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Esme--

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Cover des Buches Ein Frosch, der auszog, ein Prinz zu werden: Ein Märchen für 1001 Nachmittag (ISBN: B0CLVQYY8X)

Bewertung zu "Ein Frosch, der auszog, ein Prinz zu werden: Ein Märchen für 1001 Nachmittag" von Jacqueline Weichmann-Fuchs

Ein Frosch, der auszog, ein Prinz zu werden: Ein Märchen für 1001 Nachmittag
Esme--vor 17 Tagen
Siegfried gibt alles

Inhalt: 


Tagtäglich sitzt der Frosch Siegfried auf einem Stein, nahe des Tümpels, und beobachtet verträumt seine große Liebe, die Prinzessin Odette, bei ihrer Alltagsbewältigung. Hilflos verfolgt er hier auch die Gespräche zwischen dem bösen Zauberer und der Prinzessin. Der Zauberer droht Odette, dass er sie in einen Schwan verwandeln könne, auf immer und ewig sogar. Odette würde nie wieder ein Mensch werden, wenn er das so wolle. Sie jedoch kann ihr Schicksal selbst bestimmen. Sie müsse ihn nur zum Manne nehmen, dann könne sie twenty-four/seven Prinzessin sein.

Nun sei es auch genug der Zögerei, so der Zauberer. Drei Tage habe die Prinzessin Zeit eine Entscheidung zu treffen. Ansonsten wäre ihr Schicksal besiegelt.

Odette ist außer sich und weiß sofort, dass sie diesen schrecklichen Mann niemals ehelichen wird. Siegfried hingegen fühlt sich machtlos. Als Frosch kann er nichts bewirken. So gerne würde er seine große Liebe vor den Machenschaften des gemeinen Zauberers beschützen.

So träumt Siegfried also davon ein Mensch zu werden. Ja am besten noch ein Prinz! Dann könnte er mit Odette glücklich werden.

Die Realität jedoch sieht völlig anders aus. Siegfrieds Familie lacht ihn für seinen großen Traum aus. Bis er endlich sein eigenes Schicksal in die Hand nimmt.

Eine glückliche Fügung, oder Glück im Unglück, ist es da wohl, als Felix, der gestiefelte Kater, des Weges kommt, einen großen Schluck Wasser aus Siegfrieds Tümpel nimmt und dabei eines der Geschwister des Frosches verschluckt. Siegfried zedert, der Kater reagiert pikiert und würgt die Kaulquappe hervor. Kater und Frosch kommen ins Gespräch und Siegfried wittert seine Chance. Denn der gestiefelte Kater, der Spin-Doctor der Märchenwelt, ist im ganzen Reich bekannt dafür, dass er es stets geschafft hat, aus ungeeigneten Kandidaten wahre Prinzen zu machen.

Bei Siegfrieds Wunsch, muss jedoch selbst Felix lautstark lachen. Ein Frosch, der ein Prinz werden möchte? Was für eine absurde Idee!

Doch der Ehrgeiz des Katers ist geweckt. Er nimmt die Rolle als Life-Coach an und verspricht dem Frosch, so gut es geht, zu helfen.

So beginnt für Siegfried eine große Reise, die ihn über die Teufelsbrücke hinweg zur Hexe Gothel führen wird. Der kleine Frosch muss sich in ein Geisterschloss wagen, in dem es ganz gruselig spukt. Er wird versuchen den Teufel auszutricksen, sich mit einer ehrgeizigen Ziege anlegen und sein Leben aufs Spiel setzen.

Doch wird die Prinzessin den Frosch überhaupt lieben können? Oder wird Siegfrieds Traum vom großen Glück scheitern? Sicher ist, dass dem kleinen Frosch das größte Abenteuer seines Lebens bevorsteht.



Meinung: 


Wer bereits eines oder mehrere Bücher von Jacqueline Weichmann-Fuchs gelesen hat, weiß, dass die Geschichten der Autorin einem bestimmten Schema folgen. Falls man hier ein turbulentes Abenteuer, Humor und psychologischen Tiefgang erwartet, wird man nie enttäuscht.

„Ein Frosch, der auszog, ein Prinz zu werden“ bildet hier keine Ausnahme. In diesem Buch ist die Autorin, so verrät das Vorwort, einem Wunsch einer ihrer Leserinnen nachgekommen, die gerne eine Geschichte lesen wollte, in der Jacqueline Weichmann-Fuchs eher unbekannte Märchen aufgreift und zudem auch die tierischen Helden ihrer vorherigen Geschichten zusammenführt.

Treue LeserInnen der Autorin werden in diesem Buch also gelegentlich in Erinnerungen an vorherige Abenteuer schwelgen können. Neue LeserInnen werden allerdings ebenfalls ihre Freude mit diesem Buch haben. Denn „Ein Frosch, der auszog, ein Prinz zu werden“, lässt sich auch als eigenständiger Einzelband hervorragend lesen.

Auch hatte Jacqueline Weichmann-Fuchs den Finger wieder am Puls der Zeit: Das Buch manifestiert sich an den Themen "Selbstfindung", "Selbsterfindung" und "Selbstbestimmung".

Man muss für seine Ziele kämpfen und nicht selten stellt man auf dem Weg auch fest, dass unliebsame Entscheidungen getroffen werden müssen.

Siegfried muss im Laufe seines Abenteuers nicht nur ein Opfer bringen. Er muss nicht nur einmal seine getroffenen Entscheidungen hinterfragen. Seine Tage sind oft davon bestimmt, die Scherben vom Vortag zusammen zu kehren.

Wer jetzt hinter „Ein Frosch, der auszog, ein Prinz zu werden“ eine tragische und traurige Geschichte vermutet, der kann aber beruhigt sein. Denn Jacqueline Weichmann-Fuchs würzt ihre Geschichte mit einer guten Portion Humor. So stolpert Siegfried von einem Fettnäpfchen ins nächste und treibt den gestiefelten Kater fast in einen Nervenzusammenbruch. Der freche Hase Snow und sein kluger Begleiter der Fuchs Red schließen sich dem Team an und können sich natürlich (un-)passende Kommentare nie verkneifen. Siegfried bekommt die Liebeserklärung seines Lebens von einer Froschspinne, die sich in einer Identitätskrise befindet, und ein wildgewordenes Zauberbuch entpuppt sich als interessantes Transportmittel.

Doch all das ist nur ein kleiner Einblick in eine Geschichte, die mit vielen verrückten Ideen glänzt.



Fazit: 


Jacqueline Weichmann-Fuchs präsentiert mit „Ein Frosch, der auszog, ein Prinz zu werden“ erneut einen humorvoller Märchenmix mit Tiefgang. Aus psychologischer Hinsicht ist das Buch wirklich interessant, da es parabelhaft Einblicke in die exogenetische Entwicklung von Menschen gibt.

Die exzentrischen Figuren, die Jacqueline Weichmann-Fuchs auflaufen lässt, sind überaus kurzweilig. Unterhaltsam und manchmal gekonnt überzeichnet, aber gleichzeitig nie glatt, kommt die Geschichte daher. Der gut durchdachte Plot verhilft der Geschichte dabei zu einem überraschendem Tiefgang.

Fans der Geschichten der Autorin dürfen sich auf eine Zusammenführung der tierischen Sidekicks aus den vorherigen Romanen freuen. Neue LeserInnen werden diese kleinen Spitzen vielleicht nicht erlesen, aber dennoch Freude mit einem Buch haben, das sich auch hervorragend als Einzelband lesen lässt.

Siegfried gibt alles und verhilft zu einem tollen Leseabend mit Erkenntnisgewinn.

Cover des Buches Einschlafen ist schwer, denkt der Bär (ISBN: 9783831048007)

Bewertung zu "Einschlafen ist schwer, denkt der Bär" von Duncan Beedie

Einschlafen ist schwer, denkt der Bär
Esme--vor 24 Tagen
Der Sandbär ist da!

Inhalt: 


Die Luft ist allmählich kühler geworden. Die ersten Blätter sind von den Bäumen gefallen. Bald wird es Winter. Bär hat schon alles vorbereitet: Er hat genügend gegessen, die dicke Decke liegt bereits parat, die Höhle ist gemütlich hergerichtet. Nichts steht einem langen Winterschlaf mehr entgegen.

Bär kuschelt sich also ein, schließt die Augen und … wartet … und wartet … und wartet. Nichts passiert. Das kann doch jetzt nicht wahr sein!, denkt Bär. Es ist fast Winter und die Zeit schreitet unaufhaltsam voran.

Doch umso mehr Bär versucht einzuschlafen, umso lebendiger wird er. Es hilft alles nichts. Einschlafhilfen müssen her.

Bär macht sich auf den Weg und schaut sich von den anderen Tieren die verschiedensten Techniken ab: Der Vogel sitzt im Baum und versucht sich in den Schlaf zu singen. Bär macht es ihm nach. Der Dachs verkriecht sich in eine ruhige Höhle unter der Erde. Bär versucht es. Wie die Fledermaus gemütlich an der Decke baumeln und sich dort in den Schlaf schaukeln? Vielleicht eine gute Idee? Bär muss bald feststellen, dass all die Einschlafrituale, die bei anderen Tieren funktionieren, bei ihm keinen Erfolg zeitigen.

Frustriert begibt sich Bär auf einen Spaziergang durch den Wald. Er wandert so lange, bis er an einen Tümpel gelangt und dort auf einen Frosch trifft. Auch dem Amphibium klagt Bär sein Leid. Und endlich bekommt er einen Ratschlag, der ihm weiterhilft. Einen Tipp, den die anderen Tiere bereits unbewusst beherzigt haben. Denn letztlich ist nur eines wichtig, um Schlaf zu finden: Entspannung. Bär muss seine Gedanken loslassen. Er muss sich Ruhe gönnen.

