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Esme--

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Esme-- hat gelesen…
7 Bücher im Jahr 2026

Cover des Buches Once a Villain (ISBN: null)
Buch wurde am
11. Juni beendet
Cover des Buches Dance Like Nothing Else Exists (Dear Dancer 1): New Adult Fake Dating Romance im TV-Show-Setting (ISBN: null)
Buch wurde am
03. Juni beendet
Cover des Buches Garnet Flats | Die Edens 3 | (ISBN: null)
Buch wurde am
14. April beendet
Cover des Buches Soul of Shadow (ISBN: null)
Buch wurde am
09. April beendet
Cover des Buches Maries Glücksküche – Die Schule am Meer (ISBN: null)
Buch wurde am
25. März beendet
Cover des Buches Zwei ganz besondere Freunde (ISBN: null)
Buch wurde am
13. März beendet
Cover des Buches This Monster of Mine (ISBN: null)
Buch wurde am
21. Januar beendet

Rezensionen und Bewertungen

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Cover des Buches Once a Villain (ISBN: 9783492706162)

Bewertung zu "Once a Villain" von Vanessa Len

Esme--
Der krönende Abschluss einer fantastischen Reihe, die einen völlig in ihren Bann zieht

Inhalt: 


Joan und ihre Freunde haben es nicht geschafft, Eleanor aufzuhalten. Joans Schwester ist es gelungen, eine neue Zeitlinie zu erschaffen – eine, in der sie als Herrscherin über eine Welt wacht, in der die Monster sämtliche Menschen brutal unterdrücken. Die mächtige dreizehnte Monsterfamilie existiert wieder und hat den Platz einer anderen eingenommen.

Als Joan, Nick, Aaron, Ruth und Jamie in Eleanors frisch erschaffener Zeitlinie ankommen, sind sie zutiefst schockiert. Das London, das sich ihnen offenbart, ist grausam: Menschen laufen mit Uhren umher, die ihre verbleibende Lebenszeit präsentieren. Ein Großteil davon steht dem Monster, in dessen Diensten sie stehen, zur freien Verfügung. Käfige mitten auf der Straße zeigen Menschen, die so eng eingezwängt sind, dass sie sich nicht mehr bewegen können. Auf Pfählen werden die Köpfe derer zur Schau gestellt, die hingerichtet wurden.

Joan und ihre Gefährten eint die Erkenntnis, dass sie die neue Zeitlinie zerschlagen müssen, deren Existenz sich für sie zutiefst falsch anfühlt. Sie müssen Eleanor aufhalten, bevor es ihr gelingt, ihren Plan endgültig umzusetzen. Denn Eleanor hat nur ein Ziel: Sie möchte diese neue Realität festigen und alle Lücken schließen, sodass alle anderen Zeitlinien für immer vernichtet werden.

Doch das ist alles andere als einfach. Die Zeiten, in denen Nick als Monsterjäger Angst und Schrecken verbreitete, sind Geschichte. Heute sind er und Joan für die lauernden Bestien nichts weiter als Freiwild, das nur darauf wartet, seiner Lebenszeit beraubt zu werden. Hinzu kommt, dass überall Steckbriefe von ihnen aushängen.

Schlimmer noch: Nick, Joan und Aaron ahnen nicht, dass schon vor ihnen Doppelgänger in dieser Welt existierten. Als sie in deren Leben schlüpfen müssen, wird ihnen klar, dass diese Vorgänger ein dunkles und gefährliches Erbe hinterlassen haben …



Meinung: 


Ach, wie habe ich mich auf den dritten und finalen Band der Dynastie-der-Zeitreisen-Reihe gefreut! Vanessa Len hat bereits in den Bänden zuvor bewiesen, dass sie beim Lesen ein grandioses Kopfkino erzeugen kann.

Zeitreiseromanen stehe ich grundsätzlich erst einmal skeptisch gegenüber. Logiklücken oder verwirrende Sprünge durch die Epochen – das kann funktionieren, muss es aber nicht. Der Autorin gelingt in dieser Trilogie eine meisterhafte Synthese aus durchgehender Spannung, einer atmosphärisch düsteren Fantasywelt und faszinierenden Charakteren, die allesamt von tiefen inneren und äußeren Konflikten geprägt sind.

Once a Villain, das muss ich an dieser Stelle allerdings anmerken, stellte mich an einigen Stellen vor Fragen. In dieser neuen Zeitlinie, die für Joan und ihre Freunde die gefährlichste von allen ist, scheint kein einziger Schritt ohne Risiko zu sein. Infolge der plakativen Dauerpräsenz im öffentlichen Raum sollten die Porträts von Joan und insbesondere von Nick inzwischen jedem Passanten geläufig sein. Hinzu kommt, dass gerade Nicks Doppelgänger in dieser Welt eine Vergangenheit hat, aufgrund derer ihn wirklich jeder kennen müsste. Dennoch sind beide gezwungen, sich gelegentlich in der Öffentlichkeit zu zeigen. Allein durch etwas Schminke, optische Veränderungen oder das Fehlen von Narben (die Nicks Doppelgänger eigentlich hatte) gelingt es den Freunden oft, gar nicht erst bemerkt zu werden. Dieser Punkt hat mich stellenweise gestört. Sie hätten meiner Meinung nach viel öfter kritisch beäugt oder misstrauisch angesprochen werden müssen.

Letztlich liegt es am Leser, ob er über diesen kleinen Kritikpunkt hinwegsehen kann. Für mich war das kein Problem, denn abgesehen davon ist Vanessa Len ein absolut fantastisches Buch gelungen. Abgesehen von dieser winzigen Schwäche macht die Autorin alles richtig.

Die individuellen Stärken der diversen Monsterclans kommen hier wieder eindrucksvoll zur Geltung. Die Erzählung streut kontinuierlich faszinierende Details ein, die diese neue Welt lebendig machen. So gibt es hier zum Beispiel fahrerlose Busse, die durch künstliche Intelligenz erkennen, ob man im Bus isst, und entsprechende Ansagen abspielen. Das gängige Zahlungsmittel sind Broschen, die, gefüllt mit menschlichen Lebensjahren, ihren individuellen Wert anzeigen.

Ein absolutes Highlight im dritten Band war für mich Aarons Geschichte. In dieser Realität ist sein Leben völlig anders verlaufen als in den bekannten Zeitlinien. Es ist faszinierend, neue Familienmitglieder kennenzulernen, die zuvor nie aufgetaucht sind, und Aaron als tief gezeichnete, gebrochene Persönlichkeit zu erleben. Auf seinen Schultern ruht eine gewaltige Verantwortung, die ihn bis an seine Grenzen treibt. Um nicht zu viel vorwegzunehmen, sei nur so viel verraten: Die Autorin versteht es auch diesmal meisterhaft, die Spannung konstant auf die Spitze zu treiben.

Selbstverständlich gibt es auch wieder einige unvorhersehbare Plot-Twists, die mir beim Lesen den Atem geraubt haben.

Auch Fans der großen Emotionen kommen hier voll auf ihre Kosten und dürfen sich auf zutiefst berührende Szenen freuen. Wie gewohnt umschifft Vanessa Len dabei elegant jede Kitsch-Falle und rückt in den Vordergrund, dass die Charaktere weitaus größere Bedrohungen zu bewältigen haben als ihre Romanze. Völlig egal, ob euer Herz für Team Nick oder Team Aaron schlägt: Ich verspreche euch, emotional wird das eine echte Herausforderung.



Fazit: 


"Once a Villain" bildet den packenden, emotionalen und düsteren Abschluss der „Dynastie der Zeitreisen“-Reihe, der mich trotz kleinerer logischer Schwächen völlig in seinen Bann gezogen hat.

Für mich ist diese Serie ein absoluter Geheimtipp.

Sie besticht durch fantastisches Worldbuilding und eine unvorhersehbare, erfrischend andere Handlung, die man sich als Fantasy-Fan nicht entgehen lassen sollte.

Besonders das faszinierende Umfeld von Joans Großmutter („Gran“) und ihre geheimnisvollen Warnungen wecken großes Potenzial: Ein Prequel oder Sequel aus ihrer Perspektive – oder der anderer Nebenfiguren – wäre mein absoluter Wunschtraum.

 

Hat mich positiv überrascht

Inhalt: 



Das Finale der Royal-Serie „Bloodlines“ steht kurz vor der Ausstrahlung. Leighton, die die Rolle der Victoria Spencer, einer eiskalten, herrschsüchtigen Adligen, verkörpert hat, ist froh, diesen Lebensabschnitt nun abhaken und sich neuen Projekten zuwenden zu können.

