DaisiesDaffodilsAndOtherLetters

  • Mitglied seit 25.01.2019
  • 3 Freunde
  • 108 Bücher
  • 97 Rezensionen
  • 101 Bewertungen (Ø 3.58)

Rezensionen und Bewertungen

Filtern:
  • 5 Sterne33
  • 4 Sterne25
  • 3 Sterne20
  • 2 Sterne14
  • 1 Stern9
  • Sortieren:
    Cover des Buches Royal Horses - Kronenherz (ISBN: 9783401605203)

    Bewertung zu "Royal Horses - Kronenherz" von Jana Hoch

    Royal Horses - Kronenherz
    DaisiesDaffodilsAndOtherLettersvor einem Monat
    Kurzmeinung: Solides Jugendbuch mit einigen Schwächen
    Solides Jugendbuch mit einigen Schwächen

    Liebe Daisy,

    ich hatte es schon angedeutet und diese Rezension bestätigt es noch einmal offiziell: Ich bin schwach geworden und habe mir Kronenherz von Jana Hoch, das 2020 beim Arena Verlag erschienen ist, geholt. Ich weiß, ich weiß, ich hatte mir vorgenommen, erst mal keine neuen Bücher zu kaufen. Aber die Geschichte klang wie ein modernes Märchen und das Cover ist einfach traumhaft schön.

     

    Inhalt

    Die Geschichte folgt Greta, die bei ihrem Bruder in London lebt. Nach einem Zwischenfall entscheidet sie sich, ein Sommerpraktikum auf dem königlichen Gestüt Caverley Green zu machen. Sie hat zwar keinerlei Erfahrung mit Pferden, möchte aber um jeden Preis Abstand zu London gewinnen. Doch auch dort kommt sie nicht zur Ruhe: Ihre Vergangenheit beschäftigt sie zu sehr. Zu allem Übel hat es einer ihrer Kollegen darauf abgesehen, ihr Geheimnis zu lüften – kein Wunder also, dass sich die beiden regelmäßig in die Haare kriegen. Wenn dann auch noch das Herz verrückt spielt, ist Drama vorprogrammiert. 

     

    Du merkst es schon: Kronenherz ist ein Jugendbuch. Das erwähne ich deshalb so explizit, weil das Cover anmuten lässt, dass es sich um ein Kinderbuch handelt: Die zwei stilisierten Menschen darauf sind eindeutig Kinder. Tatsächlich ist die Protagonistin jedoch ein Teenager. Daran ist absolut nichts Verwerfliches; auch im Genre der Jugendbücher klang die Prämisse vielversprechend und nach einem wunderbaren Sommerbuch. Ich muss jedoch sagen, dass ich einige Probleme damit hatte, die ich im Folgenden gerne genauer beleuchten würde. Ich bemühe mich, die Rezension spoilerfrei zu halten und werde die zwei Unterpunkte, die es nicht sind, markieren, damit du sie überspringen kannst, wenn du das Buch noch nicht gelesen hast.

     

    Figuren

    Ich möchte gerne mit einem meiner Hauptkritikpunkte anfangen: dem Verhalten von Gretas Kollegen Edward. Ich behaupte nicht, dass er eine platte Figur ist; er hat einige Facetten und funktioniert in vielerlei Hinsicht. Nichtsdestotrotz ist sein Verhalten gegenüber Greta im ersten Drittel völlig untragbar. Sein Verhalten bei ihrer ersten Begegnung kann man auf die äußeren Umstände schieben, aber sobald Greta auf dem Gestüt angekommen ist, gilt diese Ausrede einfach nicht mehr. Als Beispiel möchte ich die Situation auf S. 27 erwähnen, in der er sich völlig respektlos und übergriffig verhält: „[…] versperrte Edward mir den Weg mit seinem Körper. Ich zuckte zusammen, als er die flache Hand blitzschnell neben mir an die Wand legte. […] Ich wollte zurückweichen, doch Edward griff nach meinem Arm.“ In der folgenden Auseinandersetzung behandelt er Greta extrem bevormundend und urteilt anhand ihres Äußeren über sie (S. 28f.) – er macht ihr Vorwürfe und behandelt sie als Bedrohung, obwohl es keinen glaubwürdigen Anlass dafür gibt. Somit ist sein Verhalten ihr gegenüber nicht nur respektlos, sondern wirkt auch überzogen und unglaubwürdig: er verhält sich wie ein bockiges kleines Kind.

    Dieses Verhalten zieht sich leider durch große Teile des Buches. Etwa auf S. 85, wenn er wegen eines flapsigen Kommentares von Greta völlig ausflippt. Der Kommentar selbst ist zwar unglücklich formuliert, aber faktisch nachvollziehbar – somit würde man meinen, dass Edward mit etwas Zeit zum Nachdenken zur Vernunft kommt. Falsch gedacht. Diese Aussage ist der Auslöser für einen kapitellangen Konflikt. Allgemein macht Edward öfter aus Mücken Elefanten. Er scheint auch nicht sonderlich reflektiert zu sein, sondern brüllt mit Anschuldigungen um sich, wobei sein Verhalten Greta gegenüber weiterhin respektlos bleibt, etwa auf S. 144, auf der er so tut als wäre sie nicht anwesend und (unnachvollziehbar) schlecht über sie redet. Wenn er dann doch direkt mit ihr redet, stellt er (falsche) Mutmaßungen auf z.B.: „Ich weiß, dass dein Leben in London ein kleines, wildes Abenteuer ohne Regeln ist […]“ (S. 150). Er ist allgemein sehr schnell darin, sich auf Grund sehr weniger Informationen ein Bild von Greta zu bilden und dieses nicht infrage zu stellen, bis er dazu gezwungen wird. Ab diesem Punkt bessert sich sein Verhalten etwas. Und ich verstehe auch, dass die Autorin eine Figurenentwicklung zeigen wollte, aber ich frage mich, ob das nicht respektvoller – und tatsächlich auch glaubwürdiger – gegangen wäre. Dieses grundlos gemeine Verhalten hat mir leider wirklich die Freude am Lesen genommen. Und es gab auch nach seiner Einsicht Momente, in denen ich nur den Kopf über diese Figur schütteln konnte, etwa wenn Edward extrem rechthaberisch darüber spricht, dass er ja angekündigt hatte, ihr Geheimnis herauszubekommen (S. 170). Es macht ihn leider nicht sympathisch, dass er die Grenze, die Greta aufgestellt hat, nicht respektiert.

     

    Nun zu Greta. Wie schon aufgeführt, wird sie ungerecht behandelt. Ich weiß, sie ist ein Teenager und entsprechend noch nicht so selbstsicher, wie eine gestandene Frau es vielleicht wäre. Aber ich fand es dennoch schade, dass sie so selten für sich eingestanden ist. Etwa, wenn Edward ihr, wie bereits erwähnt alle möglichen Anschuldigungen an den Kopf knallt (S. 150f.) und sie diese nicht widerlegt, obwohl er ganz klar falsch liegt. Ich muss auch sagen, dass ich sie als sehr gefühlsgeleitet und oftmals überemotional wahrgenommen habe; wobei das für Teennager natürlich keine gänzlich unüblichen Verhaltensweisen sind. 

    Was ich schade fand, war, dass man als Leserin wenig über Greta erfahren hat. Beziehungsweise, dass beim Lesen viele Fragen offengeblieben sind. Etwa warum ihre Eltern so oft umziehen müssen. Oder welche Sprache überhaupt ihre Muttersprache ist bzw. welche Sprachen sie überhaupt spricht. Und warum sie so wenig Kontakt zu ihrer Familie hat. Ist das Verhältnis schlecht oder wollte die Autorin die Figur von jeglichen Autoritätsfiguren isolieren?

     

    Rollenbilder

    Ich muss leider sagen, dass ich auch ein maßgebliches Problem mit der Darstellung der Geschlechter hatte. Wie schon gesagt, verhält sich Edward der Protagonistin gegenüber wiederholt respektlos. Er wird dafür nie zur Rede gestellt. Doch es endet leider nicht bei dieser Figur, auch ihr Kollege Sixton zeigt ähnliche Verhaltensmuster: Er macht sich etwa einen Spaß daraus Greta und seine Schwester Joan aufzuziehen (S. 67) und Greta mit einer leeren Plastikflasche zu schlagen (S. 96). Ich finde es auffällig, dass im Laufe des Buches ausnahmslos den Männern eine Machtposition eingeräumt wird. 

    Ganz ungut fand ich auch eine Auseinandersetzung zwischen den Figuren des Liebesdreiecks (natürlich gibt es eins, was hast du denn erwartet?): Hierbei messen sich die beiden männlichen Figuren, während über Greta gesprochen wird, als wäre sie ihr Spielball (S. 212). Ich denke, ein Zitat von S. 159 fasst die Einstellung der männlichen Figuren gegenüber der weiblichen ganz gut zusammen. Hier beschreibt Edward eines der größten Probleme, das er in Greta sieht: „Sie ist zu clever […]“. 

     

    Edward, Alice, James…

    Etwas, was mir wiederholt durch den Kopf geschossen ist, als ich diesen Roman gelesen habe, sind die Parallelen zu Twilight von Stephenie Meyer und ich konnte nicht umhin, mich zu fragen, ob es sich hierbei um eine ehemalige Twilight Fanfiction handelt. Das offensichtlichste Merkmal sind wohl die Namen, doch auch die Figuren wiesen sehr klare Parallelen zu denen aus der Bis(s) Serie auf. Edwards bevormundendes, ablehnendes Verhalten, Greta/Bellas Unsicherheit und Selbstzweifel, Joans/Alices flippige Art, der bärenhafte Sixton/Emmett, die hochnäsige, aber wunderschöne Brina/Rosalie, Yorkick/Carlisle als liebenswerter Ziehvater, James/Jacob als Gegenspieler für Edward, der eigentlich viel netter zu Greta/Bella ist… du merkst schon: sobald ich den Gedanken einmal gehabt habe, drängten sich mir die Parallelen förmlich auch. Ebenso bei der Figurenentwicklung. [Spoiler] Edwards erst grundlos ablehnendes und gemeines Verhalten, bis er dann plötzlich zum liebenswürdigen Schoßhund wird und alles auf eine romantische Ballszene in einem Pavillon hinausläuft… Ich kann doch nicht alleine mit dieser Assoziation sein? [Spoiler Ende]

     

    Authentizität

    Wie schon ausgeführt, fand ich Edwards Verhalten leider mehrfach unglaubwürdig. Es gab zudem einige andere Sequenzen, die mich stutzig gemacht haben, etwa dass Figuren so schusselig sind, Bücher versehentlich in Töpfen zu platzieren (S. 82); ein schönes Bild, aber ob das wirklich so passiert? Oder Greta, die tagelang in „viel zu großen“ (S. 113) Gummistiefeln herumläuft – sowas gibt doch Blasen? Über die Authentizität in Bezug auf den Umgang mit den Pferden kann ich mich leider nicht äußern, weil mir die Expertise fehlt, aber im Bezug auf den Zwischenfall, der Greta dazu gebracht hat, London zu verlassen, schon. 

    [Spoiler] Die Darstellung von diesem Vorfall ist leider denkbar ungeschickt umgesetzt. An sich ist es glaubwürdig, dass so eine Situation passieren gehen könnte. Worin ich allerdings ein Problem sehe, ist Folgendes: Es gibt ein Video von der Mutprobe, bei der Greta mit ihrer besten Freundin und deren Freund im Auto der Eltern der besten Freundin durch London gefahren ist. Der Freund saß am Steuer und ist suizidal durch die Stadt gerast; sie saß hinten und hat Panik bekommen, was er gefilmt hat. Es ist ihr nun peinlich, dass dieses Video existiert. So peinlich, dass sie aus London geflüchtet ist. 

