Buecherglitzer93

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Rezensionen und Bewertungen

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    Cover des Buches Emmi und Einschwein 4 (ISBN: 9783789113758)

    Bewertung zu "Emmi und Einschwein 4" von Anna Böhm

    Emmi und Einschwein 4
    Buecherglitzer93vor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Einschwein ist zurück - begleitet ihn bei seinem ersten Weihnachtsfest, wo leider auch nicht alles glatt und weihnachtlich abläuft...
    Ein weihnachtliches Emmi-und-Einschwein-Abenteuer

    Inhalt:

    Einschwein ist ganz aufgeregt, denn bald schon feiert es sein erstes Weihnachtsfest. Auch Emmi und die Familie Brix sind ganz gespannt, wie das erste gemeinsame Weihnachten mit Einschwein sein wird und möchten, dass es etwas ganz Besonderes wird. Doch dann bekommen Emmi und Einschwein plötzlich Post von Wuschel, dem Wichtel, der für die Wunschzettel zuständig ist... Und der ist von ihren Weihnachtswünschen nicht begeistert und schlägt ihnen ganz praktische Wünsche vor. Und dann erfahren die beiden, dass sie nicht die Einzigen mit so einem Brief sind. Also begeben sie sich auf die Suche nach Wuschel und nach einigen Umwegen und falschen Gerüchten finden sie ihn dann - oder vielmehr den Übeltäter, der für die Briefe zuständig ist. Ob sie ihn stoppen und Weihnachten retten können? 

    Meine Meinung:

    Ich bin ja ein großer Fan von Emmi und Einschwein und ich liebe Weihnachten. Daher war ich sehr gespannt auf diesen Teil der Reihe. Das Cover konnte mich schonmal nicht enttäuschen, es ist wirklich wunderbar weihnachtlich. Das Buch führt gut in die Geschichte und auch die Hintergründe ein, sodass das Buch auch unabhängig von den anderen Teilen gelesen werden könnte. Ich habe nur den ersten Teil gelesen und habe keine Probleme, in die Geschichte hereinzufinden. Es geht auch gleich ganz weihnachtlich los, mit Wunschzetteln und Plätzchen. Als dann jedoch Antworten auf die Wunschzettel verschickt werden, wird es direkt spannend und man möchte wissen, was los ist. Hier kann man sich gut in die Kinder und Einschwein hineinversetzen, denn wer möchte schon gerne solche Briefe mit alternativen Wunschvorschlägen bekommen? Da wäre ich auch nicht begeistert. Gut, dass Emmi und Einschwein so ein tolles Team sind und sich auf die Suche nach Wuschel begeben. Dabei kommen sie nicht nur an die unterschiedlichsten weihnachtlichen Orte, sondern treffen auch so einige interessante Fabelwesen. Und auch Einschwein stiftet wieder so einiges Chaos, aber mit seiner typischen liebenswürdigen Art - so kann ihm einfach keiner böse sein. Das Buch hat einen prima Spannungsbogen und einige überraschende Wendungen parat. Die Geschichte ist wunderbar locker und kindgerecht erzählt, Weihnachtsstimmung wird trotz der 'Gefahr', in der sich Weihnachten befindet, aufrechterhalten. Ein wirklich gelungener Weihnachtsroman, der wunderbar in der Adventszeit vor- oder selbergelesen werden kann. 




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    Cover des Buches Kleiner Wolf in weiter Welt (ISBN: 9783734820656)

    Bewertung zu "Kleiner Wolf in weiter Welt" von Rachel Bright

    Kleiner Wolf in weiter Welt
    Buecherglitzer93vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Auch in dem neuen Bilderbuch des Duos werden wir durch die wunderschöne Geschichte und die atemberaubenden Illustrationen verzaubert.
    Wunderschönes Bilderbuch über Hilfsbereitschaft und über's Sich-Helfen-Lassen

    Inhalt:
    Der kleine Wolf möchte am liebsten schon groß, selbstständig und stark sein. Er ist sehr von sich und seinen Fähigkeiten überzeugt, auch wenn er im Rudel oft an seine Grenzen stößt. Als er auf der Suche nach einem neuen Zuhause das Wolfsrudel verliert, ist es mit seiner Selbstsicherheit aber schnell vorbei – denn in der kalten Wildnis lauern für einen kleinen Wolf einige Gefahren. Zum Glück helfen ihm andere Tiere bei der Suche nach seinem Rudel. Und dabei merkt der kleine Wolf, dass es vielleicht manchmal gar nicht so schlimm ist, noch nicht alles selber zu können – wenn man Freunde hat, die einem zur Seite stehen. 

    Meine Meinung:
    Ich habe bereits die ersten drei Bilderbücher von Rachel Bright und Jim Field geliebt: Der Löwe in dir; Trau dich, Koala und Die Streithörnchen. Nun ist das vierte gemeinsame Bilderbuch der beiden erschienen. Das Cover ist dieses Mal relativ zurückhaltend, vorwiegend in Weiß gehalten, um die Schneelandschaft, in der die Geschichte spielt, zu veranschaulichen. Auch wird auf dem Cover wieder ein Einblick in die wunderbaren Illustrationen von Jim Field gegeben: so sieht man einen kleinen, sehr niedlichen Wolf mit großen, hellblauen Augen.
    Die Geschichte beinhaltet einige abenteuerliche Elemente, was die kindlichen Zuhörer sicherlich stark anspricht. Es beginnt mit der Reise, die das Wolfsrudel auf sich nehmen muss, um ein neues Zuhause zu finden. Der Weg ist beschwerlich, da es Schneestürme gibt und der Schnee sehr hoch ist. So kommt es, wie es kommen muss: Der kleine Wolf ist plötzlich auf sich allein gestellt. Und das ist gar nicht mal so ungefährlich. Schon bald gerät er in Lebensgefahr und der Leser muss richtig mitfiebern. Dies wird noch durch Cliffhanger auf einzelnen Seiten verstärkt.
    Thematisch geht es zum einen um Selbstüberschätzung, was in einem gewissen Alter auch bei Kindern durchaus normal ist. So geht es auch dem kleinen Wolf, der denkt, dass er am lautesten heult, am mutigsten und am stärksten ist. Dabei wird er vom Wolfsrudel, aber auch durch sein Abenteuer, wieder auf den Boden zurückgeholt. Hier wird allerdings weitestgehend auf den pädagogischen Zeigefinger verzichtet – es wird einfach eine Situation geschildert, wie sie vielleicht auch Kinder schon einmal erlebt haben.
    Außerdem geht es um die Themen Freundschaft, Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft. Hier sind insbesondere die anderen Tiere Vorbilder. Die Tiere sind für die Gegend, in der die Geschichte spielt, typisch. Die meisten Kinder werden aber viele der Tiere vermutlich noch nicht kennen, etwa den Narwal, den Eisfuchs und den Wollbär. Hier lernen die Kinder durch die Geschichte auch andere Arten kennen, die in arktischen Gegenden leben. Viel wichtiger ist aber die Botschaft, die durch die Tiere vermittelt wird: Man soll denen, die in Not sind, helfen.
    Sprachlich ist die Geschichte wieder komplett in Reimform gehalten. An sich finde ich die Übersetzung von Pia Jüngert wirklich sehr gelungen, insbesondere wenn man berücksichtigt, dass auch der Originaltext in Reimform ist. Es hinzubekommen, den Text so zu übersetzen, dass er sich wieder reimt und dabei nicht die Hauptaussagen der Geschichte zu ändern, ist wirklich beeindruckend. Vereinzelt leidet darunter allerdings die Satzstellung, was aber nur beim ersten Vorlesen störend sein kann – danach gewöhnt man sich daran. Der Text ist sehr poetisch und hat beim Vorlesen einen wunderbaren Klang – eine wirklich wertvolle Erfahrung für Kinder. Dies wird noch durch die große Hervorhebung einzelner Wörter und durch Lautmalereien unterstützt, wodurch der Vorleser weiß, welche Stellen besonders betont werden können.
    Einziges Manko ist, dass sich auf einer Seite ein Rechtschreibfehler findet, was bei so wenig Text eigentlich nicht sein sollte.
    Die Illustrationen von Jim Field sind wieder einmal absolut atemberaubend. Sie sind sehr detailreich, richtig niedlich und variationsreich. Landschaften werden wunderbar dargestellt und entführen einen an einen anderen Ort. Die Bilder gehen weit über den Text hinaus, widersprechen ihm vereinzelt sogar und sind immer wieder für Überraschungen gut. Es gibt oft doppelseitige Szenen, aber auch mehrere kleinere Bilder auf einer Doppelseite, um die Abfolge von unterschiedlichen Handlungen und Ereignissen zu veranschaulichen.
    Farblich variieren die Illustrationen zwischen sehr hell (vorwiegend Weiß) und relativ dunkel (schwarze Nacht). Dennoch werden auch oft einige farbige Akzente gesetzt, etwa durch warme Sonnenuntergänge. Der Text ist auf den hellen Seiten sehr gut leserlich. Auf den dunklen Seiten ist der Text in einem dunkleren Violett gehalten und sticht dadurch gegenüber dem Hintergrund nicht so klar hervor. Hier wird das Vorlesen – gerade wenn es dunkler ist – etwas erschwert.
    Insgesamt wieder ein sehr gelungenes Bilderbuch von Rachel Bright und Jim Field, das von der hervorragenden Kombination aus Bild und Text lebt und Kindern auf einfühlsame Weise zeigt, wie wichtig Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt sind. Außerdem wird hier der Wolf als Protagonist weitestgehend unvoreingenommen akzeptiert, ohne dass ihm das übliche Cliché des Bösewichts anhaftet. Trotz der kleinen Kritik sehr zu empfehlen (5 Sterne).

