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Eule_und_Buch

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Eule_und_Buch hat gelesen…
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Rezensionen und Bewertungen

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Kurzmeinung: Richtig süß, aber zu viel Nebenhandlung und nicht wirklich was der Klappentext verspricht...
Nicht ganz was der Klappentext verspricht

Millie arbeitet als Museumskuratorin im Bereich der Insektenkunde und liebt es, besonders den Kindern dort ein unvergessliches Erlebnis zu bereiten. Ihr Kollege aus der Astronomie, Finn, hat zwar eine mürrische Art, übt aber dennoch eine unvergleichliche Anziehung auf sie aus. Doch er ist im Komitee, welches über ihre Beförderung entscheidet. Dennoch lernt Millie ihn und seine beiden Nichten immer mehr kennen und wird ein wichtiger Punkt im Leben der kleinen Familie. Können die beiden wirklich nur Freunde bleiben oder ist es dafür nicht schon längst zu spät?

Zuerst einmal muss ich sagen, dass dies eine süße Geschichte war und ich insbesondere die Dynamik der beiden Protagonisten sehr mochte. Trotzdem muss ich auch sagen, dass dies nicht die Geschichte war, die mir versprochen wurde. Der Klappentext und das Cover haben mir hier eine Liebesgeschichte versprochen, die in der Wissenschaft spielt, ähnlich wie bei den Büchern von Ali Hazelwood. Tatsächlich war dies aber nur zu Beginn und am Ende wirklich Thema und selbst da blieb alles sehr oberflächlich. Dies war eher eine Geschichte darüber, wie eine neue Beziehung mit Kindern funktionieren kann, wie man als Familie zusammenfinden kann. Und wie gesagt, das hat definitiv eine süße Geschichte ergeben – aber es ist nun mal auch nicht das, was ich lesen wollte.

Gestört hat mich aber vor allem, dass hier einfach jeder Trope und jedes Thema reingestopft wurde und kaum eines wirklich Raum erhielt. Es musste noch etwas Familiendrama mit Finns Familie geben, Millie musste natürlich einen Ex haben, der auftauchen musste. Es wurde seltsam viel Zeit auf die Dynamik von Millies Schwester und einem Kindheitsfreund aufgewandt (vermutlich, weil diese in einem Folgeband vorkommen werden). Auch die Geschichte rund um Millies Arbeit bekam eben kaum die benötigte Aufmerksamkeit.

Trotzdem mochte ich die Dynamik der beiden Protagonisten und auch die Familiendynamik mit Finns Nichten, um die er sich kümmerte, war sehr süß. Es gab recht wenig Drama in diesem Bereich und alle Probleme wurden sehr schnell gelöst. Ich fand das mal eine schöne Abwechslung zu den Büchern, die ich im Romance-Bereich sonst so lese, es sorgte jedoch auch dafür, dass sich die Geschichte irgendwann aufgebläht anfühlte. Die beiden waren zusammen, alle waren glücklich – warum folgten dann noch mehr als 100 weitere Seiten?

Trotz dieser Kritik glaube ich, dass dies ein schönes Buch für alle ist, die sich mal eine ganz unaufgeregte, cosy Liebesgeschichte mit wenig Drama wünschen, mit erwachsenen Protagonisten mitten im Leben, die herausfinden müssen, wie ihre kleine Familie am glücklichsten ist. Es ist nur eben nicht die Geschichte, die da im Klappentext versprochen wird.

Fazit:

„Give Me Butterflies“ ist eine Cosy Romance mit wenig Drama und sympathischen Protagonisten. Die Dynamiken sind süß, allerdings passiert auch wenig im Hauptstrang und dafür kommt umso mehr rundherum vor, wodurch sich die Geschichte etwas aufgeblasen anfühlt. Zudem ist die im Klappentext versprochene Geschichte eher eine Nebenhandlung, wodurch es einfach nicht das Buch war, was ich mir erhofft hatte.

Cover des Buches Tausend erste Male: The Love we found along the Way (ISBN: B0DWSPDJYR)

Bewertung zu "Tausend erste Male: The Love we found along the Way" von Anika Miller

Eule_und_Buch
Kurzmeinung: Tolle Liebesgeschichte, atmosphärischer Roadtrip - definitiv eine Empfehlung!
Ein Roadtrip und die Liebe

Lola und Matt lernen sich auf dem Flug nach Seattle kennen und es ist Freundschaft auf den ersten Blick. Spontan brechen sie zu einem Roadtrip entlang der Westküste auf. Lola will dabei endlich loslassen und Dinge spontan erleben, während Matt seine Vergangenheit beschäftigt. Auf ihrer Reise wachsen die Gefühle zwischen ihnen und das, obwohl sie nur als Freunde auf diesen Trip gehen wollten. Und trotz des Mottos „Keine Vergangenheit, keine Zukunft – nur die Gegenwart“ wird klar, dass sie beide nicht vor ihrer Vergangenheit davonrennen können.

