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Esme--

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    Cover des Buches Serafina Black – Der Schatten der Silberlöwin (ISBN: 9783737342605)

    Bewertung zu "Serafina Black – Der Schatten der Silberlöwin" von Robert Beatty

    Serafina Black – Der Schatten der Silberlöwin
    Esme--vor 2 Tagen
    Kurzmeinung: Ein packender Plot - spannend und intelligent
    Ein packender Plot - spannend und intelligent

    Inhalt:


    Serafinas Vater hatte einst dabei geholfen, das Biltmore Anwesen mit zu erbauen. Heute hilft er dabei, die Heizanlagen, die Aufzüge und die anderen mechanischen Vorrichtungen in Schuss zu halten. Dass er gemeinsam mit seiner Tochter im Keller des Herrenhauses sein Quartier aufgeschlagen hat, das weiß jedoch niemand.

    Bei einem ihrer Streifzüge durch die Kellergewölbe des Herrenhauses macht Serafina eine unglaubliche Entdeckung. Ein Mädchen scheint sich hierher verirrt zu haben. Sie ist auf der Flucht. Vor einem Mann in einem dunklen Umhang. Serafina überlegt, dem Mädchen zur Hilfe zu eilen, doch der Mann wirkt kräftig und sehr unheimlich. Serafina weiß gar nicht, wie ihr geschieht, als der Mann den Umhang über seinem Opfer ausbreitet und dieses plötzlich wie vom Erdboden verschwindet.

    Völlig aufgelöst möchte Serafina irgendwem von ihren Beobachtungen erzählen. Doch ihr Vater glaubt ihr nicht. Als kurz darauf das ganze Haus in Aufruhr ist, weil die Eltern des verschwundenen Kindes dieses nirgendwo auffinden können, wagt Serafina ein Risiko. Die Warnungen ihres Vaters noch genau im Kopf, niemand dürfe von ihrer Existenz wissen, spricht sie in einem mutigem Moment dennoch den Neffen des Eigentümers, Vanderbilt Braeden, an. Sie erzählt ihm von ihren Beobachtungen.

    Und bald darauf findet Serafina einen Verbündeten und befindet sich mitten in dem größten Abenteuer ihres Lebens, denn die geheimnisvolle Gestalt aus dem Keller hat nicht vor, seinem Tun ein Ende zu setzen. Bald schon verschwinden weitere Kinder und Serafina wird das Gefühl nicht los, dass der Mann mit dem schwarzen Umhang nicht wahllos agiert.



    Meinung:


    Robert Beatty legt eine spannende Geschichte, eingebettet in das Setting des abgelegenen Herrenhaus der Vanderbilts vor. Nicht nur das Kellergewölbe ist riesig groß, überall gibt es Luftschächte und Kanäle. Die Vanderbilts geben gerne Partys. So befindet sich oberhalb von Serafinas “Heimat“ eine andere Welt. Hier laufen die Besitzer und ihre Gäste in edle Gewänder gekleidet herum. Die Zimmer sind mit den schönsten und teuersten Möbeln eingerichtet. Überall findet man Prunk und Glamour. Verborgen in den Räumen finden sich überall Geheimgänge. Ein Abenteuerspielplatz, der jeden Tag einlädt, Neues zu entdecken.

    Serafia ist anders als die Menschen da oben. Nicht nur, dass ihr Vater und sie kein Geld und so gut wie keinen Besitz haben, sie zeigt auch anatomische Besonderheiten. Statt fünf Zehen besitzt sie an jedem Fuß nur vier. Dafür ist sie unglaublich flink und wendig. Das macht sie zu einer hervorragenden Kammerjägerin.

    Bei ihren Streifzügen durch das Haus bekommt Serafina allerhand mit. Sie weiß nur zu genau, was sich die Angestellten über den Wald und den daran angrenzenden Friedhof erzählen. Im Wald sollen dunkle Mächte herrschen und unter den Grabplatten des Friedhofes angeblich keine Körper mehr liegen. Dort draußen soll es unglaublich gefährlich sein.

    Als Serafina eines Nachts beobachtet, wie ein Mann mit einem schwarzen Umhang einfach ein Mädchen verschwinden lässt, macht sie sich auf, um Hilfe zu suchen.

    Serafina übernimmt Verantwortung und schlägt sämtliche Warnungen ihres Vaters in den Wind. Sie findet in Braeden, dem Neffen der Besitzer des Herrenhauses, einen Verbündeten. Auch über Braeden gibt es Gerüchte. Es heißt, er sei menschenscheu, aber tierlieb.

    Robert Beatty macht es seinen Figuren nicht leicht. Die Jagd nach dem Täter ist nicht einfach. Zudem sind sich sowohl Braeden als auch Serafine nicht sicher, ob sie nicht selbst bald zu Opfern des geheimnisvollen Entführers werden.



    Fazit:


    Robert Beatty schreibt mit „Serafina Black – Im Schatten der Silberlöwin“ eine atemberaubende Abenteuer- und Freundschaftsgeschichte. Ein klug komponiertes Werk, das die Geschichte zweier Außenseiter auf faszinierende Weise mit der Geschichte vom Kinderraub verbindet.

    Eine absolute Empfehlung von mir für Leser/innen, die spannende Fantasylektüre schätzen. Fesselnd und doppelbödig.

    FISCHER KJB spricht für diesen Roman eine Altersempfehlung "ab 11 Jahren" aus. Diese ist auf Grund der geschilderten Ereignisse gerechtfertigt. Durch ihre sprachlichen Fähigkeiten erzeugt die Autorin sehr plastische Bilder, die gegebenenfalls zu einem unruhigen Schlaf führen könnten.

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    Cover des Buches Küsse im Sommerregen sind auch nur nass (ISBN: 9783734850530)

    Bewertung zu "Küsse im Sommerregen sind auch nur nass" von Ciara Smyth

    Küsse im Sommerregen sind auch nur nass
    Esme--vor 9 Tagen
    Kurzmeinung: Küsse im Sommerregen sind auch nur nass ist eine süße Liebesgeschichte mit Tiefgang.
    Süße Liebesgeschichte mit Tiefgang

    Inhalt: 

    Saoirses Leben läuft momentan suboptimal. Ihr Vater verkündet ihr von einem Tag auf den anderen, dass er wieder heiraten würde. Seine Affaire. Saoirse kann es einfach nicht fassen. Wie kann ihr Dad ihre Mutter einfach so im Stich lassen. Sicherlich, sie wohnen seit einiger Zeit nicht mehr zusammen. Aber doch nicht endgültig, sondern nur ihrer speziellen Lebenssituation geschuldet. Saoirses Mutter leidet seit längerem unter Demenz. Mittlerweile erkennt sie nicht mal ihre Tochter wieder. Geschweige denn ihren Mann.


    Während Saoirses Vater seiner eröffnet, dass er die Realität nicht mehr aushält, und sich eben eine neue Partnerin an seiner Seite wünscht, empfindet es diese beinahe als Verrat, nur darüber zu sprechen.


    Eigentlich bräuchte Saoirse jemanden, um über ihre Probleme zu sprechen. Doch sowohl die Beziehung zu Hannah als auch zu ihrer besten Freundin sind vor kurzem in die Brüche gegangen. Sie hat nun niemanden mehr, dem sie sich anvertrauen kann.


    Als Saoirse auf der Party ihres Hassfreundes Oliver dessen Cousine Ruby kennenlernt, spürt sie unerwartete und vor allem unerwünschte Gefühle aufkommen. Auf keinen Fall möchte sie zur Zeit einen Menschen wieder näher an sich heranlassen. Wer sich außerhalb des rationalen Diskurses bewegt und sich zu seinen Gefühlen bekennt, das hat Saoirse gelernt, legt sein Innerstes offen und macht sich verletzbar. Doch Ruby macht es Saoirse nicht einfach.


