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    Cover des Buches Leander Linnens Wunderladen (ISBN: 9783958541924)

    Bewertung zu "Leander Linnens Wunderladen" von Lena Hach

    Leander Linnens Wunderladen
    Buchperlenblogvor 10 Tagen
    Kurzmeinung: Hach, da freut man sich doch auf die Weihnachtszeit!
    O du schöne Weihnachtszeit

    Inhalt

    Man möchte meinen, dieser kleine Laden, der sich da zwischen einen Waschsalon und ein Reisebüro schmiegt und nicht mal ein Ladenschild aufzuweisen hat, dieser kleine Laden würde keine Kunden anziehen. Und doch macht das silberne Glöckchen über dem Türrahmen immer wieder Klingeling, und Menschen, ob jung oder alt finden sich im Inneren wieder. Meistens wissen sie gar nicht, was sie suchen, und doch gehen sie alle nicht mit leeren Händen nach Hause. Manchmal finden sie ein Geschenk für sich oder andere, und manchmal sind sie einfach nur ein bisschen glücklicher.

    Rezension

    O du schöne Weihnachtszeit

    Leander Linnens Wunderladen ist ein ganz bezauberndes Buch zum Vorlesen und selbst erkunden, ob man nun noch jung ist oder nicht. Lena Hach hat zusammen mit der Künstlerin Friederike Ablang etwas geschaffen, das wunderbar auf die kommende Weihnachtszeit einstimmt und das jeden Tag im Dezember ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

    Leander Linnen weiß genau, was seine Kundschaft braucht, auch wenn sie es selbst noch nicht so recht wissen. Die meisten brauchen einfach nur ein wenig Zeit, um sich umzuschauen in dem Laden, der scheinbar alles mögliche führt. Bei manchen Dingen scheint sogar Leander verwundert darüber, dass es sich in seinem Besitz befindet. Mal wird ein Nichts gesucht und mal ein Geschenk für den verstorbenen Opa, mal müssen Streitigkeiten geschlichtet werden und mal einer Katze Unterschlupf gewährt werden.

    Kurzweilig und sehr liebevoll erzählt das Buch über die großen und kleinen Wünsche der Menschen, und beleuchtet auch die Dinge, die scheinbar an Weihnachten ein wenig außer Acht gelassen werden. Dass es nicht nur um große Geschenke geht, sondern eben auch um die Liebe untereinander, um eine friedvolle Zeit, um das Geschenk einer Familie, sofern man diese hat und Zeit mit ihr verbringen möchte. 

    Fazit

    Ein ganz bezauberndes Buch für die Vorweihnachtszeit, dass ich Groß und Klein ans Herz legen möchte.

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    Cover des Buches Verlorene der Zeiten (ISBN: 9783492706063)

    Bewertung zu "Verlorene der Zeiten" von Amal El-Mohtar

    Verlorene der Zeiten
    Buchperlenblogvor 10 Tagen
    Kurzmeinung: Definitiv kein Buch für Zwischendurch, aber durchaus ein Buch für Menschen, die sich an lyrischer Schönheit erfreuen.
    Viel Tell, wenig Show

    Inhalt

    Zwei verfeindete Seiten, die beide versuchen, den Verlauf der Geschichte zu ihren Gunsten zu beeinflussen, indem sie Agentinnen aussenden, um hier und da in Geschehnisse einzugreifen und diese langfristig zu beeinflussen. Beide Seiten wissen voneinander, doch treten sie nie in Kontakt miteinander. Bis Rot einen Brief bekommt. Von Blau. Einer Agentin von Garden, der Gegenpartei.

    Rezension

    Viel Tell, wenig Show

    Dieser Roman ist anders, als vieles, was ich bisher gelesen habe. Nicht nur, dass er halb in Briefform daherkommt, nein, in den kurzen Passagen, die die aktuelle Handlung wiederspiegeln, wird zudem eine der grundlegendsten Romangrundsätze missachtet: Show, don’t tell. 

