Esme--

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    Cover des Buches Girl running, Boy falling (ISBN: 9783551584168)

    Bewertung zu "Girl running, Boy falling" von Kate Gordon

    Girl running, Boy falling
    Esme--vor 13 Tagen
    Kurzmeinung: Eines der besten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe
    Eines der besten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe

    Inhalt: 

    Reseys Alltag ist mehr durchgetaktet denn je. Sie arbeitet bei Woolworth, spielt die Hauptrolle in einem Musical und die erste Klarinette im Schulorchester. Sie liest gerne Gedichte, backt mit großer Kunstfertigkeit und hilft in der Mensa aus. Sie ist jemand, die alle Rollen in sich vereint. Sie ist der Footballfan, die beste Freundin und die Nichte. Doch hinter all diesen Facetten verbirgt sich eine Jugendliche, die sich nach der Aufmerksamkeit der Mutter sehnt, die sie verlassen hat.


    Wenn Resey auf der Arbeit ist, dann versteht sie sich gut mit ihren Kollegen. Sie hat Freunde, die zu ihr stehen und eine Tante, die vielleicht ein wenig verrückt ist, aber alles tun würde, um Resey glücklich zu machen. Und dann gibt es da noch diesen Jungen, Wally, den Footballstar an der Schule. Der Junge, der ihr damals das Versprechen abgenommen hat, dass sie sich fortan um ihn kümmern würde.


    Mit Wally ist die Welt ein wenig anders. Er ist der ewig begehrte und niemals erreichbare Footballstar, hinter dessen Fassade nur sie blicken kann. Ihr gegenüber zeigt er sich als Feingeist mit Gespür für die schönen Künste. So teilt er mit Resey seine Vorliebe für Gedichte. Und Resey verliebt sich nach und nach immer mehr in ihn.


    Resey hat sich noch nie getraut aus ihrer Komfortzone auszubrechen. Spaß zu haben, etwas Verrücktes zu machen. Dann gibt es diesen einen Kuss im Schuppen und Resey glaubt, dass Wally sie auch liebt. Doch die Tage darauf meldet er sich nicht bei ihr und dann passiert das Schlimmste, was Resey sich jemals hätte vorstellen können: Tante Kath holt sie von der Schule ab und ihr Blick ist voller Mitleid und Trauer. Und dann spricht sie das aus, was Resey den Boden von einer Sekunde zur anderen unter den Füßen wegreißen wird: Wally hat sich das Leben genommen. 



    Meinung: 

    Kate Gordon hat ein wunderbares Gespür für skurrile Figuren, die einem schnell ans Herz wachsen. Resey hat eine Menge Freunde, die ihr zur Seite stehen und so ungewöhnlich wie erfrischend daherkommen.


    Es gibt hier zum Beispiel Melody, ihre beste Freundin, die als bekennende Feministin versucht andere zu missionieren und die leidenschaftlich gerne ihre Mitmenschen therapiert. Es gibt Rhino, Reseys Arbeitskollegen, der ihr ständig mit Tigerwitzen in den Ohren liegt. Und Roz, die sich zu Hause den strengen Regeln ihrer Eltern unterordnen muss und nur bei ihren Freunden ein Stück weit „loslassen“ und sich entspannen kann.


    Es gibt diese Bücher, zu denen „Girl running, Boy falling“ gehört, deren Brillanz eine Leseerfahrung ist, die durch eine Inhaltsangabe nicht transparent werden kann.


    Kate Gordon gelingt es in „Girl running, Boy falling“ den Leser auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle mitzunehmen. Denn die Geschichte legt, sofern es überhaupt möglich ist, ab dem großen Wendepunkt erst richtig los. Ab diesem Moment greift die Autorin das Thema Trauerbewältigung auf. Sie vermittelt dem Leser mit ihrer Geschichte, die Botschaft, dass Menschen unterschiedlich auf ein einschneidendes Ereignis reagieren können und dass das auch gut so ist. Man muss nicht diesen einen Weg gehen, der sich für viele bewährt hat, um wieder in den Alltag zurückzufinden und auf eine Weise wieder glücklich zu werden. Zugleich greift Kate Gordon in ihrem Buch das Thema Freundschaft auf. Resey begegnet in ihrem Leben unglaublich vielen tollen Menschen und jeder ist auf seine eigene Art einzigartig und besonders.


    Neben Trauerbewältigung behandelt Girl running, Boy falling außerdem das Thema Depressionen. Besonders gefreut habe ich mich über die Auflistung an Hotlines und Hilfeseiten am Ende des Buches, an die sich Jugendliche mit ähnlichen Problemen wenden können.




    Fazit: 

    „Girl running, Boy falling“ ist so vieles: Traurig, lustig, ein Umgang-mit-Trauer- und Depression Buch, vor allem aber ist es unglaublich berührend. Die Story geht ans Herz und scheint aus dem "wahren Leben" zu kommen.


    All die Figuren, die Resey durch ihr Leben begleiten, sind liebevoll gestaltet und kommen mit ihren Schrulligkeiten unglaublich originell daher.


    Kate Gordons Geschichte gleicht einer Achterbahnfahrt der Gefühle: Zwischen lachen, weinen und staunen.


    Mich hat „Girl running, Boy falling“ auf so vielen Ebenen berührt. Diese Geschichte ist so facettenreich wie ihre Figuren. Es ist auch erstaunlich, wie viel an Erkenntniswert in dem schmalen Buch enthalten ist Dieses Buch sollte in jedem Buchregal stehen. Eines der besten Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe.




    Buchzitate: 


    Du bist immer noch ein Kind, Tiger. Du hast es nur vergessen.


    Du siehst deprimiert aus. Aber keine Sorge. Wenn ich groß bin, werde ich Psychologin. Ich krieg dich schon wieder hin.


    Melody isst, wie sie lebt – sie pflückt alles auseinander und untersucht die Einzelteile, dann zieht sie eine Schicht nach der anderen ab und schaut, was sich darunter verbirgt.


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    Cover des Buches Elbendunkel 1: Kein Weg zurück (ISBN: 9783522506571)

    Bewertung zu "Elbendunkel 1: Kein Weg zurück" von Rena Fischer

    Elbendunkel 1: Kein Weg zurück
    Esme--vor 20 Tagen
    Kurzmeinung: Wer gute und facettenreiche Fantasyliteratur sucht, wird hier fündig
    Ein facettenreicher Reihenauftakt

    Inhalt: 

    Jago, Luz Vater und Oberbefehlshaber der Elb Liberation Organization, ist keiner, der über den Schatten seiner Ressentiments springen kann. Niemals hätte er daher erlaubt, dass Luz ihr Date Niall zu einem Poetryslam ins Elben-Ghetto begleitet. Elben sind die Paria der Gesellschaft und die Elb Liberation Organization Teil des Unterdrückungsapparates.


