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    Cover des Buches Sunshine Girl - Die Heimsuchung (ISBN: 9783845814032)

    Bewertung zu "Sunshine Girl - Die Heimsuchung" von Paige McKenzie

    Sunshine Girl - Die Heimsuchung
    Buchperlenblogvor 8 Tagen
    Kurzmeinung: Eine hübsche Geistergeschichte, manchmal etwas zu teenielastig.
    Kalt und nass

    Inhalt

    Alles beginnt mit dem Umzug. Raus aus dem sonnigen Austin, Texas, rein ins regnerische Ridgemont, Washington. Doch der sechzehnjährigen Sunshine ist die meiste Zeit im neuen Heim kälter, als es sein sollte. Außerdem hört sie kindliches Lachen im oberen Stockwerk, trampelnde Schritte und Schreie aus dem Badezimmer. Ganz im Gegensatz zu ihrer Mutter. Aber warum?

    Kalt und Nass

    Sunshine Girl ist eine Geistergeschichte. Doch hinter dem hübschen Cover, dass auf ganz eigene Weise weder gruselig noch ungruselig wirkt, verbirgt sich noch so manches Geheimnis. Aber zunächst beginnt es wie eine typische Haunted House Geschichte.

    Sunshine und ihre Mutter ziehen in ein düsteres altes Haus. Der Schimmelgeruch ist praktisch überall, und die Kälte, die scheinbar nur Sunshine spüren kann, ist durchdringend. Während ihre Mutter eher der wissenschaftliche Mensch ist und nicht an Spuk und Geisterwesen glaubt, ist Sunshine durchaus empfänglich für diese Schwingungen. Hat ihre Mutter jedoch zunächst die Anzeichen im Haus nur in Frage gestellt, so nimmt sie sie mit der Zeit nicht einmal mehr wahr, hört nichts, sieht nichts. Überhaupt stumpft sie förmlich ab, ist abwesend und gereizt. 

    Nun liegt es also an Sunshine herauszufinden, was der Auslöser für all das ist. Gemeinsam mit dem nerdigen Nolan aus ihrer Schule – ihrem einzigen neuen Freund in der neuen Heimat – kommt sie Stück für Stück an ein großes Geheimnis, und lernt ihre eigene Vergangenheit kennen. Denn dass sie Geister wahrnehmen kann, hat einen ganz besonderen Grund.

    Die Geschichte hat durchaus ihr Potenzial und entwickelt sich nach und nach von einer Haunted House Story zu etwas phantastischerem, dem vermutlich in weiteren Bänden mehr Platz eingeräumt werden könnte. Allerdings empfand ich den Weg manchmal als etwas holprig und auch der Showdown wurde für meinen Geschmack zu gewollt zurechtgelegt.

    Fazit

    Eine gute Geschichte, die noch besser hätte werden können. Manche Passagen waren mir persönlich zu langgezogen, manche Aussagen irrelevant für die weitere Geschichte. Aber die Idee fand ich interessant genug, um mir möglicherweise auch Band 2 zu gönnen.

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    Cover des Buches Dry (ISBN: 9783737356381)

    Bewertung zu "Dry" von Neal Shusterman

    Dry
    Buchperlenblogvor 8 Tagen
    Kurzmeinung: Manchmal zu oberflächlich gehalten, aber ein interessantes und erschreckendes Zukunftsszenario!
    Wasserzombies

    Inhalt

    Was wäre, wenn man den Wasserhahn aufdrehen und nichts passieren würde? Was wäre, wenn man so unvorstellbaren Durst hat, dass man über Grenzen geht? Ein Szenario, so erschreckend wie realistisch. Vielleicht nicht heute oder morgen. Aber vielleicht irgendwann.

    Wasserzombies

    Das Szenario, welches Neal und Jarrod Shustermann in dieser Dystopie entwerfen, ist erschreckend realistisch. In Zeiten, in denen der Klimawandel immer unbestreitbarer ist, stellt man sich früher oder später die Frage: Was passiert, wenn wir eines Tages kein Trinkwasser mehr zur Verfügung hätten?

