CorinnaGerngelesen

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Rezensionen und Bewertungen

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    Cover des Buches Stille Schwester (ISBN: 9783746743653)

    Bewertung zu "Stille Schwester" von Martin Krist

    Stille Schwester
    CorinnaGerngelesenvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Spannende Fortsetzung! Und die Warterei auf Teil 3 wird endlos...
    Und wieder beginnt die Warterei...

    Kommissar Henry Frei wird zu einem weiteren Tatort des Serienmörder gerufen, der Berlin unsicher macht. Dieser erdrosselt seine Opfer, um sie dann kunstvoll in Szene zu setzen. Zudem hinterlässt er einen Hinweis auf seine nächste Tat, der jedoch bisher der Polizei wenig geholfen hat. Wie bereits in Band 1 führen Spuren zu Freis ehemaligen Chef Marek, der nach dem Verschwinden seiner Tochter Alanna die Seiten gewechselt hat. Dieser Fall umspannt die gesamte Serie. Der Leser erhält immer wieder Hinweise, um am Ende doch mit einem dicken Cliffhanger zurückgelassen zu werden.


    Cliffhanger, die Zweite

    Bereits der erste Fall aus der Thriller-Reihe um den Berliner Kommissar Henry Frei hat mir sehr gut gefallen. Die Rezension zu "Böses Kind" könnt ihr hier finden. Schon damals habe ich ungeduldig auf die Fortsetzung gehofft und konnte diesen Band kaum abwarten. Leider ist das nach Ende der aktuellen Lektüre keineswegs anders, denn der Autor beendet auch diesen Teil mit einem mega Cliffhanger. Eigentlich ist die Warterei nun nur noch schlimmer geworden...

    Die Story schließt sich dabei unmittelbar an Band 1 an. Und obwohl Martin Krist geschickt Informationen aus dem ersten Teil einfügt und den Leser so auf den aktuellen Stand bringt, würde ich dringend davon abraten, mit der Fortsetzung zu beginnen. Zu viele spannende Momente würden verloren gehen.
    Auch stilistisch fügt sich "Stille Schwester" gut ins Gesamtbild der Reihe ein: die Kapitel sind knapp wie immer und verleiten zum "nur noch eine Szene"-Weiterlesen. Dabei wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, so dass der Leser zwar Hinweise erhält, aber die auftauchenden Fragen eigentlich nur mehr werden.

    Viele offene Fragen

    Womit ich beim einzigen Kritikpunkt wäre: Die vielen Fragen, die immer noch keine Auflösung finden. Der all umspannende Fall von Alanna, der Tochter von Marek, wird sich natürlich erst ganz am Ende aufklären, aber ein paar mehr Infos bezüglich der aktuellen Mordserie hätte ich mir schon gewünscht. Hier bleiben Motiv und Beweggründe für mich etwas zu flach. Vielleicht ist dies auch der Länge des Roman geschuldet, der mit etwas über 230 Seiten recht kurz ausfällt.

    Die Warterei beginnt (schon wieder)

    Manchmal warte ich bei solchen Reihen sogar ganz gerne, bis sie vollständig erschienen sind. Dadurch kann ich dann alle Bände in einem Rutsch lesen und muss die Spannung nicht so lange aushalten. Hier wird mir das aber sicher nicht gelingen, denn Teil 3 wird auf jeden Fall direkt verschlungen, wenn er erschienen ist!

    Fazit: Auf jeden Fall eine ganz dicke Lese-Empfehlung für alle, die spannende Lektüre lieben. An Martin Krist kommt ihr nicht vorbei! Aber die Warterei auf Band 3 wird endlos...

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    Cover des Buches Sonntags Tod (ISBN: 9783837140644)

    Bewertung zu "Sonntags Tod" von Carla Berling

    Sonntags Tod
    CorinnaGerngelesenvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Spannender Lokal-Krimi mit der sympathischen Reporterin Ira Wittekind. Volltreffer
    Spannender Lokal-Krimi

    Die sympathische Reporterin Ira Wittekind recherchiert hier in einem sehr persönlichen Fall, der sie in ihre eigene Vergangenheit führt. Wieder ein Volltreffer von Carla Berling!

    Ira Wittekind ist nach einer privaten Enttäuschung in ihre Heimat zurückgekehrt. Für eine Lokalreportage begleitet sie die Polizei von Bad Oeynhausen auf einem nächtlichen Einsatz. In einer Messie-Wohnung wird eine stark verweste Leiche gefunden. Nach dem Tod ihrer Jugendfreundin Verena, die von ihrem Mann umgebracht wurde, ist dies ein weiteres Opfer in dem eigentlich beschaulichen Ort. Ira vermutet einen Zusammenhang und beginnt zu recherchieren.

    Nachdem ich (leider) mit "Mordskapelle" diese Reihe rund um die sympathische Mittfünfzigerin Ira Wittekind begonnen habe, konnte ich nun dank Isabelle von Seitenwandler diesen Fehler korrigieren. "Sonntags Tod" ist der erste Teil und so lernen wir hier Ira mit ihren Eigenheiten und ihrer Vergangenheit ausführlich kennen. Schade, dass bei der Veröffentlichung der Hörbücher diese richtige Reihenfolge nicht eingehalten wurde.