    Ruby ist so unbeschwert und locker und voller positiver Energie. Und bald schon spürt Saoirse den Widerstand bröckeln. Bevor sich Saoirse versehen kann, befindet sie sich auch schon in ihrer persönlichen romantic comedy. Wer hätte gedacht, dass romantische Komödien soviel mit Horrorfilmen gemeinsam haben?




    Meinung: 

    Saoirse hat es im Leben nicht einfach. Ihre Mutter leidet unter Demenz, ihr Vater ist kurz davor, neu zu heiraten. Die Beziehung zu ihrer besten Freundin ist zerbrochen und ihre Beziehung hat zu allem Überfluss vor kurzem auch noch mit ihr Schluss gemacht. Kurzum: Das Leben hat Saoirse enttäuscht. Es gibt niemanden, dem sie sich wirklich anvertrauen und mit dem sie über ihre Probleme sprechen kann.

    Das führt dazu, dass sich Saoirse von ihrem Umfeld weiter isoliert. Sie möchte keine neuen Beziehungen knüpfen. Diese bringen erfahrungsgemäß nur Kummer und Sorgen mit sich.


    Saoirse ist anfangs verbittert. Sie berichtet davon, dass sie gerne Penisse auf die Schultische malt und hat keine Hemmungen, bei einer Party in das Blumenbeet des Gastgebers zu kotzen oder Räumlichkeiten, die für Besucher gesperrt sind, ohne ersichtlichen Grund aufzusuchen. Kurzum: Sie missachtet ständig Regeln, ohne ein schlechtes Gewissen dabei zu haben.


    Auf einer Party ihres Hassfreundes Oliver lernt Saoirse dann dessen Cousine Ruby kennen. Ruby ist der Kontrastcharakter zu Saoirse. Sie gibt sich anfangs ein wenig naiv und treibt Saoirse schnell in den Wahnsinn. Ruby steckt voller verrückter Ideen. Mit Leichtigkeit gelingt es ihr, Saoirse um den Finger zu wickeln. Saoirse muss schnell feststellen, dass ihr Plan, keine festen Beziehungen mehr einzugehen, ziemlich schnell ins Wanken gerät.


    Saoirse liebt Horrorfilme. Während Ruby ein großer Fan von romantischen Komödien ist. Schon beim zweiten Treffen schmiedet Ruby also einen Plan. Saoirse und sie werden typische Szenen aus den besten und gängigsten Rom Coms zusammen nacherleben. Dazu gehören Dinge wie ein Jahrmarktbesuch (Ungeküsst und Love, Simon), dem anderen etwas beibringen (Teen Lover und eine Hochzeit zu dritt), Karaoke (Die Hochzeit meines besten Freundes und 500 Days of Summer). Saoirse ist nicht begeistert. Doch sie würde Ruby auch unheimlich gerne näher kommen. Und dieses „Spiel“ trägt nun mal dazu bei.


    Schon beim ersten Date muss Saoirse feststellen, dass romantische Komödien doch sehr viel mit Horrorfilmen gemeinsam haben: Im Riesenrad weit oben feststecken, mit Blick auf die Ex-Freundin und dringend pinkeln müssen. Das ist doch nicht das, was man sich unter einem romantischen Film vorstellt, oder? Ruby sieht das in ihrer optimistischen Art ganz anders. Sie hätte Saoirse vorwarnen müssen, entschuldigt sie sich. Denn jeder gute Liebesfilm ist eine subtile Geschichte der Liebe und der Katharsis.




    Fazit: 

    Ciara Smyth schreibt mit „Küsse im Sommerregen sind auch nur nass“ eine Geschichte, in der die Protagonistin schrittweise ihr Herz wiederentdeckt.


    Indem sie keine Nähe mehr zulässt, schützt sich Saoirse vor verletzten Gefühlen und Trennungsschmerzen. Doch als sie auf Ruby trifft, bricht sie mit den selbst auferlegten Restriktionen. Denn man weiß ja schließlich nur zu gut, „Gegensätze ziehen sich an, bis sie mit voller Wucht aufeinander prallen“.


    Das Leben ist ein Labyrinth, das keine Rücksicht auf deine Pläne nimmt. Und davon erzählt Ciara Smyth virtuos, sehr ernsthaft und dann wieder mit einem Augenzwinkern. Wie man will.


    Ich kann „Küsse im Sommerregen sind auch nur nass“ an Leser/innen empfehlen, die eine süße Liebesgeschichte suchen, die aber auch Tiefgang hat.




    Buchzitate: 

    Ich lachte und küsste sie gleich noch mal und ihr Kichern perlte über meine Lippen wie Champagnerbläschen.

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    Cover des Buches A Reason To Stay - Liverpool-Reihe 1 (ISBN: 9783473585984)

    Bewertung zu "A Reason To Stay - Liverpool-Reihe 1" von Jennifer Benkau

    A Reason To Stay - Liverpool-Reihe 1
    Esme--vor 15 Tagen
    Kurzmeinung: Man braucht Zeit, um reinzukommen. Nimmt man sich Geduld für das Buch, dann wird man mit einer sehr emotionalen Geschichten belohnt.
    Man braucht Zeit, um hineinzukommen

    Inhalt:

    In Liverpool möchte Billy ein neues Leben anfangen. Ihr großer Wunsch ist es einen Assistenzplatz für Kuration im Naturkundemuseum zu ergattern.

    Die Party, im Anschluss an die Führung durch das Mary Annings Museum, möchte Billy nutzen, um Kontakte zu den Mitarbeitern zu knüpfen und networking zu betreiben.

    Das Schicksal meint es nicht gut mit Billys Plänen. Erst fällt sie, nachdem sie jemand geschubst hat, direkt in die Arme eines Fremden, dann setzt ihre Freundin Olivia alles daran, die Party möglichst zeitnah zu verlassen.

    Olivia tut der Vorfall leid. Sie hat eine gute Entschuldigung, die jedoch nicht die verpassten Kontakte aufwiegt. Ihr schlechtes Gewissen versucht sie zu beruhigen, indem sie ein heimliches Treffen zwischen dem Fremden von der Treppe und Billy organisiert..

    Sowohl Cedric, so der Name des Fremden, als auch Billy sind davon anfangs nicht begeistert. Doch sie machen das Beste aus der Situation. Bald aber merken beide, dass sie einen guten Draht zueinander haben. Schnell wird jedoch klar, dass Cedric nur an einem schönen Abend interessiert ist. Auch Billy möchte eigentlich eher ihr Leben konsolidieren.
    So entsteht die Geschichte zweier Figuren, die weder miteinander noch ohne einander leben können.

    Billy erfährt in Gesprächen von Gerüchten, die sich um Cedric drehen. Er scheint jemand zu sein, der seltsam unberührt bleibt, der oft beobachtet und doch keine Nähe zulässt. Freundschaften sucht er nicht, Beziehungen bleiben oberflächlich. Und das hat auch einen guten Grund: Denn die düsteren Gedanken und Gefühle, die ihn in schwierigen Zeiten überkommen, kann Cedric nicht beherrschen.


    Meinung:

    Jennifer Benkau macht es ihren Lesern anfangs nicht leicht, ihre Figuren zu finden und der Handlung zu folgen.

    Der Leser lernt Billy kennen. Eine selbstbewusste junge Frau, die scheinbar in ihrer Vergangenheit sehr schlechte Erfahrungen gemacht hat. Eine Zeit lang musste sie in ihrem Auto schlafen. Irgendetwas hat sie aus ihrer alten Heimat vertrieben. In Liverpool hat sie nun Fuß gefasst. Hier ist sie auf die quirrlig spontane Olivia getroffen, die sie auch prompt in ihrer WG aufgenommen hat. Billy hat Träume und Ziele. Sie möchte unbedingt die Assistenzstelle für Kuration im Naturkundemuseum ergattern.

