CulturalNoise

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    Cover des Buches Verflixt und unsichtbar: Folge 1-39783732584369

    Bewertung zu "Verflixt und unsichtbar: Folge 1-3" von Jana Himmel

    Verflixt und unsichtbar: Folge 1-3
    CulturalNoisevor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Ein interessanter Ansatz, der jedoch vor allem auf paranormaler Ebene nicht stimmig ist. Aber ich mag den selbstironischen, schrägen Humor.
    Unterhaltsame Geschichte - sofern man keine zu hohen Erwartungen hat

    Über die Privatdetektivin Laura Sand lässt sich eigentlich nicht viel mehr sagen, als der Klappentext bereits verrät. Außer vielleicht, dass sie mit Anlauf in jedes Fettnäpfchen springt und sich außerdem oft wie ein kleines bockiges Kind verhält, das völlig unangemessen reagiert und irrationale Entscheidungen trifft. Wäre die Ich-Erzählerin nicht außerdem noch ziemlich selbstironisch, hätte ich vermutlich nicht so viel Nachsicht mit ihr gehabt und das Buch eher widerwillig gelesen. Doch der besondere, etwas schräge Humor dieser Geschichte hat mich für Vieles entschädigt.


    Bei diesem eBundle handelt es sich um die Gesamtausgabe der Laura-Sand-Reihe, deren Titel "Verflixt und unsichtbar" einfach perfekt passt. Denn Laura gerät von einem Schlamassel in die nächste Katastrophe und sorgt so für jede Menge Chaos. Ihre Gabe macht das Ganze auch nicht wirklich leichter - ganz im Gegenteil: nackt und unsichtbar friert sie sich in den kühlen Monaten beinahe den Hintern ab.


    Womit wir auch schon beim übernatürlichen Part der Geschichte wären. Ich gebe gerne zu, dass die Autorin eine außergewöhnliche Version des Unsichtbarkeits-Themas entworfen hat. Dennoch finde ich ihre Interpretation eher skurril als innovativ. Ich meine: Laura kann unsichtbar werden, muss dabei aber nackt und völlig ungeschminkt sein? Nur ihre lebenden Körperzellen verschwinden, Tränen und Blutstropfen jedoch nicht? Selbst kleinste Essensreste zwischen den Zähnen wären daher trotz Unsichtbarkeit sichtbar? Ganz zu schweigen von Nagellack oder Lipgloss - aber die gefärbten Haare sind kein Problem? Ich finde das alles ziemlich befremdlich.


    Was mich jedoch am meisten stört, sind die Fehler in der Logik und Kontinuität. So wird zum Beispiel aus dem Mai der "Oktober-bis-Mai-Regel" im zweiten Teil plötzlich März. Dann ist von Kanzlei die Rede, obwohl die Detektei gemeint ist. Der Geist, den Laura nur sehen kann, wenn sie unsichtbar ist, wird auf einmal permanent für sie sichtbar - ohne hinreichende Erklärung. Und überhaupt: Warum kann Laura diesen speziellen Geist plötzlich sehen? Der Junge ist seit 3 Jahren tot. Wieso taucht er jetzt auf und warum verschwindet er nicht wieder, nachdem Laura seine Geschichte aufgedeckt hat? Und warum hat Laura noch nie mit anderen Geistern zu tun gehabt, wenn diese Fähigkeit doch scheinbar zu ihrer Gabe gehört?


    Ich denke ja, die Autorin brauchte einfach eine Figur, die als Freund oder Freundin für Laura auftritt und der sie alles erzählen kann. Ein Mensch scheidet aus, weil Laura eigentlich niemandem von ihrer Gabe erzählt - mit zwei Ausnahmen. Außerdem ist sie ein wenig paranoid, daher vertraut Laura kaum jemandem. Also wurde kurzerhand ein Geist erfunden, der ja schon von Lauras Gabe weiß und ihre Geheimnisse nicht ausplaudern kann. Ob das logisch ist oder nicht, scheint dabei keine Rolle zu spielen.


    Das sind nur ein paar Beispiele der vielen Dinge, die für mich völlig unlogisch erscheinen oder nicht hinreichend durchdacht sind. Das hat mich ziemlich frustriert - genau wie das schlechte Korrektorat und das Ende. Eigentlich dachte ich, dieses Buch wäre eine Gesamtausgabe der Reihe, doch der Cliffhanger am Schluss des dritten Bandes deutet auf eine Fortsetzung hin. Die jedoch nicht kommen wird. Die Laura-Sand-Reihe ist mit "Verflixt und unsichtbar: Mission Schlupfloch" vorerst abgeschlossen. Doch das Ende lässt einfach zu viele Fragen offen. Lauras persönliche Geschichte, die sehr aufwendig immer wieder mit Andeutungen und Hinweisen gespickt wurde, endet ohne eine Auflösung. Ganz eindeutig steckt mehr hinter ihrer Familiengeschichte und Gabe, doch wir bekommen keine Antworten. Stattdessen gibt es Unklarheiten, die die Autorin ganz bewusst eingestreut hat. Sie hat die Spannung erhöht und mich neugierig gemacht. Und wofür? Um am Ende völlig frustriert und ohne eine einzige Erklärung dazustehen?


    Die Krimi-Handlung des letzten Bandes wird ebenfalls eher dürftig aufgelöst. Die Erklärung wirkt irgendwie halbherzig, als wäre sie nur ein Punkt, der abgehakt werden musste. Da fehlte mir die Leidenschaft und Inspiration der ersten beiden Teile. Denn zu Anfang konnten mich zumindest die Fälle überzeugen. Klar stellt sich Laura etwas dämlich an, aber das ist ja der Sinn des Ganzen. Dennoch habe ich es genossen, mit ihr herumzuschnüffeln und ein Puzzleteil nach dem anderen aufzudecken. Die ersten Fälle sind durchdacht und nachvollziehbar. Die Handlungsweise der Protagonisten glaubhaft. Aber im letzen Band ... eher nicht.


    Lauras Beziehung zu Erik nimmt zum Glück nicht so viel Raum ein und wirkt anfangs eher wie eine weitere Komplikation, die die Geschichte interessanter macht. Lauras Sozialleben ist quasi nicht existent und Erik lockt sie aus ihrem Schneckenhaus. Im zweiten Band kommen sich die beiden näher, was bei Laura zwiespältige Gefühle auslöst. Doch im dritten Band artet das in unnötiges Drama aus, das mich zunehmend genervt hat. Zum Glück kriegen sie sich am Ende wieder ein, denn dieses Rumgezicke war ja nicht auszuhalten. Lauras Spleen hingegen (ihre Fixierung auf schöne, farblich abgestimmte Unterwäsche) hat mich stets zum Schmunzeln gebracht.


    Es ist immer ungünstig, wenn ein Buch zum Ende hin schwächelt, weil dann die positiven Gefühle vom Anfang und der Mitte überschattet werden. Daher möchte ich noch einmal betonen, dass mir das Lesen größtenteils Spaß gemacht hat. Ich mag den locker-leichten, humorvollen Stil und Lauras schrullige Art. Ihr Geister-Freund Will ist unglaublich sympathisch und auch die Dynamik in der Detektei konnte mich überzeugen und hat mich stellenweise richtig gerührt. Die Geschichte ist unterhaltsam - sofern man keine zu hohen Erwartungen hat. Ich musste mich zwingen, über die Schreibfehler hinwegzulesen und die Unstimmigkeiten zu ignorieren. Aber die Geschichte ist durchaus kurzweilig und ganz nett, wenn man den Kopf abschalten möchte.


    Sollte wider Erwarten doch noch ein vierter Band veröffentlicht werden (der zweifellos ursprünglich geplant war), muss ich mich vermutlich für meine Frustration am Ende entschuldigen. Aber so, wie es jetzt aussieht, ist der Schluss leider ziemlich enttäuschend und macht die ganze gute Vorarbeit zunichte.


    Fazit:

    Ein interessanter Ansatz, der jedoch vor allem auf der paranormalen Ebene nicht stimmig ist. Der Krimi-Part ist interessant und unterhaltsam - zumindest in Band 1 und 2. Der dritte Teil wirkt anfangs ebenfalls vielversprechend, hat mich am Ende jedoch sehr enttäuscht. Wer also Logik und eine durchdachte Handlung sucht, wird mit dieser Reihe nicht glücklich werden. Doch die humorvolle, selbstironische Erzählweise entschädigt ein wenig und macht die Geschichte zu einer kurzweiligen Lektüre.