    War es vielleicht nur der Reiz des Verbotenen? Oder die Reize der Subkultur, die das Viertel so unheimlich attraktiv aussehen lässt? Andererseits fühlt Luz sich als Fremdkörper und wird auch so wahrgenommen.


    Und dann kommt es plötzlich zu einer Razzia. Durchgeführt von Luz Vater. Luz landet unfreiwillig auf dem Polizeirevier. Noch bevor sie genau weiß, wie ihr geschieht, passiert etwas Unerwartetes. Luz wird mit einer Wahrheit konfrontiert, die ihr gesamtes Leben von einem Moment auf den anderen verändern wird.




    Meinung: 

    Die Geschichte von Elbendunkel spielt in der Zukunft, im Jahre 2044. Nachdem die Elben aus der Anderswelt Alfheimr in die Menschenwelt geflohen waren, stand diese Kopf. Aus Angst vor den stärkeren und mental überlegenen Wesen, wurden kurzerhand Gesetze zur Sicherheit der Menschen ins Leben gerufen und nach und nach immer weiter verschärft. Nur wenige Länder waren überhaupt bereit gewesen, Elben aufzunehmen. Für die Neuankömmlinge gibt es Sonderregeln.


    Eine Organisation, die Elb Liberation Organization, soll die Einhaltung dieser Regeln überwachen. Jeder Elb wird beispielsweise dazu verpflichtet, sich einen Chip unter die Haut einpflanzen zu lassen, der bei Aggression eine tödliche Substanz freisetzt und für den sofortigen Tod des Elbs sorgt. Kein Wunder also, dass die Widerstandsbewegung im Kampf gegen die Unterdrückung langsam zur ausgewachsenen Rebellion wird.


    Die Protagonisten der Geschichte erweisen sich als vielschichtige Figuren, die sich je nach Herkunft, Charakter und sozialem Kontext als Träger von gesellschaftspolitischer Kritik oder als Identifikationsfiguren entpuppen.


    Die Zukunft wird in diesem literarischen Werk oft zum Spiegelbild unser Gegenwart.


    Die Protagonistin Luz muss auf ihrem Weg durch die Geschichte einige Rückschläge einstecken und führt uns dabei durch eine berührende Coming-of-Age-Geschichte.


    Besonders gefallen haben mir die kleinen Psychospielchen, die sich im Buch zwischen dem Poetryslammer und Luz abgespielt haben.


    Rena Fischer bedient sich einer gut durchdachten Handlung, denn sie beleuchtet die Motive ihrer Figuren von vielen Seiten. Fischer schreibt nicht fürs schnelle Lesen, sondern zwingt den Leser zur Konzentration, zum permanenten Lesen zwischen den Zeilen und Dechiffrieren ihrer Allegorien.


    Als kleine Unterstützung findet der geneigte Leser am Ende des Buches ein Verzeichnis der wichtigsten Personen und ein Sachverzeichnis, in dem unter anderem die Hierarchie der Lichtelben, die Organisationen, Institute und technologische Besonderheiten sowie besondere Elbenbegriffe aufgeschlüsselt werden.




    Fazit: 

    Wow! Das ist wohl der erste Gedanke, der einem nach der Lektüre von "Elbendunkel – Kein Weg zurück" durch den Sinn geht. Rena Fischer schafft es, aktuelle Themen in ihrer Vielschichtigkeit offenzulegen, Charaktere aufzubauen, mit denen man mitempfindet.


    Der Roman ist lesenswert – wegen der erfrischenden, unkonventionellen Geschichte, wegen der überraschenden Nuancen in den Beschreibungen von Menschen und gesellschaftlichen Zusammenhängen, und nicht zuletzt wegen des perfekt durchdachten Plots, der bis zum Schluss für Spannung sorgt.


    Allerdings ist anzumerken, dass viele Passagen dem Leser höchste Konzentration und Geduld abverlangen. Belohnt wird dieser mit einem Meisterwerk, auf dessen Fortsetzung man sich schon jetzt freuen kann.




    Buchzitate: 

    Am schlimmsten ist es, wenn das, was wir lieben, sich gegen uns wendet, Feind wird, wo es uns doch so vertraut ist.


    „Opa hat gesagt, jeder hat Angst. Aber tapfer ist, wer seine Angst ignoriert.“ … Angst ist nur ein Gefühl wie Liebe, Freude, Sehnsucht oder Wut. Sie ist dein Freund, Luz. Sie warnt dich. 

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    Cover des Buches Stolen 1: Verwoben in Liebe (ISBN: 9783522506595)

    Bewertung zu "Stolen 1: Verwoben in Liebe" von Emily Bold

    Stolen 1: Verwoben in Liebe
    Esme--vor einem Monat
    Leseempfehlung!

    Inhalt:


    Darkenhall ist eine Schule, die sich damit rühmt, mit jeder Art von Kind fertigzuwerden. Jeder noch so unzähmbare Geist wird hier ausgetrieben. Eltern werden mit einer sozialkonformen Persönlichkeitsentwicklung der Kinder belohnt.


    Als Abby das Schulgelände betritt, weiß sie, dass Darkenhall ihre letzte Chance darstellt. Das Leben hat ihr bis jetzt eine wenig schöne Jugend in diversen Pflegefamilien bereit. Nach langen heimatlosen Jahren hat sie eine Härte entwickelt und versteckt ihren Schmerz hinter Aufmüpfigkeit. Diese soll ihr nun ausgetrieben werden.


    Das Zusammentreffen mit einigen Mitschülern am ersten Tag lässt Abby hoffen. Keineswegs sind die Schüler, die ihr hier bislang begegnet sind, perfekt. Mit ihrem Zeichenblock und einem Stift bewaffnet, überbrückt Abby die erste Wartezeit. Ihr Motiv stellt ein Junge dar, dessen Uniform zerknittert wirkt und dessen Haare wild abstehen. Ein schöner Kontrast zu den perfekt lächelnden Kindern auf den ausliegenden Schulflyern.


    Und dann gibt es da noch Tristan. Der arrogante Junge ist ein notorischer Womanizer, der auch ihr sofort den Hof macht. Was soll's, denkt sich Abby, neue Freunde erleichtern das Sich-Eingewöhnen.