Sie liebäugelt mit der Hauptrolle in einem hochemotionalen Tanzfilm. Doch ihr Alter Ego Victoria lässt Leighton nicht los. Sie merkt, dass sie die Facetten ihrer Rolle im Alltag kaum noch abstreifen kann und auch die Öffentlichkeit trennt nicht zwischen Fiktion und Realität.

Um den neuen Filmproduzenten von sich zu überzeugen, muss sie sich auf einen Kompromiss einlassen: Die legendäre TV-Tanzshow „Dear Dancer“ soll als Sprungbrett dienen. Hier soll Leighton beweisen, dass sie das nötige emotionale Talent für die begehrte Hauptrolle besitzt.

Leighton lehnt den Vorschlag ihres Teams zunächst entschieden ab. Das Format "Dear Dancer" ist bekannt für eine extrem kritische Jury mit einem besonders bissigen Chefjuroren. Zudem setzt die Show auf absolute Transparenz durch Live-Übertragungen, Trainings-Einblicke und Interviews. Hier fehlt Leighton die gewohnte Kontrolle vom Bloodlines-Filmset. Patzer werden hier nicht durch Schnitte korrigiert, sondern vom Format gezielt genutzt, um dem Publikum maximale Authentizität zu bieten.

Erschwerend kommt hinzu, dass Leighton ausgerechnet Sebastian Carson zugeteilt wird – einem arroganten Tanzpartner, der für seine schonungslose Ehrlichkeit bekannt ist und ihrer rebellischen Art furchtlos die Stirn bietet.

Doch eins haben Leighton und Sebastian gemeinsam: Beide wollen die Show unbedingt gewinnen, jeder aus seinen ganz eigenen Gründen. Und beide sehen sich mit ganz persönlichen Hürden konfrontiert, die ihnen auf dem Weg zum Sieg gefährlich werden könnten …



Meinung: 


Als ich „Dance Like Nothing Else Exists“ das erste Mal in der Verlagsvorschau von Cove (Carlsen) entdeckt habe, wusste ich sofort, dass ich dieses Buch lesen muss. Bücher, Serien und Filme rund um das Thema Tanzen sind absolut mein Metier. Laut Klappentext stand eine dynamische Lovestory mit einem arroganten Tanzpartner an – darauf freute ich mich besonders.

Auf den ersten Seiten lernt man Leighton kennen. Eine Protagonistin, die über Jahre hinweg eine arrogante, zynische, manipulative und rücksichtslose Figur in einer Serie verkörpert hat. Diese steht nun vor dem großen Finale und das Angebot für eine Fortsetzung steht im Raum, eine Rolle, die Leighton jedoch vehement ablehnt.

Neben ihrem früheren Co-Star ist vor allem eines das Problem: Leighton kann ihre Rolle als Victoria Spencer immer weniger abstreifen. Es sind nicht bloß die Fans auf der Straße, die Fiktion und Realität verschwimmen lassen und sie mit „Victoria“ ansprechen. Leighton musste vielmehr mit Erschrecken erkennen, dass sie die negativen Verhaltensweisen ihrer Serienfigur bereits unbemerkt in ihren Alltag integriert hat.

Die neue Rolle in dem Tanzfilm soll Leightons Befreiungsschlag sein. Doch selbst der Produzent hat Schwierigkeiten, sich die vermeintlich unterkühlte Leighton in einer so verletzlichen neuen Rolle vorzustellen. Ihr Team schmiedet deshalb einen Plan: Eine Tanzshow soll beweisen, zu welchen schauspielerischen und emotionalen Höchstleistungen Leighton fähig ist. Doch dieses Unterfangen bringt allerlei neue Schwierigkeiten mit sich.

Ehrlich gesagt erwartete ich von "Dance Like Nothing Else Exists" nur einen süßen, klassischen Tanz-Liebesroman für entspannte Stunden. Doch das Buch ist viel tiefgründiger und komplexer, als der Klappentext vermuten lässt. Ganz zu Anfang habe ich zwar sehnsüchtig darauf gewartet, dass die Autorin Katharina Westholm das Tanzthema aufgreift, doch zunächst fokussiert sich die Story stark auf die Schattenseiten des Starkults.

Ich muss sagen, die Einblicke hinter die Kulissen der Entertainment-Welt haben mich absolut gefesselt. Es ist erschreckend und spannend zugleich zu lesen, wie sehr die Werbewirtschaft jeden Erfolg ausschlachten will, wie anstrengend Kollegen sein können und wie viel Energie es kostet, immer eine perfekte Fassade zu wahren. Am faszinierendsten fand ich jedoch das Dilemma, wenn die eigene Rolle plötzlich mit dem echten Leben verschmilzt und Fans einem jeden normalen Alltag rauben.

Es dauert einige Kapitel, bis das Tanzthema schließlich ins Rollen kommt, aber Katharina Westholm hat mich auch hier voll abgeholt. Die Show „Dear Dancer“ erinnert stark an reale Formate wie „Let’s Dance“. Auch hier gibt es eine Jury, bei der einige Mitglieder mehr Wert auf die Technik und andere mehr auf die Chemie der Paare legen. Das klassische „Good Cop/Bad Cop“-Schema und ein besonders kritischer Juror sorgen für authentisches TV-Feeling.

Als wäre Leightons Leben nicht schon kompliziert genug, raubt ihr Tanzpartner Sebastian Carson ihr den letzten Nerv. Auf emotionaler Ebene ist er ihr absolut ebenbürtig. Er lässt sich von ihrer herrischen, manchmal zickigen Art nicht einschüchtern, sondern kontert jede ihrer Attacken gekonnt. Diese Dynamik hat mich total begeistert. Es ist großartig zu sehen, wie die beiden sich gegenseitig anstacheln und in hitzige Wortgefechte verwickeln. Zwischen ihnen knistert es gewaltig, sodass man beim Lesen ungeduldig auf die emotionale Explosion wartet, die sich zwischen den Zeilen anbahnt.

Auch Sebastian hat mit eigenen Dämonen zu kämpfen, die ich aus Spoilergründen nicht vorwegnehmen möchte. Und über Leightons ohnehin schon schweren Hürden steht da noch ihr Vater: Einst ein gefeierter Filmstar, der durch einen Tanzfilm berühmt wurde, ist er tief gefallen, kämpft mit Alkoholproblemen und sorgt durch öffentliche Festnahmen für Schlagzeilen. Dieser familiäre Nebenplot bleibt angenehm dezent, verleiht der Geschichte aber eine spürbare, emotionale Schwere.



Fazit: 


„Dance Like Nothing Else Exists“ hat mich überraschend erwischt.

Wenn du eine oberflächliche, leichte RomCom suchst, bist du hier falsch. Dieses Buch bietet deutlich mehr.

Neben dem Let’s Dance-Vibe glänzt die Story mit einer unerwarteten Tiefe. Die Autorin blickt ungeschönt hinter die toxischen Kulissen Hollywoods und baut ein Familiendrama ein.

Die Chemie zwischen Leighton und Sebastian? Absolut hochexplosiv und mitreißend.
Es ist eine emotionale, tiefgründige Lovestory, die beweist, dass Tanzen so viel mehr als nur Bewegung ist.

Empfehlung! 

Cover des Buches Garnet Flats | Die Edens 3 | (ISBN: 9783987500954)

Bewertung zu "Garnet Flats | Die Edens 3 |" von Devney Perry

Esme--
Emotionale Second-Chance-Romance mit starken Gefühlen, Konflikten und Ecken & Kanten

Inhalt: 


Ein Jahr, zwei Monate und elf Tage lang war Talia mit dem Profiboxer Foster Madden zusammen. Sie waren so glücklich, dass es Talia den Boden unter den Füßen weggerissen hat, als Foster das Beziehungsende offiziell machte und zugleich gestand, dass er sich in ihre beste Freundin Vivienne verliebt habe.

Doch es sollte noch schlimmer kommen: Foster und Vivienne beschlossen zu heiraten, während Talia allein in ihrer Heimatstadt Quincy, einer Kleinstadt in Montana, zurückblieb.

