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Dauerleserin

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    Cover des Buches Der Riss (ISBN: 9783404188819)

    Bewertung zu "Der Riss" von Thilo Winter

    Der Riss
    Dauerleserinvor 11 Tagen
    Kurzmeinung: Rasanter Wissenschafts-Thriller!
    Eiskalte Forschung

    Antonia Rauwolf, die Hauptprotagonistin in diesem Wissenschafts-Thriller, ist Geologin. Ihr Fachwissen ist in der Antarktis gefragt. Antonia soll klären, ob die dort vorhandenen Vulkane aktiv sind oder nicht. Ein Vulkanausbruch in der Antarktis hätte katastrophale Auswirkungen für die gesamte Menschheit. Doch in der Antarktis-Station Neumayer III stimmt etwas nicht. Nicht alle Forschenden, die dort stationiert sind, verfolgen ehrenwerte Ziele. Und dann gibt es auch noch Emilio, Antonias Bruder und ebenfalls ein Forscher, der erst vor Kurzem in den Weiten der Antarktis verschwunden ist. Die Zeit rennt, und die Gegner sind gnadenlos. Und noch dazu  gibt es diesen riesigen Riss im Eis …

    Cover und Schreibstil:

    Das Cover von „Der Riss“ ist bedrückend und interessant gleichzeitig. Es zeigt einen riesigen Riss in einer dicken Eisschicht in der Antarktis. Was es mit diesem Riss auf sich hat, erfährt man im Buch.

    Der Autor Thilo Winter hat meiner Meinung nach einer sehr angenehmen Schreibstil. Immer wieder steigt die Spannung beim Lesen erneut an.

    „Der Riss“ ist das erste Buch von Thilo Winter, welches ich gelesen habe, aber mit Sicherheit nicht das letzte.

    Fazit und Leseempfehlung:

    „Der Riss“ hat mich vorne bis hinten fasziniert. Man merkt durchgehend die gute Recherche des Autors. Man lernt ganz viel über das Leben und Arbeiten in einer Forschungsstation im ewigen Eis, aber auch über die Antarktis selbst. Ich persönlich konnte auch einige wissenschaftliche Erkenntnisse aus diesem Buch mitnehmen, was mir gut gefallen hat. Aber auch ohne „Ahnung“ von der Antarktis zu haben, kann man die Handlung gut mitverfolgen. Der Autor schafft es, eine spannende Handlung mit wissenschaftlichen Fakten so zu verbinden, dass man auch mit durchschnittlichem Laienwissen alles versteht. Ich habe mich allerdings beim Lesen sehr oft gefragt, was nun Fiktion ist, und was vielleicht sogar der Realität entspricht. Aber ehrlich gesagt, möchte ich die Antwort darauf gar nicht so genau wissen.

    Abgesehen davon, dass die Handlung zum Ende hin noch mal richtig an Fahrt aufnimmt, und mich das Geschehen zeitweise an einen typischen James Bond-Film erinnert, ist auch das Nachwort des Autors wichtig und interessant. Ich möchte aus dem Nachwort nichts spoilern, aber ich empfehle allen sehr dringend, es zu lesen.

    „Der Riss“ ist zugleich ein Sachbuch und Thriller. Dieses Buch beschreibt aber auch eine tragische Familiengeschichte im Lichte der Wissenschaft, die mich sehr berührt hat.

    Sehr gerne vergebe ich für „Der Riss“ fünf Sterne und empfehle das Buch sehr dringend allen, die sich für Wissenschafts-Thriller interessieren.

    Ich hoffe auf weitere Bücher dieser Art von Thilo Winter.

    Die Dauerleserin

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    Cover des Buches Mordseegrab (ISBN: B0BJK89FG3)

    Bewertung zu "Mordseegrab" von Andreas Temmer

    Mordseegrab
    Dauerleserinvor 13 Tagen
    Kurzmeinung: Ein Nordsee-Krimi mit einem besonderen Ermittler!
    Mord ohne Leiche?!

    Lukas Waldauf, ein Kommissar a.D. und der Hauptprotagonist in diesem Nordseekrimi, hat sich einen Bauernhof an der Küste gekauft, um seinen Ruhestand zu genießen. Aber Waldauf ist ein Mann mit Vergangenheit. Ein alter Fall, bei dem Waldauf versaqt hat, belastet ihn sehr.

    Doch schnell bekommt er eine neue Chance, seine kriminalistischen Fähigkeiten auch als Pensionär unter Beweis zu stellen: Anke, eine Nachbarin, bittet ihn um Hilfe. 

    Cover und Schreibstil: 

    Das Cover von „Mordseegrab“ passt hervorragend zum Buch, aber es überzeugt mich dennoch nicht. Es ist nichts Besonderes für einen Nordsee-Krimi und wäre mir im Buchladen nicht aufgefallen. 

     Andreas Temmers Schreibstil gefällt mir gut, abgesehen davon, dass er gefühlt jeden dritten Satz mit „Waldauf“ beginnt. Er schafft es, Waldaufs Gefühle immer wieder einzufangen und zu beschreiben, so dass man beim Lesen nach und nach ein gutes Bild von Waldauf bekommt. Der Druck, den sich Waldauf selbst macht, und die Panik, in die er immer wieder verfällt, sind authentisch geschildert und gut nachvollziehbar. Ich habe beim Lesen Waldauf immer wieder für sein Durchhaltevermögen bewundert.