    Ich verstehe, dass das eine traumatische Ausnahmesituation war und die Emotionen überhandnehmen; ich verstehe auch, dass man Abstand von der Person, die einen in diese Situation gebracht hat, bekommen möchte; ich verstehe sogar die Schuldgefühle – nicht selten haben Opfer diese. Was ich nicht verstehe ist, dass an keiner Stelle thematisiert wird, dass sie keine Schuld an der lebensgefährlichen Situation, in die sie geraten ist, trägt. Das finde ich unverantwortlich. Sie mag die Freundin überredet haben, die Schlüssel zu klauen, aber es war die Freundin, die es durchgeführt hat. Und am Steuer saß der Freund, nicht sie. Er war verantwortlich. Ja, es hätte negative Schlagzeilen gegeben, wäre das Video publiziert worden, aber auch hier gilt: es wäre nicht sie gewesen, die daran Schuld gehabt hätte. Mal abgesehen davon, dass ich es hoch verwunderlich finde, dass das Handy, was der Freund in der Hand hatte, als der Unfall passierte, diesen überstanden hat – die Fliehkraft müsste ihm dieses aus der Hand gerissen haben und wenn man bedenkt, wie wenig Handys aushalten… Zurück zum Thema: Gretas größte Sorge im Bezug auf den Unfall ist, wie sie auf diesem Video wirkt. Sie sieht sich selbst in einem denkbar schlechten Licht, wenn sie darüber nachdenkt: „Mich. Ausgeliefert. Schutzlos. Panisch … Gebrochen.“ (S. 168) – wie gesagt: es war eine traumatische Erfahrung, nicht unwahrscheinlich, dass sie an einer PTBS leidet, aber es wäre notwendig gewesen, zu thematisieren, dass ihr Verhalten in der Situation, nämlich zu sagen: „Verdammter Idiot, guck nach vorne. Willst du uns alle umbringen […] Ich will aussteigen. Halt an, Eth!“ (S. 162) genau das richtige war. Dass es kein Zeichen von Schwäche ist zu sagen: „Bis hier hin und nicht weiter. Das ist meine Grenze.“ – hier hätte es dann doch eine Autoritätsperson gebraucht, die sich kümmert und nicht einen gleichaltrigen männlichen Gegenspieler, der ihr Selbstwertgefühl bloß weiter mindert. 

    [Spoiler Ende]

     

    Schreibstil

    Zuletzt möchte ich noch auf den Schreibstil eingehen, der allgemein leicht und flüssig zu lesen war. Entsprechend werden auch eher unerfahrenere LeserInnen Freude an dem Buch haben. Es handelt sich um eine Narration in der ersten Person, somit erleben wir die Geschehnisse gemeinsam mit der Protagonistin Greta. Wobei der Eindruck an einzelnen Stellen gebrochen wurde, wenn die Autorin Dinge beschrieben hat, die Greta so nicht wahrnehmen konnte; etwa wenn sie zum ersten Mal auf dem Gestüt ankommt, in einem Auto, das durch den strömenden Regen fährt, und dabei Dinge beschreibt, die sich auf der Rückseite des Hauses, das sie sieht, befinden (S. 24). Leider waren die Beschreibungen in dieser Situation, aber auch an anderen Stellen des Buches, nicht besonders gut mit der Narration verflochten, so dass sich ganze Textblöcke an reinen Beschreibungen fanden; ich würde mir mehr „show, don’t tell“ wünschen.

    Ich sprach davon, dass auch jüngere LeserInnen sprachlich gut durch das Buch kommen werden; ich möchte jedoch erwähnen, dass häufig ­– meines Erachtens nach unnötig – geflucht wird. Somit stellt sich mir die Frage, ab welchem Alter das Buch wirklich zu empfehlen ist; zu alt sollten LeserInnen jedoch auch nicht sein, da es für mich als erfahrene Leserin extrem vorhersehbar war; einer der großen Knackpunkte des Finales war für mich etwa bereits im ersten Kapitel ersichtlich. Auch die Analogien, die die Autorin verwendet hat, die mir an sich gut gefallen haben, waren teilweise ein sehr eindeutiger Wink mit dem Zaunpfahl (z.B.: S. 115) – das ist vollkommen legitim; ich möchte nur erwähnen, dass subtile Hinweise nicht die Stärke dieses Buches sind. Auch fanden sich einige Motive mehrfach, z.B.: dass Greta lauscht, um an Information zu kommen – hier wäre etwas Abwechslung wünschenswert gewesen. Der Vollständigkeit halber möchte ich zudem erwähnen, dass sich einige kleine Grammatikfehler (z.B.: „Es hatte etwas Friedliches, beinahe schon romantisch.“ (S. 193)/ „Ein letzte bescheuerte Rebellion“ (S. 304)) eingeschlichen haben. 

    Es gab jedoch auch charmante Szenen und Momente, in denen die Figuren respektvoll miteinander umgegangen sind und Situationen die Chance hatten, sich zu entfalten (z.B.: S. 112 und S.133); das waren auch die Situationen, in denen Greta nicht in Selbstzweifel/-mitleid vergangen ist, sondern aufgeschlossen auf die jeweilige Situation reagiert hat. Davon gerne mehr!

     

    Du merkst, ich stehe dem Buch sehr zwiespältig gegenüber. Das erste Drittel ist voller Post ist (um Stellen zu markieren, zu denen ich mich zu Wort melden wollte) und hätte von mir vermutlich bestenfalls zwei Sterne bekommen. Danach wurde es zum Glück authentischer und auch weniger schwierig mit meinen Wertvorstellungen zu vereinbaren. Ich hoffe, dass das zweite Buch in der Trilogie sich an den letzten zwei Drittel dieses Buches orientieren wird, dann wird es nämlich ein locker flockiges Jugendbuch, das ich gerne lesen möchte. Ich halte dich auf dem Laufenden.

     

    Deine Daffy

    Kommentare: 3
    2
    Teilen
    Cover des Buches Mord hinter den Kulissen (ISBN: 9783957283023)

    Bewertung zu "Mord hinter den Kulissen" von Robin Stevens

    Mord hinter den Kulissen
    DaisiesDaffodilsAndOtherLettersvor einem Monat
    Kurzmeinung: Eines der größten Spektakel, das die Welt je gesehen hat.
    Fulminantes Drama

    Ein Interview in 5 Akten

     

    Persona Dramatis

    Daffy, ein “Wells&Wong”-Fan

    Daisy, ein “Wells&Wong”-Fan

    ein Erzähler

     

    Der Schauplatz ist ein bescheidener Instagrambücherblog.

     

    Erster Akt

    Erzähler. Wir schreiben das Jahr 2020. Inmitten von geschichtsträchtigen Ereignissen begeben sich zwei junge Damen auf eine Gedankenreise in ein Theater nahe Covent Garden, London. Die roten Sitze erheben sich um sie herum, während die Bühne magisch glänzt. Was ist hier geschehen, welche Wunder verbergen die Kulissen?

    Daffy. Welche Wonne, welche Lust, zurück zu sein, in den magischen Hallen eines Theaters. Man schmeckt die Wunder, die sich hier zuzutragen vermögen, förmlich in der Luft. 

    Daisy. Welch’ imposanter Anblick. Mich dünkt, dies Haus mag dir wohl bekannt sein, liebe Freundin.

    Daffy. Fürwahr, Teuerste. Ich besuchte es erst vergangenen Winter. Welch’ prächtiges Theater: die roten Samtsitze, das goldbestückte Proszenium, all die prächtigen Details. Ein Renaissance Theater der Extraklasse.

    Daisy. Ein Haus mit Geschichte, wie ich zu sagen pflege. 

    Daffy. Absolument. Obgleich die Figuren in dem Stück, das ich sah, weniger weit in die Vergangenheit springen als wir es bei Mord hinter den Kulissen taten. Hier wurde nämlich keine dunkle Magie inszeniert, sondern eine von Shakespeare’s bekanntesten Tragödien: Romeo und Julia.

    Daisy. Shakespeare im Herzen Londons zu geben, ist wohl das Prächtigste, das ich mir denken kann.

    Daffy. Und dann auch noch in solch’ einem gewagten Regiekonzept. Wie mein Schauspiellehrer immer zu sagen pflegte-

    [ein lautes Geräusch lässt die zwei herumfahren]

    Daffy. Halt ein. Welch’ übler Halunke vermag es uns in diesen heiligen Hallen zu stören? 

    [zwei Mädchen in Straßenkleidung erscheinen. Hinter ihnen eine Frau mittleren Alters]

    Daisy. Schauet und staunet, sind das nicht die ehrenwerte Daisy Wells und die famose Hazel Wong? Oh, wahrlich, sie sind es. Die berühmtesten Detektive von hier bis da. Wo diese beiden auftauchen, bleibt kein Puls ruhig…oder gar zu ruhig?

     

    Zweiter Akt

    Erzähler. Ihren Weg durch das Haus fortsetzend, nähern sich die beiden jungen Damen den Garderoben. Zuerst werfen sie jedoch einen Blick in des Portiers Heiligtum und staunen über all die Berühmtheiten, die sich schon in diesem Haus eingefunden haben, um Großes zu bewirken.

    Daffy. Welch’ präzise Liste vom Portier geführt wird. Etwa hier: 11. Mai 1936. Alle Gäste des Hauses fein säuberlich notiert: Frances Crompton, Theresa Johnson, Inigo Leonies, Rose Tree-

    Daisy. Sagest du DIE Rose Tree? Mir war, als sah ich sie letztens erst in einem anderen Stück. Eine wahrhaftig große Nummer. Sie wird die Julia spielen? Oh, du Freudentanz in meinem Innern. Und nein, Lysander Tollington als Romeo. Ich bin einer Ohnmacht nah. Er ist so stark, so mannhaft, so vollkommen.

    Daffy. Und hier: Simon Carver. Ich hörte, er vermag Außergewöhnliches auf der Bühne zu bewirken. Und direkt darunter: Martita Torrera als Amme. Welch’ mutige Besetzungsentscheidung. Sie jung zu besetzen, meine ich; selbstverständlich nicht, eine diverse durchwachsene Cast zu haben.

    Daisy. Alle gekleidet in Annie Joys hinreißende Robe. Oh, seht doch nur, dort flaniert die ehrenwerte Daisy Wells als wunderschöne Rosalinde und hinter ihr der wagemutige Page Schmorpfanne. Hazel? Hazel, bist du es? Wie großartig verkleidet ihr seid.

    Daffy. Doch wir dürfen uns nicht hinreißen lassen, uns von der schönen Fassade blenden zu lassen. Die ganze Welt ist ein Theater und nirgends sind Intrigen so geläufig, wie an eben diesem. Wer vermag zu wissen, was sich hinter dem schönen Schein zu verbergen vermag? 

     

    Dritter Akt

    Erzähler. Offene Puderdosen, ausgelassene Säume, verrutsche Haarnadeln in Perücken - der Zauber der darauf wartet, zum Leben erweckt zu werden. Doch halt, ein Geräusch? Schritte entfernen sich rasch, schnell hinterher. Nicht verlieren, aber auch nicht entdeckt werden, ist nun die Devise der jungen Damen. Wohin verschwindet der Schatten? In den Keller? Ein Brunnen? Oh, welch’ Tragik muss sich hier abgespielt haben.

    Daffy. Wahrhaftig. Hier spielen sich Dramen nicht nur auf der Bühne, sondern im gesamten Theater ab. Oh nein, teurer Leser, nicht die Divendramen, die du aus modernen Darstellungen zu erwarten weißt. Hier handelt es sich um die wahren Abgründe des menschlichen Wesens.

    Daisy. Und manch’ Abgrund ward dein letztes Ziel. Sehet da, dort schwimmt… oh weh, halt mich, dort tief im Brunnen, eine Leiche!

    Daffy. Trügt der Schein oder kann es wirklich- fürwahr. Welch’ Schande, dass dieser glänzende Theaterstern Opfer eines solchen Verbrechens wurde. Doch wer vermag es zwischen Requisiten, Kostümen und Proben zu diesem Ort gelangt zu sein, um die Gräueltat verübt zu haben? 

    Daisy. Ohne Zweifel wird das Ermittlerinnen-Duo Wells & Wong die Spur aufnehmen. Fußspuren analysieren und das Fallbuch füllen. Jede und jeder ist verdächtig. Niemand kann ausgeschlossen werden. Die Angst geht um, ich spüre es in den Knochen.