Sieben Jahre später steht Foster plötzlich vor dem Krankenhaus, in dem Talia inzwischen als Assistenzärztin arbeitet. Er überantwortet ihr einen Schlüssel, einen Zettel mit seiner neuen Adresse in Quincy und einen Ring. Jenen Ring, den sie sich damals gemeinsam angesehen hatten, als sie noch verliebt waren. Foster erklärt, dass er sich getrennt hätte. Er behauptet, er habe Talia all die Jahre über geliebt und wolle sie zurück.

Während Talias Gefühlswelt erneut ins Wanken gerät, kauft Foster ein heruntergekommenes Gym in Quincy und beginnt, sich ein neues Leben aufzubauen. Er will zeigen, dass er der Situation gewachsen ist und durch sein Verhalten Vertrauen zurückgewinnen.
Runde 1 hat begonnen und Foster ist nicht bereit, diesen Kampf zu verlieren.



Meinung:

Nachdem ich „Shield of Sparrows“ von Devney Perry nahezu verschlungen hatte, war für mich schnell klar, dass ich bald zum nächsten Buch der Autorin greifen würde. Die Eden-Reihe wurde mir mehrfach ans Herz gelegt, und bei „Garnet Flats“ handelt es sich um den dritten Band dieser Reihe, der gerade frisch erschienen war. Ich war neugierig und wollte ihn unbedingt lesen.

Bereits bei „Shield of Sparrows“ ist mir aufgefallen, wie gekonnt Devney Perry mit Sprache umgeht, ihr schriftstellerisches Talent ist erneut nicht von der Hand zu weisen, und auch die Übersetzung liest sich tadellos. Schnell kamen mir Vergleiche mit bekannten Autorinnen wie Colleen Hoover und Brittainy C. Cherry in den Sinn. Stilistisch sehe ich hier durchaus Parallelen.

In „Garnet Flats“ erzählt Devney Perry die Geschichte von Profiboxer Foster Madden und Talia Eden. Während Foster früh lernen musste, sich durchs Leben zu kämpfen, ist Talia in einer großen, traditionsreichen Familie aufgewachsen, deren Vorfahren zu den Gründern der Kleinstadt gehören.

Schnell wird deutlich, dass zwischen Talia und Foster noch immer und trotz allem starke Gefühle bestehen. Doch Foster hat in der Vergangenheit einen gravierenden Fehler begangen: Er hat sich nicht nur für eine andere Frau entschieden, sondern ausgerechnet für Talias beste Freundin.

Ich muss sagen, dass es mir schwergefallen ist, Foster ins Herz zu schließen. Das liegt einerseits an seinem Verhalten in der Vergangenheit, aber auch in der Gegenwart sind seine Äußerungen und Verhaltensweisen oft von Empathielosigkeit geprägt. Oft wirkt er wie ein Bulldozer: Er hat ein Ziel vor Augen und versucht, dieses mit aller Macht zu erreichen. Ohne Rücksicht auf Verluste.

Allein die Tatsache, dass er nicht einfach nur nach Quincy zurückkehrt, sondern Talia direkt mit einem Haustürschlüssel, einem Zettel mit seiner neuen Adresse und einem Ring konfrontiert, erinnert an emotionale Erpressung.

Hinzu kommt, dass er weiterhin täglich mit Vivienne telefoniert und sie mittlerweile als seine beste Freundin bezeichnet. Das war für mich einfach zu viel. Und das sind nur einige Beispiele für sein Verhalten gegenüber Talia.

Auch Talia hat große Schwierigkeiten, mit der Situation umzugehen. Von Anfang an macht sie deutlich, dass sie Foster nicht mehr in ihrem Leben haben möchte. Doch Foster ist fest entschlossen, sie zurückzugewinnen und lässt sich nicht so leicht abweisen.

Als Leser erkennt man zwar schnell, dass Foster keine bösen Absichten hat. Er ist ein Kämpfer, der nicht aufgibt. Dennoch sorgt genau diese Hartnäckigkeit immer wieder für Konflikte.

Früh wird angedeutet, dass es etwas Wichtiges gibt, das Foster Talia mitteilen möchte. Doch verschiedene Umstände, vor allem Talias verständliche Abwehrhaltung, führen dazu, dass dieses Geheimnis lange zwischen den Beiden steht. Das erzeugt einerseits Neugier, andererseits eine unterschwellige Spannung.

Neben der zentralen Liebesgeschichte gibt es auch einige Nebenhandlungen. Man erhält Einblicke in das Berufs- und Privatleben beider Figuren. Während Foster versuchen muss für seinen nächsten Kampf fit zu bleiben, sein Training nicht zu vernachlässigen und gleichzeitig ein heruntergekommenes Gym renoviert, kämpft auch Talia im Berufsalltag mit Herausforderungen. Eine Kollegin schikaniert sie, und durch die Bekanntheit ihrer Familie wird sie von vielen in der Kleinstadt noch immer nicht ernst genommen.

Vor dem Lesen habe ich mich gefragt, ob sich „Garnet Flats“ auch ohne Vorkenntnisse der Reihe verstehen lässt. Diese Frage kann ich klar mit Ja beantworten: Der Band funktioniert sehr gut als Einzelband.
Dennoch denke ich, dass ich die Dynamik innerhalb der Eden-Familie noch intensiver erlebt hätte, wenn ich die vorherigen Teile gelesen hätte.
Auch so habe ich die Familie jedoch schnell ins Herz geschlossen. Die Herzlichkeit und das lebendige Chaos innerhalb der Familie werden sehr authentisch dargestellt.

Besonders gefallen hat mir, dass die Autorin ihre Figuren Fehler machen lässt und ihnen gleichzeitig Raum zur Reflexion gibt. Die Charaktere setzen sich mit ihrem Verhalten auseinander, hinterfragen sich selbst und entwickeln sich weiter. Das verleiht der Geschichte eine angenehme Tiefe.



Fazit: 


„Garnet Flats“ ist eine emotional aufgeladene Second-Chance-Romance mit viel Drama, starken Gefühlen und komplexen Figuren. Devney Perry überzeugt erneut mit einem einnehmenden Schreibstil und authentischen Charakteren, die nicht perfekt sind, sondern Ecken und Kanten haben.

Auch wenn ich mit Foster als männlichem Protagonisten meine Schwierigkeiten hatte und sein Verhalten stellenweise kritisch sehe, hat mich die Geschichte insgesamt gut unterhalten und emotional erreicht. Besonders die Dynamik innerhalb der Eden-Familie und die Entwicklung der Figuren konnten mich überzeugen.

Wer gefühlvolle Liebesgeschichten mit konfliktreichen Beziehungen mag, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen. Das Ganze wird mit viel Lokalkolorit und ein wenig provinziellem Milieu abgerundet.
 

Cover des Buches Soul of Shadow (ISBN: 9783492710916)

Bewertung zu "Soul of Shadow" von Emma Noyes

Esme--
Magische Kleinstadt, düstere Geheimnisse und eine Prise Humor

Inhalt: 

Es geschah exakt einen Tag, nachdem Robbie Carpenter offiziell als vermisst gemeldet wurde. Am Samstag, bevor der Unterricht an der Silver Shore High School wieder beginnen sollte. Die Schüler feierten ausgelassen auf einer Strandparty.

Auch Charlie Hudson war unter den Feiernden. Doch im Gegensatz zu ihren MitschülerInnen starrte sie nur still in das Lagerfeuer. Ihre Gedanken kreisten um ihre verstorbene Zwillingsschwester, die an diesem Tag eigentlich an ihrer Seite hätte sein sollen. Dennoch war Charlie dankbar, ihre Freundinnen bei sich zu haben.

Und dann ertönte plötzlich ein Schrei …

Eine Gruppe Jugendlicher stürmte panisch zum Lagerfeuer. Sie berichteten aufgebracht von ihrem Fund: In einer nahegelegenen Esche hatten sie ein Paar Schuhe entdeckt und es bestand kein Zweifel, wem diese gehörten: Robbie Carpenter.

Dieses Ereignis sollte jedoch erst der Anfang sein. Von diesem Tag an würde sich für Charlie alles ändern. Kurz nach diesem schockierenden Fund taucht ein mysteriöser Neuankömmling an der Schule auf.

Elias ist smart, gutaussehend und besitzt dieses verdammt charmante, schiefe Lächeln und plötzlich steht er im Zentrum von Charlies Leben.

Als Charlie und ihre Freundin beschließen, im Wald Nachforschungen zu Robbies Verschwinden anzustellen, wird alles immer rätselhafter. Unerwartet bietet Elias seine Hilfe an.