Bär schaut sich die Technik des Frosches ab. Er konzentriert sich auf die Stille um sich herum. Er beobachtet die Glühwürmchen dabei, wie sie gemächlich ihre Kreise durch die Dunkelheit fliegen. Er lauscht dem regelmäßigen Geräusch des Wassers, das ans Ufer des Teiches schwappt. Allmählich wird Bärs Atmung ruhiger und plötzlich schläft er ein.



Meinung: 


„Einschlafen fällt schwer, denkt der Bär“ ist ein großformatiges, bunt illustriertes Kinderbuch, das die Geschichte eines Bären mit Einschlafproblem erzählt.

Wer kennt das nicht? Ein aufregender Tag geht zu Ende. Eine wichtige Aufgabe erwartet einen am nächsten Tag und schon beginnt sich das Gedankenkarussell unablässig im Kreis zu drehen.
Strategien, die einem helfen können, Stress so zu bewältigen, dass er den Schlaf nicht beeinträchtigt, gibt es viele. Insbesondere in herausfordernden Lebensphasen brauchen wir Schlaf, um neue Energie zu tanken, um außerordentliche Herausforderungen in Job und Familie zu bestehen. Doch gerade in diesen Zeiten ist der gedankliche Druck dafür verantwortlich, dass man letztlich wach im Bett liegt und sich hin- und herwälzt.

Eine funktionierende Einschlaftechnik, das zeigt dieses Buch auf sehr humorvolle Weise, ist sehr individuell. Jeder muss sein eigenes Abendritual finden, das ihm guttut und dazu führt, dass der Körper zur Ruhe kommt.

Doch letztendlich läuft alles auf eine Erkenntnis hinaus: Unter Zwang funktioniert nichts. Man muss die Gedanken loslassen und sich gedulden.

Neben einem Thema, dass vermutlich alle Leser/innen, ob jung, ob alt, ansprechen sollte, beinhaltet dieses Buch einige witzige Stellen, die größtenteils durch die niedlichen Illustrationen zur Geltung kommen.
Ein Bär, der sich, hoch oben auf einem kahlen Baum mit weit aufgerissenen Augen an einen Ast klammert, ein Dachs, der genervt vom Gesang des Bärs, eben diesen mit Sand aus seinem Hügel bewerfen möchte. Die Tiere, die mit Pyjama, Schnuffeltuch und Kuscheltier umherlaufen oder die Marienkäfer und der Bücherwurm, die man schon genau auf den Bildern suchen muss. All diese kleinen süßen Details laden zum Schmunzeln, Entdecken und zum gemeinsamen Diskutieren mit dem Kind ein.



Fazit: 


Das Bücherregal ist voll von Dichtern, die dem Schlaf einen prominenten Platz in ihrem Werk eingeräumt haben. Man denke nur an Marcel Proust mit seinen vielen verschlafenen Passagen in "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit". Einfach ins Bett gehen und dann direkt einschlafen ist hier immer mehr Wunsch als Wirklichkeit. Nachts rächt sich oft die Verdrängung des Tages, und die Auseinandersetzung mit den ungelösten Problemen nimmt sich Platz.

Eine kindgerechte Referenzstelle zu diesem Problem findet sich im vorliegenden Buch.

„Einschlafen ist schwer, denkt der Bär“ ist ein tolles Bilderbuch, das von der ersten bis zur letzten Seite Spaß macht. Eine kurzweilige Erzählung, ein handwerklich besonders gekonntes, zuckersüßes Feuerwerk auf dreiunddreißig Seiten

Dieses Bilderbuch ist die perfekte Empfehlung für Jung und Alt.

Cover des Buches Never a Hero (ISBN: 9783492706155)

Bewertung zu "Never a Hero" von Vanessa Len

Never a Hero
Esme--vor einem Monat
So viele Fragen - so wenig Seiten

Achtung – Spoilergefahr. Es handelt sich um den 2. Band einer Buchreihe 



 

Inhalt:

Nachdem Joan die Zeitlinie geändert, und damit den Mord an ihrer Familie verhindert hatte, schien ihre Welt für eine Weile in Ordnung. Sicherlich, es gab immer noch ein paar Schwierigkeiten innerhalb der Familie, auch hatten sich Kleinigkeiten verändert. Das Holland House war beispielsweise kein prachtvolles Gebäude, kein Touristenmagnet mehr, sondern lediglich eine Ruine. Auch gab es diesen Lehrer, der in der anderen Zeitlinie noch lebte und der nun bereits verstorben war. Aber dafür war der Monsterjäger, der zahlreiche Monster, ohne mit der Wimper zu zucken, getötet hatte, nun ein ganz normaler Junge mit einer Leidenschaft fürs Fußballspiel. Einer, der nun Joans Schule besuchte.

Joan wusste, dass sie sich in der neuen Zeitlinie von Nick würde fernhalten müssen. Auch hallten Aarons Worte, der ihr einst gesagt hatte, dass auch sie sich nie mehr wiedertreffen dürften, wenn sie das Massaker von einst rückgängig machen wollten, in ihr nach. All die wohlfeilen Vorsätze wollte Joan wirklich beherzigen. Und während sie Aaron auch wirklich nicht mehr gesehen hatte, schien Nick sie magisch anzuziehen. Immer wieder kreuzte der damalige Held, der Monsterjäger, ihren Weg. Wenn sich Joan und Nick trafen, dann freute sich Joan, dass Nick nun so glücklich war.

Und eines Tages in der Bäckerei, in der Joan und ihre beste Freundin Margie arbeiteten, passierte dann das, was Joans Leben in ein neues Desaster stürzen sollte. Ein Mann, gekleidet wie von einem Foto aus den 1920ern, erschien in der Tür. Hinter ihm lag eine Leiche. Die von Margie, die eigentlich nur mal kurz vor die Tür gehen wollte, um Nick, der als Kunde aufgetaucht war, und Joan ein wenig exklusive Zeit zu gönnen.

Das war der Moment, als Joan wusste, dass Nick und sie würden gemeinsam fliehen müssen. Denn dieser Fremde war ein Monster, ein Zeitreisender. Einer, der Nick und sie ohne mit der Wimper zu zucken, töten würde. Und Nick war nun auch noch ein ganz gewöhnlicher Mensch. Einer, der sich mit verlorenen Erinnerungen nicht zur Wehr würde setzen können, wenn ihm mit einer flüchtigen Berührung von einer Sekunde auf die andere alle verbleibende Lebenszeit entzogen werden würde.



Meinung: 


Mit der Veränderung der Zeitlinie hatte Joan gehofft, eine grundlegende Veränderung in ihrem Leben herbeizuführen. Sie erinnerte sich an die Worte von Aaron, der in der damaligen Zeitlinie zwar einerseits ihr Gegner war, der sich aber dann doch gegen seine Familie und auf Joans Seite gestellt und zu dem Joan schon bald ein sehr großes Vertrauen aufgebaut hatte. Sie erinnerte sich an seine Warnung, wie sie in dieser neuen Zeitlinie vorgehen müsse. Dass sie zwei Menschen auf jeden Fall meiden müsste.

Das waren sowohl Aaron selbst, dessen Familie sie einst gejagt hatte, und dann eben auch Nick: den skrupellosen Killer.

Joan muss in diesem zweiten Teil einige Lektionen lernen. Zum einen, dass man sich an Regeln halten sollte, zum anderen aber auch, dass all unsere Handlungen und Entscheidungen mehr oder weniger in Verbindung zueinanderstehen, sich die Zukunft daher nicht so einfach verändern lässt.

Zugegeben, Nick macht es einem in „Never a Hero“ nicht leicht, ihn nicht zu mögen. Nicht nur, dass er immer wieder Joans Nähe sucht, auch ist er ein durch und durch liebenswerter Geselle. Er verhält sich unaufgeregt und geht mit einer Ruhe an Konflikte heran, auf die jeder Mentaltrainer wohl neidisch wäre.

Allerdings ist Skepsis angebracht: Nick stellt zwar Fragen, doch nimmt er alle Antworten, die Joan ihm gibt, mit einer Gelassenheit entgegen, die einfach nicht zu passen scheint. Er wundert sich scheinbar kaum darüber, dass es Leute gibt, die Monster genannt werden. Die Zeitreise, auf die Joan und er sich gezwungener Maßen begeben müssen, wirft weitere Fragen auf, doch auch hier findet sich Nick sehr schnell mit der Situation ab.

Nick ist nicht nur die Ruhe in Person, er tut alles, um Joan und die Menschen, die ihr am Herzen liegen, zu schützen. Er akzeptiert, wenn sie ihm die Wahrheit nur in Bruchstücken präsentiert, obwohl die Welt doch so inkongruent daherkommt.

Joan hingegen macht sich in diesem zweiten Band allerhand Vorwürfe. Allerdings schaffen sie es nicht, daraus Konsequenzen für die Zukunft zu ziehen. Sie nimmt Nick mit an Orte, an denen es vor Monstern nur so wimmelt. Obwohl sie weiß, wie leicht es wäre, Nick mit nur einer kleinen Berührung zu töten. Kurz darauf ergeht sie sich in Vorwürfen und einem schlechten Gewissen, ihre Taten betreffend.

Es gibt im Buch stellen, da erschien Joan fast schon hilflos, verloren in ihren Gedanken, Ängsten und Selbstzweifeln. Doch dann setzt die Handlung wieder ein.

Bildhaft, spannend, rasant und kantig, mit wenigen Reflexionsoasen, beschreibt Vanessa Len in der Fortsetzung von „Only a Monster“ wieder die Welt, in der die „Monster“ sich herumtreiben.

