Buchfreundin55

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Rezensionen und Bewertungen

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    Cover des Buches Im Wald (ISBN: 9783548289793)

    Bewertung zu "Im Wald" von Nele Neuhaus

    Im Wald
    Buchfreundin55vor 9 Tagen
    Kurzmeinung: Spannend
    Spannend und leise dahingleitend

    Das Buch spielt im Taunus. Seine Ermittler heißen Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein Kriminalkommissare vom K11 in Hofheim. Dieser achte Fall, der Originalplätze beschreibt, reicht weit in die Dorfgeschichte des Ortes hinein, bis in den Sommer 1972, wie sich erst später herausstellt.
    Eines Nachts geht in einem Wald bei Ruppertshain im Taunus ein alter Wohnwagen in Flammen auf. Die Ermittler finden eine verkohlte Leiche in den Trümmern. Zunächst ermitteln die Beamten wegen Brandstiftung, später dann wegen Mordes. Kurze Zeit später wird eine alte Frau in einem Hospiz ermordet. Bodenstein nimmt das emotional sehr mit, da er die Frau seit seiner Kindheit kannte. Während die Ermittler fieberhaft nach einem Zeugen sucht, der in der Nacht im Wald den Täter gesehen haben könnte, passiert ein weiterer Mord. Es dauert naturgemäß, bis die beiden Kommissare einen Zusammenhang zwischen den Morden und eine Serie erkennen. Die Dorfbewohner schweigen. Es scheint eine Art Fluch über dem Dorf zu liegen. Nach und nach entdeckt das Ermittlerduo einen Zusammenhang mit dem spurlosen Verschwinden von Bodensteins Kinderfreund Artur vor 40 Jahren.
    Die Autorin Nele Neuhaus, die im Taunus lebt, schafft eine besondere Nähe zu den Figuren, insbesondere zu dem Ermittlerduo. Die Figuren wirken menschlich und normal, es könnten unsere Nachbarn sein. Man erfährt nebenbei, wie Kirchhoff mit ihrem geschiedenen Mann klar und welche Schwierigkeiten Bodenstein mit seiner Familie hat. Es ist bemerkenswert, wie die Autorin die Spannung über beinahe 600 Seiten hält, ohne dass es langweilig wird und gedehnt wirkt. Vermutlich ist es der Kontrast zwischen der trügerischen Idylle des Dorflebens, freundlichen, scheinbar spießigen Nachbarn und den unheimlichen, unerklärlichen Morden, der einem packt. Bisher sind neun Taunuskrimis erschienen, darunter sind einige Titel erfolgreich fürs Fernsehen verfilmt worden. Ein leise dahingehender Krimi zum Schmökern, den ich gerne empfehle.

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    Cover des Buches Schäfchen im Trockenen (ISBN: 9783442719716)

    Bewertung zu "Schäfchen im Trockenen" von Anke Stelling

    Schäfchen im Trockenen
    Buchfreundin55vor 24 Tagen
    Kurzmeinung: Rigorose Wahrheit und große Wut
    Hipster, die sich in die Tasche lügen