Doch irgendetwas stimmt nicht mit ihm. Etwas an Elias verursacht ein Störgefühl, wirkt beinahe unheimlich. Seine Haut fühlt sich bei flüchtigen Berührungen ungewöhnlich heiß an, er kennt Charlies Namen, ohne dass sie sich ihn ihm je vorgestellt hätte, und immer wieder taucht er scheinbar aus dem Nichts auf, nur um genauso plötzlich wieder zu verschwinden.

Dann häufen sich weitere Vermisstenfälle.

Charlie beschließt, Elias zu folgen, um herauszufinden, ob er ein dunkles Geheimnis verbirgt und macht dabei eine erschreckende Entdeckung …



Meinung: 

Durch Zufall bin ich auf „Soul of Shadow“ aufmerksam geworden. Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, wollte ich sofort mehr über die Geschichte erfahren. Eine verschlafene Kleinstadt, ein geheimnisvoller, attraktiver Fremder, eine Welt voller Magie, ein Highschool-Setting und dazu noch der Vergleich mit The Vampire Diaries, einer Serie, die ich vor Jahren mit großer Begeisterung verfolgt hatte. Das klang genau nach meinem Geschmack.

Während des Lesens hatte ich tatsächlich immer wieder The Vampire Diaries im Hinterkopf. Auch wenn Emma Noyes hier eine ganz eigene Geschichte erzählt, lassen sich gewisse Parallelen erkennen: eine Protagonistin, die mit ihrer Freundesgruppe, inklusive ihres Bruders, in einer geheimnisvollen Kleinstadt lebt, mysteriöse Ereignisse rund um verschwundene Schüler und ein charismatischer Neuankömmling, der stellenweise stark an Damon Salvatore erinnert.

Auch in Bezug auf die Atmosphäre gibt es Ähnlichkeiten. Die Autorin streut immer wieder kleinere Horrorelemente ein: blutrünstige Wesen, die Menschen angreifen, vermeintlich niedliche Kreaturen, die plötzlich ihre gefährliche Seite zeigen. Nichts ist so harmlos, wie es zunächst scheint. Dennoch wird es nie wirklich beängstigend, da humorvolle Dialoge und lockere Sprüche der Figuren die düsteren Momente immer wieder auflockern können.

Besonders hervorheben möchte ich das Worldbuilding. Bereits der Klappentext deutet an, dass nordische Mythologie eine wichtige Rolle spielt und genau das setzt Emma Noyes sehr gelungen um. Wer sich heute mit nordischer Mythologie und Heldensage auseinandersetzt, findet sich hier auf seinem Feld wieder. Ihre Welt ist voller Wesen, die durch die germanische und nordische Volksmythologie geistern.

So begegnet man unter anderem goldenen Hirschen, einem seltsam anmutenden, geigespielenden Wesen oder geheimnisvollen Waldfrauen. Gleichzeitig lauert überall Gefahr, denn selbst die unscheinbarsten Begegnungen können tödlich enden.

Allerdings sind während des Lesens auch einige Fragen aufgekommen, die bislang unbeantwortet bleiben. Gerade das Zusammenspiel von realer und fantastischer Welt wirft interessante Fragen auf: Was passiert mit Menschen, die diese Kreaturen sehen oder von ihnen verletzt werden? Und was nehmen diejenigen wahr, die diese Welt nicht erkennen können?

Da es sich um den Auftakt einer Trilogie handelt, hoffe ich, dass diese offenen Punkte in den Folgebänden noch geklärt werden.

Anfangs war ich etwas skeptisch gegenüber der Mischung aus Horror und Humor. Doch im Verlauf der Geschichte hat mich genau dieser Mix immer mehr überzeugt. Besonders die Dialoge zwischen den Wikingerfiguren Björn und Vidar haben mich oft zum Schmunzeln gebracht. Auch der kleine Vätte war einfach nur liebenswert.

Die Geschichte lebt von einem schnellen Wechsel zwischen Spannung und Leichtigkeit. Actionreiche Szenen sorgen immer wieder für Tempo, während humorvolle Momente gezielt eingebaut werden und die Atmosphäre auflockern. Dadurch entsteht ein unterhaltsamer Lesefluss, auch wenn einige Reaktionen der Protagonistin recht spontan wirken und nicht immer ganz vorhersehbar und nachvollziehbar sind.

Insgesamt sollte man sich bewusst sein, dass „Soul of Shadow“ kein klassischer Horrorroman ist. Stattdessen erwartet einen eine unterhaltsame Mischung aus Spannung, Fantasy, Humor und leichten Gruselelementen.



Fazit: 

„Soul of Shadow“ überzeugt vor allem durch sein kreatives Worldbuilding, die gelungene Verbindung aus nordischer Mythologie und moderner Fantasy sowie durch eine angenehme Mischung aus Spannung und Humor. Auch wenn einige Fragen offen bleiben und nicht jede Szene vollkommen ausgearbeitet wirkt, macht das Buch neugierig auf die Fortsetzung.

Wer Geschichten im Stil von The Vampire Diaries mag und Freude an magischen Welten mit einer Prise Humor hat, wird hier gut unterhalten.


Kurzmeinung: „Maries Glücksküche – Die Schule am Meer“ ist ein warmherziger, fantasievoller Auftakt mit viel Charme und einer tollen Botschaft
Zauberhafte Geschichte voller Magie, Herz und origineller Ideen

Inhalt: 

Es ist erst ein paar Wochen her, dass Marie mit ihrer Familie nach Frankreich gezogen ist. Genauer gesagt nach Saint Amour an der Atlantikküste, wo ihre Großmutter lebt. Während ihr Bruder sich schnell einlebt, das Surfen liebt und die Aufmerksamkeit seiner Mitschülerinnen genießt, fühlt sich Marie fehl am Platz. Anschluss findet sie kaum.


Ihre Lage wird zusätzlich erschwert, da Maries Mutter eine Stelle als Schulköchin angenommen hat und die Sporthalle in der Folge zur Familienwohnung umgebaut wurde. Für die anderen Schüler bedeutet das: Sie müssen nun zum Sportunterricht in eine weiter entfernte Halle fahren. Dafür machen sie Marie verantwortlich.


Maries einziger Lichtblick ist ihre Oma Aveline, die mit ihrer lebensfrohen Art und ihrer Leidenschaft fürs Kochen jede freie Minute verschönert. Als Maries Mutter vorübergehend nach Deutschland reist, weiht die Großmutter sie in ein besonderes Geheimnis ein: Mit den richtigen Zutaten und etwas Geschick lässt sich beim Kochen Magie entfalten.


Marie sieht darin ihre Chance, ihre Probleme zu lösen und endlich dazuzugehören. Doch schon bald merkt sie: Zauberkochen ist alles andere als einfach und ein kleiner Fehler kann ungeahnte Folgen haben …




Meinung: 

Als ich das süße Cover von „Maries Glücksküche – Die Schule am Meer“ das erste Mal gesehen habe, war ich - wortwörtlich - verzaubert. Besonders das traumhafte Setting an der Atlantikküste und die Verbindung zu magischen Gerichten haben mich sofort in die Geschichte gezogen. Da Kochen und Backen auch zu meinen persönlichen Leidenschaften zählen, fand ich die Idee einfach wunderbar: Was wäre das nicht toll, wenn ein paar magischen Zutaten kleine Zauber wirken könnten?


Claudia Schaumann erzählt eine kindgerechte, fantasievolle Geschichte voller Magie und Herz.

Marie hat es an ihrer neuen Schule nicht leicht, findet nur schwer Anschluss und fühlt sich oft ausgegrenzt. Besonders gern würde sie mehr Zeit mit dem Mädchen Coco verbringen, das von allen für seine freundliche Art und sein Selbstbewusstsein bewundert wird.


Ein ganz besonderes Highlight ist für mich die magische Küche von Oma Aveline. Als Oma Marie zum ersten Mal einweiht, begreift man schnell: Hier gelten ganz eigene Regeln. Die Zutaten dürfen nicht einfach geerntet werden. Sie müssen auf ganz besondere Weise behandelt werden.

Die Bananen zum Beispiel müssen laut lachend gepflückt werden, und beim Nachreifen muss man ihnen Witze erzählen, bis ihre Schale genau die richtige Anzahl an Sommersprossen hat. Das Salzkraut hingegen muss getanzt werden, damit es seine magische Wirkung entfalten kann. Und natürlich braucht es auch beim Kochen selbst ein ganz besonderes Talent.