    Genau das richtige Maß Lokalkolorit

    Diese Lokal-Krimi-Reihe gefällt mir rundherum richtig gut! Die Charaktere sind sympathisch, aber auch interessant und zum Teil ein wenig skurril. Ira selbst ist eine Reporterin mit Leib und Seele, die nie unfähre Mittel einsetzt, um an Informationen zu kommen. Sie sucht stets die "Geschichte hinter der Schlagzeile". Genau das mag man als Leser an ihr.
    Der Fall ist wirklich spannend und enthält einige überraschende Wendungen. Insgesamt finde ich "Sonntags Tod" sogar noch ein wenig fesselnder als "Mordskapelle". Die Rezension dazu findet ihr übrigens hier.

    Vera Teltz als wunderbare Sprecherin

    Zudem wird das Hörbuch wieder wunderbar von der Sprecherin Vera Teltz gelesen. Ihr gelingt es, mit dem richtigen Tonfall für Lokalkolorit zu sorgen, ohne dass es künstlich oder aufgesetzt wirkt. Für mich ist dieses (Hör)Buch ein perfekt umgesetzter Lokal-Krimi: mit Flair, aber ohne Fremdschämen oder Peinlichkeiten, weil der Dialekt zu arg übertrieben wird.

    Hinzu kommt auch wieder die schöne Umsetzung des Hörbuches mitsamt Booklet, das neben den Steckbriefen der wichtigsten Protagonisten auch eine gezeichnete Karte von Rehme, dem kleinen Ort in der Nähe von Bad Oeynhausen, aus dem Ira stammt, enthält. Ein Foto dazu findet ihr übrigens in der Rezension zu "Mordskapelle" (hier), das hat mich damals schon begeistert.

    Fazit: Ein toller Krimi mit genau dem richtigen Maß an Lokalkolorit, aber trotzdem richtig spannend! Ich bleibe Ira Wittekind treu und hoffe bald auf das nächste Hörbuch

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    Cover des Buches Astrid Lindgren - Ihr Leben (ISBN: 9783570553527)

    Bewertung zu "Astrid Lindgren - Ihr Leben" von Jens Andersen

    Astrid Lindgren - Ihr Leben
    CorinnaGerngelesenvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Tolles, aber auch anspruchsvolles Portrait einer starken Frau!
    Astrid Lindgren - ein Phänomen

    Wer kennt sie nicht, die Autorin von Pippi Langstrumpf? Aber was hat dazu geführt, dass Astrid Lindgren die Kinderbuchliteratur derart revolutionierte? Jens Andersen geht in seiner ausführlichen Biografie diesem Phänomen auf den Grund - und zeigt uns eine Frau, die viele Höhen und Tiefen durchlebt hat. Tipp nicht nur für Pippi-Fans!


    Literatisch anspruchsvolle Biografie

    Die Biografie von Jens Andersen, dänischer Journalist und Literaturwissenschaftler, ist anspruchsvoll, informativ und sehr ausführlich, leider dadurch stellenweise auch etwas langatmig. Er versucht, den Einfluss von persönlichen und gesellschaftlichen Ereignissen in Astrid Lindgrens Leben auf ihre Werke aufzuzeigen, was ihm auch gut gelingt. Ob ich dabei als Leser auch erfahren muss, was mit diversen Personen, die lediglich nur eine kurze Zeit eine recht geringe Rolle in Lindgrens Leben spielten, in den nächsten zehn oder zwanzig Jahren ihres Lebens geschehen ist, bleibt dahingestellt. Etwas Straffung und Struktur hätte dem Werk durchaus gut getan, so erschweren auch einige Zeitsprünge das Lesen. Aufgelockert wird der Inhalt durch die zahlreichen Fotografien, die viele Details illustrieren, erklären und auch zu manchem Schmunzeln verleiten, wie die Aufnahme von Astrid Lindgren im hohen Alter, als sie aus Spaß mit einer Freundin auf einen Baum klettert.

    ...inklusive Textanalysen

    Interessant sind über die eigentlich Lebensgeschichte hinaus auch die Textanalysen, die der Literaturwissenschaftler Jens Andersen liefert (wenn auch wieder etwas ausschweifend). Zusammenhänge zwischen persönlichen Schicksalsschlägen oder gesellschaftlichen Ereignissen werden gut hergestellt und zeigen deutlich, dass ein Schriftsteller nicht einfach im luftleeren Raum schreibt.

    Astrid Lindgrens bewegtes Leben

    Die Biografie lebt natürlich von dem bewegten und interessanten Leben Astrid Lindgrens (1907-2002). Verläuft ihre Kindheit noch recht normal, so wird sie bereits mit 18 Jahren nach einer Affäre ungewollt schwanger - und das vor über 90 Jahren. Sie entschließt sich dazu, den Vater des Kindes nicht zu heiraten. Sie hatte bereits damals das Gefühl, er würde sie in ihrer Freiheit einschränken und dominieren. Stattdessen entschließt sie sich dazu, ihren Sohn anonym in Dänemark zur Welt zu bringen und ihn die ersten drei Lebensjahre dort bei einer Pflegemutter aufwachsen zu lassen. Ein Fehler, wie sie später erkennt, doch daraus entsteht ihre Überzeugung, wie wichtig die ersten fünf bis zehn Jahre im Leben eines Kindes sind. Neben den gesellschaftlichten Veränderungen im damaligen Schweden hat auch die Gewalt im zweiten Weltkrieg einen maßgeblichen Einfluss auf Astrid Lindgrens Sichtweise der Welt. Doch auch weitere persönliche Belastungen hat sie zu verkraften. So führt etwa eine Affäre ihres Mannes  zu einer Ehekrise und unter seiner Alkoholsucht leidet die ganze Familie bis zu seinem frühen Tod.