    Gesamtwertung: 2,5 - 3 Punkte


    Teilwertungen:

    1. Mission Undercover: 3 Punkte

    2. Mission Geistesblitz: 3,5 Punkte

    3. Mission Schlupfloch: 2 Punkte


    (Diese Rezension ist erschienen auf <a href="http://literatur.cultural-noise.de/" target="_blank">literatur.cultural-noise.de</a> / Text: KR)


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    Cover des Buches Ophelia Scale - Wie alles begann9783641242466

    Bewertung zu "Ophelia Scale - Wie alles begann" von Lena Kiefer

    Ophelia Scale - Wie alles begann
    CulturalNoisevor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Interessante Charaktere, der mitreißende Schreibstil und ein tolles Setting in der Zukunft bilden einen Einstieg, der neugierig macht!
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    Cover des Buches Im Feuer der Nacht9783745700312

    Bewertung zu "Im Feuer der Nacht" von Stephanie Laurens

    Im Feuer der Nacht
    CulturalNoisevor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Dieser historische Liebesroman ist mehr Detektivgeschichte als Schnulze. Es hat mir großen Spaß gemacht, mit den Protagonisten zu ermitteln.
    Starke, unkonventionelle Charaktere

    In diesem Buch lernen wir Barnaby Adair kennen, den dritten Sohn des Earls of Cothelstone, der völlig untypisch für seine Stellung gemeinsam mit der Polizei Kriminalfälle aufklärt. Die Truppe von Scotland Yard wurde erst vor Kurzem gegründet und steht noch auf dem Prüfstand. Barnaby hilft den Ermittlern, sich in den Salons der feinen Gesellschaft zurechtzufinden und bildet ein sehr erfolgreiches Team mit Inspektor Basil Stokes, der inzwischen einer seiner engsten Freunde ist. Der Standesunterschied stört Barnaby kein bisschen, denn unabhängig von der gesellschaftlichen Stellung geht es beiden Männern um Gerechtigkeit.

    Barnaby hat es sich zur Aufgabe gemacht, auch Gentleman vor Gericht zu stellen, die ohne seine Einmischung aufgrund ihres Ranges ungestraft davonkommen würden. Damit macht er sich nicht nur Freunde und bringt seine Mutter regelmäßig zum Verzweifeln.

    Wer die Cynster-Reihe der Autorin gelesen hat, wird Barnaby Adair bereits kennen. Er und Stokes treten dort an einigen Stellen als Ermittler auf und auch Penelope Ashford, die jüngste Schwester des Viscounts of Calverton, ist mit den Cynsters verknüpft. Sie leitet sehr leidenschaftlich und engagiert ein Findelhaus, was ebenfalls keineswegs standesgemäß ist. Penelope bittet Barnaby um Hilfe, weil immer mehr Waisenjungen verschwinden, die in die Obhut des Findelhauses übergeben werden sollten. Wie scheinbar bei Stephanie Laurens üblich, stehen also zwei starke, unkonventionelle Charaktere im Mittelpunkt, die sich perfekt ergänzen.

    Natürlich will Penelope an den Ermittlungen teilnehmen und so kommt es, dass Barnaby und Stokes gleich zwei Frauen am Hals haben. Denn Griselda besteht ebenfalls darauf zu helfen, nachdem sie von Stokes um ein paar Insider-Informationen zum East End gebeten wurde. Dass es zwischen beiden Paaren funkt, versteht sich von selbst. Also erzählt dieser Roman eigentlich zwei Liebesgeschichten - die von Stokes und Griselda jedoch nur am Rande.

    Ich habe bisher erst zwei Romane von Stephanie Laurens gelesen, werde mich aber garantiert noch auf weitere Titel der Autorin stürzen. Denn ihre interessante, differenzierte Art, die Gesellschaft dieser Zeit zu zeichnen, hat mich jetzt schon zum zweiten Mal begeistert. Außerdem beherrscht Laurens die Kunst, trotz Er-/Sie-Perspektive intensive und gefühlvolle Einblicke in das Geschehen zu gewähren. Die Gedanken und Emotionen der Protagonisten sind stets präsent und ziehen mich beim Lesen immer wieder in den Bann. Kleine Unstimmigkeiten und andere harmlose Kritikpunkte macht sie damit problemlos wett.

    Apropos:
    Penelope ist anfangs mit ihrer kompromisslosen und hochnäsigen Art etwas anstrengend. Nicht nur einmal habe ich über ihre Bockigkeit die Augen verdreht. Erst nach und nach kann sie sich eingestehen, dass es Männer gibt, die ebenfalls etwas im Kopf haben - was bisher anscheinend völlig an ihr vorbeigegangen ist. Obwohl sie mit den Cynster-Männern verschwägert ist, die ja fraglos intelligent sind. Das trifft im Übrigen auch auf Penelopes Bruder Luc zu. Also ist dieser Punkt für mich nicht ganz plausibel.

    Penelopes soziales Engagement und ihr Herzblut haben mich jedoch von Anfang an mitgerissen. Ich finde es unglaublich toll, wie sie die Standesgrenzen sprengt und für die Waisenkinder kämpft. Ihre aufrichtige Freundschaft zu Griselda hat mich ebenfalls berührt, denn schließlich ist die junge Frau "nur" eine schlichte Putzmacherin. Aber Penelopes Emanzipation schlägt zu oft in Trotz um, was meine Sympathie für sie anfangs ziemlich hart auf die Probe gestellt hat. Zum Glückt sorgt die Bekanntschaft mit Barnaby dafür, dass sie sich in diesem Punkt deutlich kooperativer zeigt und auch ihre sanfteren Wesenszüge zulässt.

    Penelopes Entwicklung hat mir sehr gut gefallen, weil diese unschönen, nervigen Charakterzüge immer mehr in den Hintergrund treten und durch Kompromissbereitschaft ersetzt werden. Penelope tut immer so, als wäre sie extrem aufgeschlossen, aber gerade zu Beginn hat sie sehr viele Vorurteile. Erst durch Barnaby kommt sie ins Grübeln und zieht vorsichtig in Betracht, dass doch nicht alles schwarz oder weiß ist und sich ein zweiter Blick oftmals lohnt.

    Barnaby ist sehr einfühlsam und durchschaut Penelope sofort. Um ihr Herz zu gewinnen, passt er sich an und hat am Ende natürlich Erfolg. Die Liebesgeschichte ist weder schnulzig noch übermäßig romantisch. Die schlagfertigen und humorvollen Dialoge, das unkonventionelle Verhalten der Protagonisten und die gemeinsame Ermittlung sorgen automatisch dafür, dass sich Penelope und Barnaby näher kommen. Gerade deshalb hat mir auch die gefühlvolle Seite des Romans sehr gut gefallen.

    Ein weiterer Kritikpunkt sind die langen Schachtelsätze, die sich relativ häufig im Buch finden. Ich musste diese Stellen teilweise mehrfach lesen, um den Sinn voll und ganz zu verstehen. Einige Passagen passen nicht zum Stil des restlichen Romans - vor allem, wenn die Autorin die Ereignisse rafft und trotzdem über alles informieren will. Diese Absätze wirken auf mich recht konfus und unterbrechen leider den Lesefluss.

    Der Krimi-Part konnte mich dieses Mal viel mehr überzeugen, als es bei "In den Armen des Eroberers" (Cynster-Reihe, Bd. 1) der Fall war. Denn auch ich habe ziemlich lange im Dunkeln getappt. Daher hat es mir großen Spaß gemacht, mit Barnaby, Penelope, Stokes und Griselda zu ermitteln. Ich habe mich über jede neue Information gefreut. Dass es einige Längen in der Ermittlungsarbeit gibt, war schon ein wenig frustrierend - aber das ist eigentlich gar nicht so schlimm, denn es spiegelt die Frustration der Protagonisten authentisch wider.

    Die Autorin legt großen Wert auf Details, was ich wirklich interessant finde. Besonders weil es die Sichtweise der Protagonisten unterstreicht. Penelope und Barnaby sind sehr aufmerksam. Ich finde es nur passend, dass auch ihre Geschichte mit einer Sorgfalt erzählt wird, die den beiden alle Ehre machen würde.

    Fazit:
    Dieser historische Liebesroman ist mehr Detektivgeschichte als Schnulze. Die starken, unkonventionellen Charaktere bilden das Herzstück des Buches. Sie kämpfen für Gerechtigkeit und setzen sich für Schwächere ein, ohne sich von den Regeln der feinen Gesellschaft einschränken zu lassen. Die Geschichte wird sehr leidenschaftlich und detailliert erzählt. Das hat mich beeindruckt und mich für die kleinen Kritikpunkte entschädigt.

