ChiefC

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    Cover des Buches Fakire (ISBN: 9783550087899)

    Bewertung zu "Fakire" von Antonin Varenne

    Fakire
    ChiefCvor 2 Jahren
    Cover des Buches Die Deutschen und ihre Mythen (ISBN: 9783499623943)

    Bewertung zu "Die Deutschen und ihre Mythen" von Herfried Münkler

    Die Deutschen und ihre Mythen
    ChiefCvor 5 Jahren
    Cover des Buches Johnny und Jean (ISBN: 9783835315563)

    Bewertung zu "Johnny und Jean" von Teresa Präauer

    Johnny und Jean
    ChiefCvor 5 Jahren
    Kunst im Doppelpack

    Johnny und Jean: In Teresa Präauers Roman über zwei Jungen, die aus dem gleichen Dorf stammen und dann beide in der zweitgrößten Stadt des Landes Kunst studieren, sind die Rollen von der ersten Seite an klar verteilt: Johnny verliert als Bub im Schwimmbad beim ungelenken Köpfler schier die Badehose. Doch das merkt eh keiner, weil alle einem zujubeln, der einen Salto vom Dreimeterbrett macht: Jean.
    Mit ihrem zweiten Roman schaffte es Präauer 2015 als eine von fünf Nominierten auf die Shortlist für den Preis der Leipziger Buchmesse. Letzteren gewann sie zwar nicht, aber eine weitere Auszeichnung ist ihr bereits sicher: Am 17. Mai erhält sie den Droste-Literaturförderpreis der Stadt Meersburg. Bereits für ihr Debüt „Für den Herrscher aus Übersee“ hatte Präauer 2012 den aspekte-Literaturpreis bekommen.
    Für einen Künstlerroman wie „Johnny und Jean“ hat Präauer, geboren 1979 in Linz, allein schon ideale Voraussetzungen: Sie studierte Germanistik und Malerei und arbeitet heute als Autorin und bildende Künstlerin in Wien. So stammen auch die Bilder auf den Umschlagseiten ihres neuen Romans aus ihrer Hand.
    Jean der Überflieger, dem alle Herzen zufliegen, der aus Sperrmüll und Nichts umjubelte Performances macht und Johnny, der beharrlich seine Fischbilder malt und von einer Freundschaft mit Jean träumt, deren schillernde Details er sich anfangs nur in seiner Phantasie ausmalt. Doch selbst als sie konkrete Formen anzunehmen scheint, sich die beiden Jung-Künstler auch noch in dieselbe Frau verlieben und sich prügeln, ist der Leser nicht ganz sicher, ob es sich bei Jean und Johnny wirklich um zwei verschiedene Personen handelt, oder ob Johnny/Jean, „eins und doppelt“ ist: zwei widersprüchliche Seiten in einer Person vereint.
    Diese Frage lässt Präauer bewusst offen, wie sie auch vor kurzem in einem Interview einräumte. Sie jedenfalls interessierten beide Typen, die Angeber und die Zweifler und sie glaube, dass es auch beide für die Kunst brauche. So wie manche Maler bereits mit einigen Pinselstrichen eine Leinwand aufteilen und ein Bild entstehen lassen können, braucht Präauer nur wenige Seiten, um Johnny und Jean zu schaffen und zu schattieren. Nebenbei entwirft sie mit leichter Hand einen Exkurs durch die Kunstgeschichte von Cranach bis in die Gegenwart und lässt Dalì sogar mit Johnny sprechen. Damit nicht genug: Dank ihres Humors gelingen Präauer zudem wunderbare Satiren auf den Kunstbetrieb, so über eine Möchtegern-Galeristin, die ihre Künstler schurigelt, über die chronisch unterbezahlten Studentenjobs in solchen Galerien und den „Faktor“, mit dem der Marktwert eines Künstlers berechnet wird. Viele dieser Dinge kennt Präauer aus eigenen Erfahrungen. Sie hat sie in „Johnny und Jean“ in Kunst verwandelt – doppelt und dreifach.