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    Cover des Buches Fühlinchen (ISBN: 9783551514486)

    Bewertung zu "Fühlinchen" von Nanna Neßhöver

    Fühlinchen
    Buecherglitzer93vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Gefühle können überwältigend sein. Diese Erfahrung macht auch Fühlinchen in dem wunderschön illustrierten Bilderbuch.
    Eine schöne Geschichte über Gefühle und die Suche nach einem Seelenverwandten

    Inhalt:
    Fühlinchen ist ein ganz außergewöhnliches Schaf. Und in seiner Herde ist es einzigartig. Denn: Die Fellfarbe von Fühlinchen passt sich an seine Gefühlslage und Stimmung an. Während die anderen Linchens in der Herde immer gleich aussehen und man ihnen ihre Freude, Wut oder Trauer gar nicht ansieht, wechselt die Farbe von Fühlinchens Fell von rot nach blau bis hin zu grün. Deswegen fühlt Fühlinchen sich einsam und begibt sich auf eine große Reise, um ein anderes Fühlinchen zu finden. Es trifft viele unterschiedliche Tiere mit vielen unterschiedlichen Stimmungen und Gefühlen. Aber wird Fühlinchen auch ein Tier treffen, das so ist wie es?

    Meine Meinung:
    Auf den ersten Blick wirkt das Bilderbuch wie ein typisches Gute-Nacht-Buch für kleine Kinder. Der Hintergrund ist in einem dunklen Blau-Grün, umgeben von Pflanzen in matten Farben, einem Halbmond und Sternen. In der Mitte steht ein niedliches weißes Schaf – ein typischer Protagonist in einer Gute-Nacht-Geschichte. Der Titel verrät auch nicht allzu viel – Fühlinchen – und lässt offen, worum es genau geht.
    Die Geschichte ist aber eben keine typische Gute-Nacht-Geschichte, auch wenn sie natürlich vor dem Schlafengehen vorgelesen werden kann. Es geht um das Schaf Fühlinchen – die Schafe werden in diesem Buch Linchen genannt -, das in einer Herde lebt. Dort fällt es auf wie ein bunter Vogel, denn sein Fell wechselt je nach Stimmung die Farbe. Was für eine tolle Idee! Ich musste gleich an die Gefühlsringe von früher denken, die angeblich bei unterschiedlichen Gefühlslagen eine bestimmte Farbe angenommen haben.
    Für Fühlinchen ist dieser Umstand aber leider nicht so toll, denn es kommt nicht damit klar, dass es anders ist und mit diesem Anderssein allein ist. Ich denke, hier können sich einige Kinder gut mit Fühlinchen identifizieren. Denn auch wir Menschen können unsere Gefühle nicht immer verstecken und auf unterschiedliche Art und Weise zeigen. Wenn mir etwas unangenehm oder peinlich ist, werde ich sehr schnell rot. Und das wiederum ist mir so unangenehm, dass ich noch röter werde – ein Teufelskreis. Wenn man traurig ist, kann es schonmal vorkommen, dass man weint. Bei einigen Leuten können Gefühle auch körperliche Symptome wie Bauch- oder Kopfschmerzen haben. Und wieder andere Menschen sind wie die anderen Linchen – und lassen sich ihre Gefühle gar nicht anmerken.
    Auf der Suche nach einem Seelenverwandten trifft Fühlinchen viele Tiere, die exotischer nicht sein könnten: ein Stachelschwein, ein Erdmännchen, ein Flamingo und Faultiere. Auch diese Tiere haben vereinzelt eine eher ungewöhnliche Farbe, je nach dem Gefühl oder der Stimmung, für die sie stehen. Fühlinchen ist auf den Bildern jeweils in der gleichen Farbe wie das Tier bzw. die Tiere, die es gerade getroffen hat, abgebildet. Außerdem wird das Adjektiv für das Gefühl bzw. die Stimmung ebenfalls in der jeweiligen Farbe dargestellt. Schade finde ich, dass dies nicht bereits am Anfang des Buches so gehandhabt wurde, etwa mit den Gefühlen Trauer oder Stolz – denn auch hierfür gibt es eine spezielle Farbe, die auf den Bildern durch Fühlinchen veranschaulicht wird.
    Leider gibt es auch ein paar klitzekleine Kritikpunkte. Zum Einen finde ich, dass auf den Bildern nicht wirklich ersichtlich ist, um welches Gefühl es sich denn nun handelt. Und gerade bei Kindern, die die Gefühle noch nicht benennen können oder die Wörter für die Gefühle nicht kennen und zuordnen können, kann es daher schwierig sein, zu verstehen, um welche Gefühle es jeweils geht. Bei den Farben, die die Gefühle darstellen sollen, handelt es sich meist um die üblichen Farben, die mit den jeweiligen Gefühlen oder Stimmungen assoziiert werden – etwa Violett für Müdigkeit, Gelb für Freude und Orange für Neugierde. Allerdings gibt es auch einige Farben, die nicht zu den bekannten Gefühlsfarben gehören – was ich allerdings nicht als wirklich schlimm empfinde.
    Außerdem finde ich die Pointe schwierig. Die Tiere werden alle nur mit jeweils einem Gefühl dargestellt, aber am Ende ist die Moral, dass jeder mal das eine und mal das andere fühlt. Das hat sich aus der Geschichte für mich jetzt nicht so ergeben – denn hier fühlt nur Fühlinchen mal das eine und mal das andere – die anderen Tiere scheinen im Laufe der Geschichte immer das gleiche Gefühl oder die gleiche Stimmung beizubehalten.
    Insgesamt finde ich dieses Bilderbuch und die Geschichte wirklich empfehlenswert. Die Idee ist neu und für die Kinder gibt es neben den Gefühlen auch noch einiges anderes zu entdecken, insbesondere die unterschiedlichen Tierarten. Auch die Illustrationen finde ich wirklich niedlich und ansprechend. Daher bekommt das Buch trotz der kleinen Kritik 5 Sterne.

