Chimiko

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Rezensionen und Bewertungen

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    Cover des Buches Die Seltsamen (ISBN: 9783257243314)

    Bewertung zu "Die Seltsamen" von Stefan Bachmann

    Die Seltsamen
    Chimikovor 5 Jahren
    Die Seltsamen

    Selten gab es ein Buch, bei dem ich anfangs so verwirrt war... allerdings habe ich auch den Klappentext nicht durchgelesen, so im Nachhinein erscheint mir das doch sinnvoll! Jedoch muss ich sagen, dass sich meine Fragezeichen mit dem Lesen immer mehr aufgelöst haben und ich somit Schritt für Schritt den Inhalt des Buches erfassen konnte. Eigentlich ein gutes Zeichen für ein Buch, oder? Anfangs wird man überrollt und fragt sich, was das alles soll, wie das zusammenhängt, was hier eigentlich grad passiert, und dann legen sich die Puzzleteile Stück für Stück zusammen und man wird immer mehr in die Geschichte gesogen, weil sie einen packt und man das Puzzle nun mal lösen will. Genauso erging es mir mit Die Seltsamen.

    Anfangs war die Story, wie schon in ausführlicher Breite festgestellt, verwirrend, doch sie hat etwas Faszinierendes und ist doch ziemlich außergewöhnlich. Ich kann mich zumindest nicht erinnern, etwas ähnliches gelesen zu haben. Die Elemente des Steampunks sind wirkungsvoll eingebaut, passen perfekt rein - z.B. die Botenvögel sind richtig anschaulich beschrieben. Hier wird Fantasy mit dystopischen Elementen und dem bereits benannten Steampunk vermischt, das ergibt ein Setting, das mir ziemlich gut gefällt.

    Barty ist einer der Seltsamen, also ein Mischling. Die Beschreibungen seines Lebens haben mir doch immer mal wieder Schauer über den Rücken gejagt, eine deprimierende Vorstellung, besonders auch dann, wenn er die Mantras, die seine Mutter ihm eingeimpft hat, immer und immer wieder wiederholt. Stefan Bachmann stellt hier eine ganz andere Lebenswirklichkeit dar, bei der es mich dennoch nicht wundern würde, wenn sie irgendwo genauso real existieren würde. Sehr düster und definitiv nicht schön.
    Ihm steht der junge Politiker bei... ein Mann, der eigentlich keine eigene Meinung hat, ziemlich bequem ist und bei dem ich mich doch frage, warum er Politiker ist. Das hat etwas von Papa hat ins Parlament gekauft. Dazu ist er auf den ersten Blick nicht sonderlich intelligent und steht total unter der Fuchtel seiner Frau. Allgemein muss ich sagen, dass ich die Charakterdarstellung hier mag. Es sind Personen mit Ecken und Kanten, nicht geschliffen, nicht perfekt. Sie wirken menschlich, etwas, das leider auch nicht immer so ist.

    Dennoch, obwohl mir alles eigentlich richtig gut gefallen hat, fehlt da etwas. Und ich kann euch nicht mal sagen, was genau das ist. Vielleicht liegt es am Ende: Das habe ich zwar gerne gelesen, aber es hat mich nicht mitgerissen. Mir waren diese Lebensverhältnisse einfach lieber, egal ob nun die unseres Politiker-Bubis oder die harte Welt von Barty. Der große mitnehmende Spannungseffekt hat mich dann leider nicht gepackt.

    Fazit

    Ich liebe die Beschreibungen der Welt, ich liebe die Welt an sich, ich finde Charakterdarstellung wunderbar. Wenn mich jetzt auch noch das Ende mitgerissen hätte, wenn ich vor Spannung geplatzt wäre, dann wäre es das perfekte Buch für mich. Zwar fand ich auch das Ende gut, aber da fehlt eben doch noch dieses Mini-Quäntchen.

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    Cover des Buches Das Jahr der Lügen (ISBN: 9783825178758)

    Bewertung zu "Das Jahr der Lügen" von Marijn Backer

    Das Jahr der Lügen
    Chimikovor 5 Jahren
    Nicht mein Fall...

    Ich muss sagen, dass ich mich anfangs (und eigentlich das gesamte Buch über) mit dem Stil ziemlich schwer getan habe. Er ist sehr rau, ruppig und für mich gab es irgendwie keinen richtigen Lesefluss. Allgemein fand ich diese kurzen, abrupten Sätze nicht als besonderen Stil, sondern als störend. Mir ist bewusst, dass dadurch Antonias inneres Wesen, ihre Gefühle, betont werden soll, doch für mich wird, zumindest im Deutschen, dies nicht erreicht. Diese Umsetzung hat mir nicht gefallen.

