler oft treibt, wo der Wettkampf, den Mitstreiter auszubooten?

    Selbst dass der „Feind“ plötzlich zum „Freund“ wird, das geht zu glatt, zu widerspruchslos und ist eigentlich nicht glaubhaft.

    Und dann der „gemütliche Teil“. Immer wieder trifft man sich gesellig in irgendeinem Restaurant, trinkt dieses und jenes passend zu diesem und jenem exotischen Gericht. Das nimmt unglaublich an Spannung.

    Hätte Fuchs das weggelassen, wäre allein schon dadurch mehr Schwung in die Erzählung gekommen. So aber streckt sie sich von Länge zu Länge und zum Ende hin war ich eigentlich froh, es endlich geschafft zu haben. Ich rechnete mit einer kurzen, knackigen, überraschenden Auflösung.

    Doch was musste ich feststellen: Es werden noch zwei Bände folgen – es handelt sich um eine Trilogie! Nirgends ist davon vorher die Rede, weder im Titel („Band I der Trilogie“) noch im Klappentext.

    Ich werde mit gut überlegen, ob ich mir den zweiten Band zumuten soll. Das werde ich erst nach einem „Blick ins Buch“ entscheiden. Denn die beschriebenen Stilmängel treten schon auf den ersten Seiten auf.

    Mit zu dem zähen Lesen haben, rein formal, beigetragen, dass die Schrift sehr klein ist und die Absätze nicht eingerückt sind.

    Zudem verwirren die viel fremdländischen Namen und Bezeichnungen, vor allem aus Japan. Hier wäre ein kleines Glossar hilfreich gewesen.

    Ich merke selbst, dass sich meine Rezension mehr nach einem Verriss anhört als an einer Vierpunktebewertung. Diese vergebe ich trotzdem, weil die Grundidee originell und sehr speziell ist und immer wieder zu fast kriminalistischen Gedankenknobeleien angeregt. Und vielleicht gibt es ja auch Leser, die das Buch gerne als Sammlung nüchterner Meeting-Protokolle akzeptieren können.

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    Cover des Buches Kafka - Die Jahre der Entscheidungen. von Stach, Reiner (2003) Gebundene Ausgabe (ISBN: B00HLQ5MJ0)

    Bewertung zu "Kafka - Die Jahre der Entscheidungen. von Stach, Reiner (2003) Gebundene Ausgabe" von

    Kafka - Die Jahre der Entscheidungen. von Stach, Reiner (2003) Gebundene Ausgabe
    Bouggovor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Kafka - harte Kost. Stach - härtere Kost. Aber lesenswert.
    Fülle an Informationen

    Uff geschafft! Ich habe wieder fast ein Jahr für dieses Buch gebraucht, genau wie „Die frühen Jahre“. Dass ich durch war, ist jetzt auch schon wieder zwei Monate her. Doch ich denke, gerade dieser Abstand ist gut für eine Rückbesinnung.

    Was also ist geblieben von Stachs Biografie? Das erste Gefühl: Der Kopf schwirrt wie einen Mückenschwarm. Stach übergießt mich als Leser mit Informationen, wie auch im vorhergehenden Band. Einzelheiten lassen sich nicht merken. Es bleibt die Einschätzung: Kafka war schon ein eigenartiger Mensch. Er stellte sich gerne als zerbrechlich dar, war aber ein guter Schwimmer und ein Mensch der äußerst gesundheitsbewusst lebte. Er stellte sein Licht ständig unter den Scheffel, hielt jedoch beharrlich an seinen Vorstellungen vom Schreiben fest und ließ sich auf keine Strömungen ein, auch wenn sie ihm den Erfolg erleichtert hätten. Zum Glück, kann man nur sagen.

    Einen großen Teil des Buches nimmt die Beziehung zu Felice Bauer ein, und der wiederum wird gespeist durch Kafkas Briefe an sie. Ihre Antworten allerdings hatte er vernichtet. In dieser Verbindung spiegelt sich die ganze Zwiespältigkeit und Kompliziertheit Kafkas, und gleichzeitig stellt sich mir die Frage, wie konnte eine Frau so mit sich umspringen lassen. Doch das ist aus heutiger Sicht vielleicht leicht gesagt.

    Viel mehr will ich gar nicht von mir geben. Mit dieser Rezension werde ich dem Werk Stachs in keiner Weise gerecht. Darin steckt unendlich viel Mühe – und dazu hat er es noch geschafft, die Atmosphäre aufleben zu lassen, in der sich alles zugetragen hat. Oder zugetragen haben könnte. Dafür gebührt Stach große Dankbarkeit.