    Wertung: 4 Punkte

    Anmerkung:
    Bei diesem Buch handelt es sich um eine Neuauflage des gleichnamigen Titels, der im Jahr 2010 im Blanvalet Verlag veröffentlicht wurde.
    "Im Feuer der Nacht" bildet den Auftakt einer Serie mit historischen Kriminalfällen und Romantik, die als Spin-off zur Cynster-Reihe angelegt wurde. Wer sich für die Fortsetzungen interessiert, sollte sich diese Bücher genauer anschauen:

    * The Peculiar Case of Lord Finsbury's Diamonds [Novelle - Englisch]
    2. Wenn ein Gentleman in Liebe entbrennt
    * The Curious Case of Lady Latimer's Shoes [Novelle - Englisch]
    3. Loving Rose: The Redemption of Malcolm Sinclair [Englisch]
    * The Confounding Case of the Carisbrook Emeralds [Novelle - Englisch]
    * The Murder at Mandeville Hall [Novelle - Englisch]


    (Diese Rezension ist erschienen auf literatur.cultural-noise.de / Text: KR)

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    Cover des Buches In den Armen des Eroberers9783641039912

    Bewertung zu "In den Armen des Eroberers" von Stephanie Laurens

    In den Armen des Eroberers
    CulturalNoisevor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Die Cynsters haben mich voll & ganz überzeugt. Honoria & Devil sind das perfekte Paar, wenn man ein Faible f. schlagfertige Wortgefechte hat
    "In Besitz nehmen und erhalten"

    "In Besitz nehmen und erhalten" - das ist das Motto der Cynsters. Und gemäß diesem Motto verhält sich auch Sylvester Cynster, der 6. Herzog von St. Ives, als er Honoria Prudence begegnet. Er ist das Familienoberhaupt dieser eigensinnigen Sippe und bekommt für gewöhnlich, was er sich in den Kopf setzt. Dass Sylvester von allen nur "Devil" genannt wird, hat schon seinen Grund; das lernt Honoria gleich zu Beginn ihrer Bekanntschaft. Doch Honoria ist eine Anstruther-Wetherby - und diese Familie steht den Cynsters beim Thema Starrsinn in nichts nach.

    Zitat Seite 58/59 - Honoria über die Cynsters:

    Cynsters – ohne sie wäre der ton nicht das, was er war. Sie waren eine recht eigene Sippschaft – wild, hedonistisch, unberechenbar. Zusammen mit Honorias Vorfahren hatten sie mit dem Eroberer den Kanal überquert; während ihre Ahnen durch Politik und Geschäfte zu Macht und Ansehen kamen, wählten die Cynsters den direkteren Weg. Seit jeher waren sie unübertroffene Krieger – stark, mutig, klug –, zu Führern geborene Männer. Im Verlauf der Jahrhunderte hatten sie sich mit einer so tollkühnen Leidenschaft in jede erfolgversprechende Schlacht geworfen, daß jeder Gegner, sofern er nicht wahnsinnig war, sich einen Angriff mindestens zweimal überlegte. Infolgedessen hatte jeder König seit William die Notwendigkeit erkannt, die mächtigen Lords of St. Ives bei Laune zu halten. Zum Glück waren die Cynsters, einer merkwürdigen Laune der Natur gemäß, ebenso versessen auf Landbesitz wie auf Schlachtgetümmel.

    Hinzu kam, daß ihr Heldentum unter Waffen, sei es schicksalsbedingt oder aufgrund bloßen Glücks, begleitet war von einer schon unheimlich zu nennenden Fähigkeit zu überleben. Nach Waterloo, als so viele Adelsfamilien bittere Verluste erlitten, machte ein aus ehrfürchtigem Neid geborenes Sprichwort die Runde: Die Cynsters, so hieß es, seien unbesiegbar; sieben waren in den Kampf gezogen, und sieben kehrten heim, gesund und wohlbehalten, nahezu ohne einen Kratzer.

    Sie waren darüber hinaus auch unbesiegbar arrogant, eine Eigenschaft, die noch Nahrung dadurch erhielt, daß sie im großen und ganzen genauso talentiert waren, wie sie sich einschätzten, was in weniger begünstigten Sterblichen einen gewissen widerstrebenden Respekt hervorrief. Was nicht hieß, daß die Cynsters Respekt verlangten – sie nahmen ihn hin wie etwas, das ihnen zustand.

    — Zitat Ende


    Diese historische Liebesgeschichte hat mich von der ersten Seite an begeistert. Obwohl die Autorin in der Er-/Sie-Perspektive erzählt, hatte ich keine Probleme, mich in die Charaktere hineinzuversetzen. Die Gedanken- und Gefühlswelt der Protagonisten wird sehr bildlich und intensiv geschildert, sodass ich alle Emotionen mitfühlen konnte.

    Doch am besten haben mir die Szenen gefallen, in denen die unterschiedlichen Überzeugungen von Devil und Honoria aufeinandertreffen. Denn die eigensinnigen, sturen Charaktere fechten einen Kampf nach dem anderen aus, weil keiner der beiden nachgeben will. Die Wortgefechte sind einfach köstlich. Honorias Weigerung, nach Devils Pfeife zu tanzen, die unweigerlich folgende Diskussion und Devils Frustration darüber, haben mich jedes Mal aufs Neue unterhalten.

    Natürlich funkt es trotz der Meinungsverschiedenheiten heftig zwischen Honoria und Devil. Die leidenschaftlichen Momente überzeugen durch teils wütende, teils gefühlvolle Küsse und eine vorsichtige Annäherung, die schließlich zu einer starken, liebevollen Beziehung führt. Wenn sich Honoria und Devil am Anfang noch überwiegend bekriegen, kämpfen sie im weiteren Verlauf füreinander und stehen sich auch in schwierigen, gefährlichen Situationen bei.

    Denn durch das gesamte Buch zieht sich eine Krimi-Handlung. Am Anfang geschieht ein Mord, der als Überfall getarnt wurde. Honoria entdeckt den fast leblosen jungen Mann am Wegesrand und eilt ihm zu Hilfe. Als wenig später Devil auftaucht, wird Honoria klar, dass die beiden sich kennen. Nach dem Tod des Schwerverletzten steht eines außer Frage: Devil muss Tollys Mörder entlarven! Das ist jedoch nicht so einfach, wie ursprünglich angenommen - zumindest für Devil, Honoria und die Cynster-Riege (das sind Devils Vettern, die ihn vorbehaltlos bei allem unterstützen). Ich für meinen Teil habe das Verbrechen schnell durchschaut und wusste, wer hinter Tollys Tod steckt. Auch die Motive des Mörders waren nicht schwer zu erraten.

    Die Cynsters halten fest zusammen, egal was geschieht. Das hat mir sehr gefallen und mich neugierig auf die Folgebände gemacht. Davon gibt es ja zum Glück einige. Ich bin immer noch begeistert von der Dynamik der Charaktere, die das Lesen zu einem wahren Vergnügen gemacht hat. Ich freue mich schon darauf, mehr über die anderen Cynsters zu erfahren.

    Fazit:
    Die Cynsters haben mich voll und ganz überzeugt. Honoria und Devil sind das perfekte Paar, wenn man - wie ich - ein Faible für schlagfertige Wortgefechte hat. Die Entwicklung der beiden ist einfach toll und konnte mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistern. Die Krimi-Handlung umrahmt das Ganze, obwohl ich den Mörder ziemlich schnell entlarvt hatte - Honorias und Devils Detektivarbeit ist trotzdem sehr unterhaltsam. Ich kann diesen Roman wirklich nur empfehlen!

    Wertung: 5 Punkte

    Anmerkung:
    Die Cynster-Reihe umfasst in viele Bände. Um den Überblick nicht zu verlieren, könnt ihr hier die Reihenfolge nachlesen.

