FrauSchafski

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    Cover des Buches After the Fire (ISBN: 9783423650328)

    Bewertung zu "After the Fire" von Will Hill

    After the Fire
    FrauSchafskivor 16 Stunden
    Kurzmeinung: Ein Blick hinter die Kulissen der „Legion Gottes“ durch die Augen eines starken Mädchens. Verstörend und aufwühlend.
    Der Herr ist freundlich

    „After the fire“ gewährt uns einen Blick hinter die Kulissen einer kleinen, aber sehr streng reglementierten Sekte. Wie der Titel bereits verrät, gab es dort ein großes Feuer und wir folgen nun der 17-jahrigen Überlebenden Moonbeam durch ihre Erinnerungen an die Zeit vor dem Feuer. Da es, wie zu erwarten war, eine umfangreiche Ermittlung zu den Hintergründen der Sekte und dessen Führer Father John gibt, befindet sich Moonbeam in einer geschlossenen Anstalt, wo sie von einem Psychiater und einem FBI-Agenten befragt wird. An sich ist dieser Erzählungsaufbau geschickt gemacht, da sich automatisch die aktuellen Umstände mit der Vergangenheit verbinden und so nach und nach ein Bild vom Leben in der Sekte entsteht. Ein Bild, das äußerst verstörend uns aufwühlend ist.

    Und an dieser Stelle kommt wie so oft von mir ein Aber. Denn für mich hat dieses Buch zwei große Schwachstellen. Erstens zieht es sich leider zwischendrin. Der Autor versucht zwar, durch das allseits beliebe „Foreshadowing“ Spannung zu erzeugen, setzt dieses Mittel aber zu häufig ein. Das löst bei mir irgendwann leider nur noch ein genervtes Augenrollen aus mit dem Gedanken „Komm endlich mal zum Punkt.“ Die zweite Schwachstelle ist die Glaubhaftigkeit. Damit will ich dem Autor nicht unterstellen, dass er uns einen Bären aufbindet. Nur leider waren verschiedene Situationen so absurd, ich konnte sie mir schlicht und einfach nicht vorstellen. Das bedeutet nicht, dass es nicht möglich ist, absurde Situationen seinem Publikum glaubhaft zu machen, es gelingt nur leider in diesem Fall nicht. Dadurch bleibt die Story irgendwie der Realität entrückt.

    Fazit: Gute Idee, schöner Erzählaufbau, schwach in der Glaubhaftigkeit. Ich bin mir sicher, dass es ähnlich geartete Sekten überall auf der Welt gibt, aber was sie wirklich zusammen hält und welche Mechanismen dabei wirken, wird zugunsten des Erzähltempos unter den Tisch fallen gelassen.

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    Cover des Buches Bluthaus (ISBN: 9783431041118)

    Bewertung zu "Bluthaus" von Romy Fölck

    Bluthaus
    FrauSchafskivor 7 Tagen
    Kurzmeinung: Bei diesem Krimi ergibt sich die Handlung ganz selbstverständlich, mühelos fügt sich eins ins andere. Unanstrengende Lektüre.
    Figuren, mit dem Herzen am rechten Fleck

    Mit „Bluthaus“ knüpft die Autorin zeitlich gesehen recht nahtlos an den Erstling an. Frida hat zwar ihre Ausbildung bei der Kriminalpolizei beendet, ist von den Erlebnissen aber noch so traumatisiert, dass sie sich unschlüssig ist, wie es denn nun mit ihrer Zukunft weitergeht. Kriminalhauptkommissar Bjarne Haverkorn hingegen privat ziemlich viel um die Ohren und eigentlich müssten sich ihre beiden Leben nicht noch einmal kreuzen. Wenn da nicht eine neue Leiche wäre und Fridas Freundin Jo, die Zeugin des Vorfalls wird und anschließend verschwindet.

