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Conan08

  • Mitglied seit 31.10.2017
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Rezensionen und Bewertungen

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    Cover des Buches Helden des Olymp 1: Der verschwundene Halbgott (ISBN: 9783551314871)

    Bewertung zu "Helden des Olymp 1: Der verschwundene Halbgott" von Rick Riordan

    Helden des Olymp 1: Der verschwundene Halbgott
    Conan08vor einem Monat
    Kurzmeinung: Ich war positiv überrascht, wie alles nach Percy Jackson jugendlicher/erwachsener geworden ist und qualitativ zugelegt hat.
    Tolle bessere Erzählstruktur mit interessanteren Protagonisten, mehr Tiefe

    !!! Warnung vor möglichen Spoilern!!!


    Rick Riordans „Helden des Olymp- Buchreihe“ legt einen richtig guten Start mit „Der verschwundene Halbgott“ hin. Neu hierbei ist, dass aus der Erzählperspektive von den drei Halbbluten Jason, Piper und Leo alle zwei Kapitel immer abwechselnd die Geschichte uns näher gebracht wird. Das kam unwahrscheinlich gut bei mir an. Zum einen erleben wir das Abenteuer von drei verschiedenen Charakteren aus ihrer jeweiligen Sicht, wie sie das Ganze erleben. Zum Anderen kommt die Charakterausarbeitung und –beschreibung hier sehr viel besser zur Geltung. Als Leser habe ich es sehr schnell gemerkt, dass wir es hier mit drei vollkommen unterschiedlichen Hauptcharakteren zu tun haben.


    Die Geschichte führt den Leser sehr angenehm wieder in die Götterwelt, bzw. die Welt der Campbewohner von Camp Half Blood, dem Camp selbst, und der gesamten griechischen Mythologie ein. Es geht am Anfang auch gleich mit einer etwas kürzeren aber schönen Kennenlernphase von Jason, Piper und Leo los. Mir gefallen alle drei Charaktere sehr, so dass ich mich diesmal sehr viel schneller mit den Charakteren angefreundet habe. Wieder gibt es einen Lehrer bzw. Trainer namens Hedge, der hier ein Satyr ist, und sich schützend um die Halbblute kümmert. Das ist wieder einer dieser verrückten, schrägen und schrulligen Charaktere, wie ich sie bei den Percy Jackson-Büchern so geliebt habe. Allerdings ist er mir im späteren Verlauf der Geschichte oft etwas zu naiv-kindisch mit seiner Art. Das gleicht er aber mit seinem Witz und eigenem Geschmack aus.


    Ich muss sagen, mich hat es echt überrascht, dass ich so schnell nach dem bombastisch guten Percy Jackson Finale „Die letzte Göttin“ sofort nicht nur einen Zugang zum Percy-Jackson-Universum“ gefunden habe, sondern dass mich auch diese neue Geschichte, die neuen Charaktere und die neue Erzählweise zugesagt und fasziniert hat. Ich habe mich sehr schnell daran gewöhnt und habe es sofort gemocht, und habe Percy Jackson gar nicht vermisst. Rick Riordan‘s Humor kommt wieder sehr gut an bei mir. Und ich habe die vielen neuen Ideen und frischen Inspirationen des Autors sehr genossen. Der Schreibstil, die Qualität des Schreibens ist noch einmal gemäß den ersten Percy-Jackson-Bänden viel besser geworden und entwickelt sich immer weiter. Vergleiche ich das mit „Diebe im Olymp“, ist das schon ein sehr großer Unterschied.


    Und dass unsere drei Hauptprotagonisten von Anfang an gute Freunde sind und sich so gut verstehen, obwohl sie so unterschiedlich sind, empfand ich gleich als großen Pluspunkt. Alle sind schon 15 Jahre alt, und entsprechend auch deutlich reifer, als Percy Jackson und seine Freunde Annabeth, Grover und Tyson in den ersten Percy Jackson Romanen. Alleine in den ersten vier Kapiteln war das gegenseitige Interesse Mädchen und Jungen voll da und insgesamt sehr viel größer als in allen Percy Jackson-Büchern zusammen. Das Thema Liebe spielt eine große Rolle, was es in den anderen Büchern eben im Prinzip nie gespielt hatte. Und die Interessen gehen von verschiedenen Personen aus, ganz egal ob Nebencharaktere, Monster oder Hauptprotagonisten. Die Liebesgeschichte von Piper und Jason finde ich richtig süß. Gerade Piper empfindet von Anfang an richtig viel für Jason. Sie liebt und schätzt ihn wirklich sehr.


     


    Die ersten großen Aktionszenen im Kampf gegen neue Monster auf der Aussichtsplattform des Nationalmuseums im Grand Canyon waren wirklich sehr beeindruckend für das eigene Kopfkino episch groß und umwerfend geschrieben. Ein wunderbares Szenario und ein Paukenschlag zu Beginn. Besser hätte die Geschichte nicht losgehen können. Und irgendwie hat es sich auch anders gelesen, noch besser als in den Büchern zuvor. Es sind mehr interessante Details bei den Beschreibungen dazu gekommen. Und der Kampf war spannender und aufregender denn je. Ich hatte noch mehr das Gefühl mitten drin dabei zu sein, so aufregend realistisch kam es mir vor. Dazu die ganzen Wettereffekte, Stürme, Winde und Farben.


    Und passend dazu hat unser Held Jason, der sein Gedächtnis verloren hat mit seinen Instinkten seine Heldenfähigkeiten entdeckt, die echt krass sind. Jason hat auch ein spezielles goldenes Schwert mit zweischneidiger Klinge als Waffe. Bei Percy war es ein Kugelschreiber, bei ihm ist es eine goldene römische Münze. Ich finde das mit der Münze, wenn die in meinem Kopfkino in Zeitlupe hoch in die Luft geworfen wird und sich dabei dreht, viel geiler als Percys Kugelschreiber. Ich mag diese Verwandlungsprozesse. Ich finde, dass ist für Kinder bzw. Jugendliche richtig gut gemacht bzw. in Szene gesetzt. Leider fand ich seinen Erzählstrang, gerade in der ersten Buchhälfte mit Abstand am langweiligsten. Das lag nicht nur an den Ereignissen, sondern hauptsächlich daran, dass Jason noch nicht zu sich gefunden hatte, und seine Führungspersönlichkeit kaum zum Ausdruck kam. Sein Erzählstrang wurde im Laufe der zweiten Buchhälfte immer besser und interessanter, richtig gut zum Ende hin. Im letzten Buchdrittel bin ich dann auch richtig warm mit seinem Charakter geworden.


    Jaja, man merkt halt doch, dass ich mit meinen 39 Jahren immer noch ein Kind im Manne geblieben bin. Ich fand auch Hedge den Satyrn mega cool. So schnell wie der sich bewegen konnte. Sich vorzustellen, wie der am Canyon die Felswand entlang marschiert. Und Jasons Kampf gegen den Sturmgeist Dylan das hatte gleich etwas von coolem Endzeitszenario.


    Mich hat es sehr gefreut, dass Annabeth und Rachel wieder mit von der Party waren. So sympathisch war mir Annabeth in keinem der anderen fünf Bücher. Es hat mir sehr gefallen wie fürsorglich sie sich um die drei und ganz besonders empathisch um Piper im Camp Half-Blood Lager gekümmert hat und ihr Alles gezeigt und erklärt hat. Man kann sagen, dass es seit dem dritten Band „Der Fluch des Titanen“ keinen so schönen und gelungenen Start in die Geschichte gegeben hat, wie hier. Denn die letzten beiden Percy Jackson Bücher waren da zum Beginn jeweils deutlich fader, ideenloser, uninspirierter für meinen Geschmack. Das hier war deutlich freier geschrieben und weniger nach dem Motto etwas abschließen zu müssen, bzw. zeigen zu wollen.


    Piper ist mein absoluter Lieblingscharakter. So einen wie sie gab es bisher in den Percy Jackson Büchern nicht. Sie war mir einfach von Anfang an so sympathisch. Und in ihrem eigenen Erzählstrang kommt sie bei mir echt sehr gut an. Das ist der perfekte Charakter, wenn es darum geht die mythologische Welt der Götter und Monster zu hinterfragen, zu erforschen und zu entdecken. Und sie hat das Herz am rechten Fleck. Sie ist ein liebes nettes süßes bodenständiges Mädchen, und bescheiden und schüchtern, auch wenn ihr Kleptomanie nachgesagt wird. Ihre ganze Art und Weise wie sie alle Situationen annimmt und hinnimmt und wie sie mit allem klar kommt und sich auseinander setzt, das ist irgendwie voll meins.


    Pipers Feindschaft mit der arroganten, narzisstischen, egoistischen, skrupellosen Drew kommt sehr realistisch beim Leser an. Das Ganze ist kein Zickenkrieg, sondern eine echte Feindschaft, wo Drew einfach nur eine Tyrannin sein will, und alle ihre Halbbrüder und Halbschwestern, bzw. das ganze Camp möglichst nach ihrer Nase tanzen soll. Bei der Gelegenheit lernen wir die Aphrodite-Hütte und deren andere Bewohner auch gleich viel besser kennen.


    Leider werden ihre Kapitel in der zweiten Buchhälfte etwas schwächer bzw. uninteressanter, weniger unterhaltsam, außer zum Ende hin, wo es wieder besser wird. Der Piper-Erzählstrang hat mich zu 75 % überzeugt, und war mir nach Leo der Zweitliebste.