    Resi, die Hauptakteurin, ist Schriftstellerin und lebt mit ihrer Familie in Berlin. Ihr Büro befindet sich in der kleinen, viel zu engen Wohnung; ein Zwei-Quadratmeter-Verschlag neben der Küche.
    Zusammen mit ihren Schulfreunden ist Resi einst mit einem Koffer voller Träume nach Berlin gezogen. Resi stammt aus einfachen Verhältnissen, ihre Freunde nicht – aber das spielt scheinbar lange Zeit gar keine Rolle. Geld, Kapital oder Immobilien, nein, das lehnen die selbst ernannten Linksliberalen zunächst ab. Resi glaubt diese Lebenslüge ihrer Clique.
    Aber Zeiten ändern sich: Mit den Jahren stellt sich eine Midlife-Crisis ein. Wie will man leben? Ja, jetzt zeigt sich die gesellschaftliche und soziale Herkunft. Resi hat nichts im Rücken, ihr ehemaliger Freund stammt hingegen aus reichem Elternhaus und ihre Freundin hat wohl nicht ganz zufällig einen wohlhabenden Arzt als Ehemann auserkoren.
    Den Prenzlauer Berg, einst heruntergekommenes, aber kreatives Viertel vor dem Mauerfall, haben mittlerweile gutverdienende Hipster entdeckt, die die Mieten in die Höhe treiben und für Menschen wie Resi unerreichbar machen.
     Von den linken Träumen und den politischen Ansprüchen bleibt nur eine Lebenslüge. Gerne nehmen sie das Erbe und das Geld ihrer Familien entgegen Resi beschreibt dieses wohlstandverwahrloste Milieu in einem Roman schonungslos, der Aufsehen erregt. Ihre Kumpel erkennen sich und fühlen sich bloßgestellt. Resi wird für diese schonungslose Darstellung bestraft. Als Nestbeschmutzerin kündigt ihr einstiger Kumpel ihrer sechsköpfigen Familie eingeschnappt den Untermietvertrag. Zum Schluss bleibt Resi konsequenterweise nur der Umzug an den Stadtrand, Prenzlauer Berg ist für nicht mehr finanzierbar. Ihre Freunde hingegen haben ihre Schäfchen längst ins Trockene gebracht. Sie leben in komfortablen Baugruppen-Eigenheimen ihr selbstverliebtes Hipsterleben im Szeneviertel selbstgefällig weiter und lügen sich in die Tasche mit ihrer ach so liberalen Gesinnung im gemachten Nest. Unbedingt lesen!

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    Cover des Buches Don Karlos von Friedrich Schiller (ISBN: 9783804419483)

    Bewertung zu "Don Karlos von Friedrich Schiller" von Rüdiger Bernhardt

    Don Karlos von Friedrich Schiller
    Buchfreundin55vor einem Monat
    Kurzmeinung: Gute Unterstützung beim Verstehen
    Zwischen Sturm und Drang und Klassik

    Das Drama Don Karlos von Friedrich Schiller spielt 1568 in Spanien. Hauptpersonen sind der 23jährige Prinz und Thronfolger Don Karlos, seine Stiefmutter Elisabeth (Karlos leibliche Mutter ist bei seiner Geburt gestorben).
    Bevor sein Vater Philipp II., der König, Elisabeth zu seiner Frau machte, war Don Karlos einmal selbst mit der „schönsten Frau auf dieser Welt“ verlobt. Eine Familientragödie wird sichtbar. Don Karlos kann seinem strengen Vater diese Ehe mit Elisabeth nicht verzeihen, denn er liebt Elisabeth noch immer - aussichtslos und gegen Sitte und Recht.
    Don Karlos gesteht seine Liebe, spiegelt mit seiner Impulsivität und seinen Gefühlen die Epoche des Sturm und Drangs wider.
     Elisabeth ruft ihn zur Vernunft und verlangt von ihm „Elisabeth / War Ihre erste Liebe. Ihre zweite / sein Spanien!“ Don Karlos unterwirft sich schließlich ihrer Forderung.

    Königin Elisabeth spiegelt die Epoche der Weimarer Klassik wider mit ihrer Rationalität. Die Königin stellt sich gegen die Prinzipien des Sturm und Drangs, indem sie der Liebe ganz abschwört. Sie stellt ihr Pflichtbewusstsein zur Schau. Sie muss von ihrer Liebe zu Don Karlos Abstand nehmen, da diese unter dem Namen und Vorstellungen des königlichen Hofes verboten ist.

    In Don Karlos geht es bis zum Schluss um eine unerfüllte Liebe, da diese aufgrund der gesellschaftlichen Normen des königlichen Hofes nicht vereinbart ist. Schiller gelingt es, das Schicksal des die Verflechtung des Einzelnen Karlos kehrt zurück von der Freiheitsidee, Egoismus bzw. individuellen Lebensglück zum Idealismus und ergibt sich seinem Schicksal. Die politische Thematik um Freiheit und einer veränderten Gesellschaft durchzieht sich von Anfang an durch das Werk.
     Dieses Buch ist eine gute Unterstützung bei der Analyse und Interpretation von Don Karlos. Es liefert wichtige historische Grundlagen und Interpretationsansätze.