    In Alyssas Welt ist Wasser schon lang eine knappe Ressource. Die Menschen sind angehalten, sparsam mit dem Wasser umzugehen, Rasensprengung oder Swimming Pools sind verboten. Und nun hat die Regierung Arizonas auch noch beschlossen, die Schleußen dichtzumachen und das übrige Wasser für sich zu behalten. Die Bevölkerung Kaliforniens ist angehalten, Ruhe zu bewahren, doch natürlich bleibt niemand ruhig. Nicht, wenn draußen sommerliche Höchsttemperaturen herrschen und drinnen kein Tropfen Wasser mehr zu bekommen ist. Schnell sind die Supermärke leergefegt und die Menschen zeigen ihr wahres Gesicht im Kampf um den letzten Liter Trinkwasser.

    Auch Alyssa und ihre Familie leiden unter dem Verlust des nassen Elements. Eine einzige Familie in der Nachbarschaft hat bereits vorgesorgt und sich einen Vorrat nötigster Lebensmittel angelegt – und wurde dafür bis zuletzt verlacht. Nun jedoch will jeder etwas von ihnen abhaben, man wäre ja schließlich schon jahrelang miteinander bekannt. Auch Alyssa hat Kelton, den Jungen der Nachbarsfamilie, lange als Nerd betrachtet und  vorallem missachtet, doch die äußeren Umstände bringen sie nun zusammen. Als Alyssas Eltern bei dem Versuch, Wasser zu holen, spurlos verschwinden, finden sich die beiden zusammen mit Alyssas jüngerem Bruder  Garrett und zwei fremden Teenagern auf der Straße wieder, auf der Flucht vor den Menschen und auf der Suche nach dem mittlerweile kostbarsten Gut der Welt: Wasser.

    Die Geschichte ist ziemlich rasant, an allen Ecken lauern neue Gefahren und ich fand es interessant, wie unterschiedlich die Gefahren waren, denen man auf einer so trocknen Welt begegnen kann.Auch die wechselnde Gruppendynamik zwischen den Jugendlichen ist einnehmend und jeder hat so seine Ecken und Kanten, die man zu schätzen lernt. Trotzdem merkt man dem Buch an der ein oder anderen Stelle deutlich an, dass es sich an jüngere Leser richtet. Gerade wenn Alyssa oder Kelton über den Verbleib ihrer Eltern nachdenken könnten, ja vielleicht sogar sollten, so werden diese Gedanken schnell beiseite geschoben. So hektisch manche Erlebnisse auch sein mögen, es gab ruhige Momente, in denen wohl kaum einer die Gedanken an das Schicksal der Angehörigen über so viele Tage in den Hintergrund rücken könnte. Auch das Ende war mir persönlich zu Happy-Endig und wäre mit einem anderen Ausgang durchaus realistischer gewesen. 

    Fazit

    Ein interessantes Szenario, welches mit Zukunftsängsten spielt, die nicht so abwegig sind, wie sie auf den ersten Blick erscheinen mögen. Aber Achtung, unbedingt genügend Wasser bereitsstellen beim Lesen!

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    Cover des Buches Schicksal (ISBN: 9783827011862)

    Bewertung zu "Schicksal" von Zeruya Shalev

    Schicksal
    Buchperlenblogvor 8 Tagen
    Kurzmeinung: Viel Liebe und Schmerz und manchmal zu viel Pathos - aber ein ganz besonderes Buch allemal!
    Viel Liebe und Schmerz

    Inhalt

    1945, als Rachel fünfzehn Jahre alt war, verließ sie ihr Elternhaus, schloss sich den Rebellen an, verschwand für Jahre im Untergrund. An ihrer Seite ihre große Liebe und erster Ehemann Meno, der sie ein Jahr später einfach sitzen ließ. Die Jahre vergehen, Rachel ist mittlerweile neunzig, als die Tochter Menos plötzlich in ihr Leben tritt. Die Antworten will, über ihren Vater, über das Schicksal der beiden – und über das, was nie ausgesprochen wurde.


    Von  Liebe und Schmerz in vielen Gestalten

    Keine Frage: Mit Schicksal von Zeruya Shalev halten wir einen außergewöhnlichen Roman in den Händen. Nicht nur lernen wir die miteinander verwobenen Leben der greisen Rachel und Atara kennen, die Tochter des ersten Mannes von Rachel. Nein, auch die Geschichte Israels breitet sich bruchstückhaft zwischen uns aus, besonders die der Widerstandsgruppierung namens Lechi, die heute weitestgehend in Vergessenheit geraten ist. Dieser Gruppierung gehörten auch Rachel und Menochem an, zwei junge Liebende, die sich doch in den verheerenden Zeiten nur selten zu Gesicht bekamen. EIn Jahr nach der Eheschließung verschwindet Meno einfach aus Rachels Leben. Jedoch nur physisch, denn in Gedanken scheint er sein Leben lang bei seiner ersten Frau zu verweilen.

