Buecherwurm_Lara

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Rezensionen und Bewertungen

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    Cover des Buches Ostfriesenfalle (ISBN: 9783596180837)

    Bewertung zu "Ostfriesenfalle" von Klaus-Peter Wolf

    Ostfriesenfalle
    Buecherwurm_Laravor 3 Tagen
    Kurzmeinung: Etwas weiter hergeholt als die Vorgänger, aber spannend bis zum Schluss!
    Eine Frage der Ethik?

    Wenn Ubbo Heides Tochter einen Klassenkameraden in New York trifft ist das erst einmal nicht all zu außergewöhnlich. Wenn dieser allerdings vor drei Jahren auf Borkum gestorben sein sollte schon eher.

    Ann-Kathrin Klaasen und Frank Weller machen sich auf den Weg um für ihren Chef herauszufinden was es damit auf sich hat und ob dort wirklich Markus Poppinga in New York herumläuft.
     Zumindest bis Zuhause in Ostfriesland Wellers Kinder in einen schweren Unfall verwickelt werden und die beiden Ermittler schnellstens zurück nach Hause müssen. Aber auch Ann-Kathrin ist sich sicher den toten Markus in New York erkannt zu haben.


    Auf den ersten Blick hat man hier mal wieder zwei Fälle, in denen die Aufmerksamkeit der Ermittler – und damit die der Leser - geteilt wird. Doch je länger Ann-Kathrin und ihr Team hier ermitteln, desto deutlicher wird dass beide Fälle sehr wohl zusammen hängen könnten. Oder etwa nicht?


    Auf jeden Fall ist die Geschichte dieses Mal doch etwas weiter hergeholt als die vorherigen Krimis von Klaus-Peter Wolf. Das ist nichts was mir besonders viel ausmacht – mir hat es eigentlich sogar ziemlich gut gefallen – aber es ist etwas das man wissen und mögen sollte, wenn einem dieses Buch gefallen sollte. Ich denke auch Krimiautoren dürfen es mit der Realität mal nicht zu genau nehmen und uns etwas mehr in den Bereich des Unglaublichen entführen.


    Gut gefallen hat mir auf jeden Fall auch die Entwicklung die Ann-Kathrin Klaasen endlich mal gemacht hat. Nachdem sie im letzten Band endlich das Rätsel um den Tod ihres Vaters gelöst hat ist dieser jetzt nicht mehr in jedem zweiten Satz mit immer der selben Geschichte Thema. Selbstverständlich ist er auch weiterhin ein wichtiger Teil von Ann-Kathrins Leben, aber das ist halt nicht mehr so nervtötend und überall präsent. So gefällt sie mir auf jeden Fall wesentlich besser.


    Ein bisschen Entwicklung würde ich mir jetzt noch bei Rupert wünschen, der ist nämlich nach wie vor in erster Linie anstrengend, klopft viele Sprüche und ist dabei eben wenig kompetent. Für mich also in erster Linie ein Störfaktor – auch wenn ich durchaus mit seiner Frustration sympathisieren möchte. Immerhin folgt seine Chefin auch nicht eben den üblichen Vorschriften wenn es um ihre Ermittlungen geht.


    Insgesamt sind die Charaktere nicht besonders Tiefgründig, aber das ist auch nichts was ich unbedingt erwartet hatte. Leider auf Dauer auch alle etwas impulsiv, jeder geht gleich in die Luft und zweifelt jeden direkt an. Dafür was dieses Mal das Privatleben der Figuren insgesamt weniger im Vordergrund, was mir durchaus gefallen hat.


    Zu Klaus-Peter Wolfs Schreibstil ist auch weiterhin zu sagen: Eher einfacher mit kürzeren Sätzen und daher eben immer leicht nach zu vollziehen und zu verstehen. Hier wird man als Leser nicht irgendwie zurückgelassen, sondern immer mitgenommen wenn irgendwie etwas passiert. Auch der Blick über die Schulter der Täter gefällt mir einfach immer wieder gut. Schön auch weiterhin die für Ostfriesland-Urlauber durchaus nicht unbekannten Schauplätze.


    Kritik äußern möchte ich in erster Linie – mal wieder – an dem sehr plötzlichen Ende. Wie abgeschnitten hört die Geschichte auch dieses Mal einfach so auf, auch wenn noch ein bisschen Prolog schön gewesen wäre.


    Insgesamt spannend bis zur letzten Seite, und durchaus besser als der Vorgänger. Durchaus eine Leseempfehlung, wenn man mit der etwas abgehobeneren Story leben kann. Ein schöner Krimi zum nebenbei lesen, wenn auch vielleicht kein riesiges Meisterwerk. Von mir gerne 4/5 Sterne für einige schöne Stunden beim lesen.

    Kommentare: 3
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    Cover des Buches Deck 3 (ISBN: 9783752824995)

    Bewertung zu "Deck 3" von Jörg Piesker

    Deck 3
    Buecherwurm_Laravor einem Monat
    Kurzmeinung: Viele Charaktere, viele Handlungsstränge, wenig Tiefgang.
    Turbulente Story ohne Tiefgang...

    Zwei Journalisten werden brutal hingerichtet. An welcher Story waren sie dran?
     Was hat es mit dem reichen Reeder Alexander Drakos auf sich, um den sich alles zu drehen scheint? Wieso verschwinden auf seinen Kreuzfahrtschiffen Menschen? Ein Rätsel, welches nicht nur eine Person zu lösen versucht.


    Eigentlich hat dieser Thriller alles was man sich wünschen kann: Ein düsteres Geheimnis, verschiedene exzentrische Charaktere und viele Emotionen.


    Dieser Thriller fängt gut an: Ein Journalist der überzeugt ist seine Frau wurde ermordet – und zwar nicht von irgendwem. Leider stirbt der dann gleich darauf, ohne uns oder sonst wem genaueres erzählen zu können.


    Und dann…. Ja dann haben wir es plötzlich mit ganz anderen Leuten zu tun, die scheinbar ganz andere Dinge tun. Verschiedene Charaktere werden nacheinander eingeführt, die alle irgendwie so gar nicht zusammen passen wollen. Irgendwie landen sie alle auf dem selbem Kreuzfahrtschiff, aber so richtig werden sie für mich eben nicht zusammengeführt.


    Einige Charaktere tauchen nur kurz auf, einige sehr sporadisch immer wieder mal und teilweise erfährt man nur nebenbei und viel später wie die Geschichte eines potentiell interessanten Charakters eigentlich ausgegangen ist. Immer wieder hatte ich das Gefühl, dass mir Hintergründe fehlen oder das grade interessante Teile der Story einfach ausgelassen werden.


    Insgesamt fehlte mir hier leider doch der Zugang zum ganzen; sowohl was die Personen als auch die Geschichte angeht.


    Vieles erscheint im Verlauf der Story einfach nur zufällig und zusammenhangslos. Irgendwie unrealistisch.


    Nicht das es nicht Charaktere gegeben hätte die ich mochte, aber oft erfuhr man hier zu wenig darüber wer sie eigentlich sind.


    Dabei ist der Schreibstil sogar eigentlich richtig gut, atmosphärisch nicht unpassend und den Situationen angepasst. Theoretisch hätte also Spannung aufkommen sollen und man mitfiebern müssen.


    Ich mochte eigentlich auch die Idee dieser Geschichte – der Ansatz war gut – aber in der Umsetzung hat sie mir eigentlich wenig bedeutet, weil Zusammenhänge und Sinn des ganzen sich in großen Teilen erst ganz zum Schluss eröffnet haben.


    Einige dieser Lücken hätte man auch vorher schon füllen können und sicher eine spannendere Geschichte erhalten.


    Die paar Andeutungen die es gab waren leider für mich etwas zu deutlich, einen wichtigen Aspekt habe ich relativ früh erraten, was wahrscheinlich auch nicht grade gut für den Spannungsbogen war.


    Insgesamt also ein Thriller der wohl Potential gehabt hätte, aber leider am Ende nicht wirklich überzeugen konnte. Trotzdem möchte ich 3/5 Sternen für die gelungenen Teile und die guten Ideen geben. Leider fehlt der Tiefgang.

    Kommentare: 8
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    Cover des Buches Ostfriesensünde (ISBN: 9783596180509)

    Bewertung zu "Ostfriesensünde" von Klaus-Peter Wolf

    Ostfriesensünde
    Buecherwurm_Laravor einem Monat
    Kurzmeinung: Leider ein etwas zwiegespaltenes Buch für mich. Nicht wirklich schlecht, aber sicher nicht überragend. Bin besseres Gewohnt.
    Ein Zwiegespaltener Krimi

    Zum vierten Mal ermittelt Ann-Kathrin Klaasen in diesem Buch.

    Irgend jemand scheint junge Frauen einzumauern um sie jämmerlich hinter einer Wand sterben zu lassen. Warum? Wer ist der ‚Maurer‘? Was will er bezwecken? Die extra eingerichtete SOKO will unbedingt die mittlerweile nicht mehr unbekannte Ann-Kathrin Klaasen für sich gewinnen.
     Gleichzeitig verdichten sich die Hinweise zum Tod von Ann-Kathrins Vater plötzlich, und die Kommissarin kann gar nicht anders als diesen Hinweisen zu folgen… auch wenn sie immer weniger mag was sie da herausfinden soll. Wird sie endlich die Mörder ihres Vaters ihrer gerechten Strafe zuführen können?


    Klaus-Peter Wolf wartet mal wieder mit einem eigentlich sehr schönen Krimi in Ostfriesland auf. Die Sprache ist typisch für ihn, relativ einfach gehalten, aber nie völlig unpassend oder zu einfach.


    Sehr schön ist auch dieses Mal wieder der Blick in den Kopf des Täters – oder in diesem Fall sogar in die Köpfe der Täter. Immer eine schöne Abwechslung mal zu sehen, was so passiert während die Polizei noch im dunklen tappt.


    Leider habe ich dieses Mal aber wesentlich mehr zu meckern als sonst, denn dieses Mal werden hier irgendwie glatt zwei Fälle in einem abgehandelt – und leider fühlt es sich teilweise nicht nach viel mehr als schnellem abhandeln an. Mal wieder drängt sich Ann-Kathrin mit ihrem privaten Kreuzzug stark ins Rampenlicht, handelt unüberlegt und sicher nicht korrekt. Dabei verdrängt sie den eigentlich sehr interessanten Fall des ‚Maurers‘ irgendwie sehr. Die extra gebildete SOKO bringt eigentlich neue Charaktere in die alt bekannten Teams ein, die sicher für viel Abwechselung hätten sorgen können – wenn man ihnen denn die Chance dazu gegeben hätte! So ist es leider irgendwie mal wieder viel das gleiche und mal wieder geht es irgendwie vor allem um Ann-Kathrins Vater. Davon habe ich mittlerweile aber wirklich genug gehört.


    Beide Handlungsstränge hätten ganz sicher nicht wenig Potential, da will ich gar nichts gegen sagen, aber so ist irgendwie bei beiden viel verschenkt worden. Schon vorher war das Drama um den toten Vater und den damaligen Banküberfall immer wieder stark im Fokus der Handlung wo er gar nichts zu suchen hatte, aber dieses Mal wird es wirklich extrem. Ich denke mit langsamerem Aufbau und längerem hinarbeiten hätte das sicher eine Spannende Geschichte werden können – mit einen eigenen Buch, in dem am besten das ganze Team endgültig diesem speziellen Fall nachgeht. In diesem Buch hätte es um den ‚Maurer‘ gehen sollen. So hatte ich das Gefühl das beides zu kurz gekommen ist!


    Die Charaktere scheinen sich nicht zu sehr zu entwickeln. Rupert ist vor allem anstrengend und Ann-Kathrin ist auch nicht so ganz sauber. Man hört irgendwie immer wieder das selbe. Liegt das nur daran, dass ich diese Bücher so schnell nacheinander lese, oder ist das tatsächlich ein grundsätzliches Problem? Ganz sicher bin ich mir nicht. Ich verstehe auch, dass dies Bücher für Leute verständlich sein sollen, die die anderen Teile der Reihe nicht kennen, daher habe ich nicht einmal etwas dagegen Hintergründe und Erklärungen zu Charakteren immer mal wieder zu lese, das ist völlig in Ordnung, aber es sollte halt auch immer mal was neues dabei rüber kommen.


    Es ist auf jeden Fall mehr ein Krimi für zwischendurch, nichts mit richtig viel Tiefgang, aber das ist ja auch nicht unüblich für diese Bücher und auch nicht schlecht.


    Trotzdem mag ich das nordener Urlaubsgefühl das hier aufkommt, und beide Handlungen bieten eigentlich viele Möglichkeiten. Es wird zum Ende auf jeden Fall in beiden Fällen spannend, es ist auch nicht schlecht geschrieben. Leider wird hier einiges Potential verschenkt, hier und da hätte es mehr Tiefgang geben können.
     Ich habe aber die Hoffnung, dass es dafür jetzt in Zukunft besser werden könnte. Vielleicht ein bisschen weniger Ann-Kathrin privat in Alleingängen und mehr Fokus auf Ermittlungsarbeiten. Mal sehen!


    Dieses Mal nur 3/5 Sternen von mir. Leider halt dieses Mal nicht so recht überzeugend, nicht ganz das Niveau welches ich erwartet hatte.

    Kommentare: 14
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    Cover des Buches Totenfahrt: Thriller (ISBN: 9783966988889)

    Bewertung zu "Totenfahrt: Thriller" von Timo Leibig

    Totenfahrt: Thriller
    Buecherwurm_Laravor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Thriller mit Spannung bis zur letzten Seite!
    Wie lässt man einen ganzen Bus verschwinden? Mit viel Spannung!

    Über Nacht verschwindet ein Bus voller Aktivisten einfach so spurlos. Mit an Bord die Tochter eines reichen Industriellen, was natürlich für Aufregung in ihrer Familie sorgt. Walter Brandner übernimmt mit seinem Team die Ermittlungen in diesem rätselhaften Fall. Denn eine Lösegeldforderung bleibt aus und nach kurzer Zeit stellt sich heraus, dass Juri Tscherniak, der erst kürzlich nach einem Entführungsfall aus dem Knast kam, mit an Bord des Busses war. Was hat er mit der ganzen Sache zu tun? Was ist passiert? Wie konnte der Bus so einfach verschwinden.


    Dieses Buch ist zwar der letzte Fall von Walter Brandner, aber das erste Buch dieses Autors welches ich gelesen habe. Es lässt sich also auch gut verstehen, wenn man die Vorgänger aus dieser Serie nicht kennt, macht aber sicher neugierig auf mehr.


    Der Schreibstil von Timo Leibig ist insgesamt immer schön flüssig, gut verständlich und zur Situation passend gewählt. Hier wurde auch die Stimmung immer gut vermittelt.


    Die Charaktere sind alle sehr interessant und machen neugierig, sowohl auf Seite der ermittelnden Beamten als auch auf Seiten der Entführten bzw. der Entführer. Dabei hatte ich nie das Gefühl, dass ein Charakter den anderen das Rampenlicht wegnimmt, oder mehr ins Zentrum rückt als ihm zustehen sollte. Und grade Brandner und Goldmann scheinen mindestens ein sehr interessantes Team abzugeben.


    Der Fall an sich hat es auf jeden Fall in sich. Alles ist sehr lange ziemlich mysteriös und zu eigentlich jedem Zeitpunkt super spannend. Fakten bauen sich nach und nach auf, Hinweise werden gegeben und der Leser praktisch zum mitfiebern angehalten. Mir ging es auf jeden Fall so.
     Und zum großen Finale hin – sagen wir das mir die Haare zu Berge standen! Davon werde ich wohl noch lange etwas im Hinterkopf haben.


    Der Plot des ganzen war nicht zu offensichtlich für meinen Geschmack und man konnte lange mit rätseln. Ich selber bin erst kurz vor den Ermittlern auf die Wahrheit hinter dem ganzen gekommen.
    Das ganze ist auf jeden Fall unglaublich, aber deshalb nicht unbedingt völlig unglaubwürdig. Vielleicht in letzter Konsequenz etwas überzogen dargestellt, aber irgendwie ist das doch das schöne an Thrillern wie diesem – man muss eben nicht ganz im realen Rahmen bleiben, sondern kann auch mal etwas darüber hinaus gucken. Und, es war nie so dargestellt, dass ich beim Lesen skeptisch gewesen wäre.
     Insgesamt in sich war alles immer stimmig, erschien schlüssig und sinnvoll wenn es da so stand.


    Die Spannung blieb mir hier auf jeden Fall bis zum Ende erhalten und das Finale war dazu dann schön passend.


    Es gab ein paar Dinge, die am Ende nicht so aufgeklärt waren, wie ich mir das gewünscht hatte, einige Aspekte die irgendwie nie wieder eine Rolle gespielt haben. Das liegt zwar wahrscheinlich irgendwie in der Natur der Sache, aber trotzdem schade.


    Alles in allem auf jeden Fall ein sehr spannender Thriller, der mich bis zur letzten Seite in seinen Bann gezogen hat und der auf jeden Fall Lust auf mehr macht. Von mir gibt es sehr gerne 5/5 Sternen hierfür.

    Kommentare: 10
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    Cover des Buches Ostfriesengrab (ISBN: 9783596180493)

    Bewertung zu "Ostfriesengrab" von Klaus-Peter Wolf

    Ostfriesengrab
    Buecherwurm_Laravor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein typischer Ostfriesenkrimi, der den zu erwartenden Lesespaß birgt.
    Wenn Mord zur Kunst wird...

    Dieser Mörder drapiert junge Frauen wie Kunstwerke in der Landschaft. So finden die Ermittler hier sein erstes Opfer engelsgleich zwischen den Rhododendronbüschen des Lütetsburger Schlossparks schwebend. Ganz offensichtlich hat er sich viel Mühe damit gegeben, sie gar gestylt und hergerichtet, ehe er sie nackt auf Stahlstangen gespießt so zurückgelassen hat. Sogar ihre Sachen sind ordentlich verpackt in der Nähe hinterlegt. Doch es soll nicht bei einem Opfer bleiben. Können Ann-Kathrin und ihr Team schnell genug herausfinden was dahinter steckt und den Täter von all zu vielen Morden abhalten?


    Auch dieses Mal greift Klaus-Peter Wolf auf bekannte Grundsätze zurück. Die Charaktere sind alte Bekannte, allerdings hat das Drama um Ann-Kathrins Ex-Mann Hero endlich mal abgenommen und stiehlt nicht mehr allen anderen das Rampenlicht. Natürlich sind auch weiterhin die Privatleben von Ann-Kathrin und Weller nicht ganz unwichtig in der Erzählung, allerdings habe ich das Gefühl das hier die Balance besser gelungen ist.


    Schade fand ich, dass die Kommissare sich dieses Mal allesamt gehörig verrannt haben, und das definitiv viel zu lange für meinen Geschmack. Auch Ann-Kathrins Vater hat mal wieder zu viel Aufmerksamkeit erfordert und erneut dafür gesorgt, dass Ann-Kathrin die Ermittlungen empfindlich stört und durchaus zweifelhafte Entscheidungen trifft.


    Positiv finde ich trotzdem auch weiterhin Klaus-Peter Wolfs Schreibstil. Er schreibt zwar einfach aber eingänglich und ich hatte mal wieder sehr viel Freude an den mir bekannten Schauplätzen in Norddeich. Wie immer fand ich auch dieses Mal die Einsicht in die Gedanken sowohl des Täters als auch der Opfer die der Handlung mehr Tiefe geben. Hier sieht man wie weit der Wahnsinn des Täters geht, welche Visionen er zu verwirklichen Versucht. Ich persönlich liebe solche Mörder einfach besonders gerne.


    Auch dieses Mal kommt es zwar zu großen Taten, allerdings ohne vollständig konstruiert und Erfunden zu wirken. Immerhin könnte man sich ein weiteres Mal fast vorstellen, dass so etwas passiert.


    Kritik üben möchte ich allerdings noch am Ende, das zum einen irgendwie dem letzten ähnelt und wie so oft so wirkt als hätte man die Geschichte einfach kurz vorm eigentlichen Ende abgeschnitten. Er fehlt irgendwie das letzte bisschen um einen echten Abschluss zu erzeugen, nachdem der Höhepunkt überschritten ist.


    Insgesamt möchte ich 4/5 Sternen vergeben. Zwar hat das Buch kleine Schwächen, aber es gab nichts, dass mich wirklich abgeschreckt hätte und ich habe eigentlich alles mit viel Freude gelesen. Grundsätzlich bietet dieses Buch alles das, was ich von einem Ostfriesenkrimi so erwarten würde und ist vielleicht hier und da noch ein bisschen besser als die Vorgänger.

    Kommentare: 6
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    Cover des Buches Die Heilanstalt (ISBN: 9781492859628)

    Bewertung zu "Die Heilanstalt" von Simon Geraedts

    Die Heilanstalt
    Buecherwurm_Laravor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Buch mit einer außergewöhnlichen Geschichte, die viel Spannung verspricht!
    Das Geheimnis liegt im Tee...?

    Patrick findet sich eines Tages in einer Heilanstalt wieder. Er erinnert sich an nichts, eigentlich nicht einmal an seinen Namen. Der Therapeut der ihn betreuen soll lächelt freundlich und versichert das sei am Anfang völlig normal, während er ihm die luxuriöse Anlage zeigt. Schließlich empfiehlt er ihm noch den Tee, das Wunderheilmittel des Hauses.
     Schnell ist klar, dass die Anstalt nicht so recht normal ist, denn alle Patienten hier scheinen regelrecht weggetreten zu sein. Die Ausnahme bildet eine junge Frau die Patrick kennenlernt, die einzige dort deren Augen nicht immer glasig zu sein scheinen. Können die beiden gemeinsam den schönen Schein durchdringen und die Wahrheit erkennen?


    Dieses Buch ist definitiv nicht der Thriller den man am Anfang erwartet. Sicher hatte ich viele Theorien was eigentlich vor sich gehen könnte, aber die Lösung des ganzen ist absolut nicht was ich erwartet hatte. Es ist eigentlich mehr ein Dystopischer-Thriller der übernatürliches einmischt – absolut mein Genre!


    Am Anfang lernt man die beiden Hauptcharaktere Patrick und Melanie kennen und erhält einen Einblick in die Dinge die in der Heilanstalt vorgehen. Es gibt einige Hinweise darauf, was vor sich gehen könnte, die einen rätseln lassen.


    Simon Geraedts Schreibstil gefällt mir, er baut Spannung auf und wirft Fragen auf die beantwortet werden wollen. Die Umgebung und Details sind sehr schön und recht genau beschrieben, so das man sich gleich in die Situationen hinein versetzen kann.


    Nachteilig möchte ich nur erwähnen, dass ich am Anfang den Eindruck hatte das eine oder andere geht etwas zu schnell, aber vor allem das Ende war dann etwas plötzlich und ging sehr schnell – und einfach - über die Bühne.

    Ich denke hier sind die Möglichkeiten die dieser sehr interessante Weltaufbau zu bieten gehabt hätte einfach nicht ausgeschöpft worden. Gerne hätte ich hier mehr erfahren, mehr gesehen. Ich glaube hier wäre noch viel möglich gewesen.
     Vielleicht ist das auch wieder nur mein Hang zu besonders langen Büchern, aber für mich hätte es sicher auch doppelt so lang sein können.


    Also, alles in allem ein sehr gutes Buch, dem ich zwar kleine Schwächen zusprechen muss, die aber dem Lesespaß keinen großen Abbruch getan haben. Hier gebe ich gerne 4/5 Sternen.

    Kommentare: 8
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    Cover des Buches Ostfriesenblut (ISBN: 9783596513017)

    Bewertung zu "Ostfriesenblut" von Klaus-Peter Wolf

    Ostfriesenblut
    Buecherwurm_Laravor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein schöner Krimi im malerischen Ostfriesland. Noch etwas besser gelungen als der erste Band.
    Lass uns spielen, Ann-Kathrin...

    Ann-Kathrin Klaasen hat es dieses Mal mit einem außergewöhnlichen Mörder zu tun. Denn er wählt sie bewusst aus, indem er ihr die Leiche einer alten Dame vor die Haustür legt.

    Von da an beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel mit ihm, in dem er den Ermittlern immer einen Schritt voraus zu sein scheint. Und was ist seine Verbindung zu Ann-Kathrin Klaasen? Warum kriegt sie eine Leiche von ihm an die Türschwelle geliefert? Wie viele andere Morde hat er begangen? Und wie nah ist er der Hauptkommissarin tatsächlich?


    Dies ist der zweite Fall für Ann-Kathrin Klaasen und damit auch der zweite Krimi aus der Reihe der Ostfriesen-Krimis.


    Klaus-Peter Wolfs Schreibstil ist eher etwas einfacher, aber dadurch nicht schlecht, sondern macht das ganze sogar einfacher zugänglich. Auch verzichtet er auf übermäßige blutrünstige Beschreibungen.


    Besonders schön an diesen Krimis finde ich jedes Mal, dass man nicht nur die Sicht der Ermittler sieht, sondern eben auch die Sicht des Täters und eventuell sogar die der Opfer, ohne dabei zu viel zu verraten und dem ganzen die Spannung zu nehmen.


    Die Handlung hat mir auch gut gefallen. Es geht um persönliches, um alte Wunden und Ungerechtigkeiten. Um einen Menschen, der ganz offensichtlich Probleme hat, und eben um seine Psyche.
     Es ist einfach die einzelnen Schritte der Ermittler nachzuvollziehen, zu verstehen ohne dass man sich zurückgelassen fühlte. Gleichzeitig hatte ich aber auch nie das Gefühl, den Ermittlern weit voraus zu sein und viel mehr zu wissen als Ann-Kathrin und ihr Team. Es gab immer die Möglichkeit mitzufiebern und eben mit zu raten, welche Spuren und Wege sich als richtig, und welche nur als Irrfahrten erweisen würden.


    Im Gegensatz zum letzten Buch hatte ich hier weniger das Gefühl, dass Ann-Kathrins Privatleben, so gebeutelt es auch sein mag, die eigentliche Handlung erschlägt. Das lag wahrscheinlich auch daran, dass dieses Mal eben diese Haupthandlung sehr eng mit dem Privatleben der Hauptkommissarin verknüpft zu sein scheint, daher ist vieles viel weniger störend als im Buch davor. Daher hatte ich auch das Gefühl, dass unsere Hauptermittlerin den anderen etwas weniger die Show stiehlt als noch im ersten Band. Sie haben etwas mehr Chancen auch mal etwas zu glänzen. Trotzdem dominiert, verständlicherweise, Ann-Kathrin Klaasen das Buch.


    Wie immer sehr gut gelungen ist auch dieses Mal der Nordsee-Flair. Hier fühlt man sich ins schöne Ostfriesland versetzt und bekommt ein kleines bisschen Sehnsucht.


    Insgesamt also eine schöne Fortsetzung zum ersten Band, einiges scheint etwas besser zu passen als noch im letzten Ostfriesenkrimi.


    Für mich also eine Empfehlung für Krimisfans und solche die das schöne Ostfriesland vermissen und lieben. Ich gebe mit gutem Gewissen 4/5 Sternen.

    Kommentare: 7
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    Cover des Buches Elbfinsternis (ISBN: 9783827195456)

    Bewertung zu "Elbfinsternis" von Klaus E. Spieldenner

    Elbfinsternis
    Buecherwurm_Laravor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ein mal unblutigerer Krimi, der trotzdem nichts an Spannung vermissen lässt.
    Wenn ein Fußballspiel zum Krimi wird....

    Der Alptraum jedes Vaters wird wahr, als Bundesliga-Schiedsrichter Giesecke vor dem wichtigen Relegationsspiel des HSV erfährt das seine Tochter entführt wurde. In eine Kiste eingesperrt soll das Mädchen ersticken, wenn der Schiedsrichter das Spiel nicht manipuliert. Die Polizei macht sich auf die verzweifelte Jagd nach dem Entführer und dem verschwundenen Kind, um das schlimmste zu verhindern. Für den Schiedsrichter stellt sich unterdessen die Frage, ob er sich auf die Erpressung einlassen sollte, oder unabhängig bleibt und sich darauf verlässt, dass Kommissarin Sandra Holz seine Tochter rechtzeitig retten kann. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.


    Die Handlung die Klaus E. Spieldenner hier gesponnen hat ist sicher so erschreckend wie kaum ein anderer Krimi sein könnte. Schon damit sorgt er auf jeden Fall von Anfang an für Spannung. Auch die am Anfang der Abschnitte immer wieder auftauchenden Angaben der noch verbleibenden Zeit hebt die Spannung jedes Mal wieder etwas mehr. So hat man als Leser tatsächlich immer das Gefühl live dabei zu sein, man erlebt selber die immer weiter ansteigende Spannung wenn die Zeit immer knapper wird.


    Auch die Hintergründe des ganzen sind, für mein Verständnis, solide recherchiert und daher erschreckend glaubwürdig. Man merkt, dass das ganze nicht nur ein ein haltloses Gedankenspiel eines übermütigen Autors war, sondern durchaus vorne und hinten zusammen passt.


    Gegen Ende war sogar ich fast gestresst und habe sicher das letzte Viertel des Buches am Stück gelesen, weil ich dem Ende entgegen fieberte.


    Leider kann ich nicht nur Lob verteilen, sondern muss auch etwas Kritik äußern. Mir kamen an einigen Stellen die Dialoge eher aufgesetzt und unecht vor, irgendwie fehlte mir auch hier und da der Zugang zu einigen Charakteren. Richtig mit der Hauptkommissarin oder ihrem Team mitgefiebert habe ich hier leider oft nicht, auch wenn mir das Schicksal des kleinen Mädchens durchaus naheging.


    Auch die Zusammenarbeit mit anderen Stellen ging mir eigentlich oft zu einfach und reibungslos. Das ist in der Situation die der Krimi aufbaut sicher sogar vertretbar, aber ich hatte einfach sehr selten das Gefühl das sich hier groß gewehrt wurde oder Skepsis aufkam. Jeder hat immer direkt zugehört und war bereit zu helfen.


    Trotzdem gab es Szenen die mir eine Gänsehaut bereitet haben, und irgendwie war ich am Ende fast etwas atemlos.


    Insgesamt also ein Krimi der zwar kleine Schwächen aufweist, aber trotzdem auch ohne viel Blutvergießen und einen Serienmörder hohe Spannung aufbauen kann und den Leser mit jeder Seite etwas mehr fesselt.


    Von mir, weil trotz des recht hohen Spannungsbogens gerade am Anfang irgendwie das gewisse Etwas zu vermissen war, gute 3,5/5 Sternen.

    Kommentare: 10
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    Cover des Buches House of Leaves (ISBN: 0375420525)

    Bewertung zu "House of Leaves" von Mark Z. Danielewski

    House of Leaves
    Buecherwurm_Laravor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ein besonderes Buch wie es kein zweites gibt. Atmosphärisch, düster, etwas außergewöhnliches von vorne bis hinten!
    Faszinierend, düster, außergewöhnlich!

    „This is not for you“

    So begrüßt einen dieses Buch, und je tiefer man vordringt, desto mehr hat man das Gefühl, dass dies wahr sein könnte.


    House of Leaves ist sicher kein gewöhnliches Buch. Schon den Inhalt sinnvoll zusammen zu fassen fällt mir fast schwer, denn hier gibt es verschiedene Ebenen die parallel erzählt werden.


    Die oberste Ebene bildet wohl Johnny Truant, dessen Geschichte und Anmerkungen im Vorwort und in Fußnoten zu finden ist. Er findet, dank einem Freund, die Aufzeichnungen von einem blinden alten Mann, die ihn fortan fesseln sollen.

    Daher kommt dann auch die nächste Ebene, die aus den Aufzeichnungen von dem alten Mann Namens Zampanò bestehen. Über ihn selber erfährt man nicht all zu viel, stattdessen kommentiert er einen Film.


    Dieser Film bildet auch die letzte Ebene dieser Erzählung, das eigentliche Herz des ganzen. In diesem Film, dem „Navidson Record“ geht es um die Familie Navidson, die in ihr neues Zuhause zieht. Was eigentlich ein harmloses kleines Projekt werden sollte, nimmt eine düstere Wendung, als sich herausstellt, dass das Haus in keiner Weise gewöhnlich ist. Es verändert sich von jetzt auf gleich und birgt ungeahnte, gar unmögliche Tiefen. Der Preisgekrönte Fotograf und Familienvater Will Navidson kann gar nicht anders, als mitsamt seiner Kamera in die tiefen dieses Hauses vordringen zu wollen und herauszufinden, was es damit auf sich hat.


    Mehr will ich auch wirklich nicht verraten. Nur noch so viel vielleicht: Es stellt sich sehr schnell heraus, dass der Film den Zampanò so ausführlich behandelt überhaupt nicht existiert – nicht einmal in Johnnys Welt gibt es eine Spur von diesem Film. Und doch scheint etwas düsteres aus diesen Seiten zu kommen, etwas das Johnny nicht mehr los lassen will.


    Die Geschichte ist geheimnisvoll, trotz aller Analyse im Buch bleibt vieles im dunkeln, im wörtlichen wie im übertragenden Sinne. Viele Fragen werden aufgeworfen und nur wenige auch beantwortet. Am Ende lässt die ganze Erfahrung einen etwas ratlos zurück, aber grade das ist doch der Reiz an diesem Werk. Wenn man die letzten Worte gelesen hat, ist man eben noch nicht unbedingt fertig damit. Es lädt dazu ein es noch einmal in die Hand zu nehmen und durchzusehen, Dinge nachzuschlagen und darüber zu philosophieren.

     So bleibt auch immer die Frage, was am Ende eigentlich wie glaubwürdig ist. Wie viel von dem, was da auf Papier gebannt wurde kann auch wahr sein, und wie viel ist nur der unzuverlässigen Erzählung Johnnys zu verdanken?


    Neben der wirklich wunderschön aufgebauten Geschichte ist aber auch die Darstellungsweise erwähnenswert. In der von mir gelesenen englischen ‚Remastered Full-Color Edition‘ wurden verschiedene Schriftarten für verschiedene Autoren der Passagen verwendet und verschiedene Worte und Abschnitte in verschiedenen Farben gedrückt. Viele Fußnoten weisen auf Quellenangaben zu Zitaten (teilweise nicht-reale Werke zu dem Film) hin oder dienen als Anmerkungen von Johnny oder Zampanò.
    Am interessantesten jedoch ist das Spiel mit dem Layout des Textes, welchem sich hier bedient wird. So ist der Text teilweise auf den Kopf oder die Seite gedreht, es werden nur halbe Seiten beschrieben oder gar nur einzelne Sätze und Worte die in faszinierenden Anordnungen über die Seite verteilt werden.
     Je tiefer man vordringt, um so verwirrender wird es auch, allerdings nie so, dass es frustrierend würde.


    Ein Nachteil dieses Buches ist allerdings, dass es grade am Anfang doch etwas abschreckend wirkt. Es dauert eine Weile, bis man zum Herz der ganzen Sache gelangt und bis dahin wurde zumindest mir ein kleines bisschen Geduld abverlangt.

     Ganz sicher kein Buch, welches man nur mal nebenbei liest, sondern tatsächlich eines, welches etwas Zeit und Aufmerksamkeit fordert. Aber das hat es auf jeden Fall auch verdient, jeder der dieses Art von Buch mögen könnte, sollte ihm zumindest eine Chance geben.


    Sicher nicht etwas für jeden, aber für mich auf jeden Fall 5 Sterne wert!
     Ich werde wahrscheinlich noch eine Weile etwas davon haben.

    Kommentare: 5
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    Cover des Buches OstfriesenKiller (ISBN: 9783596512461)

    Bewertung zu "OstfriesenKiller" von Klaus-Peter Wolf

    OstfriesenKiller
    Buecherwurm_Laravor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Guter Einstieg in eine lange Reihe spannender Krimis.
    Der Beginn von etwas großem...

    Ostfriesland ist erschüttert, als Ulf Speicher – Vorsitzender des Vereins „Regenbogen“ der sich um behinderte Menschen kümmert – in seinem eigenen Zuhause erschossen wird. Und als wäre das nicht schon schlimm genug wird kurz darauf ein weiteres Mitglied der Organisation mit einem Schwert erschlagen.
    Kommissarin Ann Kathrin Klaasen übernimmt den Fall mit ihrem Team. Schnell wird klar, dass hier jemand die Mitglieder des Vereins gezielt zu jagen scheint als mehr Morde geschehen. Aber warum will jemand einen eigentlich gemeinnützigen Verein wie diesen auslöschen?
     Zusätzlich dazu herrscht auch in dem Privatleben der Kommissarin nicht grade viel Ruhe. Verzweifelt kämpft sie darum, alles unter einen Hut zu bekommen und mehr Morde zu verhindern.


    Dies ist der erste Teil der mittlerweile sehr bekannten Reihe aus Ostfriesenkrimis von Klaus-Peter Wolf.


    Der Stil ist eher einfacher gehalten und grade dadurch eingängig und leicht zu lesen. Zu keinem Zeitpunkt habe ich diesen Stil als störend oder unpassend empfunden, sondern er passte immer zum Geschehen.


    Ähnlich eingängig zeigt sich auch die Gestaltung der Charaktere in diesem Krimi. Besonders die Hauptkommissarin Ann Kathrin Klaasen scheint direkt aus dem Leben gegriffen und menschlich. Sie hat eben Ecken und Kanten, eine Geschichte und auch private Probleme. Etwas schade ist vielleicht, dass sie und ihr Privatleben so viel Platz einnehmen das für die durchaus interessanten anderen Charaktere kaum noch etwas vom Rampenlicht übrig bleibt. Dabei finde ich, dass auch diese doch neugierig machen.


    Die Handlung ist spannend, man fiebert von vorne bis hinten mit. Die Auflösung kommt am Ende dann überraschend, ohne das man wirklich darauf gekommen wäre. Besonders spannend sind hier wohl die Einblicke in die Sichtweise des Täters die Stellenweise eingestreut wird. Etwas unpassend war eine Szene die irgendwie wie ein Schlenker wirkte, den das Buch nicht nötig gehabt hätte, ansonsten aber durchweg spannend und mitreißend.
     Vielleicht könnte man kritisieren, dass das ganze dann am Ende zu Teilen etwas weiter her geholt wirkte, andererseits hat mich das persönlich eher weniger gestört.


    Schon eher störend fand ich dann, dass das Buch sehr plötzlich praktisch abgebrochen hat. Mit der Lösung des Falls ist das ganze dann auch gleich beendet, ohne auch nur ein bisschen Epilog zu bieten. Es wirkte dadurch irgendwie nicht wie ein echtes Ende, auch wenn das sehr wohl darunter stand. Eigentlich schade.


    Sehr gut gefallen hat mir dafür das grundsätzliche Thema dieses Krimis. Diese Beschäftigung mit der Arbeit mit Behinderten und eben auch mit denen, die sich davon benachteiligt fühlen und gegen solch eine Vereinigung sein könnten war spannend und interessant zu lesen. Als Thema auf jeden Fall etwas mit viel Potential.


    Insgesamt also durchweg ein solider Krimi, den ich mit 3,5 von 5 Sternen bewerten möchte. Vielleicht etwas holprig hier und da, aber trotzdem durchweg gut gelungen.

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    Über mich

    Was sollte man über mich wissen? Ich bin ein bisschen Nerd und ein bisschen Leseratte. Entweder meine Nase steckt in einem Buch, oder an einer Konsole. Lieblingsgenres sind Fantasy, Krimis und eventuell noch Sci-Fi. Grundsätzlich lese ich alles, solange die Story nur spannend ist. Einzig reine Liebesromane locken mich nun wirklich eher nicht. Lieblingsautor, jetzt und für alle Zeiten ist Terry Pratchett, ein echter Meister seines Fachs. Wenn ich mal rausgehe, dann gehe ich mit vorliebe auf Mittelaltermärkte/-festivals, wo ich verkleidet zu meiner absoluten Lieblingsband feiere: Saltatio Mortis. Als Totentänzerin kann ich Stolz sagen: Ich in geboren um Spielmann zu sein! ...wenn ich nur nicht so schüchtern wäre :D Immer gerne ansprechen, ich beiße nicht ;)
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