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    Cover des Buches Der Schatz des Kapitäns (ISBN: 9783473361427)

    Bewertung zu "Der Schatz des Kapitäns" von Anja Kiel

    Der Schatz des Kapitäns
    Buecherglitzer93vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine spannende Schatzsuche für Erstleser mit wunderbaren Illustrationen
    Abenteuerliches Erstlesebuch mit motivierendem Stickersystem

    Inhalt: Eines Nachts hört Niklas im Museum seiner Tante ein Geräusch. Mutig wie er ist, schleicht er sich in das Museum, um herauszufinden, wer oder was für den Lärm verantwortlich ist. Dort trifft er auf Pit, den Klabautermann, der nur bei Vollmond sichtbar ist. Dieser sucht in einer Truhe eine Schatzkarte. Als er die Karte gefunden hat, macht er sich zusammen mit Niklas‘ Hilfe auf die Suche nach der Schatztruhe. Meine Meinung: Ich war sehr gespannt auf dieses Erstlesebuch, weil mich bereits das Cover schon sehr angesprochen hat. Sowohl das Cover als auch der Titel sind sehr ansprechend und motivierend. Sie versprechen eine spannende Schatzsuche mit einem etwas ungewöhnlichen Protagonisten. Um was es sich bei ihm handelt, erfahren wir erst im Buch: ein Klabauter. Die Geschichte spielt sich während einer Vollmondnacht ab, wodurch direkt Spannung aufgebaut wird. Als Niklas das Geräusch hört, wird eine gewisse Grusel-Spannung aufgebaut und man möchte natürlich wissen, wer für das Geräusch verantwortlich war. Als die Spannung sich aufgelöst hat, wird direkt ein neuer Spannungsbogen aufgebaut – rund um den Schatz, den Pit sucht.  Das Buch ist aus der Reihe Leserabe des Ravensburger Verlags und ist für die erste Lesestufe, d.h. für Kinder in der ersten Klasse, geeignet. Der Text ist in extragroßer Fibelschrift geschrieben, die Zeilenabstände sind ebenfalls groß genug und auch der Flattersatz erleichtert das Lesen. Pro Seite sind maximal sechs Sätze, weshalb der Text in diesem Buch einen eher kleinen Teil einnimmt. Den Großteil der Seiten machen die Illustrationen von Patrick Fix aus. Die Geschichte ist in vier Kapitel eingeteilt, die jeweils durch eine passende und anregende Überschrift eingeleitet werden. Jedes Kapitel besteht aus neun Seiten. Am Ende eines jeden Kapitels können die Kinder einen passenden Sticker einkleben, um ihren Lesefortschritt zu dokumentieren. Das finde ich sehr motivierend und ich bin mir sicher, dass es die Kinder ebenfalls sehr motiviert. Schade ist nur, dass es sich dabei nicht um wiederverwendbare Sticker handelt – dann könnte das Buch auch von mehr als einem Kind auf diese Weise gelesen werden. Die Sätze in der Geschichte sind weitestgehend kurz und es gibt nur selten Sätze mit einem Nebensatz. Es wird auch direkte Rede verwendet, wodurch die Kinder bereits mit den erforderlichen Satzzeichnen in Kontakt kommen. Außerdem gibt es öfter offene Fragen. Durch diese und durch die direkte Rede fühlt man sich gleich noch besser in das nächtliche Abenteuer mit einbezogen. Vereinzelt gibt es in der Geschichte auch schon längere oder sogar für Kinder eher unbekannte Wörter. Die Wörter haben oft etwas mit der Schifffahrt zu tun, sodass die Kinder prima ihren Wortschatz und ihre Kenntnisse in diesem Bereich erweitern können. Die unbekannten Wörter werden teils im Text, teils nur durch die Abbildungen erklärt. Schade finde ich, dass das Wort Kompass nicht näher erläutert wird. Allein durch die Abbildung ist dieser Gegenstand leider nicht erklärt – hier bedarf es der Klärung durch die Eltern oder sonstige Erwachsene, sofern der Begriff noch unbekannt ist. Die Bilder sind farbig, sehr aussagekräftig und unterstützen hervorragend das Verständnis des Textes. Vereinzelt werden sogar wichtige Details noch einmal vergrößert, um sie besser sehen zu können. Die Illustrationen finde ich sehr ansprechend und detailreich. Dabei liegt das Hauptaugenmerk immer auf der Haupthandlung, aber vereinzelt gibt es auch darüber hinaus noch etwas auf den Bildern zu entdecken. Farblich überwiegen Blau-, Braun- und Grüntöne, weshalb von dem Buch Mädchen und Jungen gleichermaßen angesprochen werden können. Nach der Geschichte finden sich auf drei Seiten noch vier Leserätsel. Der Fokus hierbei liegt darin, zu überprüfen, ob die Kinder genau gelesen haben. Außerdem wird die Rechtschreibung einiger Wörter aus dem Buch geübt. Am Ende gibt es ein Rätsel, mit dessen Lösungswort man an einem Gewinnspiel teilnehmen kann. Nach dem Lösen eines Rätsels können die Kinder auch einen Sticker einkleben. Insgesamt eine sehr gelungene, motivierende und spannende Geschichte rund um den Jungen Niklas und sein kleines nächtliches Abenteuer mit dem Klabauter Pit. Die Geschichte, die Bilder und die Aufmachung der Reihe konnten mich voll überzeugen. Für Leseanfänger jeglichen Geschlechts definitiv gut geeignet – ob am Anfang oder am Ende des ersten Schuljahres hängt letztendlich vom Leseniveau des jeweiligen Kindes ab. 5 Sterne.

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    Cover des Buches Der Pupsprinz (ISBN: 9783737353588)

    Bewertung zu "Der Pupsprinz" von Nina Dulleck

    Der Pupsprinz
    Buecherglitzer93vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ob Schluckaufprinzessin oder Pupsprinz - Nina Dulleck versteht es einfach, alltägliche Phänomene märchenhaft und humorvoll zu verpacken.
    Gelungener Nachfolger von 'Die Schluckaufprinzessin'

    Inhalt:
    Endlich ist es soweit! Der kleine Prinz Emil SuperstarkundBlitzeschnell hat Geburtstag. Und er kann natürlich an nichts anderes als die Geschenke denken – denn dieses Jahr hat er einen ganz besonderen Wunsch. Aber erst soll er sein – sehr reichhaltiges – Geburtstagsfrühstück zu sich nehmen. Danach ist sein Bauch so aufgebläht, dass ihm nicht nur ein Rülps entweicht, sondern auch einige stinkige Pupse. Als es dann an die Geschenke geht, geht das Gepupse weiter – mal aus Freude oder Überraschung, am Ende nur noch aus Ungeduld und dann platzt ihm endgültig der Kragen. Niemand hat seinen Wunsch erfüllt. Kann sein Geburtstag jetzt noch gerettet werden, oder wird er in einer grünen Stinkewolke untergehen?