    Atara, seine mittlerweile fünfzigjährirge Tochter, ist Architektin, und hat sich speziell der Denkmalpflege verschrieben. Während nun also Rachel in der Vergangenheit die Zukunft neu gestalten wollte, so will Atara Vergangenes für die Zukunft erhalten. Als Atara endlich Rachel findet, hat sie viele Fragen an die einstige Frau ihres Vaters. Sie wirft Rachel sogar vor, sein Leben und damit auch ihres ruiniert zu haben. Daneben hat Atara selbst mit der brüchigen Welt ihrer eigenen Familie zu kämpfen. Gemeinsam mit Alex, ihrem zweiten Mann, hat sie von einer strahlenden Zukunft geträumt, die Liebe gesucht und mit der Zeit immer mehr Zweifel, Missgunst und Streitereien gefunden. 

    Das Buch will viel, vergangene Liebe und vergangenes Leben mit den Schicksalen der heutigen Zeit in Israel verknüpfen. Atara ist hin und hergerissen zwischen dem, was war und dem was ist, kann nicht entscheiden, was das richtige ist und wählt – ganz dem Titel des Buches entsprechend – in einem einzigen Moment ihr künftiges Schicksal. Zwischen all dem allgegenwärtigen Schmerz finden sich allerdings auch lichte Momente voller Zärtlichkeit, Erinnerungen an die Liebe, die einst gelebt wurde. Trotzdem waren mir manche Stellen etwas zu pathetisch, manches zu dramatisch formuliert, zu viel des Guten in all dem Schlimmen, wenn man so will. Und so gut der Stil des Buches an sich auch ist, es ist sehr erzählend, wenig zeigend, der Schmerz und der Pathos des Geschehens ist zwar beinahe greifbar dicht aufs Papier gebracht, aber doch immer mit einer gewissen Distanz, die mir das Buch nicht so nahe brachte, wie ich erhofft habe.

    Fazit

    Dass Zeruya Shalev eine der bedeutendsten Erzählstimmen unserer Zeit und besonders Israels ist, das beweist sie in diesem Buch. Wer sich von dem gelegentlich überbordenden Pathos nicht abschrecken lässt, der findet hier ein Buch voller Liebe und Schmerz, welches Vergangenheit und Gegenwart eindrucksvoll miteinander verknüpft.

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    Cover des Buches Aufzeichnungen aus dem Irrenhaus (ISBN: 9783835319677)

    Bewertung zu "Aufzeichnungen aus dem Irrenhaus" von Christine Lavant

    Aufzeichnungen aus dem Irrenhaus
    Buchperlenblogvor 20 Tagen
    Cover des Buches Das Rätsel von London (ISBN: 9783837155563)

    Bewertung zu "Das Rätsel von London" von Benedict Jacka

    Das Rätsel von London
    Buchperlenblogvor 21 Tagen
    Kurzmeinung: Dieser Band gibt uns einen Einblick in die Macht- und Ränkespiele des Weißmagierrats - mehr davon!
    Nach wie vor eine Lieblingsreihe!

    Inhalt
    Ein Umbruch ist in der magischen Welt Londons zu spüren. Denn die Schwarzmagier greifen nach der Macht der Weißen, wollen einen Platz im Rat für sich beanspruchen. Das ruft nicht nur altbekannte Spießgesellen auf den Plan, sondern auch eine höchst gefährliche neue Spielgefährtin. Und mit ihr eine zutiefst widerliche EInrichtung namens Weiße Rose.

    Macht, Intrigen und Geheimnisse
    Wieder einmal heißt es herzlich willkommen zurück in Benedict Jackas fantastisch-magischen London! Ich habe meinen Lieblingswahrsager Alex Verus bereits schmerzlich vermisst und bin umso glücklicher, endlich wieder mit ihm in die Zukünfte blicken zu können. Denn das kann er ganz besonders gut. Zwar kann er nicht voraussagen, ob es morgen regnen oder schneien wird, aber seine Divination ist in der unmittelbaren Zukunft unglaublich nützlich. Denn anders als andere Magier kann er keinen direkten Zauber wirken, sein Heil liegt meistens eher in der ziemlich gekonnten Flucht.