    Ansonsten wird eigentlich sehr schön diese Achterbahnfahrt der Gefühle, die Antonia hier durchfährt, dargestellt. Und ihr noch sehr junges Leben hat doch schon viele Höhen und noch mehr Tiefen, die durchlebt werden. Einiges erschien mir etwas zu übertrieben dargestellt: Ein Beispiel hier wäre die Sache mit Antonias Onkel. Ihr Bruder Max redet ihr etwas auf, was eigentlich gar nicht geschehen ist und sie lässt es geschehen, fängt mit der Zeit sogar fast an, es selbst zu glauben. Es werden sogar immer mehr Lügen, in die sie sich verstrickt. Ab da wird es mir etwas zu sehr Drama, Drama, Drama, Baby! Dann kommt auch noch ein imaginärer Freund und eine seltsame Welt hinzu und eine eigentlich schöne Geschichte über ein Mädchen, das sich mit der Trennung der Eltern auseinandersetzen muss, gleitet ins Seltsame ab.

    Die Charaktere sind auch... eher mittelprächtig für mich: Die Geschwister lügen gerne, besonders Max, Antonia ist zwar erst 14, aber manchmal doch etwas sehr unreif (ich sage nur imaginärer Freund), Iris konnte mich auch nicht für sich überzeugen und Vater und Mutter benehmen sich teilweise auch nicht viel reifer als Toni. Zwar mochte ich Toni eben doch, zumindest anfangs, als ich ihre Handlungen und Gefühle noch nachvollziehen konnte, doch ehrlich... die Charakterentwicklung ist dann doch nicht das, was ich mir bei dem Buch und dem Thema erhofft habe.

    Fazit

    Die Grundidee gefällt mir ziemlich gut, doch die Richtung, in die sich die Geschichte entwickelt, konnte mich nicht überzeugen. Auch wenn der Titel ja schon aussagt, dass es einige Lügen gibt, wird mir das Gebilde zu komplex und übertrieben. Das Buch konnte mich absolut nicht packen.

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    Cover des Buches Feuer und Stein (ISBN: 9783426518021)

    Bewertung zu "Feuer und Stein" von Diana Gabaldon

    Feuer und Stein
    Chimikovor 5 Jahren
    Achtung, Suchtgefahr!

    Schon wieder eine Rezension, bei der ich so hin und weg von der Reihe bin, dass ich im Prinzip einfach nur begeistertes Gebrabbel von mir geben könnte. Es ist so toll, es macht so süchtig, ich liebe diese Reihe und wenn ich einen Buchcharakter angeben müsste, in den ich mich verliebt hätte, dann war James Fraser.

    Ich vermute, die Highland-Saga gehört zu den Reihen, die entweder begeistern oder enttäuschen, mich hat sie definitiv begeistert. Kritikpunkte könnten hier sicher in Richtung Schmonzette, eh nur Sex und klischeehaft. Und sicherlich noch mehr, aber da ich ja in die Kategorie Fan gehöre, fällt mir natürlich nicht mehr ein ;) Ich kann hier auch keinen Kommentar zur korrekten historischen Wiedergabe gebe, denn für mich klingt alles sehr sinnvoll, allerdings habe ich mich jetzt auch nicht total intensiv mit der schottischen Geschichte befasst. Wer also Wert darauf legt, sollte das bei meiner Rezension beachten. Und ich muss sagen, das ist auch ein Punkt, der mir von der Umsetzung gefällt, aber bei dem ich auch ungefähr folgendes denke: 'Hm, joah, da reist ne Frau 200 Jahre in die Vergangenheit, durch Felsen hindurch... da muss auch nicht die richtige Kilt-Farbe vorkommen.'
    Mich hat die Geschichte auch so in den Bann gezogen, und das sogar mehrmals. Ich muss sagen Feuer und Stein ist immer wieder ein Reread wert und ich kann diesen Büchern einfach nicht widerstehen. Sie sind so detailreich, so ausgearbeitet und mit so vielen Kleinigkeiten ausgeschmückt, dass es mir immer wieder aufs Neue Spaß macht, mit Claire und Jamie auf Reisen zu gehen.
    Die Charaktere sind einem sympathisch und so farbig beschrieben, dass sie - sofern sie das nicht so oder so sind - wirklich wie aus der Geschichte gegriffen wirken. Ob das nun Murtagh ist, bei dem ich bei jedem Reread sofort ein Bild vor Augen habe, oder meinetwegen auch der ehrenwerte Prinz, der später - logisch! - auch noch auftaucht. Oder, oder, oder! Da könnte ich viele Beispiele nennen. Das Einzige, was mich hier minimal stört, ist die Leichtigkeit, mit der Jamie Claires Herkunft akzeptiert. Etwas mehr Skepsis und Widerstand wären da doch besser gewesen.