    Meine Meinung:
    Bei Der Pupsprinz handelt es sich, nach Die Schluckaufprinzessin, um das zweite Bilderbuch von Nina Dulleck, das in dem etwas ungewöhnlichen Königsschloss spielt und sich mit einem körperlichen Phänomen befasst – wie der Titel schon sehr gut verrät. Und auch das Cover ist sehr aussagekräftig: Ganz in grün gehalten, mit etwas helleren grünen Stinkewölkchen und einem Prinzen, der sich die Nase zuhält.
    In diesem Bilderbuch geht es um den Bruder von Prinzessin Rosa Klitzeklein, den Prinzen Emil SuperstarkundBlitzeschnell. Den Namen finde ich ja an sich ganz lustig, allerdings kann ich nicht so ganz verstehen, warum er komplett zusammen geschrieben ist und dann auch noch mitten im Wort Großbuchstaben verwendet werden. Auch beim Namen des Ritters FreivonRost wird diese ungewöhnliche Schreibweise verwendet. Aber eigentlich passt es dann auch wieder zum Gesamtbild: Das Buch, die Geschichte und die Protagonisten sind nämlich alles andere als gewöhnlich.
    Natürlich kommen wieder einige bekannte Protagonisten in der Geschichte vor, etwa das Königspaar, die Köchin Brezelchen und die Kammerzofe Löckchen. Das finde ich richtig toll, denn für Kinder ist es oft noch einmal schöner, wenn sie bereits einige der Charaktere kennen. Auch die Protagonistin des vorherigen Bilderbuchs kommt in dieser Geschichte vor: Prinzessin Rosa Klitzeklein. Das wird vermutlich gerade das Herz der Mädchen höher schlagen lassen. Daneben gibt es aber auch einige neue Gesichter, die alle wieder sehr ausgefallene Namen und noch ausgefallenere Geburtstagsgeschenke haben.
    Die Geschichte beginnt bereits auf dem Titelblatt. Hier ist eine Szene vom Vorabend zu sehen, als der Prinz die Eltern an seinen Geburtstag und seinen Wunsch erwähnt. Hier scheint das Königspaar sehr genervt, nachdem sie sich bereits ‚365 1/2‘ mal den Wunsch des Prinzen anhören mussten. Da könnte man meinen, sie hätten ihn sich auch gemerkt und erfüllt? Tja, leider Fehlanzeige.
    Nachdem der Prinz aufgestanden ist, sich fertig gemacht hat und das für die restlichen Schlossbewohner verhängnisvolle Festmahl zu sich genommen hat, wird relativ bald deutlich, dass der Wunsch des Prinzen von keinem Schenkenden erfüllt wurde. Er bekommt im Laufe der Geschichte viele Geschenke, mal richtig ausgefallene und coole Sachen, mal Sachen, über die sich vermutlich die wenigsten gefreut hätten. Bei seinem nachfolgenden Wutanfall sind seine Eltern wieder einmal die ersten, die sich ratlos hinter dem Ohr kratzen und auch die anderen Erwachsenen sind ratlos. Die Einzige, die vernünftig reagiert, ist die Schwester des Prinzen. Sie öffnet die Fenster und lässt den Mief heraus – was wiederum einen wichtigen Beitrag zum Happy End leistet.
    Thematisch handelt es sich wieder um ein Phänomen, das in der Lebenswelt von Kindern eine wichtige Rolle spielt: Pupsen. Gerade im Alter der Zielgruppe ist Pupsen noch etwas ganz Normales, es hört sich lustig an, riecht eigenartig und man kann die Erwachsenen damit entweder zum Lachen, zum Erröten oder zum Nach-Luft-Schnappen bringen. Herrlich! Daher ist es gut, dass in dem Buch nicht pädagogisiert wird. Keiner der Erwachsenen sagt zum Prinzen, dass er mit dem Pupsen aufhören soll oder es zumindest nicht vor anderen tun soll. Die Überspitzung der Situation kann dazu beitragen, dass Kinder anfangen, zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden.
    Die Illustrationen sind sehr humorvoll, kreativ und detailreich. Sie erinnern wieder vereinzelt an Comics, mit vielen kleinen Szenenfolgen auf einer Seite, Sprechblasen und Geräuschen, die in einer anderen Schriftart und farbig auf die Seiten integriert sind. Vereinzelt fand ich die Leserichtung allerdings nicht ganz eindeutig – da musste ich mich erst einmal zurechtfinden. Die eigentlich mit den Augen nicht sichtbaren Gerüche werden durch grüne Wölkchen dargestellt – die im Laufe der Geschichte so stark zunehmen, bis kaum noch etwas zu sehen ist. Farblich sind die Illustrationen ansonsten wieder in eher pastelligen Farben gehalten, wobei bei diesem Bilderbuch die Farbwahl so gewählt ist, dass Mädchen und Jungen gleichermaßen angesprochen werden. Viele Farben sind vertreten, nur auf Rosa und andere eher mädchentypische Farben wird weitestgehend verzichtet.
    Wer denkt, das Bilderbuch Die Schluckaufprinzessin sei nur für Mädchen und der Nachfolgeband Der Pupsprinz sei nur für Jungen, der irrt. Beide Bücher sind für alle Geschlechter gleichermaßen zu empfehlen – auch wenn im ersten Buch die Farbe Rosa wesentlich öfter vorkommt als im zweiten Buch. Die beiden Geschichten beinhalten Themen aus dem Alltag von Kindern, verpackt in einem märchenhaften Setting mit sehr ungewöhnlichen Charakteren. Die Comicelemente und die lustigen Illustrationen werten das Vorleseerlebnis noch auf. Wieder ein sehr gelungenes Bilderbuch, dass sowohl meiner Tochter als auch mir beim Vorlesen immer wieder Freude bereitet. Daher: 5 Sterne.

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    Cover des Buches P.F.O.T.E. - Ein Ohr für alle Fälle (ISBN: 9783570175682)

    Bewertung zu "P.F.O.T.E. - Ein Ohr für alle Fälle" von Bettina Obrecht

    P.F.O.T.E. - Ein Ohr für alle Fälle
    Buecherglitzer93vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein Buch, das Kinder leider nicht zum Lesen motivieren kann. Es fehlt an Spannung und Witz und bleibt nicht lange im Gedächtnis.
    Konnte mich nicht überzeugen

    Inhalt:
    P.F.O.T.E., der fast perfekte Hund, lebt nun schon seit einiger Zeit bei den Kindern Janne und Flip und ihren Eltern – und hier fühlt er sich auch eigentlich pudelwohl. Nur manchmal fehlt ihm die Freiheit schon etwas. Seine Freunde, allen voran der Mops / Wolf Tapf Eins, können nicht verstehen, wie er bei Menschen leben kann. Als P.F.O.T.E. und seine beiden Kinder-Freunde der Nachbarshündin Pipette begegnen und bemerken, dass sie ein Problem mit ihrem Frauchen zu haben scheint, fassen sie einen Plan. Sie laden die Nachbarin zu Kaffee und Kuchen ein und unterhalten sich heimlich mit der Hündin – die ihnen mithilfe des Halsbandes verrät, was sie an ihrer Besitzerin stört. Und Pipette ist nicht die einzige Hündin, der sie helfen können. 


    Meine Meinung:
    Bei P.F.O.T.E. – Ein Ohr für alle Fälle handelt es sich bereits um den zweiten Band der Reihe rund um den fast perfekten Hund aus dem Labor. Da ich das erste Buch nicht kenne, war ich skeptisch, ob ich in die Geschichte herein finden würde und ob man das Buch auch unabhängig vom ersten Teil lesen kann. An und für sich ist es schon möglich, es werden auch einige Dinge noch einmal erklärt. Vereinzelt haben mir aber dann doch einige Informationen gefehlt, um ganz den Überblick zu haben – da wäre es dann doch ratsamer, erst den ersten Band zu lesen.

    Die Idee, einen Laborhund mit einem besonderen Halsband – ein Halsband, das ihn dazu befähigt, mit Menschen zu sprechen – als Protagonisten zu wählen, ist wirklich eine interessante und neue Idee. Wer wünscht es sich nicht, manchmal mit seinem Haustier zu sprechen und dabei auch wirklich eine Antwort zu bekommen, die über ein Wuff oder ein Miau hinausgeht? Und auch, wenn es eine schöne Wunschvorstellung ist, so kann es manchmal auch notwendig sein, um das eigene Haustier zu verstehen. So geht es auch den Kunden, denen P.F.O.T.E. und seine Familie mit ihrem Geschäft helfen wollen – denn alle haben ein Problem mit ihren Vierbeinern – oder vielmehr die Hunde mit ihnen.

    Die Geschichte ist eher aus der Perspektive der Tiere – P.F.O.T.E. und seine Freunde – geschrieben. So kann der Leser nicht nur die Gespräche der Menschen, sondern auch der Tiere untereinander mitverfolgen. Hierdurch erhält man nicht nur einen besseren Einblick in die Sichtweisen und Gefühle der jeweiligen Parteien – es ist vereinzelt sogar ganz lustig, wenn Tier und Mensch sich missverstehen.

    Insgesamt war die Geschichte eher unaufgeregt – so habe ich es zumindest empfunden. Spannung wurde zwar dadurch erzeugt, dass man wissen wollte, was den jeweiligen Hunden fehlt – insbesondere Vader, dem furchteinflößenden, mal fiesen und mal freundlichem Riesenrüden. Themen, die in diesem Buch aufgegriffen werden, sind Freundschaft zwischen Tieren und Menschen, Hilfsbereitschaft, Vertrauen und vereinzelt auch Umweltschutz. Letzterer Aspekt wird in einer Szene kurz dadurch veranschaulicht, dass die Mutter den Müll, den die Leute im Park liegengelassen haben, aufhebt – und ihre Kinder ihr dabei helfen. Sie fungieren hier als Vorbildfunktionen, denn, wie die Mutter richtig sagt: Irgendwer muss es ja tun.

    Außerdem werden unterschiedliche Lebenssituationen von Kindern aufgezeigt. Während Janne und Flip mit ihren Eltern in einem ruhigen Wohngebiet in einem Einfamilienhaus mit Garten wohnen, lebt Anakin, der Besitzer von Vader, in einem heruntergekommenen Wohngebiet mit vielen Hochhäusern und gemeinen Gangs. Hier wird leider nicht so ganz an Clichés gespart, denn natürlich gibt es in dem Wohngebiet eine Gang von Kindern im Alter von Anakin, die andere Kinder abzocken.

    Leider fehlt es der Geschichte neben der wirklichen Spannung und dem Witz auch an dem besonderen Etwas. Ich konnte nichts wirklich Besonderes an der Geschichte feststellen, bis auf das Halsband von P.F.O.T.E.. Der Text ist zwar flüssig geschrieben und lässt sich weitestgehend gut lesen. Die Schrift ist eher klein, aber die Zeilenabstände angemessen groß. Zum Selberlesen würde ich das Buch für Kinder ab der dritten Klasse empfehlen. Vereinzelt gibt es auch schwierigere oder unbekannte Begriffe, die kindgerecht erklärt werden.

