CocuriRuby

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Rezensionen und Bewertungen

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    Cover des Buches Selbstachtung (ISBN: 9783498001438)

    Bewertung zu "Selbstachtung" von Toni Morrison

    Selbstachtung
    CocuriRubyvor 10 Tagen
    Lesenswert, schließt aber leider Leser aus

    Ich falle jetzt gleich mit der Tür ins Haus und beginne mit dem größten Kritikpunkt den ich habe:

    Die Autorin spricht oft in ihren Essays davon, dass Sprache zur Ausgrenzung benutzt wird und das Übel, das daraus entsteht. Sie selbst grenzt mir ihrer Sprache aber ebenfalls enorm aus, denn es ist eine recht akademische, intellektuelle Sprache. Worte sind ihr Beruf und ihr Leben, dementsprechend drückt sie sich auch aus, das kann man ihr vermeintlich nicht vorwerfen, ich tue das trotzdem.

    Das hier ist kein Buch, welches man mal so liest – manches liest man eher zwei oder dreimal. Es macht einen den Zugang nicht sonderlich leicht und vor allem schließt es alle nicht-Akademiker aus. Das ist eine erhebliche Schwäche.


    Natürlich klingen ihre Sätze schön, sie ist eine Meisterin der gewählten Worte/Sprache und gerade dadurch, kann sie Schönheit und Präzision erschaffen. Außerdem entsteht dadurch ein Kontrast, wenn sie sich dazu entscheidet klare und kraftvolle Worte zu wählen, was ihren Aussagen Stärke verleiht und noch weiter unterstreicht.


    Es klingt vielleicht befremdlich, aber heutzutage habe ich einen Zugang zu dieser Form von Ausdruck/Sprache. Mein früheres Ich hätte diesen Zugang noch nicht gehabt und hätte das Buch schnell wieder zur Seite gelegt, weil sie erkannt hätte, dass das kein Buch, was für geschrieben wurde, das seine Leser aussortiert – das ist bedauerlich, weil die Autorin viel zu sagen hat und ich ihren Blickwinkel auf manche Dinge oder Ereignisse der Geschichte faszinierend finde. Es bot für mich zum Teil ganz neue Perspektiven.


    Themen die in den Texten angesprochen werden sind u.a. Literatur und Sprache, Rassismus, Feminismus, Kunst, Politik, Medien, Wirtschaft, Zukunft & Vergangenheit, Machtverteilung, Migration, Fluchtbewegungen – man könnte sagen Weltthemen.


    Weil es eine Anthologie ist mit Texten aus mehreren Jahrzehnten, wenn ich das richtig verstanden habe, wundert es nicht, dass sich Wiederholungen finden lassen. Manche Textpassagen hatte sie mehrfach verwendet.

    Ich hätte mir übrigens auch gewünscht, dass mir mehr Infos zu den jeweiligen Text gegeben werden, ob es ein Essay oder eine Rede ist, wann diese gehalten bzw. erschienen ist – einfach mehr Kontext zu den jeweiligen Texten.


    Die Autorin hat definitiv einen Hang dazu abzuschweifen (ich will noch nicht von schwafeln reden). Es gab auch ab und an eine Stelle, in der es mir schwer gefallen ist, den Gedankengang der Autorin zu folgen, manches wirkte für mich zu sprunghaft.


    Nichtsdestotrotz war es insgesamt interessant zu lesen und für einen Moment ihre Gedanken lauschen zu können.

    Ich fand es auch spannend zu lesen, welche Erinnerungen/Ereignisse der Grundstein für ihre Bücher waren. Oder was alles in einem einzigen Satz von ihr stecken kann. Das hat auch auf ihre Romane noch mal einen anderen/vertiefteren Blick gewährt.

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    Cover des Buches Red Rising: Das dunkle Zeitalter - Teil 2 (ISBN: 9783966580373)

    Bewertung zu "Red Rising: Das dunkle Zeitalter - Teil 2" von Pierce Brown

    Red Rising: Das dunkle Zeitalter - Teil 2
    CocuriRubyvor 20 Tagen
    Episch - aber die Fanbrille beginnt zu bröckeln

    Ich hatte die Befürchtung, dass der Einstiegt schwierig werden könnte, weil im dt. der fünfte band gesplittet wurde. Es zeigte sich, dass das kein großes Problem war.

    Es gab nur die üblichen Probleme, wenn man nicht die Bücher hintereinander weg liest, dass man Details zu den Figuren bis ganze Figuren vergisst.

    Mein Rat, macht euch VIELE Notizen, wenn ihr die Bücher anfangen wollt, denn eine noch so kleine Figur aus Band 1, könnte plötzlich in Band 4 wichtig werden.


    Was leider ebenfalls ein „übliches Problem“ der Bücher ist, dass es keine ‚glaubwürdigen‘ weiblichen Figuren gibt; das sind eigentlich alles Männerfiguren, die nur zufällig eine Vagina haben – man merkt, dass der Autor männlich ist. Natürlich könnte man dort anmerken, dass auch die männlichen Figuren diesbezüglich relativ limitiert sind, die meisten sind halt von Heldentum geprägt, in einem (Kriegs-)Epos nicht komplett unerwartet.