Als ich dieses Buch begonnen habe, wollte ich eigentlich erstmal nur ein paar Seiten reinlesen – und plötzlich hatte ich ein Drittel des Buches gelesen! Der Schreibstil der ist einfach so angenehm flüssig, dass ich mich ganz schnell sehr wohl in der Geschichte gefühlt habe. Das freut mich besonders, da ich noch ein weiteres Buch von ihr ungelesen zuhause habe.

Die Chemie zwischen den beiden Hauptcharakteren war von der ersten Sekunde an spürbar. Matt und Lola ergänzten sich perfekt durch ihre Art. Sie konnten sich in entsprechenden Situationen gegenseitig aus sich rausholen. Matt hat Lola manchmal Mut gegeben, sich Dinge zu trauen, während Lola Matt die Chance gegeben hat, sich seiner Vergangenheit zu stellen. Es war einfach eine unglaublich schöne Dynamik zwischen zwei Individuen mit vielen Ecken und Kanten. Matt war ein toller Good Guy und auch wenn ich in manchen Situationen aufgrund seines Verhaltens schonmal eine Augenbraue hochziehen musste, wurde doch im Verlauf des Buches immer klarer, weshalb er sich so verhielt – und dass er auch bereit war, an sich selbst zu arbeiten. Der Autorin ist es gut gelungen, Charaktere zu schreiben, die nicht perfekt sind, die Fehler machen und die trotzdem fundamental gute Menschen sind.

Dazu kam dann der Roadtrip die Westküste entlang und ich habe beim Lesen oft Lust bekommen, selbst die gleiche Reise zu machen. Es war einfach so eine tolle Atmosphäre und insbesondere einige der Orte an denen gehalten wurde, waren traumhaft schön beschrieben.

Fazit:

„Tausend erste Male“ ist eine berührende Liebesgeschichte mit zwei Charakteren mit Ecken und Kanten, die perfekt zueinanderpassen. Zwischen einer tollen Atmosphäre und einer echt schönen Liebesgeschichte ist dies definitiv ein Buch, welches ich gerne weiterempfehle!

Kurzmeinung: „Echo der Welten“ ist wieder eine wundervolle Liebesgeschichte gemischt mit einer actionreichen Space Opera.
Viel Weltraum-Action und eine wundervolle Liebesgeschichte

Tennalhin ist der Sohn einer hochrangigen Politikerin und nur deshalb konnte er den Restriktionen entkommen, die seine Fähigkeiten sonst mit sich bringen würden. Doch als er es übertreibt und in kriminelle Machenschaften verwickelt wird, muss er dem Militär beitreten. Dort soll Lieutenant Surit ihn mit seinen eigenen Kräften kontrollieren und in Schach halten. Surit willigt ein, um den Lebensunterhalt seiner Familie zu sichern, doch schnell merkt er, dass mehr hinter seiner Aufgabe steckt, als er ahnen konnte.

Das erste Buch von Everina Maxwell gehörte im letzten Jahr zu meinen Favoriten. Da war nur klar, dass ich auch den zweiten Band lesen würde. Und ich kann nur sagen, wer, wie ich, Band 1 mochte, wird auch mit Band 2 wieder sehr glücklich werden – es ist aber auch problemlos möglich, mit diesem zu beginnen!

Wieder ist dieses Buch eine wunderbare Mischung aus Liebesgeschichte und Sci-Fi Space Opera, wobei der Fokus tendenziell eher auf der Romance liegt. Wir folgen Tennal und Surit, die nicht nur aus sehr unterschiedlichen Umständen kommen, sondern auch das komplette Gegenteil voneinander sind. Tennal ist extrovertiert, laut und chaotisch. Er weiß, wie man mit Menschen reden muss, um zu bekommen, was man will und ihm ist es scheinbar egal, wie er wahrgenommen wird. Dagegen ist es Surit wichtig, Regeln zu befolgen und er lebt deutlich vorsichtiger, zurückhaltender und geordneter. Das Zusammentreffen der beiden ist zudem von einem Missverständnis und einer komplexen, unfairen Situation geprägt – entsprechend ist da zu Beginn nicht viel Sympathie zwischen den beiden.