Joan trifft auf alte Bekannte wie Jamie und Tom. Sie begegnet aber auch Menschen, die ihr einst böses wollten. In der „neuen“ Zeitlinie haben einige von ihnen andere Lebenswege eingeschlagen.

In „Never a Hero“ erfährt man mehr über die anderen Monsterfamilien und ihre Fähigkeiten einerseits, andererseits erhält auch Joans Charakter weiter Tiefe.

Und dann gibt es hier natürlich auch noch Aaron, auf den Joan ungewollt trifft und an den sie sich natürlich auch erinnert. So sehr Joan ihn auch meiden möchte, das Schicksal hat natürlich etwas anderes vorhergesehen. Als Leserin habe ich einerseits gehofft, dass beide ihre einstige Beziehung wieder aufleben lassen können. Andererseits war die Gefahr, die damit einhergehen könnte, stets präsent.

Das Buch bringt stets neue kreative Ideen und Fragen hervor: Was hat es mit den Löchern in der Zeit zu tun, von denen sich plötzlich eines auftut und in dessen Nähe die Charaktere Übelkeit überkommt? Und was ist eigentlich mit dem Monsterhof, der im ersten Band erwähnt wurde, und doch irgendwie fast noch ein wenig zu blass blieb? Gab es da nicht auch diesen Leibwächter des Königs, der so voller Gefahren steckte? Und was hat es jetzt mit der Fähigkeit von Joan auf sich? Sowohl Joan, als auch Nick stecken dauerhaft in größten Gefahren. Werden sie gegen die vielen Gegner bestehen können?



Fazit: 


„Never a Hero“ von Vanessa Len illustriert erneut auf eindrucksvolle Weise, wie sich einzelne Entscheidungen und Handlungen auf ein ganzes System auswirken, beziehungsweise maßgebliche Auswirkungen auf das ganze Leben von Menschen haben können. Ihre Protagonisten treffen Entscheidungen und werden sodann mit den (bisweilen schockierenden) Auswirkungen in der Zukunft konfrontiert.

Ihre Figuren sind Menschen mit den uns allen bekannten emotionalen und rationalen Widersprüchen. Vanessa Len versteht es meisterhaft, diese in Handlungen zu kleiden und ihren Helden so Leben einzuhauchen.

Was ist der Ursprung der Dinge? Was ist Gut und Böse? Die Dinge sind in „Never a Hero“ nicht einfach so binär wie in einer Superheldenwelt.

Alles in allem kann ich „Never a Hero“ vollumfänglich weiterempfehlen. Mit dem Ende wird die Wartezeit bis zur Fortsetzung aber zur Qual. Darüber kann dieses geniale Buch nicht hinwegtäuschen.

Cover des Buches Selfcare Watercolor – Kreative Momente für mich (ISBN: 9783745917925)

Bewertung zu "Selfcare Watercolor – Kreative Momente für mich" von Carina Morawetz

Selfcare Watercolor – Kreative Momente für mich
Esme--vor 3 Monaten
Kleinere und größere Auszeiten

Inhalt: 


Mit „Selfcare Watercolor – Kreative Momente für mich“ präsentiert Carina Morawetz ein Buch, das, wie der Titel schon sagt, Selfcare mit Watercolorpainting verknüpft.

Bereits im Vorwort berichtet die Autorin davon, dass das Hobby Malen erdet. Denn Malen zeigt neue Wege auf, die man gehen kann. Malen kann Genuss sein, der Raum und Zeit vergessen lässt.

Auf den folgenden Seiten findet sich ein kurzer Überblick über Grundlagen und Materialtipps. Es folgen sechzehn blumige Motive mit Step-to-Step-Anleitungen nebst Morgen- und Abendritualen zum Thema Achtsamkeit.





Eigene Meinung: 


In unser schnelllebigen Zeit versuchen wir, immer mehr Dinge in kürzerer Zeit zu erledigen. Es ist daher wichtig auf sich zu achten und Auszeiten für Erholung und Erbauung zu schaffen.

Watercolorpainting ist ein Hobby, dass sich perfekt eignet, um Selfcare, Kreativität und Produktivität miteinander zu verknüpfen. Das beweist Carina Morawetz mit ihrem Buch, „Selfcare Watercolor“.

Schon am Inhaltsverzeichnis lässt sich erkennen, worauf die Autorin in ihrem Werk besonderen Fokus legt. Hier finden sich unter der Unterschrift „Motivwelt“ Unterüberschriften wie „In Ruhe blühen“, „In Balance“, Entspannungsflow Malmeditation“, „Wachsen und Blühen“, „Locker werden“. Bei allen Motiven handelt es sich um Blumen, die in schönen Farben und unterschiedlichen Facetten und Varianten daherkommen.

Bevor es jedoch mit den Übungen losgehen kann, vermittelt die Autorin erst einmal ein paar Grundlagen. In diese fließen, wie auch im Praxisteil, immer wieder Erläuterungen ein, wie man das Malen bestmöglich mit Ruhemomenten, Aufmerksamkeitsübungen – ja Selfcare – verbinden kann. So lautet die erste Überschrift unter den Grundlagen „Me-Time“. Warum ist diese Zeit, die man sich bewusst nur für sich selbst nimmt, so wichtig? Wie kann man diese Zeit gewinnbringend für sich nutzen?

Es folgt eine kurze Erläuterung zum Thema Rituale. Warum ist es wichtig sich feste Rituale zu schaffen? Wie gestalte ich Rituale? Warum sollte ich gerade abends kleine Rituale schaffen?

Unter der Überschrift Gefühle berichtet die Autorin darüber, dass man Gefühle steuern kann. Erschaffe Stimmung, arbeite mit Affirmationen. Farben und Formen können anregend wirken und uns helfen unseren Gefühlen Ausdruck zu verschaffen.

Da insbesondere Farben eine wichtige Bedeutung beim Watercolor zukommt, wird in einem zweiseitigen Kapitel noch einmal gesondert hierauf eingegangen. Die Auswahl der Farben stellt bereits ein erstes Ritual dar, das du für dich nutzen kannst. Farben bieten einen Raum, um mutig sein zu dürfen. Warum - die Antwort findet sich im Buch - sind gerade Aquarellfarben die perfekten Begleiter für Achtsamkeitsübungen?

Unter der Überschrift, „Benötigtes Material“, verrät die Autorin, welche Materialien es benötigt, um mit den ersten Übungen zu starten. Carina Morawetz legt hierbei viel wert auf hochwertige Produkte. Sie nennt konkrete Markennamen, Websites und unter anderem Produkte aus dem eigenen Shop.

Gefallen hat mir, dass es hier auch einen kleinen Abschnitt zu persönliche Favoriten für dein Drumherum gibt. Eine Kerze. Ein Heißgetränk, das von innen wärmt. Sanfte Musik im Hintergrund. Ein Notizbuch für persönliche Gedanken. All das sind auf den ersten Blick Kleinigkeiten, die jedoch eine große Wirkung auf das seelische Wohlbefinden und die Stimmung haben können.

Watercolorpainting bietet allerhand Mehrwert, was Techniken betrifft. Gerade die Nass-in-Nass-Technik lässt sich auf den ersten Blick vielleicht schwer kontrollieren. Gerade diese unkontrollierten Verläufe, die auf dem Papier entstehen, lassen sich aber gut mit achtsamen Beobachten verknüpfen. Carina Morawetz erklärt die wichtigsten Techniken und zeigt anhand von Übungen, wie man lernt, sie zu beherrschen und bestmöglich zu nutzen.

Es folgen einige Pinselübungen. Etwas Druck auf die Pinselspitze und schon kann man schöne Blätter für Blüten mit nur einem Strich aufs Papier zaubern. Die Übungen helfen zu verstehen, was alles mit dem Pinsel möglich ist. Sie lehren, den Pinsel bestmöglich zu beherrschen und zu nutzen.

Gerade zu Anfang benötigt es oft noch Skizzen. Im Wesentlichen sind es drei Formen (Donut, Kidneybohne und Spiegelei), die die Autorin für das Zeichen von Blumenköpfen verwendet. Auf zwei Seiten wird anhand eines Beispiels erläutert, wie es gelingt, von einer einfachen Form zu einer perfekten Blütenzeichnung zu gelangen.

Und dann kann es auch schon mit den einzelnen Motiven losgehen. Vorab erläutert die Autorin noch einmal, dass es nicht wichtig ist, die Vorlage bestmöglich nachzuzeichnen. Vielmehr ist es wichtig, seinen eigenen Weg zu finden. Ergänze die Motive, lass Bilder neu entstehen.

Jede Übung im Buch ist wie folgt aufgebaut:
Auf der linken Seite befindet sich unter Überschrift zum Motiv eine kurze Erläuterung, für welches Lebensgefühl dieses steht. Am Beispiel „Mohn voller Lebensfreude“ (erste Übung im Buch), findet sich hier z.B. eine Erklärung, dass die hellen Farben lebensbejahend wirken. Die unterschiedliche Form der Blüten, ihre unregelmäßige und doch harmonische Anordnung sollen hier ebenfalls Beachtung finden.

Unter der Überschrift „Selfcare-Watercolor-Moment“ erläutert Carina Morawetz in einem Satz, welche Stimmung das Malen des Bildes bei dir induziert. Beispiel: Meditativer Zustand durch wiederkehrende Maltechnik.

Es folgt eine kurze Auflistung der benötigten Materialien (Art des Pinsels, des Papiers) sowie eine Farbpalette.

Auf der rechten Seite findet sich ein Bild vom fertigen Motiv.

Nach diesen zwei ersten Seiten folgen zwei weitere mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Nach und nach kannst du an den verschiedenen Bildern erkennen, wie sich das Motiv aufbaut. Ein nebenstehender Text verrät, wie die Ausführung gelingt. Immer wieder fließen in den Text Tipps und Tricks ein.