    Und ein Epos ist es zweifellos. Es ist komplex, es ist verworren, es ist grausam und spannend. Es gibt Stellen die sind so spannend, dass man nicht atmen kann, man fiebert und leidet mit.

    Es wird vor nichts halt gemacht, weder vor den Grausamkeiten des Krieges, noch von den ethisch moralischen Fragen, nichts wird hier vereinfacht, plakativ dargestellt.

    Es zeigt, dass es manchmal keine Monster gibt, sondern nur schwere Entscheidungen die getroffen werden müssen und die Geschichte immer von den Siegern geschrieben wird.

    Es gibt Szenen voller Menschlichkeit oder dem Kalkül der Politik und das Demokratie kein Selbstläufer ist, wenn die Menschen darin diese nicht ergreifen und verteidigen.


    Das Ding ist, dass mir hier zum ersten Mal meine Fanbrille ins Rutschen gekommen ist. Ich bin kein Krimifan – das sammeln von Hinweisen und mit rätseln langweilt mich zutiefst – aber der Autor gibt einen auch keine Chance irgendwas vorher zu sehen und das nicht nur, weil es extrem verstrickt und komplex ist, sondern weil man es nicht KANN, weil es an den Haaren herbei gezogen wurde. Es gab eine Szene in dem Buch, die war mir einfach zu viel – da kam plötzlich mehr oder weniger eine Figur wieder, die eindeutig tot war/ist. Und ich habe da nicht den Fehler gemacht, dass man die Leiche ja nie wirklich gesehen hat – nee, die war so was von tot mit Leiche und allem und anstatt einfach andere Figuren aufzubauen, wurde ein sonderbarer Weg gefunden, diese Figur zurück zu holen – das war selbst mir zu viel.

    Der Autor nimmt einen damit auch viel weg, weil er einen damit zu einem passiven Leser macht, denn Mitdenken lohnt sich schlicht nicht. Das wird nur dadurch gerettet, dass soviel passiert und auf einen einprasselt, dass keine Langeweile aufkommen kann.


    Von der Handlungsdichte und von Spannung her, sind die Bücher von Pierce Brown unübertroffen und ich finde diesbezüglich diesen Teil auch noch stärker als Teil 1.

    Man spürt regelrecht, dass es auf das große Finale zugeht und ich kann es immer noch kaum erwartet es zu lesen und fürchte mich gleichzeitig etwas davor.

    Dennoch kann ich gewisse Schwächen nicht wegreden.

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    Cover des Buches Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe spreche (ISBN: 9783608504583)

    Bewertung zu "Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe spreche" von Reni Eddo-Lodge

    Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe spreche
    CocuriRubyvor 24 Tagen
    Sollte jeder (Weiße) gelesen haben

    Ursprünglich hatte ich geplant mich massiv mit Rassismus im Juli auseinander zu setzen, in Form von ganz viel Literatur zu dem Thema.

    Sprich ich hatte einen Sprint geplant, dieses Buch hat mir schnell gezeigt, dass das bestenfalls naiv war und das kein Sprint, sondern ein Marathon wird, mit vielen Reflexionspausen dazwischen.


    Die Autorin hat eine Stimme und weiß die auch zu nutzen. Die Worte haben eine Wirkung, sie vermitteln ihr Anliegen und dringen zum Leser durch.


    Zunächst bekommt man erst einmal einen Blick in die britische Geschichte in Sachen strukturellen Rassismus. Was notwendig ist, um das Problem zu verstehen bzw. zu sehen woher es kommt.

    Danach greift sie das Thema System hauf, weiße Previlegien, die Angst vor der Übernahme/Rache der Schwarzen, Feminismus, sozialen Klassen – einem Grundkurs/Rundumblick eben.


    Das Buch hat mir geholfen mir vieles noch mal oder überhaupt klar zu werden und zu reflektieren – z.B. mit dem Gespräch mit Jennifer Krase und den weißen Privilegien, wie wir Weißen auch in der Schule zur „Farbenblindheit“ erzogen werden und dass dieser Teil (Kolonialzeit) praktisch verschwiegen wird. Da habe ich so viele Parallelen zu mir selbst gefunden – und erst war es mir unangenehm, dass ich natürlich eine Weiße brauche, die mir zu dieser Reflexion verhilft, statt der schwarzen Autorin die mir das auch vorher versucht hat zu sagen. Aber ja klar, das macht einen den Übergang vielleicht leichter und ist in Ordnung, solange es nicht dabei bleibt – Stichwort, „Rassismus von Weißen lernen“ finde den Fehler.


    Aber als privilegierte Person, braucht man den Anstoß von Außen, um zu erkennen, dass diese Privilegien überhaupt existieren und eben nicht für alle normal sind – um wahrzunehmen, dass man weiß ist, dass man eine hautfarbenspezifische Identität hat und was das bedeutet. Dass man selbst sehr wohl rassistisch ist, auch wenn man es nicht mit Absicht tut und dass man Rassismen unterliegt, dass das nicht bedeutet, dass man gleich ein schlechter Mensch ist, dass man aus dieser Weißen-Opferrolle raus muss, dass der Grund, warum Rassismus auch heute noch nicht überwunden wurde, nicht die „echten“ Rassisten sind, sondern man selbst, als Teil einer rassistisch geprägten Gesellschaft , die sich aber selbst für tolerant und aufgeklärt hält und so tut als würde Hautfarbe keinen Unterschied machen bzw. als würde man sie ja nicht sehen.

