Charlousie

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    Cover des Buches Elias & Laia - Die Herrschaft der Masken (ISBN: 9783846600092)

    Bewertung zu "Elias & Laia - Die Herrschaft der Masken" von Sabaa Tahir

    Elias & Laia - Die Herrschaft der Masken
    Charlousievor 5 Jahren
    Kurzmeinung: „Elias & Laia – Die Herrschaft der Masken“ ist so gewaltig wie ein Sturm. Geschmiedet aus Feuer und Asche.
    Sturmgewaltig

    „Normalerweise würde ich für solch eine Unverschämtheit ein Auge nehmen“, sinniert die Kommandantin. […] „Bitte“, sage ich. „Es war ein Fehler.“ Sie beugt sich herunter zu mir, sodass ihre Lippen nur noch Zentimeter von den meinen entfernt sind, und ihre toten Augen erhellt ein erschreckender Zorn […] „Dummes Mädchen“, flüstert sie. […] Sie schiebt einen Knebel in meinen Mund, und dann brennt, sengt und schneidet sich der Dolch seinen Weg durch meine Haut. Sie arbeitet langsam, so langsam. – S. 207-208

    »Inhalt«

    Laia hat schon vor langer Zeit ihre Eltern verloren. Doch als jetzt auch noch ihre Großeltern vor ihren Augen umgebracht und ihr Bruder verschleppt wird, hat sie nur noch einen Gedanken: Ihn retten. Dafür riskiert sie alles, indem sie sich freiwillig versklaven lässt, um in der Höhle des Löwen Informationen zu sammeln.

    Elias steht kurz vor der Abschlusszeremonie, um eine Maske zu sein. Allerdings plant er, dieses Amt nicht lange auszuführen, sondern zu fliehen und damit zu desertieren.

    Doch am Ende kommt alles ganz anders, da die Auguren nach über 500 Jahren die Prüfung ausrufen, auf die das Land gewartet hat.

    Elias wird Laia begegnen und sobald sich ihre Blicke zum ersten Mal kreuzen, hält die Welt den Atem an, weil sich alles verändern wird!

    »Sturmgewaltig«

    „Elias & Laia – Die Herrschaft der Masken“ ist so gewaltig wie ein Sturm. Geschmiedet aus Feuer und Asche.

    Sabaa Tahir hat mich vom ersten Wort an bedingungslos eingewebt in die Welt des Imperiums.

    Ich habe stundenlang, beinahe ununterbrochen die Wendungen, Schicksalsschläge und rohen Brutalitäten dieser Welt verfolgt. Durch die Augen der beiden Protagonisten Elias und Laia, die im Wechsel aus der Ich-Perspektive erzählen, durfte ich für eine viel zu kurze Zeit in eine mehr als spannende Geschichte abtauchen.

    »Weinen, ausrasten und schreien«

    Diese spannende Geschichte lebt von Momenten, in denen man einfach nur den Atem anhalten kann, geschockt ist, am liebsten weinen, ausrasten, schreien oder alles auf einmal tun würde.

    Sabaa Tahirs Geschichte ist gezeichnet von einer schonungslosen Gewalttätigkeit, die die Story umso spannender werden ließ. Schluss mit süffisanten Wendungen, mit Gnade, mit Erbarmen oder der Hoffnung, dass doch niemand wirklich so böse sein könne. Doch! Manche Figuren in „Elias & Laia – Die Herrschaft der Masken“ können genau DAS!

    Normalerweise lobe ich die innere Stärke der Protagonisten. Ihre Unerschrockenheit, ihren Willen und ihre feste Überzeugung, dass sie in der Lage sind, allem standzuhalten und niemals aufzugeben.

    »Zweifelfresser«

    Hier jedoch lobe ich tatsächlich einmal die Schwäche Laias. Laia ist innerlich von Zweifeln zerfressen. Weiß, dass sie Angst hat. Kämpft mit der Furcht, dass sie nicht durchhalten könne, dass sie aufgibt, dass sie sich dafür selbst hassen muss. Laia hat Angst und dennoch… macht sie weiter. Schafft es immer wieder, sich zu überwinden und trotz Furcht mutig genug zu sein, nicht bewegungsunfähig zu werden. Diesen inneren Zwiespalt, den die Autorin eingebettet in einen bombastischen Spannungsbogen aufzeigt, der hat mich beeindruckt.

    »Gegensätzliche Herkunft«

    Der brachte mir Laia näher. In einer Welt, die auf einer totalitären Machtstruktur basiert, existieren als Gegengewicht noch genug kleine Lämpchen, die mich als Leserin noch die Hoffnung für „Elias & Laia – Die Herrschaft der Masken“ bewahren ließen.

    Fasziniert hat mich auch die gegensätzliche Herkunft von Elias und Laia. Beide kämpfen sie für ähnliche Sachen, obwohl sie aus so unterschiedlichen Schichten stammen. Ein Punkt, den Sabaa Tahir wunderbar ausgeschmückt hat und der einer von vielen Stützpunkten dieses glanzvollen Werkes darstellt!

    »Mein Fazit«

    Sabaa Tahir bietet absolut großes Kopfkino mit feinstem Bashing an, durchläuft dennoch alle Facetten von Spannung, Abenteuer, Liebe, Kampf, Verrat, Zweifel, Trauer, Stärke, Hoffnung und Hoffnungslosigkeit. Sie erschafft zwei Protagonisten mit eindringlichen Stimmen, deren Handeln beim Lesen zu meinem eigenen wurde. Sie erschafft Tod und Leben zugleich, in einem Buch, in dem sich die Wörter von den Blättern zu lösen schienen, um einen Tanz direkt vor meinem inneren Auge zu vollführen. Sie erschafft unmögliche Gegensätze, die trotz alledem logisch sind.