    Daffy. Wer verleugnete seinen Vater, seinen Namen und war bereit zum Äußersten zu gehen? Welch’ Wohltat zu wissen, dass die zwei tapferen Mädchen ebenfalls bereits sind, alles zu geben, um die Wahrheit an’s Licht zu bringen - möge sie auch noch so gräuelvoll sein. Mich dünkt nämlich, dass es sich hierbei um einen ausgesprochen kniffligen Fall handelt, für den es Ermittlungserfahrung braucht.

     

    Vierter Akt

    Erzähler. Romeo und Julia - ein dramatisches Liebespaar. Liebe und Leid. Wunder und Geheimnisse. Die Liebe, sie überwindet Grenzen. Grenzen, die wahrlich nicht geschlossen werden dürften und deren Freiheit hart erkämpft sei.

    Daffy. Oh Liebe, du süße Pein, dir wird hier wahrlich eine Bühne gegeben. In so vielen deiner Formen.

    Daisy. Wie unvorstellbar es für uns scheint, in der Öffentlichkeit nicht zeigen zu dürfen, dass wir lieben. Ist die Liebe nicht das wunderbarste Gefühl von allen? Gehört Liebe nicht zu uns allen? Doch es vermag Zeiten zu geben, in denen die Freiheit der Liebe beschränkt, gar verboten. Schande!

    Daffy. Eine fürwahr gelungene Darstellung dieser bedrückenden Zeit. Und all dies’ im Rahmen einer Produktion, deren Protagonisten bereit sind, alles für besagte Liebe zu opfern. Welch’ perfides Sinnbild.

    Daisy. Unser aller Anliegen darf wohlan sein, der Literaturgarten in allen Farben des Regenbogens zu bepflanzen, zu gießen und zu pflegen.

    Daffy. Wie schon Shakespeare zu sagen pflegte: Dies über alles, sei dir selber treu. 

     

    Fünfter Akt

    Erzähler. So schließen wir alsbald, doch nicht ohne Feuerwerk. Eine Freundschaft, wie sonst keine. Eine Leistung, die oft unerkannt. Eine Botschaft, die in die Welt getragen gehört.

    Daffy. Und welch’ Leistung wir hier beobachten dürfen. Freundschaft, welch’ beide Dirnen über ihre Grenzen gehen lässt und ihnen indes erlaubt, jede für sich, aber auch gemeinsam zu wachsen.

    Daisy. Der Individualität bester Freund sein und aus dieser Verschiedenheit Kraft ziehen. So vermögen diese Freundinnen zu erklimmen, gemeinsam die Bergspitze. Denn stellt Zeit die Frage: Trägt nicht jeder Part einer Zweisamkeit gleichermaßen zum Erblühen des Erfolgs bei?

    Daffy. Fürwahr teure Freundin, wenn uns die Bühne eines gelehrt hat, dann dass der Erfolg einer Aufführung an jedem Einzelnen hängt und auch die Hauptdarsteller nur glänzen können, wenn alle anderen zusammenarbeiten. Eine Lehre, die die beiden Mädchen auch zusehends mehr lernen, so dünkt mich der Schein.

    Daisy. Wohl gesprochen. Ein Zeichen für die Welt verbreitet sich von dieser Freundschaftserzählung. Weiden wir uns an dem Wachstum, dem Respekt und dem Zusammenhalt, denen diese beiden Mädchen mit jedem Tag aufs Neue nachgehen.

     

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    Cover des Buches Wildflower Summer – In deinen Armen (ISBN: 9783499276200)

    Bewertung zu "Wildflower Summer – In deinen Armen" von Kelly Moran

    Wildflower Summer – In deinen Armen
    DaisiesDaffodilsAndOtherLettersvor einem Monat
    Kurzmeinung: Kelly Moran schafft wieder eine wunderschöne Kulisse, doch leider unzureichend nachvollziehbare Figuren.
    Ein kritischer Blick

    Liebe Daffy, 

    heute erreicht dich ein Brief über einen von mir im Voraus lange erwarteten Liebesroman. Du weißt, wie gerne ich mich bei Kyss umschaue und durch diesen Verlag durfte ich Kelly Moran schon kennen lernen, weil ihre „Redwood Love“-Reihe umwerfend war. Dementsprechend neugierig war ich auf „Wildflower Summer“, welches diesen Mai auf dem deutschen Markt erschien und wieder von Vanessa Lamatsch übersetzt wurde. Das englischsprachige Original erschien 2017 unter dem Titel „Redemption“.


    Inhalt

    Wildflower Ranch. So heißt die Farm, die Olivia Cattenach erfolgreich führt. Nach dem Tod ihrer Eltern, steht sie vor einem erneuten Schicksalsschlag. Ihr jüngerer Bruder wurde beim Auslandseinsatz getötet und sein Kamerad aus Armeezeiten Nate Roldan steht eines Abends unvermittelt in ihrer Küche. Er hatte den Auftrag, einen Abschiedsbrief vom Bruder an Olivia zu überbringen. Doch das allein führt Nate nicht an diesen schönen Ort. Er hat versprochen, auf Olivia aufzupassen. 


    Erwartungshaltung

    Ich habe es oben schon angesprochen, dass ich große Freude an Kelly Morans Büchern habe. Hat das meine Erwartungshaltung für dieses Buch beeinflusst? Auf jeden Fall. Die Autorin hat es in der oben genannten Reihe geschafft, diverse Figuren zu schaffen und körperliche und geistige Behinderungen in ihre Geschichten zu verflechten. „Redwood Love“ war keine stereotypische Liebesromanreihe, sondern eine Bereicherung in diesem Genre, wie ich finde. 

    Als ich erfahren habe, dass es nun um einen ehemaligen Soldaten gehen wird, der vom Auslandseinsatz zurückkehrt und unter PTBS leidet, war ich vollkommen beeindruckt von dieser Idee. Doch wie hat sich dieses Thema beim Lesen entfaltet und wie habe ich das Buch als Ganzes empfunden? Darauf möchte ich nun im Einzelnen eingehen, wodurch diese Rezension nicht spoilerfrei bleibt.


    Schreibstil

    Es handelt sich bei „Wildflower Summer“ um einen typisch aufgebauten Liebesroman. Wer sich eine Weile in diesem Genre aufhält, weiß darum, dass es sich um eine vorhersehbare Abfolge von Ereignissen handelt. Das ist in keinster Weise als Kritik gemeint, denn ich greife nicht umsonst regelmäßig zu diesem Genre, wenn ich eine ruhige Zeit mit einem Buch verbringen möchte. In der Regel lese ich Liebesromane in einem oder zwei Tagen durch. Das liegt an eben diesem genannten typischen Aufbau, der einem ein Gefühl von „nach Hause kommen“ gibt. Aber auch an dem flüssigen Schreibstil, der einen durch die Sätze fliegen lässt. In „Wildflower Summer“ finden sich viele Redewendungen wieder, die wir von Kelly Moran schon kennen, was ihre Geschichten unverwechselbar zu ihren macht.

    Doch leider habe ich dieses Buch etwas anders empfunden, als ihre vorherigen Geschichten. Obwohl der Handlungsaufbau wieder wie gewohnt und auch Redewendungen wiederzuerkennen waren, fand ich dieses Buch als streckenweise langweilig, die Figuren nicht genügend ausgearbeitet und die erotischen Szenen durchaus vulgär beschrieben, was ich bei ihr bisher nicht so empfunden habe. Außerdem werden einige Beschreibungen überstrapaziert. Besonders störend war die ununterbrochene Wiederholung von Olivias „kornblumenblauen Augen“.


    Zudem hatte ich das Gefühl, Kelly Moran hat bei ihrer Überarbeitung des Textes einiges gestrichen, was uns jedoch eine nützliche Information gewesen wäre. Anders kann ich mir nicht erklären, warum Sätze fallen sollten wie: „Irgendwie war sie zurückgefallen in ihr Verhalten vor diesem ersten Abend auf der Veranda.“ (S. 85) Nate war erst abends auf der Ranch angekommen, Olivia trifft ihn, als sie von der Arbeit ins Haus kommt. Er nennt ihr seinen Namen und warum er gekommen sei, daraufhin braucht sie einen Moment für sich und tritt dann zu ihm nach draußen auf der Veranda. Da war also überhaupt kein Verhalten, in das sie zurückfallen konnte, es sei denn, er meint Verwirrung und Schock, weil ein Fremder im Haus ist.

    Genauso kurios empfand ich die Szene, in der Nate anbietet, Olivia eine Tasse Tee zu machen. Er geht jedoch nicht nach unten in die Küche, die er kennt, sondern nach oben, wo sie lebt, woraufhin der Satz „[D]ann brummte er überrascht: 'Du hast hier eine richtige kleine Wohnung.'“ (S.118) kommt. Wie wollte er denn Tee kochen? Ist es in den USA üblich, einen Wasserkocher im Schlafzimmer zu haben? Denn er wusste ja nicht, dass es mehr als ein Schlafzimmer ist. Diese etwas unlogischen Momente haben meinen Lesefluss immer wieder unterbrochen.


    PTBS

    Hier muss ich festhalten, dass ich keinerlei psychologische Ausbildung habe, genauso wie ich kein detailliertes Wissen über PTBS zur Grundlage vorweisen kann. Umso wichtiger finde ich Bücher, die die Leichtigkeit eines Liebesromans mit einem ernsten Thema verknüpfen. Kelly Moran hat veröffentlicht, dass ihr Lebenspartner selbst an PTBS leidet, wodurch sie selbstverständlich einen persönlichen Bezug in diese Geschichte einbringen konnte. Ein Satz, der mir besonders ins Auge gesprungen und ans Herz gegangen ist, war „Die typischen Schuldgefühle der Überlebenden.“ (S.320). Ich kann mir gar nicht vorstellen wie sich der Beruf für SoldatInnen anfühlt und welche Emotionen sie in ihr (hoffentlich sicheres) Zuhause mitbringen. 

    Aus diesem Grund bitte ich darum, meine folgenden Kritikpunkte nicht zu verurteilen, sondern mir Hilfestellung zu geben, wenn ich etwas falsch verstanden und interpretiert habe. 

    Nate erzählt Olivia von einer Bewältigungsstrategie, bei der schlechte Erinnerungen mit positiven Erfahrungen überlagert werden müssen. Er wendet diese Taktik bei ihr an und es scheint zu funktionieren. Im Umkehrschluss möchte Olivia auch ihm helfen. Seine Kindheit war eine schreckliche Zeit und seine Jugend hat er in einer fragwürdigen Gang verbracht. Diese Jugenderinnerungen will Olivia mit neuen, positiven Erfahrungen überlagern. Auf Seite 227 wird suggeriert, das wäre auch gelungen und Nate würde beim Gedanken an diese Zeit nur noch an Olivias Küsse denken. Ich habe mich an dieser Stelle gefragt, ob das Buch nicht doch etwas stark romantisiert. Könnten PTBS und andere mentale Erkrankungen so leicht geheilt werden, würde niemand darunter leiden? 

    Zusätzlich dazu empfand ich es als eine fragwürdige Handlung Olivias, dass sie auf Seite 343 auf Nate zugeht und wie von Sinnen mit den Fäusten auf seinen Oberkörper trommelt. Es hatte ein großes Missverständnis und Sorgen um ihn ihrerseits gegeben. Doch ist es jemals korrekt auf jemanden einzuprügeln? Wenn man gerade zeigt, wie sehr man jemanden liebt und welche Sorgen man sich gemach hat? Nachdem eine Freundin von beiden auf der Ranch Zuflucht finden musste, weil sie von ihrem Ehemann verprügelt wurde? Wenn man auf jemanden mit den Fäusten losgeht, der an PTBS leidet? Es sind viele Fragen, die ich mir in dieser Szene gestellt habe und die mich hier etwas ratlos zurück gelassen haben.