    Nachdem wir im fünften Band das Schattenreich seines ehemaligen Ausbilders und Schwarzmagiers Richard betreten haben, wird es diesmal noch um einiges düsterer. Denn die Schwarzmagier trachten nach Mitspracherecht im Rat der Weißmagier, allen voran Morden, ein Anhänger Richards. Doch die Ränkespiele im Rat sind verzweigt, man kann niemandem so richtig trauen – umso besser also, dass Alex Verus beschließt, sich diesem Rat als Hilfskraft anzuschließen.

    Dabei wird er in einen Fall verwickelt, der zu groß für ihn erscheint, ja, selbst zu groß für die Wächter des Rates, denen er nun untersteht. Eine Einrichtung namens Weiße Rose taucht auf, eine Art magisches Bordell, dessen Führerin eine Lebensmagierin namens Vihaela ist. Auf vierhundert Seiten kommt Verus kaum zur Ruhe, es geht Schlag auf Schlag hinein in magische Kämpfe und nur allzu menschliche Intrigen. Und bei all der Spannung ist man doch immer wieder froh, alte und neue Freunde an seiner Seite zu wissen.

    Fazit
    Ich liebe diese Reihe und ich werde sie vermutlich immer lieben. Die Bände lassen sich einzeln lesen, das große Ganze jedoch ist die Entwicklung Verus‘ vom Eigenbrötler zum anerkannten Mitglied eines Freundeskreises aus unterschiedlichsten Magiern und Adepten, deren Magie viele Fantasybücher in ihrer Ausgestaltung in den Schatten stellt. Bereit für ein magisches Abenteuer? Dann lernt ihn kennen, den wunderbar sympathischen, wenn auch leicht zynischen Wahrsager Alex Verus.

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    Cover des Buches Inhuman (ISBN: 9783967928969)

    Bewertung zu "Inhuman" von Denis Bajram

    Inhuman
    Buchperlenblogvor 25 Tagen
    Kurzmeinung: Erschreckend und philosophisch zugleich!
    Das Volk der Elemente

    Inhalt

    Irgendwo in den Weiten des Weltalls. Eine Erkundungsmission findet ihr jähes Ende auf einem fremden Planeten. Das Wasser, auf dem sie aufschlagen, ist rot gefärbt, seltsame Tentakelwesen bringen sie an die Wasseroberfläche, bevor das Raumschiff in seine Einzelteile zerfällt. Glücklicherweise finden die Überlebenden der Crew schnell scheinbar menschliches Wesen auf dem Stückchen Land, auf dem sie gelandet sind. Doch wirken diese ziemlich apathisch. Was genau ist hier los?

    Rezension

    Das Volk der Elemente

    Inhuman ist eine spannende Geschichte, die sich spiralförmig immer weiter hinab windet in die Tiefen eines Planeten, in die menschliche Psyche und auch in den Kopf des Lesers. Sind wir zunächst relativ glimpflich davongekommen bei unserer Bruchlandung auf diesem fremden Planeten, so wird schnell klar, irgendetwas stimmt hier ganz und gar nicht.

    Die Menschen, die die Crew kennenlernt, wirken allesamt sehr apathisch, erfüllen ihre täglichen Aufgaben in einer Art Ritual und erzählen vom großen Hüter, der ihnen befiehlt, was sie zu tun haben. Schon bald verfällt eines der Crewmitglieder ebenfalls dem seltsamen Sog, der von diesem unsichtbaren Hüter auszugehen scheint, und der sich als kollektives Bewusstsein in den Köpfen der Menschen bemerkbar macht.

    Der Rest der Mannschaft, zu dem ein weiblicher Roboter namens Ellis gehört, sucht sich einen Weg fort von den Menschen und hinein in einen Vulkan. Dabei stoßen sie auf andere Menschen, oder zumindest solche, die noch ihre äußeren Hüllen tragen, während der eigene Geist längst verschütt liegt. Alle Völker dieser Insel, ob Volk des Wassers, der Erde, der Luft oder des Feuers, haben ihre täglichen Aufgaben zu erfüllen, denn nur so sind sie nützlich. Der große Hüter sortiert unbrauchbares Leben aus, so dass die Insel in einer perfekten Balance und Symbiose zueinander arbeitet. Einen interessanten Gegenpol bietet dazu Ellis, der Roboter des gestrandeten Raumschiffs, denn sie handelt die meiste Zeit am menschlichsten von allen Personen.