    Eigentlich gibt es nichts, was „Elias & Laia – Die Herrschaft der Masken“ nicht gehabt hätte und so kommt es, dass ich schon lange nicht mehr derart verliebt in ein Buch gewesen bin.

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    Cover des Buches Phantasmen (ISBN: 9783551582928)

    Bewertung zu "Phantasmen" von Kai Meyer

    Phantasmen
    Charlousievor 6 Jahren
    Das wohl erste Mal in einer Geschichte, dass ein Lächeln nicht gerne gesehen wird…

    In meinem Kopf war nichts als Panik. Emma hatte eine Hand an ihre Brust gelegt, als wollte sie die Finger zwischen ihre Rippen stoßen, um sich das hämmernde Herz herauszureißen. In mir keimte der fatale Gedanke, dass es womöglich besser wäre, einfach stehen zu bleiben und jede Anstrengung zu vermeiden. -S. 41

    »Der Inhalt«

    Rain liebt ihre jüngere Schwester Emma mehr als alles andere auf der Welt. Umso größer sind die Selbstvorwürfe, dass sie Emma vor einiger Zeit nach dem Tod ihrer Eltern für einen Selbstfindungstrip nach Afrika im Stich gelassen hat. Wieder in der Heimat trägt sie ein Afrika-Trauma davon und leidet unter einer ausgewachsenen Phobie; die nicht gerade hilfreich ist, als sie sich in der spanischen Wüste befinden, um den Flugzeugabsturzort ihrer Eltern aufzusuchen und auf die Geister ihrer verstorbenen Eltern zu warten.

    Die Geister sind für die Menschen inzwischen schon etwas Gewohntes geworden, doch als sie den Geistern ihrer Eltern gegenüber stehen und diese – so wie alle anderen auch – plötzlich zu lächeln beginnen, merken sie, dass nichts tödlicher sein kann, als das Lächeln dieser ansonsten nicht greifbaren Geister.

    »Eine blinde Achterbahnfahrt«

    „Phantasmen“ wartet auf mit einer wilden Achterbahnfahrt. Einer Achterbahnfahrt, die ich als Leserin blind begehe.

    Seicht fährt sie an in der trockenen und staubigen Wüste Almarías und gibt sich schon bald einem steilen Spannungsbogen hin, der kurvig (konstant die Spannung haltend !) nach unten fährt, nach rechts und links ausschert und nie weiß ich als Leserin, in welche todeslastigen Themen und Fahrwasser wir uns noch so hinbewegen.

    Kai Meyer baut seine Story auf einem religiösen Grundgerüst auf, was sicherlich nicht von Anfang an klar ist. Klar ist am Anfang nur, dass zwei Schwestern mit interessanten Hintergrundgeschichten und herausstechenden Persönlichkeiten in Almaría den Absturzort des Flugzeuges besuchen, in dem ihre Eltern verunglückt sind.

    Alles scheint normal, bis auf die Tatsache dieser Geister, die ich als normale Leserin schon leicht befremdlich fand. So langsam „Phantasmen“ auch anfährt, so rasant geht es weiter. Plötzlich sind da wilde Verfolgungsjagden und niemand weiß eigentlich genau, warum, wieso und weshalb. Jeder scheint auf vielen Seiten zu stehen oder am Ende doch nur auf der eigenen. Letztlich kämpfen aber doch wieder alle nur für ein Ziel, nämlich gegen die Geister, gegen die dennoch alle machtlos sind.

    »Überraschender Handlungsverlauf«

    „Phantasmen“ ist in viele Abschnitte unterteilt, deren Überschriften jeweils auf das vorbereitet, was im Folgenden kommen könnte. Ich schreibe ‘könnte’, weil ich teilweise andere Assoziationen hatte und dementsprechend überrascht war, wie sich der Handlungsverlauf gestaltete.

    »Immer diese Religiosität?«

    Mit detailliertem Einfallsreichtum setzt sich Kai Meyer durch seine Protagonisten mit der Thematik des Todes auseinander, welcher – wie zu Anfang bereits erwähnt – durchaus in einem religiösen Kontext gesehen werden kann.

    Seine Interpretation vom Jenseits oder auch der eines Gottes fand ich durchaus interessant und äußerst vielversprechend sowie anregend und flüssig zu lesen in der Geschichte integriert. Auch die Hypnose spielt in diesem Zusammenhang eine nicht unerhebliche Rolle. Nichtsdestotrotz hätte ich mir von der Auflösung mit den Lichtern am Ende des Tunnels mehr Tiefgang gewünscht. Bzw. eine noch tiefgehendere Auflösung in der Verknüpfung zwischen den Probanden, den Experimenten, dem Tod, den Geistern, der Religion und der Hypnose. Ihr versteht nur Bahnhof? – Dann LEST „Phantasmen“ ! ;)

    »Mein Fazit«

    Kai Meyer greift in „Phantasmen“ eine im Jugendbuchsektor nicht oft anzutreffende Thematik auf. Mit Herzklopfen, Dramatik und kühler Logik habe ich mich in den Seiten festgebissen und kann diese rasante Road-Trip-Story trotz kleiner Mängel allen Kai Meyer Fans, solche, die es werden wollen und actionbegeisterten LeserInnen empfehlen.

    Das wohl erste Mal in einer Geschichte, dass ein Lächeln nicht gerne gesehen wird…

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    Cover des Buches Dornenherz (ISBN: 9783649613701)

    Bewertung zu "Dornenherz" von Jutta Wilke

    Dornenherz
    Charlousievor 6 Jahren
    Kurzmeinung: Ein melancholisch anmutender Roman, der mich packen konnte.
    Ein melancholisch anmutender Roman, der mich packen konnte.