Nach jeder Übung folgen zwei weitere Seiten mit einem Morgenritual und einem Abendritual. Unter der Überschrift, „Kennst du das?“, wird hier ein Gefühlszustand beschrieben, den die meisten von uns kennen sollten.

Beispiel für ein Morgenritual: Begegnungen im Leben können die Gefühle durcheinanderwirbeln. Sie können anregen oder inspirieren. Sie können aber auch ein negatives Gefühl auslösen. Es folgt eine Idee für ein Ritual. Zu dem Beispiel Begegnungen könnte dieses lauten: Schreibe dir schon morgens auf, wie du dich abends fühlen möchtest. Fokussiere dich darauf, wie dein Tag auf Gefühlsebene sein wird. Entscheide dich während des Tages bewusst dafür, worauf du dich einlässt und erinnere dich den Tag über immer wieder an den Satz, den du dir am Morgen notiert hast.

Beispiel für ein Abendritual: Lege dir bereits am Abend Materialien für den nächsten Tag zurecht. Sehe darin nicht nur den Vorteil, dass du am nächsten Morgen Aufbauarbeiten sparst. Genieße die Vorfreude, mit der du in die Zukunft fliegst.


Fazit: 


Um- und getrieben von Fragen der Alltagsbewältigung und einer inneren Ruhelosigkeit stolpern die meisten Menschen duch den Alltag.

Es ist wichtig rechtzeitig gegenzusteuern, sich bewusst kleine und auch größere Auszeiten zu schaffen. „Selfcare Watercolor – Kreative Momente für mich“ setzt hier an.

In ihrem Buch zeigt Carina Morawetz, wie sich das wundervolle Hobby Watercolorpainting dafür eignet Achtsamkeit zu schüren, sich zu entspannen und zu Ruhe und neuer Kraft zu finden. Carina Morawetz tiefsinnige und lebenskluge Beobachtungen zeugen von ihrer Belesenheit in Kunst und Psychologie. Man nimmt ihr ab, dass sie lebt und fühlt, was sie schreibt.

Menschen, die das Zeichnen lieben, oder ihre Liebe für das Zeichnen entdecken wollen, erhalten mit „Selfcare Watercolor“ ein Geschenk für die Seele, ein Geschenk, das hilft, Kreativität zu entwickeln. 


Cover des Buches The Isles of the Gods (ISBN: 9783737362078)

Bewertung zu "The Isles of the Gods" von Amie Kaufman

The Isles of the Gods
Esme--vor 3 Monaten
Leinen los - ins Abenteuer

Inhalt:


Schon seit einem Jahr hat Selly ihren Vater nicht mehr gesehen. Dieser ist mit der „Fortüne“ in den Norden aufgebrochen um neue Handelsrouten für die Flotte auszukundschaften. Selly weiß, dass der Halt, den ihre Kapitänin Rensa in Kirkpool eingelegt hat, eine letzte Möglichkeit für sie darstellt, ihren Vater wiederzusehen. Denn schon bald wird die „Lizabetta“ wieder in See stechen. Hinzu kommt, dass die Winterstürme schon bald dafür sorgen werden, dass die Nordpassage nicht mehr passierbar sein wird. Selly steht also unter immensem Druck.

Doch die Sehnsucht nach ihrem Vater ist nicht das Einzige, was Selly beschäftigt. Das magische Potenzial, das sich in ihr verbirgt, kann sie nicht realisieren.
Daher priorisiert sie das Ziel erste Offizierin auf einem der Schiffe ihres Vaters, der „Lizabetta“, zu werden. Doch dazu benötigt es noch einiges an Ausbildung. Eine Ausbildung, der Rensa, Sellys Ansicht nach, nicht zu genüge nachkommt. Denn statt Aufgaben einer Offizierin übernehmen zu dürfen, muss Selly das Deck schrubben und niedere Aufgaben erledigen.

Selly macht sich also auf zur Hafenmeisterei. An diesem Ort werden an den Tafeln Nachrichten, die von Seefahrern eingegangen sind, ausgehangen. Sie erhofft sich an den Pinnwänden eine Botschaft ihres Vaters und die erhält sie letztlich auch. Es ist jedoch keine Nachricht, die sich Selly gewünscht hätte. Denn der Vater teilt mit, dass sein Schiff nicht vor den Winterstürmen in Kirkpool eintreffen wird. Innerhalb von Sekunden zerplatzt also Sellys größte Hoffnung auf ein Wiedersehen.

Doch Aufgeben ist keine Option. Selly fasst einen neuen Plan. Ein einziges Schiff, die „Freya“, wird heute noch ausfahren und in Richtung Norden aufbrechen. Auf dieses muss sich Selly also schmuggeln. Komme, was wolle. Während Selly sich also in Richtung des Hafenkais aufmacht, kommen ihr die Gerüchte über einen anstehenden Krieg und den Prinzen Leander zu Ohren, der zeitnah mit einem pompösen Schiff ebenfalls in See stechen soll, um mit den Nachbarstaaten von Alindor Allianzen zu schmieden.

Selly schmiedet also Pläne, wie sie sich ungesehen an Board der „Freya“ schmuggeln kann und läuft dabei einem Fremden direkt in die Arme. Scheinbar hat der Herumtreiber nichts besseres zu tun, als Selly ein Gespräch aufzuzwängen und das auch noch mit einer kaum auszuhaltenden guten Laune. Selly möchte nichts mehr, als den Fremden loszuwerden, damit sie sich wieder ihren Plänen zuwenden kann. Ein schwieriges Unterfangen, wie sich herausstellt, denn ihr neuer Weggefährte ist in Plauderlaune.

Sellys Stimmung verschlechtert sich zunehmend. Sie erreicht ihren Tiefpunkt, als Selly feststellen muss, dass ihr unliebsames Anhängsel auch noch die Zeichen der Magie auf der Haut trägt und diese sind aktiv! Eifersucht und Frust brechen aus Selly hervor. Als die junge Seefahrerin nun im Hafen das Schiff des Prinzen erblickt, das mit Blumen geschmückt und mit Luxusartikeln beladen ist und darauf wartet, ablegen zu können, schimpft sie, um ihrer schlechten Laune Luft zu machen. Sie zetert über die verschwenderischen Ausgaben des Königshauses und den Prinzen, der als Lebemann verrufen ist und seine eigenen Bedürfnisse über die des Volkes stellt.
Die gute Laune ihres Gegenüber scheint mit jedem garstigen Wort noch besser zu werden.

Als Selly den Fremden endlich loswird, ist sie also erleichtert. Doch der nächste Tiefpunkt lässt nicht lange auf sich warten. Bei dem Plan heimlich ihre Taschen von der „Lizabetta“ zu holen, wird sie von Renza ertappt. Diese hat ganz andere Pläne. Sie werden sofort in See stechen und das auch noch heimlich bei Nacht. Für Selly bricht eine Welt zusammen.

Bald schon setzt die „Lizabetta“ Segel. Mit ihr an Board ist nur die Hälfte der Crew und zwei Gäste. Einer davon ist ein Gelehrter und ein anderer davon der Fremde, den Selly eigentlich nie wiedersehen wollte.

Und während Selly sich noch fragen muss, wann und ob sie ihren Vater je wiedersehen wird, schmieden an einem anderen Ort eine Clubbesitzerin und deren Schwester einen Plan, der nichts anderes beinhaltet, als den Prinzen zu töten und einen Krieg anzuzetteln.




Meinung: 


Einst waren es die Götter, die Krieg gegeneinander führten. Heute sind es die Menschen, die in ihrem Namen Kriege führen.

Als die junge und ambitionierte Seefahrerin Selly in See sticht, weiß sie noch nicht, welches große Abenteuer ihr bevorsteht. Bald schon muss Selly feststellen, dass sich an Board ihres geliebten Schiffes eine wertvolle Fracht befindet. Mit dieser Fracht geht eine große Verantwortung einher. Und dachte Selly bis vor Kurzem noch, dass ihr Schicksal in Trümmern am Boden liegt, so muss sie feststellen, dass es noch schlimmer geht.

Amie Kaufman weiß, wie man gute Geschichten schreibt. Das hat sie schon mehrfach bewiesen. In „The Isles of the Gods“ zeichnet sie nicht nur eine Protagonistin, sondern gleich mehrere Charaktere, die den Tiefpunkt ihres Lebens erreichen, um sich dann wieder aufzurappeln müssen, um ein neues Leben zu beginnen und in ein ungeahntes Abenteuer starten zu können. „The Isles of the Gods“ ist unterteilt in Kapitel, die aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt werden. Ein Kniff, der es dem Leser ermöglicht, sich besser in die Sichtweisen unterschiedlicher Charaktere versetzen zu können. Und doch stechen zwei Figuren in diesem Buch besonders hervor.

Zum einen begleitet man als Leser in diesem Buch die Geschichte des Prinzen Leander. Einem jungen Mann, der Zeit seines Lebens in den Genuss von Luxus gekommen ist. Der es gewöhnt ist, dass man ihm die Welt zu Füßen legt. Und nun steht er vor einer großen Aufgabe. Er soll einen Ritus vollziehen, um einen bevorstehenden Krieg zu verhindern. Ob der verwöhnte Prinz dieser Aufgabe gewachsen ist?

Prinz Leander war mir von der ersten Sekunde an sympathisch. Als Leser merkt man schnell, dass er eigentlich kein schlechter Mensch ist. Er ist lediglich in einer Welt voller Luxus aufgewachsen und wurde Zeit seines Lebens von Problemen ferngehalten.