    Fazit

     Dieser Comic dient nicht nur der reinen Unterhaltung, sonst lässt auch innehalten und nachdenken über die eingestreuten Fragen der Vor- und Nachteile menschlicher und künstlicher Intelligenz. Dabei unterstützen die Zeichnungen die Geschichte, zeigen uns abwechselnd stimmungsvoll colorierte, dramatische Szenen und friedvolle Landschaften, wirken aber zuweilen etwas hastig hingeworfen. Das tut der Geschichte aber keinen Abbruch, dieses Abenteuer sollte von jedem in Betracht gezogen werden, der sich auf eine Reise wie diese einlassen möchte. 

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    Cover des Buches Sämtliche Fabeln (ISBN: 9783730609712)

    Bewertung zu "Sämtliche Fabeln" von Jean de La Fontaine

    Sämtliche Fabeln
    Buchperlenblogvor 25 Tagen
    Kurzmeinung: Ein herrlicher Schatz fürs Bücherregal!
    Und die Moral von der Geschicht'

    Inhalt

    Sprechende Tiere mit nur zu menschlichen Charakterzügen, kurze und prägnante Geschichten und eine Moral am Ende? Das können doch nur die Fabeln von Jean de la Fontaine sein, die man schon in Kindertagen hörte. Hier nun sind sie endlich komplett versammelt!

    Rezension

    Und die Moral von der Geschicht‘

    Anlässlich des 400. Geburtstages Jean de la Fontaine vereint der Anaconda Verlag nun sämtliche seiner Fabeln in einem schmucken Band. Eine jede von ihnen schmückt eine Zeichnung von Grandville, einem der größten französischen (Buch)Illustratoren des 19. Jahrhunderts.

    Wer kennt sie nicht, die fabelhaften Fabeln, die einem schon im Kindesalter mitgegeben wurden? Vom Raben und dem schlauen Fuchs, der sich mit Schmeichelei den Käse (oder die Weintrauben) ergaunerte, oder die Grille, die den Sommer über mit Singen begnügte und dem Winter nicht gewappnet gegenübersteht? Doch wie sieht es aus mit der Frau, die einst eine Katze war und doch nie ihre tierische Natur gänzlich ablegen konnte? Ich war ehrlich erstaunt, wie viele weitere Fabeln sich in diesem Buch finden. Von Tieren mit menschlichen Zügen, über Menschen mit tierischen Zügen und von Menschen mit nur zu menschlichen Zügen, in Versform gebracht, unterhalten die Geschichten auf vielfältige Weise und geben dem Leser stets eine Moral mit auf den Weg, über die sich nachzudenken lohnt.

    Im Laufe des Buches stellte ich für mich eine gewisse Vorliebe für die Tierfabeln fest, die doch immer noch mit einer Extraportion Witz und Schläue daherzukommen scheinen.

    Fazit

    Ein Muss für den literarischen Schatz im eigenen Bücherregal, für alle, die sich gern mit Fabeln, Märchen und dergleichen in hochwertigem Gewand umgeben.

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    Cover des Buches Geisterwand (ISBN: 9783827014139)

    Bewertung zu "Geisterwand" von Sarah Moss

    Geisterwand
    Buchperlenblogvor einem Monat
    Kurzmeinung: Spannend, düster - eine Erzählung gelebter Vergangenheit!
    Gelebte Vergangenheit

    Inhalt

    Eine Gruppe von Studenten erlebt in einem Experiment, wie das Leben in der frühzeitlichen Eisenzeit wohl gewesen sein mag, in den Wäldern Northumberland, Großbritannien. Auch die Familie von Silvie – Sulevia, wie sie eigentlich heißt – schließt sich den Archäologen an. Doch schon bald wird dieses Experiment aus den Fugen geraten.

    Rezension

    Gelebte Vergangenheit

    Natürlich ist Silvie wenig begeistert, als sie die Sommerferien zusammen mit ihrer Familie, drei fremden Studenten und deren Professor für Archäologie in den Wäldern Großbritanniens verbringen soll. Gekleidet in einfache Tuniken, auf der täglichen Suche nach Nahrung und fernab jeglicher Behaglichkeit, begegnet sie dem Leben in der Natur, auch wenn die nächste EInkaufsmöglichkeit gar nicht so fern ist.