    * Verheißungsvolle Küsse
    1. In den Armen des Eroberers
    2. Der Liebesschwur
    3. Gezähmt von sanfter Hand
    4. In den Fesseln der Liebe
    5. Ein unmoralischer Handel
    6. Nur in deinen Armen
    7. Nur mit deinen Küssen
    8. Küsse im Mondschein
    9. Küsse im Morgenlicht
    10. Verführt zur Liebe
    11. Was dein Herz dir sagt
    12. Hauch der Verführung
    13. Eine Nacht wie Samt und Seide
    * Lost and Found [Englisch] (Novelle in der Anthologie „Hero, Come Back“)
    14. Sturm der Verführung
    15. Stolz und Verführung

    Spin-off: Cynster Sisters

    1. Sehnsucht nach verruchten Küssen
    2. Sinnliche Flucht in deine Arme
    3. Entführung in die Highlands der Liebe
    4. Lady Amor und der Lord
    5. Ein unmöglicher Gentleman

    Spin-off: Cynster, eine neue Generation

    1. Eine Liebe in den Highlands
    2. Schottische Versuchung
    3. A Match For Marcus Cynster [Englisch]
    4. A Conquest Impossible to Resist [Englisch]

    Spin-off: Devil’s Brood

    1. The Lady By His Side [Englisch]
    2. An Irresistible Alliance [Englisch]
    3. The Greatest Challenge of Them All [Englisch]


    (Diese Rezension ist erschienen auf literatur.cultural-noise.de / Text: KR)

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    Cover des Buches ON:OFF9783522202527

    Bewertung zu "ON:OFF" von Ann-Kristin Gelder

    ON:OFF
    CulturalNoisevor 10 Monaten
    Kurzmeinung: ON:OFF hat mich überrascht & schockiert. Es ist ein Thriller mit jungen Protagonisten, die für ihre Überzeugungen, Gefühle & Zukunft kämpfen
    Ein temporeicher, schockierender und blutiger Thriller

    Wo soll ich anfangen? Ich habe gerade das Buch aus der Hand gelegt und mein Herz schlägt noch immer viel zu schnell. Ganz ehrlich: Ich hätte niemals mit diesem Inhalt gerechnet. "ON:OFF" ist nicht einfach nur ein spannender jugendfreier Liebesroman, wie uns der Verlag weismachen will, sondern ein temporeicher, schockierender und blutiger Thriller, der für mein Empfinden eher im New-Adult-Genre angesiedelt ist. Es handelt sich ganz gewiss nicht um ein romantisches Jugendbuch, das lediglich mit ein paar Thriller-Elementen aufwartet, um für ein wenig Action zu sorgen. Nein. Nora durchlebt in dieser Geschichte einen Albtraum, der einfach nicht enden will. Selbst am Ende, im Epilog, haben ihre Ängste sie noch fest im Griff, obwohl diese letzten Seiten ihr Happy End erzählen.


    Aber ich sollte wohl ein wenig ins Detail gehen:

    Nora heißt eigentlich Eleonor und ist 17 Jahre alt. Nach dem Abitur will sie ein duales Studium in Wirtschaftspsychologie beginnen und arbeitet schon jetzt hart daran, dieses Ziel zu erreichen. Neben der Schule ist sie als "Regulator" für die Firma NeuroGaming Systems - kurz NGS - tätig, die Noras Zukunftspläne unterstützt und ihr eine erfolgreiche Karriere in Aussicht stellt. Unter dem Deckmantel eines "Begabtenförderungsprogramms" hat Nora in den letzten 2 Jahren ihr Privatleben auf Eis gelegt und sich komplett in die Hände von NGS begeben. Manipulation und Psychospielchen sind Noras täglicher Begleiter, ihre Aufträge erledigt sie gewissenhaft und mit kühler Distanziertheit.


    Die Firma hat strenge Verhaltensregeln aufgestellt und nimmt Diskretion sehr ernst. Von ihren Mitarbeitern verlangen die drei Chefs Disziplin und absoluten Gehorsam, denn ihre Technologie ist streng geheim und darf auf keinen Fall Aufmerksamkeit erregen.


    Noras anfängliche Begeisterung für ihre Arbeit gerät jedoch ins Wanken, als immer mehr schreckliche Dinge im Umfeld von NGS geschehen. Erst nach und nach wird ihr bewusst, wie dubios die Firma tatsächlich ist und wie weit ihre Arbeitgeber André, Lennard und Tom für ihre Forschung gehen. Plötzlich steht Nora auf der Abschussliste und muss um ihr Leben fürchten. Dabei sollten es doch ganz harmlose Sommerferien mit einem einfachen Auftrag werden ...


    Ann-Kristin Gelder hat mich von der ersten Seite an mitgerissen, auch wenn ich am Anfang noch keine Ahnung hatte, was auf mich zukommt. Ihr Schreibstil ist flüssig und emotionsgeladen, die Dialoge wechseln zwischen humorvoll, einfühlsam und schockierend. Die Geschichte ist unglaublich intensiv und hat mich im Verlauf immer wieder aus der Bahn geworfen. Die Autorin tut ihren Figuren Dinge an, die in einem Jugendbuch eigentlich nichts zu suchen haben - doch das macht sie so authentisch, dass ich die Furcht, Verzweiflung und Todesangst beinahe schmerzhaft miterleben konnte. Ich habe beim Lesen mehr als einmal eine Gänsehaut bekommen und war immer wieder fassungslos über das Ausmaß der Skrupellosigkeit und Kälte dieser drei Firmenchefs.


    André, Lennard und Tom sind besessen von ihrer Technologie und gehen dafür über Leichen - wortwörtlich. Die Firma verletzt die Privatsphäre ihrer "Links" auf übelste Art und nimmt den Tod junger Menschen völlig unbeeindruckt als Kollateralschaden in Kauf. All das ist inakzeptabel und dennoch hat mich das Konzept der Bewusstseinssynchronisierung fasziniert. Das schafft wirklich nicht jeder Autor.


    Doch zurück zu unserer Ich-Erzählerin:

    Die Geschichte beginnt mit einem Selbstmord, den Nora hautnah miterlebt, obwohl sie gar nicht vor Ort ist. Denn NGS hat eine bahnbrechende Entdeckung gemacht: Die Firma ist in der Lage, die Bewusstseinswellen zweier Menschen zu verlinken und so eine viel realere Erfahrung zu ermöglichen, als es VR-Technologie jemals könnte. Wie genau das funktioniert, müsst ihr allerdings im Buch nachlesen - das würde hier zu weit führen. Jedenfalls ist es Nora so möglich, durch Lilys Augen zu sehen und all ihre Emotionen zu teilen. Als Lily also in den Tod stürzt, ist Nora in ihrem Kopf und erlebt die panische Angst, die Qualen und den Moment, in dem alles Leben aus Lilys Körper weicht, schonungslos mit.


    Als sie auf ihre nächste Zielperson angesetzt wird, ist Nora nicht halb so unbeschwert und zuversichtlich wie bei den Aufträgen zuvor. Dass Alex dann auch noch ihre Manipulations-Taktik durchschaut und sie gezwungen ist, ihr wahres Wesen zu offenbaren, lässt Noras Leben weiter aus den Fugen geraten. Zwischen den beiden funkt es, doch Nora hat noch immer einen Job zu erledigen ...


    Alex ist ein unglaublich aufmerksamer, leidenschaftlicher junger Mann, der nicht nur Nora für sich einnimmt. Seine Reaktionen auf ihre Manöver sind ein ganz besonderes Highlight dieses Romans und haben mich köstlich amüsiert. Auch sein Gefühlschaos konnte die Autorin eindringlich und sehr überzeugend schildern. Alex ist einfühlsam, hört Nora zu und unterstützt sie, obwohl er nicht weiß, ob er ihr glauben und vertrauen kann. Er hört auf sein Herz und das macht ihn in meinen Augen so liebenswert.


    Alex hat einen positiven Einfluss auf Nora. Durch die Begegnung mit ihm kommt sie ins Grübeln. Nora ergreift die Initiative und macht eine unglaubliche Wandlung durch, die sie reifen und erwachsen werden lässt. Diese Entwicklung ist sehr realistisch gehalten und hat mich wirklich beeindruckt.


    Doch als Nora und Alex sich näher kommen, eskaliert die Situation. Es folgt eine nervenaufreibende Geschichte über Moral, Privatsphäre, Experimente an Menschen und Missbrauch von Jugendlichen, die verzweifelt nach Halt und Bestätigung suchen. Todesdrohungen, eine überstürzte Flucht, grausame Rache und der Kampf ums Überleben stehen plötzlich im Mittelpunkt. Es geht um eine bahnbrechende Technologie und ihre Schattenseiten, um Vernachlässigung, Verlust, Trauer, Loyalität, Freundschaft, Wut und Hass. Auch die erste Liebe spielt eine Rolle, aber es ist kein Liebesroman - nicht wirklich!


    Fazit:

    Diese Geschichte hat mich überrascht und schockiert. Es ist ein Thriller mit jungen Protagonisten, die für ihre Überzeugungen, Gefühle und Zukunft kämpfen. Die Science-Fiction-Elemente sind faszinierend, die Skrupellosigkeit und Brutalität nervenaufreibend und die romantischen Szenen gefühlvoll. Der Showdown am Ende setzt dem Ganzen die Krone auf und lässt mich atemlos, aber beruhigt zurück. Dieses düstere, dramatische Gefühlschaos mit den vereinzelten herzerwärmenden Ruhephasen hat mich absolut überzeugt und mir sehr intensive Lesestunden beschert.