    Ganz mühelos fügt sich die Handlung dieses Falls ineinander, der Fall kommt sozusagen über Frida und Bjarne, ohne dass sie gerade den Kopf dafür hätten. Und ehe sie sich’s versehen, stecken sie unabhängig voneinander in Ermittlungen, die sie erneut auf die Spur eines „Cold Case“ führen. Ebenso mühelos liest sich das Ganze auch. Im aus dem ersten Band gewohnten Umfeld fühlt man sich fast schon wie Zuhause, die Figuren sind ein bisschen wie Familienmitglieder. Entsprechend fiebert man mit, egal ob im privaten oder beruflichen Umfeld von Frida und Bjarne. Und so ist dieser Krimi ganz schnell weggelesen. Nun könnte man anmerken, dass dieser Fall maßgeblich vom Zufall bestimmt ist, der die Figuren genau dorthin führt, wo sie sich befinden müssen, damit es weiter geht, aber das kehren wir einfach mal still und leise unter den Teppich.

    Fazit: Einmal mehr fehlen die „großen Highlights“, stattdessen folgt ganz unangestrengt das eine zum anderen. Aber ich mag diese Reihe für die Figuren mit dem Herzen am rechten Fleck. Punkt.

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    Cover des Buches Erebos 2 (ISBN: 9783743200494)

    Bewertung zu "Erebos 2" von Ursula Poznanski

    Erebos 2
    FrauSchafskivor 15 Tagen
    Kurzmeinung: Ist ein bisschen wie ein Klassentreffen, viele alte Gesichter, ohne dass sich groß etwas verändert hat.
    Was haben wir aus Band 1 gelernt? Nichts.

    Zunächst muss ich darauf hinweisen, dass die Aufmachung des Buches wirklich toll ist. Band 1 und 2 zusammen sind ein Hingucker im Regal. Mit so einer tollen Gestaltung steigt die Erwartungshaltung natürlich noch mehr, was nicht unbedingt zum Vorteil ist. Und so begab ich mich erneut zusammen mit unserem altbekannten „Homie“ Nick und seinem Avatar Sarius nach Erebos. Neue technische Errungenschaften haben Erebos auch neue Kontrollmöglichkeiten gegeben. Dabei erweist sich das Smartphone natürlich schnell als Feind in der Hosentasche, denn nun sieht Erebos wirklich alles. Auf diese Weise fällt es dem Spiel noch leichter, immensen Druck auszuüben und seine Spieler zu seinen Zwecken zu missbrauchen. Nur, was ist dieses Mal das Ziel?

    Und da bin ich bei den Kritikpunkten: Auch wenn sich das Buch erneut wegliest wie nichts (das ist aber zum großen Teil Poznanskis eingängigem Schreibstil zuzuschreiben), verläuft der Plot quasi 1:1 zum erfolgreichen Vorgänger. Es tauchen alle zentralen Figuren aus dem ersten Teil auf, mehr oder weniger weiterentwickelt, sodass sich das Buch fast wie ein Klassentreffen liest. Da sind natürlich auch neue, junge Protagonist*innen, denn Erebos braucht ja Frischfleisch, das er sich gefügig machen kann. Letztlich greift die KI auf dieselben Mechanismen und Druckmittel zurück wie zuvor, sodass ich oft das Gefühl hatte, nicht wirklich ein anderes Buch zu lesen. Das neue Ziel des Spiels mag zwar anders gelagert sein, aber letztlich fand ich es auch weiter hergeholt und nicht so gut nachvollziehbar.

    Fazit: Die Handlung des zweite Teils gleicht zu sehr der des ersten. Ich hätte mir mehr neue Ideen gewünscht. Auch wenn es solide Unterhaltung ist, war ich leider insgesamt enttäuscht. 