     Immer wieder habe ich im Buch bedrückende Sätze wie diesen gefunden:

     „Waldauf spürte die eiskalten Linien, wo der Wind seine Tränen trocknet. Was ist nur los mit ihm?“ (eBook, S. 174)

     Die Handlung von „Mordseegrab“ spielt im Wesentlichen auf zwei Zeitebenen. Abgesehen von der eigentlichen Handlung erfährt man im Verlauf immer mehr über die alte Geschichte, die Waldauf so traumatisiert hat.

     Der Spannungsaufbau in „Mordseegrab“ ist nicht einheitlich, erst im letzten Drittel nimmt die Handlung richtig an Fahrt auf. Dies ist insofern kein Wunder, weil die Handlung des Buches relativ komplex ist. Das Buch ist im Präsens geschrieben, was man mögen muss.

    Fazit und Leseempfehlung:

     Eines vorweg: Trotz aller Kritik, die ich hier leider anbringen muss, ist „Mordseegrab“ ein lesenswerter Nordseekrimi. Lesende, die vielleicht nicht so viele Vergleichsmöglichkeiten haben, werden zufrieden sein. Als passionierte Krimi- und Thriller-Leserin stand ich jedoch beim Lesen dieses Krimis vor einigen Herausforderungen.

     Zunächst einmal das wirklich Positive. Man kommt sehr schnell in die Handlung hinein, und der Schreibstil des Autors hat mich wie gesagt auch überzeugt. Lukas Waldauf ist ein besonderer Ermittler, ein Mensch mit Ecken und Kanten, der einen beim Lesen schnell in seinen Bann zu ziehen vermag.

     Die Art, wie Waldauf zu seinem Fall kommt, ist leider nicht wirklich kreativ. Alles schon mal gehört bzw. gelesen: Ein Kommissar, der eigentlich nicht im Dienst ist, tappt in einen Fall hinein. Anke, die Nachbarin, die ihn um Hilfe bittet, und in die sich Waldauf im Verlauf auch noch verliebt, kennt ihn zunächst nicht, aber erzählt im dann gleich so etwas? Dies finde ich persönlich höchst merkwürdig und lebensfremd. Auch die sich langsam entwickelnde Liebesgeschichte konnte mich nicht überzeugen.

     Abgesehen davon hätte die Geschichte durchaus Potenzial gehabt. Seine unliebsame Freundin auf See zu entsorgen, ist nicht ganz abwegig, und die Ermittlungen sind spannend. Noch dazu gibt es bei diesem Krimi die Besonderheit, dass der Ermittelnde eher das Opfer als den Täter sucht.

     Aber das Ende, das ich an dieser Stelle nicht spoilern kann, ist höchst abwegig. Ein paar zu viele Zufälle, leider, und eine spannende, aber nicht wirklich überzeugende Auflösung.

     In Anbetracht der eigentlich guten Idee wurde bei „Mordseegrab“ meiner Meinung nach Potenzial verschenkt, schade! Ich habe schon deutlich bessere Krimis mit einer ähnlichen Handlung gelesen.

     Ich vergebe für „Mordseegrab“ drei Punkte und empfehle diesen Krimi allen Nordsee-Krimi-Fans, die Fälle mit besonderen Ermittelnden mögen.

     Die Dauerleserin

     

     

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    Cover des Buches Nach dir der Tod (ISBN: 9783754673751)

    Bewertung zu "Nach dir der Tod" von Phillip Eilinger

    Nach dir der Tod
    Dauerleserinvor 25 Tagen
    Kurzmeinung: Vielversprechendes Debüt!
    Fotos lügen nicht

    Die Hauptprotagonistin Hanna kommt gerade mit ihrem Leben überhaupt nicht zurecht. Sie lebt von ihrem Mann getrennt und kann ihre beiden Kinder nicht so oft sehen, wie sie es sich wünschen würde. Und nun wird Hanna auch noch auf einmal von einem Unbekannten massiv bedroht. Und dieser Unbekannte ist brutal und skrupellos. Kann Hanna ihm entkommen? 

    Cover und Schreibstil:

    Das Cover von „Nach dir der Tod“ ist in Blau, Weiß und Schwarz gehalten, der Titel ist in rotebn Kapitälchen. Das Meiste des Coverbildes ist verschwommen, aber im Vordergrund kann man einen Stacheldraht erkennen. Insgesamt ein eher beunruhigendes Cover, das aber neugierig macht.

    Nach meinem Wissen hat der Autor Phillip Eilinger bis jetzt überwiegend Fantasy-Romane geschrieben. Dies zeigt sich meiner Meinung an einigen Stellen in „Nach dir der Tod“ – leider!

    Auch die Passagen, in dem der (bis zum Ende unbekannte) Täter zu Wort kommt, fand ich beim Lesen sehr befremdlich.

    Alles in allem ist aber „Nach dir der Tod“ flüssig und interessant geschrieben und damit ein vielversprechendes Thriller-Debüt. Die Sprache des Autors könnte noch ein wenig weniger umgangssprachlich und sprachlich ausgereifter sein.

    Das Buch ist spannend, auch durch die eher kurzen Kapitel, und ich habe beim Lesen dem Ende entgegengefiebert.

    Fazit und Leseempfehlung:

    Ich habe „Nach dir der Tod“ sehr gerne gelesen. Das Buch ist spannend, und vor allem in die Hauptprotagonistin Hanna, in ihre Ängste und in ihre Gedankenwelt, kann man sich gut hineinversetzen.