    Ich muss sagen, dass ich in der Zwischenzeit ein paar Rezensionen gelesen habe und verblüfft war, wie viele Kommentatoren sich da über eine im Verhältnis wirklich kleine Szene aufgeregt haben. Es war wohl die Szene, die am meisten in den Rezensionen genannt wurde: Jamie schlägt Claire. Da habe ich mich doch glatt gefragt, warum genau die Rezensenten sich daran so aufgehängt haben. Es ist eine andere Zeit, Jamie hat es erklärt und für mich war es eigentlich in Ordnung, es war stimmig, es war nicht zu brutal (und Claire hat doch eben doch Probleme gehabt mit dem Reiten am Tag danach und ist eben nicht superheldenmäßig den ganzen Tag auf dem Pferderücken gesessen). Manchmal ist es wirklich faszinierend, welche Details vorgezerrt werden, oder?

    Fazit

    Mir fehlen die Worte, denn manchmal hat man doch einfach so Bücher und Reihen, die einen begeistern: Feuer und Stein gehört für mich da ganz vorne dazu. Schuld an dieser Sucht ist meine Tante, die wohl nicht ahnen konnte, was sie damit anrichtet.

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    Cover des Buches Nur die Küsse zählen (ISBN: 9783862787364)

    Bewertung zu "Nur die Küsse zählen" von Susan Mallery

    Nur die Küsse zählen
    Chimikovor 5 Jahren
    Hollywood ruft Fool's Good

    Hollywood in Fool's Good! So beginnt die Inhaltsangabe, aber ich muss sagen, dass Hollywood hier nicht so im Vordergrund steht. Natürlich begegnet man den Dreharbeiten zu der Dating-Show immer nur am Rande, aber da sowohl Dakota als auch Finn diesen kritisch gegenüber stehen (sie eher unterschwellig, er ziemlich offensichtlich - immerhin geht es um seine Brüder), bekommt man nur einen kleinen Einblick in die Show-Welt. Doch mehr hätte ich davon auch nicht wollen, manchmal gingen die allgegenwärtigen Kameras mir schon auf die Nerven, insbesondere wenn es um Stephen ging. Stephen? Einer von Finns kleinen Brüdern.

    Gut... was noch? Natürlich haben wir auch hier wieder die klassische Situation: Frau trifft Mann, Frau verliebt sich in Mann, Mann will aber eigentlich keine ganz so feste Beziehung usw. Dennoch gelingt es Susan Mallery doch immer wieder jeder Geschichte ihren eigenen Stempel aufzudrücken, so dass ich - auch wenn es stellenweise doch vorhersehbar war (wuhu, Dakota kann nicht schwanger werden...) - die Kombination der Charaktere hier gerne gelesen habe. Auf der einen Seite wieder die heile, glückliche Großfamilie, bei der man sich doch glatt wünscht, die eigene Familie wäre doch dieser etwas ähnlicher, auf der anderen Seite die nicht ganz so perfekte Familie, die in Nur die Küsse zählen jedoch auch sehr liebevoll war. Finn und seine Zwillingsbrüder waren einfach nur niedlich, wenn sie interagiert haben, anders kann ich es nicht beschreiben.
    Das Ende ist natürlich keine so große Überraschung. Love is in the Air, Liebe überall, alle sind glücklich. Aber auf dem Weg dahin gab es ein zweites Liebespaar, das mich doch überrascht hat und das ich einfach nur bezaubernd fand. Diese Szenen habe ich doch immer wieder gerne gelesen!