    Dass es nicht reicht, nicht rassistisch zu sein, man muss antirassistisch sein/werden.


    Fand es für mich natürlich auch interessant zu sehen, bei welchen Bereichen ich mich „gepiekst“ bis angegriffen gefühlt hatte.

    Das war vorrangig beim Thema Feminismus, aber vor allem bei den Gesellschaftsklassen. Bei einigen dieser Bereichen ist mir nach einiger Zeit gelungen zu erkennen, warum und das zumindest stückweit für mich aufzuarbeiten – bei anderen nicht.

    Und es hat noch länger gebraucht, um für mich zu erkennen, dass ich auch nicht verpflichtet bin in allem Punkten mit der Autorin überein zu stimmen, nur dann bin ich Reflektiert und keine Rassistin.


    Denn die Autorin hat nicht nur eine starke Stimme, diese ist auch wütend. Gerade hinten raus habe ich diese Wut immer stärker wahrgenommen. Ich stelle nicht die Berechtigung dieser Wut infrage und Wut ist auch oft ein Motor und die Autorin setzt diese Energie für etwas gutes ein.

    Trotzdem gab es daraus heraus Bereiche die mir missfielen: z.B wie eine weiße Schülerin, die Frage stellt, ob es einen „Endpunkt“ für Rassismus geben wird. Die Autorin unterstellt dem weißen Mädchen sofort, dass dahinter der Mechanismus des Verdrängen des Themas und die Debatte wegschieben zu wollen; sie gibt ihr nicht mal die Möglichkeit, dass sie vllt einfach einen Weg sehen wollte, was bis zu diesem Endpunkt noch nötig wäre, was man machen könnte, die Weiße wird sofort abgestempelt.

    Oder bei Solidaritätsbekundungen nach Anschlägen etc. heißt es in dem Buch sei von Weißen grundsätzlich nur geheuchelt, um sich selbst als ach so antirassistisch darzustellen. Dass es auch weiße trifft, wenn Menschen getötet werden und Empathie auslöst, wird nicht als Möglichkeit eingeräumt; btw auch die Kraft von Symbolen wird verkannt.

    Oder auf jeder Seite wird mir (zu Recht) gezeigt, dass Weiße Rassismen inne haben und dann schreibt sie, dass Rassismus ein Problem in der Psyche des Weißseins ist und weil es ja unsere gestörte Psyche ist, ist es auch an uns dieses Problem zu lösen.

    Das waren ein paar der Bereiche, bei denen ich schlicht nicht mit der Autorin mitgehe und wie gesagt, muss ich das auch nicht. Auch die Autorin hat ein Recht auf ihre Vorurteile gegen Weiße und ihre Wut.


    So oder so, würde ich sagen, dass jeder (Weiße) das Buch gelesen haben sollte oder andere Bücher zu dem Thema, insbesondere, wenn sich diese bereits als tolerant und aufgeklärt einstuft.

    Es hat mir def. hier und da die Augen geöffnet und Denkanstöße gegeben.

    Ich kann auch nur empfehlen sich erst mit Literatur dahingehend auseinander zu setzen, weil mir das sehr beim reflektieren hilft, wenn ich in mir einen Gegenreaktion bemerke und diese in Ruhe anklingen lassen und dann ergründen kann.

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    Cover des Buches Mehr Feminismus! (ISBN: 9783596036769)

    Bewertung zu "Mehr Feminismus!" von Chimamanda Ngozi Adichie

    Mehr Feminismus!
    CocuriRubyvor einem Monat
    Großartige Rede

    Die Autorin hat einen schönen Stil bzw. eine schöne Art zu reden – recht locker – halt eine Rede die verschriftlicht wurde (we should all be feminists), welche übrigens auch auf YouTube ansehbar ist; Plus vier Essays mit vielen Anekdoten.


    Wie gesagt ist die „Stimmung“ des Buches recht locker, bis dann eine starke Formulierung oder Erkenntnis kommt. Zwischendurch haben die Worte viel Kraft. Diese Mischung fand ich sehr gelungen und faszinierend.


    Wie es der Titel schon sagt, geht es um Feminismus – was das eigentlich ist bzw. wie sie es für sich definiert und welche Vorurteile einen entgegen gebracht werden, wenn man sich selbst als solche bezeichnet. Es geht um das Leben als Frau, sprich Geschlechterrollen und was das real bedeutet, um Frauenrechte bzw. das Recht der Frau sich frei zu entfalten – gerade auch mit Blick einer Nigerianerin.

    Das alles aber nicht akademisch, belehrend, sondern anekdotisch, was den Zugang erleichtert.

    Unabhängig davon, von ihrem Talent solche Themen zu erzählen, fand ich die Essays mal besser mal etwas schlechter.