    Als Billy auf Cedric trifft, nimmt ihr Leben jedoch eine unerwartete Wendung. Cedric ist ein Junge, der mit seinem Charme sofort von sich zu überzeugen weiß. Er trägt ein schiefes Lächeln auf den Lippen, ist entwaffnend ehrlich und flirtet hemmungslos. Bereits beim ersten Zusammentreffen möchte er Billy gleich zu einem gemeinsamen Frühstück einladen.

    Cedric studiert Meeresbiologie an der Liverpooler University. Also genau dort, wo Billy im “ Sweet & Cheesy“, einem kleinen Campusrestaurant, arbeitet.

    Im ersten Teil des Buches lernt der Leser die Figuren besser kennen. Als Leser muss man sich daran gewöhnen, dass der Anfang der Beziehung geradezu in Lichtgeschwindigkeit erzählt wird.
    Gemeinsam besuchen sie Restaurants. Cedric geht auf eine Forschungsreise und berichtet Billy davon. Das ist alles manchmal verwirrend und vielschichtig, manchmal anekdotisch-abschweifend und oft unübersichtlich.

    Cedric quälen, das ergibt sich nach einigen Seiten, düstere Gedanken, die er selbst als Gewitter bezeichnet. Er erscheint auf Außenstehende immer wie ein fröhlicher Mensch, der mit seinen Problemen gut umgehen kann. Doch das ist nicht so.

    Es dauert, bis Cedric über seine Krankheit spricht. Die Auswirkungen, die eine Depression auf Betroffene und ihre Umwelt haben kann, werden von ihm sachlich und nüchtern in Gesprächen dargestellt.

    Erst in der letzten Hälfte des Buches kam für mich ein richtiger Lesesog auf. Billy und Cedric haben gemeinsame Erfahrungen gesammelt und die waren nicht immer einfach. Die Beziehung, die beide zueinander aufgebaut haben, ist sehr intensiv und zugleich unglaublich rücksichtsvoll.

    Und gerade da, wo sowohl Cedric und Billy nicht mehr ohne einander können. Da, wo der Leser die beiden auch unbedingt zusammen sehen möchte, obwohl er begreift, dass diese Beziehung alles andere als einfach ist, da holt Billy ihre Vergangenheit ein.

    Im letzten Viertel des Buches setzte all das ein, was ich über die Seiten hinweg vermisst habe. Cedric und Billy führen unglaublich intensive Gespräche. Sie zeigen einen bedingungslosen Zusammenhalt und lassen sich dennoch gegenseitig alle Freiheiten. Hier bleibt die Sprache oft sachlich und trifft die Leser doch mitten ins Herz.


    Fazit:

    Zugegeben, "A Reason to Stay" von Jennifer Benkau erfordert eine Portion Durchhaltevermögen, aber der Leser wird bestens für seine Mühe belohnt.

    Man braucht Zeit, um hineinzukommen in Benkaus Roman. Der Anfang hallt verwirrend und vielschichtig, abschweifend und unübersichtlich nach.

    Das Ende entschädigt aber für einige überflüssige Seiten zuvor. Im letzten Viertel erlebt der Leser Momente beeindruckender Schönheit, emotionaler Tiefe und scharfsinniger Gespräche. Hier findet sich ein gelungenes Buch über den Luft- und Lebensräuber Depression.

    Ein Buch dem man sich als Leser mit Geduld und großer Neugierde nähern sollte. Lesern die das mitbringen, ist das Buch zu empfehlen.


    Buchzitate:

    „Alles ist gerade so falsch, alles. Ich weiß nicht wohin ich soll.“ „Im Zweifel zu mir. Bei mir bist du richtig, okay?“

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    Cover des Buches Die Chroniken von Peter Pan - Albtraum im Nimmerland (ISBN: 9783764532369)

    Bewertung zu "Die Chroniken von Peter Pan - Albtraum im Nimmerland" von Christina Henry

    Die Chroniken von Peter Pan - Albtraum im Nimmerland
    Esme--vor 23 Tagen
    Kurzmeinung: Christina Henry zeigt den Helden Peter Pan von seiner düsteren Seite. Absolute Leseempfehlung!
    Peter Pan mal anders

    Inhalt: 


    In der Stadt war es dreckig und dunkel, dort lebten die Großen, die einem Essen klauten, einem Angst einjagten und einen in den Dreck schubsten.

    Wenn Peter einen verlorenen Jungen aufsuchte, dann machte er ihm ein Versprechen: Auf der Insel würde alles besser werden. Dort gibt es zu Essen, so viel man wollte. Keiner schlägt einen, man schläft in den Bäumen und schmeckt das Salz des Meeres in der Luft. Auf Peters Insel zu leben, bedeutet jeden Tag Schätze zu suchen und Spaß zu haben.

    Kein Wunder, dass es Peter immer wieder mit Leichtigkeit gelang, neue Jungen mit auf die Insel zu bringen. Jungen, die als Ersatz für diejenigen dienen sollten, die erst vor kurzem gestorben waren …


    Meinung: 


    Wer kennt sie nicht, die Geschichte von Peter Pan. Dem kleinen Jungen, der fliegen konnte, der Kinder von ihren bösen Eltern erlöste und diese zu sich ins Nimmerland holte. Ein Land voller Phantasie und Spaß. Mit Piraten, die als einzige Antagonisten angelegt waren.

    Christina Henry erzählt in ihrem Buch, “Die Chroniken von Peter Pan – Albtraum im Nimmerland“, eine andere Geschichte aus der Sicht von Peter Pans “bestem Freund“ Jamie. Dem ersten Jungen, den Peter damals auf die Insel geholt hatte, und der immer glaubte, etwas Besonderes für Peter zu sein. Er war kräftiger als alle anderen und mutiger. Wenn Peter seine Geheimnisse teilte, dann mit Jamie. Wenn er mit jemandem spielen wollte, dann am liebsten mit ihm.

    Jamie ist klug. Er hatte Peters Fassade im Gegensatz zu den anderen Jungen schnell durchschaut. Peter liebt es zu lügen. Ziele, über die eigene Person hinaus, verfolgt er nicht. Er will Spaß haben, er will immer im Mittelpunkt stehen. Man soll ihn bewundern und zu ihm aufschauen. Tut man das nicht, dann weckt man seinen Zorn und das hat Konsequenzen.

    Besonders “auf dem Kieker“ hat Peter jedoch Charlie. Mit seinen fünf Jahren ist er der Jüngste in Peters Gruppe. Damals wollte Peter diesen Jungen unbedingt haben. Warum, das erschließt sich Jamie im Nachhinein nicht, denn nun möchte Peter nur noch eines: Charlie los werden. Der Junge ist ihm ein Dorn im Auge. Ständig weint er und hängt an Jamies Rockzipfel. Man kann einfach keinen Spaß mit ihm haben. Gerade weil er noch so jung und schutzbedürftig ist, kümmert sich Jamie ganz besonders um den Kleinen. Er weiß, wozu Peter im Stande ist. Er weiß, was es bedeutet, wenn Peter eine Geschichte von einem kleinen Küken erzählt, dem ein Krokodil im Schatten auflauert, das unbedarft über die Wiese läuft und letztlich von dem Monster verschlungen wird. Wenn Peter dies erzählt, dann figurativ: Das Küken ist Charlie und das Krokodil im Schatten er selbst.