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    Cover des Buches Leben (ISBN: 9783453439634)

    Bewertung zu "Leben" von Uwe Laub

    Leben
    FrauSchafskivor 22 Tagen
    Kurzmeinung: Der Plot kann wenig überraschen und ist in weiten Teilen vorhersehbar. Die Figuren sind so emotionslos wie das Motiv.
    Aktuelles Thema schwach umgesetzt

    Im Nachwort erwähnt der Autor seine Motivation zu diesem Buch. Das globale Artensterben sollte das zentrale Thema werden und offenkundig scheint es das auch erst einmal zu sein. Tatsächlich ist das auch der Grund gewesen, warum mich dieser Thriller interessiert hat, nur leider wurde in meinen Augen letztendlich das Thema verfehlt. Denn so erschreckend zunächst die Bilder von massenhaft verendenden Tierherden sind, die der Autor heraufbeschwört, so schnell sind wir davon wieder weg und landen – wie sollte es auch anders sein – beim Menschen, der auf einmal ebenfalls von einer mysteriösen Krankheit dahingerafft wird. Tja, dabei bleibt es dann auch. Artensterben an sich wird vielleicht noch am Rande erwähnt, echte, tiefgründigere Zusammenhänge nicht hergestellt.

    Stattdessen verläuft die Handlung in weiten Teilen völlig vorhersehbar. Vielleicht liegt es daran, dass ich sofort an Fitzeks „Noah“ oder A.G Riddles „Pandemie“ erinnert wurde, aber ich hatte das Gefühl, alles bereits zu kennen. Angefangen von den unterschiedlichen Menschen, die auftauchen, bis hin zum eigentlichen Motiv der Handlung. Auf mich wirkte das wie ein „Pandemie“-Smoothie, in den die bereits existierenden Bücher hineingeworfen und neu gemixt werden. Fertig ist die Neuerscheinung. Noch schnell das andere Label „Massensterben“ draufgeklebt und ab in den Handel. Wenn wenigstens die beiden Hauptprotagonisten irgendwie besonders und nahbar wären, aber beide leiern so Zinnsoldatenhaft ihren Text runter, dass die große Katastrophe und das Ende der Menschheit wie ein Kaffeekränzchen daher kommt.

    Fazit: Ja, das mag ziemlich hart sein, aber es gibt einfach so viel Besseres da draußen. Allein die Tatsache, dass sich das Buch so zwischendrin wegsnacken lässt, bringt ihm mehr als einen Stern ein. Muss man wirklich nicht lesen.

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    Cover des Buches Die Rivalin (ISBN: 9783442314096)

    Bewertung zu "Die Rivalin" von Michael Robotham

    Die Rivalin
    FrauSchafskivor einem Monat
    Kurzmeinung: Spannend aufbereitete Story a la „Girl on a trein“, es fehlt der emotionale Zugang zu den Figuren.
    Psycho trifft Klischeebraut

    Was der Autor mit „Die Rivalin“ präsentiert, ist keine neue Erfindung. Von den ersten Seiten an war ich an zwei meiner Thriller-Highlights der vergangenen Jahre erinnert: „Gone Girl“ und „Girl on a train“. Das lag nicht nur an der Tatsache, dass wir es hier mit zwei Frauenfiguren zu tun haben, die im Vordergrund stehen und gleichzeitig auch Erzählerinnen sind (eigentlich fehlt nur noch das „Girl“ im Titel). Darüber hinaus empfand ich auch den Erzählstil ähnlich. Von Anfang an traut man den Figuren nicht so richtig, hat das Gefühl, dass da irgendetwas nicht stimmen kann. Während im Spannungsfeld der ständig wechselnden Erzählperspektiven nach und nach die „Leichen im Keller“ gehoben werden, erzeugt das durchaus einen Sog beim Lesen.

    Die beiden Frauenfiguren könnten unterschiedlicher nicht sein. Agatha legt große Kreativität an den Tag, um ihre Ziele zu erreichen. Ihre Raffinesse verdient durchaus Anerkennung. Mit Meghan hingegen hatte ich so meine Probleme. Größtenteils empfand ich sie eher als heulendes Elend und so sehr darauf bedacht, perfekt zu sein, dass sie sich automatisch zum Spielball der Männer macht. Ein Frauentypus, mit dem ich nur wenig anfangen kann. Davon abgesehen, dass dadurch permanent diverse Klischees reproduziert werden.