    Denn dieses Buch wird durch und durch erzählt, mal von den beiden Protagonistinnen Rot und Blau, mal durch eine Erzählstimme. Doch egal, wo man sich gerade befindet, man kann nur bruchstückhaft herausbekommen, was denn überhaupt erzählt wird. Handlung? Wenig vorhanden. Natürlich geht es um das Eingreifen der beiden Parteien ins Weltgeschehen, hier wird eine Hütte errichtet, da Atlantis vor dem sicheren Untergang gerettet. Doch wofür sie das alles machen, wofür Kriege ausgelöst und beendet werden, das bleibt eigentlich im Dunklen verborgen. Vielmehr geht es um die Interaktion der beiden Frauen, die anfangs misstrauisch einander betrachten, dann aber zu Freundinnen und später zu Liebenden werden. Aber was erzählen sie sich voneinander? Woher rührt diese Liebe zwischen zwei Personen, die sich nie begegnen, die sich lediglich auf äußerst ausgefallene Weise Briefe in den verschiedenen Strängen der Zeit hinterlassen?

    Tatsächlich kann ich auch diese Frage nicht recht beantworten, denn eigentlich bestehen ihre Briefe, mal in Federn geschrieben, mal als giftige Beeren getarnt, mehr aus schönen Worten, ausgeschmückten Metaphern, die gar nicht so viel aussagen. Dieses Buch ist anstrengend, aber dennoch auf gewisse Weise faszinierend. Es passiert nichts und doch so einiges und besonders am Ende nahm es dann doch eine Wendung, die eine gewisse Tiefe in all die Metaphern brachte. Aber ob ich dieses Werk nun mochte? Ich weiß es ehrlich gesagt immernoch nicht so recht. 

    Fazit

    Definitiv kein Buch für Zwischendurch, aber durchaus ein Buch für Menschen, die sich an lyrischer Schönheit erfreuen und nicht unbedingt viel Handlung brauchen.

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    Cover des Buches Wilder Girls (ISBN: 9783492706087)

    Bewertung zu "Wilder Girls" von Rory Power

    Wilder Girls
    Buchperlenblogvor 18 Tagen
    Kurzmeinung: Passt in keine Schublade und ist damit etwas ganz besonderes für mich!
    Achtung, neues Lieblingsbuch

    Inhalt

    Raxter ist ein Mädcheninternat, gelegen auf einer kleinen Insel. Hier gibt es nichts und niemanden außer den Schülerinnen, den Lehrerinnen und einigen eigentlich harmlosen Tieren im Wald. Doch die Tox verändert alle; eine Krankheit, ausgebrochen aus unerklärlichen Gründen, und sie wütet in den Körpern der Kinder und Erwachsenen. Viele sterben, und die Überlebenden tragen alle Veränderungen deutlich sichtbar mit sich herum, nicht wissend, wie lang ihr Körper diese noch aushalten kann.

    Rezension

    Achtung, neues Lieblingsbuch!

    Eine abgelegene Insel in Maine, ein Mädcheninternat mit überschaubarer Schülerschar – und eine tödliche Krankheit. Rory Powers Wilder Girls hat mich allein mit diesem Setting direkt für sich eingenommen. Die Geschichte beginnt nicht am Anfang der Tox, wie sie diese körperverändernde Krankheit nennen, sondern setzt erst anderthalb Jahre später ein. 18 Monate, in denen die Tox bereits gewütet hat und verheerende Schäden an den Kindern ebenso wie an den Erwachsenen der Schule hinterlassen hat. 

    Im Mittelpunkt des Geschehens stehen Hetty und ihre beiden Freundinnen Byatt und Reese. Hetty fehlt ein Auge, Byatt wächst eine zweite Wirbelsäule, und Reese? Reese hat eine silbrige Schuppenhand bekommen. Doch ihnen geht es vergleichsweise noch gut, andere haben die körperlichen Veränderungen der Tox nicht überlebt, manche bringt der nächste Krankheitsschub um. Die Navy schickt ihnen regelmäßig Nahrung, auch wenn diese nie zu reichen scheint und auch nur so lang, wie alle die verordnete Quarantäne einhalten. Niemand verlässt das Schulgelände. Warum sollten sie auch, die Tiere im Wald haben sich ebenfalls verändert, selbst Hirsche werden zu gefährlichen Wesen, wenn sie einmal deine Witterung aufgenommen haben.