    Ihr Leben lang hat Astrid Lindgren bedauert, ihren Sohn drei Jahre bei einer Pflegemutter aufwachsen lassen zu müssen, so viel Mutterersatz diese ihm auch geboten haben mag. Vielleicht ist dadurch ihre enge Bindung an Kinder zu erklären, ihre Motivation, an deren Spiel teilzuhaben und nicht nur von außen die Aufsicht zu führen, wie damals üblich. Auf jeden Fall hat Astrid Lindgren immer die Bedeutung der ersten fünf bis zehn Lebensjahre eines Kindes betont sowie den respektvollen Umgang zwischen Kindern und Erwachsenen, geprägt von Vertrauen. Sie sprach sich immer für eine gewaltfreie Erziehung aus. Nach ihrem Erfolgsrezept gefragt, antwortete sie einmal:

    "Keine langen und verwickelten Sätze, keine theoretischen Argumentationen, keine unverständlichen Worte, kein versteckter moralischer Zeigefinger."

    Pippi-Fieber in Schweden - und der ganzen Welt

    Auch wenn Astrid Lindgren bereits früh eine unkonventionelle Art zu schreiben und ein Sprachtalent bescheinigt wurden, so zeigt Jens Andersen doch auf, wie ihre persönlichen Erfahrungen ihre Bücher beeinflusst haben. Besonders interessant ist dabei natürlich die Entstehung von "Pippi Langstrumpf", Lindgrens erstem großen Erfolg, der zu einer komotenhaften Karriere als Schriftstellerin führte. Aber Andersen macht auch deutlich, dass an diesem Erfolg mehrere Menschen beteiligt waren: Lektorin, Illustratorin und literarischer Agent machten das Phänomen "Astrid Lindgren" erst möglich. Dabei musste sie durchaus auch Kritik einstecken. So bezeichnete der schwedische Professor John Landquist ihr Werk als "schlecht und preisgekrönt" und Pippi als "geistesgestört". Auch Flops hatte Lindgren zu verzeichnen, nicht alles wurde zum Bestseller. Bei der Fülle ihrer Publikationen gingen diese jedoch unter. Eine schöne Übersicht über die deutschen Ausgaben inklusive der (alten) Cover findet sich im Anhang der Biografie.

    Revolution der Kinderliteratur

    Aber was zeichnet Lindgrens Figuren und Werke nun eigentlich aus? Was hat zu diesem immensen und literaturverändernden Erfolg geführt? Bei allem darf man nicht heutige Maßstäbe anlegen, schließlich erschien Pippi Langstrumpf bereits 1945 in Schweden. Astrid Lindgren schrieb "von innen heraus", sie konnte in die Welt der Kinder eintauchen. Dabei waren ihre Figuren einfache glückliche Kinder. Viele waren Einzelgänger, hatten kein oder nur ein Elternteil, erlitten Unglück und Kummer. Trotzdem - oder gerade deshalb - waren sie starke und fröhliche Wesen, die sich behaupten konnten und das gewaltfrei. Auch hat Astrid Lindgren bei "Wir Kinder aus Bullerbü" insofern Neuland betreten, als sie das Buch aus der Ich-Perspektive der kleinen Lisa erzählen ließ, was ebenfalls zu einem tieferen Eintauchen in die Welt der Hauptfiguren beitrug.

    Neben Lindgrens stetem Einsatz für Gewaltfreiheit, Kinder- und Tierrechte hat sie immer die Bedeutung des Lesens für die Demokratien auf der Welt betont. Bevor ich noch weiter ins Schwärmen über diese starke Frau gerate, möchte ich mit einem Zitat von ihr zum Thema Kindererziehung schließen:

    "Lass die Kinder in Ruhe, aber sei in Reichweite, wenn sie dich brauchen."

    Fazit: Tolle Frau, interessantes Leben und Werk, gute Biografie zum Thema. Wer sich dafür interessiert, was hinter dem "Pippi-Phänomen" steht, wird hier alle Informationen darüber finden.

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    Cover des Buches Ostermorde 1 (ISBN: 9783946734192)

    Bewertung zu "Ostermorde 1" von Martina Arnold

    Ostermorde 1
    CorinnaGerngelesenvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Abwechslungsreiche Krimi-Anthologie und toller Oster-Geschenktipp!
    Ostern auf die mörderische Art

    Die 13 Kurzgeschichten sind sehr unterschiedlich, gemeinsam haben sie letztendlich nur das einheitliche Thema, denn immer steht in irgendeiner Form Ostern im Mittelpunkt. Das Spektrum ist dabei wirklich weit gefächert: von historisch über bizarr, von makaber bis kulinarisch, von witzig bis hin zu berührend, alles ist vertreten.

    Diese Autoren sind dabei: Ulrike Bliefert, Patricia Holland Moritz, László I. Kish, Horst Bosetzky, Angela Temming, Andreas M. Sturm, Regine Röder-Ensikat, Astrid Ann Jabusch, Hughes Schlueter, Gisela Witte, Frank Kreisler, Swenja Karsten sowie die Herausgeberin Martina Arnold. Gelungen finde ich die Kurzbiografien am Ende der Anthologie, die die Verfasser ein wenig genauer vorstellen.
    Jeder Autor drückt seiner Erzählung seinen eigenen Stempel auf, wodurch naturgemäß eine sehr bunte Mischung entsteht. Nicht jede Geschichte hat mich gleichermaßen angesprochen, aber das Potpourri passt.