    Fazit: Auch wenn die Story spannend und eingängig zu lesen ist, bin ich nicht ganz überzeugt. Die beiden Figuren blieben merkwürdig distanziert und ich konnte trotz der doch sehr emotionalen Thematik keinen richtigen Zugang zu den Figuren finden. Wo Mitgefühl angebracht wäre, hatte ich nur ein Schulterzucken übrig. 

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    Cover des Buches Crimson Lake (ISBN: 9783518468104)

    Bewertung zu "Crimson Lake" von Candice Fox

    Crimson Lake
    FrauSchafskivor einem Monat
    Kurzmeinung: Die eigentliche Stärke der Autorin liegt in der Charakterzeichnung, der Kriminalfall ist nur Staffage.
    Zwischen Krokodilen und Entenküken

    Nichts weniger als zwei schwerer Verbrechen Verdächtigter spielen die Hauptrollen in diesem Thriller – ebenso wie ein Haufen Entenküken und blutrünstige Krokodile. Die Autorin mag ein breites Spannungsfeld. Auf der einen Seite steht Ted, ein Ex-Cop, der vom Verdacht der Kindesentführung, Missbrauch und Mord freigesprochen wurde. Für jemanden, dem einmal solche Verbrechen vorgeworfen wurden, gibt es kein ruhiges Fleckchen Erde mehr. Im Gegenteil wird er verachtet, beschimpft, bedroht und gar tätlich angegriffen. Ein Leben in ständiger Angst ist die Folge. Da muss man schon ein echt harter Brocken sein, um das durchzustehen. Auf der anderen Seite steht Amanda, eine Privatdetektivin, die wegen der Ermordung ihrer besten Freundin im Gefängnis gesessen hat. Vermeintlich rehabilitiert, spürt sie nun selbst menschliche Abgründe auf und kann Ex-Cop Ted für ihre Arbeit gut gebrauchen. Also machen sich die beiden auf die Suche nach einem verschwunden Schriftsteller, der vermeintlich von einem Krokodil gefressen wurde.

    Die Charakterzeichnung ist wieder einmal das Highlight dieses Thrillers. Schräg und verschroben, mit dem Herzen am rechten Fleck und „dunklen Geheimnissen“, allein das reicht für ein solides Lesevergnügen. Der eingängige Schreistil der Autorin tut sein Übriges dazu. Leider ist der Fall an sich eher uninteressant und verkommt hinsichtlich der Geheimnisse um die Vergangenheit der beiden Hauptfiguren zum Nebenschauplatz.

    Fazit: Candice Fox‘ Figuren machen Spaß, allein dafür lohnt sich das Lesen. Der Kriminalfall ist eher notwendige Bühnenausstattung. 

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    Cover des Buches Abgrund (ISBN: 9783442758470)

    Bewertung zu "Abgrund" von Yrsa Sigurdardóttir

    Abgrund
    FrauSchafskivor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Bisher der schwächste Band in der sonst so starken Reihe.
    Klassischer Übergangsband?

    Halten wir gleich zu Beginn fest: Für mich ist das der bisher schwächste Teil der sonst so tollen Reihe. Mich konnte der Mordfall einfach nicht so sehr begeistern, auch die Geschichte, die sich nach und nach im Hintergrund herauskristallisiert, ließ mich irgendwie kalt. Im Gegensatz zum vorhergehenden Teil, dessen Story mich noch lange gedanklich beschäftigt hat, empfand ich dieses Mal alles eher oberflächlich. Tatsächlich muss ich mich jetzt schon (ich habe das Buch vor zwei Wochen gelesen) anstrengen, den Inhalt zum Schreiben der Rezension zu rekapitulieren.