    Leo ist ein Charakter, der mir spontan beim ersten Lesen nicht so gefallen hat, ganz anders sein Erzählstrang. Aber er sorgt für nette willkommene Abwechslung und gute Unterhaltung. Ständig ist er am Wurschteln, baut etwas zusammen oder macht eben seine Späße mit Anderen. Als ich seine ersten beiden Eröffnungskapitel im Camp gelesen habe, habe ich mich noch nicht richtig in ihn und seine Welt hineinversetzen können. Dann habe ich die beiden Kapitel erneut gelesen, und fand sie noch schöner als alles was ich bis dahin gelesen habe. Ich konnte das von ihm Erlebte einfach besser genießen und habe mir die Welt um ihn herum viel besser und lebhafter in Bildern vorstellen können. Er hat ADHS und seine Kindheit war nicht einfach. Deshalb will er immer der Klassenclown sein und spielen. Und wenn das nicht mehr funktioniert, dann läuft er einfach weg. Oder er widmet sich seinem besonderen Talent, dass etwas mit Feuer zu tun. Im Nachhinein gebe ich zu, dass mir seine Kapitel am meisten Spaß gemacht haben zu lesen. Sie waren einfach am abwechslungsreichsten und unterhaltsamsten. Der Leo-Erzählstrang hat mich am meisten überzeugt. Viel Humor, der mich an vielen Stellen immer wieder lachen lässt. Als unsere drei Helden mit ihrem Drachen Festus in einem Schlosshotel in Quebec ankommen, treffen sie die beiden Boreas-Kinder Cal(ois) und Zethes, die total komisch und gegensätzlich sind: Der eine sehr beschränkt, bzw. dumm, aber sehr groß und stark. Und der Andere sehr klein, schmächtig und altmodisch gekleidet und frisiert mit französischem Akzent. Hier habe ich richtig gut beim Lesen sehen können, was für unterschiedliche Charaktere unsere Helden sind. Diese Einzigartigkeit mit den krassen Gegensätzen gepaart, gab es in dieser Form bei den Percy-Jackson-Büchern noch nicht.  Diese ganze Szene mit den Boreas-Kindern, das war einfach nur eine hammergute Unterhaltung. Dieser Wortwitz, und überhaupt auf solche Ideen zu kommen. Ich habe dieses Kapitel laut gelesen mit diesen ganzen unterschiedlichen Charakteren und habe dann noch Zethes französischem Akzent eine Stimme gegeben. Das ist einfach unschlagbar komisch. Auch Leos Art ist einfach so komisch. Und als er dann noch Festus per Knopfdruck zu einem handlichen kompakten tonnenschweren Rollkoffer gemacht hat, ich hätte brüllen können vor Lachen.


    Der Kampf gegen die drei Zyklopen in einer großen Fabrikhalle war für mich eines der absoluten Highlites. Leo’s  Einfallsreichtum und besondere Feuergabe und Ingenieursgabe mechanische Dinge zusammenbauen und reparieren zu können sind einfach unschlagbar gut. Und endlich wird Jason auch seiner Führungsrolle in der Gruppe  gerecht. Denn bis sie in Chicago waren, habe ich davon noch recht wenig gelesen, weil Jason mit seinem totalen Gedächtnisverlust stark zu knabbern hatte. Aber endlich kümmert er sich um Piper und redet, bzw. erkundigt sich bei Leo. Denn das ist für den Zusammenhalt sehr wichtig. Das hat mir gut gefallen, wie er dann selbstbewusst und verantwortungsbewusst als Gruppenführer in die Abwasserkanäle hinabgestiegen ist.


    Es lohnt sich auf jeden Fall in die Köpfe der drei Hauptprotagonisten hinein zu versetzen, um in die richtige Stimmung und Empathie zu den Charakteren und den allgemeinen Geschehnissen um sie herum kommen. Ich habe mir dabei ruhig etwas mehr Zeit gelassen. Und entsprechend ist dieses Buch ein um Klassen besseres Kopfkino-Erlebnis als die Bücher der Percy Jackson-Reihe. Gerade bei Leo macht das so viel Unterschied aus. Plötzlich mag ich ihn sehr und er ist einer meiner Lieblinge, bzw. der interessanteste und spannendste Charakter dieses Buches.


    Ich finde es einfach auch klasse wie viel wir über die Vorgeschichten unsere drei Helden durch ihre Erinnerungen und Träume erfahren. Genauso toll sind die Bezüge die von den vergangenen Ereignissen unserer Helden in die gegenwärtige Situation verbunden werden. Mir haben diese Rückblicke einfach durch die Bank weg gut gefallen, besonders bei Piper und Leo: Die Beziehung Pipers mit ihrem sterblichen Vater und die Beziehung Leos mit seiner sterblichen Mutter und anderer Bezugspersonen seiner Kindheit.


    Insgesamt ergänzen sich die drei unterschiedlichen Charaktere Jason, Piper und Leo sehr gut.


     


    Das Buchcover ist sehr schön. Der Metalldrache, der Junge, der Baum, Das Leuchten, die Wolken. Der dunkelblaue bis graue Himmel. Gefällt mir persönlich sehr gut. Ein schöneres Cover wie in den Percy Jackson Büchern. Die Thematik um den lebensgroßen Bronzedrachen, so wie er auch auf dem Cover abgebildet ist finde ich echt mega gut gemacht.


    Auch dass wir in der Geschichte mehr über die Hephaistos-Hütte und deren Werkstatt erzählt bekommen gefällt mir. Ich mag normalerweise dieses ganze technische und handwerkliche Zeugs überhaupt nicht so, ist nicht meine Welt. Aber so wie Rick Riordan das dem Leser alles näher bringt, liest es sich echt so interessant, spannend und aufregend. Und Leo ist genau der richtige Charakter dafür. Er probiert alles aus, ist interessiert, überwindet seine Ängste, ist neugierig und frech.


     


    Die ganze Atmosphäre ist viel geheimnisvoller, unheimlicher, gruseliger und dunkler in diesem Buch. Das Kapitel am Lagerfeuer, wo Jason seine Weissagung, bzw. seinen Auftrag von Rachel übermittelt bekommt, und wo sich offenbart, wer sein göttlicher Vater ist, bzw. wer Pipers göttliche Mutter ist, das war einfach nur Hammer. So viel Atmosphäre, Specialeffekts, Kopfkino, Emotionen, so ein buntes knalliges und düsteres Spektakel hatte ich einfach in den Percy Jackson-Büchern nie gefühlt. Das ist hier einfach auf einer höheren besseren Ebene. Die Verwandlung von Jason und Piper haben mir einfach super toll gefallen beim Lesen. Und Leos Rückblick in seine kindliche Vergangenheit bis zu dem schrecklichen traumatischen Erlebnis, als er seine Mutter verloren hatte, das war so gruselig, so unheimlich, fast wie ein Horrorfilm. Das war das erste Mal, wo ich mich als Leser von Rick Riordan gefürchtet habe, Angst bekommen habe. Und wie er dann alleine durch den verbotenen dunklen Wald nachts auf Drachensuche, bzw. Drachenjagd geht, *schüttel* *bibber*. Diese Atmosphäre so genial geschrieben.


    Durch den Wechsel in die drei verschiedenen Perspektiven und die Weiterentwicklung des Schreibstils des Autors, hat die gesamte Geschichte einfach eine ganz neue Qualität gewonnen. Das Ganze liest sich deutlich erwachsener, sprich an ein älteres Publikum (14 bis 16 Jahre aufwärts) gewandt, als die Percy Jackson Bücher (11 bis 14 Jahre). Auch wenn die Perspektive alle 2 Kapitel wechselt, habe ich hier einfach nicht mehr das Gefühl einzelne Abschnitte zu lesen, bzw. Episoden, die ein Anfang und ein Ende haben. Irgendwie fühlt und liest es sich gleichzeitig mit jedem Ende der Kapitel bzw. Erzählperspektiven vollständig, aber auch total offen und unberechenbar an. Das Ganze baut einfach viel besser aufeinander auf. Und irgendwie gefällt mir das so viel besser als mit den Kapitel-Überschriften aus den Percy-Jackson-Romanen. Dadurch, dass zum einen jede der drei Hauptpersonen ihre Parts bekommen, in der sie ihre Vergangenheit erzählen und die Geschichte trotzdem zügig auf Vordermann bringen, ist das Ganze zum einen sehr spannend und interessant, zum Anderen ist das Ganze aber auch viel offener weniger strukturiert, sprich inszeniert. In den Percy Jackson-Büchern war es so, dass die auf Grund ihres Humors, der Spannung, und der beschriebenen Ereignisse, der Erklärung und Faszination der griechischen Mythologie und überraschenden Wendungen einfach sehr gut geworden sind. Hier ist das Ganze einfach noch einmal mit mehr Epik, düsterer Atmosphäre, erwachsenerem detaillierterem Schreibstil, der schon mehr an allgemeinen Abenteuer-, Grusel-, und Horror-Romanen anlehnt, besser geworden. Ich denke, das liegt auch daran, dass die Erzählperspektive von Percy Jackson einfach sehr „eindimensional beschränkt“ und wiederkehrend gleich war. Und das der Charakter von Percy Jackson einfach an seine Grenzen gestoßen war und nicht mehr hergegeben hat. Percy Jackson war halt doch ein sehr einfach gestrickter Charakter, der im Hier und Jetzt immer an seine Mitmenschen und die derzeitigen Probleme gedacht hat, weil er halt auch die meiste Zeit über jünger war, als unsere Hauptprotagonisten es jetzt sind. Gerade Piper und Leo stellen Verknüpfungen zwischen ihrer Vergangenheit und Gegenwart da, erkennen gewisse Dinge, können sich die Dinge auch viel leichter, besser und schneller erklären als Percy je im Stande dazu war. Und dadurch wirkt die Welt um unsere Protagonisten auch gleich viel realistischer und glaubwürdiger, als sie noch bei Percy war.


     


    Was mir nicht so gut gefallen hat im Buch waren die Szenen rund um das Kaufhaus und Medea. Das war von der Unterhaltung irgendwie nicht so meins im Vergleich zum Rest. Das gleiche gilt auch für König Midas und sein Anwesen. Und für den Windgott Aeolus und seine Festung. Da habe ich mir einfach mehr versprochen, weil der Weg, der dahin führt, sprich die Spannung und düstere Atmosphäre, das ging dann einfach in den sehr langen Dialogen unter. Und speziell Aeolus und seine Berufung, bzw. sein Charakter habe ich total gehasst, bzw. habe ich als einzigen Charakter gar nicht so richtig verstanden in diesem Buch. Seine Art, sein Humor hat mich irgendwie überfordert. Die Dialoge waren ja wichtig, und ich habe sehr viel erfahren können, aber irgendwie war da viel mehr drin vom jeweils möglichen Szenarium.