    An manchen Stellen geht mit dem Autor jedoch ein wenig die Phantasie durch, um es freundlich auszudrücken, zum Beispiel in der Szene in diesem merkwürdigen Club. Schade, diese wichtige Szene hätte man vielleicht auch geschickter lösen können.

    Auch hätte der Autor ruhig mehr Zeit in die beiden Ermittelnden stecken können. Gerne hätte ich noch mehr über die beiden erfahren. So bleibt die eigentliche Ermittlungsarbeit in „Nach dir der Tod“ ein wenig undurchsichtig, der Fokus liegt eindeutig auf Hanna.

    Trotz meiner kritischen Anmerkungen ist „Nach dir der Tod“ ein spannender, emotionaler Thriller, bei dem ich keine nervigen Längen feststellen konnte. Es gibt viele Verdächtige, und die Ermittlungen sind anstrengend und interessant. Das Ende war überraschend und hat mich ziemlich geschockt.

    Ich vergebe für „Nach dir der Tod“ vier Sterne. Ein vielversprechendes Debüt für alle Thriller-Fans! 

    Die Dauerleserin


     

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    Cover des Buches Die letzten Stunden (ISBN: 9782496711141)

    Bewertung zu "Die letzten Stunden" von Luanne Rice

    Die letzten Stunden
    Dauerleserinvor 25 Tagen
    Kurzmeinung: Mein zweites Buch von dieser Autorin und bestimmt nicht mein letztes!
    Moonlight

    In Black Hall, einer kleinen Stadt in Neuengland, wird die schwangere Galeristin Beth Lathrop tot aufgefunden. Detective Conor Reid ermittelt. Aber für den Detective ist es keine normale Ermittlung. Reid kennt das Opfer gut, denn vor vielen Jahren war Beth Zeugin beim Mord an ihrer Mutter Helen Woodward, und Reid hat Beth und ihre Schwester Kate damals gerettet.

    Schnell fällt der Verdacht auf Beths Ehemann Pete. Aber Pete ist nicht der Einzige in der kleinen Stadt an der Küste, der Geheimnisse hat. Nach und nach kommen schreckliche Dinge ans Licht. Was hat es mit dem geheimnisvollen Bild mit dem Titel „Moonlight“ auf sich?

    „Es passierte wieder, dachte Kate. Jemand anderes, den sie liebte, war wegen desselben Bildes ermordet worden.“ (Kindle-Position 6845)

    Cover und Schreibstil:

    Das Cover von „Die letzten Stunden“ zeigt ein relativ großes, einsam gelegenes Haus an der Küste Neuenglands. Durch den fast schwarzen Himmel wirkt das Cover auf den betrachtenden sehr düster und bedrohlich.

    „Die letzten Stunden“ ist nicht das erste Buch, das ich von dieser Autorin lese. Und wieder hat mich Luanne Rice mit ihrem außergewöhnlichen Schreibstil überzeugt. Das Buch ist von vorne bis hinten spannend geschrieben, auch die paar Stellen, die etwas langatmig sind, sind trotzdem spannend. Besonders perfide: Immer, wenn man denkt, dass die Auflösung des Falles endlich naht, gibt es eine weitere Wendung oder Erkenntnis. Bei diesem Schreibstil sind natürlich die relativ kurzen sechzig Kapitel und der ständige Perspektivenwechsel hilfreich, denn dadurch wird die Handlung noch spannender.
    Durch die Beschreibungen der Landschaft und der Menschen kann man sich die Stimmung in der kleinen Stadt in Neuengland sehr gut vorstellen.

    Fazit und Leseempfehlung:

    „Die letzten Stunden“ hat mich trotz einiger Längen restlos überzeugt. Eine von vorne bis hinten durchdachte Story mit einem Ende, dass einem das Blut in den Adern gefrieren lässt.
    Das Ende des Buches, das ich hier natürlich nicht spoilern werde, ist originell, sehr emotional und noch dazu bedrohlich realistisch.

    „Sich nahestehende Schwestern, ein Geheimnis zwischen den beiden. Das konnte wehtun. Es konnte einem das Herz brechen.“ (Kindle-Position 4358)

    Ich vergebe für „Die letzten Stunden“ gerne vier Sterne und hoffe auf weitere Bücher dieser herausragenden Autorin.

    Die Dauerleserin

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    Cover des Buches NIGHT – Nacht der Angst (ISBN: 9783423220293)

    Bewertung zu "NIGHT – Nacht der Angst" von Riley Sager

    NIGHT – Nacht der Angst
    Dauerleserinvor 25 Tagen
    Kurzmeinung: Ich hatte mehr erwartet. Trotzdem eine Emfpehlung an alle Thriller-Fans!
    Fährt das Böse mit?

    „Night – Nacht der Angst“ beginnt mit einer ganz alltäglichen Situation. Eine Studentin steht vor dem Schwarzem Brett in ihrer Uni und sucht dringend nach einer Mitfahrgelegenheit ... 

    Obwohl sie etwas irritiert ist, geht Charlie direkt auf das Angebot eines unbekannten Mannes ein, der neben ihr steht und ebenfalls die Anzeigen sichtet.

    Da Charlie die Uni schnell verlassen muss, lässt sie sich darauf an und steigt am verabredeten Treffpunkt in das Auto des Unbekannten, der behauptet, Josh zu heißen. Mit dem Zuschlagen der Autotür beginnt Charlies ganz persönlicher Alptraum.