    Schnell erkennt Abby ihre neue Welt und deren Abgründe. Der Junge vom ersten Tag wirkt beim Wiedertreffen wie ausgetauscht. Akkurat gekleidet und absolut ausgeglichen, aber auch fleisch- und seelenlos also, quasi Konfektionsware. Und auch Tristan scheint etwas zu verbergen. Das wird spätestens klar, als er Abby seinen zwielichtigen Bruder vorstellt.




    Meinung:


    Emily Bold schreibt mit „Stolen – Verwoben in Liebe“ einen Trilogieauftakt und schenkt ihren Lesern erste Orientierung in einer Welt, die sich langsam entwickelt.


    Auf den ersten Seiten lernt der Leser die Protagonistin Abby kennen, die mit den Geistern ihrer Vergangenheit zu kämpfen hat. Insbesondere Ungerechtigkeiten bringen das Mädchen aus der Fassung. So lässt sie es sich nicht nehmen, den Klassenfiesling am ersten Tag um den Finger zu wickeln, um ihn im nächsten Moment zu bestehlen. Eine Tat, die, so gerechtfertigt sie vielleicht auch ist, einen Regelverstoß darstellt.


    Schnell findet Abby bereits zu Anfang Anschluss. Sie trifft auf den arroganten Tristan, der vermutlich jedes Mädchen an der Schule schon einmal klargemacht hat. Hier entwickeln sich geschliffene Dialoge voller Witz und Schärfe, die das Gegenüber oft buchstäblich zu Boden gehen lassen.


    Abseits ausgetretener, oft erzählter Pfade erzählt die Autorin immer undogmatisch, immer phantasievoll und oftmals magisch durchwirkt.


    Neben den interessanten Brüdern gibt es weitere Charaktere, die Abbys Alltag verdichten. So gibt es einen Lehrer mit zweifelhaften Therapieansätzen, der sich auch nicht scheut Abby vor der Klasse bloßzustellen. Es gibt die beiden Influencerinnen, mit denen sie sich ein Zimmer teilen muss, die ihre Sätze mit Abkürzungen wie OMG einleiten und stets auf der Suche nach neuen Fotomotiven für Instagram sind. Oder das frühere Mobbingopfer Gwynedd, das nunmehr zum Täter wird.




    Fazit:


    "Stolen – Verwoben in Liebe" zeigt, wie innovative Fantasy aussieht – anfangs allerdings mit nicht unerheblichen Längen.


    Neben der klugen Erzählweise und der ausgezeichneten Dialoge ist vor allem Emily Bolds stilistische Finesse hervorzuheben.


    Ohne Spoiler ist der weitere Verlauf der Geschichte kaum zu besprechen. Also müsst ihr mir schon glauben, wenn ich euch versichere, dass die Geschichte nicht gradlinig, nie konstruiert, dafür aber phantasievoll und bisweilen witzig ist.


    Leseempfehlung! 

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    Cover des Buches Avros: Das Amulett und der Frieden (Avros: Kurzgeschichten 1) (ISBN: B08BGB9Z93)

    Bewertung zu "Avros: Das Amulett und der Frieden (Avros: Kurzgeschichten 1)" von Derek K. Adler

    Avros: Das Amulett und der Frieden (Avros: Kurzgeschichten 1)
    Esme--vor einem Monat
    Kurzmeinung: Eine intensive Kurzgeschichte
    Eine intensive Kurzgeschichte


    Inhalt: 

    Hendrid will nur eins: Frieden. Doch davon ist er weit entfernt. Gemeinsam mit seinem Bruder Belan wurde er in Kriegszeiten eingezogen und so schickte man ihn mitten ins Gemetzel.


    Die Entfremdung von der Heimat, die Degradierung zum Material, ja die Maschine Krieg, machen Hendrid zu schaffen.


    Mitten in der Schlacht denkt Hendrid nur an das Überleben und die Rückkehr in das sichere Heimatdorf.




    Meinung: 

    In seinem Erstlingswerk „Avros – Das Amulett und der Frieden “ erzählt Derek K. Adler die Geschichte des jungen Hendrid.


    Der Krieg kennt keine Helden, nur Tod, Angst und Verkrüppelung. Und auch Hendrid ist kein Held. Er hat Angst, er möchte nach Hause zu seinen Freunden, zu seiner Familie. Doch stattdessen wird ihm wie ein Mahl aus der Hölle das sich bietende Grauen des Schlachtfelds „aufgetischt“.


    Schon während der ersten Sätze bemerkte ich, dass Derek K. Adler sein schriftstellerisches Handwerk versteht. Er erzählt seine Geschichte – atemlos und wortgewandt. Er schafft es, den Leser affektiv an seine Figuren zu binden.


    Gut nachvollziehbar war für mich Hendriks Motivation, seine Gedanken und seine Gefühlswelt.


    Dass in einer Kurzgeschichte vieles fragmentarisch bleiben muss, leuchtet ein, lässt aber manche Fragen unbeantwortet.




    Fazit: 

    Derek K. Adler hat hier mit großer Kunstfertigkeit eine intensive Kurzgeschichte geschrieben.


    Er erspart dem Leser das Überblättern langweiliger Passagen. Das erbarmungswürdige Krepieren, das fast schon routinierte Abschlachten, all dies erspart er dem Leser indes nicht. Ihm gelingt es, das Geschehen für uns imaginativ und emotional nachvollziehbar zu machen und unsere Empathie für seine Figuren zu wecken.


    Bleibt zu hoffen, dass der Autor seine Geschichte erneut aufgreift und die noch offen Fragen beantworten wird. 

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    Cover des Buches Denn Geister vergessen nie (ISBN: 9783945362716)

    Bewertung zu "Denn Geister vergessen nie" von Jessica Koch

    Denn Geister vergessen nie
    Esme--vor 2 Monaten
    Eine fesselnde und berührende Geschichte

    Inhalt: 

    Amy kämpft täglich mit leidvollen Erinnerungen. Sie kann ihren Alltag meist nur noch noch mit großer Anstrengung bewältigen. Als ihre Freunde sie fragen, ob sie nicht Lust hätte, an einem gemeinsamen Segeltrip teilzunehmen, zögert sie. Doch dieser Trip könnte eine Ablenkung von ihren düsteren Gedanken sein.