    Oster-Geschenktipp für Krimifans

    Ähnlich wie bei den "Giftmorden 2" ist dem Verlag hier wieder eine gute Zusammenstellung geglückt. Ich denke, hier wird kein Krimi-Liebhaber zu kurz kommen. Und als Geschenk für Fans des Genres kann man mit den "Ostermorden" wirklich nichts falsch machen.

    Doch ich muss auch wenig Kritik loswerden. So waren mir einzelne Geschichten doch ein paar Seiten zu kurz, die Auflösung kam zu schnell. Hier hätte mir ein wenig mehr Aufbau in der Storyline gefallen. Auch fand ich manches etwas zu unappetitlich. Aber das ist ja bei jedem unterschiedlich und ein sehr persönliches Empfinden. Rein vom Ansatz her haben mir die "Giftmorde" etwas besser gefallen, das liegt vermutlich an der Raffinesse, die ich hier etwas vermisst habe.
    Das Cover finde ich zu schlicht geraten, auch wenn mir das Motiv gut gefällt. Ich fürchte jedoch, dass dieses Buch im Stapel der vielen Angebote auf den Büchertischen der Buchhandlungen etwas untergehen wird - was wirklich schade ist! Hier könnte etwas nachgebessert werden, gerade, wenn man die restliche, liebevolle Gestaltung des Buches betrachtet.

    Fazit: Abwechslungsreiche Zusammenstellung an Kurzkrimis mit dem Thema Ostern, Empfehlung für Fans und als Geschenk für Krimi-Liebhaber!

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    Cover des Buches The Woman in the Window - Was hat sie wirklich gesehen? (ISBN: 9783764506414)

    Bewertung zu "The Woman in the Window - Was hat sie wirklich gesehen?" von A. J. Finn

    The Woman in the Window - Was hat sie wirklich gesehen?
    CorinnaGerngelesenvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Toller Psychothriller, wenig Action, aber sehr beklemmend
    Beklemmender Psychothriller

    Anna Fox, selbst Psychologin, leidet unter posttraumatischem Stress. Sie vegetiert vor sich hin, trinkt, schaut alte Schwarzweiß-Filme, beobachtet die Nachbarn und chattet mit Leidensgenossen in einem Forum für Agoraphobie. Anna hat seit 11 Monaten ihr Haus nicht mehr verlassen, alles Notwendige besorgt ihr Mieter David.
    Als sie den Mord an einer Frau im Nachbarhaus beobachtet, will ihr niemand glauben. Zwar recherchiert die Polizei, kommt aber zu dem Schluss, dass Anna sich aufgrund ihrer Erkrankung alles nur eingebildet hat. Manchmal ist sich Anna selbst nicht sicher, aber dann wieder weiß sie ganz bestimmt, was sie gesehen hat, ist wirklich passiert...

    Waschechter Psychothriller

    Dieser Roman ist ein waschechter Psychothriller. Er lebt von den beklemmenden Vorstellungen, die die Hauptfigur hat, von dem Verschwimmen zwischen Wahrheit und Fiktion. Die Grundidee erinnert an Hitchcocks "Fenster zum Hof".
    Mit viel Action darf man hier nicht rechnen. Lediglich der Showdown am Ende bietet dies. Umso so spannender ist es, Annas Gefühlschaos zu verfolgen. Aus der Ich-Perspektive erzählt, hat man wirklich Anteil an ihrem Leben. Dabei wird die Story behutsam aufgebaut, man erfährt nur langsam, wie Annas Leben tatsächlich aussieht. Den Grund für ihr Trauma beginnt man recht früh zu ahnen, die wahren Zusammenhänge offenbaren sich aber auch hier erst recht spät.

    Die Realität zerfließt: Was ist echt, was nicht?

    Packend geschildert ist Annas weiterer Verfall, ihre Unsicherheit und dann doch wieder die kurzen Momente, wo sie sich ganz sicher ist, den Mord an ihrer Nachbarin Jane Russell beobachtet zu haben. Aber hat diese Frau überhaupt jemals existiert? War sie wirklich bei Anna im Haus, hat mit ihr zusammen gesessen? Oder ist alles nur die Einbildung einer armen Irren, wie die Nachbarn glauben?

    Es ist schon länger her, dass ich ein Buch so schnell durchgelesen habe. Die Geschichte der Anna Fox hat mich total gefesselt. Der Autor A. J. Finn versteht es meisterhaft, den Leser immer wieder zu verunsichern. Manchmal war ich mir nicht einmal sicher, ob die ganzen Figuren nicht nur Annas Phantasie entsprungen sind, wie zum Beispiel ihr Mieter David.
    Auch die Andeutungen des Traumas, dass für Annas Zustand verantwortlich ist, haben mich immer wieder umblättern lassen, denn immer werden Anspielungen eingestreut, die erst später weiterverfolgt werden.

    Tolle (und überraschende) Auflösung

    Auch die Auflösung ist A. J. Finn sehr gut gelungen. Viel möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, aber die Zusammenhänge stellen sich letztendlich doch ganz anders dar, als der Leser lange Zeit vermutet. 