Und dennoch entwickelt sich über das Buch hinweg ganz langsam etwas Wunderschönes zwischen ihnen. Die Liebesgeschichte ist dabei ein riesiger Slow Burn, was ich sowohl realistisch als auch sehr gut fand. Vor allem ab einem gewissen Zeitpunkt verändert sich etwas wichtiges zwischen den beiden und ab da wurde es wunderschön, aber auch herzzerreißend. Dies war wirklich eine tolle Liebesgeschichte, wie ich sie mir öfter von Büchern wünschen würde.

Die Geschichte rundherum war wirklich sehr actionreich. Es gab viel Politik, viele Gefechte, viele Intrigen und wenn es nicht gerade um die Beziehung der beiden Protagonisten ging, kam ich in diesem Buch wenig zu Atem. Es war einfach unglaublich spannend und ich habe durchgehend mitgefiebert.

Leider gab es dennoch ein paar Kleinigkeiten, die ich nicht ganz optimal gelöst fand. Zunächst einmal fand ich das Worldbuilding teilweise etwas zu wenig erklärt. Es wird zum Beispiel von Schiffstypen geredet, aber nicht wirklich erklärt, was diese ausmacht und ebenso war ich von einigen politischen Verwicklungen verwirrt, weil mit Begriffen herumgeworfen wurde, die nicht erläutert wurden. Und dann gab es Konsequenzen aus dem Worldbuilding, die leider zu Logikfehlern führten. Diese betrafen den Plot nicht direkt, sondern eher die Welt rundherum und haben somit meinen Spaß am Buch nicht wirklich geschmälert, aber sie sind mir doch negativ aufgefallen.

Was ich aber dennoch am Worldbuilding super fand war, wie hier gezeigt wurde, wie leicht eine Gruppe Menschen ausgegrenzt werden kann, ohne dass dies einen logischen Grund hat. In der Welt gibt es zwei verschiedene Kräfte – Menschen, die Gedanken lesen können und Menschen, die andere dazu zwingen können, zu tun was sie wollen. Gefürchtet werden lesende Menschen, während die andere Kraft einfach akzeptiert wird. Die Art der Desinformationen, die dafür gesorgt haben, zeigen gut, wie leicht so etwas geht.

Fazit:

„Echo der Welten“ ist wieder eine wundervolle Liebesgeschichte gemischt mit einer Space Opera. Wer Slow Burn in der Liebe liebt aber sonst gern etwas mehr Action haben möchte, wird hier definitiv eine Geschichte fürs Herz finden!

Cover des Buches Die Honeys (ISBN: 9783986666507)

Bewertung zu "Die Honeys" von Ryan la Sala

Eule_und_Buch
Kurzmeinung: Ein genialer Fiebertraum, der einen auf Seite 1 packt und nicht wieder loslässt!
Ein Fiebertraum

Mars und seine Zwillingsschwester Caroline haben sich seit Jahren immer mehr entzweit – während xier wegen seiner Genderfluidität von der Aspen Summer Academy ausgeschlossen wurde, blühte sie dort richtig auf. Doch als Caroline unter grausamen Umständen stirbt, ist Mars entschlossen, zurück an die Academy zu gehen, um mehr über ihren Tod herauszufinden. Sofort fühlt xier sich von einer Gruppe Mädchen besonders angezogen: Den Honeys. Sie sind wunderschön, furchteinflößend und sie verbergen etwas. Mars muss schnell herausfinden, was es ist, denn etwas beginnt, mit seinem Verstand zu spielen.

Dieses Buch ist einfach ein einziger genialer Fiebertraum! Beim Lesen wusste ich manchmal gar nicht wie mir geschieht – ich war wie in einem Netz gefangen und wollte gar nicht mehr aufhören zu lesen. Das Buch ist spannend, verwirrend, ein bisschen seltsam und richtig großartig!

Das fängt schon mit der ersten Szene an – selten war ich so schnell gepackt und mitten in der Geschichte, wie hier. Der Autor setzt auf wenigen Seiten den Ton für das Buch. Und ja, es bleibt auch so spannend für den Rest des Buches. Was mich besonders begeistert hat war, dass dies eher eine latente, unterschwellige Spannung ist. Das Buch ist nicht durchgehend temporeich und voller Action (auch wenn es diese Szenen durchaus gibt), aber selbst die ruhigen Momente sind von diesem Gefühl durchzogen, dass etwas nicht stimmt und in jedem Moment etwas geschehen könnte.

Begeistert war ich auch von den meisten Charakteren. Innerhalb kürzester Zeit schaffte es der Autor, dass ich mir alle gut vorstellen konnte. Mars stach dabei natürlich hervor, da wir die Geschichte aus xierer Sicht erleben. Xier war ein starker Protagonist, der die Geschichte sehr gut tragen konnte. Die Genderfluidität war dabei gut in die Geschichte integriert und ich fand es dadurch noch spannender, aus seiner Sicht heraus zu lesen. An einigen Stellen hatte ich lediglich das Gefühl, dass die einzelnen Mitglieder der Honeys etwas stärker hätten herausstechen können – ich denke jedoch, dass dies eine bewusst getroffene Entscheidung war.