    Die Brüder Mian und Jano verbindet weit mehr als Blutsverwandtschaft. Beide nehmen ihre Umwelt hochsensibel wahr. Mians Antennen sind so sensibel wie sein Gemüt. Er hat eine Intuition, die ihm ganz schnell sagt, wenn mit einem Menschen etwas nicht stimmt. Ihm kann man nichts vormachen. Jano wiederum empfindet eine starke Bindung zu Tieren.


    Auch Mian wird von seinem Freund Ben zu dem Segeltörn eingeladen. Auch er ist nicht vom ersten Moment an begeistert. Doch als er Amy begegnet, spürt er sofort die tiefe Trauer, die sie ausstrahlt. Mian möchte nichts mehr, als dem Mädchen zu helfen. Eine gemeinsame Zeit auf dem Boot könnte da helfen.




    Meinung: 

    Jessica Koch ist eine Könnerin, die sich stets an schwierige Themen heranwagt. So war meine Vorfreude auf eine weitere, erbauliche Neulektüre groß.


    In „Denn Geister vergessen nie“ sucht die Autorin nunmehr nach dem Übersinnlichen.

    Eine Gruppe von Freunden begibt sich aus einer spontanen Idee heraus auf einen gemeinsamen Segeltörn. 

    Wir begegnen hier Collin, einem Jungen, der sich zum Ziel gesetzt hat, endlich eine Freundin zu finden. Sein Augenmerk liegt auf Amy mit dem kummervollem Blick, die immer noch mit den Geistern ihrer Vergangenheit zu kämpfen hat.


    Jayden ist bodenständig und nahbar. Ihm gehört das Boot. In Krisensituationen versucht er die Lage zu konsolidieren.


    Und dann gibt es noch Mary, über die ich sehr gerne mehr erfahren hätte. Aufgrund ihrer Schwangerschaft kann sie ihren Mann Jayden und seine Freunde leider nicht auf dem Trip begleiten. Gerade sie erschien mir aber von den Figuren mit am interessantesten. Mary wurde in der Vergangenheit in der Schule gemobbt. Wenn sie sich gestresst fühlt, beginnt sie zu stottern. Ich wollte mehr über sie erfahren. Am Ende des Buches erschien ein Hinweis, dass Marys Geschichte in dem bereits erschienenem Buch „Wenn das Meer leuchtet“ ausführlich behandelt wird.


    Die Brüder Mian und Jano verbindet ein besonderes Band. Als Mian dem Tode nahe war, haben die Eltern, die durch ihren Job als Entwicklungshelfer schon viel rumgekommen sind, einen folgenschweren Entschluss gefasst. Ein Medizinmann im tiefsten Dschungel sollte den Jungen heilen. Ein Geschenk solch einer Art fordert auch immer einen Tribut. Welche Art von Opfer die Eltern für die Rettung des Kindes letztlich bringen mussten, das wird ihnen erst viel später bewusst.


    Das Buch wird in erster Linie aus der Perspektive von Amy und Mian erzählt. Besonders interessant war zu beobachten, wie Mian gemeinsam mit seinem Bruder Jano agiert. Ihre starke Empathie für andere Menschen macht es den Brüdern nicht immer einfach. Nicht selten spüren den sie Hass, die Wut und den Schmerz, den andere Menschen ausstrahlen.


    Auf dem Boot müssen die verschiedenen Charaktere miteinander auf kleinstem Raum klarkommen. Es entwickelt sich ein psychologisches Kammerspiel, das zeigt, dass Jessica Koch in der Lage ist, die Leser an die Seiten ihres Buches zu fesseln.




    Fazit: 


    „Denn Geister vergessen nie“ ist der Folgeband zu „Wenn das Meer leuchtet“, kann aber genauso gut als Einzelband gelesen werden.


    Der Fokus der Geschichte liegt auf Amy, die einen schweren Schicksalsschalg erleiden musste. Es scheint für sie keinen Ausweg aus der Depression zu geben. Doch dann begegnet das Mädchen den beiden Brüdern Mian und Jano und mit einem Mal zeigt sich ihr das nicht allzu utopische Bild eines Lebens ohne Unglück, Depression und Erschöpfung.


    Mit den verschiedenen Erzählebenen gelingt Jessica Koch die Schilderung spannender Geschichten, deren komplexe Verknüpfung langsam zutage tritt. Sie nimmt sich die nötige Zeit, um das vielschichtige Gefüge aus Tragik, Vergangenheit und Übersinnlichem sichtbar werden zu lassen.


    Es sind hierbei die oftmals minutiös geschilderten Rückblenden, die das Ausmaß der Ereignisse unterstreichen und Spannung erzeugen.


    Neuerung für Fans sind die übersinnlichen fiction-Elemente, die in der - durchaus weltlichen - Geschichte ihren Platz haben.


    Lässt man sich darauf ein, wird man mit einer Geschichte belohnt, die nachwirkt.


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    Cover des Buches Das große Aquarell-Praxisbuch (ISBN: 9783838837321)

    Bewertung zu "Das große Aquarell-Praxisbuch" von Dana Fox

    Das große Aquarell-Praxisbuch
    Esme--vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Wunderschöne Motive, ausführliche Anleitungen und vier verschiedene Maltechniken, die man hier erlernen kann.
    Vier verschiedene Maltechniken

    Inhalt:

    In „Das große Aquarell-Praxisbuch-Waldtiere“ finden sich ca. 50 Motive, die sich thematisch ,passend zum Titel, rund um das Thema Natur/Wald erstrecken. Das Buch beginnt mit einer Einleitung, in der die verschiedenen Techniken, der Aufbau einer Motivseite und die benötigten Materialien kurz vorgestellt werden.

    Aufgegliedert ist das Buch in vier Abschnitte, denen die jeweils in ihnen vorgestellte Technik als Überschrift vorangestellt ist: Dry-Brush-Technik, Nass-in-Nass-Technik, Fell-Maltechnik und Tusche und Farbe. Am Anfang jedes Kapitels wird die Technik erläutert. Eine kleine Übung hilft, das soeben Erlernte gleich zu vertiefen.

    Hierauf folgen allerhand Projekte, die sich vom Schwierigkeitsgrad unterscheiden. Einige Motive wie die Hummel oder das Holzhaus sind extrem realistisch und detailreich gestaltet. Andere, als Beispiele seien hier der Farn oder das Ahornblatt genannt, sollten sogar beim blutigen Anfänger auf Anhieb funktionieren.