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    Cover des Buches Die Eistoten (ISBN: 9783746629957)

    Bewertung zu "Die Eistoten" von Christian Buder

    Die Eistoten
    ChiefCvor 5 Jahren
    Kurzmeinung: Der Plot von „Die Eistoten“ lässt dem Leser wirklich das Blut in den Adern gefrieren, so an den Haaren herbei gezogen ist er.
    Hanebüchener Plot

    Der Plot von „Die Eistoten“ lässt dem Leser wirklich das Blut in den Adern gefrieren, so an den Haaren herbei gezogen ist er. Im Mittelpunkt steht die völlig unglaubwürdige,

    Person der elfjährigen Alice, die klüger ist als alle Erwachsenen, als die Polizei sowieso, toten Philosophen begegnet und mit einem von ihnen, Ludwig Wittgenstein, sogar ausgiebige Gespräche führt. Da wird allerhand geschwafelt von „Spektren“ und den Grenzen von Realität und Wirklichkeit. Als Rechtfertigung dienen immer wieder Verweise auf die christliche Religion. Denn wie viel glaubwürdiger ist es, an die Auferstehung der Toten und die Verwandlung von Brot in den Leib Christi zu glauben? Sicher eine durchaus berechtigte Frage, vor allem, da das Ganze im tiefkatholischen Allgäu spielt. Aber dennoch eine zu naseweise Strategie: Als ob ein irrationaler Glaube einen anderen rechtfertigen und „wahrer“ machen würde. In einem Interview, das auf den letzten Seiten des Buches abgedruckt ist, sagt Buder, dass er seine Heldin nach „Alice im Wunderland“ benannt hat. Unmittelbare schriftstellerische Vorbilder habe er nicht, fährt er fort. Am stärksten beeindruckt habe ihn Friedrich Dürrenmatt, auch Juan Carlos Somoza und China Miéville faszinierten ihn.

     

    Schwer zu glauben, dass Buder nicht auch Alan Bradleys „Flavia de Luce“-Reihe kennt. In dieser löst eine 13-jährige Engländerin, die ein Chemie-Genie ist, Kriminalfälle, geht den Erwachsenen und der Polizei auf die Nerven und ärgert ihre ältere Schwestern, so wie Alice dies mit ihrer Schwester Amalia macht. Arg viele Übereinstimmungen, um an Zufall zu glauben. Natürlich ist Flavia auch eine Kunstfigur, die allerdings ihre Verbrechen ganz ohne Übersinnliches und Geisterseherei löst, sondern mit Wissenschaft und britischem common sense. Außerdem geht Alice und den „Eistoten“ der Witz und Charme der Flavia-Reihe völlig ab. Buder will weitere Krimis mit Alice schreiben. Ein Tipp: Wer vorlaute, vorpubertäre Heldinnen mag, sollte lieber die Flavia-Serie lesen… 

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    Cover des Buches Kains Opfer (ISBN: 9783312006397)

    Bewertung zu "Kains Opfer" von Alfred Bodenheimer

    Kains Opfer
    ChiefCvor 6 Jahren
    Schweizer Pendant für Kemelmans Rabbi

    Harry Kemelmans kriminalistisch begabter Rabbi David Small hat ein aktuelles europäisches Pendant bekommen: dank Alfred Bodenheimers erstem Roman „Kains Opfer“, in dem der liberale Zürcher Rabbiner Gabriel Klein (!) einen Mordfall aufklärt. Die Kriminalgeschichte selbst ist nicht atemberaubend, enthält keinerlei Actionelemente und lebensbedrohliche Situationen. Dennoch, oder vielleicht gerade deshalb, ist Bodenheimer ein spannender Roman gelungen, ein Stück hervorragend geschriebene Literatur, das keine Sekunde langweilt. Der Leser bekommt dabei einen kleinen Einblick ins zeitgenössische Judentum mit seinen liberalen und orthodoxen Strömungen in Europa und in Israel, seinen Regeln und deren Auslegung. Und das geschieht ganz ungezwungen, ohne dass man den Eindruck hat, genau diesen Einblick will der Autor seiner vielleicht zum größten Teil nichtjüdischen Leserschaft vermitteln. Trotz leichter Feder vermittelt Bodenheimer tiefe Gedanken, die er aber nicht schwer und „erklärerisch“ in den Text fallen lässt, sondern mit eleganter Selbstverständlichkeit mit der Handlung und seinen Charakteren verknüpft:  über die verschiedene Interpretation von Bibeltexten und welche Auswirkungen diese für den Leser haben, über die moralische Abwägung von Handlungen und ihre Konsequenzen, über Verantwortung zum einen dem Mitmenschen gegenüber, zum anderen dem Gesetz. Bodenheimers Charaktere sind vielschichtig und, auf, gerade mal rund 220 Seiten, besser ausgeleuchtet als viele Protagonisten in manchen doppelt und dreifach so langen Romanen. Ein hervorragend komponierter und ganz und gar nicht überkonstruiert wirkender Plot, ein mit Intellekt, Gefühl und Humor geschriebenes Buch. Was will man mehr? Eine Fortsetzung! Das war hoffentlich nicht Gabriel Kleins erster und letzter Fall.    