    Insgesamt waren es für mich ein paar zu viele Charaktere in diesem Buch. Gut, das lag eben daran, dass die Toten aus dem Tartarus wieder auferstanden sind, und zwar echte Persönlichkeiten aus der griechischen Mythologie. Und es ging in diesem Buch weniger um unterschiedliche Monster und unberechenbare Gefahren als bei den Percy Jackson-Büchern, z.B. der dritte Band „Fluch des Titanen“, oder „Im Bann des Zyklopen“. Aber ich muss zur Verteidigung sagen, dass es ja Gott sei Dank die Zyklopen gab und zum Ende des Buches die Wölfe, Windgeister und die sechsarmigen Erdgeborenen. Allerdings gab es eben auch mitten im Buch Passagen von 100 bis 150 Seiten, quasi ohne wirklich neues Monster und entsprechenden spektakulären Kämpfen. Und ich habe gemerkt, dass ich auf Entziehungskur war. Gerade das Kaufhaus war einfach enttäuschend in punkto mögliche Monsterkämpfe, zu schnell und zu kurz.


    Dann sind mir in der schönen gebundenen Ausgabe sehr viele kleine Buchstabenverdreher, bzw. Rechtschreibfehler, Grammatikfehler, sprich Satzbaufehler, und leider auch ein paar Übersetzungsfehler aufgefallen. Das waren in diesem Buch außergewöhnlich viele im Vergleich zu den Percy-Jackson-Büchern. Was allerdings kein Problem war und ich meistens problemlos drüber weg lesen konnte.


     


    Fazit: Unterm Strich hat mir dieses Buch noch besser gefallen als die 5 Percy Jackson-Bücher. Ein sehr guter Eröffnungsroman in die zweite Serie. Und ich bin schon sehr neugierig auf Band 2 der Serie „Der verschwundene Halbgott“. Piper, Leo und Festus, der Bronzedrache haben es mir am meisten angetan. Insgesamt gab es nie bessere und vielschichtigere Charaktere, verglichen mit den Percy Jackson-Büchern. Die Rückblicke, Randgeschichten, Träume und Atmosphäre waren echt gut. Manche Dinge sind ein bisschen oft wiederholt angesprochen worden, sie wie in meiner Rezension. Ich habe beim Lesen vor allem in der zweiten Hälfte des Buches ab und an gemerkt, dass es noch Luft nach oben gibt für die kommenden Bände. Sehr gut gefallen hat mir wiederum das Ende, die letzten 130 Seiten, wie sich alles aufgelöst hat, und sich das Puzzle Stück für Stück zusammengesetzt hat.

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    Cover des Buches Percy Jackson - Die letzte Göttin (ISBN: 9783551312464)

    Bewertung zu "Percy Jackson - Die letzte Göttin" von Rick Riordan

    Percy Jackson - Die letzte Göttin
    Conan08vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein sehr eeepischer, stimmiger, aktionsreicher, flüssiger, spannender auflösender, facettenreicher, dialogstarker Abschluss.
    Gut, sehr gut, noch besser als seine Vorgänger

    Wow. Hammergeil. Dieser finale fünfte Percy Jackson Roman hat vollkommen überzeugt. Alle verbliebenen alten und neue Fragen, Verknüpfungen und Verstrickungen wurden im Laufe des Romans sehr gut und geschickt vom Autor aufgelöst. Das war mit Abstand, spätestens ab Mitte des Buches der aktionsreichste Roman dieser Serie mit den meisten unterschiedlichen Monstern. In vielerlei Hinsicht ein krönender Abschluss und ein Feuerwerk par Exzellence.

    Das war mit Abstand auch der epischste Roman. Mit der beschriebenen Aktion und Dramatik hat der Autor Rick Riordan das Buch, sprich die Serie nochmal auf eine höhere Stufe angehoben. Insgesamt finden wir hier auch in der Masse und Tiefe die besten Dialoge zwischenmenschlicher Beziehungen, egal ob Freund oder Feind. Der Autor hat hier den richtigen Spagat gefunden diesen Abschlussroman ordentlich zu Papier zu bringen. Denn selbstverständlich konnte es diesmal nicht so viel Neues in dieser Percy-Jackson-Welt zu entdecken geben wie zuvor. Es hat sich auch diesmal quasi alles an einem Ort abgespielt.

    Am Ende nach dem großen Finale habe ich mich meiner Sensibilität ganz hingegeben und habe mit unseren Helden nach diesem Abenteuer, bzw. den erlebten Strapazen alles gemeinsam genießen können. Da sind viele Seiten hintereinander weg viele Tränen gekullert, so empathisch war ich mit Allen verbunden und habe es unseren jungen Helden und allen Anderen gegönnt.

    Ich bin immer noch positiv geflasht, wie der Autor diese ganze Geschichte von der ersten Seite an, den ersten Kapiteln an, aufgelöst hat. Es hat mir einfach von Anfang an so gut gefallen, und wurde immer besser, dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen konnte. Es war so mega spannend und so facettenreich alles. Es war so viel passiert. Es war einfach durchweg stimmig und gut.

    Ein wunderschöner Roman bei dem ich auch bewusst jetzt nicht auf die Inhalte und Charaktere eingehe. Es war einfach so gut und hat einfach alles gepasst. Ich habe es versucht im Fernsehen mit  dem Film „PJ – Diebe im Olymp“, „Harry Potter“ und anderen Filmen, mit diversen Computerspielen, musste und wollte dann aber wieder sehr zeitnah weiterlesen. Das verblasst einfach alles und ist total langweilig und „schlecht“ im Vergleich zu den Büchern und dem eigenen Kopfkino. Denn Bücher sind fast immer ganz anders und besonders. Beim Lesen kann ich die Dinge zugeben, die mir gefallen und auf die ich Wert lege, und die Dinge weglassen auf die Filme Wert legen.

    Ich muss nicht erst sagen, dass ich jetzt beim zweiten Lesen der Percy-Jackson-Serie nach 7 Jahren, abgesehen vom letzten Roman, den ich das erste Mal jetzt gelesen habe, ein Riesenfan geworden bin. Und ich würde die Reihe auch noch ein drittes Mal irgendwann wieder lesen. Zum Glück habe ich mir schon Nachschub besorgt. Denn mir liegen alle 5 Bücher der „Helden-des-Olymp-Reihe“ in schöner gebundener Form vor.

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    Cover des Buches Percy Jackson - Die Schlacht um das Labyrinth (ISBN: 9783551311566)

    Bewertung zu "Percy Jackson - Die Schlacht um das Labyrinth" von Rick Riordan

    Percy Jackson - Die Schlacht um das Labyrinth
    Conan08vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Noch besser erzählt und geschrieben. Tiefgründigere Charaktere. Eine packende mitreißende Geschichte.
    Im Bann von Rick Riordan

    Das Buch hat von allen Percy Jackson-Büchern das schwächste Einleitungskapitel in punkto Aktion und Spannung. In Sachen Humor und Erzählkunst des Autors konnte mich das Buch dagegen von Anfang an überzeugen. Dahingehend war es besser als alle anderen Bücher dieser Reihe.  Von Anfang an ist man wieder sofort mitten in der neuen Geschichte.  Und das war mit Abstand der düsterste Teil der Serie, wo mittlerweile auch das Sterben zum Alltag gehört. Die Leidensfähigkeit aller Beteiligten wird deutlich mehr geprüft als in den Bänden davor.

    Von Anfang an merkt der Leser, dass unsere Protagonisten rund um Percy alle etwas reifer, bzw. erwachsener geworden sind. Mit Rachel Dare haben wir einen neuen interessanten Hauptcharakter hinzugewonnen, der mir sehr gut gefallen hat, ihre Art wie sie sich gibt und allgemein so drauf ist.

    In Camp Half-Blood konnte ich mit dem neuen Lehrer Quintus und seinem Höllenhund Mrs O’Leary anfangs wenig anfangen. Überhaupt hat mich das ganze Wiedersehen im Camp von Percy mit Altbekannten nicht sonderlich gepackt. Grovers neue Freundin die Baumnymphe Wacholder hat mich jetzt auch nicht gerade vom Sitz gerissen. Das war in den anderen Büchern irgendwie interessanter geschildert. Percys Freund der Satyr Grover sucht weiterhin den Gott Pan und es liegt allgemein eine düstere Stimmung über dem Camp, eine neue Bedrohung durch den Titan Kronos und Luke und neuen Monstern wie die Empusen in Form eines riesigen Labyrinths, das vor 2.000 Jahren Daedalus in Gefangenschaft für König Minos konstruiert hat.

    Irgendwie hat etwas gefehlt, weil diesmal Dionysos alias Mr. D nicht im Camp war. Der Zentaur und Lehrer Chiron war einfach nur langweilig in seiner Funktion als Stellvertreter. Seine Rolle als Leiter und Koordinator für den neuen großen Auftrag von Percy und Co. war unspektakulär, so als ob er unsichtbar gewesen wäre. Nichts Besonderes halt. Das Kapitel um den einberufenen Kriegsrat war ziemlich zäh.

    Insgesamt spielen die Träume diesmal eine deutlich größere Rolle. Percy träumt sehr viel und regelmäßig. Ich fand es so sehr interessant, dass wir auf diesem Weg im Laufe des Buches die tragische Geschichte von Dädalus geschildert bekommen haben. Noch besser fand ich die Träume über das Halbblut Nico di Angelo. Die Totenthematik mit Geistern und Skeletten finde ich sehr spannend. Allerdings empfand ich die Träume rund um Luke einfach zu viel. Zum wiederholten Male ist Percy beim Beobachten von der Empusa Kelly erwischt worden. Wenn man hier einfach eine Traumszene komplett weggelassen hätte, wäre das nach meiner Empfindung eindeutig mehr gewesen.

    Die Ereignisse, die letztlich bis zum Labyrinth führen waren mir zu langwierig. Es wurde für meinen Geschmack auch zu viel wiederholt und inszeniert, was in den anderen Bänden bisher geschehen ist. Es wurde gefühlt zu viel darüber diskutiert und gesprochen. Auch das Haschmich-Spiel mit den Skorpionen war das Schlechteste, Uninteressanteste bzw. Unspektakulärste in der ganzen Percy Jackson Reihe. Als Leser habe ich ziemlich schnell gemerkt, dass es gar nicht um das Spiel ging, sondern einfach nur darum den Eingang zum Labyrinth zu finden. Das hat mir so gar nicht gefallen.