    Die Projektvorstellung erfolgt auf zwei Buchseiten, ist didaktisch sehr gut aufgebaut, und anschaulich dargestellt. Auf der linken Seite des Buches findet sich eine große Skizze des Motives. Auf der rechten Seite wird die Anleitung präsentiert. Diese beginnt mit einer Überschrift, in der das fertige Bild qualifiziert wird. Direkt darunter wird das Motiv in wenigen Worten und mit dem ein oder anderen Tipp vorgestellt. Es folgt eine Farbpalette, bei der die zu verwendenden Farben benannt werden, so dass ein genaues Nachzeichnen des Bildes möglich ist. Direkt darunter stehen die Materialien, die man für die Umsetzung des Projektes benötigt. Das fertige Motiv wird ebenfalls mit einer dazu passenden peu à peu Anleitung auf der rechten Seite abgebildet.


    Aufmachung:

    Natürlich ist das Buch optisch sehr ansprechend und liebevoll gemacht. 120 Seiten, ca. 50 Motive und ein großes Buchformat (24,1 x 22,8 cm) sorgen für einige Stunden Malspaß. Die kleinteiligen Anleitungen zu den Übungen sind übersichtlich und wirken motivierend.



    Eigene Meinung:

    „Das große Aquarell-Praxisbuch-Waldtiere“ ist schon ein Eyecatcher, wenn man im Buchladen darin herumblättert. Der süße Bär, das schöne Waldmotiv – das wollte ich zeichnen. Ein Blick ins Buch verrät, dass das Cover nicht zu viel verspricht. Realistisch wirkende Bilder wechseln sich mit süßen Motiven ab. Es gibt ein breites Schwierigkeitsgrad-Spektrum.

    Um auch Anfängern dieses Buch schmackhaft zu machen hat der Verlag mitgedacht. Die Buchseiten bestehen aus hochwertigem Aquarellpapier. Jede Übung beginnt mit einer groben Skizze des Motives, die der Anwender direkt nutzen kann. Ein direktes Malen ins Buch ist gewollt.

    Ich selbst zeichne nur ungern ins Buch und habe die Skizze auf mein eigenes Papier übertragen. Auch an die vorgegebene Farbpalette habe ich mich nicht gehalten. Stattdessen habe ich mir eine ähnliche Farbgebung aus vorhandenen Farben zusammengemixt. Angenehm empfand ich, dass hier zwar keine Markenpromotionen erfolgte, aber dennoch erwähnt wurde, welche Pinselgrößen und konkreten Farben hilfreich bei der Umsetzung des Motives sein könnten.

    Die Schritt-für-Schritt-Anleitung hilft dabei das Motiv umzusetzen. Wünschenswert, um die Projekte auch Anfängern näher zu bringen, wäre eventuell noch eine entsprechende Bebilderung gewesen, bei der nicht nur das fertige Motiv, sondern auch die einzelnen Schritte gezeigt werden.

    Sehr gefallen hat mir, dass hier vier verschiedene Techniken vorgestellt wurden. So lernt der Anwender spielend einfach wie er folgende Praktiken anwenden kann:

    - die Dry-Brush-Technik. Hierbei lässt man nach jedem Schritt das Motiv immer erst trocknen, bevor man die nächste Farbe aufs Papier aufträgt

    - die Nass-in-Nass-Technik: Hierbei werden die Farben auf nassem Papier aufgetragen. Es kommen schöne Farbverläufe zustande

    - die Fell-Maltechnik: Mit kleinen Strichen wird die Fellstruktur eines Tieres/Insekts imitiert

    - und die Tusche und Farbe-Technik: Es wird grob gearbeitet. Auf eine schnelle Skizzierung folgt ein rascher Farbauftrag.



    Fazit:

    In „Das große Aquarell-Praxisbuch“ vereinen sich traumhaft schöne Motive mit einem gelungenen Konzept, das durch Praxisnähe und einem nachvollziehbaren didaktischen Aufbau besticht.

    Das Buch ist geeignet für Anfänger oder Fortgeschrittene, die ihre Technik weiterentwickeln möchten.

    Zwar hatte ich Methoden wie die Dry-Brush-, Nass-in-Nass-Technik schon häufiger angewendet, doch die Projekte haben geholfen, meine Technik weiter zu verfeinern.

    Die Übungen für die Fell-Maltechnik waren sehr lehrreich. Die Tusche und Farbe-Technik hingegen lässt sich für Bilder, die eher "en passant" entstehen, hervorragend nutzen.

    Ich empfehle dieses Buch Lesern, die nach erste Erfahrungen bereit sind, nun den nächsten Schritt anzugehen.

    Für mich war dieses Buch mit Sicherheit nicht das letzte der Autorin.

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    Cover des Buches Der bittere Trost der Lüge (ISBN: 9783865528292)

    Bewertung zu "Der bittere Trost der Lüge" von Tiffany D. Jackson

    Der bittere Trost der Lüge
    Esme--vor 2 Monaten
    Ein düsteres Meisterwerk

    Inhalt: 

    Die mutmaßliche Babymörderin Mary wurde im Alter von neun Jahren zu sechs Jahren Haft verurteilt. Ihr wurde vorgeworfen, das Baby einer Bekannten ihrer Mutter misshandelt und getötet zu haben. Mittlerweile ist sie Teil eines Jugendhilfeprojekts, bei dem straffällige und gewaltbereite Jugendliche resozialisiert werden. Sie trägt eine Fußfessel und darf das Haus gelegentlich verlassen. In der Woche leistet sie fünfundzwanzig Sozialstunden in einem Pflegeheim ab. Dort trifft Mary auf Ted, einem Probanden auf Bewährung, der zu ihrem einzigen Fixpunkt im Leben werden wird. Ted bietet Beistand und Zuflucht. Er versucht nicht, hinter ihre Geheimnisse zu blicken.


    In der Wohngruppe hat man sich bis auf Beschimpfungen, Spott und Häme hingegen nichts zu sagen. Prügel und Mobbing gehören zum Alltag. In ihrer generellen Überforderung ziehen sich die Betreuerinnen aus jedem Ärger zurück.


    Der Spagat zwischen Vergangenheit und Gegenwart wird endgültig zum Spießrutenlauf, als Mary erfährt, dass sie schwanger ist. Eine Kindsmörderin darf ihr Baby nicht behalten. Sie muss es abtreiben oder nach der Geburt zur Adoption freigeben. Doch Mary möchte nichts lieber, als „die Bohne“, wie sie den Fötus liebevoll nennt, zu behalten. Sie möchte mit ihm und Ted eine Zukunft aufbauen.