    Erst nach dem Losfahren stellen sich erste Zweifel bei Charlie ein, ob sie die richtige Wahl getroffen hat. Schließlich wurde vor nicht allzu langer Zeit ihre Freundin Maddy ein Opfer des sogenannten Campus-Killers.

    Nach und nach realisiert Charlie:

    „Sie muss raus aus diesem Auto. So schnell wie möglich. Selbst wenn Josh gar keine Bedrohung für sie ist. Die Alternative - dass er eine ist - stellt ein viel zu hohes Risiko dar. (Kindle-Position 1314)

    Cover und Schreibstil:

    Das Cover von „Night – Nacht der Angst“ zeigt eine verschneite Straße sowie die beiden Scheinwerfer eines herannahenden Autos. Im Hintergrund ist dichter Wald zu sehen. Das Cover wirkt auf den Betrachter bedrohlich und passt gut zum Inhalt, da sich ein Großteil der Handlung auf einem Highway abspielt. Der Haupttitel des Buches („Night“) ist quasi durch die Scheinwerfer beleuchtet. Es ist ein außergewöhnliches Cover. 

    Riley Sagers Schreibstil gefällt mir sehr gut. Bei „Night – Nacht der Angst“ macht sich der Autor unter anderem zunutze, dass Autobahnen/ Highways im Dunkeln viel bedrohlicher wirken können als im hellen Tageslicht. Da jeder die Einsamkeit dunkler Auswärtsstraßen kennt, ist ein grundlegend unangenehmes Gefühl beim Lesen vorprogrammiert. Noch dazu ist man beim Lesen ständig über Charlies innere Konflikte im Bilde. Durch die vielen, kurzen Kapitel und die vielen Rückblenden, in denen man viel über Charlies Vergangenheit erfährt, wird die Spannung zusätzlich verstärkt.

    Die Handlung des Buches spielt im Jahr 1991, vielleicht ist das für jemanden, der/die das hier liest, wichtig.


    Fazit und Leseempfehlung:

    „Night – Nacht der Angst“ hat mich von Beginn an in seinen Bann gezogen. Das Buch ist größtenteils sehr spannend geschrieben, und man sich kann sich an sehr vielen Stellen in die Hauptprotagonistin Charlie hineinversetzen. Jeder von uns hat sich schon mal in einer Situation befunden, die zunächst harmlos erschien, dann aber bedrohlich wurde. Genau das passiert Charlie.

    Der Autor Riley Sager hat in die Geschichte mehrere Schlüsselszenen eingebaut. In jeder dieser Szenen HÄTTE sich die Hauptprotagonistin Charlie tatsächlich jedes Mal ganz anders entscheiden können. Eine der wichtigsten Schlüsselszenen ist die Stelle, wo Charlie den begründeten Verdacht hat, dass der sogenannte Campus-Killer sein könnte.

    Beim Lesen dieses Buches saß ich jedoch ein paar Mal ziemlich ratlos da und dachte, wie man nur so naiv wie Charlie sein kann. Das Verhalten und die Gedanken dieser jungen Frau sind für mich nicht typisch für eine Studentin. Noch dazu wurde Charlies Freundin Maddy wie bereits erwähnt erst vor einer Weile Opfer eines Verbrechens. 

    Charlie liebt Filme, und diese Leidenschaft wird ihr teilweise zum Verhängnis, weil sie sich um Kopf und Kragen redet. Dieses liebenswerte Detail hat der Autor aber meiner Meinung nach zu sehr ausgeschlachtet, so dass es im Nachhinein zu abstrus wirkt. 

    Das Ende des Buches ist leider zu konstruiert und unrealistisch, finde ich. Ich hatte beim Lesen zudem leider den Eindruck, dass der Autor die Geschichte einfach nur irgendwie zu Ende bringen wollte. Mit mehr Engagement hätte man vielleicht noch ein plausibles und damit überzeugenderes Ende hinbekommen, schade.

    „Night – Nacht der Angst“ lässt mich irritiert und ein wenig verschreckt zurück. Ich wollte schon längst mal ein Buch von Riley Sager lesen, und ich denke, trotz meiner Kritik wird dieses Buch nicht das letzte, das ich von ihm lese, sein.

    Das für meinen Geschmack zu sehr konstruierte Ende sowie einige zu unrealistische Nebenhandlungsstränge, auf die ich an dieser Stelle nicht eingehen möchte, führen trotz der an sich wirklich guten Idee bei mir leider zu einem deutlichen Punktabzug.

    Ich vergebe für „Night – Nacht der Angst“ deswegen leider nur drei Sterne, empfehle das Buch aber dennoch allen Thriller-Fans.

    „Man kann heutzutage nicht vorsichtig genug sein.“ (Kindle-Position 41)

    Achtung, Triggerwarnung: Dieser Thriller kann Urängste triggern. Zartbesaitete sollten ihn meiner Meinung nach nicht lesen.

    Die Dauerleserin

     

     

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    Cover des Buches Happy New Year – Zwei Familien, ein Albtraum (ISBN: 9783651001169)

    Bewertung zu "Happy New Year – Zwei Familien, ein Albtraum" von Malin Stehn

    Happy New Year – Zwei Familien, ein Albtraum
    Dauerleserinvor einem Monat
    Kurzmeinung: Malin Stehn: Für mich eine der wichtigsten Neuentdeckungen des Jahres!
    Eiskalter Start ins neue Jahr!