    Bis dahin machen wir mal einen kurzen Cut. Diese ersten 116 Seiten, Vorbereitung für das Labyrinth, hatten durchweg auch ihr Gutes. Aber bis dahin war es nur ein befriedigender durchschnittlicher Roman und der mit Abstand schlechteste Percy-Jackson-Roman. Zum Glück gab es aber danach noch 306 weitere Seiten.


    Annabeth als Gruppenführerin durch das Labyrinth war überhaupt nicht so mein Ding. Sie ist für mich ein gespaltener Charakter, der auf der einen Seite alles besser weiß, und im Endeffekt hat sie sich im Labyrinth ohne die Gruppe, sprich ohne die Hilfe der Anderen quasi überhaupt nicht zu Recht gefunden. Sie will immer nur ihr Ding nach ihrem Sturkopf durchziehen. Und wenn es nicht so läuft wie sie es sich vorgestellt hat, ist sie gleich eingeschnappt und weigert sich weiter zu machen. Ihr Verhalten hat irgendwie etwas von einer Memme und Zicke gleichzeitig. Aber eins muss ihr lassen. Wenigstens ist sie auf ihre Art sehr unterhaltsam. Und im Laufe des Buches wird sie mir doch immer sympathischer, denn es klärt sich so Einiges auf, wieso sie so ist, wie sie ist.

    Richtig gut fand ich, dass neben Percy, Annabeth und Grover, diesmal auch wieder der deutlich reifere Zyklop Tyson dabei war. Er hat von allen Charakteren die größte Wandlung durchgemacht. Er ist längst nicht mehr so ängstlich und kindlich wie in Band 2 „Im Bann des Zyklopen“.

    Die Beschreibungen und die Atmosphäre im Labyrinth fand ich gut gelungen. Dabei ist es kein klassisches Labyrinth. Die Protagonisten erreichen in einer gewissen Regelmäßigkeit Orte der realen Welt, die sich nicht im Labyrinth befinden, sprich sie verlassen quasi immer wieder das Labyrinth und betreten es immer wieder von Neuem.

    Für eine erste große Unterhaltung sorgen der Gott Janus und Hera. Und endlich ist einmal Stimmung in der Bude und der Leser wird aus der entstandenen Lese-Lethargie herausgerissen. Diese Szenen haben mir sehr gut gefallen.

    Und richtig gut ist der Abstecher auf die Gefängnisinsel Alcatraz geworden. Hierbei lernen unsere Helden neue interessante Protagonisten kennen, gute wie schlechte. Briareos und auch Tyson waren da wirklich sehr unterhaltsam. Das erste große spektakuläre Aktionspektakel ist die Folge.

    Der Unterhaltungsfaktor bzw. der Humorfaktor ist mit Abstand der Beste aller Bücher. In dieser Hinsicht hat Rick Riordan mit Witz, Einfallsreichtum und guter Erzählung einfach noch einmal ein paar Schippen zugelegt.

    Auch der Abstecher in die Dämonenranch hat mir gut gefallen. Die dort angetroffenen speziellen Charaktere fand ich wieder sehr interessant. Allerdings sind die Ereignisse und Gespräche im Verhältnis eher unspektakulär abgelaufen. Das Gute war einfach die Erzählung, der Wortwitz und das Anregen der Fantasie durch den Autor.

    Die Quizshow des Todes mit der Sphinx als Hauptdarsteller fand ich auch super. Ich weiß allerdings nicht, ob mir dabei Annabeth Verhalten mehr auf die Nerven ging, oder ob ich die dabei entstandene Unterhaltung gut fand. Letzteres hat mich eindeutig überzeugt. Diesen Abschnitt fand ich etwas zu kurz, der hätte ruhig länger sein können.

    Der Abschnitt, wo unsere Helden den Gott Hephaistos kennengelernt haben, hat mich etwas enttäuscht. Das fand ich einfach zu kurz und schnell abgehandelt. Aber ich muss sagen, das wurde im späteren Verlauf der Geschichte nachgeholt.  Die Art und Weise, wie sich die Gruppe kurz darauf trennt und sich die Ereignisse in Windeseile überschlagen waren mir auch etwas zu sehr inszeniert. Nichtsdestotrotz lernen wir neben neuen Charakteren, bzw. Monstern viel über die griechische Mythologie kennen. Und das ist einfach unschlagbar gut.

    Danach geht es etwas ruhiger zu, nachdem Percy sich von seinen Strapazen erholen muss. Das Kapitel mit der Nymphe Kalypso war eine schöne nette willkommene Abwechslung. Und darauf gab es eine Art Labyrinth-Reloaded-Passage, in der die normal sterbliche Rachel Dare mit ins Boot genommen wurde, die der Geschichte und unseren Protagonisten ziemlich gut getan hat. Ich gebe zu, im Gegensatz zu Annabeth bin ich ein Rachel-Fan.

    Kurz darauf kam mein Lieblingskapitel dieses Buches, das in der Arena stattfand. Das war ein wahres schönes Kopf-Kino-Erlebnis. Die vielen Kämpfe, sprich Ereignisse dort. Schließlich erreichen die Helden das eigentliche Ziel ihres Auftrags und ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen, so spannend und voller Aktion war alles geschildert. Der komplette Rest war einfach nur genial. Voller Aktion, sehr emotional, empathisch, packend.

     

    Fazit:

    In der Nachbetrachtung hat mir dieser Roman besser gefallen als der dritte Roman „Der Fluch des Titanen“. Allerdings fand ich die Thematik, Konstellation der Charaktere und die Ereignisse des dritten Romans einfach besser als hier in diesem Buch. Der dritte Band hat meinen Geschmack einfach besser getroffen mit den Jägerinnen und den verschiedenen Göttern und den verschiedenen Orten.

    Aber „Die Schlacht um das Labyrinth“ ist einfach noch eine Klasse besser erzählt, obwohl das Labyrinth jetzt nicht unbedingt meine Lieblingswelt in meiner Vorstellung ist.  Die Reife, Entwicklung der Charaktere, die Tiefe und Zusammenhänge der Geschichte, sprich einfach die gesamte Qualität der Geschichte ist hier einfach besser. Die ersten 116 Seite waren zwar durchschnittlich, aber das was danach kommt, im Gesamtzusammenhang eingeordnet und wie es die gesamte Geschichte und Charaktere miteinander verknüpft war eben überragend, fand ich. Vorher war es einfach immer nur Stückwerk. Jetzt hat die Erzählung sich einen deutlichen Schritt davon getrennt. Das Ganze ist tiefgründiger und zusammenhängender geworden. Es gibt deutlich mehr Überraschungen, bzw. Wendungen als zuvor. Bis zum Ende hin werden so viele Fragen und Verstrickungen aufgelöst, bzw. beantwortet. Und zwar so gut, wie man es als Autor nicht hätte besser machen können. In punkto Humor und der beschriebenen Düsternis, Leidensfähigkeit aller Beteiligten war das einfach ein ganz anderer, ein besserer Roman als die Bisherigen. Womit ich dieses Buch auch erst ab 13 bzw. eher 14 Jahren empfehlen würde zu lesen.

     

    PN:

    Ich habe alle fünf Percy Jackson-Bücher in gebundener Form in einem sehr schönen und stabilen Schuber. Die gebundenen Bücher fühlen sich einfach toll in der Hand an. Zudem gefallen mir die Buchcover sehr gut. Sie sind sehr schön gezeichnet und farblich illustriert. Dazu kommt die für die Augen sehr angenehme große Schrift. Und die Seiten fühlen sich beim Umblättern richtig schön angenehm dick an. Auch deshalb freue ich mich sehr bald im zarten Alter von 39 Jahren den finalen fünften Band „Die letzte Göttin“ anfangen zu lesen. Mittlerweile gibt es ja von Rick Riordan noch einige andere schöne Bücher wie die „Helden des Olymp-Reihe“, die „Götter und Heldengeschichten“ die Percy erzählt, die „Kane Chroniken“, „Magnus Chace“ und „Die Abenteuer des Apollo“.

    Ich bin sowieso ein sehr großer Fantasyfan und griechische Mythologie bzw. Mythologien aller Kulturen interessieren mich sehr. Als nächstes werde ich, nachdem ich „Percy Jackson: Die letzte Göttin“ gelesen habe, mir alle fünf gebundenen Bücher der Helden des Olymp-Reihe kaufen und sie hoffentlich genauso beim Lesen genießen wie die Percy Jackson-Reihe.

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    Cover des Buches Percy Jackson - Der Fluch des Titanen (ISBN: 9783551311139)

    Bewertung zu "Percy Jackson - Der Fluch des Titanen" von Rick Riordan

    Percy Jackson - Der Fluch des Titanen
    Conan08vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Die Abenteuer um Percy Jackson haben mich wieder sehr gepackt und das Buch hat mir noch besser gefallen als seine beiden Vorgänger.
    Tiefgründiger, facettenreicher, emotionaler und spannender denn je

    Dieser dritte Teil um Percy Jackson, "Der Fluch des Titanen",  ist mein bisheriger Lieblingsteil der Serie. Was macht es also so gut?


    Die Charaktere: [Spoilergefahr!]

    Die bekannten Hauptprotagonisten um Percy, Annabeth und Grover müssen diesmal ohne den witzigen süßen Zyklopen Tyson zurechtkommen. Aber in zwei Irisbotschaften und Gedanken an Tyson wird er nicht vergessen. Mit der Jägerin Zoë Nachtschatten und der aufbrausenden Thalia, Tochter des Zeus, kommen zwei interessante Charaktere hinzu, die uns durch das gesamte Buch bzw. Percy Jackson bei seinem neuen Auftrag begleiten. Weitere neue Charaktere haben wir mit den Geschwistern Bianca und Nico Di Angelo, wobei uns Bianca über weite Strecken des Buches ebenfalls begleitet. Ihre Lebensgeschichte zu hören, bzw. immer weiter zu entschlüsseln, fand ich sehr spannend.