    Wertung: 5 Punkte


    Aber Achtung:

    Diese Geschichte enthält viel Gewalt und einige explizit beschriebene sexuelle Handlungen. Der oft grausame, brutale Inhalt kann verstörend auf Kinder und Jugendliche wirken, weshalb ich diesen Roman keinesfalls für die Altersgruppe ab 14 Jahren empfehlen würde.

    Der Verlag bezeichnet das Buch als "Liebesroman, spannend wie ein Thriller" - ich würde es eher als Thriller mit New-Adult-Elementen einstufen. Dementsprechend halte ich eine Altersfreigabe von 16 Jahren + für angemessen.


    Anmerkung:

    Ann-Kristin Gelder hat bereits Bücher unter dem Namen Clara Benedict veröffentlicht und war als Helena Becks Co-Autorin des Titels "Liebling, ich habe die Kinder verschenkt" von Janine Kunze.


    (Diese Rezension ist erschienen auf literatur.cultural-noise.de / Text: KR)

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    Cover des Buches Just three words: Patricia & Ben (Just-Love 3)9783958183995

    Bewertung zu "Just three words: Patricia & Ben (Just-Love 3)" von Iris Fox

    Just three words: Patricia & Ben (Just-Love 3)
    CulturalNoisevor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Die Wandlung der Protagonisten ist eindrucksvoll & authentisch. Dieser Roman hat mich positiv überrascht - er wird mit jedem Kapitel besser.
    Patricia und Ben ergänzen sich perfekt

    Das ist nun also der dritte Band der Just-Love-Reihe. Ich muss sagen, die Autorin hat mich dieses Mal angenehm überrascht. Anfangs bin ich mit Patricia nämlich überhaupt nicht warm geworden. Sie zeigt sich zu Beginn als naives, verwöhntes Gör und agiert wie eine unreife Zicke. Aber Patricia macht eine unglaubliche Wandlung durch, die sehr überzeugend umgesetzt wurde. Im Verlauf der Geschichte ist sie mir immer sympathischer geworden. Mit jedem kritischen Gedanken über ihr Leben, jeder Einsicht in Bezug auf ihre Fehler und jeder positiven Erkenntnis über Ben hat sie sich meinen Respekt verdient. Am Ende wird aus Patricia eine ganz wundervolle Frau mit Tiefgang und Prinzipien, die sich nicht länger von Äußerlichkeiten blenden lässt.

    Zitat Kap. 24:
    Von diesem Moment an, schwöre ich mir selbst feierlich, will ich niemals wieder einen Menschen nur nach seinem Aussehen beurteilen. Die wahre Schönheit ist mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen, sondern nur mit dem Herzen.
    — Zitat Ende


    Diese Entwicklung wäre natürlich noch schöner, wenn mich Patricia anfangs nicht so furchtbar mit ihrer oberflächlichen, bockigen Art genervt hätte ...

    Den ersten Band habe ich kritisiert, weil Aidans Wandlung für meinen Geschmack zu glatt ging - Patricia hingegen muss sich richtig anstrengen, um ihre alten Gewohnheiten abzulegen. Ben löst etwas in ihr aus, das sie zum Umdenken bewegt. Er hingegen profitiert von ihrer lebensfrohen, aufgeschlossenen Art. Ben richtet sich nach seinen eigenen strengen Regeln, bis Patricia in sein Leben tritt. Für ihn kommt es gar nicht infrage, einfach mal Spaß zu haben und den Kopf abzuschalten. Denn jede Sekunde ist kostbar und muss sinnvoll genutzt werden. Ben will immer die Kontrolle behalten und wirkt daher auf andere spießig. Aidan und Ole bezeichnen ihn als "Spaßbremse" und können rein gar nichts mit ihm anfangen. Doch hinter diesem äußeren Schein verbirgt sich ein wundervoller Mensch, den ich sofort ins Herz geschlossen habe.

    Zitat Kap. 22:
    »Ich muss schon sagen«, meint er und zieht mich ganz eng an sich heran. »Du bist unfassbar hübsch.« Zärtlich lege ich ihm einen Finger an den Mund und werde wieder ganz ernst. [...]
    »Das sind nur Äußerlichkeiten«, entgegne ich ihm. »Was viel wichtiger ist: Durch dich fühle ich mich innerlich hübsch.«
    — Zitat Ende


    Ben trägt eine schwere Last mit sich herum, die sein gesamtes Leben überschattet. Erst durch Patricia lernt er, was Freude bedeutet. Sie schaut hinter die Fassade und entdeckt Bens wahres Wesen. Stück für Stück öffnen sie sich füreinander, werden zur gegenseitigen Stütze und bringen verborgene Charakterstärken zum Vorschein. Patricia und Ben ergänzen sich perfekt, obwohl das anfangs völlig absurd erscheint.

    Diese Wechselwirkung ist fantastisch dargestellt und sehr gefühlvoll beschrieben. Ich habe jede positive Veränderung gefeiert und war über jeden Rückschritt enttäuscht. Patricia und Ben haben mich immer mehr für sich eingenommen und mir auf den letzten Seiten ein perfektes Happy End beschert. Im Gegensatz zu den ersten beiden Bänden wird dieses Buch mit jedem Kapitel besser. Die Geschichte hat mich im Verlauf zunehmend glücklicher und zufriedener werden lassen - obwohl ich das bei meiner anfänglichen Abneigung gegen Patricia nicht für möglich gehalten hätte.

    Allerdings muss ich sagen, dass die beiden ziemlich schwer von Begriff sind, was bei mir immer wieder zu kleinen Phasen der Frustration geführt hat. Warum legen sie auch ständig genau die falschen Reaktionen und Worte auf die Goldwaage? Wie kann man nur so aneinander vorbei kommunizieren? Doch dieses Verhalten lässt die Geschichte umso authentischer erscheinen. Denn Patricia und Ben sind nun einmal grundverschieden und müssen erst eine gemeinsame Sprache finden. Sie dabei zu begleiten macht die meiste Zeit über großen Spaß.

    Eins noch: Es hat mich sehr irritiert, dass Bens Geburtstag nicht ein einziges Mal erwähnt wurde. Ich möchte dazu jetzt gar nicht so viel sagen, schließlich sollt ihr das alles selbst herausfinden. Aber dieser Tag ist ein Meilenstein in der Geschichte und verdient zumindest einen Hauch Beachtung. Bens Tante hätte die Gelegenheit gehabt, ihm zu gratulieren. Patricia ist doch nicht dumm, sie sollte die richtigen Rückschlüsse ziehen können ... Und Ben selbst? Natürlich waren seine Geburtstage bisher nur mit negativen Emotionen verbunden. Aber gerade deshalb bin ich der Meinung, dass eine Äußerung von ihm fehlt - ob nun in Gedanken oder laut ausgesprochen. Nämlich: "Das war mit Abstand mein schönster Geburtstag!"

    Fazit:
    Dieser Roman hat mich positiv überrascht - er wird mit jedem Kapitel besser. Die Wandlung der Protagonisten ist eindrucksvoll, authentisch und bewegend. Aus der anfangs unsympathischen, oberflächlichen Zicke wird ein mitfühlender, reflektierender Mensch, der sich nicht länger von Äußerlichkeiten blenden lässt. Und die verklemmte Spaßbremse entpuppt sich als tief verletzter, unglaublich liebenswerter junger Mann mit einem Herzen aus Gold.

    Wertung: 4,5 Punkte

    Anmerkung:
    Die Geschichte von Aidan, Patricias Bruder, und seiner jetzigen Freundin Lea könnt ihr in Band 1 nachlesen.
    Wie Ole, Bens Cousin, überraschend mit Leon zusammenkam, wird in Band 2 erzählt.


    (Diese Rezension ist erschienen auf literatur.cultural-noise.de / Text: KR)

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    Cover des Buches Just two hearts9783958183667

    Bewertung zu "Just two hearts" von Iris Fox

    Just two hearts
    CulturalNoisevor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Wer eine realitätsnahe Gay Romance sucht, wird hier nicht fündig. Es ist eher ein modernes Märchen und die Geschichte bleibt recht seicht.
    Wenn ein Womanizer plötzlich merkt, dass er sich von einem Kerl angezogen fühlt ...

    Ole und Leon kenne ich bereits aus "Just one dance". In dem ersten Band der Just-Love-Reihe hat es ganz offensichtlich zwischen den beiden gefunkt. Doch da Ole eigentlich nicht an Männern interessiert ist, habe ich mich sehr auf die Geschichte gefreut. Denn natürlich ist es spannend, wenn ein Womanizer plötzlich merkt, dass er sich von einem Kerl angezogen fühlt.