    Erzählt wird die Geschichte abwechselnd von Hetty und Byatt, beste Freundinnen seit dem Beginn ihrer Schulzeit auf der Insel. Dabei wird die Freundschaft der beiden sehr glaubhaft geschildert, nicht alles ist eitel Sonnenschein, diese Beziehung ist so kompliziert zum Teil, wie sie es auch im wahren Leben ist. Und dann ist da ja auch noch Reese. Reese mit ihrer Silberhand, die immer irgendwie unnahbar wirkt und die doch zu den beiden Mädchen gehört, und für die Hetty auch eindeutig mehr fühlt, als sie bereit ist zuzugeben. Als Byatt nach einem Krankheitssschub verschwindet, kommt es auf die beiden Zurückgelassenen an. Besonders positiv fällt auf, dass weder Hetty noch Byatt noch Reese oder eine der anderen Schülerinnen eine strahlende Heldin ist. Sie alle machen Fehler, treffen falsche Entscheidungen, die sich richtig angefühlt haben, niemand sonnt sich im Licht einer besonderen Tat. Sie alle versuchen, für sich das Beste aus ihrer Situation zu machen, auch wenn das nicht immer gelingt, was dieses Buch besonders eindringlich macht.

    Fazit

    Ich habe dieses Buch von Beginn an geliebt. Die tiefe Freundschaft zwischen drei Mädchen, die unerklärliche Krankheit, die Einsamkeit auf dieser abgelegenen Insel – all das macht Wilder Girls zu etwas ganz besonderem.

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    Cover des Buches Der Wind erhebt sich (ISBN: 9783963116827)

    Bewertung zu "Der Wind erhebt sich" von Tatsuo Hori

    Der Wind erhebt sich
    Buchperlenblogvor 18 Tagen
    Kurzmeinung: Tragisch, aber weniger mitreißend als erwartet.
    Eine Liebe ohne Zukunft

    Paul Valerys Gedicht Der Friedhof am Meer gab für Tatsuo Hori den Impuls für diese Novelle. Der Wind erhebt sich ist eine Geschichte über die Liebe, die sich zwischen einer an Tuberkulose erkrankten jungen Frau namens Setsuko und ihrem Mann abspielt und die doch vom nahenden Tod Setsukos völlig überschattet wird.

    Die Novelle erzählt größtenteils vom Aufenthalt der beiden in einem Sanatorium in den Bergen Japans, welches dabei helfen soll, die junge Frau von ihrem Leiden zu befreien. Oder zu erlösen, denn so fortgeschritten, wie die Krankheit bereits ist, scheint es kaum noch Hoffnung zu geben. Der Ich-Erzähler beschreibt dabei fortwährend die gleichförmigen Tage im Sanatorium und den rasch fortschreitenden Verfall seiner Geliebten. Dabei bleiben die beiden Protagonisten jedoch ziemlich farblos, scheinen keinerlei Hintergrundgeschichte zu haben. Was zählt, ist das angepriesene Glück des Mannes, diese kostbare Zeit mit Setsuko gemeinsam zu verbringen, losgelöst von anderen Menschen. Die Jahreszeiten ziehen an den großen Fenstern des Sanatoriums vorbei, während Setsuko im Bett liegt und er ebenfalls nur durch das Fensterglas einen Blick nach draußen auf die herrliche Welt außerhalb wirft. 

    Irgendwann beginnt er damit, eine Geschichte über sie beide zu Papier zu bringen. Um etwas zutun zu haben vielleicht, oder um der Realität insoweit zu entfliehen, dass er das reale Ende noch ein wenig länger ignorieren kann. Immer wieder erklärt er uns, wie glücklich er doch ist, dass er schon immer mit einer zarten jungen Frau in den Bergen leben wollte. Dass ihr Leiden sie erst so besonders liebenswert macht. Zugegeben, diesen Aspekt empfand ich mehr als wunderlich, denn wer sollte sich denn wirklich so etwas wünschen? Auch scheint die tatsächliche Liebe zwischen den beiden, auch wenn sie verheiratet sind, ziemlich platonischer Art zu sein, denn viel spielt sich bei ihnen zwischenmenschlich nicht ab. Durch die fehlenden Hintergründe erscheinen beide außerdem ziemlich austauschbar. Wer waren sie vor dem Sanatorium? Wie lernten sie sich kennen, wie lieben? Wieso scheint die Beziehung anfangs so kompliziert zu sein und ist es dann plötzlich doch nicht mehr? 

