Ferrum

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Rezensionen und Bewertungen

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    Cover des Buches Totenfrau (ISBN: 9783442754427)

    Bewertung zu "Totenfrau" von Bernhard Aichner

    Totenfrau
    Ferrumvor 6 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Thriller, der den Namen wirklich verdient
    Nichts für zart Besaitete

    Wie rezensiert man einen Thriller, ohne die Spannung zu nehmen? Es beginnt mit einem Paukenschlag, den man in der Form menschlichen Verhaltensweisen nicht zutrauen würde. Und genau so geht es weiter. 

    Schaurig. Atemlos. Der Leser wird sozusagen durch das Buch getrieben, in dem es keine Längen gibt. Manchmal würde man sich solche fast wünschen, einfach um ein wenig verschnaufen zu können. Es ist ein ziemlich genialer Schreibstil, der dafür sorgt, dass man dieses Buch nicht mehr aus der Hand legt, bis die letzte Seite gelesen ist. Voll von blutrünstiger Handlung ist dieses Buch, und dennoch wirkt es nie übertrieben. Vieles wird sprachlich nur angerissen und der Phantasie des Lesers überlassen. Nie erreicht man den Punkt, ob all dieser Grauslichkeiten angewidert zu sein. Und das ist bei diesem Stoff an sich schon ein Wunder.

    Schattenseiten? Ja, auch die gibt es. Angeblich hat der Autor ein halbes Jahr in einem Beerdigungsinstitut gearbeitet um für das Buch zu recherchieren. Beim Lesen des Buches finde ich jedenfalls keine Bestätigung dafür. Manche Dinge wirken einfach aus der Perspektive von jemanden geschrieben, der in dieser Materie kein Profi ist. Und manchmal wirkt die Handlung konstruiert. Könnte sie in der Form in der Realität passieren? Ich denke nicht.

    Dennoch ist die Totenfrau schon auf Grund des ungewöhnlichen und großartigen Schreibstils unbedingt lesenswert und für Freunde des Genres eigentlich ein Muss.

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    Cover des Buches Der Hase mit den Bernsteinaugen (ISBN: 9783552055568)

    Bewertung zu "Der Hase mit den Bernsteinaugen" von Edmund de Waal

    Der Hase mit den Bernsteinaugen
    Ferrumvor 6 Jahren
    Kurzmeinung: Grossartig. Hat mich so sehr berührt wie schon lange nichts mehr.
    Die perfekte Symbiose

    Dieses Buch erzählt die Geschichte der Bankiersfamilie Ephrussi über die letzten ca. 150 Jahre hinweg. Und es ist - für mich jedenfalls - ziemlich einzigartig in der Art, wie es persönliches Schicksal, Familiengeschichte und Weltgeschichte miteinander verknüpft. Unaufgeregt, mit mehr - vielleicht sogar zuviel - Verständnis, als man erwarten würde. Nie polemisch, nie mit dem erhobenen Zeigefinger drohend, immer sachlich und dennoch auf eine geradezu unheimlich subtile Art immer den Finger in offene Wunden legend und den Punkt exakt treffen, auf den es ankommt.

    Einzigartig die Akribie, mit der etwa für das Gemälde "Frühstück der Ruderer" von Renoir beschrieben wird, wer und warum er auf diesem Bild zu finden ist. Es ist, als ob sich die Szenerie plötzlich zu bewegen beginne und man Teil dieses Frühstücks wird


    Meine Wege führen mich oft am Familienpalais der Ephrussis vorbei, einem wunderschönen Prachtbau an der Wiener Ringstrasse, Ecke Schottengasse. Nie wieder werde ich dieses Gebäude mit den gleichen Augen betrachten können wie vor dem Lesen dieses Buches. Beste (Familien-)Biographie, die ich in den letzten Jahren zu Gesicht bekommen habe. Ein echter Glücksgriff

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    Cover des Buches Der Hase mit den Bernsteinaugen (ISBN: 9783423142120)

    Bewertung zu "Der Hase mit den Bernsteinaugen" von Edmund De Waal

    Der Hase mit den Bernsteinaugen
    Ferrumvor 6 Jahren
    Kurzmeinung: Grossartig. Ging mir so Nahe wie schon lange nichts mehr.
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    Cover des Buches F (ISBN: 9783498035440)

    Bewertung zu "F" von Daniel Kehlmann

    F
    Ferrumvor 7 Jahren
    F oder Fatum oder Fehlstart

    Lebenskreise, auf Ab und Irrwegen und sich immer wieder treffend und kreuzend. Drei Brüder, zwei davon Zwillinge und scheints besonders innig verbunden, ein Vater, der durch einen Hypnotiseur auf den schienbar wahren Lebensweg gebracht wird, der dennoch eine Menge verbrannte Erde hinterlässt. Jeder auf seine Art ein Betrüger und versager.