    Ich muss schlucken. Will etwas sagen. Will ihm sagen, wie durcheinander ich seit unserem ersten Treffen bin, will ihm erzählen, wie oft ich an ihn denke, wie sehr ich unsere Gespräche genieße, wie viel mehr ich davon möchte. Aber ich sage nichts. Und ersticke fast an all den Worten, die ich nicht sagen darf. - S. 146

    »Der Inhalt«

    Annas Schwester Ruth ist tot. 1 Jahr ist es schon her und dennoch hat sie sich selbst in diesem Leben verloren. Anna weiß nichts mehr mit sich anzufangen, spürt sich nicht einmal mehr, so dass es sie auch noch herzlich wenig interessiert.

    Per Zufall führt eine Katze sie zu der wunderschönen Statue eines Engels, zu dessen Füßen ein Meer aus weißen Rosen wächst. Anna vermutet eine Geschichte dahinter und ihr Interesse als Künstlerin ist geweckt. Schließlich hat sie früher viel und leidenschaftlich gemalt. Früher… Sie rappelt sich auf und beginnt die Statue zu zeichnen, da läuft ihr der junge Phil über den Weg und Anna spürt eine Anziehungskraft, die ihr solch große Angst einjagt, dass sie zu ertrinken glaubt.

    »Eine rosige Geschichte über Abschied, Liebe und Schmerz«

    „Dornenherz – Jedem Ende wohnt ein Anfang inne“ von Jutta Wilke ist ein Roman über zwei jung Frauen, die durch die Zeit hindurch eine Geschichte verbindet. Eine besondere Geschichte, in der eine noch besonderere Rose eine Rolle spielt.

    Lebendige Bilder haben mich durch „Dornenherz – Jedem Ende wohnt ein Anfang inne“ begleitet, so wortgewaltig sind die Metaphern der Autorin über Verlust und den damit einhergehenden Schmerz, über Liebe, die ebenfalls Glück und Leid hervorrufen kann und über die Turbulenzen, die unseren Alltag gerne mal durcheinander wirbeln.

    »Zarte Liebesbande?«

    Ich habe mich in die Gedankenwelt der Protagonistin Anna tief hineinfühlen können. Habe mich hilflos und für die Zeit der Lektüre mich ebenso in mir selbst verloren gefühlt.

    Obgleich die Geschichte aufgrund ihrer Kürze recht Schnelllebig ist, so ist sie doch von einer reifen Tiefe ausgefüllt, die mich Gänsehaut spüren ließ. Jutta Wilke beschränkt sich auf das Wesentliche, erzeugt dennoch verschiedene Spannungspunkte, welche sie wiederum brisant miteinander verknüpft. Ich sage nur, die Rose ist ein immer wiederkehrendes Element. Ebenso der auf dem (wunderschönen!) Cover abgebildete Engel. Die Liebe mag zwar zarte, aber mindestens drei mal so starke Bande knüpfen!

    Atmosphärisch und wunderbar zum Einstimmen sind die kurzen Gedichte vor jedem Kapitel. Meistens ein Rosengedicht, das Zeit zum Innehalten, Nachdenken und in sich hinein horchen gibt.

    »Mein Fazit«

    Jutta Wilkes „Dornenherz – Jedem Ende wohnt ein Anfang inne“ ist eine tiefschürfende Geschichte über Tod, Trauer, Verlust, aber eben auch einem Neuanfang. Eines Wiederentdeckens des Lebens, ein sich erfreuen an den kleinen Dingen und zu erkennen, wie schön das Leben sein kann.

    Ein melancholisch anmutender Roman, der mich packen konnte.

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    Cover des Buches Death (ISBN: 9783551520616)

    Bewertung zu "Death" von Melvin Burgess

    Death
    Charlousievor 6 Jahren
    Kurzmeinung: „Death“ eine an Nervenkitzel kaum zu übertreffende Story!
    »Schwelende Spannungsglutherde«


    »Der Inhalt«

    Adam hat nichts. Kein Geld, kaum Träume, vordergründig aber keine Perspektive. Seit sein Vater durch einen Unfall arbeitsunfähig geworden ist und sie auf die Unterstützung seines älteren Bruders angewiesen sind, weiß Adam, dass er entweder Karriere im Fußballspielen machen oder ganz, ganz tief fallen wird.

    Doch dann ist da dieses angeblich letzte Konzert von Jimmy Earle, auf dem er Lizzie besser kennenlernt. Lizzie aus reichem Hause, in der er nicht nur verliebte Gefühle, sondern auch gute Pläne für die Zukunft sieht. Als Jimmy Earle dann seinen vermeintlich letzten Auftritt hinlegt und die Leute wie verrückt die Droge DEATH schlucken, bei der am Ende nichts als der Tod steht, spürt Adam, dass sich etwas Großes verändern wird.

    »Schwelende Spannungsglutherde«

    Melvin Burgess hat mit „Death“ einen extrem packenden Thriller verfasst, der verschlungenen, sumpfigen, zwielichtigen und definitiv undurchsichtigen Pfaden folgt. Im Laufe der Handlung verpufft Spannung um Spannung, um Spannung um Spannung in kleinen Glutherden, die im Hintergrund weiterglühen und am Ende dem großen Finale als Anstachelung und Nahrung dienen.

    Was war ich nicht gefangen und komplett unfähig „Death“ auch nur länger als ein paar Minuten ruhen zu lassen.

    Intrigant, berechnend und manipulativ hat Melvin Burgess eine Geschichte angelegt, in der er als Autor die fette schwarze Spinne zu sein scheint, die ein riesengroßes Netz gesponnen hat, in das sowohl die Charaktere als auch wir LeserInnen uns unaufhörlich verstricken.