Sehr gut eingewoben waren in diesem Buch auch die Kultur amerikanischer Sommerschulen für Reiche und insbesondere die Probleme toxischer Maskulinität. Diese Themen wurden sehr passend aufgegriffen und trugen viel zur Handlung bei.

Fazit:

„Die Honeys“ konnte mich von der ersten Seite an abholen und überzeugen. Dieser Fiebertraum von einem Buch ist durchgehend spannend, hat tolle Charaktere und wartet mit interessanten Themen auf – von meiner Seite aus gibt es eine große Empfehlung!

Cover des Buches Amnesty – Ruf nach Gerechtigkeit (ISBN: 9783986663636)

Bewertung zu "Amnesty – Ruf nach Gerechtigkeit" von Lara Elena Donnelly

Eule_und_Buch
Leb wohl, Amberlough

Nach langer Zeit und vielen Verlusten hat Amberlough die Herrschaft der Ospies überwunden, doch die Wunden sitzen tief. Als Cyril wieder in die Stadt kommt, ist er als Verräter gebrandmarkt – und das Volk will Blut sehen. Mitten in einem Wahlkampf müssen er, seine Schwester und sein früherer Geliebter Aristide all ihre Karten richtig ausspielen, um ihre eigenen Ziele zu verfolgen und Cyril gleichzeitig zu beschützen.

Eines kann man über die Autorin definitiv sagen: Sie ist konsistent. Ich könnte meine Rezensionen zum ersten und zweiten Band dieser Reihe beinahe wortwörtlich kopieren und hätte damit die wichtigsten Lob- und Kritikpunkte auch für diesen Band abgedeckt! Wenn man bei dieser Reihe ein Buch mochte, so wie ich, dann kann man sich sicher sein, dass man alle mag – andersrum gilt das jedoch ebenso.

Mein größer Kritikpunkt war einfach wieder, wie blass die Welt blieb. Es gab zwar auch hier eine Karte, auf der jedoch viele der wichtigsten Städte und Länder gar nicht verzeichnet waren. Viele Orte wurden einfach in den Raum geworfen, ohne dass es Kontext gab. Da es hier jedoch um einen Krieg und die politische Situation nach diesem ging, war ich oft einfach sehr verwirrt davon, worüber geredet wurde. Die politische Situation war nicht greifbar – und während das in den Vorgängerbänden leicht verkraftbar war, fokussierte sich die Geschichte diesmal zu stark auf diesen Aspekt.

Positiv muss ich dagegen einfach wieder die Charaktere anführen! Diese sind der Autorin wirklich gelungen. Jeder Charakter verfolgt eine eigene Agenda, eigene Ziele und fühlt sich dabei immer absolut menschlich an, in allen Facetten. Manchmal macht sie das sympathisch –oft aber auch unsympathisch, aber immer sind sie unglaublich interessant zu verfolgen. Vor allem, dass nicht jede Handlung völlig rational oder besonders klug war, aber dennoch immer aus der Motivation der Charaktere entstand, hat mir sehr gefallen. Insgesamt war dieser Punkt für mich so stark, dass er das gesamte Buch wieder getragen und dafür gesorgt hat, dass ich die Geschichte absolut geliebt habe!

Zwischen diesem Band und dem letzten gab es einen etwas längeren Zeitsprung und man muss die Charaktere zu Beginn wieder neu kennenlernen. Einerseits fand ich dies hier interessant - wir haben sie nun in verschiedenen Lebensphasen gesehen und dies verlieh ihnen noch einmal eine besondere Tiefe. Andererseits wurde jedoch immer wieder auf Taten der Charaktere innerhalb dieses Zeitsprungs Bezug genommen, ohne dass diese weiter ausgeführt wurden. So waren einige moralische Konflikte, die sich auftaten, nur sehr bedingt greifbar. Dies hätte interessant sein können, leider habe ich es eher als unpassend für die Geschichte empfunden.

Auch wenn ich das Buch dadurch als etwas schwächer empfunden habe als die Vorgängerbände, hat mich das Ende dann doch sehr glücklich gestimmt. Ich war so gespannt, was gegen Ende noch passieren würde und ich bin mehr als zufrieden damit, wie diese Trilogie nun enden durfte!

Fazit:

„Amnesty – Ruf nach Gerechtigkeit“ hat die gleichen Stärken und Schwächen wie seine Vorgängerbände. Somit ist dies ein perfekter letzte Band für eine wunderbare Trilogie, welche ich gerne gelesen habe!