    So ist diese Novelle am Ende für mich nur ein Zwischenspiel gewesen, durchaus tragisch, aber doch nicht so mitreißend, wie zunächst gedacht aufgrund dieses an sich sehr dramatischen Hintergrunds.

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    Cover des Buches Die Kunst des Fallens (ISBN: 9783630874937)

    Bewertung zu "Die Kunst des Fallens" von Danielle McLaughlin

    Die Kunst des Fallens
    Buchperlenblogvor 24 Tagen
    Kurzmeinung: Vom Fallen in vielen Facetten - ruhig und einnehmend erzählt.
    Vom Fallen in vielen Facetten

    Inhalt

    Nessa steht vielleicht am Höhepunkt ihrer beruflichen Karriere: sie kuratiert für die Galerie, in der sie arbeitet, eine Ausstellung über den berühmten Bildhauer Robert Locke. Doch hinter den Kulissen liegt so einiges im Argen. Denn plötzlich meldet sich eine Frau zu Wort, die angeblich maßgeblich an der Entstehung Lockes wichtigster Skulptur beteiligt war und nun die Anerkennung sucht, die ihr zusteht. Und dass ihr Mann eine Affäre mit der Mutter der besten Freundin ihrer Tochter hatte, trägt auch nicht gerade zu Nessas seelischem Gleichgewicht bei.

    Rezension

    Vom Fallen in vielen Facetten

    Danielle McLaughlins Gabe, beinahe alltägliche Geschichten erzählen zu können und ihnen dennoch einen ganz besonderen Zauber einzuflösen, fiel mir bereits in ihrem Kurzgeschichtenband Dinosaurier auf anderen Planeten auf. In ihrem Debütroman hier dringt sie nun in tiefere Schichten vor. 

    Nessas Leben ist alles andere als eintönig oder langweilig. Die Arbeit, die sie vereinnahmt, der fremdgegangene Ehemann, die launische Teenagertochter. Baustellen, die sie kaum zur Ruhe kommen lassen. Einzig der Bildhauer Robert Locke, um dessen Ausstellung sie sich kümmert, scheint eine Konstante in ihrem Leben zu sein. Bis sich Melanie Doerr plötzlich zu Wort meldet, eine Frau, die angeblich seine Schülerin war und die von sich behauptet, die eigentliche Schöpferin einer gewissen Gipsskulptur zu sein, die das Herzstück der nahenden Ausstellung darstellt. 

    McLaughlin entführt uns in die Welt der bildenden Künste, ohne dabei das eigentliche Leben ihrer Protagonisten aus den Augen zu verlieren. Denn auch um Nessas Ehe steht es nicht zum besten. Die Affäre ihres Mannes findet auch den Zorn ihrer Tochter, jedoch auf teilweise fehlgeleiteten Wegen. Und dann taucht auch noch der Sohn ihrer früheren – und mittlerweile toten – besten Freundin auf und sorgt zusätzlich für Unruhe. Das Ganze wird recht ruhig, teils sogar lakonisch erzählt, teilweise wusste ich kaum, auf welchen Höhepunkt wir hier überhaupt zusteuern, da alles gleichzeitig dramatisch und gleichgültig zugleich wirkte. Und trotzdem zieht das Buch den Leser in seinen Bann und spinnt eine Geschichte in gedeckten Farben.

    Fazit

    Kein aufgeregter Roman, aber dennoch einer, bei dem man tatsächlich die Kunst des Fallens kennenlernt in allen Facetten.

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    Cover des Buches Dolores (ISBN: 9783453435766)

    Bewertung zu "Dolores" von Stephen King

    Dolores
    Buchperlenblogvor einem Monat
    Kurzmeinung: Völlig zu Unrecht unterschätzter Roman Kings über zwei Frauen, die dem Leben ihrer Zeit trotzen.
    Geschichte eines Lebens

    Inhalt

    Dolores Claiborne legt ein Geständnis ab. NIcht, wie sie die Frau, bei der sie über dreizig Jahre lang arbeitete, angeblich umgebracht hat, sondern vielmehr ein Geständnis über ihr gesamtes Leben – und den Tod ihres Scheusals von Mann Joe. 