    Figuren

    Damit komme ich zu den Figuren. Einem Knackpunkt an diesem Buch, da mir beide Hauptfiguren fremd geblieben sind und ich sie als nicht tiefgründig ausgearbeitet empfunden habe. Das möchte ich an einigen Beispielen verdeutlichen.


    Nate:

    Es wird schon deutlich geworden sein, dass ich auf Nate und seine Geschichte sehr gespannt war. Ich hatte mir erhofft, einen Einblick in sein berufliches Leben zu bekommen, von dem ich bisher noch nicht viel gelesen habe. Weder darüber, noch die Belastungsstörung, die leider viele SoldatInnen nach ihren Einsätzen in ihr Privatleben mitbringen müssen. 

    Zusätzlich dazu wurde seine Kindheit beleuchtet, welche schrecklich gewesen sein muss. Aus der Summe all dieser Erfahrungen hat sich ein emotional instabiler Mann entwickelt, der sich nicht traut Gefühle wie Liebe und Zuneigung zuzulassen. Eine Ausnahme bildete in seinem bisherigen Leben Olivias Bruder, den er als Freund bezeichnet. Aus diesem Grund ist es nachvollziehbar, dass er dessen letzten Willen in die Tat umsetzt und auf der Wildflower Ranch auftaucht. Bis hier hin finde ich die Figur und ihren Hintergrund absolut stimmig. 

    Der Wunsch des Bruders war, auf Olivia aufzupassen. Gesagt, getan. Nate taucht auf der Ranch auf und ist einer vollkommen fremden Frau gegenüber direkt in einer Alphatier-Stimmung, die sich mir nicht erschlossen hat. Er kennt die anderen Mitarbeiter nicht und schirmt Olivia vor allen ab. Es sind doch aber ihre Kollegen, die sie seit Jahren kennt, sie ist sogar deren Vorgesetzte. Wieso muss man sich da wie der Bodyguard der Königin zwischen stellen? 

    Hinzukommt ein etwas eigenartiger Schreibstil, die Handlung in spannende Szenen zu leiten. Olivia schwebt regelmäßig aus heiterem Himmel in Gefahr. Lebte sie schon immer so gefährlich? Dann sollte sie mittlerweile gelernt haben, sich nicht mehr in derartige Gefahr zu begeben. Oder brechen die Un- und Überfälle über sie herein, seit Nate aufgetaucht ist, weil das Schicksal beschlossen hat, sie hätte nun einen Beschützer? Das war nicht stimmig und leider auch nicht spannend zu lesen, da die Situationen immer dann eintraten, wenn Nate sich schon Sorgen um sie gemacht hat, es gab bis dahin allerdings keinen Anlass zur Sorge (S.92). 

    Ich weiß gar nicht, wie ich es beschreiben soll, da sich Nate das Gefühl der Liebe verbietet, aber ich möchte es für das nächste Thema trotzdem als Liebe auf den ersten Blick beschreiben. Diese lebt er nämlich nicht nur in Form eines ausgeprägten Beschützerinstinkts aus, sondern auch in Form von Eifersucht. Die beiden waren schon zusammen im Bett, wobei Nate ihr von seinen vorherigen sexuellen Erfahrungen und Praktiken erzählt hat. Bei einem Zusammentreffen mit Freunden geht es um Olivias Erfahrungen in der Schulzeit. Nate reagiert auf jede Andeutung mit Anspannung und wenn er erfährt, dass nichts zwischen ihr und anderen Mitschülern gelaufen ist, atmet er tief durch. (S.284f.) Er darf also eine Vergangenheit haben, der Gedanke, dass Olivia aber eventuell schon ein Leben vor ihm gehabt haben könnte, ist ihm nicht recht? Wäre er in einer anderen Ausgangslage, würde ich diesen Punkt nicht ansprechen, doch er darf ihr ja auch während des Geschlechtsverkehrs von seinem bisherigen Sexleben berichten. Das ist keine gleichwertige Beziehung. Besonders wenn man bedenkt, dass er vollkommen ausflippt, als es um ihn geht und er mit „Ich bin keine verdammte Jungfrau, und ich bin bin verdammt gut im Bett.“ (S. 113) reagiert. Seine Reaktionen implizieren aber, dass er es von ihr erwartet hätte.

    Das führt mich zu einem anderen Punkt in der Geschichte. Nate hatte Olivia zu Beginn nicht alles über den Tod ihres Bruders erzählt und es quält ihn seitdem. Es war ersichtlich, dass dieses Geheimnis den großen Konflikt, der in jedem Liebesroman im letzten Drittel auftritt, darstellen würde. So war es auch hier, doch die Art und Weise hat mir nicht gefallen. Nate wird immer bewusster, dass er Olivia die ganze Geschichte erzählen muss. Er merkt, dass sie in ihn verliebt ist und bereit ist, ihm das auch zu sagen. Das möchte er um jeden Preis verhindern, da er weiß, nach Lüftung des Geheimnisses könnte ihre Beziehung beendet sein. Er ringt mit sich, da er merkt, er liebt sie auch und sie sei das Wichtigste in seinem Leben. Ist dem wirklich so? Wie wichtig kann sie ihm sein, wenn er meint, sie zu belügen sei einfacher? Er beschließt, bevor und während sie miteinander schlafen, ihr am nächsten Tag die Wahrheit zu sagen und dann zu gehen. (S.298f.) 

    Es tut mir leid, aber ich sehe hier nicht die große Liebe, sondern eine körperliche Beziehung. Es mag sein, dass es ihm schwer fällt, über die Vergangenheit zu sprechen, dass er es sich nicht leicht damit macht, Liebe zu empfinden. Doch er hat es sich selbst schon eingestanden, dann hätte er auch mit ihr sprechen können und danach mit ihr schlafen, wenn sie dazu noch bereit ist. Sie vertraut ihm in diesem Moment sehr viel an und er nutzt es wissentlich aus, um nochmal Vergnügen zu haben?


    Olivia:

    Kommen wir zu unserer weiblichen Hauptfigur Olivia. Mir gefällt, dass Kelly Moran hier (bewusst oder unbewusst) eine Romanfassung der Figur der Claire aus der Fernsehserie „McLeod's Töchter“ geschaffen hat. Eine hart arbeitende junge Frau, die zusammen mit ihren Rancharbeitern Arbeit, Natur und Freundschaft zu schätzen weiß. Ihre Unbeholfenheit, was das Flirten angeht, fand ich absolut charmant und es hat mich sehr an Claire erinnert. 

    Leider veränderte sich dieses Bild, als Nate auf der Bildfläche auftauchte und ich wusste nicht mehr, wofür die Figur wirklich steht. Von einer Minute auf die andere verwandelt sie sich von einer ungeschickt flirtenden Frau in eine sinnliche Verführerin, die andauernd Körperkontakt sucht. Von einer Ranchbetreiberin, die auf ebendieser Farm geboren und aufgewachsen ist, zu einer Frau, die nicht einmal weiß, wie sich ein Pferd anfühlt. (S.109)

    Letzteres hat mich als Reiterin oftmals innehalten lassen beim Lesen. Das Thema Pferd steht nicht im Zentrum der Geschichte und doch versucht Kelly Moran mit Details zu zeigen, dass die Arbeit mit Pferden eine Rolle spielen soll. Leider empfinde ich dies als missglückt. So wählt Olivia für den großen und schweren Nate bei seinem allerersten Ausritt einen dreijährigen Hengst aus. Es ist nicht die beste Wahl, ein noch nicht ausbalanciertes und gerade erst eingerittenes Tier für einen Anfänger zur Verfügung zu stellen. Außerdem zeigt Olivia wenig Pferdekenntnis und müsste als Halterin wissen, dass Geschlecht und Größe eines Pferdes sich nicht bedingen: „Für ein Vollblut war Firestorm ein ziemliches Riesenbaby. Andererseits … Er war männlich. Was konnte man da schon erwarten.“ (S. 159) 

    Es war mir leider alles zu sehr auf Äußerlichkeiten aufgebaut. So konfrontiert Olivia Nate zum Beispiel oben auf Seite 112 mit „In der einen Minute benimmst du dich, als würde meine Nähe dir Schmerzen bereiten, und in der nächsten berührst du mich, als wolltest du der richtige Mann sein.“

    Auf der gleichen Seite unten lesen wir jedoch: „Sie ging im Kopf die wenigen Gespräche durch, die sie geführt hatten.“ Den Charakter des „richtigen“ Mannes lernt man also nicht kennen, indem man Gespräche führt, er ist es nur in seinem Aussehen und körperlichen Handlungen?

    Ich habe ja schon bei meinem Text über Nate angesprochen, dass er einen großen Beschützerinstinkt Olivia gegenüber hat. Es kommt auf der Hälfte des Buches auch zu einem Unfall Olivias. Nate hatte den schon vorhergesehen und war schon lange nervös. Als er sie endlich findet, liegt sie bewusstlos in einem Fluss, sie erzählt nach dem Aufwachen, sie hatte sich nur die Hände waschen wollen und sagt dann zu ihm: „Ich … hab's dir doch gesagt. Ich hatte … recht. Du bist ein … Held.“ (S. 186) Habe ich überlesen, warum sie sich den Kopf aufgeschlagen hat? Beim Hände waschen holt man sich nicht so leicht eine Gehirnerschütterung. Hat sie es also geplant und wollte gerettet werden? Ich kann dieser Figur leider keine Glaubwürdigkeit abgewinnen, da sie sich seit Nate aufgetaucht ist, nicht so verhält, wie ich es mir von einer emanzipierten Frauenfigur erhoffe.


    Wie hätte diese Geschichte anders aufgebaut werden können?

    Ich habe nun einige Kritikpunkte geäußert, um zu beleuchten, warum diese Geschichte und ich nicht zusammen gefunden haben. Mein Hauptproblem wird die sehr hohe Erwartungshaltung gewesen sein, die ich an Kelly Moran hatte. Die Grundidee zu dieser Geschichte ist nach wie vor grandios. Auch das Setting einer Ranch in den Bergen gefällt mir und ich hatte direkt Assoziationen zu Fernsehserien, die ein ähnliches Setting hatten, wodurch ich mich gleich heimelig gefühlt habe. 

    Ich habe viel darüber nachgedacht, was mich die Liebesgeschichte besser hätte nachvollziehen lassen. Abgesehen von der etwas eigenartigen Einstellung der beiden Figuren, sehr auf Äußerlich- und Körperlichkeiten bedacht zu sein. 

    Es hätte die Liebe der beiden nachvollziehbarer gemacht, hätte Olivias Bruder seinen Kollegen Nate schon bei Heimatbesuchen mit auf die Ranch gebracht und Olivia und Nate hätten sich so schon kennen gelernt. Es wäre glaubwürdiger gewesen, warum der Bruder Nate auf die Ranch schickt, da dieser dort ja schon ein Zuhause gefunden hätte. Die gemeinsame Trauer um den Bruder wäre auf einer anderen Ebene gewesen und es wären nicht zwei Fremde aufeinander getroffen. Warum sie sich so gut wie unmittelbar verfallen sind, war für mich nicht nachvollziehbar und hätte es mit dieser anderen Handlung aber sein können.

    Die Geschichte wurde nicht so aufgebaut, doch ich wollte meinen Vorschlag trotzdem zu Papier bringen. Um nicht nur zu kritisieren, sondern zu zeigen, was es für mich zu einer runderen Geschichte gemacht hätte. Außerdem möchte ich keinesfalls sagen, dass dieses Buch nicht sein Publikum finden wird. Für mich blieb die Geschichte fremd und ich werde im zweiten Band nicht auf die Wildflower Ranch zurück kehren. Doch ganz sicher gibt es LeserInnen, für die Nates und Olivias Geschichte genau zur richtigen Zeit kommt.


    Zum Cover bleibt mir zu sagen, dass ich hellauf begeistert von meiner Ausgabe bin. Kyss hat jedes Mal so wunderschöne, hochwertige Bücher, dass ich mich nicht statt sehen kann. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass es sich um eine nachhaltige Produktion handelt, bei der die Klimaneutralität in den Fokus rückt. Das finde ich mehr als unterstützenswert.