Cover des Buches Verborgene Fabelwesen der Meere (ISBN: 9783845859736)

Bewertung zu "Verborgene Fabelwesen der Meere" von Florian Schäfer

Eule_und_Buch
Kurzmeinung: Ein wundervoller zweiter Band, voller schöner Illustrationen, einer tollen Geschichte und Fabelwesen zum Kennenlernen!
Fabelwesen des Ozeans

Konstantin O. Boldt geht wieder auf Expedition, diesmal jedoch nicht ganz freiwillig. Der ansteigende Meeresspiegel und vermehrte Angriffe von Seeungeheuern bringen Bismarck persönlich dazu, den Erforscher und Beschützer magischer Wesen auf eine Forschungsreise in die Tiefen des Ozeans zu beordern. Mit einer Crew, die ganz unterschiedliche Ziele verfolgt, geht es hinab und was sie dort finden, ist ebenso fantastisch wie gefährlich.

Ebenso wie der erste Band dieser Reihe ist auch dieser ein wahres Schmuckstück für mein Bücherregal. Alle Seiten sind liebevoll gestaltet, mit einer Mischung aus Tagebucheinträgen, Zeitungsartikeln, Illustrationen, Skizzen und vielem mehr. So wirkt es, wie eine Ansammlung von verschiedenen Quellen, die gemeinsam eine Geschichte erzählen. Man fühlt sich, als ob man selbst dabei ist. Insbesondere die tollen Zeichnungen von Elif Siebenpfeiffer haben mir dabei geholfen, mir die vielen Fabelwesen bildlich vorzustellen!

Während der erste Band die Fabelwesen Europas an Land behandelt, geht es in diesem unter Wasser. Für mich bedeutete dies auch, dass es viel mehr Neues zu entdecken gab. Während ich mich bei den Fabelwesen an Land doch auch vor dem Lesen schon recht gut auskannte, waren die meisten Wesen unter Wasser für mich ganz neu. Abgesehen von Nixen, Kraken und ähnlichem habe ich also eine ganz andere und fantastische Welt entdeckt! Auch wenn ich weiterhin nicht selbst in die Tiefsee fahren wollen würde, habe ich doch eine ganz neue Wertschätzung für diese Fabelwesen erlangt.

Besonders gut gefallen hat mir in diesem Band, wie beklemmend die Atmosphäre im U-Boot dargestellt wurde. Die Crew hat sehr unterschiedliche Ansichten und selbst beim Lesen habe ich mich nicht ganz sicher mit einigen Personen gefühlt. Dieser Aspekt kam wirklich sehr gut zur Geltung.

Das Ende war ziemlich spannend und endete nicht direkt mit einem Cliffhanger aber doch mit einer ziemlich angespannten Gesamtsituation. Am liebsten würde ich gerade sofort zu Band 3 greifen, um zu erfahren, welche Auswirkungen diese Geschehnisse wohl haben werden!

Fazit:

„Verborgene Fabelwesen der Meere“ ist eine mehr als würdige Fortsetzung zu Konstantin O. Boldts Expeditionen. Nicht nur äußerlich kann das Buch überzeugen, auch der Inhalt hat mich wieder einmal fasziniert und begeistert. Wer diese Bücher noch nicht kennt, sollte das schnell nachholen!

Cover des Buches Das Einhörnchen, das rückwärts leben wollte (ISBN: 9783328603429)

Bewertung zu "Das Einhörnchen, das rückwärts leben wollte" von Walter Moers

Eule_und_Buch
Nettes Beiwerk zu den Romanen

In diesem Buch finden sich zwanzig zamonische Flabeln – Fabeln, die im zamonischen zum Lachen bringen sollen – geschrieben von Walter Moers. Die Flabeln handeln von verschiedenen Wesen Zamoniens, sind recht unterschiedlich lang und behandeln diverse faszinierenden Begebenheiten.

Ich habe im Vorfeld dieses Buches so einige sehr negative Rezensionen mitbekommen und war daher ein wenig besorgt darüber, wie mir die Flabeln gefallen würden. Tatsächlich muss ich sagen, dass ich das Buch nicht so schlecht fand, wie erwartet, aber so wirklich vom Hocker reißen konnte es mich dann leider auch nicht.

Walter Moers ist eigentlich mein liebster Autor. Insbesondere sein besonderer Schreibstil hat es mir angetan. In diesen Texten habe ich davon aber doch deutlich weniger gesehen als sonst. Zum Teil lag das wohl einfach an der Kürze der einzelnen Flabeln, da war einfach weniger Raum für ausschweifende Erzählungen.