    »Der Autor als fette Spinne im vergifteten Handlungsnetz?«

    DEATH selbst ist im Roman „Death“ eine Droge, die sieben Tage Hochgefühl verspricht, an deren Ende allerdings nichts als der Tod steht. In den schwierigen Zeiten Englands sind viel zu viele Jugendliche motiviert, diese Droge auch zu schlucken, weil sie lieber noch einmal wirklich leben wollen, anstatt jahrelang ein tristes Dasein zu fristen. Sätze wie: „Bis ans Ende meines Lebens“ bekommen da eine ganz andere Bedeutung, wenn nur noch 5 Tage übrig bleiben.

    Doch DEATH wird letztlich als gezieltes Werkzeug eingesetzt, denn was wäre der Roman ohne verschiedene Seiten, die jeweils ein Ziel vor Augen haben? In „Death“ möchte ‘jemand’ gerne die Regierung zum Aufwecken zwingen, wenn nicht sogar komplett umkrempeln.

    Dies hängt im direkten Zusammenhang mit den Protagonisten, die von ihrem Glück genauso wenig ahnen, wie wir LeserInnen.

    Überhaupt hat Melvin Burgess durch den Fokus auf gleich mehrere Personen aus verschiedenen Lagern ordentlich Tempo in die Erzählung gebracht und nie durchblicken lassen, wann eine Hoch- und wann eine Talfahrt anstand.

    »Ein brutaler Schocker!«

    Warnen muss ich LeserInnen mit schwachen Nerven. Wäre „Death“ ein Film und kein Buch, ich hätte bei den brutalen Szenen vermutlich weggucken müssen, denn da vertrage ich nichts. Doch in meiner Vorstellungskraft verdränge ich bei Prügeleien, Messerstechereien, Schlägereien, handfesten Abreibungen und dergleichen einfach das Blut, knackende Knochen bzw. sämtliche Blessuren, die ich mir in echt kaum angucken könnte. Und ich versichere euch, diese Sachen kommen in schillernden Beschreibungen nicht gerade zu kurz. Wer also auf solche Szenen steht, der sollte definitiv schon einmal zu „Death“ greifen. Wem dabei übel wird, die Finger davon lassen.

    Denn obwohl meine Vorstellungskraft mich schützende Grenzen kennt, ist die Wahnsinnigkeit eines Irren, der ständig „C4“ oder „C3“ schreit ein Grund für mehr als nur Gänsehaut. Was es mit diesen „C“-Sachen auf sich hat, solltet ihr unbedingt beim Lesen herausfinden ;).

    Melvin Burgess Schreibstil ist relativ kühl und rational, was die Ernsthaftigkeit und Komplexität dieser Geschichte nur unterstrichen hat.


    »Mein Fazit«

    In „Death“ prescht Melvin Burgess mit einer hochdramatischen, packenden und extrem thrillerlastigen Geschichte voran, deren stahlseidenen Spannung ich mich nicht entziehen konnte, die mich zum Fingernägel kauen animierte und die ich allen empfehlen würde, die ein paar Stunden in einer brutalen, krassen aber lesenswerten Welt abtauchen wollen; realistische und ernsthafte Erzählungen mögen oder auch nur einmal etwas Anderes suchen. Denn Melvin Burgess deckt all diese Bereiche tatsächlich ab. „Death“ eine an Nervenkitzel kaum zu übertreffende Story!

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    Cover des Buches Sternenstaub (ISBN: 9783522503808)

    Bewertung zu "Sternenstaub" von Kim Winter

    Sternenstaub
    Charlousievor 7 Jahren
    Zum Nachdenken, Versinken und Schmökern, ein gigantischer Abschlussband einer großartigen Trilogie!


    »Der Inhalt«

    Mias Welt droht auseinander zu fallen. Obwohl sie ihren Vater David wiedergefunden hat, findet der nicht einmal die Zeit, um auf ihrer Verbindungsfeier mit Iason dabei zu sein.

    Doch nicht nur das. Das wichtigste Ereignis in Mias Leben wird von einem bösen Zwischenfall des Feindes unterbrochen. Lokondra gibt keine Ruhe und möchte Mia für sich gewinnen, um seinen Sinn zu erfüllen. Dafür ist ihm jedes Mittel recht und dann soll Iason auch noch gehen und Mia weiß, dass sie durch den Krieg bald vielleicht mehr als nur Planeten voneinander trennen werden. Also trifft sie eine Entscheidung, die möglicherweise so vorherbestimmt war, jedoch über das Schicksal beider Planeten bestimmen wird. Ob dieses sich zum guten oder schlechten wenden wird, bleibt abzuwarten…

    »Herzinfarkte, Schreckmomente und große Überraschungen«

    Der finale Abschlussband “Sternensturm” der “Sternen”-Trilogie von Kim Winter entführt erneut in ein rasantes Abenteuer in die Welt der Zukunft und in die von der jungen Erwachsenen Mia Wiedemann.

    Weil der letzte Band ein wenig zurücklag, hatte ich anfangs ein paar Schwierigkeiten, mich erneut in die Welt hineinzufinden bzw. die ganzen Namen den jeweiligen Personen zuzuordnen. Vor allen Dingen, da dort zwischen Loduunern und Menschen unterschieden werden muss.

    Obwohl Kim Winter ihren LeserInnen keine Rückblenden gibt, habe ich mich schnell wieder eingefunden und es fühlte sich richtig wie ein “nach Hause” kommen an.

    Die ersten herzinfarktfördernden Situationen, Schreckmomente und großen Überraschungen blieben nicht lange aus und ich durfte mich auf eine rasante Achterbahnfahrt der Gefühle begeben.

    »Wahnsinnige Verflechtungen und Gefühle der exquisiten Art und Weise«

    Denn gerade die Gefühle sind es, die in dieser Trilogie, also natürlich auch in “Sternenstaub” bestechen. Kim Winter schreibt eine überragende Liebeserklärung an unser Leben, an den Frieden und über die Dinge, auf die es wirklich ankommt im Leben. Dabei verliert sie nie den Plot oder dessen spannende Entwicklung aus den Augen.