    Ein Stoff also, der aufhorchen lässt und Hoffnungen weckt. Und dann stolpert man durch dieses Buch. Mal glaubt man, man sei im falschen Film, weil alles so klischeehaft zusammenhängend erscheint. Mal wieder wird man hineingesogen in die Magie einer wunderbaren Szene, um dann umso unbarmherziger auf die nächste unzusammenhängende Seite ausgespuckt zu werden. Und urplötzlich fühle ich mich erinnert an die "Vermessung der Welt". Kanns sein, dass es Kehlmanns Fluch ist, nix fertig zu bringen? Mir ist jedenfalls klar, warum dieses Buch es nicht auf die Shortlist zum deutschen Buchpreis geschafft hat.

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    Cover des Buches Wo warst du, Adam? (ISBN: 9783462019834)

    Bewertung zu "Wo warst du, Adam?" von Heinrich Böll

    Wo warst du, Adam?
    Ferrumvor 7 Jahren
    Hoffnungslos

    Ich habe dieses Buch in der Schule gelesen. Seit damals hat es fünf Umzüge mitgemacht und verstaubte in meiner Bibliothek bis meine Tochter auf der Suche nach Stoff für die Maturaleseliste darauf stieß. 

    Und schlagartig war sie wieder da, diese Hoffnungslosigkeit. Dieses Verdunkeln jeglichen Horizontes. Dieses Blicken in unerahnte Abgründe, die man sich eigentlich gern erspart hätte. Als Jugendlicher hat es mich fasziniert. War Ausgangspunkt einer ausführlichen Auseinandersetzung mit dem thema Krieg und vermutlic in dieser Lebensphase genau richtig. 

    Heute, 30 jahre später denke ich anders darüber. Sicherlich, das Werk ist in den frühen 50ern entstanden und somit noch unter Schockeinfluss des Krieges geschrieben. Im 21. jahrhundert gelesen war die Wirkung auf mich weit weniger dramatisch. Nur diese durchdringende Hoffnungslosigkeit, die ist geblieben.

    Habe ich es meiner Tochter für die leseliste empfohlen? Nein.

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    Cover des Buches Ausgewählte Werke. Die Brunnenstube (ISBN: B0000BN3NN)

    Bewertung zu "Ausgewählte Werke. Die Brunnenstube" von Friedrich Sacher

    Ausgewählte Werke. Die Brunnenstube
    Ferrumvor 7 Jahren
    Fort damit

    Aus! Schluß! Es reicht! Ich weiß auch nicht, welcher Teufel mich geritten hat, gerade dieses Buch aus der Bibliothek meines verstorbenen Vaters zu nehmen. Muss wohl was mit dem Titel zu tun gehabt haben. Brunnen sind für mich immer ein Ort der Erkenntnis. 

    Hier allerdings ist die einzige Erkenntnis, die sich einstellt, dass man diesen Schrott am besten hinter Vorhangschlössern verbirgt. Schade um die Zeit, welche die Menschheit mit dem Lesen dieses Buches verschwendet hat. Widerliche Deutschtümelei im rotweissroten Mäntelchen getarnt. Und das noch dazu auf einem erbarmungswürdigen sprachlichen Niveau. Kein Stern, denn einen solchen hat es nicht verdient. Und dennoch muss ich einen Stern vergeben, damit ich diese Zeilen abschicken kann :(

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    Cover des Buches Das Geheimherz der Uhr (ISBN: 9783446146457)

    Bewertung zu "Das Geheimherz der Uhr" von Elias Canetti

    Das Geheimherz der Uhr
    Ferrumvor 7 Jahren
    Kurzmeinung: Manchen Menschen müsste man das Sterben verbieten. Zu groß ist die Lücke, die sie hinterlassen. Canetti war so einer.
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    Cover des Buches Nachtzug nach Lissabon (ISBN: 9783442738885)

    Bewertung zu "Nachtzug nach Lissabon" von Pascal Mercier

    Nachtzug nach Lissabon
    Ferrumvor 7 Jahren
    Kurzmeinung: Nein, mein Leben will ich nach dem Lesen dieses Buches nicht verändern...
    Philosophy 101

    Man stelle sich vor: Eine Frau will vermeintlich von einer Brücke springen. Man rettet sie und sie schreibt einen eine Telefonnummer auf die Stirn. Starker Einstieg. Und weder Frau noch Telefonnummer sollen auf den folgenden knapp 500 Seiten jemals wieder eine Rolle spielen? Das ist schlicht und ergreifend unglaubwürdig.

    Das Buch unternimmt den zugegeben schwierigen Versuch, uns Philosophie in Romanform näherzubringen. Ich behaupte nicht, dass es daran scheitert, aber es holpert und stolpert phasenweise gewaltig. Gedanken werden angerissen, man wartet gespannt darauf, wie sie aufgelöst werden. Jetzt! Und Jetzt! Und wieder nix. Es ist ein bissl wie der Tanz auf einem Vulkan. Oder - man verzeihe mir den banalen Vergleich - wie ein coitus interruptus. Und das ist auf Dauer unbefriedigend.

    Die Rahmenhandlung wiederum ist alles andere als holprig. Wie in einer Perlenkette reihen sich Handlungen und Akteure artig in Reih und Glied. Zu glatt. Zu oberflächlich. Ich vermisse das Chaos und die Kreatitivät, die das Leben so mit sich bringt. Und immerhin will dieses Buch genau das: Uns das Leben erklären.

    Dennoch ist es ein Gewinn, dieses Buch gelesen zu haben. Die Vorstellung, alles hinzuschmeissen und seinen Neigungen und Interessen zu leben, die hat schon was. In der Regel schiebt man solche Gedanken vor sich her bis es endgültig zu spät dafür ist. Hier kriegt man wenigstens eine Idee davon, wie es sich anfühlen muss. Und vielleicht auch die Überzeugung, dass es besser ist, es bleiben zu lassen.

    Ach ja, und noch eines: Es hat mich in meiner Überzeugung bestärkt, dass Bahnreisen dem Flugzeug unbedingt vorzuziehen sind.

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    Cover des Buches Die Wand (ISBN: 9783548610665)

    Bewertung zu "Die Wand" von Marlen Haushofer

    Die Wand
    Ferrumvor 7 Jahren
    Kurzmeinung: Nichts für Claustrophobiker. Für jene jedoch, die mit sich selbst etwas anzufangen wissen, sehr zu empfehlen.
    Faszinierend und abstoßend zugleich

    "Es gibt keine vernünftigere Regung als die Liebe. Sie macht dem Liebenden und dem Geliebten das Leben erträglicher.Nur, wir hätten rechtzeitig erkennen sollen, daß dies unsere einzige Möglichkeit war, unsere einzige Hoffnung auf ein besseres Leben. Für ein unendliches Heer von Toten ist diese einzige Möglichkeit des Menschen für immer vertan. Immer wieder muß ich daran denken. Ich kann nicht verstehen, warum wir den falschen Weg einschlagen mußten. Ich weiß nur, daß es zu spät ist."

    Vielleicht ist dieses Zitat der letzten Überlebenden der Menschheit der Schlüssel zu diesem Werk der Endzeitstimmung. Ich gebe zu, diese Idee des Robinson-artigen Lebens in den Bergen als vermutlich letzte Überlebende der Menschheit hat mich fasziniert. Dieses bereitwillige Ergeben in ein Schicksal hat mich wiederum zutiefst abgestoßen. Vielleicht ist es ja gerade dieser Widerspruch, dieser Zwiespalt, der das Buch zu einem der besten macht, die ich seit längerer Zeit gelesen habe. Schade, daß es so relativ unbekannt ist, auch wenn es angeblich zu den 50 Lieblingsbüchern der Leser im deutschsprachigen Raum gehört. 

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    Cover des Buches Die Entdeckung des Himmels (ISBN: 9783499247521)

    Bewertung zu "Die Entdeckung des Himmels" von Harry Mulisch

    Die Entdeckung des Himmels
    Ferrumvor 7 Jahren
    Göttlich

    Was macht der Himmel, wenn er mit den Menschen unzufrieden ist? Richtig, er will seine 10 Gebote zurückholen und somit die Verbindung zur Erde auflösen. Und darum gehts, beginnend vor der Zeugung der Akteure bis hin zum großen FInale in Jerusalem. 

    Kaum eines der großen gesellschaftspolitischen Themen wird dabei ausgelassen, und dennoch hat man nie das Gefühl, dem hocherhobenen, moralinsaurem Zeigefinger ausgesetzt zu sein. Hat einen ewigen Ehrenplatz in meiner Bibliothek.

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    • männlich
    • 13.07.1960

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