    Rezension

    Geschichte eines Lebens

    Dieses Buch ist anders. Es besteht aus keinerlei Kapiteln, keinen Absätzen. Es ist ein knapp 400 Seiten starker Monolog über das Leben, welches Dolores Claiborne führte. Über die Dinge, die sie erlebte, über die Dinge, die sie tat. Und über die Gründe dafür. Sie sitzt im Büro des Sheriffs, ihre Aussage wird aufgenommen. Eigentlich soll sie wegen des Todes ihrer Arbeitgeberin verhört werden, doch sie beginnt ihre Geschchcte woanders. Sie beginnt damit, wie es dazu kam, dass sie ihren Mann umbrachte und nie dafür vor Gericht gestellt wurde.

    Was wir von Dolores erfahren ist selten besonders schön, ihr Leben eine ziemliche Ansammlung von Mühsal und heimischen Qualen. Joe St. George, der Mann, den sie damals heiratete, weil er so eine wunderschöne glatte Stirn hatte, entpuppt sich ziemlich schnell als wahres Scheusal. Er ist streitsüchtig, nicht unbedingt die hellste Kerze auf der Geburtstagstorte und schreckt auch nicht davor zurück, seine Frau zu schlagen und zu misshandeln, körperlich wie psychisch. Sie haben drei Kinder, von denen die Älteste, Selena, irgendwann das Interesse ihres Vaters auf sich zieht. Und die ganze Zeit wissen wir, dass Dolores ihren Mann umgebracht hat, doch wir wissen nicht, wie sie es angestellt hat, und damit dann auch noch davongekommen ist. Auch wenn es viele Gerüchte auf ihrer Heimatinsel Little Tall Island gegeben hat. 

    Dieser Erzählung gegenüber gibt sie wieder, wie es für sie war, unter der herrischen, unangepassten und mittlerweile toten Vera Donovan zu arbeiten. Die beiden Frauen schienen sich eigentlich nicht ausstehen zu können, und doch hielten sie es über drei Jahrzehnte miteinander aus, ertrugen sich und stützten sich in den nötigen Momenten. Besonders dann, als es mit Veras Gesundheit und Verstand rapide bergab ging. Denn beide Frauen hatten doch mehr Gemeinsamkeiten, als man anfangs vermutet hätte.

    Im Mittelpunkt der Geschichte steht die totale Sonnenfinsternis über Maine im Jahr 1963, die auch schon Jessie aus Das Spiel zum Verhängnis wurde. In diesem schummrigen Halblicht sehen sich beide Protagonistinnen über hunderte von Meilen Entfernung, wissen um das Grauen der anderen, ohne sich zu kennen. Diese Verknüpfung beider Werke, die ansonsten kaum Gemeinsamkeiten aufweisen, fand ich ziemlich genial, spiegeln sie doch die durchdachte Gesamtheit aus Kings Universum einmal mehr wider.

    Fazit

    Wer denkt, dass Monologe anstrengend zu lesen sein könnten, der sollte sich einmal an Dolores versuchen. Die Art des Buches macht es zu etwas besonderem. King erzählt nicht nur die Geschichte einer gescheiterten Ehe, er lässt seine Protagonistin die Regie übernehmen und das auf ziemlich einnehmende Art und Weise.

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    Cover des Buches Sir David Attenborough – Ein Leben für die Tiere (ISBN: 9783958541894)

    Bewertung zu "Sir David Attenborough – Ein Leben für die Tiere" von Leisa Stewart-Sharpe

    Sir David Attenborough – Ein Leben für die Tiere
    Buchperlenblogvor einem Monat
    Kurzmeinung: Auf den Spuren eines großen Naturforschers!
    Schon für die kleinsten geeignet!

    Wie wird aus einem ganz normalen Mann die Stimme der Natur? Welche Entscheidungen in David Attenboroughs Leben führten dazu, dass er in einem Atemzug mit weiteren berühmten Naturforschern wie Bernhard Grzimek, Heinz Sielmann oder Jacques Cousteau genannt wird?