    Und tatsächlich hat mich der Anfang dieses zweiten Bandes sofort überzeugt. Ole ist extrem sympathisch und Leon trotz seiner unschönen Vergangenheit einfach süß, wenn es um Ole geht. Außerdem ist es toll, wieder Zeit mit Lea und Aidan zu verbringen und ihren Weg auch nach dem Ende des ersten Teils zu begleiten. Die Gruppendynamik ist erfrischend und wirklich liebenswert. Besonders weil trotz der vielen Stichelei deutlich spürbar ist, wie sehr sich die Jugendlichen mögen und dass sie fest zusammenhalten.

    Auch Kiki ist natürlich wieder mit von der Partie. Ob sie in Zukunft wohl mit Simon zusammenkommt? Sie behauptet zwar, nicht an dem Mitbewohner von Oles Cousin Ben interessiert zu sein, aber das halte ich für ein Gerücht. Vermutlich erfahren wir im nächsten Band mehr, wenn es um die Beziehung zwischen Ben und Aidans Schwester Pat geht.

    Aber zurück zu Ole und Leon: So überzeugend das Buch auch beginnt, so offensichtliche Defizite zeigen sich im Verlauf. Wie schon im ersten Band ist hier der Anfang am stärksten. Die ersten Begegnungen der beiden, die Annäherung und das Zusammenkommen sind nahezu perfekt und richtig bewegend. Doch danach fängt die Geschichte an zu schwächeln. Je weiter die Handlung voranschreitet, desto weniger glaubhaft erscheint sie. Zu Beginn hatte ich jedes Mal Herzklopfen, wenn Ole und Leon sich näherkamen - leider ging das nach den ersten Meilensteinen Stück für Stück verloren.

    Das liegt vor allem an der Sicherheit, mit der Ole auf seine romantischen Gefühle für Leon reagiert. Und das, obwohl sein Leben gerade eine 180-Grad-Wendung erfahren hat. Diese Klarheit und Zuversicht sind zwar süß, aber eben auch ziemlich realitätsfern. Leon hingegen stellt sich zu sehr an und macht leider aus allem ein Drama. Das Friede-Freude-Eierkuchen-Happy-End ist dann völlig unrealistisch - und der Epilog bildet dabei das Sahnehäubchen.

    Einige Themen werden angedeutet, aber nicht weiter ausgeführt - oder einfach zu keinem Abschluss gebracht. So etwas finde ich immer ärgerlich. Zudem ist Leon regelmäßig von bestimmten Äußerungen oder Verhaltensweisen überrascht und irritiert, die schon lange nichts Neues mehr sind. Oles Liebeserklärung zum Beispiel verwundert ihn nicht nur einmal. Sie schockiert und rührt Leon bei jeder einzelnen Wiederholung - als würde er gerade erst realisieren, dass Ole Gefühle für ihn hat. Das ist schon ein bisschen befremdlich.

    Das Buch ist deshalb nicht schlecht. Bis zur Hälfte ist es sogar richtig gut. Aber danach gibt es für meinen Geschmack zu viele Unstimmigkeiten, zu viel unnötiges Drama und zu wenig echte Hürden. Dafür ist das Happy End zu perfekt. Die Geschichte bleibt eher seicht, die inneren und äußeren Konflikte zu oberflächlich. Dennoch hat mich das Paar mitgenommen und mir ein paar entspannte Lesestunden beschert.

    Fazit:
    Wer eine realitätsnahe Gay Romance sucht, wird hier nicht fündig. Es ist eher ein modernes Märchen mit vertauschten Rollen. Denn eigentlich sollte Leon der sichere Part sein, der Ole die Augen öffnet - doch es ist seltsamerweise genau umgekehrt. Was ja durchaus charmant, aber eben nicht authentisch ist.

    Wertung: 3,5 Punkte

    Anmerkung:
    In Band 1 könnt ihr die Geschichte von Aidan, Oles bestem Freund, und Lea, Leons ehemaliger Tanzpartnerin, nachlesen.
    Aidans Schwester Patricia - kurz Pat - und Ben, Oles Cousin, bekommen ihre Lovestory in Band 3.


    Aber Achtung:
    Diese Geschichte enthält explizite Sexszenen zwischen zwei Männern.


    (Diese Rezension ist erschienen auf literatur.cultural-noise.de / Text: KR)

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    Cover des Buches Bittersweet Always9783958184480

    Bewertung zu "Bittersweet Always" von Ella Fields

    Bittersweet Always
    CulturalNoisevor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Leider bleibt die Geschichte trotz der tiefgründigen Thematik relativ oberflächlich - und das ist sehr schade.
    Von diesem Paar hatte ich so viel mehr erwartet

    “Suddenly Forbidden“, der erste Teil der Gray-Springs-University-Reihe, hat mich wirklich gut unterhalten und begeistert. Dabei waren mir Pippa und Toby beinahe sympathischer als das eigentliche Paar. Ich habe mich schon in sie verliebt, bevor ihre eigene Geschichte überhaupt begann. Daher war meine Vorfreude groß und ich konnte es kaum erwarten, diesen Roman zu lesen. Ich habe Pippa und Toby die Daumen gedrückt und wollte mich mit ihnen den Problemen stellen, die unweigerlich auf sie zukommen würden. Ich konnte ja nicht ahnen, dass die beiden in ihrem eigenen Buch nicht annähernd so faszinierend und liebenswert sind, wie sie es als Nebencharaktere waren ...


    Ja, ich bin enttäuscht. Von diesem Paar hatte ich so viel mehr erwartet. Pippas lebensfrohe Art verschwindet Stück für Stück, bis sie nur noch ein Häufchen Elend ist. Alles, was ihr Wesen im ersten Band ausgemacht hat, geht verloren. Und das ist Tobys Schuld, auch wenn es nicht seine Absicht war. Die "echte Pippa" mochte ich unglaublich gern und dass sie hier kaum zu finden ist, hat mich traurig gemacht.


    Doch noch vielmehr frustrierte mich der schleppende Einstieg. Die ersten 30 % des Buches arbeiten nur die Fakten ab, die bereits aus dem ersten Band bekannt sind - dabei erfahren wir überhaupt nichts Neues. Beide Bücher beginnen beinahe zeitgleich, daher kommt es zwangsläufig zu Überschneidungen. Trotzdem hätte ich ein wenig mehr Gefühl erwartet. Die Annäherung und das Verlieben gehen nämlich völlig verloren. Keine romantische Kennenlernphase, kein langsames Herantasten. Die Zeit bis Thanksgiving - also bis zu Daisys und Quinns Happy End - wirkt wie eine Aneinanderreihung kurzer Szenen, die abgehakt werden müssen. Ja, Pippa und Toby kommen sich näher. Ja, sie werden ein Paar. Ja, sie küssen sich und landen im Bett. Aber nichts davon wird richtig emotional.


    Während dieser Zeit scheinen auch die kurzen Wortwechsel mit Daisy und Quinn lediglich einen Zweck zu erfüllen: Sie sollen die Entwicklungen beider Paare abgleichen und eine Verbindung zu den Geschehnissen aus Band 1 herstellen. Doch nichts davon geht in die Tiefe. Es gibt keine ernsthaften Gespräche zwischen den Mitbewohnern. Auch Pippa und Toby reden nicht viel miteinander. Alles bleibt sehr oberflächlich in diesem ersten Drittel.


    Also war ich extrem erleichtert, als die Geschichte endlich richtig losging und ausführlicher erzählt wurde. Dabei sind die Herzschmerz-Phasen und Tobys rasende Gedanken am überzeugendsten. Die Hoffnung auf ein Happy End hat mich dazu getrieben, konzentriert weiterzulesen, denn die tiefen Gefühle der beiden sind (zumindest im zweiten und letzten Drittel des Buches) deutlich spürbar - ebenso wie die innere Zerrissenheit.


    Was würdest du tun, wenn der Mensch, den du am meisten liebst, nicht gut für dich ist?

    Was, wenn er dich aus der Bahn wirft und dir Kummer bereitet - viel Kummer?

    Könntest du ihm verzeihen, dass er dir wieder und wieder das Herz bricht?

    Würdest du ihm glauben, dass sich so etwas nicht wiederholt?

    Könntest du dich dazu überwinden, dein Glück erneut von ihm abhängig zu machen, nachdem dein Vertrauen so oft missbraucht wurde?


    Und was würdest du tun, wenn deine Psyche gegen dein Herz und deinen Verstand arbeitet und dein Leben ins Chaos stürzt?

    Wenn du dadurch alles verlierst, das dir etwas bedeutet?

    Würdest du kämpfen oder kapitulieren?