    Meinung: 

    Mit „Der bittere Trost der Lüge“, ist das zweite Buch in der neuen All-Age-Sparte des Festaverlages erschienen. Das Buch ist ein Mix aus authentischem Coming-of-Age-Sozialdrama und Milieustudie.


    Beginnen wir mit der Protagonistin Mary. Mit fünfzehn Jahren hat das Mädchen ihre Strafe abgesessen. Jeden Tag denkt sie an das, was damals passiert ist. Jede Nacht plagen Mary Albträume. Wenn Mary ihre kurze Jugend resümiert, gibt es nur wenige schöne Erinnerungen. Ihr Stiefvater hat sie jahrelang missbraucht, ihre Mutter ist psychisch erkrankt. Gewalttätigkeit, Putzzwänge, Depressionen, all das lässt sich nur leidlich mit Tabletten eindämmen. Auch an einem normalen Tag wirkt die Mutter überdreht und nicht in der Lage sich mit Problemen auseinanderzusetzen.


    Marys Mutter ist kein leichter Charakter. Zwar besucht sie ihr Kind unregelmäßig, und damit zeigt sie sich im Vergleich zu den Müttern der anderen Mitbewohnerinnen der Wohngruppe sogar noch relativ fürsorglich, doch während ihrer Besuche verhält sie sich distanziert. Sie spricht von ihrem nunmehr perfekten Leben, berichtet von ihrem neuen Ehemann, einem reichen Diakon. Sobald Marys Sorgen durchklingen, blockt sie ab. Marys Mutter ist eine scheinheilige Kirchgängerin, die sich als Unsympathin vor dem Herren präsentiert.


    Marys Leben war nie ein mit Rosenblättern bedeckter Weg gewesen; die geraubte Kindheit, die lebenslange Scham. Schon früh musste sie lernen, dass sich niemand um sie kümmert, stattdessen musste sie selbst alles tun, um für die Mutter zu sorgen.


    Das Buch schafft es, mit dieser realistisch wirkenden Protagonisten zu einer spannenden Charakterstudie zu werden. Die Autorin zeigt ein tiefergreifendes Interesse an der Psyche von Tätern und ihren Opfern sowie an den darin begründeten Ursachen sowie den schwerwiegenden Folgen.


    Die Figuren des Buches begegnen sich fast ausschließlich in existenziellen Situationen. Das Buch ist Thriller und Moralstücke in einem. Jenseits von Schwarz und Weiß.


    Obwohl Ermittlungen oder verzwickte Handlungen nicht die Hauptrolle spielen, zeichnet die Erzählung eine unglaubliche Spannung aus. Hauptsächlich liegt das an der Genauigkeit, mit der soziale Kontexte der Figuren und ihres Umfeldes mitgeteilt werden.




    Fazit: 

    Tiffany D. Jackson schreibt mit, „Der bittere Trost der Lüge“ ein düsteres Meisterwerk, das Genregrenzen überwindet und eine präzise Charakterstudie darstellt.

    Freilich bekommt der Leser nichts geschenkt. Es wird ihm einiges abverlangt: Eine Tour de Force durch ein Dickicht einer beängstigenden Familiendramatik. 

    Frei von Sentimentalität und Moralisierung legt Tiffany D. Jackson ein Brennglas über das Leben wirklich gestrafter Menschen. Nie nimmt sie ihre Leser bei der Hand und führt sie behutsam und mit direkten Verweisen unterstützend auf die „richtige Spur“. Vielmehr muss - ähnlich wie im wahren Leben - der Leser auch hier selbst über das Geschehen urteilen.


    Das Buch ist in vielerlei Hinsicht lesenswert.

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    Cover des Buches Lips Don't Lie (ISBN: 9783473585793)

    Bewertung zu "Lips Don't Lie" von Ginger Scott

    Lips Don't Lie
    Esme--vor 3 Monaten
    Ein Highlight

    Inhalt:


    Riley ist mit ihrem Vater nicht das erste Mal umgezogen. Doch noch nie ist ihr der Neuanfang so schwergefallen, wie in Millers, Arkansas. Der Junge, der beim Entladen spontan mit anfasst, ist ihr aber auf den ersten Blick sympathisch. Doch als Riley ihren Helfer, der sich als Tristan vorgestellt  hatte, einige Zeit später auf dem nahegelegenen Basketballplatz wiedertrifft, zeigt dieser ihr die kalte Schulter.


    Doch Riley ist nicht der Typ, der sich schnell von anderen Menschen abwimmeln lässt. Sie ist hartnäckig, stur und weiß, dass das Leben einem nichts schenkt. Ihre große Leidenschaft gilt dem Basketball und dieser Sport macht am meisten Spaß, wenn man ihn in einem Team spielt. Bislang hat Riley es immer geschafft, Anschluss zu finden. Egal, wie hart die  Initiationsrituale waren.


    Doch Tristan und seine Freunde scheinen anders zu sein. Riley wird konsequent ignoriert und bald schon erhält sie auch erste Warnungen. In dieser Gegend sollte man nicht nur seine Haustür immer abschließen, sondern sich auch von Typen wie Tristan und seinen Freunden tunlichst fernhalten. 




    Meinung:


    Lips Don't Lie ist kein Ersatzteillager der Klischees. Die Geschichte spielt zwar auf den ersten Blick mit diesen: Bad Boy trifft auf zierliches Mädchen, beide verlieben sich ineinander, stehen einige Konflikte aus, bevor sie zusammenkommen und dann gibt es ein Happy End. In ihrem Verlauf  erfährt die Geschichte jedoch eine neue Pointe und unglaubliche Tiefe.


    Bereits auf den ersten Seiten überzeugt das Buch durch bildhafte Sprache. Wir lernen Tristan kennen, einen Jungen, der seit dem Verlust seines Vaters unter der Obhut von dessem bestem Freund und Anführer der gefährlichsten Gang in Millers, den FiftySevens, aufgewachsen ist. Als Ziehsohn ist Tristan auch zugleich Dubs Vertrauensperson und rechte Hand. Was nicht heißt, dass er von Dubs Launen und Übergriffen verschont bleibt. Denn dieser ist ein wahrer Psychopath. Er scheut sich nicht davor, seinen eigenen Männern zu drohen und diese zu verletzen. Gerade dann, wenn er alkoholisiert ist oder unter Drogen steht, geht man ihm besser aus dem Weg, das hat Tristan schnell gelernt. Ein Fehltritt kann also verheerende Folgen mit sich bringen. Ein Ausstieg aus den FiftySevens endet so gut wie immer mit dem Tod. Tristans Aufgabe ist es aufzuräumen, Kampf- und Blutspuren entfernen, Leichen und Tatwaffen entsorgen. 