    Christina Henrys Buch verspricht Spannung und subtilen Horror. Peters Gruppe verfolgt eine gemeinsame, sozialdarwinistische Ideologie. Ist man stark und klug, hat man gute Überlebenschancen. Ist man das nicht, so wird man früher oder später sterben. Sei es im Kampf gegen Gruppenmitglieder, gegen die Piraten oder gegen die Vieläugigen. Dass Peter einem helfen wird, das sollte man nicht erwarten, denn Peter schert sich nicht um den Verlust eines Jungen. Schließlich ist es so einfach, einen neuen Spielkameraden aus der Anderswelt zu holen.

    Wenn Peter zum Kampf gegen die Piraten auffordert oder des Nachts zum Schwimmen bei den Meerjungfrauen einlädt, dann klingt das nach Spaß. Dass Piraten und Haie ihre Opfer fordern, davon wissen die Jungs nichts.

    Peter ist ein Meister darin anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben. Wenn also etwas schief läuft, dann gibt es dafür eine gute Erklärung. Ein Missgeschick, über das nicht lange gesprochen wird. Stattdessen lenkt Peter ab, mit neuen Ideen, fantastischen Geschichten, mit Lachen und Schabernack. So gelingt es schnell, Probleme zu verdrängen und auch düstere Geschehnisse geraten sehr schnell in Vergessenheit.


    Fazit: 


    Mit die "Chroniken von Peter Pan – Albtraum im Nimmerland" schreibt Christina Henry ihre zweite Märchenadaption. Diesmal aus der Sicht von Peter Pans “rechter Hand“, Jamie. Dem Jungen, den Peter als erstes auf seine geheime Insel Nimmerland geholt hatte. Der Junge, der Peters Posse durchschaut, der ständig bemüht ist, die Jungen zu beschützen, weil es kein anderer tut.

    Wie bereits aus den Chroniken von Alice bekannt, gelingt es der Autorin über den lauernden Horror des Lebens in einem Märchen zu berichten. Peter Pan entpuppt sich bei ihr als sozialdarwinistische Dystopie. Peter ist hier ein mit allen Eitelkeiten der Welt ausgestatteter prototypischer Narzisst und zugleich ein Meister der Manipulation.

    Für zartbesaitete Leser ist dieses Buch nichts. "Die Chroniken von Peter Pan – Albtraum im Nimmerland" verspricht aber Spannung und subtilen Horror. Das Ende kommt recht flott, wenn nicht sogar ein Stück weit überstürzt daher, was dem Lesespaß aber keinen Abbruch tut.

    Für mich ist und bleibt Christina Henry ein Geheimtipp. 

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    Cover des Buches Magic Twins: Geschichte zum Bild (ISBN: B09821N9KJ)

    Bewertung zu "Magic Twins: Geschichte zum Bild" von Derek K. Adler

    Magic Twins: Geschichte zum Bild
    Esme--vor einem Monat
    Klare Leseempfehlung

    Inhalt: 

    Für einen kleinen Moment geriet Raven ins Zögern. Sollte sie in den Mondsee springen? Hinter ihr kamen bereits zwei verhüllte Gestalten angerannt. Es gab nur diesen einen Weg, um den magischen Geschossen, die die zwei Verfolger auf sie abfeuerten, auszuweichen, und es gab auch nur eine Möglichkeit, wie sie ihr Schicksal, das ihrer Schwester und das von Sophie würde ändern können: Den Weg durch den Torbogen, den Sprung in den Mondsee. Auch wenn Raven wusste, dass ihr eine große schier unlösbare Aufgabe, ein Kampf und eine düstere Zukunft bevorstehen würden, so hatte sie kaum eine andere Wahl. Sie war die Mutigere der beiden Schwestern. Sie war die Hoffnungsträgerin. Sie war die, die eine Änderung würde herbeiführen können … oder?



    Meinung: 

    Derek K. Adler schreibt mit „Magic Twins“ seine erste Kurzgeschichte zu seiner neuen Reihe, „Geschichte zum Bild“. Auf seiner Instagramseite stellt der Autor in regelmäßigen Abständen selbsterstellte Bildkompositionen vor, die den Betrachter zum Abtauchen in fremde, fantastische Welten einladen. Einige dieser Bilder nimmt Derek K. Adler zum Anlass, um sie mit einer Kurzgeschichte zu verknüpfen.

    In „Magic Twins“ geht es, wie der Name schon sagt, um zwei magiebegabte Zwillinge. Der Leser lernt auf den ersten Seiten Raven kennen, die sich, auf der Flucht vor zwei Angreifern, durch einen Torbogen und die Oberfläche eines Mondsees direkt in eine andere Welt katapultiert.

    Schnell muss die toughe Frau feststellen, dass ihre Erinnerungen lückenhaft sind. In der Hand hält sie einen Zettel mit einer Botschaft, die sie auffordert, in ihr Auto zu steigen, sich ihre Schwester zu schnappen und die Flucht anzutreten. Viel überraschender als der Text selbst ist jedoch die Tatsache, dass Raven ganz klar ihre eigene Handschrift wiedererkennt. Hier geht etwas ganz und gar nicht mit rechten Dingen zu.

    Bald schon trifft Raven auf ihre Schwester. Beide erinnern sich, dass sie auf der Suche nach Sophie sind. Sie wissen weder, wie sie aus der fremden Welt entkommen können, noch wie sie Sophie helfen könnten. Hier offenbart sich eine mystische Queste.

    Der Leser begleitet die zwei Schwestern auf ihrer Suche und verfolgt dabei das ein oder andere Streitgespräch. Denn die Beiden sind charakterlich sehr unterschiedlich. Raven prescht gerne vor, Cat hingegen schreitet lieber überlegt voran. Raven scheut keinen Konflikt, während Cat eher konformistisch modelliert ist. Während Cat sich für Archäologie begeistern kann und gut 70.000 Follower auf Instagram hat, beschreibt Raven sich selbst als erfolglose Tätowiererin, die sich allerdings damit rühmen kann, Dracula getötet zu haben.

    Es gibt jede Menge Dialoge und viel Humor, sodass man oft schmunzeln und an manch Stelle herzhaft auflachen muss.



    Fazit: 

    Derek K. Adler veröffentlicht mit „Magic Twins“ seine zweite Kurzgeschichte und mit dieser zugleich als Selfpublisher den Auftakt zu einer neuen Reihe.

    Der, wie man heute so schön sagt, Unique Selling Point dieser Reihe ist, dass es sich um Geschichten zu einem im Vorfeld entstandenem Bildcomposing des Autors handelt, das dieser zuvor auf seinem Instagramprofil für seine Leser hochgeladen hat.

    Solch ein Auftakt wie „Magic Twins“ verlockt zu mehr. Die Geschichte bietet subtile Spannung, gelungene Dialoge, Humor und eine stringente Charakterzeichnung der Hauptfiguren.

    Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.


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    Cover des Buches Handlettering - Layout & Komposition (ISBN: 9783747502815)

    Bewertung zu "Handlettering - Layout & Komposition" von Julia Winkler

    Handlettering - Layout & Komposition
    Esme--vor einem Monat
    Kurzmeinung: Auch fortgeschrittene Letterer können hier noch viel mitnehmen. Die Autorin erklärt, worauf man achten muss, damit ein Handlettering optisch
    Handlettering Layout und Komposition

    Inhalt: 


    In ihrem Buch „Handlettering Layout und Komposition“ widmet sich Julia Winkler der Optik eines Schriftzuges. Wie nutzt man Weißräume eines Letterings so, dass das Bild für den Betrachter stimmig wirkt? Schmuckelemente, Schnörkel, aber auch die Buchstabenabstände sollten stimmig platziert sein. Hierfür muss man sich der Hohlräume eines Bildes bewusst sein. Ein Schnörkel, an der falschen Stelle gesetzt, kann einen Schriftzug unausgewogen wirken lassen.