    Was jedoch sehr fern liegt, ist jegliche Herzlichkeit innerhalb ihrer Familie. Der Vater, ein Anhänger alter Zeiten, als das britische Volk noch wahrhaft britisch war, unterdrückt und schlägt nicht nur seine Frau, sondern auch seine Tochter, und zwar regelmäßig. Manchmal aus fadenscheinigen Gründen, manchmal einfach so. Silvie nimmt es hin, denkt dabei an etwas anderes und verbirgt die Striemen hinterher sorgfältig vor den Blicken der anderen.

    Langsam entsteht so etwas wie eine Verbindung zu den Studenten, besonders zu Molly, die in ihrer offenen Art so ganz anders ist als Silvie oder ihre Mutter. Währenddessen wetteifern Silvies Vater und der Professor darum, wer mehr von der Eisenzeit versteht, wer authentischer leben könnte – wobei ihnen ein uraltes Ritual zu Hilfe kommt: Der Bau einer sogenannten Geisterwand. 

    Die Stimmung des Buches ist unterschwellig bedrohlich, man ahnt, da kommt was, aber man weiß nicht, was es sein wird. Dabei ist das Buch keineswegs die ganze Zeit über düster. Silvies Beobachtungen in der Natur wirken belebend, und machen Lust, selbst einmal von dem zu leben, was man selbst gesammelt hat, sich der Natur zu fügen, wie es einst gewesen sein mag. Und doch … Hinter jedem Baum könnte Silvies Vater lauern, etwas unerlaubtes sehen, sie züchtigen. Wir dürfen niemals ausatmen, niemals vergessen, wer hier der Boss ist.

    Fazit

    Eine exakt geschliffene Erzählung, bei der kein Wort zu viel verloren wird. Die Atmosphäre, die Umgebung, die handelnden Personen, alles greift ineinander, eröffnet Möglicheiten, die nicht immer mit einem Schulterzucken abgetan werden können.

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    Cover des Buches Ein anderer Planet (ISBN: 9783453272811)

    Bewertung zu "Ein anderer Planet" von Tracey Thorn

    Ein anderer Planet
    Buchperlenblogvor einem Monat
    Kurzmeinung: Recht kurzweilige Schilderung einer Jugend in einer Vorstadt Londons in den späten 70ern.
    Eine Zeitreise

    Inhalt

    Tracey Thorn, Singer-Songwriterin in den 90er Jahren, blättert zurück zu ihren Anfängen, im trügerisch idyllischen Vorort Londons namens Brookmans Park. Anhand früher Tagebucheinträge erzählt sie uns von den Erlebnissen ihrer Jugend, und vor allem von dem, was nicht geschah.

    Rezension

    Eine Zeitreise

    Tatsächlich wusste ich anfangs nicht so wirklich, worauf ich mich bei diesem Buch eingelassen habe. Ich weiß es auch jetzt noch nicht so richtig. Denn Tracey Thorn, obwohl erfolgreiche Sängerin des Duos Everything but the Girl in den 90ern, war mir nicht bekannt und dennoch wollte ich etwas über ihre Kindheit erfahren.

    Suburbia bezeichnet sogenannte Trabanten- und Schlafstädte, Vororte größerer Städte, die dazu gemacht sind, den Pendlern ein Gefühl der Wohnidylle zu vermitteln, während die Hektik des Berufsalltags mit dem Feierabend von ihnen abfällt. In genau so einem Vorort wächst Tracey auf. London ist eigentlich nahe genug, um jederzeit hinzufahren, doch in den späten Siebzigern ist es dennoch eigentlich viel zu weit. Ein anderer Planet, sozusagen. Also verlebt die Jugendliche eine, wie sie selbst des Öfteren betont, langweilige Jugend, die wir anhand kurzer Tagebucheinträge mitverfolgen können.

    Dabei fällt schnell auf, Tracey reduziert ihre Gefühle gewaltig. Anstatt ausschweifend ihrem Tagebuch mitzuteilen, welch kleinen und großen Tragödien hier und da im Leben einer Jugendlichen geschehen sind, beruft sie sich eher auf nicht-gefundenen Dingen bei Einkaufstouren mit ihrer Freundin, dem Nicht-Kuss mit einem Jungen oder der Nicht-Gefühlsduselei, die darauf folgen sollte. Und auch, wenn Tracey Thorn sich dessen bewusst ist, selbst über ihre Art der Tagebucheinträge schmunzeln muss, so füllt sie doch eher selten die Lücken, die diese Einträge bei uns Lesern hinterlassen.