    Toby leidet an einer psychischen Erkrankung, die ihm das Leben schwermacht. Doch zu Beginn der Geschichte ist er sicher, die Sache im Griff zu haben. Toby ist Wide Receiver des College-Football-Teams und sozial integriert. Er ist mit seinen Teamkollegen befreundet und hat einen tollen Mitbewohner, der ihn und all seine Macken akzeptiert. Er hat keine Probleme mit dem Unterricht, obwohl ihm sein Sport viel wichtiger ist. Außerdem hat sich Toby zum ersten Mal in seinem Leben richtig verliebt. Er ist glücklich und wirkt gefestigt. Doch der Schein trügt.


    Pippa ist vorbelastet, weil ihr bipolarer Vater die Familie vor einigen Jahren in einer Nacht-und-Nebel-Aktion verlassen hat. Für sie sind psychische Krankheiten gleichbedeutend mit Schmerz. Doch als sie von Tobys Problemen erfährt, ist es schon zu spät: Auch Pippa ist bereits verliebt. Was dann folgt, bestätigt ihre schlimmsten Befürchtungen.


    Diese Geschichte ist das Gegenteil von leichter Kost. Besonders im Mittelteil war ich völlig gefangen von den Ereignissen und geschockt von dem Ausmaß der Dramatik. Damit hat mich die Autorin tatsächlich überrascht. Ich habe mitgelitten und mitgefiebert, habe dem Paar die Daumen gedrückt, obwohl es beinahe aussichtslos erschien. Ich konnte Pippas Verwirrung, Schmerz und Wut so gut nachvollziehen. Tobys Leid hat mir in der Seele wehgetan. Sein Verhalten ist in Anbetracht der Umstände völlig plausibel und realistisch gestaltet. Vom Happy End kann man das jedoch nicht behaupten. Es hat mich einfach nicht überzeugt. Nach dem ganzen Drama wirkt es irgendwie glattgebügelt und viel zu rosarot. Ohne eine solche Bilderbuch-Versöhnung wäre der Roman wesentlich authentischer ...


    Leider bleibt die Geschichte trotz der tiefgründigen Thematik relativ oberflächlich. Es werden einfach zu viele Probleme angeschnitten, von denen jedes einzelne eine große Tragweite hat. Außerdem umfasst die Erzählung meiner Meinung nach einen zu langen Zeitraum - denn sie beginnt einen Monat nach Pippas Studienbeginn und endet erst zur Weihnachtszeit ihres 2. College-Jahres. Währenddessen passiert so viel, dass Zeitsprünge unumgänglich sind. Da es sich meist um mehrere Wochen oder Monate handelt, leidet die Intensität der Geschichte darunter. Die Eindringlichkeit geht verloren und muss erst wieder mühsam gesteigert werden.


    Dennoch haben mich die Überlegungen und Dialoge berührt, die zum Nachdenken anregen sollen. Es steckt viel Weisheit in den Seiten, auch wenn manches verklärt oder überspitzt dargestellt wird. Toleranz, Akzeptanz, Vergebung und Liebe rücken in den Fokus - genau wie die bitteren, schmerzhaften Aspekte einer so anspruchsvollen Beziehung.


    Zitat Kap. 49:

    »Pippa. Stolz ist etwas Wunderbares, bis er sich zwischen dich und alles schiebt, was du willst. Menschen gehen, und Menschen machen Fehler. Aber manchmal kommen sie zurück und versuchen, diese Fehler wieder gutzumachen.«

    — Zitat Ende


    Alles in allem bin ich zwiegespalten, weil ich das Szenario wirklich sehr mag und es wichtig finde, psychische Erkrankungen anzusprechen. Die seelische Verfassung sollte kein Tabu-Thema sein und harmoniert durchaus mit dem Genre Liebesroman. Dieses Buch sensibilisiert und sorgt sicher dafür, dass die Leser mehr Verständnis für psychisch Kranke aufbringen. Allerdings ist es der Autorin nicht gelungen, die richtige Balance zwischen Liebesgeschichte, Drama und Aufklärung zu finden. Jeder dieser Aspekte kommt zu kurz - und das ist sehr schade. 


    Ich hoffe nur, dass sich der dritte Band eher am Serienauftakt orientiert und nicht mit diesem zweiten Teil gleichzieht. Es gibt jedoch Grund zur Hoffnung, denn Renee und Callum sind Daisy und Quinn viel ähnlicher als Pippa und Toby.


    Fazit:

    Diese Geschichte hat viel Potenzial - verschenktes Potenzial. Es ist ein Liebesroman, der mehr bitter als süß ist und von den Hürden erzählt, die eine psychische Erkrankung mit sich bringt. Es gibt bewegende Szenen, nachdenkliche Momente, romantische Gesten und viel Herzschmerz. Doch all das bleibt für meinen Geschmack zu farblos, um wirklich zu überzeugen.


    Wertung: 3 Punkte


    Anmerkung: 

    Die Geschichte von Daisy, Pippas Zimmergenossin, und Quinn, Tobys Mitbewohner, könnt ihr in Band 1 nachlesen.

    In Band 3 geht es dann weiter mit Callum, der ebenfalls Football spielt, und Renee, die inzwischen eine zarte Freundschaft mit Pippa pflegt. Wir haben in diesen zwei Bänden ja schon einiges über die Beziehung der beiden erfahren, aber was genau vorgefallen ist und wie sie wieder zusammenkommen, wird sicher sehr spannend.


    (Diese Rezension ist erschienen auf literatur.cultural-noise.de / Text: KR)

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    Cover des Buches Show me the stars9783839816912

    Bewertung zu "Show me the stars" von Kira Mohn

    Show me the stars
    CulturalNoisevor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Die Geschichte macht süchtig. Ich finde es wundervoll, wie Liv zur Ruhe kommt & beginnt, über die "großen Fragen" ihres Lebens nachzudenken.
    "Das Leben macht uns sonderlich, aber auch besonders."

    Liv Baumgardt ist erst Anfang zwanzig und doch besteht ihr ganzes Leben nur aus Arbeit. Obwohl ihre Karriere als Journalistin bisher nicht so verlaufen ist, wie sie es sich gewünscht hat, glaubt Liv fest an einen baldigen Durchbruch. Immerhin ist es ihr gelungen, ein Interview mit einem ehemaligen Kinderstar zu führen - was niemand für möglich gehalten hätte. Doch dann geht etwas schief und Liv verliert ihren Job. Und damit liegt ihr gesamtes Leben in Trümmern.

    Ich habe diese Geschichte im Rahmen einer Hörrunde bei LovelyBooks gehört und war anfangs etwas skeptisch. Schließlich handelt es sich um die gekürzte Lesefassung und das ist immer ein wenig heikel. Zu meiner großen Freude hat es mir jedoch überhaupt nichts ausgemacht, dass hier und da vermutlich ein paar Szenen fehlen. Es gibt keine gravierenden Lücken und die Geschichte ist trotz der vorhandenen Kürzungen stimmig - ich habe überhaupt nichts vermisst.

    Es ist sehr selten, dass ich von einem gekürzten Hörbuch richtig überzeugt bin, aber bei "Show me the Stars" ist das der Fall. Daran hat auch die Sprecherin Marie-Isabel Walke einen Anteil. Sie macht ihren Job nämlich richtig gut. Ich mochte Walkes Stimmfärbung und ihre einfühlsame Betonung von der ersten Minute an. Für mich ist sie die perfekte Wahl, um diese Geschichte zu erzählen - denn die Sprecherin fängt Livs Wesen gekonnt ein. Sie legt so viel Gefühl in ihre Stimme, dass Livs Erfahrungen noch lebendiger wirken.

    Aber zurück zur Geschichte selbst. Liv reist nach Irland, um dort auf einer einsamen Insel einen Leuchtturm namens "Matthew" zu hüten. Der attraktive Ire Kjer soll sie mit allem Nötigen versorgen und ist ebenfalls ihr Taxi zum Festland und zurück. Natürlich kommen sich die beiden näher, auch wenn Kjer nicht ganz einfach ist. Er geht keine engeren Bindungen ein, ist distanziert und versteckt seine wahren Gefühle hinter einem strahlenden Lächeln. Wird es Liv gelingen, seine inneren Mauern zu durchdringen?

    "Das Leben macht uns sonderlich, aber auch besonders."
    — Zitat Track 057


    Außerdem spielt Airin, die Besitzerin des einzigen Bed & Breakfasts in dem kleinen Küstenort, eine wichtige Rolle in Livs neuem Leben. Die jungen Frauen verstehen sich blendend und Liv hat zum ersten Mal in ihrem Leben eine echte Freundin. Die Beziehung der beiden fand ich einfach toll. Airin ist so ein lebensfroher, positiver Mensch und ihren Freunden gegenüber absolut loyal. Ich habe sie sofort ins Herz geschlossen und mich auf jede Begegnung mit ihr gefreut. Zum Glück bekommt Airin im dritten Band der Reihe ihre eigene Geschichte. Ich kann es kaum erwarten, mehr über sie zu erfahren.