    Es fängt bereits beim leeren Papier an. Das Format, aber auch die Ausrichtung (Quer- oder Hochformat?!), spielt eine große Rolle für dein Lettering. Ein kleines Wort, auf das Querformat eines A3-Papier gelettert, wirkt völlig anders als ein Lettering auf einem hochkantig ausgerichtetem A5 Blatt.

    Welche Schriftarten wirken harmonisch zueinander? Welche Buchstaben wirken nebeneinander bei gleichem Abstand dennoch optisch zu weit auseinander. Wo kann man Abstände verringern, wo sollte man sie erweitern? Auch die Optische Mitte unterscheidet sich von der tatsächlichen Mitte. Und das sind nur die Anfänge. 



    Eigene Meinung: 


    Julia Winkler erklärt auf 240 Seiten sehr ausführlich, wie man ein Lettering optisch besser präsentieren kann. Oft sind es die falsch genutzten Weiß- bzw. Hohlräume, die für ein unausgewogenes Schriftbild verantwortlich sind.

    Wie bereits aus dem Hause mitp gewohnt, kommt auch dieses Buch wieder mit ausführlichen und hilfreichen Informationen daher, so dass selbst erfahrene Zeichner noch einiges dazu lernen können. Beispielbilder im Innenteil lockern den Text auf und helfen das Gelernte gut zu verstehen. Die Autorin motiviert zum Nachmachen. Besonders gefallen hat mir, dass zum Ende eines jeden Kapitels ein kleiner Kasten alles Wesentliche des Kapitels noch einmal kurz zusammenfasst, so dass man das Gelernte noch einmal kurz rekapitulieren kann.

    Vor dem Lesen des Buches habe ich ein Lettering, Schnörkel und Schmuckelemente eher intuitiv gezeichnet bzw. gesetzt. Nach dem Lesen dieses Buches weiß ich, dass das nicht der Zenit der Kunstfertigkeit ist. Mit einem geschulten Auge kann man erkennen, wie man sein Lettering besser macht, wie es auf den Betrachter stimmig wirkt.

    Neben der korrekten Gewichtung eines Letterings, der Nutzung von Weißräumen, spielt unter anderem auch die Hierarchie eine Rolle. Welche Worte sind mir wichtig, wie setze ich sie gekonnt in Szene? Schaffe Kontraste, das macht dein Lettering aufregender. Nutze möglichst nicht zu viele unterschiedliche Schriftarten, damit das Bild fürs Auge stimmig bleibt.

    Mit einer optischen Gestaltung sollten die Emotionen, die das Wort bzw. der Satz vermitteln soll, herausgearbeitet werden.

    Auch macht es Sinn, vorab eine Form festzulegen, in die du dein Lettering betten möchtest. Julia Winkler stellt in ihrem Buch verschiedene Möglichkeiten vor. So lernt der Leser unter anderem auch mehr über Grids und Raster.

    Abschließend wirft die Autorin noch einen kurzen Blick auf die Themen „Farbe im Lettering verwenden“ und „Verzierungen“. 



    Fazit: 


    Das Buch kommt anfangs nicht gerade niedrigschwellig daher. Die Bilder aus der Leseprobe wirken unglaublich professionell. Ich war mir nicht sicher, ob ich dem gewachsen wäre.

    Dass ich zu dem Buch gegriffen habe, war aber die richtige Entscheidung. Julia Winkler hat mir mit ihrem Buch geholfen, die Optik eines Letterings besser zu verstehen. Im Wesentlichen kommt es auf die Weiß- und Grauräume eines Letterings an. Hat man sein Auge dafür geschult – und hierbei hilft einem die Autorin – dann ist es leicht zu begreifen, wie und vor allem wo man Buchstaben, Schmuckelemente und Schnörkel am besten platziert. Auch spielt die Gewichtung eine sehr wichtige Rolle. Ein Lettering sollte optisch immer stimmig und ausbalanciert wirken.

    Julia Winkler erklärt Layout und Komposition von Beginn an. Sie motiviert zum Mitmachen und resümiert an jedem Kapitelende noch einmal das bereits Gelernte.

    Ich kann „Handlettering Layout und Komposition“ an all diejenigen empfehlen, die ihren Kenntnisstand erweitern möchten. Die nicht nur intuitiv arbeiten, sondern verstehen wollen, wie ein Bild funktioniert. Von mir gibt es eine Empfehlung für wissbegierige Letterer. 


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    Cover des Buches Stormdancer (ISBN: 9783966583862)

    Bewertung zu "Stormdancer" von Jay Kristoff

    Stormdancer
    Esme--vor 2 Monaten
    Absolute Leseempfehlung!

    Inhalt: 

    Eines glutheißen Morgens erwachte Yoritomo no Miya, Seii, Taishogun des Inselreiches Shima, aus seinem Schlaf. Eine Vision habe ihn heimgesucht, in der er auf einem Donnertiger durch die Lüfte ritt und eine Armee anführte, verkündet er seinem Minister. Seine Jäger mögen aufbrechen und ihm solch einen Donnertiger herbeischaffen.


    Als Masaru, nunmehr ein Mann mit Auftrag, beim Glücksspiel in der örtlichen Kaschemme von dieser Queste erfährt, überlegt er für einen Moment, ob es nicht besser wäre, sich selbst das Leben zu nehmen. Donnertiger sind vermeintlich seit über einem Jahrzehnt ausgestorben. Doch natürlich, wenn sein Herrscher es befahl, so würde er einen Donnertiger auftreiben müssen.


    Gemeinsam mit seinem ständigen Begleiter Akihito, seiner Tochter Yukiko und einer weiteren Jägerin Kasumi macht sich Masaru also auf die Reise, um diese unmögliche Aufgabe zu lösen. Doch mitten im Sturm, genau in dem Moment, als die Gruppe tatsächlich einen der legendären Donnertiger gesichtet und sogar kurzzeitig außer Gefecht gesetzt hatte, stürzt das Himmelsschiff, vom Umwetter beschädigt, ab.


    Yukiko, Masarus Tochter, bringt es nicht über das Herz, sich ins Rettungsschiff zu begeben. Sie muss dem Donnertiger helfen, der in seinem sedierten Zustand nichts tun könnte, als selbst mit dem dem Schiff unterzugehen.


    Kurz darauf findet sich Yukiko mitten in der Wildnis von Shima alleine mit einem wütenden Donnertiger wieder ...




    Meinung: 

    Bereits der erste Satz des Buches hat es geschafft, mich innerhalb weniger Sekunden direkt zum Inselreich Shima zu katapultieren. Jay Kristoff ist bekannt für seinen ausufernden und unglaublich bildhaften Schreibstil. Mit Stormdancer präsentiert er seinen Lesern ein hybrides Genremix, eine Steampunk Novel, in der Fantasy-Elemente und eine japanische Kulisse zusammenfinden.


    Die Welt steht kurz vor einem ökologischen Kollaps. Die Wolken sind dunkelrot, über den Straßen liegt eine dicke Smogschicht. Das Wasser ist nahezu schwarz. Tiere gibt es so gut wie keine mehr. Verlässt man sein Haus, so trägt man zumindest ein Tuch oder besser noch, kann man es sich denn leisten, eine elektrische Maske. Die Umweltbelastung führt bei den meisten früher oder später zu einer schweren Lungenkrankheit, der sogenannten Rußlunge.


    Mitten in diesem Szenario lebt die tapfere und zugleich rebellische Yukiko, die es mit ihrem Vater und dessem engsten Vertrauten Akihito nicht immer einfach hat. Letzterer scheint noch der Vernünftigere zu sein. Zwar hält er Yukikos Vater nicht von seinen Saufgelagen und Glücksspielen ab, doch wirft er zumindest ein Auge auf ihn.