    Was mir auch fehlte: Freyja, eigentlich ja eine der zentralen Figuren der Reihe, taucht nur sehr wenig auf. Entsprechend kommt das Zusammenspiel mit Huldar, das ich bisher immer als einen der großen Pluspunkte der Story empfunden habe, sehr kurz. Klar gibt es das übliche Geplänkel, aber so richtig voran geht es nicht. Wer weiß, vielleicht ist das ja auch der klassische Übergangsband, in dem einfach nicht so viel passiert, um danach umso rasanter zum Ende der Reihe zu kommen. Andererseits habe ich auch schon mehrere Stimmen gelesen, die genauso begeistert sind wie zuvor, insofern bleibt es wie immer eine sehr subjektive Empfindung.

    Fazit: Tja, ich fürchte, meine Einschätzung ist in diesem Fall nur bedingt hilfreich. Fakt ist, dass die Reihe weiterhin zum Besten gehört, was das Genre hergibt, weswegen ich diesen Ausrutscher verzeihen kann.

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    Cover des Buches NSA - Nationales Sicherheits-Amt (ISBN: 9783785726259)

    Bewertung zu "NSA - Nationales Sicherheits-Amt" von Andreas Eschbach

    NSA - Nationales Sicherheits-Amt
    FrauSchafskivor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Buch voller Bitterkeit und ohne jede Hoffnung. Ein Gedankenexperiment, das die Nazizeit noch schlimmer macht.
    Ein teuflisches Gedankenexperiment

    Da hat sich Andreas Eschbach was getraut. Schnappt sich die dunkelste Stunde unserer Geschichte und überlegt sich, was wäre gewesen, wenn die Nazis damals schon die Überwachungsmittel gehabt hätten, die uns die Technik heute bietet. Und dann denkt er den Gedanken weiter, schafft zwei Figuren für seinen Roman, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und lässt sie im „Nationalen Sicherheits Amt“ (NSA) arbeiten. Dem Ort, wo die Überwachungsmaschinerie via Komputer zusammenläuft, dem Ort wo der eigentliche Krieg stattfindet.

    Äußerst intelligent greift Eschbach reale Figuren und Gegebenheiten auf und lässt sie mit den Möglichkeiten des technischen Fortschritts verschmelzen. Im Hintergrund immer die Frage: Was hätte sich geändert, welche Ereignisse hätten nicht oder ganz anders stattgefunden? Der Verlauf der „neuen“ Geschichte bleibt völlig plausibel. Allein die frühe Entwicklung des Komputers habe ich nicht richtig nachvollziehen können und war in meinen Augen etwas zu schnell abgehandelt. Fakt ist aber: Die Bedrohung durch Hitlers Macht und der seines gesamten Regierungsstabes ist kaum zu bremsen. Und so mag es zwar Auflehnung im Kleinen geben, ab und zu sogar einen Hoffnungsschimmer, aber eines ist klar: Hoffen darf man bei diesem Buch nicht zu viel.

    Fazit: Übrig bleibt ein Gefühl von großer Bitterkeit. Letztlich müssen wir alle dankbar sein, dass Hitler die technischen Möglichkeiten noch nicht hatte. Umso größer ist jedoch die Gefahr, sollte ein weiterer Weltkrieg ausbrechen. 

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    Cover des Buches ALLES WAS ICH DIR GEBEN WILL (ISBN: 9783442757657)

    Bewertung zu "ALLES WAS ICH DIR GEBEN WILL" von Dolores Redondo

    ALLES WAS ICH DIR GEBEN WILL
    FrauSchafskivor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Liest sich flüssig, ist für meinen Geschmack inhaltlich aber unbedeutend und blass.
    Eine weitere Familientragödie wird aufgedeckt