    Die unterschiedlichen Charaktere und Beziehungen der Protagonisten untereinander haben mir sehr gut gefallen. Das Gleiche gilt auch für die Meinungsverschiedenheiten, wenn es darum ging Entscheidungen zu treffen. Insgesamt hat mich das Buch viel mehr berührt. Es war viel emotionaler und die Empathie zwischen allen Charakteren und Lebewesen war auch deutlicher vorhanden.

    Auf Seiten der Götter geht es diesmal in erster Linie um Artemis, die Göttin der Jagd. Auch ihr Buder Apollo, der Sonnengott bekommt seine Auftritte. Gleiches gilt für Aphrodite. Und ansonsten kommen die üblichen Verdächtigen vor plus einige interessante weitere Nebengottheiten.

    Auf Seite der Titanen gibt es mit Atlas einen neuen Gegenspieler. Dazu kommen auch wieder viele andere Nebenprotagonisten und die üblichen Verdächtigen.


    Der Rest:

    Die Hintergrundgeschichte bzw. Handlung selbst ist diesmal besser und spannender erzählt worden als in den beiden anderen Büchern. Die Winteratmosphäre, später auch die Wüste, empfand ich als sehr düster. Insgesamt ist Rick Riordan viel mehr und besser ins Geschichtenerzählen gekommen, anstatt Dinge nur zu erwähnen und aufzuzählen. Der Plot wirkt insgesamt viel glaubwürdiger.

    Die Orte, die besucht wurden, haben mir allesamt sehr gut gefallen. Das Ganze war sehr abwechslungsreich. Als Leser bin ich noch leichter und schneller in die Erzählung als zuvor abgetaucht.

    Die Monstergegner von Percy Jackson und seinen Begleitern waren diesmal auch um einiges interessanter, weil sie viel mehr unterschiedliche Fähigkeiten auf der Pfanne hatten. Ich meine da z. B. die Skelette, die quasi unzerstörbar waren und eine Art getarnte Schwarmintelligenz entwickelt haben. Insgesamt gab es viele Kämpfe und Abenteuer zu überstehen. Die Kämpfe waren ausführlicher und abwechslungsreicher denn je beschrieben ohne dabei zu übertreiben.


    Fazit:

    Wenn der erste Teil "Diebe im Olymp" streckenweise noch sehr inszeniert verlaufen ist, der zweite Teil "Im Bann des Zyklopen" bei den Charakteren noch eindeutig ausbaufähig war, dann hat der dritte Teil "Der Fluch des Titanen" genau diese Punkte sehr gut hinbekommen. Und es war auch der dem Herzen am meisten bewegende emotionalste Teil mit den bisher niveauvollsten detailreichsten Kämpfen. Mein absoluter Lieblingsteil der Reihe bisher. Der Leser darf gespannt sein, wie es im vierten Teil „Der Schlacht um das Labyrinth“ weiter geht.

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    Cover des Buches Percy Jackson - Im Bann des Zyklopen (ISBN: 9783551557285)

    Bewertung zu "Percy Jackson - Im Bann des Zyklopen" von Rick Riordan

    Percy Jackson - Im Bann des Zyklopen
    Conan08vor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Rick Riordan weiß mit seiner Percy Jackson-Reihe sehr zu faszinieren. Auch für Erwachsene absolut mega lesenswert.
    Würdige Fortsetzung. Noch rasanter und witziger als "Diebe im Olymp".

    Dieses 2. Band um Percy Jackson enthält ein komplett neues Abenteuer um die Protagonisten Percy, Annabeth, Grover und Tyson. !!!Achtung kleiner Inhaltsspoiler!!! Statt einer "Schnitzeljagd" quer durch die Vereinigten Staaten, machen sich unsere Helden vom Camp Half Blood auf, Richtung Bermuda Dreieck, und erleben allerhand spannende Abenteuer, die der griechischen Mythologie, sprich Homers Odyssee ähneln. Sie wollen dabei ihren Freund Grover aus den Fängen eines berühmten Zyklopen retten, und das goldene Vlies suchen und ins Camp Half Blood bringen, um mit diesem Thalias Baum zu heilen, damit dieser das Camp wieder vor Monstern beschützen kann.  Mit Tyson bekommen wir einen sehr witzigen, unterhaltsamen, charmanten, liebenswürdigen, schlagkräftigen und erfinderischen neuen Charakter hinzu. Die Bindung, das Verhältnis der einzelnen Charaktere zueinander nimmt deutlich Fahrt auf. Ich merke, dass Annabeth und Percy sich deutlich besser gegenseitig vertrauen und wertschätzen. Clarisse, die kräftige Tochter des Ares, spielt eine deutlich größere Rolle. Ihr begegnen wir ein paar Mal, und das auch deutlich länger. "PJ - Im Bann des Zyklopen" ist mit ca. 330 Seiten deutlich um 110 Seiten kürzer als "PJ - Diebe im Olymp. Das Erzähltempo in diesem Buch, die ablaufenden Ereignisse, treffen quasi Schlag auf Schlag ein, kaum Zeit zum Durchatmen, in positiver Hinsicht. Insgesamt erleben wir hier noch mehr Aktion und Humor als im 1. Teil. Alleine der Start in das Buch, die ersten drei Kapitel, sind ein wahres Aktionsfeuerwerk. Die Szene in der Turnhalle; oder noch besser, die verrückte komische Taxifahrt mit den drei Grauen Schwestern und einem Auge. Hier ist der größte Unterschied festzustellen. Die Figuren, das Gesamtszenarium des Weltgeschehens und der Götter und ihren Semigottheiten, die wichtigen Orte in und um Camp Half Blood müssen zu  Beginn nicht erklärt bzw. eingeführt werden. Es geht sofort los, und das besser denn je. Es gibt Wagenrennen, neue Monstergegner, neue Hilfsgegenstände. Alles so, wie bei einem modernen James Bond für Jugendliche. Schiffe spielen eine Rolle, diverse Technologien, Metallverarbeitung. Dazu spielt rund die Hälfte des Abenteuers auf Schiffen im Meer, auf Inseln statt, wo Percy Jackson voll in seinem Element ist, und seine Stärken in großer Gefahr gut ausspielen kann. Ich habe mich zwischendurch gefühlt wie bei Homers Odyssee, eine Mischung zwischen Sindbad dem Seefahrer (Märchen aus 1.001 Nacht) und Monthy Pythons "Ritter der Kokosnuss": Spätestens auf der Insel des Polyphem mit den Schafen, ;-)... Das Entdecken, bzw. Erforschen der Gegend und Figuren hat diesmal nicht so eine große Rolle gespielt. Weniger Atmosphäre, dafür viel mehr und längere aktionsgeladene Kämpfe. Insgesamt gibt es hier meiner Ansicht nach, deutlich mehr überraschende Wendungen, weniger Vorhersagbares als in PJ - Diebe im Olymp... Der Grundaufbau zu Beginn der Geschichte und die Art und Weise wie die Geschichte an einem vertrauten Ort mit einem Cliffhangar endet, diesem Motto bleibt sich die Buchserie treu. Neben vielen Gemeinsamkeiten, sind es zwei vollkommen unterschiedliche Bücher, wo ich jetzt nicht sagen könnte, welches besser ist. Es ist schwer diese Bücher miteinander zu vergleichen. Ich würde sie uneingeschränkt allen Lesern ab 10 Jahren weiter empfehlen. Als Leser denke ich sehr schnell an unsere "Moderne Zeit". Die verschiedenen Themen und Ideale, die in dieser Geschichte angeschnitten worden sind, sind auch heute noch aktueller und gefragter denn je. Das sind Botschaften, egal ob satirisch auf den Kopf gestellt oder ernsthaft in Szene gesetzt. Die Themen der Antike beschäftigen den Menschen auch heute noch in umfassender Art und Weise.

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    Cover des Buches Percy Jackson - Diebe im Olymp (ISBN: 9783551557278)

    Bewertung zu "Percy Jackson - Diebe im Olymp" von Rick Riordan

    Percy Jackson - Diebe im Olymp
    Conan08vor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ein schönes Abenteuer-Buch für Kinder/Jugendliche bzw. jung gebliebene Erwachsene
    spannend, humorvoll, aktionreich, lehrreich, erfrischend

    Ich habe dieses Buch bereits das zweite Mal gelesen und es hat mich erneut überzeugen können. Es dauert nicht lange und man ist sofort in die Geschichte hinab getaucht. Als Leser erfahre ich hier sehr viel über griechisch-antike Mythologie. Buch ist sehr flüssig geschrieben, und als Leser bekommt man ein bildgewaltiges aktionreiches Kopfkino geliefert. Die Ereignisse, der Fortlauf der Geschichte hat sich sehr schön aufgebaut, bzw. entwickelt. Mit 38 Jahren lasse ich mich gerne in diese Welt hinab ziehen. Was mir sehr gut gefallen hat, dass viele der Dialoge auch in ernsten Situationen sehr humorvoll, bzw. locker waren. Mir hat es viel Spaß gemacht in allen Facetten den Jugendlichen dabei zuzuhören. Die einzelnen Orte sind gut beschrieben worden, und haben mich als Leser abgeholt gemeinsam mit den Protagonisten darin zu verweilen. Die Bösewichte, bzw. die Monster, die Gottheiten, alle haben sie eine gewisse Rolle, einen gewissen Platz in der Geschichte eingenommen. Das Buch war immer spannend, nie langweilig. Und es gibt einige überraschende Wendungen, wobei ich schon früh vermutet habe, wer hier welche Rolle spielen könnte. Die Motivation, Beweggründe der einzelnen Charaktere war sehr gut nachvollziehbar für mich. Die Handlung der Geschichte beschränkt sich zum Einen auf die Aufgabe von Percy Jackson, zusammen mit seinen beiden Freunden. Desweiteren entdeckt er im Laufe der Geschichte immer besser die Kräfte, die in ihm schlummern. Neben den verschiedenen Gottheiten lernen wir das Camp Half-Blood und seine Bewohner kennen. Außerdem lernen wir  auf einer Reise quer durch die ganze USA, einige Orte der Vereinigten Staaten von Amerika kennen, die sich teilweise mit  den mythischen Orten Griechenlands vermischen. Von den Charakteren waren mir alle Charaktere sympathisch. Die intelligente Annabeth ist mir am besten mit ihrer frechen humorvollen Art im Gedächtnis haften geblieben. Aber auch der vorsichtige schüchterne Grover mit seinen Macken und seiner Art alle erheitern zu können hat mir gut gefallen. Insgesamt fand ich die drei Hauptprotagonisten sehr gut harmonisierend in Szene gesetzt.... Neben der griechischen Mythologie, hat das Buch auch andere gute Messages. Der Umweltschutz wird mehr als einmal positiv hervorgehoben. Der Kapitalismus und Konsum ist ein Thema. Gewisse Orte gewinnen an Bedeutung, genauso gewisse Produkte, bzw. Gegenstände. Sprichwörter und Weisheiten sind gut in die Geschichte verwoben. Insgesamt kann man sehr viel aus der Geschichte mitnehmen, gerade auch was das menschliche Verhalten, die menschliche Natur anbelangt. Jeder kann das Buch lesen. Ich finde es ist ein Buch ab 11 Jahren.