    Der Weg dahin war lang und durchaus mit einigen Umwegen versehen, doch David verlor sein Ziel nie aus den Augen. Die Eintrittskarte in sein restliches Leben war ein Stipendium für die Cambridge Universität, um dort Geologie und Zoologie studieren zu können. Langsam macht er sich einen Namen unter den Forschern und als er schlussendlich in den BBC-Fernsehstudios landet, ist für ihn klar, was er von nun an tun möchte. Der wunderbaren Welt der Tiere und Pflanzen einen Raum geben, ihre Geschichten erzählen und Menschen auf der ganzen Welt für seine Herzensangelegenheiten begeistern.

    Auf leichte Art vermittelt dieses Bilderbuch den Werdegang dieses Mannes und zeigt, dass jeder seinen Traum verwirklichen kann, wenn er hart dafür arbeitet und sich nicht vom Weg abbringen lässt.

    Fazit
    Interessante und hübsch illustrierte Zusammenfassung des Lebens des Mannes, den wir als Stimme der Tiere kennen!

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    Cover des Buches Abbys Traum (ISBN: 9783958541740)

    Bewertung zu "Abbys Traum" von Laurel Snyder

    Abbys Traum
    Buchperlenblogvor einem Monat
    Kurzmeinung: Herrlich gezeichnet!
    Herrlich gezeichnet!

    Inhalt

    Die kleine Abby lebt den Traum vieler: Auf einer Bühne stehen, tanzen und Kunststücke vor begeistertem Publikum zeigen. Doch hinter den Kulissen sieht ihre Welt ganz anders aus, denn Abby ist eine Gefangene des Zirkus‘ und plant ihre Flucht.

    Rezension

    Traumhaft gezeichnet

    Abbys Traum ist ein Bilderbuch der Extraklasse. Denn neben der manchmal amüsanten, manchmal schockierend traurig erzählten Geschichte rund um die kleine Marionette Abby finden wir seitenübergreifende Illustrationen, die einfach nur zum Verweilen und Staunen einladen. Die Mischung aus Laurel Snyders sanft gewählten Worten und diesen herrlichen Zeichnungen macht Abbys Welt, ihre Flucht und die damit verbundenen Abenteuer zu einem wunderbaren Buch, welches man immer wieder gern in die Hand nehmen möchte.

    Und wer dann noch nicht genug von Abbys Welt hat, der kann sich ihrem Abenteuer auch noch als Spiel widmen, denn A Juggler’s Tale weiß ebenfalls mit passender Grafik zu überzeugen!

    Fazit

    Abbys Traum ist ein wahrer Traum, ein Traum für Kinder und im Herzen Kindgebliebene, denn es überzeugt mit liebevollen Details und einer anrührenden Geschichte über den Kampf, sein eigenes Leben leben zu dürfen!

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    Cover des Buches Henny & Ponger (ISBN: 9783958541825)

    Bewertung zu "Henny & Ponger" von Nils Mohl

    Henny & Ponger
    Buchperlenblogvor einem Monat
    Kurzmeinung: Herrlich altmodisch und extraterrestrisch gut!
    Extraterrestrisch gut

    Inhalt

    Ponger weiß nichts mehr über seine Vergangenheit. Zum Glück hat ihn Pörl aufgenommen, und ihm später Arbeit in Susis Garage verschafft, wo er alte Flipperautomaten reparieren kann. Denn reparieren kann er gut. Eines Tages auf dem Heimweg begegnet er Henny in der Bahn. Zumindest beschließt er, dass sie Henny heißt. Als sie die Notbremse zieht und ihm ein Handy in die Hand drückt, beginnt für beide eine interessante Reise.

    Rezension

    Henny & Ponger ist ein ganz besonderes Jugendbuch. In 202 kurzen Kapiteln begleiten wir die beiden Jugendlichen dabei, wie sie versuchen, Henny nach Hause zu bringen. Doch wo ist dieses Zuhause? Henny erzählt nicht viel über sich, und Ponger tappt lange Zeit ziemlich im Dunkeln. Er weiß nur, dass er etwas für sie reparieren soll, und so sehr ihn Henny am Anfang nervt, so wenig will er später, dass sie wieder geht. Ohne ihn. Hat er denn ein richtiges Zuhause? Wo kommt er her, wo will er hin? Und warum fühlt er sich auf so eigenartige Weise zu Henny hingezogen?