    Nichts desto trotzt ein tolles Buch. Schon allein um die Rede zu lesen lohnt es sich – die war großartig.

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    Cover des Buches BECOMING (ISBN: 9783641227326)

    Bewertung zu "BECOMING" von Michelle Obama

    BECOMING
    CocuriRubyvor einem Monat
    Kurzmeinung: Im ersten Teil noch sehr vielversprechend, danach jedoch zu viel PR-Gerede ohne jede Ecke und Kante.
    Es ging so gut los

    Ich mochte den Stil, er ist nicht zu blumig oder aufgesetzt, sondern locker und zugänglich, aber zwischendurch Kraftvoll in den Worten, mit feinen Formulierungen.


    Gerade im ersten Teil erfahren wir etwas aus dem Hintergrund der Autorin, woher sie kommt und was sie geprägt hat. Besonders in diesem Teil sind mir die cleveren Anekdoten aufgefallen, die einem das Gefühl vermitteln, dass man sie und ihre Familie (inkl. später Barack) kennen lernt, dass man einen wirklichen Einblick bekommt – das Gefühl von Intimität wird vermittelt. Obwohl dem eigentlich nicht so ist – es wird einem eigentlich nicht viel mehr gegeben, als man auch durch Wiki und noch ein paar Interviews in Erfahrung bringen könnte.


    Ein paar der Formulierungen waren dabei so gut gewählt, dass ich mich gefragt hatte, ob sie wirklich das Buch selbst geschrieben hat – denn abgesehen von einem Gartenbuch (oder sowas) ist das hier ein Erstlingswerk. Aber gut, sie ist Juristin, also gut im Umgang mit Worten und ein gutes Lektorat wird sie sicher auch gehabt haben.


    Aber ab dem zweiten Teil, dreht sich das Buch auffällig viel um Barack Obama. Was auf der einen Seite verständlich ist, die Bekanntschaft mit diesem Mann hat ihr Leben erheblich geprägt. Aber ich hatte das Gefühl, dass ab dem zweiten Teil man immer mehr eine PR-Kampagne zu lesen bekommt.


    Auch in Bezug auf sich selbst und ihren Errungenschaften als First Lady, aber vor allem Barack wird in ein solchen und ausschließlich gleißendes Licht gestellt, fast schon ein Messias Bild – es gibt nicht ein einziges negatives Wort, nicht einmal die Andeutung von Schatten und das obwohl unter seiner Präsidentschaft mehrere Kriegsverbrechen begangen wurden oder wie erinnern und auch an das was Edward Snowden aufgedeckt hat, etc. Das wird alles einfach nie erwähnt.


    Wie gesagt, gerade die Darstellung Baracks hat fast schon etwas propagandistisches. Sie kann hier alles so darstellen, so inszenieren, wie sie es will – ich habe durchaus das Gefühl, dass Michelle Obama eine aufrichtige Person ist, dennoch.


    Ich unterstelle hier ein Motiv, es wirkt gestellt und zu sehr gewollt. Sie ist und bleibt natürlich eine ehemalige First Lady, alles was sie sagt hat Konsequenzen und das merkt man. Egal was, alles ist so vorsichtig formuliert, dass man nur das Kritisiert, was niemand in Frage stellt, dass das Kritikwürdig ist. Es ist zeigt rein den größten gemeinsamem Nenner, es hat nichts mutiges, keinerlei Ecken und Kanten.

    Hier und da hatte ich das Gefühl, dass auch mal etwas zwischen den Tönen / zwischen den Zeilen steht. Aber sie wird letztlich nichts sagen DÜRFEN und das merkt man.


    Es wird durchaus auch Diskriminierung, Sexismus und Rassismus angesprochen und dessen Strukturen, aber immer nur kurz und meist dann wieder so vorsichtig und diplomatisch, dass man wie gesagt keine Ecken bietet.


    Es schwingt oft ein wenig dieses „sie hat es von unten nach oben geschafft“, American Dream mäßig und das ist auch nicht ganz falsch – ihr Ehrgeiz und Wille ist bemerkenswert und direkt so nennen tut sie es auch nicht, aber irgendwie eben doch – dabei hatte sie alle Voraussetzungen, beide Geschwister waren auf Eliteunis, es gab bei ihr keine Mauern gegen die sie wirklich gestoßen wäre.

    ABER sie wirkt überhaupt nicht abgehoben oder so verblendet, dass sie glauben würde alles hätte rein mit ihren Leistungen zu tun und nicht auch schlicht mit Glück.


    Wir haben hier aber dennoch erste Welt Probleme und hey, wir leben in der sogenannten ersten Welt, diese Probleme sind uns sicherlich näher und auch das sind Probleme.


    Sie wirkt durch das Buch vermittelt durchaus auf mich wie eine starke Frau, die ehrgeizig ist, die Prinzipien hat, die sich emanzipiert.

    Man könnte vielleicht sagen, dieses Buch erzählt repräsentativ die Geschichte der starken Frau hinter den mächtigen Männern dieser Welt.