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    Cover des Buches Am Rande der Schatten (ISBN: 9783442266296)

    Bewertung zu "Am Rande der Schatten" von Brent Weeks

    Am Rande der Schatten
    Conan08vor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Eine sehr überzeugende gute Fantasygeschichte
    Viel besser als der 1. Teil

    Der 2. Teil der Schattentrilogie ist um Längen besser als der 1. Teil. An der Art und Weise, wie die einzelnen Kapitel aufgebaut sind, bzw. die Erzählperspektiven wechseln hat sich nichts geändert. Was macht „Am Rande der Schatten“ besser als „Der Weg in die Schatten“? Das ganze Buch ist diesmal eine fortlaufende Erzählung. Es spielt alles sehr zeitnah, bzw. zeitgleich ab. Keine Zeitsprünge. Die Folge davon ist, der Leser hat endlich eine Chance in einen gewissen Lese-Flow zu kommen. Von der ersten bis zu letzten Seite habe ich das Gefühl in eine fortlaufende Handlung einzutauchen. Inzwischen sind mir ziemlich alle Orte, Völker und Charaktere bekannt. Man kann sogar von einer Charakterentwicklung sprechen bei Kylar. Ich kann mich in alle Erzählstränge und Charaktere hineinversetzen. Das Buch ähnelt sogar über längere Strecken einem echten Fantasy-Roman. Dadurch, dass viel mehr Abenteuer, viel mehr Aktion passiert, Überlebenskämpfe eine größere Rolle spielen, rücken die Intrigen mehr in den Hintergrund. Die Beziehung zwischen Kylar, Elene und ihrem Adoptivkind Uly ist sehr unterhaltsam, witzig. Überhaupt spielen Gefühle eine wesentliche größere Rolle, gerade bei Kylar. Ein Highlite gleich zu Beginn des Buches im 1. Kapitel war der Mordanschlag auf den Gottkönig Gareth Ursuul. Die ganze Dramatik, das blutige, brutale Spektakel. Eine sehr gut geschriebene Szene. Auf Ähnliches mussten wir 500 Seiten im 1. Roman warten. Die Abenteuer rund um Kylars Freund und König Logan im Schlund, bzw. im Loch waren auch derartig düster, dramatisch und gut erzählt, so dass es nichts Vergleichbares aus dem 1. Band gab. Auch die Abenteuer um Dorian, Solon und Feyr sind sehr gelungen. Weil wir wissen, welche Rolle sie jeweils einnehmen, welche Fähigkeiten sie haben, und was sie vorhaben. Das Alles ist klar, spannend, ereignisreich erzählt. Mit Vi, Ariel, Momma K, Kaldrosa und Elene haben wir zudem sehr interessante weibliche Erzählstränge, bzw. Perspektiven. Und natürlich darf der böse Gottkönig nicht fehlen. Zudem taucht ein ganz neuer Charakter und Mitspieler mit Ferl Khalius auf. Weiter spielt die Magie in vielen Erzählsträngen durch die gesamte Geschichte eine enorm große Rolle. Zudem gibt es einige schaurige übernatürliche Wesen in der Geschichte, die es zu erleben und besiegen gilt. Die verschiedenen magischen Ka’kari haben auch angefangen eine immer größere bzw. wichtigere Rolle einzunehmen, nicht nur Kylar’s Ka’kari. Insgesamt spielt das Geschehen viel verteilter auf der ganzen Karte statt, wo es vorher quasi nur in Cenaria-Stadt stattfand. Es ist so viel passiert, dass ich dem Leser nichts weiter vorwegnehmen möchte.


    Fazit: Das Buch hat in fast allen Facetten ein bis zwei Schippen zugelegt. Aus 3,5 Sternen des Vorgängers ist dieser Teil in meinen Augen verdiente 5 Sterne geworden. Die Aktion ist viel besser auf das ganze Buch verteilt. Es kommen wesentlich mehr Fantasyelemente zum Einsatz. Das Buch ist um Längen sehr viel atmosphärischer geworden als der Vorgänger. Emotionen, Gefühle und Humor spielen eine deutlich ausgeprägtere Rolle als zuvor. Das einzige System was gleich geblieben ist, ist die Art und Weise wie die vielen Erzählstränge der verschiedenen Charaktere aufgebaut sind. Ansonsten merkt der Leser, dass das in vielen Facetten ein ganz anderes Buch ist. Und ich finde B. Weeks hat sich hier auch enorm weiterentwickelt. Hier kommen viel mehr unterschiedliche Facetten zum Tragen als zuvor. Es liest sich flüssiger und spannender, und nicht mehr als Stückwerk, bzw. wie hingeschmissene Brocken. Im Nachhinein muss ich sagen zu meiner zu Recht kritischeren Rezension von „Der Weg in die Schatten“ wäre es geschickter gewesen, die ganzen Geschichte, bzw. mögliche Dinge die dazwischen passieren in zwei Romane zu fassen, anstatt nur in einem. Jetzt liest sich der 1. Roman auch deutlich besser, bzw. angenehmer. Den Leser hier in 200 bis 500 Seiten mehr in die ganze Thematik, die komplexe Fantasiewelt mitzunehmen,  einschließlich der besseren ausführlicheren  Einführung der Charaktere, hätte mich als Leser von Anfang an viel besser und verständlicher abgeholt.  Dass das Schreibkonzept von B. Weeks zu gefallen weiß, hat der 2. Roman „Am Rande der Schatten“ eindeutig bewiesen. Es war ständig eine gewisse Dynamik in der Geschichte und ich konnte endlich in meinem Kopfkino voll und ganz abtauchen, und zwar von Anfang bis zum Ende.

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    Cover des Buches Der Weg in die Schatten (ISBN: 9783442266289)

    Bewertung zu "Der Weg in die Schatten" von Brent Weeks

    Der Weg in die Schatten
    Conan08vor 4 Monaten
    düster, facetten- und temporeich; gut aber nicht sehr gut

    „Der Weg in die Schatten“ zeigt eindeutige Stärken und Schwächen. Insgesamt ist es ein sehr anspruchsvolles Fantasy-Buch, das sich an ein jüngeres Lesepublikum, bzw. jung „gebliebene Erwachsene“ richtet, wobei ich das nach den letzten 200 Seiten nicht mehr so genau sagen kann. Die meisten Kapitel bzw. Leseabschnitte sind nicht länger als 10 Seiten. Es ist beinahe unmöglich so richtig in die Geschichte abtauchen zu können, da die Orte, Charaktere, Zeit und Handlungsstränge ständig wechseln, und das eher unorthodox noch dazu. Insgesamt dienen die ersten 400 Seiten des Buches dazu um in die Welt, alle wichtigen Charaktere und die eigentliche Thematik eingeführt zu werden. Deshalb bleibt dem Leser keine Zeit mit den einzelnen Charakteren, Orten und Begrifflichkeiten richtig warm zu werden. An manchen Stellen ist die Übersetzung grammatikalisch falsch. Als Leser springt man von einem Ereignis in das nächste. Es ist quasi kaum möglich sich die vielen Begriffe, Orte und Namen alle merken zu können. Schließlich bleiben ein Dutzend der wichtigsten Charaktere und ihrer Bedeutung im Gedächtnis haften. Fast alle Charaktere haben ihre guten wie schlechten Seiten. Ganz besonders lernt der Leser diese bei Momma K und Graf Drake kennen, später auch verstärkt bei Durzo Blint. Alle haben eine menschenverachtende Vergangenheit, aus der sie sich schließlich mehr oder weniger zu Wohltätern entwickelt haben. Gute und schlechte Taten geben sich hier die Klinke. Genauso erfährt man die Geschichte und Motivation dieser drei.  Es dauert allerdings ca. 400 Seiten bis der Leser alle Facetten, Hintergründe und Motivation dieser drei wichtigen Charaktere kennenlernt. Diese Darstellung und Erklärung des Autors wirkt für mich etwas zu sehr inszeniert und wird zu sprunghaft und spät in die Geschichte eingeführt. Und das bis weit über die Hälfte des Buches neue Handlungsstränge, Orte und Charaktere eingeführt werden, ist des Vielen einfach zu gut. Es liest sich Alles über weite Strecken sehr unharmonisch und sprunghaft, wie spontane Ideen des Autors, die nicht zu Ende gedacht sind. Viele der Nebenhandlungsstränge, besonders die der Antiprotagonisten werden angeschnitten und bleiben dann auf der Strecke. Mir persönlich wurde die Entwicklung von Azoth und dessen Ausbildung zu schnell abgewickelt. Ich hatte kaum eine Chance mit der Hauptfigur warm zu werden. Und vom Charakter Durzo Blint bin ich eher enttäuscht. Da habe ich mir mehr versprochen. Als Azoths Mentor und bester Blutjunge ist er für mich ein sehr blasser Charakter. Da gefallen mir die anderen zwei bis drei Dutzend Charaktere in der Geschichte fast alle besser. Aber ich akzeptiere die beabsichtigte Rolle, die der Autor Durzo Blint verpasst hat.