    Die Illustrationen sind farbig und sehen ganz ansprechend aus. Die Farben sind eher dezent und sanft, und können so nicht zu sehr vom Lesen ablenken. Durch die vereinzelt pinke Farbgebung (auch auf dem Cover) und das Thema ‚Tiere‘ werden von dem Buch vermutlich vorwiegend Mädchen angesprochen – auch wenn die Wahl der Protagonisten und die Geschichte an sich auch durchaus für Jungen geeignet wäre.

    Leider sehe ich in dem Buch kein sehr hohes motivationales Potenzial. Die Geschichte und die Illustrationen heben sich nicht von anderen Kinderbüchern ab, es fehlt an Spannung und an etwas ‚Neuem‘. Ich denke, dieses Buch kann man lesen – muss man aber nicht! Ich habe mich leider beim Lesen eher gelangweilt, und ich lese wirklich gerne Kinderbücher. Ich würde aber sagen, dass das Buch Geschmackssacke ist und ich es eingeschränkt empfehlen kann. Daher gebe ich ihm noch 3 Sterne.

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    Cover des Buches Bäume (ISBN: 9783836956543)

    Bewertung zu "Bäume" von Piotr Socha

    Bäume
    Buecherglitzer93vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Wenn Sachbücher es schaffen, Klein und Groß zu begeistern und mit Wissen zu füttern, dann wurde etwas Großartiges erschaffen - so wie hier.
    Ein wunderschön illustriertes Sachbilderbuch mit großer Themenvielfalt

    Inhalt:
    Welche unterschiedlichen Arten von Bäumen gibt es eigentlich und wodurch unterscheiden sie sich von anderen Gewächsen? Welche Blätter gehören zu welchem Baum und was passiert während der vier Jahreszeiten mit den unterschiedlichen Baumtypen? Wozu sind die Wurzeln gut und wie ernähren sich Bäume? Dies sind einige der typischen Fragen, die sich im Zusammenhang mit Bäumen zunächst einmal stellen und die vermutlichen in den meisten Sachbüchern zu diesem Thema aufgegriffen und beantwortet werden.. Auch Piotr Socha und Wojciech Grajkowski geben auf diese Fragen ausführliche Antworten. Aber: Das Buch geht weit über diese Themen hinaus. So erfahren wir in diesem Sachbilderbuch nicht nur, wo bestimmte Bäume verbreitet sind, sondern auch welche Rolle sie in Mythen, Legenden und Märchen spielen oder welches die höchsten, die dicksten oder die ältesten Bäume auf der Welt sind. Und wem das noch nicht reicht, den interessiert vielleicht, was es mit den mexikanischen ‚Lebensbäumen‘ auf sich hat und was Luftwurzeln sind.

    Meine Meinung:
    Was für eine wahre und wichtige Botschaft sich doch hinter diesem so passenden Zitat verstecken, das am Ende der Einleitung des neuen Sachbilderbuches von Piotr Socha steht. Nach dem erfolgreichen Sachbuch Bienen ist bereits im letzten Jahr (2018) ein neues Werk des Autors und Illustrators erschienen. Bei diesem hat allerdings jemand anderes den Text übernommen und Piotr Socha hat sich ganz den Illustrationen gewidmet.
    Ich gebe zu, ich war bei dem Thema erst skeptisch. Ein ganzes Buch nur über Bäume? Was soll es da denn so viel drüber zu erzählen geben? Ich konnte es mir wirklich nicht so ganz vorstellen, habe mich dann aber (zum Glück!) doch für dieses Sachbilderbuch entschieden und ihm eine Chance gegeben, nicht allein weil ich so viel Gutes über das Buch gehört habe – sondern auch wegen des wieder einmal sehr ansprechenden Covers, auf dem meine Tochter übrigens ein ‚Baummonster‘ erkennt – womit sie vielleicht auch gar nicht so falsch liegt.
    Schon seit einiger Zeit geht es bei Sachbilderbüchern nicht mehr nur allein um den Wissenserwerb. Während Sachbücher früher eher unbeliebt waren (zumindest bei mir), weil sie einem auf eine nicht sehr ästhetische Art und Weise Informationen vermittelt haben, sind sie heute in den unterschiedlichsten Formen und Arten verfügbar. Es gibt sie mit Klappen, mit Pop-Up-Elementen, mit ausklappbaren Seiten und mit sehr anspruchsvollen und ansprechenden Illustrationen. Sie sind neben der Informationsquelle auch zur Kunstform geworden – die den Ansprüchen von Kindern UND Erwachsenen genügen.
    In diesem Bilderbuch machen die Kombination aus Bild und Text das Lesen, Betrachten und Lernen zu einem einzigartigen Erlebnis. Die großformatigen und dominanten Bilder sind teilweise sehr farbenfroh, wobei in diesem Buch die Farben Grün und Braun definitiv dominieren. Die Illustrationen befinden sich irgendwo zwischen Abstraktion und Fotorealismus. Einige Elemente wirken sehr detailgetreu, während andere Elemente stark abstrahiert und zum Teil auch verniedlicht wirken. Die Tiere und vor allem die Personen wirken oft eher lustig und haben nicht selten eine übergroße Nase im Gesicht. Teilweise wird durch die Bilder eine einzelne Szene dargestellt, oft handelt es sich aber um viele Einzelbilder zu einem Thema. Diese sind oft beschriftet oder nummeriert, sodass man sie beim Lesen des Textes (relativ) schnell wiederfinden kann.
    Die Texte sind Fließtexte, die sich jeweils links oder rechts von den Illustrationen befinden. Sie sind relativ lang, weshalb sie in mehrere Sinnabschnitte geteilt sind. Die Schrift und die Zeilenabstände sind allerdings recht klein, weswegen sich die Texte zum Selberlesen frühestens ab der dritten Klasse eignen. Die Texte sind gut verständlich, beinhalten aber auch komplizierte und längere Begriffe, die gegebenenfalls bei Kindern Erklärungsbedarf erfordern. Die Themen im Sachbilderbuch sind sehr vielfältig. Neben allgemeinen Themen, die sich in den meisten Sachbilderbüchern zum Thema ‚Bäume‘ finden, gibt es viele Bereiche, mit denen vermutlich niemand gerechnet hätte. Es gibt ein Kapitel/eine Tafel zu Baumungeheuern, zu frisierten Bäumen, zu Bauwerken aus Holz, zu Naturgewalten und zu Holzschnitzereien. Die Themen sind so gewählt, dass für jeden Geschmack etwas dabei ist und man mit dem Betrachten und Lesen gar nicht mehr aufhören möchte.
    Ein kleines Manko gegenüber dem Bienen-Buch ist, dass es keine Baum-Zeitung gibt – im ersten Sachbilderbuch gab es zwei Tafeln mit dem Bienen-Blättchen, auf dem sich weitere interessanten Informationen befunden haben. Das war eine tolle Idee! Außerdem gibt es, wie bei Bienen, leider auch kein Inhaltsverzeichnis und kein Begriffsverzeichnis, was das finden von einzelnen Tafeln oder Themen doch etwas erschwert.
    Meine anfängliche Skepsis zeigt, wie wenig ich und vermutlich ein Großteil der Menschheit eigentlich über Bäume wissen, obwohl wir doch tagtäglich von ihnen umgeben sind und sie einen wichtigen Teil in unserem Leben einnehmen – was uns leider oft nicht so ganz bewusst ist. Piotr Socha und Wojciech Grajkowski ist ein wunderbares Sachbilderbuch gelungen – eine wunderschöne Hommage an diese großen Lebewesen. Die Informationen gehen weit über unsere Erwartungen an ein derartiges Sachbilderbuch hinaus und werden durch wunderbare, farbenprächtige Illustrationen von Piotr Socha noch stark aufgewertet. Ganz klare Kaufempfehlung und 5 Sterne, trotz der kleinen Kritik.