    Es ist Silvester. Irgendwo in Schweden macht sich ein Ehepaar auf den Weg zu einer Party. Smilla, die fast volljährige Tochter der beiden, veranstaltet zusammen mit ihrer Freundin Jennifer eine Party. Am nächsten Tag ist Jennifer spurlos verschwunden.

    Cover und Schreibstil:

    Das Cover von „Happy New Year – Zwei Familien, ein Albtraum“ hat, neben dem Klappentext, sofort mein Interesse geweckt. Das Cover zeigt mehrere Rosenknospen, die in einem Eisblock eingefroren sind, weswegen das Cover bei mir gleich auf dem ersten Blick zu einem unglaublich beklemmenden Gefühl geführt hat.

    Auch der Schreibstil hat mich überzeugt, denn die Autorin Malin Stehn schafft es, gleichzeitig emotional und spannend zu schreiben. Die häufigen Perspektivenwechsel sind gelungen und helfen beim Spannungsaufbau.

    Fazit:

    „Happy New Year – Zwei Familien, ein Albtraum“ ist ein Thriller (das Buch wird vom FISCHER Verlag als Thriller eingeordnet, auf dem Cover steht jedoch Roman!) mit Polarisierungspotenzial, was man zum Beispiel auch an den Bewertungen bei Amazon sieht.

    Normaler Weise lese ich keine Bücher, in denen Kinder in Mordfälle verwickelt sind, sei es als TäterInnen oder Opfer. Da mich der Klappentext aber angesprochen hat, habe ich bei „Happy New Year – Zwei Familien, ein Albtraum“ eine Ausnahme gemacht, und ich wurde nicht enttäuscht. Mir persönlich hat dieses Buch sehr gut gefallen, weil es genau genau die richtige Mischung von „total normal“ und „Das gibt‘s doch nicht!“ hat.

    Die Ausgangssituation – ein Ehepaar erlaubt seiner Tochter, eine Party zu Hause zu veranstalten und geht dann selbst zu einer anderen Party – ist aus dem Leben gegriffen und adressiert Urängste: Ab welchem Alter kann man seinem Kind erlauben, allein eine Party zu veranstalten? Habe ich eine Midlife-Crisis? Sind meine Freunde wirklich echte Freunde? Macht meine Ehe noch Sinn? Wie oberflächlich will ich sein, und wie oberflächlich darf ich sein? Dies alles sind Fragen, die wir uns immer wieder stellen. Auch die ProtagonistInnen in diesem Buch sind gezwungen, sich damit zu beschäftigen, ob sie wollen oder nicht.

    In „Happy New Year – Zwei Familien, ein Albtraum“ wird der Alptraum jedes Elternteils wahr: eine junge Frau verschwindet einfach spurlos.  Malin Stehn gelingt es, in ihrem Buch die verschiedenen Phasen, die man durchlebt, wenn eine geliebte Person vermisst wird, zu beschreiben. Jennifers Eltern sind nach einer durchzechten Nacht zunächst ein Stückweit mit sich selbst beschäftigt. Dann aber stellen sie fest, dass Jennifer nicht von der Party zurückgekehrt ist. Sie hoffen zunächst, dass es eine jugendliche Trotzreaktion oder Ähnliches ist, aber dann vergeht immer mehr Zeit, und die Hoffnung, dass Jennifer noch lebt, wird immer kleiner.

    Abgesehen von diesem Haupthandlungsstrang gibt es in „Happy New Year – Zwei Familien, ein Albtraum“ noch viele Nebenhandlungen. So fallen nach und nach fallen die Masken, was nicht für alle Beteiligten angenehm ist. Und auch, wenn die Grundidee der Handlung (eine heile Welt, in der etwas wirklich Schreckliches passiert) nicht neu ist, ist das Buch um Einiges komplexer und tiefgründiger, als es zunächst den Anschein haben könnte. Wie erwartet, gibt es einen wahren Showdown mit einem überraschenden Ende, das mir ebenfalls sehr gefallen hat.

    Hier noch ein beunruhigendes Zitat aus dem Buch:

    „… egal, wie ich die Geschichte drehe und wende, ich komme immer zu dem Schluss, dass wir die Schuld tragen. Zumindest teilweise. Wenn wir den Mädchen nicht erlaubt hätten, in unserem Haus eine Party zu feiern, wäre das alles nicht passiert. Etwas anderes wäre passiert, aber nicht das.“ (Kindle-Position 1517).

    Leseempfehlung:

    Ich vergebe für „Happy New Year – Zwei Familien, ein Albtraum“ sehr gerne fünf Sterne und empfehle das Buch allen Psychothriller-Fans.

    Die Dauerleserin


    Anmerkungen:

    „Happy New Year – Zwei Familien, ein Albtraum“  wurde von Maria Poets ins Deutsche übersetzt.


     

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    Cover des Buches Die Unverbesserlichen – Der große Coup des Monsieur Lipaire (ISBN: 9783550201448)

    Bewertung zu "Die Unverbesserlichen – Der große Coup des Monsieur Lipaire" von Volker Klüpfel und Michael Kobr

    Die Unverbesserlichen – Der große Coup des Monsieur Lipaire
    Dauerleserinvor einem Monat
    Kurzmeinung: Auftakt einer neuen Krimi-Serie des Autorenduos aus dem Allgäu!
    Cela suffit!

    Nach zwölf Kluftinger-Fällen beginnen die beiden Erfolgsautoren Volker Klüpfel und Michael Kobr nun eine neue Krimi-Serie. Der erste Band heißt „Die Unverbesserlichen“ - Der große Coup des Monsieur Lipaire“ spielt an der malerischen Côte d’Azur.