    Und dann gibt es da noch Riley, das Mädchen, das neu in der Stadt ist. Sie ist ein klein wenig verrückt und trägt ihr Herz am rechten Fleck. Sie ist sich der Tatsache bewusst, dass die Gegend, in der sie nun lebt, eine hohe Kriminalitätsrate aufweist. Dennoch kann sie sich nicht daran gewöhnen, die Wohnungstür oder die Tür ihres Autos abzuschließen. Warnungen vor den Konsequenzen belächelt sie auch gerne. Ihr Kampfeswillen und ihre Ideale wurden früh entwickelt und sind stärker als jede Repression. An einem Ort wie Millers ist Angst eine Schwäche, die man sich nicht leisten kann. 


    Als Tristan und Riley sich das erste Mal begegnen, merken beide, dass die Chemie stimmt. Riley ist auf der Suche nach Anschluss, nach Freunden. Tristan hingegen empfindet die Art, mit der Riley ihm begegnet, als erfrischend. Doch so sehr Riley sich anstrengt, Tristan für sich zu gewinnen, so sehr versucht Tristan auch, sich Riley zu entziehen. Denn eins ist klar: Ein Mädchen wie Riley gehört nicht in eine Gegend wie diese und noch viel weniger in seine Nähe. Doch Tristan ist durchaus gewillt, sich  am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen. 



    Die Protagonisten des Buches haben eins gemeinsam: Die Liebe zum Basketball. Damit lassen sich Hindernisse überwinden – wovon es in der Geschichte einige gibt...





    Fazit:


    Lips Don't Lie führt in eine Welt der Armut und des Existenzkampfes, in ein Universum voller Kriminalität. 


    Mit Riley und Tristan erschafft die Autorin Lebens- und Überlebenskünstler in der Kälte ihrer Umwelt. Gegensätze ziehen sich auch hier an, bis sie mit voller Wucht aufeinanderprallen.


    Ginger Scott beschreibt ihre Figuren aus deren Position heraus äußerst glaubwürdig. Eine besondere Tiefe erreicht das Buch immer an den Stellen, an denen es um das Gang-Milieu geht. Diese Passagen sind die authentischsten – und man wird sie nicht schnell vergessen können.


    Bewundernswert ist auch die Sensibilität, mit der hier Emotionales auf Papier gebracht wird. Lips Don't Lie mit seinen  unerwarteten Wendungen und Protagonisten gibt immer wieder Anlass zum Staunen und Mitfiebern. Eine absolute Leseempfehlung.





    Buchzitate:


    Ich werde seine Erlaubnis brauchen und ich werde sie mir auf die einzige Weise holen, die ich kenne – hart durchgreifen und klug einlenken, die einzigen beiden Regeln, die im Leben wichtig sind.


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    Cover des Buches Battle (ISBN: 9783570313572)

    Bewertung zu "Battle" von Maja Lunde

    Battle
    Esme--vor 3 Monaten
    Gänsehautmomente

    Inhalt:


    Amelies Leidenschaft ist das  Tanzen. Ihr großer Traum ist es, nach der Schule eine Ballettschule besuchen zu dürfen. Zu Hause nimmt sie Tag und Nacht ein brutales Training auf sich. Solange, bis sich an ihren Füßen Blutergüsse und Blasen bilden. Selbst die Trainerin Birgitta, die nur selten ein lobendes Wort verliert, hat scheinbar ein Auge auf das talentierte Mädchen geworfen. 


    Amelies Vater unternimmt alles, um die Wünsche seiner Tochter zu erfüllen. Sein gutbezahlter Job ermöglicht beiden ein Leben im Luxus. Teure Shoppingausflüge mit den Freundinnen, eine Abkühlung am Nachmittag im eigenen Pool. All diese Möglichkeiten machen sie zu einem Fixstern  innerhalb ihres Cliquen-Kosmos.


    Von einem Tag auf den anderen gerät Amelies Leben jedoch völlig aus den Fugen. Als es an der Tür klingelt, erwarten Vater und Tochter nichts Schlimmes. Doch die Polizei und der Gerichtsvollzieher belehren beide schnell eines Besseren. Nur wenige Sachen dürfen sie einpacken und dann muss das Haus verlassen werden. 


    Kurze Zeit später findet sich Amelie in einer verdreckten Wohnung in einer Hochhaussiedlung wieder. Hier gibt es keine großen Räume, in denen man tanzen könnte. Neue Jazzschuhe? Die wird es in naher Zukunft nicht geben. Wie soll Amelie ihren Freunden erklären, dass sie sich teure Shoppingausflüge nicht mehr leisten kann?


    Amelie stürzt in ein seelisches Tief. Sie fühlt sich verlassen, verraten und verkauft. Doch dann lernt sie Mikael, den talentierten Breakdancer kennen. Kann Mikael eine Brücke über den Abgrund schlagen, der sich vor Amelie auftut?




    Meinung:


    Nachdem ich die Netflixverfilmung von Battle gesehen und gehört hatte, dass das Buch in Neuauflage herausgebracht werden würde, war ich Feuer und Flamme. Ich habe bereits zahlreiche Tanzfilme angesehen, aber noch kein einziges Buch zum Thema gelesen. Ich muss zugegeben, dass ich anfangs skeptisch war: Ist es überhaupt möglich, die dem Sport immanente Leidenschaft zwischen zwei Buchdeckeln zum Leben zu erwecken?


    Maja Lunde hat meine anfänglichen Bedenken schnell zerstreut. Die Autorin setzt auf präzise platziert Gänsehautmomente. Ich hatte Bilder der Tanzsequenzen vor Augen und habe das Knistern zwischen den Paaren gespürt, wenn sie mit voller Leidenschaft gemeinsam alles gegeben haben, um gut abzuliefern. Erwähnenswert ist, dass Maja Lunde nur vereinzelt Fachbegriffe am Anfang ihres Buches benutzt, die beim Lesen nicht weiter ins Gewicht fallen. Somit macht sie die Tanzszenen auch für Laien, die ansonsten nicht viel mit Ballett & Co. zu tun haben, greifbar. 


    Maja Lundes Werk ist ein dünnes Buch, in dem aber jeder Satz trägt. Alles wirkte rund, es gab genügend Höhen und Tiefen, nichts wirkte wie gestrichen. Auch Längen gab es an keiner Stelle. Chapeau an die Autorin, die diese unglaublich intensive Geschichte erzählt.