    Weniger Dankbarkeit gibt es für die Langatmigkeit. Über weite Strecken schweift der Autor zu sehr aus, seine Betrachtungen ufern aus ins Spekulative oder auch ins Nebensächliche. Das trug sicherlich deutlich mit zu der langen Lesedauer bei.

    Trotzdem hat Stach mir Kafka ein Stück weit erklärt. Als Mensch näher gebracht hat er ihn mir nicht. Doch wurde mir verständlich, wieso Kafka derart unnahbar war. Zumindest für die meisten Menschen in seiner Umgebung.

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    Cover des Buches Wunderbare Möglichkeiten (ISBN: 9783944788401)

    Bewertung zu "Wunderbare Möglichkeiten" von Manfred Mai

    Wunderbare Möglichkeiten
    Bouggovor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Die Welt des hochbegabten, elfjährigen Max eingängig beschrieben - nur bleibt Max seltsam blass.
    Hochbegabt und blass

    Rezension Nummer 47 - muss die wirklich sein? Alles, was gesagt werden kann, ist doch schon gesagt. Ich will wenigstens begründen, warum es bei mir "nur" vier Punkte gibt. 

    Max ist ein ungewöhnlicher, hochbegabter Junge, das wird beim Lesen auf den ersten Seiten klar. Mit seiner Art eckt er überall an - bei Eltern (besonders beim Vater), Lehrern und auch Mitschülern. Doch er hat auch Verbündete - seine Schwester, und zwei Freunde, einen Fußballenthusiasten und einen behinderten Jungen. Gerade dieser regt Max zu Betrachtungen über menschliche Beziehungen, Gesellschaft und Empfinden von Freude an. 

    Das alles liest sich gut, eine schöne Geschichte. Noch dazu der Beginn einer Romanze - hier ist für mich schön beschrieben, wie bei Elfjährigen sich diese Gefühle zu regen beginnen. Ebenfalls beeindruckend und nachvollziehbar wie Max es schafft, mit klugen Argumenten selbst einem Raubein wie "Ketchup" gegenüber eine Prügelei zu vermeiden. 

    Der Haken für mich, ganz subjektiv: Max bleibt blass. Er wird für mich nicht zu einem Jungen aus Fleisch und Blut, er bleibt eine Kunstfigur. Die "wunderbaren Möglichkeiten", die in jedem Menschen stecken - und das ist eine starke Annahme - sind paradoxerweise im Protagonisten nicht lebendig geworden.

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    Cover des Buches Drake Ramsey: Das Gold der Inka (ISBN: 9783958351189)

    Bewertung zu "Drake Ramsey: Das Gold der Inka" von Russell Blake

    Drake Ramsey: Das Gold der Inka
    Bouggovor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Gott sei Dank, das Geheimnis um Paititi ist gelüftet...
    Kurzweilig

    Warum lese ich einen Abenteuerroman? Ich will unterhalten werden und gespannt sein, wie es weitergeht. Im Hinterkopf immer den Gedanken: Wird schon ein Happy End geben, aber wie wird dieses genau aussehen?

    Genau diese Kriterien erfüllt die Story. Nicht mehr und nicht weniger. Ich will ja kein philosophisches Werk. Ein paar gesellschaftskritische Statements sind trotzdem gratis dabei. Und die stimmen natürlich mit den eigenen überein, sonst wäre ich nicht Leser dieses Genres und Ramsey nicht der Schreiber solcher Geschichten. Der Stil ist flüssig, die Dialoge mit ihrem amerikanischen Unterstatement und den obercoolen Wortgeplänkeln sind witzig und originell.

    Finde, Hofmann hat es geschafft nicht nur den Text, sondern auch die Stimmungen perfekt zu übersetzen.

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    Cover des Buches Viva Polonia (ISBN: 9783596180455)

    Bewertung zu "Viva Polonia" von Steffen Möller

    Viva Polonia
    Bouggovor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Schon vor einer ganzen Weile zu Ende gelesen. Bringt mir näher, wie die Polen ticken, glorifiziert sie aber mehr oder weniger.
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    Cover des Buches Ich bin dann mal weg (ISBN: 9783492259736)

    Bewertung zu "Ich bin dann mal weg" von Hape Kerkeling

    Ich bin dann mal weg
    Bouggovor 4 Jahren
    Cover des Buches Mein Jahr als Mörder (ISBN: 9783499239328)

    Bewertung zu "Mein Jahr als Mörder" von Friedrich Christian Delius

    Mein Jahr als Mörder
    Bouggovor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Neuere Geschichte als spannende Geschichte
    Extrem gut gelungene Verknüpfung geschichtlicher Ereignissen mit flüssigem, spannendem Erzählstil.