    In der Unterwelt von Port Grimaud, im uralten Kanalsystem, ist ein Schatz versteckt, und der Gelegenheitskriminelle Lipaire hofft auf das große Geld. Doch er kann dies nicht allein durchziehen, und so organisiert er sich ein etwas skurril anmutendes Team, das ihn unterstützen soll. Wenn da nicht diese Leiche im Weg wäre …

    Cover und Schreibstil:

    Das Cover von „Die Unverbesserlichen – Der große Coup des Monsieur Lipaire“ ist wunderschön. Es ist vorwiegend in den französischen Nationalfarben gehalten und wäre mir im Buchladen sofort aufgefallen. Hätte ich nur das Cover bewerten müssen, hätte ich fünf Sterne für dieses Buch vergeben.

    Der Schreibstil des Autorenduos ist wie gewohnt an sich gut. Leider verlieren sich Volker Klüpfel und Michael Kobr in langwierigen Dialogen und Situationsbeschreibungen. Noch dazu werden immer wieder Floskeln und Phrasen auf Französisch eingestreut. Höchst anstrengend und für mich, die einigermaßen Französisch versteht, höchst nervig. Damit es dann richtig nervt, gibt es gleich noch die deutsche Übersetzung obendrauf …, was bei mir die Frage aufwirft, wozu man dann überhaupt noch die Wörterliste am Ende des Buches braucht.

    Die einzelnen Kapitel sind wie gewohnt angenehm kurz. Fraglich ist, ob man die Story nicht auch auf 300 statt auf ungefähr 500 Seiten hätte erzählen können.

    Fazit und Leseempfehlung:

    (Fast) alle Kluftinger-Fälle sind unterhaltsam und gut lesbar. Schon der Extraband („Morgen, Klufti, wird’s was geben“, erschienen 2021 im Ullstein Verlag) zeigte meiner Meinung nach jedoch einen deutlichen Qualitätsverlust. „Affenhitze“, der bisher letzte Kluftinger-Fall (Stand 01/2023, hier geht es zu meiner Rezension), hingegen war dann wieder nicht sooo schlecht, weswegen ich mich hierfür auch zu einer Bewertung mit vier Sternen durchringen konnte.

    Aber jetzt, mit diesem Ausflug an die Côte d’Azur, haben es die beiden Autoren auf die Spitze getrieben, finde ich. Ich habe vor einiger Zeit ein Interview gesehen, wo die beiden ihren Côte d’Azur-Fall kurz vorgestellt haben. Trotz einiger Bedenken habe ich nun „Die Unverbesserlichen – Der große Coup des Monsieur Lipaire“ gelesen, natürlich auch, weil ich ein wenig neugierig war.

    Leider kommen die Autoren mit ihren langwierigen geistigen Ergüssen nicht an herkömmliche französische Krimis, auch nicht an die eher witzigen, heran. Es fehlt das französische Flair, und da hilft auch keine wie auch immer geartete Komik. Um es kurz zu machen Die Unverbesserlichen – Der große Coup des Monsieur Lipaire ist meiner Meinung nach mindestens genauso schlecht wie Kluftinger Weihnachten. Gaunerkomödie, so, so! Gauner ja, komisch ein bisschen, und leider überhaupt nicht spannend. So unspektakulär, dass ich beim Lesen ab und an den Faden verloren habe. Ich bin enttäuscht und rufe beziehungsweise schreibe es hinaus in die Welt: Bitte, bitte, keine weiteren Experimente! Schreibt echte Fälle mit Kluftinger und keinen anderen Blödsinn! Das könnt ihr, und das wollen wir!

    Ich vergebe drei Sterne, diese aber leider nur für die teilweise recht witzige Sprache (abgesehen von dem unnötigen, französischen Blabla) und für das interessante Cover. Falls es jemanden interessiert: Der zweite Fall für Monsieur Lipaire und seine Freunde ist schon für Mai 2023 angekündigt („Die Revanche des Monsieur Lipaire“).

    Die Dauerleserin

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    Cover des Buches Irisblütenmord (ISBN: 9783740812409)

    Bewertung zu "Irisblütenmord" von Julian Biberger

    Irisblütenmord
    Dauerleserinvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Vielversprechendes Debüt: Gruseliges vom Bodensee!
    Gestörte Idylle

    „Irisblütenmord“ ist das Debüt des Autors. Ohne lange herumzufackeln, gibt es schon auf den ersten Seiten des Buches einen grausamen Mordfall. Kommissar Marc Steingruber und seine Kollegin Clara Meißner ermitteln, und es bleibt nicht bei dem einen Toten. Was hat es mit diesen merkwürdigen Tötungsmethoden auf sich? Und warum findet man an jedem Tatort eine getrocknete Irisblüte? Und gibt es tatsächlich eine Verbindung zu einem Verbrechen, dass sich vor vielen Jahren in der Gegend ereignete?

    Cover und Schreibstil:

    Das Cover von „Irisblütenmord“ ist außergewöhnlich und gehört für mich zu den schönsten Buchcovern, die ich in 2022 gesehen habe. Das Cover zeigt eine bestimmte Ecke am Bodensee, alles ist in ein unwirkliches lila Licht getaucht. Das Cover wirkt sehr düster. Vermisst habe ich allerdings eine Irisblüte.