    Lediglich die Situation von Anna ganz am Ende des Buches ist für meinen Geschmack ein wenig zu flach geraten, hier hätte ich mir eine nicht so einfache Lösung gewünscht.

    Fazit: Toller Psychothriller, der größtenteils ohne Action auskommt. Die Spannung entsteht durch die Einblicke in das Gefühlschaos der Hauptfigur, gefördert durch die Ich-Perspektive. Klare Empfehlung für Fans des Genres!

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    Cover des Buches Niemals (ISBN: 9783837135749)

    Bewertung zu "Niemals" von Andreas Pflüger

    Niemals
    CorinnaGerngelesenvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Der zweite Teil mit der blinden Ausnahme-Polizistin Jenny Aaron überzeugt wieder auf ganzer Linie. Absolutes Spannungs-Meisterwerk!
    "Niemals" - Nein, immer wieder!

    Der zweite Teil mit der blinden Ausnahme-Polizistin Jenny Aaron überzeugt wieder auf ganzer Linie. Andreas Pflüger ist ein absolutes Meisterwerk gelungen - wenn man sich auf komplexe und verschachtelte Handlung einlässt.

    Jenny Aaron erhält das Angebot, zu ihrer ehemaligen Spezialeinheit zurückzukehren, der sie vor ihrer Erblindung angehörte. Eigentlich ihr absoluter Wunschtraum, aber etwas lässt sie zögern. Jenny ist mit sich selbst nicht im Reinen, sie trägt zu viel Vergangenheit mit sich herum. Als sie die Botschaft eines toten Feindes erhält, macht sie sich mit einen Freund und ehemaligen Kollegen auf nach Marrakesch. Was sie dort erfährt, lässt sie alles in Frage stellen. Jenny ist bereit, für ihre Rache alles zu opfern...

    Endgültig - ein Thriller-Knaller!

    Ich war ja bereits äußerst begeistert von "Endgültig", dem ersten Teil mit der blinden Elite-Polizistin Jenny Aaron. Der Autor Andreas Pflüger hat dort sehr detailliert und interessant über ihren besonderen Umgang mit der Blindheit geschrieben. Im zweiten Teil steht nun mehr die Vergangenheit und persönliche Entwicklung von Jenny Aaron im Vordergrund.
    Auf jeden Fall warne ich hier ausdrücklich davor, direkt mit Teil zwei zu beginnen! Zum einen entgeht dem Leser/Hörer sehr viel an Hintergrundinformationen, die zur Spannung betragen, zum anderen - und damit der wichtigere Grund - ist es kaum möglich, der Handlung wirklich zu folgen, denn das Geschehen ist gespickt mit Anspielungen auf den ersten Teil der Reihe, ohne eine ausführliche Erklärung zu liefern. Es scheint, als ginge der Autor davon aus, dass der Leser "Endgültig" kennt...
    Dabei wäre es vorteilhaft gewesen, wenn es einen Hinweis zur Reihe auf dem Cover geben würde.

    Aus diesem Grund möchte auf den Inhalt der Handlung auch gar nicht weiter eingehen, ich würde zu viel verraten. Aber wie im ersten Teil ist die Story rasant erzählt. Man merkt die Drehbucherfahrung des Autors deutlich. Wieder arbeitet er mit dem Stilmittel der Aufzählung und erzeugt so einen Sog, der den Leser unweigerlich in die Geschehnisse hineinzieht. Ich könnte hier vieles aus meiner Rezension zu "Endgültig" wiederholen.

    Ein Unterschied zu Teil eins ist jedoch der persönliche Konflikt, in dem Jenny Aaron steckt. Natürlich spielt auch ihre Blindheit wieder eine Rolle - Jenny ist einfach eine taffe und außergewöhnliche Ermittlerin, fast schon eine Art Superheldin. Aber diesmal erhalten wir mehr Einblick in ihre Psyche und ihre Probleme abseits der Blindheit. Natürlich wieder super spannend erzählt, ich wiederhole mich ;-).

    Tolle Sprecherin - Tolles Hörbuch

    Herausheben möchte ich wieder die Sprecherin Nina Kunzendorf. Sie verkörpert mit ihrer Stimme für mich die Person der Jenny Aaron perfekt. Auch wenn der Thriller nicht in der Ich-Form geschrieben ist - Nina Kunzendorf ist Jenny Aaron!

    Fazit: Wer Thriller mag, kommt an Andreas Pflüger nicht vorbei - vorausgesetzt, man mag sich auf eine komplexe und verschachtelte Handlung einlassen. Nichts zum Nebenbei-Hören! Absolute Empfehlung! Ich fiebere Teil drei entgegen...

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    Cover des Buches Giftmorde II - 16 neue tödliche Anleitungen (ISBN: 9783942829502)

    Bewertung zu "Giftmorde II - 16 neue tödliche Anleitungen" von Andreas M. Sturm

    Giftmorde II - 16 neue tödliche Anleitungen
    CorinnaGerngelesenvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Tödliche Krimi-Anthologie, die mit viel schwarzem Humor und raffinierten Giftmorden begeistert
    Giftige Krimi-Kurzgeschichten, die begeistern

    Diese Krimi-Anthologie ist etwas ganz Besonderes: Jede Kurzgeschichte ist einer giftigen Pflanze gewidmet und der Art und Weise, wie sie zum Giftmord benutzt wird. Die Erzählungen sind dabei sehr unterschiedlich und reichen von sarkastisch bis zu witzig, von modern bis historisch, von spontanem Entschluss bis zu lang geplantem Mord - es ist alles dabei. Durch die gewählte Mordmethode sind die Geschichten aber durchweg sehr raffiniert. Oft ahnt man anfangs noch gar nicht, wie der Mord von stattgehen wird oder wer überhaupt Täter und wer Opfer ist.