Es gab dennoch einige Flabeln, an denen ich echt Spaß hatte. Darunter waren etwa „Der Werwolf, der ein Wiewolf sein wollte“, „Die zweitausendjährige Schildkröte und die Halbtagsfliege“ und „Der Buchling, der nur noch knoteln wollte“. Auch einige Wiedersehen mit bekannten Charakteren aus Zamonien, wie etwa Echo, haben mich gefreut. Dies waren die Highlights dieses Buches, die Momente, die mich immer wieder begeistert haben.

Leider war das rundherum einfach etwas enttäuschend. Die Struktur der Flabeln blieb doch recht gleich. Nachdem man einige gelesen hat, sind die restlichen ziemlich vorhersehbar. So richtig lustig fand ich auch die wenigsten, was für mich eigentlich kein Problem darstellt – aber wenn ein Buch mir besonders viel Humor verspricht, dann hätte ich diesen auch gerne.

Ich würde generell sagen, dass dieses Buch für Zamonien-Fans durchaus lohnenswert sein kann, insbesondere weil es ein paar schöne Wiedersehen gibt. Für Neulinge, die überlegen, mal etwas vom Autor zu lesen, ist dieses Buch dagegen absolut gar nichts.

Fazit:

Leider konnten mich die 20 Flabeln in „Das Einhörnchen, das rückwärts leben wollte“ nur bedingt überzeugen. Der einzigartige Stil von Walter Moers kam hier einfach nicht so zur Geltung, wie ich mir dies gewünscht hätte und trotz einiger Highlights blieb der Rest einfach hinter den Erwartungen zurück.

Cover des Buches Ich fürchte, Ihr habt Drachen (ISBN: 9783608988284)

Bewertung zu "Ich fürchte, Ihr habt Drachen" von Peter S. Beagle

Eule_und_Buch
Von Drachenplagen und Bestimmungen

Im Königreich Bellemontagne sind Drachen eine Plage: Wie bei uns Ratten leben sie in Wänden und Nischen. Robert ist ausgebildeter Drachenfänger, aber hasst seine Arbeit. Er fühlt eine Verbundenheit zu den Drachen und sie zu töten, schmerzt ihn sehr. Sein Traum ist es, als Diener eines Prinzen zu arbeiten und als er ins Schloss gerufen wird, um die dort lebenden Drachen vor der Hochzeit der Prinzessin Cerise zu vernichten, könnte dies seine Chance sein. Doch dann möchte ihr Verlobter auf Drachenjagd gehen und so kommen Robert, der Prinz und die Prinzessin etwas Großem auf die Spur.

Peter S. Beagle ist vor allem bekannt für das Buch „Das letzte Einhorn“ und auch wenn ich dieses selbst nie gelesen habe, ist mir der Titel natürlich doch ein Begriff. So war ich sehr neugierig darauf, was dieser Autor wohl Neues schreiben würde. Und ich wurde nicht enttäuscht! Mir hat das Buch so gut gefallen, dass ich wohl auch einmal den Klassiker aus seiner Feder in Angriff nehmen muss.

Das Buch ist eine interessante Mischung aus Cosy Fantasy, märchenhafter Erzählung und traurigen Geschehnissen. Erwartet hatte ich tatsächlich nur die ersten beiden Dinge und war ziemlich überrascht davon, was für ernste Töne das Buch anschlug. Je weiter die Geschichte voranschritt, umso schlimmer und trauriger wurde der Plot – und das meine ich in keiner Weise negativ. Die damit einhergehende Charakterentwicklung war nämlich großartig. Der Autor sorgt dafür, dass seine Hauptcharaktere immer wieder aus ihrer Komfortzone gestoßen werden und die Lesenden dabei gleich mit.

Der märchenhafte Erzählstil hatte zur Folge, dass einige Dinge doch etwas oberflächlicher blieben, als dies in den meisten Büchern der Fall ist. Da verlieben sich etwa Charaktere einfach nebenbei ineinander, ohne dass das wirklich thematisiert wird. In diesem Buch hat mich dies aber tatsächlich nicht wirklich gestört, einfach weil es so zum Stil passte. Insgesamt mochte ich es tatsächlich sehr, dass sich dieses Buch wie ein modernes Märchen angefühlt hat.

Etwas kritisieren muss ich aber leider doch das Finale des Buches, denn dieses war meiner Meinung nach einfach nur verwirrend. Sollte ich jetzt zusammenfassen, was genau dort passierte, ich wäre nicht in der Lage dazu, weil ich mir nicht einmal sicher bin, ob ich wirklich verstanden habe, was los war. Ich fand dies etwas schade, da der Rest des Buches so schön war und ich mir definitiv andere Möglichkeiten vorstellen könnte, den zentralen Konflikt aufzulösen.