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    Cover des Buches Das große Buch der Krabbeltiere (ISBN: 9783737356190)

    Bewertung zu "Das große Buch der Krabbeltiere" von Yuval Zommer

    Das große Buch der Krabbeltiere
    Buecherglitzer93vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein neues Sachbilderbuch von Yuval Zommer, diesmal über alles, was krabbelt. Mit vielen Informationen und einigen Interaktionsmöglichkeiten.
    Ein schönes und informatives Sachbilderbuch für Kinder ab 4 Jahren

    Inhalt:
    Krabbeltiere – dieses Wort ruft vermutlich bei Vielen nicht nur positive Assoziationen hervor. Aber welche Tiere gehören eigentlich zu den Krabbeltieren? Unter dem Begriff würde man erst einmal an Insekten denken, die mit ihren vielen Beinchen durch die Gegend krabbeln – Spinnen, Ameisen, Käfer… Aber eben nicht nur! Auch Kriech- und Fliegtiere gehören zu den Krabbeltieren – so etwa Schnecken und Schmetterlinge. Aber welche Besonderheiten zeichnen diese vielen unterschiedlichen Arten aus? Haben sie Gemeinsamkeiten? Und worin unterscheiden sie sich? Krabbeltiere finden sich nicht nur in der Natur, sondern auch gerne mal bei uns Zuhause. Aber warum ist das so? Und sollte man sich deswegen Sorgen machen – oder sind sie vielleicht sogar ganz nützlich? Auf diese und viele weitere Fragen gibt Yuval Zommer in seinem neuen Sachbilderbuch Antworten.

    Meine Meinung:
    Ich bin kein großer Fan von Krabbeltieren – ganz vorne mit dabei sind Spinnen! Von einigen Insekten bin ich auch einfach nur genervt, wohingegen ich andere total schön und faszinierend finde. Aber obwohl – oder gerade weil? – ich so kontroverse Gefühle habe, wenn es um Krabbeltiere geht, hat mich das neue Sachbuch von Yuval Zommer sehr interessiert. Ein bisschen mitverantwortlich war aber auch das Cover, das einen einfach direkt anspricht. Denn hier wimmelt es nur so von den unterschiedlichsten und farbenfrohsten Insekten. Diese befinden sich auf den Buchstaben des Titels, daneben, dazwischen und drumherum. Das sieht einfach genial aus!
    Wenn man das Buch aufklappt, gelangt man zunächst einmal zum Inhaltsverzeichnis. Da steht nicht etwa ‚Inhaltsverzeichnis‘, sondern ‚Wer krabbelt hier?‘ – und darunter finden sich alle Titel der folgenden Kapitel. Jedes Kapitel nimmt eine Doppelseite in Anspruch. Die ersten Kapitel beschäftigen sich mit Krabbeltieren im Allgemeinen. Hier erfahren wir, welche Tiere alle zu den Krabbeltieren gehören, was sie gemeinsam haben und worin sie sich unterscheiden und – für Kinder noch viel spannender – wo man sie findet und wie man sie beobachten kann. Auch am Ende befinden sich wieder einige allgemeinere Kapitel, die sich auf alle oder viele der Arten beziehen. Hier geht es etwa um die Nützlichkeit von Krabbeltieren oder wie man ihnen im Garten, auf dem Balkon oder auf dem Fensterbrett ein Zuhause bieten kann – sehr wichtig, um die Arten zu erhalten.
    Im Mittelteil wird es etwas spezifischer, denn dort werden pro Doppelseite einige Arten (16) vorgestellt. Vereinzelt werden aber auch Krabbeltiere anhand von bestimmten gemeinsamen Merkmalen zusammengefasst, etwa ob sie nachtaktiv sind oder im Teich leben. Alle Informationen werden häppchenweise auf den beiden Doppelseiten verteilt. Zu jeder Information gibt es eine dickgedruckte Überschrift und dann wenige Sätze, in denen in einfacher Sprache die Informationen erklärt werden. Kurz, aber verständlich und effektiv. Teilweise werden auch einzelne Informationen stichpunktartig aufgezählt. Die Sätze sind groß genug, dass Kinder ab der zweiten Klasse sie auch selber lesen können.
    Das Buch hat den Titel Das große Buch der Krabbeltiere. Dies suggeriert, dass es sich um ein großes und dickes Sachbuch handelt, in dem man nahezu alles über Krabbeltiere, die Arten und Unterarten erfährt. Dies ist allerdings falsch, denn man erfährt nur einzelne Bruchstücke – oft Dinge, die an den jeweiligen Arten besonders sind oder die sehr interessant sind und die man daher vielleicht noch nicht wusste. Allgemeine Dinge über die einzelnen Krabbeltiere wie einen Steckbrief findet man hier allerdings nicht. Daher kann das Buch vielmehr den Zweck erfüllen, das Interesse über die unterschiedlichen Insektenarten zu wecken – nicht aber, ein vertieftes Wissen über diese zu erlangen.
    Die Illustrationen sind mal etwas anderes. Sie sind sehr farbenfroh, aber weitestgehend natürlich. Die Krabbeltiere sind nicht fotorealistisch, sondern sehr abstrakt dargestellt – oft mit großen Augen, einem Lächeln auf dem Mund und in unrealistischen Größenverhältnissen. Die Hintergründe tendieren von weiß und dezent farbig bis hin zu komplett farbig – aber immer auf eine natürliche Weise. Auf den Bildern finden sich auch oft Alltagsgegenstände, die den Kindern den Zugang besser ermöglichen oder ihnen eine bessere Vorstellung über Größenverhältnisse ermöglichen.
    Insgesamt sind die Illustrationen sehr ansprechend, aber ich denke, sie könnten Geschmackssache sein. Wer nicht auf den abstrakten, fast karikaturistischen Stil von Yuval Zommer steht, der könnte vielleicht nicht so begeistert von ihnen sein.
    Einen weiteren Pluspunkt gibt es für die Interaktivität, die sich durch das Sachbilderbuch hindurchzieht und Kinder dazu animiert, genau hinzuschauen und zu lesen bzw. zuzuhören. Viele der Bilder sind sehr wimmelbildartig, weshalb von den kindlichen Betrachtern einiges im Hinblick auf ihre visuellen Kompetenzen abverlangt wird. Um dies gezielt zu fördern gibt es auf vielen Doppelseiten Suchaufträge. Hier sollen die Kinder einige Krabbeltiere suchen. Dies ist gar nicht so einfach – ich habe es ausprobiert. Am Ende des Buches finden sich die Lösungen zum Überprüfen. Dort gibt es auch noch eine kleine Einführung in ‚Krabbeltierwörter‘, die Experten verwenden, und ein Register mit den wichtigsten Begriffen und Namen.
    Insgesamt ein gelungenes Sachbilderbuch, das auf eine einfache und dennoch informative Weise einen kleinen Einblick in die Welt der Krabbeltiere ermöglicht. Die Illustrationen sind Geschmackssache, ich finde sie aber ansprechend und sehr gelungen. Für die Zielgruppe von Kindern ab etwa 4 Jahren bis zum frühen Grundschulalter sehr empfehlenswert und daher 5 Sterne.

    Besondere Einsatzmöglichkeiten:
    Als Sachbilderbuch eignet sich dieses Werk natürlich hervorragend für den Sachunterricht in der Grundschule. Bei einer Einheit zu Insekten, Krabbeltieren oder ähnlichem kann das Buch an einer Lerntheke ausgestellt werden. Da die Informationen in dem Buch aber bei weitem nicht abschließend sind, sollten auch andere – ausführlichere – Werke hinzugezogen werden. Damit die Kinder aber erst einmal einen Überblick über die unterschiedlichen Themen erhalten, eignet sich das Buch hervorragend. Ausgehend davon können sie sich dann mit anderen Werken oder dem Internet tiefer in das Thema einarbeiten. Für einige interessante Fakten eignet sich dieses Sachbilderbuch aber allemal.
    Außerdem kann es auch für die Lehrkraft selbst eine gute Hilfestellung sein, etwa um einen Ausflug in die Natur mit den Kindern zu planen. Hier gibt es einige Tipps, was man dafür benötigt, worauf man achten sollte und wo man am Besten suchen kann. Außerdem gibt es Anleitungen, wie Insekten im (Schul-)Garten ein Zuhause bereitet werden kann – ebenfalls ein schönes Projekt mit Kindern.