    15 giftige Anleitungen

    Enthalten sind in diesem Buch die Kurzgeschichten von 15 verschiedenen Krimi-Autoren, was wirklich eine interessante Mischung darstellt:

    1. Anne Mehlhorn: Zitronenfalter (Besenginster)
    2. Franziska Steinhauer: Pfarrer Mützchen (Pfaffenhütchen)
    3. Ingrid Schmitz: Möchten Sie eine Quittung? (Rainfarn)
    4. Mandy Kämpf: Madonna (Narzisse)
    5. Jan Flieger: Möwen sind keine Zeugen (Rhododendron)
    6. Frank Kreisler: Schwarze Schmetterlinge (Giftsumach)
    7. Gisela Witte: Die schöne Pflanze (Oleander)
    8. Andreas M. Sturm: Kondolenzbesuch (Stechapfel)
    9. Traude Engelmann: Schön tot (Wüstenrose)
    10. Hughes Schlueter: Das Rezept (Gemeiner Seidelbast)
    11. Petra Steps: Das Eso-Massaker (Alpenveilchen)
    12. David Gray: Burrito Pollo (Rostblättrige Alpenrose)
    13. Eva Lirot: Mit süßen Grüßen (Weiße Zaunrübe)
    14. Petra Tessendorf: Die Wolfsschlucht (Maiglöckchen)
    15. Martina Arnold: Der Anwärter (Haselwurz)

    In Klammern eingefügt ist die jeweilige giftige Pflanze, um die es geht. Ihr seht, es sind überwiegend ganz bekannte Gewächse aus dem Garten oder vom Straßenrand. Bei manchen hat man vielleicht nicht einmal gewusst, dass sie giftig sind (oder welche Bestandteile). Gerade das macht die Geschichten so raffiniert und besonders, denn das Böse ist so nah...

    Natürlich hat mir nicht jede Erzählung gleich gut gefallen, das ist bei einer solchen Mischung wohl auch gar nicht möglich. Aber jede Geschichte hat mich gut unterhalten und ich war immer neugierig, was es nun mit der jeweiligen Giftmord-Methode auf sich hatte.

    Meine Favoriten der "Giftmorde"

    Zwei meiner Favoriten sind "Möwen sind keine Zeugen" von Jan Flieger und natürlich "Der Anwärter" von Martina Arnold. Nach der Lektüre letzterer Geschichte solltet ihr einmal nach "Darwin Award" googlen - den gibt es nämlich wirklich, ist sehr interessant!

    Neben dem Inhalt des Buches hat mich aber auch seine Aufmachung begeistert. Der Ansatz, jedem Autor eine giftige Pflanze als Vorgabe zu geben, um daraus einen Mordfall zu basteln, ist schon genial, aber auch sonst ist diese Anthologie wirklich mit Herzblut gestaltet. Neben dem Vorwort des Herausgebers ("Leitfaden der tödlichen Fauna"), den Kurzbiografien der Giftmischer (Autoren), den (Schwarz-Weiß-)Fotos der jeweiligen Pflanzen finde ich besonders den Klappentext auf der Buchrückseite gelungen: ist doch neben der Beschreibung ein Sicherheitshinweis aufgedruckt "Wir bitten Abstand zu nehmen, die Anleitungen nachzumachen oder zu testen".
    Den Leipziger Verlag "edition krimi" werde ich mir auf jeden Fall merken!

    Fazit: Wer sich für Krimis interessiert, sollte hier unbedingt einmal reinschauen. Und wer bisher mit Spannungsliteratur wenig am Hut hatte, sollte sich diese Anthologie auf jeden Fall auch genauer ansehen. Vielleicht ist das der Beginn einer Begeisterung für dieses Genre - wer weiß?! Genug Potential haben die Kurzgeschichten dazu auf jeden Fall.

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    Cover des Buches Das Lied der toten Mädchen (ISBN: 9783548289311)

    Bewertung zu "Das Lied der toten Mädchen" von Linus Geschke

    Das Lied der toten Mädchen
    CorinnaGerngelesenvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Der Kölner Journalist Jan Römer recherchiert im Sauerland für seine Reihe "Ungelöste Mordfälle". Doch der Fall ist aktueller als gedacht...
    Gute, solide Krimikost

    Jan Römer, Journalist, und seine Kollegin Stephanie "Mütze" Schneider recherchieren für ihre Rubrik ungelöster Mordfälle (Cold Cases) im Sauerland. Dort wurde vor zwanzig Jahren ein junges Mädchen ermordet. Vor Ort begegnet ihnen eine Mauer des Schweigens. Was es mit dem Haus auf sich, in dem die junge Frau gemeinsam mit zwei Freundinnen bis zu ihrem Tod gearbeitet hat und das inzwischen bis auf die Grundmauern niedergebrannt ist, lässt den beiden Journalisten keine Ruhe. Auch die Spieluhr, die bei dem Opfer gefunden wurde, gibt Rätsel auf. Jan und Mütze ahnen nicht, welch weite Kreise ihre Ermittlungen ziehen werden - und wie akut die Gefahr ist, in die sie sich begeben..
    Jan Römer und die Cold Cases

    Ich kenne die ersten beiden Bände von Linus Geschke rund um den Journalisten Jan Römer und habe sie gerne gelesen. Deshalb habe ich mich auf seinen dritten Fall gefreut - und wurde nicht enttäuscht.