Trotzdem habe ich dieses Buch wirklich geliebt und fand insbesondere die Ausgangsidee einfach nur zauberhaft. Ich bin jedenfalls sehr gespannt darauf, in Zukunft mehr von dem Autor zu lesen!

Fazit:

„Ich fürchte, Ihr habt Drachen“ ist eine märchenhafte Geschichte rund um Drachen, die in gleichem Maße süß und traurig ist. Von mir gibt es hier definitiv eine große Empfehlung!

Cover des Buches Xenogenesis (ISBN: 9783453322288)

Bewertung zu "Xenogenesis" von Octavia E. Butler

Eule_und_Buch
Was ist der Mensch?

Die Menschheit hat sich in einem Atomkrieg fast vollständig selbst vernichtet, doch einige Überlebende wurden von der Alienspezies der Oankali gerettet. Eine der Überlebenden ist Lilith. Sie wurde als eine der ersten aus einer Art Kryoschlaf aufgeweckt, damit sie dabei helfen soll, die restlichen Menschen zu überzeugen mit den Oankali zusammenzuarbeiten. Denn deren Hilfe hat einen Preis: Die Oankali fordern, dass die Menschen sich mit ihnen verbinden sollen. Ihre Kinder wären keine Menschen mehr.

„Xenogenesis“ beinhaltet alle drei Bände der gleichnamigen Trilogie. Im ersten Band geht es um Lilith. Sie muss die Oankali kennenlernen und ihre Abscheu ihnen gegenüber überwinden. Außerdem muss sie sich entscheiden, welchen Weg sie und die Menschheit allgemein gehen soll. In den beiden Folgebänden folgen wir dann jeweils einem von Liliths Kindern. Diese ersten Konstruierten, welche sowohl Menschen als auch Oankali sind, müssen mit ihren widersprüchlichen Instinkten klarkommen und einen neuen Weg für beide Spezies finden.

Die Bücher behandeln ganz verschiedene Themen, zentral steht jedoch die Frage, was es bedeutet, Mensch zu sein. Dies ist eine sehr spannende Frage und insbesondere im Kontrast zu den Oankali, die so anders sind, dass es oft abstoßend ist, könnte dies sehr spannend sein. Die Darstellung dieser Alienspezies ist der Autorin sehr gelungen. Vieles was für diese völlig normal war, löste bei mir großes Unbehagen und Unverständnis aus. Ebenso konnten die Oankali Menschen nur sehr bedingt verstehen und verhielten sich oft genug eher, wie Eltern oder Tierbesitzer ihnen gegenüber, obwohl sie es eigentlich nur gut meinten.

Dennoch habe ich die zentrale Frage darüber, was Menschlichkeit ausmacht als nicht ausreichend behandelt empfunden. Die Autorin fokussiert sich durchgehend auf die Biologie und was diese mit Menschen macht. Zu Beginn war dies verständlich, denn für die Oankali ist dies der einzig relevante Blick auf ein Wesen. Doch ich fand diesen biologischen Essenzialismus als extrem reduktionistisch, insbesondere wenn es um Genderthemen ging. Männer können gar nicht anders, als mit möglichst vielen Frauen zu schlafen und mit Gewalt ihre Männlichkeit zu beweisen, während Frauen beschützt werden wollen. Menschen generell können nicht anders als hierarchisch zu leben und sich irgendwann selbst zu vernichten. Das sind die Aussagen, die immer wieder über sie getroffen werden und es gibt keine Anzeichen, die den Oankali beweisen könnten, dass diese Aussagen falsch sein könnten. Um darüber zu reflektieren, was Menschlichkeit bedeutet, hätte ich mir gewünscht, dass es auch um die menschliche Psyche gehen würde, aber dafür hätte der Text menschliche Charaktere gebraucht, die sich auch wie echte Menschen verhalten würden. Abgesehen von Lilith in der ersten Hälfte des ersten Bandes war davon leider nichts zu finden. Die meisten menschlichen Charaktere waren flacher als Pappe und legten alle ihre tiefsten Überzeugungen bei dem kleinsten Kontakt mit Pheromonen ab. Ich will nicht bezweifeln, dass dies nicht passieren könnte, aber dieses Verhalten wurde schnell repetitiv, langweilig und bewies wieder und wieder, dass die Oankali eigentlich Recht haben mit ihren Annahmen.