    Und es gab auch wie gesagt die starken Momente, die Sätze die Kraft hatten. Aber letztlich waren es mir zu wenige, die zu selten zwischen dem PR-Gerede hervorblitzen. Wenn man nichts zu sagen hat oder kann, was irgendwelche Ecken bietet, an die man sich aufhalten kann...wozu dann dieses Buch lesen?

    Außerdem gab es auffallend viele Wiederholungen.


    Letztlich kann man das Buch mal gelesen haben – man muss aber auch nicht.

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    Cover des Buches Eine kurze Geschichte der Zeit (ISBN: 9783499626005)

    Bewertung zu "Eine kurze Geschichte der Zeit" von Stephen Hawking

    Eine kurze Geschichte der Zeit
    CocuriRubyvor 2 Monaten
    Lesenswert

    Das Buch hat bereits ein paar Jährchen auf dem Buckel – die Erstauflage erschien bereits 1988 – hat im Laufe der Zeit aber ein paar Updates bekommen.


    Das Buch war damals ein Durchbruch und das völlig zurecht. Es war, glaube ich, zum ersten Mal so, ein ein solch renommierter Wissenschaftler sehr komplizierte Sachverhalte der Physik, einem breitem Publikum verständlich gemacht hat.


    Hawking besaß dieses Talent, denn nur weil man eine Materie auch durchdrungen hat, heißt das nicht, dass die gleiche Person diese Erkenntnisse auch vermitteln kann. Hawking konnte das.

    Auch wenn ich gemerkt habe, dass das hier sein erstes Buch war (war es doch oder?). Das erste Buch, welches ich von Hawking gelesen hatte, war sein letztes, daher fiel mir im direkten Vergleich auf, dass er natürlich auch besser wurde im Laufe der Zeit, Wissen zu vermitteln.


    Hilfreich sind seine gelungen, anschaulichen Beispiele und wenn gar nichts mehr geht, dann hilft ein Schaubild weiter. Das Buch ist dabei fast wie eine Vorlesung aufgebaut – jedes Kapitel baut auf das vorherige auf.

    Was auch bedeutet, wenn man eins nicht ganz verstanden hat, braucht man nicht weiter zu lesen bzw. diese Lücke schleift sich dann mit. Ich rate dann das Kapitel einfach noch einmal zu lesen, ggf. andere Quellen zu recherchieren.


    Obwohl vieles (stark) vereinfacht wurde, muss man trotzdem ein gewisses Grundverständnis in Physik mitbringen bzw. den Willen dazu das beschriebene zu verstehen. Es bedarf Aufmerksamkeit und Mitdenken. Das zahlt sich dann auch aus und es wird leichter zu folgen.


    Trotzdem gibt es Punkte oder Bereiche, um die wirklich durchdringen zu können, braucht man sicherlich ein vertieftes Studium - und selbst dann…

    Obwohl ich in Sachen Physik, kein total Laie bin, gab es durchaus auch für mich Punkte, die mir schwer fielen zu folgen – z.B. bei der „Theorie der chaotischen Inflation“.

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    Cover des Buches Das Leben ist eins der Härtesten (ISBN: 9783499610882)

    Bewertung zu "Das Leben ist eins der Härtesten" von Giulia Becker

    Das Leben ist eins der Härtesten
    CocuriRubyvor 3 Monaten
    Kann man machen, muss man aber nicht

    Es hieß dieses Buch sei feinfühlig, herzerwärmend und humorvoll. Das waren also die Parameter.


    Den Stil empfinde ich als sehr angenehm, er ist unaufdringlich – in der Tat mit schönen, feinen, kleinen Beobachtungen/Beschreibungen/Formulierungen.


    Der große Fokus liegt auf die Figuren, vier spielen dabei eine größere Rolle, die allesamt so ihre Eigenarten haben.

    Gleich zu Beginn wird man z.B. mit Renate konfrontiert – was für ein Einstieg – die Gute hatte mich zum Teil so sehr an meine Mutter erinnert, dass es unheimlich war.

    Generell wurden ihnen – fast schon stereoartige Charaktereigenschaften gegeben, sodass jeder Leser aus seiner Umgebung darin Personen wiedererkennen wird. Hier sind diese Wesenszüge jedoch überspitzt bzw. übersteigert – das soll vermutlich den Humor ausmachen, der überhaupt nicht bei mir gepunktet hat, soviel schon mal vorweg.


    Der erste Teil des Buches beschäftigt sich rein mit den Figuren, ihre Wesenszüge und Geschichten – man lernt sie erst einmal kennen. Allesamt sind sie auf ihre Weise gescheiterte Personen oder vom Leben gezeichnet. Diesen Teil mochte ich sehr, er hatte Charme und war ein guter Einstieg.


    Im zweiten Teil werden die Unerträglichkeiten der Figuren weiter vertieft und stellenweise sind sie wirklich sehr unerträglich:

    Wir haben die exzentrische, egozentrische Renate, die einfach eine Zumutung ist.

    Die stille und sich immer wegduckende, zurücksteckende Silke, die so lange nichts sagt, bis sie irgendwann an den Punkt kommt, dass es aus ihr heraus bricht.

    Der krankhaft verschüchterte Willy-Martin, der jedes Mal einen Niesanfall bekommt, wenn ihm irgendwas unangenehm oder peinlich ist.