    Die Charaktere sind einerseits schon stereotyp veranlagt, haben aber dennoch ihre eigenen Charakterzüge, so dass man beispielsweise auch die Drillinge gut unterscheiden kann. Jede der drei hat ihren eigenen Kopf, auch wenn sie sich bis aufs Haar gleichen. Das merkt man auch bei den Zwillingen Stephen und Sasha, eine Eigenschaft, die sehr schön herausgearbeitet wurde.
    Finn ist einer dieser Typen, die gerne auch aus dem Buch herausspringen könnten, ein richtiger Traumtyp und ein richtiger Mann. Ich mag diese verweichlichten Kerle in Büchern nicht, da gehört er eindeutig nicht dazu.
    Einer der Nebencharaktere war übrigens Geoff (Spielberg, nicht verwandt und nicht verschwägert), den ich trotz seiner manchmal groben und nachlässigen Art und Weise, trotz seiner Fixiertheit auf die perfekte Show irgendwie mochte. Geoff hat einen sehr trockenen Humor, auch wenn er manchmal für diesen ganzen Dating-Zirkus definitiv über die Stränge schlug.

    Fazit

    Was soll ich sagen? Susan Mallery ist mal wieder eine gute Liebesgeschichte gelungen, die einfach perfekt ist, wenn der Kopf mal zu voll ist oder man einfach mal wieder einem sexy geschriebenen Mann hinterher schmachten will.

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    Cover des Buches Ein letzter Brief von dir (ISBN: 9783499228612)

    Bewertung zu "Ein letzter Brief von dir" von Juliet Ashton

    Ein letzter Brief von dir
    Chimikovor 5 Jahren
    Ein letzter Brief von dir

    Es gibt diese Bücher, die du einfach zum perfekten Zeitpunkt liest. Diese Bücher, die in bestimmten Momenten einfach die perfekten Bücher sind. Ein letzter Brief von dir gehört für mich persönlich dazu. Es war das richtige Buch zum richtigen Zeitpunkt. Ich habe nicht viele so Bücher, aber dieses Buch gehört dazu. Und es wird dadurch eines dieser Bücher sein, die mich mein Leben lang begleiten werden, weil ich damit etwas Persönliches verbinde. Ihr kennt doch sicher auch so Bücher, oder? Dennoch werde ich jetzt versuchen, neutral zu bewerten, auch wenn ich für mich jetzt einfach aufhören könnte und diese Rezension für beendet erklären könnte. Noch fünf Bewertungsbrillen hin und gut wäre es.

    Es ist ein sehr einfühlsamer Roman, der sehr detailliert auf Orla eingeht und mit ihr zusammen lernt man als Leser dann Sim kennen. Allerdings muss ich sagen, dass im Nachhinein doch nicht verstehe, wie Orla Sim liebe konnte, denn je näher man ihn kennen lernt, merkt man, dass er sehr viele Macken hat und nicht wenige negative Eigenschaften. Orla lernt jedoch nicht nur Sim, den wahren Sim kennen, sondern auch sich selbst und das war das, was mir richtig gut gefallen hat.

    Für viele könnte sich Orlas Suche vielleicht etwas hinziehen, da sie doch schon sehr lange braucht, bis sich alles findet und sie aus ihrer Trauer herausfindet. Was ich stellenweise schon fast beängstigend fand, war Orlas Beziehung zu der Valentinskarte, mit der sie redet, die sie überall hin mitnimmt, doch jeder Mensch trauert nun mal anders, also ist das definitiv akzeptabel.

    Der Stil ist sehr feinfühlig und geht auf die Protagonistin ein, auf ihre Gedanken, Empfindungen und ähnliches- Gleichzeitig ist er wirklich... schön und liest sich richtig gut.

    Fazit

    Es gibt durchaus einige Momente, die nicht perfekt sind, auch wenn es für mich eben das richtige Buch zur richtigen Zeit war.

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    Cover des Buches Serienunikat (ISBN: 9783839001684)

    Bewertung zu "Serienunikat" von Chantal-Fleur Sandjon

    Serienunikat
    Chimikovor 5 Jahren
    Serienunikat

    Zuerst muss ich sagen, dass hier das Äußere wirklich gelungen ist. Das fängt mit dem Titel an, der einfach nur super gewählt ist, und setzt sich aber auch im Cover fort. Selbst mir als Cover-Nichtbeachterin (wobei sich das mit dem Bloggen immer mehr findet) ist das Cover sofort aufgefallen und es hebt sich aus den Massen von Mädchen als Coverfiguren doch ab.
    Auch die Sprache ist wirklich wundervoll, in einigen Sätzen kann man sich ziemlich verlieren. Chantal-Fleur Sandjon hat einen wunderbaren Stil, der sich einfach nur traumhaft liest.