    Packt Dich nicht auch manchmal die Wut, wenn Du von Schweinereien erfährst, die Menschen Menschen antun? Hast Du nicht auch schon einmal davon geträumt, einen, wenigstens einen dieser Übeltäter zu beseitigen?
    Dann liegst Du mit Delius auf einer Wellenlänge. Dann packt auch Dich die Mordlust am "Richter" des "Volksgerichtshofs" (Anführungsstriche, weil das Verbrecher in einer Verbrecherorganisation waren), der Georg Groscurth zum Tode verurteilte. Du willst auch gleich den Henker und seine Gehilfen mit ins Jenseits befördern und die Sachbearbeiter des Berliner Senats, die seiner Frau ein paar Jahre später die Witwen- und seinen Kindern die Waisenrente streichen, gleich mit.
    Die Lektüre des Buches bringt Dich dem Widerstandskämpfer und seinem Kreis, der "Europäischen Union, EU" (welche Weitsicht!) näher und den Verhältnissen der hysterischen Nachkriegszeit mit ihrem vorherrschenden Antikommunismus, oft getragen und geschürt von Leuten, einschließlich Juristen, die mit den Nazis ihr Süppchen gekocht hatten.
    Du liest das Buch wie einen spannenden Krimi - gehst immer wieder ins Internet und stellst fest: Alles ist wahr.
    Alles vielleicht nicht. So sei dahingestellt, ob der Ich-Erzähler wirklich den Ex-"Richter" Hans-Joachim Rehse observiert hat zum Zwecke des geplanten Attentats und ob seine Freundin auf einer Mexiko-Reise wirklich umkam. Diese Details könnten zusätzliche Pfefferkörner sein in diesem literarischen Gericht (durchaus doppeldeutig gemeint). Sie tragen jedenfalls dazu bei, dass diese Kost während der Einverleibung den Appetit noch steigert. Man kann (ich konnte) das Buch nicht weglegen. Doch es sind schwere Brocken eingearbeitet.

    Am Schluss mordet man nicht - aber man könnte sich übergeben.

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    Cover des Buches Kafka (ISBN: 9783100751300)

    Bewertung zu "Kafka" von Reiner Stach

    Kafka
    Bouggovor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Sehr informativ und sehr lebendig.
    Kafkas Leben wird lebendig.

    Ich habe den ersten Band der Kafka-Biografie gelesen und dafür ein gutes Jahr gebraucht. Weil man ein solches Werk nicht einfach so runterlesen kann, ich zumindest nicht. Immer wieder habe ich auf diese kleine Prag-Karte im Buch geschaut, versucht die beschriebenen Straßen und Plätze zu entdecken und habe sie mir zum Teil markiert. Außerdem musste ich immer wieder interessante Details "nachwikipetern".

    Seit einem halben Jahr sitze ich nun am 2. Teil, "Jahre der Entscheidung" und habe immerhin 65 Seiten geschafft. Das liegt aber, wie auch im ersten Teil, ein dem Vielen, was täglich dazwischenkommt. Immer wieder frage ich mich, was ist mir eigentlich vom ersten Band (Die frühen Jahre) noch in Erinnerung?
    Da sind familiäre Angelegenheiten, der verständnislose Vater, zwei Totgeburten nach Franz, die drei Schwestern, Schul- und Studienszenen, ein paar Reisen, ein paar Freundschaften, besonders zu Max Brodt. Die Sorgen um die eigene Gesundheit und daraus resultierende, häufige Kuren, die übertriebenen Ängste, die oft jeder Grundlage entbehrten. So war er ein guter Schwimmer, also sportlich, was seiner selbst empfundenen Kränkelei widerspricht. Und der war ein guter Schüler, der seine Kenntnisse vor sich selbst als Hochstapelei hinstellte.

    Der Vater war sicherlich ein rauher Geselle, aber er hat seinen Sohn nie geschlagen, sicher ungewöhnlich für diese Zeit.

     Das Meiste verschwimmt schon wieder im Dunkeln. Als Eindruck ist haften geblieben: Franz war schon ein eigenwilliges Kind, das in seiner Familie nicht leicht hatte. Beeindruckt hat mich der schon sehr früh aufgetauchte Wille zur Schreiberei - obwohl er auf keine Unterstützung oder Anleitung zurückgreifen konnte.

    Die Art, wie Reiner Stach die Biografie erstellt hat, die ist wirklich großartig. Keine nüchterne Abhandlung anhand vorhandener Sekundärliteratur, sondern das Nahebringen der Stimmung, in der Franz aufwuchs. Bis hin zum Wetter, zu den Gerüchen. Man hat manchmal den Eindruck, man spaziert neben Kafka her durch die Gassen des alten Prag.