    Nachdem also der furchteinflößende Shogun seinen kindlichen Willen verkündet und klargemacht hat, bricht Yukiko mit ihrem Vater, seinem Vertrauten und einer weiteren Jägerin auf, den Donnertiger zu finden.


    Durch einen Zufall gelingt das Unmögliche. Doch Raijiin der Donnergott hat ganz andere Pläne. Es kommt zu einem Unglück. Kurz darauf findet sich Yukiko gemeinsam mit einem verkrüppelten Donnertiger mitten in der tiefsten Wildnis von Shima wieder und dieser hat verdammt schlechte Laune …


    Das ungleiche Gespann muss sich jedoch zusammenraufen, wenn es irgendwie überleben will. Die Dialoge, aber auch das Zusammenspiel zwischen Yukiko und dem Donnertiger, den das junge Mädchen kurzerhand nach ihrem Hund benennt, sorgt für kinoreife Unterhaltung. Zumal ein Donnertiger ein Geschöpf des Donnergottes selbst ist. Er lässt sich nichts sagen und schon gar nicht von einem dummen Affenkind. Diesen Wesen, die so dumm sind, ihre Welt zugrunde zu richten, die nur an sich selbst und kein bisschen in die Zukunft denken.


    Doch nach und nach merken der Donnertiger und Yukiko, dass sie gemeinsam perfekt harmonieren, dass sie in der Lage sind, etwas zu bewegen. Diese Welt, wie sie aktuell existiert, mit einem diktatorischem Herrscher, der keinerlei Widerspruch duldet, einer Gilde, die im Hintergrund das Sagen hat und die Industrialisierung konsequent vorantreibt, ist eine Welt, in der das Volk in Armut lebt und die kurz vor einem ökologischem Kollaps steht. Mitten in der Wildnis von Shima erfährt Yukiko, was Freiheit bedeutet. Sie ahnt, wie die Welt ohne die Lotusgilde, ohne die Maschinen, ohne ständige Angst und Not aussehen könnte.


    Jay Kristoff präsentiert seinem Leser nicht nur eine unglaublich starke, rebellische Protagonistin. Er würzt seine Geschichte mit einem feinen Humor, zeigt, was wahre Freundschaft ist. Spannung schürt er durch Verrat, Rachegelüste, Figuren, wie einem herrschsüchtigen Diktator, aber auch einem faszinierendem Setting.


    Auf den letzten Seiten treibt der Autor das Geschehen noch einmal in eine scheinbar so ausweglose Situation, dass es unmöglich erscheint, das Buch aus den Händen legen zu können. Jay Kristoff kennt kein Erbarmen mit seinen Figuren. Belohnt wird man mit einem grandiosen Finale. Ganz großes Kino!




    Fazit: 

    Stormdancer kommt mit einem bildgewaltigen japanischen Setting und einigen düsteren Steampunkelementen daher. Eine toughe, empathische, aber auch mutige und rebellische junge Protagonistin bildet gemeinsam mit einem zwar verkrüppelten, aber dennoch sehr stolzen und eigenwilligem Donnertiger ein wundervolles Gespann, das dem Leser humorvolle Streitgespräche liefert.


    Eine Welt, die kurz vor dem ökologischem Kollaps steht, Figuren, die nicht immer über jeden Zweifel erhaben sind, motorisierte Rikschas in smoggeplagten Straßen. Eine Gilde, die immer mehr die Macht übernimmt und ein kindlich, naiver, herrischer Shogun, der über das Reich herrscht. Mittendrin zwei unfreiwillige Helden …


    Jay Kristoff präsentiert mit Stormdancer einen fantastischen Leckerbissen für Leser, die etwas Neues in diesem Genre suchen. Absolute Leseempfehlung!




    Buchzitate: 

    Drei motorisierte Rikschas rumpelten hinter den Bushimännern her. Auf den Dächern saßen Geishas mit knochenweiß geschminkten Gesichtern, schwarzen Schutzbrillen und Atemmasken.


    Kränkliches Rot spiegelte sich auf den Gläsern ihrer Schutzbrille. Ein Himmelsschiff tuckerte durch den Dunst aus Lotusabgasen, der sich nie auflöste; im matten Licht schimmerte sein schmutziger, rauchfleckiger Rumpf hier und da schwach auf.


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    Cover des Buches Vortex – Die Liebe, die den Anfang brachte (ISBN: 9783737341882)

    Bewertung zu "Vortex – Die Liebe, die den Anfang brachte" von Anna Benning

    Vortex – Die Liebe, die den Anfang brachte
    Esme--vor 2 Monaten
    Eine Bereicherung für das Fantasygenre

    Inhalt:

    Nach und nach erobern die Vermengten die großen Städte. Kapstadt, Kairo, Tokio, Neu London und Sydney sind schon gefallen. Die Situation scheint sich immer mehr zuzuspitzen.


    Im Hintergrund gibt Hawthorne den Regie führenden Fädenzieher, der über allem thront. Mit Bale an seiner Seite, den er unter Einsatz von Drogen seinem Willen unterworfen hat, steht er kurz davor, den Weg zurück ins Jahr 2020 zu finden. Dort angekommen wäre es ein Leichtes, den Urvortex erstarken zu lassen. Innerhalb kürzester Zeit wäre ein knappes Jahrhundert kurzerhand ausgelöscht, der ganze Planet würde vermengt werden, und die Menschheit mit einem Schlag nicht mehr existieren.




    Meinung:

    Während Hawthorne mit Hilfe des besten Vortexläufers, Bale, kurz davor ist, seine Pläne umzusetzen, suchen Elaine und ihre Freunde verzweifelt nach einem Ausweg. Dieser besteht darin Juliane Canto, die Chefnavigatorin des Kuratoriums, in Sáo Paulo zu evakuieren. Canto könnte helfen, Bale zu finden. Das würde Hawthorne davon abbringen, den Urvortex zu finden, doch was dann? Elaine ist seit geraumer Zeit nicht mehr in der Lage Vortexe zu erschaffen. Die Vermengten haben sich zusammengefunden und sind dabei die Städte zu erobern. Und Bale?! Er befindet sich Dank des Scopes und der Manipulation von Hawthorne in einem Zustand, der ihn zu einem völlig anderen Menschen hat werden lassen. Unter dem Einsatz der Droge hat er nicht nur seine gesamte Vergangenheit vergessen, auch ist er zu einem Monster geworden, das alles dafür tun würde, die Feinde von Hawthorne auszulöschen und dazu gehören auch Elaine und ihre Freunde.


    Kann man sein zukünftiges Leben überhaupt nach eigenen Vorstellungen beeinflussen, oder ist die Zukunft schicksalhaft vorherbestimmt? Diese zentrale Frage greift Anna Benning in ihrer Vortex-Reihe immer wieder auf. Bale hat Elaine in Band 2 der Reihe verraten, was er in der Zukunft gesehen hat, nämlich, dass alles zu dem einen Punkt führen wird, der Elaine dazu bringt, sich in den Urvortex zu stürzen und sich für ihre Freunde zu opfern. Elaine wird sterben. Bale hingegen versucht seit Jahren alles, um die Zukunft zu ändern.


    Als Leser fragt man sich spätestens ab dieser Offenbarung im zweiten Band, ob und wie die Charaktere es schaffen werden, die ausweglose Situation, in der sie sich befinden, zu lösen. Alleine dieser Punkt sorgt schon für Spannung.


    Viele Figuren sind dem Leser bereits über die Geschichte hinweg ans Herz gewachsen. War Holden mir z.B. im ersten Band noch nicht sympathisch, so habe ich ihn in der Fortsetzung regelrecht ins Herz geschlossen. Aber auch die Grunder, die Elaine einst aufgenommen haben, das Wassermädchen Susi, die mit einer Beatmungsmaschine an Land überleben kann und die stets so liebevoll und zerbrechlich wirkte sowie Elains bester Freund, der Zünder Luka, der von der ersten Seite der Geschichte stets an ihrer Seite stand. Ich habe mich gefreut, sie alle in diesem dritten Band noch einmal wiedersehen zu dürfen.