    Beim Inhalt bin ich zwiegespalten: Zum Einen ist es nicht unbedingt das außergewöhnlichste Thema, denn hier zieht mal wieder ein Mädel vom Lande in die Stadt auf der Suche nach sich selbst, zum Anderen kann ich das aktuell sogar ganz gut nachempfinden und ich denke, es ist auch ein Thema, das immer aktuell sein wird. Doch dann überwiegt etwas anderes diese beiden Punkte bei weitem: Drogen. Ich steh absolut nicht auf Bücher, in denen jeder Drogen nimmt und alle das total geil finden und sie cool sind. Das ist meine persönliche Ansicht. Hier war so die erste Hälfte des Buches gut, dann kamen die Drogen in Massen. Da ging nichts mehr ohne Drogen und ganz ehrlich, das hat mein Lesevergnügen ziemlich gemindert, es hat keinen Spaß gemacht, zuzusehen, wie Ann-Sophie sich für Drogen wegschmeißt. Es gibt sicher Leute da draußen, die da angesichts meiner Meinung den Kopf schütteln, aber mir gefällt so was nun mal wirklich nicht, man hätte den Verlust ihrer selbst auch anders darstellen können. Gegen Ende gibt sich das zwar wieder, aber was soll ich sagen? Mich hat es gestört. Da konnte auch die traumhafte Sprache nichts daran ändern.

    Um mal wieder auf einen etwas positiveren Aspekt zu kommen: Mir, als jemand, der Twitter und Co. selbst gerne benutzt, hat es wirklich gut gefallen, wie diese Social Media an den Anfängen der Kapitel eingebaut wurden. Es wirkt nicht aufgesetzt und passt gut in den Kontext, vor allen Dingen, weil man daran auch Ann-Sophies Entwicklung sieht, ihre Veränderung (im Guten und im Schlechten). Durch diese kleinen Ausschnitte wurde die Gesamtsituation eigentlich auch immer ganz gut eingefangen.

    Ann-Sophie habe ich ja schon etwas bemängelt, doch wenn man von diesem Drogenmissbrauch absieht, hat sie mir als Protagonistin an sich gut gefallen: Sie steht zwischen zwei Stühlen, kann sich nicht ganz von der Vergangenheit befreien und macht einige Fehler, bis sie ihre Zukunft und vor allen Dingen den eigenen Weg findet. Titus, ihren Freund, fand ich nicht nur sehr unsympathisch, sondern auch ziemlich überzeichnet. Außerdem habe ich einige von Ann-Sophies Handlungen in Bezug auf ihn nicht ganz verstanden.
    Die Leute aus ihrer WG wurden ja aus ihrer Sicht dargestellt, was auch bedeutet, dass dies am Anfang ziemlich oberflächlich war und man erst später die Figuren wirklich kennen gelernt hat. So wie es einfach auch im wahren Leben ist. Eine Sache, die mich übrigens auch verwirrt hat, war die Liebe zu dieser Wohnung, welche die vier angeblich so extrem zusammengeschweißt hat - trotz ihrer unterschiedlichen Charaktere. Ich bin kein WG-Typ, aber das konnte ich mir einfach nicht vorstellen, wie das funktionieren soll.

    Fazit

    An und für sich eine Geschichte, die wohl inhaltlich immer richtig liegen wird, doch mir persönlich sagt dieser ganze Drogenhype einfach nicht zu. Trotz der schönen Sprache gebe ich hier nur drei Brillen, auch wenn ich mir gut vorstellen kann, dass nicht jeder sich daran so stört wie ich ;)

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    Cover des Buches Der Thul (ISBN: 9783950365894)

    Bewertung zu "Der Thul" von Marita Sydow Hamann

    Der Thul
    Chimikovor 5 Jahren
    Man will einfach mehr davon...

    Mein erster Gedanke nach dem Ende des Buches war: 'Wie jetzt? Schon vorbei?' Dabei hat man mit den bisher erschienenen Bänden der Reihe Die Erben der alten Zeit durchaus keine kleinen Büchlein in der Hand, sondern doch schöne Schwergewichte und dennoch war ich so fasziniert von der Geschichte, dass ich einfach am liebsten weitergelesen hätte. Und so ging es mir eigentlich auch schon nach Das Amulett.

    Ich muss sagen, dass diese Welt, die die Autorin hier entwickelt, einfach fesselt. Ganz besonders sagt mir hier einfach der Aufbau auf den schwedischen/nordischen Mythen (und den griechischen Anspielungen dazwischen) zu. Da ich selbst ein großes Faible für Mythen jeder Art hege, ist das natürlich ein wirklich willkommenes Thema. Wenn dann noch die vielen fantastischen Wesen kommen, welche von Marita Sydow Hamann selbst entwickelt werden... einfach fantastisch. Es macht Spaß, diese Wesen kennen zu lernen und immer tiefer in die Welt dort einzutauchen (auch wenn ich noch mit den Namen der Welten durcheinander komme, diese kann ich mir einfach nicht merken!).