Auf der anderen Seite haben wir Selly, ein Mädchen mit allerhand zerplatzten Träumen, die für alles, was sie je erreicht hat, kämpfen musste. Schon äußerlich prallen also Welten aufeinander. Was naturgemäß für allerhand Dynamik zwischen den Buchseiten sorgt.

Neben den beiden Protagonisten gibt es allerdings auch allerhand weitere Charaktere, die eine wichtige Rolle im Buch spielen. Es ist eine Liste großer Lebensträume, die sie trotz der banalen, oft schmerzhaften Realität, in der sie sich tagtäglich wiederfinden, verfolgen.
Gerade diese Träume lassen ihr Handeln nachvollziehbar und ihre – teilweise wirklich schlimmen Taten – realistisch erscheinen.

Was folgt, ist eine rasante Reise quer durch die Realität, in der die Fantasie der Magie wahr geworden ist.

So tragen einige Menschen magische Linien auf ihren Handflächen. Diese Menschen sind in der Lage mit Geistern in Verbindung zu treten. Im Gegenzug auf eine geforderte Fälligkeit fordern die Geister jedoch auch einen Tribut. Während Sellys Magie leider nie erwacht ist, gibt es einen Passagier auf dem Schiff, der sich mit den Geistern bestens auskennt. Ein Stück Brot oder eine Perle und die Geister der Lüfte sind bereit dem Segel des Schiffes Wind zu verleihen.



Fazit: 


„The Isle of the Gods“ von Amie Kaufman punktet mit einem großen Abenteuer, viel Fantasie und großer stilistische Finesse. Der Fantasyauftakt ist ein Fest der Fantasie. Es steckt so unglaublich viel Potential in dem Stoff und die gekonnte dramaturgische Umsetzung kann dieses abrufen. Der Sogfaktor ist auf jeden Fall da.

Für mich ein vielversprechender Auftakt, der die Vorfreude auf Band 2 schürt. 


Cover des Buches When I Broke Up With Love (ISBN: 9783492507042)

Bewertung zu "When I Broke Up With Love" von Fabienne Lily

When I Broke Up With Love
Esme--vor 3 Monaten
Aufwühlend, schockierend, frech und manchmal auch grenzen überschreitend

Inhalt: 


Hallies Leben ist aktuell alles andere als einfach. Ihre Eltern haben sich jüngst getrennt. Ihre Mutter, ihr Bruder Jamie und sie sind vor diesem Hintergrund nach Mapleville gezogen. Die Ereignisse überschlagen sich dort für die kleine Familie. Auden, Hallies beste Freundin, kommt mit ihrem Bruder zusammen. Direkt nach dem Umzug kündigt sich die neue Austauschschülerin Kelly an. Hinzu kommt, dass Hallie immer noch mit dem Betrug ihres Exfreundes Dexter und der daraus resultierenden Trennung zu kämpfen hat.




Hallie freut sich auf das Eintreffen der Austauschülerin aus Australien. Das Mädchen und sie könnten viel Spaß miteinander haben. Als die Familie am Flughafen ankommt, erwartet sie jedoch eine nicht ganz so schöne Überraschung: Kelly heißt gar nicht Kelly sondern Nolan. Und auch wenn dieser recht attraktiv daherkommt, so benimmt er sich vom ersten Moment an ziemlich daneben. Na, das kann ja was werden ...








Meinung: 


Lange haben es mir die Charaktere eines Buches nicht mehr so schwer gemacht, wie es der Fall bei „When I Broke Up With Love“ war. Hallie, ihre Familie, insbesondere ihr Bruder Jamie und dessen bester Freund Reeve nehmen kein Blatt vor den Mund. Es wird geneckt, gestritten und beleidigt. Schimpfworte, Kraftausdrücke und Beleidigungen sind Teil des kommunikativen Prinzips.




Mit dem Eintreffen von Nolan verschlechtert sich die Stimmung weiter zusehens. Denn Nolan macht vom ersten Moment an sehr deutlich, dass er keinerlei Lust auf die neue Familie, ja überhaupt auf den gesamten Austausch hat. Da fallen direkt beim ersten Zusammentreffen Sätze wie „Bist du immer so drauf, als hättest du was geraucht?“. Oder aber: „Diese Fröhlichkeit hält ja keiner aus, Disney hat angerufen, sie wollen ihre Prinzessin zurück.“




Diese Missmutigkeit, gespickt mit kleinen Gemeinheiten, führt Nolan auch die nächsten Tage, ja Wochen, über fort. Während Nolan also schlechte Laune versprüht und stolz seine Schatzkammer von Schimpfworten präsentiert, erlebt Hallie die Einsamkeit des Menschen in Gesellschaft. Ihr fehlt die eine Bezugsperson, bei der sie sich stets geborgen fühlt.




Ihre beste Freundin verbringt eine Menge Zeit mit ihrem Bruder und muss sich stets entscheiden, zu wem sie bei Streitigkeiten hält. Als dann also plötzlich anonyme Liebesbriefe in ihrem Spint auftauchen, ist es folglich kein Wunder, dass Hallie ihr Herz leichtfertig an einen Fremden namens „Seven“ verschenkt. Seven verkündet, dass er Hallie schon lange im Blick hatte, dass sie ihn jedoch noch nie richtig bemerkt habe. Nach und nach traut sich der anonyme Verehrer vor. Er wechselt auf Socialmedia. Es entsteht eine zarte Bindung, die Hallie, gerade im Kontrast zum turbulenten Alltag, sehr gut tut.




Nebenher muss sich Hallie nämlich mit den verrückten Plänen ihres Vaters anfreunden, der zu einem gemeinsamen Zeltausflug mitten im Wald einlädt, an dem die Kinder nebst ihrer Freunde, der Austauschschüler und auch die neue Partnerin teilnehmen sollen. Hallie ist allerdings so gar nicht danach, die potenzielle Stiefmutter kennenzulernen und die Zeit mit dem griesgrämigen Nolan zu verbringen.




So sehr sich Nolan auch bemüht, irgendwann gerät seine Fassade jedoch ins Bröckeln.




All das klingt vermutlich nach einer tempo- und konfliktreichen Story mit guter Enemies-to-Lover-Romance. Das war „When I Broke Up With Love“ einerseits auch. Doch muss sich das Werk Grobheiten und Schimpfworte als künstlerischen Mangel anlasten lassen.




Namentlich und pars pro toto herausgehoben werden soll Jamie und Hallies Mutter.




So prügelt sich Jamie, der sich durch den Exfreund von Hallie gereizt fühlt, weil dieser seine Schwester anflirtet, in der Schule mit eben diesem. Des Abends sitzt Jamie also mit Blessuren am gemeinsamen Küchentisch mit der Familie.


Die Mutter reagiert mit einer Nachfrage: „Hat das irgendwer aufgenommen?“ Hallie regiert daraufhin, mit Recht, schockiert: „Jamie hat sich heute geprügelt und du willst wirklich ein Video davon sehen?“ Die Mutter antwortet an dieser Stelle nur mit einem unbekümmerten Schulterzucken. Ohne eine weitere Antwort auf Hallies Frage zu liefern, bietet sie ihrem Sohn zum Kühlen Tiefkühlerbsen mit folgender Bemerkung an: „Mit etwas Glück siehst du dann nicht mehr ganz so … hässlich aus.“




Derlei Szenen gab es im Buch einige. Das muss man mögen.




Last but not least gelingt es Fabienne Lily jedoch, soviel sei an dieser Stelle verraten, ihren Roman zu einem zufriedenstellenden Ende zu führen und die Fronten weitestgehend zu glätten.




Kurzum: Dieses Buch hat mich einiges an Nerven gekostet.








Fazit: 


Aufwühlend, schockierend, frech und manchmal auch Grenzen überschreitend, so würde ich „When I Broke Up With Love“ beschreiben wollen. Eine Enemies-to-Lover-Geschichte, die es in sich hat.




Ein Psychogramm, ein Portrait einer Jugendkultur, in der das Grobe zum Kult mutiert.




Die Figuren gehören jenem Milieu an, dem Soziologen den Namen „Prekariat“ gegeben haben. Das Buch ist echt, mitunter mitreißend und fesselnd. Fabienne Lily will das authentische Klima einer Familie einfangen, in der es offenbar sehr hektisch und rabiat zugeht.




Reflektion wird aber auch oft durch Aufregung und Auflehnung ersetzt. Das kann man mögen oder auch nicht. 

Cover des Buches Gameshow – Das Versprechen von Glück (ISBN: 9783737359498)

Bewertung zu "Gameshow – Das Versprechen von Glück" von Franzi Kopka

Gameshow – Das Versprechen von Glück
Esme--vor 3 Monaten
Und die Adaption gelingt

Inhalt: 


Cass hat sich dem Widerstand, namentlich den „NoClans“ angeschlossen. In dieser Gruppierung sollen besondere Mitglieder bestmöglich trainiert werden, so dass sie es letztlich nicht nur in die Gameshow schaffen, sondern aus dieser auch lebend heraus. Der Plan von Flannery, dem Anführer der Rebellenbewegung, sieht vor, dass sich alle verbliebenen „NoClans“ zur finalen Feier unter die Zuschauer mischen. In der Liveübertragung soll dann dafür gesorgt werden, dass alle Bewohner des Landes erfahren, was wirklich hinter den Kulissen der Gameshow vor sich geht.

Während die Pläne voranschreiten, hat Cass immer noch mit allerlei inneren Konflikten zu kämpfen. Sie macht sich Vorwürfe, dass sie Jax verschwiegen hat, dass sie ihr Gedächtnis nie verloren hatte, während Jax selbst all die Erinnerungen an seine Familie ausgelöscht wurden.