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    Cover des Buches Konstanz 1414-1418 (ISBN: 9783863120382)

    Bewertung zu "Konstanz 1414-1418" von Jan Keupp

    Konstanz 1414-1418
    ChiefCvor 6 Jahren
    Cover des Buches Melnitz (ISBN: 9783423135924)

    Bewertung zu "Melnitz" von Charles Lewinsky

    Melnitz
    ChiefCvor 6 Jahren
    Kurzmeinung: Schade, dass es hier nur fünf Sterne zu vergeben gibt, dieser Roman über eine Schweizer jüdische Familie ist mindestens eine Zehn!
    Zehn Sterne

    Schade, dass es bei lovelybooks maximal fünf Sterne zu vergeben gibt, denn dieses Buch ist eine glatte Zehn – mindestens. Da liest man jahrzehntelang Bücher und dann bekommt man das Buch eines bis dahin unbekannten Schweizer Schriftstellers ans Herz gelegt, „Gerron“ von Charles Lewinsky. Ein phantastisches Buch! Und im Klappentext heißt es, sein Vorgänger „Melnitz“ sei in viele Sprachen übersetzt und eine halbe Million Mal verkauft worden. Dieses Buch muss her! Und, kaum zu glauben, es fasziniert noch mehr als „Gerron“. Es ist eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe.

     

    Lewinsky erzählt die Geschichte einer jüdischen Familie von 1871 bis 1945 und er macht es so herausragend, dass man 765 Seiten lang mit dieser Familie lebt, liebt und leidet – und gerne weitere 765 Seiten lesen würde. Man taucht in eine versunkene Welt, die es so auch in der Schweiz nicht mehr gibt, weil die Zeiten sich verändert haben – in Deutschland allerdings ist diese Welt abrupt ausgelöscht worden. Denn auch hier gab es das Landjudentum, etwa„Judendörfer“ im Südwesten wie Gailingen oder Randegg. Mit den Menschen haben die Nazis auch ihre Geschichte vernichtet – mit Folgen bis zum heutigen Tag, auch ihre jahrhundertealte Geschichte. Denn davon lernt man doch nichts in der Schule: Juden = Holocaust. Wenn man sich nur auf den Unterricht verließe, könnte man meinen, die Geschichte der Juden in Europa begann mit der Verfolgung durch die Nazis.

     

     

    Denn wenn man von „Melnitz“ am Schluss Abschied nehmen muss, fühlt sich das ein bisschen so an, als müsste man sich leibhaftig von einer lieb gewordenen Mischpoche trennen, die über die vielen Lektüre-Stunden fast die eigene geworden ist. Wie schafft Lewinsky das? Er schafft es, indem er fiktiven Personen durch gut recherchierte Details Leben in Fülle einhaucht – und doch wird er bei all diesen Einzelheiten, trotz des liebevoll-ironischen Blicks auf seine Figuren, mit denen er sie dem Leser ganz nahe bringt, nie geschwätzig oder gar pathetisch. Es mag sich angesichts des Buchumfangs seltsam anhören: Aber Lewinsky entwirft seine Szenen mit scharfen Strichen, mit viel Kolorit und doch ohne überflüssige Schnörkel. So dringt die knappe, eindringliche Szene, wie Vater und „Onkel“ des im Ersten Weltkrieg gefallenen Sohnes besuchen, messerscharf in Herz und Hirn. Lewinsky beherrscht die Kunst des „show, don’t tell“ so hervorragend, dass man jedem, der vorhat, creative writing zu studieren oder gar ein Buch zu schreiben, dringend empfehlen möchte: Lies vorher „Melnitz“!

     

    Unbedingt empfehlen möchte ich desweiteren die hervorragende „Melnitz“-Rezension, die Andreas Isenschmid für die NZZ geschrieben hat und die sich auch auf der Homepage des Autors findet. Sie trifft das Buch am besten.