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    Cover des Buches Gruppenbild mit Dame (ISBN: B004PL8UM0)

    Bewertung zu "Gruppenbild mit Dame" von

    Gruppenbild mit Dame
    Buchfreundin55vor einem Monat
    Kurzmeinung: Das beste Buch von Heinrich Böll
    Das soziale und politische Deutschland im 20. Jahrhundert verstehen

    Das Buch Gruppenbild mit Dame von dem deutschen Nobelpreisträger Heinrich Böll ist nach meiner Meinung sein bestes Buch, wenn auch nicht sein bekanntestes Buch. Erschienen ist es 1971. Hauptperson ist die junge Frau Leni Pfeiffer, geboren 1922.
    Sie lernt während des 2. Weltkrieges den sowjetischen Kriegsgefangenen Boris kennen und lieben. Sie bekommen einen Sohn, doch ihr Glück währt nicht lange. Boris gerät in ein Lager der Amerikaner und kommt darin um.
    Im Laufe des Buches übernimmt rasch ein Verfasser, der sich stets abgekürzt ironisch als „Verf.“ ins Gruppenbild einbringt, die Schilderungen des Lebens von Lena in Form von Zeugenerinnerungen und Recherchen. Und so entsteht nach und nach um die Gestalt der Leni Pfeiffer herum ein spannendes Panorama Deutschlands im 20. Jahrhundert über viele Jahrzehnte. Ein großer Roman über die deutsche Vorkriegs- und Nachkriegsgeschichte. Ein Klassiker, der jungen Menschen das gesellschaftliche und politische Leben in Deutschland zwischen 1920 und 1980 veranschaulicht.
    Inzwischen ist die mehr oder weniger mittelose Lena achtundvierzig Jahre alt und ihr geliebter Sohn sitzt im Gefängnis, weil er auf seine Weise ein an der Mutter begangenes Unrecht korrigieren wollte. Lena ist eine ungewöhnliche und sonderbare Frau. „Sie ist schweigsam und verschwiegen... Sie ist nicht verbittert und sie ist reuelos, sie sie bereut nicht einmal, dass sie den Tod ihres ersten Mannes nie betrauert hat; (...) sie weiß wahrscheinlich einfach nicht, was Reue ist. "
     Leni hat 32 Jahre gearbeitet, 5 Jahre als ungelernte Hilfskraft im Büro ihres Vaters, 27 Jahre als Gärtnereiarbeiterin. Ihr erhebliches Immobilien-Vermögen, ein großes Mietshaus, hat sie leichtfertig unter der riesigen Inflation aus den Händen gegeben. 1941 war Lena drei Tage lang mit einem Berufsunteroffizier der deutschen Wehrmacht verheiratet war. Daraus bezieht sie eine Kriegerwitwenrente, dazu hat sie Sozialrente beantragt. Leni geht es bescheiden, besonders seit ihr Sohn im Gefängnis sitzt. Warmherzig, berührend und zeitlos politisch.

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    Cover des Buches Kühn hat Ärger (ISBN: 9783492315494)

    Bewertung zu "Kühn hat Ärger" von Jan Weiler

    Kühn hat Ärger
    Buchfreundin55vor einem Monat
    Kurzmeinung: Großartiger Krimi und Gesellschaftskritik
    Großartig