Immer wieder überkommen Cass Flashbacks aus dem Leben ihrer Mutter. Zugleich schreitet die Zeit unaufhaltsam voran. Liebgewonnene Freunde müssen an den perfiden Spielen teilnehmen. Jede Show steht für einen Wettlauf gegen den Tod.

Cass bleibt kaum etwas anderes übrig, als Flannery weiter zu vertrauen, wenn sie all dem ein Ende bereiten möchte.

Zugleich benötigt Flannery auch dringend Cass in seinem Team. Die Erinnerungen, die ihre Mutter ihr eingepflanzt hatte, beinhalten brisante Details über die Machenschaften der Gamemaster. Fakten, mit denen man die Obersten erpressen und ggf. zur Kooperation zwingen könnte. Material, das Flannery dringend benötigt.



Meinung: 


Franzi Kopka hat bereits mit dem Auftakt von „Gameshow“ gezeigt, dass sie eine Autorin ist, die ihr Handwerk beherrscht. Die Kritik, dass ihr Buch an den Bestseller „Die Tribute von Panem“ erinnert, ist nicht von der Hand zu weisen. Es gibt einige Parallelen. So zum Bespiel eine Gesellschaft, die in mehrere Kasten aufgesplittet wurde. Die Ärmsten müssen, ob sie wollen oder nicht, an perfiden und tödlichen Spielen teilnehmen. Die Reichen können Wetten auf Gewinner und Überlebende abschließen und die Geschehnisse in Liveshows am Fernseher verfolgen. Eine Rebellenbewegung versucht, dieses System zu stürzen.

Franzi Kopka schreibt jedoch ihre ganz eigene Version einer sensationslüsternden, empathiearmen und gelangweilten Gesellschaft, die sich an dem Leid anderer erfreut und Schwierigkeiten hat, zwischen Fiktion und Realität zu unterscheiden. Von einer machthungrigen und korrupten Regierung und einem System, das bei genauerer Betrachtung gar nicht mal so abwegig erscheint und daher umso verstörender wirkt.

Als Leser erleben wir auch im zweiten und finalen Band der Reihe, die Geschehnisse aus der Perspektive von Cass, die von einem Tag auf den anderen von den Purpurnen in die „Rote Zone“ degradiert wurde. Während der Spiele lernt sie einen der besten Gamer, Jax, kennen. Dieser riskiert viel um ihr zu helfen. Jax und Cass kommen sich näher und es entspinnt sich eine Romanze. Diese droht durch Lügen und Geheimnisse zu zerbrechen. Vielleser von Jugendbüchern wissen, dass viele AutorInnen oft großes Aufheben um die Liebesgeschichte ihrer ProtagonistInnen machen. Franzi Kopka zeigt anhand von Cass und Jax, dass es auch anders geht.

Wie auch der Auftakt, gestaltet sich der finale Band von Gameshow wieder durchweg spannend. Jeden Tag muss Cass um ihre Freunde bangen. Nicht zuletzt, weil diese von einem Tag auf den anderen zu einer Gameshow einberufen werden können.

Vielleicht hätte es der Geschichte gerade innerhalb der Wettkampfszenen gut getan, hätte sich die Autorin für einen Perspektivwechsel entschieden. So verfolgt man gemeinsam mit Cass am Fernseher, wie Jax, Enzo und weitere Freunde sich durch Spiele, wie Trickster Island, einem Survivalgame, das mitten im Pazifik in einer natürlichen Arena angesiedelt ist, kämpfen. Bei Trickster Island gilt es sich mit nichts weiter an Ausrüstung, als der Kleidung, die man auf dem eigenen Leib trägt, giftigen Spinnen zu erwehren. Nur die Besten der Besten werden gewinnen. Und auch wenn Jax sich hier qualifiziert, so ist es doch nur ein kleiner Fehltritt, ein unachtsamer Moment, der ihn vor einem qualvollen Tod trennt.

Dadurch, dass man als Leser eben „nur“ mit Cass vor dem Fernseher sitzt, erlebt man die Gefahren innerhalb des Spieles nicht hautnah mit. Dennoch gelingt es der Autorin hier Spannung aufzubauen. Denn durch das Wegschwenken der Kamera, dadurch, dass man gezwungen wird wegzuschauen, schürt sie, was heute fear of missing out genannt wird. Die Angst etwas zu verpassen.

Gekonnt werden weitere Handlungsstränge im Laufe des Buchs miteinander verwoben. So wird Cass nach und nach immer wieder durch kleine Momente im Alltag getriggert. Hierdurch werden neue Erinnerungen ihrer Mutter beschworen. Fehlende Puzzelteile, die zu einer alles zerstörenden Wahrheit führen werden.

Währenddessen stehen die Pläne des Widerstandes vor einer voraussehbaren, unausweichlichen Eskalation.



Fazit:


Gameshow – Das Versprechen von Glück von Franzi Kopka klingt vielleicht nach Fanfiction, ist aber etwas, dass man sich als Fan der „Tribute von Panem“ tatsächlich wünscht.

Auch im letzten Band kreiert die Autorin eine mitreißende Handlung, die erneut viele überraschende Wendungen bereithält.

Die Lektüre setzt allerdings starke Nerven voraus. Nicht alle Figuren werden überleben. Eigentlich soll man das Ende des Buches ja nicht ausplaudern, aber soviel sei verraten: Es gibt kein klassisches Happy End.

Eine klare Leseempfehlung für all diejenigen, die sowohl den besonderen Thrill, als auch das Denken schätzen.

 

Cover des Buches Alles Ava – Deine 30-Tage-Foto-Challenge (ISBN: 9783745918069)

Bewertung zu "Alles Ava – Deine 30-Tage-Foto-Challenge" von Alles Ava

Alles Ava – Deine 30-Tage-Foto-Challenge
Esme--vor 4 Monaten
So macht Fotografieren Spaß

Inhalt: 


Ava liebt Challenges, sie liebt es Neues auszuprobieren und sich Herausforderungen zu stellen. Mit ihrem neuen Buch „Alles Ava – Deine 30-Tage-Foto-Challenge“ möchte die Autorin die Freude fürs Fotografierens entfachen. Durch die perfekten Bilder auf Socialmedia fühlt man sich oft überfordert. Alles muss sitzen, alles muss perfekt sein. Das ist nicht so. Fotografie soll in erster Linie Spaß machen, so Ava.

Gemeinsam mit einer Fotografin hat sich Ava eine Challenge überlegt, die praktische Tipps und Tricks vermittelt, die helfen sollen, die eigenen Fotoideen ganz einfach umzusetzen und die Kreativität anzufeuern.

Das Buch enthält allerhand spannende Projekte, die das eigene Bild aufpeppen. Ein cooler DIY-Partyvorhang. Verrückte Obst-Gesichter. Spiegel-Experimente. Seifenblasen-Tanz. Eine lustige DIY Fotowand mit Guckloch. Romantische Lichteffekte. Wassertropfen-Spiegelungen. Der Blick auf das Inhaltsverzeichnis offenbart eine bunte, unglaublich umfangreiche Mischung.

Auf den letzten Seiten des Buches findet der Hobbyfotograf dann noch ein paar coole Fotobooth Accessiores zum Ausmalen, Ausschneiden und als Gimmick für die eigene Challenge.



Meinung: 


Zu einem meiner vielen Hobbys zählt das Fotografieren. Ich suche eher Kreativität und Einfallsreichtum und nicht das Streben nach technischer Perfektion. Und genau deswegen hat mich das neue Buch von Ava, „Alles Ava – Deine 30-Tage-Foto-Challenge“, auch vom ersten Moment an angesprochen.

Als Buchbloggerin wähle ich für meine Bilder als Motiv weniger Menschen, sondern eher hübsche Cover aus. Daher habe ich versucht, die Challenges entsprechend abzuwandeln. Das ist mir gelungen und zeigt, dass Avas Buch vielseitig Verwendung finden kann.

Neben dem bunten Cover, das bereits einen kleinen Einblick vermittelt, welche Challenges den Hobbyfotografen auf den folgenden Seiten erwarten, überzeugt auch die Aufmachung hinter dem Buchdeckel. Jede Challenge wird auf zwei farbenfroh gestalteten Seiten präsentiert. Auf Polaroidfotos finden sich Beispielbilder. Hier sieht man dann z.B. Ava, wie sie vor einem bunten Luftballonhintergrund oder einer mit Zeitungen beklebten Leinwand posiert. Das Fotografieren aus der Frosch- oder der Vogelperspektive kann einem Bild einen völlig anderen Ausdruck vermitteln.

Ava zeigt hier unglaublich viele kreative Ideen. Aus alten Materialien einen schicken Haarkranz basteln. Dimensionen schaffen, indem man z.B. einen Zweig vor das Motiv hält und somit nicht nur einen Paparazzi-Effekt generiert, sondern zugleich auch das Bild um einiges lebendiger gestalten kann. So viele Ideen und alle sind so leicht umsetzbar. Viel Geld benötigt man auch nicht, um sein Bild kreativ aufzupeppen. Das lernt man schnell mit Hilfe dieses Buches.

Neben dem Beispielbild der Autorin findet sich immer ein kurzer Satz, in dem die Autorin noch einen kleinen Tipp preisgibt oder/und verrät, was dieses Foto besonders macht.

Ein kleiner Spickzettel führt auf, welche Materialien du für dieses Bild benötigst. Die Liste ist stets kurz gehalten und beeinhaltet ausschließlich Sachen, die man im Haushalt findet oder/und die sehr kostengünstig zu beschaffen sind.

Ein weiteres Kästchen bei jeder Challenge verrät noch einen Tipp: Was muss man beachten, damit das Bild noch besser gelingt.

„So geht's“, verrät dir eine kurze Anleitung fürs Projekt, wobei sich durch die Bilder selbst schon einiges selbst erklärt.