    Nils Mohn hat einen ganz besonderen Stil, knackig kurze Sätze, ohne unnötige Schnörkeleien, die das Wesen von Henny und auch Ponger gut einfangen. Henny steht dem Thema Liebe ziemlich kritisch gegenüber, versteht nicht, warum Menschen sich auf diese Gefühlsduselei überhaupt einlassen wollen, endet es doch früher oder später immer im Schmerz. Und doch lernt sie durch Ponger, dass mehr gibt als Schwarz und Weiß. Doch ob das reicht, damit aus den beiden etwas werden kann?

    Henny & Ponger ist außergewöhnlich, weil es zwei Leben miteinander vereint, die sich vielleicht nie grtroffen hätten, und die trotzdem nicht auf diese typisch-kitschige Art zueinander finden. Und die am Ende vielleicht auch nicht zusammen sein können.

    Fazit

    Ein Buch, das ich sehr gern gelesen habe, und Henny und Ponger, so eigenartig sie sich an manchen Stellen auch verhalten mögen, ziemlich ins Herz geschlossen hab. 

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    Cover des Buches Weißer Rabe (ISBN: 9783442716876)

    Bewertung zu "Weißer Rabe" von Bram Dehouck

    Weißer Rabe
    Buchperlenblogvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Aufregung vorprogrammiert!
    Aufregung vorprogrammiert!

    Inhalt

    Stefanie arbeitet seit zwölf Jahren in der gleichen Firma. Die letzten Monate waren hart, nachdem eine ihrer Kolleginnen aufgehört hat, doch nun, da Nick Farkas auf der Bildfläche erschienen ist, sollte alles besser werden. Sollte. Denn Nick hat ganz eigene Vorstellungen von seinen Aufgaben innerhalb der Firma. NIck Farkas, der nach außen hin so charmant und aalglatt wirkt, und der doch ganz anders ist, sobald er sich nicht mehr beobachtet fühlt.

    Rezension

    Aufregung vorprogrammiert

    Die meisten von uns werden das kennen: es gibt diesen einen Kollegen, der uns fürchterlich aufregt, der uns die Laune verdirbt, sobald wir ihn auch nur morgens zur Tür hereinkommen sehen. So soll es Stefanie gehen, nachdem Nick Farkas sich an ihrem Arbeitsplatz breitgemacht hat. Akten verschwinden, Druckaufträge werden ohne Absprache verändert. Wenn etwas schief geht? Nick war es nicht! Auch dass ihr Chef so große Stücke auf ihn hält und nicht hinter die Fassade zu blicken in der Lage ist, nagt an ihr. Denn Recherchen ergeben, dass Nick nicht der weiße Rabe ist, für den ihn ihr Chef hält, frühere Arbeitgeber haben durchaus nicht die beste Meinung von ihn. 

    Doch damit nicht genug. Die Handlung entwickelt sich rasant in eine ganz andere Richtung als zunächst gedacht und plötzlich weiß man nicht mehr, wem man denn nun eigentlich glauben darf. Dabei spielt der Autor gekonnt mit den Emotionen des Lesers. Nick, der sich so schnell so unbeliebt bei uns gemacht hat, nun das plötzliche Opfer? Oder ist alles inszeniert? Und welche Rolle spielt dabei Stefanies Mann Alex, der auf eigene Faust hinter dem neuen Kollegen herspioniert und erstaunliches zutage fördert?

    Besonders der erste Teil hat mich maßlos aufgeregt, positiv, aber doch so, dass ich das Buch und seine Protagonisten am liebsten aus dem Fenster geworfen hätte aufgrund dieser Entwicklungen. Dem Ganzen wird ein wenig die Luft rausgelassen, nachdem die Handlung einen Twist hinlegt, der so nicht vorhersehbar war. Und doch habe ich mit Spannung gelesen, ob Nick Farkas sich auf seinen gepriesenen weißen Flügeln aufschwingt um wieder einmal ungeschoren davonzukommen – oder eben nicht.

    Fazit

    Interessantes Setting für einen Psychothriller, denn haben wir nicht doch immer ein paar Bedenken, wenn jemand neues an unserem angestammten Arbeitsplatz anfängt – und alles umkrempelt? Gute Spannung vorhanden, auch wenn der Beginn eindeutig am stärksten war.

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