    Und trotzdem brachte mich dieses Buch näher an diese mir im Grunde völlig fremde Person, brachte mir nostalgische Gefühle, wenn ich an meine eigene Teenagerzeit zurück denke (auch wenn die beiweitem noch nicht so lang zurückliegt, wie es mir manchmal vorkommt), und lies mich erkennen, egal wo und wann wir aufwachsen, Teenagerjahre ähneln sich doch immer ein wenig.

    Fazit

    Auch wenn man Tracey Thorn – so wie ich – nicht kennen sollte, so ist das Buch durchaus einen Blick hinein wert. Denn bevor sie aus diesem Vorstadtidyll auszog, war sie genau so ein Teenager wie Du und Ich. Und es hat etwas anheimelndes, nostalgisches, auf die Gefühle einer anderen Person zurückschauen zu können, und sie mit seinen eigenen zu vergleichen. 

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    Cover des Buches Mythen der Antike: Antigone (Graphic Novel) (ISBN: 9783958392946)

    Bewertung zu "Mythen der Antike: Antigone (Graphic Novel)" von Luc Ferry

    Mythen der Antike: Antigone (Graphic Novel)
    Buchperlenblogvor einem Monat
    Kurzmeinung: Wunderbare Umsetzung dieser griechischen Tragödie!
    Eine schreckliche Tragödie

    Inhalt

    Ödipus ist tot, und Antigone macht sich auf den Heimweg, zurück in die Stadt Theben, zu ihren beiden Brüdern Polyneikes und Eteokles sowie ihrer Schwester Ismene. Es entbrennt ein hitziger Streit um das Thronerbe zwischen den beiden Brüdern, bei dem es am Ende mehr als nur einen Toten zu beklagen geben wird.

    Rezension

    Eine tragische Geschichte

    Antigone ist mir als eine der liebsten Pflichtlektüren des Deutschunterrichts im Gedächtnis geblieben. Die Tragödie aus Sophokles‘ Feder führte mich damals in die Geheimnisse der griechischen Mythen und Legenden ein und lies mich seitdem nicht mehr los.

    Der Streit der beiden Brüder Polyneikes und Eteokles gipfelt in einer großen Schlacht um die Stadt Theben. Denn Eteokles als der Ältere versprach seinem Bruder, nach einem Jahr die Regentschaft an ihn abzugeben, weigert sich nach Ablauf der Frist jedoch seine Seite des Vertrags zu erfüllen. Wutentbrannt stürmt Polyneikes mit seiner Gefolgschaft die Stadt, der Kampf endet unentschieden. Doch während man die Leiche des derzeitigen Königs Eteokles rechtmäßig bestattet, verweigert der wieder amtierende König Kreon dem Angreifer den Weg in den Hades.

    Nur Antigone wagt es, die Regeln der Götter zu erwähnen, sich nicht von diesen abzuwenden und ein Begräbnis auch für ihren anderen Bruder zu fordern. Doch König Kreon setzt die Todesstrafe aus für all jene, die es wagen sollten, den Leichnam vor den Stadtmauern auch nur zu berühren. 

    Die Tragik dieses Stücks besteht darin, dass man beide Seiten – Antigones Einhaltung der göttlichen Gesetze und Kreons königliche Bestimmungen – durchaus verstehen kann. Beide Seiten wähnen sich im Recht, beide haben für sich stichhaltige Punkte. Und doch finden sie nicht zueinander, und so nimmt das Drama seinen Lauf. 

    An dieser Reihe von Ferry und Bruneau finde ich absolut faszinierend, dass sie bei jedem neuen Band mit anderen Künstlern zusammen arbeiten, und doch die Qualität und die Optik immer ineinandergreift, blättert man nun in Antigone oder Herakles. Auch hier findet sich am Ende des Buches ein Anhang, der sich tiefergehend mit der Tragik des Geschehens rund um die willensstarke Antigone beschäftigt.

    Fazit

    Ein weiterer spannender Teil der Mythen-Reihe, der uns diesmal in die griechische Tragödie einführt, bei der zwei Seiten aufeinander prallen und niemals zueinander finden können.

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