In der ersten Hälfte des ersten Bandes war es tatsächlich noch interessant, Liliths innerem Kampf zuzusehen. Sie musste sich zunächst überwinden, mit den Oankali überhaupt interagieren zu können und dann erhielt sie erst nach und nach die wichtigsten Informationen. Ihre Gefühle und ihr Widerstand waren hier sehr verständlich, allerdings kam es dann zu einem kurzen Zeitsprung, nach dem sie wie ausgewechselt war. Ihr Verhältnis zu den Oankali veränderte sich außerhalb des Textes komplett und ab dann habe ich keinen neuen Zugang zu irgendeinem menschlichen Charakter finden können.

Später gab es sicher einige interessante Momente, in denen etwa Konstruierte mit ihren widersprüchlichen Gefühlen kämpfen mussten, aber es blieb leider bei Momenten. Die meisten Themen des Textes waren meiner Meinung nach einfach nicht gut ausgearbeitet, die meisten Charaktere blieben flach und auch wenn der Plot immer wieder interessante Szenen bereithielt, reichten diese einfach nicht aus, um mich für das Buch zu begeistern. Ich hatte hier definitiv etwas anderes erwartet.

Fazit:

„Xenogenesis“ hatte zwar eine interessante Prämisse und eine hervorragend gestaltete Alienspezies, leider war aber meiner Meinung nach das zentrale Thema nicht gut herausgearbeitet und auch andere Themen blieben ebenso blass, wie die meisten Charaktere.

Cover des Buches Talking to the Moon (ISBN: 9783969760420)

Bewertung zu "Talking to the Moon" von Sherin Nagib

Eule_und_Buch
Sommerbuch

Judys großer Traum ist es, Karriere als Songwriterin zu machen. Als an ihrer Uni ein Wettbewerb ausgeschrieben wird, bei dem man einen Vertrag bei einer großen Plattenfirma gewinnen kann, sieht sie ihre Chance gekommen - doch dann erfährt sie, dass ihr rassistischer Dozent die Einsendungen bewerten wird. Zufällig trifft sie auf Jaad, der eine Band leitet und Kaffee am Strand verkauft. Die beiden kommen sich näher, doch Judy sträubt sich gegen ihre Gefühle.

„Talking to the Moon“ ist ein ideales Sommerbuch! Es spielt an der Küste Kaliforniens und ich hatte von Seite 1 an so richtig Lust auf Strand und Sonnenschein. Zusätzlich zu den perfekten Vibes ist das Buch größtenteils auch luftig locker geschrieben und ohne unnötiges Drama. Wer also eine große Dosis Sommer nötig hat, ist hier genau richtig.

Was mir besonders gefallen hat, waren die beiden Protagonisten. Judy und Jaad sind einfach nur sympathisch und menschlich. Beide haben ihre ganz eigenen Probleme und zu Beginn scheinen sie gar nicht so viel gemeinsam zu haben. Tatsächlich passen sie jedoch zusammen, wie zwei Puzzlestücke und ergänzen sich perfekt.

Das Thema Musik war besonders präsent in dem Buch und mir hat es sehr gefallen, auf welche Weisen es in die Geschichte einfloss. Während Judy als Songwriterin auf ihren Wettbewerb fokussiert ist, möchte Jaad, dass seine Band endlich wieder Erfolg hat. Judy versucht, ihm als Musikwissenschaftlerin dabei zu helfen. Ich persönlich hätte mir hier allerdings tatsächlich gewünscht, dass insbesondere Judys Wettbewerb ein klein wenig mehr Präsenz im Text gehabt hätte. Meiner Meinung nach ging dieser doch eher unter und ich hätte mir einfach gewünscht mehr zu sehen, wie Judy ihre eigenen Ziele verfolgt.

Gut gefallen hat mir, welche Rolle Religion in dieser Liebesgeschichte gespielt hat. Judy ist Muslima und trägt den Hidschab. Durch ihre Religion gelten für sie andere Regeln als für Protagonistinnen in vielen anderen Liebesromanen. Judy kämpft jedoch auch mit sich selbst, was diese Regeln angeht. Ich fand das alles sehr menschlich dargestellt. Aber auch die anderen Charaktere haben ihre eigene Beziehung zu ihrer Religion und Herkunft und ich fand es schön, hier so verschiedene Lebensentwürfe zu sehen. Mir ging hier bloß die Auflösung in Bezug auf Jaads Mutter ein wenig zu einfach. Da diese aber nicht der Fokus der Geschichte stand, ist dies kein großer Kritikpunkt.

Fazit:

„Talking to the Moon“ ist eine perfekte Sommerromanze, die den Strand Kaliforniens direkt zu einem nach Hause bringt. Diese wundervolle Geschichte rund um Musik, Religion und Liebe konnte mich voll und ganz überzeugen. Ein paar Aspekte hätten zwar meiner Meinung nach mehr in die Tiefe gehen können, dies ist jedoch Meckern auf hohem Niveau.

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