    Ein kleiner Hinweis an den Verlag wäre, dass sich in diesem Buch einige Druckfehler verstecken. Ich möchte ganz sicher keine Liste anfertigen, nur beispielhaft „ihre Magen“, statt „ihr Magen“ auf Seite 222 und „ihn ihr“ statt „in ihr“ auf Seite 266 nennen. Ansonsten bin ich mit der Qualität des Buches vollkommen zufrieden und werde mich weiter im Kyss-Sortiment umsehen.


    Deine Daisy

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    Cover des Buches Tödliches Spiel in Hongkong (ISBN: 9783957282279)

    Bewertung zu "Tödliches Spiel in Hongkong" von Robin Stevens

    Tödliches Spiel in Hongkong
    DaisiesDaffodilsAndOtherLettersvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Kniffliger Fall, authentische Repräsentation, gelungene Figurenentwicklung - einfach toll!
    Kniffliger sechster Fall für die beliebteste Detektei

    Liebe Daisy,

    Liebe Daffy,

    ihr Weitgereisten, seid also wieder zurück? Wohin ging es denn diesmal für euch?

    Daisy: Dieses Mal stand uns wohl das größte Abenteuer bevor. Zusammen mit Hazel sind wir in ihre Heimat Hongkong gereist. Doch, was sage ich da? Mit Hazel und Daisy selbstverständlich. Mittlerweile habe ich mich so sehr mit ihr identifiziert, dass es mir wie von selbst über die Lippen kam, Hazel gefolgt zu sein. Allerdings ist hier auch wieder eine Menge Wahrheit dran. Daisy Wells, Daffy und meine Wenigkeit haben alle eine Welt betreten, die uns gänzlich fremd war. Das war auf jeder einzelnen Buchseite absolut hervorragend herausgearbeitet und hat ein ganz besonderes Lesegefühl hinterlassen.

    Daffy: Dem kann ich mich nur anschließen. Wir wussten ja seit Band 1, dass Hazel in Hongkong groß geworden ist und haben auch ab und an Einblicke in ihre Kindheit dort bekommen. Aber diese für uns als Mitteleuropäerinnen fremde Stadt an ihrer Seite zu erleben, war noch einmal etwas ganz Anderes und hat dem Buch einen ganz eigenen Charme verliehen.

     

    Eine Reise nach Asien also. Ich nehme an, dass auch dieser sechste Band der Reihe von Robin Stevens in den 1930er Jahren gespielt hat. Wie hat sich das denn bemerkbar gemacht?

    Daisy: Das ist vollkommen korrekt. Wegen einer familiären Angelegenheit wird Hazel von ihrem Vater nach Hongkong zurückgerufen. Wir gehen Mitte Januar 1936 mit ihr und Daisy an Bord und überqueren die Weltmeere, um in dieser aufblühenden Stadt zu landen. Ich möchte nichts aus dem Nachwort der Autorin vorweggreifen, doch hier beschreibt Robin Stevens ganz ausgezeichnet, wie sie sich diesem Thema selbst genähert hat. Absolut lesenswert! Ich habe gelernt, dass das Hongkong der 1930er Jahre so gar nicht mehr ganz nachvollziehbar zu erleben ist, wenn man heutzutage eine Reise dorthin unternimmt. Dementsprechend konnte ich beim Lesen keinerlei Wissen von neuzeitlichen Reiseberichten zum Tragen kommen lassen. Wie kann ich also bewerten, ob es sich um eine gute Darstellung handelt? Ehrlich gesagt: Ich kann es nicht. Doch ich möchte es! Robin Stevens hat das große Talent, ihre Geschichten greif- und erlebbar zu machen. Sie weiß mit Worten umzugehen, baut Details liebevoll ein und erschafft so eine Welt, die sich real und richtig anfühlt. Wie sie das 30er Jahre Honkong beschreibt, möchte ich es wahrnehmen.

    Daffy: Wie Daisy schon schreibt, sind es die kleinen Details, mit denen Robin Stevens das Hongkong der 1930er Jahre lebendig werden lässt. Etwa, dass die Schifffahrt von England nach Hongkong mehrere Wochen in Anspruch nimmt. Etwas, das in Zeiten des Flugverkehres undenkbar ist. Solche Details stärken das Gefühl, beim Lesen tatsächlich in die Vergangenheit zu reisen. 

     

    Das klingt nach einer äußerst authentischen Darstellung. Aber jetzt erzählt doch mal, wie es euch ergangen ist. Ich habe gehört, es gab wieder ein Verbrechen aufzuklären?

    Daisy: Wohl wahr! Was wäre ein Abenteuer von Hazel und Daisy ohne ein Verbrechen? Die beiden scheinen Mordfälle anzuziehen wie das Licht die Motten. Dieser Fall war besonders schrecklich. Doch nicht, dass jetzt der Gedanke kommt, der Fall sei schlecht ausgearbeitet gewesen oder langweilig. Nein! Er ging mir schrecklich nahe. Die emotionale Ausgangslage zu Beginn des Buches ging mir schon ans Herz, da Hazel einen geliebten Menschen verloren hat. Doch sie wird hart auf die Probe gestellt, als sie in Hongkong ankommt: Ihr kleiner Bruder wird entführt.

    Mehr kann ich gar nicht sagen, ohne der Geschichte zu viel vorweg zu nehmen. Der Titel “Tödliches Spiel” verrät schon, dass es auch dieses Mal einen Mord geben wird und dass dieser Fall an Hazels Substanz geht, hat mich tief getroffen. Doch sie und Daisy wären nicht die über Englands Grenzen hinaus berühmte Detektei Wells&Wong, wenn sie nicht ihre Spürnasen zum Einsatz bringen würden.

    Daffy: Wie Daisy schon sagt, handelte es sich um einen höchst emotionalen Fall. Und knifflig war er noch dazu. Es gab viele kleine Hinweise, die über das Buch hinweg verstreut waren und einen immerzu neue Personen verdächtigen haben lassen - niemand war vor Anschuldigungen sicher. Weder im Rahmen des Romans noch in unserer Leserunde. 

     

    Solche gemeinen Verbrecher! Aber ich nehme an, die Detektei Wells und Wong hat sich nicht lang bitten lassen und sich sofort in’s Abenteuer gestürzt. Ihr hattet ja schon angemerkt, dass es in früheren Bänden spannende Entwicklungen von Hazel und Daisy gab. Wie ging es euch mit dem Zusammenspiel der beiden Mädchen in diesem Buch? 

    Daisy: Das ist eine hoch interessante Frage. Tatsächlich gibt es in diesem Buch noch weitere Entwicklungen der beiden. Sie sind die allerbesten Freundinnen, das ist ganz klar. Doch etwas liegt in der Luft - und es ist nicht der für Daisy ungewohnte Geruch. Wir lernten Hazel als den größten Daisy-Fan kennen. Von Buch eins an hat sie sie auf ein Podest gestellt und fast wie eine Göttin verehrt. Mit den Fällen werden beide Mädchen älter und reifer. Doch manchmal auch pubertärer. Der Streit um einen Jungen in einem vorherigen Band hat das schon zu Tage getragen. Jetzt lernen wir Hazel in ihrer Heimat kennen; dort wo sie nicht die Außenseiterin ist. Sie spricht die Sprache, sie ist in der Kultur aufgewachsen, es ist ihre Familie, bei der sie wohnen. 

    Während sie nach Hause kommt, betritt Daisy ein Land, das ihr vollkommen fremd ist. Wir kennen Daisy und ihre aufbrausende, vorlaute Art - und hier lernen wir eine ganz neue Seite an ihr kennen. Sie ist oftmals überfordert, unsicher, in der Rolle der Beobachterin. 

    Nun stellt sich die Frage, ob Hazel sie integriert oder ihr das Eintauchen erschwert. Ich habe beim Lesen das Gefühl gehabt, Hazel genieße es, etwas zu können und kennen, das Daisy fremd ist. Es findet keine Integration von Hazels Seite statt, sondern ein unausgesprochener Machtkampf. Das war sehr spannend zu beobachten und hat den Figuren wieder einmal Dimensionen gegeben, die sie nur umso menschlicher erscheinen lassen.

    Daffy: Ich fand es auch sehr spannend zu beobachten, wie die beiden damit umgegangen sind, dass die Machtverhältnisse erstmals umgedreht worden sind. Etwas, das für beide spürbar ungewohnt war. Wie Daisy schon sagt: Sie bleiben dabei sehr menschlich imperfekt, lernen aber beide durch die Erfahrung dazu. Und selbst wenn manche Situationen schwierig sind, gibt es genug Momente, in denen man merkt, dass die beiden trotz allem ein Team sind und es auch bleiben werden. 

     

    Bei früheren Interviews habt ihr angemerkt, dass es der Autorin Robin Stevens gelingt, gesellschaftlich relevante Bezüge zu der Zeit einzubauen. Wie war das hier? Und inwiefern wurde die Kultur Hongkongs dargestellt?

    Daisy: Ich hatte schon erwähnt, dass es sich für mich auf jeder Seite mehr und mehr entfalten konnte und ich mich von Hongkong umgeben gefühlt habe. Robin Stevens nutzt herausragend das Prinzip des “Show don’t Tell”. Wenn Daisy und Hazel in Hongkong anlegen, habe ich das Gefühl gehabt, zu riechen, was beide riechen, obwohl ich selbst noch gar nicht dort war. Der Regen, die Temperaturen, die Tiger, die durch die Stadt stromern könnten…all das hat eine Nebenrolle gespielt und doch war es so präsent, dass es das Setting ins Detail bereichert hat. Hazel geht sehr viel darauf ein, wie schwer es für Daisy nachzuvollziehen sei, dass Hazels Familienverhältnisse so gänzlich anders sind, als wir es aus Europa (hier spielt es keine Rolle, ob 1930er oder gegenwärtig in Europa) kennen. Das Wort Patchworkfamilie wird dem doch nicht gerecht, auch wenn es erstmal ähnlich wirkt. Nicht, dass wir nicht noch immer in einer patriarchalen Welt leben würden - leider! Allerdings erlebt Hazel doch noch gänzlich andere Verhältnisse, als ich mir heute in meinem familiären Umfeld vorstellen könnte.

    Mein größtes Problem lag definitiv darin, mir die Namen zu merken. Robin Stevens hat in jedem Buch eine vorangestellte Personenliste und die habe ich bei dieser Geschichte oft konsultiert. Da habe ich definitiv Nachholbedarf meinen kulturellen Horizont zu erweitern und zu schärfen.

    Daffy: Daisy’s Ausführungen zu den Namen kann ich nur voll und ganz zustimmen. (lacht) - es sind so ungewohnte Lautfolgen, dass es ungewohnt lange dauerte, bis ich sie mir alle eingeprägt hatte. Besonders gefallen haben mir jedenfalls auch dieses Mal wieder die Karten zu Beginn des Buches. Bereits beim ersten Blick darauf wurde klar, dass die Architektur in Hongkong ganz anders ist als die aus dem europäischen Raum, die in früheren Bänden dargestellt worden ist. Wie Daisy schon sagt, wurde die Kultur in diesem und in ganz, ganz vielen anderen Instanzen sehr harmonisch in die Narration integriert, so dass ich beim Lesen nie das Gefühl des Winks mit dem Zaunpfahl hatte. Ich hatte vielmehr den Eindruck, dass uns Robin Stevens die Welt von Hongkong der 1930er Jahre respektvoll näherbringt. 

     

    Wisst ihr denn schon, wohin es euch als nächstes verschlagen wird?

    Daisy: Das wird wieder ein aufregendes Abenteuer, das spüre ich ganz genau. Ich habe aufgehört, die Klappentexte der Bücher zu lesen und lasse mich ganz unvoreingenommen in den nächsten Hazel und Daisy Fall fallen. Doch es wird ein Ausflug auf die Bretter, die die Welt bedeuten und ich könnte mich nicht mehr freuen. Los geht’s, Daffy!

    Daffy: Auch ich habe bisher nur einen Blick auf das Cover geworfen, aber ich spüre schon jetzt: es ist was faul im Staate Großbritannien - und ich kann es gar nicht erwarten, gemeinsam mit Daisy herauszufinden, was es ist.