Auf jeder bunten Challengeseite findest du auch immer drei Symbole. Diese verraten dir, wie viele Personen du benötigst, um die Challenge umzusetzen. Die meisten Aufgaben kann man, das verrate ich an dieser Stelle, alleine ausführen. Nur gelegentlich benötigt man eine zweite Person, die etwas hält, oder aus der Ferne Anleitungen gibt. Wie z.B. bei den Perspektivspielen zu zweit. Ein weiteres Symbol verrät, ob du die Challenge vielleicht auch mit Selbstauslöser gut alleine umsetzen kannst. Das dritte Symbol, eine kleine Blume, gibt Aufschluss darüber, ob die Challenge Outdoor oder Indoor absolviert werden soll.

Gelegentlich findest du einen leeren Polaroidrahmen auf der Seite, mit dem Hinweis: Deine Caption. Hier kannst du dein eigenes Bild einkleben. Behind the Scenes QR-Codes finden sich nicht bei jeder Aufgabe. Aber wenn du sie findest, lohnt es sich, das Smartphone zu zücken. Kleine Videos auf Youtube zeigen, was für einen Spaß Autorin und Fotografin beim Ausführen ihrer persönlichen Challenge hatten.

Sehr gefallen haben mir auch vier Seiten im Buch, die allgemeine Tipps verraten. Einige davon kannte ich. Jüngere Fotografen/Fotografinnen, werden hier aber gewiss noch den ein oder anderen Trick finden, der das Foto verbessern kann. Hier finden sich kurze Bemerkungen unter Überschriften wie: Richtig belichten, Linse sauber?, Porträtfunktion des Handys testen, Fokus setzen, das Bild füllen, wann gibt es das schönste Licht?, Horizont gerade ausrichten, Drittellinie nutzen, kein digitaler Zoom u.v.m.



Fazit: 


„Alles Ava – Deine 30-Tage-Foto-Challenge“ ist ein Challengebuch, das den Spaß am Fotografieren schürt und die Kreativität ankurbelt. Kreativität lässt sich mit Ava als anpassungsfähig und anwendungsbezogen definieren.

Detaillierte Darstellungen, ausführliche Schilderungen und Checklisten helfen dabei, erlerntes spielend leicht umzusetzen. Dabei schafft es das Buch sich nie didaktisch anzufühlen, daher ist die Lernkurve sehr steil.

Ich empfehle dieses Buch an angehende Fotografen, die nicht auf Professionalität, sondern auf Spaß und Kreativität setzen.


Cover des Buches A Song to Raise a Storm: Die Sonnenfeuer-Ballade 1 (ISBN: 9783522508131)

Bewertung zu "A Song to Raise a Storm: Die Sonnenfeuer-Ballade 1" von Julia Dippel

A Song to Raise a Storm: Die Sonnenfeuer-Ballade 1
Esme--vor 4 Monaten
Kurzmeinung: Absolutes Mustread! Hier stimmt einfach alles. Sogfaktor von der ersten bis zur letzten Seite
Absolutes Mustread!

Inhalt: 


Auch, wenn Sintha Städte hasste, musste sie doch gelegentlich nach Valbeth reisen. Nur hier bekam sie die Medizin, die ihr Vater so dringend benötigte. Ihre starke Angst vor großen Orten oder Reisen hat einen realen Hintergrund. Bergen diese für sie doch objektiv eine über das normale Lebensrisiko hinausgehende Gefahr. Grundsätzlich war sie als Bhix einer ständigen Gefahr ausgesetzt. Sowohl die Menschen, die über die Straßen und Städte herrschten, als auch die Qidhe, magischen Wesen, denen die Wälder gehörten, brachten Mischwesen, wie sie eines war, eine starke Missbilligung entgegen.

Das Schlimmste, was Sintha passieren könnte, wäre einem der Vakár, den mächtigsten der magischen Völker, die als Wächter in den Städten arbeiteten, in die Hände zu fallen. Und genau das war ihr am heutigen Tag in Valbeth fast passiert.

Als Sintha also die Stadt hinter sich lassen und durch die Wälder streifen kann, ist sie einerseits erleichtert. Doch zugleich muss sie noch mit ihrer Wut kämpfen. Das Schicksal ist ihr nicht wohlgesonnen. Nach all der Aufregung in Valbeth, zog nun auch noch ein Sturm auf. Einer dieser, die Unheil verkündeten.

In Ravenach, einem winzigen Dörfchen, das mit dem letzten Gasthaus auf der Südroute nach Valbeth aufwartet, scheitert Sintha bereits mit ihrer Anfrage bei einem der Holzfäller. „Du kannst hier nicht schlafen“, verkündet dieser. Denn am Morgen wurde der Weber tot in seiner Werkstatt aufgefunden. Sintha muss, wohl oder übel, im Gasthaus unterkommen. Dort, wo sie den Blicken von Fremden ausgesetzt ist. Und das mindestens für eine Nacht lang.

Was Sintha in diesem Moment noch nicht weiß, ist, dass ihr Tag noch längst nicht seinen Tiefpunkt erreicht hat. Denn nicht nur, dass in der Gaststätte kein Zimmer mehr frei ist, dort haben sich zudem zwielichtige Gruppen einquartiert und letztlich erscheint auch noch der Syr der Syrs, der Anführer der Vakár, mit seinem Gefolge höchstpersönlich in der Gaststube.

Schnell stellt sich heraus, dass der Vakár Arezander auch einen guten Grund hat, um hier zu sein. Denn er ist im Auftrag der Monarchin angereist und möchte den Mord aufklären, der sich in Ravenach erst vor kurzem ereignet hat. Ein Mord, hinter dem viel mehr zu stecken scheint, als der Syr im ersten Moment durchblicken lässt.

Sintha gibt ihr Bestes, um unerkannt zu bleiben. Das Gasthaus verlassen, kommt jedoch nicht in Betracht. Denn draußen hat das Unwetter seinen Höhepunkt erreicht. Eine Nacht im Freien würde Sintha nicht überleben.

Sintha hofft auf ihr Glück, irgendwie diese Situation zu überleben. Doch scheint ihr das Schicksal nicht gewogen. Der Vakar scheint ihr wahres Wesen zu erkennen. Er müsste sie ausliefern. Doch Arezander tut nichts. Er hat einen Nutzen für die Fähigkeiten, die man den Bhix nachsagt. Sintha soll ihm bei den Ermittlungen helfen. Im Gegenzug würde er ihr zu einer Amnestie verhelfen.

Und während Sintha um ihr Leben bangt und sich Fluchtwege ausmalt, wird das Unwetter immer schlimmer. Das Gasthaus ist schon bald im Schneesturm versunken. Ein Fluchtweg steht nicht mehr offen.

Es gilt, einen Ausweg zu finden, um das eigene Überleben zu sichern.



Meinung: 


„A Song to Raise a Storm“ war mein erstes und mit Sicherheit nicht letztes Buch von Julia Dippel. Warum mir „Cassadrim“ schon mehrfach empfohlen wurde und warum diese Reihe mit so vielen positiven Rezensionen auf Plattformen belohnt wurde, das wurde mir klar, als ich die ersten Zeilen dieses neuen Reihenauftakts der Autorin gelesen habe.

Julia Dippel kann schreiben. Doch serviert sie die Geschichte nicht gleichsam auf dem literarischen Silbertablett. Der Leser muss schon Interesse mitbringen, um ihre Welt zu verstehen.

So steht man als Leser plötzlich einem Vakár gegenüber, von dem man erfährt, dass er zwar offiziell als Wachköter und Handlanger der menschlichen Monarchin gilt, letztlich aber niemandem, außer sich selbst – und dem Tod – dient. Einem Wesen, dem man nachsagt, dass es tötete, um zu töten, weil seine Rasse den Tod braucht, der sie nährt.

Man streift durch die Straßen, Gassen und Wälder und erfährt von gefährlichen Nachthexen und Irrlichtern, die mit Worten betören, um einen letztlich ins todbringende Moor zu geleiten. Von griesgrämigen Wassermännern und Hausgeistern, die im Kaminfeuer wohnen.

Der Leser spürt eine unglaubliche Kreativität, die die Seiten des Buches durchweht. Ich wollte stets mehr erfahren über die Welt, die Julia Dippel einem hier präsentiert.

Als Sintha auf den Syr der Syrs, Arezander, trifft, muss sie der tödlichen Gefahr direkt ins Auge blicken. Denn Arezander kennt keine Gnade und er würde Sintha auch mit Sicherheit keinen schnellen Tod schenken. Mit jeder Faser seines Seins strahlt er Gefahr, Qual und Verderben aus. Arezanders Geduld sollte man nicht auf die Probe stellen. Das wird eigentlich vom ersten Moment an klar. Doch genau das tut Sintha immer wieder. Eine hochbrisante Kombination, die zwischen den Buchseiten nicht nur einmal für explosive Dialoge und extrem gefahrvolle Situationen sorgt.

Das Einzige, was Sinthas Überleben für eine kleine Weile sichert, ist die Tatsache, dass der Syr ihre wahre Identität erkannt hat. Denn Sintha ist als Bhix in der Lage, ihrem Gegenüber ein Lied einzuflüstern - einen Wunsch zu äußern, den der andere bedingungslos ausführen möchte. Der Preis?! Der Angesprochene verliert sich in Gefühle für die Bhix. Und das wird von Wunsch zu Wunsch nicht besser. Bereits beim dritten Wunsch ist das Gegenüber nicht mehr Herr seiner Sinne und dem Irrsinn verfallen. Einem Irrsinn, der sich gegen die Bhix richtet, die den Wunsch von ihm eingefordert hat.