    Sie hat sich in “Sternenstaub” einen großen Stamm aus Charakteren aufgebaut, die ich alle lieben, schätzen und kennenlernen durfte.

    Es ist wahnsinn, was ein paar Worte und deren präzise Verflechtung alles anstellen können. “Sternenstaub” ist nämlich eine ebenso wahnsinnige Verflechtung von Worten, die sich mehr als würdig erweist, das abschließende Krönchen dieser Trilogie zu bilden.

    Obwohl “Sternenstaub” in aller erster Linie schön ist, schön, weil ich es literarisch als unglaublich wertvoll erachte und es – sofern man dies als LeserIn annehmen möchte – viele Weisheiten und wichtige Werte auf den Weg mitbekommt, beschreibt es auch die hässlichen, gewaltsam und schmerzhaften Seiten des Lebens.

    »Und ein Krieg fordert Opfer…«

    Da ist ein Krieg, der die Grundlage für “Sternenschimmer” bot, in “Sternensturm” immer präsenter wurde und in “Sternenstaub” nun ausgefochten werden muss. Ein Krieg kommt nicht ohne Verluste aus und wie Kim Winter diesen Verlauf und alle damit zusammenhängenden Erzählstränge verknüpft hat, ist bewundernswert und mehr als nur spannend zu lesen gewesen.

    Dieser Trilogie liegt eine Genialität inne, an der ich mich einfach erfreuen muss.

    Wie oft wahr ich kurz davor zu weinen und habe es dann tatsächlich auch getan? Wie oft dachte ich, gleich lachen zu müssen und habe dies dann getan?

    Wie oft hätte ich am Liebsten in die Seiten gebissen, weil das von Kim Winter erzeugte Kopfkino zu erschütternd und Herzrasen erzeugend war?

    Solche Fragen könnte ich noch viele stellen, was beweist, wie sternenhaft und gar nicht staubig “Sternenstaub” eigentlich ist!

    »Mehr als Schwarz oder Weiß. Aber auch nicht grau, sondern bunt!«

    Selbst das Böse und das Abscheuliche ist bei Kim Winter nicht getreu dem Muster Schwarz oder Weiß. Es hat auch seine verletzlichen und schwachen Seiten, die es menschlicher (bzw. loduunischer) erscheinen lassen und Nachvollziehbarkeit gewähren. Das führte zu inneren Konflikten mit mir selbst, denn dann beginne ich, mich zu fragen, was man opfern darf für “höhere” Ziele, was nicht und wie weit solch eine Moral gehen darf.

    Ich ziehe also auch moralische Werte aus “Sternenstaub”, die nie mit erhobenem Zeigefinger gepredigt werden, sondern als ein Angebot, das angenommen werden kann, aber eben nicht muss.

    »Mein Fazit«

    Ich nehme “Sternenstaub” zum einen als überzeugende, herausragende und tief bewegende Übertragung auf unsere Gesellschaft(sform) wahr, gleichzeitig als fiktionales Werk, das unabhängig von unserer Gegenwart und Vergangenheit zu prickeln und zu kitzeln weiß und gleichzeitig zu eigenen emotionalen Achterbahnfahrten einlädt.

    Eine Trilogie, deren Ende ich sehr herbeigesehent habe, das mich keine Sekunde enttäuschte, dessen Ende aber auch traurig ist, weil ich die Protagonisten Iason, Mia sowie alle anderen Bewohner aus dem Tulpenweg und weitere Randfiguren unglaublich vermissen werde.

    “Sternenstaub” habe ich mit großem Genuss gelesen, viele Kapitel mit Pausen auf mich einwirken lassen und mich so richtig in diese gigantische Welt, gespickt mit vielen, vielen überraschenden Wendungen, liebenswerten Charakteren und atemberaubenden Schauplätzen fallen gelassen.

    Eine Trilogie und ein Abschlussband den ich nicht nur empfehle, sondern jedem aufs Auge drücke, der weiß, was gelesen werden muss und gut für ihn/sie ist!! Suchtfaktor und Lesemuss!

    → Leseprobe!

    Band 1: “Sternenschimmer”

    Band 2: “Sternensturm”

    Band 3: “Sternenstaub”


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    Cover des Buches Rückwärtsleben (ISBN: 9783453437388)

    Bewertung zu "Rückwärtsleben" von Mark Watson

    Rückwärtsleben
    Charlousievor 7 Jahren
    Cover des Buches Assassino (ISBN: 9783760786810)

    Bewertung zu "Assassino" von Gerd Ruebenstrunk

    Assassino
    Charlousievor 7 Jahren
    Kurzmeinung: Enttäuschende Umsetzung, keine Spannung und vergeudetes Potenzial! Schade! Ein nicht empfehlenswertes Buch!!
    Vergeudetes Potenzial in enttäuschender Umsetzung!

    »Inhalt«


    Kati und Chris besitzen einen hohen IQ, so dass es nicht verwunderlich ist, dass sie im Auftrag von Katis Vater auf der Suche nach der s.g. Fibelscheibe sind. Blöderweise sind sie nicht die einzigen, die sich für dieses Objekt interessieren. Blut säumt den Weg, den sie gehen müssen, um die Fibelscheibe zu lokalisieren.
    Leichter werden die Dinge mit dem Auftauchen des mysteriösen Ilyas nicht gerade. Er scheint sich an nichts zu erinnern und wirkt wie aus einer anderen Zeit gefallen.
    Während Kati und Chris sich diesen Herausforderungen stellen, offenbaren sich zunehmend die Zusammenhänge zwischen der Fibelscheibe und dem Jungen, Ilyas.
    Ein Wettlauf um Leben und Tod beginnt.