    Kommissar Martin Kühn wohnt mit seiner Frau und den beiden Kindern in dem kleinen Kosmos Weberhöhe im S-Bahn Bereich von München. Er ist Beamter ohne große Aufstiegsaussichten, zahlt den Kredit für das Haus ab und am Monatsende reicht es einfach nie. Zusätzliche Sorgen um seinen pubertierenden Sohn, der im Einflussbereich von Rechtsradikalen steht und die Entfremdung zu seiner Frau belasten zusätzlich, es ist zum Überlaufen. Unklare Prostatabeschwerden quälen ihn außerdem. In seiner Krise lässt er sich von einem Coach sinnlose Tipps geben. Es gibt einfach immer weniger gute Tage
    Da trifft es sich, dass er, der einfache Polizist und Berufspendler in dem reichen Grünwald in der ungemein wohlhabenden Familie der van Hautens ermitteln muss. Ein junger Mann, Sohn libanesischer Einwanderer, ist ermordet worden. Der Gegensatz könnte größer nicht sein: Amir wohnt mit seiner Mutter, einer Kassiererin und seinem Bruder in einem Wohnsilo in Neuperlach. Er ist Schulschwänzer und Kleinkrimineller. Ein Zufall führt ihn in die feinen Kreise nach Grünwald. Scheinbar begegnet die Familie ihm voller Respekt und Zuneigung, doch was ist daran echt und welche Dynamik setzt die Begegnung in Gang? Kühn muss es herausfinden.
    Die wiederholten Begegnungen mit den der reichen Familie setzen Kühn mehr zu, als er sich zunächst eingestehen will. Er fragt sich, warum diese Leute reich und trotzdem sympathisch sind. Kühn genießt ihre noble Aufmerksamkeit und trifft auf eine scheinbar harmonische und glückliche Familie, die ihre Wohltätigkeit und Toleranz zelebriert.
     Unglaubliche gesellschaftliche Gegensätze treffen aufeinander. Wie kann man so reich sein? Natürlich, das geht nur durch Erben. Menschen, die nicht arbeiten, geben ihr riesiges Vermögen einfach immer weiter an die nächste Generation. Schon ab dem 1. Lebensjahr bekommen die Kinder in diesen Kreisen von ihren Eltern pro 80.000 Euro steuerfrei geschenkt. Damit sind bei ihrer Volljährigkeit bereits Millionäre. Während die Mitte der Gesellschaft, wie sie Kühn repräsentiert, große Steuerlasten auf ihren Schultern tragen müssen. Tiefsinnige Gesellschaftskritik im Gewand eines spannenden Krimis.

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    Cover des Buches Selleriesaft (ISBN: 9783833875373)

    Bewertung zu "Selleriesaft" von Burkhard Hickisch

    Selleriesaft
    Buchfreundin55vor einem Monat
    Kurzmeinung: Interessant
    Ein unterschätztes Gemüse: Staudensellerie

    In der Regel denkt bei Sellerie an Knollensellerie, aber bei diesem Buch „Selleriesaft“ geht es in erster Linie um die Staudensellerie, und insbesondere die Verarbeitung als Saft und Smoothie. In diesem Buch erfährt man alles rund um die Staudensellerie, auch Stangen- oder Bleichsellerie genannt.

    Sellerie ist reich an Kalzium, Eisen und den Vitaminen A, B, C und E. Die ätherischen Öle regen den Stoffwechsel an. Sellerie enthält als einziges Gemüse alle Vitamine aus der B-Gruppe. Das macht ihn zu einem wertvollen Mittel für den Stoffwechsel.

    Schon in Homers „Odyssee“ von Homer benutzte eine Nymphe die Sellerie als Grundlage für ihren Zaubertrank. Das Gemüse gilt bis heute als Potenzmittel und Aphrodisiakum. Bewiesen ist hingegen die Wirkung als basischer Entschlackungs- und Entgiftungssaft.