    Die Charaktere sind alle authentisch, auch wenn mir Biarn allmählich etwas zu perfekt wird. Ich wünschte, er hätte auch eine Schwäche oder einen komischen Charakterzug, der ihn nahbarer macht. Er ist aber auch der Einzige, den ich als Leserin als distanziert empfand. Die anderen Figuren sind mir ans Herz gewachsen, allen voran einer, der sehr selten vorkommt, nämlich Jonas, der ja noch auf unserer Erde hier verweilt. Ich bin gespannt, wie sein Erzählstrang im dritten Band wieder aufgenommen wird.
    Doch auch Charlie, Kunar und die anderen sind Charaktere, die einem einfach... ja, wie soll ich das bezeichnen? Charaktere, die einem nahe sind. Wenn man das Gefühl hat, vollkommen in eine Welt abzutauchen und mit Freunden Abenteuer zu erleben. Wenn man das Gefühl hat, alten und guten Bekannten wieder zu begegnen. Wenn man das Gefühl hat, Leute nach einer Weile zu treffen und sich sofort wieder zu verstehen.

    So langsam entwirrt sich die Geschichte etwas und auch der Teil um Sora wird endlich klarer und verständlicher, auch wenn dennoch viele Fragen bleiben, die neugierig auf den nächsten Teil machen (ja, mich macht hier viel neugierig auf Fortsetzung und Ende von Die Erben der alten Zeit).
    Der klare Schreibstil gefällt mir immer noch richtig gut, auch wenn es hier doch etwas gab, was mich einfach unglaublich irritiert hat und ich noch nicht weiß, ob das Absicht oder schlicht und einfach falsch eingeprägt ist: Biarn wird stets als Emphat bezeichnet, obwohl sich das eigentlich als Empath schreibt. Auf alle Fälle hat mich das jedes Mal aufs Neue irritiert, so sehr, dass ich sogar nachgeschlagen habe, ob ich mich irre. Dennoch, mal abgesehen von diesem persönlichen Irritationsgrund, lese ich diese Bücher auch rein vom Schreibstil her gerne.

    Fazit

    Einzig Biarn ist jetzt für mich noch ein kleines Manko, da er mir einfach zu perfekt und unnahbar ist, während ich die anderen Charaktere in diesem Band als alte Bekannte empfunden habe. Die Spannung steigert sich immer weiter und ich kann den nächsten und leider letzten Band kaum noch abwarten. Dazu noch die Mythen als Grundlage in Kombination mit den besonderen fantastischen Wesen... empfehlenswert!

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    Cover des Buches Frauen am Rande des Strandes (ISBN: 9783462046373)

    Bewertung zu "Frauen am Rande des Strandes" von Maggie Groff

    Frauen am Rande des Strandes
    Chimikovor 5 Jahren
    Frauen am Rande des Strandes

    Wo soll ich denn jetzt anfangen? Mein Gedanken zu Frauen am Rande des Strandes sind ziemlich verworren, denn auch das Buch an sich ist ein verflochtener Krimi, der immer mehr Details und Erzählstränge bekommt. Aber Kurzfazit vorweg: Ich mochte dieses Buch - das war so ziemlich mein erster Gedanke nach dem Lesen.

    In dem Buch herrscht, obwohl es ja doch ein Krimi ist, eine locker-leichte Atmosphäre. Dabei ist auch das Thema Sekten (gerade so, wie sie hier dargestellt wurden) eben nicht immer ein leichtes Thema. Man hatte tatsächlich dieses Australien-Feeling, es war entspannt, es war locker und Scout hat ziemlich relaxt den Fall gelöst. Das hebt sich doch mal positiv ab von den düsteren Szenarien mit drogensüchtigen Ermittlern oder ähnlichem.
    Ich muss sagen, dass das Thema natürlich nicht das Neueste ist: Sekten, Enthüllungsjournalismus? Gab es alles schon einmal, doch für mich ist es der perfekte Einstieg, um Scout als Ermittlerin und ihre Umgebung kennen zu lernen. Es ist nicht das neuste Konzept, aber die Figuren, die Nebenhandlungen und, da kann ich mich nur wiederholen, die Atmosphäre heben das Buch dann doch wieder von der Masse ab.
    Die Nebenhandlungen und -ermittlungen. Jemand, der klare Strukturen lieber mag, ist hiermit nicht gut beraten: Es fängt alles einfach an und dann kommen plötzlich immer mehr kleine Details dazu. Ein scheinbar einfacher Erzählstrang entfaltet sich und kann ziemlich kompliziert enden. Doch für mich hat Maggie Groff mit diesen verschiedenen Bällen einfach hervorragend jongliert. Es lief alles passend ineinander und war immer logisch nachzuvollziehen. Außerdem war ich dadurch einfach immer neugierig und habe die Seiten des Buch verschlungen.