    »Verloren in wirren, parallelen Erzählungen, die plötzlich Hauptschauplätze sind.«


    Mit dem Buch “Assassino” von Gerd Ruebenstrunk bin ich vorne und hinten nicht warm geworden.
    Die ersten Seiten überraschten mich positiv, dieser Eindruck verflüchtigte sich allerdings nach nur wenigen Seiten. Die Figuren wurden immer unglaubwürdiger, nervender, widersprüchlicher und wenig lesenswert. Anfangs nahm ich an, dass der Plot früher oder später wieder Fahrt aufnehmen würde, ging relativ unkritisch an die weiteren Kapitel heran, was sich nach spätestens der Hälfte komplett änderte.
    Viele Handlungsstränge und parallele Erzählungen führen auf einen vermeindlich großen Showdown hin, der natürlich einiges auflöst, aber nicht so brillant oder packend daherkommt, wie ich es mir gewünscht hätte.
    Gerd Ruebenstrunk hat in meinen Augen nie so ganz die Prioritäten seiner Figuren festlegen können. Mal ist die Suche nach der Fibelscheibe – die gleichzeitig der Auslöser und die Grundlage für “alles” ist - am wichtigsten, dann tritt sie in den Hintergrund und es wird über Details in einer undurchsichtigen Bruderschaften aus der Vergangenheit gefachsimpelt.

    »Vergeudetes Potenzial und Kleinigkeiten, die zu Störfaktoren heranwachsen.«


    Eine Verbindung zu diesen Bruderschaften oder auch Auftragsmördern - genannt Assassinen - gibt es durch die Figur Ilyas, jedoch ist das darin enthaltene Potenzial kaum ausgeschöpft worden. Verbindungen und Übergänge, Zusammenhänge und Entwicklungen verkümmern im Laufe des Lesens immer wieder erneut auf halbem Wege.
    Meistens sind es nur Kleinigkeiten und normalerweise stören mich Kleinigkeiten nicht weiter. Bei “Assassino” summierten sich die Kleinigkeiten vielfach und mutierten, gespickt von kleinen Logikfehlern, zu großen Störfaktoren, die mich den Lesespaß kosteten. Einige Situationen wirkten extrem künstlich und auch die Handlungen zwischen den Figuren gestellt und unnatürlich. “Gab es da eine Liste, die der Autor abgehakt hat, bevor er sich dem nächsten Abschnitt zuwenden konnte?”, habe ich mich ein ums andere Mal gefragt.

    »Lesetief und Abbruch-Gedanken!«


    Nein, Gerd Ruebenstrunk konnte mich mit “Assassino”, im Gegensatz zu “Rebellen der Ewigkeit” nicht überzeugen. Das Buch balancierte knapp an dem Punkt, an dem ich Bücher gerne abbrechen würde. Wäre es nicht für eine Leserunde gewesen, hätte ich dies vielleicht sogar getan, denn so bin ich in ein kleines Lesetief geschlittert.
    “Assassino” besitzt positive Ansätze, die ich ein einziges Mal prima umgesetzt sah.
    Eine Hauptfigur schildert unter Hypnose seine Geschichte. Während dieser (zu seltenen) Momente war ich gefesselt und hätte mich über eine Vertiefung in dieser Richtung gefreut.
    Stattdessen bleibt die Handlung relativ offen und eine Fortsetzung ist zu erwarten, auf die ich getrost verzichten kann!

    »Mein Fazit«

    “Assassino” ist eine Geschichte mit viel Potenzial, das zu cirka achtzig Prozent in den Sand gesetzt wird. Ich kann kaum ein positives Haar an diesem Buch lassen. Trotz wunderschöner Gestaltung in schimmernder metallic-Optik, weiß der Inhalt in wenig schimmernder Manier einen bitteren Nachgeschmack zu hinterlassen. Durststrecken, Charaktere, mit denen ich nicht warm wurde, Ungereimtheiten und kaum Spannung, verleideten mir das Lesen, trotz flüssigem Schreibstil.
    Vielleicht waren meine Ansprüche zu hoch und meine Erwartungen für ein reiferes Buch gingen in eine zu verkehrte Richtung.
    Mag sein, dass jüngere LeserInnen mit “Assassino” mehr Vergnügen haben als ich, doch ich werde keine Empfehlung aussprechen.
    Eventuell klappt es mit meinem nächsten Gerd Ruebenstrunk-Buch besser!

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    Cover des Buches Soul Beach - Frostiges Paradies (ISBN: 9783785573860)

    Bewertung zu "Soul Beach - Frostiges Paradies" von Kate Harrison

    Soul Beach - Frostiges Paradies
    Charlousievor 7 Jahren
    Kurzmeinung: Toller Einstieg und beständige Gänsehaut, ein lohnender Jugendbuch-Thriller!!
    Endlich mal wieder ein Buch, bei dem der Einstieg auf Anhieb passte!!

    .
    .»Inhalt«

    Alice hat ihre große Schwester Meggie immer geliebt. Obwohl Meggie immer die Schönere, die Begabtere und am Ende sogar ein berühmter Promi war. Doch wie wichtig ihre Schwester Alice gewesen ist, registriert sie erst, als es zu spät ist. Meggie wird tot aufgefunden. Ermordet. Erstickt.

    Von diesem Moment an ist Alice’ Welt zerstört. Ihre Eltern gehen auf zu verschiedene Art und Weisen mit ihrer Trauer um und geraten darüber ständig in Streit. Alice hat einfach nur Kummer und weiß nicht, wie sie ins Leben zurückfinden soll.

    Dann erhält sie plötzlich komische E-Mails, die eine Einladung von Meggie versandte Einladung zum Strand beinhalten.