     

    Na dann sehen wir uns ja bestimmt bald wieder. Bis dahin frohes Ermitteln ihr beiden!

     

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    Cover des Buches Die Tribute von Panem X (ISBN: 9783789120022)

    Bewertung zu "Die Tribute von Panem X" von Suzanne Collins

    Die Tribute von Panem X
    DaisiesDaffodilsAndOtherLettersvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: packende Handlung und spannende Charakterentwicklungen - ein gelungenes Prequel!
    well-executed prequel

    [spoilerfree] 

    Dear Daisy,

    finally, here I am with my review of The Ballad of Songbirds and Snakes by Suzanne Collins. The prequel to the well-renown Hunger Games series, which was released this May. I’d been majorly anticipating this release, as the original trilogy remains one of the most impressive dystopias to this day. And although I’ve been a bit weary after having been disappointed in so many spin offs in the past, this book exceeded my expectations by far. I devoured it within four days. So what’s been taking me so long to write this review? I’ll get to that in a little bit. For now, let’s start from the top.

    This book is set 64 years before The Hunger Games, just before the beginning of the 10th annual Hunger Games. This year, for the first time, students of the prestige school in the Capitol are brought in to mentor the tributes. Among them: Coriolanus Snow. Does this name ring familiar with you? It won’t be the only thing in this novel. But not everything is as easy for him as one might imagine: His family had to pay a high price in the recent war and he desperately needs his tribute to win. Only, he’s been assigned the girl from District 12: an hopeless endeavour, it seems.

    I know, this sounds super weary, but I don’t want to give away anything really and rather let you find out all the hidden gems in this story on your own. And trust me, there is so much to discover: so many characters following a hidden agenda, so many side plots to discover, so many references to the original series. This is also where my delay comes in: I am well acquainted with the original series, having have read it multiple times way back in the day. But my knowledge was a bit rusty. And while I recognised many things and made the connections to Katniss’ tale, I felt the dire need for a re-read after finishing The Ballad of Songbirds and Snakes. So this is what I did. And it only further proved my point how well connected these two tales are. The world building is perfectly executed. There are numerous little things, like the off-hand mention of an apple tree, which connect the two narrations, but also major ones. I’ll refrain from going into detail about those, in order not to spoil anything, but let me just say that I had massive goose bumps upon discovering one of those upon reading. Let’s be honest: Just thinking about it gives me another set of goose bumps. 

     Of course, a major factor in the success of this book is Suzanne Collins writing style. With this novel she once again manages to replicate the feeling the The Hunger Games series evoked: Her writing is clear and straight forward and she has an impeccable sense of pacing. It doesn’t feel rushed but there is always a sense of suspense that keeps you pushing forward. And just when you think you’ve got things figured out, she confronts you with a major plot twist. Also, she is absolutely ruthless with her characters. No-one is safe, you learn that pretty fast. This gives reading an additional edge. 

    I was also positively astounded by the character development of the protagonist. Whereas he is drawn pretty black and white in the original series, this isn’t the case here. At the beginning of the book he is starkly different from the character we meet 64 years later. I found his character development well executed and could absolutely see how he’d come to be the person we’ve come to know.

    But it isn’t just the protagonist, who is different. The world is two. Having come out of a war just recently, the remnants of the world before the Dark Days are still visible. Hence, what this book also does impressively, is drawing a connection between the world as we know it and the Panem we’ve gotten to know in the original series. The Hunger Games themselves aren’t as elaborated as they are 64 years later. I was greatly intrigued to find out who drew the strings to turn them into the murderous spectacle we’ve come to know. Also, Suzanne Collins raises some impressive moral questions in the course of this book, which left me contemplating them long after I’d finished.

    So even though I’m normally beyond hesitant when it comes to sequels, this is definitely a recommendation. Same as the original series. 

     Yours sincerely,

    Daffy

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    Cover des Buches Edles Geblüt (ISBN: 9783954415137)

    Bewertung zu "Edles Geblüt" von Sabine Gronover

    Edles Geblüt
    DaisiesDaffodilsAndOtherLettersvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Krimi großartig gemachter Krimi mit vielen Wendungen, allerdings auch vielen Figuren, was manchmal verwirrt.
    Mehr als ein Pferdekrimi

    Liebe Daffy,

    ich durfte wieder Teil einer kleinen, aber feinen Leserunde auf LovelyBooks sein. Zusammen haben wir Sabine Gronovers „Edles Geblüt“ gelesen, das dieses Jahr bei KBV erschienen ist.

    Soweit ich weiß, ist die Leserunde öffentlich zugänglich und wenn dich meine detaillierte Meinung zu den einzelnen Leseabschnitten interessiert, schau doch dort einmal vorbei. Diese Rezension möchte ich nämlich so weit wie möglich spoilerfrei halten.


    Inhalt 

    Im beschaulichen Warendorf tobt das Chaos. Zuerst wird ein Autor nach seiner Lesung erschossen, dann hat die Polizei mit einem Pferdediebstahl zu tun. Dazu kommen mehrere Erpressungen und Übergriffe auf die EinwohnerInnen der kleinen Stadt. Hängen diese Taten alle zusammen oder handelt es sich um große Zufälle? Genau das muss das Ermittlerduo Schmitt und Kemper herausfinden und den Fall gelöst bekommen, bevor noch mehr passieren kann.

    Der Kriminalfall

    Ich muss gestehen, ich bin im Genre Krimi noch nicht ganz zu Hause. Mein Wissen liegt vorrangig bei den klassischen Kriminalfällen wie Sherlock Holmes und Miss Marple und auch im Bereich Jugendbuch bin ich schon detektivisch tätig geworden. Somit war das hier ein Schritt in ein neues Lesegebiet für mich und ich muss sagen, dass es mir ausgesprochen gut gefallen hat. Der Fall hat immer neue Wendungen genommen, viele Leute wurden involviert und meine Verdächtigungen wanderten von einer Person zur nächsten. Die Kombination aus dem für Kleinstädte typischen „jede/r kennt jede/n“ und dem objektiven Blick der Ermittler war geschickt verflochten. Zusätzlich lernen wir jede Menge Schauplätze und somit das Warendorf kennen, das uns Sabine Gronover nahe bringen möchte. Somit konnten wir uns so richtig umschauen und kombinieren.

    Die Auflösung kündigte sich nach und nach an, doch einiges habe ich bis zum Schluss so nicht erwartet, was einen guten Krimi einfach ausmacht.


    Unsere Hauptverdächtigen

    Wir haben es in diesem Buch mit einem großem Cast zu tun. Zu dem Ermittlerduo reihen sich zahlreiche BewohnerInnen Warendorfs, deren Perspektive wir alle kennen lernen. Sabine Gronover nutzt den allwissenden Erzähler hervorragend, um uns durch die Geschichte zu führen. Innerhalb der Kapitel wechseln die Perspektiven zwischen den Figuren und wir befinden uns in einem andauernden Wechsel der Sichten und Orte. 

    Das hat mich am Anfang viel Mühe gekostet, da ich mir die Namen nur schwer merken konnte; die Abschnitte werden nicht mit einem Namen übertitelt, sodass man innerhalb des Leseflusses herausfinden muss, durch wessen Augen man gerade schaut. Das kann Dynamik bringen oder wie in meinem Fall viel Verwirrung. Doch hier kann man eindeutig davon sprechen, dass das absolut Lesevorlieben sind, die entscheiden, wie man zurecht kommt. Ein zu großer Cast und andauernde Perspektivwechsel sind nicht mein Lesegeschmack. Es ist hier aber großartig gemacht und findet ganz sicher sein Lesepublikum!

    Als störend empfunden habe ich die antiquierte Haltung gegenüber den Geschlechterrollen. Die Frauenfiguren sind keinesfalls schwach oder nicht mitten im Geschehen. Ein paar von ihnen füllen sogar Führungspositionen aus. Doch hier ist es die Sprache, die mich an einigen Stellen gestört hat. Wenn davon gesprochen wird, dass die Frauen zu den Kochtöpfen eilen oder dass eine resolute Frau wie eine Sekretärin wirkt, fühle ich mich nicht wie im Jahr 2020. Auch von Seiten der Männer wird nicht allzu respektvoll mit Frauen umgegangen. Einer der Kommissare beschreibt seine Nachbarin, auf die er eindeutig ein Auge geworfen hat, grundsätzlich mit Attributen zu ihrem Äußeren. Als könnte diese Frau nicht mehr sein, als eine schöne Hülle. 

    Allgemein handeln die Frauenfiguren sehr in Bezug auf die Männer in ihrem Leben: Tina möchte den Barkeeper verführen, Frau Fromm handelt im Interesse ihres Sohnes, Nicole leidet offensichtlich stark unter Liebeskummer, weil sich der Autor von ihr getrennt hat. Ich kann hier nicht näher drauf eingehen, ohne ganze Handlungsstränge schon vorweg zu nehmen, doch die Motive der Frauenfiguren sind sehr einseitig. Wohingegen die Männer aufgrund von Geld, Abenteuern, Sensationslust oder Recherchen handeln. Diese Figuren fühlten sich beim Lesen runder und realistischer an, da sie vielschichtiger geschrieben waren.


    Auf einen Blick: Ja zu diesem Buch

    Wer Lust auf einen neuzeitlichen Krimi mit vielen Wendungen und Überraschungen hat, sollte definitiv einen Blick in dieses hochwertig produzierte Buch werfen.

    Auf einen Blick: Vielleicht etwas anderes lesen

    Wen viele Perspektivwechsel aus dem Lesefluss reißen und wer wenig mit patriarchalen Geflechten anfangen kann, könnte mit dieser Geschichte kleine Schwierigkeiten bekommen.


    Deine Daisy 

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Cover des Buches Nova und Avon - Mein böser, böser Zwilling (ISBN: 9783551653819)

    Bewertung zu "Nova und Avon - Mein böser, böser Zwilling" von Tanja Voosen

    Nova und Avon - Mein böser, böser Zwilling
    DaisiesDaffodilsAndOtherLettersvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Buch über Magie, Freundschaft und Flüche, die nach hinten losgehen.
    Böse Zwillinge

    Liebe Daffy,

    heute kommt ein ganz verhexter Brief zu dir. Nova ist da ein kleines Zauber-Malheur passiert und auf einmal hat sie einen bösen Zwilling. Doch schön der Reihe nach. Worum geht es überhaupt? Ich spreche von Tanja Voosens „Nova und Avon: Mein böser, böser Zwilling“, das 2017 im Carlsen Verlag erschienen ist. 


    Inhalt 

    Die Neuntklässlerin Nova möchte nur eins: dazu gehören. Doch das ist gar nicht so einfach, wenn man berühmte Eltern hat, die ausgerechnet eine Wissenssendung über Übernatürliches moderieren, zusätzlich keine Freunde hat und von der Oberzicke der Schule immer wieder gepiesackt wird. Da ist es nur noch das i-Tüpfelchen, als Nova für ein Schulprojekt auf den hiesigen Jahrmarkt gehen soll, denn dort halst sie sich im Wahrsagerinnenzelt einen Fluch auf. Um den wieder loszuwerden, tut Nova sich mit einer Schulkameradin zusammen. Jetzt hat Nova endlich eine Freundin, doch beim Versuch, den Fluch von ihr zu lösen, gelingt es den beiden nur, Nova weiter zu verfluchen und ihr einen bösen Zwilling herbei zu zaubern, der in den ungünstigsten Augenblicken auftaucht und Unheil stiftet.

    Eine magische Geschichte

    Kaum hatte ich das Buch im Buchladen gesehen, stand fest, ich muss es lesen. Das von Petra Hämmerleinova gestaltete Cover ist der absolute Hingucker und macht mir riesengroße Freude, sobald ich es nur im Regal sehe. Sie hat sehr viele Details der Geschichte schon im Cover versteckt, was ich immer mehr als gelungen finde. 