    Die Aktionszenen werden ziemlich schnell umschrieben und abgehandelt. Es entsteht kaum eine Atmosphäre dabei. Die Aktion wirkt undramatisch wie etwas Alltägliches. Plötzlich überschlagen sich dann die Ereignisse nach ca. 400 Seiten. Aber endlich bleibt die Geschichte innerhalb von  ein bis zwei Tagen stehen. Und das Leben aller Charaktere nimmt eine dramatische Wendung auf Leben und Tod. Für mich wirkt dieser Übergang ein wenig zu überzeichnet, wenn Menschen Jahrzehnte lang immer das Gleiche tun, und dann passiert alles gleichzeitig in so kurzer Zeit und alles geht den Bach runter. Es ist einfach selbst für Fantasyansprüche unrealistisch und inszeniert.


    Wer hier unterhalten werden möchte, muss dies in den Dialogen der Charaktere suchen. Insgesamt ist die Story durch viele politische und private Intrigen zusammengesetzt. Das Macht- und Ränkespiel ist allerdings gut inszeniert. Es ist tiefgründig, verworren und verwegen des schlechten Menschendaseins, bzw. Bewusstseins dargestellt. Nach der Hälfte des Buches nehmen Frauen eine immer wichtigere und mächtigere Rolle ein. Dabei wird mit den fraulichen Waffen, erotischen Reizen und Anspielungen nicht gegeizt. Und nach der Hälfte des Buches erfährt der Leser auch das erste Mal etwas über magische Artefakte und über die Rolle der Magie allgemein. Der Hauptprotagonist lernt endlich die Magie kennen und anzuwenden. Die Karten werden aufgedeckt. Die ganzen Protagonisten zeigen ihre unterschiedlichen Facetten und der Leser weiß endlich wer der eigentliche Feind ist und um was es so wirklich in der Geschichte geht.


    Kurzum, das Buch fängt eigentlich erst nach der Hälfte an so richtig interessant zu werden, weil wir erst da alles über Momma K. Graf Drake,  Durzo Blint, Roth, Dorian, Feyr usw. erfahren. Leider wirken die Charaktere alle zu unvollständig für mich, weil der Autor sich einfach nicht lange genug mit Ihnen befasst hat, sprich bei Ihnen verweilt. Logan, Azoth (Kylar), Puppenmädchen sind hier noch die normalsten Charaktere, diejenigen mit einer weniger beschmutzten Vergangenheit und mit einer reinen Persönlichkeit. Alle Anderen tragen so wohl eine dunkle wie helle Seite in sich. Lord Gyre (der Vater von Logan) und König Alleine finde ich zwei interessante Charaktere. Da hätte ich einfach mehr lesen wollen. Insgesamt sind die Abschnitte zu kurz mit den einzelnen Charakteren und ich bekomme als Leser zu viele Häppchen hingeschmissen. Es ist okay, teilweise auch ganz gut gemacht, aber mal im Ernst, wenn Brent Weeks  drei bis vier Charaktere bzw. Handlungsstränge weggelassen hätte und dafür andere vertieft hätte, hätte das der Geschichte in meinen Augen mehr gut getan. Ich habe Verständnis, das für einen Einführungsroman alle Figuren erst einmal eingeführt und in Position gebracht werden. Aber man kann es auch übertreiben. Was ich mir für die Fortsetzungsromane wünsche, dass hier ein wenig mehr Stabilität herrscht, sprich, dass uns die Figuren erhalten bleiben und nicht am laufenden Band neue Charaktere eingeführt werden. Auch wenn die Übersetzung bzw. der Übersetzer selbst Probleme hatte, die ganze Grammatik den richtigen Figuren und Abläufen zuzuordnen, habe ich positiv feststellen können, dass die ganzen Zusammenhänge und Gedanken ein intelligenteres Lesepublikum zum Einen herausfordern. Als Leser denkt man hier schon um einige Ecken. So wie die Geschichte aus Lügen, Intrigen, Macht- und Ränkespielen besteht, so ist es im Text auch verschlüsselt. Deshalb richtet sich als „Zielpublikum“ dieses Buch besonders an sehr   anspruchsvolle, „intelligente“ Leser. Eine Voraussetzung um mit dieser Art Geschichte klar zu kommen ist die Verarbeitung der ganzen Ereignisse, Charaktere. Die vielen unterschiedlichen Namen, Orte und Fantasiedinge lösen beim einen oder anderen Leser eine Art Reizüberflutung beim Lesen aus. Ganz unabhängig davon, ob einem das gefällt oder nicht, braucht es schon ein gewisses Maß an Intelligenz um alle Facetten der Geschichte zu verstehen. Es hat zumindest mein Hirnschmalz über weite Strecken angeregt, fast wie bei einer antiken Novelle, auch wenn der Vergleich etwas hinken mag. Das ist es auch, was hier in einem krassen Gegensatz steht. Zum einen ist es die beschriebene Fantasiewelt, ein derbe mitunter ungehobelte Ausdrucksweise in der Sprache, bzw. Ausdrücke. Fäkalbegriffe, Gossenausdrücke. Hier wird kein Blatt vor den Mund genommen. Und trotzdem hat das Ganze ein für mich hohes intelligentes Schreibniveau des Autors, gemessen an den meisten anderen Fantasybüchern. Denn wer nicht genau aufmerksam liest, versteht die Zusammenhänge und einzelnen Bedeutungen nicht, und kann nicht um die Ecke denken. Ich denke es ist falsch das Buch in eine gewisse Schublade zu stecken. Klar ist, dass es für mich angenehmer ist, das Buch in einem Rutsch durchzulesen, wie eine entspannende „billige“ „Urlaubslektüre“, die man in zwei bis drei Tagen durchliest. Ich finde das wird dem Ganzen so „nicht gerecht“. Ich würde das ganz neu definieren….




    Bis hierhin war das eine Rezension der ersten 450 Seiten. Es ist wie das Aufstellen, positionieren von Schachfiguren vergleichbar. Danach ändert sich quasi alles. Spätestens ab Seite 500 dominieren mehr und mehr Actionsequenzen das Geschehen. Der Unterschied ist Folgender, dass sich der Autor jetzt endlich die Zeit nimmt, diese geballte Aktion ausführlich zu beschreiben. Es herrscht sozusagen 200 Seiten bis zum Ende ein Endkampfszenarium verschiedener Protagonisten, bzw. Parteien. Die Ereignisse überschlagen sich derartig. Alles was wir bis dato wissen wird auf den Prüfstand, bzw. auf den Kopf gestellt, es kommt zu einem wahren Überlebenskampf, und die letzten endgültigen Geheimnisse und Gefühle der Charaktere zueinander werden aufgedeckt. Es hat so viel Spaß gemacht dies alles zu lesen und zu erleben. Spätestens jetzt wird der Leser für sein Durchhaltevermögen entschädigt, insofern er mit der geschilderten Gewalt, Aktion, dem Blutbad, der Magie und dem spannenden rasanten Tempowechsel etwas anfangen kann. Endlich wird der Leser auch mit den einzelnen Charakteren so richtig warm, endlich gewöhnt sich der Leser an die zuvor vielen beschriebenen Orte, Begriffe, Charaktere, endlich kommt die Magie mit ins Spiel. Endlich ist das Buch emotional geworden. Endlich habe ich ein automatisches fortlaufendes bildgewaltiges Kopfkino bekommen, und das ohne 100 neue Fragezeichen. Endlich liest sich alles schön zusammenhängend am Stück, und endlich erkennt der Leser alle Zusammenhänge, und kann alles einordnen. Im Prinzip hat sich das Buch mit jeden neuen 100 Seiten von Anfang an gesteigert, fast so als ob der Autor selbst das Schwimmen gelernt hätte, bzw. das richtig schnelle ästhetisch schöne Schwimmen. Diese letzten 200 aktionsreichen spannenden Seiten zählen mit zu den besten, die ich bisher gelesen habe. Insgesamt bekommt das Buch verdiente 4 von 5 Sternen. Ohne die letzten 200 Seiten wären es wohl bessere 3 Sterne geworden, so sind es bessere 4 Sterne am Ende mit Luft nach oben geworden.

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    Cover des Buches Die Tochter des Drachen (ISBN: 9783764532291)

    Bewertung zu "Die Tochter des Drachen" von Robin Hobb

    Die Tochter des Drachen
    Conan08vor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Wunderschöner Roman mit fantastischer Entwicklung. Unschlagbarer bildgewaltiger Schreibstil der Autorin.
    gruselig, atmosphärisch, bildgewaltig, mit neuen starken Charakteren und Orten

    Dies ist meine dritte Weitseher Triologie, bzw. mein siebter R. Hobb Roman. Vom Schreibstil geht es einfach nicht besser. Eine 970 Seiten interessante bildgewaltige Geschichte. Liebhaber von historischen Romanen kommen hier voll auf ihre Kosten, insofern sie mit einer Fantasiewelt klar kommen.