Diese liebevollen und originellen Ideen machen den Zauber der Geschichte aus und verleihen ihr eine ganz eigene Atmosphäre.


Als Marie schließlich versucht, Magie für sich zu nutzen, verläuft natürlich nicht alles nach Plan. Heimlich mischt sie einige Zutaten in das Curry der Schulkantine. Das Ergebnis ist ein großes Chaos. War der Schuss Ehrlichkeitselexier vielleicht zu großzügig bemessen? Oder hat sie zur falschen Paste gegriffen? Plötzlich ist nicht nur die Situation außer Kontrolle, sondern auch der Job ihrer Mutter in Gefahr!


Doch damit ist die Geschichte noch lange nicht zu Ende. Immer neue Ereignisse, spannende Kochexperimente und die Suche nach weiteren magischen Zutaten sorgen dafür, dass es nie langweilig wird. Auch das Geheimnis um die Zauberküche droht immer wieder aufzufliegen und beim Schulfest scheint ein wenig magische Unterstützung dringend nötig zu sein.


Besonders gefallen haben mir die vielen kleinen, liebevollen Details, zum Beispiel, dass die Großmutter den Kindern abends nicht aus Märchenbüchern, sondern aus ihren Kochbüchern vorliest, die dabei genauso spannend wirken wie ein Krimi. Oder die Szene, in der der Kochtopf plötzlich anfängt zu sprechen.


Abgerundet wird das Buch durch detailreiche, humorvolle Schwarz-Weiß-Illustrationen von Nadine Jessler, die perfekt zum Stil der Geschichte passen und das Leseerlebnis wunderbar begleiten.


Ein schönes Extra sind zudem zwei Rezepte am Ende des Buches, die zur Not auch ohne magische Zutaten auskommen und direkt ausprobiert werden können.




Fazit: 

„Maries Glücksküche – Die Schule am Meer“ ist ein zauberhafter, fantasievoller Auftakt einer Kinderbuchreihe, der mit viel Herz, Humor und originellen Ideen überzeugt. Die heilende Kraft der Magie scheint zuweilen Wunder zu wirken und vertreibt das Graue des Alltags und die Unsicherheit des Morgen.

Das alles ist gelungen und spricht besonders junge Leser an.


Ein liebevoll erzähltes Buch, das nicht nur zum Träumen einlädt, sondern auch Lust aufs Kochen macht.



Cover des Buches Zwei ganz besondere Freunde (ISBN: 9783958542266)

Bewertung zu "Zwei ganz besondere Freunde" von Aline Portman

Esme--
Eine warmherzige Geschichte darüber, im Kleinen das Besondere zu entdecken

Inhalt: 


Theo wünscht sich ein ganz besonderes Haustier. Vielleicht eines, das groß und stark ist, eines, auf das er stolz sein kann oder das ihn sogar beschützt. Doch egal, welches Tier Theo sich auch vorstellt: Bei genauerem Nachdenken merkt er schnell, dass jedes von ihnen auch seine Nachteile hat.

Auch Oskar hat einen großen Wunsch: Er möchte unbedingt einen Menschen an seiner Seite haben. Aber natürlich nicht irgendeinen. Es soll ein ganz besonderer Mensch sein. Einer, der stark ist, mit ihm Abenteuer erlebt oder vielleicht einfach viel Platz hat, den er mit ihm teilen würde. Doch so sehr Oskar auch überlegt, welcher Mensch zu ihm passen könnte: Irgendwie hätte auch jeder von ihnen seine Nachteile …



Meinung: 


Als ich „Zwei ganz besondere Freunde“ zum ersten Mal in den Händen hielt, fiel mir sofort die wunderschöne Illustration auf dem Klappendeckel und die hochwertige Verarbeitung des Buches auf.

Das Cover hat mich direkt angesprochen. Es zeigt Theo zusammen mit einem der Tiere, von denen er träumt: einem Löwen. Sein Mut und seine Stärke machen ihn zu einem Tier, das Theo nur zu gern an seiner Seite sehen würde. Ein Löwe könnte ihn schließlich beschützen! Doch als Theo etwas genauer darüber nachdenkt, kommen ihm Zweifel. Ein Löwe ist schließlich auch gefährlich. Und was wäre, wenn plötzlich einmal kein Futter mehr im Haus wäre?

In „Zwei ganz besondere Freunde“ stellt Aline Portman in einer kindgerechten und charmanten Weise die Frage, ob es im Leben wirklich immer die großen Wünsche sein müssen. Ist es nicht manchmal gerade das Unscheinbare, das uns wirklich glücklich macht? Oft sind wir so sehr auf große Pläne fixiert, dass wir die kleinen Möglichkeiten übersehen, die sich ganz nebenbei ergeben, obwohl sie vielleicht viel wertvoller sind.

Auch die Illustrationen tragen viel zur besonderen Atmosphäre des Buches bei. Sie orientieren sich stilistisch am Cover und kommen mit nur wenigen Farben aus. Die schwarz-weißen Zeichnungen werden durch ein warmes, kräftiges Orange ergänzt, das immer wieder Akzente setzt. Die Bilder selbst sind eher schlicht gehalten, stecken dafür aber voller liebevoller Details.

Beim genaueren Hinsehen entdeckt man auf vielen Seiten kleine, wiederkehrende Elemente, wie etwa einen Vogel oder Theos Ball. Diese Details laden dazu ein, die Seiten immer wieder neu zu betrachten.

Besonders schön sind die kleinen humorvollen Szenen, die sich in den Illustrationen verstecken. Beispielgebend zeigt dies das Cover sehr schön: Theo sitzt entspannt mit einem Buch in der prachtvollen Mähne des Löwen und liest. Solche Momente sorgen beim Lesen immer wieder für ein Schmunzeln.



Fazit: 


„Zwei ganz besondere Freunde“ ist ein liebevoll gestaltetes Bilderbuch, das nicht nur durch seine Geschichte, sondern auch durch seinen feinen, leisen Humor überzeugt.

Besonders die Illustrationen laden dazu ein, das Buch mehr als einmal zur Hand zu nehmen, denn auf fast jeder Seite lassen sich neue kleine Details entdecken: Ein Hase hoppelt immer wieder mal durchs Bild, der Wikinger trägt scheinbar ganz selbstverständlich einen Knochen am Gürtel, und eine Leine verwandelt sich plötzlich in einen Astronautenhelm. Diese verspielten Ideen machen das Bilderbuch zu etwas ganz Besonderem.

Gleichzeitig vermittelt die Geschichte eine schöne Botschaft: Manchmal lohnt es sich, genauer hinzusehen und im scheinbar Gewöhnlichen das Besondere zu entdecken. Denn nicht alles, was auf den ersten Blick großartig wirkt, ist automatisch perfekt. Schließlich hat auch das Beste seine kleinen Nachteile.
Und manchmal findet man das wahre Glück genau dort, wo man es zuerst gar nicht vermutet hätte. 

Cover des Buches This Monster of Mine (ISBN: 9783492710619)

Bewertung zu "This Monster of Mine" von Shalini Abeysekara

Esme--
Kurzmeinung: Düster, komplex und gnadenlos spannend – ein intensiver Fantasyroman mit starken Krimi-Elementen
Düster, komplex und gnadenlos spannend

Inhalt: 

Vier Jahre ist es her, dass Sarai in Edessa Opfer eines grausamen Attentats wurde. Ihr Körper wurde auf bestialische Weise verstümmelt, bevor ihr Peiniger sie vom Balkon des Sidranturms in die Tiefe stieß. Nur einem unbekannten Retter hat sie es zu verdanken, dass sie überlebte und Jahre später in einem kleinen Dorf als Schankmaid ein neues, verborgenes Leben beginnen konnte. Mithilfe von Magie hat Sarai ihre Narben versteckt. Ihre Erinnerungen an den Tathergang sind lückenhaft. Eines weiß sie jedoch ganz genau: Sie will nach Edessa zurückkehren und Rache nehmen.


Als die Gutachter in dem wohl abgelegensten Dorf von Ur Dinyé eintreffen, um im Auftrag der vier Tetrarchen von Edessa neue Petitoren auszuwählen, erkennt Sarai ihre Chance. Für einen kurzen Moment lässt sie ihre Magie aufblitzen und wird prompt von einem der Gutachter bemerkt und ausgewählt.