    Obwohl es sich hier um eine Krimireihe handelt, sind die Teile sehr gut alleine lesbar. Jeder Fall ist in sich abgeschlossen und auch das Privatleben der Ermittler spielt eine eher untergeordnete Rolle, wodurch man auch durch spätere Teile nicht sehr gespoilert wird. Vielleicht ändert sich das, sollte sich die Freundschaft zwischen den beiden Protagonisten weiter entwickeln, was bisher aber lediglich in kurzen Andeutungen der Fall ist.

    Obwohl der Kriminalfall im Sauerland beginnt, würde ich nicht von einem klassischen Lokalkrimi sprechen. Der Radius der Ermittlungen ist weit gefasst. Beide Journalisten kommen aus Köln, eine Freundin der Toten lebt in Berlin und wird dort aufgesucht, der Täter reist durch Deutschland und der Verfassungsschutz spielt eine größere Rolle - also durchaus ein breit angelegter Kriminalfall, der in Deutschland spielt.

    Solide Krimikost mit guter Ermittlungsarbeit

    Der Aufbau der Handlung entspricht einem klassischen Krimi mit solider Ermittlungsarbeit. Somit kann man als Leser dem Fall gut folgen und wird auch angeregt, mit auf Fährtensuche zu gehen. Eingestreut werden Kapitel, in denen man etwas über den Täter erfährt, ohne dass seine Identität preisgegeben wird. Überhaupt enthält die Handlung immer wieder einige Überraschungsmomente und bleibt bis zum Ende hin spannend.

    Fazit: Für Fans von Krimis, die "normale" Ermittlungsarbeit zu schätzen wissen - ohne Schnick und Schnack. Solide, aber gute und empfehlenswerte Krimikost, die in Deutschland spielt. Ich werde auf jeden Fall auch einen weiteren Teil mit Jan Römer lesen!

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    Cover des Buches Die Fährtenleserin (ISBN: 9783745059441)

    Bewertung zu "Die Fährtenleserin" von Karl Olsberg

    Die Fährtenleserin
    CorinnaGerngelesenvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Karl Olsberg von einer neuen Seite - klassische Fantasy, richtig gut!
    Andrins gefährliche Reise

    In einem Gasthaus trifft eine Gruppe von Abenteurern aufeinander. Unter ihnen Andrin, eine junge Fährtenleserin, aber auch ein Schwertmeister, ein Riese, ein Mönch sowie ein Kräuterkundler. Alle haben das gleiche Ziel: eine unbekannte Bestie zu jagen, bei deren Erlegung eine ansehnliche Belohnung winkt. Sie ahnen dabei nicht, dass die größte Gefahr bereits unter ihnen ist.


    Ich lese gern die Thriller von Karl Olsberg und war deshalb neugierig auf seinen Fantasy-Roman. Anlässlich eines Re-Ups mit neu designtem Cover gab es das Ebook in einer Gratis-Aktion zum Download. Da konnte ich natürlich nicht widerstehen - und ich wurde nicht enttäuscht!

    Die Reise der Helden

    Die Erzählweise des Buches ist interessant, denn bis etwas zur Mitte des Romans besteht die Handlung im Wechsel aus der Suche nach der Bestie mit den unheimlichen gelben Augen und den Hintergrundgeschichten der Abenteurer. So wird immer wieder ein Kapitel eingestreut, in dem einer der Gefährten seine Lebensgeschichte zum Besten gibt, ebenso wie die Menschen, denen sie auf ihrer Reise begegnen. In diesem Teil ähnelt das Buch somit einer Ansammlung von Kurzgeschichten, eingebettet in die Rahmenhandlung der Suche. Dadurch ist der Roman sehr abwechslungsreich, denn jeder der Gefährten hat eine andere interessante Motivation für die Suche.

    Besonders Andrin, die junge Frau, die über eine besondere Gabe verfügt, ist eine tolle Hauptfigur. Wirkt sie anfangs noch unsicher und schüchtern, entwickelt sie sich mit fortschreitender Handlung und wird zu einer mutigen Protagonistin. Auch die anderen Figuren überraschen durch spannende und unerwartete Entwicklungen und tragen viel zur Atmosphäre des Buches bei.

    Etwa zur Mitte hin, wenn man Leser bereits ahnt, dass mehr hinter der ganzen Sache stecken muss, als nur die Suche nach einem gefährlichen Tier, nimmt die Handlung deutlich Fahrt in diese Richtung auf und wird auch bedrohlicher - nichts ist mehr, wie es scheint, jeder der Helden hat seine eigenen Geheimnisse, überraschende Wendungen in der Handlung inklusive.

    Klassische Fantasy mit allem, was dazu gehört

    Der Roman entspricht einer klassischen Fantasy-Geschichte, wie ich sie mir vorstelle: Die Helden treffen aufeinander und begeben sich auf eine Reise, behindert von allerlei Gefahren, um am Ende zu siegen. Oder doch nicht so ganz, denn der Roman hat, wenn auch eigentlich abgeschlossen, ein offenes Ende, die Reise ist noch nicht gänzlich vorbei. Spannend zu sehen, ob der Autor noch eine Fortsetzung schreiben wird. Ich würde mich darüber jedenfalls freuen!