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    Cover des Buches Das falsche Rot der Rose (ISBN: 9783203785769)

    Bewertung zu "Das falsche Rot der Rose" von Christian Stahl

    Das falsche Rot der Rose
    ChiefCvor 6 Jahren
    Cover des Buches Die Gottespartitur (ISBN: 9783827011497)

    Bewertung zu "Die Gottespartitur" von Edgar Rai

    Die Gottespartitur
    ChiefCvor 6 Jahren
    Gut geschrieben, inhaltlich enttäuschend

    Ein hervorragend geschriebenes Buch mit amüsanten Einblicken in den Literaturbetrieb – der Hauptplot allerdings, die „Gottespartitur“, überzeugt nicht. Er beweist eher, dass auch Rai die Suche nach Gottesbeweisen nicht neu erfinden oder wenigstens um eine besonders originelle Variante bereichern kann. „Philosophische Tiefe“, die in der – oder zumindest einer – Erkenntnis gipfelt, dass nur der Glauben den Menschen retten kann, weil er mit seinem ganzen Wissen ja doch nichts Rechtes anzustellen weiß, im Gegenteil, die Schöpfung vernichtet? Na ja. Auch die Protagonisten sind nur oberflächlich skizziert, die Beweggründe für die Obsession der Hauptfigur, eines zynischen Literaturagenten, diese Gottespartitur aufzuspüren, erschließen sich nicht so ganz – trotz Rückblenden auf seine Jugenderfahrungen. Der „Gegenspieler“, ein undurchsichtiger Geistlicher. Alles nicht wirklich neu. Witzigerweise gibt es im Buch selbst eine Anspielung auf Dan Brown und seine Reißer. Nun, ein Reißer ist „die Gottespartitur“ nicht – aber die Geschichte der Philosophie muss nach diesem Buch auch nicht neu geschrieben werden. Trotzdem macht die Lektüre wegen des wirklich guten Schreibstils Spaß – inhaltlich enttäuscht der Roman aber.

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    Cover des Buches The Dead in Their Vaulted Arches (Flavia de Luce Mystery) (ISBN: 9781410464781)

    Bewertung zu "The Dead in Their Vaulted Arches (Flavia de Luce Mystery)" von Alan Bradley

    The Dead in Their Vaulted Arches (Flavia de Luce Mystery)
    ChiefCvor 6 Jahren
    Vergnügliche Fortsetzung nach Cliffhanger

    Nach dem extrem spannenden Cliffhanger in Band 5 („Your mother has been found.“) ist Alan Bradley mit dem sechsten Band wieder ein äußerst vergnügliches Buch gelungen. Über den konkreten Inhalt kann man schlecht sprechen, ohne allzu viel zu verraten, deshalb sollte der Klappentext genügen. Ja, es gibt einige ungelöste Fragen und auch einen kleinen erzählerischen Bruch, was eine Aktion von Flavia betrifft, bei der es um Leben und Tod geht. Was Letzteren betrifft, so mag man rätseln, warum Bradley Flavia an dieser Stelle so gelassen reagieren lässt, aber der Leser darf sich ja auch mal eigene Gedanken machen. Stört aber nicht weiter. Tja, und die offenen Fragen sind doch hoffentlich tatsächlich Hinweise darauf, dass Bradley die Reihe fortzusetzen gedenkt. Die größte Hochachtung verdienen seine Originalität, seine liebevolle Durchzeichnung der Hauptcharaktere und vor allem seine wunderbare Sprache. Hier ist ein Meister des Englischen am Werk. Ich dachte eigentlich, die Flavia-Bücher seien eine sehr gut geschriebene Jugendbuch-Reihe, Bradley selbst gibt an, dass er sie durchaus für Erwachsene gedacht habe. Sei’s drum: Ihm ist, wie J.K. Rowling mit Harry Potter, eine Serie gelungen, die jungen und älteren Lesern gleichermaßen Spaß macht. Und, das sage ich als ganz großer Rowling-Fan: Bradley schreibt fast noch besser. Und kommt ganz ohne Magie aus, was, nach all dem Zauber-Hype, gerade auch im Gefolge von Harry Potter, ganz angenehm ist. Klar, die Wahrscheinlichkeit, dass auf einem entlegenen Landsitz bzw.  in einem winzigen englischen Kaff um 1950 binnen kurzer Zeit reihenweise Leute abgemurkst werden, ist extrem unwahrscheinlich. Aber bekanntlich hatte Miss Marple, die ihn einer ähnlichen Umgebung lebte, ja auch gut zu tun. Krimis, vor allem mit Serienhelden, müssen nicht unbedingt realistisch sein, sondern vor allem spannend und gut erzählt, und vor allem, was Letztere angeht, liegen alle bisherigen sechs Bände klar im Fünf-Sterne-Bereich.8

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