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    Cover des Buches Quintus Zickel (ISBN: 9783944788166)

    Bewertung zu "Quintus Zickel" von Claus Bisle

    Quintus Zickel
    Bouggovor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Ungewöhnlich und spannend. Nach der Lektüre schaut man sich immer wieder suchend um und hofft, vielleicht selbst Schwebewesen zu entdecken.
    Ungewöhnlich und spannend

    Zum Inhalt:


     In diesem Buch treffen sehr sympathische, aber auch geldgierige, gerissene und bedrohliche Charaktere aufeinander. Namensgeber ist dieser Quintus Zickel, ein Professor für Medizin, der sich aber längst eines abwegigen Themas angenommen hat – den Schwebewesen und nicht mehr als Arzt arbeitet. Alle halten ihn für einen Spinner, dabei erweisen sich seine Theorien zunehmend als wahr.


     Das hat der Unternehmer Hagemann längst erahnt, er wittert ein Riesengeschäft. Es passt überhaupt nicht in sein Konzept, dass seine Haushälterin in eine unklare Ohnmacht fällt, die möglicherweise im Zusammenhang mit diesen Schwebewesen steht. Er versucht, ihre Krankheit mit seinem Mitarbeiterstab selbst zu erforschen, wozu er sie von der Umwelt strikt isoliert.


    Im Zentrum des Romans stehen aber die Jugendlichen Julia und Simon, die sich zwar sympathisch sind, die aber selbst erst in den Verstrickungen, in die sie geraten, merken, dass sie ineinander verliebt sind.


     Nun ist blöderweise Simon Hagemanns Sohn, der allerdings keinen guten Draht zu ihm hat und zu seinem Gegenspieler wird. Denn auch Julia fällt in dieses seltsames Koma und der Vater versucht, sie aus der Klinik zu entführen und in seinem eigen Labor Versuche mit ihr anzustellen.


     Zu den Verwicklungen gehört, dass sich die Jugendlichen mit Zickel und dem Chemielehrer Hartmann, der ebenfalls Kenner der Schwebewesen ist, befreunden, sie zusammen herausbekommen wollen, was mit der Haushaltshilfe passiert; ferner, dass später Hagemann seine eigene Frau und sogar Simon entführt. Diese Vorgänge sind derart spannend beschrieben, dass man das Buch nicht aus der Hand legen mag, bevor man es zu Ende gelesen hat.


    Allerdings kommt es nicht zur Auflösung sämtlicher rätselhafter Ereignisse. Es sieht ganz danach aus, als müsse ein zweiter Band folgen – und auf den darf man mächtig gespannt sein.


    Meine Meinung:


    Ganz zentrales Thema sind diese Schwebewesen. Professor Zickel kann sie derart überzeugend erklären, dass die Theorie, die dahinter steckt, immer plausibler wird. Diese seltsamen Geschöpfe, selbst weder Pflanze noch Tier, umgeben uns ständig, leben mit Pflanzen, Tieren und uns selbst zusammen. Sie sind unter anderem für alle typischen Gerüche verantwortlich, das heißte ohne sie wäre alles geruchslos. Dass sie bisher noch nicht entdeckt wurden, liegt einfach daran, dass sie Licht fressen, im Prinzip deshalb unsichtbar sind. Zickels allerdings ist zu verdanken, dass er es geschafft hat, sie zu erkennen und zu erforschen.


     Diese Art von fantasievollem Spiel mit Naturgesetzten und Wissenschaft ist es, die für mich einen ganz besonderen Reiz hat. Dazu kommen die gut ausgearbeiteten Figuren, mit denen man sich gerne identifiziert bzw. die einen als Widersacher abstoßen.


    Fazit:


    Ein flüssig geschriebenes Buch, das mich als Leser sehr schnell in seinen Bann zog. Langweilig wird es an keiner Stelle, weil sich die Ereignisse überhäufen und immer wieder in eine andere Richtung abdriften als man erwartet hat.


    Die Charaktere sind nachvollziehbar beschrieben, die guten wie die bösen. Besonders schön ist daran, dass sich auch Beziehungen, z. B. zu einer Klassenkameradin oder der Zugehfrau des Professors, anders entwickeln als man es erwartet hätte.


     Ein spannendes Buch, auf dessen Folgeband ich schon sehr neugierig bin.

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    Cover des Buches Der alte Mann und das Meer (ISBN: 9783499267673)

    Bewertung zu "Der alte Mann und das Meer" von Ernest Hemingway

    Der alte Mann und das Meer
    Bouggovor 5 Jahren

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