    Und die Frau Goebels, die ihrem hohen alter entsprechend ihren Starrsinn hat – insgesamt mochte ich die gelegentlich grantige Alte, die fast schon als Sidekick fungiert, am meisten.

    Bis auf Renate haben alle Figuren einen gewissen Charme oder man hatte zumindest genug Mitleid mit ihnen. Also auch das zweite würde ich bestätigen, die Autorin hat ein Händchen für die Darstellung ihrer Figuren und obwohl sie alle unerträglich sind, spürt man eine Warmherzigkeit dahinter.


    Dann kam Teil drei. Ab hier wurde einen was die Handlung betrifft fast nur noch Irrsinn geboten. Wie gesagt ist generell vieles bis fast alles überspitzt – Realismus spielt keine wirkliche Rolle und will das auch nicht erfüllen, aber in diesem Abschnitt war es nur noch Nonsens, ohne dahinter stehende Sinnhaftigkeit für irgendwas. Es war nur der einfachste Weg, um von A nach B zu kommen. Das war mir zu einfach und wie bereits erwähnt, hat auch der Humor überhaupt nicht punkten können, er beinhaltet eine Form von Flachheit, die mich einfach nicht anspricht.


    Oder kurz, der dritte Teil gefiel mir überhaupt nicht, ich fand ihn regelrecht ärgerlich.

    Was schade ist, weil es durchaus gute Themen gibt, die das Buch (zumindest kurz) anspricht, wie Menschen die immer nur auf Nummer Sicher gehen; Frauen, die sich selbst klein machen und ihr Dasein dem Mann anpassen, auch wenn er sie schlecht behandelt; es geht um Freundschaft und Zusammenhalt, um Lebensfreude trotz aller Widrigkeiten, um Menschlichkeit und Solidarität; aber leider auch um Glückskeks-Philosophie wie „es sind die kleinen Dinge im Leben“ oder „Cape Diem“.


    Letztlich ist es ein Buch, welches sich gut und schnell lesen lässt und man gerne gelesen haben kann – aber auch nicht viel verpasst, wenn man es nicht tut. Kann man machen, muss man nicht.

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    Cover des Buches Fake Facts (ISBN: 9783869950952)

    Bewertung zu "Fake Facts" von Katharina Nocun

    Fake Facts
    CocuriRubyvor 3 Monaten
    Wie umgehen mit Verschwörungsmythen?

    Ich habe viel Hoffnung in dieses Buch gesteckt, weil es mir so ging wie vermutlich vielen anderen auch, ich wurde Aufgrund der Corona-Krise plötzlich selbst im engsten Familienkreis mit Verschwörungserzählungen konfrontiert und wusste überhaupt nicht, wie ich damit umgehen soll.

    Bei dem Podcast der „Lästerschwestern“ und inzwischen auch bei „Lage der Nation“ wurde ich auf dieses Buch aufmerksam gemacht.


    Schon als ich nur das Inhaltsverzeichnis gelesen hatte, war ich kurz vorm weinen vor Dankbarkeit, es versprach alles was ich mir erhofft hatte: Eine Einordnung, Information und wie ich damit umgehe, wenn ich mit Verschwörungen konfrontiert werde.


    Während des Lesens schwächte sich das jedoch ein klein wenig ab.

    Gelegentlich hatte ich das Gefühl, dass zu weit ausgeholt wird und gleichzeitig zu wenig in die Tiefe gegangen wird.

    Eine Sache die zum einen schlicht an meiner Wahrnehmung liegen könnte oder auch daran, dass sich dieses Buch für eine breite Masse anbieten und nur einen Einstiegt bieten soll, keine Vertiefung.


    Dass es bei weitem nicht genug Studien zu diesem Thema zu geben scheint, ist vermutlich auch nicht hilfreich. Ein Plus sind aber die Quellenverweise – hier wird nicht einfach irgendetwas behauptet, sondern es wird einen Material zur Hand gereicht, mit dem man sich auch weitergehend beschäftigen kann, wenn man das möchte.


    Trotzdem kann ich mir nicht helfen, dass das Buch auf mich nicht wie eine analytische Studie wirkt – es hat nicht die Stärke eine Studie, die ihre Ergebnisse präsentiert und damit auch nicht den Wissensinputt und Erkenntnisgewinn, den ich mir gewünscht hätte.


    Vermutlich war das aber auch nicht das Ziel, sondern das Ansprechen einer breiteren Masse, weil Verschwörungserzählungen ein breites Phänomen und Problem ist.

    Nicht alles was hier geschildert wurde ist leicht zu ertragen – vor allem Kap.9 hat mich ziemlich gepackt, weil ich in der Familie 1-2 Fälle dieser Art habe, was dem ganzen dann noch mal ein extra Spin gibt.


    Wie gesagt habe ich den Grad an Erkenntnisgewinn den ich erhofft hatte nicht bekommen, aber durchaus ein anderes Verständnis gewonnen.