    Selleriesaft gilt als sehr gesund, schmeckt pur allerdings ziemlich intensiv. Er harmoniert mit Gurke, Apfel, Ananas und Orangen sowie Ingwer.
     Im Buch werden viele Kombinationsmöglichkeiten mit Gemüse und Früchten vorgestellt. Interessant finde ich auch die Informationen zu der Selleriesaftkur und das jährliche Fasten mit Selleriesaft. Außerdem gibt es das Reste-Rezept „Kräcker mit Sellerietrester“, um den übrig bleibenden Trester sinnvoll zu nutzen

    Dieses Rezept gefällt mir, weil es leicht herzustellen ist und gut schmeckt: 2 Stangen Staudensellerie, 2 Äpfel, ½ Gurke, daumengroßes Stück Ingwer. Die Stangensellerie waschen und in kleinere Stücke schneiden, um die langen Fasern zu durchtrennen. Auch die übrigen Zutaten waschen, in Stücke schneiden und in den Entsafter geben. Nach Belieben einen Schuss Zitronensaft dazugeben. Das habe ich einige Tage getrunken, aber so wie von dem Autor empfohlen, als tägliches Fitnessgetränk, dazu kann ich mich dann doch nicht durchringen. Es bleibt beim gelegentlichen Selleriesaft. Insgesamt finde ich das Buch recht nützlich.

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    Cover des Buches Altern wird heilbar (ISBN: 9783833871788)

    Bewertung zu "Altern wird heilbar" von Nina Ruge

    Altern wird heilbar
    Buchfreundin55vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Interessante Zusammenhänge differenziert und anspruchsvoll präsentiert.
    Zellreinigung, Energieerzeugung und Hungervortäuscher

    Tatsächlich stieß ich in dem Buch gleich beim ersten Durchblättern auf die Substanz Rapamycin, zu der es im August 2020 im Rahmen der Physikum-Prüfung (1. Staatsexamen Medizin) eine Frage gab, die viele Studenten nicht beantworten konnten. Bei Rapamycin handelt sich um einen Wirkstoff zur Immunsuppression, der bei Organtransplantationen zum Einsatz kommt. Im Kontext der Altersforschung steht diese Substanz wie weitere sogenannte Kalorienrestriktions-Mimetika („Hungervortäuscher“), die die Autophagie, also die Müllabfuhr in den Zellen stimulieren. Alles, was die Zelle nicht mehr gebrauchen kann sie selbst verdauen und die Bausteine wieder für Neues verwenden. Dieser Mechanismus sorgt dafür, dass die Zellen tagtäglich schädliche oder alte Bestandteile, wie schadhafte Mitochondrien, aussortieren und sich quasi verjüngen. Was den Prozess der Autophagie hemmt, sind größere Blutzuckerschwankungen am Tag und eine damit verbundene Insulinausschüttung. Dies lässt sich durch längere Essenspausen (Stichwort Intervallfasten) oder aber, wie hier in diesem Buch beschrieben, mit Medikamenten. So hat Metformin (Standardmedikament gegen Diabetes mellitus) nicht nur in den USA den Status einer Wunderdroge erlangt. Gesunde Menschen nehmen Metformin, um Übergewicht zu verhindern und Altersprozesse zu verlangsamen sowie möglichweise das Risiko für Dickdarm-, Prostata- und Brustkrebs senken zu können. Welche gefährlichen Nebenwirkungen bzw. Langzeiteffekte durch diese stark eingreifenden Substanzen bei gesunden Menschen auftreten könnten, lässt sich noch nicht sagen. Das Buch empfiehlt diese und viele weitere Substanzen nicht, sondern gibt einfach einen überaus aktuellen und spannenden Einblick in die Altersforschung. Fazit: Sehr aktuell, Interessante Zusammenhänge werden erklärt, differenziert und anspruchsvoll präsentiert. Gut recherchiert, sachkundig und spannend geschrieben, mit hilfreichen Abbildungen und Zeichnungen.
     Klar wird in dem Buch aber auch, dass viele Erkenntnisse auf Tierversuchen beruhen! Der Begriff „Tierversuche“ sollte in das Register aufgenommen, um transparent zu machen, wofür Tiere in den Laboren herhalten müssen.