Ob sie tatsächlich in den Dienst eines Tetrarchen aufgenommen wird, entscheidet sich jedoch erst bei der Einkleidungszeremonie. Sarai hat dabei nur einen Wunsch: keinesfalls dem einzigen Tetrarchen zugeteilt zu werden, der über Jahre hinweg keine Petitorin erwählt hat. Kadra gilt als brutal und unbarmherzig. Zwar wird er vom Volk als gerecht verehrt, doch seine Taten erzählen eine andere Geschichte.


Ausgerechnet Kadra erhebt Anspruch auf Sarai. Als seine Stimme erklingt, durchfährt sie ein eisiger Schock, denn genau diese Stimme hat sie am Tag des Attentats gehört …




Meinung: 

Als ich den Klappentext von „This Monster of Mine“ zum ersten Mal gelesen habe, war mir sofort klar, dass ich dieses Buch lesen muss. Düster, geheimnisvoll und voller Spannung. Es war genau das, wonach ich gesucht habe.


Zugegeben: Die ersten Seiten erfordern Konzentration. Shalini Abeysekara entwirft eine komplexe, durchdachte Welt, in der Frauen kaum eine Teilhabe eingeräumt wird und das Recht des Stärkeren gilt. An der Spitze dieses Systems stehen vier Tetrarchen, Richter die im Falle eines Vergehens über Leben und Tod entscheiden können. Jedem von ihnen steht jeweils ein Petitor zur Seite steht. Diese sind mithilfe von Magie in der Lage, Wahrheit und Lüge zu erkennen und Tathergänge visuell offenzulegen.


Aufgrund jüngster Vorfälle gibt es jedoch kaum noch Bewerber für diese Position. Die vorherigen Petitoren sind auf grausame Weise gestorben. Offiziell soll es sich um Selbstmorde gehandelt habe. Sarai kennt diese Gerüchte, weiß jedoch mehr als die meisten: Das geheimnisvolle Mädchen vom Sidranturm, und somit der erste Todesfall in einer Reihe von mehreren, um dessen Tod sich zahllose Legenden ranken, war sie selbst. Um jeden Preis will sie verhindern, dass dieses Geheimnis ans Licht kommt. Gleichzeitig will sie herausfinden, was damals wirklich geschah und was hinter den Todesfällen der anderen Petitoren steckt.


Als Sarai schließlich ausgerechnet Kadra zugeteilt wird, ist das Entsetzen groß. Er ist ihre einzige Chance, Zugang zu den versiegelten Akten des damaligen Attentats zu erhalten, doch zugleich stellt er eine massive Bedrohung dar. Seine Stimme erkennt sie wieder, und seine brutale Vorgehensweise bei Verurteilungen bestätigt schnell die Gerüchte, die ihn umgeben. Bereits beim Auswahlverfahren wird Sarai gezwungen, entgegen ihrer moralischen Überzeugungen zu handeln und öffentlich grausame Entscheidungen zu treffen.


Mir war bewusst, dass mich eine düstere Geschichte erwarten würde, doch die Intensität hat mich dennoch überrascht. Die Triggerwarnung zu Beginn ist absolut berechtigt und sollte ernst genommen werden. Schon der Prolog gibt einen eindringlichen Vorgeschmack auf das, was folgt, und lässt erahnen, welches Leid Sarai widerfahren ist.


Sarai ist eine starke, vielschichtige Protagonistin, deren Leben früh von Gewalt geprägt wurde. Bereits als Vierzehnjährige kam sie mit Gewalt in Kontakt; ein Muster, das sich auch Jahre später fortsetzt. Als sie in Kadras Turm zieht, spitzt sich die Situation weiter zu. Als einzige Petitorin muss sie dort wohnen, täglich unzählige Fälle bearbeiten und Entscheidungen treffen.


Schnell wird deutlich, dass Kadras Methoden nicht immer gesetzeskonform sind. Sarai steht immer wieder vor der Wahl, sich ihm zu beugen oder sich ihm entgegenzustellen. Doch egal, wie sie sich entscheidet, Kadra scheint ihr stets einen Schritt voraus zu sein. Dieses Gefühl permanenter Kontrolle und Manipulation erzeugte bei mir eine konstante, beinahe beklemmende Spannung.


Gemeinsam mit Sarai versucht man als Leser, die Wahrheit hinter den Ereignissen vom Sidranturm und den mysteriösen Todesfällen der Petitoren aufzudecken. Während aktuelle Fälle verhandelt werden, zieht einen die Geschichte immer tiefer hinein in eine Welt voller Machtmissbrauch, Gewalt und moralischer Grauzonen.




Fazit: 

This Monster of Mine ist weit mehr als eine düstere Fantasygeschichte. Shalini Abeysekara schreibt bildhaft und intensiv und erschafft ein komplexes, atmosphärisch dichtes Worldbuilding, das von moralischen Konflikten, struktureller Gewalt und einer deutlich patriarchal geprägten Gesellschaft durchzogen ist. Die Handlung ist schonungslos, brutal und emotional fordernd, verliert dabei jedoch nie ihre erzählerische Sogkraft.


Besonders gelungen ist die Verbindung aus Fantasy und Krimi: Die mysteriösen Todesfälle der Petitoren, die versiegelten Akten und Sarais bruchstückhafte Erinnerungen verleihen der Geschichte eine investigative Spannung. Gemeinsam mit der Protagonistin sucht man nach Wahrheit, Hinweisen und Zusammenhängen, stets begleitet von der Frage, wem man trauen kann.


Die düstere Atmosphäre, die stetige Bedrohung und die psychologische Dynamik zwischen Sarai und Kadra haben mich zunehmend in ihren Bann gezogen. Abeysekara scheut sich nicht, unangenehme Themen anzusprechen, und fordert ihre Leserinnen und Leser heraus, sich mit Macht, Schuld und Gerechtigkeit auseinanderzusetzen.


Wer eine kompromisslose, spannungsgeladene Geschichte mit starken Figuren, Krimielementen und einer beklemmenden Atmosphäre sucht, wird hier fündig, sollte sich jedoch bewusst sein, dass dieses Buch nichts beschönigt und lange nachhallt.


Cover des Buches To Love a God (ISBN: 9783737344043)

Bewertung zu "To Love a God" von Anna Benning

Esme--
Epische Fortsetzung voller Spannung, Emotionen und unerwarteter Wendungen

Achtung, Spoilerwarnung!

Da es sich um den zweiten Band einer Reihe handelt, gehe ich in dieser Rezension auch auf zentrale Ereignisse aus dem ersten Band ein.



Inhalt:

Nur knapp waren Colden und Aurora ihren Verfolgern entkommen. Sie waren nach Elysion geflüchtet. In die Stadt, die Colden mithilfe seiner Freunde im Geheimen wieder aufgebaut hatte und von deren Existenz der Exarch auf keinen Fall erfahren durfte.


Hier plante Colden vor Kurzem noch seinen Widerstand. Er wollte Galadon, der sich jahrelang als sein Vater ausgegeben hatte, der ihn belogen, betrogen, hintergangen und gequält hatte, stürzen. Sein großes Ziel, die Götter zurück in ihre eigene Welt zu schicken und ihre Schreckensherrschaft zu beenden, war zum greifen nah gewesen.


Doch als Colden die Augen öffnete, wurde schnell klar, dass sich etwas Wesentliches verändert hatte. Beim jüngsten Angriff war er mit einer Waffe aus Entrolit, dem einzigen Element, das einem Gott tödlichen Schaden zufügen konnte, verletzt worden. Dass Colden überlebt hatte, war Glück im Unglück. Doch der Preis war hoch: Ihm fehlten 200 Jahre seiner Erinnerung. Gedanklich wurde er zurückgeworfen in eine Zeit, in der er noch für Galadon gekämpft hatte, in der ihn Ehrgeiz zerfraß und Menschen für ihn als minderwertig galten.


Colden befand sich aktuell geistig wieder in jener Epoche, als er als Hochgeneral des Exarchen den Auftrag hatte, die Rebellion der anderen Götter niederzuschlagen. Er glaubte sich mitten in der Schlacht um Sapphire Spire. In seiner Wahrnehmung hatte er vor einer Stunde den Rückzug der Truppen befohlen.


In Wirklichkeit jedoch lag er in einem Bett in einem Haus mitten in Elysion, umringt von seinen Freunden und von Aurora. Während er seine Gefährten aus alten Tagen wiedererkannte, war Aurora, die Frau, für die er noch vor wenigen Stunden alles geopfert hätte, eine Fremde für ihn. Er erinnerte sich an nichts mehr: Weder daran, wie sie sich kennengelernt hatten, noch daran, dass er ihr das Leben gerettet und sie zu seiner Valet gemacht hatte. Und nicht einmal an die jüngsten Enthüllungen, dass Aurora selbst das Atherionzepter war, das wichtigste und mächtigste Relikt des Universums.