    Allerdings hat es mich nicht gerade hoffnungsfroh gestimmt und mein Bild, was für Menschen zu solchen Verschwörungen neigen nicht gebessert – ich bin davon ab zusagen, dass das einfach alles Idioten sind, aber eben auch keine Sympathisanten mit Hang zu einfachen Antworten und Weltbildern, der Arroganz der „Auserwählte zu sein oder zu den Auserwählten zu gehören“, alles zu ignorieren, was nicht dessen Ansicht entspricht und dem Unvermögen oder Unwille sich selbst und seine Meinung auch mal zu hinterfragen….toll.


    Was ich sofort umsetzen kann, ist jedoch auf meine Wortwahl zu achten – wie nicht mehr von „VerschwörungsTHEORIEN“ zu sprechen, sondern „-erzählungen“, etc.

    Und wie gesagt hilft es auf jeden Fall, ein anderes Verständnis von der Lage und den Umgang dessen zu bekommen. Wie ich das denn für mich umsetzen kann, bleibt mir überlassen.

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    Cover des Buches Sonnengelber Frühling (ISBN: 9783499005510)

    Bewertung zu "Sonnengelber Frühling" von Carina Bartsch

    Sonnengelber Frühling
    CocuriRubyvor 3 Monaten
    Die lang ersehnte Fortsetzung

    Zur Vorgeschichte: Ich hatte die ersten beide Bände damals gelesen und geliebt. Seither lese ich sie jedes Jahr im Sommer erneut – es sind Herzensbücher, denen ich demzufolge deutlich mehr durchgehen lasse, als ich es sonst tun würde. Mein Blick ist jedoch nicht verklärt, ich sehe die Kritikpunkte und spreche sie auch an, emotional berühren sie mich aber nicht, ich sehe darüber hinweg.

    So, dementsprechend war ich völlig aus dem Häuschen als angekündigt wurde, dass es Jahre später einen dritten Band geben würde – ich war gleichermaßen hellauf begeistert und hatte Panik, weil dieses Buch auch das Potential birgt alles kaputt zu machen. Ich war regelrecht nervös, als ich anfing zu lesen.


    Zunächst sei gesagt, dass der Stil nach wie gewohnt schön und mitreißend ist. Man ist sofort drin in der Geschichte und die Seiten fliegen dahin, es ist ein wahrer Pageturner.


    Die Geschichte setzt direkt an Ende des zweiten Bandes ein – das hat seine Vor- und Nachteile.

    Der Vorteil ist, man hat als Leser nichts verpasst – der Nachteil, die Charaktere haben sich nicht wirklich weiter entwickelt, weil nichts an Zeit verstrichen ist. Darauf würde ich gerne später noch einmal zurück kommen.


    Auch der dritte Band ist ein Contemporary-Romance-Roman, ein Genre was ich inzwischen meist meide, weil es viel zu oft oberflächliche Fließbandbücher hervorbringt.

    Was ich an den Büchern von Bartsch so liebe ist, dass sie keinen Halt vor Klischees und Kitsch machen, aber diese ganz anders aufgreifen. Es gibt hier eine klare Relefktionsebene, alle wird lang aufgebaut und vertieft geschildert.

    So werden hier keine künstlichen Probleme aufgebaut, die sich nur ergeben, weil die Figuren nicht in der Lage sind zu reden. Es werden in diesem Band nicht nur die Fehler die Elyas begangen hat reflektiert, sondern auch das Verhalten von Emely – insofern hat hier doch eine Charakterentwicklung stattgefunden….sie macht die gleichen Muster aber eben doch immer wieder. Das Muster von „sie ziemt sich ins unendliche“ und das neckische zwischen den beiden, ist geblieben.

    Aber wichtig dabei ist, dass ein immer ein plausibler Grund genannt werden kann, warum eine Figur so und so handelt und dass es nicht so leicht ist, alte Verhaltensmuster bzw. die Probleme (z.B. Verlustängste und Selbstzweifel) die dahinter stehen zu überwinden.


    So findet man in diesem Buch ernste Randthemen wie Folgen von Selbstmord bzw. der Versuch dessen und Depression (gut dargestellt), oder auch Politik, Wirtschaft und Gesellschaftsstrukturen taucht mal auch (eher stiefmütterlich und rein geschoben) – zumal alle ein Auto fahren und sich über das Öffentliche Nahverkehrsystem lustig machen und das in Berlin, eine Stadt mit DEM best ausgebauten Nahverkehrsystem Deutschlands, oder machen sich lustig über vegetarisches Essen, aber große Reden schwingen über CO2-Ausstoß...klar solange man nicht selbst sein Verhalten überdenken muss – das ist schon recht verlogen, spiegelt aber leider oft die Realität wieder.


    Mir stoßen nach wie vor gewisse Grundmuster auf, sowie die vielen sexistischen Sätze (sehr oft Sätze wie „für eine Frau“ oder „typisch Frau“ etc.).

    Emelys Mutter äußert sich oft homophob, was unkritisiert so stehen gelassen wird.