    Liv ist anfangs ziemlich verklärt, wenn es um Kjer geht. Doch nach und nach wird aus einer oberflächlichen Schwärmerei tiefe Zuneigung. Diese Entwicklung hat mich sehr berührt, genau wie Kjers Vergangenheit. Die beiden sind ein tolles Paar. Sie geben sich gegenseitig Halt und helfen einander, ihre inneren Dämonen zu verscheuchen. Sie retten sich selbst - aber gemeinsam. So beschreibt es die Autorin an einer Stelle und das trifft es genau.

    Die Geschichte macht süchtig. Ich finde es wundervoll, wie Liv zur Ruhe kommt und beginnt, über die "großen Fragen" ihres Lebens nachzudenken. So eine Verschnaufpause könnten wir vermutlich alle gebrauchen - ganz allein mit uns und der Natur und weit weg von allem, was das Leben hektisch und stressig macht. Die Beschreibungen der Insel und des Meeres, der Urgewalt des Wetters und der malerischen Aussicht sind wunderschön. Was der Aufenthalt im Leuchtturm in Liv auslöst, ist wirklich sehr bewegend. Die Ruhe und Abgeschiedenheit bieten ihr den nötigen Raum, um sich selbst zu finden. Das hat die Autorin unglaublich gut beschrieben.

    Obwohl die Charaktere viel emotionalen Ballast mit sich herumschleppen, werden sie am Ende glücklich. Es ist ein tolles Happy End - gefühlvoll, aber nicht zu kitschig. Ein paar der Nebencharaktere sind richtig sympathisch, andere eher weniger. Einige Entwicklungen waren ziemlich vorhersehbar, aber ich wurde auch oft genug überrascht. Jedenfalls bin ich so begeistert von dieser New Adult Romance, dass ich der Veröffentlichung der beiden Folgebände regelrecht entgegenfiebere.

    Fazit:
    Diese gekürzte Hörfassung hat mich nach anfänglicher Skepsis absolut überzeugt. Ich konnte mich sehr gut in die Charaktere hineinversetzen und ihre innere Zerrissenheit nachempfinden. Die Liebesgeschichte ist einfühlsam erzählt und die Entwicklung der beiden sehr bewegend. Doch mein besonderes Highlight sind die Beschreibungen der traumhaften Landschaft. Wer also wie ich eine Schwäche für die urtümliche Schönheit Irlands hat, sollte "Show me the Stars" unbedingt lesen oder hören.

    Wertung: 5 Punkte

    Anmerkung:
    In Band 2 geht es weiter mit Seanna, die in Brady's Pub arbeitet und Liv bereits einigen Stoff zum Nachdenken geliefert hat.
    Airin, die inzwischen Livs beste Freundin ist und um das Überleben ihres Bed & Breakfasts kämpft, bekommt ihr Happy End in Band 3. Ich bin ein großer Airin-Fan und schon sehr gespannt, was noch alles auf sie zukommt.


    Anmerkung:
    Kira Mohn ist das Pseudonym der Ink-Rebels-Autorin Kira Minttu.


    (Diese Rezension ist erschienen auf literatur.cultural-noise.de / Text: KR)

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    Cover des Buches Just one dance - Lea & Aidan9783958182387

    Bewertung zu "Just one dance - Lea & Aidan" von Iris Fox

    Just one dance - Lea & Aidan
    CulturalNoisevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Die Geschichte erzählt von einer 1. Liebe, die 2 Welten vereint, Brücken baut & Vorurteile überwindet. Es ist eine Geschichte, die Mut macht
    Romantisch, hoffnungsvoll und verträumt

    Ich war schon ab der ersten Seite hin und weg von diesem Paar. Die schüchterne Lea gerät in eine sehr gefährliche Lage und wird von Aidan gerettet. Der tut das allerdings nur widerwillig, weil ihn die Probleme dieses fremden Mädchens schließlich überhaupt nichts angehen. Er ist davon überzeugt, dass sie ihre Notlage zumindest zum Teil selbst verschuldet hat. Und doch kann Aidan irgendwie nicht anders, als ihr beizustehen. Das ist für ihn vermutlich das erste Mal, dass er etwas Uneigennütziges tut. Mitgefühl kannte Aidan bisher nicht. Aber dieses hilflose Mädchen berührt ihn. Und als er dann begreift, dass viel mehr in Lea steckt und sie durchaus Rückgrat besitzt, erwachen noch mehr Gefühle in ihm, die er nicht kennt.

    Aidan hilft Lea aus sich herauszugehen. Er kitzelt ihr Selbstbewusstsein hervor und unterstützt sie wie niemand sonst. In seiner Nähe fühlt sie sich zum ersten Mal geborgen, denn bei ihren Familienverhältnissen war das zu Hause nie möglich. Im Gegenzug sorgt Lea dafür, dass Aidan endlich etwas fühlt und die Welt um sich herum viel deutlicher wahrnimmt. Er beginnt für die Menschen und Dinge zu kämpfen, die ihm etwas bedeuten - allen voran Lea. Sie bestärkt ihn darin, zu seinen Wünschen und Träumen zu stehen, auch wenn diese nicht so populär sind, wie sein bisheriges Image nahelegt.

    Im Verlauf der Geschichte findet Lea ihren Platz in der Welt. Sie überwindet Ängste und lässt sich von ihren Sorgen nicht mehr unterkriegen. Aidan entdeckt seine menschliche Seite und begreift, dass er mehr ist als der coole, oberflächliche Typ, für den er sich so viele Jahre ausgegeben hat. Er wird zu einem Menschen, der zu seinen Gefühlen steht und sich für andere einsetzt - ganz gleich, wie arm oder reich, cool oder uncool sie sind.

    Die Geschichte erzählt von einer ersten Liebe, die zwei Welten vereint, Brücken baut und Vorurteile überwindet. Es ist eine Geschichte, die Mut macht. Sie zeigt, dass sich mit den richtigen Menschen an der Seite alles erreichen lässt. Dafür muss man nur ein Risiko eingehen und lernen zu vertrauen. Und man muss kämpfen, um seine Träume und Wünsche wahr werden zu lassen.

    Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, die Wortwahl passend für zwei Teenies, die kurz vor dem Abitur stehen. Obwohl ich zugeben muss, dass ich die Jugendsprache an einigen Stellen etwas übertrieben fand. Sie wirkt manchmal ein wenig gezwungen, aber das ist nur meine Meinung.

    Die Geschichte wird abwechselnd aus Leas und Aidans Sicht erzählt. Das sorgt dafür, dass wir eigentlich immer auf dem Laufenden sind, was in den beiden vorgeht. Trotzdem hätte ich mir gewünscht, das Buch wäre länger. Ich finde, die Erzählung könnte mit ein paar zusätzlichen Seiten noch tiefgründiger und authentischer sein. Mir ging alles ein bisschen zu glatt. Aidans Veränderung vom Bad Boy zum Schmusekater hätte mehr Raum verdient. Leas Wandlung hingegen ist sehr gut umgesetzt.

    Ich war während des Lesens lange der Meinung, ich würde dem Buch 5 Punkte geben. Doch als ich dann an der Rezension saß, hat mich irgendetwas zurückgehalten. Und dieses Etwas ist leicht zu benennen: Die Geschichte ist einfach ein bisschen zu kurz, um perfekt zu sein. Die Charaktere hätten nur ein wenig mehr Zeit gebraucht.

    Fazit:
    Die Geschichte von Lea und Aidan ist romantisch, hoffnungsvoll und verträumt. Sie steckt voller Emotionen und vermittelt das Gefühl, dass mit Unterstützung und harter Arbeit alles möglich ist - und dass viel mehr in uns steckt, als der äußere Schein offenbart. Ein wunderschöner, aber etwas zu kurzer Jugendroman über die erste Liebe.

    Wertung: 4,5 Punkte

    Anmerkung:
    In Band 2 erwartet uns die Geschichte von Ole, Aidans bestem Freund, und Leon, Leas Tanzpartner. Dass es zwischen den beiden gefunkt hat, war schon hier deutlich zu erkennen.
    Aidans Schwester Patricia - kurz Pat - bekommt ihre Lovestory in Band 3.


    (Diese Rezension ist erschienen auf literatur.cultural-noise.de / Text: KR)

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