    Doch konnte das Buch halten, was ich mir im Buchladen gewünscht habe? Du wirst es schon an meiner Wertung gesehen habe, dass die Geschichte und ich nicht zusammen gehören. Das mag wahrscheinlich auch zu einem Großteil daran liegen, dass Nova und ich alterstechnisch doch einige Jahre auseinander liegen und mich ihre Probleme nicht mehr ganz so schockieren – habe ich das doch alles schon hinter mich gebracht. Hier möchte ich später zu einem Punkt kommen, der mir aber ganz ausgezeichnet gefallen hat. Doch zunächst sollte ich erklären, warum Nova und ich nicht so gut harmonierten.
    Nova ist typisch pubertär, was grundsätzlich nichts ist, was in einem Jugendbuch nicht irrsinnigen Spaß zu lesen machen kann. Sie wünscht sich eine beste Freundin, Anerkennung von den coolen Mädchen und dass ihr Schwarm sie endlich wahrnimmt. Außerdem sind die Eltern natürlich ober-peinlich und die Schule ätzend. Nova hat es voll erwischt, die Arme. Die Zeit ist wirklich nicht einfach und ich weiß, ich hätte mich in ihrem Alter total gut mit ihr identifizieren können. 

    Doch leider kommt dann ein Wesenszug dazu, der mich doch gestört hat. Nova beschwert sich in einer Tour darüber, dass sie allein ist und niemand sie mag und schätzt – lästert aber über alles und jede/n und ist somit wenig sympathisch. Wieso sollten andere dann mit ihr befreundet sein wollen? Schüchtern sein und auch eine Außenwirkung haben, die missverstanden wird, sind Dinge, mit denen Introvertierte häufig zu kämpfen haben. Sich aber für rein gar nichts begeistern zu können, außer für ihren Wellensittich, macht es für die anderen Jugendlichen nicht einfacher, mit Nova eine Wellenlänge zu suchen und finden. Das hat mich als Leserin auch nicht gerade gern Zeit mit Nova verbringen lassen. 


    Zusätzlich dazu hat mich der Klappentext in die Irre geführt. Der böse Zwilling namens Avon taucht erst nach über der Hälfte des Buches auf und ist auch nicht wirklich böse, sondern extrovertiert. Klar, es gibt Szenen in denen Avon Dinge tut, die hinterhältig und gemein sind. Doch zunächst ist sie einfach nur genau die, die Nova gern wäre: ein aufgeschlossenes Mädchen, das sich Dinge traut. 

    Was mich zu dem eben angesprochenen Punkt führt. Avon taucht immer dann auf, wenn Nova wütend ist oder sich missverstanden fühlt; dann ist der Zwilling da und tut das, zu dem Nova der Mut fehlt. Ich hatte Avon dadurch immer als ein Sinnbild für die Pubertät im Kopf. Durch Avon lernt Nova sich selbst und das, was sie sich erträumt besser kennen und macht das nicht die Pubertät aus – Veränderung? Außerdem rastet Avon teilweise völlig aus dem Nichts aus und wir erinnern wohl uns alle an emotionale Ausbrüche, die wie ein Kartenhaus über uns zusammenbrachen. In der Hinsicht gefallen mir Nova und Avon als Kombination richtig gut!


    Bleibt die Frage, warum ich der Geschichte nur zwei Sterne geben möchte, wenn ich doch nur nicht mit der Figur warm werde und das Thema Pubertät total kreativ umgesetzt wurde. Ich weiß einfach nicht, wem ich das Buch so richtig empfehlen kann. Ganz sicher ist es in der Zielgruppe der jüngeren Jugendlichen mit 10-13 Jahren richtig aufgehoben. Sie können sich mit Nova und ihren Problemen bestimmt hervorragend identifizieren und finden die Konfliktlösung im Gegensatz zu mir auch nicht zu schnell und einfach. Ich bin eine sehr geübte Leserin und entspreche bei Weitem nicht mehr dem Alter der Zielgruppe. Doch Jugendbücher sind einfach mein Wohlfühlort. Ich kann mit ganz vielen ProtagonistInnen mitfühlen, obwohl wir an unterschiedlichen Stationen unseres Lebenswegs stehen, doch mit Nova bin ich doch zu weit auseinander. Dazu kommt, dass das Buch mit dreihundert Seiten schon ein ordentlicher Stiefel für die doch noch nicht allzu lese-erprobten jungen LeserInnen ist für die ich die Geschichte an sich empfehlenswert finde.

    Ich kann nur raten, mal rein zu lesen und zu schauen, ob der Schreibstil und Humor von Tanja Voosen genau dem eigenen Geschmack entspricht. Es gibt schließlich für jedes Buch genau die richtigen LeserInnen und vielleicht ist diese Geschichte eher deine, als meine.


    Deine Daisy 

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Cover des Buches Und plötzlich war Frau Honig da (ISBN: 9783551317827)

    Bewertung zu "Und plötzlich war Frau Honig da" von Sabine Bohlmann

    Und plötzlich war Frau Honig da
    DaisiesDaffodilsAndOtherLettersvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Die Mary Poppins der Bienen flog ins Kinderbuch und brachte Magie mit.
    Ein Kindermädchen mit Bienenkorb

    Liebe Daffy, 

    schon einige Zeit schleiche ich um dieses Kinderbuch herum und endlich, endlich war es soweit und es flatterte mit den Bienen...Pardon, dem Postboten ins Haus. Die Rede ist natürlich von Sabine Bohlmanns „Und plötzlich war Frau Honig da“, das 2017 bei Planet! erschienen ist. 


    Inhalt

    Vater Sommerfeld versinkt in Arbeit und vergisst darüber ganz seine vier Kinder. Eines Tages klingelt es an der Tür und plötzlich ist Frau Honig da. Mit ihrem Bienenstock unterm Arm zieht sie schnurstracks auf dem Dachboden ein und für die vier Kinder beginnt eine magische Zeit. Ob fliegende Teppiche oder Pfützenabenteuer, Frau Honig hat immer eine neue Idee, wie sie die Familie wieder vereinen kann.


    Illustrationen

    Das Buchcover sieht umwerfend aus und sobald man das Buch aufschlägt, bleibt einem vor Staunen der Mund offen stehen bei diesem wunderschön gestalteten Daumenkino. Auf jeder Seite gibt es etwas zu entdecken und die Bienen tummeln sich lustig um die Buchseiten. Ein riesengroßes Lob an die Illustratorin Joëlle Tourlonias.


    Aufbau des Buches

    Sabine Bohlmann hat einen witzigen, leichten Schreibstil, der sich mit Freude lesen lässt. Der Zielgruppe entsprechend, sind die Kapitel in genau der richtigen Länge zum Vorlesen oder zum selbst erkunden für geübte LeseanfängerInnen. Die einzelnen Kapitelüberschriften sind lustig und machen Lust, direkt in ein neues Abenteuer zu starten. Außerdem gibt es für sämtliche Altersklassen Identifikationsfiguren. Die Sommerfeldkinder verteilen sich vom Kindergartenalter bis zur weiterführenden Schule. Von daher würde ich die Zielgruppe dieses Kinderbuchs recht groß anlegen und sagen, jede/r kann hier eine Lieblingsfigur in seinem/ ihrem Alter finden.


    Bist du das, Mary Poppins?

    Kommen wir zum Eingemachten – wobei das wohl eher Marmelade vorbehalten ist und Honig geschleudert wird, doch das klingt in diesem Zusammenhang merkwürdig. Nachdem ich die Biografie der Autorin gelesen habe und so erfahren habe, dass ihr erstes Buch „Ein Löffelchen voll Zucker“ hieß, ist wohl mehr als eindeutig, dass wir die Liebe zu Mary Poppins teilen. Dieses Buch ist mir aus vielerlei Gründen in die Hände gefallen. Zum einen das Thema Bienen, zum anderen das Kindermädchen. Vor allem der Walt Disney Film „Mary Poppins“ prägt mich seit frühester Kindheit und ich wage zu behaupten, ich könnte ihn im Schlaf auswendig mitsprechen. Warum erwähne ich das? 

    Sabine Bohlmann wirft uns direkt ins Geschehen und lässt Frau Elsa Honig direkt auf Seite eins vor der Tür stehen. Natürlich ist Vater Sommerfeld völlig überfragt, warum aus heiterem Himmel eine Frau vor der Tür steht, die behauptet, das neue Kindermädchen zu sein. Die Verwirrung wird von Frau Honig fast wortwörtlich so kommentiert, wie es die deutsche Synchronisation von Disneys „Mary Poppins“ macht. (S. 7) So zieht es sich weiter durch das Buch. Ob es darum geht, dass sich das Kindermädchen häuslich einrichtet (S. 17), dass die Kinder den Mund zumachen sollen, als sie die Magie erleben (S. 22), in Bilder springen (S. 130) oder der Abschied von Frau Honig naht, weil sie ihre Aufgabe erfüllt hat (S. 196), wir finden immer wieder fast eins zu eins Szenen, Dialoge oder Kommentare, die im bereits genannten Film auch zu finden sind. Ich habe versucht, das Ganze als „Same, same, but different“ zu lesen und das hat relativ gut geklappt. Als am Ende jedoch eine ganz tolle Auflistung an Zitaten kommt, welche die Quellen zu Frau Honigs Weisheiten sind, wurde ich stutzig. Wieso wird Marcel Proust als Quelle angegeben, doch der Disneyfilm nicht, wo die Dinge eindeutig übernommen wurden?


    Summ, Bienchen, Summ

    Kommen wir an dieser Stelle zu dem anderen Thema, das Sabine Bohlmann in ihrem Buch verarbeitet hat: Die Bienen. Und das hat sie wirklich ganz wundervoll gemacht. Wir können einiges über Bienenvölker lernen, wie sie sich verhalten und vermehren und dass sie eine Insektenart sind, die unseren Schutz benötigen. Doch all das wird nicht belehrend vorgetragen, sondern geschickt mit der Handlung verwoben. 


    Wenn ich diese beiden Punkte betrachte, komme ich zu dem Schluss, dass ich meine Bewertung zweiteilen muss. Ich habe dieses Buch bewusst ausgesucht und habe bei dem Thema Kindermädchen auf eine Geschichte gehofft, die natürlich auf ihre eigene Art an das wohl berühmteste Kindermädchen der Welt erinnern könnte. Dass Dialoge und Ideen teilweise eins zu eins übernommen wurden, das aber nicht angegeben ist, indem die Autorin ihr Buch im bestehenden Kanon einordnet, lässt mich nicht mehr als einen Stern vergeben. 

    Die Aufbereitung des Themas Biene und das Aufmerksam machen darauf, dass es sich um schützenswerte Tiere handelt, bekommt von mir vollste Anerkennung und somit fünf Sterne! Daraus ergibt sich die drei Sterne-Wertung, die ich dieser Geschichte gegeben habe. 


    Das bedeutet jedoch nicht, dass ich nicht Spaß beim Lesen hatte und das Buch nicht empfehlen würde. Jede/r, der/ die Mary Poppins liebt oder Kinder hat, die den Film großartig finden, werden ihren Spaß an dieser Geschichte haben. Ich empfehle, Kindern zuerst den Film zu zeigen, um danach dieses Buch vorzulesen. Ansonsten könnte der Eindruck bei den Kleinen entstehen, Disney hätte aus diesem Buch geklaut. Um das Thema Biene(nschutz) auf eine tolle Art und Weise anzugehen, ist diese Geschichte mehr als empfehlenswert!


    Deine Daisy

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Cover des Buches Das Mädchen im blauen Mantel (ISBN: 9783570165324)

    Bewertung zu "Das Mädchen im blauen Mantel" von Monica Hesse

    Das Mädchen im blauen Mantel
    DaisiesDaffodilsAndOtherLettersvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein absolutes Highlight und eine riesengroße Empfehlung! Fiktion trifft auf Geschichte.
    Das Mädchen im Widerstand

    Liebe Daffy,

    mein heutiger Brief ist etwas ernsthafter. Ich möchte dir von einem Buch erzählen, das nicht nur eine absolute Empfehlung ist, sondern auch sehr zum Nachdenken anregt und ich nicht weiß, ob ich der Geschichte mit meiner Rezension gerecht werden kann. Als ich im Buchladen durch Zufall auf Monica Hesses „Das Mädchen im blauen Mantel“ stieß, wusste ich sofort, dieses Buch muss ich lesen. Das englische Original erschien 2016 unter dem Titel „The Girl in the Blue Coat“. Ich habe die deutsche Übersetzung von Cornelia Stoll gelesen, die 2018 bei cbt verlegt wurde. 