    Dolores Redondo mag in ihrem spanischen Epos durchaus „moderne“ Ideen verwursten. Manuel, unser Protagonist ist schwul und war verheiratet mit Álvaro, der nun tot ist. Und wie plötzliche Tode es manchmal so in sich haben, ist auf einmal nicht mehr so ganz sicher, ob das denn ein Unfall war. Hinzu kommt, dass Álvaro scheinbar adliger Herkunft war und der Schuft seinem verwitweten Mann davon kein Sterbenswörtchen erzählt hat. Ein handfester Skandal, nach dem sich die Waschweiber die Finger lecken. Und so wird über viele hundert Seiten ordentlich Schmutzwäsche gewaschen. Die Geheimnisse bauschen sich auf, türmen sich übereinander, bis zum Ende – oh Wunder – das ganze Kartenhaus in sich zusammenstürzt.

    Dazwischen gibt es ein paar wirklich nett gezeichnete Charaktere, wie beispielsweisen den pensionierten Polizisten Noguiera, dessen Zusammenspiel mit Manuel so ziemlich das interessanteste am ganzen Roman ist. Langwierigkeit kann man der Autorin allerdings nicht vorwerfen, lesen lässt sich das alles ohne Schmerzen. Dennoch war mir die gesamte Story zu blass, die Figuren teils zu klischeebeladen. Und die vermeintlich furchtbaren Skandale entstammen einem Repertoire, das jeder Daily Soap Ehre macht. Aber aus diesem Grund findet ein solcher Roman seine Leser*innen, und aus diesem Grund war das nicht wirklich mein Geschmack.

    Fazit: Inhaltlich für mich völlig unbedeutend und blass, schreibtechnisch durchaus lesbar mit ein paar schönen Charakterzeichnungen. So mittel.

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    Cover des Buches Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten (ISBN: 9783596035687)

    Bewertung zu "Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten" von Becky Chambers

    Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten
    FrauSchafskivor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ich habe jede einzelne Figur geliebt und in der Wayfarer ein neues Zuhause gefunden.
    Ein langer, gemütlicher Weg

    Am Ende der Reise mit der Wayfarer ist man irgendwie nicht mehr dieselbe Person. Und tatsächlich fühle ich mich, als wäre ich mit Rosemary an Bord gegangen, hätte mit ihr die einzelnen Charaktere kennengelernt, meine kleine Koje im Raumschiff bezogen und schließlich ein neues Zuhause gefunden. Solche Empfindungen hatte ich bei einem Buch vermutlich noch nie, sodass ich mir natürlich Gedanken gemacht habe, woran das liegen mag. Die Antwort liegt in den Charakteren: Sie sind alle absolut liebenswert. Dabei verlangt die Autorin uns einiges an interkultureller oder besser interspezitärer Kompetenz ab. Denn die Spezies in diesem Roman sind so bunt und vielfältig wie die Anzahl an Sternen im Weltraum, aber eben auch nahbar, empatisch und verletzlich.


    Wer hingegen ein rasantes Space-Abenteuer mit jede Menge Geballer und Laserwaffen erwartet, ist hier definitiv falsche. „Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten“ ist nämlich vor allem eines: ein langer Weg, und der braucht Zeit und Geduld. Das mag manchem Leser vielleicht zu langweilig sein, ich hingegen fand es herrlich entschleunigend. So bleibt ausreichend Zeit, die Figuren kennenzulernen, den Kosmos, in dem sie sich bewegen, mit all seinen Kuriositäten zu bewundern und die fremdartigen Spezies zu studieren. Fast schon nebenbei vermittelt die Autorin Toleranz gegenüber Wesen, die anders sind, fordert Einfühlungsvermögen und Querdenken beim Kontakt mit ihnen und beweist dabei, dass Menschen eine ebenso merkwürdige und eigensinnige Art sind. Emotional war ich nach kurzer Zeit voll involviert und musste zum Ende hin tatsächlich ein paar Tränchen verdrücken.


    Fazit: Ein Wohlfühlbuch, bei dem ich jede einzelne Zeile genossen habe. Wie schön, dass noch zwei weitere Bände auf mich warten. Jahreshighlight! 

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