    Ich hatte das Glück, im Rahmen einer Leserunde die Taschenbuchausgabe aus dem Emons Verlag lesen zu können. Der Buchtitel ist hier in Lila auf weißem Grund o, Prägedruck zu finden, wodurch das Buch einen sehr wertigen Eindruck macht. Der Autor Julian Biberger hat einen recht eigensinnigen Schreibstil. Man muss sich ein bisschen darauf einlassen, dann geht alles gut, zumindest bis auf die Passagen, in denen die Protagonisten in den heimischen Dialekt verfallen.

    Fazit und Leseempfehlung:

    Alles in allem habe ich „Irisblütenmord“ sehr gerne gelesen, muss jedoch zugeben, dass ich mich am Anfang ein wenig schwer mit Julian Bibergers Schreibstil tat. Aber als ich erstmal „drin“ war, war alles gut.

    Man merkt bei diesem Buch an vielen Stellen die gute Recherche, und dass sich der Autor an den Orten des Geschehens sehr gut auskennt. Als passionierte Krimileserin hatte ich schon bald eine Vorahnung, wer für die Taten verantwortlich sein könnte, aber dennoch war ich überrascht.

    Marc Steingruber und Clara Meißner sind ein außergewöhnliches Ermittlerpaar, wobei man meiner Meinung nach leider zu wenig über Marc, dafür aber umso mehr über Clara erfährt, was ich sehr schade finde.

    „Irisblütenmord“ ist ein lesenswerter Bodensee-Krimi mit Tiefgang. Lesende, die Regional-Krimis mögen, insbesondere natürlich Lesende aus der Bodenseeregion, werden von diesem Krimi begeistert sein. Sehr gerne vergebe ich vier Sterne für dieses Debüt. Und ja, ich würde noch weitere Krimis von diesem vielversprechenden Autor lesen.

    Die Dauerleserin

    Kommentare: 1
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    Cover des Buches Misstrauen - Schatten der Vergangenheit (ISBN: 9783987500084)

    Bewertung zu "Misstrauen - Schatten der Vergangenheit" von Ines Buck

    Misstrauen - Schatten der Vergangenheit
    Dauerleserinvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Sehr spannend, aber leider schwach bezüglich anderer Bewertungskriterien ...
    Vertraue mir!

    Die Hauptprotagonistin Jane und ihr Mann sind beide im gleichen Krankenhaus als Ärzte tätig. Sie haben eine kleine Tochter. Doch der Familienfrieden ist gefährdet, als Jane aus Zufall erfährt, dass Thomas vor etlichen Jahren in seinem Heimatdorf einen Mord begangen haben soll. Noch dazu hat Jane im Job Ärger, weil einer ihrer Patienten vielleicht durch einen Behandlungsfehler gestorben ist. Sie wird von ihrem Chef vom Dienst suspendiert.

    Da sie aus Thomas nichts über seine Vergangenheit herausbekommt, reist Jane Hals über Kopf in das verschlafene kleine Dorf, um selbst vor Ort zu ermitteln …

    Cover und Schreibstil:

    Das Cover von „Misstrauen“ finde ich sehr gelungen. Es zeigt eine Frau, die an einem Steilufer an der Küste steht und auf ein Haus in der Ferne blickt. Alles in allem ein düsteres Cover, das neugierig macht.

    Die Autorin Ines Buck ist Journalistin. An ihrem Schreibstil ist nichts auszusetzen, er ist flüssig und spannend. Der Titel „Misstrauen“, und auch der Untertitel („Schatten der Vergangenheit“ passen ganz hervorragend zum Inhalt des Buches. 

    Fazit und Leseempfehlung:

    „Misstrauen“ ist von vorne bis hinten spannend. Schon die Situation gleich am Anfang, als der Verdacht aufkommt, dass Thomas etwas Schreckliches verheimlicht, es ist für mich die Schlüsselszene im Buch, ist beunruhigend und macht richtig neugierig. Soweit die Ausgangssituation, und jetzt kommt leider das große Aber: Trotz der großen Spannung ist die Handlung voller Ungereimtheiten und abstruser Verläufe. Es fängt schon damit an, dass Jane Hals über Kopf in dieses Dorf fährt und ihre kleine Tochter bei Thomas lässt, obwohl sie denkt, dass dieser ein finsteres Geheimnis hat. Das würde keine Mutter tun. Allenfalls würde man vielleicht sein Kind bei Freunden oder den Großeltern lassen. Dann geht es aber gleich weiter: in Thomas’ Heimatdorf kann Jane einfach so „ermitteln“. Fast alle, die sie befragt, reden einfach so mit ihr, auch die örtliche Polizei, das ist in meinen Augen lebensfremd. Naja, und leider geht es geht es genauso weiter ... 

    Die Handlung ist meiner Meinung nach viel zu konstruiert, noch dazu gibt es zu viele „Zufälle“ und ein, zwei Nebenhandlungen, die weder interessant sind, noch etwas Sinnvolles zur Handlung beitragen.

    Mit der Hauptprotagonistin Jane konnte ich leider auch überhaupt nicht warm werden. Sie ist in meinen Augen einfach nur dumm und naiv. Sie handelt nicht nachvollziehbar und begibt sich dabei sinnlos in Gefahr.

    Das Ende von „Misstrauen“ wiederum ist gar nicht so schlecht. Es war für mich ein Stückweit voraussehbar, aber zumindest macht es Sinn und erzeugt einen gewissen Aha-Effekt.