Meinung: 

„To Love a God“ war eine der von mir am sehnsüchtigsten erwarteten Fortsetzungen dieses Jahres. Bereits der erste Band hatte mich so sehr begeistert, dass ich ihn als Jahreshighlight und All-Time-Favoriten betrachte. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen an den zweiten Band der Götterlicht-Saga und sie wurden für mich übertroffen.


Nachdem ich das Buch zur Hand genommen hatte, konnte ich es kaum noch aus der Hand legen. Innerhalb von zwei Tagen verschlang ich die Geschichte. Beim Lesen entstanden vor meinem inneren Auge Bilder wie bei einem Kinofilm.


Anna Benning zählt für mich zu den talentiertesten Autorinnen im Fantasybereich. Ihre Geschichte ist durchdacht, die Ereignisse greifen logisch ineinander. Auf über 500 Seiten erwartet den Leser Spannung mit Wendungen, die man nicht vorhersehen kann. Besonders beeindruckt hat mich, wie konsequent Benning ihre Figuren an deren Grenzen führt.Vor allem zeigt die Autorin, dass immer ein Hoffnungsschimmer auf ein unschuldiges Glück überleben kann.


Nach Coldens Erwachen und dem Verlust seiner Erinnerungen verändert sich die Dynamik der Geschichte. Aurora muss begreifen, dass der Gott vor ihr nicht mehr der ist, dem sie kürzlich noch vertraut hatte. Sie verschweigt entscheidende Wahrheiten, um sich und andere zu schützen, und kämpft weiterhin mit ihren Gefühlen für Colden, während dieser ihr distanziert gegenübersteht.


Diese Konflikte bilden das Fundament des zweiten Bandes. Stück für Stück spinnt Benning die Geschichte weiter, führt neue Charaktere ein und behält gleichzeitig auch bereits bekannte Figuren im Blick. Der Exarch und die Götter bleiben stets präsent, während die Autorin eine kinoreife Atmosphäre erzeugt, die die Handlung intensiv trägt.


Auch das Setting überzeugt. Die Figuren sind vielschichtig, man kann sich in sie hineinversetzen und mit ihnen fühlen. Das Worldbuilding wird konsequent erweitert. Kleine Details wie die geheimnisvollen Weber tragen zur Tiefe der Welt bei. Besonders zentral für die Handlung ist Sapphire Spire: Eine Stadt voller Fallen, Illusionen und tödlicher Gefahren, in der ein großer Teil der Handlung spielt.


Zudem erfahren wir durch Rückblenden mehr über Coldens Vergangenheit und seine Entwicklung. Durch seinen Erinnerungsverlust werden wir als Leser Zeugen seiner transformativen Charakterentwicklung. Die Frage, ob Colden wieder zu dem Gott werden würde, der er einst war, erhält durch die aktuellen Ereignisse neue Relevanz und bildet einen zentralen Spannungspunkt.




Fazit: 

„To Love a God“ ist für mich eine Fortsetzung, die in jeder Hinsicht überzeugt. Anna Benning punktet mit konsequentem Worldbuilding und ideengetriebener Spannung.


Die Geschichte ist emotional, spannungsgeladen und erzählerisch stark. Ich habe jede Seite genossen. Für Leserinnen und Leser, die epische Fantasy mit starken Charakteren und intensiven Konflikten lieben, ist dieser Band ein absolutes Highlight. 

Cover des Buches 24 Dates To Fall In Love (ISBN: 9783551306364)

Bewertung zu "24 Dates To Fall In Love" von Stefanie Diem

Esme--
Winterromanze mit rauem Charme

Inhalt: 


Trotz eindringlicher Verkehrswarnungen, bei dem winterlichen Ausnahmewetter besser zu Hause zu bleiben, macht sich Romy auf den Weg zum Geburtstag ihrer Mutter. Auf der Rückfahrt zahlt sie jedoch den Preis: Das dichte Schneetreiben macht ein Weiterkommen fast unmöglich.

Schnell wird klar, dass sie ihr Date mit ihrem Freund verpassen wird. Vollends bestätigt sich das, als sie am Straßenrand auf ein liegengebliebenes Auto stößt. Spontan bietet sie dem jungen Mann, Oliver, ihre Hilfe an. Der Zufall will es, dass er ausgerechnet in dem Hotel untergebracht ist, in dem Romy als Rezeptionistin arbeitet.

Romy verschweigt ihm diese Tatsache, um ihn am nächsten Tag überraschen zu können. Doch zu Hause erwartet sie das nächste Desaster: Ihr Freund Ben macht mit ihr Schluss, wegen einer anderen. Genau an dem Tag, an dem Romy ihm ihren selbstgebastelten Adventskalender mit 24 Datingideen überreichen wollte.

Von da an beginnt Romys Pechsträhne. Am nächsten Tag erfährt sie, dass Oliver, dem sie gerade noch geholfen hat, von ihrem Chef als neue rechte Hand eingestellt wurde, mit der unausgesprochenen Möglichkeit, das Hotel irgendwann zu übernehmen. Oliver wirkt vom ersten Moment an arrogant, kritisiert alles und alle und tritt den Mitarbeitenden herablassend gegenüber.

Als dann auch noch Romys Datingadventskalender, den ihre Kolleginnen ihr heimlich stibitzt haben, beim Weihnachtswichteln auf Olivers Platz landet, ist das Chaos perfekt. Romy möchte die Dates auf keinen Fall mit dem neuen Vorgesetzten durchziehen. Doch bevor sie Einspruch erheben kann, läuft bereits eine Wette unter den Kollegen: Wenn Oliver und Romy alle 24 Dates bis Weihnachten absolvieren, bekommen sie den Jackpot: Eine ansehnliche Summe, die die neugierigen Kollegen für Klatsch und Beweisfotos großzügig in den Topf geworfen haben. Und Romy könnte dieses Geld gut gebrauchen: Die Trennung, die Kaution für eine neue Wohnung und hohe Tierarztkosten für ihr Pferd bringen sie finanziell an ihre Grenzen …



Meinung: 


Kurz vor Weihnachten hatte ich große Lust auf eine winterliche Liebesgeschichte. „24 Dates To Fall in Love“ versprach angesichts des Klappentexts nicht nur Romantik, sondern weckte besonders meine Neugierde auf die vierundzwanzig originellen Dates. Ich hoffte auf süße Ideen, herzerwärmende Momente und ein paar Überraschungen.

Doch Stefanie Diem erzählt keine klassische, zuckersüße Weihnachtsromanze. Romy ist ein Charakter, dem das Leben immer wieder Stolpersteine in den Weg legt. Und Oliver ist keinesfalls der typische Love Interest, der wie ein rettender Engel ins Geschehen tritt. Vielmehr merkt man schnell, dass Romy ein unglückliches Händchen für Männer hat.

Ben zeigt kaum Verständnis für ihre Leidenschaft fürs Pferd, behauptet, sie hätten sich auseinandergelebt, und eröffnet ihr im nächsten Moment, dass er sich in eine andere verliebt habe. Oliver hingegen gibt sich im beruflichen Umfeld überheblich, kritisiert sie öffentlich und handelt ohne Rücksicht auf Verluste. Zwar zeigt er bei den Dates gelegentlich eine freundliche, fast zarte Seite, doch im Hotel wirkt er kühl und distanziert.

Romy lässt sich davon nicht einschüchtern. Zwischen den beiden entstehen hitzige Wortgefechte, Sticheleien und gegenseitige Provokationen.

Die Idee des Adventskalenders mit den Datingaktivitäten hat mir besonders gefallen. Hier steckt viel Kreativität drin: Schlittschuhlaufen, Schneemannbauen, ein Dinner mit verbundenen Augen oder ein romantisches Fotoshooting am zugefrorenen See. Diese Einfälle bringen Charme und Wärme in die Geschichte.

Gleichzeitig prallen Romantik und harte Realität immer wieder aufeinander. Neben Olivers oft verletzendem Verhalten gibt es Streitigkeiten unter Kolleginnen, Romys finanzielle Sorgen und die Frage, warum gerade jetzt alles schiefläuft. Und auch während der Dates geht nicht alles glatt …



Fazit: 


„24 Dates To Fall in Love“ ist weniger eine gemütliche, glitzernde Weihnachtsromanze als vielmehr eine winterliche Geschichte über Chaos, Selbstzweifel und die Frage, ob man sich trotz Rückschlägen wieder für neue Gefühle öffnen kann.