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    Cover des Buches Ich bin Malala (ISBN: 9783426276297)

    Bewertung zu "Ich bin Malala" von Malala Yousafzai

    Ich bin Malala
    Buchfreundin55vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Pflichtlektüre
    Bewegend

    Die Autobiographie „Ich bin Malala“ ist ein äußerst bewegendes Buch für Jugendliche und Erwachsene. Malala ist die jüngste Nobelpreisträgerin und Friedensbotschaftlerin der UN: Malala Yousafzai wurde in der Weltöffentlichkeit bekannt, als 2012 von der pakistanischen Taliban ein Attentat auf sie verübt wurde.

    Malala wurde am 12. Juli 1997 im Swat-Tal in Pakistan geboren. Schon früh setzte sie sich für Bildung und Rechte für Kinder, besonders Mädchen ein. Gemeinsam mit ihrem Vater, einem Direktor einer Mädchenschule, machten sich die beiden für den Schulbesuch von Mädchen in Pakistan stark. Als sie elf Jahre alt war, berichtete sie auf der Website der BBC unter dem Pseudonym „Gul Makai“, was Kornblume bedeutet. In dem Blog-Tagebuch berichtet sie über den alltäglicher Terror, der von dem Regime ausgelöst wurde. Die Terror Organisation gewann seit 2004 im Swat-Tal Einfluss und unterdrückte die Bevölkerung. Mädchen wurde der Schulbesuch, das Hören von Musik, das Tanzen und das unverschleierte Betreten öffentlicher Räume verboten.

    Als ihr Pseudonym 2011 aufgedeckt wurde, erlangte sie schnell Berühmtheit auf der ganzen Welt. Doch ihr Protest und Aufruf gegen die Diskriminierung von Mädchen brachte sie in große Gefahr. Diese gipfelte schließlich in einem Attentat. Am 9. Oktober 2012 überfielen Taliban ihren Schulbus auf der Heimfahrt und schossen ihr in den Kopf und Hals. Wie durch ein Wunder überlebte sie. Der Plan der Taliban ging jedoch nach hinten los, denn es verhalf ihr zu mehr Berühmtheit und sie ist seither ein Symbol für Freiheit und Bildung für Frauen. Nach dem Attentat 2012 zog sie mit ihrer Familie nach Großbritannien um, wo sie weiterhin die Schule besuchte. Im Dezember 2012 wurde in Zusammenarbeit mit der UNESCO der Malala-Fonds gegründet, um weltweit das Recht von Kindern auf Bildung durchzusetzen. Die größte Auszeichnung bekam sie im Jahre 2014, als ihr gemeinsam mit Kailash Satyarthi der Friedensnobelpreis überreicht wurde. 

    Hier ein wichtiges Zitat von ihr: „Ich erhebe meine Stimme – nicht um zu schreien, sondern um für die zu sprechen, die keine Stimme haben.“

    „I tell my story, not because it is unique, but because it is not. It is the Story of many Girls.“
    Fazit: Unbedingt lesen! An junge Frauen verschenken!

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    Cover des Buches Was vom Tage übrig blieb (ISBN: 9783837142426)

    Bewertung zu "Was vom Tage übrig blieb" von Kazuo Ishiguro

    Was vom Tage übrig blieb
    Buchfreundin55vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Nobelpreis zu Recht!
    Großartig