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    Cover des Buches Im Garten der Pusteblumen (ISBN: 9783939435808)

    Bewertung zu "Im Garten der Pusteblumen" von Noelia Blanco

    Im Garten der Pusteblumen
    Buecherglitzer93vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein wunderschönes Bilderbuch, das in einer poetischen Sprache und mit traumhaften Illustrationen zeigt, wie wichtig das Wünschen ist.
    Wunderschön poetisches Bilderbuch über die Bedeutung des Wünschens

    Inhalt:
    Im Tal der Windmühlen war das Wünschen früher ein großer Bestandteil des Lebens der Bewohner. Doch mit dem technischen Fortschritt kamen die Perfekten Maschinen, die den Menschen jeden Wunsch per Knopfdruck erfüllen. Fortan benötigt keiner mehr Sternschnuppen oder Pusteblumen, um sich die tiefsten Herzenswünsche zu erfüllen. Jeder ist nur noch mit sich und seiner Maschine beschäftigt. Nur zwei Personen halten nichts von den Maschinen und haben noch Wünsche, die sie sich auf dem herkömmlichen Weg erfüllen wollen. Die Schneiderin Anna möchte etwas ganz Besonderes nähen und der riesenhafte Vogelmann wünscht sich nichts mehr als fliegen zu können. Und so unwahrscheinlich diese Herzenswünsche auch sein mögen – Anna und der Vogelmann halten an ihren Wünschen fest und tun alles dafür, sie umzusetzen. Aber dafür muss der Wind ins Tal zurückkehren…

    Meine Meinung:
    Ich bin ja ein großer Fan der Illustrationen von Valeria Docampo. Normalerweise arbeitet sie vorwiegend mit Agnès de Lestrade an besonderen Bilderbüchern. Bei diesem Bilderbuch handelt es sich aber um einen Geschichte von Noelia Blanco, die mich ebenso verzaubern konnte, wie die Geschichten von Agnès de Lestrade.
    Bereits das Cover, das eine Szene aus dem Bilderbuch abbildet, spricht einen einfach an. Während es aus überwiegend dezenten und zurückhaltenden Farben besteht, sticht die Schneiderin Anna mit ihrem grünen Kleid und den langen roten Haaren einfach hervor.
    Das sieht so wunderbar verträumt und künstlerisch aus, dass man an diesem Buch einfach nicht vorbeigehen oder vorbeiscrollen kann.
    Was passiert, wenn die Menschen keine Wünsche mehr haben, weil sie sich alles sofort erfüllen können? Mit dieser Frage beschäftigt sich dieses poetische Bilderbuch. Im Tal der Windmühlen waren Wünsche bis zum Auftauchen der „Perfekten Maschinen“ etwas Besonderes. Doch mit den Maschinen ist das Wünschen nicht mehr notwendig, denn man bekommt alles, was man haben möchte, auf Knopfdruck. Nur zwei Bewohner des Landes, die Schneiderin Anna und der Vogelmann, haben ihre Wünsche behalten und gemeinsam helfen sie sich, diese zu erfüllen.
    Die Themen dieses Bilderbuches sind vielfältig. Zum Einen geht es um den technischen Fortschritt, der auch in unserer Gesellschaft eine große Rolle spielt. Fortschritt heißt zwar immer auch, dass sich den Leuten viele neue und vielleicht auch echt nützliche Möglichkeiten bieten. Gleichzeitig heißt es aber leider auch, dass die alten Traditionen in Vergessenheit geraten. Die heutige Kindheit ist auch mehr und mehr von den technischen und digitalen Möglichkeiten geprägt, was an sich nicht schlimm ist. Wenn dadurch aber die ganze Kindheit verändert ist, die Kinder nicht mehr draußen und mit Freunden spielen oder einfach mal träumen und in den Sternenhimmel schauen, um sich von einer Sternschnuppe etwas zu wünschen – dann ist das echt traurig und gleicht eher einer Dystopie als einer perfekten Welt.
    Die Ausgangssituation im Tal der Pusteblumen wird – wie es bei Docampo üblich ist – daher durch die Farbgebung unterstrichen. Diese ist zurückhaltend und dezent, es überwiegen Braun- und Beigetöne. Dadurch wirkt die Atmosphäre zu Beginn etwas trist und verlassen. Allerdings werden auch hier bereits Farbakzenten durch Anna und den Vogelmann gesetzt. Vor allem Anna sticht mit ihren roten Haaren und dem Kleid sehr gut hervor. Im Gegensatz zu ihr sind die anderen Personen entweder in den Maschinen versteckt oder haben eher die Farbe des Hintergrundes – sie sind weitestgehend ohne Individualität. Der Vogelmann hat auch einige farbige Akzente, etwa die rote Hose. Außerdem fällt er durch seine Größe auf, denn er ist ein Riese mit langem angebundenem Vogelschnabel.
    Weitere Themen sind die Freundschaft zwischen Anna und dem Vogelmann, die dadurch geprägt ist, dass sie aneinander glauben und sich gegenseitig bei der Erfüllung ihrer Wünsche unterstützen. Dies erfüllt eine hervorragende Vorbildfunktion für Kinder.
    Außerdem spielt das Thema Wünschen eine Rolle. Dies wird durch einige Symbole, die im Zusammenhang mit dem Wünschen stehen, veranschaulicht. Hier sind u.a. die Sternschnuppen und die Pusteblumen zu nennen.
    Die Sprache ist sehr poetisch und bildhaft, aber dennoch gut verständlich. Die Wortwahl ist wertvoll und sehr ästhetisch. Da die Geschichte so bild- und symbolhaft ist, eignet sich das Bilderbuch eher für ältere Kinder ab etwa 4 oder 5 Jahren oder sogar erst in der Grundschule. Auch für Erwachsene ist dieses Bilderbuch noch sehr schön, da es ein wahres Kunstwerk ist – sowohl der Text als auch die Illustrationen.
    Insgesamt wieder ein gelungenes poetisches Bilderbuch, das zum Nachdenken und Sprechen anregt und einem zeigt, wie wichtig Wünsche, Träume und die Phantasie sind. Die Bilder sind wunderschön und beinhalten viele Details. Ein wahrer Schatz, der von mir mit 5 Sternen bewertet wird. Absolut empfehlenswert!

    Besondere Einsatzmöglichkeiten:
    Wie auch die Bilderbücher vom Duo Agnès de Lestrade und Valeria Docampo, ist auch dieses Werk von Noelia Blanco und Valeria Docampo sehr gut geeignet, um in der Grundschule bearbeitet zu werden.
    Aufgrund der Themenvielfalt bieten sich einige Anlässe zum Sprechen mit den Kindern an.
    Hier können sie die Geschichte auf ihre eigene Lebenswelt beziehen – etwa die Maschinen, die ihr Leben scheinbar perfekt machen. Hierzu kann man dann den Alltag von Kindern vor 30 + Jahren vergleichen – ohne Smartphone, Internet und Co. Die Schüler sollten dann auch darüber nachdenken, welche Aktivitäten aus dem früheren Alltag heute vielleicht schon mehr und mehr in Vergessenheit geraten sind.
    Auch über das Thema Wünsche bzw. Herzenswünsche können die Kinder sicherlich viel beitragen. Sei es, über ihre eigenen Wünsche oder über Wunschsymbole. Hier können die im Bilderbuch erwähnten Symbole fürs Wünschen als Ausgangspunkt dienen, um über den mit Wünschen verbundenen Aberglauben zu sprechen.
    Außerdem bieten sich zu dem Bilderbuch vielfältige Schreibanlässe an. Die Kinder könnten über den Alltag eines der Kinder in dem Buch schreiben, das mithilfe der Perfekten Maschinen einen ‚perfekten‘ Tag erlebt. Außerdem könnten sie ausgehend von der Haupthandlung eine andere Person mit einem Herzenswunsch wählen und deren Weg zur Erfüllung dieses Wunsches.