    „Misstrauen“ ist ein Thriller, der mich ein wenig ratlos zurücklässt. Ich empfehle „Misstrauen“ allen, denen Spannung wichtiger ist als Logik. Drei Sterne von mir!

    Die Dauerleserin

     


     

     


     

     

     

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    Cover des Buches The Dark (ISBN: 9783426227930)

    Bewertung zu "The Dark" von Emma Haughton

    The Dark
    Dauerleserinvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Antarktis-Thriller. Ein Locked-Room-Thriller. Unbedingt lesen!
    Kein Entkommen

    „The Dark“ spielt in einer abgeschiedenen Forschungsstation in der Antarktis. Die Ärztin englische Kate North hat sich für zwölf Monate dorthin versetzen lassen, weil sie einen deutlichen Cut in ihrem Leben brauchte. Sie ist nun der Ersatz für den französischen Arzt Jean-Luc Bernas, der vor kurzem bei einem Unfall in der Nähe der Forschungsstation ums Leben kam.

    In der Antarktis beginnt der Winter, und es wird tagsüber nicht mehr hell. Auf normalem Weg ist es für viele Monate fast unmöglich, die Forschungsstation zu erreichen. Nach und nach hat Kate Zweifel, ob Jean-Lucs Tod wirklich nur ein Unfall war. Sie fühlt sich zunehmend unwohl und weiß nicht, wem im Forschungsteam sie überhaupt noch trauen kann. Es kommt zu einem weiteren Todesfall. Ist ein Mörder unter ihnen?

    „Hier draußen kann alles Mögliche passieren, und Hilfe ist sehr, sehr weit entfernt.“ (Kindle-Position 372).

    Emma Haughtons erster Thriller!

    Cover und Schreibstil:

    Das Cover von „The Dark“ zeigt eine Taschenlampe mit einem hellen Lichtkegel, in dem Eiskristalle zu sehen sind. Der Rest des Covers ist tiefschwarz. Das Cover ist düster, passt gut zum Buch und macht neugierig.

    Emma Haughtons Schreibstil ist flüssig und gut lesbar. Der Text hat nach meiner Einschätzung auch nicht durch die Übersetzung ins Deutsche glitten. Durch die Ich-Perspektive, aus der die Geschichte erzählt wird, fühlt man sich beim Lesen nahe am Geschehen.

    Das Personenverzeichnis zu Beginn des Buches ist kurzweilig und interessant. Die einzelnen Kapitel hätten für meinen Geschmack etwas kürzer sein können.

    Emma Haughton schafft mit ihrem Schreibstil eine düstere und beklemmende Stimmung, indem sie solche Sätze schreibt:

    „Um uns herum eine unermessliche Wildnis aus Dunkelheit und Kälte. Und niemand wird kommen, um uns zu retten.“ (Kindle-Position 4845)

    Auch die Landschaft in der Antarktis und die Wetterphänomene werden überzeugend beschrieben. Leider erhält man nicht viele Informationen über die Forschungsarbeit des Teams, dies habe ich ein bisschen vermisst.

    Fazit und Leseempfehlung:

    „The Dark“ ist ein Antarktis-Thriller, der es in sich hat. Das Tückische an diesem Buch ist, dass sehr lange nichts wirklich Spannendes passiert, und die Spannung dann auf einmal in die Höhe schießt. Der Showdown im letzten Viertel des Buches war nervenaufreibend.

    Die Autorin verwendet viel Energie, um die Gedanken ihrer Hauptprotagonistin Kate darzustellen. Lange Zeit wusste ich beim Lesen nicht, ob ich Kate sympathisch finde oder nicht. Durch ihre diversen persönlichen Probleme verhält sich Kate teilweise irrational, und auch ihre Gedanken sind naiv und schwierig nachvollziehbar. Letztendlich ist es auch Kates Schuld, dass sich die Situation auf der Forschungsstation immer mehr zuspitzt. Kate steigert sich am Ende in eine wahre Paranoia hinein, die sie kaum noch beherrschen kann:

    „Was wird uns zuerst erwischen?, frage ich mich. Der Mörder oder die Kälte?“ (Kindle-Position 4552)

    Das ganze Team hat mit der Dunkelheit und den sehr beengten Wohnverhältnissen in der Forschungsstation zu kämpfen, und es war sehr interessant, zu lesen, wie jeder Einzelne damit umgeht.

    „The Dark“ schwächelt meiner Ansicht nach stellenweise ein wenig. Zum einen, weil die Geschichte ein Stück weit ziemlich konstruiert daherkommt, zum anderen, weil das Tatmotiv in diesem Thriller ein wenig unspektakulär ist. Außerdem ist mir nicht klar, wie Kate das Auswahlverfahren für die Stelle als Ärztin mit ihren persönlichen und gesundheitlichen Problemen überhaupt erfolgreich durchlaufen konnte. Diese beiden Kritikpunkte treten aber schnell in den Hintergrund, wenn einen das Buch erstmal in seinen Bann gezogen hat. Das Ende des Buches ist überraschend und für meinen Geschmack ein wenig zu schnell.

    Zum Schluss noch ein echter Gänsehaut-Satz aus diesem Buch:

    „Rote Jacken vor weißem Schnee. Das einzige Leben im Umkreis von Hunderten von Meilen. Nur wir dreizehn. Ganz allein.“ (Kindle-Position 798)

    Ich vergebe für „The Dark“ vier Sterne und empfehle diesen Thriller allen Locked-Room-Thriller-Fans.

    Die Dauerleserin

    Kommentare: 1
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