    Alice betrachtet diese virtuellen Einladungen mit Skepsis. Doch irgendwie kann sie es auch nicht als totalen Unsinn abtun. Schließlich hat nur Meggie gewisse  Dinge gewusst und wer sonst hätte sie so einladen können? Also folgt Alice der Einladung und entdeckt eine Welt, von der sie nicht weiß, ob sie nicht lieber unentdeckt geblieben wäre.

    »Ein idyllisches Strandparadies mit einigen Frostbeulen«

    Endlich mal wieder ein Buch, bei dem der Einstieg auf Anhieb passte. Kurze Kapitel, spannende Gedankengänge und ein Inhalt, der sowohl ernst zu nehmen ist als auch Entwicklungspotenzial besitzt. Ich verspürte sofort einen Sog, dem ich mich bis zum Ende nicht widersetzen konnte. Kate Harrison überzeugt mit einer jungen Protagonistin, die zwischen Trauer und Gefühlschaos in etwas sehr Ungewöhnliches eingeführt wird. Ein virtuelles Strandparadies, an dem sie ihre ermordete Schwester Meggie wiedertreffen und sehen kann. Ein idyllisches und äußerst angenehmes Strandflair, das nach einigen Seiten die ersten Frostschauer garantiert, wird auf ca. 300 Seiten langsam entblättert. Dabei wird den LeserInnen so einiges Spanisch vorkommen, während sie auf mysteriösen Pfaden tiefer und tiefer geführt werden. Kate Harrison hat diese Idee prickelnd umgesetzt und einen guten Mix aus Fiktion in der virtuellen Strandwelt geschaffen und zugleich genug Realität hineingenommen, um den Strand nicht zu lächerlich wirken zu lassen. Beide “Welten” komplementieren das Gesamtbild der Protagonistin und steuern auf ein Ass im Ärmel zu, das uns hoffentlich spätestens im dritten Teil beglückt.

    »Absichtliche Grenzverwischungen«

    “Soul Beach I – Frostiges Paradies” ist außerdem ein recht freakiges und abgefahrenes Buch. Alleine die Idee dieses virtuellen Strandes, der in all seiner Farbenpracht und Schönheit beschrieben und ausgeführt wird. Da vergaß ich manchmal, dass er doch eigentlich ziemlich unrealistisch sein müsste. Genauso erging es auch der Protagonistin Alice, die sich immer wieder in Erinnerung rief, dass sie den Strand über den Bildschirm ihres Laptops sieht und dort jede ihrer Bewegungen mit der Maus steuert. Das hat Grenzverwischungen zur Folge, die sicherlich beabsichtigt sind und mich ebenfalls noch Großes hoffen lassen!

    »Das i-Tüpfelchen«

    Quasi aus dem “Off” ist immer wieder eine (noch) unbekannte Perspektive eingeschoben, die definitiv Meggies Mörder ist und kleine Motivationen für seinen Mord preisgibt, dabei jedoch genauso viele Fragen aufwirft, wie er durch seine Sichtweise soeben geklärt hat. Eine delikate, pikante und geniale Methode, die mich drängte, immerfort weiterzulesen. 

    »Zu wenig Auswahlmöglichkeiten, zu wenig geklärte Hintergründe«

    Weniger rund fand ich die Entwicklungen rund um den Mordfall dieses Buches. Bisher sind zu wenig Personen eingeführt worden, die in Frage kommen.

    Schwarzer Buchschnitt!

    Das hat meine Neugierde verringert und meine aktiven Grübeleien rund um das Geschehen gedämpft. Bisher gibt es kaum Optionen und ich fürchte, dass der Mörder noch nicht einmal eingeführt wurde.

    Auch die Hintergründe des Strandes hätte ich gerne schon etwas genauer erläutert bekommen. Zum jetzigen Zeitpunkt erscheint mir das Grundgerüst von “Soul Beach I – Frostiges Paradies” ziemlich suspekt. Obwohl Kate Harrison das Meiste bestens umsetzte, sind Enttäuschungen über die Hintergründe nicht auszuschließen.

    »Mein Fazit«

    Kate Harrison legt mit ihrem Auftakt zur “Soul Beach”-Trilogie einen gut Start hin, indem sie mit einem temporeichen Aufbau überzeugt und beständig das Gefühl sät, da würde später einmal DAS ganz Große folgen.

    Ich habe die eher schwermütige Grundstimmung genossen, die von gelegentlichen Lichtstrahlen am Strand durchbrochen wird und dann direkt einem überaus frostigen Klima weicht.

    Mysterien, Spannung und Gruselheiten geben sich in einem ständigen Wechsel die Hand und werden viele LeserInnen einfangen, die Reihe fortzusetzen.

    Keine schlechte Idee, denn auch ich bin begeistert!

    → Leseprobe

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    Cover des Buches Warte auf mich (ISBN: 9783866123571)

    Bewertung zu "Warte auf mich" von Miriam Bach

    Warte auf mich
    Charlousievor 7 Jahren
    Kurzmeinung: Eine Geschichte, die Lebensbejahend, Mut schöpfend und ein poetischer Diamant ist. Eine Geschichte, für Taschentücher und Glück! LESEN!!
    Was wäre wenn... Sie mit diesem Buch eine grandiose Liebesgeschichte entdeckten? ;-)

    Für immer und niemals – die Geschichte einer unmöglichen Liebe.

     

    .»Inhalt«

    Die Autorin Miriam findet diesen schnöden, alten Autor Philipp Andersen eigentlich ziemlich arrogant und nervend. Wie ein Gockel plustert er sich immer auf und gibt Lesungen im belehrendem Tonfall.

    Doch dann sitzen sie während eines Verlagsjubiläums plötzlich nebeneinander und lassen ihre Hände sprechen.