    Kleiner Kritikpunkt von meiner Seite ist die etwas aufgesetzt wirkenden Liebesgeschichte. Hier liegen eindeutig nicht die Stärken von Karl Olsberg. Aus meiner Sicht hätte man gut darauf verzichten können, aber natürlich ist so die (aufkommende und notwendige) Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren besser zu erklären.

    Fazit: Gute, klassische Fantasy-Geschichte, spannend, mit interessanten Figuren und Wendungen. Ich würde mich über eine Fortsetzung sehr freuen!


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    Cover des Buches Noras Welten (ISBN: 9783745037616)

    Bewertung zu "Noras Welten" von Madeleine Puljic

    Noras Welten
    CorinnaGerngelesenvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Schönes Fantasy-Abenteuer aus der Welt der Bücher
    Zeitreise der besonderen Art

    Nora Winter ist verzweifelt. Sie kann kein Buch lesen, ohne in dessen Welt zu "fallen" und alles dort leibhaftig zu erleben. Als letzten Ausweg aus ihrem Dilemma sucht sie einen Hypnosetherapeuten auf. Ben glaubt ihr erst, als Nora tatsächlich vor seinen Augen beim Lesen eines Buches verschwindet. Neugierig geworden will er sofort mit einer Therapie beginnen: Nora soll in seinem Beisein ein von ihm ausgewähltes, "ungefährliches" Buch lesen. Doch die Sache geht gründlich schief, denn auf einmal befindet sich nicht nur Nora in der Welt von "Eldinor", sondern Ben mit ihr...

    Madeleine Puljic ist eine junge, österreichische Autorin, de mittlerweile in Hamburg lebt und bereits seit einigen Jahren Romane veröffentlicht, so z. B. auch für die Perry-Rhodan-Reihe. Für Noras Welten 1: Durch den Nimbus erhielt sie 2017 den deutschen Selfpublishing Preis, ein weiterer Grund für mich, neugierig auf das Werk zu sein.

    Begeisternde, liebevolle Gestaltung

    Was ich auf jeden Fall erwähnen möchte, ist die äußerst liebevolle Gestaltung des Buches. Bereits das Cover ist ein Blickfang. Was mich aber wirklich total begeistert hat, ist das Innenleben - und ich rede hier vom Ebook! Madeleine Puljic hat jedem Kapitel eine hübsche Zeichnung vorangestellt, die inhaltlich mit dem folgenden Kapitel zusammenhängt: mal ist es eine Burg, ein Gasthaus oder auch ein kleines Wäldchen. Die Krönung aber sind die Initialen, die schmückenden Anfangsbuchstaben eines jeden Kapitels. Sie stellen jeweils einen kleinen Drachen dar, Rashuk, eine Figur aus der Welt von Eldinor,  und eigentlich der heimliche Star des Buches 😉.

    Der Roman lässt sich leicht lesen, man taucht recht schnell in die Handlung ein. Gemeinsam mit Ben, Noras Therapeuten, ist man neugierig, mehr über ihre "Krankheit" zu erfahren. Als beide in der mittelalterlichen Welt von Eldinor landen, ist es es ebenfalls witzig zu verfolgen, wie sie sich gegenseitig die Schuld an ihrer Misere geben. Es sind also durchaus humorvolle Elemente vorhanden. Leider gibt es nach dem interessanten Beginn ein paar Längen in der Geschichte, die erst zur Mitte wieder mehr Fahrt aufnimmt. Nichtsdestotrotz gibt es im weiteren Verlauf mehrere überraschende Wendungen, die man so nicht vermutet hätte. Einige Dinge bleiben auch am Ende noch offen, so dass wir hier mit der Auflösung auf die Fortsetzung hoffen müssen. Der Romantikanteil hält sich in Grenzen, was ich aber als durchaus positiv empfinde.

    Leseempfehlung (mit ein klein wenig Kritik)

    Mir hat das Buch gut gefallen und ich spreche auch eine deutliche Leseempfehlung aus. Trotzdem habe ich ein paar (kleine) Kritikpunkte. So ist der Fantasy-Anteil nicht sonderlich hoch. Die Buchwelt ist recht gewöhnliches Mittelalter, in dem es zwar den Drachen Rashuk und auch einen Magier gibt, aber keine weiteren klassischen Fantasy-Elemente im Sinne von Zwergen, Feen oder Orks, ausgenommen natürlich das Mittel der Zeitreise. Zudem macht eine Figur eine negative Entwicklung durch, die auf mich einfach sehr unsympathisch gewirkt hat. Das hätte ich in dieser Form nicht gebraucht. Aber natürlich ist es schwierig einzuschätzen, wie viel von diesen Dingen absichtlich von der Autorin angelegt wurde, um später vielleicht eine entscheidende Rolle zu spielen. Auch das ist ein Grund für mich, Band zwei unbedingt lesen zu wollen!

    Fazit: Ich bin begeistert von dem Roman und gerne mit Nora in ihre Welten eingetaucht. Wer beachtet, dass es sich um den ersten Band einer Reihe handelt , wird seine Freude an diesem äußerst liebevoll gestalteten Buch haben. Ich warte schon ungeduldig auf Band zwei!

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