    Zu den Figuren: Mit Amelie erschafft die Autorin eine Protagonistin, die von einem Tag auf den anderen aus ihrem gewohnten Lebensumfeld gerissen wird. Amelie hatte es schon zuvor nicht einfach. Durch Clique und Freund ist sie vielfachen Klischees, Erwartungen und Rollenzwängen ausgesetzt.


    Beim Lesen des Klappentextes habe ich festgestellt, dass viel von der Geschichte, die den Leser zwischen den Buchseiten erwartet, bereits erzählt wird. Wie bereits erwähnt, hatte ich auch selbst schon den Film zum Buch gesehen. Ich empfand dieses Wissen zu keinem Zeitpunkt als störend, denn Maja Lunde gelingt es, über die Länge des Buches hinweg keinerlei Langeweile aufkommen zu lassen. Sie spielt mit den Emotionen des Lesers, sie sorgt für Spannung, ja Herzrasen. Kurzum: Die Leidenschaft, die die Figuren ihres Buches versprühen, springt beim Lesen direkt auf den Leser  über.




    Fazit:


    Maja Lunde hat mit Battle ein Buch vorgelegt, das unerwartet berührend ist und zahlreiche Gänsehautmomente in sich trägt. Es gelingt ihr den Leser beinahe körperlich in die Qualen und Freuden ihres Personals zu involvieren. Man kauert sich in seinen Lesesessel bei jedem Rückschlag, den Amelie einstecken muss, man schnappt zischend nach Luft, wenn sie über den Tanzboden schwebt.


    Jetzt, wo ich diese Rezension schreibe, will ich das Buch sofort nochmal lesen.



    Unbedingte Leseempfehlung für alle Tanzinteressierten und Romantiker - und wer zählt sich nicht dazu? 

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    Cover des Buches Promised (ISBN: 9783737350976)

    Bewertung zu "Promised" von Kiera Cass

    Promised
    Esme--vor 3 Monaten
    Nicht nur für Fans der Selectionreihe


    Inhalt:


    Hollis ist es gelungen, die Aufmerksamkeit des begehrtesten Junggesellen des Reiches zu wecken. Sie zog das Interesse des Königs auf sich. Bis jetzt konnte  sich König Jameson jedoch nicht dazu durchringen, sich öffentlich zu Hollis zu bekennen. Zuvor muss sie sich in seinem königlichen Hofstaat etablieren. Es gilt beispielsweise die Gunst der Lords gewinnen, die am Hofe einiges mitzureden haben. Jeder neue Tag kommt mit einer weiteren Herausforderung daher. 


    Jameson konkretisiert seine Pläne und Hollis bekommt eine Einsicht in Machtrituale und royale  Rollenzwänge. Als dann ein ausländischer Regent zu Besuch kommt, überschlagen sich die Ereignisse. Hollis darf sogar in die Räume der Königin einziehen. Wobei sich „sei vorsichtig, was du dir wünschst“ als Prämisse auf das Leben am Hofe  anwenden lässt. Das unbeschwerte Leben, die verrückten Ideen, die ihr stets in den Sinn kommen, all das muss sich Hollis aus ihrem Tagesablauf streichen, wenn sie eine würdige Begleitung für den König sein möchte. 


    Hollis muss sich überlegen, ob und wie sie den Ansprüchen, die an sie gestellt werden, gerecht werden kann.





    Meinung:


    Schöne Kleider, das Leben am königlichen Hof, die Gunst des Herrschers für sich gewinnen. Eigentlich ist es doch der Traum von jedem Mädchen, einmal im Leben eine Prinzessin zu sein.


    Kiera Kass begab sich bereits mit der Selection-Reihe in eine differenziert kritische Debatte zum Thema. Ihre Bücher erfreuen sich gerade bei weiblichen Lesern größter Beliebtheit und haben es sogar auch schon auf die Bestsellerlisten geschafft. 


    Mit Promised ist nun der heißersehnte Auftakt einer neuen Buchreihe auf dem Markt erschienen. Was die Story selbst angeht, scheint sich ein altbewährtes Muster zu wiederholen:  Ihre Protagonistin Hollis stammt aus einer Adelsfamilie und hat bereits das erreicht, wofür die Charaktere der Selection-Reihe viele Seiten kämpfen mussten. Sie hat die Aufmerksamkeit des Königs für sich gewinnen können.


    König Jameson ist ein ewiger Junggeselle, unentschlossen, wer seine Traumfrau sein soll. Sein gutes Aussehen und seine liebenswürdige Art haben es ihm nie schwer gemacht, geeignete Bewerberinnen zu finden. Doch gerade das Mädchen, das oft die Etikette missachtet, aus einem Affekt heraus eine Beerenschlacht anzettelt und soviel Lebensfreude an den Tag legt, hat sein Interesse wecken können. Hollis passt nicht in das Bild der klassischen Königin, dafür gelingt es ihr, dem König ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. 


    Neben der interessanten Charakterkonstellation bietet das Buch auch den Blick auf wechselseitige Missverständnisse und Konflikte.


    Ab der Hälfte des Buches ereigneten sich einige Wendungen, die ich so nicht vorhergesehen hätte. Ich empfehle, den Klappentext des Buches nicht vorab zu lesen. Er enthält einen Spoiler, den ich gerne ignoriert  hätte. Aber auch die Leser des Klappentextes können beruhigt sein. Kiera Cass hält für ihre Charaktere noch einige weitere Überraschungen parat und liefert zudem auch genügend Stoff für eine vielversprechende, spannende Fortsetzung.


    Zu erwähnen ist noch, dass ich Charakterentwicklung und Handlungsführung nicht immer  nachvollziehbar fand. Hier darf man auf den Folgeband hoffen. Promised kann meiner Meinung nach auch unabhängig von der Selectionreihe gelesen werden, da Vorwissen nicht erforderlich ist.




    Fazit:


    In Promised kommen Fans der Selectionreihe voll auf ihre Kosten. Was die Story selbst angeht, scheint Kiera Cass  ein altbewährtes Muster zu wiederholen: Diese Mischung aus Liebe, Intrigen und Thronansprüchen. Im Vergleich zu der Selectionreihe gibt es jedoch auch einige Neuerungen. 


    Die Autorin entwirft in diesem Roman ein realistisches Sittenbild des Königshofes. Das wirkt sehr durchdacht und ist etwas, wofür man die Autorin loben muss.


    Ein durchdachtes, manchmal düsteres Sittenbild und ein unvergleichliches Lesevergnügen.


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