    Ohne großartig darüber nachzudenken, lädt Miriam ihn in ihr Hotelzimmer ein und verflucht sich im nächsten Moment auch schon wieder dafür. Als er dann tatsächlich erscheint, ahnen beide noch nicht, dass für sie eine schmerzhafte und geradezu unbegrenzte Liebe erwachsen soll. Eine Liebe, die sich unmöglich gestaltet, denn Philipp steht als langjährig verheirateter Mann und Vater einer Tochter mit beiden Beinen im Leben, während Miriam als geschiedene Frau ein Männer-Desaster nach dem anderen durchlebt…

    »Sensationell! – Wo sind die Taschentücher?«

    “Warte auf mich” ist ein sensationeller Roman. Wie können es zwei Menschen schaffen, dermaßen von der Muse geküsst zu sein, um die Höhen und Tiefen einer Liebe so wortgewandt, treffend, poetisch und schmerzhaft schön in Worte zu kleiden?

    Miriam Bach und Philipp Andersen erzählen keine normale Liebesgeschichte. Eine heimliche und eigentlich verbotene Liebe, die sich richtiger nicht anfühlen könnte und die LeserInnen damit von Abgrund zu Abgrund ziehen.

    “Warte auf mich” gestaltet sich durch einen “Ping-Pong”-Perspektivenwechsel oder auch den Aufbau der Dialogform, wie es im Roman erwähnt wird, als äußerst spannend, abwechselnd und pochend realistisch.

    “Warte auf mich” wird also abwechselnd aus Philipp Andersens und Miriam Bachs Sichtweise vorangetrieben, deren Schreibstil trotz einiger Unterschiedlichkeiten perfekt miteinander harmonieren und es mir ermöglichten, der Handlung wie im Fieber zu folgen.

    »Lesefieber im neuen Sonnensystem zweier Menschen!«

    Warum wie im Fieber? – Weil “Warte auf mich” neben dem andersartigen Konzept, auch inhaltlich etwas komplett Neues bietet; unglaublich erfrischend und trotz Kummer und Schmerz immer wieder witzig und lächelnd daherkommt. Weil es mit einer guten Portion Verrücktheit gewürzt ist und den Einblick in ein ganzes eigenes Sonnensystem gibt. Das Sonnensystem zweier Menschen, die sich nur noch umeinander drehen, sich so nah stehen, wie man sich nur nahe stehen kann und trotzdem von einem ganzen Universum aus Gründen und Barrieren getrennt werden.

    Die Figuren, die in ebenjenem Dialogstil aus der Ich-Perspektive erzählen, gewähren ihren LeserInnen tiefe Eindrücke von ihrem Seelenleben. Das hatte etwas gänsehautförderndes an sich, dem ich nicht widerstehen konnte, so dass ich den beiden Figuren Seite um Seite, Kapitel um Kapitel stärker in den Teufelskreis folgte, der bis zu richtigen Herzrasereien und einem ausgewachsenem Gefühlschaos führt.

    »Der Roman im Roman, eingerahmt von einer glaubwürdigen “Meta”-Ebene.«

    Gefallen hat mir besonders die Ebene des Romans im Roman. Es wird einfach nicht deutlich, was nun wirklich Roman ist und was nicht. Zusätzlich wird die eigentliche Geschichte von einer weiteren “Meta”-Ebene eingerahmt, die dem Ganzen eine noch größere Glaubwürdigkeit verleiht und den Rahmen feststeckt, indem die Handlung geschieht.

    Das Autorenduo vermittelt die Kostbarkeit des Augenblicks und berichtet, dass sie mehr hatten, als die meisten je haben werden, trotz Schwierigkeiten, Widersprüchlichkeiten und Einsamkeit.

    Ich habe mich beim Lesen der einzelnen Wörter beinahe tatsächlich wie gestreichelt gefühlt, weil “Warte auf mich” mein Innerstes berührte und bis zum Ende mit dem Fakt spielt, wie viel Realität oder lediglich erdachter Romanstoff in ihm steckt.

    »Perfektion, die sprachlos zurücklässt«

    Welch größeres Kompliment kann es geben, als dass jemand die Geschichte für möglicherweise real hält und sich deswegen durchs Netz klickt und Hinweisen nachgeht, um genau das abzuklären?

    In “Warte auf mich” steckt solch eine Perfektion, die mich nun ziemlich sprachlos zurücklässt, so dass mir keine Lobpreisungen mehr zum genialen Plot, dieser Idee und unbeschreiblich gefühlvollen Umsetzung einfallen wollen.

    »Mein Fazit«

    “Warte auf mich” ist DER Roman, auf den ihr gewartet habt, wenn ihr gerne Liebesgeschichten lest, die einen Wahrheitsgehalt nicht vermissen lassen und nicht nur zu rührseligen Tränen verleiten. Eine Geschichte, die Lebensbejahend, Mut schöpfend und ein poetischer Diamant ist. Eine Geschichte, deren Figuren mit ihren Fehlern lebten und sagten, dass man nicht in der Absicht lebt, Leid zu vermeiden, sondern um zu leben und dazu gehören auch (Leid verursachende) Fehler.

    Ich kann Philipp Andersens und Miriam Bachs Roman jedem ans Herz legen, denn er ist an Authentizität und Impulsivität kaum zu überbieten.

    Kommentare: 3
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    Cover des Buches Über kurz oder lang (ISBN: 9783939375975)

    Bewertung zu "Über kurz oder lang" von Marie-Aude Murail

    Über kurz oder lang
    Charlousievor 7 Jahren

    Über mich

    Ich bin ein offener, Nächte und Sommer liebender Bücherwurm! Ein wenig zu verträumt vielleicht. Trotz Ordnungsliebe, leider auch Chaotisch. Deswegen: "Ordnung braucht nur der Dumme, das GENIE beherrscht das Chaos" ;) Albert Einstein

    Lieblingsgenres

    Erotische Literatur, Historische Romane, Jugendbücher, Romane, Kinderbücher, Fantasy

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