    Scout ist ein interessanter Charakter, der scheinbar gerne schwimmen geht. Natürlich hat sie auch andere Vorlieben, aber angesichts des Schauplatzes Australien ist mir diese besonders im Gedächtnis geblieben (immerhin habe ich das Buch auch zu einer kalten, regnerischen Bah-Zeit gelesen - da hat es Lust auf Sommer, Sonne, Sonnenschein gemacht). Negativ fand ich eher ihr Diabetes. Nicht die Krankheit an sich, aber anfangs wurde es einfach zu sehr zur Schau gestellt, so dass ich zu hundert Prozent sicher war, dass noch irgendetwas Schlechtes und Schlimmes und Dramatisches damit passiert. Das hätte durchaus etwas besser eingebaut werden können, so hatte es etwas von der Holzhammertaktik.
    Manchmal hatte ich das Gefühl, Scout hat ein Talent, in Wespennester zu stechen, denn ihre beiden Fällen entpuppen sich doch als größer als gedacht.
    Auch die anderen Charaktere hat man schon ziemlich gut kennen gelernt und hat jetzt einen Einblick, wobei alle noch vielversprechend sind und ich mich schon auf weitere Bände freue! Ob nun die Strick-Guerilla, die bezaubernde Katze, die Neffen und Töchter oder Scouts Schwester, der Freund, der Polizist... da ist noch so viel offen und ich glaube, Scouts Geschichte ist noch lange nicht zu Ende erzählt.

    Fazit

    Nicht unbedingt das neueste Thema, doch die Atmosphäre der Geschichte bringt doch etwas frischen Wind hinein. Scout ist eine interessante Figur und ich freue mich auch schon darauf, noch mehr Fälle mit ihr zu lösen - Frauen am Rande des Strandes macht Lust auf mehr von Scout Davis.

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    Cover des Buches Ich bin Tess (ISBN: 9783839001585)

    Bewertung zu "Ich bin Tess" von Lottie Moggach

    Ich bin Tess
    Chimikovor 5 Jahren
    Ich bin Tess

    Ich bin Tess ist ein Buch, bei dem ich einfach unsicher bin, was ich davon halten soll. Es ist ein Buch, das mich etwas ratlos zurück lässt und ich kann euch nicht mal wirklich sagen, warum.
    Diese Grundidee, dass Menschen durch das Internet weiterleben, finde ich persönlich faszinierend und beängstigend zugleich. Dadurch, dass Lottie Moggach dies in ihrem Buch als geradezu einfach und sehr leicht darstellt, finde ich den Gedanken noch etwas beklemmender als eh schon. In was für einer Welt leben wir denn heute, in der man tatsächlich eigentlich tot und verschwunden sein kann, im Internet jedoch weiter lebt?

    Tess ist ein sehr realistischer Charakter, sie hat sehr viele Ecken und Kanten und ich gehe nicht mit jeder ihrer Handlungen konform, manchmal kam auch Unverständnis auf, und dennoch kommt man ihr sehr nahe. Sie zu erleben ist einfach ziemlich intensiv dargestellt, weil man sie eben durch Leilas Fragen auf eine andere Weise kennen lernt.
    Leila... sie ist ein Charakter, den ich nicht immer ganz verstehen kann, sie ist einer der seltsamsten Charaktere, denen ich bisher begegnet bin: naiv, pragmatisch, nicht unbedingt gefühlsbetont oder empathisch. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass ihre Fähigkeit zu Empfinden praktisch gar nicht vorhanden ist. Auch das Problem Tess geht sie sehr pragmatisch an. Durch sie als recht emotionslosen Charakter in Hinblick auf Tess lernt man diese eben auf eine sehr rationale Art und Weise kennen. Im Ernst: Leila analysiert Tess ohne dabei zu werten, wenn man von einer Sache absieht... Doch dann ist da auch noch die philosophische Seite: Leila ist viel in Foren unterwegs und hat ziemlich tiefgründiges philosophisches Wissen, das sie auch gezielt in Diskussionen einbringen kann. Es ist dieser Gegensatz aus philosophisch tiefgründig und fehlender Empathie, der mich bei ihr einfach verwirrt.