    Die Freundschaft/BFF die meines Erachtens keine ist – wenn sie unkonventioneller ist, von mir aus, aber hier basiert sie augenscheinlich nur auf Gewohnheit, weil sie halt schon als Kinder befreundet waren, während sie häute nur darauf basiert, dass ihre angeblich beste Freundin sie regelmäßig bösartig bloß stellt mit sehr intimen, vertrauensvollen Informationen und das immer vor großem Publikum und das wird einfach so hingenommen und abgetan – ich würde es als toxisch bezeichnen.


    Wie gesagt wird einen auch „nebenher“ einiges geboten und schlägt dort durchaus auch ernstere Töne an. Dass jedoch der Hauptaufhänger der erste gemeinsame Sex ist und Emely sich ohne Ende sträubt und anstellt...finde ich nicht so prickelnd.


    Auch werden SEHR VIELE Verweise auf die ersten beiden Bücher gemacht, was ich zum Teil etwas irritierend fand.


    Was bleibt mir abschließend zu sagen, es ist ein wenig so, als würde man eine geliebte Person nach Jahren wieder sehen und feststellen, dass sich die Person kaum geändert hat. Das ist schön und macht auch etwas nostalgisch, aber trotzdem passt es nicht mehr ganz, weil man selbst eben nicht stehen geblieben ist und älter geworden ist und weiter entwickelt hat.

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    Cover des Buches Red Rising: Das dunkle Zeitalter - Teil 1 (ISBN: 9783966580359)

    Bewertung zu "Red Rising: Das dunkle Zeitalter - Teil 1" von Pierce Brown

    Red Rising: Das dunkle Zeitalter - Teil 1
    CocuriRubyvor 3 Monaten
    Wenn auch nur ein Teil der Geschichte...

    Zum Glück schafft es der Autor einen ganz nebenbei und trotzdem sehr schnell wieder in die Geschichte zu ziehen und nahtlos den Anschluss zu finden mit geschickten Erinnerungshilfen.

    Wenn man die Möglichkeit hat, wäre es aber sicherlich bei der ganzen Flut an Namen und Details, alle Bücher in einem Rutsch zu lesen.

    Denn bei manchen Figuren wusste ich zwar noch grob wo ich sie verordnen muss, aber mehr auch nicht – mehr brauchte man dann aber auch nicht, um der Geschichte zu folgen.


    Was mich an der neuen Trilogie gestört hatte war, dass es zum ersten Mal so war, dass wir nicht mehr nur Darrow folgen, sondern mehrere Sichten haben – in diesem Band sind es Vier.

    Das ist notwendig, weil die Gesamtgeschichte komplizierter und größer ist. Man braucht mehr Blickwinkel, die natürlich auch an verschiedenen Orten spielen und Ansichten/Strömungen repräsentieren, um einen Gesamtüberblick zu bekommen und zu behalten.


    Man beginnt im ersten Teil dieses Buches wieder mit Darrow (und einer weiteren Person) und dieser Teil war der Hammer. Hier haben wir wieder alles, was die erste Trilogie ausgemacht hat. Diese Reihe verdient die Beschreibung „episch“, es zeigt Krieg in all seinen Facetten, Grausamkeiten und moralischen Zerreißproben. Es ist schon manchmal etwas pathetisch, aber hey, wo wenn nicht hier.

    Die Spannung ist enorm hoch – gerade Darrows Parts lassen einen kaum Luft zum Atmen – die Pläne die geschmiedet werden, die Höhen des Einsatzes - man betet eigentlich nur die ganze Zeit, dass nicht dieser oder jener stirbt und das wird nicht immer erhört.


    Allerdings gibt es auch noch den anderen Teil und der macht gut 2/3 des Buches aus. In diesem Teil folgt man hauptsächlich Virginia und Ephraim (der in Band 4 eingeführt wurde).

    Virginia folge ich noch gerne – auch sie führt Krieg, nur auf politischer Ebene und die ganzen Entriegeln und Machtspielchen sind genauso spannend wie die Schlachten.

    ...Ephraim hingegen habe ich in Band vier zu hassen gelernt. Sein Strang langweilt mich und ständig bete ich, dass er doch bitte endlich stirbt und es passiert einfach nicht – ihm zu folgen macht mir wirklich keinen Spaß und sein Redeanteil ist für mich def. zu hoch.

    Es ist nicht so, dass seine Figur schlecht geschrieben oder unplausibel wäre – ich hasse sie nur abgrundtief und ich glaube nicht, dass das so beabsichtigt ist vom Autor. Ich finde seinen Strang auch der einzig überflüssige – das zieht das Buch ein wenig runter.


    Generell ist das Buch wie gewohnt auf einen sehr hohem Niveau – es ist spannend und komplex. Es bietet extrem viele Wendungen, die nicht vorhersehbar sind – man kann nicht erraten was als nächstes geschähen könnte.


    Da es aber nur der erste Teil des Gesamtbandes ist, bricht das Buch auch mitten in der Geschichte ab. Das hat mich tatsächlich mehr gestört, als ich dachte.

    Der zweite Teil erscheint zwar bereits nächsten Monat (wenn alles glatt geht), aber trotzdem habe ich bedenken, dass ich bis dahin wichtige Details vergessen haben könnte.

    Nichtsdestotrotz möchte ich natürlich unbedingt und möglichst sofort weiter lesen.

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