Für Sintha ist dieses Verlangen etwas, was sie auf keinen Fall hervorrufen möchte. Für Arezander ist diese Fähigkeit ein Geschenk, um seinem Ziel näher zu kommen.

Sowohl Sintha als auch Arenzander versuchen vor dem jeweils anderen Geheimnisse zu wahren. Da man als Leser die Geschichte aus Sinthas Perspektive verfolgt, gestaltet es sich umso spannender, den geheimnisvollen Vakár besser kennenzulernen. Etwas, was einem Julia Dippel nicht einfach macht.

Ich habe mich während des Lesens nicht nur in die Figuren verliebt (und das nicht nur in die sympathischen, sondern auch in solche, wie den nervigen Barden Tillard von Kronsee), ich war ihnen zum Teil hoffnungslos verfallen! Ich habe während des Lesens gekichert, mich gefürchtet, ich wollte so schnell lesen wie nur möglich, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Zugleich hatte ich Angst vor jeder Seite, die dahinflog, weil ich wusste, dass ich die Geschichte dann bis zur Fortsetzung hinter mir würde lassen müssen. Etwas, was ich um alles in der Welt vermeiden wollte.

Für mich ist dieses Buch nichts weniger, als ein Jahreshighlight. Vielmehr noch: ein All-Time-Favorit. Ein Mustread, das ich von ganzem Herzen weiterempfehlen muss.



Fazit:  


Nach „A Song to Raise a Storm“ bin ich in ein riesiges “Leseloch“ gefallen. In der Hitparade meiner Lieblingsbücher, diese Prognose ist eine Bank, wird „A Song to Raise a Storm“ immer weit oben auftauchen.

Figuren, die einem ans Herz wachsen. Spannung von der ersten bis zur letzten Seite. Geheimnisse rund um die Charaktere. Eine explosive Dynamik zwischen den Protagonisten. Emotionen, die hochkochen.

All diese Facetten lohnen die Lektüre. Doch die Fantasywelt, bis ins kleinste Detail ausgearbeitet, ist ein Highlight, aufgrund dessen das Werk in keiner Heimbibliothek fehlen sollte.

Dieses Leseloch muss gestopft werden: Bringt mir die Fortsetzung!

 

Cover des Buches Auf und ab (ISBN: 9783456863047)

Bewertung zu "Auf und ab" von Johanna Selge

Auf und ab
Esme--vor 4 Monaten
Ein wertvoller Ratgeber

Inhalt: 


An einem schönen Sommertag am Badesee hat es sich Noah am Steg etwas abseits von seinen Freunden bequem gemacht. Er hört Musik über seine Kopfhörer und döst vor sich hin. Plötzlich springt Mira aus dem Wasser und gesellt sich zu ihm. Noahs Herz schlägt sofort um einige Frequenzen schneller. Das tut es immer, wenn er Mira sieht.

Mira fragt Noah, was für Musik er hört. Sie erzählt ihm von der Bedeutung ihrer Kette und ihrer Neigung und Bereitschaft in die Leben anderer aktiv einzugreifen. Und dann bittet Mira Noah darum, ihr den Rücken einzucremen.

Alles könnte so schön weitergehen. Doch das tut es nicht. Denn plötzlich tauchen Noahs Freunde auf. Leo und Frenzel schießen ein Foto von Mira. Diese ist so gar nicht angetan von dem Verhalten der Jungs. Sie sollen es löschen, sofort, fordert Mira. Leo und Frenzel lachen. Sie empfinden alles als einen großen Spaß. Noah hingegen fühlt sich wie gelähmt. Er weiß nicht, wie er reagieren soll.

Die Situation eskaliert schneller, als erwartet. Es kommt zu einer Kabbelei, bei der Noah und Leo im Wasser landen. Mira verschwindet wutschnaubend. Leo lacht immer noch. Er findet alles sehr amüsant. Noah hingegen schießen die Tränen in die Augen. Leo nennt ihn auch prompt einen Softi.

Das macht alles nicht besser. Die folgenden Tage verbringt Noah in seinem Bett. Die Vorhänge in seinen Zimmer sind zugezogen. Die einzigen Begleiter, mit denen Noah seine Zeit verbringt, sind sein Kater Mürrischli und sein Smartphone. Auf letzterem googelt er nach Neuigkeiten. Doch all diese Informationen, die Nachrichten von Leo, der davon berichtet, alles geklärt zu haben, das schüchtert Noah nur noch mehr ein. Er sieht sich als Versager, weil er nicht eingegriffen hat, weil Leo alles so viel besser im Griff hat. Vermutlich steht die selbstbewusste Mira eher auf starke Kerle wie Leo. Durch Selbstvorwürfe gerät er psychisch aus dem Gleichgewicht.

Der Kater Mürrischli sieht die Probleme seines Besitzers. Als Mürrischli Notizen von Noah entdeckt, in denen er von seinen düsteren Gedanken schreibt, weiß der Kater, dass er eingreifen muss. Drei Lösungen fallen ihm ein und er ist durchaus gewillt, diese umzusetzen. Option A: Fremde müssen involviert werden, so zum Beispiel Mira. Option B: Die zusätzlichen Probleme in der Schule tun Noah nicht gut. Also sollte er vielleicht erst einmal der Schule fernbleiben. Option C: Das ist ein Job für die feinfühlige Tante. Sybille wird schon wissen, was jetzt zu tun ist.



Meinung: 


Leistungsdruck, Versagensängste, Cybermobbing und Probleme in der Familie. Wenn all diese Dinge in der Pupertät aufeinandertreffen, dann kann das schnell überfordernd wirken. Von so einem Fallbeispiel berichtet Johanna Selge in dem Buch „Auf und Ab“.

„Auf und Ab“ ist ein Comic, der die Geschichte eines auf den ersten Blick ganz normalen Jugendlichen aus der Perspektive seines Hauskaters Mürrischli erzählt. Mürrischli hat dabei oft als einziger in seiner Famile eine klare Sicht auf das Leben.

Das Leben des Vaters ist seine Arbeit. Im Krankenhaus, beim Ausführen einer OP, muss er leistungsstark und wach sein. Die wenigen Stunden Schlaf, für die er Zeit findet, benötigt er also dringend. Für die vermeintlichen Lappalien seiner Kinder hat er folglich keine Zeit mehr. Noah, so sein Rat, müsse sich einfach mehr zusammenreißen und die Mutter solle ihn nicht ständig so verhätscheln, dann würde es auch mit den Noten in der Schule besser werden. Dann wäre Noah auch nicht so verweichlicht. Immer öfter reagiert Noahs Vater wütend und gereizt.

Die Mutter versucht hingegen alles um Noah aufzubauen. Sie sieht seine Probleme, möchte helfen. Aber das ist gar nicht so einfach. Auch das jüngste Familienmitglied, Noahs kleiner Bruder Finn, benötigt ihre Zuneigung.

In all dem Chaos, bei all den Problemen innerhalb der Familie, droht Noah unterzugehen. Er zieht sich immer mehr zurück. Der Junge, der eigentlich alles richtig machen möchte, gerät in einen Abwärtsstrudel mit offenem Ende.

Mürrischli macht sich derweil Gedanken, wie man die Probleme seines Freundes lösen könnte. Drei Ideen fallen ihm dazu ein. Johanna Selge bedient sich hier der Kunst des nicht linearen Erzählens. Die Geschichte operiert mit dem Irrealis, stellt also die Frage: Was würde passieren, wenn …?

Nach der Klärung dieser Fragen erwartet den Leser im Anschluss an die Geschichte von Noah noch ein gut dreißig Seiten starker Anhang. Dieser wurden von Psychologen und Pädagoginnen des Deutschen Zentrums für Präventionsforschung und Psychische Gesundheit der Uniklinik Würzburg unter wissenschaftlicher Beratung von Frau Prof. Dr. Andrea Reiter erstellt. Die Ausführungen wurden von der Autorin und Dr. Tobias Mühling vereinheitlicht und ergänzt und spiegeln den aktuellen Stand der Wissenschaft wieder.

In diesem Anhang findet der geneigte Leser, unter Überschriften wie Adoleszenz, Akzeptanz der goldene Anker, Bedürfnisse, Belastende Gedanken, Bewältigungsstrategien, Cybermobbing, Deeskalation/Gewaltfreie Kommunikation, Leitsätze, Emotionsregulation, Innerer Kritiker, Entspannungsübungen und Hilfe Erläuterungen, was man unter den Begriffen versteht und was man tun kann, um psychische Krisen zu deeskalieren.

Ein weiterer Abschnitt verrät unter anderem auch einige Hotlines, Internetadressen für Jugendliche, die anonym und schnell Hilfe anbieten.

Dieser letzte Teil ist nicht als Comic sondern als Fließtext verfasst und wird mit vielen bunten Illustrationen aufgelockert.



Fazit: 


„Auf und Ab – Psychische Krisen ausbremsen“ ist ein Comic, der die Geschichte eines Jugendlichen namens Noah erzählt. Noah liebt Gedichte, sein Herz schlägt schneller, wenn er auf Mira trifft und er denkt viel über seine Mitmenschen nach.

Wer sich für das Buch entscheidet, darf sich dabei über eine achtsame und schlaue Charakterzeichnungen freuen, der es niemals an Substanz mangelt. Mit einem Händchen fürs Anschauliche verwandelt Johanna Selge unter Zuhilfenahme von tollen Bildern und gelungenen Dialogen jede noch so profane Situation in eine gehaltvolle Begegnung.

Im Angesicht der ausklingenden Corona-Krise, die den Bedarf nach professioneller Hilfe gegen psychische Leiden signifikant erhöht haben dürfte, ist das Buch auch eine Art literarischer Seismograf und ein wertvoller Ratgeber für Jugendliche und deren Eltern.

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