    Der Stil ist Leila angepasst und betont ihren Charakter noch einmal, denn er ist schlicht, ich fand ihn stellenweise fast schon karg. Das Hauptaugenmerk liegt für mich hier auf der sachlichen Analyse Tess', so wie es für Leila sich eben auch darstellt. Bei ihr konzentriert sich alles auf Tess, warum dann nicht auch beim Stil?

    Wenn man darüber nachdenkt, ist das schon nicht leicht, dieser Gedanke, wie man Internet nutzen kann. Da überdenkt man sein Verhalten doch noch ein bisschen (und ich hatte tatsächlich ein bisschen ein schlechtes Gewissen, wenn ich so über mein Online-Verhalten nachdenke).

    Übrigens finde ich den deutschen Titel deutlich schöner als den des Originals. Griffiger, stimmiger und passt einfach perfekt zum Buch. Für mich die optimale Titelwahl!

    Fazit

    Ich bin Tess ist ein Buch, das mich hauptsächlich durch diesen Grundgedanken überzeugt hat. Leila als Protagonistin hat mich manchmal wirklich verwirrt, denn da ich ein gefühlsduseliger Mensch bin, konnte ich mich - welch Ironie - nicht immer in ihrer Verhalten einfühlen und eindenken. Dennoch ein faszinierendes Buch.

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    Cover des Buches In deinen Augen (ISBN: 9783839001264)

    Bewertung zu "In deinen Augen" von Maggie Stiefvater

    In deinen Augen
    Chimikovor 5 Jahren
    Nicht meine Trilogie

    Der zweite Band hatte mir ja nicht so gefallen, doch In deinen Augen finde ich wieder besser, wenn es mich auch nicht ganz von sich überzeugen konnte.

    Und es bleibt auch dabei, ich mag die Kombination Isabel/Cole einfach lieber als Grace und Sam. Ich empfinde das einfach als natürlicher, amüsanter, ansprechender, während mir Grace und Sam manchmal einfach zu perfekt in ihrem Miteinander wirken. Die Beziehung ist mir zu glatt.

    Vorweg: Die Identität des toten Mädchens ist mir von vornherein klar, auch wenn sie erst relativ spät gelüftet wird. Geheimnisvoll fand ich diesen Erzählstrang dementsprechend nicht. Dennoch hat mir hier der allgemeine Grundkonflikt wieder besser gefallen. Denn durch das tote Mädchen gerät Sam ins Visier der Polizei und somit ist die Aktion 'Wölfe umsiedeln' in Gefahr.
    Dazu kommt noch die Unterstützung einer weiteren, bisher unbeteiligten Person. Diese hat mir an sich gut gefallen, wirkte jedoch wie der Notnagel, weil Isabel, Cole, Grace und Sam selbst die Lösung nicht gefunden hätten. Dafür mag ich diese fünfte Person wirklich sehr und habe mich über die Szenen mit ihr gefreut.
    Auch ein Pluspunkt ist der Auftakt des Buches: Keiner der vier macht hier den Anfang, sondern Shelby. Das ist mal eine andere Sicht, die ich interessant fand.
    Am Ende hingegen habe ich tatsächlich wieder zu meckern: Mir bleiben da einfach zu viele Fragen und Konflikte offen und dabei meine ich nicht mal unbedingt Coles Heilmittel. Das ist ein guter Teil des offenen Endes, denn so kann jeder Leser sich seine eigene kleine Welt vorstellen. Mir geht es eher um handfeste Dinge, wie zum Beispiel Sam und die Polizei, Grace und ihre Eltern nach der Umsiedlung, Sam und sein Job, Sam und der Bruder des toten Mädchens. Maggie Stiefvater hat so viele kleine Nebenschauplätze eröffnet, die alle nicht wirklich geschlossen werden, womit eine Menge Dinge offen bleiben!

    Fazit

    Tatsächlich fand ich diesen dritten Band schon wieder besser und sinnvoller als seinen Vorgänger, doch bleiben mir hier einfach zu viele Fragen ungelöst, dafür dass es der Abschluss der Trilogie ist. Ich muss auch sagen, dass mich die gesamte Mercy-Falls-Reihe emotional einfach nicht so berührt wie andere Bücher. Es ist ein gutes Buch, aber nicht herausragend. Schade...

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