    Inhalt 

    Januar 1943: Der Schauplatz ist das besetzte Amsterdam. Hanneke, eine niederländische junge Frau leistet Widerstand, indem sie Schwarzmarktgüter beschafft. Doch eine der Kundinnen hat einen ganz besonderen Auftrag für sie. Sie soll ein jüdisches Mädchen wiederfinden, das verschwunden ist. Die Informationen sind spärlich, die Gefahrenlage groß.

    Ein wichtiger Beitrag in unserer Literaturlandschaft

    Der Inhalt klingt packend und das ist er auch. Ich möchte dir gar nicht viel vorweg nehmen, weil die Geschichte die Gelegenheit braucht, sich jeder und jedem selbst zu entfalten. Das Nachwort der Autorin hat mich noch einmal so sehr beschäftigt, dass ich tagelang über dieses Buch nachdenken und mit anderen darüber sprechen musste. Auf der Grundlage von wahren Begebenheiten hat Monica Hesse eine fiktive Geschichte geschaffen, die einem vor Augen führt, was wirklich passiert sein könnte. 

    Mein Wissensstand rund um die Schrecken des zweiten Weltkrieges ist recht umfassend. Ich habe das große Glück, dass mir meine Großeltern Einblicke verschaffen konnten und erzählt haben. Aber auch in der Schule, der Uni und aus privatem Interesse habe ich mich mit der Zeit befasst und empfand dieses Buch als große Bereicherung.

    Monica Hesse erwähnt zu Beginn des Buches häufiger die Westerkerk. Wir wissen, dass sich die Familie Frank mit den anderen Untergetauchten direkt neben dieser Kirche versteckt hatte. Ich habe nicht nur Annes Tagebuch gelesen, ich habe mich viel mit ihrer Familie befasst und war selbst in Amsterdam und habe die Kirche, das Anne-Frank-Haus, aber auch die Stadt als solches kennen lernen dürfen. Warum erwähne ich das in meiner Rezension? Dieses Wissen hat mir eine Grundlage gegeben, die mich in die Geschichte gezogen hat und mich direkt hat neben Hanneke gehen lassen. 

    Die beklemmende Stimmung, die geherrscht haben muss, wird auf jeder Seite spürbar. Hätte ich es gekonnte, hätte ich gern regelmäßig über meine Schulter geschaut, um zu kontrollieren, ob man uns verfolgt. Doch ich saß sicher und geborgen auf meinem Sofa, Hanneke war es, die sich in Gefahr begeben hat. Sie steht sinnbildlich für viele, viele Menschen, die mutig gegen das Naziregime gekämpft haben – offen oder im Verborgenen. 

    Obwohl Hanneke eine der mutigsten Frauenfiguren ist, die ich lange in einem Buch begleiten durfte, leidet sie. Sie leidet an der großen Schuldfrage. Wahrscheinlich eins der Wörter, die aus dieser Zeit bleiben werden: Schuld. 

    Diese junge Frau kämpft, ist stark und mutig und doch hat sie ihre eigene Bürde. Jede und jeder von uns tut Dinge, die man hinterher bereut und nie wieder ändern kann. Müssen wir uns deswegen schuldig fühlen? Müssen wir Gutes tun und uns opfern, um diese Schuld zu begleichen? Hanneke ist nicht die Einzige, die sich mit dieser Frage quält. Jede Figur in diesem Buch hat ihre eigene Last auf den Schultern, eine Schuld, die sie begleichen wollen. 

    Ich habe das Buch aufgeschlagen und war gespannt, was Monice Hesse für eine Geschichte geschrieben hat. Ich habe das Buch beendet und wieder zugeschlagen und war eine Andere. Die Gefühle, die ausgelöst wurden, bleiben. Meine Gedanken sind noch nicht zur Ruhe gekommen. Ich weiß nicht, ob sie es werden. Auch, wenn es eine fiktive Geschichte ist, fühlt es sich nicht fiktiv an. Weil ich weiß, dass es so oder so ähnlich passiert ist. Und das darf es nicht: Nie wieder!

    Deine Daisy 

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Cover des Buches Redwood Dreams – Es beginnt mit einem Knistern (ISBN: 9783499001291)

    Bewertung zu "Redwood Dreams – Es beginnt mit einem Knistern" von Kelly Moran

    Redwood Dreams – Es beginnt mit einem Knistern
    DaisiesDaffodilsAndOtherLettersvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Redwood ist charmant wie eh und je und dieses Mal lernen wir Maddie und ihre berührende Geschichte kennen.
    Der Sheriff im Konflikt

    Liebe Daffy, 

    hier bin ich mit meinem fünften Brief aus dem wundervollen Redwood. Du weißt es mittlerweile, doch der Vollständigkeithalber: Nach der Trilogie „Redwood Love“, in dem Kelly Moran über die Tierarzt-Brüder geschrieben hatte, folgte das Spin-Off-Duo „Redwood Dreams“. Den hierzu gehörigen ersten Teil hatte ich Ende letzten Jahres gelesen und nun ist im März das große Finale bei Kyss erschienen.


    Inhalt

    Der Sheriff von Redwood, Parker Maloney ist in das Visier der Kupplerinnen geraten. Unter merkwürdigen Umständen trifft er immer wieder auf Maddie Freemont. Das Mädchen, das ihn in der Schulzeit übel gepiesackte, aber auch das erste Mädchen war, das er geküsst hat. Er dachte, sie hätte das kleine Städtchen nach einem Vorfall verlassen und doch steht er plötzlich vor ihr und ihrer beider Emotionen fahren Achterbahn.


    Figuren

    Wer die ursprüngliche Trilogie aufmerksam gelesen hat, hatte schon Bekanntschaft mit Parker und seinem besten Freund Jason gemacht. Jasons Liebesgeschichte haben wir im ersten Teil von „Redwood Dreams“ verfolgt, nun ist Parker an der Reihe. Er war mir in den vorherigen Geschichten schon sympathisch gewesen und ich war gespannt, welche Geschichte die Autorin für ihn vorgesehen hatte. 

    Dass Redwood eine ruhige, friedliche Kleinstadt ist, macht sie so heimelig und zum Wohlfühlort. Daher war ich gespannt, ob Parker überhaupt viel zu tun haben könnte. Es stellte sich schnell heraus, Verbrecher muss Parker nicht jagen und er ist kein Sheriff, der andauernd Gefahren ausgesetzt ist. Das lässt nun schon vermuten, ich würde wieder monieren, wir würden den Alltag der Figuren nicht richtig miterleben, wie es schon bei Jason und Ella war. 

    Doch da kommt Maddie ins Spiel. Die einst reiche Göre ist tief gefallen, nachdem ein familiärer Vorfall sie zu einer Ausgestoßenen Redwoods machte. Maddie versucht, unsichtbar zu bleiben und sich mit nicht immer angenehmen Jobs über Wasser zu halten. So trifft Parker sie beispielsweise bei ihrer Arbeit als Hausmeisterin in der ansässigen Grundschule. Ein absolut wichtiger Job, doch nicht immer mit Annehmlichkeiten verbunden, wenn man die Schultoilette auf Vordermann bringen muss. Eine Tätigkeit, die Maddie sehr zusetzt, doch sie hat ehrenwerte Gründe, nicht nur diesen, sondern auch viele andere kleine Jobs zu erfüllen. 

    Ich möchte nichts verraten, doch Maddie war mir absolut sympathisch und ich habe mit ihr mitgefiebert. Sie nimmt uns mit zu ihren Arbeitsplätzen und kleine Details machen die Handlung greifbar. 

    Die Autorin hat sich sehr viel Mühe gegeben, Maddie nicht nur eine Gegenwart und einen runden Charakter zu geben, sondern auch einen stimmigen familiären Hintergrund. Im Gegensatz dazu wirkt Parker leider etwas flach und unnahbar. Er soll der beliebte Polizist der Stadt sein, doch Vieles blieb mir zu sehr auf Behauptung gestützt. Seine Sicht der Dinge ist dagegen absolut notwendig, um Maddies Vergangenheit und Wandlung zu verstehen, weil er viel darüber nachdenkt, wie gemein und zickig sie als Teenager war und was sie ihm angetan hat und wie anders sie sich gegenwärtig verhält.


    Schreibstil

    Wie schon bei den anderen Geschichten aus Redwood haben wir hier wieder abwechselnd die Perspektiven der beiden Protagonisten. Somit lernen wir die beiden und ihre Gefühlswelt sehr gut kennen. Dadurch, dass wir Maddie bei all ihren Jobs begleiten, bekommt die Geschichte neben der Liebesgeschichte eine tolle, interessante Nebenhandlung. 

    All das präsentiert Kelly Moran wieder in ihrem wunderbar zu lesenden Schreibstil. Sie schreibt nicht vulgär, unnötig verschnörkelt oder voller Metaphern. Ich habe mittlerweile einige Bücher im Bereich Liebesroman und New Adult gelesen und leider schon einige recht unangenehme Schreibstile erlebt. Kelly Moran beschreibt Liebesszenen respektvoll und nicht so, dass man sich wie ein Voyeur am Schlafzimmerfenster vorkommt. 

    Außerdem hat sie mit Redwood eine fiktive Stadt geschaffen, die zu einem meiner ultimativen Wohlfühlorte geworden ist. Ich habe es bei meiner allerersten Rezension von „Redwood Love“ schon beschrieben, dass ich immer an die Fernsehserie„Hart of Dixie“ denken muss, wenn ich ein Buch dieser Reihe zur Hand nehme. Das hat sich nicht groß geändert. Redwood und Blue Bell sind für mich sehr ähnlich und doch hat Redwood inzwischen einen eigenen Charakter bekommen. Ich kenne nun schon so viele Charaktere dieser Stadt, dass ich mich geradezu als Mitbürgerin fühle.  


    Wie geht es weiter?

    Nun werde ich Redwood erst einmal verlassen müssen, denn soweit ich weiß, ist hier kein weiteres Buch in Planung. Doch die Autorin war nicht untätig und es wird schon in einigen Tagen eine neue Reihe von ihr bei Kyss erscheinen. Das werde ich mir auf keinen Fall entgehen lassen und du wirst sicher bald von dort einen Brief bekommen.

    Deine Daisy

    Kommentieren0
    0
    Teilen

    Über mich

    Es waren einmal zwei Prinzessinnen. Sie waren beste Freundinnen, doch leider wohnten sie in zwei unterschiedlichen Königreichen. Zu ihren königlichen Aufgaben gehörte das Reisen in die schönsten, abenteuerlichsten und magischsten literarischen Welten. Deshalb berichteten sie einander in Briefen von ihren Erlebnissen. Diese hatte sich als das zuverlässigste Kommunikationsmittel herausgestellt, da sie nicht von Elektrizität oder Telefonanschlüssen abhängig waren und viele Möglichkeiten der Zustellung boten: Eulen, den Weihnachtsmann oder Minnesänger. Daisys und Daffys ausschweifenden Briefe können hier eingesehen werden, während auf Instagram kleine Postkartengrüße zu finden sind. Wie ihr euch vorstellen könnt, sind Daisy und Daffy ganz begeistert davon, Briefe zu bekommen. Fühlt euch also eingeladen, ihnen zu schreiben, wann immer euch danach ist; ob ihr Fragen zu ihren literarischen Abenteuern habt oder ihnen von euren eigenen Reisen erzählen möchtet, damit sie ausloten können, wo es für sie als nächstes hingehen könnte.

    Lieblingsgenres

    Biografien, Klassiker, Humor, Liebesromane, Jugendbücher, Fantasy, Romane, Kinderbücher

    Mitgliedschaft

    Freunde

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks