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Fina

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Rezensionen und Bewertungen

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    Cover des Buches Gib deinem Glück eine Chance, Keiko Carter (ISBN: 9783423650359)

    Bewertung zu "Gib deinem Glück eine Chance, Keiko Carter" von Debbi Michiko Florence

    Gib deinem Glück eine Chance, Keiko Carter
    Finavor 2 Stunden
    Kurzmeinung: Eine Teenie Geschichte über Freundschaft, erste Liebe und das Erwachsenwerden so zart wie Schokolade! Manchmal bitter, manchmal zuckersüß!
    Süß und sommerlich!

    Gestaltung:

    Das Buch sieht jugendlich, frisch und niedlich aus, genau wie die Geschichte im Inneren es auch ist. Es wurden extra Models für die drei Hauptfiguren gecastet und Keiko Carter hat es aufs Cover geschafft. Ich bin normalerweise kein großer Fan von Fotos auf Buchcovern, aber hier hat es mich nicht gestört, da ich mir Keiko genau so vorgestellt habe und für die Geschichte wichtige Attribute wie Schokolade, Bubbletea oder auch Keikos Kleidungsstil aufgegriffen wurden.

    Ein bisschen erinnert mich die Gestaltung mit den Pastelltönen und dem Mädchen auf dem Cover an die "To all the boys" Reihe von Jenny Han. Obwohl hier eine etwas jüngere Zielgruppe angesprochen wird, sind die Geschichten vom Wohlfühlfaktor her vergleichbar und ergänzen sich optisch ebenso wunderbar.


    Darum geht's:

    Keiko Carter ist ganz aufgeregt, denn sie und ihre zwei besten Freundinnen seit Kindertagen kommen endlich in die Middle School. Freundin Jenna, die den Sommer über außerhalb der Stadt war, ist ebenfalls zurück und den drei Mädchen steht das wohl beste Schuljahr ihres Lebens bevor. Als sie sich für das Schuljahres Motto "Jungs" entscheiden, und alle ein Date für den Herbstball finden sollen, gerät ihre Freundschaft ins Wanken...


    Idee/Umsetzung:

    Diese Geschichte ist vor allem eins: Zuckersüß! Ich finde die Idee des Buches sehr schön, weil es mal nicht um das klassische Highschool Abschlussjahr geht, den Abschlussball und die Entscheidung, wie es nach der Schule weitergeht. Dieses Buch setzt früher an und begleitet drei Mädchen in der 7. Klasse, wodurch eine jüngere Zielgruppe ab 11 Jahren auf ihre Kosten kommt. Die Themen Erste Liebe, Familie und Freundschaft stehen im Fokus, aber werden durch ernste Einschläge zu Rassismus, Verlust und Loslassen ergänzt.

    Obwohl diese Mischung ziemlich heftig klingt, verliert das Buch an keiner Stelle seine Leichtigkeit und war für mich die perfekte Sommer-Nachmittagslektüre.


    Ich konnte ohne Anfangsschwierigkeiten in die Geschichte eintauchen und habe mit Keiko mitgefiebert, die sehnsüchtig auf die Rückkehr ihrer Freundin Jenna nach dem Sommer gewartet hat. Sie hat sich bereits das perfekte Schuljahr ausgemalt und ist voller Euphorie und Vorfreude. Doch ziemlich schnell muss sie feststellen, dass sie älter werden und nicht mehr alles so reibungslos läuft, wie sie es bisher zwischen den Freundinnen immer empfunden hat. Ebenso ergeht es ihr in ihrer Familie, im Kontakt mit Mutter und Schwester, und auch bei den ersten Erfahrungen mit Jungs.


    Ich glaube, dass all diese Themen in Keikos Alter sehr wichtig für junge Mädchen sind und es verdienen angesprochen zu werden. Wenn das Teenager Alter beginnt, ergeben sich viele neue Fragen und Freundschaften verändern sich, so wie es auch bei Keiko passiert. Sie versucht krampfhaft an den alten Tagen festzuhalten, doch gelangt in der Geschichte auch immer mehr zu der Erkenntnis, dass Veränderungen okay sind und sie diese zulassen sollte. Demnach finde ich es toll von der Autorin, diese Geschichte zu erzählen und so hoffentlich vielen jungen Menschen Mut zu machen.


    Charaktere:

    Die Figuren der Geschichte sind einerseits sehr süß gewesen, andererseits aber auch etwas speziell. Keiko ist eine niedliche Protagonistin, die bisher mit sehr viel Harmoniebedürfnis, Beschützerinstinkt und Naivität durchs Leben gegangen ist, was in ihrem Alter vollkommen normal ist. Sie wird in der Geschichte mit vielen Dingen konfrontiert, die nicht in ihre heile Welt passen, was sie erst mal aus dem Gleichgewicht bringt, aber später auch zu mutigen Entscheidungen führt. Jenna mochte ich richtig gerne, weil sie eine ruhige, aufgeklärte Art hat und für ihr Alter sehr reif erschien. Sie war immer für Keiko da und hat sich dennoch nicht davon abbringen lassen, ihrer Intuition zu folgen. Audrey dagegen könnte es auf die Liste der unsympathischsten Figuren jemals geschafft haben. Wie es Keiko und Jenna jahrelang mit diesem selbstsüchtigen und eingebildeten Gör ausgehalten haben, ist mir wirklich ein Rätsel.

    Die Nebenfiguren sind hier ebenfalls gut gelungen, wenn auch nicht allzu ausgefeilt. Ich mochte Conner und Keikos kleine Schwester gerne, die erwachsenen Figuren waren mir allesamt etwas unausgereift, aber auf ihnen liegt hier auch nicht der Fokus.


    Ende:

    Mit dem Verlauf der Geschichte und dem Ende konnte ich sehr gut leben. Keiko hat eine schöne Charakterentwicklung durchgemacht und verbreitet die Botschaft, dass manchmal die eigenen Gefühle über der Meinung anderer Menschen stehen sollten und es gut tut, für sich selbst einzustehen, statt es allen anderen recht zu machen- eine starke Message für junge Menschen. 


    Fazit:

    Debbi Michiko Florence hat mit Keikos Geschichte eine sehr niedliche Young Adult Erzählung geschaffen, die junge Menschen dabei begleiten kann, in die Teenagerzeit zu kommen und mit all den Veränderungen in der Familie, Freundschaften und Liebe zurechtzukommen. Trotz der Einflüsse ernster Themen verliert die Geschichte nicht ihre sommerliche Frische und Leichtigkeit, sodass auch ich als Erwachsene Keikos Reise gerne verfolgt habe und hoffe, dass jüngere Leser*innen daraus Mut und Hoffnung schöpfen können.

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    Cover des Buches New Chances (ISBN: 9783426526798)

    Bewertung zu "New Chances" von Lilly Lucas

    New Chances
    Finavor 15 Stunden
    Kurzmeinung: Wieder ein schöner, gemütlicher Ausflug nach Green Valley ohne viel Drama. Nicht außergewöhnlich spannend, aber zum Wohlfühlen und Träumen.
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    Cover des Buches Vielleicht jetzt (Vielleicht-Trilogie - Band 1) (ISBN: 9783743210950)

    Bewertung zu "Vielleicht jetzt (Vielleicht-Trilogie - Band 1)" von Carolin Wahl

    Vielleicht jetzt (Vielleicht-Trilogie - Band 1)
    Finavor 3 Tagen
    Kurzmeinung: Wunderbares Wohlfühlbuch! Ich mochte besonders die Beschreibungen von München, das Gastronomie Setting und die ernsten Töne zwischendrin. 💕
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    Cover des Buches Illuminae (ISBN: 9783423761833)

    Bewertung zu "Illuminae" von Amie Kaufman

    Illuminae
    Finavor 6 Tagen
    Kurzmeinung: Das Buch ist auf mehreren Ebenen genial! Einerseits die aufwendige Aufmachung in Aktenform, aber ebenso die geniale Sci-Fi Story dahinter...
    Kommentare: 2
    Cover des Buches Greenglass House (ISBN: 9783772527807)

    Bewertung zu "Greenglass House" von Kate Milford

    Greenglass House
    Finavor 7 Tagen
    Kurzmeinung: 3,5 Sterne für dieses Überraschungsei. Der Anfang war ziemlich lahm, aber am Ende wurde es super spannend und originell - durchhalten!
    Vorne pfui, am Ende hui

    Gestaltung:

    Das Cover dieses Buches ist ein wahrgewordener Wintertraum! Obwohl ich es im heißen Juli gelesen habe, hat es mir direkt eine winterliche, heimelige Stimmung beschert. Das Haus und auch der Schneesturm kommen wunderbar zur Geltung. Innen ist das Buch mit kleinen Zeichnungen bestückt und ist insgesamt auch haptisch ein ganz tolles Leseerlebnis. Das Originalcover wurde hier aus dem Englischen übernommen, was ich sehr passend finde. Bei meiner Recherche habe ich entdeckt, dass es im Englischen sogar mehrere Bände gibt. Mal schauen, ob weitere Bücher übersetzt werden.


    Darum geht's:

    Milo hat sich auf entspannte Weihnachtsferien gefreut, die er alleine mit seinen Eltern in ihrem Gasthaus Greenglass House verbringen wollte. Doch anders als in den Jahren zuvor besuchen Gäste das Greenglass House über Weihnachten und stellen Milos Ferien ganz schön auf den Kopf. Sechs schrullige Gäste beziehen ihre Zimmer, die alle ein Geheimnis zu haben scheinen. Gemeinsam mit Meddy macht sich Milo daran, auf Spurensuche zu gehen und die Gäste ganz genau unter die Lupe zu nehmen. Dabei machen sie eine unfassbare Entdeckung nach der anderen...


    Idee/Umsetzung:

    Ehrlicherweise wusste ich gar nicht so genau, was mich in dieser Geschichte erwarten würde. In erster Linie hat mich das Cover angesprochen und ich habe mich auf eine winterliche, gemütliche Geschichte aus Kinderaugen heraus gefreut. Das ist "Greenglass House" einerseits auch, aber es ist noch um einiges mehr.


    Leider muss ich gestehen, dass ich erst so gar nicht warm wurde mit dem Buch. Ich mochte das Setting des verschneiten Gasthauses, und als die sonderbaren Gäste während des Schneesturms den Hügel hochkamen, fand ich es fast ein bisschen unheimlich. Atmosphärisch war es direkt von Anfang an, doch es kam keine Spannung auf. Es dauerte recht lange, bis alle Gäste das Gasthaus bezogen hatten und etwas Ruhe in das anfängliche Chaos gebracht wurde.150 Seiten lang empfand ich die Geschichte als fad und das Detektivspiel der beiden Kinder Milo und Meddy kam mir auch erst albern vor.

    Doch nach und nach konnte mich die Geschichte immer mehr für sich einnehmen, bis ich auf den letzten 100 Seiten komplett an den Worten der Autorin hing. Es gibt sehr spannende Entwicklungen, wie Diebstähle, einen Stromausfall und weitere Besucher des Gasthauses, wodurch mehr Dynamik in die Geschichte kam. Somit war der Spannungsbogen für mich leider nicht konstant vorhanden, die anfänglichen Längen konnte die Autorin aber durch ein rasantes letztes Drittel wett machen.


    Das Buch behandelt eine breite Themenvielfalt und hielt viele unerwartete Wendungen bereit. Neben dem Gasthaus, das ein geschichtsträchtiges Gebäude ist und einige Geheimnisse verbirgt, geht es beispielsweise um die Themen Adoption, Freundschaft und Familienzusammenhalt. All das wurde galant verpackt in eine Mischung aus kindlichem Detektivspiel und beinahe Thriller ähnlichem Ernst, wobei die Autorin nie die Erzählweise aus Kindersicht verliert.


    Figuren:

    Die Figuren sind in diesem Buch ziemlich speziell, was einen großen Teil des Charmes der Geschichte ausmacht. Milo und Meddy mochte ich von Anfang an richtig gerne, weil sie ein süßes Ermittlerduo darstellen und den Gästen in ihren ausgedachten Detektivrollen  hinterherspionieren. Besonders Milo war ein toller Protagonist, der für sein Alter eine besondere Auffassungsgabe und ein gutes Kombinationsvermögen an den Tag legte.

    Die Gäste kann ich nur als schrullig bezeichnen, da sie allesamt ziemlich sonderbar und überspitzt dargestellt waren. Niemand war mir so richtig sympathisch, alle hatten andere Beweggründe in das Greenglass House zu kommen und behielten ihre Geheimnisse für sich. Verschiedene Verdächtigungen liefen ins Leere, andere hatten tatsächlich später Hand und Fuß, das Miträtseln über die Diebstähle und die Geheimnisse der Gäste hat großen Spaß gemacht.

    Anfangs konnte ich einige der Gäste nicht gut auseinanderhalten, was ich schade fand, doch ab der Hälfte waren die Figuren so unterschiedliche gezeichnet, dass ich ganz gut zurecht kam.


    Ende:

    Das Ende hat mich total begeistern können und auch komplett überrascht. Ich fand einige Wendungen in der Geschichte, insbesondere für ein Kinderbuch, sehr gelungen und habe gerne mit Milo und Meddy mitgefiebert.

    Wie die Geschichte in Folgebänden fortgeführt werden soll, kann ich mir aktuell nicht vorstellen, aber meines Wissens nach sind auf Englisch bereits vier oder fünf Bände erschienen, die mit dem Greenglass House in Verbindung stehen. Mal schauen, ob ich die Reihe weiterverfolgen werde, aktuell bin ich noch unschlüssig.


    Fazit:

    "Greenglass House" ist ein ganz schönes Überraschungsei. Anfangs konnte mich die Geschichte leider nicht packen, doch das letzte Drittel war wiederum sehr spannungsreich, voller Wendungen und kreativer Einfälle. Insgesamt habe ich mit diesem Buch sehr schöne Stunde in uriger Winteratmosphäre verbracht. Wer Lust auf eine Mischung aus Detektivspiel und geheimnisvollem Gasthausaufenthalt hat, der ist im Greenglass House richtig aufgehoben. Genießen Sie Ihren Aufenthalt!

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    Cover des Buches Blackout (ISBN: 9783570166192)

    Bewertung zu "Blackout" von Dhonielle Clayton

    Blackout
    Finavor 8 Tagen
    Kurzmeinung: Eine tolle Anthologie Idee, die Geschichten waren durchwachsen, aber insgesamt ist es ein gutes Buch für zwischendurch.
    Schöne Anthologie mit toller Botschaft

    Gestaltung:

    Ich finde die Gestaltung des Buches in vielerlei Hinsicht sehr gelungen und ausdrucksstark.

    Ein mal haben wir den aufgegriffenen Titel des Blackouts in Form des schwarzen Hintergrund und den hervorgehobenen Namen der Autorinnen und die Mondsichel in Weiß. Ich bin mir bis jetzt nicht sicher, ob die weißen Elemente im Dunkeln leuchten, aber manchmal hat es den Anschein gemacht.

    Der Titel schießt aus den Wolkenkratzern von NYC heraus und ist kunterbunt, was einerseits für die Vielfalt der Geschichten, aber auch für Queerness und Toleranz stehen könnte, denn die Geschichten behandeln ganz verschiedene Facetten und Konstellationen der Liebe. Somit ist diese Buch nicht nur hübsch, sondern wurde mit ganz viel Köpfchen und Bezug zu den Geschichten designt. Ich finde es sogar schöner als das Originalcover, obwohl diese Ausgabe einen schwarzen Buchschnitt hat...


    Darum geht's:

    Stromausfall in New York City: Die Großstadt steht Kopf. Die Jugendlichen in den Kurzgeschichten sind alle in ganz unterschiedlichen Situationen, doch alle von dem Blackout betroffen. Und noch etwas haben sie gemeinsam - sie beschäftigt die Liebe. Ob zu Ex-Partnern, besten Freunden oder neuen Bekanntschaften, auch im Dunkeln können die großen Gefühle ganz hell leuchten.


    Idee/Umsetzung:

    Ich war von dieser Anthologie Idee direkt sehr angetan, weil ich das Konzept so schön finde. Dhonielle Clayton hat ihre Bestseller Kolleginnen zusammengetrommelt und eine reine PoC Anthologie erschaffen, in der auch alle Hauptfiguren Schwarz sind und somit im Mittelpunkt stehen. Außerdem gefällt es mir, dass die Geschichten für sich genommen kleine Inseln in dem ganzen Blackout sind, sich aber immer wieder kreuzen und am Ende ein Stück weit zusammenlaufen.

    Da mir die Geschichten unterschiedlich gut gefallen haben, möchte ich gerne zu allen ein paar Worte loswerden und insbesondere meine Favoriten mit euch teilen.


    Die einzelnen Geschichten:


    "Der lange Weg" von Tiffany D. Jackson war besonders, da diese Geschichte in Akten erzählt wurde und wir immer wieder zu den Hauptfiguren Tammi und Kareem zurückkehren. Ich mochte beide sehr gerne. Sie haben sich vor kurzem auf recht unschöne Weise getrennt und treffen kurz vor dem Blackout durch Zufall wieder aufeinander, da sie beide einen Praktikumsplatz haben möchten. Während des Blackouts kommen längst überfällige Gespräche zustande und sie finden heraus, ob sie ihrer Beziehung noch eine Chance geben sollten.

    Die Geschichte gehört auf jeden Fall zu meinen Favoriten. Ich mochte insbesondere Kareem sehr gerne, und konnte viele Kommunikationsschwierigkeiten in ihrer Beziehung sehr gut nachfühlen. Die beiden überwinden verletzten Stolz, um wieder die positiven Seiten des Partners zu erkennen und gehen erneut aufeinander zu. Außerdem ist diese Geschichte durch die einzelnen Akte ein bisschen wie der rote Faden des Buches, was mir auch als Rahmen für die Story sehr gefallen hat.


    "Ohne Maske" von Nic Stone war leider nicht ganz so mein Fall. Tremaine empfand ich als sehr sympathischen jungen Mann, aber Jacorey verhält sich die meiste Zeit komplett daneben und kommt damit auch noch durch. Nicht nur, dass er den sichtlich verängstigten Tremaine erst nach einer halben Ewigkeit aus der engen, dunklen U-Bahn bringt, obwohl er weiß, dass dieser Klaustrophobie hat, er lügt ihn auch mehrfach an, gibt sich als jemand anders aus und am Ende stört sich Tremaine kaum daran. All das fand ich etwas sonderbar und Jacoreys Verhalten sehr unreif.


    "Maßgeschneidert" von Ashley Woodfolk knüpfte leider daran an. Hier waren weniger die Figuren mein Störfaktor, Nella und Jocelyn mochte ich sehr gerne, der Aufbau der Geschichte war für mich schwierig zu verfolgen. Erst mal war der Anfang total chaotisch und es wurden zig Figuren eingeführt, die sich als Bewohner des Altenheims herausstellten, aber so rasant, dass ich mir erst mal nicht merken konnte, wer hier wer ist. Deshalb habe ich auch Nella und Jocelyn in der großen Gruppe nicht wirklich zuordnen und auseinanderhalten können, bis sie dann alleine auf die Suche nach dem verschollenen Foto gehen. Das Setting hat mir gefallen, und auch das Kennenlernen der Mädchen, aber der Einstieg war leider "too much", sodass ich auf den wenigen Seiten nicht richtig in die Geschichte hineinfinden konnte. Schade, denn als Plot für einen ganzen Roman kann ich mir diese Geschichte total gut vorstellen.


    "All die großen Liebesgeschichten...und Staub" von Dhonielle Clayton fand ich wiederum große Klasse. Ich bin totale Liebhaberin von "Friends to Lovers" Geschichten und diese ist genau das. Außerdem spielt sie noch in einer New Yorker Bibliothek während des Stromausfalls - wie cool ist das denn? Ich mochte Tristán und Lana sehr gerne, wie sie sich gegenseitig necken und dennoch blind vertrauen. Ebenfalls eine meiner liebsten Geschichten mit heimeliger Atmosphäre und einem süßen Happy End.


    Weiter machte Angie Thomas, von der ich bereits "The hate u give" gelesen und geliebt habe, mit "No sleep till Brooklyn". Diese Geschichte spielt in einem Sightseeing Bus, der sich durch die verstopften Straßen schiebt, da ja alle Ampeln ausgefallen sind. Darin sitzt eine Schulklasse aus Mississippi, unter anderem auch Kayla, die zwischen zwei Jungen steht und sich nun entscheiden muss, für wen sie Gefühle hegt. Die Geschichte war auch ganz süß und hatte besonders am Ende eine schöne Botschaft. Selbst auf so wenigen Seiten konnte eine Dreiecksgeschichte, oder fast sogar Vierecksgeschichte, zum Ausdruck kommen. Insgesamt liegt die Geschichte für mich im Mittelfeld, sie konnte mich ziemlich gut unterhalten.


    Last, but not least, gab es noch "Seymour und Grace" von Nicola Yoon, die ebenfalls zu meinen Highlights gehört. Die beiden Protagonisten lernen sich im Taxi kennen und Seymour verwickelt die nicht so gut gelaunte Grace in ein philosophisches Gespräch über Identität und Selbstentwicklung. Die Geschichte war irgendwie ungewöhnlich, und hat dadurch total viel Charme versprüht. Besonders Seymour mochte ich sehr gerne, weil er mit seiner sympathischen, etwas verpeilten Art, auch bei Grace Eindruck schinden konnte. Herrlich alltagsnah und auch witzig hat diese Geschichte mich voll überzeugt.


    Ich hoffe, meine Impressionen zu den einzelnen Kurzgeschichten haben euch einen Eindruck vermittelt, wie vielseitig die Geschichten der Anthologie sind. Wir haben gleichgeschlechtliche Liebe, Liebe zwischen besten Freunden, neue Bekanntschaften und Ex-Partner. All das wurde wunderschön verwoben, da zwischen den verschiedenen Figuren der Kurzgeschichten ebenfalls Verbindungen bestehen, einige sind verwandt, befreundet oder laufen sich per Zufall im dunklen New York über den Weg.


    Was die New York Stimmung angeht, hätte ich mir noch ein bisschen mehr erwartet. Es werden einige Schauplätze aufgegriffen, aber durch den Blackout sind natürlich viele Orte gar nicht wirklich zu betreten und der Fokus der Geschichte ist eine Party in Brooklyn, sodass Manhattan keine allzu große Rolle spielt. New York City als Schauplatz zu nehmen finde ich aber absolut großartig und hat der Geschichte insgesamt eine schöne Stimmung verliehen.


    Fazit:

    "Blackout" ist eine wunderbare Anthologie über die junge Liebe, die besonders Schwarzen Protagonisten eine Plattform bietet und mit Diversität und Queerness punkten kann. Ich habe ungefähr die Hälfte der Geschichten sehr gemocht, die andere Hälfte konnte mich nicht vollends begeistern, weil manchmal die Spannung auf der Strecke blieb oder in den Kurzgeschichten zu wenig Raum für Charakterentwicklungen gegeben war. Nichtsdestotrotz kann ich diese Anthologie mit großartiger Message und einigen süßen YA Geschichten empfehlen.

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    Cover des Buches Marthas Boot (ISBN: 9783772529740)

    Bewertung zu "Marthas Boot" von Polly Horvath

    Marthas Boot
    Finavor 9 Tagen
    Kurzmeinung: Ein sehr berührendes Buch über Zusammenhalt, Schicksalsschläge und einen holprigen Neuanfang. Ich habe mich in die vier Schwestern verliebt!
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    Cover des Buches The Passengers (ISBN: 9783453320727)

    Bewertung zu "The Passengers" von John Marrs

    The Passengers
    Finavor 13 Tagen
    Kurzmeinung: Mein erster John Marrs und definitiv nicht mein Letzter. Near-future Gesellschaftskritik mit rasanter Spannung und Wendungen vom Feinsten.
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    Cover des Buches Love - Fünf Geschichten über die Liebe (ISBN: 9783734850523)

    Bewertung zu "Love - Fünf Geschichten über die Liebe" von Ruth Rahlff

    Love - Fünf Geschichten über die Liebe
    Finavor 14 Tagen
    Kurzmeinung: Eine sehr süße, abwechslungsreiche Sammlung schöner Kurzgeschichten über die junge Liebe: LGBTQ+, Jugendliebe, Corona: alles ist vertreten.
    Fünf süße Kurzgeschichten

    Gestaltung:

    Dieses Buch ist einfach nur hübsch! Ich liebe das hochwertige Hardcover mit der Strukturierung, die zarten Pastelltöne, und die edlen Spotlack Veredlungen. Zudem wurde das Buch sogar klimaneutral hergestellt und ist auch im Inneren sehr hochwertig und aufwendig gedruckt. Die Magellan Bücher haben mich in dieser Hinsicht noch nie enttäuscht und ich habe die Optik beim Lesen total genossen.

     

    Darum geht's:

    Fünf Autor*innen aus dem Magellan Verlag haben eine ca. 50 seitige Kurzgeschichte über die Liebe geschrieben. Dabei kommen ganz verschiedene Facetten der Liebe zum Ausdruck. Unerklärliche, mystische Anziehung, queere Liebe, vergangene Liebe, neue Liebe, und sogar, ganz aktuell, Liebe während Corona. Wegen dieser unterschiedlichen Themen steht jede Geschichte für sich und vermittelt ganz andere Sichtweisen, dennoch harmonieren sie auch sehr schön miteinander und bieten eine unvergleichliche Mischung besonderer Geschichten für die jugendliche Zielgruppe.


    Idee/Umsetzung:

    Früher war ich nicht wirklich ein Fan von Kurzgeschichten, doch in letzter Zeit habe ich einige tolle Kurzgeschichten Sammlungen, wie "19 Love songs" von David Levithan, oder auch "Siebengeschichten" von Nina Blazon kennen und lieben gelernt. Ich mag es, dass die Autor*innen nur diese begrenzte Seitenzahl zum Ausdruck aller Emotionen und der Handlung haben, und dadurch punktiert sehr viel Spannung und Gefühl vermittelt wird. In dieser Kurzgeschichten Sammlung geht es insbesondere darum: die großen Gefühle.

    Da die Geschichten aus verschiedenen Federn stammen, sind sie vom Schreibstil und der Message her auch alle sehr unterschiedlich. Ich blende euch hierzu meine Kurzstatements von Instagram zu den verschiedenen Geschichten ein.