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    Cover des Buches Eine Leiche zum Tee (ISBN: 9783764170820)

    Bewertung zu "Eine Leiche zum Tee" von Alexandra Fischer-Hunold

    Eine Leiche zum Tee
    Buecherglitzer93vor einem Jahr
    Spannender und romantischer Detektivroman für Mädchen ab 12

    Inhalt:
    Ashford-on-Sea ist ein idyllisches Dorf in England, in dem keine schwerwiegenderen Verbrechen als Fahrraddiebstähle passieren. Doch ausgerechnet auf der Fünfhundertjahrfeier passiert das Unfassbare: Amys Klavierlehrerin Rubinia Redcliff wird tot aufgefunden, nachdem sie ein Stück von Amys köstlicher Schokomousse-Erdbeer-Torte gegessen hat. Es wird schnell klar, dass Rubinia an ihrer Nussallergie gestorben sein muss. Aber während der Dorfpolizist es für einen Unfall hält, ist für Amys Tante Clarissa schnell klar, dass es Mord sein muss. Und Amy hat auch schon einen Verdächtigen… Den Jungen, in den sie seit längerer Zeit unsterblich verliebt ist: Finn. Also beschließt sie entgegen ihrer Einstellung zu Krimis und Detektivspielen, gemeinsam mit ihrer Tante den wahren Mörder zu finden. Doch das ist bei einer allseits verhassten Frau wie Rubinia gar nicht so einfach…
    Meine Meinung:
    Bereits vom Cover und vom Titel angesprochen, war ich sehr gespannt auf den neuen Krimi von Alexandra Fischer-Hunold. Seit Lord Gordon – Ein Mops in königlicher Mission bin ich ein großer Fan ihrer Bücher und konnte mir daher ihren neuesten Krimi für Jugendliche – der ebenfalls in meinem Lieblingsland England spielt – nicht entgehen lassen. Und ich wurde nicht enttäuscht!
    Der Krimi fängt relativ typisch mit den Worten „Es war Mord!“ an. Dass es sich hier aber eben nicht um einen typischen Detektivroman handelt, wird dann relativ schnell durch die Hauptperson Amy klargestellt, die nämlich als ersten Satz für die Erzählung etwas ganz anderes gewählt hätte. Gemeinsam mit ihrer Tante Clarissa lebt die Vollwaise Amy im hübschen Dörfchen Ashford-on-Sea, benannt nach der Familie Ashford, die seit Generationen in Ashford House leben. Dort betreiben Clarissa und Amy einen Tearoom, in dem es die leckersten Kreationen der beiden gibt. Nebenbei ist Tanta Clarissa die Hobbydetektivin, die den Bewohnern bei kleinen Kriminalfällen mit Rat und Tat zur Seite steht. Klar, dass sie dann, als ein Mord passiert, ganz Miss-Marple-mäßig auch direkt einen solchen wittert.
    Das Dorf, in dem die Geschichte spielt, ist erfunden, aber wirkt echten englischen Dörfern nachempfunden. Auf dem Vordruck gibt es eine Karte vom Dorf, sodass man bereits zu Beginn einen Einblick bekommt, wie es dort aussehen könnte und so die Wege, die zurückgelegt werden, besser nachvollziehen kann. Im Dorf gibt es die üblichen Gebäude und Geschäfte, wozu natürlich der Tearoom, ein Pub und das Herrenhaus zählen. Da die Geschichte in England spielt, werden viele Aspekte der Kultur aufgegriffen, etwa die Tea Time, English Breakfast, Fish & Chips und ähnliches. Da die Charaktere im Buch recht übersichtlich sind, wirkt das Dorf kleiner, als es vermutlich ist. Allerdings erfahren wir, dass Amy auch einige Freunde hat, die sie allerdings im Laufe der Geschichte nie sieht – das finde ich etwas unrealistisch, denn spätestens zum Dorffest hätten sie doch auch sein müssen?! Ein wichtiger Freund von Amy ist ihr Hund Percy, der ebenfalls eine große Rolle spielt und dem Leser direkt ans Herz wächst.
    Der Schreibstil von Alexandra Fischer-Hunold ist flüssig und gut zu verfolgen. Außerdem hat sie einen recht lockeren Schreibstil, der gerade auch die Zielgruppe des Krimis ansprechen dürfte. Dabei wird aber nicht zwanghaft versucht, jugendlich zu klingen oder gerade üblichen Jugendslang einfließen zu lassen, wie es teilweise in Jugendbüchern der Fall ist. Amy erzählt die Geschehnisse aus der Ich-Perspektive und direkt zu Beginn wird klar, dass sie diese rückblickend erzählt. Zudem wird der Leser oft direkt in die Erzählung mit einbezogen oder angesprochen, etwa wenn ein komplizierter Begriff erläutert wird.
    Amy erfüllt für die Leserinnen eine Identifikations- und Vorbildfunktion. Durch die Ich-Perspektive können die Leserinnen an ihren Gedanken und Gefühlen teilhaben. Dadurch, dass Amy zum ersten Mal richtig verliebt ist und sich wegen ihrer Schüchternheit nicht traut, ihren Schwarm anzusprechen, können sich vermutlich einige der Leserinnen mit ihr identifizieren. Gleichwohl dient sie auch als Vorbild. Zum Einen ist sie an der Lösung eines Kriminalfalls beteiligt, was vermutlich für viele Leserinnen ein großer Wunsch wäre. Aber Amy ist eigentlich viel interessierter an Liebesgeschichten als an Krimis und ist daher nicht so euphorisch über diese Aussicht. Sie löst den Fall aus reiner Selbstlosigkeit, nämlich um Finn zu helfen, was sehr vorbildhaft ist. Auch sonst benimmt Amy sich sehr gut, ist immer höflich und hilfsbereit.
    Das Buch ist spannend geschrieben. Es laufen oft mehrere Spannungsbögen nebeneinander ab. Der Hauptspannungsbogen bezieht sich natürlich auf die Aufklärung des Falls. Zunächst gibt es nur wenige Verdächtige, nämlich diejenigen, die Rubinia kurz vor ihrem Mord mit einem ebensolchen gedroht haben, oder diejenigen, die ein starkes Motiv für einen Mord haben. Der Kreis der Verdächtigen weitet sich dann allerdings im Laufe der Handlung noch aus, sodass es für die Detektive und den Leser immer schwieriger wird, den Täter zu ermitteln. Und es bleibt wirklich spannend bis zum Schluss, mit einigen unerwarteten Wendungen.
    Durch die Ich-Perspektive werden die Leserinnen hervorragend in die Lösung des Falles miteinbezogen. Hier heißt es aufmerksam zu lesen und jeden noch so kleinen Hinweis zu berücksichtigen. Das ist doch mit das Beste an Krimis, oder?
    Der zweite Spannungsbogen bezieht sich auf die Liebesgeschichte zwischen Amy und Finn. Da bereits auf der ersten Seiten in Aussicht gestellt wird, dass Finn Amy im Laufe der Geschichte küsst, müsste eigentlich alles klar sein. Aber auch im Hinblick auf Finn stellen sich Amy im Laufe der Geschichte einige Steine in den Weg und nichts ist, wie es scheint. Amy schweift in ihren Gedanken oft zu Finn und ihren Gefühlen ab. Wer gerne Liebesgeschichten liest, dem wird das gefallen. Wer keine Liebesgeschichten mag, könnte hiervor auf Dauer etwas genervt sein. Ich mag sowohl Krimis als auch Liebesromane, für mich war es also perfekt.
    Dann gibt es noch einen Spannungsbogen, der, zumindest für mich, von Bedeutung war: Das Tagebuch von Butterfly Redcliff, das Amy zu Beginn findet und anfängt zu lesen. Hier geht es um eine lange zurückliegende Liebesgeschichte zwischen Rubinias Mutter und einem jungen Mann, den sie auf einer Reise in Thailand kennenlernt. Leider wird Amy beim Lesen unterbrochen und dann ist das Tagebuch plötzlich verschwunden – hier ist Geduld gefragt!
    Daneben gibt es noch kleinere Spannungsbögen, die mal früher, mal später aufgelöst werden, aber die Leselust konstant aufrechterhalten.
    Die Aufklärung des Mordfalls lässt die Leserinnen einen Einblick in typische Detektivarbeit bekommen. Zunächst wird der Tatzeitpunkt bestimmt, dann werden Motive ermittelt, Verdächtige befragt und Alibis geklärt. Hierbei werden für die Leserinnen auch die nötigen Begriffe geklärt, sofern sie ihnen noch nicht bekannt sind. Auch wenn ich bereits viele Krimis gelesen habe, habe ich dies nicht als störend empfunden.
    Insgesamt ein sehr gelungener Detektivroman für Mädchen ab 12 Jahren, der in einem wunderbaren Setting spielt und gleichzeitig spannend und romantisch ist. Super geeignet für gemütliche Stunden auf dem Sofa, mit einer Tasse Tee und einem leckeren Stück Kuchen. Ich war von Anfang bis Ende sehr motiviert, das Buch zu lesen und habe es daher in sehr kurzer Zeit ausgelesen. Daher bekommt es von mir 5 Sterne und ist sehr zu empfehlen.

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