Die kreative Adventskalender-Idee bringt viel Charme in den Roman, doch die Dynamik zwischen Romy und Oliver wirkt manchmal fragmentiert und etwas unausgewogen.

Wer eine Wohlfühlgeschichte sucht, könnte enttäuscht werden. Wer jedoch realistische Figuren sucht, wer Imperfektion in harten und emotional schmerzhaften Lektionen nicht scheut, wer ein romantisches Konzept mit Ecken und Kanten mag, findet hier eine unkonventionelle, teils bittersüße Lovestory.

 

Cover des Buches Whispers of Destiny (ISBN: 9783492706698)

Bewertung zu "Whispers of Destiny" von Justine Pust

Esme--
Kurzmeinung: Ernste Themen, eine gute Portion Humor und ein wirklich interessantes Worldbuilding. Dieses Buch hat mich auf voller Länge begeistern können
Selten habe ich mich so gut unterhalten gefühlt ....


Inhalt: 

2096: Der Tod beschließt, sich ein neues Image zuzulegen. Er gibt sich zu erkennen und eröffnet kurz darauf seine eigene Firma. Ein Callcenter namens Death Call. Hier erhalten Menschen, die kurz davor sind, ihr Leben zu lassen, die Möglichkeit, noch einmal mit einem menschlichen Mitarbeiter über ihre Ängste und Fragen zum Sterben zu sprechen.


Blue lebt mit ihrer besten Freundin Iris in einer der unteren Stufen. Ihr Traum ist es, gemeinsam eine Stufe aufzusteigen. In eine Schicht, in der es etwas mehr Essen und eine größere Überlebenschance gibt. Während Iris erfährt, dass ihr Antrag auf Aufstieg abgelehnt wurde, erhält Blue eine viel schlimmere Prognose: In ihrem Kopf befindet sich ein erbsengroßer, unheilbarer Tumor. Sie wird sterben.


Die beiden Frauen überlegen, eine Party zu besuchen, um die düsteren Gedanken für eine Weile zu vergessen. Kurze Zeit später steht Blue auf dem Dach des Gebäudes und denkt darüber nach, sich das Leben zu nehmen. Doch dieser Plan wird durchkreuzt: Ein Fremder spricht sie an und bietet ihr ausgerechnet jetzt einen Job an. Bei Death Call. Mit einem ausgesprochen interessanten Angebot: Während ihrer Beschäftigung erhält sie Immunität. Die Gegenleistung? Blue muss als Mitarbeiterin des Callcenters entscheiden, wer von den Anrufern weiterleben darf und wessen Seele den Körper verlassen und in ein ungewisses Danach gehen muss.


Das klingt einfach. Ist es aber nicht. Um das Gleichgewicht zu erhalten, lassen sich nicht alle Seelen retten. Welches Recht gibt einem Menschen diese Auswahl?




Meinung: 

Justine Pust schreibt mit „Whispers of Destiny“ einen Roman, der auf den ersten Blick unterhaltsam wirkt. Die Idee, dass der Tod ein Callcenter eröffnet, in dem über Leben und Tod entschieden wird, hat mich sofort neugierig gemacht. Hinter der oft humorvollen und kreativen Prämisse verbergen sich jedoch einige ernste Themen.


Das Setting hat mir gut gefallen: Die Geschichte spielt 2096, die Menschen sind in Stufen eingeteilt. Je niedriger die Stufe, desto größer die Armut. In Stufe 1 leben Ausgestoßene hinter Zäunen, in einer Gegend ohne Polizei oder staatliche Kontrolle. Einen tieferen Einblick in diese Welt hätte ich spannend gefunden; durch Blues Augen bekommen wir allerdings nur kurze, eindrückliche Bilder. Etwa von stromgeladenen Zäunen, an denen Fleisch- und Kleidungsfetzen hängen.


Blue selbst wohnt in Stufe 3, in Häusern aus Technikmüll. Staatlich subventionierte Essensrationen sichern gerade so das Überleben. Eine der größten Gefahren in dieser Zukunftswelt ist säurehaltiger Regen. Flutwellen brechen gelegentlich über die niederen Bezirke herein, das Wasser ist so stark verseucht, dass schon kurzer Hautkontakt verätzt.


Mit dem neuen Job bei Death Call muss Blue in einen anderen Bezirk ziehen: Von einem Tag auf den anderen landet sie in Stufe 9. Sie erhält eine Wohnung in einem siebzigstöckigen Turm, in dem die Firma untergebracht ist. Auch hier bleibt der Blick auf die Umgebung recht knapp: In Stufe 9 gibt es Bäume, Geschäfte, saubere Luft und ausreichend Nahrung. Doch Blue verbringt die meiste Zeit im Großraumbüro, sodass der Eindruck von Luxus begrenzt bleibt. Man könnte meinen, der Stufenwechsel mache sie glücklicher. Dieser Traum zerschellt allerdings rasch.


Die Arbeit bei Death Call verlangt den Mitarbeitenden täglich Entscheidungen über Leben und Tod ab. Einzig der kostenlose Snackautomat ist ein kleiner Trost. Entscheidungen stützen sich etwa auf das Karma-Punkte-Konto oder den prognostizierten Todeszeitpunkt. Doch das System ist nicht neutral. Menschen, die in unteren Stufen aufgewachsen sind, die von Kürzungen betroffen sind, keine medizinische Versorgung erhalten und so zunehmend in existenzielle Nöte geraten, haben selbstverständlich schlechtere Karten als Personen aus höheren Stufen.


Justine Pust verbindet in „Whispers of Destiny“ Leichtigkeit und schwarzen Humor mit ernsten, gesellschaftskritischen Untertönen. Der Tod selbst ist eine überraschend geduldige, manchmal schelmische Figur. Er hat eine Schwäche für Rosa, trägt Stock und Melone, verlangt, „Mister“ genannt zu werden, und bleibt selbst bei vorlauten Kommentaren gelassen.


Blue ist eine vorlaute, direkte Protagonistin, die sagt, was sie denkt. Manchmal mit wenig Respekt. Stellenweise war ich wirklich besorgt um ihre Zukunft, etwa wenn sie ihrem Chef mutig widerspricht. Dennoch zeigt ihr Vorgesetzter Geduld, mahnt gelegentlich zur Vorsicht, bleibt aber insgesamt nachsichtig.


Wichtig für die Handlung sind auch Iris, Blues beste Freundin, und Creek, der junge Mann, der Blue auf dem Dach das Jobangebot macht und später ihr Vorgesetzter wird. Creek und andere Kolleg*innen wie Jade begleiten Blue oft auf ihren riskanteren Wegen. Blue hinterfragt viel, bringt sich und ihr Umfeld dadurch wiederholt in Schwierigkeiten. Das treibt die Geschichte voran und sorgt für einige spannungsgeladene Momente.




Fazit: 

„Whispers of Destiny“ beeindruckt mit einer außergewöhnlichen Mischung aus Witz, Ernst und gesellschaftlicher Tiefe.


Die dystopische Welt, die Justine Pust zeichnet, wirkt zugleich kreativ und erschreckend realistisch.


Es ist dabei eine klare Stärke dieses Buches, dass es Relevantes und Irrelevantes miteinander zu vermischen weiß. Die Figuren sind intelligent skizziert, ohne dass die Geschichte mit einem Übermaß an Tiefgang überfrachtet wird.


Blues Aufstieg in Stufe 9 zeigt, wie trügerisch vermeintlicher Wohlstand sein kann und wie stark das System zugunsten höherer Schichten verzerrt bleibt. Ihre Arbeit bei Death Call zwingt sie zu Entscheidungen, die niemand treffen möchte, und macht die Ungerechtigkeit dieser Welt umso spürbarer. Das verhandelte Thema ist also heikel, doch der kurzweilige Erzählstil nimmt dem Ganzen die Brisanz.

Das Gefühl für intelligente Ironie tritt oft in einer bemerkenswerten Art und Weise hervor.


Trotz der düsteren Thematik also ein Roman, der fesselt, berührt und lange nachhallt. 

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Fantasy, Kinderbücher, Jugendbücher, Liebesromane, Literatur, Unterhaltung

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