    In Band 3 ist es Atlas, der wie ein Ruhepol ständig in Elaines Nähe verweilt. Bales Hund schenkt der einstigen Läuferin Kraft und Mut. Auf Holden ist Elaine jedoch, seitdem dieser dabei geholfen hat, Bale an Hawthorne auszuliefern, immer noch sauer. Das führt dazu, dass es in diesem Band lange dauert, bis wieder eine zarte Bindung zwischen den beiden Charakteren aufleben kann.


    Elaine legt ihren Fokus in diesem Abschlussband auf die Rettung ihres Freundes. Sie würde alles tun, um Bale zurückzugewinnen, und dieser würde in seiner Verfassung alles tun, um sie auszuliefern - oder besser gleich zu töten.


    Der Leser erfährt in Band 3 der Reihe mehr über Bales und Elaines Vergangenheit, über deren Elternhaus und die Entstehung der Welt, in der sie seit Jahren zu Hause sind.


    Die Reihe bringt den Leser zwischenzeitlich an die Grenzen der Geduld, um dann aber im letzten Band die vielen Fäden und Ebenen zum Ende wieder erzählerisch gekonnt zusammenzuführen.




    Fazit: 

    Ich kenne niemanden, der ernsthaft daran glaubt, dass das Bleigießen an Silvester die Zukunft verrät. Doch könnte die Zukunft nicht trotzdem determiniert sein?


    Anna Benning schreibt mit „Vortex – Die Liebe, die den Anfang brachte“ den gelungenen Abschlussband einer Reihe, die sich dieser Frage widmet.


    Fans dieser Reihe werden sich freuen, dass sie in diesem Buch mehr über die Vergangenheit von Bale und Elaine erfahren können.


    Anna Benning schließt die übergreifenden Handlungsbögen zufriedenstellend ab und entlässt uns - Gott sei Dank - diesmal nicht mit einem Cliffhanger. Wäre die Autorin nicht von dem Wunsch beseelt, am Ende der Reihe beinahe alle roten Fäden zusammenzuführen, hätte das Buch allerdings vielleicht noch mehr Biss.


    Die Reihe bleibt aber eine Bereicherung für das Fantasygenre mit einer komplexen Story und neuen, erfrischenden Ideen.




    Buchzitate: 

    Wir waren gefangen in einem unendlichen Kreis aus Ereignissen, und egal, welchen Schritt wir machten – selbst wenn ich die Zeit verändert hatte und es damals diesen Kampf, die Suche in dem U-Bahn-Tunnel eigentlich nicht gegeben haben konnte -, der Lauf der Dinge blieb am Ende immer derselbe. Und das bedeutete: Das Schicksal blieb es auch. 

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    Cover des Buches Would you dance with me? (ISBN: 9783492504409)

    Bewertung zu "Would you dance with me?" von Christian Nova

    Would you dance with me?
    Esme--vor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Mustread für Tanzliebhaber
    Revival eines Kult-Tanzfilmes

    Inhalt: 


    Gemeinsam mit ihrem Onkel, ihrer Tante und ihrer Cousine genießt Emily ihren Urlaub in einem Ferienresort. Hier gibt es Abendprogramm, Sportangebote und ein Personal, das alles tut, um die Gäste glücklich zu sehen.

    Emily nutzt diese freie Zeit. Hauptsächlich um sich zurückzuziehen und an abgelegenen Stellen des Resorts an dem Song zu arbeiten, der ihrer Großmutter gewidmet ist und den sie nach einer Fertigstellung ihrem Onkel zur Produktion schicken möchte. Schon bald wird sie von zwei Joggern entdeckt. Während die aufgeschlossene junge Frau Emily mit Lob überschüttet, hat ihr abweisend wirkender Sportpartner nur einen flapsigen Kommentar für Emilys Talent übrig.

    Kurze Zeit später erfährt Emily, um wen es sich bei den Joggern gehandelt hat. Carrie und Dannie sind Teil eines Profitanzteams, das in dem Ferienresort für abendliche Unterhaltung sorgt. Bei einem erneuten Wiedersehen erfährt Emily, dass diese aktuell für das Abschlussprogramm proben.

    Dannie hat vor Kurzem ein Angebot bekommen. Er könnte die Hauptrolle in einem Dirty-Dancing-Musical spielen. Ein Video soll die Verantwortlichen restlos von seinem Talent überzeugen. Jedoch gibt es ein Problem: Es fehlt die Zeit. Man könnte ein Video vom Abschlusstanz drehen. Doch dieser passt thematisch nicht. Außerdem fehlt auch noch ein passender Song.

    Eine Lösung ist schnell gefunden: Emily könnte anstelle der ausgebuchten Carrie mit Dannie trainieren. Als Gegenleistung könnte Dannie mit Emily einen Song aufnehmen, der die Tanzschritte begleitet. Frischer Wind könnte durch die verstaubte Abschlussgala wehen. Eine Überraschung allerdings, die dem Hotelbesitzer sicher nicht gefallen würde. Ein gewagtes Spiel für alle ...



    Meinung: 


    Emily ist skeptisch, als Carrie ihren Vorschlag im Gespräch äußert. Nicht nur, dass sie weit davon entfernt ist, eine Profitänzerin zu werden, Dannie ist ihr vom ersten Moment an abweisend und ruppig begegnet und auch weitere Treffen zeigen, dass eine Zusammenarbeit mit ihm kein Zuckerschlecken ist. Als wäre das nicht alles schon schlimm genug, muss Emily auch auf ihren körperlichen Zustand achten. Eine Krankheit fordert die regelmäßige Einnahme von Tabletten. Zuviel körperliche Anstrengung und Stress können bei Emily lebensbedrohliche Komplikationen zeitigen.

    Als großer Tanzfan war es wohl zwingend, dass ich Dirty Dancing unzählige Male gesehen habe. Der Film ist legendär. Natürlich war ich entsprechend neugierig, aber auch entsprechend skeptisch, als ich las, dass „Would you dance with me?“ mit diesem Klassiker verglichen wird. Einerseits war ich voller Vorfreude, die Geschichte zwischen Baby und Johnny auf neue moderne Art erneut erleben zu dürfen. Andererseits ist es natürlich schwer, sich an dem Film, den wohl jeder Tanzliebhaber mindestens einmal im Leben gesehen hat und der einst Massen zu begeistern wusste, zu messen.

    Gerade auf den ersten Seiten habe ich die Vergleiche zum Film deutlich gesehen. Emily ist schüchtern und nicht gerade selbstbewusst. Gemeinsam mit ihrer resoluten Tante, deren im Vergleich zu ihr recht empathischem Mann und ihrer hochnäsig wirkenden Cousine Sarah ist auch Emily, ähnlich wie die Protagonistin aus Dirty Dancing, in einem Ferienresort zu Gast.

    Sarah findet in dem Resort schnell Anschluss. Sie interessiert sich für den Sohn des Hotelbesitzers, der ähnlich wie Robbie eher schmierig daherkommt, und dennoch eine sehr starke Ausstrahlung auf die weiblichen Hotelgäste ausübt.

    Als Emily das erste Mal auf Dannie und Carrie trifft, werden auch hier schnell Parallelen zu Johnny und Penny aus dem Klassiker erkennbar. Carrie ist liebenswürdig, hilfbereit und aufmerksam. Dannie hingegen verhält sich reserviert, ruppig und sagt gerade heraus, was er denkt.