    Insgesamt gesehen lebt dieser Roman von seiner Spannung und den detailverliebten Erlebnissen, Gefühlen und Gedankenwelt der Protagonisten. Von allen Weitseher-Romanen ist dies der Roman mit der wenigsten Aktion. Das Einzige was mir nicht so gut gefallen hat, war die Beschreibung der sehr komplizierten Schwangerschaft von Molly und die ersten Jahre nach der Geburt ( Seite 150 bis 250). Das war für mich zu viel Gefühlsduselei und Dramatik. Das lag einfach auch daran, dass alle Molly für verrückt gehalten haben und das Kind für geistig und körperlich unterentwickelt gehalten haben. Diese vielen Vorurteile, Heucheleien, negativen Sichtweisen. Als Biene größer geworden ist und ein eigenes Bewusstsein entwickelt hat, war der Roman wieder richtig gut geworden, schön zu lesen. Die ersten 150 Seiten waren so aufregend bildgewaltig. Mir kam es vor, als ob ich eine richtig schöne atmosphärische Gruselgeschichte bzw. Detektivgeschichte gelesen habe. Dann die dramatische Krankheit von Chade, bzw. das Wiedersehen. Insgesamt war es in dem Buch sehr schön zu lesen wie Fitz sein Glück mit Molly und dem riesigen Gut und Herrenhaus auf Weidenhag gefunden hat. Eine wirklich sehr schöne Beschreibung von Weidenhag. Die neuen Charaktere sind auch sehr gelungen in die Geschichte mit eingepflochten worden. Die Zeit kurz vor dem schweren Schicksalsschlag und alles was danach kam hat mir sehr gut gefallen. Als Fitz mehr Zeit mit seiner Tochter verbracht hat und Biene auf eigene Faust losgezogen ist, habe ich beim Lesen sehr genossen. Und es war sehr spannend zu lesen, wie sich alles weiterentwickelt hat. Mein persönliches Highlite waren die Erkundung, bzw. Aufenthalte in den Spitzelgängen in Weidenhag. So schön gruselig und atmosphärisch. Allgemein ist es immer schön zu lesen, wenn Kinder etwas neu erleben und entdecken. Die Einkaufsfahrt bzw. Erkundung Eichenbachs war auch so schön beschrieben. Insgesamt fand ich von der beschriebenen Atmosphäre, dass dies der beste meiner sieben gelesenen Weitseher-Romane ist, den Hobb geschrieben hat. Sieber hat meinen Geschmack von einem Charakter sehr gut getroffen. Seine Entwicklung ist sehr positiv und er nimmt eine deutlich wichtigere Position in diesem Roman ein. Das zunächst dramatische Wiedersehen eines alten Bekannten am Ende des Romans ist auch Klasse inszeniert worden und eine wahre Bereicherung für den Leser. Die vielen unterschiedlichen Charaktere kommen in diesem Werk von R. Hobb noch besser zur Geltung als in ihren bisherigen Romanen, finde ich. Am traurigsten, und am meisten schade finde ich, dass am Ende des Romans ein Charakter sterben muss, der es mal so überhaupt nicht verdient hat, und für Fitz und seine Familie immer da war und alles organisiert hat. Mehr sage ich nicht. Die letzten 100 Seiten, die in jeglicher Hinsicht gut und spannend zu lesen waren, und mit einem Cliffhangar enden, haben auf jeden Fall mehr Lust auf mehr gemacht. Im letzten Drittel des Romans merkt man es als Leser, dass Fitz älter, reifer geworden ist. Er trifft im Vergleich zu früheren Romanen, bzw. Lebensabschnitten, selbstständige Entscheidungen. Er übernimmt mehr Verantwortung für meinen Geschmack und er setzt sich mehr mit eigener Persönlichkeit in den Dingen durch, die für ihn und seine Tochter Biene wichtig sind. Er nimmt sozusagen das Szepter schneller und entschlossener in die eigene Hand. Dahingehend hat seine Tochter Biene einen sehr positiven Einfluss auf ihn. Diese Seite hatten wir bis jetzt noch nicht kennengelernt, umso schöner zu lesen, dass er reifer und abgehärteter geworden ist. Er ist in meinen Augen mehr Mann als vorher. Er steht besser zu seinen Entscheidungen, er ist rigoroser, entschlossener geworden als vorher. Ich bin gespannt wie sich das im nächsten Roman weiterentwickelt. Ob wir da mehr von seiner Härte und Entschlossenheit zu lesen bekommen, was sich hier schon angedeutet hat. Das Schöne an den R. Hobb Büchern ist, insofern man alle Romane von Anfang an liest, dass man getrost auch mal für ein paar Wochen oder Monate das Buch aus der Hand legen kann, und es einem sehr leicht fällt, wieder schnell in die fantastische Geschichte eintauchen zu können und sich zurecht finden zu können. Ich denke wir lesen uns wieder im nächsten Roman "Die Tochter des Propheten".

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    Cover des Buches Beschützer der Drachen (ISBN: 9783764532055)

    Bewertung zu "Beschützer der Drachen" von Robin Hobb

    Beschützer der Drachen
    Conan08vor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Ein weltklasse Roman,der nahtlos an die Qualität seiner Vorgänger anknüpfen kann. Hobb's Bücher sind viel mehr als nur einfach gute Fantasie
    Super Entwicklung und klasse Abschluss der zweiten Weitseher Trilogie!

    Ich habe wieder einen wunderbar schön geschriebenen Roman von Robin Hobb gelesen, der mit fortwährender Dauer immer besser geworden ist. Es gibt keinen Autor bzw. Autorin in diesem Genre, und wahrscheinlich ganz wenige in allen Genres zusammen, die so gut die Tagesabläufe unseres Hauptdarstellers Fitz und seiner Mitstreiter beschreiben kann, bzw. nacherzählen kann. Und dabei werden zwischenmenschliche Probleme so realistisch beschrieben. Es werden so viele Weisheiten und Zitate vermittelt. Die Figuren kommen alle so empathisch bei mir an. Die Handlungen und Denkmuster sind sehr gut nachvollziehbar. Und genau diese Kunst des Schreibens, die die Autorin zelebriert, wird dem Leser seit sechs Romanen über die Geschichte des Fitz Weitseher geboten und stetig weiterentwickelt.


    Mir hat es geholfen mich selbst und verschiedene Lebens-Situationen besser zu verstehen. Das lässt für mich folgende positive Rückschlüsse zu. Die Autorin R. Hobb kann nicht nur sehr gut schreiben, sondern sie versteht auch unwahrscheinlich viel was das Leben selbst ausmacht. Sie hat einen messerscharfen intelligenten Verstand und besitzt eine hohe Empathie zu ihren Mitmenschen. Ihre Lebenserfahrung ist sehr beeindruckend und facettenreich. Ich kann eine so tolle Person, die hinter Robin Hobb steckt, nur bewundern.


    Mich hat die Geschichte über weite Strecken sehr emotional berührt. Von all ihren Romanen, hat mich bis dato dieser hier, „Beschützer der Drachen“, am meisten emotional berührt. Ich habe niemals zuvor an so vielen Stellen des Romans Tränen jeglicher Art im Einklang mit den verschiedenen Charakteren vergossen: Freude, Trauer, Schmerz, Liebe, Sehnsucht, Empathie. Ich war so überwältigt. Ich konnte all diese Gefühle und Situationen in all ihrer Komplexität der Protagonisten verstehen und mitfühlen wie nie zuvor. Und es hat so verdammt gut getan, und ich war stolz darauf, diese Gefühle zu spüren, auszuleben. Genauso wie ich stolz war die vielen „Messages“, Botschaften, zu erkennen und zu verstehen, die mit viel Hingabe abwartend situationsgerecht an den richtigen Stellen auftauchten. Es ist so schön zu lesen, wie viele unterschiedliche Wege die Autorin dem Leser vermittelt ans Ziel kommen zu können, und wie viele unterschiedliche Gedanken und Erfahrungen dafür sorgen, wie wir Menschen sind und handeln.


    Und gerade bei der Entwicklung der Charaktere hat sich einiges getan in diesem letzten Teil der Trilogie. Neben Veränderungen, mussten wir uns auch von dem ein oder anderen wichtigen Charakter verabschieden. Das hat mir gefallen, wie das Ganze realistisch und doch unvorhersehbar in Szene gesetzt wurde. Neben der Trauer hatte ich das als eine große lebendige Lawine oder einen Vulkanausbruch empfunden, die Möglichkeiten, Chancen, lassen mit einer Sache abzuschließen, und gleichzeitig etwas Neues aufzubauen, und trotzdem  das Gute und die Erinnerungen daran im Herzen zu bewahren. Robin Hobb’s Bücher sind der lebendige Beweis dafür, dass Fantasie ohne ein waffenschwingendes Aktions-Feuerwerk, bzw. inszenierte Aktion auskommen kann. Denn gut geschriebene Geschichten sind viel mehr als das.


    Fazit: 

    Der Klappentext des Buches beschreibt den Inhalt schon ganz gut. Hierbei noch mehr vorwegzunehmen, würde die Spannung des Buches und die tiefe Gefühlswelt der Charaktere weniger interessant, bzw. aufregend gestalten. Das Erlebnis wäre einfach ein Anderes. Dieser Roman bildet einen großartigen Abschluss der zweiten Weitseher Trilogie um Fitz Chivalric. Das Buch war sehr flüssig zu lesen, und wie die anderen Romane der Reihe zuvor, sehr bildgewaltig und leicht im Kopf zu erleben. Die Übersetzung ins Deutsche mit einem neuen Übersetzer ist im Vergleich genauso gut gelungen.

    Die Spannung hat sich vor allem ab ca. der Hälfte des Buches enorm gut weiter entwickelt, weil dann viel mehr passiert ist, bzw. es zu vielen Problemlösungen und Ereignisabschlüssen gekommen ist, und auch die fantastischen und unvorhersehbaren Elemente zugenommen haben. Davor war es einfach eine Geschmacksfrage des Lesers. Ich mochte alle Charaktere und deren nachvollziehbares Handeln und  ihre Entwicklung. Ich habe viele positive Erkenntnisse für das wahre Leben daraus mitgenommen. 

    Ich empfehle das Buch jedem Leser, der gerne große, ausführlich geschriebene Geschichten liest, und sich gerne die Zeit nimmt, nicht nur die Welt im Allgemeinen, sondern auch die Gedankengänge und die Gespräche der Protagonisten zu verstehen und zu schätzen weiß. Es gibt viele Probleme zu bewältigen, und für Alles gibt es eine oder mehrere Lösungen. Wer sich auf das Alles gut einlassen kann und auf aktionsreiches Spektakel (zu 95 %) verzichten kann, dem wird das Buch, bzw. die Buchreihe mit Sicherheit gut gefallen. Ich empfehle das Buch Menschen, jungen wie erfahreneren, mit Empathie und Herz und/oder Hochsensiblen, mit Intelligenz,  mit Lebenserfahrung, die sich bestätigt sehen und/oder ihren Verstand gerne einsetzen und über/mit dem eigenen Horizont denken und auf Reise gehen und vielleicht dabei noch etwas lernen oder sich an schöne Zitate, Lebenseinstellungen gerne erinnern, bzw. sich als Vorbild nehmen möchten.

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    Über mich

    • männlich
    • 01.06.1981

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