    Der Butler Stevens dient seit Jahrzehnten auf dem herrschaftlichen Darlington Hall. Sein Leben hat er ganz in den Dienst des snobistischen Herrn Lord Darlington gestellt. Seine eigenen Bedürfnisse, Gefühle und Wünsche stellt der Butler komplett zurück. Seine Strenge zu sich und den Angestellten; seine kaum zu ertragende Loyalität zu seinem Herrn bis zum Schluss, obwohl er diese Loyalität nicht verdient, habe ich mit Herzklopfen und Traurigkeit gelesen. Dann bricht Stevens das erste Mal aus seiner gewohnten Welt aus, um die ehemalige Hausdame Miss Stenton in Cornwall zu besuchen und sie zu bitten, nach Darlington Hall zurückzukehren. Offiziell dient die Reise dazu, die exzellente Mitarbeiterin wieder zu gewinnen, da in diesen Jahren ein Mangel an guten Personal herrscht. Auf einer anderen Ebene lässt er auf dieser Reise sein Leben Revue passieren und viele Ereignisse betrachtet
    Gelegentlich wirkt der Butler Stevens wie ein Roboter, der keine Gefühle und Empathie kennt, sondern vorgefertigte kaltherzige Phrasen abspult. Schlüsselszenen sind das Abweisen seines eigenen Vaters, selbst kurz vor seinem Tod. Und die wiederholten emotionalen Verletzungen seiner Kollegin Miss Stenton, die insgeheim eine starke Zuneigung zu Stevens empfindet und immer wieder abgewiesen wird.
    Diese mehrtägige Reise in die Vergangenheit wird schließlich eine Reise zu sich selbst. Zu spät muss er sehen, dass er dem falschen Herren gedient hat, denn Lord Darlington hat ein trübes politisches Geheimnis.
    Stevens gehört zu einer untergehenden Epoche. Der neue, amerikanische Hausherr Mr. Farraday symbolisiert den unaufhaltsamen Wandel der Zeit, untergehender Werte. Er kann die Arbeit und Persönlichkeit seines Butlers nicht wertschätzen.
    Großartig, ruhig geschrieben, ein Meisterwerk! Für mich ein Buch, das lange nachwirkt.

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    Cover des Buches Der grüne Hedonist (ISBN: 9783492070317)

    Bewertung zu "Der grüne Hedonist" von Alexander von Schönburg

    Der grüne Hedonist
    Buchfreundin55vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Wenig Neues
    Höhen und Tiefen

    Grundsätzlich mag ich den unterhaltsamen und selbstironischen Stil des Autors Alexander von Schönburg. Es ist wohl vor allem für Leser gedacht, die sich niemals zuvor mit dem Thema Umweltfreundlicher Lebensstil beschäftigt haben.
    Themen sind Essen, Autofahren, Reisen, Klamotten, Elektronik, Wohnen, Müll & Plastik, Tierliebe, Sport, frische Luft. Dazu ein etwa über 30 Seiten zu stark ausgedehntes Glossar von Außenpolitik über Kreuzfahrten und Urlaubsziele bis hin zum Thema Zimmertemperatur.

    Viele Zusammenhänge und Empfehlungen erscheinen mir wie Eulen nach Athen tragen, also als Allgemeingut, etwa wenn der Autor schreibt:
     „Ich gebe mit Mühe, nur regionale Produkte zu kaufen.“

    „Wenn ich Verpacktes kaufe, dann greife ich gezielt zu Dingen, die im Glas verkauft werden.“

    „Die nächste – und schwerste – Regel: saisonal kaufen.“

     

    Sehr unterhaltsam und humorvoll geschildert ist beispielsweise sein Aufenthalt in einem Kurhotel im Salzkammergut, wo er im Kreis reicher Frauen aus England, Russland und Italien eine Fastenkur nach Buchinger bzw. F.X. Mayr absolviert. In diesem elitären Umfeld dreht sich alles um makellose Ernährung etwa mit Algen, Hanfmilch und Avocados, während die Armen sich mit billigen Fast Food vollstopfen dürfen. Nicht jeder kann sich ökologisch erzeugte Nahrung leisten.
    Einige Textpassagen erscheinen mir bewusst gestreckt, etwa die Familiengeschichte über Leo Baekeland, den Erfinder des Bakelit, den ersten wirklich synthetischen Kunststoff.

    Der Autor hat einfache wie praktische Lebensphilosophien zu Papier gebracht. Die da etwa lauten: „Die schlichte Tatsache ist: Nur wenn wir weniger kaufen, wird auch weniger produziert.“

    Zu dem Buch „Der grüne Hedonist. Wie man stilvoll den Planeten rettet“ (von 2020) muss ich abschließend sagen: Man kann dieses Buch lesen, muss es aber nicht.

     

     

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