    Und natürlich geht es auch in diesem Buch darum, dass die Protagonistin mit dem griesgrämigen Tanzprofi individuelles Empowerment erfährt und den legendären Abschlusstanz auf die Bühne bringen kann.

    Christian Nova gelingt es, trotz der vielen Parallelen zu Dirty Dancing, aus seiner Geschichte etwas eigenes zu machen. So leidet Emily an einer Krankheit, die es ihr verbietet, anspruchsvollen Sport zu betreiben oder sich über die Maßen aufzuregen. Emily bringt bereits zum Anfang des Romans eine große Leidenschaft für Musik mit. Sie schreibt Songs und möchte unbedingt etwas eigenes produzieren.

    Dannie erschien mir über längere Strecken unsympathisch. Einen schönen Kontrast hierzu bietet seine langjährige Tanzpartnerin Carrie, die von der ersten Seite an sympathisch erscheint und die immer wieder zur Stelle ist, wenn sie mal wieder hinter Dannie aufräumen muss.

    Neben Danny, Carrie, Emily und deren Verwandten, lernt der Leser gemeinsam mit der Protagonistin über die Seiten des Buches hinweg aber auch das Hotelpersonal näher kennen. Hier gibt es die liebenswert quirlige Hotelwäscherin, den Mitarbeiter Alex, der als „Mädchen für alles“ herhalten muss und stets für jeden Schabernack zu haben ist. James, den Mann am Empfang, der gerne ein Geheimnis für sich behält und den Rest der liebenswerten Tanzcrew.

    Und natürlich gibt es auch Konflikte. Denn nicht jeder in dem Hotel ist Emily, der Tanzcrew und ihren Plänen wohlgesonnen ...



    Fazit:  


    „Would you dance with me?“ ist ein Liebesroman inspiriert von Dirty Dancing. So bewirbt der Verlag mit Recht dieses Buch. In der emotional und musikalisch geprägten Textlandschaft bleiben die Figuren des Buches nie flach. Auch wenn ihren Rollen ein hohes Maß an Emotionalität innewohnt.

    Bevölkert ist das Buch mit Figuren, die einem ans Herz wachsen, weil sie so einfühlsam beschrieben werden.

    „Would you dance with me?“ ist daher ein Roman, der nicht nur die Herzen von Tanzliebhabern höher schlagen lässt.

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    Cover des Buches Night of Crowns, Band 2: Kämpf um dein Herz (ISBN: 9783473585694)

    Bewertung zu "Night of Crowns, Band 2: Kämpf um dein Herz" von Stella Tack

    Night of Crowns, Band 2: Kämpf um dein Herz
    Esme--vor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Grandiose Charaktere,durchgehende Spannung,viele überraschende Wendungen+ein wundervoller Humor machen dieses Buch zum absoluten Must-Read
    Sehnsüchtig und mit Spannung erwartet

    Inhalt: 


    Alice hat das Spielfeld verlassen. So schwer es ihr gefallen ist Jackson, der sie angefleht hatte zu bleiben, und die anderen Figuren im Stich zu lassen, sie muss den zweiten Slave finden. Nur dann gäbe es eine Möglichkeit, den Fluch zu brechen und den ewigen Kampf „Schwarz gegen Weiß“ zu beenden.

    Zugegeben, Alice hatte sich das, was sie hinter der Mauer erwartet, ein klein wenig einfacher vorgestellt. Die Flucht vor dem Fluch, der direkt hinter der Mauer auf Alice lauert, endet ziemlich schnell auf der Motorhaube eines Autos und infolgedessen kurz darauf im Krankenhaus. Ein falsches Timing von Heftigkeiten. Schließlich möchte Alice schnellstmöglich ihre Suche nach dem Slave fortsetzen.

    Im Krankenhaus trifft Alice auf Spieler des Schachfelds. Keiner von ihnen scheint sie zu kennen. Kurz darauf stellt sich heraus, dass im System keinerlei Daten von Alice abrufbar sind. Weder eine ID noch eine Geburtsurkunde, nicht mal eine Akte scheint es von ihr zu geben.

    Alice existiert somit nicht. Für all die Menschen um sie herum ist sie eine Fremde und bald schon erklärt man sie auch noch für verrückt. Hilfe von außerhalb ist also nicht zu erwarten. Auch gibt es keinerlei Hinweise, wo Alice mit der Suche nach dem Slave beginnen sollte. Als wäre das alles nicht schon schlimm genug, ist plötzlich auch die Mauer und mit ihr das dahinterliegende Spielfeld verschwunden. Kurzum: Alice sitzt mächtig in der Klemme …!



    Meinung: 


    Der Vorgänger von „Night of Crowns – Kämpf um dein Herz“ war für mich ein literarisches Ereignis. Auf der vorliegenden Fortsetzung ruhten dementsprechend hohe Erwartungen.

    Der zweite und finale Band dieser Reihe setzt genau dort an, wo Band eins geendet hatte. Alice befindet sich hinter der Mauer, außerhalb des Spielfeldes. Sie vernimmt Jacksons Stimme, der sie anfleht zu bleiben. Doch Alice bleibt stark. Sie widersteht den Rufen und macht sich auf, den zweiten Slave zu suchen.

    Von der ersten Seite an kann man spüren, wie die Spannung wächst und sich alles auf eine große Konfrontation zu bewegt.

    Sehr bald muss Alice feststellen, dass ihr Plan, das Spielfeld zu verlassen, den zweiten Slave zu finden, zurückzukehren und den Fluch zu brechen, nicht so einfach umzusetzen ist wie gedacht. Denn bereits hinter der Mauer lauert der Feind. Alice befindet sich von der ersten Buchseite an auf der Flucht. Sie gerät von einem Desaster ins nächste. Ein Sammelsurium an Problemen liegt auf dem Tisch. Es sind einfach extrem viele Baustellen gleichzeitig. Weder kann sie in die alte Realität zurückkehren noch kann sie ihren Plan abbrechen. Sie muss das Beste aus der aktuellen Situation machen.

    In Band zwei begegnen wir erneut einer Alice, die mutig Probleme anspricht. Die in schwierigen Situationen die Konfrontation und auch die Kontroverse nicht scheut. Dabei stolpert die Protagonistin nicht selten auch mal in das ein oder andere Fettnäpfchen, was zu einigen humorvollen Szenen führt, und die Figur umso liebenswürdiger erscheinen lässt.

    Im weiteren Verlauf der Geschichte trifft der Leser auf bereits bekannte Charaktere. In der Fortsetzung werden jedoch auch neue Figuren eingeführt. Spielend leicht gelingt es der Autorin diese so aufzubauen, dass sie dem Leser schnell ans Herz wachsen. Freunde von Curse werden auch hier wieder voll auf ihre Kosten kommen.

    Auch gelingt es der Autorin Spannungsroman und Liebesgeschichte perfekt auszubalancieren. Hier stimmt einfach alles.



    Fazit:  


    Hohe Erwartungen an Fortsetzungen müssen nicht zwangsläufig enttäuscht werden und Unzufriedenheit bringen. Stella Tack legte die Latte mit dem Vorband sehr hoch und hat diese nicht gerissen. Der einzige Wermutstropfen: Das Buch ist zu kurz! Ich hatte nach wenigen Seiten Angst, dass die Geschichte bald enden würde. So gut ist die Geschichte.

    Daher ist das Buch ein Must-Read für Freunde der Fantasy-Literatur. Für mich findet das Werk jedenfalls einen Platz in meiner literarischen Hall of Fame.



    Buchzitate: 


    Einen König zu lieben, hat noch niemandem Glück gebracht. Ich kann dir nicht einmal eine glückliche Zukunft schenken, denn ich habe keine.

    Ich nahm an, das war die wahre Magie, die Jackson St. Burrington umgab. Er hasste und liebte im selben Atemzug mit derselben Leidenschaft. 

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