    Aber beginnen wir am besten am Anfang.
    Der Einstieg war direkt total genial, denn die Geschichte "Ein zerbrochenes Herz ist ein zerbrochenes Herz ist ein zerbrochenes Herz" von Ruth Rahlff war so ganz anders, als ich erwartet habe. Es geht hier um ein mystisches Bild, das große Anziehung auf unsere Protagonistin ausübt. Mit so einer unheimlichen Stimmung und Spannung habe ich bei dem rosigen Cover gar nicht gerechnet. Die Geschichte war für mich ein sehr gelungener Auftakt und hat genau meinen Geschmack getroffen.

    Weiter ging es mit "Rot ist die unbequemste Farbe" von Anne Hoffmann, die verschiedene Liebesaspekte vereint. Hier werden wichtige Themen, wie Asexualität und Freundschaft auf sensible Art und Weise angesprochen. Es gibt tiefe Einblicke in die Gefühlswelt eines asexuellen Jungen, aber vereint mit Partystimmung und einer Menge Action auf wenigen Seiten.

    Die dritte Geschichte, "Nicht in diesem Universum" von Andreas Thamm hat mir leider nicht ganz so zugesagt, wie die anderen Stories. Ich wurde mit dem Protagonisten nicht richtig warm, das Theaterthema der Geschichte war nicht ganz mein Fall und es gab einige Längen. Fans des Theaters werden hier bestimmt ihre Freude dran haben, in meinen Augen war es die schwächste Geschichte.


    Kommen wir zu meinem Highlight: Davor/Danach von Mario Fesler. Diese Geschichte hat viele Aspekte gehabt, mit denen ich mich total identifizieren konnte. Ein Mädchen kehrt in den Semesterferien zurück in ihre Heimat und trifft auf ihre Jugendliebe aus der Oberstufe. Ich habe solche Geschichte so ähnlich in der Schulzeit mehrfach mitbekommen und habe es sehr bewundert, wie nah an der Realität der Autor hier über die schmerzhafte Trennung nach einem Auslandsjahr schreibt, nachdem man sich auseinandergelebt hat. Sehr emotional und ein wahrer Flashback in meine Schulzeit. 

    Bei der letzten Geschichte, "Liebe in Zeiten von Corona" von Antje Leser, war ich erst skeptisch. Da die Pandemie noch in vollem Gange ist und wir inzwischen glaube ich alle etwas Corona-müde sind, hatte ich die Befürchtung, die Geschichte könnte belastend sein. Aber das Gegenteil war der Fall. Es war eher tröstlich und ermutigend zu lesen, dass der Protagonist "Im selben Boot sitzt". Da die Handlung zum Anfang der Pandemie 2020 spielt, gab es seitdem auch einige neue Entwicklungen, was ebenfalls interessant zu beobachten war. Die Liebesgeschichte hier ist ebenfalls sehr süß, es handelt sich hier um das Thema Homosexualität und Outing. Auch diese Geschichte gehört zu meinen Lieblingen!

    Fazit:
    Diese Kurzgeschichten Sammlung über die Liebe ist abwechslungsreich, sehr süß und kurzweilig. Ich fand alle Geschichten auf ihre Art und Weise besonders und unterhaltsam, meine Favoriten sind aber definitiv die letzten beiden Geschichten. Wenn ihr Kurzgeschichten und Kinder- und Jugendbücher mögt, ist diese Sammlung absolut etwas für euch! Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und behalte dieses Schmuckstück in besonderer Erinnerung.

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    Cover des Buches Tales from the Loop (ISBN: 9783596704835)

    Bewertung zu "Tales from the Loop" von Simon Stålenhag

    Tales from the Loop
    Finavor 15 Tagen
    Kurzmeinung: Wieder einmal ganz besondere, beeindruckende Illustrationen, aber mir kommt eine zusammenhängende Handlung hier leider zu kurz.
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